Skip to main content

Full text of "Die Erdkunde im Verhältniss zur Natur und zur Geschichte des Menschen : oder allgemeine vergleichende Geographie, als sichere Grundlage des Studiums und Unterrichts in physikalischen und historischen Wissenschaften"

See other formats


Google 


This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project 
to make the world’s books discoverable online. 

It has survived long enough for the copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 
to copyright or whose legal copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 
are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that’s often difficult to discover. 

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book’s long journey from the 
publisher to a library and finally to you. 


Usage guidelines 


Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken steps to 
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying. 

‘We also ask that you: 


+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 


+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google’s system: If you are conducting research on machine 
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 


+ Maintain attribution The Google “watermark” you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 


+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in copyright varies from country to country, and we can’t offer guidance on whether any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book’s appearance in Google Book Search means it can be used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liability can be quite severe. 


About Google Book Search 


Google’s mission is to organize the world’s information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover the world’s books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the full text of this book on the web 
alkttp: /7books. google. com/] 


























Die erdfunde 


a Verhaͤltniß zur Natur und jur Gefchichte 
Des Menfchen, 


ober 
allgeme ine, 
wrgleichende Gengraphie, 


als 


fihere Grundlage des Studiums und Unterrichts in 
phyſikaliſchen und Hiftorifchen Wiflenfchaften, 


von 


Earl Ritter, 


Dr. und außerordentlicher Profeffor an der Univerfität, wie auch 
ar ber allzemeinen Kriegsſchule in Berlin; wirkliches Mitglieb der 
Mirtersuifhen Gefellfhatt für die gefammte Naturkunde, außer⸗ 
erdentlies correſpondirendes Ehren: Mitglied der Geſellſchaft füu 
iitere Deutfhe Geſchichteskunde, Gorrefponbent ber Königl &os 
cietät der Biffenfhaften zu Göttingen, der Senkenbergiſchen 
naturforfhenden Gefellfhaft zu Frankfurt a. M., der 
Maͤrkiſchen okonom. Geſellſchaft zu Potsdam u, a, m, 


— — 


Dr y N, 
age . . 
Erfter Theil, I... ) 





| Erfes Buch. Afrikahe 





Zweite ſtark vermehrte und verbeſſerte Ausgabe. 


A 





Berlin, ı822. 
BGehbrade und verlegt 
bei & Reimer. 


© 





nÜftins emergit veritas ex ertore quam 6x confusione, * 
Baco de form. calid. Aph. X. 





Nine ch Peſtalozzt 
ur | | | 
Schr 8. Gut smuthe, 


am väterlichers Lehrern und theuern Sreunden,. 


gewidmet 


als Sffentlihes Beiden ber innigflen Berehrung 
und Dankbarkeit. 








Vorrede ser. erfien Be, 





© jmeierien von guäif Bädern erföpeimen Siern 
wit, welche‘ es verfuchen follew, bie laflgemein wide 
. tigften, sengranbifh- — Vexrhaͤltniffe bes 
Erdoberfläche in iprem Naturz se; un 
poar ihren wefentlichen. Zügen und Haup ehn 
nach darzuſtellen, insbefondere als Vaterland ber 
ter in deſſen mannigfalsigftem Einfiuffe anf korperlich 
and geiftig fich entwidelnde Menſchheit. Ihnen mens 
den in drei andern Theilen, deren zweiter fchow ‚mer . 
ter der Preſſe iſt, unmittelbar die übrigen folgen, und 
ein innerlich verbundnes Ganze bilden, jebech fo, Daß 
and) jedes einzelne Buch in feiner Sphäre ats ein Be⸗ 
famtes betrachtet werden Fann. Ihr Juhalt gebt, 
dem Wefentlichen und der Folge nach, aus ber Eine 
leitung hervor, zw weicher manches hinzuzufügen ge⸗ 
genwärtig der Raum nicht gefkattet. Daher hier nur 
das Nothwendigſte zum Berfländniß der Außen Au⸗ 
ordnung gegenwärtiger Arbeit, bei weicher überhaupt 
die guten vorhandnen Lehrbücher ber Geographie ale 
ihrem Inhalte nach befannt vorausgeſetzt werden. 
In ihr follte die vorangeeilte, wiflenfchaftliche Erd⸗ 
funde es verfuchen, die. Geographie felbft mehr zu 
durchdringen, zu geftalten, fo daß beider Inhalt fich 
decke, und der alle Wechfel hindurchgehende, natuͤr⸗ 
fiche und hiftorifche Character der Erdräume, vergli- 
chen mit den verwandten Bildungen -und zufammen- 
gehalten mit feinen Gegenfägen, den Blick auf Na⸗ 
eur und Gefchichte in alter, mittler und neuer Zeit 
aufhellte. Na dieſem mehrfachen Seſichespuntee 























Sie erbfunde 


wRerhättnig dur Natur und zur Gefchichte 
Se 


3 Ar 


7 


er PR SIETN 


wigeichende ——— 


Grundlage des — 
Fee —*c** 





von 
Earl Rittier, 

am ber allgemeinen Kriegefdule Bern, wistühet ie der 

lies cor bier —— i 
— De ie Sera are Gi br rl fa de 

cietät der Bifialda —* Göttingen, ber ——— —* 
—— [enden —X R., 
arkiſchen Sonn. —2 ww —X u Fe 


— 


Erſter Theil, 
Erſtes Du. Afelta 





— — — — — 
BZweite far vermehrte und verbeſſerte Ausgabe, 





Berlin, 1822. 
Gedruns und verlegt . 
bei @, Reimer, \ 


201. e.. ga. 


Ay 





.“ J · J il 


nÜftins emergit veritas ex ercore quam 6x oomfusione. 
Baco do form. calid, Aph. X. b 





ineäch PeRalozai 
uns | 
ICher. 3. Sursmurde, 


win väterlichers Lehrern und chenern Freunden, 


gewidmet 


als Öffentliches Zeichen ber innigſten Verehrung 
und Dankbarkeit. 








Vorrede zur erſten dach 





2, zwei erſten von zif Bichern erfcheinen hier⸗ 






wit, welche es verf ſollen, bie fallgemein 
Ä * — pbyſtkaliſchen en Bespältuife nen 
Erdoberfläche im ihrem Naturz ge, 8 






poar ihrem ‚wefentlichen. Zügen und —— 
er darzuſtellen, insbefondere ald Vat⸗erlaud ber 
fer in deſſen mannigfalsigftem Einſluſſe anf koͤrperlich 
und geiftig fich entwidelnbe be Bieufgheit. Ihnen men 
den in drei andern T weiter: 
ter der Preſſe if, —— die, die abrigen folgen, 3 
ein innerlich verbundnes Ganze bilden, jedoch ſo, daß 
auch jedes einzelne Buch in ſeiner Sphaͤre als ein Ge⸗ 
ſamtes betrachtet werden kann. Ihr Inhalt 8* 
dem Weſentlichen und der Folge nach, aus der 
leitung hervor, zu welcher manches hinzuzufuͤgen ge⸗ 
genwärtig der Raum wicht geſtattet. Daher hier nur 
das Nochmwendigfte zum Berftändniß der Außen Au⸗ 
ordnung gegenwärtiger Arbeit, bei welcher überhaupt 
die guten vorhandnen Lehrbücher ber Geographie ale 
ihrem Inhalte nach befannt vorausgeſetzt werben. 
In ihr follte die verangeeilte, wiſſenſchaftliche Erd⸗ 
Funde es verfuchen, die. Geographie ſelbſt mehr zu 
durchdringen, zu geftalten, fo daß beider Inhalt fidh 
deckte, und der alle Wechfel hindurchgehende, natuͤr⸗ 
fiche und biftorifche Character der Erdräume, verglie 
chen mit den verwandten Bildungen-und zufammen- 
gehalten mit feinen Gegenfägen, den Blick auf Na⸗ 
tur und Gefchichte in alter, mittlere und neuer Zeit 
aufbeliee. Nach biefem mebrfachen Seſichespuntee 












vu Borrede jur erſten Ansgabe. 


mußte fich die äußere Anordnung der Bücher richten, 
welche in den Abrheilungen, Abfchnitten, Kapiteln, 
Die geographifche blieb, wie fidy dieß aus dem Inhalts⸗ 
verzeichniſſe überfehen läßt, inde& andre Unterabtheie 
lungen ‚mehr einzelne Hauptgefichtspunfte auffafien, 
öfter befchreibend und unterfischend zugleich zu Werfe 
geben, und von beftimmtem ‘Boden und von beſtimm⸗ 
ten Thatfachen. aus, auf das Durchgehende, Geſetzmaͤ⸗ 
Bige, Allgemeinere hinzumeifen fich bemuͤben. In 
Paragraphen, Leberfichten, Erläuterungen ift darum 
der Sefamtinhalt fo vertheilt, daß jene. jedesmal ein 
Bufammengehöriges, feinem hier abzuhandelnden 
Umfange nach, gefchloflen darftellen, um es im fol« 
genden wiederum als Factum zu handhaben, leicht 
darauf verweifen und fo allgemach weiter fchreiten zu 
Eöunen. Die Vorbemerkungen und Anmerkungen ente 
Balten einzelne Berichtigungen, Namenvergleichun⸗ 
gen, leitende Anfichten, Örtliche Hinmweifungen und ges 
Brängte Ueberfichten ſpecieller, biftorifcher Localver⸗ 
haͤltniſſe, weiche als Fingerzeige anzufehen find, Die 
von dem Befondern auf das Verwandte führen, und 
auf den ganzen Kreis des-hiftorifchen Wiſſens zurück 
weifen, von dem hier nur ein Bruchftüd gegeben wer⸗ 
ben kann. Ä 
Noch hindert das feagmentarifche, geographifche 
Willen die zufammenhängende Erzählung, und auch 
auf die bisher übliche, vom Allgemeinen ausgehende 
Darftellung, hat gegenwärtige Arbeit Verzicht ge: 
ehan, weil diefes Allgemeine, von der Erde aus, in 
Ser That erft noch aufgefucht werden muß, und fie 
als ein Beitrag zu ſolchem Fortſchritt dienen möchte, 
Als hiſtoriſche Disciplin ift die Geographie bis jetzt 
nur ein mannigfaltiges Gemenge ohne inneres Ges 
ſetz; fie harrt unter der Laft der Schlacken, die fie 
decken, des Silberblicks, aus dem fie als ein wiſſen⸗ 
fchaftliches Gediegenes hervorgehen fol. Namen, 





von mieiner Seite nicht fehlen, und Audern, die mis, 

dergleichen mittheilen wollten, wuͤrde ich. den verbin d⸗ 
lichſten Dank dafür ſagen. Altes menſchliche Streben 
bat feine Grenze; : fo iſt mir auch des Wichtigen zur 
Benutzung noch Einiges entgangen, sie z. B. von. 
Klaproths Abhandlung uͤber die Uiguren und J. Ide⸗ 






lers vortreffliche Arbeit uͤber die Oaſen der Libyſchen 
Wuͤſte. Die Druckfehler, deren in der zweiten Haͤlfte, 
wegen meiner Entfernung vom Druckorte, mehr find. 
als in der erften, follen im zweiten Theile folgen, weil. . 
eis unglädticher Zufall deren Mittheilung beim:erften -. 
hinderte. Um Nachfiche muß ich hie und da wegen. 
der Schreibart anfprechen, bei welcher es mir, wit 





viu Vorrede zur erſten Ausgabe, 


man ſich Teiche überzeugen kann, wie audy bei dem 
Drucke, daran gelegen war, fo gedrängt als möglich 
zu feyn, um den Plan des Ganzen auf möglichlt be= 
ſchraͤnktem Raume durchzufegen. Das zweite Buch 
follte Oft-Afien heißen, weil die ftarfe Bogenzahl 
noͤthigte, Weſt⸗Aſien zum zweiten Theile zu ziehen. 
Da wo ic) eigne Meinungen mitgetheilt oder Streif« 
jüge auf.ungebahntes Feld gewagt habe, wird. man 
immer Warnungszeichen und andere Wegmeifer fin- 
Den. Mit den fernften Theilen ber alten Welt habe 
ich begonnen, und die Befchreibung Afrifas von Suͤ⸗ 
den nach Morden, Afiens von Often nach "Welten, 
Europa fich immer ‚mehr annähernd, durchgeführt. 
Dieß ift gegen das Herfommen, aber nicye gegen Na⸗ 
eur und Gefchichte; die mannigfaltigften und verwik⸗ 
Pelteren, abhängigen Berhältniffe diefes Fleiniten, 
- wiewohl fpäter Herrfchend gewordenen Erdtheiles, koͤn⸗ 
nen in der That.allererft durdy die Erläuterung von je⸗ 
nen, in phyficalifcher wie in hiſtoriſcher Hinſicht, ihre 
volles Liche erhalten. Dieß ift bisher zu wenig be⸗ 
rädfichtige worden. Ueberdem gewinnt audy hier die 
Erfenntniß durch den Gegenfag, und bei Betrachtung 
einer weiten Landfchaft von einen erbabenen Stand- 
punkte, pflegen wir immer erft vom fernften Horizonte 
zu dem immer nähern zuruͤckzublicken, bis wir zuleße 
den nächiten Boden, und auf demfelben ung felbft 
wiederfinden. Andre werden mir eber den Bormurf 
machen Fönnen, nicht confequent genug noch weiter 
obfeits, von Auftralien, als dem Schlüffel zur phyſi⸗ 
Falifchen Erdkunde aller Eontinente, Jausgegangen zu 
feyn; indeß hiervon wird fidy an einem andern Orte 
der Grund genügend ergeben. “Bei den häufigen Au⸗ 
gaben von Entfernungen, weldye meiftens nur Schät- 
jungen find, und nur approrimativen Werth haben, 
wie. 3. DB. alle Karamanenrouten, find die ganzen 
Summen in geographifchen Meilen gewählt, und die 





Vorrede zur erſten Ausgabe. ıx 


beftimmtern Zahlen nach den Quellen zu fchärferer 
Vergleihung in Klammern beigefügt. Eine Angabe 
der arithmetiſchen Verhaͤltniſſe der Maaße ift leicht 
auf einer kleinen Tabelle zu überfehen, wie fie La 
Ersir, Bode u. a. m. gegeben haben; aber in ihrer 
Anwendung in der Ausübung bei den Autoren, darin 
liege die Schwierigfeit. Rennells, Goffelins und an⸗ 
derer Berfuche darüber find befannt; außerdem laffen 
die Berechnungen nad) den Meilenmaßen im Orient 
noch vieles zu wünfchen übrig, wo die Ly, Koß, Far⸗ 
fangs ſo verfchiedne Bedeutung haben, wie die Meile 
eder Lieue. Eine andre Beſchwerde ift die geographis 
(die Synonimie und verfdyiedene Orthographie derfel« 
ben Namen, von denen fid) niche immer die wahre 
Kedyrichreibung angeben läßt, wie dieß 3. B. fich in 
den alt= und neu arabifchen; und perfifchen eignen 
Namen, nach den verfchiednen Dialecten im Often 
und Weſten zeige. Wo es fidy thun ließ, babe ich 
zwar Schloͤzers Rath der Abfürzung und Bereinfa- 
hung, welchen er in feinen kritiſch⸗hiſtoriſchen Ne⸗ 
benftunden gibt, befolgt, die befanntern Namen nad) 
der deutſchen Ausfprache gefchrieben, die minder ge 
läaufigen vorderafiatifchen, arabifcdyen, mongolifcyen 
aber Häufig nach Langles, die hinterafiatifcyen, indi- 
ſchen nach Gilchrifts Anleitungen, die orientalifcdyen 
in den franzöfifhen und englifhen Sprachlauten 
wiederzugeben. Doc, fehle es hier an Einheit gar 
fehr, jeibft in ten Hauptquellen der orientalifchen 
Eprachferfcher. Ich habe daher bei Hauptpunften es 
nicht für unnuͤtz gehalten, zur feichtern Zurechtfin⸗ 
dung in äftern und neuern biftorifchen Werfen über 
jene Länder, in Klammern die verfchiedenen Schreib⸗ 
arten der Autoren beizufügen. 
Den Befig eines Atlas mußte ich vorausfegen, 
die beflern Karten find überhaupt felten; die neueften 
find in den Noten angeführt, ihre Benugung ift fehr 


x Vorrede zur erſten Ausgabe, 


zu wuͤnfchen. Bänden fich Theilnehmer, fo würde ich 
gern eine Sammlung von Karten- Entwürfen für 
einzelne Lofalttäten und zur Angabe allgemeiner Ber 
baͤltniſſe für größere Erdräume in Umriffen, etwa 
nad; Art meiner 1806 herausgegebenen fechs Karten 
von Europa, nur nady mehr ermweitertem Geſichts⸗ 
kreiſe, folgen laffen. Vieles habe ich dazu vorbereitet. 
Für mehrere wichtige Beiträge zu meiner Arbeit, 
welche ich in der Einfeitung nicht mehr nahmhaft 
machen konnte, habe ich den Herren Profefforen H. 
8. !inf, C. S. Weiß und Lichtenflein, während 
meines Eurjen Aufenthaltes in Berlin, oͤffentlich mei⸗ 
nen verbindlichften Dank zu fagen. Legterer hatte 
die Güte den Abfchnitt von Süd. Afrifa durchzuge- 
ben, und mit Nachrichten und Bemerfungen zu be: 
gleiten, die ich benugen durfte. Möge ähnliche Bei⸗ 
bülfe ferner diefem Unternehmen" zu Theil werden, 
das nur durch Verein von Kräften gedeihen kann; 
möge deffen Erfolg für Wiſſenſchaft und Unterricht 
nur einigermaßen den Anftrengungen entfprechen, 
welche während mehr als neunjähriger Arbeic darauf 
verwendet wurden, und das Reich der Wahrheir, 
wenn auch nur um einen Schritt, dadurch gefördert 
werden *). 


) Die Berichtigung der erſten Zelten biefer Vorrede zur erften 
Ausgabe, ergiebt fich von felbft aus dem Worwort zur zweiten 
BDenielben hier genannten Berren, meinen, jehigen verehrten 
Golan, bin ich auch bei der Herausgabe biefer seiten Aufs 
Tage ähnlige Verbindlichkeiten ſchuldig, ‚wie bei der erften. 

‚Hersn Profeffor Idelers vortreffliche Abhandiung über die Das 

fen, die id} deffen eigener gütigen Mictheilung verdanke, wirb 

man nun aud unten benugt finden. Zur Herausgabe der 
gewiß nugbaren und mehrmals verlangten Karten, blieben bei 
der Seſchtaͤnktheit meiner Zeit und Mittel, fo wie bei bem 

Wechſei meiner Lage, ungeachtet vieler meiner Worarbeiten, 

Boch bis‘ jegt mod manche Wünfhe uͤbrig, die jebodp gegenwaͤr⸗ 

dig ihres Gefüllung fih mehr und mehr nähern, . 








Vorwort zur zweiten Ausgabe. 


Der lebhafteſten, allgemeinen, ſehr ſtaͤrkenden und 
vielfach belehrenden Theilnahme an dem Verſuche, 
wo moͤglich eine Vervollkommnung der Erdkunde 
nach meinen geringen Kraͤften —— glaubte 
ich ſtatt aller Worte des Dankes im Allgemeinen 
und Beſondern am zweckmäßigſten zu begegnen, 
wenn ich bei einer zweiten Ausgabe der beiden 
erſten Bände der Erdkunde, die vor der Erſchei⸗ 
nung des dritten fehon norhmwendig geworden war, 
dem Gegenftande felbft von neuem meine ganze 
Aufmerkſamkeit, Zeit und Kraft widmete, in fo 
weit die Hindernifle, der bisherigen Wechſel mei- 
nes Aufenthaltortes und der neuen Berufsgefchäfte 
mir diefes erlaubten. 


Durch den rafchen Fortfihriet der neueften 
Entdefungen in Afrika ſeit dem legten Jahrze⸗ 
hend, und die mir nad) und nach möglich gewor⸗ 
dene, immer vollfländigere Benugung und DBerar- 
beitung aller früberhin erforfchten, mwichtigern That⸗ 
fachen über diefen Erdtheil, glaube ich die allge: 
meinere Kenntniß bdeffelben um eine, wenn auch 
kleine, Stufe höher geführe zu haben als bisher, 
und überhaupt fürs erfte genommen fo weit, Daß 





. ⸗ 
d 


— 


unVorwort zur zweiten Ausgabe. 


nicht viel geographiſch Allgemeinerhebliches aus 
dem bisher Bekanntgewordenen zu dem in dieſem 
erſten Buche Mitgetheilten noch hinzuzufuͤgen waͤre. 
Dieſes Buch uͤber Afrika koͤnnte alſo, mehr denn 
in feiner fruͤhern Geſtalt, als ein-für ſich gefchlof- 
fenes betrachtet werden, welches fo ziemlich die 
wefentlichften Reſultate geographifcher Forſchungen 
über diefen Erdtheil bis um das Jahr 1820 felbft 
enthalten mag, oder an jedem! beftimmten Orte auf 
ſolche etwa ſchun vorhandene hinweiſet. Dieſes 


wiſſenſchaftliche Ziel, im Sinne des ganzen Wer- 


fes genommen, (denn von vollfländiger Materia« 
lienfommiung und Aufzählung des Beſondern, fo 
wenig als von fogenannter Gleichfoͤrmigkeit .der 
Musführung des Ganzen, kann bei einer Arbeit 
niche die Rede fenn, die eigentlicdy der Erforfchung 
und Darftellung ber weſentlichen, natürlichen und 
drelidyen, befondern Berhäleniffe, und der dar- 
aus ſich entwickelnden allgemeinern, für Die Aus- 
bildung der Völker und des Menfchen, gewidmee 
ift) zu erreichen, ward darum befonders wuͤnſchens⸗ 
werch, um ein zweckmaͤßiges Maaß für die öffent. 
fihe Mittheilung und den ferneen Gebrauch zu 

gewinnen. 0 
‚. „Die Darftsellung der Erdfunde von Aftifa, 
welche bei der erften Ausgabe auf eine zu geringe 
Dogenzahl zurüdgedränge werden mußte, füllt 
daher in dieſer zweiten, als erftes der verfproche- 
nen zwölf Bücher, den ganzen erften Theil der 
Erdkunde und ich hoffe, daß ſelbſt die Beſitzer 


der erſten Ausgabe den Zortfchriee der Wiflenfchaft 


in der zweiten gern feben werden, wenn ſchon ein 
eringer Nachrheil im eignen Beſitz der erften paar 

ücher daraus entfteht, den ich leider von meiner 
Eeire nicht ändern konnte, da Fortſchritt zum 
Bellen, bier das erfte Ziel feyn mußte, Die, 





Vorwort zus zweiten Ausgabe, Xıu 


von den “fahren 18:0 und ı821 an, neuerfolgen» 
den Entdedungen und Ermeiterungen der Kennt 
niffe in dieſem Erbebeile, über feine Natur und 
Bewohner, follen aber von nun an, je nachdem 
das Bedürfnig dazu eintreten wird, in eignen, 
abgefonderten Heften mit einer vollftändigen Lite 
ratur und Ruͤckblicken auf.das früher DBefannte 
verfeben, als Beiträge oder Nachträge zur 
Ervdtunde von Afrika, oder zu diefem erſten 
Buche, erfcheinen, fo, daß in diefen nad und 
nad eine Bibliothek des Wichtigern und Neuern 
für diefen Erbdeheil fich ausbilden Fann, die dann 
als Fortſetzung gegenmwärtiger Erdfunde zu betrach⸗ 
ten ſeyn wird. Diefes erſte Buch wird daher, 
von nun an, in feiner gegenwärtigen Geſtalt blei⸗ 
ben können, ohne, wie diefesmal, fernerhin großen 
Umänderungen unterworfen zu feyn, da alle wahr. 
baft wiffenfcyaftlihen Erweiterungen in ben 
Beiträgen erfcheinen follen, ibm felbft daher nur 
die Verbefferung feiner etwaigen innern Gebrechen 
vorbehalten bleibe. Ich hoffe auf diefem Wege 
zugleich dem gründlichen Fortfchritte der geogra⸗ 
phiichen Wilfenfchaft, als auch den Beſitzern die⸗ 
fes Werkes einen wefentlihen Dienft leiften zu 
föonnen, und habe deshalb diefem erften Buche, 
tas alfo auch als ein für fid) beftehendes Ganze. 
berradhtee werden Fann, ein. Juhaltsverzeichniß 
und ein eignes Negifter beigefügt, beffen Ausar« 
beitung die Lefer mit mir dem vredlichen Fleiße 
meines jüngern Sreundes, dem Philologen Herrn 
©. Salzmann verdanfen. 

Wie diefes erfie Buch, fo werden auch die 
folgenden Bücher wie Oft-Afien, Welt: Afien, 
Europa, der Morden der Erde u. ſ. w., als für 
ſich beftehende Ganze behandele erfcheinen, fo daß 
ihr. Gebrauch, der, wegen des phuficalifchen und 





—— — 
zv Vorwort jur zweiten Ausgabe. 


hiſtoriſchen Characters ihres Inhalts, nicht auf 
einen vorübergehenden Zuſtand der Geographie 
befchränfe, "fondern auf das dauernde Wefen der» 
felben gerichtee ift, wie ich PM und möünfche, 
hiedurch defto allgemein brauchbarer und frucht 
beingender auch für andere Zweige der Wiſſen ⸗ 
ſchaften und für den Unterricht überhaupt were 
den möge. 

Außer der ftarfen Vermehrung des Inhalts 
wird man bier überall auch ein Streben nach 
Berichtigung und Vervollſtaͤndigung deffelben fin- 
den, was, wie ich mir fchmeichle, die einmal be« 
folgte Methode der Bearbeitung auf eine befon« 
ders fruchtbare Art begünftige bat. Daher denn 
auch nur wenige Seiten und Unterfuchungen ganz 
leer ausgegangen’ find, und fogenannte Nachliefer 
rungen der neuen Zufäge für die Befiger der er⸗ 
"Ken Ausgabe unausführbar und ganz unzureichend 
gemwefen feyn würden. . Nur die Vorbemerkungen, 
welche etwas anders geftellt wurden, und die Ein« 
leitung, find ohne Verbeſſerung geblieben, wie fie 
im Jahr 18:16 aus einem Gedanfenerguffe her- 
vorgingen; nicht, weil fie etwa ohne fichtbare 
Dunfelbeiten und Mängel wären, fondern weil 
Be gleich vom Anfang an, micht als Theorie gele 
ten. wollten, wofür man fie hie und da genommen 
und daher mic Recht fehr unzureichend gefunden, 
fondern ‘eben nur als einzelne Fingerzeige, um 
auf einiges aufmerffam machend vorläufig dasje⸗ 
nige anzudeuten, was fpäterhin nach einer gewon« 
nenen Reihe immer neuer, indivibueller, geogra« 
pbifcher Anfchauungen und Typen, auch vollſtaͤn⸗ 
Riger als willenfchaftliches Ganzes ausgeiprochen 
werden foll, föbald nur einmal die gegebne Summe 
der Thatſachen vollftändiger zufemmengebrache. und 
wen. ber. Kritif belenchtet ſeyn wirh, was chen 





Vorwort zur zweiten Ausgabe, xv 


uf unſerm bier eingeſchlagenen Wege practiſch, 
anfangs geſchehen ſollte, um auch hier endlich 
einmal nicht zu einem kuͤnſtlichen fondern zu ei« 
nem natürlichen, im fich felbft begründeten Sy⸗ 
fieme zu gelangen, von dem man bisher faum 
noch eine Ahndung haben fonnte. Denn, mir 
ertennen and) in der Geographie, wie in der 
Epradyforfchung, eine höhere Kritif an, melche, 
wie diefe jeden Schriftftellee aus ihm felbft und 
aus feiner Zeit, nicht aus einer allgemeinen Sprach- 
theorie und Philoſophie erflärt, fo auch jede Erd» 
gegend issbefondere zu erforfchen fich bemübe, 
nach den individuell ihr ſowohl felbit inwohnenden 
als auch aus ihrer Öerlien Stellung bervorge- 
benden characteriftifchen Erfcheinungen und Na⸗ 
turverbäleniffen, ohne diefe nad) einem einfeitigen 
legiſchen, allgemeinen Eintheilungsgrunde zu be- 
fhreiben und zu claffificiren, oder nach einem her: 
tömmlichen, wenn ſchon allgemeingebräuchlichen, 
Maapftabe zu beurtheilen, fen es auch der ſchein⸗ 
bar befte in der Phyſik, Terrainlehre, Geographie, 
Klimatologie u. f.w. Wenn daher in diefer Eine 
leitung manche Belehrung welche ich durch zahl. 
reihe und einige vortreffliche Necenfionen, Deren 
Berfaffern idy mich banfbar verpflichter fühle, ers 
halten babe, nicht Frucht getrageri zu haben fchei« 
nen ſollte: fo bitte ich darum noch Fein Ureheil 
gegen die Empfänglichfeie für Tadel zu fällen 
fondern vielmehr den Fortgang der Arbeie feibft 
zu prüfen. (Mir bekannt gewordene zum Theil 
ſehr umftändliche und belebrende Kritifen, findee 
man über die beiden erften ‘Bände in den Goͤt⸗ 
tingifchen gelehrten Anzeigen 1818 Mr. 107, 1821 
Nr. 385 im Hermes 1819, Heft 3. S. 235 bis 
245; in der Hallefchen allgemeinen Literatur» Zei- 
tang 1819 December Mr. 318 und 3193 in ber 


xvı Vorwort zus. zweiten Ausgabe. 


Jenaiſchen allgemeinen Literatur⸗Zeitung 1800 

Mr. 185 und 186 nebſt Fortſetzung in denſelben 
Ergänzungsblärtern ı821. Nr. e und 3; in ben 
neuen allgemeinen geographifchen Ephemeriden, 
Weimar 1819 sr Band 4tes Stud ©S.a39 und ° 
Gr Band 2tes Sch S. 183; in den Wiener ' 
Jahrbuͤchern ber Literatur 1820 XI. Band Seite 
175 bis aı5 und in Seebode Fritifcher Bibliochef 
für Schulweſen und Unterricht 1821.) 


Wenn aber aud) bei diefer zweiten Ausgabe . 
noch fehr vieles, aller Anftrengung ungeachtet, 
zu ihrer innern Vollendung zu mwünfchen übrig 
bleibe, fo bitte ich zu bedenfen, baß eine Arbeie 
wie diefe nun einmal begonnene, weldye überall 
auf neuer Forſchung und Darftellung niche nur 
der Materialien, fondern befonders der Verhaͤlt⸗ 
niffe in einem fo ſchwer überfehbaren, ungemein 
weitläuftigen und zerſtreuten Felde der Willen- 
ſchaften beruße, wiche nur die Zeit eines ganzen 
Menfcyenlebens vollfommen in Anſpruch nimmt, 
fondern daß auch zu ihrer Durdführung in der 
That eine außerordentliche Anftrengung von Kräf- 
ten mancherlei Are unentbehrlich ift, welche die 
eines gewöhnlichen Privatmanns in andermweitigen 
Berufsgefchäften, leicht überfleige, ja, daß öfter 
durch ein befonderes Gluͤck und die größte Ber 
—— auch nur dieß Wenige zuſtande ge⸗ 

bracht werden konnte, was hiermit zum allgemei⸗ 
neh Nutzen von neuem dargeboten wird. 


Auch die ununterbtochene Vorarbeit zu ber 
Fortſetzung der folgenden Bücher, die nach Afien, 
Europa enthalten werden, und dieſe ftarf erwei« 
terte, verbeflerte Ausgabe, mweldye die erfte litera⸗ 
rifche Frucht meines einjährigen Hierſeyns iſt, 
wöärde ich niche ohne manche „befondere Beguͤnſti⸗ 

gung 





I; 
Vorwort zur zweiten Ausgabe. xvn 


gung äufierer Umflänbe zuſtande gebracht haben, 
jumal nicht ohne die den nothwendigſten Beduͤrf⸗ 
niffen entfprechendere Stellung in meiner neuen 
Berufslage, die ich gegenwärtig der Gnade Get: 
ner Majeftär des Königs und der Weisheit Seis 
ner hohen Minifterien verdanfe, und dieß mit 
Steudigfeie zu befennen und bier auszufprechen 
mich lebhaft gedrungen fühle. 

Cs mürde mir ferner unmöglic gemwefen 
fenn, aus dem ofe fo Foftbaren und ſchwerzugaͤng⸗ 
lichen Quellenreichehum, auch nur in dem Maaße 
su ſchoͤpfen, ale es doch hier wirklich gefchehen 
fonnte, wenn nicht von verfchiedenen Seiten her, 
felmere, literariſche Unterſtuͤtzungen mir auf eine 
jeitiparende und bequeme Urt während des mehr 
als dreiviertel Jahre dauernden, unabgebrochenen, 
ſehr mühſamen Drudes diefes erften Bandes zu 
Theil geworden wären. Bei diefen muß ich vor 
zuͤglich, mas manche der felmeren und neueften 
Engliſchen Huͤlfsmittel betrifft, der Vortheile er- 
mwähnen, welche mir durch die beſondere Güte 
meines verehrten Freundes des Herrn Bibliothekar 
und Dr. Spicker zur Foͤrderung meiner Zwecke 
zu Theil wurden, ſo wie binſichtlich der. allge» 
meinen literariſchen Unterſtuͤtzung ich der zuvor— 
kommendſten und ſelbſt außerordentlichen Bei— 
hülfe ter Herren Vorſteher hieſiger Koͤniglicher 
Bibliothek meinen aufrichtigſten Dank zu ſagen 
verpflichtet bin. Andere wiſſenſchaftliche Unter⸗ 
ſtuzungen, durch welche dag Ausland, zumal Daͤ⸗ 
nemark und Schweden, meine Unterſuchungen bes 
seicherten, werde ich fünftig an ihrer Stelle dank⸗ 

| bar anführen. Wem Jahrzehende hindurch dau⸗ 

! ende licerarifche Arbeiten diefer Art nicht unbe: 

kannt find, der wird mir im der Unentbehrlichfeit 

| tiefer und ähnlicher günftiger Umftände auch für 
ı La 





xvu Vorwort jur zweiten Ausgabe: 


die Zukunft zur Durchführung gegenwärtigen Un⸗ 
ternehmens beiftinmen, deſſen DBollendung meine 
Zeit und Kraft wie. bisher. ununterbrochen und 
in foweit gewidmet bleiben, als Berufspflicht, Ge⸗ 
ſundheit und der Wille der Vorſehung es geflat- 
ten werden, 


. Berlin, in der erften Woche des Januare 
2822. ’ nr 


Carl Ritter. 





Inhaltsverzeichniß und Blacweiſer. | 





€ jaritung p- 1—56. 

Allgemeine Vorbemerkungen np —XE 
4. 1. Die Befte der alten Belt. ef. © ev, 
5.2 Des Sand. Gel. 1. Erboberſi 


* 
Eee 


von 
Erl. 3. — begeiänenber Ausdruͤcke für bie Erhe⸗ 
bung ber Erde. Anm. Gezimmer ber Erbe. p ri 


Die firömenden Wa er.p.75. Erl1. Flußgebiet, — 

fgkem; p. 76. Anm. 12.70. et als Tragpläge. - 

Erl. Rihtung, Gefälle, Oberer Mittler und Nntereg 
auf der Stroͤue. bi 80, 

Erl. 3. Die Etufenläuder der Erde. p. 86. 


Erſtes Buch. Afrika. p 91051. 


6. 3. erfte Abtheilung. Das Bebirgsgane ober 
Afrika. P- 387. Ucberfigt. p. 9. Ann 

—*88* Anſicht. 
4. 4. Erſter Aſonitt. Poidrans von Hood, Afrika, 


PR Ar} Kepitei. Hochterraſſe des Dranie tevier. Das 
Hochland der Beetjuanen, Koranas u. Bosjesmand, p. 9. 
Eri. 1. Begrenzung, einzelne Bebirge, p. 96, 
Ei. 2. Dberfläde der arsaffe p. Der Menſch. 
Anm. Art ber Berbreitim 
g 5. Zweites Kapitel. Zweite Xertoffe, bie Zarroo. P. 108, 
| El. 1. Weftabfall. p. 104. 
| Erl. Soͤdabfall. p. 107 
Erl. 3. Die Karroo. p. 108, 
5.6 Drittes Kapistel, Dritte Terraſſe, bad Köftenfartt, 


p 
Erl. 1. Baien und Vorgebirge. p. 111. 
er 2. Geognoftifher und by rographiſcher nehberblick. 


13. 
ei. 3. Die Kabelbank. p 10, '$ 
2 





xx Inhaltsverzeichniß. | . 


Erl. 4. Die Gapcolonie, neuefter Zuftand. p. 121. - - 
Awelter Adſchnitt. Oſtrand von Hodräftia 
—— Kapitel. Die Kaffernkuͤſte. 

Erl. 1. Hodland ber Bosjesman. p. 133, 

Erl. 2. Köftenterraffe. p- 34 

Sri 3. Käfte Ratal. p. 136. 

6,8. Bweites Kapitel, Die Käften von Sofala und Dos 

sambil. p. 136. 

Erl. 1. Gr Zerraffe. Quellland bes Zambeze und Hochs 
ebene Chicowa. Anm. Kaffernſtaͤmme; Feſte Symbaoe. 


ef 3 2. Bweite Terraſſe. Gtufe von Moearangua, Mor 
nomotapa nnd Manica. p. 142. 

er 3. Dritte oder Küftenterraffe von Sena und Sofala. 

. 145. Anm. Golblörner, gediegen Gold, Eiſen. p. 145. 
er. 4. Die Portugiefenkolonie ‚Mofambique auf der Kür 
fienterraffe Reuefter Buftand. p 148. 
Erl: 5 Anhang. Unbekannte Küfte bis Gap GBuarbafu 
n und Barbera. Semaulis. p. 159. 
59. Dritter Abſchnitt. Mordrand von Hoch⸗Afrika 
“ auf der Öftfeite. p. 157— 256. 
AErſtes Kapitel. Gt Kerraffe, Aethiopiſches Hochland; 
Kaffa und Narea. 
Erl. 1. 3 ro, | 
Erl. 2. Quellen: j rnandez Reiſe nad) Rarea. p. 173. 
Erl. 3. Raturbefhaffenpeit. Kareaner. p. 174. 
$ 10, 3weites Kapitel. Zweite Xerraffe. '- Habeffinifhes 
Xipenland. p. 176. 
Anm 1. Aethiopien Dabei. Namen. p. 177. 
Anm 2. Quellen; über Bruce und Salt. p . 178. 
I. Deſtliche Gruppe des Bee —* im Ok 
on Aa , er 
Alpenpäffe na abe 

Erl. !. Yuffteigen von —8 und Adule u. ſ. w. p. 181. 

Erl. 2. Aufſteigen vr ber Vorterraſſe bes Babernagaia 
zue Zigreterraffe. p. 186. Anm. 1. Gandfteingebirge, 
Hoͤlen, Feſten, Ambas$orm. p 189. Anm. Tigre⸗ 
tertaſſe als. Culturland, Krumitifdes Reid. p. 191. 

. Xum 3. Zigreterraffe als eher ber Kämpfe des 
Ehriftentbums und bes Islam. 

@ri. 3. Auffteigen vom Hafen Evi, von Bure unb 
Amphilabay zur ‚Sigreterraffe, p. 197. Anm. 1. Salz⸗ 
.terraffe, Steinfalz. p. 199.. 

El. 4 Zuffteigen aus Mazaga und Kolla über den Las 
"malmon zur Ebene von Bondar. p. 200. Anm. Die 
& neehöhen. p- 202, 

ri. Anffteigen von ber. Kolla. von Ras⸗el⸗FJeel aber 
Fſchertir u. ſ. w. p. 204. 

en. . Auffteigen aus ber Kolla von Giefim uͤber Serke 


er. N " Pifteigen von. Zigre über Angote und Amhara 
u. ſ. w. pP» 206, 


. ‘ 





un Rote über bie 
Dei u &e ur se 


Aum. Analoge Zerraffenbilbung 
Erl. 4. Dar Bungaro, das Bond 4 Sun. p. I 


6, 14. er ae tie VWeſtrand von Hoch⸗Afrika. 
* "Di im Güben des Aequators, Süd⸗ Gui⸗ 


ern Feb Singelne Angaben vom Gap Ne x 
um Cop bes Lopez Gonfalves. Nach Altern 
—— 


Ert. 1. * enland; Gatarakten; Loanda. p. 259. 

Erl. 2 ohner; Anziko, Siagahorden. p. 261. Anm, 
1. —— Gebraͤuche auf dem Hochlande. p. 266. 
Anm. etiſch. p. 266. 


Ri 
Zweitet Kapt tel. Pr Münbungsland bes Baiccluffes 
in Dong; nach neueften Berichten. -B: 267. 
gu 1 1. De Baire, unterer auf. p. 271. 
e Entbedungsfaßrt auf dem Balre — gie 
Retion 30 Catarakten, von Embomma u. ſ. w. p. 27 
Kongoer, Reid und Bolk. p. 287. - 


4 35. II. ni Kite im. Norden des Aequators, Morb Guines. 


J Hr 8 Kapitel, . Kl. 1. (and der Ambofer. 
Deiis Dabamey 297. —— Aquapim. "208. 
Et. ig Die —EXE nach neuen, B — 
1. —— der "se Bat —* 303, —B und 
— ati’ 
: - Blan d im —8X ber Soldkuͤſte; das 





u Inhaltseverzeichniß. 
eich der Aſhantees. p. 30. Anm. 1. Die Aſhautees, 
alte Fa Auswanderer; eine Hypotheſe von Bow⸗ 
3 Anm. 2, Handelsſtationen, von Goomaflie 
eu —* dem Innern, auf der Straße nach Houfſa und 
ned Tombuktu. p. 3. 
Sri. 4. Gap Sierra Leone, p. 333, Anm. Berg: Reger, 
iertes apitel. or er Bo prung von 
Hoch⸗Afrika, Joq·Sudan. p . 340. 
I. unter⸗Abtheuung. Beflabfal bes Hochlandes von Bus 
ban gegen das Meer und bas Küftenlanb. p. 342. 
Erl. 1. Tertaffe von Teembo: Alpenland ber Fulah⸗Ne⸗ 
ger. 
en 2. a Hochland Zeembo. p. 345. 
Erl. 3 Nörblihfier Saum. ber Grenggebirgsfette gegen 
den Bambia am Rerikofluffe u. ſ. w. p. 346. 
Sri. 4, Zulahs p. 346. Anm, Belch-Eprasın Afrikas 
niſche Alpenvölter. 
6. 17. Fuͤnfter ‚gergnie. Berlider Nordrand von 
Hoch⸗Afrika. p. 35 
17. UntersAbtheilung. 7 Rorbabfer des Hocqchlandes von 
Sudan gegen bad ımtere GenegalsRigerland und die 
Wüfte Sahara. p. 352. 
Erftes Kapitel. N Ranbingo-Zersafte. Pr 352. - 
Erl. 1. Obere Zerraffes erfte Stufe B 353. Anm. 1 
Anelogie in der Bildung der Hoc nber. p- 355. Anm. 
2. Sntbedung ber Quellen bes Fenegal, Gambia und 
Rio Grande durh Mollien. p. 35 | 
Erl. 2. Mittlere Zerraffe, zweite Stufe. p. 357. Anm. 
1. Analogie se Bilbungen fumpfiger wöalbregionen p. 
359. Anm. 2. Garawanenweg. p. 359. 
Erl. 3% Bambuf, Goldterraſſe. p. 359. 
Erl. 4. Die Mandingos. p. 36 Anm. Jamilienaͤhnlich⸗ 
keitz Gegenſat ber Berg⸗ und Flaͤchen⸗Reger. p. 367. 
l. 5. Mungo Parks zweite Reiſe über die mittlere 
Terraſſe des Bebirgslandes im D. von Bambuk u. ſ. w. 


$ 18. In * us Kapitel, Wahrſcheinliche oͤſtliche Fortſehung 
es Hochlande 
Erl. 1. Das Beng-@ebirge. p. 377. 
Gtl. 2. Ueber bie Menfhenmenge auf dem Hodlande, p. 


379. 
Erl. 3, Handelsſtraßen durch Soch⸗Afrika. p. 385, 
6, 79. ‚Zweite Abtheilung. Uebergangsformen 


Hochlande zur Niederlande In Afrika, 


Die Bafferfofteme und Stufenläns 
Ser. p . 388 882, 


& er Abfsnitr Die Stufenländer und 
affertpeme © von Säd; Afrika, p- 38— 





Inbalteverzeichniß. zz 


Er ſt es Kapitel. VDaſſerſoſtem bes großen Fluſſes ober 

Dranjeſtroms. p. 389. 

&r.i. Dberer kant. p- 390. Anm. Griquaſtadt, Gem 
traimiffion. p. 393. 

&rl. 2. Mittlee Sauf, p. 39%. Kam. Grißelifationen ; 
Brangel an Gdelfteinen. 

Er. 3. Unterer Lauf. p 

ri. 4. Anwohner bes creme. p- 39. 

weiter Abſchnitt. Stufenländer des mite 
lern Afrika, 


5.20. Grfes Kapitel, Das Waofferfoflem bes Senegal 


ei}. Dierer earſ. p. MOB. Mittellauf, p. 403, ine 
terer Lauf, Delta. p. 4. 

ei. 2. Sambia und Rio Grande; p. 408, 

Erl. 3. Geſchichte der Anſiedlangen unb Entbedungen ber 
Yortuglefen, ranjofen und Gngländer am Genegal und 
Gambia. p. 410. 


X. Ameites Kapitel Das Waſſerſyſtem bes Riger p. 


Gri. 1. Oberer auf. p. a. 

&rl. 2. Mittler ef. FB 423, Anm, 1. Erſte Beſchif⸗ 
fung bes NRigerfiro urch Guropder und Mungo Parks 
Ende, Pa ri Ankunft am Niger. p. 428. 

4) Der Rigerlauf unterhalb Sego und Ganfanding nad 
ältern Berichten. p. 432. Anm. 1. Aufzählung der ' 
neuern Quellen ber Augenzeugen über den mittlern 
und untern Lauf bes Nigerſtroms, feiner Uferlänber 

und Heide. p. 434 - 440, 

2) De. Rigeriäuf unterhalb &ego, nah aeuern Berich⸗ 
ten der Augenzeugen. 1. Sego. u . 2. Dibbie 
©ee. p. 42 3. Timbuktu. p —457, Anm, 1. 
Timbuktus Handelsſtraßen in ale Weltgegenben. 
457. Markt von Simbultu. p. 460. Anm. 1. Ma 
preife a Sanfanding. P 8. Anm. 2. Starte aus 
nahme bes Afrifanifgen Dandels u. ſ. w. p. 469. 
Das Reid Houffa, Namen ne Rigerfromit, Die zei. 
leta Eroberer u. ſ. w. 5. et Hamets Ras 
rawanenreiſe nach —— 

3. 2. 3, Der mittlere und oͤftliche dien am untern Laufe 
des Nigerſtroms. 

Erl. 3. Bornu, Kaſchna, Bangare, Ing Fe 74 ae Sudan; Une 
terſcheidung dee Gtröme u. f. w Der 
Aſchadi oder der große Strom und die Badars im "4 
und D. von Born. ‚a8. 1. —— FA 
2. Kaſchna. Bornu, ia eun- 
de des den 6 Shan am m aan ifteom uns am Scha⸗ 

505, a) Dar Kataku. p. 49. 

» Bahr — a. Höre c) Bagherme. d) MBorgu ‚ober 

Da: ealey, aus Wabai. p. 501. 

Far‘ Die Öftlihen KWerbindungsglieber zwiſchen dem 

Vaſſerſyſtem des Riger und Rilſtromt. Der Datta Mar 


zum . Inbalteverzeihniß. 


& Miffelad, Dar» und Bahar⸗Kulla, aber bie waldige 
Pumnfregion, und ber Bahr Taiſcha zum Nil el Abiad. 


ei. * Saat, Der Niger ein unentwik⸗ 
keltes Gtromfotem. p. 511—514. Anm. Raqtrag; 
Haby Bubelers Itinerarium, p. 514. 


8. 85. Daisur Abſchnitt. Stufenländer des ndrd: 
; lichen Afrika, ‚oder. das Waſſerſyſte m 
des Nilfroms. p. 516—882, 


Erfies Kapitel, Der Obere Lauf. p. 517. 
Erl. 1. Raqforſchungen über bie gilguelten, p-5233.- nm; 
wermuthlie Bermechslung. 
% a en Kapitel, Der c Nauf des Ril. 

Erſte Stufe, Sennaarterraffe, von dem Chan: 
— — — der Talaki ober iu, Rubis 
I: [ben Wähle. Em Das Reid Gennaar. p. 534. 
Das eig Hey und der Priekerftaat Daher. p. 
9. 1. Die Tokruri ober die Regerpilgrimme 
* wi Selasenpandel aus dem Dftfuban durch da& 
obere Rilthal. p. 545. 3. Das Meid Werber und bie 

«ee jarin, die all en Aberiginer. p. 549. 

Berder, Barbar, Urfprung bes Bolkes wie des 
© iamene ng Ausbreitung. die Barabra an den Rile 
katarakten. 554— 563. Anm. 1. Die große Inſel 
Aloa der Sikobitifgen Ehriften, das alte Meroe, die 
Stadt, der Prieſterſtaat. p. 56h. Anm. 2. Rilnamen. 


2. Beieten Kapitel. ° Zweite Gtufe des Mittellaufes 
ober Rubien. p. 571. 1. Angabe ber neuern im, Folgen⸗ 
den _benugten Quellen und ugenkengen über. Rubien. 

» 580-562. Rilkatarakten. 
ei 1. Bweite Stufe des ieiraufees 1. Mograt. 2 
eygha. p. 594. 3. Dongola oder Waby Dongola. 
HAN: Refibengen _Weroe, Rapata, Dongole. Der Mame⸗ 
Iudenftaat. p. 598612. 

Er. 2. Dritte Stufe des Mittelaufes. Dar el Mahaf, 
Gebiet Say, Gutot. p. 612. Batn el Habjer, das Klip- 
pengebiet p. 616. Anm. Die Kelfentempel de“ Iſis und 
des Dfiris nit den Koloffen zu Ebſamboi. p. 6: 

Er. 3. Bierte Stufe des Mittellaufes, von &ofambot sis 
Affuan, „Anter« Rubien, tat Zempelreice. —F 
Baby Ruba. p. 628. 2. Baby el Kenom 7 
654. Anm. Unter» Rubin im Mitteteiter 73 Marys 


Lu ein, nad Ion Gelym. Ren 
Eri. 4. Die heutigen —X —8 abe, bie Blemyer 
der Griechen und Römer. p. 666. Die Bebjah 


ber Kraber. p. 666— 673. ee Die Gmaragbgruben 
Saboura ber Betas im Gebirge Dafi. p. 673. 
53%. Biertes Kapitel. E23 untere Rilauf in Ober» Xeo 


3x —— der Seutsteratten. p- . 680 — 701. 
DE Rile 


ie ee Das S 
= BR Iufel Vet u.f 1. p- 680. —X 












. XV 

Sheltai den Araber. p. 637. 3. 

ine. p. 669. 4. Affuon, Eoene. . 
ion Aegyptens mit ben Gr. 
Tot. 










52. Bünftes Rapiret Der watere Rillauf ih Mitteh 
. estiouem. ». 772. 
re, Mine 
—— Be nörhlidde Thell von Mittel» Aegypten. Das 
. e von D . 
Berk ftem von DM. &. p. 787 ⸗ 


Erl. 3. © —* der Bar Jeuſeeh der Möris⸗See 


u J. W. p- — 
5.238 Seqchſtes Kapitel. Der Untere Rillauf in Unter⸗Ae⸗ 
gupten, bas Rilbelta, Neberfiht. p. 814. 


Eri. 1. Die beiden Hauptarme bed Nils von Roſette und 


Damiette mit ihren Ufergebieten. Hydrographiſch⸗ to⸗ 
pographiſche Ueberfiht inter » Kegyptens nad ben neuen 
und alten Armen und Gandien. p. 816. 1. Roſettearm 
mit feinem linken Ufergebiete. p. 816, 2, Damiettearm 
mit feinem linken ufergebiete. p. 817. 3. Damiettearm 
wit feinem rechten Ufergebiete. B 8772, 

Erl. 2. Das Anfhmwellen der Nilwaſſer. Das Aufſchwem⸗ 
men ber Erbfhichten in Ober⸗ Mittel» und Unter⸗Aegyp⸗ 
ten, bie Erbauung ber Staͤdte nad) geologifhen Daten; 
bes Rilwaffer. p. 835. Meinung von ben Riltheilun« 
gen. 

6.29. ErL 3. Bilbungsgeſchichte bes Mil Deltas. p. 852. 

Ertl. 4. Das Thal der Werirrung, bas Thal ber Ratroms 
feen. p. 858. Die Küfte ivon Nlerandria und ber Mas 
zeotis. p. 863. 

Er. 5. —** auf ben Nilſtrom und feinen Ginfluß 
auf die Geſchichte des Menſchen. p. 875— E82. 

6, 30. Dritte Abtheilung. Die getrennten Ges 

birgsglieder in Afrika. p. 883954. » 

Das Yistea des Barbarei oben das Atlas Gebtrgoland. 

LE . 6 


[4 





x ¶ Duheltereeheichuih. | 
Gehe. Kapitel, Umfang unb Bergrüge bes Atlas. » 


Erl. 1. Grenzgebirgsketten. p .885. 
Erl. we Sauptgebi Küken 8 Plateaus. 1. Großer At⸗ 


las. uͤſtenkette gegen die Sahara. p. 887. 2, 
Kleiner las p- 889. 3. Mittler Atlas. p. 891. A. 
Bode Atlae} Daran. p. 89. Anm. Namen, Atlas und 
aran. 
6. 3, Be Kapitel. Die Umfäumungen bes Plateaus 
und dbeffen Bewohner. p. 897. 
Erl. 1. Biledulgerid, Tell, Sahara. 
Erl. 2. Bewohner, bie Berhern, Bärbärn, p. 899. Ama⸗ 
sirg, Schelluh. p. 903. Anmerk. Anklänge der Berberis 
es Sprangenoffenfchaft im fernen Dften und Weften. 


el. 3. Die maritime Käßenumfäumung bes Atlasplas 
z teaus; Fragmente p. 908.. Provinz Sufa p p. 9. 
2. DOceanifhe Weftkäfte von — p 390 ; 3. Tan⸗ 
_ gier. 4. Küfte von Algier. 5 910. Kuͤſte von Tu⸗ 
nid gegen Rorden. p. 912. 6. Golf von Tunis, Kar⸗ 
thaso. p. Yid. Xhm. Die Lage der alten Tprifchen 
Karthago. p. 916. 7. Oſtkuͤſte von Zunis. p. 921. 
$. 32. Drittes Kapitel, Das Plateau von Barka; Cyre⸗ 
naica. p. 924. 
Erl. 1. Kuͤſte von Zeipoli bis zur großen Sure. p- 98. 
Erl. 2. Die Geftade der großen Syrte. B. 
Erl. 3. Das Plamau von Barka bei abiar und ſeine 
Weſtkuͤſte u. ſ. w. p. 936. Kuͤſtenweg Über Bengaſi. 
Erl. 4, Der Landweg von Labiar über das Plateau von 
Bart nad &renne. CEyrene ber Alten. p. 943. ° 
Erl. 5. Oftfeite des Plateaus von Barka über Derna 
bis zum Golf von Bomba. p. 91. 


$. 33. Vierte Abtheilung. Das Tiefland von 
Afrika. neberblick. p. 955 — 1040. 
$. # Erfter Abſchnitt. Sahara, die große Wuͤſte; 
oͤſtliche Halbe. p. 959 — 1015. Anm. 1. Wuͤſten⸗ 
namen; Sahara, Sahel. p. 960. Anm. 2. Der Name 
Sudan. p. 962. 
Grfes Kapitel. Oftküfte des Sandoceans. p. 963. 

Ertl. 1. Die Eingänge von Aegypten zu ber großen Eis 
ofen Wüfte. 1. Von Kairo zum Thal ber Natrons 
feen. p. 963. * "Son Ober Aegypten oder Said zur 
„großen Dafe. p. 964. 

el. ?. Laͤngenzug der Aegpptifhen Oaſenkette, am Oſt⸗ 
.rande ber Wüfte von R. nad ©. p. 964. "1. Die noͤrd⸗ 
liche und füdlihe Dafe, El Wah und EI Kibli. p. 969. 

- 2. 8on ber großen Daſe burd Dar Zur bis Ril. p. 971. 
3. Dafe Bur. p. 972. 

9.3. Zweites Kapitel. Norblüfle des Sandoceans. 

Erl. 1. 1. Eingang vom Oſten ber, ober von ben Ratrons 
feen bis Simah nad YHornemann. p. 973. 2. Eingang 
von R. und R.D. ber von ber Oſtarenze vari wie 


“ 


- 





s 
> 


11F | Jubaltsverzeichniß· av 
der Maceotis bei Kieranb Ehre. 
as ven en der —— p. 975. 

3 Giwah —— ine p- ISO. . 
&r. 2. . Bon Siwa = Gate bım ee von. FA 


" wa Augifa, bis 
e Augila. p 3. Depp Berk ober — — 
Erl. Der fümanıe 4 Harafg um. 
Sage von Fezzan 
Er. 4. Peszan bie Dafe 6 de De Serämanten; rue 
Plin; Bäfen, en. Araber. 
richten. p. en b. oo nah chen Berichten des Gapls 
tain yon. 1002. 


5.3. Drittes Im Die. Dafenjäge als . Raturbehine 
gungen sur geſchichtlichen — der Bölter. E 


Ert. 1. Xeltefle Kunde von p- 
Fer Dafe, Ei Ir Sajer, ae 
&r. 2. Die Daſenbewohner uub der Sarawanenverkihr. 
pp 1008. R L ame bes apa Dafenzugs, 
37 Ipewohuer bes mirälkden Dafamps.” 1 Bon 
—8* er 
Siwah, Ammonier. p. — 2 Bew von Fugle. 
. 3. Bewohner von Weizen. p. 101. 
St. 4. Die Medolaramane. p. 1014. 
5. 37. Zweiter Abſchnitt. Weſtliche Halbe des 
Sandoceans; Sahara und ®abel. P 
Erſtes Kapitel. umfang unb Inhalt des weſtlichen 
Sandoceans. p. 101 
Eri. 1. —æã—, 
Erl. 2. Inhalt ber Wuͤſte; Sandboden. Ma 
Erl. 3. Rorträden des Flugſandes. p 
Erl. 4. Bilbung ber Sahara unb She. p- 1022. Anm. 
Muthmaßung über bie Umwandlung der Raqbarſtroͤme 
durch das Vorrucken der Sahel. p. 1028. 
5. 38. Ameiten Kapitel. Die Bemohner des Sandoceans. 


PL 1. Pflanzen und Thiere. p. 1030. 

&l. 2. Der Menfd. p. 1032” 1. Tibbos. 2 Zuarits, 
. 1034. * Iyrren. p. 1035. Anm. Salz, Zibbar, 
Kowries. 


5.39. Malie anf arrde und Sqiuß. p. 1040 109, 








Berzelhniß der ‚bebeutenderen Druckfehler. 





©. 146 3.6 von oben ſtatt Hyppopotamen lies Hippopotamen. 
— 150-050. o. fl. Zimbaoa I. Zimbaoe. 
— 159 — 7 dv. 0. fl. Berbara I. Berbera. 
— 170 — 3 v. u. fl. Donka I. Donga. 
— 180 — 3 v. u. fl. weit kuͤrzern Raume I. weit laͤngern K. 
— 187 — 220 u. ſt. S. Br. I N. Br. 
— 201 — 3 v. 0. fl. wat, ihn darin I. war, darin. 
— 208 — 8 v. 0. ft. bezweifelt von &. I. bezweifelt, von S. 


219 — 39. u. fl. Aboona Marcus I. Aboona, Marcus, 


— 323 mehrmals fl. Gronit I. Chronik. 

u 238 3. 8 v. o. ft. Obflanftein I. Obfibianftein. . 

— 258 — 7 v. o. ft. Serras do Sal I. Sorras de Sol. _ 
— 284 — ı2 v. 0. fi. unterhalb Inda”ı. oberhalb Inga. ' 
— 2098 — 19 v. u. fl. ı7 Jahrh. I. 18 Jahrh. 

— 333 — 7u.9. v. 0. fl. Südbreite I. Norbbreite. 

— 340 — 15 v. o. fi. Drittes Kapitel I. Viertes Kapitel. 
— 348 — 6 v. 6. fl. Sübbreite I. Norbbreite, 

— 378 — 17 v. u. fl. Degombady I. Degomba. 

— 483 — 15 9. 0. fl. ber mittlere I, 3. ber mittlere zc. 
— 605 — 9 v. 0. fl. Oxyrinchus I, Oxyrhynchus, 

— 752 — ııv. u, fl. Spifteln bie I. Epiſteln, bie 

— 766 — 090. 0. r Abydas I. Abybos. 

— 800 — 12 v. u. fi. beginnt ber in I. beginnt, ber, in. 
— 836 — 9 v. 0. fl. Fruͤhlingsequinor I. Yrüplingsäquinog. 
— 841 — 100. u. fl. Septimus Geo. I. Septimius Ge. 
— 919 — 2 v. o. ſt. vie dreifache I. die dreifache. 

— 934 — 17 dv. 0. ft. forifhen I. fortifchen. 

— 0965 —.8 v. 0. fl. große fi geth. I. große geth, 

— 1002 —23 v. u. fl. dgnuer I. dgnuov. 

—1010— 10». u. fl. Hormann’s I. Hornemann's. 








Sinleitung. 


xp Einleitung gu einem Verfuche, bie Gefamts Erds 
funde in einem innerlich verbundenen, mehr wiffenfchafts. 
lihen Ganzen barzuftellen, Eaun, ehe fie zur —A—ni 
des Planes, der Methode und zu den Quellen der Arbeit 
ſelbſt fich wendet, nicht wohl den menſchlichen Seſichts⸗ 
punct umgehen, um deſſentwillen überhaupt fie nur als 
wůnſchenswerth erfcheint. 

Diefer foll daher, in wiefern er das Berbälmiß der 
Natur zur Gefchichte, des Vaterlandes sum Volke, und 
überhaupt des einzelnen Menſchen zum Erdganzen bes 
trift, Hier nur kurz berühret werden, um die Aufmerkſam⸗ 
fit auf den legten Zweck des Unternehmens zu leiten. 

Wenn ed anerkannt Ift, daß jeber fittliche Menfch 
zur Erfüllung feined Berufes, und ein Jeder, dem das 
rechte Thun In etwas gelingen fol, das Maaß feiner 
Kräfte im Bewußtfeyn tragen und das außer Ipım Ges 
gebne oder feine Umgebungen, wie fein Verhaͤltniß gu 
benfelben, feunen muß: fo iſt es Flar, daß auch jeder 
menfchliche Verein, jedes Volk feiner eignen Innern und 
äußern Kräfte, wie derjenigen ber Nachbaren, und fels 
ner Stellung zu allen von außen herein wirkenden Vers 
bältniffen inne werden folte, um fein wahres Ziel nicht 
zu verfehlen. 

Das blinde Streben und das bewußtloſe Wohlen ges 
ben dem Menfchen bei aller Spannung und Thaͤtigkeit 
nicht diejenige Kraft, welche zum rechten Senn und Thun 
führt; ed muß das enengjckeltere Streben, das bewußt, 
vollere, ber Kraft entſprechende Wollen feyn, weiches, 
wo Klarheit fi zur Wahrheit geſellt, in ſchoͤnen und 
sroßen, denfwürdigen Thaten bervortritt, die der Ewig⸗ 
keit angehören. Nicht Die verwirrte ieartigtel sügeb 


2 Einleitung. 


fofer Sewalten, fondern die Anfchauung von dem Maaß 
und dem Gefeg in der unendlichen Fuͤlle und Kraft iſt es, 
was uns auch fehon in der finnlichen Natur mit ber Ah⸗ 
nung des göttlichen unwiderſtehlich durchſchauert. 

Aber der rechte Wille des Menfchen und die Erfeunts 
niß des feiner eigenthuͤmlichen Kraft entfprechenden in 
dem außer ihm Gegebenen, fo twie die gegenfeitige Durch⸗ 
dringung und Steigerung von beiden, biefe gehen nur 
aus dem ernſten Ringen nach der tiefern Erfenntniß des 
eignen Selbſt hervor, und aus der Betrachtung bes 
Menfdylichen und alles beffen, was in der Geſchichte der 
Menſchheit fich offenbart bat. 

Wie nun jeder einzelne Menfch vermoͤge feiner eige⸗ 
nen Weiſe nicht jeglichen Unternehmen gewachſen und zu 
jebem berufen iſt: eben jo wenig jedwedes Volk zur Er⸗ 
reichung jedes Zieled Im bunten Kranze des Ruhms und 
bes Gluͤcks. Es gehört zum Eharacteriflifchen der menfch» 
lien Natur, daß jedem einzelnen Menfchen eine nur ihm 
angehoͤrige Eigenthumlichkeit einwohnt, durch deren Ent» 
widelung er zu einem Vollkommnern wird, und fo und 
nicht anders wiederholt ih dieß in jedem Wolfe. In der 
vollendeten Ausbildung biefer Eigenthuͤmlichkeit llegt die 
fittlihe und mit Ihe jede andere Größe des Menfchen, - 
wie die Volksthuͤmlichkeit und Nationalgroͤße der Voͤller. 
Sie erwärmt und erleuchtet die Gegenwart, wie die Zu⸗ 
kunft, nicht nach ihrer zeitlichen und räumlichen, fondern 
nad) ihrer geifligen Größe, und wirft ihre glänzenden 
Strahlen weichin durch daB ganze Gebiet des gegenwaͤr⸗ 
tigen Voͤlkerlebens und bee kommenden Befchichte, — 

Eigenthuͤmlichkeit gehört aber nicht zu demjenigen, 
was das Volk fich felbft geben fann, fo wenlg, twie der 
einzelne Menfch es vermag; beide koͤnnen nur die Selbſt⸗ 
ſtaͤndigkeit einer ſolchen Eigenthümlichkeit bewahren. 

ie ſelbſt aber gebt von einer hoͤhern Macht aus, als bie 
bed verfhwinbenden Menfchen iſt. Nur In feiner Macht, 
und mehr noch In feinem Berufe liegt es, fich Ihrer bes 
wußt zu werden im Leben; demn ohne biefes Bewußtfeyn . 
kann ihm fein Thun nicht gelingen, 

Die Eigenthüimlichkeie des Volks kann nur aus feinem : 
Weſen erkannt werden, aus ſeinem Verhaͤltniß zu fich felbR, 
ir feinen Slledern, zu feinen Umgebungen, unb weil fein 

olf ohne Staat und Vaterland gedacht werben fann, aus 
ſeinem aͤltuiß zu beiden, und aus dem Verhaͤltnig von. 
beiden zu Nachbars Ländern und Rachbar⸗ Staaten, 





Einleitung. 8 


Hier zeigt fd) der Einfluß, den die Natur auf die 
Boͤller, und in einem noch welt hoͤhern Grade, als auf 
ben einzelnen Menſchen ausüben muß, weil gleichſam 
bir Maffen auf Maſſen wirken, und die Derfänlihfek 
des Volkes Über die des Menſchen hervorragt. 

Diefer Einfluß iſt anerfaunt und von jeher ein wich⸗ 
tiger Segenſtand der Unterfuchung für Volker⸗, Staates 
und Menfchen s Sefchichte geweſen; auch in unfern Tagen 
iR er laut zur Sprache gekommen. | 

Es wirkt aber die Natur Äberal nur allmaͤhlig, 
und mehr noch Im Verborgenen, als am ;hellen Tage. 
Das Saamenkorn keimt unter der Erde, und in ber vers 
hidren Kuospe if ſchon wieder die Schöpfung eines 
zeaen Geſchlechts vorbereitet. So find ihre Verhältuiffe 
und Einwirfungen äberall tiefer, als fie erfcheinen, eins 
füher,, als ſie in der erfien Mannichfaltigfeit ausfehe, 
und sum Erftaunen weit fih verbreitend und folgenreich. 
FH die ſtile Gewalt, bie fie ausäbt, bedarf einer gleich 

en Seele , In die ihre Erfcheinungen eingehen, um in 
ihter Sefegmäßigfeit ungeſtoͤrt bis zum Mittelpuncte zu 


en. 
Es bebarf, um eine aͤhnlich gebildete Seele zu bes 
ifen, oft nur eine dußern Seichene, des rechten 
lies, des innigen Worte, weil dad Gleiche das 
Gleiche verſteht. Aber die Natur fteht dem Menfchen jetzt 
wenigſtens nicht mehr fo nahe; fie iſt ihm ein eb lmalde 
volles Weſen geworben, und nur im großen Zufammens 
wirken ihrer Eräfee, im Zufammenbange ihrer Erfchels 
nungen, will fie betrachtet feyn. Dann erft wirft fle und 
ſtrahlt fie Licht und Leben aus auf alle Wege, welche der 
menſchliche Eifer zu betreten wagt; ja ihr Glan; wird 
dann ein biendendes Geflirne, deffen ganze Fuͤlle cr doch 
nicht auftufaffen vermag. Daun belt fie alle Verbälts 
alſſe der Schöpfung, die wir beliebte und unbelebte Natur 
nenuen pflegen, auf, gibt über alled, worüber wie 
he befragen, die erften Aufichlüffe und vor allem auch 

über ben Menfchen. 
Sollte es ſich nicht der Mühe verlohnen, um bee 
Geſchichte des Menfchen und der Völker willen, auch 
[ von einer minder beachteten Seite, von dem 
Sefamtfchauplage ihrer Thätigfeit aus, der Erbe, im 
Ihrem wefentlihen Verhälmiß zum Menſchen, nämlich 
der Dberfläche der Erde, das Bild und Leben der Natur 
ig ihrem ganzen Zufammenbang fo Fo und beſtimmt 

2 


. 


4 Einleitung. 


ald Kräfte es vermögen, aufsufaffen, und den Bang ihrer 
einfachften und am allgemeinften verbreiteten geographi⸗ 
ſchen Gefege In den flehenden, bewegten und belebten 
Bildungen gu verfolgen. 

. Bon dem Menſchen unabhängig If bie Erde, auch 
ohne ihn. und vor ihm, ber Schauplag der Raturs 
begebenheiten; von Ihm kann bad Gefeß ihrer. Silduns 
gen nicht außgehen. In einer Wiſſenſchaft der Erbe 
muß dieſe felbft un ihre Geſetze befragt werden. Die 
von der Natur auf ihr errichteten Denfmale und. ihte 

ieroglyphenſchrift, müffen betrachtet, befchrieben nie 

onfteuction entsiffere werden. Ihre Oberflächen, ihre 
Ziefen, ihre Höhen müflen gemeflen, ihre Formen nad) 
ihren mwefentlichen Eharacteren geordnet, und bie Beobach⸗ 
ter aller Zeiten und Völker, ja bie Völker ſelbſt muͤſſen 
in dem, was fie ihnen verfündigte, und in dem, was 
durch fie von Ihnen bekannt wurde, gehört und verſtan⸗ 

n werden. Die daraus bervorgehenden oder Fängft 
con überlieferten Tharfachen, .müflen in ihrer oft ſchon 
wieder zurücgedrängten und vergefienen Menge, Mans 
nichfaltigkeit und Einheit zu einem überfhaulichen Gans 
zen georbnet werben. “ u 

Dann träte aus jedem einzelnen Gliede, aus jeder 
Relhe von ſelbſt das Nefultat hervor, deſſen Wahrheit 
Ach in den localifirten Naturbegebengeiten und ale Wie⸗ 
Derfchein in dem Leben derjenigen Völker bewährte, deren 
Daſeyn und Eigenthünlichkelt mit dieſer oder jener Reihe 
der Baracterifilfähen Erbblldung sufammenfält. Dein 
dureh eine höhere Drdnun beit, treten die Voͤlker 
wie die Menfchen zugleich, unter dem Einfluß einer. 
Thaͤtigkelt ber Natur und der Wernunft hervor. aus 
dem geiftigen wie aus den phyſiſchen Elemente, In ben. 
alles verfhlingenden Kreis des Weltlebens. Geſtaltet 
ſich doch jeder Organismus dem Innern Zufammenhange 
und dem dußern Umfange nach, und thut ſich Fund in 
dem Seſetz und In derjenigen Form, die fih gegenfeltig 
Debingen und fieigern, ba nirgends In ihm ein Zufall 

a e 0 
Nicht nur in dem beſchraͤnkten Thelle des Thales, 
ober bed Gebirges, ober eines Volkes und eines 
Staates, ſondern in allen Flaͤchen und Hoͤhen, unter 
allen Voͤlkern und Staaten greifen dieſe gegenſeltigen 
Bedingungen in ihre Geſchichten ein, von ihrer Wlege 
bis auf unfse Zeit. Sie Reben alle unter demſelben Eins 





J 8 u — * J 8 


Matur, und wenn auch nur em einen 
aber dem andern Pun: - Bier ſich Wh ſcheint 
oder wochen ward: fo iſt ed doc Kr fo der 
daß dieſer überall und in allen Zeiten tiefer Im‘ 
genen wirfte, gleichwie der einſt unbefannte © 
einer Höher Welt, der doch auch vordem ſchon —* 


war. 
Bie man dieſen an nur in feinen 
erfannte und v e, ohne daß Ibn Pr * 
Auge erxblickt hatte, fo loͤſet ſich auch wohl 
nody der Widerſtreit rauen jetfpaltener 
Ratprträfte, der ihre Einbeit für — Blck einſtwellen 
terbälende Mebel verſchwinder, und dieſe tritt In den 
menfhlicher Weisheit. 
diefem Glauben — jedes Streben nach Ueber⸗ 
fätiber Naturmwirfungen in ihrem Zufannmenhange, wie 
es auch Aa mag, 9, Dein ee “ dem DS 
mird, erfpeie‘ ſeyn, um! 
N Anh en Verfuch, wie ed gegenwärs 
tige, von den Zeitgenoffen mit Liebe aufgenommen ters 
den, —3— fein Inhalt erſt lebendig gemacht wird. 
Richt die Sachẽe des einzelnen Menfchen tft es eine 
Bi aufgabe in in, deren Ru 3 —X 
tiefere urch fei 
** ® für das Wohl des nachfolgenden Bes 
; abg| Mur am Defe MC) anjafhliegen, ber 
mag er mit der ihm verlichenen Kraft, und im Gange 
teuer, bifforiher Entwicklung der Eis des Seſeteß 
in ee Eefetunnge gen m nadyufpären: 
Balm̃e en 
ie fe feld —— 
ar. 


tiefgreifender Seelenktaft und er 
Verwicklung der —— 


Seſens, oder u. eihen Volkes, ober der Voͤlterver⸗ 
eine, im Stande waren, bie menfchliche Natur in ihren 
bewußtiofen Sie, Hi6_yu ühren fdytwindelnden Höhen iq 
ihren Thaten zu Beil und barzuftelen, und durch 
Ba ER don be eigentlichen — 
mug der größten nat m un 
Rerlipen —— fr alle — der Erde zu unferslichen 


—X einſt die Zeit in weicher 
Naturen, — ie em he Scharfblick 


8 


Mi 


H 





nn 
‘ 


6 Einleitung. 


gleich die natärliche wie die Attliche Welt umfpannten, 
und aus ber Totalität ihrer welthiſtoriſchen Begebenpels 
ten, im Stande wären, von bem Verhaͤltniſſe Aller mit - 
gleichunträglichee Sicherheit, wie jene hinauf fo herab 
zu felgen, aus diefem allgemeinen Gegebenen, ben ſelbſt 
zu fegenden, uothioenbigen Entwidelungsgang jedes eins 
zelnen Volks auf der beflimmten Erdſtelle vorbei 
fen, welcher genommen werben mäßte, um bie Woßls . 
fahrt zu erreihen, die jedem treuen Volke von dem 
ewig gerechten Schickſale zugetheilt if. 
Unm einem fo vielfach nachgeſtrebten und wahrhaft 
großen Ziele, der hoͤchſten Aufgabe ber Staatsweishele, 
das in feiner ganzen Größe nur in ben Gefängen ber 
Prophbeten mit dem begeifterten Blick in die Natur unb 
in die Gefchichten aus einer dunkeln Vormelt zu un® 
' Gerüberleudhtet, um einem folchen verlornen Siele uns 
wieder anzundbern, kann eine ber Vorbereitungen im 
Gebiete der Wiffenfchaften auch diefer Weg ſeyn, twelcher 
bier mit feinen Refultaten vor Yugen gelegt wirb. 
3Wwar anfange, wie es fcheint, weit umherſchwei⸗ 
fend, führt er doch von derjenigen Stelle, von welcher 
er ausgeht, menfchlicher Weife gu fprechen, ziemlich ges 
zade in die Richtung feined Geſichts punctes, und wen 
auch wicht bier bis zum legten Ziele, fo ſcheinen bie 
Ausſichten und Erkenntniſſe, die bei bem Sortfchritte auf 
ihn gewonnen werben koͤnnen, nicht unerheblich zu ſeyn. 
Dhne in das endlofe jeder einzelnen Erfahrung a jultren, 
gabe er nur ſchrittweis von fpecieller zu fpecieller Er⸗ 
abrung, und wird fo ſelbſt zur Eurve, bie das alges 
meine Geſetz ausfpriche, durch weiches bie Mannichfal⸗ 
tigkelt ber Erfahrung oder ded Materiellen beberrfche, 
und für den hoͤhern Zweck gehandhabt werden kaun. 
Aber nicht nur dad allgemeine Befeg einer, fonbern 
aller mwefentlihen Formen, unter denen bie Natur im 
Sroͤßten auf der Oberfläche bes Erbballd, wie im Kleins 
‚Ken jeder einzelnen Stelle berfelben erſcheint, follte Ges 
genftand der Unterfuchung auf biefem Wege fepn: denn 
aur aus dem Verein der allgemeinen Gefege aller Grund⸗ 
und Haupt Typen der unbelebten, wie der belebten Erb» 
oberfläche, kann die Harmonte der ganzen, vollen Welt 
der Erfcheinungen aufgefaßt werben. 
Unb wenn die Idee des ganzen Menfchengefchlechs 
Se6 durchaus ohne ben Erbball gar nicht gedacht wer⸗ 
den kann: fo Können auch der einzelne Menſch, ja das 


Fielsitung. g- 
von den Erde nach weit en ; 
ge an die Laubeönatur Staat, ai 
Yumulsfegn der vediten € iu ihr nie zum vollen 
Der mit andern Worten, nur bieler Ein! jrols 
‚füen. und Baterland, zwiſchen Stellung des Staats, 
tie zum Menfenleben, oder zur Phyfik und 
bat eben von ber einen Seite her In der ie 


Der Wöltee und Graaten Dedlnge 
— a ae aand nee 
2 ifhen Entoilung. der Bölfer ders 


jan! ung fer 
berguilit, da muß, wie In unfrer Gegenwart, dad Geſet 
* 6 


— 
iR 
7 

ẽ 


ss Einleitung. 


Plan des Werts, 


Jebe Betrachtung über den Menſchen und über 
Natur fährt uns von dem Einzelnen zu feinem ! 
haͤltniſſe mit dem Bangen, von dem ſcheinbar Zufäll 
zu dem wefentlich Gefegmäßigen. Aus dem Einze 
gehe die volle Erfenntniß des Ganzen nicht hervor, m 
nicht auch Diefes äugleich erkannt iſt. Wie durch 
Sanze erſt der Theil gebilbet wird, fo loͤſet ſich auc 
der Betrachtung durch das Geſetz erft dad Befondere 
‚und wird zum Einzelnen oder zum Individuum. 
So' konnte auch erſt auß dem Begriff des Son 
Syſtems ber cosmifche Lauf der Erde, und erſt 
dem Begriff der Erde als Planet und als Kugel, 
Anordnung ihrer Thelle und beren ;gegenfeitiges ° 
bältniß verflanden werden. 

Wo eine ſolche Einheit Im Begriff ih zur Klaı 
Im Bewußtſeyn erhebt, ba gebt aus Ihr die Drbı 
Im Mannichfaltigen hervor; wo hingegen nur ein € 
ben darnach vorhanden iſt, oder nur vorhanden 
kann, da ſteht auch die Anordnung des Mannichfalt 
noch unter der Beſtimmung des Unbeflimmten auf 
Stufe der Unvollendung da, 

So führte die Feſiſtellung des Gleichgewichts 
angiebenden und abfloßenden Kräfte des Erbballd in 
Richtung ber Erbare eine foldye Naturordnung in B 
bung auf ben Norden und Süden der Erde ein, 
fih bald auch mathematifch begrenzen ließ, und in 
Gegenfägen von beiden zur Anerkennung eines Ge 
fages aller irdiſchen Thätigkeiten in ber leblofen und 
lebten Natur hinleitete. Es ſchlen diefer Einfluß | 
feiner Ausgleichung cdharacteriftifch, und überall ber 
zutreten, doch übertviegender Immer auf der rein ı 
fifhen Seite und auf den niedern Stufen ber Entw 
lungen, dagegen mehr zuruͤcktretend doch Immer 
und Ääderal maltend auch in dem, was gelfliges £ 
bat auf Erden. 

In der andern Richtung nach Dften und Weſten 
fehen wir noch nicht, daß biefe Erdkraͤfte gu derſe 
Art der Ausgleihung, oder Feſtſtellung im Phyſiſ 
noch nicht zu einem ruhenden Dften und Welten gel 









. using, “ & ’g 
» Dabiumwärtd fielen fie mach mehe Im Zauſtand 
⸗ im siehe da 







: ai 
Cy" Eichen, pe 


hepunct. * 
des perliobiſchen Wechſelns 

me, ba — ber täglichen Cr ab 
w eich les Andere, * 

et minder Erden‘ und vergeht. Nm I 46 

De sa bes Südens und 9* 


berwiegender vorherrſcht auf 
*8* men © are 
—— teen. 


ine ale. 8 v 2 
a 


e waltend, jumal in Den und © t-erflareten 
u der Br “ er | 
weil hler fein Veharrliches im Kane, wie 
derden und nd üben, und ein Immer Werdendes fich 
‚in deſſen Entwidelungspeog eß, wie es der Drient 
been fcheiut, das —— — ſelbſt mit be⸗ 
m war, eben darum koͤnnte und möchte auch bier 

ein nach Zeitverhältniffen und Umfänden immer 
vernber und wechſelnder Segenſatz im Orient und 
vent auftreten. 

find wir nicht gu ber Erkenntniß gelangkı ob 

m im Wechſel erſcheinenden, dennoch nicht ſchon in 
ſtſchen Welt, obwohl und unfichtbar, der Uns 
Beharrlichen zum Grunde gelegt if, hefien 
een Unmfang etwa bie beiden großen Landveften. auf 
mi Erbhalben bezeichnen möchten, und beflen vor⸗ 
ende Naturthätigkeit wir dann im. Afiatifchen 
ent gu fuchen haben wärden, von dem die frühere und 
Arie Entwidelung des Erdenlebens ausgegangen zu 


























en aber die Auffindung ber Nenen Welt auf 
Weſthalbe der Erbe, dem alten Continent, das ſich 
er im den Oſten und Weſten geſchieden Hatte, feinen 
zen. Begenfag auf dem Erdganzen kund that, ſeit⸗ 
mußte das menſchliche Streben eine. ganz veränderte 
ung sach Totalitäe des Erkennens —3*— ‚was 

ve von nun an auch in die wiſſenſchaftliche Betrach⸗ 

des Erdganzen übergeben fonnte 


20 Einle itung. 


Wenn freilich auch die phufifhe Welt vom Anfang 
an Immer ſchon als ein Ganzes beflanden hatte, das im 
eines geroiffen wechfelfeitigen Spannung ber Kräfte wis 
ſchen einem Norden und Süden, einem Oſten und 
en, fein Dafeyn gefunden: fo konnte fie doch nun erſt 
von bem Menichen als ſolches aufgefaße werden. Nun 
erſt konnte auch im Gegenfag der Treuen Welt im es 
fien, die Alte im Dften In ihrem gegenfeltigen Verbälts 
'niffe, und wiederum jebe in ihrem .eigenthümlichen bes 
griffen werben. , ” 
.Sdoo ſtellten ich nun dem überfchauenden Blicke balb 
bie großen Erdtheile als fo viele von der Natur mehe 
oder minder gefonderte Ganze dar, die wir hier als bie 
geoden Individuen der. Erbe im allgemeinen betrachten 
ürfen. Unſer Blick wird aber mie Recht zuerſt auf bie 
Alte Welt gerichtet ſeyn. | 
Da gebt In Dfien bie Sonne auf und befchreibe im 
Söniglichen Laufe den ſtrahlenden Bogen durch den Mit⸗ 
tag bis zum fernen Weſten, und fo bezeichnet bier vom 
Sinfang an fchon diefe große coßmifche Verhältnig, vom 
ber Sonne, dem Quell alles irdifchen Lebens, aus bes 
trachtet, die erfie Nratureinthellung der Erdoberfläche, 


Dort Afien der Erdtheil, beffen twefentlicher Cha⸗ 


ui dm m Wi Mr ER BEE 28 2» 22 oma om m 


— m A u 


racter in dem Namen des Orients im weiteſten Siune 


ausgefprochen if; Hier In Europa fein Gegenfag, In Dem 
Occident, dee burd) alle Theile der Bratur wie ber Ges 
ſchichte, durch alle Zeiten hindurch characterifiifch bes 
zeichnet if, wenn auch für beide In der weitern Betrachs 
tung ein SYnelnandergreifen als eine untergeordnete obs 
wohl immer bedeutende Abtheilung Ach nachweiſen laffen 
wird. Nichte nur diefe Länder und ihr -Himmel, ihre 
Gewaͤchſe und ihre Thiere fagen dieſes; auch die Stim⸗ 
men ader Voͤlker druͤcken es im Bang ihrer Eultues es 
ſchichte, in ihren Gefängen, Meligionen, Philoſophien, 
Sprachen aus. | 
Sehr wahr, fagt ein game Mann: „Die 
orientaliſchen und occidentalifhen Völker ind von einans 
der abgewendet, jene mit dem Antlig gegen ben Aufs 
gang, gegen Morgen, diefe mit dem Autlig gegen ben 
tedergang gegen Abend ; jene den unvergänglichen Gig 
uralter Vergangenheit treu bewahrenb, diefe durch bes 
Rändigen Wechlel aller Kormen des Daſeyns eine bes 
dentungenolle Zukunft. ſuchend. 





Einleitung. - 11 


Aber zreiſchen Beiden, auf der Sübfelte, dem hels 
Iisag ‚hugebedkt, liegt Afrika, der Sudan (f. uns 
die Erflärung dieſes Wortes, ı Buch $. 29. Anm. 3.) 
Erde, Über welchem die Sonne gielchmaͤßig vom 

sum Ende des Jahres binfchwebt, ohne fo 
cherrſchend mie jenen wechfelnden Wundern bed Abends 
enlandes, ohne mit der überwiegend ſich eins 
iderfireitenden Mannichfaltigfeit der Jahres⸗ 
vom Srähling zum Winter, one das contraftis 
Steigen unb nten aus Vergangenheit in die 
ıtanft, weder bie Natur in erfüllen, noch bie menſch⸗ 
de Dhentafte auf diefe Welfe, durch die Wirkung ber 
tm der Natur und im Menfchen, zur Ahnung 
feit und einer hoͤhern Welt aufjuregen und zu 

Wenn bei uns fon der freundliche Morgen: und 
kenn: Gruß jedem einzelnen, auch dem ermübdetfien 
ebenöpilger ein Dergensbebürfniß IR, das um bie gleich» 
Iemige, boffunugsarıne Mittagsftunde ſchon jeden Tag 
deder verfchwindet, fo fcheinen aus ähnlichem Grunde . 
Be Bölfer des Sudans, in dem ruhigen Befige des hel⸗ 
a Mittags, nur an die Gegenwart gefeffelt zu feyn, die 
ige Sage bed grauen Altertbums verfchönert, feine 
sorge für bie Zukunft quält, und feine Hoffnung für fie 
nf deu Zlügeln der Phantafle in die Unendlichkeit trägt. 

Dort aber, wo kein täglicher Aufs und Wiedergang 
t, wo uiche, wie da im Süden, ein heller, warmer 
Rittag in bebaglihe Ruhe verfenft, oder die Hige zur 
rennenden Leidenſchaft aufregt, dort lagert fidh unter 
ms Polarfkern rund um den eifligen Pol in weiter, flas 
ver, vielfach durchſchnittener Scheibe der Norden der 
de an, und erinnert an bag Gebiet der Nacht, die mit 
Bem ihren Dunkel wie mit Ihrem Slanze bier bie Welt 
sie Die Phantafie des Menfchen fuͤllt und ſchmuͤckt. Hier 
tuindet gleihfam der Tag mit feinem begleiten, 
en bunten Gefolge ganz, und erfcheint nur auf eine Zeits 
wg ald das größte Meteor ber langen Nacht. 

Auf ähnliche Art wiederholt fid) daſſelbe cosmifche 
jefeg auf der Wefhälfte des Erdballs, im weiten oceas 
iſchen Gebiete der Neuen Welt, num doch wieder ganz 
nders gefaltet; weil dort die Atmofphäre — aus welcher 
ker auf unfrer Dfi» Halbe der Erde, der Eontinentalen, 
negen ihrer größern Trockenheit bie fchärffie Characteri⸗ 
BE bervorgeben mußte — über dem weisern Gebiete ber 





? 










a 


12 Einleitung. 


Oceane ſchwebend auch mehr mie Wafferthellen, twenigs | 
ftend zunächfl an ber Erdrinde gefchwängert if. Daß ? 
Waſſer als Element auf der Erde verwifcht aber überall ' 
die Indlvidualitaͤt, und fo treten dort ſchon im Ganzen 
der Erdformen, nicht nur minder fharfe, fondern au 
weniger Gegenfäge hervor, und die ganze Maffe dei 
Continents fällt dort mehr in eine uniforme Gruppe zus . 
fanınen. Deren Wefen kann jeboch nur erſt fpäter gut : 
dem Gegenfage mit ber Alten Welt vollkommen klar u 
den, weil diefe fo fruͤh und k gewaltig mit ihrer geſchaf⸗ 
fenen Cultur in das Getriebe der Natur dort, . theiis ? 


hemmend, theild befchleunigend eingegriffen hat. : 
ndem wir nun mit ber Betrachtung der Indlvibua⸗ y 


J 
litaͤt dieſer Erdtheile, oder der Aufſuchung ihrer Gruud⸗ 
geſtaltung beginnen, und zu ihrer eben dadurch von der h 
Natur felbft ausgelprochenen Stellung zur Welt forte h 
fhreiten, ‘wird ed dem Gange ber natärlihfien Entfals „ 
tung mannichfacher Verhaͤltniſſe am gemäßeften ſeyn, H 
von dem .einförmigern zum vielfachern überzugeben. ' 
. Durch diefen Bang fällt In der Natur, zuweilen felb 
‚in ihre verborgenften Labyrinthe, dem Forfcher ein ers 
leuchtender Lichtfrapl. | 

Wie in der Betrachtung ber unorganifchen Natur 
erſt das Weſen ber Central⸗Attraction ale das einfachere 
im Gegenſatz der Polariſchen, der Aggregatzuſtand im 
Gegenſatz dee chemiſchen Verwandtſchaft von den Meis 
ftern verfolgt worden; wie in der Vegetationswelt bie 
Unterfuchung crpptogamifcher Bildungen, In der Thier⸗ 
. welt die ber Polypen, und anderer noch einfacherer Des 
sanlfationen der Entwicfelung mehr sufammengefegter, 
in dem Lebendproceffe dad Weſen einfacherer Thätigkels 
ten zur Aufbellung verwidelterer, belehrend vorange⸗ 
fchricten: fo fann auch Hier in dem Selbe, der durd) bie 
außere Sorm bedingten Erdbefchreibung, bie einfachfie 
ber zufammengefegteren vorangehen. 


Da nun in Afrifa, als feſte Form, dem Continente 
(zar' £5oyyv), Indem Sudan der Erde, welcher im gleiche 
förmigen Mittage liegt, "auch gleichermaßen In der Küs 
ftenbegrenzung die einfachſte Form liegt, wie in der 
‚gleihmäßigen Vertheilung des Hoch» und Platt » Landes 
und in der geringern Ungleichartigkeit ihrer Dherflächen, 
und darum auch, nach allen übrigen Richtungen bin, 
diefelbe Einfsrmigfeit In der Natur, in der Pflanzen, | 


— — Bi TE LT EU te — 





vxi⸗ ſeſten — te we erdehe lie 


v IE di ei 
Beten 


nen 
et > — Europa, dann bie. gen Erdeheile 
Bon dem zufanmienhängenden Erdgangen gehen 
Eu, and uma'son dem jochlande, das von außen - 
eine Ruine der Urwelt, im Innern gefälofr 
aa jedes 
—— den ungen Eeorbee finen 
t, und bem aan eht feinen 
ee Ulf ER oe 
zmfer nur mit {fr ——— verfehen, und 
mit fofen Fern herſtreut. Die Ströme der Erde 
in Iren Syſtemen und Hauptiwafierzägen lelten und 
von ihnen Burd) große Mittelftufen, die durch Catas 


' zacten, Stromfchnellen und Flußengen auf das beſtimm⸗ 


| 


über die ganze Erdfläche begrenzt und von der Nas 
und —— gleichb eguͤnſiigt find, herab zu den Stade 
Diefe. — in weiten Erſtreck en als Die 
Bermittlee ber di —** Dee, In anne 
faltigen aisdöehaumen. und fenkungen un 
,, auf eine‘ jeder Grundform eigenthämliche: - 
‚ birch Ketten und Gruppen bald von Geöirges 
"dem — Bee Eontinents, bald durch 
, Saudbänfe, benachbarte Anfeltetten und- 
mehr der Herrſchaft des Deean unterthau:: 
So 5* aus Biefen drei Hauptformen und 
€: die mit der Ängfllichfen Senauig⸗ 
ia Ühren' horigontalen und perpenbiculairen Dimeũ⸗ 
sote in ihren characı feeirenden ——ã— auf 
deſtinmceſte zu begrengen ni verfolgen ſind, die 
Yamptgeflalten ber Bir Erbepee i 
Deren Bertätiife und samen, © wie fie 8 38 
anr Anfyanung In ım6 4 " 
im, bad päcafie WOedirfalß. ron, Parma. mi" wu uns. 


583 


5 


Hl 


Ai 


 — | 


24 ° Einleitung. " 
als das Gubſttat der ganzen belebten Schöpfung vers 
gegentodetigen wollen. 


Eben darum werden fle hier in dieſer Meihe nicht 
Bloß vorgeführt in ihrer Außern geographifchen Begren⸗ 
ung, deren Kenntnig, als durch viele trefliche Vorar⸗ 
elten erörtert, voraußgefeht wird, fonberm In ihrer has 
ratteriſtiſchen Stelung zum Erdgangen, das If jur hun 
tur und zur Menſchengeſchichte. Yalım ereteh fie ie 
dieſer — als der Sudan der Erde, als das 
genland, als das Abendland, als der Rorden der Erde 
als die Neue Welt auf, mit deren Entdeckung bie ganye 
te Welt gleichfam wiederum ein Orient für biefe® 
neue Abendland geworben iſt. 
Wenn unter bem Sudan ber Libyer und erh 
Beut zu Tage nur die eine größere Hälfte von dem 
Be, den a mtr jest Aftika nennen, verfanden wird: fe 
If es doc) gerade diejenige, welche in der Geſchichte bee 
Se und ber Mepfchencultur die überwiegende Hälfte 
6 großen Erd + Zadivlduums ausmacht, vun melden 
hie gehandelt wird; und eben fo —X It es Ach mit ben 
Brenn Benennungen ber en grbeßeile, 
fintießt ſich das Eharacterificende der geogras 
tur unmittelbar an das Weſentliche [7% 8 
mins Natur diefer Erbtheile an, und beide fallen 
darum als Einheit (mie fich in be dem Erfol 
Fri m nie) und nicht als Zufall In dem Schaup! - 
der Alten Welt auf einem und —2 


Det Rame der Alten Melt Im eleatiäßen Cine 
aut nur au — — — 
mit Recht an, — * 


u m 





Einfeitung. 15 


mer auch biefeß Bald als ber Alten Welt rein angebös 
tig betrachtete, im Gegenufag ber zu gleicher Zeit nen 
aufgefundenen aber auch äußerlich burch Meere von der 
Alten abgetrenntn Neuen Welt. 

Da aber Meere nicht felten welt genauer die Erb⸗ 
räume verbinden als Landſtrecken: fo wird fidy auch dar⸗ 
aus im Verlaufe ber Unterſuchung ergeben, wie aus ber 
reinen Bedingung durch die Natur ber Begriff der Neuen 
Welt bald verengert, bald erweitert auch in bie Alte 
Belt eingreift, und bieſe dagegen, wo die Natur ihr die 
Stelle nur bereitete, auch in die Neue Welt ſchon übers: 
geſchritten iſt ober doch Ubersufchreiten fchelnt. 

Es wird alfo der Schluß dieſes erften Theiles bee 

en Arbeit, nach einer Eharacterifirung jedes 
Erdtheiles durch feine wefentlihen Brundformen und 
ihre Einwirkungen anf Natur und Gefcyichte, die Coms 
binatioenen und Wechfelverfälmifie, die aus der Welts 
Relung ſich ergeben, in kurzen, beſtimmten Umeifien 
jür Ueberficht ber unendlichen Manntchfaltigfeit und des 
großen Sanzen aufsuftellen haben. 


weiter Theil, 
Die flüffigen Formen oder die Elemente, 


Die (Harfe Individualifirung ber Naturgegenſtaͤnde 
verſchwindet in dieſem zweiten Theile zwar nicht gang, 
aber e8 treten dagegen in deſto allgemeinern Berhälts 
uiffen die Formen der fläffigen Elemente auf. 

Diefe Benennung Ift hier, Im Felde räumlicher Thaͤ⸗ 
tigfeiten, nicht Im wiſſenſchaftlichen Chemiſchen, ſondern 
im Sinne des gemeinen Lebens, oder, wenn man lieber 
wil, der diteen Sprachweiſe genommen, den ber Natur⸗ 
blid gelehrt ober aufgefaßt hat. Ju den flüffigen, wan⸗ 
delnden, verallgemeinernden Formen Ihrer Elemente, wols 
ten die Kiteften Phyſiker freilich wohl nur die Repraͤ⸗ 
fentauten der Wirfungsart der Naturfräfte aufftellen, 
wir aber betrachten fie bier felbft in Ihrer characterifls 
renden, einförmigen Verbreitung, und In Ihrer Werfchäs 
tigfete, wie fie als Wafler, Luft und Wärme oder Feuer, 
auf minder (bar begrenzte Gebiete der Erdoberfläche 
ungeiw 


l . 
Sie wirken nach den mechanifchen Geſetzen der Ex⸗ 
panfton, des Stoßes, ber Gravitation in uranfänglicher 
Weite fors und fort, unb find als bie Immer nachgiebig 


16 u ‚Einleitung. 


erfcheinenden, tanfenbarmigen, bandfertigen, unermüber 
gefbäftigen Träger und Beweger in ber. Haushaltun 
der Natur zu betrachten, welche bie Tiefe der Erde 

ber Oberfläche, uno ihre Dberfläche mit der Himmels⸗ 
böhe; den Süden mit dem Norden, den Oſten mit dem 
Meſten befreunden, und bie ernſte Scheidung der ſcharf⸗ 
begrenzten Erdtheile durch ihre Zwiſcheuſprache zur 
Weltgeſelligkeit hinkehren. 

Sie find das Waſſer in den Oceanen, Meeren, in 
den Strömen und Luͤften; die Luft als allgemeine Erd⸗ 
halle oder Atmofphäre, wie aud) als der von der Erbs 
und Meeres Oberfläche insbeſondere modificirte Thell 
derfelden, wo fie mit ihr in Berührung und Wechſel⸗ 
wirkung tritt, die Werffiätte bed Clima. Zu ihnen ges, 
bört drittens das Feuer im Schooße der, Erde, das im⸗ 
mer lebendig und fein eignes Weſen von Geſchlecht zu 
Goſchlechte fortpflangend, in feinen Wegen, zunähf uns 
ter der Erdrinde geheimnißvoll fortgräbt, aber In ihnen 
aur faum noch belauert werben faun, ba es hingegen 
Bei dem Hervortreten feiner eignen oder feiner Diener 
Gewalt durch Erfchätterungen und Auswuͤrfe nur gu oft 
zugleich Verderben und den Tod bringt. 

Ale drei in unaufhoͤrlicher Bewegung, in feheinbas 
rer Regellofigfele den Erdball umfrelfend, und doc) durch 
die größte Sefegmäßigfelt bei aller Freiheit in den wuns 
derbarften Schranken gehalten, koͤnnen jebed nur In ih⸗ 

rem großen Erbjufammenhange betrachtet werben. 
Dann nur koͤnnten bie beſtimmteſten Bahnen Ihres 
nur ſcheiubar ſchwankenden oder zufälligen Laufes vers 
folgt, und Ihre ununterbrochene Einwirkung auf bie uns 
beliebte und lebendige Natur aufgefaßt werden. 

Dieeſes flile, ftetige, oft unfichtbare und geheimnißs 
volle Wirken der Elemente iſt ohne Vergleich tief eins. 
greifender in alle Wefen, und ein nothwendigerer und 
mürbigerer Gegenfland ber Naturbetrachtung in Gros. 
Ben, als die gleichſam leidenſchaftlichen und ſeltnern 
Momente ihres furchtbaren Todens bei aufgehobenem 
Gleichgewicht, die allerding® in bee Gegenwart erfchüts. 
gern und in ihren Solgen dad Gemuͤth rühren, aber we⸗ 
niger bie Ausfihe in das Innere der Werkſtaͤtte der. 
Natur eröffnen. | | 

Gerade die allgemeinen und ben ganzen Erbball in der 
Tiefe und Höhe umkreiſenden Formen der flüffigen Elemente 
serfänden ihre hohe Bedeutung für Has Ganje. Did 2 








ı 
— 


# 
H 
h 
vi 


3 
i 
Hi 
it 


he 

4 

a & 

"5 

Bas 

I: 
...BBerai 


 Deitter Zfeil. } 
Die Körper der drei Reiche der Natur. 


der Körper In den drei Reichen ber 
en 


bofen Gattungen 
—6 eridrmet. Wach ihren Geſchi „ 
e ach Ihren Gefchledhs 
tern werden fie erft Aus dem Mineralreihe, dann aus 
dem Pflangenreiche und zulert aus dem Tpierreiche in 
Bejiefungsvollen Reihen aufgeführt, 
Wenn in. dem erſten Thelle aled, was bon biefen 
werden mußte, nnr zur Characterificung jener 
Grundformen, ber Eonfinente, oder der locas 


; 
———⏑ 
gehören, - fe Hämliche Formen auf, 


als eigent 

und pas ——— in threm dreifachen Berpältniffe 
9 aupe zus Eidoberflaͤche insbes 

Ba zuc Sieflgenpeköihee, 
m fie betrachtet In ihrer Geſtalt nnd 
1} Dan ald Haupt> Tppen in Beziehung auf irgend 
der Ratur Indioidualifirte Erbfieße, und fo ers 
alß- die Repräfentanten ber beitimmten Los 


= 


1 
H 





⸗ 


18 Einleitung. 


Zum zwelten wird ihre natuͤrliche Heimath, ober bie 
Regel ihres geographiſchen Vorkommens über bie ganze 
Erde aufgefucht, und die weite oder enge Sphäre Ihres 
Maturlebens, Ihre Zone genau gu begrenzen feyn. 

Drittens fol die Herrſchaft, weiche die bewegenden 
Kräfte der Natur und der Menfch fich über die Natur⸗ 
Börner, durch Verminderung und Vermehrung, Umaͤn⸗ 
derung und Auchreitung ;u erwerben wußten, geogra⸗ 
phiſch und biftorifch angedeutet feyn. 

So füge fih bei jeder Character» Form der break 
Maturreiche das Einzelne zum Ganzen; es wird ber feäs 

er fchon bereitete Boden mit lebenden Geſtalten id 
den, denen eben diefer, als fie ſelbſt characteriſtrend 
wie eine Folie unterliegt. Gleihermaßen wird, da bie 
fpeciell entwickelte fo wichtige Lehre der Climate voran⸗ 
gegangen, ſich in jeder biefer Geſtalten jedesmal eim ihr 
eniſprechendes Clima zurücfpiegeln, fo daß nun .für jes 


ben Punct der Erde dadurch feine individualiſirte Stelle 


zur belebten Natur erfcheinen kann. 
Führen Biejenigen Zonen, welche bie Verbreitung 


A ii 


.n- 0. gu m -—- 
4 .m. DM — 


= u dan 


Eu .. _ 


der unorganifieten Körper des Mineralreichs angeben, : 


ji gewiſſen allgemeinen geologifhen Phänomenen, und 
a wo fie von den Menfchen benugt werden, in bie 


Kunftgefchichte wie in bie aͤlteſte Tulturgefchichte feſtſit⸗ 


gender Voͤlkerſtaͤmme zurüd: fo fiheinen dagegen bie Les 
ensgürtel, welche die Helmath der nugbarften Bewächfe 
und Thiere bezeichnen, über die frühere Entwicelunges 


Geſchichte ber Voͤlkermaſſen einiges Liche zu verbreiten, ; 


mit denen fie jumellen auf Ihren Zügen wanderten, wie 
jene von Station zu Station ſich veränderten, ihre geos 
graphiſche Sphäre erweiterten, und felbft wohl, wenn 
Die Bölfer auch vom Schauplag der Gefchichte abgetre⸗ 
. ten waren, ohne weitere Pflege und Schu von Men⸗ 
ſchenhand, ihre neugewonnene® Naturleben für jüngern- 
Voͤlkeranfing fortfegten. Ä 

So ergeben fi diefe und andre Mefultate ber deu 
innigſten Zufammenbang ber Völkergefchichten mit ber 


— u am mi u ZU" Bu: m ae — 


lebenden Bar indem von der eigen Selte eine mab⸗ 


wendbare Abhängigkeit von berfelben fich zeigt, die um⸗ 


(6 feffeinder if, Je näher der Menfch noch dem bewußt, 
loſen Zuftande ſteht und die Völker als Horben leben. 
Bon der andern Seite dagegen zeigt fich ein immer forts- 
ſchreitendes Freiwerden der Tulturvoͤlker von ben in glei⸗ 
cher Progreffion Immer mehr und mehe zusüchretenden: 





— 5 


& 
| 
! 
7 
8 
sl 


one eber tform 

18 ein lebendiger Splegel der ir, von Wels, 
an 

efe Welfe kommen nad und nach alle wes 


3 
ĩ 


STAR 
ih 
H 
1 

| 


1 & 
Air 
cc 
ii 
E 
& 


"der on dei Meugern unabbı 
Staaten, ——ã— ù C un 
sedrbiges Bas ‚einer leicht nod) da 
Betrachturi aud wahE under Iohnenhen —2 


Hi 


IE 


— — 


80 | Einleitung. 


Methode der Anordnung. I 


Der Titel der ‚gegenwärtigen Arbeit zeigt an, daß 
fie in das Gebiet der Hifkorifchen oder Erfahrungs Bl | 
fenfchaften fällt, deren Vervollkommnung nue in gleichem: | 
Schritte mit dee Summe der wichtigen Erf | 
wachſen, unb daher jedem folgenden Gefchlechte in ı 
mer veredelter Geftalt überliefert werden kann. 

- Aus welchen Hauptquellen diefe Summe ber Erfah⸗ 
rungen abgeleitet wurde, foll der folgende Abſchnitt ae 
deuten, der gegenwärtige aber einige Hauptzüge über bie 
Methode ihrer Verbindung darlegen. 

. Die Methode, nach weicher biefer fpeciele Theil 
beobacdhtender Naturwiffenfchaft angeordnet wurde, If. 
diejenige, welche ſehr bezeichnend die reduzirende, als bie 
objective, genannt worden iR, bie den Haupt: Typus 
der Bildungen der Natur hervorzuheben, und dadurch 
ein natürliches Syſtem zu begründen ſucht, indem ſie 
den Verhaͤltniſſen nachfpürt, bie im Wefen der Natur | 
ſelbſt gegründet find, | 

So mußte die ganze Anordnung völlig abweichend 
werden von denjenigen trefflichen, frühern Arbeiten, 
welche diefelbe Wilfenfchaft, unter dem Damen von Geo⸗ 
srapbie oder phpfifalifcher Erbbefchreibung nach ber 
claffificirenden oder fubjeetiven Methode, fie das Bes’ 
bärfnig anderer Wiſſenſchaften und zu befonderen Zwek⸗ 
gen, vorteugen. 

Wenn daher Eratoſthenes der Cyrender zuerſt die 
aftronomifhe Geographie, Herodot und Strabo gewiſ⸗ 
fermaßen bie erfie geographiſche Hiſtorle und hiſtoriſche 
Geographie u. ſ. w. unter den Neuern Cluver die erſte 
alte Geographie, J. Bergmann bie erſte geographiſche 
Phbpſik, Buͤſching die erſte geographiſche Staatenlehre, 
Anbere die Landerkunde anordneten: fo wurde es nach 
ſolchen Vorarbeiten und den anderweitigen Fortſchritten 
ber Zeit In der Himmeld;, Erd⸗ und Naturs Runde erſt 
moͤglich, die erfien Grundideen der phyficaliſchen Erbbes - 
be gu erforfhen. So wurden 5. 3. zuerſt die 

tfachen Über den Bau bed Erdgrundes don Werner 
in ihrem Umfange zur Sprache gebracht, das Verhaͤlt⸗ 
niß ‚der Elemente gu der Erbhälle Überhaupt durch H. 
be Sauffure, de Luc und U. v. Humboldt, das ber ganzen 
beiebten Natur zur unbelebten durch den Grafen von 





- mm mu HE HE AM Mami 





€ fett .. “ Fr 

ffen:" €. U. 08. 6. Pimmermann war ey / dee juerfe 
Berhältnii 

allgemeine Be If der Sue gu —— 


ie 


—— und %. te Betra 
— nady — A BVerpältniffen 
et ren die —— ee fen phy 7 

hie möglid, werden, 
—— die aber, um alle Kraft ee br Ei = 


ju fparen, ganz auf die in fie biöher —*2 


—— Herr tenen cosmiſchen, li und polltl⸗ 
Erhäiimite de Erpballd Verzicht lelfter, 


in Ife von ‚Faneie Naturfräften die Rede 
m wirfen uad — — — und 
Berinderungen hervo ter kann mi 


am und Wirkungen die Rede fe * —* —* der - 


‚baren, und auch In verffändige und fietli 
ingeben. — iſt —* — * 


wird dieſe Erdbefchreibung genonnt, 

eiqt weil fie "Ales u "geben bemühet ift, fondern weil 

f einen fpeciellen * Due: El 

ee und jede ihrer Formen, liege fie im en 

wur auf dem en, im fernen Welteheil:oder I ur 
ietande, fey fie ber Schauplag eined Eulturvolfes 

de ihrem Weſen nach mit gleicher — 

famfeit 

Grand 


weggel: | 
a begeichuende Ausdräde angebeufet worden. 


—* — bemüher iR: dena nur aus ben 
jee weſentlichen Bildungen der Roter. 

kann ein —ã —8R dervorgel 

Berxglei abend, wird fie gu nennen — t, in 
in welden andre. vor ihr zu fo — 
den Dielen außgearbeitet ort morden Rad, wie vor ab 
en 

Vak 35* in unſeter u der einzelnen Stellen 
des Erbenrunds, wenigitens ſchon bie und 2 auf demje⸗ 
ügen Puncte, von weichem aus die Beratelchung anal 
u Sormen ormen und Whrkungsarten derfelben möglich und 


ie 


22 Einleitung. 


rathſam Il. Der anſchauungsreiche, vielgewanberte Has 
zobotus war es, der dieſe Idee für die Geographie zu⸗ 
erfi angedeutet (II. c.33.), und an berfelben Gteße 
auf daß großartigſte zur Vergleichung von Libyen unb 
Europa durch den Niger und den After angetwenbet hat. 
Mehr belehrend kann fo bie Anordnung auch des We⸗ 
nigern werden, als die raftlofe Zufammenraffung des Eins 
Inen, Unverbundnen, dag unfer Gedächtniß nıcht mehr zu 
ebalten vermag, wenn es fich nicht gegenfeltig burchbrius 
gend in großen Gefegen und Gruppen, zu been und An⸗ 
ſchauungen zufammendrängt. Welcher Gewinn hieraus 
für die Miffenfhaft nach allen Richtungen hervorgehen 
faun, bat in vielen derfelben der Weltbeobachter U. vom 
Humboldt gezeigt, bee neue Begründer ber vergleichene 
den Erdbeſchreibung. Mit ihr ift für diefe Wiſſenſchaft 
Aberhaupt ein neues Feld eröffnet, das hier nad) ſchwa⸗ 
hen Kräften anzubauen verfucht wird. Die fpät er 
selfende Frucht faun die Univerfals Geographie ſeyn. 
Die Unordnung aller in diefem Werke verfanmelten 
Thatfachen muß, um methodiſch gu beißen und gu einem 


natürlichen Syſteme gu führen, einen haltunaöpunek, 


einen idealen Hintergrund haben. Nur durch Ihe 


MO an 


J 
* 
| 
| 


das Empirifche su einem Zufammenhauge, daß Manniche ' 
altige vu Einheit gelangen, welche felbft der todten 


Ratur fehlte. Ohne bdiefen Idealen Hintergrund,  Dypos 
tbefe, Theorie, oder wie man Ihn fonft begeichnen will, 
komme er zum Bewußtſeyn oder nicht, wird wohl von 
enſchlicher Seite nie ein Ganzes zu Staude kommen. 
enn ſelbſt die feftefte Neberzeugung, ohne alle Beihuͤlfe 
eines ſolchen bei der Sorfhung zu Werke gu geben, IR 
In der That, wie ſchon Playfair fagt, an ſich die erſte 
Theorie. Mangel einer ausgefprochnen Theorie führe 
alfo darum nicht eher zur Wahrbeit, und ſchuͤtzt ebeu fo 
wenig vor Unpartbellihfeit. Nur Keuntniß der Ges 
ſchichte der Phllofophie und ber Wiffenfchaften, die Bes 
butfamfeit in der Anwendung des Gedachten und das 
aufrichtige Streben nach Wahrheit können ber menfchs 
lichen Schwachheit in dieſem Puncte zu Hälfe kommen, 
un wenigſtens den Ausdruck: ‚„unbefangne Anficht ber 
Thatſachen“ deffen jeder aufrichtige Zorfcher fich fo gern 
bebient, zu rechtfertigen. 
Der ideale Hintergrund, aus welchem dem Derfafs 
fer in diefem Werke, die unbefangene Anficht der That⸗ 
ſachen zur Anordnung auf diefe ſpecielle Weiſe bervorges 


DE 


Seins 28 
Theint, Und micht Inder Wahrbelt elnes 
fondern im — Inhalte Aller Wahrbeis 
* alſo im Geblet — des Glaubens. Er beruht 
‚einer inneren Anfhauung, die fich aus “feinem Leben 
ann bee Bent ot gebildet hat, Dur 
* einem großen Manne des Jahr⸗ 

Aanate Bewußtſe yn, und wurde bon 
ee a undidee In biefer Wi —A fo 
baß, wenn das rechte vollführt wäre, fie aus 
allen m berfelben zurückürahlen und fih in andern 
Po Naturen wiederer wecken müßte. Darum läge 

g nicht * 


J 


von vorn berein definiren oder in 
ern fann nur durch das Ganze 
ſich mie 3 Schluſſe In Ihrer Vollen⸗ 


8 nur Im Uehe u den eingelnen 
m: wie es I var IsBefen der As 
1 a — — ie ei 
v J mehr ald jener zu 
——— Aufbauen Sr it, woRurd Die 
"geringe beit bedingt wurde. 
ne Bee ne Regeln der Anorbnung' können nun 
delle beftimmter angegeben — um das weltlauftlge 
Gebäude prüfender zu durchſchau 
Die Grundregel, welche bein "Sanjen feine Wahrheit 
Bi RE, iR die ar! Opte 1 tem 
otheie zu Deo ſort⸗ 
*5 & ehe und äfter e der Thot un: H ich 
auch feyn mag, dirſer auf das Haar 'gefreu Ph 
Pre A bo ber 60 jequeng in ihrer Ans 
‚werbung immer um fo mehr nähern, je mannichfaltiger 
td are ber der menden Beobachter, und jwar dee 
mapoden und entfernteten 
— ih. © 


aher bier 
Zeugniſſe ler Völter und gelten fie; es 
—& Fecium und jeden Punct befielben ic ve . 
ingt, wenn nicht ur hai veinigung doch zur 
Bergleichung „lan und — in-den Ihnen egentpämilden 
Aasdräden, bnlich Indioidualifirend find) ſtehen 
folten. 3 en dutch Vielfarbigkeit und — 
leit auf der. einen Selie verloren seht, wird im Ganzen 
iaımer MER “ a se — Fi — Dam 
hiteßt aubie ciele Anficht und an den Aus⸗ 
beach über iſchen Stele 


ER 


ai 


= 


6 Factum, an feiner Hikerii 


24 Einleitung. 


ſjedesmol bie peclelle Theotie an, welche ja ulcht ſelten 


auch (chen der beflügelte Sezius der weitern 
geworden iſt. Auch wohl die Hppotbefe wird ba tm 
orbeigehn ihr Plaͤtzchen finden, die ja dann und wann 
einmahl, freilich nur wenn fie von einem Halley, Lelbs 
nis, Lucas oder von einem Franflin ausgeht, ihrem 
—— oder von einem Pytbagoras, wie die des 
onnenſyſtems, ihrem Jahrtauſend vorauefpringen Fa 


Die Grundregel, welche der Darfiellung ihren Cha 
encter gibt, iſt diejenige, welche das umliche . 
ſtimmt. Einmahl nämlich , der Länge und Breite nach, 
weiche man hier die geographifhe, und zweitens der 
Siefe und Höbe nach, welche man bier die phyfifche Dis 
menfion mit Recht nennen könnte. Iene wird durch 
die Geſtirne, diefe durch die Atmoſphaͤre am bequemſten 
unb auf das genauefie regulic. Wenn dieſe phyſtſche 
Dimenfion, was fehr zu beflagen, in den frübern Zeiten 















im Gegenfage der erfien, pie freilich mehr mit be 


Eosmifhen wie mie dem Politiſchen zufa 

völlig aus der Acht gelaffen worden, und auch beut 3. 
Zage nur auf wenigen Erbdfirichen mit mathematiſcher 
Genauigkeit verfolgt werden konnte: fo Hat ihre. Bar 
achtung doch erft die vergleichende phyficalifche Geogres 
phie möglich gemacht, und von Ihr geht daher auch jer 
desmal die Unterfuchung ans. Eben fo fohr wie bie 
‚Stereometrie von der Longi⸗ und Planisinetrie abs 
weicht, fo verfhhleden muß auch die gegenwärtige Se⸗ 
Raltung unfrer Wilfenfchaft von ihrer Feüßern fepu. 


Die Geunbregel, weiche dem Ganzen feinen Fort⸗ 
fhritt und jedem Eingelnen fein Reſultat ſichert, If Die 
"vom Einfadern zum Zufammengefestern, von ben eins 
jenen Selten gur Mitte oder zur Einheit, und von der 

egel zu den Ausnahmen Überzugeben, und or nad 
allen bier im Gebiete der räumlichen Verhaͤltniſſe lies 


( 
| 
| 
I 
| 
, 
! 
J 


| 
| 


‚genden Richtungen. Go 5. B. bier von den Höhen zu - 


den Ebenen, von den Quellen zu den Mündungen, von 
der Waffervegetation zur Vegetation der Länder; oder 
von ber Falten und warmen Zone zur gemäßigten, vom 
mechanifchen, chemiſchen, erganifchen Einfluß zum Ge⸗ 
famtleben, von der Natur zum Menfchen, und wieder 
vom Genered zum Specell Eharacterifirten, von dem 
Algemeinen zum Individuum, von der Allgemeinheit 
sur Eigenthuͤmlichkeit. Ä 





zu 1 
1 It: 


HT 


ale 


J El 


il; 


AR 


Ill) 


833 
AH 


ui: 
ia 


Ha 


u 
Haie 
sches 


— 








Er Einfeleung 


Quellen 
2 Anzeige ber Quellen 


Es follen nicht alle die einzelnen Werke bier aufs 
geführt werden welche bei der gegenwärtigen Arbeit bes 
augt worden find; fie prangen in den Bibliothefen, und 
das Urtheil der gelehrten Welt iR Über fie ſchon 
tenthells feſtgeſteüt; auch würde ein eigner Band faums 
für eine noch fo kurze Würdigung und Eharacterikil, 
die von den Vorgängern mirgerheilt IR, binreichen. , . 
- Die geisiffenhaftefte Anzeige ihrer Benugung, ie 
einem Zweige ber bikorifchen Wiflenfchaften, die mode 
faR aller Eritit ermangelt, iſt indeß, fo unbebälflich es 
erfcheinen mag, im Werke ſelbſt unerläßlihe Pficht. 
Nothwendig wird Re, zumal bei einer Bearbeitung, in 
weicher die Ungaben in einer ‚andern Verbindung, ie el 
nem andern Lichte erſchelnen lͤnnen. Mur durch biefe 
Anzeige wird öfter die Verweiſung eingeln oder allge⸗ 
mein gebräuchlicher oder neu aufgeftelter Annahmen unb 
BVorftelungsmweifen, al6 unbefimmt, oder ben Naturs 
wahrheiten widerſprechend, aus dem Gebiete ber Geo⸗ 
graphie, gerechtfertigt werden. 

Weil wir und bier nicht mit indlviduellen Erbs 
anfichten begnügen möchten, fondern der Thatfachen dee 
Natur felbt in unferm Bewußtſeyn und bemädtigen 
wollten, fo twird, wo möglich, fein einziges Glied in der 
aufammenhängenden Erfahrungsfette aufgenommen ſeyn 
drfen, ohne die Nachweiſung, woher ein Jedes genoms 
men und auf welcher Autorität feine Haltbarkeit zum 
Ganzen beruhe. 

Hlerdurch nur allein wird es möglich werden, nach 
und nad) die mehr und minder faadpaften Glieder, des 
ren Zahl größer if, ale wir und träumen laffen, ohne Zers 
ſtoͤrung des Uebrigen, durch Eräftigere zu erfegen, und die 
Kette für allen Andraug undurchbrechbar zu einem unver⸗ 
Außerlihen Eigenthum der Wiſſenſchaft zu machen, oder 
durch Eric den Mangel ihres Innern Zufammenhalts 
aufpnbeden, und fo die ganze Kette ebenfalls zum Vor⸗ 
theil der Wiſſenſchaft aufzulöfen, und hierauf bezieht ſich 
der Spruch, welchen diefe Arbeit an ber Stirne trägt. 

Nicht felten wird es, tie oben fchon angedeutet 
wurbe, wichtig feyn, bei zweifelhaften oder beſirittenen 


x 


> "7 
YPuncten Sebentenden fe angufähren, 
Urfprung® ——— —— — 
u 


daß der 
ve Auf ide daten ſich een bie r 
lehrten Fabeln zu — datie — tie dieß einſt 


Melftens find es nur ungefchldte ‚oder unvolfäns 
ge Mitiheilungen, einfet r, von einem, fpeciellen ober 
—— au —2 * — eben-fo oft P 

von ie indener und 
—— —S—— NE alle fübjectiv im 
rade deu — * Wahrhaftigkeit tragen, 
und daher reiche Quellen fiir diefelbe feyn, dürfen aber 
aut wicht mit dem Maohfiabe objeftiver Realitaͤt ges 
meffen werben. . Darum iſt es nicht gleichgültig. zu 
miffen, ob es Zacitus ift, der daß Land der Germanen 
Gibert, Aeneas Sylvius und — ober ob «im 
U Reiner und ©, von Beunbäbtrg, „Sebaſtian Beanf 
ser MR. Quaden von Kinkelbad in „Teuiſcher Maciom 
terlaud beſchreibt. 


Cora toIzd dIeß gu wien fepn 
da Merle a en denen Stan, em 


Shinehfches Corp Kal 
Ba ehr Ermyie, ai san An, 
en unb al 
Danptantoriäten der Natur des aſiatiſchen Hode 


In 


Bea — — 

—— — «6 zu wiſſen, ob ein See⸗ oder 
da —— Maı “ gehn Platts oder goal 
der, ein wifeufchaftlich geb! eter mit Erfahrung, oder 
ah mit ee und —— der Belt 

3388* an8 dee 7 nen ab viele 

Rand Äberall ;ote Kan h jefe 

er jene —55 aufgefunden uni I d mitgerheilt hat. 
Dean nun wenige unser allen behgen diejenige Babe der 


78 Einleitung. 


freuen" Ueberlleferung, der ſcharfen Sonderung und der 
£indlichen Anſpruchsleſigkeit in ber Mittheilung, welche 
den Vater diefer Wiſſenſchaft, Herodotus, zugleich zum | 
Muſter aller Berichterflattung erhoben bar. 


2. Ratur der Quellen. 


Doc bie Natur der Quellen, aus welcher uns bie 
Thatſachen zugekommen find, iſt noch In anderer Hin⸗ 
fie von mannichfaltigerer Art, in fofern fie aus eiges \ 
nen Naturbeobachtungen fließen, oder durch Anderer Un⸗ 
terfuchungen und Berichte mitgethelle, oder aus dem ä 
Reſaltaten diefer Berichte, zu denen auch Zeichunugen 4 
und Lanbfarten gehören, gefloffen find. | 

Ohne alle eigene Anfiche der Erdoberfläche unb ber | 
Erkenntniß ihrer bedeutenden Hauptformen, wuͤrde Diefe d 
Arbeit nicht ausgeführt worden ſeyn. Da jedoch bie Y 
Umſlaͤnde diefelbe begünfligten, fo konnten viele half W 
chen über die weſentlichſten geographifchen Naturverh J 
niſſe des deutſchen Vaterlandes und feiner Bewohner von 
der Dder bis zum Rhein und zut Donau, durch mancher⸗ 
lei eigne Beobachtungen unterügt werden. Das wafs 
ferreiche Gebiet eined Hauptſtromes von Europa, des 
majeſtaͤtiſchen Rheins, war von feinem Duelllande biE : 
gegen fein Delta bin, durch vieljährige Wanderungen, 
ın dem größten Thelle feines Geäders ein Gegenſtand der : 
Aufmerkſamkeit. Ein Hauptfee von Europa, der Lemas ı 
niſche Eonnte in allen Jahreszeiten nach allen Richtungen 
bin in feinen allgemeinen Verhältniffen gur Natur und 
ihren Wirkungen mit Muße betrachtet werben. Eben 
(6 wurde die Statue des mweitläuftigen Alpengebirgs⸗VLauo 
des, welches dem ganzen Dccident feinen Character giebt, 
in feinen Haupfgruppen in drei verfchlebenjährigem, dich 
fach veränderten Reifen nach allen Richtungen durchzogen. 
Durd mehr als jahrelangen Aufenthalt am Buße feines 
böchften Gebirgsſtocks, wie durch mehrere monatlangen 
an feinen eifigen Höhen, konnte der mächtige Enfiaf 
einer ſolchen Miefenform, die vom Montblanc bis zum 
Brenner In ihrem unendlichen Reichthum erblickt wer, 
ſelbſt in weite Sernen hin und auf die gange Natur zur 
lebendigen Anfdyauung gebracht werben. * 

Dagegen lehrte der Beſuch in dem reigzenden Ita⸗ 
lien bis in feine Suͤdſpitze gegen Sicilien bin das Gebiet 
und das Leben vulkanifcher Thätigkelt Fennen, und regte 
alle die Gefühle auf, welche auf diefem claffifchen Boden 


aM «a mr. 





22 
m 
m 


[1 
— 


BI ze 00 2=. mm ae 1 


„Er SEE ET" Teer a mare ME A 


u 29 
einen Repräfentanten bed Grund» Typus, des Cultur⸗ 
Elimas = ber allgemeinen Küftennatur des Miıteläns“ 
difcden Meeres abuen laffen. Und fo ‚wurden auch bie 
bindungen bed Meeres und des Lans 

Körper der drei Naturreiche und der Vol⸗ 
ier auf ihrem Boden und in Ihrem Naturzufammenhange 


diefen verhältnißmäßig, ſehr unbedeutende: 

a en bapee ale nalen jeenlln can See 

. achtungen fie werben fih an fremde, oft. mündlich, 

mitgethellte Berichte von. trefflichen 

anſchlleßen, und t ſelten überhaupt, 

aus elguer Anſicht ipften, von andern, 
„und am fiherften erfcheinenden Ders 

— eten für andere Erdftelien dienen. 

eht aus einer folhen Naturanfhauung 
Berpältmiß Berbor, nac) welchem Kandfarten 

. ald Quellen für. phyſicaliſche Erdkunde benugt werden , 


oder al6 Meiferkädt aller Specialfarten im Reis 
mman un! ohnen⸗ 
—— 


denjenigen, wel: cielle 
Raturformen mit einer 68 Leute —XR 


* lan eher, Die Kara don, 
ec 


mer Anfhauung und Erfoi R hören 
2.9.9 oIdee Dufterblart der ie an et ⸗ 
ebene, Lichtenfteind Verſuch die Teraflenforın von 
Südafrita, Marfigli und dv. Wiebe Stromkarten 


der Donau und des Rhelns, v. Kledl arte von den, 
T. Beine‘ 


so Einleitung, 


cinet von Isle de Brance; von einem Alpengebirgslande 
Die Hauptblätter der J. H. Weißifchen Schweitzerkarte. 
Die neuefte Zeit hat Meiſterſtücke von ſolchen Karten für 


bie Form eines —— geliefert durch die Blaͤtter 


son Salzburg und Kärntben, welche einem Deutſchen 
euer og Ihr Dafeyn verdanfen, und für die fubmarine 
K —328 in den gleich bewundernswuͤrdigen Blaͤttern 
der peripberifchen Karte Auftraliend von Flinders. 
Dieſe und ähnliche, nur freilich immer feltene Er⸗ 
fcheinungen, bie an’ fich ſelbſt ſchon zum tiefern Studium 
auffordern, mäffen bier in jeder Hinſicht ald die treffiiche 


ſten Duellen genannt werden. ele ausgezeichnete Bldts. - 


ter und Arbeiten, wie die eines D'Anville, Arowſmith, 
La Pie, Sotzmann, Mannert, Streit, Reimann, Re 

hard, Schmidt, Klöden und Andrer, welche durch aſtro⸗ 
nomifche und Hiftorifche Forſchungen angeordnet, und 
mit bemunderndwärdigem, Fritifchem Fleiß, aber oßne 
eigne Naturanfchauung des Landes, das fie darſtellen, 
ausgeführt werden fonnten, haben ihre andermweitigen, 


bier niche zu wirbdigenden Verdienſte, aber für die phys 


ficalifche Erdkunde müflen fie als abgeleitete Quellen 
nur mit Vorficht benupt, und das, was fie darſtellen, 
nur ale ſymboliſch, oft hieroglyphiſch angedeutet gedacht 
werben, wie diefed denn zuerfl ia Hinfiche des ganzem 
Laudkartenweſens überhaupt, In Beziehung der daraus 
hervorzugehenden Erkenntniß, vortrefflih von Gutes 
muths ausgefprochen iſt. 

Wenn in der Zeichnung ber Welt⸗ und Laͤnderlarten 
die Landesnatur bargeftellt wird, fo ſollte dieß immer nur 
mit Bewußtſeyn der beſtimmten Hypotheſe geſchehen, wie 
dieß abſichtlich von einem Buache, Gatterer, v. Zimmer⸗ 
mann, Fr. Schulz, Reichard, und nicht ohne Nutzen für 
die Wiffenfchaft, durchgeführt und von Zeune nach allen 
Seiten beleuchtee if. Aber durch das in feiner Thärt 


keit ohne a a nur blind folgende Heer der Ras 
er 


ahmer gebt auch b Nugen wieder verloren, und es 
tritt flatt des Bildes der Natur ein Zerrbild hervor, weis 
ches die phuflfaltfche Erdfunde eben fo ald Duelle vers 
werfen follte,, wie die Phyfiognomik fchon unrichtig fe 
zeichnete Schattenriffe feiner Aufinerkſamkeit würdig hält, 

Aber auch die beften Landkarten verhalten fidy zum 
Stubtum ber allgemeinen vergleichenden Srdfunde, tie 
die Präparatenfammlungen zur Phnflologie, die, wie 
Dee Meiſter 06 lehrt, cd fle von nuſchaͤtzbarem Werthe 


5. . MKinleitung. 


VBhyfleo⸗Seograph, der kraftvolle Scheuchter (in eh 
Helvetiae histor, natur. Zuͤrch 1716. 4.) welfieg« 
verfünbdigte: „Und fänget man erſt felt einigen Ja 
an, auf diefem rechten Meg der Dbfervationen einher 
gehn, fo wird auch verhoffentlich die gelehrte Welt pr 
aus, mach Verlauf von funfzig und. hundert Jahr 
mehr Nuten ſchoͤpfen, als vorher durch den Ablauf 
licher tauſend.“ Er lieferte ſelbſt mit zuerf einen Sch 
in der Aipennatue gemachter Beobachtungen, und « 
einem chätigen Ditgliede der Londner Societät ſchwe 
ihm die habe Wichtigkeit der Erforſchung ber Belege 
Der ganzen Weit der Erfpeinungen vor. Er fahe i 

ſammenhang, den jede einzelne Erfahrung mit d 

nen, und bad Beleg des Danien nit jedem ab; 
leiteten ‘auf dem Erdball für alle Wilfenfchaften ba 
ſehr wohl ein, wenn er in fpecieller Beziehung auf. 

ungen fo vortrefflich ſagte: „Es ſchimm 
Wahrheit mit Ihren befondern Glanz, und bı 
let je ein Licht gegen das andere, je eine Wahrh 
gibt ber andern einen Schein: je eine fließt aus I 
andern und wiederum In andre. Die Urwahrheit 
eine ceiche Quelle, aus welcher andre fließen, und 
wiederum eine jede befondere Wahrheit, gleich ein: 
en Stuß, der ſich im ohnzaͤhllge Kleine Ruͤ 
 rhhte Sapl Hirt  Hrhenhet ppfifcer Wal 
a rt ſtehender er 
Sah findet ſich unfreitig In dem —*88 der über ı 





ahrhundert fortlaufenden Verhandlungen der Londı 
ocietät der Wiſſenſchaften, in ihren Philoſophiſch 
Zrausactionen (feit 1660), fo wie in ben Memoiren I 
Pariſer Academie. Diefe, fo wie diejenigen in d 
seihhaltigen Acten ber Turiner, Petersburger, Berlin 
Stockholmer und anderer gelebrten Gefelfchaften kon 
zen bier nach dem getreuen Wegweiſer des Reußiſch 
Mepertoriums mit forgfältiger Vollſtaͤndigkeit benu 
werden, ba durch bie nicht dankbar genug anzuerke 
nende Unterflügung ihrer Pfleger, bie ausgewählte 
und vollſtaͤndigſte Bibllochel zum bequemen Gebrauc 
eine längere Zeit hindurch offen: ſtand. 
Im Unfange des achtzehnten Jahrhunderts war 

In bemfelben Jahre (1707) für die Naturwiſſenſchaft 
ri unfterblihe Männer geboren worden, inne u 
Affon, bie ihr Leben ganz demſelben Studium mit u 
—— und phlloſophiſchem Sinne, obwohl 
ei 





IN 
N 


N 

IN 85 
PERS > orum wohl mie deſto 
— wüncen, u 
—R8 un, — FH 
ee ES EN Anfarar 
* EN 8 die nature 

faımmen, um! 
— ved unabhängige — 
—* — reihe von Jahren, nach 
—— Rh R bie für die phpficas- 
— — —* u Quellen geworden find. 
— dentw! ech A ben fiebjiger Jahren 
Sitz en Ref ser Petersburger Mar 
— 9 Rufe Kelch, von der Dffee 
m Rordwertüfte Amerifa’s und von dem Eisineere 
Fin Kautafus and Altal, auf melden bie unermüds 
Be ide, ne andern Dntera mancere 
% —— nelten, und bie Natur bed Nondend der 


üllten, 
Zu gleicher Zeit umforſchte I. Cook, der Entdeder 
wuut, in den Jahren 1768 bis Anfang 1779 dreimal 
b Geblet des Erdballs, und erweiterte die Kenntniß 
feiben, als wäre er überall_feine Helmath gewelen, 
& allen Richtungen pin. Durch ihn und feine Ber 
Aiter, einen Banks, Solander, Sparrman und die For⸗ 
z, Bater und Sohn, wurde und die Natur ber Dcear 
ken Welt zur Anfhauung gebracht. - 
denfelben Jahren hatten A. G. Werner (1779). 
ı fähfifhen Berglande, und H. de Sauffure (1772 bie 
» durch das Studium bes Alpengebirgs in feinem Bas 
Tlande den Soden und die Wurzel zu einem ganz neuen 
auptſaume der Erdkunde gefunden, der jegt noch im 
genblihen Wuchs ſchon mit Fruͤchten prangt, einf 
er ald ein Königlicher Baum auß der Tiefe der Erde 
ms Himmel ſeine Krone erheben wird, 
s twettelferten nun bie gebildetſten Nationen Curo⸗ 
?8 mebft dem gelehrten Mereinen in Indien (Asiat, 
esearch. Calcutta 1778.) und Nordamerifa (Transact 
!the Americ. Soc. of Philadelphia, und Mem, of 
ıe Americ, Acad.) in der Förderung des Entbedten. 
Zu Gute gemacht wurde biefed, ihells von vielen 
Anzeinftehenden, mehr noch durch die Elelchmahis nach 
13%. 


. Li 


34 Einleitung. 


Wahrheit firebenden und freundfchafilich verbundenen 


Männer. Was phnfifhe Erdkunde in biefer Hinſicht 


J. Banks, dem Greife, verdanft, iſt ausgezeichnet. 
Wie er in Großbrittaunten und deſſen weiten Gebiete, 
fo wirkte in Deutſchland Ihm aͤhnlich 3.5. Blumenbach 
burch feine Sammlungen, Schriften und mehr noch 
durch daß lebendige Wort in feinen Schülern, Andere In 


Braunfhweig, Wien, Berlin auf ähnlihe Welfe; für 


Frankreich in gewiffen Hinfichten Delametherie und Eus 
vier, für das füdliche Europa aber Bonner’ und Saufs 
ſure's vielerfahrner Juͤnger, Gefährte und Freund, ber 


in feinem Vaterlande bhochverebrte, edle M. U. Pictet, 


Die Summe ber bewährten Thatfachen aus biefem 


Quellenreichthum waͤchſt an Intenfiver Groͤße durch bie 


fpectelle Nachweiſung berfelben in den einzelnen Gebieten, 


Aber auch hier kann nur an die Haupt» und erfien Quel⸗ 


len erinnert werden, aus melden die wichtigſten ges 
ſchoͤpft wurden, indeß alle andern jede an ihrer befruch⸗ 


senden Stelle Gervortreten werden. Ja, Indem wir oft 
nur den Zufammenbang ber die Maffe regulirenden Ideen 
‚serfolgen, bezeichnen wir zugleich die Arbeiten und Werke, | 


von welchen biefe nur abſtrahirt find, und vermeiden fo 
an diefer Stelle die unnüge Weitläuftigteit, welche dar⸗ 
aus entſtehen würde, die Titel ber Bücher, die ohne das 
on mehr als Ihr wefentlicher Inhalt für die Seographie 
ekannt geworden find, der Reihe nach aufzuführen. 


a) Bilbungen der Erdrinde. 
NMerner erfand durch die Aufftelung ber dußerlicdhen 


Kennzeichen ber Foffilien die erſte allgemein verfländliche 


Sprache für das zahllofe Heer der vom dunfeln Schooße 
ber Erde umfchloffenen Naturförper. Aug ber Annahme 
verfchiedener fräberer und fpäterer, allgemeiner und pars 
tiellee Baflerbedeclungen und der daraud burch eine Sr, 
eipltationshnpothefe Hervorgehenden, gleich» ober ums 
gleihförmigen Ablagerungen des Seften, ſuchte er die bie 
dahin. chaotiſch und regellos liegenden Erbmaffen zu ges 
wältigen. Er führte nach allen den Thatfachen, welche 
ſich ihm, dem Tanne des Erzgebirgs, In beffen Tiefe, vote 
auf feiner Oberfläche in der Anſchauung, und als dem 
großen Lehrer feiner Zeit aus fernen Ländern in Berichten 
und Muflern darboten, die bee der Sleichartigkeit Im 
ber Encceffion, in die Genefis der Geſammterdmaſſe ein, 
und fo entwarf fein Beift ben erften Plan zur Entsifferung 


a 0 OA A 


„A un 


.- — — . — a — 


Einfeirung. 85 


bed Erbbaus. Durch bie zahlreichen Schüler des großen 
Kanes wurde fein Gebanfe über den befannten und 
unbefannten Erdkreis verbreitee, und fall alle neuen 
Datſachen über denfelden In feiner Eprache mehr oder 
weniger aufgefprochen. 

ndeffen hatte auch der beitre de Sanffure bag weit; 
bingelanerte Alpengebirge, deffen Bau am Tage wie aufs 
geſchloſſen erfchien, nad) allen Richtungen bin über feine 
Ratur befragt, und große Reiben rätbfelbafter Antworten 
über Die Art und den Bau feines Körpers, Äber die Zap, 
vie Richtung und die Kraft feiner Glieder, erhalten, deren 
gewaltigen Inhalt weder das früher feſtgeſtellte Syſtem, 
ach fein eigner Naturgenius zu entsiffern vermochte. 
Doch hatte er, Indem er der phyficaliſchen Erbfunde den 
zanzen Schag feiner gewonnenen Thatfachen in feinem 
Veißerwerke mit dee böchften Treue vermachte, zugleich 
de Sprache zur allgemeinen Verſtaͤndigung über die frei 
sen Himmel gefehrte Erdoberfiädhe gefunden, und in 
diefer belehrt jetzt die Wiffenfchaft die Menfchen. 

Bon nun an erft lernten ſich beide Schweflern vers 
ſtehn, und verfündeten bald ihren Lieblingen immer mehr 
und mehr den Sinn ihrer ehrwürdigen Mutter, der Erde. 

4. v. Humboldt ſuchte zuerfi die Spur der Einwir⸗ 
fung cogmifcher Kräfte, die Polarität der Bebirgsarten 
fm Ganzen geltend zu machen, und deutete auf ein Streits 
chungsgeſetz im Großen bes Erdbaues hin. Er erweiterte 
die Keuntniß von deflen ganzem Gebiete, indem er bie 
Yualogie in den Erdbildungen hervorhob und diejenigen 
der neuen Welt an bie ber. alten vieles neu ſchaffend 
umb berichtigend anſchloß. 

2.0. Buch führte die Idee von localen und allges 
meinen Gebirgsformationen In die Wilfenfchaft ein, wußte 
Die früher befannten nach allen Selten beflimmter zu bes 
grenzen, zu haracterificen, ihr Wefen zu enthällen und 
mit ganz nenen zu bereichern. Er betrachtete jedes Locale 
nach feinem Aeußern und Innern, nad) feiner Indivi⸗ 
dualitäe und im Verhaͤltniß zum Ganzen. Er mußte Im 
Bau dee Erdoberfläe, nach der phyſiſchen Dimenfion 
bin, faſt auf jedem Schritte von Stufe zu Stufe eine 
merfwürdige Thatſache in der Natur aufzudeden, und 
diefer gegenwärtige Derfuch verdankt feinen belehrenden 
Mitchetlungen, feiner Theilnahme manche Berichtigung, 
u zum Tell auch ben Muth, In feiner noch fo uns 
sektommımen Geſtalt oͤffentlich zu erfüjelnm, 

2 


36 Einleitung. 


Durch die vereinten Beſtrebungen beiber genat 
Freunde wurden die geognoftifchen Verhaͤltniſſe der 
zinde in dee Nichtung der Parallelfreife, burd) v. £ 
Bolde unter den Tropen, und In der Richtung der 
Diane In ber Nordbalbfugel burch v. Buch, von dert 
fpige Italiens durdy das Herz von Europa bis 
Scandinaviſchen Nordcap, genauer durchforfcht, und 
Anfang zu einer DBergleichung von beiden möglich) 
macht. Beide bereicherten ihre Wiſſenſchaft zum gr 
Vorthell der Erdbefchreibung, mit ber vergleiche 
Methode, Welcher Gewinn würde für fie noch da 
bervorgehen, wenn biefe Naturforfcher, auf den £ 
lande Afiens sufammentreffend, ihre Beobachtungen 
Sorfhungen ber das Erbganze wiederholen und 
thellen Eönnten. 

ndeflen wußte auch der britte Mann bes fruͤ 
foto enen, geognoftifhen Bundes, J. C. Freies: 
n dem mehr räumlich beengten Selbe feiner practi 
Mirffamfeit, durch feine Arbeit Über das Kupferfcht 
Gebirge ber. Thüringer Landfchaft, wie früher fchon 
ehrwuͤrdige Heim In feinem Werfe über das Thürl 
Malbgebirge, ein Mufter für Erdforfchung und Mit 
Iung der Thatſachen der Natur in ihrem: Zufamı 
bange aufzuſtellen. Es bewährte fih In den Wirku 
Diefer Drei, wie auch das reinwiffenfchaftlihe Str 
durch Augendfreundfchaft nit nur an ſich fchon gı 
gert wird, ſondern auch jededmal im Erfolg für 
Melt einen böhern Einfluß gewinnen muß. 

J. G. Ebel hatte indeß in feinem claffifhen U 
über die Schweiz, dad bort an jeder Stelle wie ein 
fer Freund zu dem einfamen Wanbrer fpricdyt, uni 
Lande zum Volksbuche wurde, die ganze Fülle ber 
tur be Alpengebirges in Thatfachen mitzurbeilen gem 
weil In ihm ſelbſt ein reiches Leben waltet. Dadurch £ 
er, und mie Abſicht, einen erften Schritt zur Bolfi 
dung Im Großen durch Belehrung und Erhebung auf’ 
erhabenften Schauplag in der Natur und der Geſch 
getban. Auch der beſſere Thell der relfenden, verfel 
fen und großen Welt von Europa, die jährlich diefem 
ziehenden Lande zuſtroͤmt, um ſich an feiner Herrlid 
zu erbauen, wurde fo noch mehr durch feine Hinleit 
zur Natur und zu Ihren Wirkungen in der feierlihen S 
der glänzenden Alpenhöhen humanifirt. So hier wie ü 
aM auf die ihm eigene Welfe, fuͤr das Höhere Leben 


ee, X 
Einleitung. 37 


geiſtert, raſtlos wirfend, führte er durch ein zweites 
Wert in die Wiſſenſchaft, durch die Combinationen der 
mnulchfaltigften Thatfachen, welche die Natur Ihm dar⸗ 
bt, die dee der Gleichzeitigkeit in ber Schichtenbil⸗ 
tung und der Megeneration . ihrer Urformatlonen ein, 
weiche Burch I. 5. £. Hausmann zu gleicher Zeit Im Nors 
ben entdeckt ward; er wies auf den überall verbreiteten 
Afammenbang In ber Natur bin, leitete von einer neuen 
Seite auf die Anfiht eines Gebirgsganzen auf feine 
Iränmerten Glieder und deren Formen, und erinnerte 

an den beftimmten Begriff eines Hochlandes ber 
Erbe, den U. v. Humboldt auf der andern Erbhälfte in 
finen großen Werbältniffen ausmaß und in die phyficas 
ifhe Seograpbie einführte.. Die genenroärtige Arbeit 
derdankt bem mehrjährigen Umgange mit biefem Edeln 
ki isrem erften Eutfleben das, was fie an Wärme und 
Ken befigen mag. 

Schon vor dieſen unter: freiem Himmel thätigen: 
Ränzern wußten zuerft der Schwede Gahn und dank 

. mit dem ihnen eigenen mathematifhen Scharfs 
fun die Seſetze der durch polarifc einwirkende Kräfte 
bargeftellten Erpftallifationen zu verfolgen. 

Die neuern Chemiker aber wurden in der Atmofphäre 
und im Laboratorium durch die mannichfaltigfien Wege 
m das innerſte Berbältniß der geheimnißvollſten Freund⸗ 
ſchafts⸗ und Blutsverwanbdtfchaften der Subftangen eins 
geweiht, deſſen Geſetzmaͤßigkeit zuerft Berzelius ſelbſt 
der mathematiſchen Sormel unterwarf. 

run Eonnte erft durch die Anfhauung ber bildenden 
Thaͤtigkeit in der anorganifhen Natur, aus dem Aufloͤ⸗ 
ſungs⸗ und dem ſich gegenfeltig im Wefen und In der Form 
bedingenden Miſchungs⸗Verhaͤltniß, ſammt der diefem 
entiprechenden Erpfiallifirung, die Idee einer anorganis 
fchen Specles und aller davon abhängenden WVerhältniffe 
entfiehen. Diefe führte Hausmann durch dad ganze 
anorgantfche Reich hindurch, bis gu Ihren dußerften 
Srenzen. Es entwidelte ſich aus dieſer Anficht eine 
reihe Fülle von Wahrheiten und Auffchlüffen für alle 
Zweige der Erd: und Naturkunde. Die Benugung eint- 
ger derfelben, wie fie die mündliche Mitteilung des edeln 
Freundes gab, oder erregte, in ſofern fie in den Zuſam⸗ 
menhang gegenwärtiger Arbeit gehören, möge für man⸗ 
he ihrer übrigen Unvollkommenheiten entfchädlgen, und 
dem unermuͤdeten Sorfcher nach Wahrheit, dem begeiſter⸗ 





38 Einleitung. 


ten Lehrer fen damit Hier nur ein Wort bes innigſten 
Dankes gefagt. 


b) Bildbungen ber Dceane 


Die außerordentlichen Fortfchritte in der Keuntniß 
der Meere und der oceanifchen Bildungen lernen wie 
faſt nur allein aus den zahliofen und an einzelnſtehen⸗ 
den Beobachtungen fo reichen nautifhen Werten ber 
Britten kennen. Was bis jetzt darin von andern Vils 
fern, den Portugiefen und Spaniern früherer Zeit, Die 
Küfen entlang, oder Innerhalb der Tropen, und unter 
ben Scanzofen Marchand, Fleurieu, La Peroufe audges 
nommen, getban worden, ift im Ganzen leichter zu Äbere 
ſehen; felbft v. Kruſenſterns MWeltumfeegelung ging aus 
der engliſchen Schule hervor. Die Norbamerlifaner, ob⸗ 
wohl fie zu Rivalen der Meerherrfchaft heranwachſen 
und ihre Handeleflotten felbR ſchon bad weite Suͤdmeer 
ungäblbar durhfhwärmen, haben, fo viel wir wiſſen, 
bis jeget leider mehr. für ihren eigenen Gewinn auf ih⸗ 
rem Elemente geforgt, als für bie wiffenfchaftliche Kennk⸗ 
niß deſſelben, ale hätten fie diefe Schuld mit dem einen, 
großen B. Franklin abbezaplt. 

Die Dritten dagegen haben, um nur bie Grenzen gu 
nennen, beide Pole durch J. Eoof, und den Nordpol ins⸗ 
befondre noch durch C. Phipps, für die Wiſſenſchaft zu 
erforfchen gefucht; suerfi den jüngfien Erdtheil nicht nur 
durch eine lange auf einander folgende Reihe von Sees 
-männern, deren Fahrten In v. Zimmermanns Auſtrallen 
zu überfehen find, ganz von neuem entdeckt und berichs 
tigt, fondern auch deffen Landvefte durch C. Flinders mit 
der hoͤchſten nautiſchen Genauigkeit. rund um feine Küs 
den zuerſt unterſucht. Go bat die Natur der Meere 
in der That durch fie eine ganz neue Stellung auf bee 
Erdoberfläche gewonnen. 

Durch Naturforfher, nämlich durch die Ynterfas 
chungen der Algo⸗ uud Zrologen, eines Eli, Lighifood, 
Zurner, Mertens u. a., eines Donati, Forffal, D. Er. 
Müller, De Boſc, Peron, Tileſius, ift dad Leben un» 
Weben in ihren Tiefen an bag Tageslicht gefommen. Nur 
allein von Capt. Vaudins unglädlider Erpedition nad: 
Auftralten, brachte Peron durch feine und feiner Freunde 
Thaͤtigkeit eine Zahl von 18414 NRaturförpern mit, unter 
denen, nach den Angaben der Pariſer Gelehrten, 1400 
neue Species aus ber oceanifchen Zoologie ſich befinden 





Einleitung. 59 


ſolten. Noch merftvärbiger wären Beobachtungen über 
dab Yeben ber oceanlidyen organifirten Biidungen, deren 
Tilefius auf felner Erdumnfeegelung fo viele faınmelte, 
Nah feinen mündlichen Belchrungen können diejenigen, 
weihe über den Haushalt der Meere Auffchlüffe geben, 
an ihrer Stelle mitgetheilt werden. 

Die Bemerkungen eines Peyffonel, B. Franklin, J. 
Eosf, Ch. Blagden, 9. J. Bladh und Marchand über 
bie lscalen Bewegungen bed Meeres erregten die Aufs 
‚ merffamfeit der Seefahrer. La Place vollendete die 
Theorie der allgemeinen Meeresſchwankungen; Lame⸗ 
tyerie entwarf eine Hypotheſe für die localen Strömuns 
gen, die Romme gefanmele hatte. Aber Sleurleu, Ren⸗ 
ad, 9. v. Humbelde und v. Krufenfiern bereicherten 
diefe Lehre mit den beſtimmteſten Thatfachen, zeigten 
Ihre Wechſel, ihre Begrenzungen an und berechneten das 
Mittel ihrer Seſchwindigkelten. Rennell und v. Hum⸗ 
boldt machten fie —* beſondern Gegenſtand ihrer Auf⸗ 
merfſamkeit zum Beſten ber Sicherung des Menſchen⸗ 
lebens, und wegen Ihres hiſtoriſchen Einfluſſes auf die 
leichtere DBerbindung jeefahrender Voͤlker. 

Gie führten zuerſt Franklin auf die Unterſuchung 
der DReeredtemperatur, welche feitdem in den Tiefen und 
an der Dberflähe zu den werkwürdigftien Thatſachen 
geführt bat. Dur die Meffungen von Irwing und 
MR. Forſter an den Nord: und Suͤdpolen, durch Pes 
ron, U. dv. Humboldt und Horner in den Aequatorlals 
meeren bat bie Lehre von der Verbreitung der Bewoh⸗ 
ner der Dceane in ihrem Aufs und Abſteigen und Hin⸗ 
und Herwandern einiges Licht erhalten. 


c) Die Atmofphäre. 


‘a dem Gebiet der Atmofphäre, auch abgefehen 
von allem Cosmiſchen und Chemiſchen, find die Bemüs 
bungen ber Beobachter, von der leuten Hälfte des vers 
nafienen Jahrhunderts an, fehr merkwuͤrdig geweſen und 
ihre Arbeiten, als faft jedesmal von Thatſachen autges 
bend, immer reihe Quellen für die allgemeine verglels 
ende Geographie geworden. 

Nicht nur der Höhe nach haben Aftronomen, wie 
a Place, Diberd, Brandes, Benzenberg, durch Beod⸗ 
shtungen und Berechnungen über die Brechung der 
lichtſtrahlen und bie Eurven der Atmofphärilien, Lichts 
ihnuppen u. ſ. w. die obere Grenze derſelben zu beſtim⸗ 





42 Einleitung. . { 


gefegt wurden, bie J. F. Pictee durch graphifche Zelch⸗ in 
nungen zu erläutern fuchte, €. G. Pfaff aber durch ihre & 
Anwendung im Großen für die Lehre von den Climaten a 
böchft fruchtbar zu machen mußte, dieſe führten zuerſt zu ır 
den merkwürdigen Auffchläffen über die Sleichzeitigkelt mi 
und Succeffion allgemeiner, über ‚ganze Erdſtriche, je ;x 
Erptheile ſich verbreitenber meteorlfcher Begebenheiten. x 
Die fucceffiven Barometerbeobachtungen an demfels y, 

ben Standpunkte Ichrten durch die bewundernswärbigfe ı; 
Genauigkeit der Eurventafeln eines Studer In Bern (ek ı 
Menfchenleben hindurch fortgefegt) durch die Arbeiten fen, 
vieler Academien und Ihrer Wergleichungen durch Ja ng “ei 
ı 





Gronau u. a. das nicht Eyclifche weder im Viertel 
im vollen Jahrhunderte, und es zeigte ſich bier, % 
der apriorifche Begriffsmenſch bei gefchlofienem Blik 
in die Natur von feinem egoiflifchen Standpunfte aub 
oft große, aber nichtige Schritte thun kann. Indeß wärs, 
ben ganz unertwartet die Heinften unmerfbarften Schritte 

J 





in der Natur durch die Beobachtungen ber Franzoͤſiſchen 
Akademiker in den Höhen von Quito, der Engländer in 
ben Ebenen Beygalens, buch Mutis und U. v. Hum⸗ 
boitt an den Kuͤſten von Caraccas entdeckt, bie allges a 
meinen täglihen Schwanfungen in der Atmoſphaͤre der 
Tropenländer, melde durch Ehinineli in Padua, Ras ,, 
mond in Auvergne, 2. v. Buch in Deutfchland, für bie y 
gemäßigte Zone, und durdy Horner auf ben Deeanen bes : 
flätigt wurde. Ja Slinders fand durch dad Batometer 
auf den Nundfahrten um den Auftralifhen Eontinent, ba 
Gefeg über den Einfluß ber Sees und Landwinde auf . 
den Druck ber Geſammtatmoſphaͤre fo auf, daB er dadurch 
für den Seemann eine Scale über bie Annäheruug aus 
bem Dcean: zum Eontinent entwerfen konnte. So wurde 
diefe Queckſilberwage eln Inſtrument zum Drientiren auf 
ben Dceanen, twie fie ed auf dem Eontinene In der. php» 
ſiſchen Dimenflon in jeder Hinfiche gewefen if. 

Denn durch fie erft wurde der wichtige Unterfchieb 
abfoluter und relativer Höhen, und fpäter auch Ebenen, 
in der Erdkunde aufgefaßt, obwohl in der Geographie 
ſelbſt wenig beobachtet, da man Überhaupt, wie überall, 
erft das Auffallendfte in den Dingen und Wilfenfchaften 
anſtaunt, und fo fich mehr mit der Bewunderung - der 
gemeflenen Höhe der höchften Berggipfel begnügee. 

Welche außerordentliche Menge von Anftrengungen 
mußte vorbergehen, um die Reihe von Thatfachen in Zah⸗ 


<I 2 1% 


u — —— — un nn —— A u EA 





Einleitung. 43 


m über bie Berghoͤhen aufjuftellen, bie In ber Inhalts 
eichen, genauen Miltenbergiſchen Sanımlung zuerſt voll⸗ 
änbig Überfeben werben Töunen. Nar derjenige, wel⸗ 





we eigeme Verſuche ber Art auf Alpengebirgen gemacht 
at, weiß bie Verdlenſte jedes einzelnen der bort aufge, 
Ifeten NRamen-zu würdigen. 

Um bie geographiſche Wiffenfchaft aber wurden dieſe 
sbleureihen erft durch H. de Sauffure, U. v. Humboldt, 
m 8, o. Buch und ihre Schüler, fruchtbar gemacht, 
imlih zur Dergleichung allgemeiner, climatiſcher, geos 
und Negetatlond, Verhältuiffe, und dem legtern 
| das Berdienft, durch fie zuerft nach de Sauffus 
es Bergang das Phänomen der Gebirgspäfle nach als 
m Richtungen bin zur Auſchauung gebracht und dadurch 
ngäglige Ixrrthümer aus der allgemeinen vergleichenden 
bdbeſchreibung verbannt, viele Wahrbeiten ihr gefichere 
u haben, weil fie, und nicht die Berggipfel, der Standa 
mufe des beengten Gefichtöfreifes aller Gebirgsreiſen⸗ 
eu im Oſten und Weſten der Erbe waren. 

Durch beide um die Wiffenfchaft fo viel verbiente 
Rinner, fo wie Insbefondere noch durch den gleich uners 
wäblichh forfchenden Wahlenberg, wurden in drei verfchies 
wu Floten, ber Lapponifchen, Karpathifchen, Helveti⸗ 
Wen, dadurch die Klimas Marken, ald Grenzrepraͤſen⸗ 
anten in der vegetabilifchen Melt, in Vergleich mit des 
neu unter Ben Tropen, und durch feine finnreiche Vervoll⸗ 
Isumzung Der Echre vun ber Erdwärme, vermittelft ber 
etſachen der Queſlentemperatur, bie große Anordnung 
ver buntfarbig bekleideten Erdoberfläche in ihrem geogras 

Hauptzsufammenhange und nad wichtigen Res 
in, wenigſtens von einer Seite aus, im Einzelnen dars 
geReüt. eß hatten die Bemühungen derfeiben Mäns 
ner, angeregt burch die früheren eines Scheuchzer, Tours 
sefort, de Sauffure, Ramond, Townſon, und durch Kits 
wand Aechnungen, wirklich vermittelt ded Barometers 
uns Beobachtungen vom Norbcap bls zur Südfpige In 
Euzopa, wie auf den Gipfeln der Nequatorial » Zone, das 
Aufbören aller Vegetation und die ewige Schneelinie 
as die Grenze der lebendigen Schöpfung aufgefucht. 

Diefer mannicdhfaltige Einfluß der Unterſuchungen, 
af welchen das Barometer wie ein flügender Wanderftab 
aber verwirrenden Welt der Erfcheinungen biente, mußte 
Der befonders angezeigt werben, ba er bie Seele in der 
sanıım Anordaung des gegenwärtigen Werks geworben 













4 Einleitung. 


iſt. Noch iſt freilich nicht der allererfle und fräßeffei 
vom Irdiſchen ausgehende Antrieb nach ber 2 
oder erſten Mitte bes Wiſſens in der Atmoſphaͤre, wduten 
lich ber fogenanuten nugbaren Meteorologie, auf R 
eine Weiſe hierdurch befriedigt, und ihre Anforderung 
aufgelöft worden. Aber wie jede Brognofe an ſich ſchu 
unfruchtbarer für die MWiffenfchaft und mehr Sache ig 
ezoiftiihen Neugier als reinmenfchlichen Str r 
ſeyn fcheint, weil ihr die Demuth und das Vertr 
zur göttlichen Vorſehung fehlt, fo faelat aud dem 1 
fer, der in Ihrem Sinne fi abmüher, im Welt | 
‚eine entfprechende Belohnung vorbehalten gu 3 E 
bingegen das unelgennügige Streben nad  .. 
fhon In manchen Zweigen mit der Zuruckfuͤhrung 
wahrhaften oder lebendigen Mitte gefrönt wurde. 


Zugleich ergibt fih aus dem Vorhergehenden * 



















weiteres Auseinanderſetzen ber Quellen dad Eiuw 
aller ſo gewonnenen Reſultate auf das Verſtaͤnduiß Wi. 
Geſetze des geographiſchen Verhaͤltniſſes der ganzem 
lebten Natur. Wenn Hierin etwa hie ober da in, 
genrärtiger Anordnung eine Intereffante Ausficht Ger 
treten folte: fo verdankt der Verfaſſer biefe ganze 
zung feiner Aufmerffamfelt dem vieljäßrigen, belehgi 
ben, und, mit Stolz fey es gefagt, vertrauten Umg 
mit einem edeln Manne, S. Th. Gömmering, ber % 
ein Schmuck feines Jahrhunderts und feiner Nation, 
nannt wird. Denn fein Geiſt erfülte auch Andere‘ 
den Ahnungen ber Tiefen der Natur, bie fein eigner 
nius bis in Ihre verborgenen Geheimniſſe durchſchaut 


| 


d) Die Wirkungen unter ber Erbe Pi 


Gehen wir nun zur Neiße des dritten Elements uhfü 
zu den Wirkungen feiner chclopifchen Gewalten über: 
zeigt fih, daß der lange Streit der Neptuniſten ul 
Vulcaniſien das lebhafte Intereſſe, entweder etwas \ 
niederzureißen, oder etwas Meued aufjubauen, 
menfchlicher Welfe gur größern Thätigkeit getrieben, b 
Kraft der Unterfuchung gefchärft und wenn auch ga 
nicht fich ſelbſt befriedigt, doch die dem — 5 — 








hende, allgemeine vergleichende Erdbeſchreibung 

merkt mit einem Schage von völlig unbeſtrittenen T 
ſachen üter fubterrefire und fubmarine Erfcheinungen 
‚Einzelnen und in ihren Werbreitungen belehrt hat. * 


46 Einleitung. 


zu Tpeorien zu führen, and leiteten fo bie Aufmerkſam 
keit auf das Periopifche, wie auf bie Erbbebenfphären, 
Die vulkaniſchen Eruptionen beſchrieb Hamilfan; 
D. de Dolemien und Kerrara beobachteten fie als Na 
turforfcher in ihren Tharfachen, Breisiad In Ihren Pro⸗ 
Bucten und chemifchen Urfachen, und verbanden Dam 
oder fihufen intereſſante Hypotheſen. Zi 
&. 8. Buch mußte zuerſt In diefen mennichfaltigfen 
Erfchelnungen das Zufällige vom Wefentlichen zu fr 
nen, den Maaßſtab für die großen Berioden des WE 
nomens Im Steigen und Gallen des Kraterbodend, BU 
vier Hauptmomente jeder Periode im antünbigenil: 
Erdbeben, Lavenauswurf, Rauch» und Afchenaug ! 
und den Moffeten in der Natur nachzumeifen. Auf fe 
nen vielfach mieberholten Wanderungen durch Itallen 
beflimmte er zuerſt den ‘Begriff des Vulkans, des Außerı 
und Innern, feined Baues, feinee Probucte, und zeige 
das ſubmarine Seblet in ben Tuffablagerungen am Epo⸗ 
meo und auf dem claffıfchen Boden ber fiebengehügeltek 
Weltſtadt. Er ſtellte Über die Eigenthuͤmlichkeit des Ges 
bilde6 von Auvergne eine Fühne Hypotheſe auf, die “2 











ſchon faft feine mehr tft, und welche von €. ©. We 
im Vivaray Ihre weitern Aufliärungen erhalten 
Er erfand zuerſt die beſtimmte und allgemein verfl 
liche Sprache in dieſem Felde der Wiſſenſchaft. N 
Was fein Scharffinn an einem einzeinfleheuben, 
feellich recht zum Studium hingeſtellten Vulkankegel, bem 
fort und fort thaͤtigen Veſuv, über dem lebendigen Nea 
pel erforſcht und vorausgeſehen hatte, wurde auf * 
andern Erdſeite im indiſchen Ocean auf Isle be Franck 
und Bourbon, an ganzen Bulfangruppen burch Bor 
St. Vincents bi6 in das geringe Detail gehende, cat 
fifhe Beobachtungen beftätige und erweitert. 
Vom Morben Ger boten die ſchottiſchen Natutfor⸗ 
(her, ihm unberwußt, feinen durch Ihn aufgeregten Ideen 
die Hand. Die berühmte, auf die Granitgaͤnge von 
Eornwalliö gegrändete Hypotheſe eines Huiton, die mit 
noch größerem Scharffinn, mehr Methode und Nebers 
blick ber Thatfachen durchgeführte Erläuterung derſeiben 
duch Planfair, wie dur J. Hall's chemiſche Verſucht 
über die Feuerproducte, in fofern fie unter einem darauf 
laftenden Drucke fich geftalten müffen, bereicherten bie 
phnficalifhe Geographie mir Anfichten und Matbmaßuns 
gen, welche nicht nur in Joland fräher durch Olafſen 


"ee - ur 


ih dern auch auf faſt at 
Betnpe este 







dt 
et A — — 


—S unr von ber * —— 
Seite Der —— —39* — defeiben Den, 


t innen die 
j wenig mie dir 
bes un ac ka — ateh: 3* 
©) Die Pflanzenwelt, - 
Br Bann ber Gewächfe nach been Wieberbe⸗ 
nefort, U, de Einne_ ver⸗ 
er alg jedes Andre über * der Erxde, 
—— und in fofern lonnte hier 
an ale 0% DH HR a ac Syrah de 
Aalen an Aber nur diejenigen wurden befonders reiche" 


48 Einfeitung. | 


Quellen fir bie allgemeine vergleichende Erbbefchreißt 
welche entweder das Ganze ihrer Wiffenfchaft von 
Seite der Natur aus Überfaben, und in fofern fi 
über die Wiffeufchaft erhoben ſtanden, oder eingelne TE 
derfelben in fpecieller Verbindung mit ber Erboberfl, 
betrachteten, 

So wurden es bie Arbeiten von Gmelin, Ya 
und Willdenow nach dem Muſter der Einnelfhen Ast 
tungen babucch, daß fie auf die Sefammtfloven der 
birge Im Gegenfag berjenigen der Ebenen aufmerf 
machten, wie z. B. Pallas die oflseuropäifche, bie | 
sifche, die dauriſche In ihren Begrenzungen auffur 
wie A. v. Haller, Scopoll, Wulfen, Römer, Hoſ 
Suter u. a. Beiträge zu der Alpenflora mittheilten. 
..  Desfontaine lieferte zuerſt aͤhnliche zur Küfenfl 
eines mittelländifchen Meeres, weiche durch ihn in 
atlantifchen, durch Cavanilles in ben Gewächfen S 
niend, durch Decandolle in den franzöfifchen als fo. 
verwandten näher unterſucht wurde. 

Willdenow machte zuerſt auf dag Characterif 
der Geſammifloren der verfchiebenen Erdtheile aufn 
fam, und ftellte in Europa eine nordifche Klor, eine | 
verifche, oͤſtreichiſche, pyrendifche und Apenninenflor « 
Lamark, indem er für jedes Pflangengefchlecht einen 
wiſſen Mittelpunct auffuchte, glaubte acht Haupkfle 
auf der Erde zu finden, nämlich die Virginiſche, K 
indifche, Dftindifche, Afrifanifche, Auftrafifche, Autaı 
fche, die Mordifche und die Morgenländifhe, und 
diefen wieder nach gleichem Grunde verihiedene © 
cialfloren; ee bereicherte fo die phyſiſche Geographie 
allen Thatfachen,. welche das natüclihe Gruppirun 
ſyſtem der franzöfifchen Botaniker darbot. Decand 
8 rte die Idee der Specialfloren in Frankrelch mit 
groͤßten Beſtimmtheit durch, und fand nach der Maj 
tät der Gewaͤchsarten fünf große Regionen in bie 
Reiche, welche zugleich die ganze phyfifche Natur « 
racterifiren. hatte ſch X ſter helle V 

agegen ha on zue Forſter helle Bl 
in die Natur ber Formen der Gewaͤchſe geworfen, A. 
Humbolbet aber ſtellte zuerſt, in feinen Ideen zur Phiy 
gaomif der Gemwächfe, ſechszehn characteriftiiche Pfi 
zenformen für die waͤrmern Zonen ber Erbe auf, ı 
malte bie Natur der Tropennegetation burch einen 
wundernswürbigen Reichthum von Thatfachen, bi 


war (28, weicher zuerſt auf das benummtente 
Aus des Eontinentalclimas auf die Vegetation, 
B des Dune, RR und ihre wechfels 
7 ben ren ber 


7 — 7* en ; 
ar und Madenzie ober 
* —— Fer 








. 


60 | Einfeitung. 


ſtaͤbt und von Biberſtein Im Kaufafus, bie Sortugieli 
ſchen Miffionaire in Habeffinien, aud) Poncet, die Spww 
nier in der neuen Belt, deuteten ſchon den vegetablil⸗ 
fchen Reichthum eines Terafienclimas an, deſſen sek 
Fuͤlle aber erft durch A. v. Humboldt aufgeſchloſſen 
angeordnet wurde. 5. H. Link klaͤrte dadurch bie Gas 
grapbie der Spaniſchen Halbinfel auf. Die faft völlige 
Ausrottung einer Lanbdesflora durch eine eingewanderfe' 
Eulturfiora wurde im Aegyptiſchen Nilthal zuerſt von 
Sorsfal, Bromne, Girard u, a. angeführt. 
Ueber den Einfluß der Localltät bed Bodens auf bie‘ 
Gewaͤchſe hatten die größten Meier in dem Anbau dep 
felben, die Chinefifchen Ugriculturmänner, laͤngſt igeR' 
practifchen Regeln feftgefent, als er bie englifchen, beaß' 
fen und franzöfifhen Agronomen darüber die Hanph 
thatfachen aus ihren Erfahrungen zu abſtrahiren fuchtems 
Th. de Sauffure wollte durch die Chemie bie Verhältul 
des Belebten zum Iinbelebten in ber Vegetation nachwn 
fen; Leslie zeigte ben verfähiedenartigen Einfluß der ſpech 
fiſchen Abforbtiondfraft .ded Bodens zur feuchten Atuc⸗ 
fpbäre auf die darauf ſich anfegende Vegetation. Pagas 
erinnerte an bie Flora der Salsfteppen, U. v. Humbolbt 
an die des Sandbodens und an bie iſolirt und In Heerben 











wuchernden Gewaͤchſe. Ein ganz neues Feld für die Kurs 


zel aller Vegetation wurde durdy das Studium der Cry⸗ 
ptogamen in ihrem Verhaͤltniß zum Ganzen aufgefchloff: 
und dadurch der Norden der Erde näher characterifin 
n dem nad) dem Gefeg der Eentralattraction fi aus 
eßenden, und durch die Oberfläche und ben Aggregat 
zuſtand des Subſtrats bedingten Vermoͤgen der Lichenen, 
die im Trocknen auf der unterſten Stufe der vegetativen 
Kraft zu ſtehen ſcheinen, fand Hausmann einen erſten 
Grund der Beguͤnſtigung der organiſchen durch die unor⸗ 
ganlſchen, und der Zerſtoͤrung der unorganiſchen durch bie 
organifchen Bildungen, auf. Neeb zeigte, wie die Anzke⸗ 
hungskraft gegen den Nahrungsſtoff bei den Gewaͤchfen 
den Mangel willkuͤhrlicher Bewegung in ihrem vegetatis 
ven Leben: erſetzten. Durch Floͤrke's angeflellte Verglelsi 
chungen ber croptogamifchen Sloren von Kamtfchatfa un 
Europa ergab fih bie Einförmigfeit derfelben in der: 
Nerdhalbfugel, und durch die Vergleichung mit der cry»; 
ptogamiſchen Flora von der Inſel Bourbon und Isle dei 
France, die Einförmigfelt jener mit der Höhenflora dieſer 
Infeln, und fo eine merkwürdige Ausnahme von bes 










Enlenung 
— 


—— die durch ihjre in 
— ‚en Bildun⸗ 
Wann feld in ber e Bote‘ * " 5 
bewe iſen. 
> 9 2. Spierweits 
raphiſchen Verhältniffe der Tblern war 9 
fr im Allgemeinen es und 
ige —— Sie FH Ihren wichtigſten/ ir 
und nüßlichfen Thellen dem Denen 
ae ernten. überfeaulicher, Kt 
leſchſam in der Mitte der ns 
Ken BE 1 F * größten und merfwuͤrdigft 
aher fchon faft jeder Schrift, er 
5* er Aufſch luſſe und müs die 
14 — hat, durdy die Meiſterwerke eines 
— Blumenbach, Cüvier, Trevira⸗ 
und von ihnen or je die Erd⸗ 
Sende is Duelle bearbeitet dad 
Hten nur auch die afigemeinen eebälenifie der 
ı großen Aufammentange mit ber Natur und dent 
3 minder beachteten —E erfi befimmter 
kommen und genauer uberſehen 
tjenigen KTeſultate welche bie raftlofe Spärigtele 
bie „iie pbnRealtiäe Erdkunde fo verdienten Grafen 
kr A aus ben unzäßligen Shatfanen gemons 
lichen Beobachtungen und Vergleichun⸗ 
ke at wie in feinen 3 und geo⸗ 
b geordneten Sammlungen darboren, wÄrden als 
m für das Verhältmiß der Vegetation und der 
E den en Ber men und dem eben der Shlerorgas 
jögel» und Juaſektenwelt EN Ihrer geos 
den Berbreimn ganz neue Auf - 
m diefem Zwer etheilte Ari de EEE 
i Beſien ber allg ai vergl 
yo been, Stelle angeführt — 
beß dat das Studlum der Ue nm einſt 
Bu un | fm et der Erbe begrabenen Vormeit, 
KT die’alte wie bie MET ht 
* Ai, vr b — LE 
vun ent, darch Diaruen⸗ 


2 


52 Einleitung. 


bach zuerſt feine Bedeutung und das zablloſe Heer theils 
befanuter, halb oder gar nicht gefannter Gefhlechter feine : 
Anordnung erhalten. So Ift durch Ihn und J. Kant bie | 
dee einer Archäologie der Erde in die phyſiſche Erdfunbe 
einaefilhre worden, welche jeßt ſchon zu einer ganz neuem : 
erfien Schöpfung zuruͤckfuͤhrt. Wenn es fchen laͤngſt in 
Verwunderung fegte, welche große Zahl von Gebelnen ; 
gleichartiger coloffalen Individuen der Norden der Erde , 
unter den obern Lagen feiner Erbrinde verbarg: fo wurbe , 
dieſe zum Erftaunen bei der Entdeckung ber verſchiedenar⸗ 
tig'ten Gattungen einer verfchwundeuen coloffalen Thierg : 
ie:t, an einem einzigen Puncte der Erbe, In den J 
bruͤchen von Montmartre. Durch das genauere Studinm 
der Teſtaceen wurden bie weitverbreiteten Suüßwaſſer« 
bildungen der Vorwelt auf der oberſten 349 der 
rinde und auf den kleinſten, beſchraͤnkteſten Räumen, wie . 
Eos dor den Thoren von Paris, bei Srignon, wie Sep; 
erlin und andern Drten gleich Gunberte ber verfchien , 
beuften Specied neben einander entdeckt. BR 
Die Beobachtungen und Entdedungen, welche bie, 
Arbeiten von G. Eüvier, A. Brongulart, 3 Partinfog, . 
Daudebard, v. Schlottheim, v. Merk, S. Th. Sömmes ! 
zing, Pallas, Fortis, Faujas, Eh. W. Peale, Sefferfon, , 
Torrubla, U. v. Humboldt, H. F. Link u. a. enthalten , 
baben hierüber einen Schag von Tchatfachen gelieferte , 
welche eine bis jept nn (&roindelcrregende Ausſicht in 
die Vorwelt der Erdgeſchichte eroͤffnet haben. 


4. Uebrige Materialien, Schluß. 


Und fo find wir bei der ſummariſchen Anzelge der 
Hauptquellen gegenwärtig zum Schluß berjenigen gekom⸗ 
men, welche das Regulativ der übrigen geworben, unb 
nicht ſowohl dad Materlale, als vielmehr das die Kanye: 
Arbeit Durchwachfende Sormale, dargeboten haben, gleidye, ' 
fam. die organifirenden Inſtrumente geweſen find, burdh | 
welche die Arbeit felbft fi) machte, Br 
Drurch Ariſtoteles Vorgang und feine Nachfolger In, 
dee Alerandrinifchen Schule, durch Eratoftbenes, Dips, ı 
parch und Anbere, wurde zur Begründung der mathema⸗ 
tifchen Beographie, von dem Himmel aus, ein Neg über N 
ben Erbball alfo gezogen, daß nad) Länge und Breite jes, 
ber einzelne Punct ber alten bekannten, oder neu gu ente; | 
dedienden Erbe, barauf In geböriger Drbnung und mi, 
größter Beftimntpelt nach Grab und Minute, zur Auf⸗ h 


4 


| 
1 
ı 
i 


SR 


ar ZI Le Bu A 





Einfeitung. 63 


fintung feines räumlichen Verdaͤltniſſes und Sicherung 
afer mit bemfelben zufamnienhängenden Thätfachen, für 
die Begentvart, wie für die Zukunft eingetragen werden 
So bat auch jener ehriwärbige Verein von Mäns 
nern ded jüngiten Jahrhunderts, und zumal die aud 
deffen letztem Diertel, welche die Anfhauung der Natur 
mit dee matbematifchen Methode in den Naturwiſſen⸗ 
(haften verbanden, um fie fid) zum Flaren Bewußtſeyn 
n erheben, ein ac den Naturgefegen gewebtes uns 
—** Netz, Bas ben Erdenrund umgibt, eutdeckt. 
E iR von ber Narur ſelbſt in den Haupipuncten durch 
ihre Thatſachen, im Schooße der Erde, In den Bewe⸗ 
gungen ber Elemente, im Leben der organifchen Welt 
angedeutet, daß der Furzfichtige Menſch auf den Linien, 
bie von diefen Puncten zu den Ihn verwandten, durch 
Verglelchung gefundnen Puncten führen, fich in ihre uns 
Maunichfaltigfeit und Fülle finden lerne, 
Nach der Alerandriner Zeit wurde freilich noch mans 
her Planet am vielgeftienten Himmel entdeckt, doch fand 
ber Grund ber Einthellung, der von der Natur ſelbſt ges 
seben war, für ale Ewigkeit fell. Noch find zur Zeit 
zur wenige Dauptpunfte vom phyſiſchen Leben der Erds 
oberfläche und ven dem mehr organiſchen des ganzen Erd⸗ 
balles als eines Planeten befannt, und noch manches Bes 
Kirn, mancher Planet muß zu deffen vollem Verſtaͤndniß 
am phnfifhen Horlzonte aufgehn; aber da Ale zu einen 
und demfelben großen Sonnenfnfien gehören: fo wird, 
wenn die Örundgejege von biefem nur In ihrer Wahrheit 
daſtehen, die Erkenntaiß beffelben zwar unaufbärlid, bes 
eichtige, aber feln Weſen felbft nicht gertrümmert werben, 

Sind die Hanptlinien des Neges mit Gicherhelt 
gezogen: fo müflen durchaus alle phyſiſch geographis 
fchen Thatſachen barin ihre beftimimte, naturgemäße 
Etele finden, menn nur einmal bad Syſtem der Bil⸗ 
tung des Netzes in der Anſchauung aufgegangen ft. 

Zu bdeffen Verſtaͤndniß iſt alled Frühere bier gefagt, 
and bie Materialien in ein foldye® einzutragen, dieſer 
Berfuch gewagt worden, deſſen Mängel bald ihre Nach⸗ 
bälfe finden werden. 

Hier noch alle die einzelnen Duellen ber In das Netz 
eingetragenen, meiſt zu andern Zwecken, in anbrer Drds 
mung, oder iüſolirt ſteheuden Materialien aufzuführen, 
würde unpaflend ſeyn, da biefeiben jede an ihrem Orte 




















64 Einleitung. | 


genannt feyn werben. Durchaus noch nicht alle vorhan⸗ a 
denen Materialien konnten bier eingetragen werden, Mr 
febr auch nach Volfändigfeit gerungen wurde uno fe, 
auch in einzelnen Theilen erreicht feyn miag; aber 0. 
den wichtigen ſollte wenigſtens bier Fein Hauptpuntt 
fehlen, der zum Ganzen gehoͤrt. 3 
€ IR hier nicht einmal dasjenige angezeigt worden, 
was den geographiſchen oder biſtoriſchen Syſtemen bee“! 
Griechen und Roͤmer, der Araber, der Gelehrten deß 
Mittelalters, oder denen der neueſten Zeit verdanit "' 
ward; auch nicht einmal bie allerbedeutendſten Meifehes * 
richte, welche feit Odyſſeus Irrfahr: bi heute die Lüge’ 
ber s und Völkerkunde bereichert haben, können bier gap * 
nannt werden. Diele davon find Äberaus wichtig, nud \! 
wurden bier wo möglich In ihren Originalſprachen benugk, '? 
wicht in den fo felten unverfiäinmelten Leberfegungen , I '? 
denen nur zu oft das die Wiſſenſchaft Belehrendſte, at} '' 
ein ju ernfter und unintereflanter Theil, ſelbſt bei du % 
wichtigſten Gegenftänden, tie z. B. Siinders Unterfiss 
&Aungen über ben jüngften Erdthell, ausgelaffen wird, .; 2 
Nicht einmal des Antheild, den ganze Eorporationgg a 
en den Quellen haben, tie etwa Handlungsgefellfchas Y 
ten, Miſſions anſtalten, wiſſenſchaftliche Inſtitute, wie Sie u 
Afrikanische Societät in England — nicht dedjenigen, % 
den Weltmäcdhte, wie z. D. Alexander der Große, Ts 1 
mur Bed, oder bie ruſſiſchen Ezaare und die chinefifchen & 
Kalfer an der Entdeckung bes Innern von Afien bass i 
ten; nicht deffen, den die SKriegsgefchichten aller Wölfer x 
an der wichtigen Terrainfenntniß ber Erboberflädhen bar ı 
ben, kann bier gedacht werden. Auch nicht, was Vils i 
fermaflen ganze Jahrhunderte hindurch nach einer und ı 
derſelben Richtung bin zur Aufbellung allgemeiner phys ı 
Afcher Weltverhältniffe geleiftee haben, wie z. B. bie ı 
Horben ber Bölterwanderung nah dem Weiten, das | 
Drängen der Gebirgsvälfer in die Ebenen, die ‚Deere 
der Kreusfahrer nach dem Drient, bie Flotten der Pozs : 
tugiefen.. längs den Küftenmeeren, die der Spanler ins 
nerbalb der Paflatwinde, das Streben der Britten nad 
Herrſchaft in Hindoſtan u. a. m. ' 
Nur eine in ihrer Art einzige Erfchelnung eines Welt 
reifenden muß bier eine Ausnahme machen, und noch 
einmal ber Name eines Mannes, A. v. Humboldt, am 
Schluffe des ganzen Quellenreichthums genannt werden, 
weil durch ihn, ber in fich die Kenneniffe einer Academsis 





Einleitung. 55 


alt dem Sinne veteinigte, twelcher gewahr wird, was 
Men Erſcheinungen zum Grunde liegt, diefe gegentwärs 
ge Arbeit nur allein ihren ganzen Zufammenbang ers 
ılten fomnte, obne feine Werke fie nie zur Ausführung 
kommen ſeyn wuͤrde. 

Der außerordentliche Fortſchritt, welchen das ns 
m der allgemeinen vergleichenden Erdkunde durch A. 
Humboſdts eigene Arbeiten, wie durch ſeine durch 
8 ganze gebllbete Europa angeregten, widerlegten oder 
genommenen Ideen gewann, fcheint Im Allgemeinen 
sie zu legen, daß biefrr Mann, gebildet durch den 
AR des Alterthums und in :Befig der mathematiſchen 
tabode — durch Das Gebiet der Phyſik hinauf big zur 


Prunoımie, Bis sur Geologie und von der dritten lebens 
wa Seite bie zur Phyſiologie — welche dad letzte 


ssrhundert für Beobachtung bis in ihren Gipfel‘ers 
haffen hatte, eben diefe in fich mie Bewußtſeyn als 
tmafab für ihre Welt trug. Daß er aber bie Natur 
de ihrer andern, nicht meßbaren Seite, In ihrem uns 
& verborgenen, böhern, organifchen Leben, ja in ihrem 
hikorifhhen FZufammenhange (mie ihr cosmifcher ſchon 
Ser gefunden war) abnete, darum ihren Wirfungen 
d den Dentmalen derfelben auf ihren erbabenfien Werks 

nachging, und ihre Mitte, wie ihre Grenzen, 

allen Richtungen hin zu durchdringen fuchte. 

Durch biefe Ausgleichung und liebevolle Befreun⸗ 
mg aller Gebiete ber Wiffenfhaft mit der Natur nach 
m Wefen ihrer für den Menfchen doppelten Richtung, 
arde auc) Ihr Umfang um das Zwiefache erweitert, 
id ihre Schoͤnheit umſtrahlte eine neue Glorie. 

Doch es erſcheint der Einfluß dieſes einzelnen Man⸗ 
ed, ver, wie er ja ſelbſt es ſagt, nicht fo einzeln, ſon⸗ 
ren nur im Kreife feiner forfchenden Mitwelt geftanden, 
er nur als einer der Nepräfentanten, von dem ?us 
ınde, den die Zorfchung der neuern Zeit überhaupt fich 
gebildet hat, und welcher ein großes Bermächtniß für 
6 kommende Jahrhundert feyn wird, 

Menn bie frühere Zeit fi) mehr mit den Sormen, 
rſcheinungen, Thatfachen, bie in den allgemeinen oder 

ben befondern Mitten jedes ihrer Reiche, und in eins 
Inen Zweigen berfelben lagen, befchäftigte: fo ſcheint 
I für Die gegentvärtige characterifirend zu feyn, daß fie 
berall mehr nach Univerfalität firebend, die äußerten 
Srenzen und das Uebergreifen und Ineinandergreifen ber 





56 . | Einleitung. 


Gebiete, nach ben räumlichen, phnfifhen, organifd 
Intellectuellen Dimenfionen bin, aufzufinden, und don 
au einer vollen, lebendigen Mitte zurückzukehren fad 

Dieß foßte ſich auch aus dem Worbergefagten, u 
mebr aber aus allem weiterhin Folgenden ergeben, 
(3 bie für die Erhebung fo erfolgreihe Richtung 
Thaͤtigkelten zu bezeichnen, die In dem Gegenfage 
Art der Wirkſamkeit des Menfchen und ber Natur li 
und dur die Morte Streben und Seyn angebe 
werden fann. 

Denn indem ber Menfch in feinem Gebiete übe 
nur durch auß feinem Innerſten aufftelgende Ideen, 
nen die dußere Thärigkeit noch vor dem gewonne 
Mefultat fich fchon untergeordnet hat, das Gebiet fei 
Wiſſens, gleihfam nur ſtoßweiſe, in außerordentli 
Momenten außerordentliche Geiſter für Alle, -und 
Jeder überhaupt immer für fih, bald hies bald &4 
erweitert: fo wirkte dagegen die Natur von Ihrer gN 
nach ben Grenzen und zugleich von dem Örenzen ı 
ber Mitte, wo auch irgend noch dem Menfchen Ihr | 

fen entfchletere ward, alfo nicht von einem lebend 
Yuncte aus, fonbern im überall lebendig erfüllten R 
me, in minder fichtbar unterbrochenen Momenten, 1 
mehr in ebenmäßig ſchwebender Tiefe und Macht 
gleichſteter unerſchoͤpfter Fülle fort durch alle Zeit. 

Und fo wurbe von Gott die Natur dem fterbii: 

Menſchen als die ſtets nahe Freundin, als Warn 
und Troſt im Erbenleben, ihm beigefelt, als fein 
Einheit mit fi ſelbſt Ihn geleitender Schutzzggeiſt, fon 

dem Eimelnen, wie dem sangen Geſchlechte. Wie 

Erde als Planet der mütterlihe Träger des aaı 

Menſchengeſchlechts, fo folite fie, bie Natur, die Erı 

kerin aus dem bemwußtlofen Schlummer, bie bildı 

Leiterin, bie organiſirende Kraft ber Menſchheit wer! 





Der 


Allgemeinen vergleichenden 








„ 


Fhbefhreinung 


een dp 


Fr 
# 
no. 
C.. 
Be 
n 

FR 


1 + 
WR; 
1 





Die Veſte der alten Belt. 








. 
[1 . 
“ 
“ - 
. “ . 
“ > 
Up be . . 
v .- « D ‘ 
x 
d 
⁊ 
⸗ 
. " 
en . 
..a ” Fon .-__ 
. PR . .. 
k 
“ 
. 
. 
. 
- 
. 








Allgemeine Vorbemerkungen über die feften 
Formen der Erdrinde, 


I. 1. 
Luft, Meer und Land 


dm Erdball umgibt ringsum die Lufthälle; einen Theil 

feiner Außenſeite bededen die Wafler, den andern, welcher 

mit trodner Oberfläche der Luft zugewendet ifl, nennen wir 
e 


Im Gegenfas jener beiden flüffigen Formen, die in ib: 
cee tänmlichen Befammtbeit Atmofphäre und Meer oder 
beißen, wird ber fefte Boden, das Land genannt. 
Luft, Meer und Land beftehen aus einer Mannichfals 
tigkeit von Beflandtbeilen, aus Materien, die wir bier wicht 
im einzelnen an fich, weder als Maffen, nach Umfang und 
Verbreitung, noch als Stoffe, b. h. ihren Kräften nach, zu 
betrachten haben; denn diefes ift die Aufgabe anderer Wiſ⸗ 
ſenſchaften. Die unfsige iſt es, die Geſtaltungen, bie 
ſie in ihrem Verhältniß in Beziehung auf den Erdball, ein⸗ 
nehmen, und das von dieſen Abhängige, genauer zu betrach⸗ 
ten, und zwar die Geftaltungen mehr im Befondern, d. h. 
ihren Theilen, und der Gegeneinanberftellung nach, das von 
ihnen Abhängige mehr im Allgemeinen, dem Wefentlichen 
und dem Wiechfelverhältniß nad. Denn die gefammte Korm 
aller dieſer Geftaltungen, oder die Betrachtung der Kugel: 
gehalt der Erde, fegen wir als in ber MWeltbetrachtung ges 
geben voraus, weil ihre zureichenden Gründe nur aus der 
Aronomie hervorgehen können. Die Unterfuchungen des 
Abbängigen aber, wenn wir fie im Beſondern nach ihren 
erfien Gründen zu verfolgen hätten, würden uns in das 
Gebiet der Mechanik, der Phyſik, der Chemie, der Phyflos 
isgie und anderer Wiffenfchaften führen, deren Wahrheiten 
we bier, in fomeit fie natürlich ſchon erforfht find, und 
uns als Hülfsfäge dienen können, als ein Gegebenes vor: 
ausfegen, und nur in ihren Mefultaten benugen, ohne auf 
ihre Gefamterforfhung felbft ausgehn zu wollen. - 
Da jene Geftaltungen nur in derjenigen Kormy bie von 
der Materie erfülls wird, erfcheinen, aber Beine Materie ohne 


60 Allgemeine DBorbemerfungen. 2 


Kräfte beftchen Tann: fo können auch Luft, Meer und Laub H 
nicht ohne Thätigkeit für und wider einander, nicht oßne 4 
Wechſelwirkung beſtehen. Diefen Wechfelwirkungen Liege u 
das Spiel der hemmenden und bildenden Kräfte der Natus ı 
zum Grunde, und fie erfcheinen in ben mannichfaltigftes ı 
Veränderungen und Ummandlungen in türzern, periodiſch i 
wiederkehrenden Kreisläufen, oder in immer weiter und weis ıc 
ter in ausbeinenden Wirkungstreifen, zwifchen denen gan 
wiſſe Momente des Gleichgewichts vertheilt zu liegen fcheinem 
. Richt die Gefchichte diefer Veränderungen und Ummwanbs n 
lungen, die Aufgabe einer Phyſik und Archäologie der Erde, 
noch die Erforfchung ihrer Geſetze ift es, welche wir bier gw 
verfolgen haben, fondern unfer Hauptaugenmerk ift auf bie 
&ußern Erfcheinungen, auf ihre Kefultete in den Momenten 
bes Sleichgewichte, oder doch auf die Ausgleichung und Ann; 
näberung zu bemfelben gerichtet; denn wie fuchen das ges , 
wärtige Verheͤltniß der Seflaltungen auf der Erbobess . 
äche auf, und in den Weränberungen das gegenwärtig ges ;, 
fegmäßig Beſtehende. ey 
reilich wird es bei bem unvolllommenen unb immer 
im Fortſchreiten begeiffenen Zuſtande dieſer Wiſſenſchaftz 
nicht anders möglich ſeyn, ols oft das WBergangene zum ;; 
VWerſtändniß des Gegenwärtigen zu Hülfe zu rufen, unb , 
feloft dem GBenetifchen eine untergeordnete Stelle zu em. 
lauben. In dieſer Hinſicht fchließen wie aber denjenigen 
anzen Zeitraum, in welchem die Wölkergeſchichte zu uns 
pricht, in ben Moment ber Gegenwart mit ein, im Gegen , 
fag derjenigen Zeit der Erbbildung und Ummanblung 
Dberfläche, welche jenem vorhergeht, weil Biflorifch nur wow. 
Wirkungsmweifen ber Naturkrüfte bie Rede feyn kaun, melde 
Dem feit Menfchengebenten Beſtehenden entfprechen, .bie 
Theorie dagegen auch in bie Geneſis des hiſtoriſch Vorhaud⸗ 
nen gurütjufüßcen at. ot 
on allen Veränderungen‘, Bewegungen, Ummeandiuns ' 
en wirb übrigens hier nur in fofern die Rede ſeyn, als | 
in ber Verſch iedenartigkeit und den räumlichen Verhältniſſen 
jener drei Kormen nach ber horizontalen und ſenktechten 
Dimenfion und deren Wechfelwirtung begrünber find.. 

. Sn ber Unterfuhung bes gegenwärtigen Werhältniffes 
biefee drei Formen laſſen fich verfchiedene Wege einfcht 
Warum wir den gegenwärtigen, ben Uebergang von dem 
Feſten zum Klüffigen, wählen, ift oben angedeutet. Auch 
ſcheint es darum am natürlichſten zu ſeyn, ihm zu verfols 
gen, weil ber Menfch ſelbſt, von dem alle Betrachtung auss 
geßt,. auf ber feflen Form ſich am meiſten einheimifch ges 
macht bat, weil fie die mathematifch umgrenztere, alfo. die 
beſtimmtere ift, bucch welche zugleich bie niedere oder Die 
xäumliche. Anordnung bes Übrigen gegeben wird.: -  .. 








Algemeine Vorbemerkungen. 61 


Einer gefchichtligen Betrachtung würde die chemifche 
Anstaung, in welcher man von ben flüfligen Formen zu 
den feſten oder zu bem Gewordenen überginge, die beques 
mere fepn; mit dem Slüffigen beginnt nothwendig auch jede 

fit. Darum wird, meil diefe immerhin im Fortfchritt 
begriffen iſt, auch fpäterhin im zweiten Theile diefer Arbeit, 
bei dem, was wir bort von ben Elementen zu fagen haben, 
diefes Geſchicht liche der Erduerhältniffe häufiger berührt wer: 
ben müflen, als in biefem erſten, der ſich mit der Betrach: 

des gewordenen Feſten befchäftigt, zu welchem wir nun 
semittelbar übergeben koͤnnen. 


6. o 
Das Land. 


Benn in den frühern Zeiten dem gebildeten Theile ber 
Renſchen nur ein einziges Veflland mit vielen Inſeln bee 
Inbegriff dee Erbe war: fo find wir feit dreihundert Jah⸗ 
um er durch Colombo zur fihern Kenntnif eines zweiten, 
eines wefklichen im Gegenfab unfess öſtlichen Continentes 


selangr- 

Id wurde nun bie Vorflelung rege, daß auch ein 
leichzroßes füblides, bes Gleichgewichtes wegen, fich vors 
aden müffe, bis Cook der Entdeder in der zweiten Hälfte 
des verigen Jahrhunderts die Grundlofigbeit diefer Annahme 
zeigte, jedoch zugleich genauer bie Grenzen, nicht eines, fons 
dern vieler Südländer, Küften und Inſeln, beflimmte, Pie 
welden denn auch wohl die jüngft entdedten (Neu: Süb: 
Echotland zwifchen 55 bis 65 Grad wfll. £. von Greenwich, 
und 62 bis 63 Br. fühl. Br. im Februar 1819. duch W. 
Emith) zw gehören ſcheinen. 

Die BVorflellung eines großen Gontinents gegen den 
Eütpol der Erblugel war eine Folge der an fich richtigen 
Vahrnehmung, daß wirklich die größte Maffe ber von dem 
Tcean umgebenen beiden Landftreden, ber alten und neuen 
Delr, auf der Norbbalblugel der Erde, den Nordpol in 
gewaltigen Breitenausbebnungen umlagern, fo daß fich da 
ihre auslaufenden Glieder und Vorgebirge bis auf wenige 
Meilen einander foR berühren. Denn nach dem Eüben hin 
verlaufen fich ihre Körper in keilförmig auslaufenden Spit⸗ 
en, welche durch weite Meere von einander getrennt, end⸗ 
ih nur noch in drei hohen Vorgebirgsländern gegen den 
Eüdpol bin die Form ber feſten Erdrinde in den unermeß⸗ 
id weiten Wogen des Sübeceans vertreten. 

Diefe ſüdliche Ausdehnung der Gontinente ift baber 
(den darum leichter zu beflimmen gewefen; gegen ben Nor⸗ 
den aber ſtellten fid der Umfchiffung und Auffindung ber 
Grenzen derfelben noch andere größere Schwierigkeiten entge: 
gen, fü daß dieſe bahinwärts auch noch keinesweges beendigt if. 


62 Allgemeine Borbemerfungen; 


Gtatt uns hier mit der Meinung über die Entflehung 
diefer Form und mit ber Aufzählung der einzelnen heile, 
ber Bezeichnung und Benennung dee Grenzen, ber Angabe 
bes wahrfcheinlichen Flächeninhales und mit andern vielfa 
befannten Vorkenntniffen den Raum zu beengen, geben wol‘ 
foglei$ zur allgemeinen Betrachtung der Kormen ſelbſt über; ! 
und zwar Hier zuerft, aus Gründen, die in der Einleitung‘ 
angegeben worben (©. ı9.), nur in Beziehung auf „| 

- . 1 


bie alte Wett. J 


Hier lehrt ein bloßer Anblick des Erdglobus bie ußere, 
mathematifhpbufifege Begrenzung der alten Welt, nach berı 
horizontalen Dimenfion Bin, als eine einzige, große, zufame 
menbängenbe Ländermaſſe tennen, bie aber wiederum in bee: 
Hauptgegenfägen getheilt erfcheint. Weil aus deren feßR: 
ungleichartiger Abfonderung von einander fein beflimmterk | 
Begriff diefer heile Hervorgehen konnte: fo ift auch Bit; 
Wenennung derfelden, und mit Recht, ſehr unbeflimme Bir: 
dem Ausdruck der Erdtheile, ſtehen geblieben. Dennoch Mı 
er, wenn wir weiter gehen wollen, in feiner wahren Beden 
tung hiſtoriſch gegeben, pfychologifh durch bie ganze Mew , 
hengefchichte hindurchgehend und durch die characteriftifche , 

eftaltung der Oberfläche auch phyfiſch begründet. : 
Afrika bildet durch feine Meeresbegrenzung beinahe runs , 
um ein ifelittee Ganzes, und nähert fih fo am mehrſteg 
einer völlig in ſich f bft abgeſchloſſenen Erdgeftalt. nn 

Afien, auf drei Seiten vom Meere ſcharf umfchloffen, , 
macht mit Europa gleihfam no Einen gemeinfamen Stanım 
aus, bas von ihm weit weniger als Afrika getrennt if. 
Europa ſelbſt aber iſt durch ein: und ausſpringende 
Küftenbegrensungen und Meeresbuchten vielfacher, als irgend 

‚ein anderer Theil der E we, unter fi in Glieder gerheilt, 
und zwar immer mehr und mehr, je weiter es von feinem 
breiten Zuſammenhange mit Aflen fich entfernt. 

Afrika erfcheint als ein Stamm ohne Glieder, Affen 
feige fich nach drei Geiten gegliedert mit überwiegender 

affe bes Stammes, unb Europa nach allen Geiten ger 
theilt mit überwiegender Maffe der Glieder Über dem ger 
fHloffenen Stamm des Erdtheils. BE 

— verſchieden characteriſirt find bie drei Erdtheile 
in ihren Hauptformen nach der phyſiſchen Dimenfion Bin. - 
Afrika zerfällt in zwei, räumlich faſt gleichartige DHälfk 
ten, deren füdliche bas vorberzfpende Hochland, die nörd⸗ 

liche das Flachland des Erdtheils ausmacht. Beide floßen 
auf ifren Grenzen faſt nur in einer geraden Linie von Offen 
nach Weften zufannmen, und auf biefe Srenzlinie, wenige 
andere einzelne Puncte und bie Meerestüfle ausgenonmmen, 












a 
Li - 
Pi 
. - 
>» 





e I 


i 
















X 























: fo väuml s Hälften. 96 
9 vu DeWlend wit 
mus Teereſſen und- eince 
. Es Cube ‚ fette 
Reife —X8 
weiten nuß ein 
bie aber vielartig 
die en. In 

en kleinerer Hoch⸗ 
ie: en het, in 
| Gomb 






5 


—— 0 sine eben fo 
wie jene in Afell 
. &s ik fen 


bingen iſt | 
Ichem bi Itniffe bes Bau 
—* ker pr rag * — Dem Deimt 


wiederholt fich die in jemen beiden Erbtäebs 
eriſtiſch vorherrſchende tform nur no 
sem äußerſten weſtlichen @liede, dem 

‚und zwar auch ba nur in einem verfüngten 
mw mittleen Körper diefes Erdtheils dagegen, 
niß zu feinen Ertremitäten weit geringer an 
in ben vorigen Erdtheilen, und in jeder Hin⸗ 
vielartiger als jene von Mittelmeeren und 
It, gegliedert, umfpüle wird; in deſſen Mitte 
gang und gar die undurchbrochene, nicht zu⸗ 
Des Hochlandes; nur * und wieder zeigen 
seine Schattenbilder jener Plateaubildung. 
yaltise Mafle, die dort continnieliche Ganze 
ı bildete, verſchwunden; flatt der Breite 

3 Direction, erfcheint fie bier, wo fie fi 
ſchen Dimenfion nach, als in die Höhe gen 
ste Puncte, mit dem größten Reichthum 
Himmel aufgefchloffenen Geitenflächen und 
90 iſt Bier das große Alpengebirgsiand bie 
bes mittlern Euzopa. Mit der größten Aus 
Aether mit der größten Manuichfaltigkeit 
en aller Art auf dem kleinſten Raume, nach 
m Arömenden Waſſern und Thelern Bi 
fgeſchloſſen, vereinigt fie Die geögte ‚Bagäng« 


‘ 


64 Allgenieine Vorbemerkungen. 


lichkeit und Verbindung für den Güb: und Nordabfall, 
eine andere Hauptform der übrigen Erdtheile. Auf all 
Seiten fälle fie nah N. und S., nah D. und W. in! 
Siachländer hinab, bie wieber duch Mittelmeere von « 
dern, in den mannichfaltigften Gruppen gegenüberliegenb: 
minder hohen Bergländern und Hochländern ber Eleinfl 
Art getreunt find. - ' 
So bietet fih in der auf dem kleinern Raume am W 
teſten fortgefchrittenen Theilung und phyſiſchen Entwie 
lung ber feſten und flüſſigen Formen dieſes Erdtheils, u 
in der Ueberſchaulichkait dieſes Erdindividuums in Beziehn 
ber auf ben Kreislauf bes Jahres angewieſenen Natur⸗ u 
Böllerverbälmiffe,: der eigenthümliche Character des Eu 
päifchen Erdtheils in-ber alten Welt bar, burch welchen 
(gon von der Naturfeite aus betrachtet, zu einer ande 
effimmung als diejenigen, mit welchen er wieber auf ei 
ganz eigenthbümliche Weife zufammengeftellt iſt, vom 4 
fang an berufen gu feyn fcheint. 
Doch um biefe allgemeinen Säge in ber Natur | 
Sroßen nachzuweiſen, und für je einzelne gegebene Ste 
der Erde fruchtbar für die MWiflenfchafe und bas Leben 
erläutern, dazu ift eine ernſte, in das kleinſte Einzelne ei 
gehende Unterſuchung jedes befondern Erdindividuums not 
wendig. Diefe nun foll die Aufgabe des gegenwärtigen ı 
fien Theils unſerer Arbeit feyn. 
‘. Bor allem aber müflen wir uns vorläufig über die I 
Lömmilichen Ausbrüde, welche den Bau ber Erboberflät 
bezeichnen, verfländigen; ihr ganzer Sinn geht zwar n 
er vollftändig aus der Anfchauung felbft und wo mögli 
aus ihrer Darlegung im Kortfchritt gegenwärtiger Unter] 
chungen hervor, es foll daher bier au Leine Theor 
Darüber feftgeftelle, fondern nur das Nothwendigſte 5 
Auffaſſung des Wahren für bas Kolgende in Beziehung a 
herrſchende Meinungen und Anfichten gefagt werben. 


Erläuterung 1. Erboberfläde: Berge, Ebene 


Die Erdoberfläche erfcheint unter den mannichfaltigfk 
Formen über dem Spiegel des Meeres erbaben, und wi 
eben dadurch zum Lande, bas in unzählinen Erhöhung: 
und Bersirfungen fih von Merrestüfte gu Meeresküſte au 
flredt. Die Art und Weife ber Vereheilung dieſer Höh— 
und Tiefen gibe dem größten Gontinente, wie ber Eleinfı 
Erbfläde, der Klippe, eben die Begrenzung und feinen Si 
chenraum, fo wie die Geſtoltung feiner Oberfläche. 

J Die Erhöhungen aller Art, in fofern fie von einem wi 
dern Standpuncte aus gefehen werben können, pflegt mu 
insgemein Hügel und Berge, bie fie trennenden Vertiefu 
gen Thaler zu nennen. x 


Mligemeine. Vorbemerkungen. 65 


Uber auch diejenigen bebeutenben Erhöhungen, in fofern 
is aus wiflen, daß fie Über Dem Splegel des Meeres em: 
nungen, Dat man, gefeht auch, daß man fie von keinem 
fern Ötandpuncte aus ſehen tonnte, ins GBegenfag ber 
ife, Berge genannt. 

&e bezeichnet derfelbe Aushrud jwei ganz verſchiebene 

fie, nämlich bie abſolute Höhe und ben Contraſt 
Kiefe und Döhe, ein Umſtand, ber faſt überall bie 

erung und bebeutenbe Irrthümer in ber Erb: 
Meribung veranlaßt Bat, fo daß wir bier, vom Aufan 
‚vor —555 uns u ten haben. Dem wer ai , 
den ingu erhaupt genommen bie Oberflächen 
z Rixpyer im Liberhreit ber Reäfte unterworfen find, 
nm wird eg, einleuchten, daß es bei dem Ban eines ganzen 
iißcpers Richt gleichgültig fenn Cana, ob fi große Erd: 
Ben, und wenn. sur nne um wenige hundert Fuß mehr 
Are in bie darüber ſchwebende Atmofphäse eintaudyen, 
; 

ai jenem boypelfinnigen Sprachgebrauche werben aber 

nur bie et als ſehr a bald als fehr 

tend angefehen, fondern noch weit mehr bie Thaler 
d Flachen, von einem falſchen Befidtspunct aus, fafl inss 
ammt nur als Tiefen betrachtet. i 

Wir Haben aber auf bas forsfältigfle die ‚beiden Ver: 
Itmiffe zu berückſichtigen: einmal das relative Verhälts 
i der Höhen und Tiefen zu ihren Umgebungen, und zwei⸗ 
w.das abfolute, als Erhebungen Über den Spiegel des 
es. Mur durch beflimmtes, prüfendes Durchführen 
u beiben Über die ganze Erſtreckung ber Gontinente kön: 
B wir zu einer richtigen Kenntniß berfelben gelangen, und 
5 eine klare Anfchauung ihrer Beflalten An Beriehung 
das Halberhabene (Basrelief) erwerben, melde allein 
mögend ſeyn wird, uns durch das Gemeinfame im ber 
zf@giedenheit, Ber Einheit bes Ganzen nachfpüren zu lehren. 

Berge und Ebenen, gleichviel in welcher Melation zu 
under, und gleichviel ob Hoch oder niedrig an fich gelegen, 
be loſſen immer nach demfelben abfoluten Maaßſtabe 
Meesreshöhe vergleichen. Denn unter der Borausfeßun 
es fiber das ganze Erbfphäroid gleihweit vom Mittels 
sch abſtehenden und gleichartig verbseiteten Meeresſpie⸗ 
s, nehmen wir diefen als den allgemeinen Waflerhos 
mt an. Er gibs uns ben natüclichen Fineheilungsgrund, 
ı Rullpunet dee Scala, aufs und abwärts, zur Meflung 
>» Wergleitgung dee Hervorragungen und @infentungen 

drinde. Hieraus ergibt 2 dies erfle Geſez der Ans 
aung aller Erhöhungen und Vertiefungen als Ebenhei⸗ 
Fi Unebenheiten, int Beziehung ar das Erbganze. 



















- 
⸗ 


- wird faſt allgemein das Verſchiedenartigſte ale etwas G 





6 . Allgemeine Vorbemerfungen. 


Zugleich aber auch bas zweite Gefeh ber relativen Ans 
ordnung des Beſondern in Beziehung auf die einzelnen Erb 
ebeile ober die Erdindivibuen nah idrem Stamm und. ihrer: 

liedern. i 


Unſre Aufgabe wird es daher ſeyn, dieſe beiben im ge) 
flöndiger Melation ſtehenden Verhältniſſe der Höhen 
Ziefen, ober dieſe formale Seite der Erdoberfläche, in ihr 
azwei großen Hauptformen oder Haupttypen, den fogemani 
ten Hauptaebirgen und Ziefländern des Erde, fo wie it. 
len ibren Modifikationen und bes dadurch Bedingten zu ap 
terfuchen. | * 

Wie aus bee Combination von beiden, oder aus be: 
wo und wie fich beide begrenzen, unb bem: was auf, Ach 
und an ihnen fich berührt, alle Mannichfaltigkeit im Ton 
organifchen Bufammenbange fig weiter entwidelt, wihh. 
dann unmittelbar fich ergeben. ur 

323 
Erläuterung a. Begriff des Gebirges. 


Wenn hier unter der Bezeichnung: Gebirge, als 
Contraſte zwiſchen Erhabenheiten und Vertiefungen 9 









Id | 
















Erboberfläde, im Sinne dee Orographie, die Summe. 

einer gewiflen Ordnung, nach gewiffen Gefegen und mit I! 
Rimmter Begrenzung zufammengruppirter Berge verſtanden 
wird; & ſoll hiermit gleich anfangs einigen herrfgendih: 
Mifverkiändniffen und Verwechslungen in der Erdbeſcheck 
bung vorgebeugt werden. Denn unter dem Wort Su 


artiges zuſammengefaßt, oder wenn auch ein Gemeinf 
dadurch ausgebrüdt werden foll: fo ift doch ber Charakkik. 

r das Gemeinfame von einem Befondern, Eigenthämlidgen 

ergenommen. Ober mit einem Wort, wie das Kinb 
alle Berge gleich dem einen Hügel an fsinem Spiel 
denkt: fo bat au die Erdbeſchreibung im gewöhnlich 
Sinne, bisher in gleicher Uniformität das Verhältniß ber 
Gebirge zu den Flächen der Erde aufgegriffen, und fehr eins 
feitig verarbeitet, ba boch die Individualität in ben Foemen 
ber Erboberfläche als eine nicht aus dem Begriff, fonderm 
aus der Anfchauung hervorgehende, in der Wiffenfchaft ibre 
Stelle haben muß, ehe noch von allgemeinen GElaflifitatiowen 
bie Rede ſeyn kann. 


So ift, um vorläufig nur einige Hauptpunfte zu bei 
richtigen, denn bie individuellen Geſichtspunkte kommen bei 
jedem Lokale ſelbſt vor, der hydrogtaphiſche, der geognofti de 
ber bergmännifche, der, länblichfittlicde Begriff von Höße 
und Gebirge fehr häufig mit dem reinorograpßifchen ver: 
wechſell worden. 





Higemeine Berbenerkungen. Ag | 


3) Geegebirge - 
4 7 Kapkifde: feitdem Bäache *) ein Oyſtem ber 
isphöre 2* im 3: 1759. end ſein Memoire sur 
haines de Miontagnes du Glöbe terrestre fernuagab, 
* er bie Gebixgoketten als zuſammenhangende dr 
weiche die Continente in gewiſſe Quartiere ab: 
u Züge füßrte er bu die Meere und ferns 
Dreane hindurch über | die Sufelzeipen, Klippen 
"zu Untiefen (que je regarde comme les sommets 
‚Site des montagıes marine) Aber ohne auf Be 
u zußeuden Grunde, ch dieß unter andern 
Retur alle Bulkaninr: m w Atlantifpen Deean 
die rund umber aus ber unergrünbeten Tiefe em: 
und wenigfens fo weit wir jtgt beobachten Kun 
kin Beweife, fonbern nur Anlaß und ünege Ber 
eines v —*5* Gontinentes (der Atlantis) bat 
wie udn ben — wenn bie 
sen, und in den ie 


ch 
——ã unbenen Skin, Befäigungen einer fi bin 


u ver * —— base Die Eintheilung bes 
ns diefe Chaines de Montsgnes marines, bie 
7 Seegebirge genannt hat, in Waffins ober große 
een, ‚dat keinen hinreichenden Grund in der Natur, 
eine intereflante Anfiht derfelben von einem hypo⸗ 
Standpunkte aus. 
laſſen fi auf einzelnen Bebieten allerdings folche 
weine Kortfehungen von Bergzügen nachweifen, wie 5. 
n ben Mittelmeeren, aber dann treten, wie z. B. bei 
Veutiſchen Inſeln, denen des Griechiſchen Ärchipels, 
w — — Bicilien ) u. a. O. m., anderweitige 
rũnde 
d die — von Gebirgsnetzen, Gebirgs⸗ 
eribianen, Parallelen u. a. m. meiſtens nur 
Natur hineingewaͤngte⸗ nicht aus ihr hervorgetretene 


8) af ferſcheide. 
Berfgieden hiervon find Büache's Chaines de Mon- 
nes terrestres +44), die Landgebirge, welche nad ihm 
mmt werden bush die Quellen der Fluſſe und duch 



















) „Histoire de ——— des 13 Sciences A, 1982 

ssay de Geo e sique' 
e) v. Zimmermann zu Malte Far Kor. : 1.5 — e 313- 
..) Dtto Raturgeſchichte des Meeres. azH. ar 
»as. Kircher mundus subterran. ?. 
Schulz Über den allgemeinen Zu —— Ze u 
mar 1803. 6.62.94. ‚+tt) 


68 Allgemeine Vorbemerkungen. 


das Gefälle der ſteömenden Waſſer (pente du terrain 
durch den Waſſerlauf. . 
Wenn allerdings ein ſolcher Waſſertheiler (point ve 
partage) oder eine folche Waſſerſcheide (Divortia aquarumf‘ 
eriftirt, wie dieß in der Blaflifchen Schrift Über den 
menhang ber Höhen bewiefen ift, hiernach die Erbol 
auf das beftimmtefle eingetheilt werben kann, und dieſe 
eheilung die intereffanteften Betrachtungen barbietet **) 
ift dennoch dieſe Eintheilung, obſchon fie alle Länder: 
Erde mit einem unabänderlicden Nepe von Waflı l 
wirklich überzieht ***), durchaus feine felche, weile © 
"Werfen der Geſtaltung ber Wrögangen darzuftelen vermölßf 
- Diefes Wefen befteht im Hervortreten ihrer Gefamtmait 
melde: unabhängig von der Waſſerſpülung ber egen u 
gen Ströme, die nur an den Oberflächen ihre Seflalten 
arbeitete, allein bucch den Kontraft ihrer abfoluten DW 
und Tiefen nach den Sefamtverhältnifien der Exrdinbiviäg 
zur Anſchauung kommt. Erſt mußte bie hervortrete 
urſprümliche Geſtalt des Erdindividnums vorhanden fe 
bevor das Geſetz der Waſſerſpülung bie Oberfläche model 
konnte, und dieſe Spülung konnte die dee Meere, meiſt d 
vorhergehende, wie ber ſtrömenden Wafler, meift eine nach 
gende fenn, alfo boppelartig; fo, daß das gegemmärtige RU 
der Waſſerſcheiden nur eine tertiäre jüngſte Mobifitatrom AR 
Erboberfläcden darſtellt, welche oft von EAN primären‘ 
abweichend feyn Tann, und demnad von fe i 















r wichtigem SE 
dium bleiben wird, oßne feboch bie Brundlage aller Ein 
lung der GSeflaltung der großen Erbindividuen abgeben: 
koͤnnen. Aus ber Berwedhslung ber ſehr mannichfach 
bei vorkommenden Verhältniſſe, welche erſt noch auf 
anzen Erdenrund durch genauere Beobachtungen und 
ungen erforſcht ſeyn wollen, ging ſchon ſehr frühe m 
"ungegründete Kolgerung bervor, die fi in nicht } 
allgemeine geographiſche Befchreibungen und Syſteme e 
"deüngt Haben, zumal aber diejenige daß dieſe Waffe 
auch immer mit dem Gebirge zufammenfalle, oder urit ihe 
Eins fey. Noch viel weniger iſt vorauszufegen, daß da, w 
eine Wafferfcheide if, auch ein Gebirge ſeyn müſſe. 
7 Aber biefe verführerifche Anfiht hat die neuere Ber 
- geaphie angefledt, umd flatt bes Zufammenhangs ber Hößen 
ober ber Höbenlinien, alle Gontinente mit wirklichen Ge 
birgsdetten aller Art überladen, bie nur zu häufig blos üı 
a antafie ber Kartenzeichner und Kompendienfchreibe 
exiſtiren. 













*) T. Livius XXXVIII. c. 48. **) Dante Prose Venes 
. 1798. II. T. p..24. #. Br. Edel a. 0.0. ©.69. Rhod 
ec: im Wiener Saheb. der Sit. 2900, Kl, & 15% 


Allgemeine. Vorbemerkungen, - 69 


Es if daher nothwendig geworben, : überall au ben ers 
ſten Quellen und urfpelnglihen Anfichten und Berichten, 
aus denen alle folgenden fi erzeugt oder an bie alle fols 
genden fid angeſchloſſen haben, zurückzukehren. 

Erſtlich bilder ein wirkliches Gebirge in weitem tiefeng 
Besplande zuweilen boch gar keine ſolche Hauptwaſſerfchei— 
bungslimie, wie 3. DB. der in diefer Beziehung infelartig lies 
pr Harz; das ganze Bebirge liegt außerhalb der erfien 

ferfgeiden, und wenn diefe ben Grund des Gebirgsſy⸗ 
fkms abgeben follen; fo find jene niche darin liegenden nue 
de ige Trabanten anzufehen. 

Zweitens: Wenn auch beide, Waſſerſcheibe und Gebirge 
miemmenfollen:- fo iſt boch oft ber Zug ber Wafferfcheide 
völlig verfhieden won dem Zuge bes Gebirges ſelbſt, wie in 
dem sangen Pyrenäen: und Alpengebirge *). Dft liegen bie 
Fr Gipfel einer Gebirgskette ganz außerhalb ber Waf: 
kefgeide, die auf einer nur mittleren Erhebung derſelben 
fertgiche, wie 3. B. ber Mont perdu der Pyrenfaͤen im Süs 
ben ber Waſſerſcheide ber Parendenteite liegt und nicht in: 

ihres Zuges ). fc ziehe ſich die Waſſerſcheide 
Ne neben der boben Gebirgskeite auf ber Ebene Hin, 3. 
B. im Süden der Karpaten zwifchen dem Dernad unb 
Depuab, wo die Wafler des Baltifhen und Schwarzen Dee: 
166 auf ber ſelbſt Hügellofen Ebene von Teplich und Ganocz 
1860 5. über bem Meere), aber durchaus nicht auf dem 
open Kamm der Karpaten fich fcheiden, und fo a. m. ***). 

Drittens, Es zeigen fich große Erſtreckungen auf ber 
Ihieberfiäche , wo zwar Waflertbeiler find, aber keine Ges 
jitge, mämlich wo oft ſehr bedeutende abfolute Erhebung 
u Ebenenbildung, oder ganz unfcheinbarer relativer Er: 
ebung zufammenfält, und biefes kann zwifchen hoben Ge⸗ 
gen und zwifchen ſehr großen &tromgebieten der Kal 
na, wie 3. B. der Waſſertheiler zwifchen Rhein und Do: 
am im 2. des Bodenſees, der weder ein Dauptrüden noch 
sberhaupt ein gen ift, wie es fonderbar genug über: 
BB heit *). o bie hundert Meilen langen Bergrüden 
Umalli) von Polen und Rußland, hie zwiſchen der Bott⸗ 
iſchen Bucht und dem Eismeere ziehen tr), und der größte 
Beil der Waflerfcheiden des nörblichen Amerika, bes nörd⸗ 
den und sfllihen Gibiriens, an welchen mehrere hundert 
teilen weiten Erftredungen unfre Karten und Geographien 







e 





” Beognoftiihe Karte ber Alpen von Ebel, vom Bau her (Er: 
te, unb Ramond Carte des Hautes Pyrences. **) Ra- 
mond Voyage au Mont perdu. Par. 1801. p. 117. ***) Wah- 
lenberg Flora Carpatica p.XXXIN. +) ©. ©. Weiß über 
einen GSrundirrthum in der Darftellung des Terrains 2c. 
*7) 8. v. Bud Reife nad Norwegen. Th. 2. &. 201. 


70. Mlgemeine Vorbemerkungen. 


Gebirgszüge darſtellen wie Alpenketten, bie keineswegs is 
ber Natur fich vorfinden. 

Endlich, fo zeigt fich zuweilen eine ganz eigenthümlich 
Kombination von Wafleefheiden und Gebirgstetten, wen 
aus «in komplicirtes Syſtem, wie 3. B. in Spanien, fid 
bilder. Hier ift das Phänomen ber Wafferfcheiben von. ben 


ber Gebirgsketten ganz unterfchieden. Kit bie an 
fette ber Dorenden ‚ ſondern die Hauptwaſſerſcheide if 
politifhe Grenze diefer Halbinfel gegen das Continent wa 


Europa geworden, feit dem Traktat von 1660 °), denn bi 
Waſſerſcheide if eine imaginaire Linie, bie Gebirgskette eis 
bis an so und mehr Meilen breiter Erdgürtel. Die Ab 
theilung der Provinzen ift faſt Überall auf die Waſſerſches 
ben (Vertientes) gegründet, die aber auf Ebenen li 

Daher die fonderbarkten Gebirgswindbungen auf den * 
niſchen Karten, da ihr allgemeiner Zug, in ſofern fie näm 
lich wirklich als Berge und Thäler hervortreten, ein Paral 
lelismus von Oſten nach Werften ift, größtentheils unabhän 
gig von jenen Windungen. Daher bie Meinung, ale el 
die Flüffe immer die Gebirge entlang fließen, ba fie 

wie 3. DB. eben in Spanien und faft überall auf der ganzer 
Exde, die Gebirgsketten auch recht eigentlich durchbrechen ** 
So mie der Euphrat, welcher auf den hoben Ebenen 


- meniens entfpringt, und im Süden erſt die hohe quervor 


laufende Tauruskette durchbricht, ein Umftand, der felbft ei 
sen Henne ***) irre führen fonnte und überhaupt in bei 
VBeflimmungen der Geographie der Altın und Neuern nid 
unwichtig ifl. 
3) Erggebirge. 
Der bergmännifche Gebrauch des Wortes Gebirge, En 
gebirge bat bie Geographie verleitet, überall wo dieſe v 
tommen, auch eigne Gebirge in eänberbefihreibungen umi 
auf Landkarten aufzuführen. Doch liegt 3. B. Sreiberg In 
Erzgebirge nur zwifchen minerreichen Hoͤhen, und felbft dei 
böchfte Rücken vieler Gegenden des Böhmisch: Zächfifchen 
Grenzgebirges find nur Hochebenen; Schemnig im Unger 
fhen GBoldgebirge liegt im flahen +) Ungarn, und fo um 
zählige andere Gegenden, 5. B. zu beiden Seiten des Ural 
am Altaifchen Erzgebirge, in Süd: Amerika, erfcheinen am 
ben Karten mit wahren Alpenketten ausgeilattet, indeß üı 
der Natur durchaus Bein Grund zu biefer Betrachtungsar: 


») Pet, de Marca Marca Hispanica s. Limes Hisp. etc 
Paris 1688, fol. 2. etc. *% ©. ©. Weiß über bie Rhein 
durchbruͤche u. a. in ber Jejitſchrift fiir die neuefte Sefchichte 
Staaten» und Völkerkunde. Berlin 1814. April, ©. 363 
*xx) Rennell Herobot. Geogr. b. Brebow. ©. 448. 1) Town 
son srave)s in Hungary. p. 405, | 





Augemeine Vorbemerkungen. 71 


A nedmeifen läßt, ſondern nur ber Gebrauch bes Wortes 
Erzgebirge, wodurch nur der bergmännifhe Gewinn begeich: 
net wird, komme er aus einer Ebene, aus Hügelland ober 
ms einem Öebirge. 

4) Der Geognoftifche, vom innern Bau des Gebirges 
engenommene Begriff defielben, kann erft weiter unten ges 
wuer betrachtet werden. Indeß leuchtet fo viel auch bier 
hen ein, daß es doch wohl fehr viel auf den innern Bau 
er serfdiebenen Glieder anlomme, wenn man diefe als zu 
mem Korper, wenn auch nur feinem Aeußerlichen nach, zu 
mem Syſteme gehsörig betrachten will. Hiervon aber iſt 
ſas jetzt in Ber geographiſchen (äußerlichen) Anſicht der Erd⸗ 
cderläche noch nicht die Rede geweſen. Sie darf aber, wenn 
Fe ein wilflenfchaftliches Streben hat, nicht das Aeußere in 

prah mit dem Innern ftellen. 

Bean man daher auch mit einigem Grunde 3. B. bie 
Keptunifchen Gebirge und bie vom Gap Peloro in Gicilien 
us wahre Fortſetzung der Apenninen betrachtet, da fie mit 
va Gebirgen Dis gegenüber liegenden Galabriens ganz 
leiche Direction, Streichen und Beftandtheile (Granit und 
Bueaf) Haben "), fo iſt es hingegen ein ganz willtührliches, 
26 biefer Landkartenanficht und nicht Naturanficht her⸗ 
orgezangenes Verfahren, 3. B. auch die Gebirge von Cor: 
Ha und Sardinien als Kortfegung der Senuefifchen zu bes 
schien. Daß das granitiſche Cap Corte auf Corſika aber 
ine Fortſezung des Genueſiſchen, weit vorſpringenden, aber 
us fdiwarzem Uebergangskalkſtein gebildeten Gap delle Malle 
, Kingt eben fo fonderbar, fagt ein großer, Gebirgsbeobs 
der "*), als wenn das Gebirge der Vogheſen eine Korte 
gung dee Jurakette ſeyn follte, was doch ebenfalls in den 
kogsapbien ein leichtes ifl. 

Dagegen wiederum gu trennen, was ſchon durch die 
mie Maſſe als Fin Ganzes zufammengehört, wie z. B. 
„u: Alien, Ho: Afrika u. a. m. wäre von der andern 
wegtsphifchen Seite wieder eben fo willkührlich, und für 
Ye Srötetrachtung im Großen verwirrend und wie bisher 
u feinem Ziele führend. Freilich find diefe Erdgangen uns 
ur nadı und nach theilmeife zur Kenntnis gefommen, unb 
n den maucherlei Völkerſchaften, die außen herum in 
ziefpalt und Miderfreit auf ihnen niften und umherzie: 
a, als ein ſehr Verfchiedenes genannt worden, aber dieß 
it doch von jeher die wahren Beobachter nicht abhalten 
nnen, in dem Befondern das Gemeinſame aufzufinden. 





“) I cırara Storia Generale dell’ Ttna. Catauia 1795. 8. p. 
3574. und Dolomieu Voy. pittoresqne de Naplas. T. IV. 
F- >. ") ev Bud über den Gabbro im Berliniidyen 
Magazin für R. ıgr9. ©, ım. 


78 Afgemeine Vorbemerkinigen. 


5) GEinfeitiger Sprachgebrauch von Wei 

Der ländlichfittliche Gebrauch, bloße Anhöhen und . 
gel, wie faft in allen flachen Ländern, Berge zu nem 
wirkliche Berge aber, Gebirge und Gebirgezlige ober ' 
birgsletten für gleichbebeutend zu nehmen, ferner ein be 
ger. Land wie z. B. Heffen, Giebenblirgen u. a. mit 
irgsketten zu durchziehen, bie man auf Landkarten u 
von Alpentetten unterfcheiden kann, biefes und dergleit 
mehr, Hat viel Irrthümer in die phofkalifche Erdbeſch 
bung eingeführt, vor allem aber die Deeipung, ale w 
alle Hohen Gebirgsketten der Erde, oder bob eines 1 
theils in einem bammartigen Zufammenhange fliehen müß 

So heißt. es, dag die hohe Alpenkeite der Karpaten 
den Sudetifchen Bebirgen in einem großen Bogen von n 
ols 100 Meilen ganz Ungarn umgränge, ba das hohe 
birge doch wirklich nur 15 Stunden von Often nad | 

en fich erſtreckt, bas Übrige nur bergiges Land iſt, de 
rößte Erhebungen in der Schweiz nur Vorhügel der Al 
Bein würden. Schon Kownfon **) wurde in Un 
urch das Wort Berge irre geführt, das wir im Deutfi 
er unbeffimme gebraudgen, wo ber Auslänber reif 
eſtimmt die Gradationen berfelben (wie coteaux, colli 
montagnes, hillocks, hills, mount) unterfcheidet. 

Eden fo willkührlich ***) wird die Alpen» und 9 
näenkette im ſüdlichen Frankreich durch bloße Hügelre 
und Hügelland zu einem großen zufammenhängenden 
Dirgsauge von Europa vereinigt, was wiederum allem tv 
sen Charakter beider Gebirgsnaturen wiberfpricht. 

Der landlichſittliche Gebrauch, dagegen, die FIäd 
mögen file tief ober abfolut Hoch liegen, Ebenen zu nen: 
und als folge zu betrachten, biefer hat verleitet dasje 
au trennen, was feiner Bildung nad ‚jufaramengebört, ! 
über dem Lleinern Trennungen den überwiegenden Zuf 
menhang zu überſehen. &o bat man z. B. in Spanien 
. wereinigenden Hochterraſſen t) als trennende Ihäler betr 
tet, in Deutfchlaud bie unendlich vielen kleinen, auch 
umbebeutenbfien Bergzüge als ifolirende Theile aufgefü 
ohne das Verhältniß der vereinendben Bafls in ihren rei 
ven Abftufungen zu berüdfichtigen; fo bat man bieh 
überall, die alleranffallendfien Erfgeinungen in ber 
einiger Erdtheile ausgenommen, nicht beachtet, oder we 
ſtens doch in der Geographie nur obenbin berührt, 





*) Wahlenberg Flor. Carp. p. XXX, **) Townson tı 
250. ***) Passinges Hist, naturelle da Dep. de laL 
tm Journ. des Mines, V]. € 813, +) Bowles 6tor. 
de Esp: und A. v. Humboldt ın Laborda Itin, dose: 
de r spegne. p aris ı808, T. I, pP» CXIV. 


wterung 3. Ber egung begeichnender Aus: 
rer für HAFEN, ber ee “ 


beſonders En. — 
— 
—* Pr ni. LE 


„ Plateaux 1 
eher old Gröhudel trfdeinen,n ann, de f Kane 
ter Höhe liegen und wiederum andre Gebirge mu 
1 ober fel —— ſind. Die Belle 





ns und ‚en = Dim mit verhältnigmn 

Breite, 1; Seimmt Atemben Sieht 

[3 tn ver 0% * 
R. Eh —5 yon Ho! 


1, 
un ——* — ſeibſt als Gebisgeländer, a 


E m — —ãA —* —— — 
Menge, betragpten wir jegegruppen 
Be wi gun fle in 7 Drograpfie gu um: 


en Bann —— 





74 Allgemeine Vorbemerkungen. 


hinreichend für das Berſtändniß ber Hauptthatſachen be 
nächſten Unterfuchungen, benen überall in ber Folge am 
sechten Orte bie nothwendigen Erweiterungen biefer erfleu 
Angaben für jebes Lokale folgen werben. Die abfoluse Er 
Bebung aller diefee Formen Über den Meeresfpiegei, won 
welchem allein nur unfte ganze. Haupteintheilung aus 
fenn, foll uns im allgemeinen den Sprachgebraud 
beflimmen helfen. 

Alle Sefammterhebungen über 4000 Fuß Meereshäße 
wollen wir Hochländer oder Plattformen bes größten obe 
erfien Art nennen; alle darunter aber der zweiten Art, um 
‘die Uebergänge zwifchen beiden, vermittelnde höhere aba 
niedere Stufen und Terraſſen. Ginzelne Erhebungen vos 
ein bis 2000 Fuß nennen wir Hügel, Höhen; von da bi 
an 4000 Fuß etwa niedrige Berge und niedrige Bebirge 
Auf die haarfcharfe Bezeichnung diefer untergeordneten Bl 
fen kommt fo viel nige an. Die Gebirge ber zweiten 
Kaffe, vder mittelbohe, reichen bis 6000 Fuß, über biefes 
ſtehen die Alpengebirge, und über 10000 Fuß Höhe die 
fengebirge ber Erde. 

Hieraus ergiebt fich für's erſte leicht, mas unter Hügel 
land, Bergland, Alpenland u. f. w. zu verfichen ift, men 
auch hier von keinem mathematifch begrenzten Maaßſtab 
ausgegangen werden kann und foll, ba biefer felten in feine 
Strenge bei den: weiteften Erdräumen angelegt werden fan 
aus Mangel an wirklich vorhandnen Meffungen. 


Anmert. Gezimmer der Erde. 


Wenn wir ben Ausdruck Gezimmer ber Erde zuweilen ge 
brauchen, fo fol er bier nichts don ber vermeinten Zeftigkeit um 
bem Zufammenhalten der Erdfugel bezeichnen, fonbern nur eine 
Wink geben, daß ber aͤußern Korm eine innere Gonftruttion bo 
wohl zum Grunde liege, die erft erforfhe werben muß, und el 
erforfcht ſeyn wird, 1* 

Schon Buͤache führte dieſen Ausdruck (Charponte du Globe 
in die Erbbeſchreibung ein, und Desmareft veränderte ihn in Os 
sature du Globe, woraus man ein @erippe oder Knochengeruͤß 
ber Erbe gemacht hat. Scheuchzer nannte bie Berge insgeſamm 
ſehr würdig das Gebäude ber Erde, und machte fhon frühe au 
ihre Bergbaufunft aufmerffam *). Mit dem Ausbrud: Gebirg 
der Erbe, verbindet man einen engern Wegriff, mit bem von Gi 
zimmer der Erbe will man auf eine innere und äußere Anorl 
nung hindeuten , und in biefer Binfiht ſcheint Aleranber vo 
Humboldt dieß Wort von neuem eingeführt zu haben. Bon «ei 
nen Bau ber Erbe Tann aber eigentlih nur in einer @eologi 
die Rede feyn, und theilmeife hat diefen Ausdbrud Ebel aud I 
die Gebirgsbefhreibung eingeführt. 


%) Helvetiae Historia natural, I. p. 116, 


XXXRXRXRXXXXI - 

Nach dem, was im ber Einlei über den’ Gang und 

ia Biefen Worsenterfungen über den Auedrud in diefer Ars 
Weit beigebracht worden, könmen wie, fogleich uns zu der. 
Illärang des Befondren wenden. Aus diefem mid eine 
jemonnene größere und lebendigere Fülle von Anſchauungen 
mb das allgemeine Nefultat ung fpäterhin mit defto mehr 
jenem foftematifgen wieder zurüdführen. Bis 
en wir uns in ber Tebendigften Ueberjeugung 
zur “Unmiffenheit und — —— —— 
ammten raphi laſti fers Planes 

uns — den — ſtiner — ——— 
zu vetſenken/ um aus bem Beſondern und 

t des Beſondern uns wieder zur Ueberficht 
bes Orfammten und wo möglich einft zu einer wiſſenfchaft⸗ 
Iüßen Derftellung derfelben gut erheben, die bie jehr, ohne 
enderweitige Hehe ‚einfeitiges Streben bleiben 
—— in die hiſtoriſche Datlegung unſers Ges 


—— 3* — — 
Fe Die heägaglen Warte, 
FE Die fießımenden Wöoffer Gafmnen Rh Seras nad ba 
—— ihre Wege, von den höhere in dee eie⸗ 
Binder; Die Wirkungen ihrer Ballhärigkeit können aber 
we in einer großen Mannigfältigleit erfpeinen. Sieſe 
mf allen "den Gombinationen entfpredhen, wellfe eines 
nis aus dem Wafferquantism und der Zeit feiner Ein- 
anf den Erdboden, und andern Theils aus der Zahl 
der ihm enigegenteeteben Erdſtellen, Hervorgeben. 
auf diefe "Weife entfpeingenden‘, wnerfdjöpflichen 
beit des Wafferlaufes, liegt eine ber wichtig 
en zur, dem Raume nad allgemeinen, Entwidk 
unorganifirten Erdoberfläche zu d logalis 
Wielfeitigkeit abe —ã wir, in zen a 
ufommen! ' nennen, bie 
le —X Fre er dem Wrisfchen außer 
wheb, der m ihrem Kreife fich bewegt, und überhaupt 
äumlige Baſis alles organifgen Lebens if. i 
Bmar find wir daran gewöhnt, bie Gteombilbung, 
“e Gier insbefondee betracpten, uns ale einen Über: 
"gleigen und giekhartig vorgerädten Zuſtand alles fird: 
Waffer zu denken, und nicht als eine fortfchrei: 
tenbe Gntwidiung deffelden, weil wir das ganze Erbensund 
iberhaupt, als ein überal Gleichförmiges zw betzachten 
gen, wie ein menfglihes Were etwa, van dem ber 
Meifter die Hand abgesdgen, Bas nun in feiner Wollen: 
Yung und — gu begrenzen if. Aber es wi: 
verfpricht Aberal) bie Matwebetsachtung. einer ſeichen A: 





great 


ß 


76 Algemeine Vorbemerkungen. 


naßme bei ben Stromſyſtemen, und es wird ſich zeigen, daß 
fie weniger und meh: ausgearbeitet find, baf deren Men; 
theilung über die Erdrinde nicht gleichförmig iſt, und daß 
mehrern von ihnen, auch nach unfern de euwärtigen Reunsk 
niffen, eine Saratterififipe Eigenthümlichkeit zukommt. 
Einmal ift dee Quellenbezirk gewiffee Grremmfpfeme # 
wenig inbivibualifiet, daß eben in ihm entweder gang 
Jahr hindurch Feine Waſſerſcheide, ſondern eine Gemeile 
ſchaft des obern Laufes, der nach entgegengefeuten Wiese: 
becken gerichteten Ströme, flatt finket, wie fehr Häufig IM. 
Norden der Erde, ober wenn auch nur einen Theil bes | 
ves hindurch, nämlich zur Regenzeit, unter ben 
wie hoͤchſt wahrfepeinlih beim Niger, Nil in Afrika us: 
eis der Ströme durch die Gebirgelandg, 
er em Zuge der mie ie irgs 
vereäth ſich ber 2. Unentwidelte Zuftand ber 2 bla 
in den Meiben von Wüſten und Reöllkieſel wie | 
Afrika, oder andermärts von Seezügen bie Wergthäler 
lang, welche als wahre Stromerweiterungen jegt nur 
durch reißende Bergfiröme, Gataratten, Felsketten u. f. 
mit einander in Werbindung I fieben pflegen. | 
fih diefes in dem niedern Boden ber Polarländer wie- 
den ˖ hochſten Gebirgslänbern füblicher Breiten, wo Alpf 
bildeten, weiche andern Landſchaften wiederum gäuzlich 
lem. Auch zeige ſich die unentwideltere Form in ben 
Stromgebieten — beim Austritt derſelben, aus faſt al⸗ 
len Gebirgsganzen der Erde, in den Sumpfregionen am 
Grenzſaume derſelben. — 
Am untern Laufe der Ströme findet fich völlig aucgo⸗ 
wirkte Thalbildung und öfter auch wieber Auffüllung‘ bass 
felben, in den einen, wie 3. B. im Nil, Ganges, Eupbrat 
m. f. w.; indeß fie in anbern, wie im Niger, ben GSibiriſchen 
und Amerikaniſchen Strömen, öfter minder bemerkbar if, 
und hier fogar zuweilen Zwitterfiröme, zwiſchen zwei Sy⸗ 
flemen, wie der Gaffiguiare in Südamerika, wie am ee 
oberhalb Martabon zwiſchen dem Ava und Peguftrömen, 
wie am Annam zwiſchen dem Siam und Sambojaflrom, wie 
die Tärando⸗Elf gwifhen ber Tornea- und Calix-Elf im 
Lappland u. a. m. fich bilden Fonnten. 
Auch hier müffen wir nur vorläufig, um bes Verfländs 
niß des Folgenden willen, einige Bemerkungen voranſchicken. 
















Erläuterung 1. Flußgebiet, Stromſyſtem. 


Wenn der Zuſammenhang ber Höhen *) auf welchem 
wie uns bie mathematifche Linie der fortlaufenden Waſſer⸗ 


*) Br, Sulz über ben Zuſammenhang ber Höhen. S. 5. u. f. 





Befefene, Oufmiier.  - 77 


ur Fnareeiie beine u ** 
des t: fe. 8 das im 
ie, an sum Wesre RP 





dit deren 
i r — 1 
Enblinie, alı Int Iogtıs 
Sinnfel, Br —46 —* 
Anfangslinie it der und der 
Raum Auellland, aber Rs 
Ciremt. Alle bem legten Stroms 
Yale Buftfe, weige be ben Gelber Kalnte Beigweimme 
* e Silben. 
—— * den 
a wie Peri 


. Fed ger —— 
—— En re ee 


— — wollen . GE 


nennen. 
zu Di Bersleigung dr Ertemimen mih Base znb 
dit (Gapeciäe) tan dan Gl ieflamen, nu0 Bine 


die €: —— [EG 
x —5— —— a: — Ei 
e Bei 





Gettexer, unb Dite Cpfem ein 
Pen 2800. . »i “) Busche Essai —————— 
— ‚Mom, Ye Pamdante Aazia, 
‚sanserusat. I’histoire Fr 


| aoie, T. XIV. 2376, _ 


78 ‚Allgemeine. Borbemerfungen. 


chineſtſchen Fluſſes auftreten nad ber Gradation, weld 
etwa fleuve, riviere, ruisseau im Franzoͤſiſchen bezeichne 

Wir wollen nach der Länge und dem Flächenraum 
bie fie famme ihrem Quellenbejzirk einnehmen *), in Werl 
Hung auf einen Erdtheil insbefondre oder abfolut zum Er 
- ganzen, fie als Stromſyſteme vom erſten, zweiten und bei 
ten Rınge betrachten. 

Au der im Ganzen unbebeutendfte Fluß erlangt gra| 
Wichtigkeit für das zu Im gehörende Lokale *). H 
Kleine Baieriſche Iſar z. B. nimmt aus ihrem Quellenk 
zirke bis zur Mündung, von ber linken 860 fließende Wa 
auf, darunter 44 Flüßchen; von der rechten Geite 4551 
59 Rinnfalen; zu beiderlei Seiten rinnen 151 Seen u: 
bedeutende Klüffe in bie Sfar. Sn allem: wird fie bug 
156 Seen und 19393 Duellftcöme, die ſich in 105 Rinnfak 
in fie ergießen, ernährt "**). Die Ifar ift aber bach mm 
einer bee 34 Zuflüffe (und nur vom vierten ange bderfe 
den ***"), des Donaufltoms, welcher in Beriehung auf» 
Stromſyſteme der Erde, nur zum dritten Range gerechn 
. werden kann. F 

Nicht die Größe allein, ſondern bie ganze Combin 
tion +) der Mannichfaltigkeit dee Natur im Stromfyfle 
foll uns hier die ganze charakteriftifche Individualität be 
elben beffimmen IF). Ahr liege eine phnfifche Einheit zum 

runde, beren Princip ſich matbematifch barftellen läße +++ 
welche auch der Naturblid auffaßt, wie dieß im Orient w 
den rößten GStromſyſtemen, 3. B. bes Banges ud Inde 
der EN war. Mäbar ), d. i. die große Furth, * 
in Sftindien insgeſamt alles Land vom Bengaliſchen Ge 
länge dem Ganges an beiden Seiten aufwärts bis gi 
hohen Himalajakette, und entfpriche ganz unſerm Begri 
von GStromſyſtem. Mit gleichen Säarlsliee haben % 
Morbamerikaner die hiſtoriſche Wichtigkeit ihrer Stromf 
ſteme aufgefaßt. 

Anm Waſſerſcheiden als Tragplätze. Die Wa 
ſerſcheide, von ber wir ſchon oben geſprochen, bezeichnet übers 





*) Rennell Appendix’in M. Park trav. p. XVil, In bi 
Philosophic. Transactions. Y. ‘1781. p. 87. und Maj 
Müller bei Dtto a. a.D. &. 130. **) Scheuchzer llelve 
hist. natur, 11. p. 4. ***) v. Riedl bydrographifhe Kar 
von Baisrn, VILM Al, F. Marsili Danubius. zo 
1726. fol. T. Vi. Mapp. potamograplica. fol. 59. +) Reı 
nell Ganges in Men. 4 a Map SE Hindostan, 3 Ed. | 
308. ++) Playfair Illustraiions of the Huttonian The 
ry of the Earth. Edinburgh 1802, 8. p. 367. FD Pla: 
fair a.a. ©. p. 102. +++) Th. Maurise Indian Ant 
quäties, London 1806, T. I. p. 230, 


Mänbungen aber denk Atlantikden Kilen Di. 
3 melde hier durch % große Breite des Yolarifgen — 
er geftennt find. milden Zeplich und ("7 

reeres an) "Die Kautaker Bahnen (ide San 
eer * 
e Früffe, mit I ——— se 










— rin De — Basel 
en. Bafe! aufen um 
se), — ſehen nie an ihnen yordber, er en 
auf biefe Steinhaufen zu werfen, damit, wie fie fagen, 
Schridegebirge nit Meiner, fonbem gröfee werden 
Birklid Liegt * Gebrauche die ſe tige Bemer⸗ 
Ing unter, daß die Waſſerſcheiden nicht als abfelute Grenzen: zu 
Hrahten find, und def die Flüffe —— berwarts laufen, foR- 
m nad) ihrem Urfprunge zu. au) ırtö fpreiten, indem bie 
Wadllen aller Bäche und löffe,. wie dieg auf ben Dochgehirgen 
Veförend wird, wirklid) reculiren +). . 

Bür bie weiten Flächen bes Norbens_ber Erde in Rorbames 

Me, find diefe Wafferfeiben ald XTragpläge (partage, trans. 

ü Norden * en — hen (wos 

m, tragen „ehr wichtig gerworbenz mar 

— nen enaunt —8 —— . 

be zwei ſoiher Moloden zwiſchen dem fhwarzen und dem 

Innere in Btufland; der. eine zwiſchen dem Don und ber Welga 

Beriggn, der andere oberhalb Tſcherdin zwifhen der Tolwa 

Yetihora. In Ungarn heißen fie Käp, wie J. B. Bhemese 
weiten ber Themeſch und dem Marofd. 

Zn den verfciebenen Erdtheilen find fie aud ſehr derſchieden 
müheilt, und. nicht von gleiches Beet Amerifa +++) hat 
kamg tige zwifhen dem Oft» und MWel-Dceans 14 
B * ige zwiſchen den entgegengeſetten Meerbeden, iſt 

* —* En ee —— mad u Karl der 
** on ihre ien un! 2 
eihmen fi durch die Armuth biefer Hauptformen ber ee 


gu 
# 





®) Lewis et Clarke ‚Voy. p. 188, **) Wahlenberg Flor. 
Carpat. p. XXX. Yallas Stuffifche Meife. 4. Th. 

IU. p. I. vun) Reue Kordiſche Beiträge. SH. IL. P. 95- 
# Journ. de Fhysigue 1810. Juin un) Puamor Vor: 
sique dans les Pyrenees, p. ser Rot 

if ..&. 3 „Il. ©. 41. 
—— Seh DH 


umbold: Essay po) 
lour. Bsp. I, ch, 2, ö 


80 Allgemeine Vorbemerkungen. 4 


| gebirge aus, welche als eine Bedingung einer Art ber Commmen 

sation des Innern eines jeden Erdtheils mit feinen Umgvenamin 
gen ,. boch ſcheint verausgefegt werben zu muͤſſen. 

. Die Hauptwaſſerſcheiden theilen bie Gröoberfläden in 

große Weerbeden (Bassin de mer) ber erften Art, in ı& 

‚aweiten unb 26 ber britten Größe; deren Betradhtung und 

unten an einem. andern Drte befchäftigen wirb. Tr 


Criöuter. a. Richtung, Befälle, Oberers, ii: 
| der und Unterer Lauf der Ströme, 2 

















Die, HYauptrichtungen ober bie Normalbicectiom 
Brime wird theils durch bie gegenfeitige Richtung ‘ 

en jeitungen in Verbindung mit bem rs ıfei 
Hp ni ihrer Waflermaflen unb ihres Falles, | 
durch bie Beide enheit und die Gtructur ber Gebirges Wi 
Erdmaſſen, welde fie auf ihrem Laufe ee ww 
Dinge. In den Richtungen bee Ströme ftellt ſich je ed 
gang deutlich, bas Geſetz vom ‘Parallelo we ber Kräfte. U 
aber nur felten, ober vielleicht nie gebt bie Stromrigt u 
* allein aus ben unter einem gewiffen Winkel mit geniſſ 
Kräften zufammenftoßenden Waſſermaſſen hervor. Oft tuBER 
noch die heterogene, widerſtrebende Kraft ber Maſſe des Beg 
108 hinzu, welche mit einwirkt auf bie Richtung des Stromik, 
Die kleinern Abweichungen von ber allgemeinen Richt 
werden oft allein durch den wiberkand der Gebirgeme 
verarfat. Dieß ergiebt fih 1. DB. fehr auffallend an 
MWindungen bes Rheins zwiſchen Bingen unb Raub, “u 
obern Zeffino, am bee Dal⸗Elbe in Schweden, u. a. 
wo dieſes genauer verfolgt worden ifl. 

Aus der edigen, im Zickzack an einander 3327 
Kette, von immer kurz teen, Iongitudinalen und 
transverfalen Thälern, werden, wenn der Strom aus nl 
feften, .gefebichteten, nn feifalinifgen „Sebirgemelte pero 
sreten iſt, feine Diegungen nur fanften 
wenn er in ein leicht gerflörbares Höysebirge, wi im 
keres, — — Land übergeht. Das geüb 
Tann aus einer richti 27 Zeichnung bes Stromlaufs 3 
gm einen, mit —* icher Sicherheit, auf die Meſſe des 

ttes zurũckſch 


Die Ströme engsregen ‚ wenn nicht andere maächtü 

ere * dagegen wirken, die Gebirgsmaſſen in benjen | 
* tungen, in welchen ſie den geringſten Widerſtand 

ei Gebirgsarten mit aufgerichteten Schichten 

—2 in den längern Thälern immer dieſen Esih 





J ") Hausmann —— De Reife, » In. ©. 324. Haut 





at, durch die Zuflüfle aber vermehrt. Reißende 
b laufen in einer Sekunde einen Raum vom 
7 Fuß, bezäßmbare weit weniaer, unbezäßmbare 


* 


1) Oberet Lauf der Ströme. 


ochgebirgen ſtürzen bie Wafler mebe als ba 
, Bass eberall Ale den amen * 
Biefbähe, Achen, Nan’s, Torrents, Gaven, 
w. In den Pyrenaen ) 1. B. beträgt das 
Gaven im Durchſchnitt auf jeden Fuß Länge, 
sen Zoll; hiezu kommen von Sirecke zu Strecke 
Wäle von 2 dis 5 Fuß und mehr, ſo daß fie im be⸗ 
m Bebraufe viele Luft einfchlingen, und zu Silber⸗ 
werden. Go wieberbolt fich biefes auf allen Als 
bern, Dochlanden und an unzähligen Steilküſten det 


Ir 


* 


ayfair Mustrations Not. XVL p. 354. u. a, D. ) Par⸗ 
Grundriß der Phyſik ber Eh. Riga 1816. ©. 337. 

*) 9. Wiebeling allgemeine Waſſerbaukunſt. Ip. I. &. 41 

ahm Anfangsgr. ber Mafferbautunfi. 5. 200. +) Pasumer 

y. phys. p. 355. g 

y 





‚ ” 
- 
a 


3a Allgemeine Vorbemerkungen: - 


olarländer *). Selbſt die Alpenſeen Baben noch 

efälle, nie B. der Lago Maggiore oberhalb An 
zwifchen Nogadin und Arona, in jo unbeträchtlicher 
noch ein He von 53 Buß nach den Meſſungen des 
fen Morozzo ’*). | a 


2) Mittellauf der Ströme | | 


Weit geringer ift das Gefälle unterhalb ber 
Bürge und Alpenſeen, oder bei Flüſſen, die überhaupt 
von geringern Höhen Berabrinnen, wie 5. B. ber Nedar "? 
des von feiner Quelle bis Heilbronn, 50 Stunden Lauf,’ ü 
ede Stunde Wegs nur 38 Fuß Gefälle, ober auf 38 

uf noch nicht einen Zoll Sal bat. Geringere R 

giebt das Flußprofil des Ddergebietes }) in Gchlefien, m 
eringer ift noch ber Fall der Donau von der Quelle” 
Mresburg, nämlich nur 1700 Fuß auf volle 9 Längeng 
Horizentalen Abſtandes. Ja das im allgemeinen ſchie 
ringe Gefälle dee Ströme hat ſchon äfter die Aufmreräiil 
keit auf ſich gegogen IF) und barf auch bei den folgemm 
Betrachtungen nie aus dem Auge verloren werden. - _- 

Unter Zlußbette verfieht man bie ganıe Breite 
Fluſſes, welche nach dem Waſſerſtande oft fehr verichiem 
feyn muß; ‚wie 5. B. des Mifffippi zu Natcheg bei wiel 
em Stande, Baum eine halbe Stunde (ı mile Engl.) 

gem Waſſerſtande 6 geoge. M. (30 miles) FrF); bes 
noto, der bei St. Thomas 3 Meilen (3050 Toiſen) 
if, zur Zeit der Waſſerſchwelle, aber His 15 geogr. 
nad Dupons +++) u. a. m. ' | 

Verfchieden vom Flußbett iſt die Stromrinne 
derjenige Theil deffelben, welcher der ganzen Flußme 
Leben und Bewegung giebt, gieichſam die pulficende Arten 
bes Fluſſes if. Im obern Kauf fällt fie meiſt mit be 
Bette ſelbſt zufammen; im Mittellauf ift fie mehr bezelt 



















*) Wahlenberg de altitud. Montium Helvetiae in de V 
getatione et Climate in Helvetia septentr, Turic. 288 
Tale etc. *%*) Nivellement depuis Turin eto. tä 

. in ben Mem. de l’Academie de Turin. A, 3 p-! 
“+, Bohnenberger Barometr. erigon. gemeffene den i 
Tübinger Blatt für Raturw. und Arzneilunde. ır Banb Zt 

Stuͤck ©. 330. +) 3. dv. Sharpentier Klußprofil von Schl 
fen. Bresl. 1813. ©. 106. ++) Otto Hybrographie; Parr 
Phyſ. der Erbe ©. 228, S. F. Lacroix Introduction & . 
Geogr. Math&matique ot Critique etc. Paris. 2 Ed. 182 
p. 332. W.@. +++) W. Dunbar in den Transaction \ 
the American Society at Philadelphia. 1804. T. VI. p. 16 
HHf) Dugons Voyage à la terre ferme. T. III. p. 25 

71*) v. Biebeking allg. Wafferbauf, I. ©. 450, und Reı 
nell Mem. 3 Edit. p.34e, ' 


⸗ 








88 
+ Se —2 nicht in der —— — 
einen Gefaͤlle (pente), zieht aber ‚zus 
; en Selswand bes Thale (contrepents 
bern Tiefe Hin. Durch fie wers 
bee Gtröme 


Beisegung: die Serpentinen — 
ober langenlauf bildet Mc, 
erfor ) des mittleren Stromiam 
Rh Infeln, Werder, Auen; 
er Ausnafımen Feine Seen, welde ben 
Du me caracterifiten. Aber bei biefen 
ann lift es fich ſehr Häufig nachweifen, daß fie 
_ elegte Seeboden find. . - 
Hal. von Schafhauſen bis 
| ſberg Sin, und wieder von 
I: . Eben fo nachzuweiſen ift es 
im Mittellaufe von Ulm an bis zu ben 
zungen (ötranglemens), von Kloſter Neu⸗ 
halb Wien, und von da wiederholt ſich Dies 
nung noch einigemal oberhalb Peſth, und ums 
min in den Stromengen von Drfewa F) u. a. O. 
iR es am Ganges, Indus, Euphrat, in den Ames 
menu. ſ. w. Ja im unentwideltern Strönr 
m des Ganct Lorenzo, find die Seereihen noch vorbanz 
weiche fih als fo viele Baſſins, eins in das andere, 
m, and ſo den Strom felbfi konſtituiren; aber bie 
e der Gtrombildung konnten bier feit ben wenis 
unberten, in einem fo £oloffalen Maaßſtabe wie 
d, beobachtet werden FT). ’ 
e Ucbergänge, welche bie fließenden Wafler aus ben 
trodengelegten Seeboden in bie untern machen, 
\ efammt bei allen Strömen noch fichtbar, mehr 
miger, characterifirt durch Felsengen (defiles), Zus 
Manärungen (etranglemene) , oder Häufig no® von 
ur das Flußbett Bindurchflreichenden Trümmern 
DD ea größerer Felsbänke, Riffe, Klippen, Stufen, 
1, weiche die Strudel und Sitromſchnellen (whirl- 
zapids, ber Engl. rapides, sauts per Sranzofen, 



















Rennell Mem. Aber ben Banges a. a. O. **) Ham- 
sur le Bastberg .in ben Annales du Musse d’Hist. 
T. VL R- 356. RE) v. Wiebeling a. a. D. I. ©. ur. 
) Bory St. Vincent im Berlin. Magazin für Nat. Big⸗ 
).-2808. ©. 295. +) Marsilii MER Gen. Danubii. 
40. und 16.5 und Vopowitſch Unterfühungen vom Meere. 
+4) A. Ellicor in ben Transact. of ıbe Ameris. 
*F.1V. 2.28 ar 
F2 


. 


84 Allgemeine Vorbemerkungen. 


oaltos und raudale ber Spanier, Scheweren ber’ bh 
bilden, und oft wie 3.8. fo häufig in Nordamerika w. Mi 
Gataraften genannt werben. Um bei den nächften Eurg 
fen zu bleiben: fo find es z. B. die Saltos be Lob 
Suadiane, die Stromfchnellen oberhalb Monte Goraer 
Duero, bie Stromſchüſſe unterhalb Saragoſſa bei Sell 
im Ebro *); ‚die Hapides ber Rhone zwifchen den 
bänten von Pierre Encife unter Lyon °*), bie 
der Loire unter Roanne ***) bei Iguerando, bie des 9 
tel: Rheins unterhalb Straßburg, am Binger: Lo, 
Ganıt Goar, unter Andernach ); die ber Eike 
Leitmeritz, Auffig, Rauhe Kurth, KRlingler und Recerh 
er Eurch unterhalb. Meißen 7). Es find. die Dia 
rudel Fr) bei Grein, die Stromſchnellen bei Klofter U 
burg, bie Klippenpäffe bei Tachtali, Demirkapi, Orf 
in dem Dnepr find. es bie 15 Porogs unter Katharll 
law +1}) u. a. m. | r 
..  Diefelben Erfcheinungen finden fi gleich Haras 
ſtiſch in allen Strömen der Übrigen Erdtheile wieder, : 
ihre Beachtung wird — zu wichtigen Reſultaten 
die Gefammtbildung bderfelben führen. Gie erfihem 
Giberall die Schifffahrt, oder Kindern fie gang, und y 
fen niche mit den eigentlichen hohen Waſſerfällen, « 
Katadupen, Cataracten u. f. w. vermechfelt werben. Mi 
nebft den fleilen Selsufern und den Alpenfeen charas 
firen den obern Lauf der Ströme innerhalb bes H 
birges; bie Stromfchnellen aber, nebſt ben weiten 
ontalen Seeboben und Gerpentinen, ben Mittellauf 
Hiben innerhalb der Stufenländer. Unterhalb ber 
Stromſchnellen treten bie Ströme nun in bas horizor 
niedrige Slachland ber Erbe ein, in welchem bie dritte 
racteriſtiſche Form fich zeigt. 


3) Unterer Lauf 


Die Strombesten des obern unb mittlern Laufes u 
ten, wie fie na und nah an Waflerfülle abnahmen, | 
ken gelegt werben 417) ; fo wie die Vormauern in den 0 
Stufen durchbrochen waren, wurben damit bie unten d 














. ©) Towmnsend tr. II. p. 45 *%) Journ. des Mines. 
.  W. de *%*) Passinges im Journ. d. Min. VI. p. 
J sie) 8. Ockhart ber Rheinſtrom u. f. wm. Maing ı 
7) Merperger Elbfitom. Dresden 4. &.7. ++) Rad 
ten von ben im Strudel ber Donau vorgenommenen X 
... ten durch bie K. K. Navigations⸗ Direction. Wien 1781. 


. S. 12. TTH). Guͤldenſtaͤdt Ruſſiſche Reife. Ah. U. ©. 
+9 alien dem Bau ber Erde im —* a 








} Waſſerſyſteme, Stufenländer. 85 
en. lehrt noch heut zu Tage bie Gefchichte aller 


Das des untern Laufes wird oft faſt un: 
B. des Senegal von Podor zum Dcean auf 
ng Fuß nad Adanfen ; des Amazonenftroms 
auf 200 lm landeinwärts, nur 105 Fuß, alfo auf 

kaum a Linien, nach Gondamine, u. f. a. m. 
I Der Drud der hier fehe mächtigen Waffermaffe, ber 
2 der Ebbe und Fluth, die jährliche Periode der 
I, bewirden bier, moch vor ber Herftellung 
ihts erſt noch "einen befländigen Kampf ber 
Men Refultat mach der verfepiedenen Localität 

ieben ſeyn muß **). 

Die Wifrrmaffe des Stroms fucht nach Ausgleichun, 
"Ri dutch bie rd un 
der Mil bei Cairo; bie Arbeit des Stroms gegen das 
Eanib und der Widerftand des Meeres bemwirfen die Ablage 
(de) ve, alluvial detritus) des Ströme, welche 
unten der Baflerfläche, Barren, Flußtiegel (bas fond, bar- 
D; über derfelben ju Deltas +) (atterrissements) wer: 
1 © 5.2. um ges, Indus, Euphrat, Nil, Rhein, 
haupt an 14 der Hauptiwaflerfpfteme der Erde. Das 
patheil, noch nicht gefüllte Räume, fondern weite Müns 
en, negative Deltas (Negative Delta oder Inlet of 
Ocean ber Engländer) FF) zeigen ſich bei 9 großen 
efferfoflemen, wie am Ft Senifei, Sanct Los 
), Columbia: Fluß u. f. w., Eur; meiftens im Norden 

Ede, und felbft bei den Eleinern Elfen und Creeks. 
Eine andere Eigenthüimlichkeit des unterm Laufes, if 
iss auferorbemtlich häufige Wechſeln ber Gtromrinne, und 
das Wandern des Gtrombettes HF} von einer 
Beite ber Ebene gur andern, welches bei dem Ganges, 
us, gr „Rhein, hiſtoriſch verfolge fo merk: 
her Raufe der Ströme beginnt bie alljähre 
W wiehntihrende, allgemeine Ueberfehmenmmung bes Flach⸗ 


Playfair Illustrations, p. Srede Beologifhe Beob⸗ 

2 über einen —A —S—— Länder. Halle 

* ©. 56. u. a. ©. m._**) Playfair, Illustrations Not. 

. p- Bst, "e*) d, Wiebeling Allgemeine Baſſerbau⸗ 

int 7. &.16, M Andenasey — 

9 . 190. user. unt unbar 

B Dherdor, Abe Minieipps and he Delte in ben 

Transact. of the Americ. oc. ar Philadelphia. — 
T. VI. p. 165, +44) Rennell Mem. 5 Edit. p. 340. 

Elphinstone Cabu), p. 26 und 654, J 







86 Allgemeine Vorbemerkungen. 


Tanbes , unter allen Xheilen ber Tropen, und be 
richtet fi der neue Anfas des Thalbodens, bas 8 
sat der arbeitenden Ströme (zorazıs seyarızas), im 
Herodots *). . 

Wie diefe nun in ihrer Mündung einem Binnem 
ober einem Dcean mit Ebbe und Fluth zugewendet 
je nachdem ändert fid auch wieder die ganze Natu 
untern Stromlaufes ab. Diefes zeige fih 3. B. bı 
‚Dauptweflerfoftemen bes Nils, der Donau, ber Wolg 
ſes Kleeblatts der nicht = oceanifhen Waſſerſyſteme 
Theils, im Gegenſatz derer, die den höchften Flutht 
Oceans zugelehrt find, wie bie Chinefifchen, Indi 
Oſtamerikaniſchen Weltfiröme, und dann derjenigen, I 
nur minderhoch von ihnen affieirt werden können, 
mehr dem Welten und Norden als dem Dften unb 
jugelehrten Mündungen ber Ströme. 


Erlaäuter. 5. Die Stufenländer ber Ext 


Es ergiebt fih ſchon aus diefen bier nur vor 
angebeuteten Hauptverhältniffen der Stromfufteme, 
man fie im N mit fich felbft vergleicht, 
in Beziehung auf die Hochländer und Klachländer ‚der 
. im Ganzen betrachtet, baß fie drei Hauptformen | 
welche in derſelben Succeffion von ber Höhe nach der 
fih allmälig entwideln. 

In Beziehung auf ben Strom bezeichnen wie ee 
die Auspräde: Dbderer, Mittler und Unterer St 
lauf; in Beziehung auf das Areal des ganzen Wa 
ſtems können wir fie die drei Stufen, und die Län 
dieſer Succeffion gedacht, die großen Gtufenlänber 
dins, steps) der Erde nennen. 

Denn biefelben Geſetze, bie fih im großen in 
em zeigen, wiederholen fich im verjüngten 1 

abe in den Achten und in der Verzweigung jedes 
nen Zufluffes wie des ganzen Waſſerſyſtems. Nicht 
bier der Grund, wie bei der Vegetation in ber gleich 
wirkenden Kraft von der individuellen Wurzel aus, 
unten nach oben, liegt: fondern weil bier eine univ 
Bedingung, von oben nach unten, nämlich eine fr 
allgemeine Waſſerbedeckung, mehr als bloße — 
wirkliche Thatfache iſt, von ber fo gut einſt eine & 
ganze Erde gleichartige Urbilbung aller Waſſerſyſteme 
gegangen, wie von Einer Wurzel aus, die gleichfi 





9 Herodot II. c. 11. 


Bafferfpiteme, Stufenländer, 87 
ben einzelnen Baum: Individuums mod 
entreidelt. 


fe u Eine ge — im Baum 
don it, fo auch bi J 
fetrdung cin Gofem von Thal und su ar 
bung nah unten zu, deſſen einzelne Glieder 
"pafäkig von hie und daher kommend, fo und fo 
tonanten' Befeh *) "im giriefbemien 

fon! 
daf Hk nur eine folde Gemeinfaft der ke 


0 
‚auf eine Gemen h fi 
rn 


2 ee iFigkeit In ber Wirkung bedingt nun 
Reslität in der natüclichen Einthritung in jene 
Gtufenlinder, deren mefentliche Charactere eben dies 
jenigen zu feon feinen, weiche wir oben angeführt haben, 

N J ien ber Stromſyſteme werden es im 
ber meiter entwideln, mie auch ba wieder verfchies 

Unterabtheilungen eintreten fönnen, und 

eben in “ un % entgümtigteit jedes Hauptwaf: 

mobifieist ifl. f 

Diefe Betrachtungen erlangen in der allgemeinen Erd⸗ 

8 ‚größere Wichtigkeit, wenn wir bedenken, daß. 

je Dölker ihre höhere Stufen der Bildung, nur inners 

des begünftigten Locales ber Hauptſtromſyſteme er: 

', und bag das Pulfiren biefer Erdadern geichſam 

‚ja den natürlichen Anregungen bes Körpers bes Men- 

lechtes, aus ber arm Maffe ſich zur Perfön- 
eines Volkes und Staates heraufzubilden, gehört. 





“)Playfair Wustrat. of the Hutton theory: pı 102, *#) Play- 
ir JIL. p. 402. 





r . " L} 
. 
„ 
a 
. 
N m 
D 
* 
⸗ 
⸗ 
“ « 
. 
. 
- 
D 
. 
“ 
. - . 
> - . — . 
- 
” 
. 
+‘ 
- 
D 
. 
D 
. 
. 
» ⸗ 
* 
” — 
⸗ 
- 
. 
‘ 
- 
® 
- 
. 
ı . 
. . 
. 
D 
. » * 
4— 


Erſtes Bu. 


frei 


—— 


+ 


‘ 
q 





La 





Ä 


 Rilgquellen, liegen unter 7 bis 8 Br. 


Erſte Abtheilung. 
Das Gebirgsganze oder Hochafrika. 





uebeerſiche. 


. 3. 


Gun; Südafrika, von ber terraffenfärmig auffleigenden 

Gärtäfle des Borgebirges des guten Hoffnung nordwärts 

is zum Aequator, unb bis gegen 5 und 10 N, 

(deun die Quellen bes Wahr: el: Abiad, ober bie füdlichftem . 
Re 9), und die 

bes Joliba- und Genegalfizomes zwiſchen 10 unb 11 Br. 


 RBr.)**), bildet HEHE wahrſcheinlich ein zufammenpäns 


gen und einige Kunde bayon gu er 


zendes Hochland der Erbe, welches zu beiden Seiten, nad 
der Oſtküſſte zum Indiſchen, nach ber Weſtküſte zum Aethio⸗ 
ifhen und Südatlantiſchen Ocean, fi in mehren ters 
teffenförmigen Ab in die Tiefe ſenkt. 

Diefe Zerraffen werden mehr und minder, die Küſten 
atlang, Bu Gebirgszügen begrenzt, bie von Süden nach 

or eichen. 

So weit unfre Kenntniß gegenwärtig reicht, wird die⸗ 
s Dodland nirgends. von irgend einem großen Strome 
Wer Länge ober der Breite nach durchzogen, und alfo niss 
gends ducchfchnitten. 
—Alle Verſuche, in das Innere biefes Hochlandes einzu⸗ 
bingen, find bis jegt fruchtlos geweſen; kaum waren 
keine Reifende fo glücklich, bie zu en Grenzen zu gelan⸗ 

alten. Dec verbanfen 

wir der älteften wie ber neueften Zeit manche belchrende 
und einzeing beflimmtere Nachrichten barüber, zumal über 
Vie Grenze des Hochlandes. M 


W. G. Browne Map of the route of the Sondan Care 
ar from Assiüt te Darfür. 1799. **) J. Rennell a Map 


:*he Progreis of Discov and Improvameant 
in Ihe Boom. of —R 1798. correcısd 6. 


a". Afrite 


Im Güden fälle deffen Grenze mit ber Merrestähs 
sufammen; im Norden lennen wir nur oftmärts ben Ab 
fall: im Alpenlande Habefch, weſtwärts den Abfall im Ko 
gebirge, dem Fullah: und Mandingo: Lande, als den weis 
lihften. Ausläufer diefes Hochlandes, - 

In D. und W. find die innerften Gebirgsketten, welde 
in einem Parallelismus mit ben Küftengebirggletten fixeis 
&en, die befannteren Begrenzungen biefes Hochlandes. Bes. 
gen ©. hin wird es von frieblihen und glüdlichen Bölker 
ftämmen, 3. B. den Beetjuanen bewohnt; feine Mitte if 
sur durch furchtbare Kriegeszüge und Dorden, Gioguas oben 
ea gas, feit der Mitte des 16ten Jahrhunderts bekannte 
und feitdem auch unzugänglich geworben. 

Am N. wird es dur alljährlich wiederkehrende Krie⸗ 
geszlige [der Habeflinier gegen die Gallas, ber Darfurer umb 
anbrer zur Sklavenjogd gegen die Bergvoölker von Donge 
(an den Abawi- Quellen:] immerfsrt unzugänglich gemacht. 
An andern Stellen, wie zunächft unter ber Linie von beis 
den Küften aus, feht, anderweitige Hinberniffe ungerechnet 
die Natur des Localklimas ber Abhänge felbft, vielleicht 
Europäer unlberwindliche Hinderniffe ber Beſteigung deffels 
ben entgegen, wie dieß auch Nichols **) und Kapitain Zul 
keys **") neuefler unglücklicher Werfuch beftätigt bat. 

So wie Hochaften feiner Längenerfiredung nach gegen 
W. in bie Flächen bes Arals und Kaspiſchen Sees und in 
Die. benachbarten Steppen, fo ſenkt ſich auch Hochafrik 
feiner Längenerſtreckung nach, gegen N. in bie tiefen ZI 
hen von Darkulla, Melli, Wangara, Sana und Bagherme 
hinab; 0b aumählig oder plöglich, willen wir nicht, aber 
doch fo volllommen, daß von Bier aus gang Nordafrika, pl 
ner vorherrſchenden Form nach, nun im Gegenfas von Sübs 
afrita,. ein wahrhaftes flaches Ziefland zu nennen ift, ſo⸗ 
23 gegen das Mittellaͤndiſche Meer Sin, wie zum Atlans 

en Dcean, ' aut 

Der Körper bes Hochlanbes gibt. dem ganzen Sübdafrika 
feine characterifirende Geſtalt. und umber. lehnt fich ei 
ferraffenföemiges Küftenland an, und nur in N, D. und ®. 
2. nehmen wir auslaufende Glieder wahr, deren Baupe 
richtung in ben Bergzügen von Habeſch, Darfur, Bornu 
nah N., im Mandingolande nah W. und N. W. ſtreicht. 





*) %. ©. Water über Afrikan. Mölkerfunde im Königsberg. 
Archiv. 1812. 4. St. ©. 572. **) Proced. Afric, Society. 
II. Vol. vm Gnbe. ***) Narrative of an Expedition to 
explore the river Zaire, usually called the Congo in 
Sputh Africa, in 1816, under the direction of Capt. J. 
K. Tuckey eb. London 1818, 4. _ BE 


%. 























X and 
Ingöganzen von u brechen es 
b die 
—— — 
er 
m, und daß die andern Ötröme vom dritten, Von 
u zuweitew. Hange, nur in den Gebirgsketten des Randes 
ee auf den Gel 
ud feld biefe 


— 
Ir 
a 
3: 





| aben. 
—— —* 
tſtesme an e m ven 
R ‚zeigt wie wenig ſelbſt "durch bis 


ita’s aufgefeploffen und augänge 





In 
Kir 
Hi 
Ei 
" 


1 
—* 
B 
pe 
We 
R 
= 
Ei 
3 
F 





vor⸗ 
ß die Menge bes atmefphärifchen Nieder⸗ 
nem des lanbes, an Regen und Echnee 
ifmäßig ge q feyn muß, w 
enſeen⸗ dis Sammelpläge ˖ der Brömenden Waſſer ſich 
uf den Höhen vorfinden. 

Dann aber möchte im Allgemeinen bie abfolute Erbes 
ung des DHochlandes, mit feinen böchften Zügen und Gips 
tg, nicht ‘bie bedeutenden Höhen von Hochaſien erreichen, 
icht diejenige Höhe, welche in ber beißen Zone nothwendig 
s fen fcheint, um die auffleigenden Luftfchichten und Dünſte 
ufühlen, und als Keuchtigkeit zu jeber Jabrszeit in veichs 
“er e niederzufeplagen (f. Lehre vom Clima). 


Anmerk. Eacepedes Anſicht. 


Lacepede fuchte zu zeigen, daß bas Plateau von Afrika %) Ka) 
wm socen Grab noͤrdl. Breite bis zum zoften Brad füdl. Wreite 

time, und zählte 9 bis 10 verfhiebene Gebirgöketten auf, 
velche nah allen Richtungen bin N nah franzoͤſiſchen Kars 

) von demfelben außlaufen follen. Hier In gegenwaͤr⸗ 
iger Arbeit koͤnnen biefe nur al6 mit dem Bau bes Plateaw’s 
en bängente ‚ integtirende Theile hetracytet werben, uber 
infer. 


t 





ĩ 


davon ungabhaͤngige, oder daſſelbe erſt conſtituirende Aus⸗ 
| Denn das Band zwifhen ihnen und dem innern Hochlanbe 
egt immer höher, "als ‘das an ihrem äußern Stande gegen bie 
Reeresfeite. Die Maflen diefer fogenannten Hauptgebirgeketten 
ab ber Höhe und Breite nad als entfcheibende Momente ber 


) Lacepede Memoire 'sut le Grand Plateau de l’interieur 
de !"Afrique, in den Annales du Musse d’Hist. Nat, T 
VL p. 284. | 







4 Hochafrika. I. Abſchn. 6.4- 


den Erbbeſchreibung ſehr unbedeutend gegen bie Maſſe 
Be Typus bes ——ã*ſ und feiner Abfälle, auf weldem.' 
dieſe Gebirgstetten nur als. deren Eminenzen ruhen. 
Es if überhaupt bier im Worbeigepen eins für allemal 
bemerken, wie die gewöhnlide Behandlung ber Erdbeſchreibr 
derfeibe Borwurf, wie viele Belidte treffen mölhte, daß, 
fer über den hervorragenden Köpfen die Herzen, über den. 
en das Wolf vergeffen worden, To in ber Erbbefäreibung x 
deben Gebirgsgipfeln der einende Grund, der Boden, ber WE. 


Mit Lacepede das füblihe Ende des Ylateau’s unter sog. 
fübt. Br. anzunehmen, find gar keine Gründe da; benn es AM 
er ellmählig ab in den hohen Gteppen der Beetjuanen, beb: 

erivier und der Karcog dis zur Küftenterraffe ber Gapceleg : 

wie, alfo unter 34 Grad ſuͤdlicher Breite, nah H. Lit - 
wortreffliher Karte, gezeichnet von Gottholdt, ı8ız, wo es Mi} 
bas Dieer abfinkt. 55 
‚Sacepebe’d Angaben ber Auebehnung find alſo zu geringe: 
und mehrere feiner hypothetiſchen VBorausfegungen werben in be - 
VFolgenden ihre Berichtigung finden. „m 













— 


Erſter Abfqnitt. 
Suͤdrand von Hochafrika. 


§. 4. 


Um bie große Mannichfaltigkeit des Baues vom Hoch 
lande Hin überfehen und genau verfolgen zu können, werben 
wie feine Begrenzung nad den vier Weltgegenben betrach⸗ 
ten, und zwar zuerſt bie nach dem Dceane zu, feinen Süd⸗, 
Of: und Weflrand; dann aber feinen Abfall gegen Norben 
zum Slachlande mit folder Genauigkeit und Vollſtändigkeit 
verfolgen, als es bie Benusung der wichtigften Quellen zu 
dieſem Zwecke erlaubte. 

Die neuern Unterſuchungen, aſtronomiſchen Beſtimmum 
gr unb die beffeen Karten ") welche wir über das ſfüdliche 
frika erhalten haben, belehren uns, daß die frühere Bons 
ung: als laufe biefer Erbtheil nad Süden in eine wird 

pige aus, völlig ungegründet il. So wenig, wis 

e von Europa fagen, daß es weſtwärts an ber fpanifche - 
gortugiefifhen Küfte von Cap Finisterrae bis Gap Gt. Bin: 
ent in eine Spitze auslaufe, fo wenig dürfen wir uns bies 
Aunedruds bei ber Sühküfte Afrika's bedienen, welche 










n 


2) J. Barrow General Chart of tho Colony of the Cape af 
Good Hope, 1791. und G. Lichtenſtein Karte des Europ. 
Bot x Frei Vorgebirge der guten Hoffnung, von G. G. Gott⸗ 

oldt. 1811. 


hi Mao, Bien einem orenachen Yııyeau zu lie 


Sidet —— ein — von Behirastet, 
hä it Längenerfizedungen von 
n 5 Duseepllem —— —XR 


herrſcht Gier tie trodne afrikani . 
— lern vor; mehr —E J 
tmcptigkeit"auf diefem CEröfrige, und wir wür 
zn mie —— — —X 
nnen v 
fe wit den Aktien vereinigen wärde. ” 


i 
Erſtes Kapitel. 


vier. 
Be Dr pe, — 
n6he 


— dieſe efer Beiafle gem M. iR 
he aber nach unfern beſten —A eilig 
u füdlichen Wenbekreis us,. und 
Bach wohrfcheinlich das Plateau von Aftii 
ter nah N. folgenden Bebirgen „weiß hier . 
ji und alle Kann a Slüfchen laufen “2 
= Abmekhung na "). Zwar „fee Korn 
— en DEE 
je ven Li 
a: ee 





Pr — 1. Abſcha. .4. 


—— weiche fie bis zu den Außerften Bei 


5 A apcolonie. Hier wird ‚fie ber 
bi man meige wifchen dem 1 
3 len en > üb; ned. die größte 0 


dafrika —* * Pre at uns: bie jest unte 

* —— Namen bee Moggevelds Gebirge, als 

der ber Sneeuw⸗ und bee Winter: r 

als ber. Haup —* der ganzen Fronte, betanne geworbe 

— * teen, e dieſer Terraſſe (vom Karre« 

Zufluſſe des — * bis zum Hauptort der 

‚ £itafı (Lee , unter 6 ir, 30.Min. ( 

ro 27 Gx. öft. 2. von. Sreenwi, reifeten die Ent 
eſer Segenden volle 33 Tage durch ihre Breite ve 

* N,*) Lichtenflein, dem wir die vollfänbigften 

zichten verbanten, bron te auf dem Ruckwmege von 

(von ber Refidenz önigs — 3 Tage 

weiter in &. W. * 3 bis jum Gadkivier 17 Ta, 

Sede Tagereiſe Ay 8 Stunden, welches einen Weg von 

8 bis 70 g. eilen, oder etwa eine birecte Breite vi 

Meilen geben würde. 

Diefe hohe Bergtersaffe beſteht groͤßtentheils aus 
ebehnten Ebenen, welche in einer ſanften, unmerk 

Be, von D. nah W. Bin von dem Dranjerivien 

emen durchſtrͤmt werben, unb theilt 

Fig Grasſteppen, theils mit wafferleeren Strecken 

zogen find, deren Ei Einförmigkeit nur durch Salzlacher 

terbrochen wird. 

BSis jet find nur zwei Bergrüne, bie 9 die Bere und 
ga (d. fenberge), von O. fireichen 
nt, we be auf diefer Lerraff⸗ hen aber nur 80 

353 uß über die Ebenen aufſteigen, welche als ihr 

etrachten iſt, bee ſchon in einer abföluten 

"von 5500 Fuß _Üüber dem Meeresfpiegel liegen 

ee in ltigem Meau mit dem GBipfel des Komi 

—66 en ſcheint ***). Die Karree würden ſonach Boc 
—* ber dem Meeresſpiegel emportagen. 


Erläuterung 2. Begtenzung, einzelne Geb 


Die Gübgrenze ber Terraffe wirb durch hohe Be 
ketten Gebilber, —* an einzelnen Stellen durch 





X Truter and Sommerville Account of a Journey tı 
takoo, 1801 in ET DE to Cochinchina. Lond. 


**) 8.6. Licht ſtein Beifen m fül 
I 16239. a wi en —— 


Drum Dice. 9 
— ee 
. # enntn fer höher 
ae ee a 


jevelb- Gebirge *). Es ae’ 
inden er Kane, * 
Fläche al 
de auffteigen, unter den mannichfaltigften @ 
Megelz und Lafels Bergen. Alle Haben zu ihren 
ein mächtiges, horizontal gefchichtetes Ange: 
das au allen Seiten fenkrecht abgebeochen (mie 
T brechen pflege), ihnen gemille gemeie 
‚en gibt, die man mit Zisen (bei ßes 
9) oder mit Platten verglichen Ya 
— 1, ba mo die Kette des Roggeveld: 
Pr 








man 
d fo getrennt iff, aus ber Tiefe aufwärtg, 
————— ie sei —2— 
losberg: fo bı t man ſich auf ber Höhe bee 
ten Dnber= und Mibbel: Roggeveld, auf. großen, 
liegenden Ebenen **), als die tiefen . 
1 zwei! je det Rarcoo, über welche hinab eine 
Ausficht fich bis zur Südgrenze bin ausdehnt, 
Höhe biefer Hochebene liegt oberhalb dem Komb 
| Eonbeldoös: Fontein, 5300 Fuß Über dern Meere *"), 
Das abwärts führt dee Weg liber horizontal geſchich⸗ 
hte Steinbänte, wie fiber Treppen, welche die Ochfenmagen 


nur bimabfchurren können. , Zwei Zage braucht man von 
lee Häde hinab, um bie Ebene des kleinen Moggeveldes zu 
weichen. E 


* a) Dis Nieuwedelbo: Gebirge ) 

ug Ya und hat feinen Namen von bee barunter 
0: Ebene, das Neue Feld, als eine der fpätes 
Golenifationen, ſes Gebirge gilt füc eins der dig 

im Südofrila. Es flreiche in gerader Richtung von 
D., bis zu bee Gruppe ber Cchneeberge. WBartom +4). 
die Höhe von jenen auf 10000 Fuß abfoluter Höhe, 
umb fagt, dap der Schnee 5 die 6 Monat auf ihnen liegen 
Bleibe, Bis jeut iR diefe hohe Gebirgskette noch von keis 
mem Meifenden überfiegen worden; man tennt nur ihre 








Gbenb. I, ©. 148. 258. unk II. ©. bar W. Paterson 

——— of Hole Teurneys .3. County of ıhe 
Hoszentots and Caffraria. Lond. 1789. 4- ge ver) tige 
teuftein, &. 1. ©. 176. +) Ebendaf, Il. ©. 59. }}) Bar 
zow ı. ]. 2.101, ® 


5 Hochaftita. LAbfhm fh 


ife Sübwand. B hält fie für bi en 
I Füdtichen Afeita, arrow halt ſie ee hochſten ig 


3) Die Schneeberge 


ſtoßen an bie vorigen gegen Oſten hin; der böchfte Gig 
der Gompaßberg *), dat nach Colonel Gordons Zug 
5500 Fuß Meereshöhe, er beftieg ihn im Jade 17 yE WE 
Drientirung einer Karte biefer Gegend. Hier ift ber. € 
abhang der Hochterraſſe weit fanfter (f. Oftrand vo Afey 
als auf der Weſtſeite; Hier fähre man auf ſehr begme 
Wegen ganz gemach mehrere Tage fübwärts zu ber w 
ſten Terraſſe der Worder » Schneeberge im Diflrice 
Reynett. Bier alfo finder ein allmähliges Abſinken 
erften in die zweite Terraſſe flatt, welches fonft nach U 
Bin überall fteil und furchtbar if. Aber auch gegen 9 
ieht fich bier ein bedeutender Höhenzug fort, ber jedoch 
et .nur durch einen einzigen Beriche des General Janſſe 
befannt worden ift "*). Diefer Überflieg ihn zu dem ober 
Seekuh⸗ und Dranje: Rivier, welcher auf biefer höch 
Erhebung der erften Terraſſe feine Quellen Bat, und 
norbwärts, zwiſchen hoben, engen Zelfenufern, dann 
weftwärts durch die flachen Graefluren feinen Lauf ni 
Von Bier aus beginnt alfo die gemeinſame, jeboch 
allmäplige Abdachung der Hochterraffe gegen W. nach 
Richtung bes. Dranje : Riviers. J 


4). Die Karreeberge. Ä ; 


Innerhalb der Hochterraffe liegen zwei Bergreihen af 
dem Südufer und dem Nordufer des Dranjeflufles, bie ja 
doch nicht als Abfälle von nach Norden dahinter liegenden 
Höhern Ebenen gefchildert werden, ob fie es gleich viellei 
nur minder auffallend feyn mögen. Denn auch fie ftreichen 
gleichem Parallelismus mit allen übrigen Bergzügen von 
nah O. Truter ““) nennt die Karreeberge eine Hügelre 
Lichtenflein fagt, baß fie 800 bis 1000 Buß hoch aus U 
Hochebene herdorragen, und daß ihre platten Gipfel (Taf 
berge) die Höchften Punkte in dee weſtlichen Hälfte bes A 
lichen Afrika ſeyen. Sie wurden von den Reiſenden 
vom Sadkrivier (30 Br. 16 Min. ©. Br.) aus gefehen, 
erfüllten in einer langen Strede von wenigfiens 6 ur 
ge gangen Horizonte in der Richtung von W. 
na .S. O. 

Alle Gipfel ſtehen in gleicher relativer Höhe (hei etwa 
6360 Fuß abfoluter Höhe); alle find oben völlig plart, vom 
















ii, 
\ 


1 


*) Lichtenſtein, R. IT. ©. 4. und 30. **) Lichtenſtein, R. IL 
SG. 65. ***) Truter Accouns a. 4, D. p. 567. j 





drand, Beetjuanenland. 9 
als Reg jelz oder 


Ppramiben:, Kafelberge erſchei· 
Gipfel N jiedenen Räum, 
— * Ki gern Stunden vinnehı 


Rs und nd Opattun en finb 
Straub, ohne 
artigen, — gleiche 
end, wie ein im hefs 
6- Wogenmerr. Man blidt die Berg: 
a 
—— Berieungen 
iaffen angefüllt, ihre H6 
gelhichtet. = 
bi Die Magaaga oder Eifenberge **). 
lift im Norden des Dran) eine Tceihe, 
dern Ser Güngeenge bes Banzes der Bertjunnen Lebe 
ou und — Steinmaſſen, und 
Brauneifenfteii bei Jan : Bloms + $oi 
Be. 27 M.) li m diefem find die Höhlen > 
denen — een Ye ihre Bronzefarbe zum Hautanz 


har = Holen. 
up dieſe Hügelreihe, mas nicht zw überſehen iſt, 
freie eat * Kartecbergen und bem ganzen Ken 


iaſſenſd ſte 
Erläuterung a. Dberfläde der Terraffe. . 


Die Oberfläde gi * ſcheint im Allgemeis 
am eine volltommene um Er ſeyn, mit wenig unterbres . 
üben der Karreeberge ift fie 


li 
— mit loſen Gebirgstrümmern Übers 

















und wenige Dorn⸗ und faftige Gewächfe ausges 
mummen, ohne alle Ds jetation. Im Norden der Karree⸗ 
ce gegen ben eanferivier if fie mit Grasfluren 
miebeigem — bedeckt, welches am Nordufer des 
uf bem jr —8 Boden wãchft. Dieter 

mit FR und Kolkirfein überfehlittet, darunter +) 
Asathe, Dnpze, Garbonyze, Ehalcedone u. a. eds 


Eine Beide, wofferleere Wäfte folgt auf der Norbfeite 
ber Sifenberge, bis wiederum gegen bas Bette des 





2) tigt . @&. 336. **) Trater Acc, p. 385. 
“) ki En © Truter Acc, pı 576. 
PR 48. 1) Trui Br 





"200 Hoohafrika. I. Abſchu. 6. 4. 


jnanen⸗ pder Kuruhman-Stroms, damit wechſelt eine .\ 
















feppe mit Geſträuch und Bäumen. An manden © 
über ift dee Boden diefer Terraffe) völlig son Bebe 
sin nadter Quarzfels in horizontaler Ausdehnung weitt 
feitet. 0 
Die Grasſteppe am Beetjuanenſtrom ift deſonders 
egeichnet durch einige (öne und eeieplichfpringände. & 
‚ien, bie in diefem heile Afcitas Wunbern gleih € 
nen’). Aus der reichhaltigſten bricht der Kur 


Felbſt hervor. en 
Belebte Oberflaͤche. 


.  Diefes Land zeichnet fich durch außerorbentlichen Ri 
thum an Wildprett aus. Denn hier leben noch wilbe 
fel, Quaggas, Antelopen, Strauße in großen Deerden, 
e in den Ziefen kaum noch einzeln vorfommen; Bier 
die Giraffen einheimifch, welche noch nirgends in bie &i 
liegenden Terraffen binabgefliegen zu feyn ſcheinen 
benn erſt bei der Annäherung gegen das Beetjua 
find diefe von allen Reifenden in größerer Anzahl 
worden; fo von Paterfon, Truter, Lichtenftein T). 
Mur vom Nordufer des Oranjerivier an, wächſt 
Hauptnahrung, der Giraffenbaum (Mimosa Camelopar 
Jis b. Trater, Acacia Giraffae Willden.) in Wäldern, 
ſteigt niche in bie größern Tiefen herab, ift ein reg 
xacteriſtiſches Gewächs +7) für diefe Hochterraſſe. 
nen Schatten iſt wo möglich eine jede Wohnung ber 
juanen erbaut, und fein Laub wird von ihnen wie Bei 
gehalten. 
Der Menſch. 


Dieſe ganze Hochterraſſe iſt noch frei von eueopkifier 
Re! ein Eigenthum rein —ã — Völlerkämuse 
deren Verbreitung auf ihr hoͤchſt merkwürdig iſt. Es 
ihrer dreisrlei, die Bosjedmans, die Korana und bie Wei 
juanen. | 






a) Die Saabs oder Bosjesmäans. 


Diie bſtlichſte Erhebung um bas Quellland des Oramfs 
rivier, die kalten, fohneereichen, umftüemten Höhen 

noͤrdlichen Fortſetzung der Schneeberge, biefe find der eigenke 
liche Sig, has Vaterland ber Bleinen, bogen, thieriſch⸗ res 
Den Bosjesmanns, Buſchmänner oder Saabs, wie fie ſich 








2) Lichtenſtein R. I. S. 449. **) Truter Acc. p. 388. - 
Zichtenſtein R. IE ©, 525. ***) Lichtenflein 8. 11. ©. 4170. 
+) Paterson Narr, p. ı27. — Truter pı 285. +1) ©. bie 
Abbildung bei Paterson ab, 4. —O 








b) Die Roranı 
der Zerraffe an —* Ufern 


PER en ee ee mise 


ein ebler Hottentottenftamm, ber Bean 
ee) der Givilifation ſteht, als frine a: 
a. in dem tiefet liegenden Xerraffen. 
meiten,.öben Steppen au der —* A Su . 
: A * J N ae — in nen 
lonif st. re. Geſichtsbildu auage⸗ 
a ihre aablteichen Heerben, ihr Bohltand Rıst fich ert 
Unabhängigkeit. uf fruchtbarem chlande leben 
in freundligem Ginverfländnig mit ihren nördlichen 
arn, 





©) ben Beetjuanen, 


bie ebenfalls_bı ifen fange, breite, 
—e a en nei den Eifräberge don 
üfnen getrennt find. 
ae ferne, erſt feit dem Jahre 1801 von den 
erh SG 
un au mi ef en ei 
Är ven mertmürbigften Will n Diefen @rbtheils. " Sn dee 


Entfernung von 35 Meilen von der Meeresküftet)' 
—A ——— 
unb u eh einen milden Gharacter, Red de 


ab des —X Veſchiecht burg Sabnheit ans. 





=) xꝛiat⸗nſtein 8. II. ©. gır. **) Truter Acc. p. 78. 
Truter una Som: merrille —z —R Barrow tr. 


“) 
1. Lihtenflein R. IT. Ger; [de 
LE En. und —E eing —X 


u. 
As 
€ - 
‘ 


102. Hochafrika. J. Abſchn. $.4. Suͤbrand ıc. | 


- Bei ihnen iſt treffliche Viehzucht, Aderbau, bie Kalk, 

. das Eifen, Kupfer und Elfenbein fehr gierlich zu verarbei⸗ 
sen. Cine vollschümliche Werfaflung gibt dem merkwürdi⸗ 
gen Volke Selbftfändigkeie und Frieden, unb bei Rothe : 
wehr Kraft zur Erhaltung der Unabhängigkeit. 

Sie find nur einer von g verwandten Stämmen, und. 
von dieſen bie füdlichfien Grenznachbarn gegen, das be 
Suropäern befannte Land. Denn ı0 Tagereiſen “2 
mwärts von ihrem Site, am Kuruhmanfluß, follten die 
rolus, die aber nicht exiſtiren, und vielleicht die Murubli 
ſeyn Lönnten, wohnen ; wirklich aber leben, nach Ki 
fleins Bericht, andre Stämme weiterhin; ja 30 bis 40 
gereifen landeinwärts wohnt erfl noch ber neunte und zahl 
reichſte iprer Stämme, die Macquini *) (vielleicht vom arce 
bifden Ka’na b. 5. die Eifenfchmiebe), im fernen Re 
‚oflen an einem Gebirge, aus beſſen einer Seite fie Ei 
aus der andern Kupfer graben, welche Metalle fie auf. 
geſchickteſte Art zu bearbeiten verfichen. 


Anmert, Art ber Verbreitung, 









. a 
Dieſe Macquini ſtoßen hoͤchſt wahrſcheinlich gegen Oſten 
an bie innern portugieſiſchen Beſihungen ber Kuͤſte von 38 
und Monomotapa an. Die Beetjuanen, ihre Stammgenoſſen, 
kannten ſchon vor der Ankunft Hollaͤndiſcher Coloniſten, aus 
gen, bie weißen Menſchen, zweifelten jedoch noch an der Wirklich 
eit ihrer Eriftenz. a 
ie Art der Ausbreitung biefes thätigen, aderbauenben je 
induftriöfen Hirtenvolks nah N.⸗O. hin Iäßt vermuthen, daß 
aud in dieſer Richtung bie hohe Zerraffe, welche den Ausſagen 
nad durch Feine Gebirgskette queer unterbrochen wird, ſich nd 
R.sD. zieht. Wahrſcheinlich iſt fie denn fo wirkiih die Höchfte,. 
von thätigen, freien **), glädlihen Völkern bewohnte Zerrafk‘; 
des füblihen Hochafrika, mo ſich noch nicht die Greuel der Slas 
verei eingewurzelt haben, welche faft überall ben ganzen Continen 
belaften, wenn aud bei ihnen das Verhaͤltniß der Knechtſchacſ 
nicht ganz unbefannt ſeyn follte, wie man vermuthet **"), u 
Doch ſchon find Europäer unter ben fhönklingenden Namen 
von Goloniften (im NRoggeveld), von Miſſtonaren (Kicherer bis 
jenfeit bes Oranjerivier), von Kreunden und Bundesgenoffen zum 
Güdranbe dieſer Terraſſe vorgebrüngen ; möchten fie bed nit beit 
Zlud ber folgenden Generationen auf fid) laden, wie ihre Vor⸗ 
Hänger gethan, die auf ähnliche Weife an ben Küften von Kongo, 
Mofambil, am Zacazze, am Senegal und Gambia, unter gleichen 
Vorwande vorwärts zu bringen fuchten. 





*) Eichtenflein a. a. O. **) Barrow tr, U. p. ers) Li 
—E 1I. ©, 516, Barro Par ai 





Sütrand, Karrooterrafle, 103 


Zweites Kapitel. 
Zweite TZerraffe, die Karroo, 


$. 5. 


Ein einziger Blick auf bie Lichtenfleinifche Karte des 
herepäifgen Gebietes: am DBergebirge der guten Hoffnung 
ügt, daß unmiztelbar der Abfall ber Hochterraffe durch eine 
peite, niedrigere, mie von einer ſehr breiten Zone in W. 
m ©. umgeben ift, welde bei einbeimifchen und fremden 

die Karroo genannt wird. 

Sie trenne die Hochterraffe des Innern von ber ties 
em Käfenterraſſe, ift von beiden durch hohe, parallelzies 
mbe Gebirgsketten getrennt, deren nördliche ſchon oben 
4 8. ı. Erläut. 1.) befchrieben worden iſt In bee 
yeite von 20 bis 30 g. Meilen zieht fich diefe Terraſſe ber 
mrorwäften um das Hochland; ihre größere Längenauss 
faunz iſt von W. nah D., und um 3. B. vom Hexre⸗ 
mslleof bis Graaf Reynett duch fie hindurchzuziehen, 
ut man 16 Tagereiſen. 

Eigenchümlich ift es, daß ihre Abfall gegen W. und ©. 
ft durch eine, fondere durch mehrere, & uud 3 unter eins 
der »arallellaufende Gebirgeketten gebildet wird. Die 
ingentbäler zwiſchen diefen, ſtehen oft nur halbe oder ganze 
tumden von einander ab (wie Wallisthäler); ber Saum 
fer Parallel : Ketten und Thäler iſt durch größern Wafs 
rreichthum befruchteter, liegt überall höher als die Karroo 
IR, fällt aber gegen das Meer, alfo nach außen zu in 
m höchſten Kämmen von 2500 $. Über dem Meere, plög: 
ch, ſteil, meift in öden Felswänden binab in die Tiefe, 
nen Schluchten mit den böchfien Walbbäumen, die Afrika 
et, bewacfen, die Vorſtufen aber grasreih und frucht⸗ 
e 1: 


Billig diefelbe Erfcheinung wiederholt ſich am Südrande 
jochaſiens bei dem Abfall gegen bie Indiſche Fläche, nur 
ie dem Unterfchiebe, daß dort eine weite Ebene, hier zus 
icht das Meer daran grenzt, und bag hier die trodne, 
ritanıfhe Natur vormaltet. 

Nach dreierlei Haupttheilen läßt ſich diefe zweite Ter⸗ 
Pe betrachten. 

1) Die ebenen Flächen mit hartem Thonboden, im 
gen Sinn Karroo genannt, davon 3 die ausgebehnteften 
ıd: bie unter den Roggeveidbergen, die in Bodeveld und 
eggeveld, einem Theil des Diftrictes Tulbagh, und die 
tier den Nieuweveldbergen. Da wo Quellen oder flrd: 
ende Waſſer diefe Ebenen befruchten, da verſchwindet die⸗ 


| 
————— 
- m 


104 Hochafrika. J. Abſchn. Si. 


fer verhaßte Nome ber Karroo, und nimmt den der 
virten Gegenden an, wie vom Det Tulbagh, Graaf Bis 
nett Diſtrict u. a. m. * 
2) Der Saum von Parallelketten ſcheint mit ben @ 
miesbergen, Hantambergen und mit dem Onder Ball 
zu beginnen. Südlich daran flößt das Bergthal (We 
valley) mit dem Dlifantesfluffe, ber in dief HR: " 
von ©. nah N. flrömt. Dann folgen die Hacht lex 
Kalten und Warmen Bolleveld, dann das Hochthal 
heran (font Wavern) mit dem Breeberivier, ber nach 
roͤmt. 
3) Von hier beginnen die von W. nach O. ſtrei 
den parallelen Ketten ber Zwartebergen, davon die nörb 
und mittlere ‚Kette das noͤrdlichſte Langenihai des 
ſtrictes, Zwellendam im Norden des Ortes einſchließt, 
mittlere und ſübliche aber das Längenthal Lange K 
Was noͤrdlich von dieſen liegt, oſtwärts bis Graaf Reyn 
und Camdeboo, iſt Karrooboden. Die Zwarteberge ſind 
Theil der hohen Wand, welche die Karroo umſchließt, 
ihr die Beckenform gibt. . Das ganze Gebirg hat bin 
wieder, feine Stufen mitgerechnet, To bis 10 Meilen Breit 
Diefe Ketten insgefammt merden auf die gleiche We 
von den einzelnen Strömen ber obern Xerrafle in ur 
tiefen Schluchten durchbrochen, durch welche binab fie M 
zum Meere: ftürgen. Doch find diefer Durchbrechungen wos 
hältnißmäßig nur wenige, ba. die obern Terraſſen fo waſſeh 
arm find, daß mehr als drei Viertheile *) aller füdafritauf 
ſchen .Slüffe im Sommer volllommen troden erſcheinen. 
Diejenigen dieſer Schluchten, durch welche man au 
der Küftenterraffe aufwärts au biefer gweiten und zu bei 
Kareoo, wie durch Päſſe über die Gebirgsketten 2* 
werden Kloof genannt. Auch deren Zahl iſt verhältni 
Fig gering, daher die Verbindung zwiſchen der Küſtenter 
raſſe und dem Binnenlande immer langweilig und ſehr by 
ſchwerlich bleibt. 


Erläuterung 1. Weftabfall. 

a) Chamiesberge. | 

Diefe, oder bie Gamis, unter 30 Gr. N. Br., mie if 

zen nördlichen Fortfegungen, ben Rupferbergen (Koperber 
gen) und andern find noch wenig bereifet. Seit 1777 um 
78 wurden fie zuerft durch Gordon und Paterfon **) dei 
Europäern bekannt. Chamies heißt in ber Namcagus 
Sprache eine Gebirgsgruppe; fie ragen an 4000 Fuß übe 




















% Sihtenfein N. 1. G. 165. **) Paterson N. p. 5%, 





— 
a D 


u Suͤdtand, Karrooterraſſe. 40 5 


Mienterraffe empor Y. An ihrem Fuße greuzen bie 
en _europäifchen Colonieen des Caps, an —* 
ber Ramaaquas: Hottentptten. 
u ©. fichen fie mit dem ifolirten tam, eine 
, "der an 1500 Fuß Über bie Peer —* 
——— an Bofteveib und, Km Beanalle in 
weldes von ben Armen ifantfiuffes (u 
Be. Be.) na W, Hin bucchbrachen wird. . m 
Nefee Bergzug iſt fehr oft in eingeinftchende Maſſen 
%; die in grotesten Regeln, Säulen, Pyramiden ꝛc. 
Barren, wie die pbantaflifihen Stonehenge in Eng⸗ 
nur weit eofoflaler ). Der Fuß umher ift mit herad⸗ 
* Trümmern überſäet, auf denen einzelne GSaft⸗ 
—— „Mimoſengebüſche und die colofiale 
(Al. dichotama) gebeihen ***), | 
isn dem Meeresgeſtade Heigt man landeinwärts über 
Bergsäge, wie von Stufe zu Stufe auf immer höhere 
mr); fie reichen bis auf 5 Meilen zum Meere, und 
ı de faſt im lauter ifolirten Maflen. Je weiter nacy 
deko näher rüden diefe aber immer mehr und mehr 
men, bis fie ſich in der Körpermafle ber Rarronterraffe 
igen. Zwar fagt Paterfon, daß fie aus Granitmaflen 
m; aber nach Lichtenflein iſt es wohl eher groblörnis 
Sandflein mit eingefprengten Quarzgeſchieben. Sie 
wach Paterfon reich an Erz feyn, machen den Anfang 
upferberge; Kupfer und Eifenerz in Menge fand Pas 
ı auch noch im N, des Dranjerivier. 
Bandfleingebirge macht aber nah Barrow Fr) ben 
m Theil bes eftabhangee diefer zweiten Terraſſe aus, 
sächtigen, horizontalen Bänken mit fentrechten Quer: 
en und kubiſchen Ablöfungen (ob Quaderfandflein ?), 
m Die gufammenhängenden Maflen zu Tafelbergen 
* mauntain), bie ifolicten erhalten die Thurm⸗ und 
tm. 
Bartow vermutbet, daß biefer Küftenabfall in einer 
te von mehrern Meilen die Küfte entlang norbmwärts 
segen den Meerbufen von Guinea fortfege, daß feine 
ümmesung bort den ganzen Küftenflrich von Weſtaftika 
. des Aequators überſchüttet und zu bee Sandwüſte 
formt habe. Wir werden ſehen, daß diefelbe Bergkette 
gegen S. ununterbrochen fortſezt bis zum füdlichften 
an ber Fals⸗Bay, 

















Barrow tr, I. p. 385. *) Barrow tr. I, p. 372. ***) Pa- 
‚erson Narrat. p. 56. +) Paterson Narzat, P. 126. tt) Bar» 
row. 1, L p. 8% " 


“. .T 37T 


106 Hochaftika. I. Abſchn. 5 
b) Pikenierstloof, Roodezandtloof. 


Ueber diefes Sandſteingebirge führt aus der Küſten 
raſſe der Pikenierskloof *), ein fahrbar gemachter Paß, 
'2000—2500 Fuß über die Küftentertafle (3000 — 3506 
ae Hoͤhe) fi erhebt und in bas hohe Der 
führt, welches von der Karroo nur durch niehrigere. 
güge getrennt if. Rur in unzähligen Windungen fehl 
gelt fih ein folder Pas von Felsbank gu Felsbank, die 
rijontal gelagert find, aufwärts bis zur Höhe und | 
beim erſten Anblid in Erflaunen, mie es möglich fey, ſo 
kahle Zelfenmauern mit Laflen zu überfleigen, da fie zu 
von oben herab graufenvolle Anfihten in fehwindelnden 1 
fen gewähren. Hier erheben fih überall unermeßliche Sa 
ſteinmaſſen, meift in regelmäßigen parallelen Schichten 
gen Süden fich neigend, und bin und wieber eingeſtü 
bie Megelmäßigkeit bes Gefüges unterbrechend ***). 

Der Moodezandlloof, oder der Paß durch das vo 
Sanbfieingebirge (unter 35 Grad ©. Breite), führt ei 
fo aus dem Küftenlande von W. aufwärts nah O. in 
zweite Terraſſe, und zwar in das Höhenthal Roodeza 
Er ift der beguemfte Paß von der Weſitküſte in das B 
land, obwohl voller Trümmer berabgeftürzter Sandit« 
felfen. Er erhebt fih nur 500 Fuß über bie Küftenterra 
aber nah dem dahinter liegenden Thal Moodezand fie 
man auch nicht wieder hinab, fondern dieß ift gleichfam s 
eine breite Stufe (gradin), an deren Oſtrand eine zw 
weit höhere Kette als an der Meftfeite emporfleigt, & 
melde man über den Pag Witfemberg +) ı900 Sub & 
der Thalfläche Calfo 2400 Fuß über der Küftentercaffe) 
Das öftlich liegende Warme Bokkeveld, etwa 1500 $. Üül 
Zülbagh, in Idie Roodezandebrne eintritt. Ueber bie 
Daß liege der höchfte Gipfel diefer Gebirgskette, ber W 
terhoeksberg, nur um 150 Fuß höher, der feinen Nam 
die Winterede, davon trägt, daß feine Kuppe während. | 
ganzen Megenzeit mit Schnee bededt zu feyn pflegt. 


co) Kaltes Bokkeveld; Herrivierstloof. 


Noͤrdlich vom Eleinen Thale des Warmen Bokker 
(weil es niedriger liegt) erhebt fich bas Kalte Bokkeve 
ein um mehrere hundert Fuß ++) höheres Thal, welches el 
feinen Namen von ber größern Kälte bat, Aus ihm fl 
wieder ein enger Paß, die Bokkeveldspoort, in die we 





*) Lichtenftein R. I. Ib. S. 100. und bie Tafel zu ©. 1 
*“) Barrow tr. I. p. 377. ***) Barrow Account of Tı 
p- 70. — Liqtenſtein S. 114, +) Lihtenftein I. ©. a 
TP) Lichtenſtein. . 









nn 
Sadrand, Karrooterraſſe. 407 


Nereenſfte, Über welcher dieſes hohe Thal erhaben liegt“ 
4 — 
wie a in Oſten bas Land * die S —** 
BBeife eine partielle Erhebung über bie benachbarte 
if. Wir erfahren ausbrüdlid, daß Bier Granits 
mit barüber bergelagerten Ganpdfleinflögen biefe Hös 
iren; auf beiden ift Waſſerreichthum. 
. Gin anderer Paß führt vom Breeberivier, aus dem 
Ecedezand durch Hexrivierskloof (35 Grad 30‘ ©. 
fee gemach , nur etwa 200 8. hoch in ein 3.9. Meis 
ſehe ſchmales Thal gleiches Namens, an deſſen 
m N.⸗O. ein dritter Paß zu überſteigen iſt, von ho⸗ 
Felsſchicht zu — *— eine Höhe von etwa 
Si) aufwärts, auf welcher man nun, oßne wieder 
n, unmittelbar eintritt in bie unabfehbare Katz 
Ä ), bie von bier aus oflwärts in voller Ebene 16 . 
‚ügeseifen weit fich bis Graaf Reynett ausbeßnt. 


en Erläuterung 2. Gübabfall. 


' Wem Thaal Mocderand oflwärts bis zur Algoabay, an 
KDästenge ber Cap: Golonie, fireicht in einer Länge von 
% ifhen Meilen der Südrand ber gweiten Ter⸗ 
Be ven Welten nach Oſten, und fällt gegen den Küftens 
in mebrern parallelen Längenthälern wie in fo vielen 
gegen die Ziefe als eine wahre Grenzgebirgskette 
nu 4—5000 Fuß Meereshöhe fehr fleil ab u . 
Diefer Saum von parallelen Gebirgstetten wird in 
fine ganzen Ausdehnung bie Schwarzen Berge, Zwarte⸗ 
‚, genannt. helle davon heißen Kochmanskloof, 
, Zhalweg des Dlifantsriviers und ber Lange Kloof. 
2 Diefe Gebirgskette, welche die Communication der Küfte 
mit der Karroo faft gänzlich abſchneidet, ſteigt vermuthlich, 
neh Lichtenſtein, in ihren hoöchſten Gipfeln bis zu ber Höhe 
der 84 (4—5000 Fuß) auf. Sehr beſchwerlich 
| die fage über fie bin, 
päffe. Diefe find: der Plattekloof in N.: O. von 
Belendamm +), der Hattaquakloof (Atqua bei Paterfon) 
u D. bes Dlifantescivier Mi weiter in D. der Paß aus 
der Dlettenbergsbay in das Thal Langekloof. 

Der Langelloof. In diefem liegen oberhalb der Ebene 
heiss Auffleigen, anfangs breite, parallel laufende Rüden 
wu W. nad D. mit geräumigen Thälern bazmwifchen; dann 
Reigen diefe parallelen Berggüge immer höher Über einander 


















e) Eichtenftein I. &.208, **) Barrow Account of Trav. I. 
p- 86. ***) Lihtenflein R. I. ©. 310. +) Paterson N. p. 
J. v. Reenen Journal of Journey from tbe 


32. 78. 11) 
Cop of G, Hope by E, Riou. Lond, 1792. 4. p- 16. 


i8 Hochafrika. 1. Abſchn. 55. 


empor, als ob fie der Größe nach georbnet wären, umb 
Zhäler werben immer fleilee und enger als die vorheug 
benden *). Die Wege mwinden fich behutfam unter WU 
Krängen bes Berge auf ſchmalen Vorſprüngen Hin, W 
welchen man ſchwindelnd in jähe Abgründe mit raufdge 
Bergmwaffern hinabſieht. Nur mit Mühe kann Bier y 
ein Pferd hinüberſteigen, bei naffem Wetter ifi die Geh 
zu groß, Go fleigt man in einem Zage ziemlich M 
5 verfchiebene Höhen aufwärts. Aber den zweiten ag 
Bebt fich die. Kette noch fleiler, und je näher dem Sim 
Kamme, deflo riefenhafter wird das ganze Gefüge, | 
fhroffer die Abhänge, deſto wilder die Thäler bis in; 
hal der Lange Kloof **), welches an. wenigen Std 
über eine Stunde breit, aber 30 bis 40 geogr. Meilen % 
W. nah D. lang ift, ein gemwaltiges Tiefthal (Ducbrail 
Don keinem betannten Reifenden iſt bis jegt ned: 
zweite Gebirgstette im Norden von Langekloof, wel ' 


ralfel mit der Küſtenkette flreicht, in die Karroo Bin 
















Riegen worden, aber wohl oft von Coloniſten. rc I 
übrt zuerft in das Thal des Dlifantsrivier und von bief 
inab in bie Karroo N. Zn F 


Erläuterung 5. Die Karrog, 


Hat man biefen Saum von hoben parallel: la 
Gebirgsketten und Längenthälern Überfliegen, fo tritt 
nun, ohne wieder in die Tiefe binabzufteigen, unmittell 
in die unabfebbaren Karrooflähen ein, welche der Reifen 
wie der Golonift in ihren Mitte zw durchziehen fo viel 
möglich vermeidet; daher fie denn auch eigentlich bis 
nur an ihren Eultivirten Grenzen unb in ihren gering 
Breiten bekannt geworden find. | 0 


a) Umfang. | 


Die Große Karroo +) Bat eine mittlere Breite von 
bis 20 g. Meilen von Süben nach Norden, und eine Läm 
von 60 geogr. Meilen von Meften nah Oſten; eine DE 
fläche von etwa 1000 Quabratmeilen; fie ift durch bie” 
nannten parallelen Gebirgsabfälle eingefchloffen, in SR 
aber noch befonders begrenzt durch bie Gchnerberge wi 
grafigen, grünen Flächen und Anböhen, Gamdeboo FF): 












nannt, der bottentottifche Name für europäifche Al 
den oder für aflatifche Paropamifen. 


*) Lichtenftein R. I. ©. 333, **) Barrow Account of Tr 
vels 11. P- 71. *x0) Rach Lichtenftein Mfcpt. +) suchte 
fein I. 196. ‚Barrow Ace, of Travels I, p. 33% +) Ba 
row ır. |, pı 115. - 





Güdrand, Karrooterrafft. 109 


| d eine wahre Fortfegung *) ber Karroo, 

| Fi m den A 2 len if. die 

, Die abfolute Höhe diefer Fläche iſt nach einem mitt, 
dnitt 3000 3 ; fie ſenkt Ah um ein GBerins 

auft .. en, und in Wehen nach Norb⸗ 

Deße das Jethiopiſche Küftenmeer, wie das fanfte 
7 ſtesmenden Waffer zeigt, die an ihrem Ranbe 
U bie Grenzketten durchbrechen, um ſich zum Meere 

pehkürgen. In ihrer Mitte erheben ſich nadte Dägelreis 

12 Thoaſchiefer and thonigem Eiſenftein. 

— rn gt 

H erde, Aber orizontale Stre nlicher 

——— bis — 

Die b) Dberfläige 


satmetlen Inhalt, 
I 
r Ber Boden diefer Ebenen beſteht aus Sand und Thon, 
AR rer weniger mit Eifentheilen gemengt; daher wird 
1] tige, ocherfarbige Thon und Sandgemenge in ber 
| all Karroogrund genennt. Im Sommer dörrt 
fo zur Feſtigkeit der Ziegelfleine aus (Karroo in det 
üsttentottenfprache heißt Hart); wenige Fuß darunter liege 
U feftes Geftein **). Vielleicht daß dieß nur Lärglicher 
Kiederfhlag jüngerer Thonbildbungen aus einer Zeit ift, wo 
Nafe Ebene, mit füßen Waffeen bedeckt, große Kandfeen ***) 
e, die von Bleinern Gern gegen ©. umfränzt. wurden, 
die nun trocknen Längenthaler des Grensgebirgsfaums 
ng Alpenfeen waren, für welche Annahme fi viele Spus 
w vorfinden follen. 
A. Die wenigen fließenden Woflerbetten find 9 Monate 
in Sabre faſt troden; der Pflanzenwuchs daher färglich, 
m in manchen Revieren fehlt alle Vegetation. Nur da, 
d die Rinnfale ber Wafferbäche, erkennt man von den 
‚uhihen auf biefen grauen, braunen Eindden die aderige 
Beifelung det wenigen Flüſſe an den dunkelfchattigen Mis 


büfchen. - 

wo ber Grund bemäflert iſt, verwandelt er ſich im 

bes fasptbarften Boden 7), wie die cultivirten Colonien 

up einginen Quellen T}) zeigen, die bie ober ba wie Bleine 

| iche Dafen in ber Mitte der Wüſte infelartig liegen, 

ferbft mit Korn, Wein und Orangenhainen gefhmüde 

olbaa wie bie größern bemäflerten Diftticte des Kleinen 
velds und andere in ihrer Mitte, 



























Venus 


Barrow tr. II. p. 374. **) Richtenftein R. IT. ©. 22. 
Ver) Sigtenfiein a 151. gihtent I. p. 76. 7) Bar» 
tow er II, p. 329. +4) Eichtenkein 12, &.29. 


120 SHocafeifa: 1. Abſchnitt. 5.6 


Daher ift im Sommer alle Vegetation in ihnen erß 
ben, und nue mit ber eintretenden Regenzeit, die aber’ 
Ien Streden biefer Höhen nur kärglich zugetheilt zu f 
feint, bebeden fie fich mit einem grünen Teppich, mei 

enfchen und Thiere, die Coloniften wie die Wilben,: 
Viehheerden und das Hochwild in diefen fonft ͤ ben J 
— nur auf kurze Zeit) vereinigt. Denn bil 
Kon nach einem Monate, find fie wieder vom heiße 
nenſtrahl ausgebörrt, und werden von Menfchen um 
zen, die beide in ihnen verſchmachten würden, veria 
Dann werben fie nur noch von Antelopen, von Stra 
von einzelnen Bosjesmans durchzogen, und von Reiſe 
welche fie nicht vermeiden können, aber fich jebo ef 
gen Wege auswählen, auf denen fie in ben wenigflen 
reifen diefe Einöben durchfegen Tönnen. Am Rande big 
Karroo, fo wie Überall, wo Waſſer den Boden nur einig— 
maßen befruchtee, da haben fich europäifche Coloniſten % 
gefiedelt, und werden reichlich für ihre Mühe duch © 
fübitalifhe Clima beloßnt; ober ,auf den Grasebenen . 

R 












Bleine Haufen von Hottentotten, an ber ODſtgrenze 
Kaffernſtämme umper. 


Drittes Kapitel, J 
Dritte Terraſſe, das Kuſtenlandb. 


6. 6. u 
Diefee Küftenflrih, von mehr und minderer B 
zwiſchen dem Dcean unb dem Hochlande, ift ber von 1 
zopäern bewohnte und vorzüglich bebautefte Theil von 
Südafrika. | 

in fanden die Hottentotten in feinem Befitze; 
ſcheinlich weil fie in ihn Hinabgebrängt worden waren 
umherziehenden Völkern bes Hochlandes *), Seit der 
flediung der Europäer (1500 n. Chr. ©.) verloren fie 
und nach faft alle GSelbfiftändigkeit, legten ihre eigenth 
liche Lebensweife ab, und nur einzelne Stämme wie die. 
maaqua, Dammara, Korana (f. oben) u. a. fcheinen ih 
ihrer Unabpängigfeit erhalten zu haben, weil fie wieber 
Bin zurüdgebrängt worben find, von woher ihre Vorf 
früher gekommen, nämlich nad dem Hoclande. Aus 
ſem Ziefland aber find ſchon viele Stänme der Hottentei 
ten, wie bie früher von ben Portugiefen und von fpäter 


RT N —— 


*) Lichtenftein im Ethnogr. ling. Archiv. I. ©, 262, — 
im Mishribates, I 3. ı, Abth. ©. 390, Det 















F Suͤbrand, Kuͤſtenlan. a 
oquas, ——e 





safinqiffern getannten R: 
Ooute niquas, slide 
Küftenland hat affireicpefum von dern dis 
ungäplig a A u feinem 
le IE bersor, Die 






. . Und: 
joritale Ebene mit He fertaufenhee 
eine niedrigere Fottfehung. bes nörblicheren 


äuterungı. Baien und Botgebirge. . 


Die Süpküfte iſt duch eine 
) ven S.:D. nah N.:W. eing: itten, bi 
Erofiane-, Moflelz, Plettendergs:, Kromı 
Ugsa-Bay u. a. m., welche alle in ihrer Figur auffallend 
hit einander übereinfiimmen, indem bei allen von W. her 
ein obwohl meifk niedriges Worgebirge fich. in das Meer ers 
fredt, das auch) unter deſſen DOberfläde no als Miff weis 
ter fortfegt, als eine Schugmwehr gegen die Mache der Mee⸗ 
„uesmwellen *"). Ale biefe Worgebirge find vom weſtlichſten 
bis zum öftlipften, dem Cap des Recifs oder Rocks 
bie äußerften Enden von paraliellaufenden Gebirgsreihen, 
die Süpküfte in fpigen Winteln ren, fo daß y. 
dos Cap des Recifs der äftlichfle Ausläufer der nörh- 
Serte von ben Zwartebergen felbft if. 
Die Weftfeite des Hochlandes fe bagegen ploͤtlich in 
fcgmalen, ſich ziemlich gleich bleibenden, fandigen 
R ih ab, ber, wie wir oben fahen, das Meeresufer 
Bo der Mündung des Dranjeriviers füdwärts füllt, bie zw 
ber bebauten Gegend des Voräebirges der guten Hoffnung. 
B Bieten hohe — e liegt an ber SüdweRlfpige bee 
eeaffe, deren ſteile Grenzgebirgemauer ‚hier noch 
‚amd gewaltig in Gedirgsterten ortfeht, die als Aus⸗ 
| ı bie beiden Promontorien bilden, welde die Falssay 
an Dft: und Weſtſeite begrengen, und fo bie oͤſtliche 
som der wefllichen Küftenterrafle volltommen ſcheiden. 





=) Barzom ir. M. p. 356. .*) kichtentein, 1. 306, 





112 Hochafrika. 1 Abſchn. $. 6. 


Nur Ein bequemer Pag, der Hottentottfch: Hol 
loof, die ältefte fahrbare Straße, exit feit kurzem bis 
einen neuen Nebenweg (Mieume Kloof) bequemert gen 
(die Saproloniflen gehören zu den trefflichften Wagenientunuugs‘ 
worauf fie durch ihre ſchlechten und befchwerlichen — 
Beaßen eingeübt werben *)), führt über diefe Gebirge 

te von N: nah ©. ſtreicht. Auf ihm komme man _ > 

der Welt: zur DR: Küftenterrafle, von der Capftabe. ups 
Zwellendant, und auf diefee Communication beruht 
Hauptzuſammenhang det ganzen Kolonie **). — 

Die Gebirgskette im W. der Falsbay, welche bie. 
genannte Capiſche Halbinſel bildet, weil eine große Ga 
ebene fie in D. von ber Gebirgsterraffe abſondert, 3" 
von N. nach S., endet fih imM. mit dem berühmten ei 
felberg Löwenberg und Xeufelsberg, an deren nörd 
Kr die Capftadt liegt, it dem Gentrum bes meilenb 

albkreiſes den biefe Höhen im Süden bilden;. gegen; 
aber im Cap ber guten Hoffnung. . 

Der Löwenberg, der Gipfel Löwenkopf (sı6o ©; GW 
Meereshöhe, Barrow) endet gegen N. mit einem Ge 
fprüng (Croupe de Lion), der nur 1145 F. hoch, vine ii 
1000 F. niedrigere Terraſſe bildet. Durch eine 1500 $ 
tiefe Schlucht, die bis 2ooo Fuß unter den Gipfel bes M 
felbergs herabſetzt, iſt er vom öſtlicher liegenden Taf 
etrennt. Diefer bat feinen Namen von ber großen Pla 
Ceine halbe Stunde lang, 3000 $. breit), 3582 8. bob new 
Barrow, 3072 nah Bailly vn) die feinen Gipfel in ve 
kommen borizontaler Kage bildet. Gegen ©, fegen ähnliche 
Plateaus, durch tiefe Schluchten von einander getrennt‘ 
weiter fort: Der Teufelsberg, ein anderer Gipfel bes Zar ir: 
felberge, ift 3315 Fuß doch. 5 

ie Gebirgskette im D. der Falsbay dat diefelben For 
men, und fehließt in ihrer Mitte nur ein breites, Boßedzıy 
Thal ein, in welchem die Regenmonate hindurch der Yalıkky 
mietfluß feinen Lauf nah S. zum Meere nimmt; über gu 
gebt jener Dottentots: Holland: Kloof, etwa a000 F. | 
dem Deere T) mit den herrlichſten Ausſichten über die Waikn 
felz und Balsbay. Diefe Bergkette endet gegen ©, in dem im 
fogenannten falſchen Vorgebirge (False Cap), von bemkx, 
au die Bay den Namen trägt, weil bie Indienfahrer = 







— 



















ibree Rückkehr aus dem Indiſchen Ocean, indem fle J 
Nadelcap (Cap Agulhas) boubliren, nun dieſes hiedrigeremn, 
Gap früher erblicken, als das eigentliche Gap ber ante N 

off 





##*) Bailly in Milbert Voy. pittoresque, 1. p. 374. 


=) 2ichtenftein, I. ©. 48. . *) Barrow Accennt. II, p. >. N 
u 
Barrow tsav, I. p. 34. 1) Barıow Il. p. 42. R 


mu wu er WeRUMmen WOrenzgenirgeterte von 36, nach 
M Rüden ift fcharfjadig nad beiden Beiten 
Iigpfantt. Einzelne gemaltige Säulen, bie von dem 


Lüden gab. 
— ie von Bernfhenpaub 
‚amiben, Säulen. Bien ulen 
at nah N. über 5 jereifen zum Dlifantes 
———— »0 dieſes Gebitge mit den höher 
'benen zu@inem Körper ſich gufammenzeipt: 


die länge bei li 
= —— Ku —— Te 





‚ wie im Morben bes Dlifantriviers aus den 
2. aufftaree ***) (fr oben $. & Erläut. 2. Sanbı 


uns ʒ ET FA —R 


Bat Bm alarm Nat 
4 Lil 
* — —8 —8 — 


ti 
uns FR Bi dies . 


tönnen, 
ifger beshiid. 
A De kn. Wu in 
B Meer ganz fleiles Urgeanitgebirge. Der 





124 H oodhafrika. 1, Abſchu. $. 6. 


Afrika bis zur Küfle von Guinea ziehen fig Ketten We 
zuweilen ſchneehohen Granitgebirgen bin. W 
Dieſe Hypotheſe des vielgewanderten Greiſes iſt zu 
Theil wenigſtens (wenn auch nicht ganz) beſtäͤtigt worden 
denn die Chamiesberge *), die Gebirge des Falten Bell 
velds **) find Granitgebirge. Die Bafis des Tafelberge au 
der Gedirgsterten von Hottent. Hollandskloof nah F 
Dort ift Sranitgebirge *"*), die Vorgebirge der Baiem:i 
der Südküfte Haben allefammet Grarit jur Bafıs »N). .u 
Aber nirgend ift noch von einem Meifenden auf ch 
bedeutenden Höhe bes innern Hochlandes feftanftehendes 
gebirge beobachtet oder erwähnt worden. Gelb biefe 
jeinen, aus bee ganzen jüngern Gebirgsmaſſe hervorrs 
den, bis jest genannten Felſen und Striche, die aus 
oder Srundgebirgen beſtehen ſollen, liegen insgefamme 
an dem äußern Grensfaume gegen die Meerestüfte. 
Höden find dagegen Überall mit mächtigen, horizo 
fihichteten jängern Flögbänken überlagert. * 
Diefe find nach den Berichten bie und da Thonſe 
wie in ben Karcoo, oder Mandelfteindbildungen, wie an 
Nieumevelbbergen, wo die Mandeln mit Chlorit buch 
find, und das ganze Conglomerat dem XToadflone im 
byſhire gleiche }). Im Allgemeinen aber, und darin 
men alle Beobachter überein, find es außerordentlich 
sige Maffen von Sandſteinbänken. Gelbft die Berge U 
Kuruhman im Beetiuanenlande befleben aus Sandflein;M 
wie die hoͤchſten Schichten der Karroo, und die obere GEM 
ber Schneeberge ift nichts als grobkörniger Sandflein 
Die Granitmaſſe des Tafelbergs erhebt ſich bie zum gm 
Drittheilen der Höhe; aber das legte Deittbeil beſteht an 
horizontalen, vollkommen parallelen Schichten quarjkä 
Sandſteins 3 quarzeux nach Baily, Mineraisg — 
Baudinſchen Expedition +44) ): „EZ 
. Die Granitberge der Kette von Hottentottſch HS 
find bei Franſche Hoeck mir Sandſteinlagern vedeckt 
die bald wirklicher Sandſtein, bald Kieſel-Conglamerat 
Nagelflue zu ſeyn ſcheinen r). Die Schichtungen ug 
großentheils horizontal, an einigen Stellen neigen fie - 
in Winkeln von ao bis 40 Br. gegen S.⸗ O., wie ug. 








Mi 


ow tr. I. p. 38. ") Lichtenſtein R. J. ©. 
“os Tabillardiöfe Voy. à la recherche de A 
} .1. p. 82 0.95. ++) Lichtenflein und Barrow uw, 1 
— 7) Barrow ır. I. p: 1or. 47) ihtenftein R. II. ©. xy 
.. 493. 0. ©. + 8 Bailly in Milbert Voy. pittoresgu 
es & Tisle de Franoe, Paris 3812. T. 1. p. 374. Hl 
billardjöre aa. ©. ttttt). Bazrow .ın L m 56. . 


. % 





‚ Güdrand, Küftenland, . 115 


d *), und bei Pikenierskloof **), mo unermeßlich⸗ 
heimmaffen durch bie Natur himmelhoch aufeinander 
aut, mei in ſehr zegelmäßigen, parallelen Schichten 
R. nach ©. fih neigen. 

Diefe Koringontalen, in weiten Strecken sufammenbän: 
r Schichten, bilden die Characterform der Zafelberge, 
? im den füdlichen und auch in andern Gegenden: Afti: 
echt einheimifch iſt (ſ. Habeſch). Haben die Kiuftab: 
rungen biefer Schichten nur kleinere Maflen von gleich: 
a Dimenfionen (die Quadern ober Würfel) ſtehen laf: 
fo zeigt ſich die eben fo allgemeine Gäulen:- und 
her (5. DB. in den Schornfleenbergen, Prammeber⸗ 
w. ©) Beide fallen von allen Geiten fleil ab; und 
Zıümmer haben überall die Ebenen zu Sandwüſten 
Bit. Aber diefer ganze Theil von Sübafrika ***) har 
rw Geanithafls nah ein merkliches Ballen, b. 5. eine 
Meigung gegen ben Derizont von Wehen nad 

wu, oder mit andern Worten: es iſt dee Sftliche Theil. 
en das Meer eingefentt, bat ein Fallen gegen ©.:D. 
nu man am Zafelberg in einer Höhe F) von etwa 1500 
G (na Barrow von 500 Zuß) Über das Meer (nad 
Rem auf zwei Dritiheil der Höhe) die Grenze antrifft, 
© Ver Granit aufhört; fo findet fih an der Moffelban 
iR Srenje kaum 50 Fuß Über dem niedrigfien WWaflerfpie: 
iter nach DOften gegen Plettenbergs und Algoaban 

IB zum Groste Wifchrivier FH) tritt ſchon dasjenige Sand: 
gan das Meer, weiches in ber Nähe der Capftadt 

mu erſt auf einer Höhe von drittehalbtaufend Fuß vorkommt. 

Inmerl, Sandſtein ohne Bold, aber mit Eifen. 
im Borbeigehen fol es hier angemerkt werden, daß biefer 
Ganb des fühlihen Afrika aAberall Giſen, und oft fehe reihen 
Ülfengeheit mit fi führt, wie der mehrſte denn auch roth ge: 
Haie ik dom Eifenoryd. Dagegen dei fih in ihm auch noch nirs 

sine Epur von Gold gezeigt Ft}). Dieb characterifirt dem 
son Hochafrika gegen ben Rorbabfall, 


b) Die Capſche Halbinfel. Nur die Capſche 

iR bis jetzt geognoftifch etwas genauer beobachtet 
een, ba fie von allen Seiten freier in Steilwänben 
erhebt, und ihre Gebirgslager gegen Norden zur Tas 
bei, gegen Süden zur Ealabai mebr unbedeckt liegen. 
ie bildet zwar nur das iſolitte Südweſtende des Erb- 
is, ſcheint aber, ihrem Boden nach, im Kleinen ein 












(EEE 


Ebend. I. ©. 71. u. 73. **) Lichtenſtein R. I. ©. 14, 

., Eihtenftein.R. I. &. 227. +) Barzow sr. I. p. 306, 

M) Baszow ix. I..p..287...31t) = M. p- 829- 
2 


116 Hochaftika. I. Abſchn. F. 6. 


Analogon des großen Ganzen darzubieten. Ihre GEeu 
ſtruction erregt daher in —* Hinſicht, ein ſehr hohes all 
emeines Intereſſe. Steigt man von: tiefen Strande Be 
N ofelbai, aus d:m weiten Amphitheater in deſſen Mitte & 
Capſtadt liege, durch den tieigeriffenen felfigen Steilfpluul 
eines trodengelegten Tobels, der oft nur 10 bie 200 Mi 
breit ift, den Tafelberg aufwärts: fo zeigen ich ſchon 
Fuße ungählige losgeriffene Granitbläde, die gleichattig au 
die äſtliche und weltliche Seite bes Loͤwenkopfes überſchu 
sen, und. wol nur erſt feit jüngerer Beit herabgeſtürzt ul 
da fie, nach Heß Beobachtung *), eben fo an ihrer unt 
Brite gegen den Erbboden verwittert und auegesahne. fi 
eigen, wie fie es auf ben Gipfeln find. Nam einig 
uffteigen zeigen fich beutlihde Schichten bes bisher 
nannten XThonfchiefers, den n:uere engliſche Beobachten 
B. 3. Dany *"), bem Killas von Cornwallis verglei 
der alfo Graumadenfchiefer genannt werben muß. j 
Schichten ſtehen bier fenkrecht ober ſtark geneigt. I 
höher aufwärts, tritt man aus biefen in bie on. A 
Granits ein, Dier zeige fih die Berührung Beiber Bebirai 
arten auf das deutlichfle in einer großen Zahl von | 
gen *"*), die aus Granitmaffen beflebend, von 6 Zus. Ki 
zu wenigen Zoll und Xinien Mächtigleit, in ber mannichf 
tigſten Vergmeigung ſich nach verfchiebenen Geiten ausbe 
sen, die aumacenfehithten durchſchneiden, burchfeke 
durchſchwärmen. Wiele Maſſen von Graumadengebirg J 
gen fich bier ganz abgefchnitten, ifolirt von der Dauptm 
getragen von Sranitgängen, zumal in der Nähe ber « 
meinen Linie bes Contactes, wo die Sraumadenfchicdhtei 
überall wie gerbrochen, —— verdreht erſcheinen. 
Dieſe zerſtreuten Granitgänge wachſen gegen bie lie 
in größere Maſſen zuſammen, und 900 Fuß von jener ©te | 
aufwärts fleigend, zeigt der Tafelberg nun überall gleic 
ei verbreitete folide Granitmaffen Etwa 900 Fuß Hößg 
Hört ber Granit plötzlich auf, und es bebeden ihn unme 
telbar die horizontalen Sandfleinfeichten, ohne alle 3 
der Zerrüttung, wie im tiefer Ruhe gleichartig abgel 
üiber die wilde Verwirrung der tieferliegenden Altern Gebi 
moflen. Etwa bis aoo Fuß aufwärts iſt ber Sandftein 
und von ba in feiner ganzen Mächtigkeit bie zum Bipfg 
rd 
2) F. Heß Anm su C, 3. Latrobe Tagebuch einer Beſuchr 
Ar Süd. Afrifa (1815— 16). —— ©, et Bis 
Davy in Gilbert Annalen 1820. 10 St. &, 129. **®) Caps, 
Basil Hall Account of the Structure of the Table Moun« 
tain and öther Parts of the Peniusula of the Cape , in 
. Edanburgh Tiansact. of the Roy. Soc. 1815. T. VII. P. 
U, p. 873 mit Beihnungen der Branitgänge Tab. XIV, 


























= Sofern wa den "tiefliegenten "Seen, zeigt ' "ein 
dp der Mitte des amphicheatralifchen Halbkreifes, 
Ierall von einander gefonderten Berghöben, baf, 
a biefelbe Setientallinie —* Sandſtein ⸗ 
von Interbsei leich⸗ 
FH 35 —— 


— —e 


— 2* * wo vben — darunter Gro⸗ 
biefer aus made hernorteitt; mur wird 
DR u. durch einen Geng ber dus 


— *8 Va ih aus auch in ben übrigen Bergen, 
Biene "und verbreitet fi Äberhaupe 
—* über dieſe ganze ticiuere ee 

Wh denn ihre ganze Küfte gegen bie dal⸗ 
Be dee Niefe Grauitfeis, doch nur big gu einer 
RB etwa 20 über dem Deeresfpiegel weil fer 













14 cn in, ve ar — * he gras vn * 
— 58 weise ben * ſifeis aus der R 


An —— 





118 Hoochafrika. 1. Abſchu.J. 6. 


dur bie Grauwacke hindurchbrechen, und Theile von‘ 
infelartig mit emporgedrängt haben, gioen „daß fie 
von jüngerer Bildung find als die Grauwacke, daß % 
Grauwackengebirg ſchon älter war ale der Granit aus 
Tiefe emporgeboben ward, gleich einer fläffigen unterir 
RBava (subterraneous Java). Diefes Eindringen ber 
nitgänge muß unterhalb der Merresfpiegel flatt gefus 
haben; bieß beweifet der Sandſtein, welcher den Granit? 
2500 Buß bedeckt, denn dieſer ift nichts anders ale" 
Meeresniederſchlag. Alfo erſt nach biefem ruhigen M 
nrieberfhlage würde das Ganze emporgeboben ’ 
und zwar mit größter Ruhe. Der Granit würde ber 
jünger feyn als die auf ihm liegende Braumade über w 
er fi in bedeutenden Schichten ausbreitete, muß 
aber älter feyn als der auf ihm ruhende Sandſtein. 
leicht ift ein ähnliches Beiſpiel bekannt, welches das 
pelverhältniß der niedergefihlagenen unb emporgeße 
Maffen zu den ältern ſchon vorhandenen fo anſchaulich 
tbut, wie dieſes. Das gleichartige Vorkommen de 
Verbältniffe durch die Gapfche —— auch weiter 
wärts, z. B. 8 Meilen, am Jungerhook, ſo wie die 
Verbreitung der ganz gleichartigen Sandmaſſen, fett 
wahrſcheinlich gu machen, daß diefe Bildung im Pleia 
darthut, was fi aus der Gonftruction von einem g 
—* von Südafrika für den Erdtheil ſelbſt zu «1 
eint. .- 
c) Bybrograpbifcher Weberblid. Diefe me 
würdige Ginförmigkeit in der Conftitution diefes Lan 
giebt . einigen Auffhluß über deffen Bewäflerung und = 
dau, die mit feinem Baue genau zufammenhängenden. 
Da, wo die Granitbafls fich Über oder aus den mi» 
tigen Sanbfleinlagern hervorbebt, da ift, wie auf allen - 
gebirgen, Quelenreihtkum *), und das befte Culturlam 
aber die Fruchtbarkeit der Umgebungen bes Tafelbe— 
unb die AT und Fülle der Vegetation auf der E 
zen ſüdlichen Küftenterraffe. An ifrem Oſtende befin— 
ſich daher auch bie herrlichen und einzigen Hochwaldum— 
der Capeolonie; fie beginnen bei der Moffelbap, reichen 
wärts bis Sitfilamma IL. und ibe Gedeihen wird 
freilich noch ganz befonders buch die feuchten SEEN 
Winde begünfligt. 
Dagegen Überall, wo Sandfleingebirge die Oberfii « 
bes Landes dedt, da ift Wafferarmuth; denn das Due 
Sluß: und das atmosphärifhe Waſſer filtrirt durch die! 
Sand hinab in bie Tiefe bis zu einer Thonſchicht, oder f 





















*) Barrow tr, in. p. co. und 74. 0) Paterson N, p. 85. 


/ Gädrand, Kuͤſtenland. 119 


6. gu Warte hinziehenden Granitb langt, Is 
‚Ger m, ae Een zu *88 at mus an 
er kmemilt. 


. Kr größte Waflerarmutb der erfien und zweiten 
Pe Fig fo wie dee mit Sandträmmern überfchütteten 
Be. Rift nur finden ſich dafeldft überall fehr wer 
möge Duckn, ſondern auch das noch gehört zu den großen 
Wobele biefr Gegenden und vereitelt mande geglüdte Ans 
Webeluns, hf cine Quelle, die feit vielen Jabren gefloflen, 
ABEL verſegt, und von dem Augenklid natüelich alle 
vrfhmachten und verioren find °), wovon 
wiele Deifpiele._ Aber auch diejenigen Flüfſe, bie zur 
t auſchwellen, verlieren den größten Theil ihrer 
Ballen, inhem dieſe in die Tiefe der Sandmaflen einfidern, 
mb —5 ohne Ergießung in ein anderes ober: 
N 

iR bie traurige Eigenfihaft des Landes mit den 
werfwindemden Strömen —— streams), wel⸗ 
es von ber Saldanha⸗ Bay nordwaͤrts die ganze Küſte 
m ** So iſt 7 allen Ballen ber Juris 
mit den mebeften en. er Sackrivier, 
Waller Zufaf des Dranjefluffes auf der hohen Terraffe, war 
treden, ale Kichtenflein ***) ihm bereifete, und hatte 
feit 6 Jahren kein Waffer gehabt; fa der Tranferivier, der 
e Strom Südafrita’s, verfchwindet gegen die Küfte im 
Sande und ergiege ſich nicht in das Meer. Schon oben 
sat, und es ift wirklih wahr, mehr als Dreiviertel 
e Slüffe von Südafrika find in der warmen Jahreszeit 
u Ren 
igt ſelten ſehen fich Thiere, Wildprett, Gazellen, 
ttentoten, — durch die Noth gezwungen, auf 
dea tredhen Flußbetten in die Tiefe nach dem durchfiltrir— 
Eu ſcharren, wo fie zumeilen noch einige Rachen 

en dem Berfgmachten retten. 
BIN engen —ã A nie N æã u. 
N dtigen fi mpfe und Moräfte, die Bier wahre 
Geltenfeiten finn, R wie auch diejenigen Gewächſe, 3. B. 
' u Banbusrohr u. a. m., bie nur in ihnen gedeihen 


Diefe Raturbefchaffendeit giebt uns mancherlei Auf: 

%; fie zeige uns, werin ber größere Reichthum an 

fen der Eid: und Südoſt-Küſte gegen das Kaffernland 
feinen mohrfheinlicden Grund hat; warum die Höhen ale 
fo woſſerleer find, ungeachtet fie doch zwei Drittheile bes 
























9 kichtenſtein R. 1. ©. 31. **) Barrow tr. I. p. 365 
, tichtenſtein R. II. ©. 331. und. ©. 6”. 


x 


100 Hochäfcita. I. Abſchn. 5.6. 


aßres *) fo gut wie andere Länder, unter gleichen 1 
2 und —* als Küftenlänber Bin ni mit Wi 
bebede find; warum bennoch überall Waller ſich vorfü 
wenn man in ber Granit: Region der Küftenterrafle hı 
Höriger Tiefe nachgräbt; warum einzelne Diſtriete aud 

Sheen STerraffen bier und da mehr ber Kultur fähig 

8 ergiebt fich hieraus, daß eigentliche Alpenwirtbfchafi 
dieſem Hochlande fehlen muß, ba bie Grasfluren (Ca 
boo) nur felten feyn Eönnen, und ſich nur an ben 1 
einiger waflerreichgen Ströme vorfinden. Daher kann 
ein einziger trodnee Sommer den Viehſtand des gel 
Theils der ganzen Koloni: vernichten, und ihn wieder 
uftellen, bereifet man die höchſte Terraſſe, was eben be 
ner folcden Gelegenheit, Truter und Sommerville, die 
juanen zu entdeden, die Veranlaſſung gab, 

Diefe Naturbefchaffenheit erklärt es ferner, wohe 
kommt, daß alle Anfiedlungen der GCapcolonie, aus la 
einzelnen, unsufammenbängenden, durch mehr ober mi 
große Sandfireden und Wüſten von einander getrennte! 
sur: Inſeln beftehen. Sie find dem Afrikaniſchen Char 
bis zur äußerfien Sübdfpige getreu, gleichfam fo viele 
. fen, feuchtbaren, vegetabilifhen, mit Quellwaffern ver) 
nen Erbreihs. Auf ihnen gedeihen alle Früchte, A 
Trauben, europäifches Obſt, Drangen in höchfter Fülle 
deß ringe umher bie leerfte Sinöde zum Verſchmachten 
liegt. Und dieſes gilt fat durchgehende von den bert 
sen Plantagen °') in der Nähe der Capſtadt bis zu 
lieblichften Dafe dere Beetjuanen, in welcher Sitota 
ringeum von Wüſten umgeben, entdeckt wurde, 


Erläuterung 3. Die Nadelbank. 


Man koͤnnte in Verfuchung geratben, nach eine v 
Terraſſe zu den vorigen hinzuzufügen, welche fübwärts 
ber Küftenterraffe unter der Meeresoberfläche als Sand 
tie Südkuͤſte Afrika's forthedt Dieß iſt die berühmte 
delbank (Aguillas oder Agulhas), welche vem Gap der 
ten Hoffnung um bie ganıe Südküſte Afrika's oftwärts 
umieht, bis gegen die Küſte Natal, und fübmwärts bis’ 
37ſten Grab Sübbreite reicht, Ihre Form ift wenig! 
ganz gleichlaufend mit ber des Gontinents, und fie fd 
ten Materialien nach zu fchließen, mit denen fie bededki 
aus den Trümmern bes Gontinents gebildet gu ſeyn. 

Die gewaltige Strömung, die aus dem Indiſchen £ 
die Küſte Natal vorüberjagt (f. Strömungen), ſtreich 





*) Barsow tr. II. p. 63. *°*) Labillardiere Voyages. I. | 
") Truter Acc, in Baxrow Voy. ta Goch. p. 393. 


ger, weifah verattein uns Inctuſtate Der Seerang ⸗ 
u fen ſqeinen, die hier in deſondern Maſſen durch 
en und die vorherefchenden Suͤdoſt vinde an: 
werden. Sie gleichen auffallend nach gm = 
— lem, A —5 a Kiefel 


en —5 und * 
find, 


auf $ are ae een denn —8 
waltig und die enfahrt wie die Lau⸗ 
jemalı di 

el: ‚ein großes Hinbernif der Gultue und 

v et nf berzlich von der Natur nisgeRattuien 


Yutry Diese Sapcotonie, neneſt e 






terra dendes A 
wa ei u Bar von —EX u gie 
—A en if deren fen . Bi 
—55 ann iin 2, mia bars 
s; feit 101 landeten dort 5 die Holländer auf 







Hftindien und nahmen 

— 5 nk ale Mittel Ratien und 
smpagnit, duch Anlegung 

—** "1653, 10 en die im 


von biefem Bopen förmlih Befig zw nehmen, 
länd: de 
— € —— ——— tert * 


———————— — 





i22 Hochafrika. L Abfhii:l 6. 
Engländer Meifer der Capſtadt, die fe ıBorı an Holla 
 gucbdgaben, aber nach Turzer Abtretung im SJanuar ı 
wieder eroberten. Geitdem blieben fie im SBefige 
Landftriches, defien Behauptung und Erhaltung den Beg 
dern der Kolonie immer ſehr koſtbar geweſen zu feyn fi 
In dem größern Syſtem der Brittifhen Secherrfchaft, 
det dagegen biefe oceaniſche Kolonie «in wichtigeres 
glieb für das Ganze; einmal als Erfriſchungsort, uud ul 
befferungsplag für die Schiffe der oflindifchen Kom 
dann als Obfervafionspoften und Station für bie 
flotten, welche den Eingang zum meifgen Handel 
und gu ben franzöfifchen Kolonieen auf Bourbon und 
. de France dominiren, und drittens, als Vermittelungs 
zue Fahrt nach jedem Erdtheile. Denfelben We 
Diefe Befitzung auch in Tlimatifcher Hinficht *) durqh 
gefunde Lage: denn für die englifchen Zruppen bie 
den heißern Klimaten nad Dflindien beffimmt find, - 
aus diefen ungefunden Regionen zurückkehren, ift fle- 
großes Benefungshaus. Die aus Indien rückkehrenden 
validen und Kranken erholen fich bier ſehr leicht wieber, 
aus Europa dabingebenden Megimenter acclimatifiren 
hier dagegen leichter für die Heiße Zone, und bereiten 
mit geringerer Lebensgefahr den Beſchwerben vor, bie the 
dort warten, und jedem Seemann ift das Gapclima heilfams, 
Nicht nur die Gewächſe dee indifihen und europäifchen 
zen, fondern auch bie Menſchen biefer verfchiedenen Weit 
egenden, gedeihen bier, wie fich dieß aus der 5000 MR 
ttarten englifchen Garniſon des Caplandes ergiebt. 
Vortheile, welche aus der MWeltftellung diefer Suüdküſte 
den Dceanen hervorgehen, werden durch die große Leich 
Zeit erhöht, von Bier aus, wie von einem gemeinfamen 
telpuncte ſehr fehnell (denn kein Erdtheil fleht entgegei 
ſondern zu jedem führen, von Süden ber, rabienmäßig glei 
artige Einfabrten)-in die von den europäifchen Küften fei 
fo ungleich entfeenten Gegenden der Erbe, bucch beques 
Meeresfahrten gu gelangen. | 5 
Bom Gap der guten Hoffnung lege ein gut ſeegelnh 
Keiensfehiff, die große Entfernung von 2000 deutſchen 
len (jede 24 Stunden bier bequem 40 deutfche Meilen bus 
fihneidenb) durch ben atlantifchen Dcean bis Spitheab MU 
der englifhen Küfte, einen fehr großen Raum ohne sehn 
dere Dinderniffe, in etwa 50 Tagen °*) suräd; von Rü 
Saneiro in Brafilien fegelte Lord Amberf's Schiff Alcefk 
ſehr ſchnell in 18 Tagen zur Tafelbai *"*); La Billardiere f) 

























*) Barrow Trav. T. 11. p. 168. **) Latrobe Tageb. ©. 318 
*w#) Clarke Abel Narrative p. 24. +) La Billardiere 
Voy. i la recherche de La Peyrouse etc, T. 1. p. 118. 


2 End, ‚Toptölsnie ang 
a Wa der neh Pefanz m Ban Diemen! 
Br 6 Kapeı gem fd wien diefe ie 
Kogın W Die Espeditienen*) nad 
rn | Ghdamerifa umd Aegypten, zum 
wiegt ſehr fern. Zur gewößnlicen Bahr 
3 Küfte, um biefe vom Gap aus jur recognos: 
\ son einen Monat Beit; bie Ucherfahrt nach 
dauert 10 Bis 18 nach sle de 
ı weniger als einen Mongt; zum rotben Meer 
1, n den_oftindifepen Häfen 7 bis 8 Wochen 
Heszeit. Yür den Handel mit China, Offin 
Mamerite, dem ertrogreichen Mallfifchfang 
teren iR daher dieſe Kolonie von größter Wichs 
wahre Saluͤſſel des indiſchen Dcrans unb ein 
bie ing der MWeltmeere. Sin der 
| diefe Kolonie nach Erringun, une Seldft: 
as große Wektemporium-") The en Handel von 
en, Auftcalien und Europa werden und-gegen: 
ſchon dadurch für Afrika ſelbſi ſehr merkwär: 
a6 ein,ige größere chriffliche Gebiet diefes @rdi 
m welchem zugleich die Ausbreitung ber Lehren 
ums mit den Entdedungen nad) dem Innern 
ↄ gleichen Schritt zu gehen ſcheint. 
Sgere Sedentung geroinne diefe Erdgegend feit 
ı den Beſchluß der englifhen Regierung, der 
9 beſondere Unterflügung eine neue —X8 
em, und die Auswanderung dahin durch Bes 
: gu wmterftügen. Viele Flugfriften***), mei 
8 Werthe, erfihienen theils am Cap, theils Ih 
tefen Zwed zu befördern, im J. 1818 und 29, 
her Zeit wurde an der Oftgeenze ber Gapcolonie, 
de Beendigung des gefahrnollen Kafferntrieges, 
9, ein geräumiger, fruchtbarer Landfirich für 
'g erobert +), auf welchem die neueintreffenden 
In Schwierigkeit ihren bequemen Aufenthalt 
n. Da auf dlefe Weife eine neue englifhe Co: 
ben der bisherigen alten holländifhen Golonie 
ird, fo wollen wir hier einen Ueberblid des bie: 
ambes diefer lehtern beifügen, nach den fo gut 
a Bekanntmachungen I. Barrows +7) — 
m Beferderern diefer neuen Kolonifation gehört, 
m teefflichen Bemerkungen des Eenntnißreichen 


w Trav. II. p,245. **) Browne trov. p. 280. 
: Aufsäplung im Quarterly Review Nr, XLill. 
ov. Art, X. p. 200. +) Heh Anhang III au Latrobe 
+) Quarterly Review 0.02. 6,019. .· 


424 Hochafrika. I. Abſchn. 8. 6. 


ehemaligen Prebigers Heſſe, in der Capſtadt, welden 
Ueberſetzung von Latrobes Werk mit ihnen bereichert 
. Die bisherige Ausdehnung des Colonielandes zeid 
ber Weſtküſte gegen N. bis zum Koufliefloß 65, län, 
Sudkuſte, ofmwärts, bis zum großen Kifehfluffe 126 
Meilen weit, wo es am öftlichften Ende bie größte | 
erlangt; im gangen ein Flächenraum von 120000 eng 
QDuadratmeilen (22000 geogr. I. M.). Bon biefen 
Hälfte, an 60000 engl. Quabratmeilen etwa, nadte 
birgsland und Bde Ebenen, und auch von dem übri 
benden Boden taugt nur etwa bie Dälfte, 30000 en 
ober 5500 geogr. Quabratmeilen zur Benutzung, ein 
theil für den Pflug, und zwei Drittheile für Schaaf 
Diefer Flächenraum mit 2o Millionen Altes, nu 
Bodens mird gegenwärtig nur von etwa 3000 europi 
Kamilien bewohnt; er ift alfo fehr dünn bevölker 
kann baber nur fehr fparfam bebaut feyn. Dieß Get 
in vier Dauptbiftsicte eingesheilt: ı. das Cap, 2. © 
bofh, 3. Zwellendam, 4. Graaf Reynett, mit mehr 
fondern Bezirken; es ſteht unter Landbroften, deren € 
jedem der befondern Bezirke mit einer Stadt oder 
mit Kirche und Schule verfehen iſt. Deren Volke 
betrug im Jahr 1798 nach Uebernafme ber Koloni 
den Holländern etwa 62000, darunter aeooo Weiße, 
Sclaven und 14000 Hotten‘otten gezählt wurden. 
wärtig hat biefe Bevölkerung fehr zugenommen, b 
100000 (nach einer Zäßlung von 1818, 95876 Einw 
und das Verbältnig der Weißen gegen die Sclaven 
ſehr gewachfen zu feyn. Einheimifche Proburte von 
sung liefert das Kapland durchaus nicht; denn der V 
von Salz, etiwas Kupfer, Eifen, Uchaten, Karneole 
dem notbdürftigen geh, ohne alle einbeimifchen Ger 
Obſtbäumen oder Fruchtarten ift nicht der Rede 
Das Haupterzeugnig der Golonie befleht in Mein, 2 
und Wolle für den Großhandel, und nach- diefen bı 
Warren werden auch die Goloniften in drei Haupt! 
in Weinbauer, Kornbauer und Viehhalter ge 
Die Weinkultur, durch Proteſtanten, welche das 
von Nantes aus Frankreich vertrieb, bier eingeführ 
fhäftigte anfangs nur einzelne Diftticte in ber Nä 
Gapftade, und eben dafelbft gedeiht ber Wein auch b 
noch am beflen *), ..in den Kornkammern von Zwi 
und Koeberg ausgenommen. Jenſeit Ziwellendam 
Dflfeite wie jenfeit Tulbagh und Derrivier findet 4 
gentlicher Weinbau mehr ftatt, als einzeln auf Lantı 





) Beintultur am Gap von Heffe, Mfcat, 


arraach Capcelouis · ·  aug 
Er weldje'nict vom Nheit; ſoubeen ah 
‚nd —— en u 

—* 
er 
ae 
iin A weiter hinaus ie ——— 


{2 5 lche di 
ssnıden, wohnen Sera in Bisher: 


bay, alfo am der Weptüfle, und im 
Gtelienbofch und Moffeiban, gu beiten 5* Zu 
te, etwa 4 bis 5 reifen von —* 
ſind wohihabende Pächter, 2 wa ö 
tlich ihre 4 bis 5000 ©; Weiten: 


ber Sapftadt ſchiken. Sie- Bei 


Ke {ı 
— en * 


[} te, 
— 77 
1 Fi ae Sorktammer en andere Golenien, —J 


dritte — die der —8 Ben) 








* 


mo id ken Lanl 
Küfte hatte bie Ohr. 
e. nen andern Zweck, als hier eine Srteiaunss: 
e ihre Bewärzflotten zu haben. a Bedarf au, 
— —— 
ge e vwortheilhafte 
Durch nd brachten 


* bald * a den Beſit —* PR fie 
: behielten: fie_als- ihre Hirten bei Die Gem: 
ie Beinen Werth auf das Land legte, theilte, 
Wit der Bergzüge, weite Strecken am diefe Vieh⸗ 
engl. aid, A eine laͤhrliche gone von 5 
ken) aus, und Üiberließ ihnen nach Butdünten bie 
* ete, der Gerechtigkeit, ſo viel Land 
uflapeaterie überfcpauen ‚läßt, nad) Art des Atas 
jme in Spanien, als Gigenthum zu betrachten, 
Nachbar fich alfo weit von der Grenze gu halten. 
Aduftigen_ Ländereien entfernten die Wohnftellen 
Ken De Dan des —* gegenfeitig, | 
und die fernungen wuchſen zw -ungehe: 
'an, fe daß fie bie Cohnifen in bem größten Abs 


ik 


wu.D,608 


£26 Hochafrika. 1. Abſchn. $. 6. 


Rande vom Gig der Megierung, gu unabhängigen Ge 
machten, und gu befländigen Bewaltthätigkeiten gegen 
Nachbarn , gegen bie Hoıtentotten und Kaffernflänme vei 
ten. Diefe urſprünglich ſehr ungünftige Anlage ber Gef 
niſirung nad dem Innern, gereidhte dem Caplande währeg 
des leuten Jahrhunderts zum großen Nachtbeife , 
bemmte in jeder Dinfiht ihren Fortſchritt. Deum 
Viehhalter leben im meitläuftigen Eindden durch bie g 
innere Landſchaft zerſtreut, woblbabend genug um mil 
bängig zu befiehen, viele im Beſitz von 5 bis 600 Geh 
Nindvieh und 4 bis 5000 Schafen ; aber in Roheit, Sch 
und halbe Wildheit herabgeſunken, den DHottentotten k 
Graals in ihrer Nähe als Hirten von ihnen abhängig Ieb 
fo wie ihren Selaven gebietend, ohne Schulen und Kirch 
obne ‚geregelte bürgerliche Verbältniffe, ohne Verkehe a; 
ihren Nachbarn, ohne Marktplätze. Die Producte ihrer Bi 
ucht, zumal die treffliche dem Merind ähnliche Melk 
Butter, Seife, Strausfedern, Reopardenhäute, verfeben- 
auf ben Märkten der Capſtadt, zu denen fie jährlich au 
Mal auf Höchft befchwerlihen Wegen mit ihren Dchfen 
gen ziehen, mit den erſten europäifchen Bedürfniffen, 
züglich mir Toback, Branntwein, Kaffee und Feuergewei 
An ein Manderleben gewöhnt, find fie zugleich Jäger, u 
blos gegen das Wildpreet, fondern auch gegen bie Buße 
männer, und zu jeber Streifpartei geneigt. Daher ihe Bü 
figes Widerfireben gegen alle neuern Einrichtungen ber WE 
terung und ihre beffändigen Fehden gegen die benachbariil 
Raffernflämme, wie früher gegen die Dottentottenftämmg 
die großentheils durch fie ausgerottet find. 
Die Hottentortten *) leben gegenwärtig, nur ei 
Stämme der Dochterraffe ausgenommen, innerhalb bes ( 
biets der Colonie zerſtreut, nad einer Zählung vom 
1807, an 17657 Seelen; ihre Zahl hat aber ſeitdem fie 


























Schug der brirtifchen Regierung genießen zugenompmie 
Seit der Abfhaffung des Sclavenhandels hat fih bie Wick 
tigkeit diefer freien Leute von 'hottentottifcher Abkunft m̃ 
dem Gaplande fehr vermehrt. Dieß gutmüthige, une 
eifche aus feinen alten Befigungen verdrängte Boll, 
unter bollänbifches Derrfchaft ein fehr hartes Loos. Le 

lant verteidigte fie zuerſt, und bob ihre guten Eigenf 

ten hervor gegen die Herabwürdigung bie fie von ben de 
beften Coloniſten erbulden mußten, bei denen fie in wahrese 
Dienſtbarkeit gleich einer niedrigern Kafte Randen. et 
ver englifchen Beſitznahme bildete General Craig, aus ihnen, 
zuerſt, ein eignes Militaircorps, nach Art der Seapogs, 


#) Quast. Rev. a, a. D, ©. 2236: 


NE JUNE nerucyen Kearmomwanncı Irıop nu rmpjange 
is der Biehbauer der Golonie. Die übriggebliebenen 
‚Hottentottenflämme, werben ben Gapbewoßnern 

ihre Dienfe, als Viehpisten, 





| Et 
} 
i 
: 
i 
} 


h 
I 
Hi 


R 
Br 
H 


Hi 
h 

1 
SE 
F 
— 2 


* 
fi 
i 
ĩ 
st 


Fe | 
ff 
‚ 
* 
i 


* 
T: 


ri 
Hi 

H 
i % 
2 


Hi 
el 





128 Hochafelka. 1. Abſchn. 3. 6. 


ihre geiftigen Bebürfniffe zu forgen. Was die Glegiecmm 
bisher nicht that, gefchah durch die fromme Geflnnung 
Einzelnen. Gegenwärtig giebt es für bie Eingebornen fü 
die Hottentotten und die Freien von Hottensortifcher ZU 
Zunft ſchon mehrere Zufluchtsötter, wo fich x: 







meinden zu bilden anfangen, deren Mitglieder in wir 
Dörfern beifammen wohnen können. zei derſelben 
von den Herrnhutern angelegt und unterhalten, in & 
denthal (früher Bavianskloof genannt), in Erönetlen 
und inEnon Die Übrigen erhielten Ihre Entſtehung 
die Miffionsanftalten in London , vorzüglich finb es 
Orte: Zurebraf bei Zwellendam, Pacaltsdorp 
George, und Bethelsdorp bei Uitenhagen. Für. die.e 
lifche Regierung, Garnifon und enalifche Genteinde iſt 
jegt noch eine eigne Kieche in der Capſtadt errichtet, W 
wohl bort felbft manches zur Verfchönerung bes Ortes bu 
die Engländer gu flande gebracht iſt, zumal ein großer Aus 
duct, ber bie trefflichen Waſſer des Zafelbergs faſt j 
Haufe der Stadt in reichlihem Maaße zuführen fol, 
Hospital, Börfenhalle u. f. w. m 
Ueber die Kolonieen ber Miffionsgefelfchaft in Londe 
und ihr weites Vorbringen nach dem Innern (f. Wa 
ftem des Dranjefluffes) Bat vorsäglich Campbell Auf 










® 
I 
gegeben, über den Zuftand ber Brüdergemeinden —* 
aftita aber Latrobe ). Gröenetloof **), nur 6 deut 
Meilen im Nord der Tafelbai liegend, Hatte im Jahr ı 
fon 300 hostentottifche Einwohner, die fi durch 
lichkeit, Froͤmmigkeit und thätige Arbeitfamkeit ausge 
ten. Die zweite größere .Colonie Gnadenthal ***) 
Bielt im 3. 1796 zuerſt von den Engländern die früher 
weigerte —28 eine eigne Kirche au erbauen; im Jap 
3817 hatte fie abı Häufer und 1377 Einwohner, in deil 
felben Sabre hatte fie unter den KHottentotten 100 mi 
Thriſten aufgenommen und 465 genofien das Abeab 
(nah Heß); Schule, Särten, Landbau u. f. w. gedeihü 
und befchäftigen gegenwärtig bier diefe bedeutende Menſcher 
zahl, auf einem Areal, das früherbin bas unbebaute Eigei 
ihum eines einzigen Bauern war. KBethelsdorp +),:u 
der Nähe der Algonbai, im Oſten des Saplandes, iſt iu 
Hauptore ber Miſſionsgeſellſchaft, aber in einer ſehr * 











) C. J. Latrobe Journal of a Visit to South Africa in 181 
aud 1816 with somo Account of the Missionary Settle 
ments of the United Breathern near the Cape of Goo 
Hope. Lond,. 1818. 4. **) Satrobe deutſch. Ueberſ. S. 32 

Ebend. ©. 55, 234 und 239.. Quartexl. Rev, p. aaf 


sarcıra yrıs zur; jKwurven. WIE wire 
Wirt un Witenhagen enjen an bas Sebier bee 
hu dym die * der Große Fiſchſlaß als Grenze 
ber 5— der —— aika * * 
ndet wow, bei ihrer erfien 
„ae Ball ber, = 
‚im freund) — 

1 geneigt. 
nachbarten, * 3 
immen. hatte, ſtanden ihm Mn 

machten Streifparfeien auf. a3] 


— aldleR ihre Viehher 
b Er und 5— Er fe Ha 
ee 
weldem ber g 


u ei — in. 

u ugge: * 

— — 

af teunbe ‚einander a, 

* Tändeı ll 

iM 5 Satan De aan 
beflimmten eine Grenzitelle Se 

ran © beiber Bölter, Na 


mindert; die — ns, 
er Rufen, X * 
rm 















ie, ul 
— Ve 









150 Hoochafrika. I. Abſchn. & 6. 


im Februar 1819, am Weißen Fluß, die Brübergemeii 
Enon, welche erft im Jahre vorher durch Ratrobe am 
war, jedoch ohne die Brüder zu töbten. Nur bie ? 
trieben fie weg, wobei nur ein paar Hottentotten das 
ben einbüßten. Geit dem Juli 1819 wurbe Obrift EM 
Hire*) mit englifhen Truppen dem Gaika zu a. 
endet. In drei verfchiebenen Corps rüdte die Erp 
fiegreich vor; die Kaffern zogen fi über den Büffeifluß‘y 
ti, wurden mehrmals geichlagen, verloren einmal ag 
Gtüd Vieh, dann 3000, dann 13000 Stück, bei einem GE 
. am Kiestammafluß, im OR des Großen Fifchfluffes, wo 
Grenze friedlicher Kaffernoberfäupter war, ber Bräber Bi 
und Boocho. Diefe traten fogleich gu den Written ; bie 
ruhigen Kaffernkoͤnige wurben verfolgt, gefchlagen, 
Der Gouverneur, Lord Sommerfett, mit einer Kei 
Iuppe landete in ber Algoabay. Am Gmangafluf 
Kafferlande (40 engl. Meilen jenfeit Grahamstown) wi 
auf einer Zufammentunft aller Oberhäupter, ı4ten Dem 
1819, förmlich Friede gefchloffen, Gaika in fein Land um 
der eingefegt, und nur er, nebſt Hinza, als bie rechte 
Kan DOberkönige der Kaffern anerkannt. Gie wurden - 
rennde der Golonie erflärt, und alle die fich ihnen wEN 
egen würden, als Feinde ber Britten. Zur Sicherheite 
olonie mußten bie Kaffern, für immer, den ganzen F 
firich am großen Fiſchfluß abtreten, unb die bisherige © 
niegrenze wurbe um einiges weiter hinausgerückt, am. 
©tröme Chumie, ihm zur linken bis zur Einmündung 
den Kiestama, und von ba bis ju befien Ausflug im 
Meer. Landeinwärts find die Gebirge-Chumie und Viel 
eiviersberge, als Grenze beflimmt. Zwiſchen bem Kies 
und Großen Fifchfluß werben ſtarke Feſten angelegt zur 
rechthaltung der Drbnung. | td 
Auf diefe Weife wurde, merkwärbig genug, 'am’ 
enge bes Kaffernlandes, zwiſchen den beiden genak 
IGffen (zwiſchen 30 bis 33 Er. fübl. Br. und 45 big! 
r. dfll. 2. von Ferroe, nach Lichtenfleins Karte) ein wi 
Landftrich gewonnen, zu gleicher Zeit als bie Negierum 
England den Beſchluß einer neuen Anfiedlung faßte. JF 
wird fid alfo wohl bie neue englifche Colonie neben 
Soländifchen anfeken, an bem Dftende bes Caplau 
Schon find Schiffe voll brittifcher Auswanderer am E 
angelangt, bie wohl in Waffe, in jene gefegneteren Geg 
den ziehen werben. Ihre Zahl betrug Ende Juni ı$ 
ſchon 3659 Seelen, davon 1020 Männer, 607 rauen 
2052 Kinder, deren neue Anfieblung von ber Algoa K 

























*) Heß a, a. O. ©. 392. 


Werfahrt amd Lebensuntenhalt; jeder Anführer einer 
tung erhält ein Gefchent von 100 Acres Land für 
fon der Kamilie die er geleitet, und 50000 Pfund 

das Belobnungen für diejenigen beſtimmt, well 
mohlhabendere Individuen, über 18 Jahr 
neuen Colonie führen. Cm Deittheil des 
{in der wirtinen Anfelung. ut. as agee 

licpen Anfteblun; 7} 
‚Monat fpäter. Das befegte {ty die een 
von Abgaben, dann brttagen biefe nicht über 
; twird e8 wieder verlaflen, fo fallen die 100 
‚Bas Gouvernement zurüd. Sinden fi hundert 
,..fo will die Regierung einen digen 
3m dern Plag. bee neuen’ Anfleblung waren 

8 Zuureveld den Sonntagsfiuß entlang, an der 
v dem Srieden mit den Kaffern 
Werlegenheit mehr feyn, ja von dem 
ats würde die Ginllifation bee benachbat: 
bie neue englifhe Golonie zum größe 
jeite, jen önmen, So. kommen bie Engländer 
‚gefegneteren Landſtriche auch- ben Mlänen ber 
'e zubor, bie bier an der Taffernküſte, nad 
benten Adams Worfclage, eine Colonie als Mit: 


ihren Handel mit Inbim und China zw bes 
en Plan gehabt hatten, - 
gegenwärtig die ältere Holändifge Verfaſ⸗ 
— weiche bei. der Uebernahme garantitt 
ich fort, unter einem bitte en. Gouverneur; die 
ro eng je wird wohl der 
49 der englifgen © di bee deittife 
m folgen. . Noch fehlt der. Capcolonie Handelsfrei⸗ 










# 





150 Hochafrika. IL. Abſchu. 6.7, 


ber 'GSouverainität trachtete. Der eigne P 
und die Stetigkeit der Preife ber Erporten Air ye 
das ganze Handelsſyſtem dee Colonie gehemmt; doch 
ihr wohl noch im Burgen große Veränderungen bevor. 
Erweiterung der Landestenntniß iſt aber feit ber briteifd 
Beſitznahme noch durch Fein wiftenfchaftlicdes Untern 
eförbert worden. Die Erpebition bes Arztes Dr. Com 
Begleitet vom Lieutenant Donovan, welche auf Lord Gi 
bons Betrieb von bem Gap ber guten Hoffnung ausgi 
und im Jahr 1809 tief in das Innere vorgebrungen m 
auch fon in den innern Colonien ber Portugifen zu R 
und a”) erwartet wurde, iſt ohne Frucht geblieben: 
die Unternehmer auf eine uns unbekannt gebliebene Abe 






Ende fanden. . a 
| | x 
Zweiter Abſchnitt. = 
Oſtrand von Hochafrika. 
53. 3. | 


kannt wie ber Oſtabhang von Hochafien, if uns bi 
ber Oſtrand von Hochaftika geblieben. Kaum eine & 
daB man ibn, wenigfiens in neuern Zeiten, au nur __ 
Ben; ja faſt alles, was wir bavon fagen können, fließt 
aus den unverbächtinßen Quellen, hängt mehr von 
Iungen ber Nachbarvolker, von Combinationen — 
cheinungen, jedoch auch von einigen Thatſachen ab, 
den Portugieſiſchen Sechelden und Biffionaven v 
—ã— verdanken. Unter unſern Quellen 
berühmte Joan De Barros, der Vagabunde A. B * 
Joan Dos Sanctos, ein Portugiſe, der ſchon 1586 
verließ, um fich in feine Miſſion zu begeben, außer. 4 
faft die ein igen für unfern Zwed belebrenden. ° 
der untern & fienterrafle zeigen fich für uns hie und da 
lichtere Yuncte, unb von ihnen aus wollen wir nad... 
Inlande unfte Slicke werfen, fo weit unfee unbeſtim i 
Nachrichten reichen. l 
Anmerlung. Es folgen hier ber Reihe nad von di 
nad Norden bie wenigen unzufammenhängenden Radirichten, ° 
wir von biefen @egenben befigen, welche uns zwar nod nid#” 
Lauben, das Innere des Landes und den Lauf feiner Gebirgil 
ten nad Zahl und Maaß zu conftruiren, wie fie Lacepede an 


Minber bekannt als jener Güdrand, und u 














) H. Salt Voyage to Abyssinie, Lond. 1815. 4 p. 9 
anbd 505. nn 2. 


Reh} Säfferhlife: : bag 

milde über dennoch, wie fich unten ergeben wird, gm 
Landeinmwärts ein 

- De ee [3 ie 


m Erfies Kapitel, ‚ 
Die Kafferntäfe 


"i J 
Eellet, 1. Hochkand. der Bosjes manu. 
Reiſende in Südafrita ſagt une, - 
he — el Ben 4 
die eine mit ber te, bie zweite mit der Dr 
von Süden nach Norden sieben und zwar biefe 
dem Xequator parallel Taufeüden „iante 
trete (welche obige Xerraffenabbänge bilden), 3x 


ab s 
I bezlei der Küi J 
5— Sun din dus Yefebe & 
fe 








F ihren & tfeht, betrachtet er. 
RT REET TE 
affe, deren 
Berg ")ift, Diefe Gegend bildet ein großes Pla 
Be ‚_ fagt —— von welchen ber 
Zerraffe gegen Weſten ausläuft, und der minder 
Anfende Oftrand der zweiten Zerraffe gegen üben. Hier 
her feine Gebirgskette mehr, fondern ein wahres Hochs 
6 wie Armenien), gänzlich verſchieden von allen 
konifhen Gebirgen, weil es aus großen, weiten, 
tete Zogereifen langen Ebenen, geräumigen, geng_offe: 
Milern, ofme alle Schluchten und Felswände beftel 
bmelde, obgleich auf fo großen Höhen, überall bie ber 
m Wege führen. Das Land hängt von allen Geiten 
fünfte, reich bewäfferte, geasreiche Abdachungen ‚mit 
liegenden tieferm Ebenen zulammen, und auch 
find nur fanft abgerundete Ruppen, einfbrmi, 
alle Gebirgsreige, von Stürmen umfaufet, p 
6, oder im Minter mit hohem Schnee bebedf, 
th ber Bosjesmanns. Diefes Hochland zieht na 
amd Fanffens ***) Bericht, dem einzigen über bi 
D, ggmM.D, als eine — ögebene fort }) 
Fenke fig fehe allmäplig gegen N. MB. in die Hohe ers 
H a er —— Dranje⸗ — 
zueilen; gegen ©.D. gegen mdifgen 
y in welchen ber geoße Fiſchfiuß, der auf biefen Höden 


dtenfein I. ©. 676. * **) Ebend. II. p. 4. **) eiqhten⸗ 
#rlL p.65, H Barzow I. pı265, Hi) Brrow p· 204 





154 Hochafrika. II. Abſchu. $. 7. 


(der Wafferfcheide zwifchen dem Indiſchen und Atlen 
sean) entſpringt, fich ergießt ). 


Wenn die Höhe biefes Plateaus kalt und umwi 
ift, fo wird ihre fanfte Deeflägung gegen N. W. bis 
des Mendekreifes von den induftriöfen Beetjuanen, be 
und waldreihe Süboſt⸗Abhang aber von ben ung 
Kofferflämmen bewohnt, die auf feinen. fehönen wei 
en Gehängen **) bis gegen die Hüfte des Meeres 
nomabiflren, und als ein mebr als balbgefittetes Bi 

efchwornen Feinde der Bosjesmans Über ihnen find.’ 
Roferntü e ift bis gegen die Strafe von Madagascı 
auf mit Sranitbergreeiben *°*) durchzogen, beren A 
überaus waſſerreich, fruchtbar, von Thieren und M 
bevoͤlkert ſind. 

Segen das Meer fällt dieſe Granitküſte in fleilı 
enufer hinab, aber im Innern ſcheint ſie in ſehr 
aſt unmerklich anſteigenden Hochebenen bis zum 

rad N. Breite fortzuziehen. Denn bis dahin ver 
Colonel Gordon dem —* Labillardiere auf 
Reiſen im Innern von Afrika vorgedrungen zu fen! 
egen das Land der Biri und Manika norbweftlic 
ap ECorrientes7). Er hatte auch ben Compaßberg 
gen; aber bis 18 Grad nordwärts vom Gap ber guter 
Sung verficherte er Barometermeflungen angeſtellt zu 
die ibn auf das Äberrafchende Reſultat führten, baf 
ber Mitte von großen weiten Ebenen, auf benen e 
Zage lang gereift war, ohne das mindefle Anfteigen 
gunehmen, a do 6000 Fuß Hoch über dem Meere 
ometees) befinde TI. Barrow machte bie Bemerkung 
o wie man fich von der Meeresküſte landeinwärts a 
SGern weſtlichen Gebirgsterraſſen erhebe, alle Thiere 
ausvieh unb die Menfchen immer von fehönerer us 
see Geſtalt wurden +4). 


Erläuterung s. Küftenterraffe 


Nur den Ausfagen ber Kaffernflämme, bie bier ı 
Heben, verdanken wir unſre Kenntniß diefes Küftenf 
n diefe wohnen bier in ununterbrochener Folge al 
große Nation bis Quiloa +4+) zur Küfle Zanguebar, 
fo fcharf von Hottentotten als von Negern und dem 
ven, ober Mabomedanern der weiterhin nördlichen 





%) ‚Barrow Acc. of Travels Il. p. 335. **) Patersoi 
xative in 3 Journey to Caflraria. pag. 05 * 
Bemerk. und Wahrheiten. ?: 31. Barrowl.p. 37 
tenftein 1 p. „68. + billardidre Voyag. 1. 

) u“ Acc. of Trav, II. p. 123. * Eid; 
. p- 591. 


Orand,; Kaffernkuͤſte ·186 
1, a de . 





immer tiefer 
jorden find *, —— Br dem Kaf 
ie. Zambulis ober Mat; 
Baffehfluffes, dann die Manıpuki oder 
— —— beiden Sriten 
Berge, unftvollen Macı 
a —* 25 Grad R. 
Kunft, das Metall zu bearbeiten, 
ad baren verfehen — den 
 (Mocguini_ heißt im Arobife en Eifen: 
n folgen vieleicht bie Biri der Portugifen 
aa von Manica, Sofala und Ghicoma, 
fen an —— befannt 
würdig ift es, daß die 
an Kam x genau mit 
—— fo metallteigen Futa⸗ 
‚im Monomotapa (mo die Feſte im Mei 
—— wie en quer] 
fen bie Bewohner ber 
‚alle Kaffernſtãmme zeichneten —* bei ihrer 
e mit Europäern, wenn fie noch nicht 
6 den Berkehe mit ihnen werborben, oder flreitflüchtig 
ns graufam geworben, als ein. höchft gaflfreies, gutmüthis 
—— Bolt Eu von welchem bie Strand: 
ei rüchigen am il 345 Küften freundlich aufs 
same: A ee tere hundert Del weit durch ihr Land 
7 eite gaben ++), teils Süden zum Gap ber 
Men Hoffnung, oder auch nach Norden bis Sofala +17). 
fa gafffrei nahmen die Kaferifchen Stämme ber Küſie 
Be Boa! mo Europäer nur höchft ſelten gefehen ‚mers 
Aa ee auf 1.. Gleich vortpeilhaft zeichne: 
— wi jeoohner der Hochebenen, tiefer Iandeinwärts 
zum erftenmale von en gefuße wurben, 


Ken ee and Aigen * war "ie 


— Africa eura ‘Hartmauu CXVIII. 2555, 
„iewL P, 201. **%) Truter in Barrow Voy. to — 
— ) J. Dos Sanctos Asthioj chlapia orientalis in Pur- 


Dr fol. 1. ag {er Perf 
zen 6 und Mifflonars in Aften und 

——— Augsburg. 9 1388. $ I? —8 ce 
a. tom new account of Bast In: mr: 

» &++) Purchas Pilgrima I. Ey — 
Journal of a Voyage performed fr Ki 10 
. — and.Da Lagos Ki Lond, 1800, 4 4 p 3. U. 

«. D. +fitt) Barrow I. p. 195, 






156 Hochafrika. II. Abſchn. S. 7. . 


Kaffern in Sofala von Pebro Alvarez da Auhaya im Je 
1505 *), wie bie Kaffern in Manila von F. Barreto. 
‚ bei ber allererften Landung ber Europäer an biefen 
(vor 1499) als Vasco be Bama die Küfle Metal be 
und zum Rio Dos Reys, dem heiligen brei König 
kam, fand er nach Caſtanheda Erzählung, deffen 
nende Kaffernfämme mit eifernen Lanzenfpigen und 
pferringen verfeben, fo zuvorkommend, gaflfrei und 
ensvoll, daß er diefe Küſte bas Land ber guten Leute 
des Friedens (Terra da boa paz) nannte, Y 


Erläuterung 3. Küſte Natal. 


Von der Meibnachtsfpise (Cap Natal) n 
fheint Hier ein befonders DR vorfpringendes felfiges 
land zu liegen, weldes mit Riffen und Steilküſten 

egen Oſt in den Indiſchen Dcean vorrüdt, und diefe K 

eſonders gefährlich für die Schiffahrt macht, die font 
Sich bewäflert, voll Weiden, aldungen und fruch 
Bodens ift*), Im Norden wird fie begrengt durch 
tiefe Da nagan: Bay an deren Küften ein überaus fr 
bares Land, 20 g. Meilen Iandeinwärts fich. erfiredt. 
N. W. der Bay aber fleigt das Land wieberum von bee 

aus, (dem Anfchein nach von der Küfte gefehen) in 4: 
trennten Bergreiben aufwärts, welche fib bis in bie 
Ten erheben ""*), auf der flachen Küftenterraffe finder 
ter Dausthieren nur Rindvieh; am Abhange ber Bet 
raſſen find Elephantenheerden, und auf den Höhen 
nen erft Büffel und Pferde (oder Quaggas; denn 
der einzige Augenzeuge, dee uns biefes mittheilt, zeigte 
Raffern nur bas ih von einem Pferde vor, das fie zu 
Tonnen fehienen). | 



















⸗ 
a 
ge 


oo Smweites Kapitel . 
Die Kuüſte von Sofala und Mosambik... 


6, 8 — 

Die Kuͤſte bildet vom Cap Corrientes bis zum G. Day 

abo vom a6flen bis zoten Brad Güdbreite, ein weit gegi 
fien vorfpringendes Küftenland, bas jedoch, wie fi. u 
den beften -portugififchen Karten ergibt }) zu weit gegı 





) J. Dos Sanotos Aeth. Or. in Purch. Pilgr. II. fol. 33 
und f. 1543. **) A. Hamilton New Account p. 6. ***) 
White Journal. p.61. +) &. die Karte Five Degrees ı 
&he Coast fram Mosambigque to Cape Delgado laid dom 
from a Portuguese M. 8. Map in H, Balt Voyage so Aby 
sinia, Lond. 1814. 4 ' 


in 


- alten Gras Ohtknie Fra 3 


‚aus landeinwaͤrts von opãern 
he pe —— Et — 
» el e tgs⸗ 
fi ein Terraſſenland gegen das Jan: 

- beiten Ii ——— —— ab w Dftabs 
‚ oberfien indes,. ift uns zur Zeit noch undes 
aber fehr mal aan) heißen ı bem Meridian von 
Tund 48 Grad DO) je von Ferro hin! — Diefes 
it fen D’Anvilles tritiſche Karte de l’Ethiope' orien» 
2797. gezeigt, Ban Easy melcher die fpätern nur Eopirt 
c jat find. Im Weſten won dieſer 
ft wahı lich fehe bemohntare (obwohl vor 
— Bochebenen, ber Aufenthalt von 
jauplag dee verheerenden Züge ber 
ler Mr Mäben jahehunderten, Die neuere Ge 
davon nichts. mehr zu fagen, wenn 
[3 —* Galla gegen Habeſch nur eine Forts 


gen, auch ſchon burch bie gan; Rich 
ha und feiner Hauptthäler im Streichen 
Ei Saga erhäle C£ unten hei Gele):  Unfıe 
Enje Sennenif diefgs Terraffenlandes hängt Übrigens mit 


Seſchichte und Kenntnig vom Lauf des Bams 
08. ab, welcher feine Quellen auf dem Hochlande 
mern Afzita's hat, und an-befien Ufern entlang bie 






ifem bis zu jenem, am Ende des ı5ten und am Ans 
des ıöten Jahrhunderts vordrangen. 


hläueesung 1. Erfte Terrafſe. Quellland des 
eje und Hoh ebene Ehicowa. 


u“ äi der Eingebornen, deren Ausfagen 
—— — Sr tan, fa 


üben, nur so bis 30 
—— wel j oh ein Sumpf — 
enwaffern, oder ein Al 


s N 

ee * ——— "= 
Weber BRaravi, im 3 bre oder ebene *9 z8 
[3 > vr vielleicht Zambe heißen feite, wie der 





9. "de Barros dos fectos a. os Portuguesen Azoram zo , 
„‚Jeseobrimento y conquista dos mares Y terras do Orien- 
3 ‚Lirbos A. let. TI. Dec. 1. 1. IK. mı X. 8. 

iaLe Grand Rdaion du —x * Dam 
—S on 


138 Hochafrika. IT. Abſchu. 5. 8. 


Strom? ober ob die Namensähnlichkeit eben bie Verw 
fung mit dem Fluß bewirkte, oder ob Bambege ein % 
tivum für See und Fluß, wie das Arabifche Bahr, 1 
bahingeſtellt. 

Nach de Barros *) liegt im Weſt von Gofale (alf 
Süden von der Mozambitküfte) im Binnenlande ber g 
Ger, den Afrika Bat, aus welchem er wie Ptolemäus 
die Arabifchen Geographen den Nil, den Zaire und aue 
Ströme von Sofala Herfließen läßt. Doch nenne De 
208 diefen größten und innerflen allee Seen nicht, 
aber, daß er biefe Nachricht don Congo und Gofale 
erfahren Babe und reihet fie an Prolemäus Nachrichten 
den Nilquellen und an das Baährſena (d. i. Tzanga 
Dembea-⸗See in Habeſch) der Acıhiopen nm. De 
fagt weiter, ber Fluß, welcher aus diefem See nah S 
zufließt, theile fih in a Arme, bavon ber eine gegen 
Lagoa, früher benfelben Namen geführe Habe, jegt aber 
rito Santo heiße. Der andre 105 Legoas von Sofala (: 
wärts) fey der Cuama, den man landeinwärts Zen 
nenne. Diefee Zembere habe weit mehr Waſſer alı 
©pirito Santo und fey 250 Legoas (220 geogr. Ri 
londaufwärts ſchiffbar. Zn ihn ergießen fich 6 bebeu: 
Ströme: Panhamas, Luamguo, Arruya Manjovo, In 
und Ruenia. Ueber alle gebiete der —F von 8 
metapa oder Monomotapa, und an allen finde fi 
zwifchen beiden Strömen, dem Guama ober Zembere 
dem Spirito Santo liege das Land Gofala wie eine | 
cd. 5. eine von firömenden Wafleen gebildete oder uni 
wie etwa Suiana in Sübamerifa) 750 Legeas (an 560: 
Meilen) im Umkreiſe. 

Derfelbe Fluß, welchen bie erſten Portugifen Zen 
nennen, wird von ben fpätern immer Zambeze gefchriel 
- Die erften Entdeder, die Portugiefen, glaubten, 
fey ber See des Ptelemäus, aus welchem in Nordei 
Milquell fließe, und fo andre Ströme nach allen Wi 
genden; und die ifn umgebenden Gebirge hielten fi 
die Mondberge der Alten. Aber fhon A. Battel ’’") m 
ſpricht zuerſt dieſer Hypotheſe; er fagt, daß diefer | 
See viel weiter im Weſten liege, daß er durch eine 
große Ebene von den Öfllichen Gebirgen getrennt ſey, 
welchem der _ große Fluß Magnice (mohl unfer Zambe 
ein Arm beffelben) entfpringt, der von ba gegen D. fli 





*) De Barros 1. 1. IX. co. 7. fol. 118. a. *%*) Marmol A 
T. III. 6.30, p. 115. *%**%) Andx. Battel in, Parchaı 
gram. T. U. pP: 1031. j 


"Red; Gefele, Moni 200 


> Bann Nachrichten *, ‚daß. feine Quellen 
fo tief \ondeinwärts li Yup ont ie find, 
k tit, welcher fü Ramen dom anmohnenden 
te glihes Namens führe, im Lande Chikowa fe 
Den mo an, iſt unbelannt; er ift es aber nur oft: 
dem geoßen Waflerfal_von Chicoronga im 
he mo er a —— von.18 geog, 
Ieguss) me. te Kaufe 
mat nic. Diefe, jelsgebirge zu beiden Ufern 
uch wel echdtit — 















ee bindaı int ber Di 
5 von Hochaftika zu ſeyn. hf 
it die filberreiche Ebene von Chicoma,. mit 
wfer⸗ und vorgüglichen Eifenminen **), bie 
in Zeiten —* ie Faffern trefflih zu hear⸗ 
tn. Schon Mafubi um das Jahr 967 N. h 

ap das Hiefige Eifen zw Stahl von 

tet werde, und zu Gchwertern und 
liher Güte; daher ein birecter Handel mit n 
Producte — Sofala und den Kaufieu⸗ 
bien beſtehe, die ihre Küſte damit verfehen ***). 

Eilderfpäge zu bemöchtigen, machte Bean; 

10 }) unter König Sebaſtian dem Erften von Wortugal 
nd onsmotapa am Zambezefluß aufmärts, einen Kriegs: 
rang bis hieher vor, war aber nicht im Stande, die 
zu entbeden, ba er durch feine Graufamkeit 
X indie Gebirge verfcheucht Hatte. Die 200 Por: 
‚ melde unter A. Card. d’Almeida hier von ihm in 
Berfganzung zurädgelaffen wären, wurden bald von 
"Hochländern erfplagen. Auf derfelben Höhe im Ber 
nah N.W., 4 der großen Wafferfälle von Chis 
Icben, oder lebten bamals (1540) zwei menſchen⸗ 
Horde Kafferftämme (b. 5. Ungläubige) die Mumbos und 
mbas, mahrjheinlich diefelben weiche au Muzimbas 
„ welche jefangenen und Sclaven ſchlachteten 
werjehrten. ie Portugifen, bie einen Streifzug ER 
men, fanden in bem Schlachthauſe zu Chico: 
wie zum Tode beftimmte, gefeflelte Neger und Ne— 
1, die fie befreieten.. Der Plag um bie Wohnung 
[2 xers mar mit Menſchenknochen see TH. 
u demfelben, Hohen Berglande, gegen S. W. von 
hiesma, liegt das iernlönigrei Abutua (Butna in der. 










” Orientalis in Purch. Pilger. 

— 2 ad Alan va Bram 1 

2, Des t Voy. Ne }.bo —e 
A et “ ep HAIDee 





140 Hochafrike. II, Abſchn. F. 8. 


Zanbſchaft Toroͤa bei De Barros), deſſen König Butto 
nannt, ein Bafall von Monomotapa iſt. Das Land 
reich an Goldminen, die älteſten (mas antiguss), die % 
im Lande kennt *). Sie liegen alle auf Feldern (em cı 
po, d. i. nicht zwifchen Bergen) und gegen das Land 
weiten ®benen (grandes Campinas) hin, welches im u 
som Gap Vorrientes lanbeinwärts liege (Hochfleppen). .: 
die Ginmobner keinen Handel mit den Portugifen Ereib 
ſagt Dos Sanetos, fo fuchen fie auch nicht viel nady | 
fem feinen Golde, zumal da fie Dirtemvälker find, und ge 
Viehheerden Halten **). De Barros fagt, daß biefe | 
minen wegen der Kriege feit lange nicht benugt wücben, 
Anm. Kaffernflämme; Kelle Symbiod im &X 
Butuas Paffage zwifhen Sofala und Angola. 
diefes Hirtenvolk, gach Dos Sanctos Butua genannt, 
weidenreichen Hochebenen Hochafrikas, und ihre kunſtreichen 
baren die Eiſenſchmiede von Shicowa in vieler Hinſicht dem A 
fernflamme der Beetjuanen in ©. von Afrika gleichen **"), dei 
wir oben fchon angebeutet, insbefonbere ift aud hier ala a_ 
meiner Lebensunterhalt Wilhwirtpihaft (die viele MWölfer 
nicht kennen) und überhaupt Viehzucht haracteriftifch, 
gegen NR. ſcheint ihre Verbreitung nicht zu gehen (obwohl au 
"alle Einwohner feit ben älteften Zeiten, bie noch nit ben I 
angenommen, Kafern beißen +), wenigſtens find die Muzisg 
‘(die man neuerlich für einen Zweig ber Gallahorben zu 5 


Er tft) Thon fehr ausgeartete Kaffernz noch verfchiedner 


re nördlichen und weſtlichen Radbaren, die Wohenemugi y 
bie rohen Dſchaggas (Giaguas). ai 
Die }) Muzimbos vom obern Zambezeflrom, von © 
Tommenb wurben den Portugifen befonders furdtbar unb ee 
"ter, feit ihren Ginfällen, 1589 und ı592 gegen die Küften, 
durch bie harten Kämpfe, die fie mit ihnen zu beftehen hatt 
Im 3. 1593 erreichten fie bie Küfte von Quiloa, unb drangen : 
Melinde vor, wo ein einheimifher Stamm der Moffequieiel 
-aufbielt, Sehr wahrfheinli find fie Stämme der Galla, die! 
mals ihre Völkerwanderung gegen Norden begannen. Denw 
Muzimbos beißen auch Mauruca, ihr König hieß damals @ al 
‚(Purchas P, 1}. 1. IX. p. 1562); ein Stamm ber Galla bei 
gaben heißt noch. jet Maracata, und die Beſchreibung ag 
ie Portugifen bamals von ihnen madten, flimmt ganz mit 
@itten der Gallahorden überein, wie H. Salt fie in Aby 
Tennen lernte. Bei H. Lobo werben bie erfien alla zu 


'genannt im 3. 1625, um biefelbe Beit, als fie ihren erften Ein 


von Süden ber in Abyſſinien begannen, nad Art wie die Hut 





*) De Barros Dee. IT. 1.X. e. 1. fol. zı8. b. **) Dos 8 
ctos fol. 1548. unb Marmol. III, p. 116. ***) Eichtenfl 
. über bie Kaffern. 1. p. 4 D. Barros Dec. 1... 


G. 4. fol. 96. +) Hi. voy to Abyiinia. Lond. 128 


4 P. 64. 


84 MR, IIND DON auyerororntiichet Sroyt (maranlınose 
sa) Die Mauern find 25 Palmen die, ihre Höhe ift nicht 
atad im Verhältniß zur Breite. Ueber der Pforte des 
bes hebt eine Infehrift, weiche weder moriſche Handelsteute 
he Küftenbewohner) die bort waren, 2 a 


ofen fonnten; au weiß man nidt, Na 
it, et vn Anhoder um —5* 
a a rt voı een 


— * — Je eine 
ern 2 oflager (corte; 
Wohnungen In aRomomota a —** amen führen.: 
beffüben, tin Dann von Abel, Bier Die *5* 
(ft esid- mör) und heißt —— — 
le des —— 9 a feiner Aufſicht Ay — 
Bennmotapa, die immer hier zu wohnen 
Gebäude und von mem erbauet, bavon iſt 
en, bie keine Schr Ent Haben, aud Beine Radrigt. - 
daß fie ein Werk bes — —5 Bi es 
bringen kbunten. Is Kapitain Vic Pegade ein 
en, bie bort gewefen, das Portugififhe —— —— 
la, die Benfter bie —& r Aw F% —S * 
er jenes fep fo voßendet 
= ar & ea igm — laffe a — 
yon —ã— ar On en ne 
at (an 128 — 
la. fuger ihnen Kr — 
le one, —8 —A— 
na jem —5 en Bo 
= der Meiming der- Moren finb: = 
alt und ak aepren der dortigen Golbutiner 


Kies 












1A Hochafrika. II. Abſchu. 6. 8: 


Au Dos Sanctos fagt 3 daß dieſes die einzigen marke 
Gebäude in ganz Kafraria find, daß ben Portugifen aber mi 
erlaubt worden ſey, bis zu ben Butua auf bie Anhoͤhen von 

zu fteigen, weil man. von ba aus ganz Wonomotapa (das im | 
bie Flaͤſſe entlang, alfo als tiefere Zerraffe liegt) überfhame, m 
zugleich die Gegenden, aus welden fie ihre Gold einfammelg 
entdecken koͤnne. * 

Battel **) ſagt, das Land der Abutua liege in R. W. u 
Monomotapa, behne ſich in großen Ebenen gegen das Yang 
weſtwaͤrts von ber Grenzgebirgöfette aus, von welder ber 3 
beze unb Magnica (d. i. Riv. de Manica ober Lorenz IR 
bei D’Anville) gegen D. fließen. Dieſes Land ber Abutua fol 
gegen 8. queer durch Afrika hindurch erſtrecken bis nach ber 
grenze von Angola. Es fällt in D. gegen Monomotapa, im 

egen Maflapa ab **). Die wären demnad, bie Pochfteppen 
— von Afrika, und an ihrem Oſtabhange unter den 
von Fura laͤge das Reich Butua mit dem merfwürbigen 
Symbaoe. Beil an der Oſtkuͤſte Aftilas bei Arabern unb Rem 
überall, wo ſich Bold findet, auch die Königin von Saba als » 
oße Königin in ben Sagen ber Vorzeit wieder erfdeint, unb 
Sand Bura aud) Afura genannt wird, fo hat biefes an Dfir, Opzg 
und jenes Gebäude an ein Schloß der Königin von aba erimum 
wie biefelbe Geſchichte auch bei Arum wieberlehrt), welde 
eze herab ihre Bolbfhäge auf ihren Flotten nah Aramı 
gebradht haben fol. 

Daß hier eine Berbindung zwiſchen bem Oft: und Weſtab 
von Hochafrika wirklich fkatt finde, ift dem glaubwürbigen 
Ganctos eine ausgemadte Sache. Gr fahe felbft in Gofala 
we er 4 Jahr in der Miffion ſich aufhielt, Kunftarbeiten ber 
tugifen , welche von ber Angolafüfte queer buch Afrika vom 
Kaffern von Abutua nad Manica transportirt waren, we fie 
wieder von Portugifen eingebanbelt wurden (f. unten S 
durch Hochafrika). 


Erlduterung 2. Zweite Terrafſe. Stufe von 
Mokarangua, Monomotapa und Manica. 


Unter den Waſſerfällen von Chico: rongo, in welch 

der Zambeze aus ber Hochebene von Chicowa hervo 
egen D., nachdem feine Strudel und Stromſchüſſe auf ; 
eilen lang zwiſchen Felsbetten eingefchnärt waren, _ 
er in eine große Ebene. Bier wird er von neuem ein fü 
bacer Strom, ber an bee Portugifenflabt Tete +) vor 
durch eine fruchtbare Landſchaft bis zu den Bebirgen vg 
Zupata fließt. Diefe flreihen von Norden nah Güde 
fepen den Strom queer hindurch; er mußte fie von nee 
in fürchterlihen Engpällen bucchbrechen, um aus bief 




















%) Dos Sanct. a. a. D. f. 1549. **) A. Battel in Purchs 
Pilgr. II. £. 1022. ») Marmol Afr. III. p. 116. +) De 
Sanct. Aeth. Or. a. 0. D. II. fol. 1548, + Thoman Rei 
und Lebensbeſchreib. ©, 100, u. a. 


5 WIN Seiten DES Stroms FArrE vas werırge an 
@ Ötehen furchtbar ſteil und überhängend in gemals 
Iippen empor, zumeilen treten fie gany enge zus 
m ieſen dem Gtrom nur eine enge Pforte um 


: et Pr Belfenpäßen: » * 


inf wich dies Behiige von. Dog j 
s je. © 

N 5 at der ie oder J 

“ iñ die jebirgafette ‚gegen Me 





ax etſetung iR völlig. unbekannt 
"Siehufer‘ des Serie ai Kr der Mittelterr 
wilden Thäler, liegt bie Portugifffee a2 
— 08, sind, Die KReſiden der 
der allgemeine Name für BT in 
ae teln in Dflafin). Am Güdufer aber 
(um das Fahr 1600) von bem Fries 
4 der Don a6 beweßnt, weiche ben — 


a fe Mittelterraffe ſtreit 


ti; 
fleeicgt. diefe "Wreriggebii —8 —** 
et a ER Gehe 


—— — fernen wit al alıe gemein a ein Su 
Bigtem Li 
sam die ‚Sf m er ehe al Bol 


allem ahor ala ein Cchr vaichoe Anihlanh feraai 





244. Hochafrika. IL Abſchn. 6.8 


men mit ber Vorſylbe Mono⸗, welche dort auch im Maik 
namen Mono: Emugi, und in der Landſchaft Mann 
kommt, ift, wie biefe Anſicht nun auch von bem 
Beobachter *) an ber Moſambikküſte beftätige wurde, - m 
ein politifcher Begriff, nicht der Name eines Landes, 
bern eines Herrſchaft (wie Aethiopien, ober weilanb E 
iro frangais) welche ebedem ſehr ausgedehnt geweſen 
Fon feine °’), Denn bie Butuna auf bee Hochter 
wohl in Weſten, als auch die Fürſten auf der KU 
raſſe bis zum Meere (doch Hier nie in. fo fabelbafter A 
Pa‘ 
o 











dehnung, wie Bolero Gusman, Pigafetta und 
hauptet Gaben), waren dem Herrſcher von Men 
welcher den Titel Quiteve führt, tributpflichtig, und 
— getheilten Staaten von Monomotapa, Chic 
niteve und Sedanda gehörten zu dem Einen, welcher. 
ſchon gegen 1600 in diefe Provinzen gerfallen war.. 
zu Tage ift bie Macht des Quiteve von Menometapa fehe,ll 
(Qräntt, die ganze untere Terraſſe von Sena bat er 
-Sängft an die Portugifen gegen einen Tribut abgetreten 
und er ſcheint nur nech im Befis ber Mittelterraffe & 
Mocaranygua zu feyn, mo feine Mefidenz von Bamrbuekm 
erbaut, mit einem gierlihen Zaun von Elephantengäfuu 
i gefaßt liegt 7), und wo noch diejenige Provinz, « 
















ein 
Vielleicht dem ganzen Kaiſerthum ben Damen gab, bie 
haft Manu liegt, welche den auserlefenfien Bolbjanb 
re Fr). (Iſt es vielleicht das Matu bei De SB 
diefee Ditteltercafie liegt Tete, die leute Ortſchaft 
gestugifen font die weftlichfte ihrer Jefuitenmifltonen,. 
eguas in =. ber Grenggebirgstette von Lupata, welde 
einem gemäßigtern Himmelsſtrich mit gefunder Luft, . 
ehe hoch in einem überaus fruchtbaren Lande liegt. 
ehnt ſich Monomotapa (wahrfcheinlich im engen ( 
nämlich nach ben Karten etwa 5 Breitengrade) die Dit 
terrnfie aoo Leguas in die Länge, und eben fo viel im 
Breite aus. In dieſem Bezirk liegen bie 3 Sartoreiem 
Portugifen mit Kirchen, Luanze, Manzouo und M 
wo der größte Markiplag zum Umtauſch if. Auf 
Terrafle finden ſich ſehr virle Spuren von Galzablage 
gen, (mie auf ber Ähnlich liegenden Tigre aber Mi 
raſſe in Oſt von ‚Dabeffinien) ‚ mit vielen Salzſeen, 
flüffen, Salzquellen, aber von Steinfalz iſt nichts bekam 





%) Salt Voy, to Abyssin. p. 60. *9) De Barros Dec. I. L 
X. c. ı. fol. 118. und Salt Voy. to Abyssin. p. 6e 
°*) Hamilton New Account of East India. Edinb, ı 

* 8. 7) Thoman Reiſe u. Lebensbeſcht. S. 110. ++) Eb 

1320. und De Biros Dec. 1. L. X. 6. 1. fol, 218. b. 





anti: Bafe, Moni. "ie 
Batuca und-Manica: re 


it ‚die m 
—5 Be ft abuse) 


“un — De beflen ent. 
5 bier, obwohl 
—— er * man da 1 
frinen. Die Suft it im Früßl 


mehrere Portugifen dort zu diefer Zeit den 
mel fahen. Der Sommer bat ne 
© je bringen auf dieſen 
— * die goldgierigen Porzugie fen ante: 8. Bas 
I.1570. jmen Kriegs und fanden weite. Cbenen 
ber Öedirge, wo Hügel und, Felſen wur mit 
eipahen, * größten Theil des Tahres ; Aıcen 9 
* ) wi — — 
—* jenen, nach denen futen, waren 
'„ billig öde Felder, auf denen mm 6.bis 7 * 
rüben fonnte, mm das Gold in Kernern gm 
aber nicht, weil. man da überall auf Gele 
die Säde nicht fo ſchuell mit Golde f 
enge ſd loſſen daher mit.dem Ri des 
bicanga, der fie Freunbfehaftlich empfangen — 
Dh bündniß amd kehrten gegen bie Kü 
# der Soldminen Manica liegt 50 Legoas im ne. 
Bafala, ‚bat 30 Regoas im Umfang, und das Boik, 
# bas Gold fügt, find die Botongas ***). 


itesung 3. Dritte oder Küßenserraffe von 
Sena und Gofale. 


wir dem Zamdezeſtrom durch die Gebirgsengen 

8 jen des auch tin ur Gemäten, ee bei 

mötritte aus demfelben, tender Strom nicht 

bene Landſchaft, in fie er nun tritt, En e 
fie au Njäprlig im März und 

nn überaus fruchtbasen Delta. in dieſen 

De Barros_mit dem allgemehten Namen, 
Eee han und Spirito Santo, Sofala nennt, 
L.] een fo wenig, wie in Unterägppten; baher müflen 
hen wohl wi hertommen 4). 

1 Strom, hier Sena genannt, nah der Dan tnie⸗ 

mg wnd Provinz der Portugifen, hat di Iafeln 

ri Stellen. * durchſtroͤmt 56 g. Meilen (60 Les 


© Barros Dee. 1. LX. e.1. fol. 118 b. _?%) Dos Sın- 
fol. . und Maermol Ill. p. 225, ***) De Barzos 
aD 4) Dos Sanctos fol, 2; . 






ri, und 


146 Hochafrika. 1. Abfchn. 5. & 


guas) bis zum Deere, wo es in 5 DMünbungen fi 
ein breites Delta in das Meer ergießt. 

In Süden an bie Heutige Provinz Gena ſtößt bi 
liche, auch heute noch fo genannte Flachküſte von € 
ebenfalls mit Strömen, die vom Gebirge herabkomme 
von Hyppopotamen wimmeln. Diefe machen bie Schi 
für die kleinen Barken fehr gefährlich, was um fo fehl 
ift, wenigftens im Zambege, ba biefer Strom bie ı 
demmunication ber Küfte mit bem Innern bes | 

ildet *). 

Sang verſchieden ift die Natur biefer Küftenterrafl 
der jener gefunden fchönen Hochlande. Hier in ber 
it zwar üppigfter Pflanzenwuchs, unbefchreiblicher 
thum von Wildpret, Vieh und reißenden wilden 
aber zugleich ift die Grenzgebirgskette entlang, was ff 
Hauptort und Mittelpunct der Cultur für Sena ſehn 
kend wirb, das ungefundefle Clima. An ihm werb 

eit ber Ueberſchwemmungen unzählige Einheimiſch 

usländer, Kaffern, Europäer und Neger zum Opfer. 
fo ift es an den Meeresufern, daher diefe Küfte Afrile 
ter allen eine ber gefürchtetften iſt (ſ. Climalchre). 

An diefer Küftenterrafle Haufen vorzüglich bie 4 
Thiere aller Are **); Elephanten werben gegen bie 
küſte Hin zwar nicht gefeben. Dagegen zeigen fie fi 
einwärts in den weitläuftigen Waldungen am Raud 
großen Grenggebirgstette (wie bie aflatifchen nur am 

igen Saum bes Hochlandes gegen Indien zu) in gu 
hen Heerden ***). Die Kaffern geben dahin zur Sag 
fangen, ihrer Erzählung nach, wohl ſahen⸗ 4 bis 50 
Schlingen, wodurch von hier aus fo viel Elfenbein t 
Handel nach Indien kommt. 

Anmerk. Golblörner, gebiegen Bold, 4 
Die Kenntniß biefer Küfte und des Innern verbanfen w 
einzig bem Golde, das feit der Entbedung biefer Begenb 
Gnropäer, ber färchterlichen Sterblichkeit, die bier ihr Lo 
ungeaditet, mit unwiberftehlicher Gewalt zweihunbert Jahr 
buch, aus ben fernften Welttheilen dahin gezogen, und fel 
SIefuiten in die Mitte des Gontinentse von Afrika gefähr 
Im Jahre 1500 fanden die Portugififhen Abmirale Pebz 
varez und Abrilus Fidalcus an bem Drte, ber Zaphal (S 
hieß, zwei maurifhe Schiffe, welche mit Gold beladen nad 
linde fuhren +). Dieß war bie erfte Sntbedung ber Quel 
welcher der große Reichthum des Moren ++) von Mozamkı 


°) Thoman Lebensb. ©. 123. **) Dos Sanctos fol, 
”*) De Barros a. a. ©. u. Marmol Africa, T. III. 
}) Aloys. Cadamosıo Navigatio b. Grinaeus, Edit. . 
1555, fol, 48. ++) Edrisi Africa, eo, Hartmann CX 


— Mil, 0 


Söifftruä an dicer Cine gab balb 
—* —* bald darauf —— ade 
derer Goldreihthum (vim 
* F —— Sand fehe Wi ne j 
im die Portugiefen biefes Faı r — 
do Oure) —** Und def hier wirt! wrreile I ein 
Borrath dieſes Metalle an allen Sehe Bui fer 
fen muß, fagt ſchon de Barros "*), and 
Augenzeuge, ber hehaurpter, daß man bem —8 J 
diefes Kaffernlandes finden wurde, wenn mu 
Mer), Daß er barüber urtheilen Eonnte, zeigt des 
Gefand, weiches er feibt aus feiner Mifften, allen 
jum-Seog, bei der Aufhebung des Iefuitererbens, 
F feiner. Beibenägefährten bis Liffaben zus wetten 


ie Gold wird Bier als feiner Golbfanb, welden * 
fe der zweiten Tertaſſe von Monomotape_ u: 

ren (ben in der Küftenterraffe finte ih Heike epız 
6) — und 2 Aofdlemmen gewonnen. 





Ki 


“ in welder eb fi, 3. ®. in ber Mähe bon Zete, 
Fnit tief unter der BE unb bie Gtellen, we 
ft, werben durch ein — String — 5 
tume auf biefem Boden wadfen fo! 

Be weit dann aur —E Saſfer 
men wort. 

bem Bericht 


icht der — ortugifen fen findet es ſich in Mo⸗ 
Xörmern, aber aud in gebiegen }., in äftis 
1, porbfen Stüden, de einer othem de, welche, 
‚on diefer rein waͤſcht, wie zellige Wacheſchetben 
Im Wanica finbet id ebenfalls aediegenes Gold 
tein, aus weichem es geflopft wird; biefe@ wird für 
gehalten umb heißt Matuca :Watuca heißt nad 
— Sandfdaft). Mie Bolbldrner aber, die man 
er Bäche und Felder fammelt., fo wie dasjenige, 
16 der Ziefe von 6 bis 7 Palmen (aus Geifenwers 
über ben Sudern zufammenbregen, wie baffelbe 
Abe Bambuf erzählt wirb, ausgräbt und durch Schläms 
it, wird Dahabo genannt f. Mineralogie, Bold). 
gen Ehden ald Manica ift bis jegt keine Spur vom 
worden, bahingegen daſeibſt überal das Eilen vers 
n fan denn auch die Kaffeen der Da ka Soa⸗ 
mit Afritaniſchen Kunftarbeiten aus biefem Metall 
— Basatepfeifen, aus denen fie rauchten) verfehen, 
jap zu findet es fih allgemein. Schon 
en m Bewohnern Monomotapa’s, daß fie fie 


w 


2*3a8* 


mbe Xerte (machadinhas da ferro que coriam muy. 
18 ju verfertigen wiffen ++), 


—— fol. 65 und f. 94. De Barros D.J. 

£. 11a. ***) Ihoman Reif, ©. 130, +) De 
Pe D. £. 1152. +4) Dos Sanctos a. a. D. fol. 
IH) DeBarros Asia, Dec. —* —— fol,ugb. 








148 Hochafrika. IL Abſchn. $. 8. 


&o wie ba im Süden bei den Binnenlänbern bie Me 
als Bunftreiche Eifen: und Kupferfhmiebe bekannt wurden, f 
den und gegen Norden die Kaffern am Zambeze *) au als 
aus kunftreihe Goldſchmiede geruͤhmt, welche bie feinften @ 
beiten zu verfertigen wiffen. 

Da nun bier einer der wenigen Orte in afrita if, ve 
wir erfahren, baß ſich zugleich Gold in lofen Körnern, wie 
birgsmaſſen am Geburtsort anftehend, in Menge findet, fi 
bei alle bem gerabe diefe Stelle des Afrilanifhen Terraſſen 
au ee der intereffanteften in der Natur⸗ unb Gulturge 

er er. 


Erläuterung 4. Die Portugiſenkolonie Mi 
biqgue auf ber Küftenterraffe Neueſte 
3uſtand. 


-Bor der Umſchiffung Afrika's war dieſe Oſtſell 
Erdtheils den Europäern bis auf die Nachrichten 

tolemäus Geographie überliefert Bat, ganz unbel 
·Durch bie Anfiedblungen der Portugifen, feit dem A 
bes ı6ten Jahrhunderts, haben wir obige wenige Mei 
sten über bie innere Landfchaft erhalten; was wir feit € 
von dem Zuftande biefer von Portugifen befehten A 
Iande erfahren, wollen wir bier als eine Bereicherm 
Erdkunde zufammenfaflen, vorzüglich nach H. Salt“ 
obachtungen, der das Glüd hatte, im Jahr 1809, ein 
ge Zeit in Mofambique fi aufzuhalten, und burd 

aben wie durch feinen Poſten im Umgang mit dem 
verneur ber Golonie und den angefehenern Einheim 
die beften Nachrichten einzufammeln *'), Die Port 
fanden diefe Ofttüften längs der Moſambikſtraße bei 
erften Beſchiffung ſchon im Befig der Araber; mur ber 
reichthum und die guten Hafenorte, als Stationen | 
ren damals emporblühenden indifchen Handel, ermuu 
file zur Eroberung des Küſtenſtrichs. Im Jahr 150 
1506 errichteten fie, durch Verrath an den Arcabern, | 
—F— Sofala, gu gleicher Zeit eroberten fie Quiloa w 

uten das Fort gleihes Namens, und im J. 1508 bi 
flung von Mofambique, die Feſtung von Moſambiqu 
feitdem der Gentralpunct ihrer biefigen Befigungen - 
Bon diefer Zeit an verfuchten fie die Mubammebau 

errfcher aus ihrem frühern Beſitzthum zu ve 

ß diefen ſchon feit längerer Zeit diefe goldreiche K 
kannt war, ergibt fih aus den Befchreibungen ihrer 


) Ahoman Reif. S. 110. **) Henr. Salt a Voyage to 
sinia and Travels into the Interior to that Counter 
cuted under the Orders of ıhe British Governmi 

. 1909— ı0. London ı814. 4 p 13 — 87, - 


3. dapın zu dieſen mg (Ling, d. t. Sangue⸗ 
fethiopen, die Bakui ganz wie die heutigen dort 
Negerfi ãmme beſchreibt), um, mie Maſudi ſagt, 
ke — taufen und fie in verſchiedene Weltgegen ⸗ 
Gold⸗ u getavendanbel beftand_alfo 

Ei Ankunft der Europäer. Auch die Biih 
A Bere fanmelt, di die —& Pr das 

je BRBnge tm Aamern bes anbes. an 

ı m u Ks —8 5000 Btreiter bie 
titten, wie jeht noch bie Kaffern. Sie verhans 
Klee, Eifen und Stahl. Ihnen ungern: 
a als das Land der wilden 
lonbein ber ättefte Si der Sal 
ee des Fi . d. großen Stroms, 
[uf von EAN [4 

ui nein Cl on uns albes Jahttau⸗ 
355 (rl, —X ortugiefen Zeit) 





Ballen 346 die, nach ſudi, uns 
Mole der Tartarnodiker 
2 a wegfangen und pilindern, was 


* — ———— 
'e damal om 

» von Arabifcher Herkunft wurden durch. die 
6; ja fie wochen durch fie ganz verdrängt 

+ der zu ben Hauptgolbmärkten bes Ins 
Im Jahre 1569 wurden ihre wenigen Webers 
wc em Ermordung von den Po fen 

fo fiegreich waren bie Por: 

ve einbeimifgen f Krieger! eifchen & Afritaner, bie 


iu Mer 








150 Hochafrika. II. Abfchn. F. 8. 


den &berficlen, verwüfteten, und fid fo felbft vor bene” 
sergange fierten. Nur einen drohenden Ueberfall ir— 
Supıne Lanb führten die ‚Dortugiefen in oben & 







abre 1570 unter König Gebaftian I. aus, von | Ä 
angeführt; der Einfall in Chicoma. Sie eroberten um 
brannten damals die Hauptſtadt Zimbaoa, drangen biyiäll 
canga vor, erreichten aber doch ihr Hauptziel die Golem 
von Manica nicht, verloren fehr viel Mannfchaft, uud 
ren froß, bei ihrem Rückzuge noch einen Vertrag mit-—— 
Quiteve oder Oberhaupt von Monomotapa fehließen zur= 
nen, nach welchen ihnen für einen jährlichen Zribut  - 
200 Städ Tuch, ein freier Eingang in fein Reich am 
beze verflattee warb. * 

Eine zweite Expedition welche ſie im J. 1600 ar, >- 
wobei die Portugifen zum erflenmale jenfeit des 
Felsgebirges Zupata, bis gegen die Gilberminen von: 
cowa vordrangen, mar aber eben fo wenig von glädii 
Erfolge. Das Eriegerifche Volt der Mongas (ihre Gyag 
fdeint nach Wörterfammlungen von Dos Santos unb = 
Diefelbe bee Menjou gegen die Küfte, und bie einbeimmm 
in gang Monotapa zu feyn 5)) zwang fie gur Rückkehr — 
Sena, und die Befagung von 200 Dann, welche im = 
von Téeẽte zurüdblieb, unter Befehl Anton Garbofa 
meyda, wurde bald darauf erfchlagen. ' 

Seit diefer Zeit mußten die Portugiefen ein am 
Syſtem au ihrer Erhaltung ergreifen, auf Erobtrungewemi 
ziehe leiften, und nur mit bem friedlichen Danbelsuame- 
wit ihren Nachbarn, fich begnügen, wie vor ihnen au 
Araber es gekhan. Seitdem blieben fie vorzüglich wu 
der Küfte, fuchten bie Häuptlinge ber vielen, ein 
Stämme unter ſich zu veruneinigen und daraus Ge 
zu sieben; nur längs dem Ufer bes Zambeze blieb ihr 
fluß von Dauer. Ihre Werfuche die Einwohner zur 
liſchen Religion zu bekehren mislangen wie ihre Eroberuc⸗ 

Der Hafen Quilimance °’) an der Mündung des _J 
bezeflufles, ift die Hauptnieberlage des ortugieflt nn — 
dels längs dem Gtrome. Er ift ohne Piloten gefäßrfE 
befaßren, wie bie gane Bai von Sofala, wegen ber 
Maffen von Sandbänken, bie hier von den vorherrfi 
Südofl : Winden und den Strömungen, die von Norbest 
kommen, Then in hen und aufgemworfen merdene 













die Küftenfahrten in ber Moſambikſtraße für größere 
eben fo gefi rlich, faft unmöglich machen, wie dieſelben 


turverhältniffe die Wefttäften im Bengalifchen Meerbufen 


°) Salt Voy. to Abyss. p. 62, ** . p. 
au Yo 7 00h —F —* ) Salt Voy. to Abyss. p. 6 


be Stromſcheidung am Guama und Luabo land: 
u Statt Senä, find 30 Seemeilen, fo daß bie 
ann Sena’s von der Küfle, gegen 50 * 
—— beträgt, welche bei gün; 
(ER: Gtremisuf wii er Ind —X bett 
it wechfelndem Gtre: 
yar eechten ‚von Sinpeimifgen, auf dem 


i 8 
— een, 
am Strome Befepligt und unter dem 


— De Fa 
—* — — he 


EEE 
Ka Beinen eu De jedesmal inte 

[3 ee nder Fr Nas —E von PS 

weh von den Portugiefen jedes Jahr, durch eine 

26 Zageı —X Er an Sofa ae ae falfh 

5 den Karten) umter großen Geremonien m 


rons el. 
Im — ———* fo aufwärts, als vom 
Beni, nämlich ls — Ianbein, liege 
Idte*); bie © Seit! ‘ — in ift aber weit ges 
» ai a4 um Ge nd 


über das 6 ufer 9 ee m 





152 Hochafrika. II. Abſchn. 6. 8. 


Dieſe Colonie fol die beſte ber Portugiſen im La 
fie iſt eine Waarenniederlage zum Zaufchbandel,‘ 
ufis 








der Aufenthalt des Gouverneurs von Senä. 
jee aus iſt dee befuchtefte Marktplag im Innern 
umbo, etwa eine MRonatreife von Zete entfernt, 
ortugieſen durch Verglinfigung eine Eleine Factorei 
jaden. Der Meg dahin geht bie eriten vierzehn X 
ande nach Chicowa, weil der Gacumbofluß au vi 
racten hat um befchifft au werden. Won Chicoma, fehl 
man fi in Beinen Barken nach Zumbo ein. Von \ 
Bactorei fhiden die Handelsieute ihre Grfbäftsführern 
allen Geiten aus, in das Land, um für Waaren ihnen 
und Elfenbein einıutaufchen. Bon dem Lande jenfe 
bo *), ift alles unbefannt. Die Verſuche, wei J 
tugifen in neuern Zeiten machten, um fich mit: ihren 
nien auf ber Weftküfte von Afrika in Verbindung zu fü 
find bisher mißglüdt. Mehrere von Weiten her mach 
Innern ausgefandte Reifende erklärten, baf fie -lanbeimi 
große Wofler und Boote gefehen, wie bie auf der 
.: Dee Gouverneur von Senäa hatte im Jahr 1807 W 
ife lanbeinwärts, um einige hundert englifche D 
längs bem Zambeze gemacht, ohne eine Verbindung mit m a 
feite ausfinden zu können. Er traf fehr viel —— 
Rand bei den Eingebornen, ſtarb ſejtdem ‚ohne feine 
sichten befannt machen zu können, m Befig dee Em 
vernements nach Brafilien gelommen find. mu J 
FH geringe Seoinn für den —5 * »— — 
ner öhnlihen Erpedition gu erwarten flieht, macht es mm 
jet noch dem Gouvernement von Mofambique nicht — 
ders rathſam, eine fo beſchwerliche von neuem zu 
oe en —X auf *— 
te bes fo gleichförmigen Afrika, gleichen ei 
zu ſehr, um — einem füe bie Porrugi — 
ortheilhaften Austaufch zu geben (nach des Gouv 
on Mofambique Don Anton. Manoel be Mallo E 
Benbors Meinung im 9. 1809), obgleich der Gemini — 
bie Völker ſelbſt, nach unferm Dafürhalten, fehr tik — 
werden koͤnnte. Gegenwaͤrtig iſt die Portugiefifche 
in gu ſchlech ter Berfaflung, um folde geographi 
bieionen am fördern, wie wir fie ber Brittifchen R 
v m. 
Die Sberherrſchaft der Portugiefen, welche in ber 
von D. nah W., längs dem Zambezefluß, gegen 
tig eigentlich ganz fehlt, hat fig nur noch in der eı 
gefehten Linie von N. na ©., längs der Küfte in eiı 





) Salt Voy. a.a. D. p. 69 26. 2 


Yan, Sefela, Mozanbic. 153 


— ge Bur Beit ihrer ten Diet te 
Bent Socstora im R., — Go 8* 

zu Süden, un (hip Banzebar, Quiloa und andere Küs 

zarten fi), die gegenwärtig dem Iman von Pass 

oder dienfroterm unterworfen find, feitbem beven Das 

zine in rg a Hl arm — ara 

Ie jepige Her— € Por! fen‘, vom 

⸗ Delius, E 4 bie Jmbambane im ©., alte 


8 










im 
reitengraden der Küfte ein. Die fübs 
Aufedlung ift ein : Meines Fort am Gap Gorrienses, 
un den Grangefen eingenonmmen bald auch wieder 
bet Eingebernen und Portugifen verlaffen. ward; 


‚im Einfammeln von Elepfantenzäßnen, velche 
den großen Küßenwolbungen in großer Dienge 
Gofala feibk ift vur eim elendes Dorf, aber das 
nd I — — —— Hei 
ten von Ge je flaı mp! 
ans Dierr mit Gehälz vom Radbaum **) (Avicen- 
tösa $, Bruce) bewachfen, bee hier wie an dee 
Küfte des rothen Meeres die Ufer bededt und 
tenheerden zum Aufenthalt dient. B 
Ben Eofıla an, ‚merdwärts, folgen nun nur Kleinere 
ments. an der Mündung des Luabo, auf ber Juſel 
# Mu Angora, auf den Querimbo: Infeln, bie M os 
fanıbigue; überall mus fpmache Refte des glänsenden Do» 
rientälis Africae im Portugiſiſchen Königstitel. 
BWitigteit biefer Befigungen war in früherer Zeit bes 
wenbır durh den Gewinn bes vielen Golbes und Eifen⸗ 
Bomit die Privaten fich bereicherten, was zulegt auch 
m dem Portugififchen Staate zu gute Lam, obgleich 
feld nur wenig dabey gewann. Die große Menge 
Me gegen frühere Zeit ſicher dort abgenommen 
filgr. IL p. 1536.), aber die maritime MWiche 
Aa Shiiferftationen für die Indiſche Gchiffahrt dar 
Mkkılonien beibehalten, von we aus in ben drei les 
anderen die Poetugifen auch ale ihre Koleniren 
Oh 


sit 


Hi 


Mn 


® 


md Amerita mit Gclaven verfehen konnten. Das 
Eolonialfoftem der Portugifen, alle Kräfte an Blut 
Auf die Kriege mit den Nachbarflaaten zu vers 
Baht, md die commerciellen Werhältniffe immer denen 
ben rokerung nochzufegen, hat. oe Portugifiſchen Golonieen, 
Die in größter Abhängigkeit erhalten wurden, ins Werberben 
sehraßt ff Brougham Colonial Policy Vol.E p. 466.), 
al And hr Verfall des Mutserflantes felbft Has fehe nachthei⸗ 


—_ 


‘Alt Yayı 0.9 D. P7u..*) Sals Voy. P. 35 





154 Hochafrika. IL Abſchn. 6. 8. 


fig zurückgewirkt auf diefen Colonieſtaat. Er ift im aräft 
Verfall, kaum noch ein Schatten feiner frübern Größe; | 
relative Werth feines Handels iſt baduech feibft ſehr Ken 
gefunten, feine Wichtigkeit gebrochen, feine Verbindung u 
den Nachbarn fo geſchwächt, daß er, wenigſtens feinem 
zigen Zuftande nach, den Ueberfällen der Barbaren viell 
- nicht mehr lange wiberftehen mag. 
:  Dieß ergibt fih aus der neueflen Kunde des Mitt 
punctes ber gangen Portugiſenmacht an dieſer Oſtküſte, @ 
dem Zuflande von Mofambik felbft. | 
Die Stade Mofambique (unter 14 Grab 49 Wi 
M.Br. und so Grab 45 Min. Deftl. &. von Greenwich u 
ihres guten Dafen *) liegt auf einer Lleinen Inſel, die! 
Halber Mondgeflalt mit der concaven Seite gegen ben Drag 
mit der converen gegen bie Küfte gerichter ift, fo baf | 
im S. W. der Diftrict St. Cuel, in N. W. die Hal 
Groß Eabaceiro vorliegt, deren Bruchtfelder der Stade 
gentlich allen Unterhalt liefern. Das Fort, im Achte, u 
6 Baſtionen und 80 Kanonen befegt, ift in fchlechtem & 
flande; das anfehnlichfte Gebäude ift das Gouvernement 
Baus. Die Stadt ſelbſt mit ihren Bewohnern zeige e 
[eltfemge Gemiſch von inbifch : arabifch: europäifcher Art w 
eife **). Die benachbarten Küften von Gabaceiro, A 
fambique in Norbwefl gegenüber, wo die Portugifenfle 
Mefuril liegt, find den wilden, reichen Landfchaften von Ge 
Ion und Bombay an der Oflfeite deſſelben indifchen Occh 
ſehr ähnlich, ihrer Natur nad. Zwiſchen Wäldern ö 
Tocos, Mango und Kaſchubäumen (Anicardium occidu 
tale), liegen die Manihokplantagen (Jatropha manibe 
zerſtreut, die hier die Dauptnahrung geben. Die Meer 
Lüfte felbft ift undefchreiblich reich an Meeresproducten **" 
reicher als viele andere Gewäfler, voll Seegewächſe von d 
prachtvollfien Purpurfarben, die Tiefen vol Seeſchwämn 
und Seemuſcheln, bie feichten Stellen wimmeln von MR 
Iusten bee verfchiebenften Art, unb der Strand ift mie Ka 
den, Muſcheln u.a. m. bededt. Die Auftermufcheln I 
pie: fi finden (die Hammermuſchel), folen Perlen w 
edeutendem Werthe enthalten. Die Kifcherei wirb 9 
ue Ebbe: und Fluthzeit in einer Art Fiſcherreuſen betz 
en, ganz fo, wie fie ſchon der Periplus des rothen Meer 
bei — * beſchreibt. Der Strand iſt belebt von g 
Schaaren von Waflervögein, wie Slamingos, Löffel 





*») S. Plan of ıhe Harbour and adjacent Territories 
Mosambique laid down by geometrical Observatio 
and from original Portuguese Charts by H, Salt. 1% 
"°) Salt a. a. ß, p. 22, 50, *"*) Salı a. a. ©. p. 51. 


© MEUppen DEWeDr. AUet WORDerneur hat 12000 
zufabos Gehalt (nah Salt Berechnung 256 Pfund 
„ ber Bifcpof nur 1500 Reales Cr.; das Portugies 
Iitaie ig abe noch weit ſchlechter Befotbet, fo wie 
tigen msen. Der Gapitain hat 700, der Liane 





Mibdräuce, Unger t it, macht 
— —7 
einzulaffen. Faß alle dahin 
** . 
x * 


w Rad. Be Dan ein lafterhaftes, niedew 

und die Ylant en find allgemein in —* 

uitut für den Seoßhea— 
2 der u. f. w. nur mit us 
Ki ne — u des Selayen⸗ 
I der er Einwohner 
mubiqne, ee nt ie unb Ras 
von altes Gtamme, 
om — mi n Familien, N 

“ Iommen der alten Araber, 
— und Seeleute, und Banianen, ober 
te und Haubmester bie einen Saͤacher 
Fe oe 
ne Ilesung befcht aus ferien Gchmanı 


shahsimithen Balktvunnen. an vann 


El 











166 Hochafrika. II. Abſchn. 5.8. 


Aus bdiefen Verhältniffen ergiebt fich der teaurige Bey ' 
fland diefer Colonie Sinlänglih, ber alfo im größten Com 






gtrafte mit dem der Capcoldnie flieht. Mur die umeils | 
der Zeinde erhielt bisher die politifche Erifteng der Pori 
sififhen Colonie; ihre Aufern *) Berbältniffe find gegen 
wärtig eben fo unvortheilhaft wie die innen. Noch ii‘ 
Jahre 1808 bemächtigten fi Franzöſiſche Gorfaren f 
leihe mehrerer Forts und Infeln, und ſchnitten bald 
Verbindung zue See eb. Das Serränbervolt der Mare: 
(Sekelaves der Portugifen) von Nordofl : Madagascar, 
ſcheinlich ein kriegeriſcher Malayenftamm, feit einiger 
vom Ofien, und die Araber von Mocha, bebrchen, vom 
den her, diefe Reſte alter Portugififcher Seeherrſchaft,“ 
wie die Stämme einbeimifher Völker von der Lanbfei 
Die Abfchaffung des Sclavenhandels °*) bat noch aulege 
Golonie einen neuen Stoß gegeben, da ihre ganzer 
ftand großentheils auf deffen glücklichem Kortgange 













AUNFWn mr 






dumaf dadurch, daß durch ihn ale Sclaveneinfuhr nach WR} 
ristifchen Indien gehemmt ift, wenn bie —— X 
den Indiſchen Gewäſſern kreuzenden Schiffe ihre Schuldige.t 


keit thun. Nur nah dem Portugiſiſchen Boa werben WM: 
noch übergefaifit; im Auguft 1809, während Galt's 4 
enthalt in ofambique, fegelten 7 Portugiefiſche x 
aus dem Hafen, mit Gold, Eifenbein und 500 Sclaven bes k 
laden nad Gsa. Diefe lektern waren "ier u 10 — 15 «1 
20 Dolar eingekauft, fo, daß Männer einen Mittelpreis van \ 
5 Pf. St. haben, Weiber und Kinder von . Die Zei : 
der Ausfuhr bat fehr abgenommen, da früherhin Mofas. ı 
bique vorzüglich das Gap der guten Hoffnung, Isie de Franchß 
Batavia und bie mebrflen indifchen Hafen mit Sclaven we ı 
jede. Sehr viele gingen auch nah Amerika, felbft 32 
merikaniſcher und Engliſcher Flagge nach Weſtindien. J 
fer Verkehr iſt nun, wenn auch nicht vollkommen, bo ges 
gentheils unterbrochen, und für den Sclavenmarkt in des 
fambique it nur noch der Abſat für das Portugiflfche Yan ı 
dien und für Brafilien offen, obwohl auch die Einfupe I 
das Spaniſche Sudamerika noch fortdauert. Nach Braflliew 
gingen in demfelben Jahr, 1809, von Mofambil aus: 
Schiffe, jebes mit 300 bis 400 Sclaven, von benem Tun 
regelmäßig gegen 60 bei der Ueberfahrt preis giebt. 1 
Die ‚portugifen begahlen den einheimifchen Gelawens 
ändlern ihre Waare mit Salz, Mufcheln, Tabak, groben 
üchern und leichten Beugen. Tiefer lanbeinwärts tanz 
der Sclavenbänbler, noch Test, für den Wert von a Dol⸗ 
ars diefer Waaren, entweder einen Selaven erhandeln, oder 







#*) Salt a. a. D. p.76. ®*) Salt a. 4. D. p. 79, 35 36. 


» bis 5 Gciffe nad Mofambigue mit Tücern, 
Iwaaren, XZhee u. f. w., welche mit Gold, Gifene 
Sclaven —E Der Seehandel nad dem 
mit Güdamerita beſchtänkt I aue allein auf 


Diefe Ucherflßt ber HRofembigurrsionie; 
er —* dieſer — S — 


find une, von Bofems 
[7 ke ne. lee die den einheimifhen Bewohnern 
i, einige obmef amvollk.nmiene Nach 
sen, bon den 7 


Guru Bu bin, aber nicht vom Welten Ger, 
fen gebracht, aus einee Eatfers 





reben, ale die Heimaih der Nubavblker. MRit dies 
ı.Diefe Bonjons, nah Bruce und Galı’s Befcpreis 
‚bie muhrfle Bermandifdaft, die fich auch in ihrer 
[") * Rn te — zu den ee 
— — * 





158 Hochafrika. II. Abſchn. 6. & 


Die Makua (Makoon bei Salt *) maden b 
ben Hauptftamm der Küftenbemoßner aus, im W. von 
famıbique, norbwärts bis Melinde, im &. bis zum Zamb 
aber ihre zerfireuten Stänme breiten fi gegen ©. 
auch jenfeit bie zw den Kaffern, in bie Nähe der Hohen Me 
raſſe der Beetjuanen aus. Diefe Makua find Seine Kaffen 
wie Barrow vermuthete und darauf die Etymologie aus bei 
Arabifchen der Macquini, Makua, von Eifenarbeiter (f. obe 
gründete; fondern fie find Neger, ober, nad Salt's Ve 
muthung, bes Aetbiopifche Zweig der Neger, ber von Bi 
an norbwärts in einer ununterbrochnen Völkerkette ra 
ur Grenze von Nubien und Abyffinien hinzieht, doch 
be fle die Vermittelung zwifchen Kaffern und ben nörbl 
Einwoßnern bilden. ie find gleich den Kaffern ein 
Des, atbletifches Volk, immerfort zu Einfällen auf das 
biet ber Portugiefen bereit, bie fie mit altem eingerourgeltm 

affe verfolgen, als Sclavenhändler. Ihre Waffen A: 

peer und Wurfſpieß mit vergifteten Spigen, viele ii 

teten baben fie von Arabern und felbft von Portugiſen 
Handelt. Kürzlich Haben fie bie Portugiefen ſelbſt auf & 
Halbinfel Cabaceiro überfallen. Zur Gegenwehr gegen | 
fegten fi die Sortugiefen nur durch Hülfe anderer 32. 
flämme ber Küfte, die jenen feindlich geſinnt find, und du 
ihre Portugififhen Zeuppen in Moſambik, bie aber g 
tentbeils aus Makuaſoldaten beſtehen, bie ale Sclaben « 
bie Küſte verkauft, zu den Regimentern Übergingen. 
öltern, den Arabern früher unterworfenen Küſtenſt 
der Makua, bilden jegt drei Lleine Negerſtaaten, in ber 
von Mofambique, Quintangona, &t. Cul und Ger« 
die von ihren Megeroberbäuptern unter dem Titel Schi 
beherrſcht, in einiger Abhängigkeit von den Portugiefen ſtehn 
Dieſe, wenn alle drei vereint, mit etwa 9 bis 10000 Kri 
gern, find ſtark genug die Portugifen gegen bie Ueberfäl 
ihrer —— aus dem Innern zu ſchützen. 

Auch die Makua **) Haben fehr aufgemworfene — 


















find häßlich gebildet, die Frauen mit gebogenem RE 
und bervorragendem Gefäß, ber Mißgeftalt der Hotten 
tinnen ähnlich. Im wilden Zuflande find fie fehr roh, d 
©claven ſehr ergeben, gelehrig, . als Soldaten treu 
tapfer. Ihre Naſe zieren fie mit Ringen, ihre Zähne fei 
fie fpig wie grobe Sägezähne, ohne dem weißeften Schwel 
Dadurch au ſchaden; ihr Gefſicht zerfeßen fle durch 

dicke Narben bie fie durch einen großen Schnitt über irn 
Naſe und Kinn, und queer über von Ohr zu Ohr Heros 
bringen. Die Sprache der Makua, ſcheint es, wird überall 


% Salt a0, D. B. 37. k) Salt a. iD S. 40. 


Men. Soſola, Mezawbit. iso 

Bra Kan ea, Men Ana nt Date 
je 

bis end 2 p 0) dem Somaulis ih (© Ei 








5. Anhang. Unbekannte Küfe 6 
—— Pia —4 n 


nad N. hin, in ap Befhaffengeit 
des, umd den fo befal Kain h von 
— ide, v ale wir, in Beach 
i jar mi n, unl 
Fasern ab na find, die he kl un 
—J 55 je Perfer und 
—— —— die — 
——— und ältere Arabiſche Ge: 
— nordmärts bis zum Car 
der Portugiefen 550: Legba 
ae die Krümm: wie 
—7 PR ea et und 
te flach, vol er jer und 
ie (mie auf der Zucht ie in Guinea und 
is % ee —— — * 
*34 ein iſt es freilich, daß das Lupat 
in gleicger Richtung gegen N. N.O. —— 
Au nörblich vom Aequator mit dem Alpenlande 
—— ‚ange ſteht. ————— it es, 
Fe Küftenterrafle —X wirb, und daß die Bes 
näher zum Meere treten; aber weder die ältes 
die neueren Küftenfahrten geben uns ben gerings 
Auffgluß über die Natur bes Binnenlandes. Kein 
da faſt nur Verbrecher dazu verbammt find, im 
angefunden, en üftenclima zu vermweis 
diefe Küfte it das Botanybay der Portugifen **). 
die Araber erfuhr man, daß ber Fluß Quils 
“), 30 XZagereifen von feiner Mündung bei Melinde 
‚ aus dem Lande, ber Dabeffinier Eomme; fonft g0s 
en Ufern Megercaravanen aus dem Junern des 
wab, welche Gold brachten. » Diefe Verbindung if 
längft durch Kriege geflört worden +). Der Pora 
onfeco ſchiffte den Steom fünf Aug 
fand da ein fruchtbares Land und 
De Barros Dec. I. L. IV. c. 4. £dl. * — 
—— in Maltebrun Annal. I 0 7 
Asia, ed. Lixboa 1552. fol. I. Bett Lo “> 
}) Maxmel Africa, T.IU..p. 148. - B 


reifen aufs 
jebirge. 








160 Hochafrika. IL. Abſchn. 6. 8. 


Legt weiß man nur, baf Selavenhändler 250 bis. 
Meilen landeinwärts ziehen, um die unglüdlichen Afrike 
auch nah Dften Bin mit barbarifcher Grauſamkeit aus 
rem Vaterlande zu verhandeln *). 


Der Jeſuit Lobo, welcher um bas Jahr 16924 Ki 
dem Aequator vom Fluſſe Jubo aus, durch das Binnenf 
nach Habeffiniez vordringen wollte, fand Hier unübermi 
liche Schwierigkeiten **) Nicht das Gebirgsland, # 
welches er hätte fleigen müflen, wie es da geht bindı 
ihn, fondern bie wilden, von den Gebirgen herab gegen: 
Küfte gebrängten Völterflämme der Salla (die Bier le 
bedeutend auch Schagga heißen), welche von Viebzucht 
Raub lebend, diefes Gebirgsland nebft vielen anderen fl 
gerifchen Völkern —A und jede Ducchreife- 
nicht unmöglich, doch hoͤchſt gefahrvol maden. 


Zunähft an der Küfle wohnen Mor ***) (Mc 
Mubamebaner); nämlich die Arabifhen Stämme ber 
gandi, welche dem Zaide, einem Enkel Ali’s, als eigne Ei 
die fih von den Nachfolgern Mahammeds trennte, bias 
gefolgt feyn fol, um den Berfolgungen anderer Aus 
des Koran zu entgehen. Sie ließen ſich, nach der Chr 
der Morenkönige von Quiloa, bie de Barros citirt, als. 
erften Fremden an diefer Oſtküſte Afrita’s nieder; fie bam 
fib an, festen fich feſt, breiteten fich bie Küſte entlang ei 
Ihnen folgte eine gweite Secte, die dee Irmäer (Ir 
welche vom’ Perfifhen Meerbufen von Baharein aus: 
Bier um Mogadoro anfiebelten, den Handel von Gofale' 
gannen und bald die Herrfchaft diefer ganzen Oſtküſte 
langten, aber nie fübmwärts über das Cap Corrientes birza 
fih wagten. Wohlgebaute Maralatten wohnen in iß 
Mähe, und nördlid von ihnen die Machidas; weiter @ 
wärts am Duilimanfe aber 6 Gallaerſtämme, nach Pa 
Lobo. . 
Don diefen gegen S. W. Lebt im Binnenlanbe I 
friedliche, Handelnde (wahrfcheinlich Neger) Volt, das 
den älteften Zeiten in regelmäfigem Verkehr mit der K 
war, welcher es Gold, Gilber, Kupfer, Elfenbein und & 
ven lieferte. Battel F)- nannte es vor einigen hundert 
ren Mobenemugi, welche das Binnenland in W. von Die 
baza (Mombafa) unter dem Hequator bewohnten, und 
©. an die Küfe Mosambik flisßen, in N. an das u 

| ! 





*) Geogr. Ephem. Apr. 1810. **) Pat. H. Lobo Reife m 

Habeffinien. Ausg. v. Th. 8. Ehrmann. Zürd 1793. 1. 2 

- .&.85 ***) De.Barros, Dec. 1, 1. IV. c, 4, fol. 95. +) 
Battel in Purchas Pilgr, IL. fol. 1021. 





* in W. aber an die Nil-Seen 


iR das) ‚dem Marmol . 
1, vol Grüchte ale — 


nicht tohe Handelsvoil ſie 
a —— 
3 — ‚die Küfte von Guinea die 


ſo auch bier ig nit Unmwirthhars 

furchtbares ‚Gebirge oder. Wüftes 

fühe, daß Europäern bis jegt noch das DBinnenz 

‚fine terra incogmita-blieb. Theiis Mangel am: geos 

m Intereffe bei) den nur goldgierigen Europäern, 

diefe Küften verſchlagen werben; theils ihrem treu: 

ihren gegen bie rechtmäßigen Befiger unb die fans 

re, die fie faſt immer gafifrei aufgenommen +), pi 

er von den Fremblingen mit gemaffneter Hand yurüd- 

mus iſt unfte Unkenntniß, biefes wahrſcheinlich 
bepölkerten Hochlandes zugufchreiben. 

„Küftenterraffe am Meere hin, ‚vom Magaboro bis 

B Cap Guarbafui (gebt Acht auf euch! ber Portugiefen, 

Bruce Durch feine ,,eiymologifchen Gründe gern in 

fan, d. b. die. Straße, des Bearäbniffes sumgeändert 

m ta oder zum weit vorfpringenden Berge. Kels 

Zi a Felix) ar der Höhe Gaps, iſt jest in 

von mehr als hundert geogr, Meilen entlang, 

EC nöllig unmirthbare Wülte, auf, der wir nut wenige 


E — — 9 Se älte “2 wie bie 
ü r il elt, nenn 
* Söhhe ah Bhf ans of Daeniacn Tr). 





% Marmol Africa T’IIT, p. 148. *®%) Dapper Africa in dobs 
* Ehemann, 11. p. 55. ***) Valentia Travels II. p. 375. 
$).Valemtia Travels IT. p. 378. +7) Bruce Reifen, Uebers 

1. p. 4: +11) Gonelin bei Brom P.- 519. 
. ar Dos "6.3556, 16 Zobe, ve gheman. lP7% 


168: Hochafrika. IL. Abſchu. 5.8. 


Selbſt De Barros ſagt uns gar- nichts now ihr wi 
Gap Guardafui, das er das Cap aromata des Poli 
nennt, ungeachtet die benachbarte Inſel Socotora fe | 
wegen bes Schutzes vor den Norbwinden bas Winte 
tier Portugiefifcher Flotten in diefer Gewäflern war ‘ 
as Mefultat der jüngflen Beobachtungen an 
Küften fügt diefen ältern Berichten nur wenig Neun 
m. Die Schiirrigkeit ber Küftenfchifffahet‘, die n 
während ber sünfligen Monfoonzeit mit dem N.D.: 
S. W.⸗Monfoon zurücgelegt werben Tann, hinde 
Seefahrer ſich an diefen Küftenftellen länger gu very 
als unmittelbar nothwendig iſt. Gegen dieſe Mor 
ier, längs der Afrikaniſchen Küſte, entweber aus ber 
mbikſtraße in den Arabiſchen Meerbuſen emzulaufen 
von Aden gegen Süden dem Gap ber guten Ho 
ufteuern, iſt ſehr gefahrvoll oder unmöglich. Abmizal 
t, ber bieß wagte, und mit feiner Flotte den 11. 
1798 die Inſeln Comorn verlieh, hatte ununterbro: 
Kampf mit dem N.D. Monfoon zu beſtehen, und 3 
am 8. April 1799 bas Gap Buardafui umfegels 
ochen Zeit war auf diefer kurzen Strecke Fahrt ve 
egangen, und das nothwendige Din: und Herkreuzen 
aviten gegen ben Wind, machte eine Fahrt von 38 
Meilen (18029 Engl. Miles), alfo faſt eine Erdumſe 
aus (f. Capt. Bissel Voy. to the Read Sea), & 
wurde die Günfaprt vom Cap Guarbafui zum Cap be 
ten Hoffnung, dem Schiffe Salt’s, im Juli 1810, u 
lich gemacht, und flatt ber Küftenfahrt gegen den 1 
mußte es die Ueberfahrt nah Bombay On 7 Tagen 
dem ©. W. Manſoon) machen, und von da erſt zum | 
ende Afrika's fleuern ""). Die Untenntnif diefer DI 
bis zum Gap Guardafui erklärt fi daher von felbft, 
diefen (edt natürlichen Gründen, da fie wegen ihrer 
wirtbbarkeit nirgends zu einem längern Verweilen ein 
Was wir daher von ik erfaßren, wird noch lange Zeii 
fragmentariſch bleiben und auf Dörenfagen beruden. 
Bom Gap Delgabo bis zu den Drten Brava 
Magadoxo, (Berawa und Mugdasho ber Araber): 
lang geſtreckt, die tiefe Bay von Zanzebar (Zanguebar 
welcher die größeren Küfteninfeln Monfia, Zangebar, P 
dee Küfte dicht vorliegen, daher wir hier ihrer, bie 1 
ganz unbekannt geblieben, erwähnen wollen. 
Monfia if völlig unbekannt; die Infel Zanzeb 
iſt 8 geogr. Meilen lang, 3 breit, umd Hat einen von 


*) De Barros Dec. IL 1.1. c. IV. £ol.6.u.a. DO. **) 
Voy. to Abyssinäa p. ge, 499, go1, 503, }) Salt Yo 
Abyss. p. 92. 


WEinbei diefer Sufel if bedeutend, mit Ielr de 
‚ Madagascar und den Arabiſchen Küſten; Vitriol, 
num, Summi, Elfenbein und Sclaven, maden die 
Hänbifche Zücer, Europäifhe Metallwaaren und 

die Einfndr, . Die Jufel Hat gutes Wa 

Viebfutter und iR gut bebaut; 
die Hauptnal rund: Die dritte die⸗ 
ifE niedrig, noch walbiger, — 
eine wünfhensmerthe Beſit ung 
m Küfle als Säifferftarion gm ſeyn. Die 
Küfte dieſer tiefen Bay, erfcheint, vom 
m, mäßig hoch, öde, fandig, ohn ges - 
Wrapa liegt, nach Gapitain Diffel, unter 
Dr. an ihrem Nordende *). Die Rand 
co im N. von Magadoro, fing gegen D. 
und von: bier an (4 Br. 55 Min. 50 
Gr, Defll. 2. v.®r.) nimmt die Küfle 

liche Richtung. Am Gap Baſſas erhebt 
land höher, behält aber immer benfelben eins 
ii bis zum Eap Delaqua, me das hehe 

inne (10 Gr. 15 Min. 30 Ge. N. Br.). 

Apringen die öRlipften Spigen Afrikas ai 
‚birge gegen bas Meer vor, Gap d’Defui 
Einwohner, unter 10 @r. 30 Win. 50 Ger. 8. 
Gr, 12 Din, Deftl. 2. v. Sr.) und. Buarda 
2 —— an a — en Detl. L. 
i fe wiſchen ben: beiden erfigenannten 
—— Beaulieu im J. 1620, bei einem 
aus Afgl; er fand unter 20 Gr. ı Min. N. Be. bie 
Mabel unter 175 WR: hieß ifk 13 Obe. mehr Mbmeir 






















164 Hochafrika. II. Abfchn. $. 8. 


t, die, wie ehebem die Portugi t bes I. 

—5 — ⸗ Kings hiefee Aretenifihen Kößrafrice 
errſchaft * erweitern fuden. 

Das Cap 


Guardafui mit feinem erhabnen Plateau 
Steilabſtürzen zum Deean (f. die Zeichnung bei € 
macht eine große Wetters und Windfeheibe zwiſchen 
Magadoxoküſte und dem nördlich anliegenden großen 
von Abden, welcher das Atrium des Arabifchen Meerbt 
bildet. Bei S.W Monfoon flirbe der S. W. Wind fg 
weg, fo wie Buarbafuicap gegen Nord umfegelt if, U 
des gegen S. W. vorliegenden boden Küſtenlandes. 
Stroͤmung des Meers tritt an der Morbfeite ber nal 
Breichenden Küfte dem von Oſt kommenden Schiffer wm 
gen, bie Luft iR unbemegt, die Hitze wird gefchärft um 
tenfiv empfindlicher zwifchen dem trodnen Arabien ii 
und dem dürren Oſtafrika. Die Landmarken bleiben a 
Windſtille immer dieſelben, und piöglich bleibe Kim 
Schiff, nachdem es die fchnellfte Fahre vom S. W. E 
endigt, wie angenagele ſtehen. Urfache genug zu bee 
Bifhen Mähren vom Fefldannen ber Schiffe in 
— auch ohne die Beihülfe der Magnetfelſen 2 
rung. ' “ 
33 Oſten liegen dieſen hohen Promontorien bE 
feninfel Abd-el-Curia“) und die größere Infel 
sora, wie losgeriffene echabene Gebirgstrümmer berzs 
tinente vor gegen den Indifchen Ocean, an beffen BI 
fih deſſen Wogen in heftigen Steömungen und Brandi 
brechen, und dem Schiffer in biefen undekanntern Gew⸗ 
nicht weni Oefaht droßen. Gegen auf fpeingt, mie 
ſchroffern Steilwänden, faft fentrechten brärzen, das 
ebirge Fellis gegen das Dieer vor, und fcheine in fr 
Strich parallel die Küfte entlang, alfo von DE nad 
gerichtet zu liegen. Es ift der Mons Felix, eigentig 
el Fil, im Arabaifchen, bei Römern Mens Elephas, 
Elephant in den Aethiopiſchen Sprachen Fil heißt, 
biefes Vorgebirge daher das Elephantenhaupe "*").  .ı 
Um dieſe Promontorien in dem veränderten Glima, 4 
fh fogleih wie ein Wächter am Eingange su A 
Abyſſinien, Nubien und Aegypten, ber Vogel Yon 9 
nes ), dee Ibis der Aegypter, der von bier an ſeine 
math zu haben fcheint, wie fhon Strabo weiß. } 
Die Somaulis, Die Bemobner biefes Lanbes 
öftlichken Promontorien Afrika's, lanbeinwärts_ bis gi 
Abyſſinien und die Ballahorben, find das merkwürdige, 


*) Salt Voy. a. @. D. p. 501. **) Salt Voy. a. a. D. p. 
”##) Bruce Trav. VI. p.263. 3) Salt a. a. ©. p. 97 





DRERS ; Gofdla, Dozambif, . 266 


Bit dee Somanlis wel 
—* 24* anti, uf Demon vor * 
an Beila, fe bi var 









. er Umfap if i 95 
„Judifſchen Hanbelsieute der Banianen, 
umbigue. Ihre Schuld if es, da fie die Preife 
wen ſehr Hoch Halten, daß bis jeut nur wenig Indi⸗ 
Pr Sir Abfas finden. 
Land ber Somanlis geht gegenwärtig 
Eee der Waaren aus dem innern füds 
PR den füblichen Arabern. Die Somaulis füß: 
bedeutenden Landhandel im Innern, Haben 
} —* auch viel Ausfuhr auf eignen Sciffen. 
vun huen find „febe wohlhabend, und haben ſich an 
—— n Säle edergelaffen, 3... bei Moda, we 
Id gi Auch am der Hovalilbay gu Arena **) 
tätigen Afrikaniſchen Danbelsleute eine Tleine 
legt und fich niebergelafien und treiben ba bes 
— mit Selaven, Pferden, Vieh u. a, m. 
die öfter an ihren Afrikanifchen Küſten 
a as el Fil und bei Zeyla, wurden zwar, was 
betraf, nach Strandrecht behandelt, das Schiffs: 
I unterhalten und ernährt bis gu feiner 
Ph Age find as an diefen, wie an ben 
Feitaniſchen Küften ) ſelbſt Schuld daran, 
“ natäirliche Feinde angefehen werden. 
' den beiden Haupt: Marktorten biefee Somaulis, 
dere unb Zeyla (diefes lehtere 21 Gr. 18 Min. 










tie Travels Tom. IT. p. 95. **) Salt Voy. P 191. 
Valentia 0, a. ©, p- 377. Bergl. Salı Trav. a, a. D. 
374 387, 





II 


166 Hochafrika. IL Abſchn. 8.8. Oſtrand ꝛc. 


N. Br. md 43 Er. 3 Min. Deftl. 2. d. Br. nach ber 
nahme Gtuarts *)), geben regelmäßig befuchte Caravä 
ftraßen weftwärts, landein, nach dem Reihe Hurrur ( 
fhen 9 und 10 Gr. N. Br., ar und 45 Br. Defil. I 
Gr.), und von da befteht eine friedliche Haudelsverbin! 
weiter gegen Welt mit den Völkern in ber Nähe bes 
birges Comri oder der Mondberge. Hier dat man bas! 
der fabelhaften Makrobier ») geſucht. Ein Europäl 
Meifender, welcher auf dem kürzeflen kandwege zu den O 
len des Nil im Somrigebirge vordeingen wollte, Hätte a 
ale nächſte Station hierzu Berbera zu wählen; unk 
da aus ſcheint bie friedliche Dandelsftraße, deren Stath 
auf der neueften Karte von Abyflinien Yerzeichnee find, vı 
ungugänglich zu feyn. 

erfelbe friedliche Verkehr in biefee Erbgegend fe 
ſchon über taufend Jahr gu befleben; denn fon Ebn 
- tal kennt ihn (Cum 950) und ſpricht ganz beſtimmt Mi 

bei feiner Beſchreibung von Zeyla (Zouileh) ***), 

Land, fage er, enthält viele Provinzen, ift fehr groß 
troden, und rei an allen Srüdten wie die Lände 
Mahomedaner, und was es bedarf wird ibm von ber 3 
feite zugeführt, weil es nicht leicht von einer andern « 
zugänglich iſt. Die Haut feiner Bewohner ift zarter 
Dunkler ſchwarz als dee andern ſchwarzen Kationen. 
weit Ebn Haukal im ıoten Jahrhundert. Nach Kork 
lentias Bericht, find die Somaulis Leine eigentlichen 
obwohl fie mit ihnen Eraufes Wollhaar, ſehr weiße 
und die ſehr ſchwarze Haut gemeinfam baben. 
ift ihnen eigenthümlich die Zeinheit der Haut, die 
feinere Ausbildung der Blieder, eine Phyflognomie bie 
Ts von der ber Neger verfchieden, auch keineswegs 
platte Megernafe zeigt. In den verfprochenen Nach 
ten 7) Über das Meich Hurcur und feine Bewohner 
wie in bem angekündigten Reifetagebuge bes Ber. St 
während feines ufeneaite in Zeyla, mögen weitere 


lehrungen über biefes Well uns bald zukommen. ä 





%) &,. Chart of the Bay of Zeyla from Geometrical Os 
by Rich. Stuart. 1810, dei Salt p. 44 ) Seren I 
3te Aufl. II. p. 350. ***) Ebn Haukal Orient, ga 
p- 32: 1) Salt a. a. O. ©, 498. 


- Dritter Abfpnite 


zdrand f 
Iran et a a ber 


S. 9 
von ber Dfffeite bes Erdtheils von Gühen na 
em Hochland befrachtet. haben, fo wird «6 
m, mu auch ‘bie Defheeibung und 
es Norbrandes an ber Dftfeite — 
mit der Weftfeite uns 


jen Norden vor den Gen Gontinens Afel 
pterzaffe Tibet und Butan gegen Cs 
fen: h 
* pe en * Zune nn 
a r. 40 Min. O. 2. von Ferro), - 14 
* den Karten der Jeſuiten und 219 Bruce 
* vom gten zum 13ten Gr. R. B. ge 
geogt, Meilen breit bis zum überaus ſteilen Morde 
in die Kolla von Tchertin und MWaldubbe. 
ter oftwärts aber an ber Meerestüfte him, fällt fie 
in mehrere breite Stufen hinab nach dem Tief- 
yoga. 
weitefte aber nicdrigfte Vorſprung biefes Alpene 
MD. iſt die Tertaffe Bee Banane, welche 
he gegen bas rothe Meer beherrfgt " 113 
tentaberg Kr die nördlipfte Grenzlette unter 15 
Br. nach Salts neuefter Meiferoute *") gegen bie 
Dobarma und bie Flachküfte von Arkeko Binabfällt. 
ärts aber von Bruces Nilquellen an, fullt diefes 
nordwärts in bie tiefere Ebene von Sennaar und 
Rorbofen Hinunter.  Diefen Abfall bezeichnen die Gebirge 
— 
"X ». Humbolbt ber Ratur I. p. zug. **) Part. L 
. Gurt of ıhe laid dewn from actual survey 
Observ. mı ıpt. Court, Vic. Valentis, Salt etc. 
1804 und 1805; und Yer neuberii figten Map of Abyssinia 
and the adjacent Districts,, laid down partly from Ori- 
ginel Observations taken in ıh. di Iy com- 
Piled from information collectad * Sale 
3809— 10. London, May 18143 
Gum Grunde, legen, 


ir 





ı 


168 Hochafrika. TUE Abſchu. 6.9. ! 


Zetten von Fazuklo, von Dyre und Tuggula ober 
(bei Bruce), Deir und Touggala (bei Browne) welch⸗ 
falls unter ı9 Br. 30Min. bis 13 Gr. N. Br. fir 
alfo unter ähnlichen Parallelkreiſen mit bee vorhergen 
Gebirgskette, insgefammt mit etwas füdlicher Abw⸗ 
von Often nach Weften (oder vn O. N. O. na W.E 

Ihr Zug von Arkeko (57 Grad Sftlihe Länge) bi 

Meridian von beit (48 Brad D. 2.), eine Stred 
mebr als 150 geogr. Meilen, iſt uns unbelannt °); 
auch von da feßen fie hoͤchſt wahrfcheinlich noch weite 
wärts die Sübgrenze von Darfur entlang fort, in « 
bekannte Fernen des Innern Afrikas. 
Dieſes hohe Alpenland, von mannidfaltigen X 
und Strömen durchzogen, feheint dem Lauf der Wal 
zu urtheilen, gegen S. W. nach der Mitte von Afı 
mac aufzufleigen, gegen D.N.D. aber fällt es i 
oder mehren: Stufen gegen den fandigen Küfl: 
(Samchara) bes Arabifchen Golfs und bes Perfifch: 
fhen Meeres hinab. 

Nur die öftlihe Hälfte dieſes fo merkwürdigen 
denzreichen, überaus fruchtbaren, herrlich bevölkerten 
lanbes iſt uns En ben Bekehrungseifer ber Port 
in den vergangenen Jahrhunderten durch die Wißbeg 
Entdeders ber Nilquellen **) und durch die jüngften 
nehmungen patriotifcher Britten **") ber Politik ur 
Handel neue Quellen zu eröffnen, einigermaßen | 
geworden. 

Die weftlihe Hölfte dagegen liegt für uns gı 
noch in tiefem Dunkel, und nur aus weiten Sernen 
über diefes Land, im welches nur Gclavenjäger unt 
fucher fich bis jent Bineinwagten, ‚einige Keifeberic 
Sagen gefammelt; von ben ältern Sjefuiten (zum: 
mudes) und von Bruce auf der Höhe von Habeſch 
Bromne in der Tiefe von Darfur, die merfwärdi 
mit ben allerälteften Andeutungen gut übereinſtimm 

Der befchwerliche Zugang, verbunden mit dem 
lichen Reichthum bes Nordranbes, in Habefh ber 
fluß von allen Lebensbebürfniffen, an Alpenvieh, R 
nutzbaren Thieren und Gewächfen aller Art; bie 

altigkeit und Eigenthämlichkeit feiner Bewohner; t 
älterer Cultur, und feit dem Jahr 350 die Ausbreitı 
CEhriſtenthums in bem einzigen Afrikaniſchen Lande 





©) W. G. Browne travels in Africa, Egypt and Syr 

‚, 2792 to 1798. London 4. 1799. p. 461. 20) J. Brı 
— vr 68) G, Vicounts Valkmtia and Salt ı& 
und 1810. 


die 
in Die benagpbarten Tiefen bie zum Dit: 
fen; alte Verbindung Indiens —— 
— dieß alles und vieles andere mehr, 308 
bes nt Eröberers Zeit, bis. auf die 
a ikfamkeit benachbarter und 
‚er auf biefes Alpenland hin. 
3 jeffinifche Alpenland ragt vom 
mnten- Hochlande, eine hoch⸗ 
', bie wir nur vom Hörenfagen tens 
eigen gi — 
en v tie uns bu: 
des einzigen dahin: veifenden Europäers FA 
abe *) (im Yahe 1613) bekannt geworden in 
ga Unterfuchung müflen wir uns daher 


Erſtes Kapitel. 


der Aethlopiſchee 
————— 


Maren macht einen Theil ber Hochebene Aethiopiens 

diefe reiht nordwärts bis zum gten und ıoten Grab 

md dom zoften bis Söften Grab Öftlicher Länge 

® fie fih der Breite nach aus; oder mit andern MWors 

don der Quelle des Bahr el Abiad bis zur Zebeequelle 

Diefe Beſtimmung ift fowohl nad Bromwne wie 

BB Pater Zelle; ältefler Karte von Habeffinien **), 
Adolf und Bruce, nur mit veränderten Bängegras . 

J og den Süden dieſes Landes betrifft, ges 


12 
ein Theil des Aethiopifchen Hochlandes, iſt eine 
liegende, flache Hochebene, in welcher X, Fernan: 
ifen von dem nörblicften Abfall gegen die 
iu, von Gonea nach ber Reſidenz bes Benero 
rl hieß der Zumo oder Gouverneur von Narea 





) Historia Geral de Zthiopia alta ou Preste Joam e do- 
mella obraran os Padres de Companhia de Jesus. 
‚posta etc. pelo PadreM. d’Almeyda abbreviada pelo 

P. B. Tellez. En Coimbra 1660. Fol. Lib. IV. c.4 

fol. 515. **) Imperii Abassini Tabula Geographica, ex 

oeulatis relationibus Patrum Soc. Jesa aliorumque etc. 
© Francesco Eschinarde bei Thevenot. 


170 Hochafrika. III. Abfchn. $. 9 


Weber die Gegend nach dem Innern bes Gontinen- 
find alle älteın und neuern Angaben inſofern einig,: - 
Bier weite gli en und Wüfteneien fi ausdehnen, bie: -- 
den ältern ”) Nachrichten unbewohnt und eben barumzam 
befanne find, nach den neuern **) aber von dem weftii3 
©trome der wilden Gallahorden durchzogen werben. 

Wie weit fie in dieſer Richtung nach Wehen Hinzu 
ausdehnt, wiflen wie nicht. 

Gegen Güden wird die Hochterraffe von Narea 
einer mit noch böhern Gebirgen (Stoupendous newwm 
gwar Bruce, doch follen fie keinen Schnee tragen) bucam 

enen Landfchaft Kaffe begrenzt. Gegen N.D. aber wm 
fi von dem Hauptorte, dem Gige bes Königs von u 
nur 5 Zagereifen weit: denn Bier fiel diefe Hochebene 
ob in das tiefer liegende Land Gingiro zum Zebeefiil 
mwohinwärts ein fleiler Felſenpaß führe ***). — 
Es iſt ſehr wahrfcheinlih, daß der Nordabhan 
Hochterraſſe fih gegen Weſten hinzieht bis zu ben Km: 
des Bahrsel:Abiad, ober des weltlichen Nilarms, ww ı 
Abfall des GBebirges von den Neuern Donga }) gemsa 
wird, bei ben Alten Montes Lunae, bei den Arabifchers 
befreibern Gebel el Kumr, und als das fabelreiche ZIF 
gebirge im Mittelpuncte von Afrika auf allen Karten pra 

Diefee Gegenfland, als ein bedeutender Hauptpes 
der alten und neuen Erbbefchreibung, bedarf einer genaml 
Erörterung deſſen, was Über ihn als für ben gegenwärtig 
ion punet unſrer Kenntniß als ausgemacht zu bein 
ten IR. . 


Erläuterung 1. Mondgebirge. 


Brownes Nachricht Über dieſen Gegenſtand gründet 9 
auf einen in Darfur von Handelsieuten erhaltenen 
Über die Karavanenzüge nach dem Nilquelllande ++). —* 
Von’ Abutelfan am Bahr Miffelad, beißt es, zu N 
Quellen bes Bahr: el: Abiad find 10 Tagereifen; von GG 
luck am untern Bahr: el: Abiab (in gleicher Breite mit S 
naar liegend) find 30 Zagereifen eben dahin; von Ber 
find es ao Tagereiſen dahin immer durch gebirgiges Bas 
aufwärts, bis man in das Bergland Donka (in Habs 
Dinka genannt +44), kommt, zur Hauptwohnung eh 
heidniſchen Kürften. Bier follen 40 (d. i. viele) verfchieb 









®*) J. Lndolß Historia Aethiopica. Francof. 1681. Fol, L 
1. 0.16. 6. 52.) J. Bruce Travels to discover ı 
source of the Nile. Second. Edit. Edinburg 1805. T. 
p: 237. und * ) Bruce tr. III. p. 329. +) Brov 
tr. 14 473. +7) Srowne a. a. ©, Fr) Bruce ır. g.] 
T. VII. Appendix. p. 96. 






ins 


"alfa und eieie ee a 
‚tolemäus fepeint der Zuames gie eine 
jen (pater est inons Lanas Dieriuus) 
nenne uns 223 Berl 2 
teißen, welche von Weſten .Dften ſtreichen 
‚Heital Sam id 
B. den Berg des grmohlten Mempeie: 
en v9 und nie 
iten jefem gegen R. ben Bißbel Adbeheb, 


7) Den irıten mebft bein benachtarten Lande nennen fie 

27 Ba8 Sand der Schlangen (Mons serpentum) „ und bier 

a. ak —8 een '’ 1:3 im Andite 

; i jonen +). Wi fi 

au Ye Mn In © von Kordofan Die BI Als bee Dame 
eder Heller Yleis bei Bromne find viele Schlangen. 

die Benennung Gibbel bei den Archern nicht 

Bio einen Berg, fondern Bergernppen, Bergketten unb 

Gene el nu ver sel nie ai der Ten kom Dede 

wat km Slaglande zu Dreabfallende Gebirgsabfäge zu bes 

ın 


Büriherer Bergleiiung ſtimmt bie Dreifage Anoth ⸗ 
Mr Baheffnifehen —e mit ie in Weſt 
Abiab genau überein, und der Parallelismus 
ia meikwürdiger Einfdrmigteit, neigen sum Aftitante 
e wird, durch Defe seoße Strecke von Dften 
mad Welten durch. . oo. 


U im Appendit zu Mungo Yark. Tr. p. XII. **) Pto- 
— * BER Alan cur Harman 
ed, alı .p. 82. urray Dissertation on 
the age wa 160) 9 of the Bahr el Abiad and the 
orher iches of the in Brass Tr. aEd, T.VU. 
p- 389. und p- 96. - 





172 Hochafrika. UI. Abſchu. 6. 9. 


Manmuß ‚geneigt ſeyn, die dritte Vergreihe fi 
Abfall in das Tieſland oder bie Kolla zu halten, w 
Land der Gchlangen der Georpionen und ber Sha 
fi findet, inbeß die weite Bergkette das Goldlar 
gang in demfelben Verhältniß wie alle Golbterraffen i 
nomotopa, Bambud u. f. w. ale Mittelterraflen erſch 
Die erfte würde dann zum Hochlande felb gehöre: 
den Grenggebirgszügen die auch Narea umgeben entfp: 

Nah Maceyzy *) find Bier zwei verfchiebene C 
m unterſcheiden, Gibbel al Komr, bie Taubenberge 

ibbel al Kamar, die Mondberge. Nah Haſtings fo 
Komri nur das Adjectiv von Kome, Mond, feyn, u 
des daſſelbe bezeichnen. 323. 

Nach de Sacy, bat die Benennung biefes Bebiı 
den Altern arabifchen Geographen, Kom, nie die Beh 
von Mond gehabt, ſondern ift erft bei den neuen, i 
mar verändert zu dieſer Bedeutung übergegangen. 
eryın führt eine Gage an, daß die Bewohner ber | 

nfel im Meer von Zanguebar, Ceylon gegenüber 

abagascar) wegen Uebervöllerung aus der Lan 
Komeinge ausgewandert wären und fihb am Fuß di 
irgs Kome angefledelt hätten. Ein Vogel babe de 
men Komri bei ihnen gehabt. Der Autor bes Kamo 
tet ben Namen von grünlich, weiß ab "*). 

Die Caravanenreifenden **) von Zombuetu 1 
bas ganze in gleichem Strich nach Welt bis zur Nige 
fortfegende Gebirge auch Gibbel Kumra oder ©. K 
welches fo viel als weißes Gebirge heißen fol, und | 
fügt Hinzu, daß bort bie Araber auch andre weiße | 
ſtände, wie 3. B. weiße Pferde, mondfarbige nennen. 

Murray vermuthet, daß die Araber diefen Namen 
zu aus den Griechifchen Geographen überfegt haben, 
weitere Localtenntniß, obwohl wir gegenwärtig wiſſer 
in biefen Gebirgen der Mond wirklich von ben di 
Völkern verehrt wird. 

Bruee }), ber gern bie Nachrichten ber Alten 
bie feinigen beflätigen wollte, glaubte auch die N 
Lunae fammt ihrer mondförmigen amphitheatraliſch 
ftalt an den Quellen feines Nils in ber Landfchaft 
cala wiedergefunden zw baben, in dem SBerglran 





”) Al Macryzy Mscr. 3 fol. b. Langles ju Hornema 
Paris 1805. T. II. p. 238. **) Silv. de Sacy A 
latif Paris 1810. 4 .7. Noto. #®*) Jackson A 
of Marocco. 2 Ed, Lond. 1811, pı 291. 7) Bruce 
V. p- 244. 


vn verimert, DaB feine Karte die erite fey, welche 
— chne großen Fehler — "m ve 
—8* Barca, melde fo wie Kaffa chriſtliche Einwohner 
[ger auf ber tiefern Tertaſſe Habefch tridut⸗ 
1 oder es ee We 1 m jte eine Come 
weldpe weitere Aufklärungen geben 
ar un inne durd bie — Seien 
ikie Bruce feine Zufäge, denen wie auf 
Sp felgen », aber bie Zei zung von Narea 
ke et mit bem feberichte übers 
Genıa auf ir an bee — iefer Pop; 
Hegt., und es doch bei eifeberichte nı 
3 7 Morten as — der erſte Nereaniſche 
er (oder —æe Su "agierte don 1605 bis 
fper von Habeffinien, melder zur tathes 
jetreten war, wählte zu einer Gefands 
Paul V. nad Rom und an Könij 
aim, den Habeſſinier Fecur Sure als Bots 
008 traf unter den bortigen Ifionayen 
ML Sermandes, fein Begleiter gu feyn.. Sie gin— 
Kisten April Fr vom Habe aifgen aid. 
de von Tyana, nen Ubarma (Ombrama bei 
an ben Rilquellen aus. Elte iets nach mans 
ten Äberfeäten fie den Nil bei Mine — 
PR } Bart Bon a hier an immer na ©. 50 
) sis irenze von Naren, hatten 
Ehre Ya vol Waldungen, bis fie am Sten 
wihreife am Fuß der Gebirge von Narea anlangten. 


Ai 





% 


174 Hochafrika. UI. Abſchn. 5. 9. 


nen epdet, aufgeflisgen; aber oben geht deu Weg au 
ten Flaͤchen erſt 6 Zagereifen zur Reſidenz bes Zumo, 
5 bis zum Oſtrande bin. Mon dieſem fliegen die 9 
den mit großer Beſchwerde den Sten und fen Tag 
zwei fleile Belfenpäfle (alta e impinada serra), in d 
fer liegende Land von Gingiro hinab. Hier gelang 
jum Zebeefluß und zur Provinz Cambate, ber fernſti 
an Habefch bamals Tribut zu zahlen hatte, 

Die älteſten Nachrichten nennen bas Tieflanb 
Baupe Zendero, das Hochland im weiten Sinn aber 
ober Enarja, zwifchen Angote und Melinde *) und 
M. (200 Leguas) gegen S. W. von Maffowa **). 
Ländchen Narea, im engern Sinn aber, welches dem 
von Aethiopien Tribut zahlte, ſoll nur 35 geogr. 9 
Leguns) Land Halten. 


Erläuter 3. Natucbefhaffengeit — Narı 


a) Die podtercaffe Narea fol als eine 
albinfel (peninsula) des Afrikanifchen Hochlandes 
.O. bervorragen (wie bie Kobi in Dochafien gegen : 
pechan und Korea). Hier theilt fie die firömenpen ' 
milden dem mittelländifhen Meere und dem In 
Decan ‚ denn jenem fließen die vielfachen Nilſtröme i 
Binab allmählig fich abftufenden Terraſſen zu, diefem 
andern (denn ficher ift er nicht der einzige) auch d 
Sende Zebee, ber, wie die mubamebdanifchen ande 
fagen, welche heut zu Tage allein noch dieſe Gegent 
reifen, wichtiger Kibbee **") heißen und der obere La 
Quilimance feyn fol (creditur) +), ein weißes ' 
bat einen gewaltigen Strom, und von den Gefahre: 

n, der mehr Wafler hält als der Nil, in aufgebl 

Hläuchen (wie Über den Tigris und Euphrat) zu 
macht U. Fernandez eine weitläuftige Befchreibung + 

Das Hochland fälle Hier gegen D. auf einem v 
nifmäßig fehr fchmalen Raume, fehr fleil gegen die 9 
terraſſe Binab, welcher der Quilimance gueilt. 

So Hoch dieſe Terraſſe auch liegen mag, von 4 
weiß Bruce nichts, obgleich Andere behaupten, daß 
daſelbſt finde; fie Hat Kornland, Viehheerden und Uel 
an allen Lebensbebürfnifien. 

Der Abhang der Bergzüge, die Naren umgeben 
mit vielen Eleinen, ungefunden, aber fehr fruchtbaren 





*) Tellez H. G. p. 515. **) Eubolf a. a.D. *") 
"Tr. 111. p. 331. ?) Tellez a. a. ©. IV,c. 7. p. 32 
Ludol£ Commentar H. Aeth. ad L. I. c. 8. 10. 
lez H. Acılı IV. 6 und 6 bei &udolf a. a. D. fol, 3ı 


Nerbrand," Kaffa, Kares. 





ch 
— im-&. von Naren, 
4 y Sep sur ne X Be 
. er Menfc. ie mer biefer Hochete-· 
‚he Nareaner, ER die heUfarbigften aller Sewohner 
oifhen Bande "5; aber wu mehr, fe gelten 
m Zelleg **") Verficherumg die vorzäglihftien 
: denn ee, fo mie alle folgenden ihnen 
Mm Vorzug vor dem Habeffinieen ein, da fie diefe im 
tperlichen tie der geifligen Gaben übertreffen 
nd Tapferkeit }). Di von ihnen, weiche 
Ed genug find, als Gefangene in: die Hände ihrer 
iu gelangen, werben unter allen Sciaven am höds 
Haikt; zumal die Nareanerinnen, als Flug, thärig, 
Sie werden in Cairo, Conjtantinopel und im Indien 
andern vorgejogen. Ihre Farbe ift nicht dunkler als 
bie der pbramnten Neapolitaner send Gieilioten. 
Sie find feit der zweiten Hälfte des ı6ten Jahrhun⸗ 
| ‚Habeffinifhe Cheiften ; treiben Handel mit Melinde 
Inditten, und Angola am Atlantifhen Ocean, dur 
meohnende Wölkerfchaften tr). Aus dem Negerlande 
Brit falten fie Gold, womit fle ihren Tribut (Jährlich 
Unim) an Habefch zahlen. Im Lande ſeibſt iR Lein 
a aber es coufirt hier als Münze. 
dus Hochland Narea ragt wie eine fee Burg über 
Kekn Terraffen in N. und DO. hervor (the kingdom 
ENirastunds like a fortilied place, in the middle of 
;t8 gleicht mit Roffa freien Infeln, welche Jahr⸗ 
hindurch den ftürmenden Wogen (assaltos conti- 
bei Zelle) andrängender Gallavälker glädlig widers 
und ihre Unabhängigkeit behaupteten HH). Dieles 





©) Appendix gu Bruce Trav. a Edir. T. VII. p. 79. *°) Bruo- 
Tr. III. p. 327. ***) Tellez a. a. D. & 515. #) Ludolf 
ist. Acıh. Lib. I. 14. 8 +3) Bruce Il. p. 835. 444) J. 
Ludolßi ad suam Histor. Aethiopic. ante hac edisam Com- 
mentariud. Francol. 4: apa, Ze 9r 


176 Hochafrika. TIL. Abſchn. 5. 10. 


ſchwarze Negervolk mit kraufem Haar, das vom 
D. ber aus ben unbekannten Aeguatorialgegenb: 
den Norden vorbrang, bat mit feiner Uebermacht 
nommen von dem Kuß des Bergwalle, der bas 
von Narea gegen D. und N. umgibt, und bat fi 
tieferen Waldungen und Ebenen weiter hinab ergo 
Habeffinten hinein. Aber alle feine Anfälle auf | 
terraffe Narea ſelbſt, find bis jest vergeblich geweſi 

eben von dem natürlihen Bollwerk ihrer Grei 

etten, über welche nur Engpäfle führen, umgeben 
ten Waldungen und weiten Sümpfen, bie biefe bu 
dabei tapfer und flets gerüftet zur Gegenwehr, 1 
x Jebetig wiederkehrenden Anſtürmen biefes g 

einbes. 

Umgeben von biefen find fie im N. und D. 
theils von aller Verbindung mit andern Völkern a 
sen, unb faſt nur auf Danbelsgügen, wenn fie | 
die untere Terrafle hindurch in die Kerne wagen, 
fie von Gallahorden überfallen, in Sclaverei geratl 
Es geichnet fich diefes merkwürdige gebildete 

Aetdiopifhen Hochterraffe durch eine auch den Ge 
kommende eigenthümliche Sprache *) aus: denn bi 
und Kaffafprache ift ein Dialect irgend eines bem 
Volkes. Leider fchweigen bie neueflen Berichte Sal 
Tip über diefes Land Narea. 


Zweites Kapitel. 
Zweite Terraffe Habeſſiniſches Alpı 


G. 10 


Tach dem was im vorigen zur allgemeinen | 
biefes Norbabfalls gefage worden, ergiebt es ſich v 
daß wir Bier eine „große Dauptabtpeifung in Ö 
Weſten des Nilftronis betrachten müffen, weil ung 
noch bie Angaben fehlen, beide auch wirklich als ei 
menbangenbes Ganzes zu betrachten, wenn auch 
nahme davon höchſt wahrfcheinlich der Wirklichkeit e 

Mir wollen alfo bier zuerſt von der öftlichen 
des Habeffinifchen Alpenlandes im Oft des Nilft: 
der dekannteren ausgebn, und dann zur Oi 
übergepen, die dem Binnenlande zugewenbet ifl, 
noch räthſelhafter erfcheinen muß. Vorher aber 
nothwendig feyn in einigen Anmerkungen uns über 





H Bater im Mithribates IL, iſte Abth. G. 117. 












im, ‚demie in — 
— —5— Dem. 


—— die en 38 fen 
ne A alten eihten u Barma 
bie zum Afiatifden Bahue 
3 7 a ae Bl Namen aus bin 
Gyftemen verbannt. 
lirgende Hochland ift im vorigen auch nue ken. 
genannt worben, um unfere Unfenittnif 
— —3 
m bt Tab meRticen, füblichen und nörblicyen- 2 
——— Name —— mehr as “ P 


em ich 
und Se Oasen ln Apentnte, nee 18 
- ‚er griechifcher Name aus ber Zeit jeit ber — * 


wafen aber ſelbſt den Namen Habeſch oder — 
ein Voltehaufe, comvena; nad Andern: feel 
t$)), als fhimpflich, weil er auf ihren Arabifgen 
—— euf ihte Vermiſchung mit Afrianern hindeuten fol, 
ıennung ift welche ihnen die Araber geben, Katt ‚fie 
[\ —J Amberer, Tigrert oder nad ihrer Religion 
Mi i Sprifen zu nennen, ein Zitel auf ben fie ftolg 


gen das dedlanb, nad ben Krabifiien 


| ie Abansia —* —E 
Dabei, weldes de ‚jene obenges 
— jeben hiervon ik 


des alten Kayinan — neuen Dadeſſi. 
, weichem in ältern Seiten eine weitere, in neuern 
Eu a diefe —S bezeichnen, zukommt 


ter). 
der Kams Habeſch fheint anfangs nur auf einen 
bei Beila am rothen Meere befhräntt geweſen 
—X Abaza, Abaffia, wo in früheren. 
— * zwiſchen Indien und dem Afrikaniſchen 
jei den Ältern Arabiſchen Besgraphen heißt 
—ã noch Binghi +Htt)5 mit der Zeit modte 





il 


1 


. 1, VIL. ##) Gossellin Recherches PM Bre⸗ 
* 1,06: O. Lobo Beife nos —ã nach 
u. 2.8. Chrmann, — Lu- 
Aeth. ‚Comment. 35 EA e T.nL 
» Ki Tolles bei TI Bevenor Rzcasil. Paris 1654. 4. 


E 


F 


1. 


Bakui und Ebn Haukal Orientel Geogt.. by 
p- 357 Fi \ . 


198 Hocyafeifa. ZI. Abſchu. 5. 10. 


sö aber Leit won ben Ausländern nad dem Wörlanbe X 
au peterh genannt werben, wie bie Bewotzner bei ben A 
auch Azumiten genannt wurden von ber Provinz und. Stadt 
— Anmerkung 2. Quellen; über Bruce unb-( 
Die außerordentliche Berſchiedenartigkeit der Quellen, aus u 
wir unfere Nachrichten über dieſes Alpenland ea, mad 
ganz eigne Umſicht im Gebrauche berfelben nothwendig, wi 
noch möchte bei dem trüben Fluſſe derfelbeg, auch die größtı 
ſicht doch wit alle Srrthämer zu vermeiden im Gtanbe 
Wir haben aber den Vortheil, daß ſchon bie Altern 

otter Profelytenmadher ihre Eritik in dem gelehrten Eubolf 

of) und beffen Freund bem Abba Bregorius aus Ambarg ı 

en, benen wir zugleich bie erſte verbe Karte °) von | 
finien verbanten. 

. Die Jeſuiten machten während ihrer Herrſchaft in 
Lande aſtronomiſche Beobathtungen, um die Breiten zu befkta 
die Längengrade wurben nad Tagereiſen aufgezeihnet um 
Eubolf und Bregorius berihtigt ⸗*).  Gpäterhin erhielte 
buch Poncet einige und durch Bruce weit reichhaltigere, 
burdaus nicht befriedigende Nachrichten Aber diefes Land. 

Der Glaubwuͤrdigkeit diefes Fühnen, trefflich beobadhtenbe 
gewandten Wannes ift eine ganze Reihe von Jahren 
vielfach nachgeſpuͤrt und dabei nit wenig für die Kenntniß 
Bandes gewonnen worden, wie dur bie Forſchungen eines 
menbach, Th. Chr. Tychſen **%), Niebuhr ""), mel 
MWharton ++), 8. Jones +++), Ih. B Ehrmann (tn feine 
arbeitung von Lobe) unb gan neuerlih burch ben hei 
Murray, welcher ein vieljähriges St:dium auf bie fun 
zweite Ausgabe von feines Landemannes Werke verwendete, 
diefe mit reichhaltigen ——— und Zuſaͤtzen begleitet 
hier überall benupt werben find. Im Jahre ı804 und 1808 
den biefe Altern Rachrichten von neuem erweitert durch Ga 
Heife von Arkeko nad Antalow 144); und vorzüglich dur 
genauern Ortsbeflimmungen längs ber Küfte bes rothen 4 
fo wie ber Reife landeinwärts, gewann bie Karte von Dabeh 
durch Eine ganz veränderte Beftalt, Diefe wurde um wich 
richtigt durch eine in ben Jahren 1809 und 1810 von be 
talentvollen Reifenden wiederholt und gluͤcklich auf Kofke 
Brittiſchen Regierung unternommenen und beenbigten Amb 
an den Hof von Xigrs, deren Beſchreibung wir bie wid 
Bereiherungen ber Erdkunde verbanten, fo wie bie bis fegt 





9 Ludolfi Habessinia ad Exempl. tab. chor. P. 24 
zii et fida relatione Gregorii Habess. A, D. 168 
eomm, H. Aeth. **) L.udolf Commentar. fol, 
tabul. Habiss. chor. u. Hist. Aeth. L.I. c.4. *% 
4 kn a 5. ©. 235. eifen) AH 

en Ruſeum 1791. nyang Ju B. en. 
vn — me Authentiey of Br. Tr. em € 
1800. 4. Bist. Reosoarches. I. p. 5%. + 
Vic. Valentia. Travels to India dte. A ! 4 
4. in 2 Ah. Auf. " 






Beftimmungen verlieren hiernach im 


ern Tide Ghnlefe, da 


widerfprechen. 
‚Dit, bie Bauptpuncte der von Salt und 
Berihtigungen ju_beieuchten; man ders ' 
iber e in Valent. Tr. II, p. 472. 
N Tr. II, 176. und 


Voy. 1314. 6, 
Fe 
von Pflanzen und 


h6 iR bemerkenswerth, daß Überhaupt Bruces Karte under -· 
unzuverläffiger ift, als feine oft fehr genaue Befchreis 
die mit den N er Portugiefen und benen vom 
das jereinftimmmen. Dieß zeigt fih ganz ber 
auffallend in ben hödft merkwärbigen Rotizen aus Bruce 
, ‚bie %. Murray im Th. VH. p. Br. bis 105. (Ex- 
ds from ıbe Journals of ıhe Ronte from Koscam to As- 
); u 2 nn im W. 5 
fe no ie feiner etymologifhen 
rifhen Grillen verunftaltet. find um fo Bitte 
ce 4 Monat in Gennaar lebte jeit hatte, in feis 
figen Lage fehr Vieles durch Einge von Fazuglo zu 
j, und weil Bromne's Nachrichten dadurch von einer ganz 
ar ge erweitert werben. Bruce war jiher 
badıten und Ginfammeln von Nadrichten, aber 
ihrer Verarbeitung und Mittheilung. 

usgefept, was aud) Salt am vielen Stellen beftä- 
Balentiad hartes Mrtheil (on Mr. Bruce veracity 
al endance **) nur zum Theil gelten, und zwar 
aſtronomiſche en, in Sinſicht feiner 
nd lebhafte CEinbildungskraft veranlaßten Bu 

und Webertreibungen, und in Binfiht feiner Hifto 


to Abyssinia, and Travels into the Interior 
—2 executed under ıhe Orders of the 
'Governinent „ in the Years 180g and 1810 etc, 
{ Salt..London 1814. in Quaet nebft 37 Karten 
454 Seiten und Anhang v.' *) Va 
leatia Tr. I. p. 294- rs 
2 


180 Nocafeife. II. eibſchu. $.10. 


en, antiquariſchen, etymologiſchen Grillen, weil bei 
— Erkurſen er ſolche —2 ‚wie T&on een Ä 
bat, Sprad : und Alterthums kenntniſſe abgeben. Birtli 
8. feine fingiete. Reife von Koffeir. nad cowar und 
dachte Infchrift von Arum *) body etwas mehr als a few 
rent exaggerations in description and some ca 
jun matters of inferior consequence, wodurch ihn fein 
Herausgeber entfehulbigen well **). 


Dagegen find feine ans ber Natur und dem reichen 
ſchenleben aufgefaßten und mitgetheilten Beobachtungen vu 
ſchiedenem Werthe »). Darin flimmen aud alle Kachſo 
Salts im Lande unter den Gingebornen, deren viele 
Abentheurers fehr wohl erinnerten, volllommen uͤberein, 
feine eigenen Kachrichten bie Weftätigungen bavon enthalten 

So viel mußte bier, wo nur bes ausgemadt Wahe 
©telle finden ſoll, vorläufig Aber unfere Anfiht ber Haupt 
ftehn, auf die wir oft hinzumweifen Haben. Nur denke mu 
der Brucefhen Karte von Habeſch alle bie Läderlihen Ben 
nungen hinweg, die wie auf fo vielem andern durchaus nun 
kuͤhrlich Bahingefest find, zu beiden Selten aller Kiußufer, I 
völlig falfches Wild bes Landes geben, dem feine eignen 
ten und die Vergleichung aller Berichte und ber Befchichte, u 
Arbeit wir uns bier unterzogen haben, inegeſammt wiberipi 


L Oeſtliche Gruppe des. Habefnifchen Alpenla 


m DR vom Nilſtrom. 


Alle Naturerfcheinungen flimmen barin überein 
Habefh ein Hochland if, über beffen abfolute Erf 
wir freilich nur ſehr unvollkommen unterrichtet finb 
est, et ut Gregorius sjebat, Africac velut gibbı 
Darum wirb es im Gegenfag bes tiefen, i 

Flachlandes, Albersaran, ober das hohe Aethiopien ge 
agt Tellez ). ie haben ihm darum mit Rech 

amen bes Alpenlandes geben können. 


Von feinen Hößen berab ergießt fich. der Nil über 
Gataracten, mehr als 200 geogr. Meilen weit, —8 
Spiegel des Meeres gelangt. Dagegen muß an ſeiner 
ſeite in Wangara, auf einem weit kürzern Raume 
vielleicht nur um weniges geringerer Abfall ſeyn, wei 
der Niger nach einem Laufe von 400 gebgr. Meilen ve 





*) Val. Tr. T.IIL_p. 328 u. 08. **) Bruce Tr. ed. by 
xay. T. I. prof. VIII. ***) %. Slumenbach und Ip 
Bruce 8. Ah. AI. » 296. +) Ludalf Comment. | 
tt) In Thevenot Rec. p. 2. der Desor. de Y’Emph 
Pretre Jean. “ 


Rorbrand, Habeſch, Alpenpaͤſſe. 1601 
el ne Ada Me, andren De 


bi 
die Behfte Genautgteit, haben 


— Boll Engl., und 
“ a Pr 


wo man N. und 9. 
er Me 9 dem Sa 
allein wurde die Natur 
—5 —— 
müflen-alfo vor —— 


ms verfalg, —* —ñ— ums bis 
1 auer bekannt geworden; «hi 
‚Weit um das Hochland re pn Bene, 
* —— uns 


ut der einge 


I Be nad Habeſch. 


J— — —— von Arteto unbAbule 
affowa, über den Tatanta 
afgur Wortereöife des Babarnagafch, 


D} RE Bon ber Küfte 


Meeres bei, Arketo, dem Haupthafen von — 
Daffua auf, der benachbarten Infel) gegenüber, 
inmörts ‚ein Meg das: Alpenland Habefch ai 
in den älteften unb-meueften Jahrhunderten 
Ber — ——— bee Habefſinier mit Arabien 
ibm, fliegen von jeher die vielen 
M, de bie Sa des Drients in das Hochland 
und fo fleigen fie is heute no aus 
De —— wieder ba Snab zum faſt eins 
Kanal je nach Aften, Auf dir 
Y Innere Afritas un 1% Dabeffinien, mit 
n vom den Indiſchen Factoreien aus, auf we 
Am Wrge und auf die mwohlfeilfte Art zw Berfehenn 
. größte Abfag bewirkt werden würde, mar ber 
son Balentia und Salt's mühevollen Unternebmun: 
in ben —— 1804 und 1805, und von Salt s wies 
Mer Rife 1809 had Tigre, 
— 
1» LXXVU. 
Pe aereäitge — Bude 
— ——— 





188 Hochafrika. IL Abſchn. 6. 10. 


Ste Dieifeg iſt die Urfache bes |. a 

| iÜ alle andern Kä Dabeffini 
—— —— En, den x 
der hrflichen Habeffinier, beſeht, und diefen fo u 
weniger verſchloſſen find, theils au weil andere 
3 auf diefem fürzeften Mege am wenigfen gu 


Zweitens, weil Bier einer ber wenigen ſichern 
ber ganzen Küfte des Arcabifchen Golfes fig befimi 
Waſfſervorrath (auf der benachbarten Inſel Dale 
ttens, weil gerade nach dieſer Begend gm, 

oſtecke —— einen allmälig abfallenden A 

gegen das Meer bildet, auf welchem bie fonft Üübere 
der —5*— jedesmal breitern und böchft befi perl 
birgt Kan sum Doclande die bequemſte iſt 

iere. 
eſer dritte Grund iſt wohl auch ber nächſte 

den Ic denn eben darum fällt wohl auch 
Maſſowa bie Küfte fleiler im fichern Anlergrund | 
Hofentäften beim Meere), und barum find gerade 
allen Geiten eindbringenden Horden muhamebani 
anderer Wölker hier minder Gbermüthig, weil bie 
hier. von der Natur degünſtigter, alfo mächtiger fi 
0 weit ihre Dochterzafle reiche, fo weit find fie 

* ber im Tieflande wohnenben Voͤlker immeı 
eblicben. 
s gibt uns einen Aufſchluß über bie allerbi 
mertoh ige Erſcheinung, daß feit ben älteſten 3 
Crpebitionen nad dem Innern von Habeſch vo: 
ausgegangen find; und Poncet ber einzige Riſerde 

dem Wege von Sennaar aus feinen 3 
Ge doch * dieſen Ausgang, als den ven i 


Gier auf dieſer am weiteflen gegen bie Küfße 
ec Tersafle, an beren Norbrande Diren 
zu nf dern eiten bie Herrſchaft ber H 
ne — eecbufen. Beute, ni ebebe 


Be den De a Bi Titel —— en 


*) Salt Voy. a. a. ©. p- 166, **) Valentia Tr. 
und 258. und Vincent Periplus 748. b. Becher 
Poncet Relat. abregee du n Voy. en em Ethio 
1700 dom Ch. j⸗ Obi 1 ben Lets f * 

aria 271 1 istorie de ' 

Etiopia eto. —8 que todo ello fue 8 


Freie a06- 
ei iſt dieſe Reale we Kite 


— auf (een r 


I — * 
m ae 
= 
) 8 är on Artehos Son 
* Mk ee Aa 8 aber — 











rein, sen ie an == 
andw 


ri —— in-gli (net 
mo nur —S 'e ober Brunnen aus dem Sande 
vr erquichend find ++). Won bier beginnt bie 
det ‚Eamarinbenwälder ra Hindi +}})), 
es — — en je von * 
* mi cagien ober imofen ira Kann? 
‚ melde — —— Nubiens 
‚sölhen Meeres characterificen, — Det 
Die untern Hlgel — a And vol. Ante 
I» bie —— Ko a F din, F Kir 
4 jany verſchwinden +: jier haufen Elep! 
‚in den — "be km. hg und beren 
ıngen ben ——— 
von tunen —— (m Fang ier fü 
je 50 nad Salts Erfundig: 
a ER ‚Hirtenvölter längs dem mal 


t Alvarez del Rey D. Manuel de Portng 
u Anvers A, eg 


“1 
IV. p- **) Pı —8 
— ———— 


NENNE 





| 184 Hochafrika. III. Abſchn. 6. 10. 


Saume am untern Abhang ber Brenzgebirgsteiil 
welche die trodne Johreszeit in dieſen weidenreiches 
dungen nubringen, in der naffen Jahrszeit aber mi 
Heerden hinab in bie trodnere Wüfle stehen, gegen 
Meer bin. Am Tarantapaß find es die Stämme b- 
gorta, welche dem Reiſenden den Eingang vermehren 
nen, wenn.er ihnen nicht reichliche ente 
Mefpect einzuflöfen weiß. Mur bie gum Fuße des" 
von Taranta felbft, können Kameele ale Lafüthiere U 
höher hinauf kann biefes Thier niche weiter eigen, 
ört nicht zur Alpennatur (vergl. mit dem Eingan 
Kafchmir u. a. m.), nur Dchſen und Maulthiere werbd« 
dem Alpenlande, von welchem das Kameel überall 
ſchloſſen iſt, au Laſtträgern benubt. Auch auf Salts 
ter Meife mußten oberhalb Tubbo wo bie wilde ſteile 
Iandfchaft beginnt die 35 Kameele feiner Geravane 5 
geſchickt werden und felbft das Beiten auf Pferden 
noch, fehr beſchwerlich. | 
--" Ben Tubbo an geht man s Tage bis zum Fuß 
rothem Granit des Taranta, ſtark bergauf, aber t 
dritte Tagereiſe beginnt ber befchwerlichfte fleile Taran 
durch Todel und Feisträmmer, wifchen Saltfteinb 


empoͤr, bis zum hoͤchſten Gipfel Sarar, und den € 


Turabo wo die Waſſer ſich ſcheiden, 3 Stunden aufwl 

Sn diefer fleilen Paſſage, wo bie Abyſſiniſchen Lafi 
ſich ihre Befchwerden durch improvifiren und fedh 
Chorgefang vergeffen machten *), gleich ben Schwe 
bier Inderte 3 die Vegetation. Gegen ben Bipfel e 
nen bie Geberwaldungen (Tud nah Salt, Arge bee 3 
nier b. Bruce, ob Oxycedrus virginica?**), eim | 
Holz das im Micı in voller Blüthe Hand. Auf dem 
nen unfruchtbaren Boden ber Vorterraffe Baharnagaf 
Baumarfige Euphorbie, Kollquall ***) bis so Fuß 
welche mit ihrem eronleuchterfärnsigen Bau (ein Cad 
und den karmefinrotben Brächten bie fie in Menge w 


Schleier bedecken gleich eine ganz neue Region verkün 


‘ 


die mit dem Kantufla: Baum (Prerelebium lacera 
Browne Mfcpt.) beginnt wo bie der tiefermachfenben 
cienwalbungen aufbört. Wo biefe Region der Koll 
aufhört, ba zeigen fich Höher auf Bruppen bes 
unbelannten Wärs:Baums mit weidenartigen Blä 
befien Zweige mit Lichenen behängt find; mit ihm Br 
Die kaͤltere Region ber Cederwaldungen. 


*) Salt Voy. p. 285. | Valentia H. p. 486. unb Bra 
9872 . .h) Bruce VII. p. 154, 8 10 usb 11. + 
oy. p. 236. on | 





Rerdrand, Habeſch, Alpenpaͤſſe. idg 


: Dar Gipfel des Tarantapaſſes bringt in das fichere 
Bet deußehern ; von fei blide d 
re bie böher ee eremnede — 












Diss and Adowa. Zunãchſt zur erhabenen Ebene, auf 
| liegt, fleigt man nur eine Stunde fleil berg» 
—— von der Küſte ber aufwärts 

it der Ueberſteigung biefes Gebirgsrandes beginne 
al Kfel”), wie auf fehr ähnliche Art auf der 
a Wehfeite der Ghat auf dem Plateau von Dekan. 
ber Hochebene war ſehr heiß und troden, bie Ebene 
‚ alle Flußbetten der Weftfeite waflezleer (im 
; weite Walbungen von Kollquall breiteten fich über 


| gegen Diran aus, . 

3) Umfang und Oberfläche ber Vorterraffe, 
Bartereaffe des Baharnagaſch reicht in einer weiten, 
überaus fruchtbaren Ebene, die nur von mindern 
unterbrochen if, ſübwärts gegen Antalow, 4 Ta⸗ 
weit bis zum Paß von Mecaito, der zu einer zweis 
auffeigenden Stufe führt, jebo minder Hoch *’); 
BA. aber Über die Ebenen Zerai und Serawe, berühmt 
iD vortreffliche Pferdezucht und Wieſenwachs, den Galt 
—* Teppich Engliſcher Wieſen vergleicht, bis zum Ba⸗ 


‚ einem Zufluß des Mareb ). Hier ſtehen Da: 
| 00 von Bruce und Salt genannt, in ber Ti: 
DB, Verka in Arabiſcher Sprache, Taru ift eins der we: 
vn itwörter, das mit bem Aethiopifchen Werwanbts 
| a und beißt Baum, Dure im Amhara heißt 
%)), wilde Dliven 9: bier iſt vortrefflicher Getreide: 
PB puwmel Mais (India Corn). Das Land ift außeror: 
beußlfert mit dem noch ſehr bunkelfarbigen (very 
complexion bei Salt, und nicht Eupferfarben, wie 
ſagt) Volke in verfchiebenen Stämmen, das die 
ade fpricht, und ſich für unabhängig von Tigre 
h_ Auf dieſer Vorterraſſe zeigt fid wegen ber bedeuten 
Int Soßen Berge ein weit hellerer und Elarer funs 
Sternhimmel als im Tieflande Fr), bier atmet der 
die erſte wohlehätige, erquickende, kühlere Luft; 
aber zugleich zeigen fig übera eerden von 
nur ſchwarzen Schafen +}), von weißem, feinbas 
Upeneinbvich, und ihre gierigen Feinde, die Frechen 
Byänen (felis crocuta). 
Dir auf der Mitte zwifchen der Höhe und Tiefe, zwi⸗ 
ubem wüfen und tropifchen Alpenklima, da koͤnnen bie 













Sale Voy. p. 289. **) Valentia T. III. p. 13. ***) Bruce 
IV. p. 295. 286. +) Bater im Mithridates III. 1. p. 209. 
N) — pP 339% +t}) Valentia il. pP 907. und Bruce 
° p: 2 [ 


186 Hochafrika. MI Abſchu. 6. 10. 


Wohnungen ne mit platten Dächern“) dein | 
widerſtehen. Rehr lanbeinwärts auf der Tigrete 
Genater nach alt, bei Kella nach Bruce, zeigen 
Begelförmige Dächer; bie in Antalow ſchon ganz 
werden 


Don des Vorterrafle bes Baharnagaſch, deſſen 
ſchaft neuerlich fo unbedeutend geworben if, daß n. 
jeder Dorfvorfteher biefen Titel giebt, führen gwei 
In .. Gondar am Tianaſee, deu jegigen Hauf 
von Habefch. 
Die eine führt gerabe fübrwärts über Antalow um 
re; Die andre mehr weſtwärts über Adowäa, Arun 
Eis; jene verfolgte Salt nur bis Antalew, biefe 
Poncet und Bruce bis Gonbar. 


Erläuterung 0. Auffteigen von der Vorter 
bes Baharnagafch gur ZLigreterraffe 


Vier Tagereifen im ©. von Dizan überflieg Sa 
feiner seften Reiſe den Grenzpaß von Mecaito, und 8 
zeite grasreiche Ebenen, Habjaian, ein, welche Häuft 

Felfenhügel unterbrochen werden. Zwiſchen biefen 
fenweife immer böber auf. Mach 4 Tagereifen geg 
Igte der zweite Paß, welcher zur Ebene Ayabde 

nah 5 Tagereiſen immer auf gerader Linie gegen S 

man Über den britten Paß von Ehelicut in die pflan 

chen Hochebenen von Antalow ““). Auf feiner 5 

Meife, welche Salt etwas weiter im Weſt in gleicher 

tung jurüdlegte, blieb er ebenfalls bis Antalow au 
ebenen, mit einzelnen Unterbrechungen von Bergpä 
er Ghat, nach Art der Däffe von Indoſtan, nennt. 
nächſt an Diran Über die Ebenen Zarai und Gera 
welche längs dem weftlichen Fuß bes Taranta ſich ausb 

Sie liegen abfolut ſehr bach; leider war Salts Bar⸗ 

erbrochen um bie Höhe zu beflimmen; bas Clima wa 

—* ſehr gemäßigt und die Vegetation (im März 

weiter zurüd gegen die tiefern Landſchaften. Weite 

Gerſte bedeckten die Felder und trieben Achren. Gege 

in einiger Berne begrenzte die Berggruppe von Adow« 

Hochebene. ine zweite +) noch mehr offene Ebene, 

fchieden von ber vorigen, folgt ins Süden auf fie; fie: 

Die Berge von Agame und Baramat, 4 geogr. Meil 

D., von dem eſtrom im We, durch die 1 

Ebenen Zemben und Gullibudda. Sie iſt mit Sand 





°) Valent. II. p. 50%. III, p. 21, 50. Bruca IV. p 
2%) Valent. Tr. IH. p- RO, %e°) Salt Voy. P⸗ 344. . 
@ a. O. P. 254. 598. 


ae 
m — von au, — 
ae Süden und Wellen 
I auf zu den en! 


Br, mal aan m) Kies überaus * 
anffkei jende Kette jebirge “**), mr 
at — und — ——— 20 . 


uk Bat Im & Ro. von dr Aare 


AD. ttennt, —* Sf P Berbindun beider erfehmert, .- 
J daß der Mas vder Statthalter von Zigr 
———— leicht zum unabhängigen 
on tanz chon feit Teller macht — Hohe 
2 yon im &.D. am Tigre ftoßende Provinz 
einge * Ballavölter, we in dem öftlihen 
ne vorgedeungen find +). Daflelbe po! be 
if beficht au: ch prute no wie wir aus ber 
legten Per im — 1808 vuif * Be 
im Sü fahren 
bes Rune von Ti 
Ga D. 8 de Benz, a 
e, anben Du 
Grengproving HH) zwifcgen dem heutigen 





8: “r I. 
PEN Ro We a 
7 Thevenot al pi ) — 
Yo PaßS, 294. un a There Rt 


188 Hochafrika. YIL. Abſchn. 6. 10. 
Gebiet des Fürſten von Zigre und dem mächtiger g 
zen Gallafürſten Gojzee, der jet die im &.D. a 
anftoßenbe Provinz Angote beherrſcht. Er wurde 
Bergfefte Zingilla (40000 Mann ſtark) geſchlagen v 
Das Welleta Selaffe von Tigre, der badurch biefe C 
wand ale Grenzprovinz von neuem behauptet bat 
gior bient fie feiner Derrfchaft au gegen Am 
. W. jenfeit des obern Tacatzze, wo noch ber A6y 
Kaifer gebietet. Im Süd ber Hohen Laftagebirge 
ich die weiten Hochebenen aus, die jegt von dem € 
ber EdjowsGella unter dem beräßmten Oberhaupt 
beherrſcht werden, bis Shoa und wahrſcheinlich fi 
Bis zum unbekannt gewordenen Narea. Die Zugä 
* Laſtagebirges, das bie ſicherſte politiſche Gre 
bildet, koönnen am zwei Päflen durch wenige & 
volllommen vertheidigt werben. Die Bergbewohr 
Laſta fprechen fhon die Amhara Sprache, unterſcheil 
"(chen von ben Einwohnern ven Zigre, find ruhmred 
bilden die befte Meiterei *).,_ Vom Hohen Samen f. 
Samalmon. Dem Ras der Tigréterraſſe dagegen iſt eı 
gegen ben tiefen Norden zu den Nayib von Mafl 
um zu balten. Wegen feines Anfehens nannte 
Die Portugiefen ihn Tigremaon, d. i. einen Vicekoͤn 


In der Mitte ber Zigreterraffe *") Tiegt Adom 
Mefidenz bes Mas, deſſen Herrſchaft fich fiber das . 
niſche Alpenland im DE vom Tacazze erfiredt (ü 

rovinzen Sire, Tigre, Enderta, worin Antaloı bie 
adt, und über die Küſtenſtriche Bure und Bahar) 
re nennt man diefen ganzen Umfang, weil bier bie 
** die berefchende iſt, im Gegegenſat der Amhari 
m Süd und Weſt vom Tacayge "**). 


Diefe Terraffe bat einen Ucherluß an Vieh 
bringt da, wo Ebenen find, jährlich doppelte +) ( 
von Weitzen, Teff (Poa abyssınica), Mais, und i 
an Baumwolle, der Hauptklejdung aller Habeffinier, 
um Adowa; aber Drangen, Gitronen, Pomeranzen 
naten, Bananen, werden bier nur in Bärten cultivi 
find durch die Portugiefen eingeführte Gewächſe IF) 
Daroo wächft bier wie in ber vorigen Terraſſe zu bs 
Die und Größe. Ueberall findet ng Wald, fird 
Bergwafler, daher Jagd und Baden tägliche Beſchä 





#) Salt Voy. p. 379. ) Chenbaf.(?) &. ı vro 

- Tr. IV. p. 33. und II p. 4gı. Ri Prag Appel 

2 _ UT. . 7) Bruce iv. p- 315. Salt in Valentia 
351, +?) in Valentis II, p..34 und 119. 


% tun 'befepmerli den Wand J 

— 

Dreiviertheile des Landes, fo daß nur el 
nahen ln. fann. Diee Bi & —* 







— — —2 
nur en Kal 
al hefipihtee Die erten tpurmepniichen, 
Berge diefer Art, wie 1 ie genannt 
ad don —5 a ſevra Damo, Bruce 
der Eben: Adbiestre .), 
12 —R ig wi PDäffe durch ih 


1} di bi 
Wade von den —e m ef nid Bine 


“wi, bigungen: de 
—— Der, — Yale 
In er enlan DOdlen, Beken. 


N Ingete an die wen EEE, —— 
Pr (dr («0 And.1o) Kichen in Belfen gehauen‘ 


U felfigen 
*5* Del ent ——— 


Pe — Xbuhafubha, melde er für eine von 5 


Raribala hu Ganseifär. Künftier bauen 


—5 — 5 nicht „ten Urber| 8 








ıso Hochafrika. UI. Abſchn. €. 10. 


wofkr er denn von ben Habeſſiniſchen Hofpoeten als Baus 
gepriefen iſt. Schon Eubolf *), ber baffılbe erzählt, verf 
daß fie wie alle GEremitagen (fogenannte Glufen, 3. B. be 
Mourice, &olothurn, Regenftein, Boslar u. a, im Quabeı 
Rein) in weichen Fels eingehauen find. 

Am Nordabfall von Habefch in Zigre **) wohnen ſeit & 
teſten 3eiten Troglodytenvoͤlker in Hölen, welche in unzäl 
Menge, um bie Ufer des Tacazze ***) (f. unten) in bas « 
fteingebirge (soft, riety sandystone) eingearbeitet finb, 
das Bebirge eben dafelbft nirgends aus Urgebirgsmaflen U 
bie erſt im untern fladhen Lande frei unb unbebeckt erfcheine 

Chen fo find die Hölenbewohner von Doba und Dancal 
Tanne, und überhaupt bie Troglodyten bes Agatharchides wal 
temihor, von denen Niebuhr gezeigt hat, daß es nicht die KA 
anwohner, fondern bie Bergvoͤlder ber Zigreterraffe —* 

eß giebt uns einem merkwuͤrdigen Aufſchluß über dat 
Alpenland Habeſch. So weit naͤmlich rings umder die Grej 
birgskette ſo wie fein hohes and tiefes Flaͤchenland bereifet 1 
den ift, fo weit ift es mit außerorbentlid mädtigen S 
fläögen und nad Salt’ Bemerkung höher aufwärts meift 
taten Schichten bedeckt gefunden worden. Daher zeigt 
große Sinförmigkeit der Bergformen durch das ganze Do 
unb felbft bei dem oft feltfamiten äußeren Anfehen. 

Wie weit diefe Eharacterform nady bein Innern fortfekt, 
über laͤßt fi bis jeht noch nichts mit Beſtimmtheit fagen; 
hoͤchſt merkwürbig ift die Analogie dieſer Bildung mit ber 
©üdrandes von dodafrita. Hier in Habeffinien wie dort fi 
ſich gar kein Bolbfand, dagegen überall auf ber Oberflaͤche fo 
&ifen, und zumal in Begemder an ber Oſtſeite bes Nilquell € 
daß man nicht einmal barnady zu graben braudt. In mat 
Provinzen courfirt hier das Cifen als Feine Münze +) (f oben 
rand 1. Abſchn. 3. K. Erl.2. Anm. ı. und unten über Berbrei 
ber Metalle‘. 

Unter ben Bergen Habeffiniens, auch in ben Provinzen 
men, Ambara u. a., felbft aber auch mitten ans den Ebenen, 
en Felſen oft fentreht auf wie Ihürme, Pyramiden, tele 

ürfel (metae maximae, arces quadratae etc.) bie nur ü 
eingehauene Stufen oder auf Leitern zugänglich find. ' 

Auf dee Höhe find fie flad, eben, voll Aderfelder, BEI 
Quellen, Fluͤſſe, Elein von Umfang ober groß, zuweilen feld, 
gereifen Lang: Diefe characteriſtiſchen Berge nennen bie Hal 
nies Amba 1*). Daßer bie häufigen Benennungen der Orte 
Amba, wie: Amba Beshen bas Königliche Staatsgefängniß, | 
ba Quexen +++), wo die hoͤchſten und fleitften biefer Felſen 
folen; Amba Bideon, der berühmte Judenfels, bie Beiden 
Gtatthalters von Samen; Amba Ganct, bie Beftung , 





*) Lud. Tlist. Aeth. IT. c. 5. u. Comment. p. 235. **) 
G. Riehuhr über Troglobiten in Zigrö im Mufeum f ur 
B. 4 B. 1810. ***) Bruce Tr. IV. p. 32. +) Alvareı 
‚de Ethiop. f61.64. ++) Ludolf His, 4 L. Le 
Fᷣt) Telles bei Thevenot. p. 3%. De 





gt man bann jen 
Beb,- fondern ziehe zo siele Ta u —* he u ber 
6 Hodla ——A —X mtefle, h 
Fr N gamalmon, Be 
je weiter 37 Amba von der dahinter liegenden Sohn. 
a das untere Land hineinrüden, befte ifolirter, ni 
ag geringer werden fies aber auch deſto baroder w 
men (mie bie Piletberge am Gap ber guten Gehe 
— ſchen Sunderberge, wie bie Adertbacher Saudſteln⸗ 
Böhmen). Sie bilden fla oft ſchmale Mauern, bie 
r Binden zu widerſtehen fi einen ‚ ober cubiſche Waffen, 
R (in shape of a hearth-stone, fagt Bruce), Obelis- 
En, ja unmgefeßite mit der Gpige aach unten (wie 


‚Buße biefer 2 Amba und ber buch * e grbitbeten Serraffen, 
Selsträmmer, und bie Ebenen find überall Sande 
vom Zrop en bewä ent ab daher nıit der Apr 
tion und mit Humus bebedit. Dieſer an „ 
ihn herabfchwenmen und anhäufen, in se, 

u ande, ber Kolla und Mazaga einen ganz 32. 

MR Gharacter. ( S. unten.) 

merk. 2. Ti Eseerzaife als eh Ar v⸗ 

bes Reit, n ber Mitte diefer von ber Retun bes 

m, das benachbarte Meer beberrfchen men Ziele = 21 

‘die Baum wieder aufgefundenen 


ky 24- “)B Tr. IV. Ludolf Bist. 
Y ax —— — ——— Ir. 





ige Hochafrika. TIL Abſchu. $. 20: 


Drte, von benen aus bie politifhe und geiſtliche Herrfe 
* und Cultur ſich über das Alpenland verbreitet 
en. 

“ Hier, eine Zagereife im We von Abowa, an bei 
migen Berggruppe am obern Marebfluf, am Ausgange : 
ten, überaus fruchtbaren Thales, liegen zwifhen 2 9 
Ueberbleibfel von Axum *) ober Acachum ber Portugie| 

3u ben nahen Hügeln hinauf führen noch große 
Stufen, in einem ber entfernteren find Grotten und w 
Gemaͤcher mit Säulen: geziert, in Belfen gehauen. Im 
die Sage, daß bier das Grab der Königin von Gab 
Rad Anbern foll in diefen Königsgräbern ber Habeffiı 
geut Galeb Regus (ein Zeitgenoffe Kalfer Juſtinian 
GHrifti Beburt) beigefept ſeyn ***). 

An dem baran floßenden, von einzelnen majeflätifhe 
baͤumen befchatteten Thale, liegen viele Zrämmer, große 
die wohl einft zu einem großen Ganzen gehörten. Aber 
nige bavon verratben jest noch ihre Frühere Beſtimmung 
Königftuhl aus Sranitquadern, bie Wafferbehälter u. a 
zuͤglich mertwärbig find 2 Bruppen von DObelisten, bei 
gegenwärtig noch 14 bie 15 von Salt +) zugezählt wurd 
unter 7 große, nicht unter 36 Fuß lang mit Ornament« 
faft alle umgeſtuͤrzt. Priefter erzählen, daß es einft 55! 
gewefen, bie von ber Königin Badit aus Amhara im 3 
niebergeworfen wurben. Rur zwei ſtehen noch, aber der 
Aberaus ſchoͤnen Berhältnifien, aus einem Granitblod, 
hoch in die Luft ragend (nach ber zweiten Reife 60 Buß a: 
Sranitblod, ein volllommenftes Kunftwerk) ++), verkuͤ 
noch in weiter Kerne die Stätte eines fehr alten, feit 
fenben verfhwunbdenen Eultus. 


Ein Stein mit geiehifger Inſchrift (die neuberichtie 
ber Inſchrift f. b. Salt Voy. Tabul. p. 411.) fagt noch, 
einſt ber Mittelpunct bes mi tigen Sakerfnifhen Reihesn 
Diefed konnte aber erfi nah dem Untergange bes Ptol: 
Reiches blühen, weil zu beffen Beit bier in ber öfklicye 
Dabeffiniens noch, Feine große Herrſchaft, a Emporiu 


wenigſtens keins bekannt geworden iſt 
Dagegen bluͤhete vor ber Ptolemaͤer und zu ihrer |; 
der We bit am Nil ober Aftaboras » Zacasze F+t+t) d 
von Merde, beffen Untergang vielleicht eben bie Beranlaff 
Wahsthum der Axumitiſchen Herrſchaft wurde, Au 





*) Der Grunbriß von Arum in Valentia Tr. tab. VI. ' 
lez bei Thevenot Rec. p. 18. ***) Ludolf Hist. 4 
II. c. 44. und Salt in Valentia Tr. III. p. 82. +) 
Valentia. Tr. III; p. 87 u. 180. ++) Salt Voy. 
Hm) Inser. Axumit b, Valentia tab. ı6. und Rieb: 
die Arum. Safer. im Muſeum f. Alterch. W. 2. 8. 
21810. ttft) Agatharchides excerpt. ed. Hudsor 
6 Fl Dale Drten b. Riebuhr u, Salt. Hit: 

oy. P. o on . 










a Betennte Keitihe ZRadt, ech gi 

— ze em, er ya * & 
Bid! Li e 

A —— wei dle ee 

itie bes Parther Reihes gebroden ward. Mon 

nifhen Raifern wurde ihnen ur Zeit, wo bie Aras 

uch Mohammed fih über ergoß, ‚feger ein 


tum wahrfheinlich Griedifge Gultur nad dem Has 
Üpenlande. Auf. ber S fügen Sirein » Zutritt 
her Rlnig Aiganas (333 aaq Chr. Geb.) einen Gohe 
finen König der Xrumiten, Homeriten (f. Ares 
Baridan (ob von Rhaba, 3 Tagreifen son Bann?) 
löpen, der Sabäer, von degia, Ziamo, ber Br 
Beja? jept eine Provinz 2 Zagreifen im R. von Das 
Aiter ben Serrſchaft des Nayib nom Maffowa) und Mas 
diefen benadbart), twmelde beide Iegtere auf ber 
m zur Bavzusırur und Tosasov. @s sehe aus ige 
errichaft des Kiyanos heroor, ber ſich Bam Bası- 
ig der Könige titulirt, mie ber —A Kaiſer dee 
h-Negsshi. Gr feierte durch dieß Monument einen 
die rebellifchen Boja, zeigt an, daß er fie verpflanzte 
Krane Hrovinn, deren Name leider unleſerlich if, und daß 
dem Xres eine goldne Statue weihe, drei ven Silber 
Mafodie vom Erz. Won biefem einft wichtigen Welke ber 
Dt Buja giebt fon Ebn Haufal (a. 950) +) einige merk⸗ 
Roriäten und nach ihm Ihm al Wardi (a. 1348). Das 
war hier alfo Prieſterſprache, das Krabifhe aber ward 
der aoojährigen ‚Herrfhaft der Axumitiſchen Könige- 
MS, wenn es nicht ſchon früher bier herrſchte. Denn wenn 
Am neueften Forfchet für waßrieinli gehalten wird +1), 
fie älteren, die Arumitifhen Habeffinier nit für Aus 
I federn für Arabiſche Gingervanderte gehalten +++), 
weicher auch Murray der große Srientaliſt und 
fh der zweiten Ausgabe von Bruce's Reifen ‚tet 
Travels 2. Edit. T. VII. pP. 455). Ihr wiberforiht 
Üf von neuem durch feine im Bande gemachten Beobe 


Shen. IH. ©. 428. ) Salt Voy. p-404- 
a Nlacabor. Callim Fir 163 
&. 4) Rbm Haukal Orient Ghogr. p. 13. u, Al Wardi 
‘ eımia. Ir . pP: I 
” Ash: — p- 20m und W."jones 


= Bach, Allar.. T. B. p. 1-3 


194 Hochafrika. III. Abſchn. $. zo, 


Dieß beweiſet bie Sprache ber Bewohner dieſer 
Geezſprache ber Agaaziſtaͤmme, von welcher bie Zigre 
ein Dialect *) ift, und weldye einft bie Axumitiſche Go 
gemeine Sprade, eben eine Tochter des Arabiichen w 
aber gegenwärtig in ihrer urfpränglien Geſtalt verlo 


Auf der Rädfeite ber Sriechiſchen Infcription von 
deckte Salt noch eine zweite Infhrift mit alten Aethioy 
racterenz wären biefe gleichzeitig mit ber Griechiſchen 
fo würbe bie gegen Murrays und Anberer Behaupt: 
(Bruce Tr. T. II. p. 402. Rote), als fey das Aeth 
zbebet fo wie das & tifhe, erſt dem Briehifhen u 

ieſe Xethiopiſche Inſchrift zeigte alfo das Altefte : 
Alphabet der in Arum geredeten Geezſprache; alfo eiı 
ſches, denn es ift völlig vom Griechiſchen verſchieden. 
—— von hohen Alter ber Sprache war auch ſch 
(H. Aeth. IV. c. N Salt bat im Cosmas Indicop| 
einer Opinio de Mundo L. I. f. Montfauc. Coll. P 
eweis aufgefunden, daß bie Geezſprache zu beffen 3: 
Ehr. Beb.) fhon am Hofe in Arum gefprochen wurde 
unter den Thiernahmen bie er bort anfährt, aud bei 
vom Rashorn einheimifhen angibt: Arwe häris (äpı 
ein Appellativ das fid) aus dem Geez erklärt **). Bi 
@alt es für wahrfcheinlicher ***), daß biefe Geezſprach 
einheimifche, mit einheimifhen Alphabeten, Feine aı 
eingewanderte, bie Abyffinier alfe keine Arabifhen At 
fegen. Er hält fie für urfpränglidhe Afrikaner, für 2 
Aboriginer, die fi mit Klächtlingen und Vertrieben: 
gnpten (wie etwa bie von Pſammetich vertriebne Krieg 
rittehalbmalhunberttaufend Dann, wie Herobot erzählt 
ten; bie Arabifche Verwandtſchaft leitet er eher von ihr: 
als ber Araber gemeinfamen Abftammung, von einen 
Volksſtamme her, ber dem Hebräifhhen noch näber ſta 
Sprache, Sitte und Character bie frappanteften Uebere 
en noch jest zwiſchen ben heutigen Abpffiniern und 
ebräern ftatt finden. 


Nur die Birtenflämme ber Agaazie auf dem Küften 
en jent noch bie Geezſprache, aber verderbet, ſelbſt dı 
Abba Bregorius konnte Ke nur Iefen und fchreiben 
ſprechen + Die Zigrefpradhe dagegen ift gegenwärt: 
allgemeinfte, vom Tacazze oflwärts his zum Arabifhen 
ſprochene Sprache; fie it eine bem Arabifchen und zwa 
Arabia felix verwandte Spradye, fie ift gegenwärtig fi 
bara fprechenben Habeſſinier die einzige Schriftſprache 
aber felten einer verfieht, und bie nicht wie das Arabi 
von wie bas Briehifhe von ber Linken zur Rechten 
wirb. 





») Waters Mithribates, Ze Ih. ıfle Abth. S. 106. 
Voy. p. 417. ***) Salt Voy. p. 458. p. + 
Comm. £.dı. +1) Murray Appendix 
Vocabulary T. II. p. 491, %. eat i#_Valentia 111 


⸗ - 


Er die erften Ghriften, Caſchtam ***) ein Ras 

den jegt noch jeder Habeffinier ftolz ift. 

ztius und Webefius, bie Apoftel von Slhbeſch, dem ers 

53 +) erbaut worben, welche an ber Kuͤſte 
is 






ſtrandet gar, wurden F ser zu Arum 
Bazana, ober nad ben Paberflute 
"5. i. Ahrabam) aufgenommen, Dem oben 


rn DR jentius wurbe 

15 ganz Zig m in Tue a das a 

* —* gemeinde, Io, —— —*5 — 

En 159 nad; &hr. Geb. bite Derienigen Beifear 
ee fe bio heute ned) In fo hohem Infeon 


Pelefer, Abıma (Ab: imm 
ee 
Tagen Eon ale Begus (der Sie, 
—8 ihrer Bieubenes Fr ‚er — — unter den 
wa Xım (circ. I .), Tuchten fie sun 


Iir, 


Rache den —— Ku en ID 
IR feine 1 —* öiberfaßer, die- Partei vet Abde 


ie un nad) und der Kampf ber Kafch⸗ 
Di Moslemin ei welcher 

‚ wenn aug nicht mehr von allen, doc 

en mit. der gebften Grbitterung und eu 
inder grenzenden MWölter fortgefept wird. 

ſeit At -al® taufend Jahren das Mollwert 

‚gegen ben alles überfhiwemmenden Je · 

‚biefen Theil von Afrika geworden (f. unten 


En 








196. Hochafrika. Il. Abſchn. 6. 10. 


Anfänglich festen die Habeſſinier ihre Einfälle über da 
Meer nad Yemen fort, bald aber nachdem bafelbft bie We 
Khalifats ſich entwidelte, begannen bie Muhamedaniſcher 
an ben Habeffinifhen Küften zu landen. Den erften Gingaı 
ihr Glaube unter den Bewohnern des Käftenftrihe vor 
Beyla, Dancali, Baylır, ven wo aus ſich bie Aethlopifce 
homebaner bald in Bruͤderſchaften verbanden, die-in 24 Di 
vertheilt, jährlich wächende Kreuzzuͤge *) gegen die Kethi 
Shriften bes Hochlandes vornahmen. Dieß find bie gefk 
Dobas (mas Pearce’s neueftem Berichte fol Doba, heutzuı 
Name eines Negerſtamms (?) an der S. O. Grenze von & 
den hohen GBebirgen feyn **)) unter denen nur ſolche ale 
fen aufgenommen werden Tonnten, die ſchon eine gewiffe 3 
Striten erlegt hatten. Unter bem fiegreihen Mahomeb € 
König von Abel, ober Adaiel, wo jegt Arar und das Reh 
zur im Oſt von Shoa, war von biefer Seite bie größte. 
Für das Hochland, feine Unabhängigkeit zu verlieren, all 
dem XAethiopiidien Kaifer David (1520, bie erfte Portugiefij 
Tandtfhaft, bei welder Alvarez war, traf ihn im Lager, 
Grenze von Abel am Hawaſchſtrom), und fpäterhin unter 
Mus (1542) duch die Hülfe der Portugiefifhen Truppe 
Diego de Bama befehligte, die Sache ber Habeſſinier trium 
und fie ihre Unabhängigkeit und ihren Glauben erhielten. 
wurden bald barauf (1558) von Goliman Basha weiter in 
den die Hafen von Euafim und anaflomad nebft der Inſe 
Lac erobert, und ſeitdem die Habeffinier alles Zutritte zum 
beraubt °**), zu gleicher Zeit als fie im Süuben, von ihren 
barften Feinden, den Balla, Uberfallen wurden. Bon ber ! 
ift ihre Eommunicatien mit dem Meere nur theuer von de 
‚homedanern erkaufte Vergänftigung, bie häufig durch Fehbı 
ſchen beiben Theilen unterbrochen wird. 

Dod) Scheint es, daß bie Spaltung des Islam, feit i 
formation der Wechabiten, eine Ohnmadıt der Türkenherrfi 
Jidda und auf dem Arabiſchen Golf herbeifährte, durch 
der Zutritt der Fremben zum Lande von Habeſch erleichte 
die Wiebetherftellung ber alten Herrſchaft eines Baharnagaf 
derum begänftigt worden ift. na 

Während diefes Kampfes an ber Außenfeite ber Tigroͤt 
welcher für das ganze Habeffinifhe Alpenland fo widti 
ben ift, wurbe auch das Innere burdy mannigfaltige Fl 
Lämpfe +) bewegt, die wir hier nicht weiter zu verfolgen 
weil fie uns minder localifirt erſcheinen. 

ier nur, daß auf der Tigreterrafe audy die älteſten 
mente der Ginführung bes Chriftenthums liegen, bie Zelfen! 
"von denen fhon oben die Rede war. Gehr viele find & 
ganze Zigreterraffe verbreitet ++). 

In der Mitte ber Ruinen bes alten Tempels zu Au 
aber auch bie neue Hauptliche des Landes im Of vom j 





°*) Alvarez Hist. deEthiopis, fol.58. ) Salt Voy. 
wr#) Valent. Trav. Ill. p. 261. +) &. bie Ha 
Geſchichte unter Socinios ober Melec Segued von 
++) ©. den Grundriß bei Ludolf Comment. p. 235. 


. — 
Acherd Oabeſch, Alpenyaſſe. 197 
in einem edeln großen Styl. In ihr wur⸗ 
—X Babeffin: ee —35 a Aelter 
m —— *#*), (drei Stunden von Axum) nahe 
der berkhmte Yaupıfig der Portugiefifchen Mif: 
ihr egter Sufluchtãoxt zur Zeit ihrer —— 
af finer letten Reife im erden von Diran, das zu 
* feiner ‚Reihthümmer und Heiligkeit — 
ſan*), ieet, in Truͤmmern liegen, in wils 










bas Etemiten⸗ und Kiofterlesen fehr im Ger 
nimmt oder nahm es einſt zu auf bem höherm 
duch ein Bit auf bie Karte giebt dieß durch bie 
19 des Wortes Debra zw erfennen, - immer ein 
den Aufenthalt von Klofe bezeichnet, 
breühmte Debralibanos in Shon (Kon). "Mr. Pearce 
dem hohen Laftagebirge, an der Suͤdgrenze von Zir 
Nähe-der — bie heilig Gedaltne — 
la Mariam +) vom Ki — — im X 

— Arq iteciut, ſehr der von Abba —* 
UI), unb fanb de (hreibungen bei 

mb Eubotf yehäkarı aud) zeigten ihm bie bortigen Prier 
Portusichfäe und Lateinifhe Bücher als Neliquien vor, 


ktung 3. Auffleigen vom afen Baylur, 
Bre und Ampbilabay jur Kigröterraffe, 


Een u a m ir 
‚ aber wenig Auffcpluß Über die Ratur des 


— Baylur (Belul) unter 15 Gr. 5 Min. R. j 
ni aber a he — — N 
1» Q 
Eingang in das land 
ward er Va die Rindern —X 7. r 


wenen, em, glüpentfeifen — Dancali ein 
3“ ge Dan — 3* * —eã 
je ebt man are 
leres —8 dye dem —& 
BE * 38 erfgien +11) 
Saum des Pr 83 van: 
Kein weite unfeuf tbare am. in wei 
Aplen fie anf dem — gueleniofen on 


Tr. III 296. u. Fin in Valentia IIL 23 .87. 9%). Tok 


er ***) Balt Voy. Ba 2) Sal 
302. "Didi ie Aeil iS: W «8. 
173 PR ‚Habeffinien, 1%, ©. 134 


68 Hochafrika. I. Abſchu. 9. 10. 


den, aus dem hochſtens nur Galgwafler *) Bervori 
fücchterlicher Gewalt trafen. 

Dieß iſt die Salgebene, in welcher gewiſſe 
das einzige Merkzeichen ſeyn ſollen, den rechten & 
die Fläche zu finden. Nach, einer ſcharfen 
Weges, gelangte man jenfeit (wahrfcheinlih im 9 
Salzebene) zu ben erften,, felfigen Päſſen, wo fl 
Wald und Brunnen finden. Aber 3 Tage fleigt w 
biefe von Stufe zu Stufe, von Felsvaß zu Fels 
durch, ehe man zum Fuße ber hohen Bebirgsketie x 
gelangt , wo Kühlung und fließende Ströme bie eı 
Garavanen erquiden. Sie trennen die Länder bı 
und Gallavölker von Habeffinien. Bor dem legten 
paß kehrten die Cameele um, weil das Land von 
nur mit Maulthieren durchjogen werben kann. 

Nachdem biefer Paß von Duan Überfliegen 
fangte Lobo in 5 Tagen nach Sremona (und die| 
brauchte Salt von Antalow nach Abowa bei Krem 

Auch von Bure, an der Küfle, unter 14 Gr 
führt eine dritte Paffage von dem Küftenfaume n 
auf Zigre, die mittlere der drei genannten, när 
Bure nach Antalow °") Als Salt in Antalow wo 

e ibm als die kürzeſte mit der Küfte von Bure iüı 

aylur vorgefchlagen. Mon Antalow dahin ſollt 
Zagereifen ſeyn; nur eine derſelben foll für Kafıl 
Waflermangel nicht gangbar ſeyn. Noch herrſcht 
einige Ungewißheit; fie fcheint durch die Gebirgsh 
Dumboeta fehe unficher für Waaren und Dienfd 
dort häufig ermorbet werben, weil die Derrfchaft 
von Kigre nicht Über ben Gebirgsabfal im Oſten ve 
bern nur bis zur großen Galzebene, 

Dritte Daflage, von ber Ampbilabay, ı 
auf Zigre. Diefe ift die nördlichfte der drei gı 
und wurde von einem Geſchäftsträger Salts im S 
surüdgelegt, von Mr. Coflin ***). &r gelangte vi 
Januar, von Madir an ber Ampbilabay, nah 8% 
ıgten befielben Monats gläcklich in Chelicat bei 
an. Mach ben erften 3 Xagereifen, etwa 10 geogı 
von ber Käfte landeinwärts, waren die rauben, 4 
gebiege gegen bas tiefe Käftenland, überſtiegen. 
weltlichen Buße breitete ſich bie große Salzebene aı 

ueer Über, zu durchfegen, brauchte Coffin 5 5 
Senfeit an ihrer Weſtgrenze beginnt bie Herrſchaft 





#) Zelle; bei Thevenot. ©. 25. **) Valentia Trav. 


und Salt Voy. p. 148, 157. vergl. p- 308, 812, 
Coffn Journal ber Ei: oy. * ig. ‚5 


— Habeſch, Alpenpaͤſſe. 199 
der Einfluß der freien Stämme ber Dim: 
—BR aufhört. Die Saizebene zu 
man von den Anwohnern, gelodhtene ©: 
lem von den Blättern der Zimergpalme, Im 
eher Saljebene erhebt fi der Be bes © 
en fo vo aber nicht fo befchmwerlich gu 


— — — 5373* 
‚zu den Dan jten, bewo ie 
fe. ' 


en Beth ah ale ein wie 
Lil Li er Jahrsjei um 
n fand Hier Regen und d Sturm 


» beitern, blauen Dimmel und bie 
" Platcaus mit ber Kornernte befchäftigt. 
breitete fich bie Ebene gegen W. aus, über Die 
Amen, Diebe, Chelicut nach Antalow, 
Ken. — Die 


hlitbene (tevra salis), welde bier als die exe 
Hundes über bem — mftric von —— 
And bie Proving Tigts von Dancali trennt, 
dt Balgaba genannt, und war bem —E 
imdorfen **). Uber zoo Jahre fpäter zu Sobes. Beil, 
—— König von Dancali im Beflg 

190 geofer Bebeitung itt, da ganz Hadef$ von 
derfehen wirb, und es noch als Fleine ne 
jr Hauptftadt, gilt. Die Galzterrajfe IR 4a 
Dub eine breit. Es wirb Gteinfalz in ihr gel ode: 
Fe) beſcatadt Baylur (d. h. Gteinfalz) ihren Rus 


ende Rı rät yon Be: Det A flade 
on R.D. nah G. W. gereifen 
der Breite hindurd. FH "ehe bir inde 

ai eis feft, fondern faräpfei,, a fant 
[N Kaqher 


om! irt, wie ee —— &i Eis! 
* a Aefte von 5838 jaten ara, D 
m Ja der Mitte ber weil ne erhol a fh zwei 
von feltfamen Anfehn. An ihrem Weſtrande waren 
‚mit duspaun der Sal} füde in Geſtalt von 
bfääftigt. Das Calı det in ger iontalen Sqhie 
a ein Das unter der Oberfläche liegende. 
ein, je tiefer, deſto grober und weicher, . 
3 ar gar ausgefegt ift. An mehrern Stei⸗ 
—E — fein Sein, aan arg ne © “ 
fe.‘ jebene Li A 
eat 2 Senafs im * he ein Oberhaupt 


Mendez bel Tellez und Ludolf Comment. f. 106. 
arez Hist. de Eıhiop. fol. 54. ***) Poncet Leit. 
T. 9.79: H Bruce Tr. 3, p, ızı. +4) Sale Voy. 


IN 


SE: 





Mies 





200 Hochafrika. II. Abſchu. 5. 10. 


oder Shum, welcher für ben Ras von Tigrs den Salzzo 
nimmt. Gine Cameellaſt, zu 200 Städ Salz, zahle bar 
Städ als Zoll; eine Maulthierlaft, zu go Städ, jahit < 
die Laft eines Eſels 6 Stuͤck Salz Zollz alle Eaften, von 
fhen getragen, ziehen zollfrei *) hindurch. 

Allen Reifenben, bie bier durchzogen, begegneten greoi 
ravanen von 3 bis 600 Laftthieren, Ochſen und Eſel, mit ' 
falz beladen, welche es nad) dem Alpenlande transportire 

‚Ss wird in Zäfeldhen (tablottes, ladrillos) von ı Q 
(anderthalb Palma, fagt Alvarez), 3 Zoll breit unb eben 

efpalten,, davon am Steinbruche 120 bis 130 Gtäd, zu“ 
Bett, eine Drachme Boldwerth hatten. Aber eine Tagere 
Bruch zu Gorcora, gab man für baffelbe Gold ſchon 5 bie 
fein weniger. So minderte fid die Zahl immer mehr mi 
Station, fo daß zu feiner Zeit in Bondar 6 bis 7 einen . 
galten. (Zu Poncet Zeit hatten 10 3 den Wert 
Livres). Und dennoch erhält man, nah Alvarez Be 
tiefer Ianbeinwärts für 3 bi 4 Stuͤck nod einen Gclaven 
enblich werben biefe Salztafeln mit Gold aufgewogen. 

Auf ben Markttagen zu Antalow fand Salt **), baf 
ftüde von 2 —3 Pfund Schwere ben Werth von bem Dre 
eines Dollar hatten. 

Es ſcheint, daß diefes im oͤſtlichen Habefh ber einzl; 
ift, wo Gteinfalz gewonnen wird; und darum fleigt es um 

öher im Merthe, weil bie Gallahorden feinen Zugang im 
hwerliher gemacht haben. Ueberhaupt ift nah allen B 
die Straße nah Zigrs auf diefem Wege mit großen Wi 
feiten verbunden. 


Erläuterung 4. Auffleigen aus Mayaga 
Kolla über ben Eomalmon sur Ebene v 
ondar. 


Diefen Weg namen meiftens die Portugiefen, 
die Sefuiten, als bie gewöhnliche gendels afe vı 
Vorterraſſe des Baharnagaſch nach Gondar auf ber 
Dembea. Sie muß wohl die kürzeſte und bequemfkı 
denn von einem andern Wege von ber Zigreterraf 
nach Gondar erfahren wir gar nichts. Nur ber einy 
varez giebt uns eine boch auch wenig befriedigende 8 
bung bes Dee von Fremona über bie Kigrekette na 

ote, Über Amhara und Shoa nah Debralibanes: 
Stufe, die bei ben gegenwärtigen politifchen Unraf 
Reiche wohl gar nicht zu burchreifen feyn würde. 

Salt konnte von Antalow aus wegen der Gpalt 
die zwifchen dem König in Gondar und bem Ras v 
gre flatt fanden, nicht weiter in bas innere Land v 

en, weder bei feinem erflen Befuche in Tigre, n 
Seiner zweiten Reiſe im Jahr 1809 und 1810, Wo er 





*) Balt Voy. p. 201. #*) Valent, Tr. II. p. 58. 





m in das ei; 

— eat 

ul he Gönner geworden war, 6 darin 

j andelsſte uch Poncet 
— ae 
ln DR rg 

M Ziefe 5 San [7 Fans 
Fersen le, eine Groiiterunn genen DK 

. Bon d Ih niedrigen, walbigen 

ee 


das .xı 13 a 
-allmälig je mw 
jortritt, * 









— 
ide nficht wenigſtens in om HT 
ihre Beltandtheile und ihren Einfluß auf. 

betrifft, ſeht in Siorifel gesogen werden müflen*). 

kommt es wohl, daß ein Rürzerer Weg ebenfalls 

u Dibarwa zum Pamalmon führt, indem man dann 

bt den Zaranta zu befleigen braucht, daher, daß man im 

A von Arum zum Lamalmon erſt wieder zu einer etwas 

Hiegnden Provinz Sire abwärts, und nicht aufwärts 

aus deren Tiefe man dann zu jenem Bergpaß gelangt. 

Birfe überaus zeigende AR feine nebſt den 

Baldubba, Tichectin Girana,. Serke, u. a. ger 

erden, die Worthäler ber Seseffnifäen Alpenfercaffe 

I, theifie in die größere Tiefe Dinabfällt, wie auch 

ochaſtens gegen bie Bengalifche (Ebene, 

‚ertaffen von Butan, Nepal und Kaſch— 

Hiele lange und ſchmale Vorthäler liegen (f. unten 

, Alpenland Butan u. f. 10.). Rande, 

‚mit ihmem, ‚nicht in der Tiefe, und nicht, in ber 

h ufen dort bie Handelsftraßen hin, gerade wie hier, 
Im Niger: , Senegal:, Gambia : Quelllande *"). 

th) das nördliche Grenzgebirge,. weldes von S. D, 

B., wahrfepeinlich in vielen parallelen Ketten und 

ſern ſtreicht, wie, dieß nicht mur die Analogie, fon: 


N) ©. Roziäre description mineralog, de la Valle de Kos. 
— 


. len» 
Ener I pr ok U. Wrunge arte Bere. 


202 Hochafrika. IT, Abſchn. $. 10: 


bern auch bie Vergleichung bee Meifefournale ve 
Jäßt, brechen nun alle Stroͤme Habeffiniens hindurt 
Tiefe, wo fie fih endlich in bem einen Nilthale ve 
Sie bilden da bie unzähligen engen, fleilen Schlil 
Ausgänge, bie reißenden Stromfchnelien (davon 
easze, das ift, ber Furchtbare, heißen fol) bie Fel 
änge und in den weſtlichen Hauptfirömen gerade 
toorbredden aus der hohen Alpenterraffe ) die N 
le (Catadupen) , welche feit den älteften Ze 
eut gu Tage, mehr ale Wunder befchrieben werd: 
als Erfcheinungen, welche allen Wafferfuftemen, fı 
nur die DHochländer der Erde am Rande buschbred 
meinfam find. 

b) Der Lamalmonpaf. An dem Anzofl 
sem ber unzähligen inken Zuflüfle des Tacazze, w 
der Provinz Walbubba (d. h. bas Hyänenthal), au 
Urt wie jener durch bie Wergketten dringt, ba begi 
Auffteigen aus den Wilbniffen ber Tiefe zum Laı 
paß. ergreihen hinter Bergreihen Reigen immıi 
auf, in der Form jener Amba’s oder Tafelberge, ba 
&en diefer Bergzüge, Shabagaanah **) genannt, ift 
nah W. Den zweiten Kag auffleigend, erreicht 
erſte Stufe bes Habeffinifchen Alpenlandes, Guca ı 
3a **") ber Portugiefen, mit dem Orte, ber heute 

ait beißt (Bruce). Nah Tellez fleigt man zu if 
U aiben Tag fleil aufwärts, auf einem Zickzackw 
Zurner bie Däffe von Butan und Tibet befchreit 
ganz wie 1,8. auch aus dem Wallis nach Leukerb 
dann zur Gemmi Binauf). Oben ifl eine weite ZU 
welcher die Kafılas Raft mahen. Der zweite Te 
wiſchen furchtbar fleilen Abgränden immer auf d 
bin, zur weitern Bebirgsebene St. Michael, wo nı 
wahre kühle Alpenluft weht, da noch am Fuß⸗ de 
der Bafls des Lamalmons, tropiſche, unausſtehliche 
herrſcht. Won bier führe der letzte Felſenpaß, ein 
artig auffteigenbe Dergwand auf die Höhe des La: 
So fteil und furchtbar er von ber tiefen Nordfeite ı 
auf der Höhe breitet er fi in bie große Ebene aus 
nun viele Wagereifen durch Woggara (das befle 8 
bis gum See won Taiana fortfegt, und die Dochter 
Habeffinifhen Alpenlandes conflituirt , die zuglei: 
die berrlichfien Alpenweiden, durch Kornland und di 
ligen Holzmangel fich characterifirt. 





*) ©&, Renuell Appendix in M. Park trav. p. ] 
#*%*) Bruce Trav. 2. Ed. T, V. p. 368. ***) ud 
Acth. L. I. GC. VL 





j Br —E —J— FE a 
= en test 
en 


„— De nen D: 2 it Sinnihe, und im 


Reife: 
tm Ag — 


—D—— — auf de 
RR 
% fo mit —* 
—— — daß wer ihm an —— Stellen 
— es durchwaten kann. reibung. 
1 Beltdetten, mie Salt es aaa fimmt fe 
Mit der Vildung unentwidelter Gteomberten f 
fivier, Zalre u. a.). Die beiden höchſten Gipfel ber 
r welche Bepeda (in — EN 
t ihm im DOften) und ai, beißen, 
im April.mit Schnee*’*) bededt, und als Nr. Pearce 
stöher das Gebirge Üüberflieg hatte er dort einen hef ⸗ 
fall, und fand in den Thalſchluchten ſchon häu— 
ud Eis. Beides ift alfo nicht fo umerhört im 
wie Bruce behauptete; obwohl es in dem übris 
m des Landes eine Seltenheit bleiben mag. Dau⸗ 
jeegebirge ift hier aber nicht. 
Bewohner des Gamengebirgs_ von weldem bie 
toding ben Namen Miber ‚ find das Hirtenvolt 
"4 1. eigenthümlidger Sprache, in einem weibe: 
mit — hum. 
Sur dhen, Da die neuere Zeit gint 
* er Rieſenberge der Erde nad der Schnee—⸗ 
maßen beflimmt werben Fann, und da wit Wergleis 
mee für diefe Aeguatornähe berfelben in Amerika hät» 
la, fe würde die ältere Behauptung, als liege auch Hier auf den 





9 Tellez bei — — ee Be Ach. * * 
'Thewenot_ Rec. ‚pr 37 t Voy. P- 281, " 
BIER. Voy. p- er 


04 . Hochafrika. LU. Abſchn. $. 10. 


en Gebirgen Schnee, ber unter andern aud bı 
einen Waſſerreichthum barbiete, uns einigermaßen zur Be 
dung ihrer Höhe bienen können. 

Aber eine genaue KBergleihung aller verfägiebenen At 
über biefen Begenftanb ergiebt, daß im Habeffinifchen wie 
thiopiſchen Hochlande nirgends dauernber Schnee Liegt, u 
Jelbſt der einzelnen Gipfel, auf benen zuweilen etwas Schi 
Eis ſich dvorfinber, fehr wenige find. 

Gegen den Schnee, der in Narea *) Liegen foll, erkii 
Bruce; aud auf den Bergböhen .um die Nilquellen lieg 
Schnee, fondern nur Dagel **) fällt banieder. Im We 
Tacazze kennt man ihn nun nad Salt "**). Einigemal 
Kallen von Schnee als eine außerorbentlide Erſcheinung a 
Dembealee in ben Habeſſiniſchen Annalen aufgezeichnet, ix 
eben biefe fagen, das Dorf Zinzenam feinen Namen vom 
haben foll **"), Abba Bregorius.aus Ambara lernte ihn 
in den Zproler Alpen zu feinem Grftaunen kennen, un 
Ün Harig, d. i. Mehl. Berrik, neh Salt, ift fein Ra 
Samen. Auf dem hoben Amba » Bideon ober Zubenfelfen, 
chen Ras Welleta Selaffe erobert hatte, fand fich ber 
nad) feiner Ausfage mit einer Art Glas (db. i. Eid) bebedt 

Zwar erzählen die Sclaven, welhe man auf ben M 
von Gairo über das Innere Afrika's ausfragt, gar haͤufi 
einem fogenannten Schnee in ihrem Lande; aber aud dı 
chem, der in Darfur fallen fol, wovon jebod Browne nid 
©pur finden konnte. Sehr bebutfam muß man in der X 
Glauben an bie Ausfagen von Schwarzen tr) feyn, bie be 
veweglihen Phantafie auf jede Frage gleih Antwort im | 
{daft zu haben pflegen, unb fo gutmüthig alles beftätigen 
man nur zu wiffen wünfdt. Doch ſpricht fchon Ptolemäu 
Schnee auf den Mondbergen. 

Aus Kruce Verfidierung, daß fein Barometer auf bı 
malmen 20% Engl. Zoll, alfo etwa x Zoll niedriger als 
Stilquellen geftanden habe, möchte eben fo wenig ein ficher: 
fultat hervorgehen als aus jener chigen Angabe 


Erläuterung 5. Auffteigen aus ber Kolla 
Raszel⸗Feel über Tſcherkin (Tcherfin) und | 
Paß von Moura, zur Ebene von Dembe: 


Die iſt die Straße won Sennaar nach Gondı 
Gebirgefpalt: aufwärts, durch welchen der Angrabftror 
inter Zufluß des Tacapie) von bee Hochterraffe von Hı 
in bie Ziefe durchbricht Bruce wählte ihn zu feiner Rü 
Mach der erfien Tagereiſe von Gondar auf der 
Bin, gegen Norden, fällt das Hochland auf der g 





*») Bruce Tr. III. p. 327: *°) Ebend. T.V. p.256. ***) 
HI. p. 312. **%**) Ludolf Hist. Aethiop. L. 1. c. 
Comment. f. 100. -- +) Salt in Valentia tr. 111. 
+r) Seegen in v. Zach Men, Gorr. 2808 und 1809, a 





— RER ER A I rn 


in bie Tieſe di jelfenp: 

fit lie — u den den 
Thndle & Eh Pap"tie chen Borken 

—7— mo wieder Me die Wälder bevdltern. 
— Kane dur lauter dichte Waldungen, 

ang fehlen, folgt die Stadt fe 
ar Hr —— — einſt 

nn nel 

f er ei 

pe, ehe Pak 2 Hertin 


ein N 
ne ge an i 
—— Thiere, Re hindeerd⸗ 
beroltert, das = 
A 16 * 2 ——— 83 iefe 
{ ennaat und Nubien, hin; 
leder —— ein, hier in Steinfain, 
ie Glühen inde (Simoon) ber Sandmfiften. 


feläuterung 6. Auffleigen aus ber Kolla von 
iefim Über Serke und den Pag von Girana 
nad Gondar) jur Ebene von Demben. 


Diefer Weg von Sennaar aus; welcher näher ift, und 
am unten Saum ber Alpenterraffe hinläuft als 
Weg über Ragzel: Frel_ und Zeawa, wurde von 
genommen, als er von Gennnar nach Gondar ging. 
jefim aus, ‚welches in der Mitte zwiſchen Sennaar 
der Grenze Habeffiniens (im 1698) liegt, beginnt 
b# allmählige Br. aus der Fl ide von Sennaar ; hier 
er bie :immergrünen Wamarindenmalbungen 
ind. +); f. oben wie am Fuße der Tarauid) 
Grdeb genamt. Hier find fie fo.dicht, daß kein 
durqh ihr immergrünes Lauh zue Erbe fällt. 
an dem —X Iwiſchen Bennaar und Has 
f Be, on bier feige Habeffinien vor 
a Stufe 1e Unterbrechung empor, ji en Ges 
won bei Ambafem, deren Oberflächen 
u lichfte bebaut, nirgends übe 
2 fm. Die olat Due aut, bet, 
w Gicfin on bie Abiad, 3 
aummollenpflanzungen bedeckt Kl in Abomwa auf ber 









ea T.y1 
Pa ehe RL E36, }) Fohose 5 ir BR 
es, IV. 


"6 — III. Abſchn. $. 10. 


Zigeöt a as Die ne 
— * 
—5 Ei u em Gebirg — 3. — wi 

Bei Yaris, “m m folgen wei 
van Zisreife Reigt bie Terraffe aus einer 
anatbäumen prangt, jum fetten 1 Dep von d 
Se ec bleiben. Die Gameele zuräd, wie am Tar 
an a * der Berg kette 253 * —— 
wen Eoresta de Angote (nad ZLiv 
KH dag ale am Pap vi 


> 


557 er 
en dritien Tage Fr 815 
v— Rn Aufkeisen von Kigre 
eunb ara nach ber Hochterra 
BE — ——88 
an 6 durch eii jigen $ 
. Don Keen FL Lim: 
BE: [3 * nad Habeſch ging) — 
Li 


— en eng 5 / 
auf Fr ra Riöfer ı 
gerich —— Ede auf Ausfage Anderer nacerzäßl 


* lirt daß bi 
Emm Kane ag ie ij die 


Ahr 
Br 


Er 


I; 


7 
& 


ei 
ne de vn — md; ame 
a ngere de 


h 
I 


li 
FR 
FE 
alt 
BE 


I 


1 
1 
ĩ. 
= 
8 
Ef 
a 
3; 
* 
* 


J 
| H 
5: 


! 
b 





IE 
! 
Sarg 
dır 
H 


* 
* 
p 
a 

I.) 
3 
I 

a 
B 


3. . 


7. 





— We 002 


Seittee Bapitel , , i 


nland ER: im engern Sinne, ” 
“ . aa. 
— ffinien, von den Bemoßnein 
—— eben 
et, 

kannt, Denn größtentheils en 
m gan bie. einst 

A, über Die wir. einige tere Auskunft 

lie Chene di 

hen 


rg wie raue me 
r ——— Seinen 


— 2: 


Homer pre, eit net 


are hate feitbem in — 
edings ließ auch in den legten —— dre 
ermeuernde doppelte Rampf ber —— 
en dieſe ee jeinde Süben, 
— Schang: de im —* und 
dern felbft, * den dort vermeir 





a Im De 
fm Fremdlingen, Mufe, um diefe in Srieben weder zu 
r ah auf Wanderungen fie auch nur kennen zw 


hellem, Recht vergleichen daher die Habeffiniee 

IL fnnteich ihr Vaterland, der rings jr umgeben= 

en Völker wegen, mit der Denguelat +), einer 
Blume, (von bee Cnicusart), die aber diſtel⸗ 

Madlicpenn de umgürtet in 

he Ausdehnung der Hochterraffe von Habeſch 

ls mit Alpenmweibden ff) bebedt, in einzelnen, 

trefflich bebaut, fait Überall walbleer, aber 

weich an zabllofen Herden, zumal von Rins 

‚ und von einem fhönen kraftvollen 

arffinnigen, tbätlgen — cblage benöltert, 

N senben Kampfe mit feinen Nachbaten (cum 

li — — et belli quam ar artes magis 


ame Eye Par 8 


Le: 9. Brass Tr. 


208 Hochafrika. iur. abſchu. 9. PFR 














meditantur. Ludolf), welchen nur bie Zeit ber 
Und Regengüffe unterbricht, begriffen, alle Vortheile 
die ein fruchtbarer Boden und ein Himmel mit ber 
ratur des Früßlings gewährt. 
Nur die Natur des Hochlandes, bas wie ein Bolla 
von allen Seiten gegen feine Feinde aufflarrt, Hat dem 
beffinifchen Volke vielleicht feit Jahrtauſenden feinew € 
(ob er Urfig war, warb bezweifelt von Galt beſtätigt) 
feine politifhe Freiheit erhalten. ur 
Über feitdem die Aethiopiſchen GBallas weiter Gina 
das Habeffinifhe Land eindrangen, feitdem Religieng 
teien bie Macht des Habeflinifchen Kaifechaufes heil 
feitdem die eindringende Kriegswuth mubamebanifcher! 
barvöller nachgelaffen, ihr Einfluß aber dur Handel 
kehr und friedlichen Eindrang in alle bürgsligen Ber 
niffe gugenommen, und ihnen eine eigne Mahomede \ 
neben ber chriftlichen Mefidenzftadt erbaut Hat, feitbene: 
auch die Unsufänglichleit des Doclandes von feiner 8 
bern Abgefchloffenheit verloren. Seitdem ferner die de 
fhen Spaltungen im Innern des Reichs und die Ge 
der triburären Fürſten und Minifter oder Statthalter (U 
gewachſen, in gleihem Mare wie der Negus (b. i. 
fer) des ehemals fo mächtigen Aethiopifchen Reiches als, = 
Königlein von Gondar (dem Großmogul von Delhi 
zum Spielball der Parteien geworden, feitbem fcheint mu 
die Natur des Hochlandes ale eine früherhin un 
fiche fefle Burg ihre Dienſte zu verfagen. m 


Erläuterung 1. Die Natur bes mittlern ie 
finifhen Alpenlanden. 


Auf dem Hochlande von Habeſch erheben fi Aber 
Ebenen, welche in mannigfaltigen Zügen das Land bedec— 
auch noch Höhere Bebirgszüge. Ä 

Unter ihnen find die von Samen ”) im Often, von 
nen wir oben geſprochen, auch von Habeffinifchen 
den Falaſchas, bewohnt, die höchſten und unzugängl 
fie wurden oft das Afyl geſtürzter politifcher Parteien 
das Grab zahlreicher Heere, bie vor ihren Engpäffen 1 
dem von Tchetchico) den Too gefunden **). u 

Die Gebirge von Amhara im Bee die 6 












teflen, und waren im Beſitz des j9ön en und 

Stammes der Habeffinier, des Adels. ihrer Deicte 4 

einft die Refidenz des gangen Reiches, Tegulat *""), deu 
ya 





*) Ludolf Hist. Asth.:1. c. vi. *k) Bruce Tr. ms 
„#**) Lud. a. & ©. Bruce III. p. 6. IV. p. 439. tobe Ru 
-1. &. 150. Water im Withribates, 37 Ih. ı. ©. 109% 


——5— des. Renfas 
- Grgenmwörtig ms fie im 


am ihm, dem 
he 


e iR Pie dem Ie — 
fe und —— Wroping bes 

„alles um * —— Bunde — — 
en ift, ae je 
ae Yasfar Baden, 
“ bern im ie gehört,,und — 
das iu ji nn ie * — — 
——— — Me ot 


fen schauten, a, en See 

Kan ben Zefa Hl Hinaliee Satin, mie au Date 
‚Borgora nr In wie zu Depfan, bes —— 
68* eminarien ı. angelegt 44H. 

—— auf Pie Hedteruaffe (von 

60 Fuß mittlerer Kur m bie von Quito) uns 

ten bis ıten Gend mördl. Breite, wird von Als 
beſuch a PARRmB: dem ewigen ‚Grid 









und 458. **) Lndolf Hist. Asıh, 1.9: 
—* u bie ie Jake Zafel, ***) Bruce 
aar*) Alvarez Hi de Eih. f. 

FEN +) Bruce, Tr. III, 469. IV. 
— pa ah) ode 


N Ei Zelle Maar 
u arg N 


eı0 Hechafrika. M. Abſchn. Say 


ober ber. milbeſten Temperatur von Portugal vergl 
Daher die Portugiefen ſich Bier wie in. ihrem WBateı 
wohl befanden, und beide priefen *), auch viefelben Prol 
diefelbe Lebensweife wie in jenem zu finden glauben. 
doif fagt, daß die Habeffinier in diefem glüdlicheh 1 
Häufig ein Alter Über 100 Jahre erreichen). Mei 
tropifihen Begen unterbrechen mit ben furchtbarften & 






tern und Steömen vom Himmel herab, bie alljä 
Land befruchten, dieſe milde Luft, und bringen eine d 
Beiteintheilung in das Jahr; die Zeit ber Regen 
besfhwemmung, Kramt, welcher die Zeit ber g 

und Trockniß, Hagai, (ben Abba Gregorius den Wi 
Habeſch nennen mochte) vorhergeht, und bie Zeit der 
a en) welche unmittelbar auf bie Reyf 
s Sn der reichen und eigenthümlichen * 


gation dieſes Hochlandes erfahren wir nur wenige 

die mehrſten von Bruce umd Poncet angeführten, u 
Der Hochterraſſe find; von Cypreffen und einigem 

und von dei ihr eigentbümlichen Baumarten. 

it der —— ya . Gantunffa, Pterolobium lacerans 
Bromne »), ben Salt zum erfienmal in Arum foß 
der andere iſt ber Kuſſo (Bankesia Abyssinica), un 
deitte dee Wangen Cordia Abyssiniea nad Browne, 
A. Murray bie Ceder der heiligen Gchrife (f. Salome, 
Lied G.5. V. 15.) fonft im Lande auch Arge genannt 
ter deſſen Schatten gang Gonbar und viele Detfchafte 











& lanbes in Wäldern liegen, ber ein Heiliger 

a ift PY. Recht baracteriflifch für diefes trop 
penland ift der Enfete (f. GSewächſe Palmenform), 
beffinifche Banane +44). Getreidearten, worunter 
gemein gebaute Teff, gedeihen trefflich, das ze a 

in ber Colla, we nur bas Tocuſſogras, auch eine 
treide, wächfl. Wahrfcheinlich find edle Früchte, 

gen und Citronen, jedoch bee Dochterrafle völlig fü 
wie auch Zuckerrohr, obwohl fie ale Probucte bes‘ 
von ben raphen angegeben werben. Ueberall 
fie bei den Kugen eugen nur in den tiefen Terr 
wo fie von gang Habeſch angegeben toi (Sacharo { 
dant, ſagt freilich der fonfl fo genaue Ludolf IHN} 





9 ęobo RM; 1. p. 154. **) Ladolf Comment. L.L | 
wre). Ludelf Hist, Aeth. I, c.5. ”***) Sale Voy. : 
— P. LXII. +) Valentia Tr. 11. 
++) ©. Bruce Tr. T. VIl. Appendix. +t4) Ludo 
Acth. L. I: e. 9. und Sumenbach Anmerk. zu Bruce 
sb. V. ©, 20, 4m) Ladoif ist, Aecth. L. I. c. 


Menand/Habeſch Alpenland. ‚aaa 
ine —— —— 


enmi, if ſchon 

ft —— er 
eingeführte Gultuts 

Berlin a davom (eben: wie 
x 9— * der eraffe von 
*), wo —— im Zigre ebenfalls an ein; 
m, aber m. in der ih: durch uralte Kir 
Drte, Gruppen vermil —— 
finden, mie bei: ber Kirche Abba Gas 
der re ? gen Baer Fe 

iejter ber 

te feon mögen, sanpten der nach 


J 
es währfgeinlich mit der Weintche, die 
*8* Is Cul⸗ — 
u a her Yon ni m ln Mu 
benugt von ben Habeffinie fonft abe 
Nur in einem fehr Fleinen Di ice 
——— ha 
— inien f. . 


des landes bi fi 
Ei —— —— 







hebt ni zur Hauptbefchäftigung ber Bes 
nnd find. Außerdem aber auch 

&el, als einzige Raftthiere, und die Heere 

Ki —— jönen — — 19, welde die 


ein oltes hergeben. 

lpenwitthſchaft und die Fräftige Nahtung des 
nit dem lebendigen —* ausgeſchnittenen) 
+ (obwohl auch dieß allerdings zumeilen, 
ir im schen Norhfall gefchieht +H+T)), Brinde 
allgemein im Gebraudg. Hier wird fein Kalb, 


a ef miſchen Hochlande nennt aber & 
a en! aber 
jeuge Elephanten, Cameele, wilde Safer 
—— noeroten und keins der großen Raubthiere 
Air Suſcht, der fogenannte wilde Sche, 
bie Ki falen ErinkLöener, die bei feinem Habeffiz 


1 — Pı Vv Va 
21 Gr FA —— —S 
I AL Vv.p Fr u Poncet me *7 

— 
5 ‚a bei Sale'Voy. p- 


sın Hochafrika. MW. Abſchu. :6. aaä 


en Feſte fehlen dürfen, lebt nicht a 5* 
(enden in Waltalt alfo in ber ei) 15 
Reife **) ſahe er dieß, früherhin —8 8 
ier, mit 4 Fuß langen Hoͤrnern, ſelbſt, 
1 * datpods, weil es durch 


T 2 ch 

* hen (Canis crecuta), bie 
PR Ir bier in fo großer Zapl, d 
ihr Geh in den Strafen ber Haup abe 

erheben. Ih A HI würbe vielleicht minder 
nicht das überall ſehr — lachtete a 
Ebenen und in die nungen lodte. 
ein allgemein —5 Aberglaube der Habeſſin 
leiht ihnen Sicherheit, nämlich ber, daß fie fie nur 
jauberte Menſchen, für Falaſchas *"*"),: Halten, 

ewohnheit, des Nachts von ben © irgen herab 
ahnlich wie bei ben Kaffern, bie darum bas F 
Dyänen nicht eflen, weil fie die Leichname der U 
au feefien befommen. 

von Tiana leben no Bibpopotame, 
Reine Crocodile), im Tacazze aber beide im gan 
enge +) am Fuß dee Samenberge. 
Bein teins ber haracterififchen Thiere der 5 
Länder der Tiefe auf dem Alpenlanbe dabefq 
: fo iſt es zugleich een Ach baß Hier —55 
i ” Pr 













— Thiere des Aethiopiſchen Hoch 
safe unb das Zebra fehlen. 
om Bebra (Zecora), bas in fo 
Deyafritoe Ebenen gegen Congo und ——— 1) eu 
wir nes man, daß es aus den Walbungen —* 
nien (ex sylvis ultra Habessiniam et terras a 
ker possessas adducitur) aus ben Ballaländern —* 
beſch gebracht warb, und von ba als das koſth— 
Itenfe, feenfie!) Geſchenk des Königs von H 
embe Monarchen nach Europa und Indien a 


) 
on ber Giraffe (Burafa der Araber 
Debetnifgen Fr Bis nämig — * 
ünnfepwang, nach Ludolf, Gietata-Cachin, d 
wanz nach Bruce, Zeratta im Tigro, Jeratta 
mbara nach Salt, weiß kein Habeffinifcher Reifenbes= 










°*) Salt in Valentia Tr. III. p. Pr %) Salt Voy. 
RR) Salt in Valene. IIL p. 4 **%) Bruce Tr. 
54. unb eihtenfein über bie Kafln in ben en geograph- = 
RE — 
t vo at Opie oc 
> ee —— 


Ja ar de lie — 
er —* wife — 
Ay effinien. Die gi ber if 
h ein Hauptfemud dei 
wigptiger en), 


En L3 Ueberblid über ben gegenwän 
fand der Abyffinifhen — 


— — er 


— de en en Fu — 
faß under 


and Ub se 
—— ti leichen, ver. önig Alfrebs Bit 
ibert. wſſtnien iſt, wie —— 
foftem — der ‚Srnat Aept an 


dl Ralf b 
" Higen ech = noch — 
I I — — —— — 53 


Kampf aus welchem das 
aa E: een vermag, no 


9— 


Te Galle ee, 
errichai ober aten ge: 
— und die — 





914 Hochafrika. III Abſchn. $. 11. 


Der Hohe Gebirgszug des Samen (von Walbubbe; 
N., fübmwärts bis zum hohen Laſta) nebft der Binie’; 
obeen Tacazze, bezeichnen ziemlich beflimmet bie 
a den zwei größern Abtheilungen, von. Zigei 
Sie Bewohner beider fprechen verfchiebene 
find völlig Mr ber, forchen = « iR 
verwundern, daß fie einft politify verbunden waren. 
war bie Verbindung nie ſehr innig, immer ſch 
denn es befland von jeher zwiſchen beiberlei. Bölke 
eine Nebenbuhlerſchaft. Geitdem die Gallandlker ei 
gen. und bie alten Abyffinifchen Provinzen Shoa 
Reiche abriffen, gewann auch bas eRige 
völlige Unabhängigkeit. 
:  Dbmohl Zigre nur von einem Mas, ober & 
und Vicekönig des Negus, oder Kaifers, 4 
fo iſt dieſer doch ſehr oft erſt von Tigro eingefegt | 
nannt worden. 
: Kigre (fein politifcher Umfang ift bis jegt 
GSalts Karte angegeben), iſt gegenwärtig ber mächti 
drei Staaten, durch bie natürlich fefle Lage bes Ei 
durch bie Tapferkeit feiner Dewo obner, und buch 
bindung mit der Meeresküſte; baber es das Mo 
im Lande eingeführten Waaren, zumal et 2 
Ten, Feuergewehrs, und vor allem auch des Ga 
im Innern verbraucht wied. u 
IL. Dos Königreich Tigre wird politiſch Gag 
im N. von Bella, oe —8 und andern 
ſtämmen, im WB. von bems Hochgebirge Bamen , im Das 
©. von den Stämmen der Danatil, Doba und Ballen“ 
einem Umfange von etwa 4 Längen: und A "Dreitengee 
-bildet es ein unregelmäßiges Trapez. Es if in re 
lige —* dom 3 ie — 
enannt, na y er Art, ſehr un eipertig de von 
ie aber im 1,00 gleihen ar 8 er Berk 5 
laſſen fih in folgend en Gruppen überf 
ı. Die von Figre, im en Eine, du 
fih bie Berge von nn und Arım Bu 
Sie wird begrengs im N, vom Marebfluf; u — 
me, im WW. von &hire, im ©. von. dem —— 
welcher im O. von Haramat entſprin 5 und durch 
bubda und Temben in den Tacazze ich t. Die 
liche Tigro, enthält mehr als zehn größere rock 
Abet, oma, Sunbufte, Kella, Devra: Dame, 
Amba Sanet, Zfai, Zfama und Abba Sarima, umb 
Heinere. Als allgemeiner Lanbfchaftli ‚Sherattn ed 
fe bie große Zahl der Bergfeſten udber a “aus, be 



























—2— 


Re. 
—* Sqluchten und relchbebaute Ebenen 


—* ee I 
enclima eine Pühlere 

u Anl ni Ar make von vn ade 
' Zaltal, * u Röpt da m ie 
Sie But "iR Genate, 


u ii fe Ei 
— — 


— at licht, 


©. von Enderta Ti = ann 28 
bes von D. nad W 
über B ik 


m ertorben hab, 
Eirphanten, — — a vn Et 
4 weifen Honig den hier bie Bienen liefern. Die 
follen hier nicht fo periobifcp feyn, tie im Übrigen Dir 
anifgen Woljerat und Lafta liegt ein fmaler, nit 
Fanftrich, genannt Wöftla, der an den See Afhangen 
j diefem haben ih die Galla mit den einheimi- 
Ömehnern dermifcht * find zu Ehtiſten geworben, 
— Lafta ift raud umd gebirgig, bei den 
3 ügne genannt. Bora und Salowa 
T seinen im. von Rafka; zeichen ihnen 
Tacagje liegen im Verhältniß gu ihnen die we. 
(haften Waag und Sata vom chriftlichen Agows 
send le weiter im — ma: 
id an 101 geogr. "reiten lang von nad ©. 
Dftufer des Facazge. Er ift von Agows bes 
wohnt En —— IM Form ver Argyptifchen Tem ⸗ 















— les erhebt ſich das 
* buffiniens a leich⸗ 


tigen &ı 
ea mid am At Ba 
De Hl yo Berohner gleichen hier, wie in Avergale, 


n In. 
Die 3 Shire im M, ber vorigen und im DB. 
Vr ft unier 14 Gr N: Br. int fharfen Winkel, 
TR dehnt fih im W. aus bis Waldubba und 
beide dem Mas von Tigre Tribut bezahlen, 





816 Hochafrika. III. Abſchn. $. 11. 


Ihre reichen Wiefen und Wälder find vol Kiog 
und @infiebler,. in gelben Ordenskleibdern, mie eines 
ale Gürtel; die aber ein zügelloſes Leben unter fie 
ſollen. 
Den Ueberreſt des Konigreichs Tigers bildet di 
ſchaft des Baharnagaſch, zu welcher 15 klei 
fkeicte gehören, denen verfchiebene Häupter vorſtehe 
den Titeln Shum, Cantiba und Baharnagaſch. 

IE. Der zweite ber drei Hauptſtaaten iſt bı 
Amhara, vermuthlich wegen ber bort herrſchenden 
diefen Namen führend, denn bie alte, eigenthümli 
vinz Amhara gehört nicht dazu, und ift von Galla’ 
Zu biefem Staate gehören die Provinzen Begember 
na, Beleſſen, Faggora, Dembea, Tcherkin, Cuara, 
Maitfcha, 60 am und Damot, insgefame, im Ja 
unter bem Befehl bes Oberhauptes Guxo, bem_ nm 
Gegner des Ras Welled Gelnfie von Tigrée. Di 
ne der Perſon bes legten Kaifers von Gonbar, Fa 
mächtige, und hält ihn in Sefangenfaft in Gon! 
Ahnliches Schidfal wie das der Nachlommen Eh 
nor ber Carolinger Zeit, und ber gewefenen Gr: 
am Ganges. Guzro iſt ber mächtige Gebieter 
Weßtſeite des Tacazze; er ficht im Bunde mir b 
hen Balla’s und Hat fih in ihrer Mitte im &. aı 
Peaſee angeflebelt. Seine Hauptmacht befleht_i 
Mann Reiterei; bie von Xigre iſt jan 30000 Mo 
voll. Am Jahr 1811 rüſtete fich der König von’: 
einem Feldzuge gegen diefen feinen Nebenbußler. 

II. Der britte ber brei Staaten, jept v 
beiden völlig getrennt, ift von den Galla befegt 
haͤlt zwei große Gebiete, Shoa und Efat. 

1. Die Provinz Efat, liegt zwiſchen 9. bie 
M. Br., wird als ein hohes Land beſchrieben, bas 
nach ©. zieht, und allmählig abfällt nach beide 
nach Colla oder der Niederung, und viele kleine Fl 
D. und W. ausſendet, won denen bie einen in den 
len, die andern in ben Hawuſchfluß. Von biefem 
fonft wenig befannten Sluffe, follen zwei Asme b: 
vinz einfchliefen. Die Hauptſtadt von Efat Heißt 
wo das Oberhaupt Murb : agimai beftänbig: reffbi 
ift jegt unabhängiger Souverain, und beſitzt eine | 

en und fchönften Sandfaften Abuffiniens. Sein 

gleich coß, mit ber des Has von Tigré, zeichnet | 
Bie de eiterei aus. Er ſteht in Freundſchaft 
mit Antalow wie mit Bonbar, bat bie befte Pfi 
Die Communication biefee verſchiebenen Reiche ift | 
fig unterbrochen durch Usberfälle der Gallahorden. 


& 
F 
$ 
H 


> 
4 
s 

Fe 
3 
35 


von Süben 
1. @efl in neuerer at das 
Fran butech die ausge; An igenfe 
ta. Selaffe, als 1 Held, als 
tiger und Eluger nt, und jals .ause 
>, ein Ui im ber Politik. dom 


wei 
a nnd 


=.g 


AL 


—— EI a ni 
* — — Berg ver 
und Gnel den ber alım 


—— 


re: 
inblip gefinnten er Dow 
{ie ‚ ein gro . Die 


Eins 
fuer — —X ET 
PH Er Se⸗emacht auf dem m then 
N ART —S Kg * 
den, wäre, eine andere einheimiſche befteun⸗ 
Ur] 

EEE ee — Ah —8 

Sana. auf 5 fel| 
m Jidda wie vi Fr Fern —554 

Sie dentt Fler ge 

Sie ge eh bal "em chem 
fte des rothen Meeres ges 
v lan der Inbifchen und Englifhen 
mmarın, etwa Über Diocha, einen ganz neuem 


ar.p.d52 ®9) Sale Trav, pı 306- 


218 ° Hochafrika. LIT. Abſchu. 5. 11. 


ſehr bedeutenden Abſat in dem Sunern von Abyſſtnien 
von Afrika überhaupt, eröffnen wfchen. 
Dur eine folche Verbindung, welche ber enß 
von Salt's Miffionen war, würde nicht nur ber Engl 
Handel bedeutenb gewinnen, fonbern auch Ab finien fi 
gerüßteter werden, fich zu einem gewiſſen Wohlitande « 
en, und ſich bann bald von feinen Feinden ben Galle 
freien können. Die fchon gewonnenen Anfänge der Gi 
fation in Abyffinien würben dadurch erhalten unb erwei 
Die Reinigkeit unb Ausbreitung des Ehriſtenthums im Al 
fehr gefördert werben. . 


Erläuterung 3. [mabeffinier; biftorifgen 


Der Habeffinier mit fehe großen Augen, iſt ſchlauk 
baut, ſchoͤn geftaltet, won bumlelbrauner, in bas im 
Hellere, ja bei Srauen bis zum weißen übergebenber Farh 
Obwohl er unter bem ısten Brad. N. Br. in ber Bitte 
Afrika lebt: fo iſt er doch nicht von negerartiger Wilbe 
fondern Bat mehr Arabifche und Europätfihe Gefichts 
und die ſchoͤne ovale Gefſichtsform. Auch nach Larrehs 
nauen Beobachtungen **) zeichnet fich der Habeffinier dx 
grobe Augen und einen angenehmen Blick aus; ber im 

ugenwinkel ift bei ihm etwas geneigt, bie Kinnlabem 
den fcharfe Winkel unb mit den vortretenden Backenkas 
einen regelmäßig fhönen Triangel; bie Lippen find did - 
aufgeworfen zu ſeyn wie bei den Negern, bie Zähne 
weiß und fehön wie bei ben Negern, ohne gu yrominl 
ihre Haut iſt Eupferfarbig, ins Dlivenfarbige und Dw 
Abergehend. Alle diefe characterifhen Züge, mit wenig 
mertbaren Nüancen, baben auch die Copten mit ihnen 
meinfam, unb fie finden fi in ben Phyſiognomien deu 
äguptifchen Statuen, zumal ber Sphinxe wieber, wi 
dem Gchäbelbau ber Dumientöpfe von Sakkarah. 8 
von einem seeilihen Arte an Dre und Stelle währen] 
Sranzöflfchen Ezpedition gemachten Beobachtungen, be 
en faſt bis zur Evidenz, die fchon feit Herobot beim 

nnahme, daß Abyffinier das alte Aethiopiſche Stamm 
derjenigen am Rilthal über Meroe, Elephantine, Thebes 
abgezsogenen alten Aegypterfind, won welchen wir 
tigen Gopten als entartete im Drud und Leibeigenfchaft- L« 
den Volkerreſte betrachten; indeß bie Aethiopen in urfpeil 
eher Freiheit fortlebten mit einer Sprache bie gegenwärtig 
ber Goptifhen gang vwerfchieben erſcheint. 








*) Tellez bei Thevenot Rec, p. 7. u. Salt inVal. III. p 
4%) Larrey sur la Conformation physsque des Egypt 
‚in Deser, de PEgypte. T. H, liv. a. p. 3%. 


= ki ft, wo — Be 


nein Male machen, ober im Kriege in voller Thä- 
bei der frühen Mannbarkeit und ber Polygamie 
Kos — —— Gegenſatz bes Ziberani- 
— djeſes Alpenlandes 
— — ſtatt bedöltert gehalten. Die 
‚mit dem zoten und aaten Jahre in die Ehe, ber 
et ſich mit dem ıuten; der Schum Woldo, 
k lemte, hatte. 40 Weiber und über — 
mi Städte ind im Sande, aber ale Thäler, alle 
Wohnungen, in denen bei aller Armfe 
HR —— A, wie in jedem en 
Men, in Baumwollengeu⸗ 
utn Ken Meth umb eine Yu 
Bu) won Teffkorn gebraut, oder vom Tocuſſo— 
in dee Colla wächfl. Nahrung un au; 80 
Ehbes Fleiſch und Brot, in 


— — 3 ut Die Eriys ** 
— * une ir Bienen 
Baummolmweberei, Berfe 
ei Pen, win Waffen aus.Eifen — äntt, 


** wich ihnen dur Suravanen aus aus ver 
rt, und ihre eignen Wöhnungen Sn ie 
, sondern Überlafien bie ar den 8 
vr Ausäbung ihres religiäfen Eultus E} 
— wie an ver Beier en Er 
a Derfagung der G— 
—* 8; der Heiligen u. a 
um Ghrihentpum —2 nur gering 
[4 — lichkeit und‘ die. ia 
dem verwidelt waren. Mur, das 
ae je Habeffinier_ auf Stiru u 
55 Bin) fa — die ln 


HAbsona })) mehr in 
YIL. A} 1. 68. und Sale in Valontia IE. 
*8* 3 *. ee *. · 162, KR) rn in 
Tr. ) Salt in Valansia Te. Ni. p.254 


* 
ie 
H 





“9206 Hochafrika. III. Abſchn. 6.11 


Alle bie früßern, glädtig eingelriteten-Derf 
Mortugiefen, bie katholifche Religion im Rande 
bisherigen Goptifchen, von Alerandria aus begünſti 
Berefchenden zu machen, wurden burc bie hartnä 
toleranz ber Europäifhen Priefter völlig wieber 
deren Oberhaupt A. Mendez, unter bee Re ierung 
nigs oder Negus Socinios (Melec Segueb von 
16592 °), mit Härte, Hoffahrt und geiſtlichem @ 
den Krimmern der ganzen Habeffinifhen Verfaſſe 
Bierarcbie aufzubauen ſuchte. Die Folge war a 

efolgung der Jeſuiten, ja allee Yortugiefen, die ı 

ohem Anfehn flanden, Ermorbung bes einen und X 
es andern Theile, und für die Zukunft Ausſch 
Gremben aus dem Habeffinifchen Lande. 

Dennoch bei aller Entfernung von Fremden, 
Derfinten des religidfen Lebens in Unwiſſenheit u 
heit, bat fich unter diefem Volke ein gewiller Gra 
felligen Eultwe erhalten, der bei den innern politif 
den und bei den ewigen Kriegen gegen bie zahlle 
simeingenben, roheſten Feinde, bie Sallas ‚dAufme 
erregen muß. Diefem vertrauend, ſcheinen bie Br 
ihn ihre jüngflen Entwürfe zur Miederverbindung 

abeſſiniſchen Reiche gebaut gu Baben. 

08 vitterlicde Weſen, der hohe Sinn bes anı 
Theiles unter dieſem Bergvolke, und mande andr 
nation, ladet zu der Annahme der alten Hypotheſe 
eben dieſer aus den Nachkommen der Aegyptiſchen 
kaſte beſtehe, die unter Pſammetich freilich vor la: 
(650 J. v. Chr. ©.) nach Aethiopien wanderte, 
mehr nur wieder bei ihren ältern Landsleuten, in i 
bern Heimath, eine gerige Aufnahme fand. Bi 
fie vom König von Meroe die Erlaübniß, fich ob 
einer Halbinfel (die man für das vom Nil umfloi 
jam oder Gocham nah Hervas Hält) anzufiebeln, 
diefe von wilden Böltern (deren ſchwache Reſte 
"die heidniſchen Anbeter der Nilquellen in Saccalı 
bert war ””). ‘ 

Bisher find Übrigens alle unfere Nachrichten 
fe merkwürdige Volt in Dinficht feiner Sprache 
Fammang no ade unvolllommen gewefen ). 
wichtige Iüffe Haben uns die MWiederauffint 
Erläuterungen der Inſcriptionen von Arum, von f 
sben fprachen, bie von Adule (jest Zulla ober $ 


*%) Bruce Tr. III. p. 364. **) Heeren Comment. 
ung. T. XII. p. 48. *%) Tychſen Aumerk. zu 
2. v 6. 3233. und Bater im Mithridates, Ih, IU 

« 106. 


(Odys. K as} 
h ‚er (0 h 3. 
Me in de en 3 ne 
zand Sicilien befanne find, Nach Heredot fans 
Het Biopiihen Bölker (Herod. IL, 29.) zu. feiner 
Hleih - oberhalb‘ der Grenze von Aegypten bey Syene 
Aanfer Nubien und Abyffinien, bie beide damals 
werden; er unterjheibet nur bei ihnen bie 
R Don Meroe und Macrobier (Bangleber), Durch 
eRuen wir die fo eben genannte Ausivanderung 
gen Sen Kriegerkafte nach Abyſſinien kennen, aber 
—— auch Äh genannt achricht won ihnen; 
, iſche und. Römifche Autoren feitdem uns 
fen Sehiopifpen Völkern. berichten, ‚befteht nur in 
„einer großen Zahl einzelner Namen. von Böls 
; — we —— die — als Ne 
au ten. (Zeußpieus; “us dv immkuden *"" 
Eh Men que) Diinins, erwähnt Cinsula Semberritee 
neben ihmen das Volk ber Aſach a, die Gebirge 
aus vielen Stämmen beftehend,-(in ipsis vero 
chae multis nationibus +)).. Mit Vincent 
Y. —— ge neigt —— a 
mm en niee zw we ie 
noch Ugaazi a Fund die Shresfprage. 





b) ‚Het Ibeen IH. IT. ©. 314. e S. Herren Ideen a. a. 
9. und folg.; Mithridates Zr Th. 1. ©. 103 und folg. 
—ã ———— LAVL p 475, 1) Plin- 

" Ni VI. 0,39. . s nr N 7 





EL Hochafrika. II. Abm. 8. 11. . 


prechen. So zeigte fih benn bas einzige ſchuach 
ir die ältefte mit der —— ve 
mödpte! 

Aus ber Arumitifchen Inſchrift fehen wir, 
mit ben Griechen bekannt, ade —8* und We 
ſich aufnahmen, und die Griechiſche Spraͤche zu 
monumenten gebrauchten. Aus dieſem hohen A 
Axumitaniſchen Aganzi, aus dem Alter ihrer Spre 
eignen Schrift, wird es wohl gewiß, daß fle gar n 
Lkubolphs Meinung war, ober wenigflens nicht vor 
ser arabifcher Abſtammung find, fonbern alte Ae 
ſche Volker. Ans der Verwandeſchaft ihres Sprach 
mit dem Arabifchen *), wie auch ſchon Ludolph richt 
und bem Hebräifhen, fo wie aus ben vielen übe 
menben Zügen dee Volks: und Gittengefchichte d 
finiee mit den Hebräern, worm Salt ſehr intereſſe 
lege gibt, und aus dem merkwürbigen Umſtande 
ſchon vor Chriſti Zeiten ein großer heil Habeffinie 
Verſicherung bee Abyffinifchen Annalen, von ältere 
(db alafha?), bewohnt war, ergiebt ng, daß « 
frühe Berührung zwiſchen Abpffiniern, Arabern 
braͤern ſtattgefunden haben muß (ob zur Pharaonen 
wohl nach —— Anſicht ein Herkommen von geme 
lichen Stammvolke. Die Falaſchaſprache, welche hei 
in ben hoben Bebirgen Abyffiniens gefpromen mii 
nicht Hebräifeh, nicht Arabiſch, fondern ein altes He 
feyn fol, würde Bierüber wichtigen Aufſchluß geben 
wenn fie näher bekannt würbe. 

Die Alteſte Gefchichte der Abyffinier , ihre 
Schrift, Kleidung, vorzüglich ihre phyſicaliſche Gel 
wie wir fie nach Larrey oben angegeben haben, 
gem e Schilderung bes Volkes in den älteſten, auslä 

efhichtfäreibern macht fie zu einem eigenen Bol 
f&hieben von ben Ürabern, bas aber wohl fhon f 
erfien Keime ber Givilifation über Aegypten und Di 
Biele, ober vielmehr wieder und weiter ausgebildet 
erhielt, als eine Rückkehr zur älteften Culturhei 
das obere Nilland, nach Meroe und weiter aufwärts. 
von da ging Höchft wahrfcheinlich, die urältefte Colo 
unb Ausbildung ber Afrikaniſchen Völker erſt aus ui 
derte .ftationenweife hinab in die untern Nilthäler 
ehiopien und Meroe nach Theben und Unterägupten 

Das fpätere Einwandern Arabifher Stämp 
das rothe Meer nach Abyffinien iſt damit nicht 


*) Mithridates a. a. D. S. 106. **) Murray A 
Bruce T. II. 2. Edit. Vocabular. p. 491. yo 






NEO Wehe au 


Hiehen biefe,' wenn: ihr Einfluß. auch micht 
ee 
wargen Rräpene ber u 


ißren ei, 3 Abs 
0 


am Nil —— 


Geb)welcher 

erythr. Horfommt , und als Zeitgenoffe bes 

der vermuthlich fein Werfaffer ift, auch bie 

} faffung näher beftimmen hilft. Aus ihm 

Au wie früher fehon zmwifchen Aegppten und Aboſ— 

Mrine Hanbelsverbindung auf dem rothen Meere ent: 
N nimlih gleih_im erſten Fahrhundert. 

for der Einfä rung der igen Lehre in Arum 

tius (Sremonatos der Gronit), und von der 

tete über Kr bis 9 ha 

reitung feiner Anhänger an Abyffiniens Kür 

an bi Ara die Me * — 

ftühern ahrhuı ten flimmen e J 

By antiniſchen Hiſtoriker ganz gut mit ben Abyſ 

MM Exniten überein; bie Byzantiniſchen — 14 

Bit Zeit den Aethiopifchen Gefchente und Tridur FF), 

4 rk von Aethiopien. 


%) Vincent Peripl. I. p. 7. Mser. Nota; Salt Trav;-p: 459: 
Sehaltıns Histor. Jactanidar. pı 198. **) Salt Taar- P- 





sa Hochafrika. M. Abſchu. 5. 11. | 


e, bamals war ganz Abuffinien chriſtlich, voll Yes 
en, Die Mi a bee A te ae 
Arabien banerte nur 70 Jahr, worauf Pal fie zur 
drängten und ſelbſt Mafenflellen au ihren Küſten in M 
nahmen. Seitdem hörte die Herrſchaft ber Abuffinien 
See auf, und fle blieben auch befchränte auf eine bios 4 
Sinentale Mat. 

Die Perfer wichen ber Uebermacht ber Dich 
Die fib. auch nach Afrika ausbreiteten. Mur bie 
wurden sum Jolam gebracht, Abyffinien ſelbſt blieb 
f: t und feine Bewohner, keine 50 geogr. Meilen vom: 

—* von Mecca und Medina entfernt, blieben bis 
scene up ängee ber chriftlichen Lehre. Da begann 
siobe der Religionskämpfe. Ä 

Bon biefer Zeit, bis Marco Polo, im ı3ten 
dert, ben Drient befuchte, wird uns nichts von 
befannt; nur die Namen ber Könige giebt die Landes 
on *), bie aber Marco Polo (im J. 1290) im’ feinen - 
gaben beflätigt. Er nennt Abaſch eine große Provi 
mittlern ober zweiten Indiens, beflen Weßerrfcher ein 
d riſtlichen und drei Mohren-Fürſten gebietet, De 
Bewohner für die tapferſten und beſten Krieger in 

elten. Im Jahre 19288, ſagt er, wollte ein Ab 
König eine Wallfahrt zum heiligen Grabe nach Jerufu 
machen (wahrſcheinlich waren bie Gefchichten der | 
zer alſo auch in Abyffinien bekannt geworben), - ba JA 
Unzählige aus feinem Reiche dahin pilgerten. Da ai 
Soße Adel ihn davon zurückhielt, fo fandte ex einen WEM 
au feiner flatt, ber aber auf dem Rückwege im bie | 
der Ungläubigen fiel unb von ihnen gewa eſam beſchn 
ward. Dieſen Hohn rächten bie Habeſſinier durch 
Krieg gegen den Sultan von Abel Geyla); wahrſchei 
ber Anfang ber heftigen Kämpfe die nun Jahrhunderte W 
dauerten bis zur Ankunft ber Portsgiefen. Diefe Begi 
Seit flimme mit ben einbeimifchen Chroniten gut übe 
wo biefer Abyffinifche König Amba⸗Sion ?) ge 
wird, im J. 2288. Ä | J 
Diie Arabiſchen Geographen vor dem eblen Veneti 
wie. Ebn Haukal (a. 950), und nach ihm, wie Ihn: 
Warbi (um ı348), willen faft nichts von ihnen gu 
als daß fie Chriſten find; Ebn Haufal nenne Zeyla * 
Ueberfaͤhttsort nach Yemen, und Al Wardi als Hande 
porium von Habeſch, wo Gläubige wohnen unb Raum 


























*) Salt Trav. p. 475. und App. i. ſ. Ramusio Lib. III. e, 
p. 59. **) Bruce T. II. p. 41. ***) Ebn Haukal Ofie 
geogr. 


„un Pam, Ankıfkain Be ' = 
t juhaufe Letztere nennt Käbeter ald dieRe: - 
sten abãume wachfen;, uns 
A 
en 
u far 
En fan Cifkn 


dor 
' iter Gemüthsart af (ei ie 
Be Se 
t 0°8 reusfabrer Zeit - 
rl Mardi hervorgeht, bis Frl ne — 
landen Ye % iifehen Könige ‚einer 
ıwopa.. Im Jabt 1445 fandte BEN 
item nad) Floren; an den Genaf, 
dige Briefe am feine Prieſter in Jeru⸗ 
‚Geldes Church. Hist. of Abyssin. - 
dertseilbaften Berichte, ‚welche bie Yon inife fen \ 
2) in. — von den Öftlichen Reihen und . 
Süden — — vi Portus 
Een Ban eig, ee 
den. wurde afrika um unl m 
au Abpffinien feldft den Europäern näs 







—* 
iehörte, als ber erſte Abentheurer, Peter 
ir % im &. 1490 den. Hof we ———— 
Necuſh damals in Shoa, wirklich ge te: 
bn wer die Mutter des Megenten, Jieghe beioos 
m Armenier, Matthäus,. ale Amba| Ne 24 
4 —— um birecte Hanbelsverbindungen zů 
robes Aufſehen; eine Gegenam⸗ 
ie A ehiopien Ka Lg und aueh Sefandte aus 
in F..1520 glädlid Maflomah, deren 
in **°) unfse etfien du N ideen und feltnen 
Fi fen unb Geſchichtskunde find, 
jährigen efehkochhe kehrte Alvareg 
fee ei feinen Geföprten, außer Paten 
en Eutopa zurüd, mit 
a Rath David an König Johann von Portus 
be — wänfäte der he ‚Hof bie Yin 
Kirche zu bekehren, unb legte bas Gols 
— in Rom für Abyſſtnier am. Da trat 





I und Al Wardi {m A} pendix bei Salt 
wm tr Sale Voy. pı 476.09. 57°) Fr- Alyarer y& 
cam das terfas ag PrestaJonm das Indias. 
fol: agberfent aus dem. m Dortig, Mfcpt. mit Zus 
egidlo Indoram 


—E —S H — 


226 Hochafrika. Io, Aula. $. 11. 


bald darauf an ben öftlichen Grenzen won Habefch, in @ 
der zelotiſche Gragno (f. oben bei Tigreterraffe, Sch 
ber Kämpfe sc.) ale Gegner der Chriften auf. Geine 
berfälle bemogen ben Abyffinifchen KRaifer Claudius, 
Portugiefen eemmbez nah Portugal um Hülfe gu 
‚ mit dem Verfprechen, ben Pabſt in Kom als 
des Dberhaupt anzuerkennen. Bermudez wurde 
1540 vom Pabſt Paul III. zum Patriarchen von A 
ernannt, und kehrte babin zurück, begleitet von be 


mit 400 Soldaten, vielen Waffen und andern Hl I n 
Die tapfern Portugiefen retteten das Reich = 










ange, boch verlor es einen Theil feiner Beſihungen 
offig mußte um ber Sicherheit willen verändert 
und warb in die Gebirge von Samen verlegt. Diefe 
ebenheiten Bat ber Patriarch felbfi erzählt ), der m 
Daib duch feine Deftigkeit und Intoleranz meit feinen 
nen Tanbsleuten wie mit Kaifer Claudius gerfiel, webe 
nun den Zefuicen bee Weg gebabnt wurde. 
Ein Abyſſiniſcher Priefter, Peter, kam am 
Europa, als Ignatius Koyola ben Dean jur DE 
nach Aethiopien entwarf, und durch den Pabſt zwei Pe 
ten, Nunez Baretto und Andrea Dviedo, mit! 
—* beauftragt wurden. Der Erſte ſtarb in Indien; 
er Zweite langte im J. 1557 glüdlih in Abyffinien 
wo er bis an fein Ende 1577 blieb, fich ſehr klug, are 
thig und fromm zeigte, und hohe Verehrung bei dem } 
niern erwarb **). 
Bon biefer Zeit an, wurbe Abyffinien buch bie U 
nahme der Küflenorte Suakim und Maflowa durch bie JF 
gen (a. 2558 f. oben), und burch die Ueberfälle der GE 
immer unzugänglicher gemacht. Doch brangen eng 
Seiſtliche dort noch zuweilen ein; fe a. 1599 Melchieg 
Sylva ein muthiger Ming als Faquir verkleidet, de 
Lande blieb bis zur Ankunft bes Peter Paez a. 1603, .M 
ee am talentvollſten von Allen, großen Einfluß am F 
nifchen Dofe gemann, und das Ziel der Jeſuiten ereei 
nämlich ben feierlichen Uebergang des Kaifers und J 
Familie zur Roͤmiſchkatholiſchen Kirche und Unterweiſ 
unter den Stuhl von Rom. Aber leider farb dieſer 
tige Dann bald darauf, fchon a. 2604, zum großen 
wefen ber Abyſſtnier wie feiner Landsleüte, in Ger 


















0) Relscion do Embaixoda g6 Joad Bermuder trouxe 
Emperador da Ethiopia. Lixboa 1565. $L. 4. fehr fell 
und Ludolph Hist. Aethio. Commt, p.6. Ausjug u 
Purchas P. il. p. 1 *) P. N. Godigne de A 

. pise Fatziarchis I. N. Barzeto os Andr. Oviede, L 
una 351), 


: Metbiand; Kabeffürier. " 7, 
ee ra m Beat 


al 
—— — yerrze, 3 Hear. in 

ah 
* ch 


Ritel — —— fen —— Eee 
% n 

—— ee Seien mennel 55 

1 m er 10 Jahre Iebte und Materialien 

(hen Gefichte fammelte, und im 

NIE 

om na 

ENater Lobo mar, beffen Reifeber t befann 

ift, indeß bie — meiftentheile ——e hi lies 

gan verloren ‚find. 


in i 
Fe en Mm HE 
brörutend ſeyn mafte, ba um bi 
ten ©ig in Abpffinien lagen fat: 


tolerang des Patriaschen und der zu 
8 Befgügers ber Jefniten, des Ras Gela ER 
eine Revolution hervor. Kaifer Gecinius felbft 
vom tatholifchen Blauden ab, und fein Sohn der 2 im 
u vertrieb a. 1639 ben jarchen mit feinem 
mpange, bis auf zwei, die bingerichtet wurden, weil 
ten gurüdiubleiben (a. 1640.) Auch andre Emifs 
! de traf in Suakim, a. 1648 und 1674 
Martyrer zu fallen. De Zeitraum I 
— bie Jeſuiten ihren Ein; . 
— 1m wagen geſucht hatten, war ra 
je Periode *) des innern. Berfallens, — 
Be Rinigsfamitie gesorben, ba jenes immer den 
meigt blieben — Seit dieſer Samteeibung 
genoß —— mit e Ruhe im Innern; bie 
iche früher 8 Coja, Ibaba, Gorgota, — 
en ep gewefen aun "bauernd nad G 
Kaifer Balicidas erbaut, wo fle au bis Seute 
® a Der Kaiſerhof erlangte einen Thell jeines 
——— wie Poncet **), der Fram⸗ ER 
SEE SE 
r om, ren alten" gei co 
“pt auf; benn 1750 drang eine neue Milton, von vom. 











ii. Mister. Vol. I. P. 1. p-. Poncet Yoy. 


Vie Eitteratur bei Salt Voy. p. 482. © mit U —* 
Letuz. edißantes. IV. Rooueil. A 9 3, B. 51, eic. 
2 


28 Hochafrika. II. Abſchn. 9. 11. 


drei Franziscanern, bie Patres Remebio, Martin von | 
men und Antonio von Aleppo, vor bie Bonder, wo fie 
ger Kaiſer Yaſons II. Regierung (er reg. von a. 29 bi 
nach Bruce richtiger Angabe) zu geoßem Anfehn am . 
gelangten. She Meifebericht, ber fonſt nicht bekann 
ordin, liege als Manuſcrtipt in ber Bibliothek bes 
Valentia ). Im 3. 1769 unternahm Beuce.fen kü 
Wagftüd, von welchem bis auf Salt's erſte Reife im! 
805 und feine zweite politifch: mercantilifge Milften 
2 1200 und ı810, fein andter Europäifcher Reiſender, 
obachter und Berichterftatter, wieder in biefem 
änglichen Lande hatte eindringen innen. - Die 
ichen —— ») welche Salt zu übergeben hätten 
ewehren zumal in zwei Kanonen, bank 
vorzüglich im Schmud für die Dauptlirche in Chell 
welche eihe ſchͤne Marmorplatte zum Altarblatt erfl 
gemaßlte Senfterfcheiben und das Gemählde ber Jung 
aria. Die Einweihung biefer Gaben geſchah unter 
Spiele einer Handorgel, wobei die Abyſſinier in En 
und Erſtaunen in ben Austuf etzub! etaub! ausbr 


Erläuterung 4. Die Ballahorben. 


Obwohl das Alpenland Habeſch in feinen verſchle 
Thalern unb Bergketten auch von verfchiebeneriei N 
flämmten bewohnt wird, die nicht alle zu dem herrſch 
Habeffinifgen gehören, Tonbern nur zu dem mehr ob 
niger abhängigen, aber doch in Eprache mehr pder w« 
mit ihfien verwandten (wie bie Gafat, bie Agows vozu 
mote, die Tſcheret Agows u. a. ***)): fo find auch w 
andere, welche ganz verfehieden von ihnen an Sp 
gen, Religion Blieben. So 3. 3. die füdifchen Sıla 
im Samengebirge, bie man wohl für rine nach ber 
zung von Ser alem eingewanderte Judencolonie g 
Bat +), obwohl Murray ihe Alter Höher hinauf feht. 

Vom größten Einfluß find die alljährlich ach bei 
griit fon feit Jahrhunderten geakimäfig von ©;: 

. wiederkehrenden Einfälle ber Galla, die nicht Yen 
keit bringen, wie bie Nilfgwele, fondern überall, wi 
fi ausbreiten, graufame Wer eerung. 

Das einzige Voik des Höhern Afrika, mit welcheh 

beffinier um den Befit ihres Landes zu kämpfen Hal 
ad biefe Balla Cd. h. Hirten nach Bruce). 









°) Salt Trav. p. 485. *%) Salt Tr. p. 266. am 
Be a BE 
3 Q ® "3, . x t . ° 289. " 
BER. 6,33 ” : 





Km iR m —— ie Pc 
a a — Inne da 
Kain, Pal A von 66 
db ober, fiebenber 
a: ee 
— * bie "orale der Di 


dieſe Gellaherde it d 
aim Kan Far), Kamen, — 


* — 
der PH ten — bie 


a 
um" gegen ben Sache lichen 
it, bie y: igens en Trogle dyten ya Jin; x 
traffe, dem —— * ee Sic. Fl 
* ffe von dem in Äbyſſt⸗ 
elinde und Patta en auch 
I. +). ber fagt, bi aan 
‚dort ein — — b Wie 
Dathen und Wandalen ſich Über einen großen Then Eutos 
mibeeiteten, fo biefe Galla burch diefe Gegenden Afcis 
IE fa derfchiebengn Perioden, je nachdem fie Ausficpe aw 
tloffungen fanden. Wie jene haben fie ſich in Eur; * 
aitt und bie Sprache, Sitte und Gebräuche der 
fiiten angenommen. 
I bieraus und aus ber Broppeit ihres Treibens, 
uber: und Hirtenieben, Volkeglauben, aus 
it ihres Namens u. a, m. vermuthet, daß 
be Volt +4) feyen, mit ben Horben der 
See Agag, Agalla, Gall) 
tc (uch hat man fie aus den Ge: 
Amon Guinea abftammen tal wollen, to jwil sen 
h tade und der Pfefferküſte mehrere Negerfläme 
Ha Namen Gala wohnen ). Uber weber durch 
Ä —8* —A andere Gründe läßt ſich bis jegt 
nn Beweis 
d merkwürbig bleibt immer bie Gleichzeit 
Ei — er Raͤuber und Hirtenhorden * 8 
och miſchen Steppenlandes, die größte uns 
ua 2 Acikanifhpe Wi] termanderung, welche in ber Mitte 


— 
ı Mandez 5. —— Rec, p.9. Slumenbach Anm. 











Bruce. ®e —8 de 
— vs e FA 2? > ru —S———— 
8*. "Bruce Im. 2, ka. Ri 420. 


N , 


230 j Hochafrika. III. Abſchn. $. 11. 


des asten Jahrhunderts nah Weſt, Oſt und Norden 
Katt gefunden hat, m; allerdings auf eine gen 
He Ürfache quzädfaließen läßt, fep es nun, Daß 
:tuerevolution, ober eine politifpe wat, melde 
beutenb gemwefen feyn mußte, um auf fo große © 
‚wenn au nur vom Mittelpunct unter dem Arg 

und auf Jahrhunderte hinaus zu wirken. . 

Die Gallaborben waren bie erſten, deren Einfall 
Lannte Bänder von gleichzeitigen Sqhriftſtellern 
wird; nämlih_im $ 1557 drangen fe aus ber 
Bali in 2, pebeffinien ein (pestis alle circa ann, 
zegno emersit *). 

Die Gagahorden brachen im Jahr 1542 in ben 
dern von Gongo und Angola mit gleih unwiderſte 
‚Muth und Mordſucht ein"), & unten Fungi). 

ie Zimba : und Mosimba s Horben videen a 
Dfktüfte, auf ber Terraſſe von Monomotapa vor, Mi 
ten ihre Baatıi e bis Quiloa und Mombaza fort, | > 
endlich durch bie reinigun) ber Kaffern und Portege 
unter Math. Mendes Ifüßrung,, im Jahe 1589 
‚gen und in ifre Wüflen Aurüdgebrän, it wurden ***), 
Wenn biefe Zimba » und Gaga: Horben in dem 


Asfrfunbert (fen LängR. mirber aus ber, Oetdidte > 


ounben find: . fo Sat dagegen Die Peſt ber ] 
“ ig if Recht ut, ei ji bie neuefte, 
fortgemäthet }). Hier find fie felbft fehon bis in bi 
denz ber ige von Gondar und in bie Reſidenz bei) 
von Tigrs bis Antalow vorgedrungen. 

Zuerſt erſchienen fle in N. We von Fatigor im 
reich Bali, von wo fie gegen Angote vordrangen; 
Beit darauf machten fie ihren erſten Einfall: in Sof 
von nun an zogen fie, im viele Horden getheilt, y 
beeſtrom und um bas hohe Narea herab, in bas Hal 
iſche Alpenland, fengten, morbeten und plünberten, 

teafen, Wälder, Wohnungen, Männer, Weiber und 

ie, und bildeten, indem fe fid der vielen. (es falle 
fepn +)), Gaue bemädtigten, die unter dem Namı 

migreicpen uns in ber älteflen Habeffinifchen € 
erfheinen,. (Fatigor, Bali, Gumar, Bargamo, Ffat, 

0... Hadeo, Echoa, Burague, Gosderoo, Biramo iu. A, 
fe um Land der Gongas und Gafates, in Welten, 


®) Ludolf Hist. Aeth. Lib. I. c. 16. 13. **) X. Battel, det 
Jahre lang unter ihnen lebte, in Purchas his Pi 
Lond. 1625. T. Il. fol. 977. und Cavazzi in Labat J 
occid. IL. p. 88. **°) J. Dos Sancıos Acthjopia ori 
lis in Purchas T. H. fol. 1852. +) Salt in Valentia Tr 
IH. p. 50. und 250. +}) 3a Bruce Tr. III, 6, IV. | 





R 
‚cr Mordraud, Habeffinier. 
geblieben Find), einen 


Bein — —* as 


in 
ie 


"2 


Alpenland men, das —X eins. 


Du punet ihr er, Beinign 
a Bijamo *), das * am Ha 
dm a und Babrsels Abied Iab au kom, 


Enahe ‚von Gondar 
FAR —58 in ——8 
— — FIN Die Den 
—— An loben, eeufehe 1 Erkae 
anzuftedeln ; bie Wei 
33 Süd: und süfer bes 54 nieder. 
theilung **) vom 7 
befand, nun in an — 
t 
——— —* 5* —2 — 
maber re fie dos Land 
ib die Galla, welche Ah Eima ICH Im arte 12 % 
* —— bie ai 
md weil fie ie 
ie —E Ba 
ı 
Garden iefee Heiegesifhen dirten fh 
M em Di ——— ER von 
a 


hatten die Portugiefen glei Anfangs ben 

» Sehungen .h gegen ihre Eins 
;_nein, fagten fie, &teine haben wir nur, 
Kirchen zu erri⸗ —* zum Schutz des Lan⸗ 
je ie unfere Arme. biefe und ihre natürlis 
en haben bis jeht, m Spartanern gleich, das 


Bi welche insgefemmt im D. und W. 

u Haben fcheiten +), find von mittler 
Marhe mit langem, oder and kraufem 
Afetite, hab aber In Dabei zu Ernten 
5 fie nährten fih nur von Wild, Butter 


Id. u.) J.d 
— Areie 2. ep. — ©. Many 
—* a. a. D. un. Witjrieieh Water ALL. iſte Abth. 


EEE 


2 in 
Bit 


A 


HR 


22335 


4 


in 


v 
[1 
” 


age Hochafrika. III. Abſchu. §. 122. 


und Fleifſch; aber in Habeſch lernten fie den Adierbau 
Brot baden. Se Baffen waren nur hoͤlzerne Panzer 
Spitzen, im Feier gehättet, auch wohl durch den Ga 
nes Batıms, in bie fie neflochen wurden, vergiftet; 
war felten bei ihnen. Ihre einzige Bebedung iſt ein 
genfell oder anderes Leder um ben Gurt; ihre Hare fa 
fie mit Fett und Butter, und bie Mänger ummi 
mit Ochfendärmen (wie bie Hottentotten). Ihre & 
Baum iſt ber Wangey (Cordıa abyssinica nach Brow 
fagt Bruce, in deffen Schatten, fonderbar genug, au 
Häufer von Gondar und anderer Städte erbaut find. - 
Zahlen 7 und 3 follen ihnen bedeutende Zahlen feyn. “ 
ihren Kriegen find fie biutgierig, morden Alles und 
den zum Zeichen bes Siegs die Schamtbeile ab feine 
welche auch die Habeffinifihen Krieger des Mas Wellen 
lofje in Tigré vielleicht von ihnen angenommen’ haben 
auch bie milden Beetjuanen in Sübafrika verzehren 
Giegesfeft das Bauchfell und die Nabeltheile ihrer er| 
genen Beinde **)). 

Idre Schnelligkeit bei ihren Kriegemärfchen if er 
senswürbdig; fie ſchwimmen burch die reißendſten Str 
Klöße von geräftetem Kaffee mit_ Butter zufammengeb 
find ihr Provinnt. Hunger und Mangel aller Art ettr 
fe zum Erflaunen, felbft dere Habeſſinier. Ihre Kriegs 
find Ueberfälle, bei benen alles erlaubt iſt, aber zu H 
leben fie unter firenger Zucht ihrer Stammhäupte⸗ | 
Meiber find außerordentlich fruchtbar. Nur den Muhas 
danern iſt es bis jege geglädt, mis ihnen in ihrent 8 
Handel zu treiben. 

: Den legten Krieg bes Mas von Zigre, im 9. ı 
gegen die Galla, machte Salt’s Landsmann, Mr. Pa 
ein Sünftling am Hofe gu Antalow, mit, und zeid 
ſich bei dem Deere von Zigre, das 30000 Wan ſtark 
gegen die 40000 Daun flarle feindliche at bes ¶ 
fürſten Bojee ruhmvoll aus. Der Krieg wurbe um 
theil von Zigre, in ber Schlacht bei Zingilla ***) in 
Provinz Lafla beenbigt, und daher erfahren wir einige m 
Umſtände Über fie })._ Die Eintbeilang derſelber im 
große Zweige, jeber zu fieben Stämmen, mie wir fle. 
nach Bruce angegeben, feheint nur den Maitfba: &ı 
ober ben füblihen Stämmen anzugehören; denn unte 
andern, bie Mr. Poarce Eennen lernte, fand biefe poll 
Einrigtung nicht flatt; auch befland unter ihnen kei 
beres gemeinfames Band als bie Sprache. Man 
— — 

%) ©, ©®alt in Valentia. Tr. III. p. ı3ı. **) Liqhten 

Ä D. 88 Y#%) Salt Trav. ns 292. a 








8 
dene Galloffämine, bie unter eignen 
ter einander in Feindſchaft fliehen. 
Edjom Gola fteft gegen tig 
erhäuptern, winter Fürs 

— ——— angehẽ 


x — ae En an u = 
eat, ſptechen bie jarafpradhe un! 
Ma, Bi ten Gadahrten Tau Or 


Biertes Kapitel, 


besHabeffinifhenAlpenlandes gegen 
Meerestü d dasglahland 
—— 


$. 12 


Steigt man von ber Grenggebirgskette, melde bas Al 
dd iten Zerraffe oder ganz Habeffinien im M, 
gi Hinab in die A ifchen. Sandflächen, 
fi um dieſes Hochland im D. als fehmaler Küftens 
im N. als furdtbare MWüfte anlegt: fo tritt ber 
be, ald er die engſten Hochpäffe und Worthäler 
geb verlaffen bat, zuvor nech ehe er in die 
‚ einförmige, waſſerleere Sandwüſte gelangt, in eine 
merfroiebige feuchte Waldregion , voll fließender 
der MWafler, vol hochſchattiger Wälder, voll von 
Heerden wilder Beftien, die das Alpenland nicht 
Hier weher ihm eine feuchte, fchmwüle, erilidende 
jen, und er eilt hindurch, um ben bösartigen Fie⸗ 
Lumd andern Krankheiten zu entgehen, bie fie zu erpeus 
ot. Aber im biefer Waldregion hauſet das’ wilde 
Schangalla, ein verachtetes Gefchlecht, im ewigen 
mit ben Beftien und den Ulpenbewohnein, wie mit 
ämmen der Wüfle begriffen. -Diefer feuchte, 
Saum, welcher das Alpenland gegen N. und W. 
jerer Breite umgiebt als im troduen, büsren Often, 
(6t das Ziefland, oder im Lande die Colla, auch 
ber lühende Küftenfauım gegen Oſt aber wirk 

ſelb ſt — genannt, 1° 





e54 . Hochafrika. Iu. Abfchn. $. 12. 


Erläuterungı. Der glühende Küſtenſaum, 
Samhara. 


Alle Reifende, die von der Küfte bes Arcabifchen 
zes Iandeinwärts nach Babefch sogen, wanderten erfk ı 
Tagereiſen bu lübende, waflerleere Gandwüſten; 
fanden fie am eban der fleilen Bergterraſſe bie auı 
ergpäffen zu allererſt hervortretenden Waldbäche, unt 
zeigte ſich die erſte, üppigere Vegetation, Bebäfch und 
dung. Dieſen Landſtrich an der ganzen Oſtſeite von 
beſch, bie Küfte entlang, aber nur am Fuß der Gebit 
geringer Breite ziehend, können wir die waldige Ne 
nennen. Doc iſt fie weniger characterifiifh als n 
N. zu, weil ihr das Waſſer mangelt, und kein ei 
bee Bergftröme Bier die Küfle erreicht, fonbern alle 
ande verlieren und während des Sommers vertrodn 
Am nörblichften Ende bdiefer Waldregion, wo fi 
an die nah W. ziehende anfplicht, im Bezirk Dob 
liegt das Klofter Biza **) oder Bifan, einſt Fi 
Abyffinien wegen feines Reichthums berühmt, jest in 
mern, in wilbromantifcher Landſchaft. Gegen Norden 
feine Anhoͤhen von Sümpfen und Waflern umgeben, u 
Bier die Zuflüffe des flagnirenden Mareb bilden, und 
da haufen zahlloſe Heerden reißender Thiere unb bie w 
Shangalla. An der Gübfeite dieſes Berges mit bem 
ſter, lege ein Gebirgspaß, Affauli genannt, den Salı 
dem Rüdwege von Diran nach Arkeko paſſirte. Au 
jeigen ſich ſchon die Arten der Euphorbien bes Aſcle 
er Entate (eine Adanfonie) und die Ramarinbenwi 
die ein fiheres Zeichen der Annäherung an die Ebenen 
Auch’ fließt hier die lebte Palmgruppe, als eine auf 
öhen gepflanzte, ſehr feltne Erfcheinung *") Am 
öbe bes affes find trefflihe Viehweiden und Weitze 
in vollem Wuchfe, wenn das nerdöltlich anliegende Tel 
fig fon völlig dürr und verbrannt zeigt. Beim H 
fleigen diefes Paſſes erfcheinen fogleich die wilden, berı 
Keaciengebl he auf dem Sanbboden, ohne Quellen unb 
mende Wafler, bis Arkeko. An diefem Eingange des 
birgspaſſes sogen das heiße Samhara wohnt der wi 
Stamm ber ide, su den Hazorta gehörig, die mi 
nen gleich an Peace und Geflalt find. Diefer Pa 
Affauli iſt der noͤrdlichſte, bis jezt bekannte, unter a& 
so Min. N. Br. welcher nach Arkeko und Maflowa f 
Etwas füdlicher von ihm liegt ber Tarantapaß, unter x: 





%) Alvarez Hist. de Ethiop. fol. 7. **) Zelle; bei 
©, ı9. Salt Voy. pe 448 **%) Salı Voy, p. Frag 


- 


Nordrand, Habeſch, Samhara. 1935 


oben kennen Iernten ‚wie bi 
— — —— die sen is ins {nl 
ten des rothen Meeres geleiten. 


faum an mel en Sampara vom rot! 
14 uns au durch die beiden legs 
—— Pac ‚geworben, beffen 
Muh I ch. den neuen Aufs 


fr verfchiebnen — ori und Infeln 
[= der re von Babel Mandeb norbwärts bis 


Arkelo, län, rs {} 
Bu Br. 40 Din. sis * F or von ©, ey 


Kinjichtr die — ſuncte: Saft 
26. 17 M. N. Br. — Ras Beloul 3 Be 
Br. — Spige Gute 13 Gr. 45 Min. — 
Bei, 14 Gr. 50 Min. — Hematlibap ad, — 

Bay) 15 Gr. — Anneelavbo —8 der RR 
fine) Nordfpige 15 Gr. 30 J— 

Be Infel Dbalak 15 &. 35 Bin. — — 3 
Jemens, von Mocha im glüdlichen Arabien, 
| im wenigen Stunden über das rothe Meer —* 
tüßerliegenden Ras ober Morgebirge Belou 

Beniges nördlich liegt 1. die Bay Radmap**), 

—— die im Porbfall nur für kleine Schiffe 
nius Portus Isidis burh vier Anfeln bezeichnet, 
fr8 Radmab zu feyn, wohin bie Troglodyten, jegt 
mme ber Bedower Myrthen brachten. sit 
ih ber von Portugiefen fo eft genannte ‚Hafen 
Die Felcmaffen fehienen wie verbrannte Klippen 


'thr)'unter 14 Gr. N. Br. liegt weiter norbwärts, 
nit ao Hütten, ber Hauptfig eines Sheil, von 
en, rüftigen, armen Volichen bewohnt, das ohne 
om Fiſchen, Milh und Ziegenheerden lebt umb 
am der Danakil, genannt Adoole gehört. 
mpbilabay +7) bisher unbekannt, eine tief lie 
mit —5 Inſelxeihe, mit einem vor⸗ 
Hafen, English Harbour genannt, ber van 


Stuart Chart of the Bir of of Zerla kom geome- 
ıbeervations. 1810. p Salt and Copt. RR 
erhend Charc of Aup) be Bay survoyed ı 

„146. H. Salt Char of Howakil Bay 1810. er 
wwheed Chart ofAnnesley Bay ı810. Chart of ti 
"Arkeeko and Harbour Ir Masuah from Observ. 
„Weatherhead 1810. **) Salt Trav. p. 138. ***) Va- 
Ta. U. p.22 4) Eat aD, ©, Ber +) eat 
1 & 149, 10 4 9 








236 Hochafrika. TIL. Abſchu. $, 12, 


weigtigteit für biefe Küfte werben Tann, An ide lie 
Ort Madir, von Dumhoeta bewohnt, ohne Wafle 
Weideland. Bon hier geht ber gerügelige Gebirgswe 
Madir, Burré, die Salzebene und Genafs nach Lig 
Fl nahm (f, oben). Die Bay ift von den Dumf 
&mmen bewobhnt, bie fi feeie Gebirgsfößne nennen 
owohl Madir als auch bie Sebiraspäfte beßerrfchen, 
mpbilabay ift vermutblich ein verflümmelter Nar 
Strabo’8 Avuıplaov iu *); & dat 16 Engl. Meilen 
und ı2 Tiefe und 13 Eleine Inſeln. le biefe beſte 
nur aus conglutinirten corallinen Kalkfleinmaflen, | 
ner unenblichen Menge eingewidelter Mabdreporen, | 
gen, verfchiedenartiger Seemuſcheln, von folgen Acti 
‚noch gegenwärtig im rothen Meere leben"). Died 
Schichten biefer Infeln liegt aber gegenwärtig his } 
über ben jegigen Meeresfpiegel. Nur eine Inſel von 
gänzlich verfchieden, befteht aus Kalkfteinfels mit € 
von Ehalcedon und großen Höhlen auf der Dftfeite i 
den Schiffern als Magazine benutzt werben, Nur bie 
gie Snfel, Kutto, Hat Spuren älterer Bewohns 
Kammern alter Bauten, indeß die andern nie beweol 
weſen zu feyn fcheinen, nur zuweilen von Cameelen 
‚bet werden und etwas Brennholz liefern, da fie mi 
Madbaume (Avicennia tomentosa) bewaldet find. 
Brunde ber Bay liegen bie beiden Ortfchaften Mat 
Duroro. Dieß letztere ein größeres Dorf gut zum . 
gelegen mit gutem Anterplag, Die Landfchaft zu 
eine große Ebene, ift mit Unterholz bewachfen. . 
Serne fleige die Gebirgskette ampbitheatralifeh 1. 
in dee Direction von S. O. nah N. W. mit der Fro 
en die Küfte gerichtet. An ihrer Mordfeite zieht b 
birgsweg nach Abyffinien, und jenfeit derfelben zeigt 
nein Dödere Gebirgskette vom Genafe zum Taran 
ent t ® 
Im December und Janunar war das Küftenuf 
düre, hatte auch wenig Wildpret, nur einige: Raubvß 
ren Magen mit Seufäreden gefällt waren, und vor 
eine Art Eleiner Hafen, den Kaninchen fehr ähnlich. 
Ufer iſt überall mit einem Waldfaume, einem Didie 
Madbäumen (Avicennig tomentosa) bededt. Di 
ohnt in Menge eine Fuchsart, Wobit, der Einen 
Diefe fleigen zur Ebbezeit regelmäßig zur Meerestäf 
‚ab, um bie Seemollusken, ihre Hauptnaßrung, zu ver 
Diefes Thierchen und ben Rackbaum Hält Salt fi 





#)_Straba ed, Tzschucke 1. XVI. T. VI. 406, * 
Trav. P. 358. 99*) Salt Tuav. p. 171, 


H Gebe am füptisen Ende der Bay einen guten 
wa Güdeh der. Bei Beſteigung des hohen Borges 
Bardo, fand Salt, einen Gummiſirauch, ähnlich dem 
a0) und ben Balfam, bride um genas Amyris 
dem Gipfel (unter 15 Gr. 48 Sec. N 8 
die je Howalilbay. Auf ber 
F — fol ein Stein mit fee 
1°) der bis. jegt noch nicht unterfuche f 
fr ‚groß mir mehrern Inſein, davbba 
ſei Howadil etwa fih bis 650 Fuß 
t, bie andere, Buda, us dos adffteigend 
5 — Maſſen befteht, mit Saulen, wie ger 
einander gelagert. Die übrigen en 
Kaltftein wie die Infeln der Amphilaben . 
feln färbte ſich unt Sales saf, das Meer 
„bei ad Klafter Tiefe, von eigenthümlichen 
MM, Daß es alles Sppiffsvolt in Erflaunen fegte, 
‚At ben Namen des wahrhaft rothen Meeres 
Gebirge ber innern Bat gewähren einen reigems- 
Während der vier Mönat grünen Zeit, wo 
len, ifk das Ufer der Bay ein grüner Wiefen⸗ 
Biegenheerden und Hirtenkämmen bededt. 
), in Gruppen auf dem Lande, und ber Rads 
ia tomentosa) längs ben Küfen umfäumt 
Übrigen 8 Monat bes Jahrs ıfl 
t reg — Si ah va he 
je dieß au weilen g: D 
ter Ba Bi Fund an Anm. ‚in 
2 en, werben off v , Die, 
L aan aus na Motcha, Er a RR 










——— 


* 


2 


* 


ET 
5:3 











Werseaut, Habeſch, Gamhara. ag9 
die line re Ak Safe Dal 
des Peripius), tm iInnerfien Winkel der Day 
db, Beute der kieine Det Zulle, oder nach einheis 
Thulls, welpen Salt zuerft *) in Bafs 
im lernte. Am Strande von ulefem letztern Das 
due Säule von Aegyptiſcher Arbeit, die nach Aue 
Enmohner aus jener Begenb von Bulla dahin ges 
RB. Au hörte Salt won den Arabern, baß 
"Dete viele Säulen, Trümmer von Dafe 
aus ſehr großen 4 bis 5 Zub langen Due 
n. fließen follten, und diefe etwas entfernt vom 
Dite wurden Azoole genannt. Hier alfo iſt uw 
alte Adule wieder Aanten. Leider konnte Mr. 
mit deſſen Wefihtigung beauftragt ward, nicht 
gen; boch brachte ex eine kleine Steinurne 
gen Ufer mit, bie unter den Ruinen der Grabe 
him fol, welche wahrſcheinlich noch wichtige 
nen berbieen wird. 


Dirtenpälker der Danakil. 


ganze Küfte des Abyffinifhen Samhata entlang 
@ einige 50 verfehiedene Dirtenflämme, bie ale 
m ſchon ben Alten *") bekannt, auch heute noch 
afriche, wie das Bergland dahinter, von Bab: els 
Vs Arkeko im Norden faft unzugänglich mahem 
möfrich marb ehedem das Königreich Doncali ges 
Men Gouverain mit in die: Kriege der Muhameda⸗ 
hurrur und Adaiel gegen die Abyffinier verflochten 
nu deren Gebiete grenzten an einander bis fie durch 
der Galla von einander gefchieden wurden. 
Im .Land und Einwohner noch jegt Dancali. Sie 
le Stämme mit einzelnen Dberhäuptern vertheilt, 
»e) im Singular, Danatil im Plural). re 
Re insgefamt, belaufen ſich etwa auf 6000 Mann. 
un fid Mohamedaner, find aber ohne Priefler, 
©ie leben ganz unabhängig, nur nach 

t ihre Gameele umberziehend, bereit zu jeber Fehde 
f das gemeinfame Wohl ankommt; fie find freis 
», fehr thätig, entſchloſſen, aber arm und meiftens 
e Waffen , die fie bald furchtbar machen könnten. 
men gehören die ſchwarzen Stämme der Bajeh +) 
Dautal, an ber Gränze von Nubien und Habeſch, 


2p-451. #* den. 2%. 6.336. *9 Sale 
276. — Lie Heckal ——— 
1800. 4. p- 43. 







1: 


so Hochafrika. II Abſchn. rei 


und bie Agaagi *) in bein Hababbergen, den nörbfiche: 
Jäufeen ber Tigröterraffe. Dieſe ragen gegenmärti 
insbefondere den Namen, welchen man früher allen 2 
nern bes Küftenfirichs gab, nämlich Aganyi oder | 
davon die alte BGeesfprade), Da mo fie den 
abena *”) oder Dobenah) führen, follen fie wie 
von Dabefh aber fhon mit den Araberflämmen beı 
und Belows gemifcht ſeyn. Aug an ber Öflfeite d 
greterraffe erfcheinen fie, baflelbe Volk, ebenfalls mit 
emifcht, nach Zeit und Lebensart unter dem verfchiel 
nennungen. oo | 

Sorte Kenntniß ift darum von größter Wichtigket 
durch ihren Landſtrich hindurch alle Saravanenzlige Ye 
beſch zum Meere geben, es alfo in ihren Händen lie 
Habeffinien Fernerbin für das Ausland verfchloffen 
fol oder nit. Denn wie bie Hazorta, ben Tarau 
können bie andern Stämme alle andern Zugänge zumi 
lande leicht verfperren. . . 

Sm ©. det Hazorta weibet der mächtige Stam 
Buflamon feine Heerden, im N. der Stamm Teerur. 
Hazorta in der Mitte vom Tarantapaß bis zur Ann 
bay, in welcher die Inſel Valentia liege. Hier find | 
Begleiter der Hanbelscaravanen, zwiſchen ber Küfı 
Habeſch, und gewinnen bei dem lebhaften Verkehr, de 
derrfcht, bedeutend. Der Sig ihres Oberhaupts, € 
it an der Küſte in Zulla, dem alten Abule **"), be 
Ientiainfel gegenüber. 

Nach Salts legter Reife erfaßren wir, daß ber | 
tendfte diefer Stämme, derjenige ber ı. Dumhoeta 
welcher die Küfte von Beloul dis Arena befigt, unb 
ein tauſend Krieger zähle. Nach ihnen folgen die = &t 
der a. Zaiemela und 3. Hadarem, jeder zu 200 Kei 
welche die Salzebene beherrſchen. Ihnen gegen N. 5 
bart wohnen die 4. Beleſſua; die von den Zaiemela a 

ig find. Im Güden, zu Ayth, wohnen bie k 

tämme ber 5. Adoole und 6. Modeto, meiftentheils 
fahrer. Die Namen ber übrigen Stämme heißen 7. Al 
8. Aiſamathu, 9. Kebimto, 10. Weema, 11. Muſhiek, 1: 
mominto, und diefen in N. W. wohnt ein feindlich g 
ter, 13. die Ruſſamo. 
- . Die Weiber diefer Stämme haben, nad Salt, 
angenehme Geſichtsbildung, ungeachtet fie die Laſt ber. 
de tung in vollem Maaße tragen. Zee Kleidung iſt 
eutend, ihr Putz befteht in Armbändern von Eile 





*) Bruce Tr. III. p.43.472. **) Murray ebend. p.z. ** 
“ lentia Tray, ih: p- 234. +) Salt Tray, P- u 178, 









Rertrond, Habefh, Samhara. ayı 


Dee Gefchäfte find Korn mahlen, Brot baden, 
nu.f.w. Die Männer hüten ihr Vieh, bauen 
‚ treiben Milchwirthſchaft. Taback fchnupfen 
ieh, iR ihre größte Leidenſchaft. Ihr Baar kräus 
; Arbeeisgen es mit Fett und pubern es mit brau« 
ein ve Grabſtätten befeben fie mit pyra⸗ 
—— kmalen, die bis zu 10 Quadrat: 
‚unb an ägyptiſche Conflruction erinnern. 
stlung Zeila, Zulla, Zeilaa. Wir Iefen in 
Miionsberiht, daß auf Verlangen des Habeffinifchen 
os, welcher bie katholiſche Religion angenommen 
khiten aus ber Miſſton von Goa dahin abgeſchickt wurden, 
2 auch Lobo war, der zuerſt von Melinde aus, obwohl 
Kin das Alpenland einzubringen verſuhte. Zwei andere 
, Peter Marabo und Bernh. Pereira aber gingen nady 
im von Zeila (im Süden der Straße Babels Manbeb) bei 
‚weil man in bem Briefe des Habeffinifhen Kaifers ge: 
‚ ke follten äber biefen Drt geben. Da fie aber dort 
trafen fie in beffen Muhammebdanifchen Fuͤrſten den er⸗ 
Beind tee Chriſten an, welcher ſogleich beide Patres 
mid. Die Iefuiten gaben darauf dem Minifter die 
© habe boshafter Weife einen falfhen Ramen in ben 
fit, um ihre Reife zum König fo zu hindern. Aber ba 
Der Richtigkeit diefer Beſchuldigung gar Fein. Beweis ge: 
: fo ſcheint es viel wahrfcheinlicher, daß bie beyben als 
e berühmt gewordenen Männer durch einen geographiſchen 
jnes Zeila ftatt diefes Zulla wählten, welches auch Zeila 
nmirb +"), und in ber Nähe von Maſſowah eine weit 
e and kürzere Garavanenftraße ift, als bie über Arkeko 
ı Zaranta "**). Durd Salt erfahren wir, baß fehr viele 
me Hirtenſtaͤnme biefer Küfte, doch eine und biefelbe 
aan welche ihm bie Hazortaftämme felbft die Dancallis 
3 nannten. 
wärs zwiſchen diefen beiden Zeilas find bie vers 
iStämme der: Shiho, Taltal (tall! tall! iſt bei den 
ı von Yemen ein Ruf der Fiſcher beim Bang +}), 
8 (auch gemifche mit Arabern, mie die Dobena), 
nen von Baylur, Dancalli bis Damaro und Zeile. 
en bie äußerſten Verwandten biefes Volkoſtam⸗ 
k GSamaulies von der Strafe Bab: el: Mandeb bis 
tz Felis ) am Cap Buardafui, von denen oben 
‚die Hede war. 
ſe insgefamt find mehr oder minder zum Islam 
ten, befigen den heißen, fandigen, trodnen Küſten⸗ 
96 deu rothen Meeres, Samhara genannt... 


L_) - % 


Habeffin. Reife.1.Th. ©. 70. **) Ebn Ilaukal Or. 
reby W.. Ousely. p. 14. _***) Valentia Tr. .1I. P- 
+) Sale. in Valentia Tr. III. p. 234 ++) A Hamil- 
ew Account. I. p. 65. +t}) Valentis 7x. 11. p. 575. 





zn . 


242 Hochafrika. LU. Abſchu. 8. 12. 


Zu ihm ſenkt ſich bie Oſtſeite von Habeſſinien, 
greterraffe hinab. Aus ihm ziehen die Hirtenſtäm 
ihren Heerden zur Sommerszeit in die walbige Reg 
gen die Bergtercaffe von Tigrs und Angote. Da be 
oder pländern fie, je nachdem fle durch Geſchenke u 
but befriedigt werden, bie häufigen Kafilas, wele 
Meere aus über Suakim, Maſſowah, Zulla, Bure 
Baylur, Dancalli, Zeila und Berbera landeinwärts 

Oder fie find es auch, welche in Verbindung w 
sen und Arabern, die fich bier niederließen, unter be 
men Gibberti Ed. i. Nechtgläubige), Mid als Hei 
Hirtenſtämme betrachtend, die Kafilas felbft Führen, i 
treiben, bedeutende Güter fammeln, und gemwöhnli 
Macht und Anfehn fomohl an der Küſte des zochen 
wie im inneren Alpenlande fich erwerben *). 

Da von ihnen die Zufuhr aller fremden Bebärfn 
Alpenlande abhängt, fo dringen fie von Dancalli um! 
wie von Maſſowah und Arkeko, in bie Mitte bes : 
ein, und jeder angefehene Habeffinier hat einen biefe 
bertis (wie etwa die Sjuben in Europa, die Arme 
Derfien, Gnebern an der Mozambikküſte in ähnliche 
bältniffen ſtehen) gu feinem Gefchäftsträger, Fact 
feinem Sntereffe, von dem er denn auch mehr oder ı 
abhängig iſt. 

on der Küſte aus führen fie nicht nur ihre I 
fondern balten auch bald mehr, bald weniger, tief li 
wärts auf Märkten ihre Waaren feil. So fand 
Alvarez Zeit **) ein außerordentlicher Markt zu Me 
auf der Grenze von Tigre und Angote; die Talt 
Dancalt und Baylur führen fo immerfort ihre Sal 
ein **"); in den Ältern Zeiten waren fo die Marktpl 
fat, zu Kungara, Jadai, Kubat, Zadife, Argai, Ka 
rühmt 7). Bon den Samaulis war oben bie Hede. 

Mur durch bie Sftlihen Ballahorden if auch bie 
mer mehr fich erweiternde Macht der Bibberti außer: 
lich eingefchräntt worden; boch find fie, wie wir oben 
auch mit bdiefen Horden bereits in Verkehr getreten 
dieß vorzüglich auch aus bem Bericht eines Gibberti 
bem uns fonft unbetannten Babeffiniichen Alpenlaud 
ſchu erhellt FH). 

Früherhin waren es gerabe dieſe Gegenden vor 
beſch, in wel bie Märkte gedaltın wurden (nänli 
von Ifet, Saliger, Dawaro, Adel und Mara) wohir 





) Bruce Tr. TI. p. 44. **) Alvarez Historia de Etio 
60, ###) Lobo J. B- 143. +) Bruce Tr. III. 
+F) Seeten über das Band Jebfchu in von Bach mena 
Correſpondenz. 1800, November, 





\ — 


goneend / ebech/ eta ih 










——— mit ihten Kriegsheezen 
M, en bie bafeldft jee mächtiger werdenden . 
geld —* sieben. Denn fo wie ihe poiltiſcher 
N 'ache am ben Mackrplägen und, im diefen 
— 
—AA 
haft ſanden, doc auf Pr 
ent‘ ier bier mehrere Jahr⸗ 
juech, bevor die Gallas bier vorher: r 
⸗ ıb der Kriegsshaten in der Habeſſtnifchen es 
\ welchem auch die Portugiefife 
tofen aufgetreten find. - 
unga. Die feuchte Waldregion Golla 
und Mazaga, ' 


— verhält it ber Mesii che. zunäch 
hang dee 34 — ———6 * 
Ss 12 4 wel Bedingungen, melde große Abs 


ti t des Meeres, welches im Of E 
u — malen Pa on 
tig läßt, logert fih gegen Norden 

ice Sanbmülle vor das Habeffinifhe Alpenland, 
jet e8 fo weit vollffändiger. von aller cuitivirten 
is jenes immer no fehr zugängliche Meer, das, 
e, noch die Verbindung, befördert; dage⸗ 
nd 








ir im der That nur durch die größten Gefahren 
erben ein Verkehr durch bie faſt undurgbeinglichen 
im mit Darfur, Sennaar, Dongola oder gar mit Ae⸗ 
u Stande gebracht werden kann. - 
weite Bedingung, die bier alles ändert, liegt in 
Foröfen Zahl främender Waffer, welche alle, was allers 
MH (che merfwürdig, gerade fo, nur mmgelehre le 
und Indusfiröme A durch das Hochland 
& fo ven ©, nah N. zu, die Gremgebirgokette von 
brechen. So bilden fie umgählige Iuchten, 
‚ Gtiomthäler, voll raufpender Waller, die während 
Erg en außerordentlich anfpwellen, und nun 
‚tritt im das flache Land Übertreten, an vielen 
fein Gefälle finden und als weitläuftige Gümpfe 
N ve Roi h — ——— en 
'en, ftehen bleiben, und fo einen, eignen Saum 
Impfmäldern en aus welchen cbft vielen ans 
en dee Miichtte Zufluß des Nil, nämlich der Mareb 
m Urfprung nimmt‘).  Diefer Saum kommt in allen 


— 
Bruce Tr. III. 2 im 4 . in 
fe + r. BB, u ee 


244 Hochafrika. III. Abſchn. Y.-22. 


weſentlichen Verhaltniſſen mit dem Bengaliſchen 
abhang des Aſiatiſchen Hochlandes überein (ſ. unte 
land Tibet). 

Die Provinzen, bie demſelben auf dem Be 

noch zunächſt liegen, gehören zu den fruchtbarften, 
Beſchreibung reichen Erdſtrichen; aber diejenigen, ı 
ihm liegen, find zugleich die gefährlichen für d 
des Menſchen, und zumal zur tropifchen Regenz 
unbewohnbar, fo reizend der Aufentbale barin auı 
fiens an den gelüfteten Stellen in der trodnen 9 
fepn mag. Sn diefem Strich liegt unter andern | 
würdige Diſtriect von Waldubba, berühmt in der ! 
ſchen Geſchichte, weil fo viele große Männer bes 
wenn fie Kortuna verließ, in ihm ihre Zuflucht nah 
als Einfiedler in feinen Wildniffen den Meft ihre 
ubrachten *). Alles was bei Hofe in Ungnabde fä 
est, ſucht Bier in den ungugänglichften Thälern | 
wo wirklich nur Hyänen und Eremiten, welche lei 
Volk als heilige Männer hoch verehrt, Haufen. 

Dies ift die MWalbregion, welche bei den Ha 
allgemein die Kolla genannt wird, das Tiefland, in 
dem Alpenvolte die Hitze der Sonnenſtrahlen un 
iſt **), weiches Bruce für gleichbedeutend mit Höl 
möchte **). Es iſt ein Landftrich, welcher meiſtens 
den ıaten bis ı3ten Grad Nordbreite gu liegen Eon 
der Küfte bei Dobarma im Dften bis sum Lande 
im W. am obern Nilftrom oberhalb Gennaar. 

Diefe Waldregion umgliırtet den Fuß des I 
{den Alpenlandes in einer Breite von 8 bis Höd 
geogr. Meilen. Bruce giebt die Breite an einer ı 
40, an zwei andern zu 50 und 60 Engl. Meilen ı 

Sie bilder eine überaus merkwürdige Naturgr 

ſes Reiches, und bat ben größten Einfluß auf die 
feiner Bewohner. 
- Die 4 Hauptarme des Aegyptiſchen Nilftroms, 
reb, Tacazze, Nil und Bahr: el: Abiad (f. unten 9 
welche vom Habeffinifchen Alpenlande dem Delta 
Burchbrechen diefe Waldungen und bilden, vorzüg 
die unzähligen obern Zuftröme ihres Waſſerſyſtem 
feuchten Niederungen. 

Zwar nur. berienige Theil der Kolla, welcher ; 
Seiten bes Tacatze liegt, von Axum bis Ras: el 
‚uns genauer burch Reifende bekannt geworben. 





"*) Bruce Tr. VII. Appendix p. 62. und IV. p. 367. 
dolf Hist. Aeth. I. c.8. *%*) Bruce Tr. II 
 #)-Brace-Tr. HI. p. 515: IV. p, 27, und VI: p. 3 


% 


ichte fehildert alle übrigen. Theile 
a mtihen our bee ve Anosnfacinin ip 
——— 
—— 

je 





jertel Meaum.), 





! , ‚buftend y 
im Ucertag, beakämmige, Anker 
Ibungen.,  - 


fette, fpwarze, überaus fruchtbare Boden, in 

be genannt **), meldes. keine bes, 

3 dere ‚aracterifiet ben ganzen Gürtel, 
wird von den Höhen durch die Maffer in die Tiefe 
'ı und bilder x aus der immer verweſenden, 
elaß ‚wieder emporwuchecmden Pflanzenz 


u bie große Feuchtigkeit während der rinen 
Ns Jahrs und. durch die große Spwüle hervarges 


Wie groß die Waſſermaſſe ift, welche diefer Tiefe zu⸗ 
h läpt fi fon der Menge ber Tropentegen auf 
dohlande brgrelfen; und es ſtimmt mit dem —34 
Europäer Überein, wenn Abba Gregorius der Amha— 
* Ds dann aller Otten — aus bem Bo⸗ 
ht, daß alle. Xhäler zu Strömen, alle Tiefen 
gefülle werben, und daß wirklich in Beinem Lande 
5 — der kuſt falle, und fa viel. aus der Erde 
in biefem, ⸗ 
fomwille ber Taeazzeſtrom bei Site bis zu 18 Fuß 
an (unter derfelben geograph. Breite, und gany in 
Berhältniß, fand 534 Park den obern Sene⸗ 
Mdcch durch bie Tropentagen angefohmellt i7)» 
Bu einer Heit, Wo bie mehrfen Fluſſe ſchon wieder 
ködnee find and nicht mehr fließen, hatte Bruce von 
Kıcijge weflwärts bis zum Lamaimonpag innerhalb 
m doc morh über 10 bebeutende Zuffröme zu demfels 


Be ierm feuchten Boben bildet ſich, innerhalb der " 
ven, eine feuchte, fhrwfle Luftſchicht, wolche dem Frem⸗ 


. P.139;_Brace III. p.500. **) Arace Tr. 
Fe NT Bea Luloit Wink Acthiap. Lad &- 
) Bruce 'rav.1ll, p.349. 44) Mungo Fark Trarı p. 326. 






246 Hochafrika. III. Abfchn. $. 18. 


ben und Habeſſinier, ber nicht an fie gewöhnt if, th 
wird. Hier herrſchen fortwährende Fieber, umb Kanli 
eaffen unzählige Menſchen weg, aumal bie, welche auı 
tühlern Alpenregion in fie herabſteigen. In ihnen fa 
häufig die Dabeffinifhen Heere ihren größten Feind 
gleiche damit die auto Sefhihte. Im Gomme 
Bier unerträgliche Dige, aber zue Regenzeit bier au 
eine Nacht unter freiem Dimmel zuzubringen, fol 
ſeyn, ſelbſt die Landesbemohner ziehen nd dann aus 
anfchwellenden Waflerboden biefes ſchmalen Gürtels in 
dere Gegenden zurüd. 

Aber Hier gedeihen bie bichtfchattigftien Waldu 
durch die kein Sonnenftrahl bricht, die immer grünen, 
von Sumpfgewähfen, Rohr und Dormengebüfchen 
Bäumen, unter denen man Ebenholz, Zamarinten, | 
Gitronen, Orangen, Limonen *), und viele unbekannte 
fer Megion eigenthümliche, überaus hochſtämmige (q 
que, Deleb, Cami, Cougles u. a. “)) mit weitreich« 
Zweigen nennt. 

An den meitläuftigen Wildniffen dieſer Waldu 
aber, find die Wohnungen zabliofer Heerden wilder Be 
Dieß ift der Aufenthalt der Elephantenheerden, der R 
cerote, ber wilden Büffel, der Eber, des Hochwilds un 
rer eben fo zahlreichen Feinde, der wüthenden Panther, 
pärden, Löwen und zabllofer kleinerer Raubthiere. 
Laub und die Zweige der Bäume find mit Affenheerben 
Wögelfgaaren bevölkert, die Sümpfe und fiehenden L 
vol Erocodile, Schlangen, Eideren und Georpione, 


Die Schangalla ober Schankala. 


Mitten unter biefen wohnt das mweitverbreitete 
ber heidniſchen Schangalla, dem dieſe Region, wahrlie 
beneidenswerthes Loos, feit zwei Jahrtauſenden bie 
math gewefen. Seit den Zeiten des Agatharchides uni 
temiboros ) bis auf den heutigen Tag, ſcheint es üı 
ner Lebensweife ganz auf bderfelben Stufe der Ausbil 
oder vielmehr der Brutalität fleben geblieben zu feyn - 

Shangalla oder Shankalla d. 5. die Schwarzen in 
Niederlande iſt ein allgemeines Appellativ aller Nege: 


*) Bruce Tr. III. p. 556. VI. p. 218. Poncet Voy. p 
20) Poncet Voy. ?- 45. ***) ©. Agatharch. de Rub. 
in Geogr, Min. Hndson 1. b. Heeren Ideen. 3tr Auf 
2 330 % hiebupt im Mur. er ec Wifſ. 2.8. 

10. nde, und Vater im Mithrihates nad Artem 

Ptolem. 3. zb. 1 Abth. ©. 104. ’ 





Merdraud, Habeſch, Schangalla. 247 
daher dieſer Name weber bei ben Einw 
8 bekannt iſt, noch auch bei ben Ghangalla 
HER). Die ältern Zortugiefen haben daraus KZagnenfes 
ber Ziefe ſelbſt führen fie nach Zeit und 
ſehe verfchiedene Namen. So lernte Galt auf 
leſten Beife in Tigtö mehrere kennen, bie ihren 

Diszela im Lande nja nannten, wo auch ein 
sildes Boll leben foll, die Dippura. Ron bdiefen 
alt a. a. D. einige Nachrichten mit. 
Se find ein Regervolk, dunkelſchwarz mit Wollhaar, 
und dicken Lippen, aus mehrern von einander 
—* igen Stämmen beſtehend, davon eben bie im 
des —* den Geſamtnamen Schangalla haben. 
| weiter im W. am Bahr:el: Abiad hinauf bis 
Yauıın, gegen Donga, haben verfchiedene Namen, von 

der ber Ruba ) der gemeinfamfte zu ſeyn ſcheint. 
beißen diejenigen von ihnen, die Mahomedaner ges 

And, wie bie Einwohner von Gennaar; Schillook 
Ne als Kriegsſchaaren im Dienfte won Gennaar, und 
| als Eroberer des Landes Dar: Fur. 

. a ven Gumpfwalbungen des Marebſtroms ift ihre 
Mer Macht verfammelt, indeß fie über andere Diſtricte 
ne ſchwach vertbeilt find; eben fo find fie auf der Wells 
Me. des Nils um Fazuflo wieder mächtiger geworden. So 
Ws biefe in Sennaar zu Nahomedanern, fo find früßer 
ubere zum Indenthum (zu den Falaſchas) und wieder an: 
we zum Shriſtenthum übergegangen, wie bis auf den beu: 
gen Tag die Krieger der Habeffinifchen Könige, bie aber 
ana immer auch ihre Waldfige verlaffen, wie auch bie an: 
nu oben genannten Stämme, 

Die ſchon früher erwähnten Dobenah, ein Jägervolk, 
w 6 von Elephanten und Mbinocersten nährt, iſt einer 
tigften dieſer Stämme; ihre! Hauptmiederlaffung foll 
wifchen dem Mareb und Tacazze zu Amba Tjaada +) 
ur, wo auch Strauße und Eibechſen ihre Nahrung find. 
je am Tacazzefluß wohnenden effen mehr noch Grocedile, 

und Bifhe; die in Gire und NRassel: Feel, 
eiche Baaſa heißen, näßren fi mehr von andern hie: 
wit). (daher die uralten Namen der Hylo: Elephanto: 


kr u. 0.) 
Alle find Ssäger: oder Kifchers Völker, bie weder Vieh⸗ 
che noch Aderbau treiben, Sie Haufen in den dichteſten 















“313, 








») Salt Tr. p. 378. %*) Ludolf Hist, Aeth. L. I, c. 8. und 
Tellez b. Thevenot Rec. p. ı6. ***) Bruce Trav. 311. 
p-3 unb Murray. in Appendix T. VIl. B.77- 85. und 89. 
+) Bruce Tr, IV. p. 30. +}) Bruce Tr, 11. p. 472. 


. . 
. 


24% Hochafrika. III. Abſchu. F. 10. 


Mälbern unter den Bäumen, deren Zweige fie mit 
häuten bebängen: und fo Hütten bilden, in beren 
viele diefer Schwargen berfammen wohnen, Bon 

jagen fie ihr Wild und ſcheuchen bie reißenden Befl 
rũck. Gegen die Regenzeit fammeln fie Wintervorrati 
fo wie fich ber fchwarge Boden in Schlamm unb 

verwandelt, verlaflen fie ihn und ziehen fi in bie 
ften Bergketten zurück, wo fle in „Höhlen wohnen, 
an den flrilften, unsugänglichften Zelswänden, in d 
hen Sanbflein in ungähliger Menge eingraben. 

werden fie auch von Alten und Neuen Troglobyten q 
In biefen verzehren fie während der Winterzeit ih 
trockneten Fleiſch: und —A— So wie a 
Sonne von ihrem Zenit zurüdgehs, und bie Trop 
aufbören, riechen fie auch aus ihren Höhlen hervo 
kehren mit vem blauen Himmel in ihr Jagdrevier 
Hier, mo indeß der ganze Boden fih mit Gras ı 
büfch und Rohr bedeckt hat, wird biefes nach de 
Trockniß von ihnen in weiten Streichen nieberg. 
Nun hauſen fie wieber unter Bäumen und wiederho 


Jagden. 

Aber zugleich beginnt auch die gefahrvolle Zeit 
denn Schangalla und Habeſſinier find ale Nachbe 
bitterften Zodfeinde *), und gleich nach der Regenz 
sen die Habeſſinier der Grenzprovinzen, ihre Krie— 
die Schangalla an. Bon jeher war es Gebrauch, 
Statthalter derfelben von dem Baharnagaſch bis zı 
ihren Zribut in Schangallafelaven entrichten mußten 
man nicht als Sclave fortführt, das wird bei biefe 
ditionen, feyen es Dänner, Weiber oder Kinder, 
gehauen. Mon den Gefangenen aber werben bie 
als Ehriften erzegen, welche dann die Leibiwache bee 
(wie die Mameluden) bilden. Auch ſelbſt bei den 
zeige bie Habeffinifche Gefchichte, war es fehr gei 
nach der Krönung, gleich als erfle Erpebition binab; 
in die Kolla und einen Feldzug gegen die Schanga 
zunefmen. Diefe fielen dann oft febr blutig und 
den Sümpfen nachtheilig durch die Fieberluft für t 
aus): Nah einem glüdlichen Feldzuge aber wi 
om Könige eine große Elephantenjagb in denſelbe 
been angeellt; zumal nach ber Thronbeſteigung geh: 
diefes gu ber einmal bergebrachten Sitte, 

Wenn nun gleich ungeachtet aller diefer Geh 
Volk der Schangalla noch immer im Beſite bes ı 





*) Bruce IV. p.28. Salt Trav. p. 307. *#) Brucı 
” pP: 472, 455, I P: 245: IV, pP: 23. 








N 


) geblieben I, um bas es 
iern in blutige Kämpfe: gerätßz 
ben beiden. großen Kläften, - welche die 
fette von ‚Dabefp durchfpalten, nämlich in Dem 
iu Palfes von Lainalmon und son Tcheckin wöl- 
worden °), um Bier. wenigftene gieet feete, 
en vor ihren Häubereien und Weberfäls 

n Davon führt bie eine, wie wir oben far 
ar Al exe, die andere Über Gennaas 
gipten,. r ſind Wege angelegt und Orte 
rart; biefe legtere wich Vorzüglich von ben Giße 
mpt weiße sulfgen Gonbar und Gennaar ihren 
e andern Gtellen -biefes —— 
aber Beſtien und morbender Schangallaſfänmme, 
von ier wie für den Fremden unburchdrings 


Fr einer einzigen Gtelle, da wo an dem linten 


Die großen Cataracten, in ben innerfien Thal⸗ 
[12 eu: die u und an - 
w ber terraſſe t * ein feeund⸗ 


grengen, da 
e ) vie ungiäd * Volts mit feinen 
e der Zi nbdet fih hier Gold in 
eMNenge **"), dieß taufchen die Galla ben Agows 
terrafſe aus, die ihnen dafür Kupfer, Eifon und 
sbhrfniffe reichen, und bie foll der Haupt: wenn 
einzige Weg feyn (ein anderer iſt doch nur ge. 
ro Narea), auf welchem Gold in das Alpenland 
n kommt, welches biefer Hochterafle, in Oſt vons 
und gar zu fehlen ſcheint 7). Ale neuere Ver⸗ 
1 bes —I—— von Narea und Habeſch ha⸗ 
in den Quellen beſtaͤtigten Grund für ſich. 













4. 13. 
l G bes Habeſſini Alpenlandes 
ee one 


3 erlaubt nach Analogie vom Belanntern auf bas 
e eine Vermuthung zu wagen, welche, Dur 
u, die man vom Hörenfagen über ein Nachbar⸗ 
tbeile erhält, unterftüßt wird: fo Sinnen wir uns _ 
is uneiſchtokne Männer weiter in das Innere 
uns fichere Kunde au vom Binnenlande bein: 
daſſelbe wenigftens eine Meinung erlauben, 


» Tr. III. p. 513. und VI. p. 256. **) Bruce Tr. 
“455  *%*) Bermudes in Purchas his Pilgrims 
fol. 1168. Bruce Trav. T. YII. Append. p. 60. 
nce Tr. III, 325. IV. p. 44.. j 


350 Hochafrika. III. Abſchu. 5. 13. 


Das Land im Weſt vom Nilſtrom bis gegen bie U 
garatiefe, fcheint ein terraſſenfoͤrmig abfallendes Hoch 
au feyn, wie Habefch, von welchem das Negervolk ber $ı 
herab in die Ebenen flieg, und fi sum Meiſter bes 3 
Iandes machte, welches gegen Norden daran grängt, u 
lich in Dar: Sur (db. 5. Land Zur), Kordofan, Gen: 
und Nubien. Aber zu beiden Geiten des Nils in 1 
Zur und Nubien wurden fie von einheimifchen Berbern 
won einwanbernden Arcaberflämmen befiege, und zum A 
wieder in ihre Bebirgsfige zurüdgebrängt, wie bie &4 
galla im D. vom Nil. Nur am Bahr: el: Abiad, bem 
Ben Strom entlang, bis zur volllommnen Ebene, wu 
fie_ feit 1504 buch WBefiegung ber Araberfläimme wi 
mädtig und herrfchend, und errichteten das bedeutende 8 
von Sennaar *), Dieß liegt auf einer Halbinfel (bem 
ten Meroe) natürlich geficdert vor jedem Ueberfall, im 
durch den blauen — in Welt durch ben weißen Nil, im 
aber durch bie Bergterrafle von Fazuklo, durch welch 
mit bem Hochlande in Werbinbung fleht. 

. Hier in der Ebene von Sennaar, am Fuße bes $ 
Ianbes, ift das Zmeiftromland (Mefopotamien am Eupf 
Danbichab am Indus, Duab am Ganges) bes obern ! 
thals, in welchem wie in allen von ber Natur We 
dingten Lagen, ſich vergleichungsweife mit der Nachba 
immer die größte Macht, oft die höchſte Cultur is bei 
1eften Zeit entwidele bat. So auch bier in der fräßı 
Zeit der Staat von Meroe **), auf dem Infellandb zwi 
dem Nil und Tacazze (Aftaboras), und feit 1504 um 
niges aufwärts am Strome, ift Sennaar der Mitselp: 
der Macht geweſen. Auch hier können wir in Ermangel 
einer Generallenntnig des Landes michts thun, ale 
Mege, auf denen wir zur Kunde des Innern gelangen, 
zein genauer verfolgen. 


Erläuterung 1. Auffteigen von Dar: Zur 
Kupferminenterraffe von Fertit ). 


Durch Browne erfaßren wir, daß man aus ber 9 
von Dar: Sur, von Gobbe, in. 953 Tagreiſen gegen S 
ben Kupferminenbergen von Gertit gelangt. u beme 
ift Hier, daß Fertit ein Appellativum, bei den Arabern 
len Gegenden zukommt, und alfo ein individuell bezeich 
der Name einer Landfchaft iſt F). 


9 Murray in Bruce T. III. p. 3. und 514. unb Br, Tr 
8 7% 445. *%*) Herodot II. c. 29. ) Route | 
obbe to the Coppermines of Fertir. b. Browne. p. 

+) Browne tr. pref..p. XZIV. 


“ziehen, Maha, „Bengh. g5 
Kagereifen de Ganbebeum, 

—26* ie des a — bu u 

(d. d. Nichtmufamedaner) oder 

— über Wege 

nad Dar» Füngaro, d, d. bocp wohl in das End 

2 Hier befindet man fi m einem ganz andern 

| während * Zagereifen fieht die Erde ver) aus, bie 


en 

ber Meifeberiht der Gclavenpänbler. 

Sid a, u Eee m De: an 2 
Jagürı 

ng srhehenbe älpentrefe vr Bat * ſeyn, 


—— 
ee 
mi en zu den Aluel e⸗el⸗ 
——— ————— Soglande (f. oben $. 9. 
— I. Y . . 


Euterung a. Auffleigen von Korbofan über 
le Grensgebirgskette von Deir und Kong . 
"gala zur Soldtercaffe von Syeiböm ). 


Rorbofan beißt der Negerflaat, welcher zwifchen Dar⸗ 
Hemd Sennaar liegt; beit ift der Hauptort darin. In 
E MParalleikreis mit Sennaar (13 Grad Norbbreite) 

don Sheit aus, 7 bis 8-Tagereifen gegen D.©.D. 
— Dann folgen 4 Gagereifen durch fetten 


T 
gr 






und felfigen Boden, mo nadte Ungläubige wohnen 
„ d. 5. wohl Schangalla? oder vielmehr die we ſtli⸗ 
ERuba). Zu bemerken iſt, daß in der Mitte dieſes 
8 Zummara liegt. Od es eine Stadt oder Landſgaft 
Die vieheit Namen von den Tamarinden (Tum- 
war Hindi ber Araber) hat, welche biefen ganzen Gürtel 
F ten Waldregion characterifiien. WBelanntlich find 
“ en er effieinelen, Des 
j „ ‚wegen bes fäuerlis Tamarindenge hr 
gi inften Berbauungsmittel wiber böse 
i@, die in biefem Xieflande endemifh find, 

wider Die Det benunt werden. 
- Zummora geht es anderthalb Kagereifen durch 
Iges (Eobl ein Pap?) zue Terraſſe von Dibu, 


ram hier 15 Tas nah Sqheibom (wohl baffelbe, was 


Browae Appendix 'p. dig. *) Broyme Tr. p. 
a Tarııy Obserri pn la feste {m dm Det 
Fgppis Riss moderne, T. 1.5. - 


252 Hochafrika. III. Abfchn. 6. is. 


Bruce im Suden von Kordofan Shygoom genannt hat 
Hier wird in einem Thale viel Gold in Kornern unbd 
als Staub gefunden. Ä 

Die Bewohner von dem Ende dee Ganbebenen 
find alle fhwarz, gehen nadt, nur die Schaam mit G 
binden bededt._ Sie fammeln das Gold in Schaalen 
Beier: und Strauß» Eiern. ' Viele werden von ibnen b 
Muhamedaner, die gegen fie auf die Jagd ziehen, zu E 
von gemacht. Auch verkaufen die Eltern in der Noth 
Kinder zu Scaven. Diefe Neger leben in unabhäng 
Stämmen, die ſich oft unter einander befehben. 

Diefe Bergkeite, welche das Grenzgebirge im S— 
Sandfläche von Korbofan bildet, und von Oft nach — 
ſtreicht, foll nach der Ausfage der Nubas Priefter, gi: 
3 Drten Deir und Zouggala liegen. Bruce **) nann 
ohne die Drte zu tennen, das Gebirge Dyre und 8 

eegen ***) nennt es Bibel: el: Doinfe. Die Franzoſe 
in Cairo Härten es auf ben Sclavenmärtten von ben 
bafclavden (Muba), bie daher kamen, Deleb und Nug 
nennen, als 15 Zagereifen von Sennaar entfernt. In 
fem Fttich liegt Touggala, die Hauptflabt bes Könige: 
Fuclawi. 

Südwärts baven folgt wie Habeſch über den Sch 
gallagürtel, fo bier über * Zongsala bie ſich erhebe 
Alpenterraffe, welche im Weſten die Kupferminen, hier 
Goldminen enthält, bie das Ziel fo vieler Unternehmung 
find. Diefe wird nun im Lande ſelbſt Sagurme (cougl 
of the moantaineers 19, d. i. das Alpenland, genam 

Weiter nach W. S. von Scheiböm liege noch 
anderes Goldland, Luca genannt, ebenfalls von unabhä 
gen Negern bewohnt. 


Erläuterung 3. Auffeigen von Sennaar, 41 
ſchen dem weißen und blauen Nilſtrom zur 
Goldterraſſe von Fazogloffy). 


Nach den 10 erſten Tagereiſen gegen S. O. in we 
bene, kommt man zum Staatsgefängniß von Sennaar, u 
erbin (wahrſcheinlich ein unzugänglicher Berg, von der‘? 

baform ?). Bon bier 4 Zagereifen nach ©. durch Geb 
nad Fazoglo, das noch von Sennaar abhängig iſt FF 





*) Bruce Tr. 2. Edit. T. VII. App. p. 07. *) Aruce- 
VI. p. 37%. ***) Ben Zach monatlide Correſpondenz. © 
1809. $%) Lapanouse Mem. sur l’Egypte. 1V. p. 
++) Browne tr. 2 463. und Rennell b. Hornemann.,. 
Langles. Voy. 1. P- 241. +44) Browne ır. p. «4 
+tt}) Bruce Tr. VI, p. 391. und VII. App. p. 96. 


een, dungi. 5 
** —— über · der Ebene von ca 

A - A dan detenafe 
er we was au fen vor Brom — 


bis teher die S alla eei en und 
F Be Er (ir fabe ie * von Bu lo 
Taßenlung. in .ber Nähe von & ;_ aber 
tieRern aus, biefem Bande, daß 

mb. — Biefelbe 54 ‚in 
Afıite Ges ie eh er Binis 
23 ſein Gold * —* Sclaven. Denn 


Et it dem ©en tributp 
be ie u 0 ve ect {m den Beten 4 
un as ol ar 
ek — 2 —— feibſ aber —* 8 
wien, der 7 Monat in ber abeffinifgen Gren;: 
lo, nämlich -in at 

Ei, BE EEE SE 

ode "Cufat ”*) Heißt. Den —— 8* 
— weiter nicht, wenn es piet ber Maleg ber 
n Karte (den Bruce fälfchlich für ben Es.els. 
N ift, welcher, wie es da Heißt, zu Fascalo ne 
t Fr heintic ift es aber eben biefer a 
w Narea herab, welcher durch Sizamo wiſchen 
n und weißen Nilſtrom fließe ). 
iefem.Lande +) auf dem linken üfer bes Fluſſes, 
sf breit iſt, liege ein großer, wüſter Landſtrich, 

trocknen, rothen Erbgrund,, in welchem ſehr 
—— wird. Die muß aber erſt ne 
. Hiervon Sem Bader Portugi een auf 
fange außerhalb je abeffinifchen Reihe haß 


beral en die Bewohner dieſer Gegenden 
rothe Bi fi ——* iſt Gold, 0 er Bir ? 
— zen 2 Zerraffenbilb ODieß 
rkr naloge Terraſſen u ’ 

nigen Hadriäten, "nage und über biefes von. @ktro> . 


























Tr. VI. 255, 342. und V. 16. **) Browne 
* Bir * III. Be and PR Disser- 
"Yo. p- * D. J. ermudes in P Pi 
1635. T. 12. £. 1169. +4). Bruce Tr. VII, im Ap- 


xund Martay p: 35. RR 


264 Hochaftika. III. Abſchn. 8. 13. 


ern vbllig unbeſuchte Land bekannt geworben find. Mur Miu 
ammebaner von Bergoo, Bornu, Darts Fur, Korbofan und Ges 
naar fchiden ihre Zagdparteien auf Bolbhanbel und clan 
Bahin aus, welche leptere Selatea genannt werben, bavon 
der Name aller Sclavenhänbler, Slati *), fi burd das 
dſtliche Afrika verbreitet hat. Auch durch fie haben wir bis 
nur weniges erfahren. 
Vergleihen wir aber auch dieſes wenige mit bem obigen: 
ergiebt A daraus ınit großer Wahrſcheinlichkeit wohl, daß 
analoge Bildung bes Afrifanifhen Hochlandes aud nod auf 
linken Nilufer wie unter bemfelben Parallelkreiſe auf bem | 
weiter gegen Weſt nad der Mitte von Afrika zu fortfegt 





Auch bier noch fcheint das Rethiopiſche Hodland zu fenn, au 
welchem die Regerfclaven erzählen, daß bafelbft nicht felten 


falle, auf welchem ber weiße Ril, ber Bahr⸗el⸗Abiad em 
—Auch hier fcheint demnad eine zweite fehr gold: und 
zeihe, nad Norben abfallende Zerraffe zu ſeyn, ein Alpenl 
von heibnifhen Rubaftämmen (Schangalla ober — beweoi 
weiches hoͤchſt wahrſcheinlich von zahlreihen Zuftrömen bes we 
Nils durchbrochen wirb **). 
Auch bier ſcheint ihre noͤrblicher Fuß von einer 3 bis 4 
reifen breiten walbigen Zone, bie befonbers rei an Tamaric 
iſt, begrenzt zu ſeyn, von welcher aus, nun erft norbwärts | 
Die Sandwäften von Dar: Zur, Korbofan und Gennaar, mit ii 
zeinen frudytbaren Infeln (Dafen) in ihrer Mitte weiter verbreitg 
Sa diefer waldige, fumpfige Gürtel, in welden unzäh 
täffe herabrinnen, über welhen 8 Monate, vom April an, 
ändige Regen fallen, wo Fieber einpeimifh find, biefer bech 
bergt zugleich bie zahlreichſten Glephantenheerben, Ahinocet 
Eder und zahllofes Wilbpret; auch Zibetlagen in enge, de 
Fleiſch hier gegeffen wirb *"*). a 












Erläuterung 4. Dar: Sungaro, das Lanb dei 
Bungi. : 


Banz befonders merkwürdig wird uns biefes we 
Alpenland dadurch, daß es das Waterland eines erobe 
Negervolks, ber Sungi, if; Fungi felbi +) Heißt im Ak 
bifhen Sieger oder Here; baß es auglei au. & 
beiße, ift wohl nur ein Irrthum von Bruce. Im 


1504 ſchwamm es auf einer zaflreichen Flotte von * 









den weißen Nilſtrom, aus dem Berglande, herab, | 
defien Uferland mit Krieg und nahm Beſitz von ber " 
che von Sennaar. Hier legte es im erſten Jahre 
auptort Sennaar ale Refidenz an, und fliftete einen ei 
nen merkwürdigen Negerflaat. _ 





® W.Young in ben Proceedings of African. etc. IT. p. 361 
") Seesen in M. Correſp. 1809. März. ***) Bruce Tı 
Appendix b. Murray. T. VII. p.g97. +) Tychſen Anm. 5 
Birke R. IH. 5. ©. 357. Vaters Mithribates Zr IH. 

Abth. ©, 337. 


wurwen yaıpı wur wu ann 
i fe eis Einer (Fungi). zu "Mubammebanern wur⸗ 
ben dieſe Voikerzuge mit denen Vieler andern, 1. 
sanifchen Völkern gemein, die als Sieger chriſtliche 
ifteten. Aber ein Sram Ki felben, der als ge: 
biab fekm Stand 






[3 e ten. vom ber ihn dort 
rate, Pr A Br 
ubas Jehr 

——— A —A DER in der 
(ec, —* Ir = 


F 


Fi 


een a ar Era 
fehe auffallend, daß bie Beit die 


& 
E 


ueung ber in Ganeee dem 

Iefelbe Periode —X der —ÆX— 
w als allererſte ——— — — — ven 
Pr Grabe das“ Inmere von Afrika dparaches 


— 
35 
— 
— 


I 
& 


| 
er 








. 256 Hochafrika. IV. Abſchn. 5. 14. 


Warum wanderten zuerſt bie Thalbewohner am Bal 
Abiad auf fo zahlreichen Schiffen aus? 
| Die ganz eigenthümliche phyfiſche Bildung biefes 
gervolks, ihre politifchen Verhältniſſe, ihre Staatsverfi 
en u. a. m. bieten vicl Merkwürdiges dar, was auf 
unere von Arie offenbar hinmeifer *), und wa 
jegt nur zum Theil noch durch die Durchkreuzung mit 
berſtämmen und duch Dandelsverbinbungen bat ver 
werben koͤnnen. | 


Vierter Abſqhnitt. 
Weſtrand von Hochafrika. 





J. Die Käfle im Süden bes Aequator 
Süd; Guinea 


$. 14. 


Faſt noch weniger Aufſchluß als über den öſtliche 
alten wir über den weſtlichen Mand bes unbekan 
feilanifchen Binnenlanbes, ungeachtet die Seekannte 

bier feit 300 Jahren von den Europäern, obwohl zu 
ensehrenbilen Gewerbe , alljährlich mit een L. 
®& ir befucht worden ift. as wir über fie wiffen, 
bürftige Rachrichten ber erften Entbeder, ber he 
füchtigen Miffionaire, der elenden Sclavenhändler um 
zee Maͤkler. Erſt weiter im Norden ift uns feit dem 
fange biefes Jahrhunderts durch einen helbenm eigen 2 
Dersmann, Mungo Park, ein bellerer Bi in das SI 
Des Landes geworben; bie verunglüdte Erpebition der 
liſchen Entdedungsrei‘e zum Zairefluß, unter Capitain 
key's Commando, Bat ung ungemein bereichert, obwol 
uns gar keinen Auffhluß Über Diittelafrita geben ten 
ur dee nordweſtlichſte Vorſprung biefes Höchft ı 
einig sufammenhängenben Dochlandes um bas Gau 
enegal: und Nigerquell: Land, biefer ift es, der ung 
einige Belehrung gewährt. 

Doch dürfen wir auch das Wenige, was wir ie 

des Aequators vom unterften Saum des Hochlanbes,- 
von feinen weſtlichen Vorfprüngen erfahren, nicht a 
Auge laflen. Vom Grenzlande der Capcolonie, der Mi 
serraffe der großen Namanguas an bis zum 17jFen“ 
1 


5. a. D. ©, 374. 381. und Murray T. III. p: 312. 


= 





| „ı  WBefttand, Kongo, | 257 








ee 1 1 —— bin x ailen = wie E Ietog ser nichts 
= ige unfere beflen Karten aus (pr er 


Ehe: (en —*8 bie Pinmangen, un son oflu 

un 5 
er Deffelben von wirt⸗ — *— So 
Erſtes Kapitel, 


uuine Uns aben vom Gap Negro bis sum Cap 
tn enfelve (vom ı7ten Brad Gübbreite 
A Itern Berichten. 


offwärte in gerader Linie (unter 
Be m it de Infel ©t. Helena) liegen bie kalten 
die Gerra Frio ber Portugiefen, 
n —* Eile E@uergebirge (M. (M. nevosi **)) 
Eben da Zu ten ui die Aa gebirge, und aus diefen 
5* aa m Ye e ein aus unbefannter See, 
v er efen fol zum Meere, 
h Ben — enguelsa tief landeinwärts übers 
Be 2. babe fe ‚ auf denen U. Battel es 
Be GStreifereien ſehr kalt fand. Sie liegen an der 
biefes Landes, mo es Dongo genannt wird ***). 
entfpringt der Coanzaſtrom, weicher im W. von Dongo 
Gercas de Plata (oder Prata, das vermeinte, reiche 
m dene ) Uuschbricht und große Waflerfälle bildet, die 
—8 e Mellen (30 miles) weit hören ſei 
re licher en a berfelten ba: 
Wortugiefen ife Fort Maflangane. Bis dahin fol: 
h 10 bis 15 geogr. Meilen (50 — 60 miles +)) landein⸗ 
Is von der 4 ſeya. Der Edanza iſt bie zu dieſem 
In der Richtung der Waſſerfälle, ſüdwärts, 
"We Hohen Gerras Gafhindenbar, reich an Kupfer 


a" In ber Öflgeenze vor Kongo, weniaflens aoo Lieues 
w,dee Meerestüfle ab, Liegt das hohe Gebirgsland Ma: 
nde, ia weigem ein feßr N enkfists Glima herrſcht +4); 
N VO OR 

Cape. Tuchey A General sketeh of ıhe Coast from Capo 
* che drest errors in Longitude * 

Lond. 188. 7%) OÖ d. Lopes Relatione del Reame di 

o et delle cireonvicine contrade per Fil. Pigafetta. 
Rama pr. Bartol. Orasei, 1591. *“) A. Battel 
Adventures in Purch: Pilgr, II. her 975. 2 Cavıazır de 

omtecucullo b. Labat elat, histor. de Pinterieur de 

Ethiopie oseid, T, I, pı 60, t4) Cavaasi b. Labat. 

% 


Fi | ® 

















a Dem 




















258 Hochafrika. IV. Abſcha.5. 14. 


es iſt reich an Golb, Silber, Eiſen. Hieri 
ebautes Land. Es liegt zwiſchen dem 18ken bis IE 
—X und ift wiederum im DR durch Dh 
e be 

in ori hie von Matamba ziehen a Mm gl 

Rande vom Meere die Verbranntens F 
nsrdlichen Keiftall: Gebirge (Serras de Sal, » ‚Sal 
Cristall u. a.*)) der ältern Dortugiefen, bis sam BZairel 


Bin, weiche bie verſchiedenen Königreige der Bea he 8 
ODſten begrenzen. ber Höhe biefer 
See — * , (Aquilonde, 5** under 


Subdbreite, aus weichen ber Warbeiafluß, ein 
Baire easfpeinge, Diefee See bat feine — — 
orden nach Gübden und trägt 
gi, * Auefluß iſt nordwãrts. 70 VDerſo 
Deortugiefen iſt er ein Quellſee des Nils, bee bie 
die gewaltigen — engüſſe ee fofl. 














greeite Portugiefiſche Befandfchaft nach 
und da im Begriff war, den Grundſtein au a 
‚gen Kirche in der Königlichen — mbafſe zu 
die Nachricht einlief, das Volk ber nbequetes, mi 
‚gewifle Infeln bewohnten, ‚bie im einem großen Ger ib 
aus welchem ber Bairefluß bervertritt (donde say 
Zeire), fey im Aufruhr, und bebroße bas Bei 
Tief 4 der König von Kongo taufen mit den Bornchg 
bes 2 und hunderttauſend feiner Unterthanen A 
eifpiele. -Zum eften Dale 209 **8 Beil 
m Kreuz als Panier an ber Gpige, Soooo M 
egen ben Feind. Als der König. fegeeih | 
fense er Kongoer und Portugieſen aus, | 
es Landes zu entbeden, ud diefe famım an 1m jenem ü 


ee vorüber, von weldem e natı DU 
dos a Her: 35 ek dieſen a 
obern 


Noch weiter dem Aequator gu, mad. die “ 
Dfgrenge fies den Zaireſtrom Bas laub m 
eoeo (ober Macoco, ſonſt Anzico), wort wel ; 
ber Bancaor, ein Daupfque from dei A Baie erkief 





*) hend. d. ©. 31. und Lo ns Pigafedie. p 
b. Purohas. II. fol. 3 und Osvazzi b. za 
+) Do Bıradı Asia eto, Ed. Lixboa. 2552. fol. at 
L. 3. 0.9. fol. 35. a. 





it veteinen ſich alle — Ströme 
‚Bambre, Bancaor zu einem einzig 
im euß (160 Eirurs von der Räffe ab)" unter Dem 
Baire """), die taffe 40 Lieues 
ty bis er die ledte meitlichfte jiegslette in den 
Gatatacten von Sundi +) (34 Grab Dfte 
3 Grab SHMin; Sübbreite), durchbricht. Dom 
fen Tataracte zum Mörce>finb 220 Lieues flaches: 
noch mit einigen Stromſchnellen, davon die 
——— —— er den —— 
Heißt. ire macht zur Regen jeit das Meer 
wes.yn füpem Waffer; fein Uferland ifR fehr Rare 






m 
Zerzaffeniens; Getasasten; Loande, 
allı 


es 8. uns Ältere glaubtvürbige Beol 
honeatifge Bildung ss Landes —— 
auf-Zuden, fprerpen dieſen nut nah, und ges 
einige neue tſache. Es wird fo viel els 
‚aus diefen wenigen unb ‚aus. ber. fehr merk« 
ae RT 
123 asigt, umb bap bie, 
— ten der Sieras 


bie hoben ebirgstetten 
a en 
. mach W. in Paralleliemus längs 


= 
& 


= 6 Pigaforee. p. 23. '°%) Cawassi 6, Leber. T. I. 
29%) Da Basgos Asia. Doc. I. L. 3. c. 5; fol. 36, . 


AB. 
Rn 


60 Hochafrika. IV, Abſchu. 6: 14. 


den Flüffen, fonbern fie gerade queer durchſetend), im 
fen geenbigt wird. 
ber den Weſtabfall biefer Fa A ei 

his 40 Meilen breiter Gürtel 
wiederum, wenn man analogen 786 [dungen ie tn 
Hr enige Linie fallen möchte, welche man ven ben 

en bes Coanza zu ben Gataracten bes Baite siehe; 
— mit der vorigen parallel von ©. nach R. fin 

us diefen Gataracten, welche wie IH v0 * 
Nil, und wie andere, eine nur ſi 
Fällen find *), treten beide Sa 
(raso paese; in ber — e —* 8* ober ei 

ſtenterraſſe. Mur bis zu ber Region e Gatar: 
dran F Tuckey mit ſeinen Begleitern im Fahr 2810- 
worüber „weiter unten bas Nähere nachzufeben iſt. 

Pur nuf biefe e flache fandige Küfenterrafke “ 
unzähligen ern durchſchnitten wird, paſſen 
Nachrichten von fürchterlicher Dige, von Sämpfen, Su 

en und wilden Beſtien, von ungefunder Luft und mei 
—28* davon die Miſſionsberichte überrömen. 
any verfchieben iſt es mit ber überaus volkrei 
vortrefflich bebauten, fehe temperieten Mittelterraffe, ms 
Die Kongoer felbft, zum Aerger ber Miffionaice, für vr 
zabies ber Welt halten *'"). In dieſer liegen die dj 
——— des Königwrispe Konge, nad ben Altern m 
giefifhen D 
ier * t die wi rovinz Bamba (la 
la ae la sp ada en —* del Re), die Binder ein 
theil des Reiches ausmadt, und dennoch A00000 - 
ftellen kann (?) +); die Provinz Gogno, bie Wo 
en bie Angicanas; die Provinz Sundi, am reichten Wu 
adel; Batta no wohlhabender; Matamba, abi 
bebaut, doch außerordentlich fruchtbar und tem 
Dacco Fa feuchtbaren Bügeln und reich bewäfle 
nen u. 

Die Kenntniffe der. Portugiefen erſtreckten 
foft nur über bie I her. Dortap o wie auch bie 
tung des Ehriſtenthums; durch fie ſowohl ale bes 

e und zweite Miffion der Jefaiten iD 2 

buch. bie fpätere | ber el 
genommen) nur vozgüglich — 
anda), nicht im Hochlande (Panza TH14t 














%) Cavazzi 0.0.0. **) Lopez b. Pi ferta. “es 
y Car b. Labat I. 8 —8 PD) pi b. p. 
44. and 37. ‚) Chvazti l. ) Cavazki 
Liber 11. p. 36% HH) @, Pater —— nad Reg 
in Kuhn Saͤmml. 2. I. G. 8. 0,0. Tttt4) Lopes p. 


0 Wella; Kom... | a6h 


vom Meeresufer ab, wenn 
* wer 'wag wir, bier Dicelterae 
® ‚konnte, wa verbreitete 
eg 
* n gi 
4 ie D ittel ii 
can mins, nn, m im; 
Aber Go! ‚al or! 
ud zu re ur dahin Geht eigen 






} a bei —— eine ARTRedE 
7 d "ie Ba En ji jeim 
—— tiefe ——— teich an © 
ie 4 DB. unterhalb figneno am Coanza, 
Buß unter der Erde ine “)r fonft aber an 
no vorfommt; fo in der Provinz Shiffoma 
i zu Rimba in Bamba, au in Sogno (oder 
——— — —S— vs ut 
aus ber Tiefe durch Austai 
an Du fhafen fuhın. 


Interung 2 Benspnen: Ansito, Biaga 
orb im, 


das — — — Aftitas erfahren wir 
‚wow der Kongoküfte durchaus wur etwas 

des Handels und ber Krieges und beide Quel· 
‚nur wenig äuverläffige und HEHR uuvpltem:- 
n —— dur keine neuere Rachrichten deriqh⸗ 


mer bee vorher genannten Küffen und ber 

vom Cap Negro bis zum —Sc im 

Fiber im vor ber Zeit ber Portugiefen jego 
jahr 1484 zuerft in ben Zaire ein m 

henfdten Reidye gehört Haben, _beflen E 

) aber. ide lange im. Betz diefer 

von A im zuge in Forauc im — 
m die Statthalter ber ingen mar 

’ RR viele Dane b..i. — ober “mn 


nalen Ben, er Der Paeinuen, 
J —A 
Ku ne an Yen #7 








En uud Carl T1 n.26, 7) Barrel ia 
N a E er RN 
mat . 


e26e Hochafrika. IV. Abſchu. 5. 14. 


weiten Reiches, ſollen auch zu einerlei Matten 4 
ben; denn fie redeten gleiche Sprachen, welche 
kecten zwar verſchieden, doch nicht mehr von ein 
wichen, als das Portugiefifhe vom Caſtilianiſche 
8. die Sprache in Angela von ber Kongoſprache 

* Ganz verfchieden von diefen Racing f 
Moci-Congis. Dieß if der Name, den fie ih fü 
gen **). Gie find die Bewohner des boden Win: 
-(terres mediterranses *"*)), auf welchem bie 
Adgätterei ihren Thron aufgefchlagen hat. Wis 
durch damalige Augenzeugen einige Nachrichten 
aus bem ı6ten Jahrhundert, welche Bei allem of 
beihaften und von den fpätern Schriftſtellern vw 
triebenen, mehrere eigenthümliche Züge enthal 
nicht aus ber Luft gegriffen find, weil fie fich an 
Individuen, bie man als Sclaven an den Küſten 
der Mitte bes 18ten Jahrhunderts verkaufte, bi 
re weiche ben Afrikaniſchen Hochländer zu char 
ſcheinen. 

Die Anziko (ob daſſelbe Volk wie bie Angela 
ta? 7)), bewohnen am obern Zaire im Often vı 
brefluß, rauhe, hohe Berge, deren Reichtbum i 
und Waldungen von Ganbelholzbäumen (Prerooa 
talinus Linn.) beſteht. Diefes ift grau und vc 
als Dulner mit Palmöhl zum Hauteinreiben gebra 
von Kongoern und Portugiefen als Arznei benu 
Anzito find_ein getwandtes Gebirgsvolt, has of 
auf feinen Bergen ben Ziegen gleich umberklettert, 
einfach lebt, treu ifl. Die Dortugiefen ſchenk 
volles Vertrauen, und ſagten, nichts fehle ihne 
Chriſtenthum. Gie find überaus tapfer, kriegeriſi 
Zurze Bogen mit Gchlangenbäuten ummunden 
Schangalla), tauſchen im Handel mit ben Kongser 
lich Salz ein, das ihrem Hochlande fehlt. ü 
mit übereinfliimmt, daß fie von Menſchenfleiſch fi 
— en) Yeramente atrana e qussi ” 

agt Lope , iſt freilich nicht einzufehen. 
Ed ya a das 
Mikoko genannt, welches ri weit gegen Oſten 
Zen foll, wo fie mit ben Niemmeantalern in eine 
Ichaftlichen Handelsverkehr fanden. Auch bie 7 
ſollen durch fie mit demſelben Volke in Handefst 
getreten ſeyn. Indeß erfahren wie doch, daß 





%). Lopez b. Pigafetta, p. 24. **) Lopez p. 22. ' 
Rel . I. 0) 
1) Lopes p- 14 At) Rapper 


Kouse · 
> an Pe ont , 
—— 
ee 
—2X wurden. Did N eh dm See 
in ® 
ee Ag 
mit in bien, ben 
uNuba von Saale A De Sie Ne an 
— Mr Ar Es — A 
A a — & marton). . 
m dltern 3 . 


— 
fe ine, m 


264 Hochafrika. IV. Abſchn. F. 14 
FR ißnen — nur eine 5* 


Blende ee al 
— en er 


ae 8 Id Hr 


* all giebt bie rer Ki 
eſchi ide en Au, ig 
—— der 
oder doc für eine Ortsberwand 
ölter. auseinanderteeibende — 
Afrika, ein gewiſſes Gewicht, doch Feine Gi 
age ft **) fielen die Giaga na, ı 
fürgpteten eh Hauptmann Zimbo, In Yan 
ein, und über ne bald darauf als eine 
IE, und verfengende-Peft das ganze 8 
J je nur erſt Yan, durch einen 
ife — —— etrieben 


it dei 
— Fa —— mit 


= ne er 


‚auch Monomotapa wie 0 1 
»fle immer von Anfan; ‚als 
giirE 
4 ur ’ 
hit Bnbfne orrbermnen, De Beine’ en 


— —— es —— daß Au 
ten A hi 
— * ee — u. * 
Mach Dalzels ie Nacheic) ichten ‚ indem * 


bild, 
BE Bali 








. — — 







wäteh dann gleiches 

denen uns ein bo 
| —— 
—————— —— auf beim 


te — ihnen A 


He han Be 


ing 14 sah 


a — 8 3 man öfter“ 
e Totihe, Ham ihme breitheilig 
Nitup, und andere, bie don Natur fpige 
Ba Haben follten . Auf den Sebirgen der 
«6 allgemeine Sitte der Bergnölfer, fi die 
zu —— a dor —20 — ++). Ein Heibs 
jarfur feilt ben Kindern 
umb drüdt bas — ieh. | fo baf fie fehr. 
Fi —— * F Aegypter m 
es un je mehr ober weniger 
Schon Edrifi, Dldendorp, Niebuhe haben hatte 


n es merkwürdig), baß unten ihmen fowohl bie Xe= 
ee: Ah Einbalfamisens der Todten, als zn a 
et '& ‚lebenden rauen mit ihren ver 

ji * * hafiaten) ELSE hen * 
jannes wird gewafdhen, mit wodirleqh en— 

et, — ‚Haar gfamdet "und fo auf einen 

A unterirbifhe — ge: 

feiner Frauen, denen mau bie Arme zerfhlägt, neben 

‚fe wird alles dugebeitt, Auf dem Grabe werden Blut, 


Afrika, SH. A und Dlaubah Equiano Lebens« 
21. ——— of — — 
ömer Rachtichten S. 19. — ober F 
* en a8 bes ——— a digen Eee 
g neue Reife. . 1 olberry Reife 
— 2 Bene, ©. 
He 8 des nis. Th.6. Run Edri- 
|. ‚eur. Hartmann. P- 34 Baszel in 
Pusch, Pilgr T. 1, 1.979; 








066 Hochafrika. IV. Abſchnu. F. 14. 


Palmwein pespfert, und monatlid, Zrauergefänge von %& 
terlaffenen aufgeführt. Die mitbegrabenen Schaͤge unb 
follen dem Danne im Reiche der Todten noch dienen. 
Die Söhne der gefchlagenen und gefangenen Weinde 
ihre eigenen Kinder oft opfern, nehmen fie in ihrem He 
erziehen fie zu Kriegern, erft mit Abzeichen als Gclaven 
ſich durch Zapferkeit zum Range ber Breien erhoben haben 
maden bann die Bauptmalfe ihrer Deere aus, wie bie 
alla bie Leibwadhen ber Habefiinifhen Könige, bie Dia 
er Beherrſcher von Aegypten, bie Habeſſiniſchen Sch 
Leibwache der Könige von Kabul in Aften u. a.m. J 
fechte führen fie mit dem furdtbarften Kriegsgeſchrei wie 
lahorden; alljährlich ziehen fie zu Beibe wie biefe, ob 
‚wenigftens im ı6ten Jahrhundert; aber mit no größer: 
—5 — und ihre Gefangenen ſchmauſen ober opfern fie. 
riefter, Banga und Singhili genannt, find bie größten 
rer, ihr Oberpriefter Chitome ), ber ſtrenge Sierardie %ı 
‚it ihnen ein lebendiger Goͤre, wie ber Dalaflama ‚ber 
ner; er wohnt im heiligen Sande, in dem geweihte 
brennt u, ſ. w. Unter ihm fliehen unzählige Gaukler, 
Fäuftler, Männer und Frauen, bavon jede die Herrſch 
ein befonberes Uebel, über eine Krankheit, über einen b 
heil bes Körpers befigen, den fie als Aerzte zu behand 
KR (wie bie Vertheilung der Arzneiwiſſenſchaft unter bi 
‚jteen der alten Aegypter). Sie haven Ketifchbienft und : 
insgefamt das böfe Princip (Devill, fagt Battel), um 
„auf taufenderlei Weife geneigt zu maden. Und barin 
fie wiederum überein mit allen Binnenbewohnern Afrikas, 
wir fie kennen, von ben Gierra Leona Gebirgen und bei 
. gallande ** "oftwärts bis zum Nareanifhen Grenzreich 
ro *“*), im Dft am Zebee bis zu den fanften und milde 
a auf dem füdlihen Borfprunge des Hodlandes 
rieſtergeſchaͤft vorzüglih nur in Einweihungen ber $ 
‚und der Thiere gegen böfe &inflüffe befteht unb in | 


ülfe. 
® Bei diefer merkwürdig verbreiteten Ginförmigteit 
eigenthümsich ſcheinender, roher Urgebräude, bie dem: 
jöen DHodlande angehören, wollen wir jebodh immer I 
aß Hierdurch nur die rohen Horden bes ı6ten Jahrhund 
racterifirt werden follen. Denn bie Sitten hatten fid 
Der Mitte des 17ten Schrhunderts (1648) +) in dem % 
ausgebildeten Reihe Matamba, Tehr umgeänbert3 vo 
heutigen Daſeyn fehlen une außer ben Bermuthungen naı 
und D. Equiano, alle neuern Rachrichten. 
Anmert. 2. Fetiſch. Das fo allgemein von Se 
Geladenhaͤndlern, Europaͤern, Seograpten u. ſ. w. in M 
Diefe Boͤlker angenommene Wort Be tiſchdienſte iſt 





), Cavazıi b, Labet, T.I. P. 254, 392.048. * 

berry Reifen. ©. 39. 2) ellez Historia geral d. 

ja a Alıa erc. ı060. fol. p. Bar. +) Cavazai hd 
thiopie occid. II. p. 249. 


13 open Kane je = 
A: ‚dade a füiti- 
re ee 


umgeftimmte fj 
at, umb u um ber R 2 
ein Kr —— meh 


TE ET mer 


—* 
18 Bauber und Wunderglaube im S. umb 
n yehdt in nnurrer Beit -Dafjelfe auß,. was Fr 
dan —— Fahren im R. und D. 
am. Niger durd 5 53 







— Tanne 
, wie aut * 
—— 


Ir hatten fe 
"bemabit, und alichen, obwohl roh genug —— 3 
—— ja eher nad den Etruscifhen antiken “ 
manden Gtüden fo fehr, daß Dr. Smith daven 
barderr); (8, unten bei Aſhantees.) 


Amwieites Kapitel, 


ß b 8land des Zatreft 
1Bintunadiens 1ed Betesfiarten In 


1 
—— nn 
—— ——ã— elle umtez 
am — 1816 ein 
* —e LT Deal Den 6ten Biänı 
vr 53 —— Ems: 
— a EEE Ben e= 
. rue re waren din din sehe = 


um von ” 3 Gas N bie * 
— Fe 
aehsan Zeiten Sof trefiinpfien Beobadtungen nur 


ang dh Den L LU 10, ‚fol. 85. $., Dalzel 
sd Die Vi. #2. @.007. 
wa 0139, *) —— ri 


268 Hochafrika. IV. Abſchu. 6. 14 


deſto mehr ihren fo frühen Verluft beklagen. Die Re 

er Bemühungen werfen ein intereffantes Licht as 
Ergdſtelle, deren Individualität und Verhältniß gu bei 

gen Gliebern des Afrikanifchen Erdtheiles aus dem 
den, nachdem wir die Mefultate aller ältern Beri 
fie für fid als ein Ganzes zufammengebören im | 
Kapitel mitgetheilt haben, fich mit größeren Klarhei 
es bisher der Fall war, ergeben man ). 

Durch Erkundigungen welche Tapitain Max w 
der Kongoküſte und zu Embomma, dem Sclavenmarkt 
vie Größe des Zeireftroms und fein weites Herfiräm 
dem KBinnenlande von Gclavenhänblern eingezogen 
war in ibm bie Borellung erregt worden, als möcht 
wohl, gegen bie bisherige Meinung, ber wahre Ausfl 
Migerfiroms von Mitselafrita ſeyn. Zumal febien b 
Ausfage der Selavenhändler gewiſſer gu machen, bie 
fprasen „daß er von N. O. berfommend, über 100 

eilen jenfeit der Gataracten noch ſtromauf ſchiffbar 
und dort den Namen Enzaddi führe. 

Ueber diefen Yunct, für welchen ſich M. Part ı 
Barrow, gegen welchen fih J. Nennell erklärte, 
größern Gewißheit zu gelangen, fchien der Englifch« 
miralität wichtig genug, um zu gleicher Zeit. zwei ( 
tionen zu befördern, welche es zum Gegenflande ihre 
gabe machten, die Identität bes Niger und En; 
entweder darzuthun ober zu widerlegen. M. Dart 
p dem Ende ſeine zweite Reiſe in das Innere von 

en Niger hinab, und Tuckeys Fahrt ſollte den Zafı 
aufwärts, gegen die Quelle Fi gerichtet feyn, fo I 
erften Falle ein Zufammentreffen beider in der Mit 
Afrika das glädiichfte Mefultat geweſen fen würde 
durch denn unftreitig bie Erdkunde von Afrika ein: 
neue Geſtalt gewonnen haben würde. Diefe Hoffn 
welche DM. Park zu feiner neuen Reiſe anfpornten, 1 
biefe Entbedung für wichtiger als einfk die Umfegiu 
Caps der guten Hoffnung hielt, wurden aber noch wi 
füllt, und ber Erdtbeil verlangte erſt wieber neue- 
bevor er das Geheimniß feines Innern entfchleiern Ii 
Weber die Gründe welche für die Art der Entwi 
des Nigerlaufes etwa Hypotheſen barbieten, fiebe 





®) Narrative of an Expedition to explore the Rive 
usually onlled the Congo in South Africa, in ıßı 
der the Direction of Capt. J. K. Tuckey, to wi 
added the Journal of Professor Smith etc. publisl 
Permission of the Lords Commissioners of the 
salty. London. 1818. 4. **%) Tuckey Narrative 
dust,‘ p, XIV, Zu | 


tale Gärmer, Balmay als Volontait. Won dem 
IE blich eim Theil auf dem Konge, m. an dee 
5 des: Stromes zucüd; ber andere heil, naͤmlich 
eher, ſuchten weiter in das Innere, jenfeit ber 
— Mehtere ermatteten auf ber bes 
7 Reife. 14 dom ihnen feßten u Wander 
'g mir! denfeit ber. Gataracten fort; Mühfeligkeitem 
amd Krankheit, zwangen endlich nach den mühfte 
— en; alle ertrankten, achtzehn 

auf dem Rüdweg an dem dort herefe 
— 
fen zu ſeyn ſcheint. em men 
„und Gapit, Zuden ſelbſt vollendete ſein Reifetas 


nicht Usfache. Bi lüds, denn 
en en Gr 

® die. Deftigen Temperaturwechſel bes 
das Whermometer 15 bis a0 Gr. unter den Standpuner 
m Züge fiel, denen bie Reifenden gentpntig bei Brand 
im freien ausgefeht waren , ma je erttan⸗ 
9 das techn Ir tige Genie 6 en einen, 

= x 


®) Tuckey Narz, pi XXIY, ®®) Tackey Nazc. p. XL, 








270 Hochafrika. IV. Abſchu. $. 14. 


und übergroße Anftrengung und wiſſenſchaftlicher 
ben andern , in jenem ungewohnten Clima unter 
quator, wird von den Ueberlebenden als eine Ur| 
Ungläds ber Befellfhaft zur Warnung für Bünftig 
nehmungen ähnlicher Art, angegeben *.. . 
Die bisherige Zeichnung der Küſtenlinie biefes 
von Weftafrita, vom Aequator ſüdwärts bie zur I 
bes Zaire, zeigte, nah Tuckeys Beobachtungen, 
überall über einen Längengrad verfchobene Richt 
Ale Beobachtungen und Erfunbigungen ergaben, 
Küfte von Loango bis Kongo auf allen Karten zu u 
Weſt gezeichnet war, fo daß Smith feste, fie fer 
biefen Karten immer innerhalb bes feften Landes Bi 
Die Berichtigung fiede auf Tudeys Karte “**). 
Diefe ganze Strandküſte }) von Malemba, im 
bes Aequatore, fübwärts, ift ſehr flach, dicht bewal 
er fehe kühl und feucht, voll Ausbänftungen, we 
oMbwälber umgeben; der Uferfteih voll Untiefen 
ft wegen der Kühlung der Wälder oßne den 
Wechfel von Ger: und Landwinden, welcher ben 
Yüften fonft fo eigenthümlich if. Dieb macht Bier 
ſtenſchiffahrt fehe langweilig, ermübdend und befe 
Der Strand zeigte, vom Schiffe aus gefehen, drei | 
Ebenen mit lichten Grafe bemachfen und gleich 
Smith’s Urtheil, dem Auge nach, den Waldkäflen 
niſchen Inſeln +. Das Land zeigt hier die gräf 
fürmigkeit, eben fo auch wohl der Producte; des 
Bas Kelefcop, wenigſtens, zeigte fih nur einerl« 
der Walbungen, und nur wenige, einzelne anbı 
Bäume, wie Palmen, ragten über bie gleipartigen 
hervor. So zeigte fih die ganze Küftenfirede von U 
und Guilango füdwärts bis zur Loangobal. Er 
36r. so Min. ©. Br. erhebt fih der bis dahn 
flache Strand zu angenedmeren Höhen, auf denen | 
uniformen Wälder fi nun au mannidfaltigere 
sion zeigt. Die Lage von Loango iſt auf den Karter 
3 Indiantigr Spipe, (üdmärte davon, ligy 
4 Gr. 31 Min. ©. Br. +47). Der einzige Fluß 
dieſer und Cabenda, ift der Loango : Luifa, oder Gacı 
bee Karten, ber fſich zwiſchen zwei Anhs von 
Kalkſtein in das Meer ergießt, unter 5 Gr. 17 9 


nn nn — 


*) Gbenb. &, XLIV. **) Ebend, ©. 65 u. 260, *"*). 

‘. zal Sketch of the Coast from Cape Lopez etc. ac 

to informations obtained by Capt. Tuckey etc. 

key Narr. p. 51, 56. +4) Smith Journal J Tuch 
a6. +tt) Pu ey Narr. p- 59. 


er Sue weiche Wapıccın wurden auf dem 
ten, fpragpen Eau oder Frangöfifch genug 

lic zu machen. Dos Oberhaupt von Mas 
te fih ſeidſt Tom — den Pe Kauf⸗ 


7 7 





070 Hochafrika. IV. Abſchn. 6. 14 


Verſuchen ben Britten bie Einfeglung bei 4 
dem Ufer hin, gelingen wollte,» Di — 
iſt Hier nur gu 3 Engl. Miles anzunehmen, die. mil 
Tiefe gu 240 Fuß (40 fathom), obgleich weit- tiefere « 
Ien vorhanden find, ba Capt. Tuckey an foldden, bei 
Fuß, Gapt. Figmaurice bei 960 Fuß, mit dem Ger 
teinen Grund finden konnte. Das von den Portiz 
früherhin berechnete Waflerguantum bas er ausſtrmen 
iR dennoch weit übertrieben. ! 
Das ſüdliche Borland der Halbinfel mit Shark u 
iſt ein junger, durch den Schlammanfag der Gtrsm: 
Meeresfiutben gebildeter Boden, mit Mangee 
(hizophors) u om n ee A der | 
umpfregion in unducrchdringlichem Di wuchern.. 
ter dem vorbern Sebüfch erhebt fi der viätehe 
aus Palmen, Cäfalpinien und aubern ro 
reizende Formen, eine wundervolle Pflangenwelt, wg 
nur die Smagination des Europäers kennt. Den 
ter hinderte Sie überall das Dickicht vorzudringen, wu 
mußte zum Sammeln immer tief im Waſſer gehen. 
der Bier Appig wachſenden Pflanzen hießen ſudameri 
find aber ächtafrikaniſcher Heimath, wie aus 9 
Unterfugung gibt *’). Landein bilden fich ſehr viele Ce 
oder Creeks zwifchen den Gumpfungen mit ftagn 
Waſſern, und fo weit verbreitet fich bie Region der 
ovewälder, ı bis 14 Meilen, bevor ber primitine erDak 
Bohr des Landes auffleige. Unzählige Lleinere Safe 
dem fo von bem Gtrome gebildet, vom beren Uferlande 
hohem Waſſerſtande heſtändig Thrile abgeriffen werden; 
Verzweigungen des Wurzelnetze halten in biefen 
waldungen fo feſt zuſammen, daß auch bie losge 
Bäume in ganzen Gruppen wie Inſeln ***) davon f 
men, und weit in die hohe See flotticen, wo mas 
ſchwimmenden grünen Infeln öfter mit Verwund 
wäßnt flieht. w beiden Geiten des Stroms, an 
Nord: imb Güdufer, reicht biefe Scenerei ber 
Dochwaldungen, die durch Schlingflauden bis in 
oft ppramidenartig ummuchert werden, 3. B. von 
en, Jasminen und andern Kiettergewächfen, bie 
5 reifen Iondein. Sm Gteome liegen am Ein 
v ebenen Flußarme, von denen der geößte, m 
den Namen Maxwellfluß ergalten bat, viele JInſelin 
Riedgeas, Bombar und Rohrwalbungen bewadpfen, 
Monpangainfeln, bie mie Fiſchadlern umb 





































*) Smith Joura. p. 27% **) Smich-Journ. p.277. e 
ar Nerrative p. Bg. Smith Journ p- 2b ae . 


Weſtrand, Kong. mg 


inte den — de Bun: 


— en Bet ana *. 
"umb andern feltnern,. fand” er ana, 
Br Saaten Me —* A 96 


dire in uud 
— bie PR fie — tiet 
am Stromufer fer flellten fd 


jume des Gambia **) ein. gZu beiben u 
—— umb bicht auf, wie in den 
am Nur einzelne Singußgel, aber 
ärme von Pepcsemattn Fe m Sul 
bangen, bie am frühen Morgen die WBAl 
'nerließen und zu den —— am nei “ 
1, um am Abend zurüdzumandern. 
haobabs) zeigten fich nun in den ne Mann 
puren von Antelopen, Eigen; Elephanten und 
— — leßrere am Zahl höher auf im Strome 
jund - Der Stronr teug viele. Gandes von 
en, Dandelnden belebt; aber feine Ufer 
—F ing hin waren ohne Gultur ber Menfchen; 
ieten: auf Pfählen aufgefchlagen ſahe man, 
ker Bat it wo Bifche gefangen, nn gefifcht oder 
den Palmentconen abgezapft wurbe.. 
*. Briite des Stroms hört da auf, 2) 
g 










e Se der ehem ee! 
‚vereinen. t der . ga 
m Aueſehen ach einer Gruppe einen gleich, 


immer ebenen Boden, in weldem er volls 
Kieler un des Stroms commanbirt, mit: feinen 
m Seifen. Oier hört mit um, bie romautiſche 


m bes Kongo: Gunderbunds (f. b. Ganges) auf, 
"bie üppigfte Wegetation; fo daß eine Ercurflen 
Gtunden dem Botaniker Stoff zur Unterfus 
‚tere Wochen. barbietet. 

fchfelfen bildet die Naturgrenge, ben Seen 
dem horijontalen Deltaboben des weiten Ace 
am Kongofluß, von welchem bie erhabnere Lands 
begiant. Oberhalb beffel Di dee 

m des Landes an; dier find bie: erſten 
Bebesenfanıun, Der Fels if ee große 
anitgebitg, bie jee"wie eine Se fichen im gl 
fat in den Strom abflürzt. Jn dem grobe 


®r):Umt. &.a05 Mer) Tach 
emp en hohe —— I Turkey 


27% Hochafrika. IV. Abſchu. F. 14- 


korn Granit liegen ſehr mächtige Felbſpathua 
—— davon ee — Smith Beobahtun 
100 bis 200 Fuß Umfang haben. Am Fuße bei 
Selfems find Wirbel und Strudel bie bei hohen 
gefährlich feyn ſollen; wenigſtens fürchten fich bie 
fehr, daß fie ſich nie feiner Brandung nahen. 
men haben bier. ihren Lieblingsaufenthalt. Die 
Höhe des Belfen gewährt jebocy eine weise Ausß 
mebrere ähnliche zuinenartige Felsgruppen, banon | 
Enzaddi eine tburmartige bildet, auf einer | 
1500 uf. Nur einzelne Abanfonien ftehen Bier 
Gruppen auf den nadten Anböben umher. Die 
wird als die Wohnung bes Geembi, ober bes gro 
fies angefehen, welcher nad dem Wahne ber Koi 
Herrſchaft des Stromes Bat *). 
Am DOften von diefer Stelle folgen bie erſten 

ten am Strome, bier liege Lombi, ber erfte M 
mit einem Dorf von 100 Hütten, und bald bar 
bomma, die Üefidenz des Chenoo (Kienu) ober 
Landesfürſten, ber den Titel Groß Mafoo 
(Kin erchant). Bier, bei diefem Orte, Feigen 
des Zaire au Hügeln an; Bier if die große Rai 
wifchen dem flachen Zieflande bes untern Str 
bes und dem mittleren Laufe bes Kongofluffes, wel 
Bier an eine ganz andere Natur annimmt, und das 
land durchbricht. Eben diefes endet bei Embomm 
zeigte fid von Bier aus den Reifenden **) in öflim 
als blaue Gebirge, in Wellenlinien ſich in zwei 
Ketten hinter einander erhebend. Hier fließt bei 
aus Bergen mit zugerundeten Gipfeln hervor, ber 
Gehaͤnge gegen Norden, deren Gteilabflürge gegen 
gerihtet find, wodnech bie beiden Stromufer entgeg 

öfhungen zeigen. Hier verſchwindet der üpp 
zenwuchs, alle Derggipfel find Tabl, tragen nur no 
Gruppen von Adanfonien oder Baobab's und bie Wi 
bleibe größtentheils in den tiefen Thälern zurück. 

Sn Embomma, ber Lanbestefildeng ungenı 

armer Drt, aus 60 Hütten beftebend mit Soo Ci 
ift der Honpts Sclavenmarlt am Zaire. Gapitaäı 
and bort 7 Portugiefifhe Schiffe vor Anker liege 

egereinwohner im tiefen Frieden gingen- 
aber dis Männer zeichneten fi duch ben hachſt 
ber Indolenz, Weiber dur Geilbeit und Gel 
aus. Das wi Pnetngiefifcher Matroſen und ( 








*) Tuckey Narrat, 2. g00. *®) Smich-Janra. p. 
se) Taskoy Niet. a. Abo, 125, Ann * 


Weſtrand, Kongo, 275 " 


sr 


dem nn und Tüderlihes Le ui - 
das Hauptgefchäft der 
der N ienz *), beim Ghenoo, Ba 
olten Haupifragen, ob die länder 
andbels'willen? ober dann um Krieg? 
von beiden mußte beſchworen — 
‚nahm dabei ein Blatt vom Zweige eines Baums, 
brechen mußte, um dadurch den Schwui 
ya 55 unbe bot der König dem 
a BEE ei 
ten dem jel gegen befien 4 
— —— in den Ausdräden 
unter — itugiefiſchen und Franpäfis 
— Eine furchtbare Feucht der Europdifchen 
den Küftenländern ferner Erbtheile. 
ie fr bier bei Embomma durchaus nicht mehr 
große ee — = RE 
F gema mich ** 
Ber fey bier (bei Booka Embomma) fo breit, 
in Norwegen bei der dortigen Brlide; 
ie gen ihn ſehen Übertrieben, feine Quelle könne 
+ Ianbein liegen als etwa die des Senegal und 
mb, te ee weiſſagend hinzu, ihre Erpedition 
fe beendet feyn als man erwarten telirdes 
Imgegenb von Smbomma bat wenig Culture und 
xjeichnete Naturgaben. e an einzelnen Stels 
Bebant; nalen 8 Ufern Hin, Caſſade wenig, 
alb am Strome, me 
ie a die unterpalb Ben Beslon 
die Rapfia ausgenommen, oma 1 fe 5 
—— ref, 9a Palmnäffe, 
eben, oba helm 
aim in zweierlei Arten, aber feine Kolospalmen, 
Biefes gamaen Zaireufers. Das wichtigfle eins 
— biefer — end, um Embomma, jft bie 
Nee wi in — Ueppi — 
vohnern ‚nicht mehr gefammel 
—— welche —8 — 
jelten, di nicht mehr | um. 
Er diefe Gegend bei alem © egen, 
58* —— — duch hie —8 ar ki. 
Hungersnot ce nicht feitt 
—X ittel wurden hier am Zaire 


f 


a 


R 


Maria 106. Side Smith 37, 
Be be 0 aan En 
*8 Rarz. p· 129. 7 

2 


7 


276 Hochafrika. IV. Abſchu. 5. 14. 


vorzůglich erſt durch die Portugieſen aus Ameril 
Fr ; fo, das Sinbifche Kom ober Mais, Bar 
affava, Yams, ſüße Pataten, Hirſe zweierlei Artı 
nas, Capſicum, Zabad u.a. m. Diefe Culturpflar 
es vorzüglich, welche von nun an auch weiter ofwäı 
Die Bewehner von Embomma, weiter ſtromauf im 
nere verbreitet worden find. Zuckerrohr, Tamarin 
monen, Drangen und Bananen find bagegen Bü 
na Bromwne's meifterbaften Ausemanderfehung, 
ſpruͤnglich einheimifchen Smägte (fe Berbreitun 
turpflangen). Die Zeit des Aufenthalte der 
u Embomma , im Augufl, war ber dortige Wi 
as Thermometer fand felten über 76 ®r. Fa 
aber Nachts bis 60 Br. Die Seewinde weheten bi 
unregelmäßig von Nachmittag 4 Uhr an. Der Him 
befländig mit Wollen bededt, wodurch bie meteerc 
Beobachtungen weniger intereffant wurden. Gmil 
Die Erdtemperatur beobachten, fanb aber den Then 
part wie Gtein, baß er ihm hinderte tiefer ale 3 
ie Erde zu graben ; ihm fchien die Temperatur abe: 
Zahrh. zu ſeyn, alfo Höher als bie atmofphärifche 
zatur im Winter. Die Temperatur in ben Waid 
fiel aber immer bis auf 70 Gr., wenn auch fein | 
faein war; wahrſcheinlich wegen der ſtarken vegeti 
usdünflungen. 


Erläuterung a. Die Entdbelungsfabre a 
Zaire duch bie Region ber Cataracten, 
Embomma bis Soondy R'Sanga. 


Die weiteren Erforſchungen landein find biı 
SR mühfeliger Anfttengungen bee Kongoexpedit 
nd leider nur Bruchſtücke geblieben, aber auch fo 
von großem Wertbe, und mit Dank gegen bie ung 
he für die — EP ven, bie feit b 

underten vergeblih nach folgen Beobachtungen 
umfleht und vielleicht wieber eine lange Sr auf 
warten mag. 

Nur vom 6. Auguſt bie zum 10. September, a 
ein voller Monat, war den Reiſenden noch vergl 
Gebiet der Erdkunde zu erweitern, und nur die 
arbeiteten Notigen ihrer Journale dienen uns als 
fee wur das Gtromlabprinth bes mittlern Moit 
ja ® 


*) Barrow General Observations in Tuckey Narı 
.366. Rob. Brown Observat. ib. p. 489, **) 
Narzat, p, 119. Smith Journ, p. 28, 






lick e; wie tinnen bafız 
) mit den Beifenden felb une anf bie se 
- Doch nur nach Ihrer eigenen Aufnahme 
nes: Dr, bee if af . b Pa en 
nungen, bucchaus fa 
, was von allen altern arten To une undes _ 
als Regel gilt, daß die einigermaßen. 
* *3 fü ie Boft eg —** u 
‚ e bie nter 
mdftrecken une ganz Lleine Häume im JIunern 
kheig blieben. & o R R auf —— Kar⸗ 
ne ſehr weit usgebehnt, welche 
ie von an Die —— Wifen Ems 
sd, unb nur zui⸗ 
ni * 15 Er 20 re D. 2. v. Green⸗ 
—— Capit. Tuck es Babe f 
mma begann Gapit. Tucke ußfahrt au 
—— — bem Orte * an } Deois 
efergebirg, welche das fchönfte Loca 
Hetifgpen Golonie Bürbor ° ; bier maß Tudey 
sie, deren Stamm 4a Fuß im Umfange am Bo: 
nd biefelbe colofjale Peripherie ey noch bei 31 
eibehielt. Won Bier an fließe der Zaire **) zwis 

— mit ſteilſeitigen —R 

tromthal bis auf eine Wiestelfunde 

find meiſt zugerundet, gan PR 

fung ———— ſtens bewachſen; auf ihren — *88* 

je man einzelne Gruppen von Palmbaumarten, 

desmal wenigfiens ‚eine Abanfonie, als fleter 

& Mur fehr wenige kleine Ortſchaften liegen 

nünbungen Bleiner * öme. eBä ume 
Ind fie mit Affen (Simia cephus) belebt; 

: eine Strecke angeſchwemmter Thalgrund liege, 
gepflanjt. Das Flußbett bat bei 4 bis sun 
immer guten Ankergeund, ift aber hänff —* von 
fett, die unter dem Waflerbett viel Ger 





‚ir 






Nerzat, p. 116, #%) Eben. ©, 139. Smith Journ, 
R 9 N‘ 





278 Hochafrika. IV. Abſchn. 6.14. 


In ben Gegend von Sondie *) enge Mi auf U 
Weiſe das Strombette völlig zufanmen, in einem Ablle 
von etwa 23 geogr. Meilen (140 Engl. miles) vom Bei 
Bis zu biefer Stromenge fleigt die Ebbe und Dieereofi 
noch ı2 bis 16 Zoll auf. An dem nördlichen Strom 
ſtarren bier Schieferfelfen hervor, welche Gapit. Das 
die Scylla genannt har, weil gefährliche Wirbel unbe 
Reihe von Strudeln an diefer Stelle den regelmäßigen ® 
des Stromes ſidren und bie Schiffe fehe gefäßrben. 

Von diefer Scylla **) am Eingange, bauert dieſe Stri 
enge aufwärts, an 8 geogr. Meilen (40 Engl. miles) - 
Ynga, wo das Strombette fih feeartig erweitert **"). 
nerhalb diefes Raums liege die Region der Yellallä 
oder der Kongocataracten. 

Am Eingenge der Gtromenge von Sondie bee 
man an ben Slimmerfchieferfelfen, daß bei angefpweiik 
an Die Waſſerhoͤhe Hier 8 bie 95 Fuß Höfer zu ſtech 
9 egt ® ” 

Bon bier an begann bie Waſſerfahrt fo befchw 
werben, daß man vor dem Eingange gendthige war bie 
liſchen Flußſchiffe vor Anker liegen zu laffen; fo def; 
Entdedungseeife bierdurh nun weit gefahrvoller we 
Die Steomufer treten auf beiden Geiten, in Gebirgen 
1300 bis 1450 abfoluter Meereshöhe, und GSteiltlippen | 
an, find mit lofen Gebirgstrümmern Üiberbedt die Bier 
sinnen, und flatt der vorherrſchenden Schiefer *2 
Syenitgebirge, und auf dieſer Grenze größerer Que 
thum als weiter unten. 

Auf dem Güdufer des Stroms, nahe jenfeit der Gere 
enge Sondie, liegt ber Dre Noki +7), auf einer. fehe 
len Sebitgowagnd zu deren Erſteigung zwei Stunden 
waren. Er iſt, wie Embomma, der Sitz eines 
Ren, eines Sheneo, der nur in größerer Wildniß lebe, € 
Bin weniger Spuren Europäifcher Givilifation vordraug 
Das Oberhaupt faß bei ber Audieng auf Häuten von | 
wen unb Leoparden, bie zu betreten für jeden U 
Mofetätsverbrechen gewefen feyn würde. Ueberall 
ER Menfaenmangel und den Bewohnern diefer 

tten war bas Land jenfeit der Gataracten eine volli 
mene Terra incognita. In biefem Drte war ein Banian 
baum (Ficus religiosa) auf dem Marktplag bingen langt, 
heiligen Baum, der erſte dieſer Art, der bemerkt 









*) Barrow Gen, Observ. ebend. p. 339. "*) a. a. O. 
0, 341 u. f. ***) Tuckey Narrar. .151. +) Tucl 
arr. p. 135. Smith Journ, p. 509, 3ıa., +1) Tuel 

Narrat. p. 255, 


Ben den Anchn Halle, 
von 
intige Wein“ — un tin Gansr, Ann 
at — 
* den re eng har £ 
dem Glommen. Die Neger fagten, — un 
öfen Geifte a ihn einmal erh) — 


Auguft, alfo Ir ber achten Zagefahrt, von 
16, erseihte , —— haft die ——— 
—— la **) ber d Ef —— em “ 
fegt, fo ie Waffen 
n. Am Sübufer bleibt ein Arm 
der aber w ger *— Ge dr 
nicht ie 
1 —— ein ze und die obern 
— befucht werden. 
re Motbfeite des Stroms murbe nun bie Landreiſe 
J Den 14. Auguſt erreihte man bei Banıa 
106 einen kleinen Dellalla ***), der jede —— 
A hi bie Stromfchiffahrt zu unterbe en... Das ſüd⸗ 
e iſt Schieferfels; in ber Mitte des Stroms 
eine ei ea die ihn in zwei Arme theilt. 
‚höcfte De dee Inſel lag: jest 15 Fuß über dem 
ahfpiegel, der aber zur Zeit bes hohen MWaflers ı2 Fuß 
er anfcpwillt. Der nörblihe Steomarm lag faft troden 
[ trocne, fenkrecht geſchichtete Glimmerſchieferfel. 
Bängen und m von dicptem Feldfparh und 
tg burchzogen.  Diefe leifteten, nad Smiths Bemer: 
5 dena Durchbruch des Stroms am längften Wider: 
nd ı am ber Rheinenge bei Bingen), und waren ges 
L fer einem Winkel von 45 Grad. Diefe Yellallacas 
aeten, liegen ı Smith in der Linie der größten En 
5 te, And die tiefften Einfepnitte. An 
Dfifei 18 Gebirge mehr zerftädelt, aber nicht 
od * bei Noti; die Höhen find überall harter 
omboben. Die Gataracten entſprachen hä ber Nähe Dusche 
Knie den Erwartungen ber Reiſenden; flat eines 


N: S5 MT 
— — 









es si” 


280 Hochafrika. IV. Abſchu. 6. IA: 


eiten Niagara ſahen fle nur ſeinen Fluß, bei 

ach fiber Felsbloke rollte, deſſen Waſſermaͤſſe 
gar nicht der Größe des untern Laufs entfprad 
brachte Smith auf bie Vorfiellung, "ale mäfle bi 
fih durch ein unterirdifches Flußbett (wie etwa bi 
sum untern Laufe ergießen, bem weiter kein eir 
from , von ber Größe cines Mühlbaches, das W 
sum vergrößert. Vielleicht, meine Barrow *) 
burch das Hervortreten der unterirbifhen Zuflü| 
fädrligen Wirbel und Strudel am Sehllafelſen 
Nah ihm hat ber untere Dellalla auf eine % 
300 Ellen (Yarbs) einen Fall von 30 Buß; Hei 
dern Wafferflande im Auguſt aber war er fein € 
nennen. Anderthalb Stunden aufwärts biefer ( 
liegt das Dorf Gongsla, auf der Oſtgrenze bes 
von Kongo. 

Die Strapazen der Reife weiter aufwärts ar 
durch fehr unwegſame Gebirgszüge *"), zwangen e 
der Reiſegeſellſchaft, den 16. Auguſt, Rüud 
Banza CEooloo. Der Ueberreſt wanderte längs bei 
vollen Steome, zu Lande, duch bie beſchwerli 
birgeletten, und fand den Zaire 3 geogr. Meil 
aufwärts der Yellalla’s bei N'Inga *'"), immer 
Minuten breit. Aber Bier wendete fich der Stro: 
aus feinem Laufe von Morden nah Südoſt hin. 
Stromwinkel ‚zeigte eine große Erweiterung, gl 
Bay. Hier, 32 geogr. Meilen oberhalb Sondie 

eogr. Meilen (280 Engl. miles) oberhalb der M 

ung nahm ber. Zaire ein majeftätifhes Anſehn 
die Themſe. Hier lag das erfle Dorf, N'Inga, 
difher Völterflämme, bie von ben Nachbarn die | 
ner (busbmen) genannt werden. Bon bier an 
Dinderniß mehr der Stromſchiffahrt ich . entgeg« 

bee Canoes waren nirgends zu fehen, und bis 5 
den e wenige Bäume am Ufer des Stroms, daß 
merholz vorhanden gewefen wäre nur ein einzi: 
gu bauen. 

Die Berghoͤhen bes Flußthales fliegen in. flı 
den, öfter als Kelsfeiten empor; ihre Gipfel a 
fih als ebene Plateaus, deren horizontale Rüden] 
Fruchterde bebedit, die wenigen Banzas ober } 
tragen. Am Ufer sicht Slimmerfehiefergebirg | 
folgen Berge aus lofen, runden Kiefeln und 





©) Berrow Gener. Observ. b. Tuokey p. 340. ' 
Narrat. p. 151. ***) Tuokey Narrat, p. 151. Ss 
p- 319. Barrow Gen, Obs. p. 342, - 










t ie Reifenben li 
N on ine oatafhe 
la (be eltnfanen fe 80 
* tm en ih Me wen —A 
I en ah in immer” grüne Gemüt, fe, 
M n 
m er wilde SEE um’ (Bombax) und und 
lenfonien mit. fe —— je, daß en faft. zu 





Die se jelgten puren vom 
77. bie gum 20. Auguft die Belfenden 
ein SEheil, ber gang war, ums 
1; bet andere, bei dem großen awit⸗ 
und an — — zum 
je Einwohner von R’Ynge 9— — * 
; fie Hatten nichts 


ig emder Kleidungsftüde. IE Opec ai 
#in Dialect yeah Embomma, u der yes Dee Drtes 
Belehnt von dem Denzy N’Gonge, dem Könige, der 
Zagereifen im Nordoft —5* foüte. Selaven 
die, bie Über, das Innere hätten zetrals geben können, " 
fie) nicht mehr vor; fie ſelbſt Holten Leine Gclaven, 
gen erhielten fie, nach ihrer Ausfage, von den Buſch⸗ 
janeı ushmen) die landein ie Städte und 8 
9 leben ſoüten. Alle Aust * flimmten sh 
in, daß das Land gegen weit_befcpwerli 
fey als gegen Nord, mo keine Porta; —— 
mehr find. Dahinwärts richtete all an 
feinen Weg, am erweiterten Baitebette „ben a4. 
*"*), am ämei Stäbten voräber, zwiſchen Menifec: 
hindurch, mo eine Heerde vom einigen m mans 
eine fehr RER Merkwürbigleit war. An einem 
abungen Monge vorbei, aus Bliimmer- 
a Drte Mavoonda Boaya erreichte bie Bei 
das Ufer des Zaire wieder, wo er noch von Safer 
joffen ift, aber in ber Mitte eine freie, feegleiche wur 
bat, im seiner Breite von 4 bis 6000 Buß, wi 





Ta Nastat. p 156. 9 T Narrat. p. 165. 
a Haar —X nm. — rn Di " 


WVorrath an Palmmein, ° 


282 Hochafrika. IV, Abſchn. $. 14. 


fauftem Strome. Das Drtsoberhaupt, bes Dacaye, m 
pfing die Sremben gaflfeei, bewirthete fie mit Palmen, 
und gab die wichtige Nachricht, daB ber Zaire bier, an 4 
bio 5 geogr. Meilen oberhalb der Nellallas, wieder fehifbw 
werde, und daß man im Banza oder Drte Lavoonba Gaucch 
Zaufen Lönne. Er verfiherte: nah 10 Tagereifen im 
Canoe fäme man Ju einer großen Sandinfel, bis 
a Sanäle bildet, einen nah N.W. den anders 
nach N.D. Im lestern fey ein Yellalla, 4 
ſeyen bie Canoes leicht hinüberzutragen. U 
20 Tagyereiſen oberhalb der Inſel trete bed 
Strom aus einem großen See oder Moraß in 
viele kleinere Arme. Dieß war die wichtigfte 
richt die Über die Zairequelle eingezogen wurbe, ma 
cher freilich, an keine Verbindung mit dem großen Niger M 
Denken ſeyn mas. _ 7 
Ein Negerſclave der zum Werkanf bier war, fagte au 
daß er 25 Tagereiſen herkomme aus feinem Vaterland Be 
einem großen Lande am obern Zaire; daß er bald in 
bald zu Waller transportirt fey, mit vielen Ra 
Sclavenhändler bie Bier burchreifeten, wollten Bier, 
überhaupt *) nirgends wo man fie beswegen befcagte, 
fihrlich eine Auskunft über den Strom geben, weil 
wäünfchen,, daB Europäer nicht tiefer vorbringen. u 
Im Orte N'Inga raftete man, um die Mittel 
weiteren Reife herbeisufchaffen, vorzüglich Proviant und 
noe’8; denn fomohl bie eingesogenen Nachrichten als 
Die Neuheit des Ortes forderten zu erneuerten Anfiren 
gen auf. N’Inga ift ein letzter Stapelort *") für bie 
zopäifhen Waaren, die von Portugiefen bis Emb 
gefbiffe und von da durch Sclavenhändler nad dem Wi 
nenlande zurüdgebracht twerden, wenn fie in ee 
das als die große Schule diefes Menſchenhandels angefi 
werden muß, ihre Geſchäfte mit den Europäern abe 
haben. Es find vorzüglid noch Eifenflangen, die bier ai: 
dem Binnenlande fehlen müflen, Engliſche Baumwo 
und Branntwein aus Braſilien. * 
Auf dem Marktplatze von N'Inga, wie überall, in c 
len den folgenden Ortſchaften, ſteht ein Banianenbaum: 
(Fious religiosa) *"") gepflanzt, ber eben fo heilig. geh 
wird wie in Oſtindien, bei Brahminen umb ben alten 
dhiften; in beffen Schatten werden ihre Verſamm 
und ber Rath gehalten bei Öffentlichen Angelegenheiten 
Wenn die Englifchen Reifenden, Anfangs aus Unwiſſen 























) Tnekey Narrat. p.162. *) Tuckey Narrat. p. 199. °”) Tus 
key Narrat. p. ıd1. +) Barrow Gen. Obs, ebenb, p. 366. 


er Tiefe, Kongo. 208 
— rear es tin Großes 
Emmter dem Volke. Eine 14 —* * 
—— es auch nur zufällig fen, dep eben bier au, 

der Name Gonga fe 
— Te die Dete die an ben Gehisye 
(Bamba Vong. ga, Gondo Vonge u. a. m;). Jebes Dorf 
Ereinen großen Kiffen oder Schuggott, genannt 

+ im der jalt eines Mannes; jebes Haus " 

enaten, männliche ober weißfige, Die bei jeden 
nbeit angerufen werden. 
ei Inga hat ber Boire 


I. Ir NA nur en. nd, — su 

„ weiter vergubringen, theils wegen der Unmegs 

„ehe Zus wei ee im all Weenlanı gerad 

erhalten eoftete bie zn — An⸗ 

ET allem feinen nur ı bis = auf dem Strom 
bie bei Markttogen als Fähren bienten. Capitain 

ifo genäehist, Bten Theil feiner ohn⸗ 

58 Inden — — aurädpufenben, uns 

Pr Auserwäßlten weiter vorwärts dringen, 

535* wo nad aller Ausfage die Em tromſchiff ⸗ 

—8 mehr gehemmt ſeyn ſollte. 

90, vom 1. Sepieinber bis um 

re i® % este Br —e ‚geh a: 

en ; li3 er die| z tede 

— uns —— ) gu Theil ges 


dem erweiterten feeäßnlichen Bette bes Baite an, 
mı. Sestember, 2 um erfienmal, das —X 
bes ſchwellenden — gegen das Ende ber 
*. Der Reihtfum der Vegetation gab dem Bota⸗ 
ben run, ais bioher; die blühenden Blumen 
Ermten johlteiche Bienen, in ben Nachtlagern brach⸗ 


Narrat.. Smith “ . 
ee er en 5 ) Tuc- 


084 Hochafrika. IV. Abſchu. 6. 14. 


ten Ameifen bie größte Plage. Die Laudwege hı 
gewafchenen Regenfchluchten, waren Höchfk befchn 
gefahrvoll; ſchon am britten Tage mußten mehre 
liegen bleiben. Auf der Höhe des Bergs Bon 
18 eine Caravane Gclavenhändler aus dem Ir 

mbomma. vorüber; 30 Mann, davon 8 Musket 
alle Uebrigen waren beladen mit Caſſave und & 
(Ground nuts), von denen fie aus Mitleiden d 
gen Europäern austheilten. Am dritten age, 
nach dem Ausmarfch von Inda, erreichten bie 
den obern Sangalla oder Cataract, ben vo 
lih. Der Zaire nimmt. unterhalb Inda bald u 
nördliche *) Richtung. Oberhalb biefes obern Sa 
ein Creek oder Zufluß fich in ihn ergießt, Conde 
wendet er fich wiederum plößlih gegen &.D., ı 
von neuem einen großen Einbogen, nach Tuckey, 
Bier den Zickzacklauf nicht verfennen können, i 
Der Zaire den Weſtrand des Diateaus won Hochafı 
Briht. Bon dem Conbo Yanga an, nimmt 
nach Smith, bas Anfehn eines Scanbinavifchen 
an; die Ufer werden nun weniger felflg, und nieb 
die Landſchaft bleibe im Ganzen noch baumleer w 
Gchiefergebirgsfelfen begrenzen das Strombett. 
* Geſellſchaft endlich zwei Canoes um über ben 
eben. 
' Der Condo Yınga wurbe nun ale ber wahre 
punct ***) erfannt, von welchem bie Rüfltung ei 
dition zur Unterſuchung bes Zaire betrieben werd: 
weil dieſer eine treffliche Gelegenheit zur Zimmeın 
Flußſchiffes darbietet, und an ihm ein bequemes 
zu balten wäre. Smith bemerkt, daß von bier 
zontalboden beginne, daß bier offenbar ber Anfang 
bern, der Cultur fähigern Landes fey, mit größe 
Zerung als bisher, mie mehr Producten und ı 
ſchiffbaren Strome. 

Bon Bier fliegen ſanftere Erbhägel an den 1 
e6 zeigte ſich ber erfte Kalkſtein der zu Kalk gebran 
Mehrere Detfchaften lagen an Berggehängen, I 
Berg von Bedeutung zeigte ſich im fernen Hin: 
doch gegen N. und N.D. war das Land gebirgig: 
©. und &.D. aber immer höher. Am vierten 
Abreife von Inga führte der Weg durch eine © 
aus einer langen Reihe Häufer am Gtrome Bi 
Dier trugen bie angefehenftien Einwohner noch 





») Tuckey Narrat. p. 151, 205. **) Smith Jour 
#**) Tuckey Narrat, p. 205, Smith Journ. p. 


Tameı auf yu Die 


"eine große Dange * I 
Dane fahren: ai 
ötamen in fü 


fhöpften 
ro Grid sefemuen weren, 2 


bie ihnen aus dem 


hs. - achtlig 
28 des Zaire um 3 Boll. m 7. Septembes 
38 eine —— —— 

vorlag it mahleriſchen Felsgruypen aus cı ini 

Ibm Marmor, und dazwifchen mit (oeidenreigen Thälern, 
Kitten ber Selstlippen berſtete ein Ganoe und mir ibm 
fefanten alle Waaren, Kochseſchitre, Waffen und viele Bes 
iffe zur weitern Meife, teue Canors waren nicht zu 


Die Reife mußte daher zum Theil wieber zu Lande 
I werden ***) über Mofoondy am linken Ufer, wo⸗ 
fee wurde: Eben bdiefes fübliche-Ufer ift liche 

‚ft, weit feuchtbarerer Boden als bisher, doch 

u Crgend im Ganzen voch immer den Character der 
und ‚hatte gänyglichen Mangel an Bäumen; nur in 

L ‚fuchten liegen bier Häufig Drtfchaften. Dee 

’ jee gegen eine volle geograpbifche Meile (4 bis 

r y) breit; aber bie Keger tennen bei ihren Ues 

in den Gansrs die Segel und ihren Gedrauch 


it. 
dem Südufer ging bie Wand: fi 
Mo: 
m , deren uſer größer als ums 
J ——— fehlte —8 an Lebens⸗ 








Narr. p. 220. » Barom Güter. Obserr. p. 
Ds Hin) Tacıly Mars. Bean F 





286 Hochafrika. IV. Abſchu. 5. 14. 


mitteln, an Hälfe von ben Einwohnern, an Laffträgeen 
‚Hier —ES an keine Arbeit Pan Hai find, und an 
zern. Bei Bundy N’Sanga ") verfagten biefe allen 
Bent das Zelt wurde zum letztenmal aufgepflangt, « 
nböhe befliegen, von welcher man den Strom noch Ü 
eine Stunde weit gegen S. O. überfehen konnte, wo & 
Hinderniß weiter feiner Beſchiffung fig entgegenzuftel 
fhien. Daun zwangen aber, am 10. Geptember, bie 
Entträftung, Bieberanfäle, Mangel und Noth aller 
zur fchleunigften Rückkehr. Die wenigften der Beifeni 
erreichten noch bie Station des Kongofchiffe am dinge 
dee Steomenge, wo das Fieber herrſchte, weil alle 
winde die Moraftluft des untern Zaireftroms herbeiweht 
Kaum blieben Augenzeugen, als Berichterftatter über I 
legte Ende der Reifenden, übrig **); denn flatt ber 
mußten von Embomma 15 Schwarze zum Hinabfabren 1 
geeiffels und zum Transportfchiff gemierhet werden, befl 
chiffsmannſchaft dagegen in einer ganz andern Temperai 
an der Mündung des Stroms, in ber Waldregion zur 
geblieben, von frifhen Seewinden umweht, im Ueber! 
an Geflügel, Früchten, Palmmwein, volllommen gefund ı 
en war, um bie Leidensgefährten zu empfangen und 
egen. 
8Wreß war der Waſſerſpiegel des Zaire Höher 
wollen; am ı. September oberhalb Inga um 
ol, am 17. Sept. an feiner Mündung gwifchen ben Ba 
rovewäldern, um 7 Fuß, ohne daß bie Schnelligkeit ſein 
Banfes zugenommen hätte. Ueberhaupt ſcheint bas 5 
Auffteigen ***) feiner Fluthen meift 8 bis 9, nirgends 
11 bis 12 Fuß zu betragen. Der Zaire bat daber, uw 
alle Teopenftröme feine Zeit des Fallens und Anfchwellem 
aber die Quantität feines Steigens und Fallens ift ah 
leigt am gerin’gften unter allen geoßen Landfirime 
Auf diefes Factum des geringen und allmähligen Aufı 
lens gründete ſich Gapitain Zuden’s Meinung, u 
Baire, wohl ficher, aus einem großen See oder aus ei 
Kette von Seen feine Wafler erhalte weit vom Re 
den des Aequators ber. Die Hauptfache ſcheint wül 
ſehr richtig gu feyn; ob aber der Zufag, weit vom Nech 
des Aequators ber, den Barrow +) umftändlich zu erläuts 
fuhrt, nothwendig hinzuzufügen, bleibt noch dahingeſte 
und Lünftigen neuen Beobachtungen an Ort und Gig 
vorbehalten, Barrow fieht darin eine Beſtätigung bes Zaie 





#*) Tuckey Narrat. p. 211. *) Tuckey Narrative p. as 
ey Near. p. 224. +7) Barrow Gen. Observi 
P. — 90 u . 


Wei, Lone. ar 


mit dem Nigerſtiom durch ben Wangaraſes 

| ig fragen läßt, warum foll ber Beire 
e eigwen Quellſeen haben können, die nach gleichen 
BB füllen und ausleeren, wie jene? und warum 
:Uusfirömen eines bem Caspiſchen Gee am Um⸗ 
en Wangar fü gering. und unfcheinber 

s wie gie warum foll der Strom nicht wirklich nun 
rem Zanfe feyn, wie doch alle Ausfagen und, Ges 


; en. 

ultat zur weitern Unterfuchung bes Zairchiroms 
er daß Feine ——— vn ausreicht. 

voor, vom Gap Berde aus, Laftthiere, Eſel 

lehisre zu nehmen und alle Beblefniffe über Ems 
ß nach Gondo Yanga zu transportiten, dort 
8. Dutzend Canoes zu kaufen ober zu bauen, biefe 
& Bimmerleute nach Bedũrfniß in drei Doppe 
verwandeln, und daum theils zu Waſſer theils zu 
t den Lafefeln. die Heife von neuem au unte 
u bie zu großen Strapazen zu vermeiden, welche 
be des Berunglüdens der ganzen Expedition ges 















uterung 3. Kongoer, Reich und Volt, 


unvollfländig auch die Werichte Über die Bewohner 
«8 von Kongo geblieben find, fo wichtig und new 
dech für die Geſchichte der Afrikaniſchen Wölker, 
biet von Kongo ift für uns noch von unbeflimmter 
w Norden von Loango, im Süden von Angola be⸗ 
es reicht nach Tuckey's Erkundigung **) von unters 
lemba, längs ber Küſte das Land durchſchneidend, 
za Ringo; wie weit aber nach Süd? iſt unbe⸗ 
dlieben. Der Umfang hänge wohl landein vom 
tt den Nacbarfämmen ab. Diefer ganze Umfan 
we gewilfe Zahl Lleinerer Staaten oder Shrmoofat 
mooships) wertheilt, bie als Lehne von einem ges 
m Oberhaupt ausgetheilt werden, bas im Innern 
es reſidiren fol, aber nicht recht befannt zu ſeyn 
Diefer Souverain beißt Lindy oder Blindy 
jo, unb foll in Banza Congo, 6 Kagereifen im Sa: 
untern Zaireftroms feine Reſidenz haben, welche 
e Waſſercommunication mit bem Zaire Bat. Hier 
e Soldaten mit weißen Weibern leben und eine 
Iſche Miſſion feyn, wahrſcheinlich Sanct Salvador 
rroro ). Mach den Ausſagen der Kongoer t), bie 


ow Gen. Observ. p. 349. **) Tuckey Narr. p. 158. 
3aarow Gen, Observ, p.850. }) Tuckey Narr. p. 296. 


2885 Hochafrika. IV. Abſchn. 5.24. | 


übrigens oßne alle Annalea oder Hiſtorie And, ſoll 
einft ein ſehr mächtiges Meich gewefen ſeyn, beflen 
haupt fein Land unter drei Söhne vertheilte, Der? 
foll den obern Theil des Landes gu beiden Seiten bei 
bis Sangalla erhalten habin, ber zweite das link 
Blandy N’Congo, ber Dritt: das rechte, Ban 

Diefe beiden letztern nennt Tackey an einer andern 
zweinicetönigreiche, welche zur linken, alfo im 
des Zaire beherrfche werden vom N'Sandy N’Gonge 
rechten aber, alfo im Nordn, vom N’Eucala Cong: 
beide im Innern des Landes refidicen. 

Die Beinen Chenoo’s (Zjinu bei Smith) heißen 
lich Könige, es find nur reguli, Kaziken, denn Gapt. T 
Erpedition ging auf ſehr Turgem Raume etwa dur 
©taaten von ſechs dergleichen hindurch. Sie haben 
liche Lehne, welche auch auf die weibliche Linie über, 
Mach bes Chenoo Tode wird fein Bruder ober. mätte 
Oheim Nachfolger, nicht fein Sohn. Gein erfter Ha 
agent und Minifter heißt Mafook, d. i. Königs Kaufı 
und er felbft Heiße Groß-⸗Mafook. Geine Offic 
find Mombella, Mambom, Macaya u. f.w. Ihre Rı 
zen find ſehr klein; Embomma hat nur 60 Hütten mi 

inwohnern, Gooloo 100 Hütten mit 5 bis 600, Ju 
Hütten mit 300 Einwohnern. Die Mache **) bes € 
von Embomma befteht aus 1000 Musketen. Im. 
wird dem Feinde Nachts Feuer ins Haus geworfen, 
Gefangenen werben die Köpfe abgefchnitten,, die Leibe 
brannte. Alle Weiber werden lanbeinwärts fortgefchir 
Der Krieg anfängt; alle Männer müflen mit in den 
aichen gu werden vom Bruder bes Königs, dem N 
angeführt. 

Der öfllichfle bieſer DVafallen von Konge war bei 
n00 von Inga. Senfeit kommen die Bufhmänne 
oder bie früherhin von Battel, Lopez und andern Poı 
fen unter dem Namen Giagas oder Schagga (f. obı 
verfchrieenen Kannibalen und Menſchenfreſſer. Don 
Barbarei fand Zudey’s Erpebition keine Spur. Jı 
gentheil, fie find dem Character nach allen andern $ 
völkern nicht ungleich, waren gaflfrei und gutmüthig. 

Die Kongoer Hält Tuckey ***) für ein offenbar gen 
tes Volk; fie haben Feine Nationalphyfiognomie; viel 
ihnen baben füdeuropäifche Sefichter und flammen woß 
Fentheils von den Portugiefen ber. Doch find wenig 
latten unter ihnen; fie find nicht fo fchwarg wie l 


*») Tuckey Narrat, p. 1599. **) Tuckey Narrat. 
ae) Tuakey —X 8 196. ) Trckey I 













in Schmp und Unjucht verfunten, indeß wenige 
‚Drbnung und Anftand an ben nörblichern Rüften 
wo die Franzöfifepen Foctoreien find. Die gunge 
am untern Baire. bot durchaus Fein erfreuliches 
die Britten zur Beobachtung bar. 
Den größten MWerberb bringt ae der Seladenhandel 
J Die größten Hinderniſſe der Civiliſation von 
lt, fogt Tageh, find die Hemmungen der Commus 
sation durch bie Natur des Bodens und dem 
man MWafferftrömen ***). Die Aufbebung bes Sclas 
andels, obwohl dadurch wenig im Zuſtande ber häuslie 
Klaverei verändert werben mag, wird damit enden, 
ommunication im Innern fiderer wird und bie 
und Wanderer nicht: weggefangen werben. 
fe it bemme alle noch mögliche Annähes 
4b Nationen, führt neun Zehntheile aller innern bes 
je herhei, die nur auf Sclavenfang berechnet 
‚und jede Verbindung der Einwohner Eines 
‚mit andern. Daher die größte Unmilfenheit bee 
Über die Wege zu ihren Nachbarn. Es war durch⸗ 


— 


eb. ©. ) Ebend. ©. 60. Smich ” 7 
ne more. Basen Gen. bar" eit, 


5.397. 
—* * 


a90 Hochafrika. ‘IV, Abſchm $. 14- 


aus Beine geographiſche Lage bei ihnen u ertunben,. 
Boten nur von einem Banza sum andern: gu erlangen," 
Faſt alle Verkauffclaven find durch Gtrofenraub Hi 
efangen, oder Kriegsgefangene; weit feltuer And es: 
brechen, bie ſtatt beſtraft zu werben fell chen. Die M 
claven werden nie verkauft ). Am Zaire ift ber Seic 
andel nicht mehr ſehr activ; bie beiden größern ui 
märfte an der Weſtküſte Afrikas find ber Golf von DE 
im R. und im ©. des Zaite Loanga und Wenguela.. 2 
alle Mafooks waren zum Sclavenhandel bereik. Alle 
Sen wünfchten defien Beibehaltung, weil er ihnen die g 
ten Einkünfte bringt. Der a ne find aber 
ehr viele. _ Das Boll wünſcht beflen Abfcbaffung. :# 
est ift noch ſehr wenig zur Abfchaffung ber eek. 
die Abfehaffung des Sclavenhandels gefchehen, und ı | 
niger laſſen a, alfo, gfgen plögliche Folgen biefer 
zegel im Zuſtande des Neger nachweiſen, ba ein Gebe 
der drei Säcula feine Dauer gehabt, lange fe | 
kann. Aber die Givilifation kann wenig dadurch 
noch nicht bewirkt, wenn auch geföcdert werben;. bieß ii 
aber, nach Tuckeys Math, nur vorzüglich durch Colon 
tion gefcheben, mie 3. B. am Gap ber guten Hoffe 
und hierzu würde ber Zaire vortrefflich gelegen ſayn, Zw 
die oben angeführte Infel bei Embomma. Diefer Obi 
zwar ber Hauptſclavenmarkt am Zaire für Europäer; 
an fich von wenig Bedeutung. Die Häufer find nur- 
ten von Mietgras und Matten, und nur die Oberfä 
Baben permanente Wohnungen mit Hofräumen, unb pe 
blättern zugedeckt; überall wenig Hausrath, wenig Kiel 
wenig Aderbau, fchlechtes Adergeräth und Mangel am 
bensmitteln., * 
Die Kongoer haben den allgemeinen kindlichen, 
thigen Negercharacter ohne Grauſamkeit, doch feheine 
zu den mindeſt begünfligten Negerſtämmen gu gehören, % 
ven Art noch durch Europäer verfhlechtere ift.. Ge. 
im höchften Grade indolent, und die zahlloſen Farbe 
Miffionen welche aus Portugal, . Spanien und Italle 
16. unb 17. Jahrhundert, befonders nach Kongo in ¶ 
afrita gingen, baben fie um Leinen Schritt weiter Im 
Civiliſation gebrachte. \ 
Dennoch zeichnet diefes Volk der Kongoer im Alle, 
nen na durch Meblichkeit, Gaſtfreiheit und menſch 
Theilnahme aus, wie dieß ſich bei dem ungluͤcklichen Ai 
gange dee Erpebition überall offenbarte. 2 


































*) Tuckey Narrat. p. 162. 






ße Wettugsmittel der Pıiefer. Auper bier 
iebt es all ER etifge, wie der bes" 


if as 
im 
ne Be — mie 
‚war *7 An dber 


a: Ihre rohe geich· 
fe ie Ber — die — (0er wohl von 


{ b dem Tode; 
Bez Im Shi ma on Ser aa ie 


und eines böfen: Caddee MPeembaz 
Bet: dem — die ihnen weit näher 
en Rn "die ed Verehrung ie 
A aus, wideln ‚fie in fei Be 
nee ‚ffen fie. darin aussrodnen, begraben fe dann 
‚und pflanzen Bäume, Blifge und Blumen ! 
‚fie ‚mit —— Defegen. 
= öfli nmwohner von Kongo oder die 
utchmänner.?'*) (ganz berfchieben vom: 
3 erfahren; wir nur wenig; doch fo viel um 
r wie falſch die früheren Berichte über ſſe 
FAN mens das — ne . 
nf; immer bleibt bie Volkszahf : 
‚ und nur der Aunbersfte Theil des Landes ar ” 
; jen könnten überall, Meigen und Eus 
tragen. Diele Fiſcher wohnen am Stroms! ' 
eben, ober in Banzas. Dex größte_biefer Orte, 


| Batrwive gi 106, unb bie Zeläuungen, 
* ©. a14. MN Br ee 268, 183, 







son Hochafrika. IV, Abſchn. 9. 14. 


Banza Cooleo, Hatte doch nit r als So0. Ein 
ba ‘zwei Deittheile Weider hu Kinder waren 
Weiber gingen fa nadt, nur mit einem us 
ften: bie Männer trugen Schurze von en. 
yet fahe man bei ihnen nur noch went . 

X 










aaren. Sie Hatten große Meugier bie w 
befannten, Männer zu feben, die fie Monde 
Sie boten ihnen die Hände ohne Zur: Bei 
den bie Weiber verkauft; aber fie böten fie nie 
den zum Genuß an, wie dieß im Weſten zw 
geiaeh. Sie mahlen fig -oMerfarben nnd bebei 
nrch tiefe Hauteinfchnitte ben Leib mie Narben, w 
alle gepianet find. Ihre Zähne fellen fie fpig, wii 
oder fügesähnartig. | 
Es bleiben noch ein paar Bemerkungen über bie | 
bee Kongoer ) zu machen übrig, für welche Tuckel 
bularien augelegt hatte. Früher wußte man nuı 
von biefer Sprache am Zairefluß; die wenigen Sp 
ben zeigten aber eine Verwandiſchaft bee GSprach 
Kongo und von Loango, «ls verſchiedner Dialecte. 
einen Sclaven von Moſambique, beflen Sprache 
sühmte Linguift Marsden erlernt hatte, wurde biefe 
darauf aufmerkſam, daß fle viele rzeln mit der ( 
der Kaffern im Dften und ber Kongoer auf ber U 
Afrikas gemeinfam hatte. Diefe Uebereinfkimmmmn 
großen Entfernungen ift SEHR merfwürbiges Fatts 
auf weit Pleinern Diſtanzen und gleichattigern- D 
eine fo rohe Differeng ber Opraden fich ergiebt, u 
ſchen ber Malembaſprache im Norden des Zaire, d 
bommaſprache und der Gptache von Inga, die vor 
letztern fehr abweicht nach ben genannten Bocabula 
Unßeeitig, folgeret Marsden, beweifen dieſe Bi 
tin die genaueſte Verwandtſchaft der 
Rämme auf den Df: und Weſtküſten von A 
obwohl bie Breite des Erbtheils, ber fle trennt, wei 
30 Grab ber Länge beträgt. Tuckey's Kongo Be 
mme ganz überein mit den Altern Wörterſamu 
ber bie Kongoer; fie correfponbiren den 
Loango und Angela, nur mit anderer Ausſprache 
lauter. Sie correfpondiren fogar auch, nur mind 
mmen, mit bes Sprache der Camba an ber Weftthi 
der Mandingo, bie nah Märsben richtiger Man 
heißen müſſen. Diefe Verwandtſchaft iſt fo groß, bai 





%) ©. Vocabulary of the Malemba and Embomz 
age b. Tackey Narrat, Appd, Nr. I. p. 391, w | 
‚BERNER, Obs. p: 5 89. 


. Weſtand, Kongo. 
Bas: ** Dölker Fe Pt ein Bus 


—— *. ©; mie d 
—S prachen 


Fi beibe Di ie auf 
Een egenw ee af 
Aber di = ” 
— ar die ei einfach ften ®ı 
nen, beweifen, daß a 
Komm. von wei Fe je gefprochen — 
kit von einem gemeinfamen Stamme fi 


PR aapitei 


u, im Baden dee wenn, 
Rerts® 





7 die Srewarhkäfte der 
von ja durg einige =0 
Me len a) —255 Ei 
ein volllemmen es Küftenland, bei defr 
leber Gebonte eines en Hoc 
jest erfahren wir nur von wenigen 
deß aul ie bachter deunoch 
range von DHochlande 
Imbung ie ‚dem Sieht SR 
[3 Drugbie ie wie wie hi oe X innen — 
ben ‚einander aufführen 


Werung 2. =) Hoqhland der Ambofen . 

Ben Slam Srad —— a im in 

ofufle, Deu ja wi das habe Rand ber Ambofer, 
ier ffen Höhe vi 

mit, ber ir —* — una 


294  Hocafrifa. IV. Abfchn. 6. 15. 


die Küfte iſt ein Hanbelsplag für die Holländer. ie 
weiter in S. am Fluſſe Gab Boon handeln die Eueläl 
und bringen von da Sanbelpolz; *) (Pre us ga 
nus), welches wir vorher nur auf ber hohen Kongeteg 
bee Anziko kennen lernten. * 
Aus dieſer Gegend am Gab⸗Boon, Babson 
Gabon, haben wir klürzlich durch einen Augenzeige 
Nachrichten erhalten, bie ſich auch fiber das weiten 
nenland verbreiten, und ungeachtet ihrer blos H9pothet 
Mafeheit, da fie zum heil nur aus Verichten bee. 
venhändler hervorgehen, boch Aufmerkſamkeit und Hier 
Skelle verbienen. ee 
Die Mündung bes Fluſſes den bie Anwohner. Arıf 
90, die Engländer Gaboon nennen, liegt nie, wie M 
angenommen wurde, unmittelbar unter ber Einie bes; 
guators, fonbern etwas weiter nördlich gnter or. 50] 
Breite und 8 Br. 43 Min. D. 2. u. Gr. Die Brdig 
Strommänbung if in gerader Linie 18 Enge: Mites 
über 3 beutfche Meilen, und mehrere Creeks ober Se 
flüßchen ergießen ſſich zunächft dieſer in ben Ian 
der 5 geogr. Meilen aufwärts zwei größere Inſeln 
Werber bilbet, Embenee und Dambee der Einwohner, , 
Erna und Königs: Infel der Portugiefen, —* 
ier ein kleines Fort beſaßen ). Die eine Juſel Hi 
bewohnt, bie andere eine Schifferſtation zur Ausbeſſt 
der Schiffe. 8 geogr. Meilen ſtromauf fpaltet ns der 
boon in zwei Arme, gegen O. und S. S. O. die " 
bis 1 Stunde Breite, alſo ſehr bedentende Woſſe 
haben und gu derjenigen Zahl von waſſerreichen Ri 
gen zwiſchen dem Kongofluß und Rio Volta gehören; 
der Amgra, Del Rey, Bormofa und Lagos, bie erßt 
befonbere Beſchiffung werbienen, ebe man ben Kengor 
Zalrefiuß, mie Maxwel und Part, für ben Aus 
Niger halten kann. ee 
-  Womwbich, der fi zwei Monat am Gaboon am 
mußte, fammelte zu Naängo, wo Georges Town, bet 
venmarft an diefem Fluſſe, liegt, von dem bertigen # 
baupte und den Sclavenhändlern feine Nachrichten. & 
Marktplag. +) liegt 45 Engl. Miles oder 9 geogr. M 
landein von der Mündung, im Ländchen Empoöngwes 
innerhalb der Flußarme ni ausbreitet, deſſen He 1 
Aroöngo if. Zwei Zagereifen weiter ſtromauf tritt 


































t. 

.#) Hert Reife &, 149. *) T.Edw. Bowdich Mission 
Cape Coast Castle to Ashantee etc. Lond. ıBıg. 4. **°) 
dich Sketch of Gaboon, im Account ch, Zinn, ?4 
4) Bowdich a. a. O. ©. 425, — 








— * wit 


** es · von Bun ven Bl der ne oe lee 
Zuwehnern bes 










HM 





eig 







Hl 
? 









je 


hi 









gerſtrom). 
Ueoeonſuß aufwoãcrts lgt ete nämi 
ws on der id 
— mit * mmunleirt, ſo 
AA —ã — — vom, Gas’ 


a De r * „Bis 


* ereifen aufwärts an feinem U 
le en Fleiner PER 
nach Okanſee. Das’ Oberhaupt 
243 dort geweſen, hatte daſelbſt nichts and 
* ober Nohren geſehn, nie war ein 
war doxt ein großer Staat. Enb 9 
trom — feinen Abflug aus de 
sfe an, 40 Ka sweifen entfein nt vom Ems . 
—* Be owbii der ipm 
uofte 9 er ulla des, 
ra oder für en eil des Waſſerſyſtems bes. 
. unten), aus welchem, nach derfelben Aus⸗ 
eis zweiter Ausfluß weiter im! Beten, fatt 







a ae wei " er * Veen ae 
eh von n F eerbuſen 
a © —— un alſo wur ein 


7 an, A wifgen en’ beiden: 
pauptfktomfipejbungen des Wole im Suͤden und, 


m fübligen —5 ſoll es aber wieder eine. 


ne Bewandtniß haben *’). Gr theilt ih näm« 
me; der kleinere nördliche, Aſſaze⸗ genannt, xer⸗ 


* 2. * D, ©. 48. 46. *%) Bomäich A. q. O. Wa. 





96 Hochafrika. IV. Abfan.’$. 15. 


ießt fi$ gegen Welt bei Gap Lopez zum Meere; 
fer bliche aber fließt fo breit wie ber Babeen, bı 
anb Tanyan, und zwar nicht zum Meere, fonbı 
Kongofluß, 10 Tagereiſen oberhalb feiner —12* 
Meere. Dieb würde alſo innerhalb der Catarachk 
müflen, jenfeit der Ufer bis au Denen it. 
drang, weil biefer keinen ſolchen Zufluß fahe U 
finder fi aber in bem Berichte bes Dberhauptes 
vonda, den Tuckey erhielt *), die Ausfage eines fold 
Gen Zuflnffes zum Kongo von N. W. Her (f. obea 
hen Bowdich für biefen Ogooawai anerkennt. Di 
allerdings eine fehr merkwürdige Verkettung bi 
fofteme bes Kongo, Gaboon und Niger, gu der 
er neuen Welt nur das Gegenſtück zwiſchen Drino 
fiquiare, Rio Negro und Amazonenſtrom tennen. | 
flätigung bleibe Tünftigen Forſchungen überlafflen. £ 
6 am Gaboon gleicht ber am Kongofluß. 1 
owdich's zweimonatlichem Aufenthalt liefen be 
Sail zur Führung des Selavenhandels ein, wn 
ir üfte von bier bis zum Kongofluß liefen ficd 
vn. » 
Der Hauptmarke ift bier Mayumba ober om! 
wie oben ſahen, und dieſer Menfchenbanbel,. obwe 
eit langem aufgehoben, boch noch in vollem $ 
arwell **), ber als Schiffsmeiſter lange Jahre 
biefe Küſten befuchte, nenne die hinter dem Küftenf 
enden Länder weiche bie mehrſten Sclaven liefern: . 
ayumba, ı5 Xagerefen im R. von Emboms 
mwaldiges Land voll Zuderrofrwalbungen, Manbin 
Dada ober Mayada ber Karten. Der Gclavent 
gefchiebt indeß aus dem Binnenlande nicht zu Si 
bern zu Lande. Da aber bier alle gafithiere, wie 
Ochſen, Efel, fehlen, fo fehlen auch alle Heerſtra 
bequemen * und die Communication iſt höchſte 
lich mit dem innern Lande. Deſto auffallender iſt 
bie Btupfoifapet bier gu keinem böfern Grabe ber 
dung gelangt it, was man doch in einem folden 
gigen Stromſyſteme vermuthen folte, deffen Ufer n 
Zern und Drtſchaften bededt find. Alle Schiffe | 
bloße ſchlechte Ganoes; klein und undebeutend zum 
sort, ſowohl in den Münbungen des Gaboon wi 
des erweiterten Strombettes im Kongofluffe. 





2) Tuckey Narrat, p. 178. **) Will. Brown Acı 
the Correspondence between M. Park and Mr. | 
repecüing the Identity of the Congo and the 
in Zdinburgh Phil. Journ. ı820, Vol, III. p, 102 





übenb Der ern 8 Bari Ionbeinwärte aan 
f „feiner eife na men zu den Wäldern den 
er als «ine fehr befihwerlidee Daflage ſchil⸗ 

fie während der naflen Jahreszeit gar nit, und 
mbern wegen —— — 75 — dic *5* 8 
u bereifen ſey. durchzugehen brauche‘ 
Fundın Wege 


de 
Jeine einzige Brittiſche Gefandtfſchaſt ſind uns 
omer bekannt geworben, in ihrem Biunenlande, 
em aus fie als ein Priegerifigen Volk die Küſten⸗ 
5* haben. Dieſe war vor ihren Einfällen ein 
ach am — des ante m? * Po zn 
sch am ee des untern a 
58 et, tie einſt die Pernaner, 
*3 — de Im fie unter einander correfpons 
Dies Wolt von Dabomey iſt one Verbindung we⸗ 
Inrepäerm noch mit mubamebanifchen Megern ober 
Bat aber ſehr viel —ã es, in feiner 
5 und Einritung, barin man bie Reime Äfnlicher 
en geneigt if") die fig bei ben alten eguptemn, 
Kiern und den en Bindu ge ber bei 
2 feltfames Gemiſch von —X eit and Givilifation, 
amteit und erhabner Befinnung. u nd männs 


thãt md 
eo Y denke ent Dep ’ ae ri t Hd —X 


u dief efen das Sr war ver Kr 
fe wnbebingt angehören. ie — als 
laven an. Dur für ipn leben und fechten fie in 


— 


‚Dalsel History of Dahomer p. 107, 118. **®) John 

sn Historical account of Discoverses and Travels 

rioa eularged ots, by Bi. Murssy;: Bdinburgh 1817. 
Pa 


208 Hochafrika. IV. Abſchn. $. 25. 


den Schlachten ; was er Über fie gebietet wirb ohne Wihe 
rede befolgt. Ale Neugebornen gehören dem König; bi 
werben die Kinder den Eltern entriffen und erhalten eis 
Art öffentlicher Erziehung. Die Regierung iß reine Dei 
potie, kein Ähnliches Beifpiel folcher ſtrengen D 
derfelben if uns befannt, bie Ausübung bee blutigße 
Grauſamkeit ift dem König von Dahomey von feinen 
sertbanen als ein Soitesrecht zugeflanden. Gen 
ift der Ausſpruch: „der König gebt in Blut von 
Thron bis zu feinem Grabe, und bewäſſert jedes 
Gräber feiner Vorfahren mie Menſchenblut.“ Es if 
fötsverbrechen, zu behaupten der König von Dahs 
wie andere Menſchen auch fierblich, effe, trinke und 
Bei der Thronbeſteigung erklärt ber neue Monarch, 
niemand kenne und auch keine neue Bekanntſchaft 
wolle, fonbern nur die Gerechtigkeit handhabe. Er 
das Monopol bie Frauen zu verkaufen. ur wer 
Kowries bringt und fich vor das Thor des Palaftes in 
Staub wirft, erhält eine Frau. Hofſänger befingen M 
Thaten bes Königs und feiner Feldherrn; an Feſten 
diefe Rhapſodien oft mehrere Zage nach einander. Als 
tifch verehren fie ben Niger, und fagten den Europäern 
ihre Fragen: „wir müſſen mit diefem zufrieden feyn, 
ein befferee Gott, der. den Weißen fo vieles gegeben, 
ung noch niche kund gethan.“ Sin der erflen Hälfte 
17. Jahrhunderts waren die Dahomer ſehr Lriegsiuftig; ol 
weibliche Leibgarbe fogar begleitete ben König in den 
von einer Amagone angeführt; gleich Eriegerifch wie 
Männer. Guadja Trudo, der große Eroberer der Dohemil 
befeste Whidah, Ardrah, Zorri, Didouma, Ajirch, Jacquis 
gefühllos gegen alles Elend, wurde jedes eroberte Laub uA 
wüftee und verßeers, Mit feinem Zobe, 1732,. börten-W 
Kriege diefes Volkes auf; fein Name blieb bewunbert- U 
Lande und. ber. Schmur der Neger. Beine Nachlomime 
traten in Vergeſſenheit zurüd. ä 
c). Borterraffe Uquapim. Am W. von * 















ergieht fich der Mio Volta an ber Grenze ber Sela 
aus dem Binnenlande in das Meer. Von hier aus, : 
uns ein fehr genauer Beobachter *), flieht man von 
Küfte ber eine große Bergkette landeinwärts, die bis-d 
die Höhe zeich bewalber ift, und den. fchönften Dintergemf 
bee Landſchaft bilde. -. 20 
Nach ber erfien Tagereiſe von ber Küfte aus, auf b 
WB fifeite des Rio Volta, gelangt man am Abend fehen | 





*).9. E. Iſert neue Reife nad) Guinea in ben Jahren 1783: 1 
1787. Berlin 1790. ©. 228, BEER ERDEn 


. Weſtraud, Guinea. 399 


fu biefer Bergfette, die aus lauter rauhen Felskl— 
RN Urgebirgsart. €iy fehe es an 
Berg führt einen Tag durch biefes waldige Be 
ib, in meldpem fogleih eine totale VWeräuberung 
en Natur eintritt. Bier verfhwindet der Ganbbo: 
2 welcher Die füdliche Küftenterrafle von Aka das 
terifitt, dem erflen Orte der Beraneger, Aboder, 
iger etwa 8 Meilen von ber Küftenfadt Cheifianshorg 
einmwärts liegt. —— dieſe Bergkette, weiche die Gr: 
einer überaus fruchtbaren Bergfläche annimmt, führt 
eine "Turje Zagereife ‘bis Aguapim, dem &i des 
item (Kabofir); in diefem Wege vereinen fi alle Wege, 
aus ben a — N —— Alfiantbe 
ven; er eine Damı a je der 
se Sectanie, der Paß, oberhalb. — bie Terra| 


m ti 
 Diefe Begins von Aguaprm iſt Überaus reijend, 
ie 


at lippen, Quellenreihthum, bie dem Gtrande 
9 eine gang meue Vegetation ), in ber die Pal⸗ 
13 fentereaffe nicht mehr mwachfen; wo bagegen 












nbere, wie die Weinpalme, die Delpalme (Elais ‚geineen- 
#) in Ueppigkeit gedeihen. —* find keine Eiephanten 
ne! Dir ift ein gefundes, : überaus gemildertes Glima, 
man dem Italiſchen vergleichen muß; eine reine Luft 
Gegenfas der erftiltenden Schwüle am Strande. Hier 
bas Bolt der Bergneger ein ganz anderes als bas ber 
—— Sie find ſchwätzer als jene, wohlgebaut, 
chende, thätig im Anbau ihrer Felder, fehr gafls 
* bieder-und gutmüthig. Leider Hat Serie Reife 


— 


nn — Io ehe &rheb 

iefe Gegend von wapim iſt als er ebun; 
— der —S — liegenden [7 
Buen. Berglinder, welche ſich an das Konggebirge anlehnen, 
a Si ten, von denen wir kürzlich einige weitläuftigere 
en erhalten haben. Die Bemohnee biefee Terraffe 
won Aquapim fand Sfert. in ;einem Buftande Parabififier 
v und im Ben rei ſer Maturgaben. Hier legte 
5 im Auftrag ber Dänifpen Regierung, eine Eolonie 
m. _Aufänglih Yatte er dazu eine Infel im Mio Volta 
3 da ihm aber die bortigen Anwohner widerſtrebten 

der menfhenfreundlihe Mann in das Werglon! 
im Gebiete von Alta, bem Könige ber Aquans 
bee bie, einf weit mächtiger, nur noch eine kleine 
fe. beherefepen, weicher Atim im Weften liege. Iſert 
gelndete feine Golonie ın geogr, Meilen oberhalb Akra, in 





Yet a0. D.S. 235 


8006 Hochafrika. Iv. Abſchn. 15 


gleicher Entfernung vom weftlichen Ufer des Biio M 
der dis zur Breite dee Colonie ſchiffbar if, unb_6 
Meilen vom gift Pony, der mit Ganoes befcht 
Tann, in einer ſehr gefunden Lage, bie freilich zum 
nicht beſonders günftig if. Merkwürdig bleibt biefe 
wegen ter erſten freien Neger, welche die Dinifße 
tung in J. 1793, bier durch Iſert zum Bellen 
niſitung ſich verfammeln und durch Europäer Wa rn 
Durch Deufſche Coloniften wurde hier zuerſt ber Prinz. 
um Aderbau unter dem Negervolke eingeführt. u 
fette Tode ging der Botaniker Colonel Roer dahin. J 
Nachfolger, Flint, hatte eine zweite Colonie noch nähe 
Akrah ausgefucht; ihn begleitete feine Schweſter dahi 
den Negerinnen bie Baumwollſpinnerei und andere wu 
Arbeiten zu Ichren **). Won dem gegenwärtigen Zuß 
dieſes Fabliſſements iſt uns keine Nachricht. weiten Bei 
geworden. 









Erläuterung s. Die Goldkäſte, nie neuehl 
Berichten. " ” 


Seit ben erften Zeiten ber Entbeddung biefee REMM 
Reiche duch Portugiefen, bis heute, ift nue Gewinn 
Gold und Sclaven es geweien, der Europäce hierher 
führt; wir haben daher mit wenigen Ausnahmen nur Wen 
seillenfchaftlige Beobachtungen fiber bie Natur unb Er 
graphie diefer Landſchaften, bie von fo vielerlei gegeufem 
unter einander eiferfüchtigen Herren befegt ift, und ver 
Ben dieſe, theils den früher genannten Meifenden, ti 
neuerlich den ataelungen der Unterſuchungen, ucc 
durch bie Engliſch⸗Afrikaniſche Dandelscompagnie 58 

= 





wurden. D. Meredith, der lange Fahre bort 
und zuletzt Souperneur von Winnebah war, bat 
Bombich ) Gefanbtfchaftsreife nach Coomaſſie an 
Hof von Afbanter, uns die beften neuen Nach 
liefeet, über ben fo ſehr veränderten Zuftenb ber baßF 
Völker und Staaten. fuchte die Aufmerkfamteit ) 






*) Wadsıröm Essay on Colonisat. Lond. 1794. T. - 
1755 Römer Rachr. &, gr. *%* Hugh Murrıy His 
Oceount of Discoveries etc. Vol, Il. p. 287. HOF 

Bowdieh Mission from Cape Coast Castle - 
Ashantes with a statistical Account of that. Kingde 
and Geographical Notices of other parts of the Inter 
of Africa. Lond. ı819. 4. +) Henr. Meredith, Membi 
of ıhe Council and Governor of Winnebah Fort, & 
Account of the Gold Coast of Africa with a’ brief him 
F gi the African Campany. Lond. 1812. 8, Introdu 
pAIV. 


. Fur Süehunde Mointäge. . Ei an 


1 erregen, melde feinen 
ie Sonkäde von Ghinet vu Colfniletlenen 
indien vorans hat, In It bed 
; as und der Jahreszeiten, 13 en 
fe it weit frushtbater, gumal etwas landen 
als bas yerfenitsene Land der — 
‚von Gebirgsftrömen durchriſſen wird, Die 
‚wenn befler — würde na ihm, in Hinz 
t " 'indien vor; 
ganze Jahr Hinlänglihe Beuchtigkeie, res 
ne f ish ‚nie 
Drlanen Imgei welche dort fo 
een. Mi He nur —— 







uf jefeen, 
üifte, ein Name welcher feit der Ers 
K a *) buch bie Ba a im 
ift,_tweil Damals der König von Br 
ı eines Herrn don Guinea mit im fei 
nahm; bat einen fehe unbeftimmten Umfang, be— 
dem gemeinen Gebrauche gemäß im nur vom Gap 
inter 10 Or. D. 2. v. 8.5 die Goldeüfe if nue 
el von ihr. Nah Meredith Angabe **) beginne 
lifge Scemrilen im M. bes Gap Apollonie 
im DR zu Atrah, eine Länge von 52 geogr. 
Mm (260 Engf. miles), welche awigden 4 ®r. 40 Min. 
10Min. N. Dr. zu liegen fommt. Aber Bow- 
im ihren Unfang fowohl gegen Welt als gegen 
min), imb giebt ihr, awifhen dem Lande vom 
Auf im Weſt bis zum Klo Volta im Dflen, 70 geogr. 
(550 Engt. miles) Länge. 
Sim der Serfeite betrachtet erfcheint bie Küfte gleich 
Ma gröfen unnnterbrochnen Walde, mit einem Berg⸗ 
in dre Ferne, deſſen Worhöhen mit Baumgruppen 
find, ie Zhäler zeigen fi, bei näherer Anficht, 
ant und bebaut, Der Boden längs dem Steande, . 
Kit Quropäer ihr befegt haben, ifk zwar fanbig, Biefigz 
Mar weniges lanbeim mird erungemein feuchtbarer Dos 
Mb Bieter fchom nach der erften Meile Wegs, von dee 
4 Ne größte Monti —— für jede Art der Cultut 
Die mehrften Küftenftveden des Erdtheils Afrika, von 
1’Murrsy Histor. Aco. Y. I. p. 65 nad De Bırros 
411.8, 2 H. Mereı ar. „as e#*) Bow- 
ch Mission eic. p.aı6, f) ut, Pe-ae 










308 Hochafrika. V. Abſchn. % 15. 


Argypten an, rund an ben Küften ber Barbarei bie Mid 
to, und von dba weiter, fübwärts um den Grbtheil bie. 
GSubcap, find bürrer Sandboden, jedoch die Solbtäß: DE 
Meredith, nebft bem Nildelta, für ben reichen Lanbeshi 
ben. Nach dem Innern zu ift mehr Feuchtigkeit burch b 
ganze Jahr hindurch Über ben Boden vertbeilt, als 
—* annimmt; denn Thäler gehen na allen 
vectionen hin unb bewäflern das Land, bilden häufige Gun 
pfungen, und dichte undurchbringliche Urtwälder befchatti 
—2 Lanbesſtrecken. 
as Clima iſt nicht fo übermäßig heiß *), wie in d 
Nähe der großen Sahara am E-:negal, nicht fo Seiß wi 
an ben engen Steilküſten von Sierra Leone; -Merzebith 5 
obachtete zwifchen 5 und. 6 Gr. N. Br. eine gemäfigtl 
Temperatur des Tropenchimas. Zur Zeit des Morbilcke 
Winters, im December, wenn die Sonne in ber größte 
Berne vom Wendekreis des Krebs ſteht, fleigt das T 
meter am Genegal (16 Gr. N. Br.), nach Meredith, au 
5 Gr. Fahrenh.; zu Sierra Leona (8 Gr. N. Br.) aufg 
rad Fabrenh.; am Gap Coaſt Gafile (5 Gr. N. Be.) 
mwöhnlid nur zwifchen 85 bis 95 Gr. Fahrh., nur ein R: 
zigesmal, nad Meredith Beobachtung auf 93 Br. Fahrem 
Und Cap Coaſt Caſtle wird als die heißefte Situation m 
der Goldküſte betrachtet. In ben eandfaften gegen DM 
fleigt die Hitze nur fehr felten über 87 Sr. Fahrs., fie 
in Winnebah im Jul. bis September, wo das Thermomelli 
nie über 78 Gr. Fahrh. flebt, öfter unter 74 Br. U 
veszeiten "*) ber. Goldküſte theilen fi, wie Überall zu 
tee den Tropen, in die naffe und trodne, mit bem, 
sheile, daß bier die nafle zweimal eintritt (f. Climalehre 
mit Ende Mai und Ende October, unb ein fehr großes 
genquantum zur Erde fendet. 

Mur der ungünfligfte Theil, bie Küſte, ift an einzelne 
Stellen mit Forts der Europäer befept; das innere 
Haben fie, Iſert's oben begeichneten Verſuch ausgeno 
noch nie colonifiet, nicht einmal barin Handel zu führe 
verfucht. Dennoch haben bie Portugiefen an der Kon 
bie Möglichkeit europäifcher Anfieblungen auch im 
der Tropenländer bewiefen. Zu einer folhen Anfieblumg 
ſucht Meredith feine Landsleute aufgufordern, um bie 
Gen Vortheile, welche die reichen Probucte des Binnen 
des dacbieten, benupen zu lernen. Die Küſtenorte find 
ber nur Sactoreien der Europäer gemwefen, um &claven 
Bold einzubandeln; meiftentheils neben ſchon bortliegenben 
einheimifgen Ortſchaften. Deren Befib und Gewerbe wart 














*) Merediih Account, pe 2. **) Meredith a. a. D. S. 5.7. 





2 | Weſtraud, Botbfäffe, 505 


: Jun Yen Schuß eines dabel liegenden Forts ge⸗ 
w:der Anlage, —— — — und Berſall dieſer de: 
nembelscompsolts, gingen fehr viele Wechſel vor, 
wiltifehe Intereſſe der Handelsparteien fo verfchie: 
bauen, bewirkte fo viele Fehden und Verwirrun⸗ 
wir u 83 die Unfrn ee zr He on 
hen untſchaft mit biefer e, wahrend 
ehanderte hindurch, für das Beſte der Erdkunde, 
mem Einnen . 





12. Detfhaften ber Käfte. 

Kafzäblung ber. Küflenorte, bie ſonſt immer ſehr 
Dig geweſen, hält folgende wefentlige Haupt⸗ 
\ nenern Bric ten Befimmungen, As Rue 
e wird bie Engliſche Feſtung Cap Goa$ 

D betrachtet. Sie liege im Afferto Gebiete und 
Den Einwohnern Iowa, nach ber Aufnahme dee 
Alam und Dames, Government Commiffioners; 
1810, lat fie unter 5 Gr. 6 Min. N. Be. um 
Min. WA 9 Gr. Sie ift eine wichtige Dofs 
Engländer.. Ihr gegen Oſten liegt das Land ber 
!, wonon nachber; gegen Weflen aber folgende Reihe 
aften auf der Küſte Ahanta und Apoltonia: 
Imina °*), das bebeutenbfle Fort ber Holländer, 
Eingebornen Addina genannt, Diefes Fort liege 
‘ Halbinfel an der Mündung eines Eleinen Zlufles 
ce, Über welchen eine Bruͤcke führe, der’ jedoch 
on 100 Tonnen Laſt trägt, die unter dem Echupe 
Is umgelaben werben können. Diefes wurbe 1481 
ugiefen ſehr fefl erbaut, quabratifch, 1637 jedoch 
Delländern erobert, die einen Slintenfhuß von: die⸗ 
n Gaflell ein Forst errichteten, das fie Konraads⸗ 
, Sanct Jago nannten. Ks verftärkte bas ältere 
St. Beorge delMina hieß, und ift der Schlüfs 
n.. Im Jahr 1641 trat bie Krone Portugal alle 
enländer von Guinea an die Holländifch: Weſtindi⸗ 
pagnie ab, die -feit diefer Zeit Anfpruch auf den 
. Bein auf die Küftenftrede vom Gap Palmas bis 
tg machte, und das —— an der Elfen⸗ 
old: und Sclavenküfle zu behaupten ſuchte. Seit⸗ 
de Elmina dee Hauptfitz der Dolländer und ihre 


redith Acc. p. 95— 129; Bowdich Mission p. 215. 
‚owdieh p. 214; Meredith Acc. p. 831 —gz. und Re- 
of the Directors of the African Institution. Lon 

1819, 1820. !in neue allgem, geogr. Gphem, VIII. Bb, 
- ©. 383 — 402. 


504 Hochafrika. IV. Abſchu. 6. 15. 


pärtfe eſtung. Die Hauptblütfe bes dortigen 
if ⸗ A Das 9a ar ort bat wat h 
daten Beſatzung und an goo Selaven, unter denen keı 
Haubwerker und Künfler. In ber daran liegenden 
weile Eimina heißt, wohnen 5000 Männer unb bi 
pelte Zahl von Einwohnern, Weiber und Kinder ba 
et. Die meßrften find Hambelsleute, Fiſcher, u 
ehntheil geſchikte Danbwerker, wie Mauser, 
immerleute, Schiffer u.a. m. Der Boden umpber i 
flag, leicht, einförmig; Ianbeinwärts voll ſtehender 
und dichter Hochwaldungen. Seit den Afbantee: 
weile 1807 auch Elmina bedrohten Bat bie Stadt ve 
2) Dann folge Commenda, zwel unb eine 
eogr. Meile im W., ein Englifcher und ein Hollän 
Beiliteirpoßen, welcher Iepterer aber ſchon im Ame 
Sehen Kriege zerflört warb. 
3) hama *) oder Aſſema, 9 Engl. Miles | 
an der Mündung bes Boofempra, wo eine Inſel mit 
WBauplay für Ganoes. Colonel Starremberg verfud 
Strom aufwärts zu befchiffen, aber nach brei Tagen 
er fihon am Weiterkommen durch Felſen und einen 
Gatarort gehindert, ben bie Anmohner ale einen 
veredren. in Eleines Holländifches Fort das hien 
beige Sebaſtian. 
4) Sakundi oder Succonbee ) if bie erſte 
von DR der im Ahanta Lande, welches ber reichfle 
der ganzen Goldküſte iſt. Won Bier an bis gum G. 
drei Gpigen (Three Points) ift das der Cultur fi 
Land der ganzen Goldküſte); auch find die Einn 
ein fliles Aderbauvolk, in deren Mitte Europäifche 
niflen ſich ohne Beſchwerde anftedeln könnten. Die 
Sat viele Greets und Hafenftellen, welche dem Strand 
ger gegen Welten fehlen. Die Randfchaft bat Hier die 
lipften WBaldungen zu Schiffszimmerholz, und Hol 
im Ueberfluß die dem Mahagony wenig nachgeben nur 
im Verbrauche find. Der Boden ift fruchtbar, für bi 
tar aller Tropenpflangen trefflih ; die Ahantas find bi 
ßigſten Neger der ganzen Küfle Hier iſt nie Hungen 
immer Ueberfluß an Nahrungsmitteln, trefflicher F 
eigen, Reis, Mais, Palmwein, Palmöhl find die 
Babrungsmittel. Weider und Männer find gleich 
Arbeiter, felbf jeder Bewohner ber Stade Hat noch ' 
Landfig und feine Pflanzungen die er beforgt. Yu | 
Gebiete find auch einige Goldminen, bie aber von Fe 
de 





®) Meredith p. 77, Bowdich p. aun 
| I. na; 77. Dowäich prang ) Meredich 








u 
% 


nu EEE a 


5 * ——— nicht bearbeitet werben. 
tiefer —— liegenden Land⸗ 


von fiber fi 3 * 


—2 
wen Gewalt, bas 
aftfrei und uns 
—8 Pr Se ih ort ‘ 
eäuche ihrer Öfkli 
Ba nicht gebulder. Wei der Gtabt Buccm: 
Wiebe Trümmer eines Engliſchen Korte, das im 
Krie A von den Franzofen zerſtoͤrt warb, das 
udiſches . 2333 einer 
ee mit fiherm € gsplag- Für 
* e. Die Dolländer *) hab Aberpuiipe 
h ven us £ ben Doreen dor allen andern Ras Na 
ern und vortbe 
h. —* —2— au OVbhen an Grafen er⸗ 
aecorary liege 4 Engl. miles weiter mw 
Bes Hort, * —** Küſtenklippe, zu 
vn Fir nie troden gel e.wird. 
—R 9 nal. iles weiter im We 
Gold’ führenden Fiuffe, ein Hleines lieh 
5*8* der Brandenburgeompagnie ge 
if: @ove **) oder rfooma der allen eimifepen, 
Engl. Miles davon im W., ein flarken Fort, bas 
der er länder im Ahanta Lande, was Ueberfluß an 
in DB alkftein, fruchtbare Landfchaft umher Hat, 
AA ig gelegen iſt am Eingange einer kleinen Bay 
She, vn 30 bis 40 Tonnen fidher vor Anker 
Wahn, beinwärts von Bier. liegt Booffoeä, ‚ die 
von —8 
Uccoda, dicht im Weſten an Dir Covr, iſt 
Holländiſche Befitzung, welcher in Entfernung 
uten Gtunde das 
r ort Hollandia *"*) Tiegt. Weide liegen dicht 
Hier drei Spiten. Vordem hieß diefes Fort Ro: 
tiederichsbur als Eigenthum dee Wrandenbun 
Yandeiscompagnie, welche nebſt den beiden andern 
uud Boutrie felt 1780 an die Holländer verkaufe 
2 da fie Griedrig Wilhelm I. nur zur Laſt waren, 


redich —J *“) Meredith p. 72, 96; Bowdi 
redich a A. ae Se der brei —*— 
—** 


u 










306 Hochafrika. EV. Abſchu. F. 15. 


Nach ders Kaufe mußten ſich bie Holländer doch 6 
erft no mit gewaffneter Hand erobern; fie nam 
feitsem Hollandia ; aber ba die Reparaturen nach I 
berun⸗ au groß waren, ließen fie es wieder ve 
n bee Wefeite des Forts firdmt der Ancobe 
an weichen 
10) Arim*) ein Hollänbifches Fort auf befim: 


liegt. 

Der Fluß bat wegen feiner Winbungen von be 
guniefen er —X —* heißt —— a 
bei den Negern heißt er Seinna. Nur wenig aufe 
er ſchiffbar mie Ganoes, weil Felſen ihn durchſeten 
tief aber nicht beeit. | 

Zwanzig Holländifche Meilen landein bauten bi 
gofen eine Facterei zur Betreibung bes dort ſehr ei 
chen Goldhandels, der aber bald die Eiferſucht der 
ber erregte. Holländer verbrängten fie und legten u 

abe 1700 dort ein Fort Elifa Carthago, so Holli 
eilen landein, an, welches ber änßerſte Punct if, 
welchem Bin der Ancobra befchifft werden ann. | 
Starrenberg fand das Fort in Ruinen. Jett fehe 
dortige Goldhandel nit mehr im Betrieb zu feyn. 
xim heiße das Küftenland bas der Strom buı 
und der Dre, in welchem das Holländifche Zort | 
Anton liege, auf der weſtlichſten Anhöhe des Gay 
Points. Die Lage ift fehr ficher, angenehm, mit 
Landungsſtellen. Es wurde von Portugiefen erba 
von Hollänbern befegt, bie dort ihre MWicepräftbei 
Baben. Die Bewohner won Axim fprechen einen 
von Ahanta. 

Mit bern Ancobeafluß Hört die hügelige walbi 
fegaft und. ber reichere Fruch tboden von Ahanta au 
ter im Wer folgt nun die Landſchaft Apollonia bie ı 
mannichfaltig iſt, bagegen eben und zeichlicher Bei 
Die Küfte aber wird faſt unnahbar wegen ber | 
Brandungen die hier das kanden fehr erfchweren. 

11) Apollonia*) Dieſen verftänmelten | 
führe das Hauptfort der Küfte Amanahea, bie gi 
dem Ancobra unb Affinenfluß liegt. Apollenia if -da 
lichſte Fort auf dee Goldküfte. ine gute Gtunbe | 
liegt ein meilenlanges füßer Landfee ber von einer ( 
aus Chamah, die ſich Hieher flüchtete, bewohnt wird. 
Land wird zur naffen Jahreszeit von vielen Kleinen ©: 
Üüberfhwenmt. Es hat Ucberfluß an Reis, Mais, 


*) Meredith p.70. Bowdich p. 216. **) Mereditl 
—6g. Bowdich p. 344. 


Waſtrand, Goldkuͤſte. 509 


is, FERN — Arten Polmen, bie Napı 
ie Wälder liefern treffliches Fa) 
d vol Affen, Elrphanten und 
Br ang sei: Die A ohne Hal er 
— in bie| € die 
Metehrs, imd a bie ie em Safe‘ 
eb iften Ganodb, die Vrandungen zu durchſe 4 
din die höhe Ser au flechen, ER tt mit bau 
—— offen in Handel einzugehen. Das 
hat 





keine nn * enzen, 
fe Küftenftaaten. Der König tft rl 
4 olländer, die fih ibm durch Sirius 
— HH hat. u 
die [1303 Son; 6 eenee h 
de a —— die en Pulver, Brafil Tobad) 
En Indiſche und Brittiſche Mani 
ten iſt PR frei, obne Zol und 
* men a a daß Be — 2 
in Geſchenk macht, ui WDor er erhaup! 
K- — — ven sin önige dine Babe Beinen, 
Ym_noddre Handı! beit genähet wird, 
*6 Begenten belebt in ewaffneten. Das 
it, fehlänt, oßne jene Biden aufgerörfenen 
die platte Negernafe. : Gie 12 BD 
8 "aber bo zurfidhaltend bei dein Di 
——— untet der fie’ fichen. u; Rise 
) 20 geogr. Meilen die fe enslong und nur 4 


dem Weſtende ul Li i 
a ge de Sans 


Coaf Eaftle*), deffen Lage wir oben am 
NY J Er Miles von Print de ift das Edda 
—Ee das von Englänbern dei jehigen vers 
Ram crhielt. Es if das Haupt aller Brittir 
Basen am der Bolvtäfle. Bon Portugiefen ers 

den Holliudeen abgetreten und 1665 ihnen 
ländern emtciffen. Das urfpränglih ſchn aufs 
‚if von den Written ſehr —2 und auf 
1, wohl verfhanzt und mit go Kanonen. 
fehr feR gegen die Seefeite und große 
an bis unter die Manern des Forts einfegeln. 
Pr wird aber von Köhern Anhöhen dominiert und: 
fehe angreifbar. Die ganse Befabung beträgt nur 
en, deren jeder feinen Kramladen hat, dazu etwa 


fs} 


el 


ea 


wish P. 95, 95. 
7.9 us 





308 Hochafrika. IV, Abfchn. 616. 


no 80 bis 100 Handwerker, bie aber nicht im © 
wären bei einem ernſten Angriff die Feſtung gu vertheil 
Die Vermehrung der Garnifon auf soo Mann wen 
ift nothwenbig, aber auf 1000 Mann würde 
bem Brittiſchen Anfcehn auf ber Küſte großen N 
geben. Diefes Fort if noch lange nicht von ber Beben 
wie Elmina. Es fehlen noch flärkere Feſt erke, 
Beſatzung, friſches Waſſer, es fehlt eine Kirche, ein 
tal, eine anſtändige Begräbnißſtätte; ba die Negerna 
ein ſehr zartes Gefühl gegen idre Todten haben und | 
gar in den Schut ihrer eigenen Wohnungen zw beg 
egen. 
di 9 Die Stade”) liege dicht Hinter ber Feſtung mit 
Einwohnern, zu denen aber fo viele Dorffchaften 9 
baß fie 6000 an Bewaffnete im Nothfall ſtellen 
Das Land umher keit Fetu und ſteht unter einem 
nen Oberhaupte, Dey genannt, ber eher ein Zetifchg: 
als ein König il. Das Regiment wirb von ben € 
eherbäuptern nach den Gefegen und Gehräuchen ber $ 
geführt. Ehedem war der Handel Bier bedeutender ai 
genwärtig, und die Strecke von Gape Coaſt bis Accra 
große Emporium ber Goldküſte. chneller Abfag um 
wins woren gewiß, alle Bewohner der Gtäbte und & 
waren Möller und Unserhändler. Die Lanbfihaft y 
ift daher ohne alle Landescultur, ohne Aderland, einfäi 
Waldung geblieben. Erſt feit 1811 Bat ber ſche 
verneur P anun en und Sartenanlagen gemacht, and 
ropäifche Gew rd angefiedelt. Aus der Erde ber U 
gend wafchen bie Weiber mühfam ben Goldſtaub. 

153) Monree, ein Ort nur 4 l. Miles von 
zeigen Orte entfernt, Bat ein Holländifches Gore, bau 
Remen Naſſau führt, auf einer Anhöhe mit Waldung 
ge 


em. 

14) Annamaboe **), nur boppelt fo weit daren 
fernt, im OR, if die ſtärkſte Englifche Feſiung an ber 
mit 30 Stud Geſchütz beſetzt. och liege |; 
und wird von Anhöben bominirk. ie ſchaft u 


i Id 6 i 
fbtood zu riefen, @hebem mar hie der sfr 








venmarkt dee Goldküfle, wo immer no bis 30 
Anker lagen, Die fich von ben verfchiedenften Euro 
Nationen bier zufammenfanden. Die Stadt war bie 
teichfte, blühendfte; fie bat an 10000 Einwohner, 
in befländiger Unruhe leben. 


9 Ebend. S, 219, 190. **) Meredich p. 1295 Bon 
P. 218. 


EiE . 2 7179 ss 
ormantine *), liegt 5 Miles Hm 

Fort, bas von bee im’ 17. 

ihe erfles erbaut ward, Im 2665 


Fort Apamı oder Apang, Das im Jahıe 1828- 
—— wurde. . 
Minnebah**) oder Simpap ber Einwohnen, bie 
y mit der Äffutuſprache. Es ouf eine 
fund, mit einem füßen MR im Ofen 
Bd en ame 
“ je D ’ 
ten Wenmgrappen. Die Fi 


‚Zantum it äber nur 7 Mann Bei 
: que Beleg wenigfrns 50 Mann. 
-% it wild, — dem Europäern, deren 
je fie nur zu gut Bennen, auffäf je Stadt mit 
Mmehnerm war ehedem der am, flärkſten te 
Ymde Agoona, bas von hier an gegen Oſten fol, 
Pick un Acta (Gute, Bam) Min. Sea 
). Bereacoe, liegt 3 Germeilen ofiwärte, if ein 
Nies Sort gl einer —8 die ealiegende tabt 
Begt_unter s Gr, 31 Min. RN. Br, 
. wich (nach Mor: 


nehe Erwerb, ® d und iin, die 
en Doper liegen dier auch drei Forts, bee 
[7 wab Dänen beifemmen. Das Englis 


Kar) Bowäch ©. 9) Meredith p. 
un ar Iomäich a. & *) Me ? 


s10 Hochafrika. IV. Abſchn. 6. 15. 
(de James Caſtell würde ſtark feyn, wenn es Wefet 


tte; es bedarf 50 Mann zur Vertheidigung. Es hat 
Morıug vor allen andern Korts der Küfle, ba die © 
der Meger erfi in einiger Berne abwärts liege, feine! 
baburch bequemer, reinlicher, gefunder iſt; bie Landen 
arführlih. Das Holländifhe Fort Erevecoemer wuch 
Amerikaniſchen Kriege zerftört. Das Dänifge Fort € 
fliansburg wurde von Portugiefen erbaut, Bang ſeit 
in Befis der Dänen und wurde der Mittelpunce vond 
drei andern Forts, die meiter im Oſten errichtet 
eins 8 geogr. Meilen weiter im DR und zwei anlse 
bem linken Ufer des Rio Volta. Das Dänengebiet geil 
fh durch Pflanzungen und Anbau vorzüglich aus; fie 
gen bie erfien Europäer *) welche bier den Eclavenhs 
abfchaffeen, bie Plantationen einführten und Schulen 
Bildungsanflalten für die Neger errichteten. Gie & 
am mehrſten für bie Humanifirtung ber. biegen Regel 
an, die Engländer am wenigfien. Im Jahre 1811 1 
cerah von .den Afhantees vor den Ueberfällen der Se: 

gefhüse. Die Sprache der Acerabs iſt ihnen eigenth 
verfhieden von ber Kanteefprache, dem Afootu naße- 
mandt, und foll bie zum Rio Volta verfianden werbem 
daher für ihre Heimath angefehen wird. 

20) Pram:Pram **), ift ein kleines Englifches 
im OÖften, das nad dem Fetiſch genannt ift, dem deu 
größte Verehrung gerollt wird. 

a1) Ningo liegt noch oͤſtlicher, 8 geoge: Meilen 
Chriſtiansburg entfernt. Hinter beiden legtgenannten 
ten liegt landeinwärts bie Landfehaft Crobo, berem £ 
Baupt ein mächtiger König oder Kabofir if. Dark | 
ein ſehr hoher Berg, ber 4 bis 6 geogr. Meilen fern 
Meere aus ſichtbar, und bei klarem Wetter wie mit el 
Schneegipfel bedeckt, erfcheint. 

93) Quita und a23) Adda, zwei Daniſche Eid 
Forts, folgen nun um die Mündung des Rio Volte« 
ber duch das Land Karrapay fließt (Crobo oder 
der Europäer), und feinem rafchen Strome nad, ans ü 
entfernten Berglande herzukommen fiheint. In der u 
Jahrszeit iſt es für Beine Fahrzeuge au gefabrnet 
ner Mündung gu nähern, weil bie Flurh zu beftia 
tobt; bier if ber Aufenthalt der Dippopotamen. Des 
Volta kann, ungeachtet feines Wafferreihthums, am | 
Mündung nicht befchiffe werden, da Sandbänke unb- 
klippen diefe verfchliefen. Innerhalb T) if er jedech 





®) Meredich p 260. **) Meredit" p. 200. ***) Meı 
P. 205. Bewdich p. 221. +) Bowdish p. ı 





Meil 
— er 
won ſchiffbat bl 
hentee, wo große tg ine me Fe 
Hagba, —— am Rio Bolta, find noch 
In feinem oberm Laufe heißt er, a Bon: 
9 nun Abirri, ae im Lande 
— — 
Berge IR; die —* eine Gebirasterts 


Hm * A 


me de Sean 
ke! nen ine in m —— 


En 


006 ie It das Meich —— 


I ent jede —— — —* dem 
ti ab, zumal mit den How! dleen, 
i zum biefes" wirtehrs allein zu genießen, En 


er jer, den Strom aufwärts zw ſchiffen, ift 
1! I Die Canoes auf dem Strome find weit vor 

N Größe und Art, als alle andern längs dieſer 
Al Find fogar mit Eafüten verfehen, und groß genug 
* Der Ausſage eines Mannes nach, bei 

Reiche Kofie am, werden dort alle Sclaven zu 

\ jew herbeigeſcha En ae ſcheint die Reiharbtifche 
„vom Ergup des Niger zum Guinea Meerbufen 

” —— Der nie & Gr. — ee 3 
gewordene jere Strom arbala int 
—* un Busigeom dig a r kesaen 
‚ohne er ‚er, wenigftens ſem 

lipen — feinen Waſſerüberfluß zugufenden 





FBie Küfenlänber und bie Gtrandneger; 


bie — 
——— tn 
x ‚fan. el 
Ucberfigt 





'Bowdich Misıio: ) Bowäich as. 
ee | 





sıe . Hochafrika. IV. Abſchn. 5. 15. 


2) Das weſtlichſte Küſtenland Apollons 
den Nachtheil einer ſchwerzugänglichen Küſte und iff 
den Europäern faſt gänzlid unbelanne Nur die 
der find dort einheimifch geworben, und zuerſt erfahre 
von den dortigen Bewohnern etwas aus ber Megierun 
ihres Königs Amoni, ber ben Holländern bie exrſten 
uche der Anfieblung wehrte. Da fie Weberfälle begaı 

bee den -Ancobrafluß festen, der bie Oſtgrenze des Hi 
ausmachte, aber gefchlagen wurden, rief Amoni bie 
der herbei, und befchüste fie bei Errichtung ihres 
und ihres Dandele. Worin biefer beſteht haben wir 
gefehen. on dem Herlommen der Apellonier Habe 
keine Kunde ; die Regentengefchichte bes tapfern Amon 
Meredith mitgetbeilt. 

Daß die sugänglichere Ahantaküſte von einem 
lichen, Aderbau treivenden Negervolke dewohnt wird, : 
wir oben gefehben. Mit Chamah, am Booſempra 
beginne *”) die ebene Landfchaft mit den unrubigern K 
negern, die fi dem : Aderbau weniger ergeben unl 

andel, Fiſcherei und Schiffahrt leben. Oſte 
oſemprafluſſes des größten der ganzen Goldkäſte, fi 

2) die Küfte der Fantee:Neger an, wenigflen 
Gebiet ihres Einfluffes ***) auf bie dortigen Wöllerfd 
wenn ihre politiiche Herrſchaft gleich etwas eingefchei 
iſt, und erfl im Oſt vom Cape Coaſt Caſtle beginnt. 
Fantee (ſprich Fanti) find wegen des legten Kampfe 
den Aſhanteers (ſprich Aſhanti) um die Oberherrſchaft 
bekannteſte Negervolk dieſer Gegenden; fie ſind, n 
redith, aber auch das verworfenſte. Wenigſtens er 
fie fich gegen die Weißen jede Art von Betrug; gewil 
Doch wohl nur aus Wiedervergeltung. 

Sie waren feüberbin ein inlänbifpes Bolt bat 
Afbanteelönigen beherrſcht wurbe. Aber fie rebellirten, 
berten nach der Küfle aus, und wählten ſich ein ei 
Oberhaupt, das aber zum Zeichen feiner Ergebenheit 
fein Bolt den linken Arm fig mußte abbauen laffen. 
für warb ibm unumfchräntte Herrſchaft zu Theil, unb 
— rin erlangte die Würde des hohen Adels 

ber Braffoe, welche allein die Dauptftabt 
bewohnen unb mit ihren Gclaven die limgegenb diefe 
frens beherrſchen. Die Sprache +) dieſer Fantee 
berall an dee Goldküſte verſtanden, von Apollonia bi 
crah und tief landein ſelbſt in Aſhantee, deren GSi 
wenig davon verſchieden ſeyn ſoll. Meredith hält diefe 


*) Meredith p. 64. **) Meredith p, 77. *%%) Me 
p. 113, 216° +) Merodith p. 387. P . 


Weſtrand, Goldfäfte, 315° 


Yale ——— Hann Jürg 


an-das Factum feine Richtigkeit A bie- 


— Bel durch ‚die legten Kriege feine 
Ei Küfte eingebüßt hat: —— 
5 er AL, genug. r 
ten, unb ben Auß den es —* Ne 
an ER ee Bu den feli * 
et 8 daß jantees. bie Zodten, 
ie en nd — Sie eben 
{driebene Gi 
ai, do lim. fie ale in Sfenrligen Mi 
ınsen Palavers. Bei ihnen gilt ww 
Be ee er DEE 
er ‚eine beflimmte Qua einer“ 
Rinde, verfehlt A fer trinken. — 


ine BA Mira ie u fie 


Kit Ban weiß gekleidet, als 

(t Sei Bitfen Schwarzen —— 
Kr Unfhuld und. Volltommenheitz 
m ihe- Keufel. weiß ſeyn foll, fo iſt der Fetifchpries 
R ber Fetifch,. jedesmal weiß gekleidet, auch) die 
—— waren —— bemahlt . oben ©. 267.). 
em fi wenig Verbrecher unter ihnen; es detrfcht 
Wößte Sicherheit ber Güter, felbft an offner Strafe. 
fem haben fie nicht; faft auf jedes Unrecht fleht 
© Freibeit;, ein Morb wird mit 7 Sclaven aus 
© des —— gebüßt, eine Folge des Selaven⸗ 
Rei Sad reinlic, _mafchen und parfümiren 
en werben fchon im gehmten, bie Kaa⸗ 
9 SE u. bie 6 #* 

e jegen fee 
% ale and 


en s * tſtadt — 21:77) 
Agah yRannah,“ dB. ar en iRen Mei 
rn Aller." Außer diefem hat jedes 

vun I ah — — Serifgt bei m 
— —— di siehe 
Ken en Bank — —* Ar DA . 

i li ei 
a) fh —XR Ein —E 


nich , d 8 
ED ee 


— 


sı4 Hochafrika. IV. Abfchn. G. 15. 


swifchen biefen beiden einander feinblich gefiun 
Völkern, war das Reih Affin, deſſen Könige, 
von den Afbantees gefchlagen, Hülfe In Annamab 
Die Fantees diefer Stadt wollten bie Flüchtlin 
aftlid aufgenommien, dem Feinde nit ausliefei 
erzog der König von Afhantee fie mie Krieg. 1 
Siege bei Buinka, den er Über die Fankee b 
folgten bald mehrere, und als er ſelbſt bie Fante 
Abrah einnahm, erfolgte im Jahr 1806 faſt die? 
der Brafors oder Dberhäupter des Küftenvolkes. 
Macht, des, bis dahin unbelannten Giegervolkei 
nun die Küſte; fie eroberten die Holfändifchen 
mandine, Amſterdam, zuletzt ſelbſt Aunamaboe 
ihnen gene ward. Nur 3 bis 4000 der Einwe 
sen ſich, 8000 der Fantees wurben hier unter | 
Sen Hort niedergebauen. Nun fingen bie Afde 
te Blodade des Einglifchen Korts an, das keine 
e Verteidigung hatte, darunter auch Merebitl 
e vielen mitgetheilten Nadrichten verdanken, ; 
war. Es Hätte one Succurs vom Gape Coaſt 
zwei Schiffen mie 10 Mann Soldaten und 4 
Do unterliegen müflen. Die tapfre Vertheibig 
den 17. Juni 1807 ein Sriedensbünbniß ")- zu 
Written mit dem Könige der Afhantees herbei. 
densftab, den die Engländer dem Negerkönige in 
ſchickkten, warb nah dem Kriegsbrauch civilifieter 
‚genommen. ine Audienz bes Gouverneurs vom 
m Lager der Afbantees und ein Gegenbefuch ı 
beiden Mächte. Der Negerkönig zollte den 8 
wunderung; feitdbem ſchenkte er ihnen volles Ber: 
Verfprach der Brittifchen Flagge Reſpeet unb ih: 
lingen Neutralität. Das ‚pinfterben bes Heeres 
Afhantees sum eiligen Rückzuge aus dem Lande 
die, febe gefchwächt, ihnen doch Rache ſchworen. 
tees belagerten im Sabre 1809 die Städte Elm 
Acerah. Aber 1811 Überzogen fle die Afbantees 
"mit Krieg, jedoch ohne fie völlig zu vernichten, u 
ſicht gewefen war. Seitdem aber ift ihre: politi 
tige Exiſtenz verfhwunden. Durch biefe Begeb 
‚find in kutzem alle politifgen Verbältniffe an be 
völlig verändert worden, und da diefe nur um vn 
‚uote der Aufhebung des Sclavenbandeln 
gangen, fo iſt deffen günfliger, auf die frübern | 
erechnete Erfolg, dadurch fehr gehemmt worden; 
-fheinlih nur momentan. Noch ſtehen bie get 


%) Meredith p. 147, **%) Meredith p. 204. 


ſeuen Umſchwung erhalten, weil die übermüs 
tee, ‚bei fleigender Macht, fie mie früherhin: 
im Boume” en haben würden. ı % 
Erdkunde biefer Umgeflaltung der Dinge ı 
tniß vom Binnenlande ber: Afhantees. 

Dat) yon meiden Mlinnebaßenae vinen Ah 
ton nur einen. \ 
h Esliegt gwifgen 5 Gr: bis 5 Min. 30 @ec. N. 













Eds 






er 
is 
ga 

5 
se 

53 

2 
Bo 


‚om Fanteelande, von Akim und Acrah. Das - 
Ba a eier 
it und: fandig, der ion wi 
—— ein wird der Boden frucht⸗ 
Gewächfe em; li: Das Elima 
‚ gefund; die Zeit der dos iſt vom März 
Regens vom Mai bis Auguft; die trockue 
J Uebtige bes Johrs. Der Harmattanwind 
Anfang Januar, jedes Jahr, zumweilem im Februat 
4 6, Brbie 24 Tage. Meberall iſt Wald, der erſt nie 
en werden muß, um Gulturland gu gewinnen. Golb 
808’ ein,ige Mineral des Landes, Meis und Mais bie 
kuptnahrung ; Handel ber Haupterwerb: Sprache, Sit: 
1, Grbräucpe, Volk gleichen dem der Fantees. 
77) Im Dften der Zantee nannten die frühen Bericht: 
Ratter "*) am untern Rio Volta, bas Volk ber Akim; 
ben höhern Gebirgen einft herabgeftiegen, die Aguams 
ng dertilgten, und in unmittelbaren Verkehe 
£ iflencolonien traten, bis im der Mitte des 18; 
jthunderte, fie ein gleiches Loos traf, und andere Bergs 
(ken, die Affianten oder Afbanters im: Jahr 1749: fle zum 
mmol mit Krieg überzogen und unterjochten, Die Afes 
Berfhiwaniben, ihre Handelsleute zogen ſich zurück, 
ba fie vorzüglich ‚die Kunſt des Goldgrabens verftanden 
em follen, jo —— auch der Goldhandel an diefer Küſte 
ab, Die Akemiſten werden als ein ſeht braves, 
Be redliches, wohlhabendes; Negerdolt bedauert, 
men Bebieter aber von den ältern Dänen als roher }), 
= vr ne Berichterflattern: chltivixter ges 


H 
5 





Meredith p. 177._**) Ab tem ©. 
en — Rahel a 


4 


516 Hochafrika. IV. Abſchn. 6. 15. 


Bon dem Lande im Dften des Rio Boltä,'iſt oh 
bie Rede gewefen. tn 
Mach diefen Bragmenten über die eingelnen task 
und Neger, fügen wir bie wigtigfen Bemerkungen Ei 
den allgemeinen Brban biefer Käfenvuöl 
und über den Berkehr ber@uropäer mit ihnen 
zu, nach den gehaltvollen, neueſten Beobachtungen und 
gaben des Gouverneurs von Winnebah *) } 
Die Neger der Goldküſte geben ein treues Abbilb ig 
Megerflämme des tropifchen Afrika Überhaupt, die in gwe 
Hauptabtheilungen in Küflenneger und Binnenneger 
Ien. Die größere Differenz unter ihnen bringt bie Werfiäe 
Denartigkeit der Werfaflungen ihrer Staaten Hervor, 
ier von der geößten Mannichfaltigkeit if.“ Die | 
as Clima, beffen Einwirkung bier mehr gleichartig 
nifch if. Gelbfi nach mehrjährigem Umgang, hält SR 
Dafür, fey es doch fehe ſchwer diefe Völker richtig zu 
zacterificen, da Europäer ben Neger immer nur als 
delsmann kennen lernen, und dann nicht von ber vo 
bafteften Seite, fondern als verfihlagenen, klugen 
vol ausbauernder Gewinnfuche und voll Eigennup. 
allgemeinen find in den Tropenclimaten, bei diefen 
völkern , allerdings die Leidenfchaften heftiger unb 
erregt als in älteren, aber auch ſchneller wieder unteren 
fen’; aufloberndem Entbuflasmus folge größte Nieb 
genbeit. Auftochende Rache ift fehnell verfühne. Die 
find überhaupt mehr mißtrauifeh und zur Liſt geneigt, 
niger vertrauend, ohne Kraft und Trog. Größte | 
im Eſſen und Trinken iſt Allen gemeinfam; bie. lebhafte 
bildungstraft giebt ihrer Sprache Schwung, Kraft, Berch 
famkeit. Ihre ausgelaffene Freube läge ich im ’ 
fang und Duft aus; ihr Ohr if fehr Für Harmonie em 
Pänglid. Die Weiber find ungemein fruchtbar, fräßeel 
und arbeitfam. F 

Die Fiſcherneger der Küſten find ben Europäern i 
befannteften, da fie meift als Ruderer und Dastdlanger 
ihnen in Dienft geben, und dadurch reichlichen We 
haben. Sie find tücdptige Arbeiter, verlangen prempte IN 
aohlung: Alle find zum Diebflahl geneigt. 

Die Aderbauer im innern Lande zeigen fich redlicht 
mehr wohlmwollend, ohne die Lafter der Strandneger, sau 
ber Fantees; fie find fehr unverbroffen, fleißig, und fi 
unter einander gleichartige. Die Könenneger find 

oͤllerei und Senf 


















e 
erwerbfüchtig, aber babei faul, falfch, dee 
gerei ergeben. 


*) Meredith p, 19. 





318 Hochafrika. IV, Abſcha. 5. 15. 


werben Ri erhoben zu Schutzgöttern der Famillen, gli 
karen und Penaten der Römer und anderer Bolker. 
gehören fie dann wohl ganzen Diſtricten gemeinfchaft 
und dieß find gewSßnlich gewifle Werse, Bäume, 

Näffe, Waflerfülle, wie wir daſſelbe am Kongofluß 


en. 
Der yolitifhe Zuſtand welcher burh ben Mer: 
Bantee und das Uebergewicht der Aſhantees völlig | 
ändert bat, wird für die Geſchichte dieſer Küſte, zum 
ihres Handels, eine neue Epoche herbeiführen. Die 2 
tee find die erfie Macht gemorden, deren Exiſtenz 
Bin kaum bekannt war. Nur bas Innere”) des 
lieferte bie Hauptpreduc’e bes Handels: Gold, E 
und Eclaven; bie Küfte nie. Mit diefem Binn 
der Afbantees, wo zugleich ein größerer Reichtum a 
den und Früchten, und ein weit civilifieteres Moll, 
efebenerer fehr mächtiger Staat, und ein ununterk 
85. mit bern golbdreichen Nigerlande, find die € 
ber in unmittelbare Berbindung getreten, und 
Ach dadurch den Weg zur erſten Quelle ber Reich 
und zum Danbelsübergewidht gebahnt. Bisher bet 
ps aller Verkehr mit den Negern nur auf den KRüf 
el. Bon nun an entmwidelt fich aber ein gang neu 
Rem ); es wirb ein freier Verkehr mie dem Binn 
nothwendig; die Küftenfeflungen müflen in Küftenm 
verwandelt werben, aus benen ein Caravanenhand 
den Innern belebt werden kann, mit welchem einı 
gänzlich vernachläffigee Colonifation gleichen Schritt 
m Die bisherigen Unterfiügungen bes Engliſche 
laments, zeige Meredith, find nach dieſen Wechfe 
unzureichend; er bäle Dafür, daß eine jährliche Er 
Derfelden auf 4o bis Soooo Pfund Gterling von 
Einfluß auf den Fortfchritt des Brittiſchen Hande 
würde, und ein Theil davon ift fhon bewiligt ı 
Aue Erweiterung befielben würden Gefandtfchaften 
Könige ber Reger und Refibenten in den Hauptlädte 
wendig feyn. ie würden freundſchaftliche Verbin 

Inüpfen, und die Afrikaner mit dem Gebrauch G 

Manufartuewaaren bekannt zu machen haben. 
würde daraus ein wichtiger Abfay für Englifche F 
gegen die reichen Landesproducte entfichen. 

Freilich fehlen: der Goldküſte eigentlich die ſch 
Ströme zur Verbindung mit dem DBinnenlande, un! 
i8 in ſehr viele Beine Stämme und Staaten wı 
An ber Küſte iſt bas Landen an ben Hafenflellen gu ; 


*) Meredich p: 56. ) Meredich p. 206. 


0 Weiland, Gofbkäfte, ang. 


BEE —— —ã BR) 
andern allen Strömen und Küfk 


Andung F —— fe, — au drei 

bis Xceraß » — weniger 
faft auf dergangen: übrigen Küftenlinie bis, — 
—— fühwärts bis zuni Cap: der guten 
—— — die — * —— 

—— (mer 83 inglich 

— —— iffahtt — 
Die fr —5 eg re Be —— 
it ten un! erten Fantees 
W iß des unmittelbaren Verkehrs 
weil beffen Gewinn ‚bisher größtentheils 
ben tar, und fie eiferfüchtig bie Guropker: vom 


fe jichen, ie —— 
— aufzugeben, um 

—— dagegen aber das —— wdiſche Sort 

erwerben, gegen 

Ma, das * — dern als: bloßer — un: 


liti äl rde ei 
Bas ir eier role ndmli ie 
enthums, die bisher jede Europaͤiſche 








J 


—— * * * imert — Der 2 felbft 
u ha ar — Yen ihnen am 
Ya ohne 23 alten, de deren Ginilifatien 
— ee 
Die erfte Wepithar weiche fie deu Lande 
EEE ne 
—— um durch dieſe 


He: bes en an Handels * 
bie Cemae von 20 bis 25000. u 


des Cclavenbandeld auf 25000 
Britt 


der fen. 
2 t worden, und en eb 
m den Afhantees zeſchickt. 


RT 
55 


= 


3 


wedich p. 311. **) Meredith App. 2 ö 





! 


„580 Hochafrika. IV. Abſchu. 5. 165. - 


Erläuterung 5. Das Binnenland Im | 
ber Bolblüße; das Rei der Afhantı 


Ein Fortſchritt in der neueſten Erdkunbde ve 
it bie genauere Kenntnif bes DBinnenlanbes ber- 
zähle, im Weiche der Affianten ober Afbantee 
welches die Writtifhe Gefandtfchaftsreife im Ja 
durch 38 E. Bowdich, die erſten Racrichten 
und Stelle, in der Refidenz des Königs ſelbſt, d 
befreundet ward, einzuſammeln fich bemühte. D 
durchaus keineswegs vollſtändig und beftiebigend; 
nen aber den Blick in eine neue, bisher unbekann 
und bahnen den Weg zur Landeskunde bis zum Im 
Nigerſtroms. Bleibt auch bei dem Einfammeln dei 
des Landes, bei dem Hypotheſenreichthum unb dem 
allee naturbiftorifchen und geognoftifhen Beobachtu 
Anführers der Brittifchen HRiffion nach Coomaſſi 
vieles zu wunſchen übrig: fe find doch aus dem dicker 
bande *) auch folgende, weſentliche Puncte als ı 
giger Beitrag zur Ethnographie Afrikas dankenswert 
auf einer bisher völligen terra incognita, | 

Im Aufange des achtzehnten Jahrhunderts Ber 
Name der Afbanteee, Affiante, Kaffiante, 
tai, zuerft vor, bei Bosman und Barbot, bie 
Yuta für gleichbedeutend hielten. Geit ihrem € 

egen bie Akemiſten, im Jahr 1749, fprechen die D 
Soritifelier von ihnen, als einem kriegeriſchen wild 
dolke mit rothem Haare‘). Bald aber erſcheinen 
cultivirtere Handelsleute zus Accrah, die weit aus ik 
zen kommen, und ihren Meg Über ben Paß ber 
colonie Aquapim und die Bergterraſſe zur Seekar 
men **) on biefer, erzäblten fie, beauche 
Lage Wegs, immer über Bergland auffleigend, um 
Sen, menfchenleeren Wüfleneien, und dan 8 bie ı 
um au ben erfien bewohnten Orten ber Bergneger 
langen, u. dgl. m. Ihr Name verbreitete fich oftmä: 
bis an den Hof von Dahomey, wo Dalzel fie 
Börte, und der Muf ihrer Wacht und ihres Golbreic 
brang mit.ibren Handelsieuten norbwärts, durch gar 
afrika vor, bis Mefurata an der Küſte von Trip 
Lucas von ihrem wert verbreiteten Landhandel zuer 
richt erhielt. Seit ihren glücklichen Kriegen gegen 
tees 1806 und 1807, die fie 2811 zum zweiten wı 





*) Th. Edw. Bowdich Mission from Cape Coas 
to Ashantee. Lond. 1819. 4. **) Rbmer Rad. 
138. rn).ömes. a. a. D. ©, 91, 


Dieß_dewog die Afcitanifhe Gomittee 
— dem Pr der Afdanı 
FA um eine Refidentfaft an feinem ‚Hofe nachs 
und: außerdem noch mit der Miffion die Exreis 
[3 iler und politiſchet Bwede m 
mes erhielt die Leitung nn 
‚feinem Poften nie. 8 


ar nad —— Ber ne uud 


— ken re Li 
w 


vom Gape Goaſt Gafle nal Gormaffir. 


, begann Ubreife +) Über Annamaboe 
en —X 15. 2, um u [2 










[2 
ze Deile im R. von Xinamab Reife 
m einem — Zum ie, oe De Bitten 
Aare, Imen, Bananen, und trat na 4 
bog bei Bapatıce er so Min. so@. Kr. 
e Berge befanden an en Mean 
ern 


teilen 8 
Ze Dekan sin Kal nme 








s2e Hochafrika. IV. Abſchn. 6. 13. 


Die nächften ſechs Tagereiſen ”) waren fee beſch 
lich durch, zum Theil pfadlofe, dicht verwadhfene Hoch 
Dungen , in denen Kiesboben mit Sumpfungen abwechf 
die von vielen kleinen Wafleefirömen durchſchnitten week 
Der Baummollentaum und Eiſenholzbaum mie deu Pe 
arten, bildes bier die fchattigen Wälder, Über deren U 
eiwert, umgefallne und vermobderte Stämme mit para 
den Gerächfen übermuchert ,„ in labyrinthifchen 
mehr gellettert als gegangen werben mußte. Nur 
Zagereifen waren bier möglich, zumal bei der Furchtſan 
der Boten und Laftträger vor den Waldgeiflern, umB: 
der wirklichen Gefahr vor ben wilden Beflien, die bu 
Gehenl von allen Seiten fi laut ankünbdigten, in 
Geſchrei der zahllofen Schaaren von Papageyen bie 
der Bäume erfüllte Die Schaueer ber dunkeln EA 
wurden burch die Schwärme von fliegenden 
und Laternenträgern in ben Nächten ecböße, und bei 
Nachtfeuern der Bivouacs glaubte fich Bowdich dfet: 
Seenen von Dantes Hölle veorfegt gu ſehen. Wie a1 
&r des alten Banteereiches, befien Grenzſtadt auf 
ſem e Manfus gewefen, war jede Spur ber 
lung umd ber Cultur dur die leuten Kriege gerflört, 
Einwohner waren nerfpeucht, und Feine Lebenomitta 


aben. 
Auf der ſechſten Tagereiſe von Payhntree traten bie 
fenben in das reizende Thal des Booſempra **), der 
von Oſt nach Weſt fließt und die Walbwilbnif vom inm 
eultivisteren Lande ſcheidet, das nicht die Zerfiörung | 
Aſhantees erlitten Bat. tee zeigte fich die erfle rei 
enehme Stadt Praſoo, und s Tagereiſen ne 
bes Fiuffes, lag der Lleine Ort Afbaraman, wo im U 
1806 die erſten Gefechte des Afbanteekrieges begannen. | 
Drt legt unter 5 Br. 59 Min. so Sec. N. Br. und ey 
wieber bie erſten Kornfelder ſeit Päyntree, 

Von Bier fleigt die ganze Landfchaft weit Höfer 
por, Eifenſteine bebeden die Berghoͤhen; Bier unter 6- 
8Min. 50 Ger N. Br. betrat man das Grenzgebiet 
bes Afbantesreiches; Bier iſt Bohmen ber Grenifluß, 
Beredfamteit einträufeln foll; daher trinken viele 
tees, die wach diefer ſtreben, jährlich einmal baraus. 
it Gebirgsland, vol Berg und Thal, immer feige 
bergan; bei Doompaffee, 6 Gr. 11 Min. 30 Gec. 
einem bedeutenden Drte, fangen Die weitläuftigen 
ven an, bie fich num burch die eultivirte kandſchaft bie | 

























. *) Bowdich p. ı8. “.) Bewdich p. 23, 2, ##%) Bo 
dich pP: 27: 


ımiwa von Afbantee, in melden au das 

Disabin mit eingefchloffen ward. Die Haupt: 

m: es ſolle Friede und Freundſchaft feyn zwifchen 

Yanın Beben — — im Berglande um 

- bee. ; di je vor ben fernerm. 
Wet jeden 


= 
8 


| 
N 
hr 
f 


I 
at 
* 
iR 
555 
Ih 


„” | « 

Eu: £ 
Ey 
+ 2 

zf 

5 
4 
er 

ft 
ẽ 


7 
8 
3 

1: 

1 

{ 


f 
2 
8 
: 
133 
j 


N 
H 
FE 
f 
si 
6 
7 


f 
Y 
2 
11 
} 


if 

Ä 
: 
: 


j 
Si 
ee 

62 3 
I 
En 
Fe 


f 7 
ni 


EEE 
147 


er als- Diener, eben fü an 
— Mur 


au ‚ofen Fach man 





804 Hochafrika. IV. Abſchn. 8. 15% 


England gu betrachten, dagegen aber follte dieſer ben Gcle 
venhandel wieber erneuern, deffen Aufhebung 
ibm nicht vortheilbaft ſey. , 
‘ Diefe —— Fa zu et Feder ar werben, an web 
er bie erwachten Hoffnungen für and allerdings 
tern können. Denn während Bowdich's Aufenehalt A 
maflie wurden eintaufend Gclaven ") von Spanlern u 
da ausgeführt, bie ben Afbantees natürlich großen Geuin 
beingen. Die Ankunft der Selavenſchiffe an der Küfe 8 
ihnen ein Feſt, und zumal ben Großen des Landes gewinm 
reid. Denn bie mehrſten Sclaven in Coomaffie, wur 
efendet, ale jährliger Tribut von den MWafallen bes 
x nigs, aus ben Reichen Inta, Dagmumba (Degomba bei 
Lucas) u. a. D. Ihr Verkauf fülle daher bie Kaffe bes 
Königs. Die mehrften find durch Straßenkaub gewo 
die Zahl folder weggefangenen Sclaven iſt fo groß, daß 
hochſte Markepreis eines folcden, dort im Lande, nur 
2000 Komries beträgt, oder fo viel als eine Dülfe (a 
voll Gooroonüffe. (Sterculia acuminsta bei Palissot | 
Beauvais Flore d’Oware I, p. 41. tab. 24.) Die Disb 
fden und Holländifchen Comptoirs, welche ben Sclavenhas 
I aufgegeben, find daher bier im Verfall, eben fo br 
dieß dem Engliſchen Commerz großen Schaden, nb- ii 
Gclavenhandel, den bie Spanier-bagegen fortfehen, wid 
bei den Eingebormen ein widriges Licht auf die Ungläubeg 
bie jeden Sclavenhändler abwehren. * 
Doch beſchränkt fi der Handel ber Aſhanter nicht 
auf die Guineaküſte, ungeachtet fie ihn eigentlich gar 
als Speculation ober Erwerb treiben, fondern nur gu ide 
eignen Bedürfniß **). Dennoch reicht er queer durch Afıll 
hindurch, bis über den Nigerfitom und if ned in Ze 
ſehr *igug Boldfaub iſt die Münze in Afhanten 
in den Nachbarflaaten von Inta, Dagwumbe ( 
bah der Aelteren), Gaman, Kong, bagegen, ſind es 
Kowries. Der Umſatz ber Waaren gebt von Gier lauhabı 
zum Nigerfirom bis Houffa; wo die toflbarfien 
en e seifenden Abfag finden. Cine Handelstabelle bee‘ de 
efebenden Waaren und Preife ſiehe bei Bowbdich 
Diefe Hanbeleverbindung macht bie Königefkabt bi 
Afbantees zum Höhf merfwürdigen Mittelpuncte, im -ub 
chem wichtige Nachrichten Über alle Gegenden bes Bine 
Jandes einzuziehen find, wie dieß Bewdich gethan —32 














denn 9 Hauptfſtraßen find von Coomaſſie aus, 
nach allen Theilen des Innern. Won dieſem fund 





*) Bowdich p. 339. **) Bowdich p. 550, 335. #+t) Bow 
dich P. U. han, il, Geography —* 204. ) . 


Weberei, Binneniand der Mffanser. u05 
Elan kuchen Ehe fabe Meine suıe Den srl Bel 


ben Königs, bie idee Krieger. gegen bie Fautee ans 





terb 
ſtehen. dem ſten unter Yen 

de 3 bis a achte, 
‚ee immer fremde rem, ſqiedenen 
bes innern Afrika ve ihm s ſammen fanden. 
beklagten bie Unwiſſenheit und das enthum ber 
itee’s, und- gehörten fichei zw einer großen Mahomebas 
iffion, die vom innen Nigerlande ip ausbreitet. 
einem derfelben, dem Mohren Aposloa in Koomaffie, 

fanb Bombich viele Arabifhe Banuferipte und 


einige 

Büder, worunter auc eine nd Bein war. 
| Zrobition ber Afbantıe's nennt fe Emigranten 
8 einem Lande, Ban ber am grade log; als 
Pie Hätten fie die Intas und gwei Eleinere Reiche deflegt 
mb dann bas iheige geſtiftet. on ben MBefiegten hatten 
als von ben eultivieteren Voͤlkern, einen heil ihrer 
und Bildung angenommen. Die Afhanteefprache 

ibet fi zwar von; benem der GBoldkäfte, doch iR fie 
em Fantee, Warfow, Akim, Affin, Aguapim, 
ÜDiuster: ober 


Modhter ober Dialect einer gemeinfomen L 
r N Fr 
Be re 8* — u 
senn 





jegenmärtig a il nen 
er Igor in — — verteilt Ant. 
Bo jet das Rönigsgefchlecht won Afhantee zum Stamme 
ker Unnone, Bomwbih glaube hierin. die Patriarchaliſchen 
Familieneintheilungen der Hebraͤer und ambeser Urnölter zu 





® Meredich p. 158 ®)"Bowdieh p. 597. **#) Bowdich 
2 9. +) Bowdich B- 22% 19 Bowäih Pas. » 


326 Hochaftika. IV. Abſchn. g. 18. 


{eden; doch Hat nur ein Theil von ihnen, die Afbantee 
eceab allgemein die Bitte der Beſchneildung. Bon 
ſechs Sprachen *), die auf dem Lanbflcich der 60 gi 
Meilen von Apollonia bis zum Mio Volta geſprochen 
den, Amanahea, Ahanta, Bantee, Affootoo, 
crab und Adampe, ıft das Aſhantee die weßllaute 
Mundart, die feinfte, und das Volk felbfk ſehr mufltce 

Sehr viele Eigenheiten ») zeichnen bie GBefeggeb 
Gebräuche und Regierung der Afbantees aus, Die im 
Händen des Königs, der vier Dbern und der Verſamm 
der Feldherrn liegt und daber eine gemiſchte, wos 
hifhrarifoceatifie if. Bowdich Hat umflänbiig 
von gehandelt, und die Gefchichte bes Wolkes **"*), fo 
fie verfolgt werben kann, mitgetbeil. Wir fügen 
Schluß nur noch die fehr merfwübige Sage ber Aſhan tees 
ber Wahl des Guten und Böfen unb ber Wert! 
lung ber Welt unter die Schwarzen und Weil 
Binzu, und ihre Vorſtellung von bee Erbe, die alerd 
beide einen merkwürdigen Antnüpfungspunce biefes We 
tes an die Traditionen der Oſtvsller barbieten, und ba 
von hohem Intereſſe find, da fie dazu den Weg be 
eben biefe feit drei Jahrhunderten fo fehe mißbrauchten 
verachteten Bölker, als unfere urſprünglichen Bräde- 
vindieiren. Hierauf gründet Bowdich eine Hypotheſe 
wir hier beifügen wollen. 

Sage ber Afbantee +): am Anfang der Welt 
Bott drei weiße und drei ſchwarze Männer und eb « 
viele Frauen, und ließ ihnen, damit fie fpäter keine 21 
führten, die Wohl von Gut und Uebel. Eine große = 
baſche (Flaſchenkürbis) ward auf die Erbe gefegt uni 
Encfiegekten Papier, und Bott gab den Schwarzen bie 
Mahl, Gie nahmen die Kalabafche, weil fie glaubten 
entbalte Alles; aber beim Deffnen fanden fie nur ein S 
Gold, ein Seh Eifen -und andere Metalle, deren Seb ı 
fie nicht kannten. Die Weifen Öffneten nun das ws 
gite Papier, unb das fagte ihnen Allee. Gott lie 

chwarzen nun im Gebüſch und führte die Weißen 
dem Meere zu. Da ging er alle Racht mit ihnen um, 
lehrte fie ein Schiff bauen, das fie in ein anderes 
führte, von wo fie nach langer Zeit wit vielen Waarezs 
rüdtamen um mit den Schwarzen su Handeln, Die 
diefen Umſtand das erſte Volt der Erbe newefen feyn 4 
den. Dieter Abfall bee Schwarzen von Bott, der bie 9 
gen lieber Batte als die Schwarzen, machte, daß fa l 


%) Bowdich p. 344. %*) Bowdich chap. III. p. 252 — 2 
I ——— ai at. +) Bowäich a D. @.: 


Wbnepb, Dimarnland de face. an 


sten Geifteen umd Beti wenhei 
„Wäldern, ® m ae id 










imeinftüirst. Das rothe Meer nehme vers 
en verfchiedenen Bellen an, non fichen 
timen, die bineinfließen. Daher «Me 
er Zufammenfluß der Ströme. Ein 
fie Babare Nohoo, d. I, Waffen 
‚fe Flut von. da ausgebrodgen feg. 
a den Caudie; fie befchreiben Mn wie 
Sifern umgeben, der aber von Beie in Zeit auflocht, 
lutben auewitft, die das ganze Land umher über: 
a, und Eruptionen wie ein Wulcanfee beiwirkt **), 
Mn Erg 
06) awifchen dieſem 
die in der Mitte kreisrund baliegt, 
Anntrfung r. Die Afhantees, alte Xethtepifge 
m onderer; eine otbefe von Bombi 
5 Bide er Apantees FAR keine Gregerppafegne 1, ihr Aber⸗ 


ich an alte Kes 
Die Yuswanderungefagen ihrer & imme madten 
dm nahrfgeintich, daß fie urfprünglih Abuffinifge Ker 
‚Open waren, vermifcht mit Xegpptifhen Goloniften, bie viels 
‚aus den alten Siden von Tahompfo , Meroe, Bojam vers 
wurden; diejenigen Aethlopen vielleicht bie von ber Aes 
Kriegerkafte bedräct und vom obern Nilfitem nad) dem 
Bilen verdrängt wurden (f. oben). 
= feltfame Succeffionsfolge, wie bei ben alten 








Bowbich auch bei den Afhantees, Diebor fagt, dab 

in ihre Reichen in das Waffer legten, als das ehren⸗ 

be Begräbnig, ober in ihre eignen häufen, Shen das thun, 
edlen, bie Zum» Fum’s am öfttihen Riger, bie ihre 
de in das Waffer festen. Am Gaboonfluß und bei den 
‚Deren die Zobten aber in ben Häufern ihrer Angehörie 


feht. 
j et, (Yem:Yem) und andere Winnenäthiopen, 
Aber von dem Innern des Gaboonfluffes norbofwärts hine 
St gegen das alte Xethiopien d. h. bis zum obern Mil hin, 
die wilden Xethiopen Herobots, bie Anthropophagen bes 
6, welche mod) biefelben alten Sitten nd haben 


— 

*) Hutchison Diary b. Bowaich p. 408. _**) Bowdich 
Mision p, 203. *) Om the Origin of the Ashantees 
in Journ. of Science Lit. Arts, Nr. XIX. »Bao. p. 73- 








3028 Hochafrika. IV. Abſchu. 6-25. 


‚Die Afhantees, von dieſen verſchieden, hält Bowbich 
die gebildeten Aethiepen *) bei Herodot unb Diobor, bie 
gyptiſchen Coloniſten gegen Weſt gebrängt, don ihnen ſolche 

r 


‚Kenntniffe und Gebräuche annahmen, die uns jett an bı 
von Buinea in Verwundrung fegen. Gine zweite Berb 
durch Ptolemäus Euergetes, habe fie, noch weiter gegen I 
flen gefhoben, und mit andern Völkern die früherbin mi 
mittelländifhen Meere wohnten, feyen fie wohl nadma 
durch Carthagiſche Erpebitionen, immer weiter lanbeinw 
drängt worden, und, nad) dem Untergange Sarthagos ſelbſt, 
feiner Bervohner an ben Niger gezogen. Hiermit flimme d 
‚titär verfhiebener Voikernamen, in ber Nachbarſchaft der 
ger, mit andern im Süben bes Riger, mie. fie Buͤache b 
Karte zum Ptolemäus angegeben **) überein. So 3. 
Mimakti, bei Prolemäus menig füblid von Zripoli, u 
wieder im Weften des neuern Yarriba; die Rabathra 
Broiemäus hinter Algier, und dann wicher wo jeht Dabon 

olepes im heutigen Gebiet von Tripoli, und bann wi 
das Regerreih Culla; die Blemmyes an drei Drten, 4 
bifhen Wolf bei Rees Ageeg, an “er Dftgrenze Abyifinie: 
im &üden einer Linie etwas oberhalb ber Barapanenftrı 
Loango nad Niemeamay u. a. m. Gben To liegt an be 
grenze ber Aſhantee ein Königreih Zalima, unb (nad b 
nuferiptfarten weldye bie Mohren in Goomaffie abgaben) e 
tes Takima zwiſchen Zombuctu und Fezzan. 
Cornelius Balbus, bes Eroberer von Barama 
damus (Bezzan) Erpebition zum Niger, der einige Zeit «a 
noͤrdlichem Ufer binziehen mochte (mo jest bie Reiche 
Yaoora, Zillani) hat, nah Bowdich Dafürhalten, fider ı 
dortigen Urvölker zerftört und ihr Borträden zur Gäbf 
Niger bewirkt. Unb fon vor ihm, trug wohl Suei 
Paulinus, der da burdaog, wo Mungo Park bie Dı 
Niger zu finden glaubte, im Lande ber Perofi, nah Pi 
swifhen dem Gambia und der Küfte, gewiß auch zu biefe 
dären Wanderungen ber Mittelafrilanifchen Volker gegen 
ften Bieles bei. Die Wüfte Sahara bot bamals, wie mı 
mehr gangbare Landwege bar, als man gewöhnlih auf 
vorzeihnet, wie fi aus Scotts Wüftenreife zum See Di 
giebt. (f. unten bei Rigerftrom). 

- Auf dieſe Weife konnten au Aegyptifhe Ylüchtlinge 
thiopiſchen Völkern allmählig zum Lande der Afbantee’s fo 
auf Ähnliche Weiſe, wie es mit ben Xrabern gegangen ift, 
Borgänger ebenfall6 immer weiter gegen S. 8. fortbräng 
ten. Die Traditionen von ten Wanderungen ber Aſhant 
Abyffinifhen Sitten und deren Vermiſchung mit Aegpptif 
braͤuchen, beftätigen Bowdich diefe Hypotheſe SL 

Auch die Araber, bie fih zu Plinius und König Tube 
von Syene bis Meroe feftfegten, find feitbem weiter in At 
vorgerüdt, bis Bornu, und biefer Fortſchritt muß eben 





)a.0.D. ®.75 *) Versi. Mithribates 3. Th. 
... @. 139. ***) Journ. of Science a. a. D. ©. 77. 


Eaad, Dirnen land der Üffeniter. Bap 
nancher Aethiopiſchen und Negerodlker beigetragen 
ander Niätägnptifhe ber 3* ber Aſhanteec, 



















Kr Sq it Bowbid, Bir 
reben.laffen, für Ninifch, Anderes aber für 
‚das er von ben Garthagiihen Golonien ableitet bie 
Meinung unter ihnen im Güben des Niger einfk 
baben mögen. 3. B. ber Gebrauch ber. Libation bei 
ters bei allen Gelegenheiten, nicht bloß bei. Opfern, 
bei ben alten Garthagern und Trojanern, en fo- 
ıpfer bei Phöniciern und Afhantees, bie auch bas 
‚und ber Zauberbienft infpitirter, rafender Pries 
D jentees foRen, nad Bowdich, den Aegyptiſchen Abers 
in, monde Belege und Gebräude reiner, unter 9— mufber 
rund erhalten haben, als bie Nethiopifchen .Nadbarn ber 
— —— Pe ze ehe je mit 
XR ei au en en. endes 
de Hauptpuncte, erfklid, Er — mit den 
vi überein; — — we 
a limmen, wohl aber mit den Bitten ber alten er, 
‚$robot und Dioder. + i ae 


„de der. Afhantee fpriht nur durch feine Minifter, 
1 — F — neh unfihtbar für feine 
lfertfonen; mur mit feinen Hausgenojfen lebend, ift er ben Ue: 
Mn feines Volkes faft unbelannt, Cs ift Hochberrath ſich auf 
‚Rönigofig zu fegen. Er vertheilt goldne Ketten, Galsr 
Ghwerter. Der Thron ift in der Familie erblih, nah 
“nie in Abyffinien. Allen Rönigenamen wirb bie Würde Gat 
‚304 (f. oben ©, 223) vorgefeßt, wie bei den Abyffiniern unb 
em, wo cd fo viel als Ghah, König, heißt. Der König ber 
inter hat eine Leibwache von Sclaven um fih, wie in Abyfs 
Mm. Die Afbantees fehten nad Sonnenuntergäng nicht mehr, 
wie bie Fegypter e& auch nicht thaten, Dem Urtheile- 
it bei ihnen fogleich bie Hintichtung. Heirathagebräuche 
dei Abyffiniern und Xfhantees biefeiben. Befchmeibung ift 
ihelich in Abyffinien wwie bei den Afhanter, ine Tradition 
EBalkis, Königinn von Saaba (Sheba) iſt bei ben Afhantee's, 
4 dotqhiſons Setunbigung, wie im Orient, 


Als Weberbleibfel Aegyptiſcher Sitten bei ben Afhanteers ſucht 
Mebich folgende auf: eher man aus den en Gräbern: 
iteee Goldſtaub und Slascoralten ans, wie in ben Ars 

m Gatacomb Die Glasbereitung verftehen aber gegen: 

ktig bie Afhanteı nicht. Diefe Glascoralfen könnten von 
Efugiefen feyn,. aber aud viel Alter, von Phöniciern, da fie 
d im Gühen am Sigerufer häufig gefunden werden. Die 
lamtee Männer weben ihre Zeuge; fie haben eine alte Mufit 
b Beichenbegängniffe die, beide Argnptifher Art feym follen, 
He Anfläger werden bei ihnen beftraft, gleih den Schuldigen. 
e een mit Fremden nit. Die Ajhantee'6 eſſen, wie bie Je⸗ 
ster, auf der Straße; fie laffen zum Krauer ihr Haar wachen, 
rjene. Weiß iR eine heilige Farbe bei den Afhantee's wie in 
sypten, iR eud bie Barbe ihrer detiſche. Gracobile find Heilig 











sso SHocaftila. IV. Abſchn. S. 15. 


bei beiden, fo auch mehrere andere Thiere. Die Werd 
fer Thiere ift an gewiſſe Kamilien gebunden. 

Auh viele Eigenthuͤmlichkeiten haben die Afhanteei 
Hebraͤern *) gemein, wie 3. B. bie Gintheilung in zwölf 

Hiernach hätte Aegypten nicht bloß auf Abyſſinier 
auh auf andere Binnenodfler Afritas im Welten zurh 
und es blieben hiervon vielleicht noch mehr Spuren im 3 
entdecken uͤbrig. Im Norboften von Goomaffie, auf d 
von de zum Niger nad Gaflina, liegt bie fehr gro 
Dagwumba (Degembah ber XAelteren) mit dem S 
großen Dralels, deffen genauere Kenntniß wichtig zu 
rung bes Innern ſeyn wärbe, ba bier augleid ein Haup 
rium °*) für alle Lanbfchaften Mittelafrikas if. Mr. 
der als Refident in Goomaſſie zurädgeblieben projectii 
eine Entbedungsreife. 

Genauere Beobachtungen im Innern Afrikas, bie: 
erfte noch abzumarten haben, werben allerdings erft no 
ſeyn, um dieſe intereffante Hypotheſe au beftätigen 0 
leichten Bau zu zerftören. 


‚ . Anmertung 2. Banbelsflationen, von Eoı 
aus, nah dem Innern, aufber Strafe nad 
und nah Tombuctu. 

Soomaffie im Lande ber Afbantee, ale Mittel 
eines wichtigen Binnenhandels zum Küftenhanhel ins ' 
ift augleih der Sammelplatz vieler Reifenden, welche hieh 
bringen können, aus den fernften Provinzen Mittelafrika' 
ergiebt fi aus ber großen Menge von Beriäten, welı 
did, der mit unermädetem Kleiße fie. bort während feines 
Yaltes fammelte, wmitgetheilt hat ***). Da fie aber ı 
Drientirung,, und in fehr unbeflimmten Ausdruͤcken abgef 
und felbft öfter mit einander und mit andern im Wib 
ftehen, fo gebt nod wenig Gewinn baraus für die Erdkt 
vor, und fie find nur ale [häybare Kingerzeige zu betracht 
ber hier, nur als Anmerkung, einige ber Notizen bie zuı 
Amgebungen das Afbanteeland bis zum Niger bin’ betreffe 
von biefem Strom gefagt ift wirb weiter unten, an fein: 
berädfihtigt werden, 

Soomaffie liegt unter 6 Er. 34 Win. so Ser. N. 
2 Gr. ıı. Din. W. k. v. Gr.; von biefer volfteichen He 
mit einem fehr' glängenden Hofſtaat und widhtigen Hande 
Laufen 9 Hauptſtraßen aus nad allen Weltgegenden, gro 
bie nah Dwabin, Akim, Affin, Warſaw, Bamı 
to, Daboia und Sallagha führen, lauter bedeuten 
vinzen, welche das Reich ber Aſhantees umlagern. 

1. Gegen R.W. von Goomaffie liegt Tafoo +) u 
lich eine Stadt ber Inta (ſprich Neta), welche den Aſhe 
terworfen ift; benn ba biefe auswanderten, unterwarfe 
mehrere SIntabiftricte, von denen biefer die Rorbgrenze ihı 





) Journal of Science a, a. D. &. 85. **) Bowedi 
sion p. 178 und 455. ***) Bowdich Mission P. I 
Geography p. ı62—204. +) Bowdich Mission p 


— —— u 





Des aber io Volt, prallen zwei großen Stroͤmen; 
hr dort Mdirei heit, und en eufafrem moK 
din öflicher Buflup des Ski Wolta zu fern eben fo 
ind seifenb woie-er, bei Dbenter fi in -ihn ergieft. 
—— ein — hehe ', das als Schar 
Magda Beste rd. 2. —— FR A * 
1 
F A une — HE 


von Arte, auf der großen Handelt 

RG oomafl ee Beate um gerkrom 

1} Busst, Rune u. 4) A wit der Hei —* 
Eanl 






Yen im BO, — eig ders * 
*22 8 Pe [3 Acer fon “a 


? "als Goomeffle, und ihr König von den Muhamebar 

5 Deren fi} fehr viele dort angefiebelt haben. Ber 

1. Jat_ boher — längk den — als GShdgrenge übers 

o daher Dee aus fon von Lucas ein mahor 

tabt Yahndi oder Dagmumba 

Saite ſeyn, weide der Handel bringt. 

innern ——ã Afeitas ſirbmen da zur 

„wo auch große Heerden von Kindvieh, 

andern an Gegenftand bes Handels find. Bom 
Rt. 


diefes Mei folgt im R. O., wo überall offenes Land, 
arem genenat wich, Liegt, eine Meihe anderer Könige 
——— 
Ins Meium von Dagwımba eigentlich, bis zum —X 


Im Merben von de liegt dea⸗ Reich Fobee, auf ber Straße 
* 2 Zinnie im R. Sſteſt daran das Land der 
— ‚non einem riegervoe bewohnt. Einige Tagereifen 
‘m M. HegtGalanna **®) ivermutpli Galanfhee bei Im ⸗ 
) eine fehr große Stadt, und GEmporium, wie Yahndi, am 
mes Berges, her [62 *8 an Eifen #, = zn Ei 
-WBerfoigt man m weiter . O. fo führt 
sum Miger und nad Houfla, ee 


—A 
HER 
* 


ser 


dich Mission HR „„„zBowäich Mission p. 178. 


1 





55. Hochafrika. IV. Abſchu. F. 15. 


5. Gegen Rorden, die Tombuctuſtraße, über 

Konggebirge nah Jinnie am Nigerſtrom ). 9 

Weg, welcher nad Tombuctu von Coomaſſie aus, gerabe g 

Rorden führe, ift von ben Handelsleuten, welche insgeſammt 

hamedaner zu feyn ſcheinen n weit weniger befudt als ber 
a 


gegen N.D. über Dagwumba (Degomba) nad Houſſa. Bier 
größerer Reihthum ſeyn. Die Völker auf jener Strafe zum AM 
ebirge find dagegen weniger civilifirt, nicht fo banbeltzek: 
rmer, baber weniger befudht. 
Rad den erfien 12 Tagereiſen von Goomaffie kommt 
nah Buntooloo;z 7 Tagereifen gegen Norden weiter, feh@ 
über einen Grenzftrom des Afhanteereiches der gegen Welt 
an 10 Minuten breit ift und bei den Mohren Zamma hi 
den Aſhantees Eoom’bo. Won biefen Iegtern fo viel ihrer | 
did, Eennen lernte, hatte ſich Feiner jenfeit über biefen Strom 
aus gewagt. 5 Kagereifen jenfeit des Stroms, erhebt ſuich 
Gebirge Kong, und das gleihnamige Reid. Der hohe Rh 
deſſen Haupiitadt, Heißt Zeolile:feena; ein kleiner 
Zagereifen weiter heißt Woora. 

Die Bewohner dieſes Landes find Tange nicht To reich ald 
Afbantee’s; ihr Markt wird mit Waaren von Houſſa verſch 
Das Land ift fehr volkreich, hat viel Pfetbe und täglich wer 
bier Elephanten erlegt. 7 Zagereifen braucht man von Kong. 
das Gebirge Koon⸗koori zu paſſiren. Bon hier werben bie. 
ſten Sclaven zu den Aſhantee's gebracht, ba. biefe auf dem Diet 
in Goomaflie Dunkos oder Dunkoers genannt werben, ſe 
man bieß für den @igennamen aller Völker jenfeit ber X 
grenze gehalten. Aber es ift durchaus Fein kandes⸗ oder Mi 
name, fondern ein Appellativ für die rohern, nicht zu ben 
gehörigen Völker des Binnenlanbes, und heißt fo viel, im 
der Afbantee, als Barbar, Eben dieſe find leicht erfem 
durc die Hauteinfchnitte die ihnen ſelbſt und ihren Nahbau 
Unterfcheidbungszeichen bienen. So hat bas Landvolk von Dagwn 
jeder drei leichte Schnitte auf jedem Backenknochen, brei unter 
and einen horisontalen unter jedem Auge. Die von Yahnbi, 
ben brei tiefe lange Schnitte. Die von Mofee, drei fehr tiefe 
lange und noch einen unter bem Auge. Die von Bornu, 9 
viele Schnitte in der Stirne; bie von Marroma alles 
kleiner Schnitte über den ganzen Leib; die in Fobee, Gala 
u. a, haben ein Loch durch das Nafenbein gebohrt. Die Ciuſch 
werden in der Kindheit gemacht und fetiſchete ober bezaul 
Klüffigfeiten in die Wunbe hineingeträufelt, um das Kind 
zu fichern, gleichſam ſchußfeſt zu maden. Alle dieſe fo beze 
xoben Neger geben, unter dem Namen Duntos, auf die € 
venmaͤrkte ber Afhantee's und ber Guineakuͤſte. 9 Tagereiſe 
Norden von der genannten, wilden Bebirgspaffage über based 
gebirge, beginnt wieber eine fehr volkreiche Landſchaft, Kay 
mit einer Hauptſtadt beffelben Namens. 3 Zagereifen u 
paffirt man den hohen Berg Seboopoo und einen ſehr bı 
Klug, um in das Land Kyree zu fommen, Diefer Weg ift u 


—————— nnd 


*) Bowdich Mission p 181. 


NDeſtiaud, Sierra Leouc. u : 
ernölker fehr aeführig, 

hat mödtige Reid G ar ⸗ o on di Te Hy 

Mag in Netaguolia, refbist, jereifen weiter 

— in dab "Königreich Doowarer befien @inwohner 
Adırbau treiben auf eine rochen (Erbe; in ber 

— ELTERN 0 oder Birzafoo (ob eine 

nn 2% 5 Zagereifen im R. —* De Tommt 


IF A (he Senn u Semi Bu, ei —ã* 37 —E 






Erläuterung 4. Gap Sierra Leona. 


den -begeichnenden Namen, und 
wg bie Je der Trovadoa aber 


GB 
—8 Seiten im R. Lu rad I. Balz 
RT äft noch. immer —8 jap Bars 
and landeinmärts bis Rokani in die nbrhligere 
is Rio Nunez 7), auf Üfern das flache Land 
Bin vn 'ım Mio Grande und bie beginnt. Gegen 
aber fälle die hohe Gierea in das flage Küfenland, 

— ab, welches gegen bas Gap Palmas 


— bleibt es zu bemerken, ba; lanb 
— Sierra Leona —— as 5 & 30 Pin. Gasen 2) nie 
der Sergterraſſe von * — 
—— — Güpbreite) PA irgen Kon kommt. 
wie von hier wenig Ken: 


J i f 
ee — Ferm, — 
über das Veathtie für bie Fr Ver — nee 
a diefes —E 


** Mission p. 181, 184, 411. 22 Wadaröm Plan 
ri free community at Sierra Leone. us 

—— Cadamosto und Labat Relar. de ’Mthio- 

T. As a ) Th. Winterbottom 

57 ar the native the neighbourhood 

ot 

ver African Memgzanda, pı 354 - 








534 Hochafrika. IV, Abſchu. &ıs. 


ihres eteln, uneigennügigen ne Sr 
Sharp, ihre enthuſiaſtiſchen @. 1 
fitöm, 95. —— 2. . Bat 


terbottom u. v. a., werden mit dem eines 
foree die unperpestih feyn, wenn in ber nen 
id auch ba Betrug und Deuchelei unter bee. Sum 
Hals e einer Afrikaniſchen Zuflitution eingeſchlich 


oſſten: 
ter“ nmert. Berg⸗Neger, Strand. Rıger. 
fagt Uns die Geſchichte, daß die Negeroöller aus bem inı 
Iande immer weiter var: gegen bie Küftenlänber 
ſelbſt bie ältern Bewohner theils ſich unterwerfen, all 
aus den Sande ade, © ober bie wenigen Reſte ber #6ı 
ven auf bie äußsıfken Wergebirge und Infelgruppen ver 
8 na eierro * wehnen 3 — 20°), 
errn des Lan egt nur no —— rigen F 
Häumen; bie FR Simmaneee, va 
fer Küfte, kamen aus dem Hochlanbe ab air —* 
Bulloino (wenn? iſt undekannt). Jett nehmen ſle 
Staͤmme; Die s · vnd Krangos, bie 
Eeiches lhatten nerdınärtä von @ierra Be 
den io Brande, bie aͤltern Küftenneger, bie Bi 
— be Landes; fie, friskiiche Negervbiker, nazdeı 
ufu (Sooſoo) Regern, einem Stamme ber Yuhlas ı 
Fer Andi auf wenige- Dörfer umb bie Islss de Los (Le 
Aber amd bie Sooſoos ſind nicht in ruhigem Beſi 
benz ſchon find ſie feit etwa Bo sr von Manbingor 
dee ſich als und maͤchtiges z angeſehenes ze 
ge nt edlich als — niederlaſſen, im 
und aus ihren erſten Sitzen verbri 
ve. er hie Mondingoterra e.) 
Achnlihes Vorruͤcken der Völker vom Hochlande zu 
crraffe ‚zeigt 16 zund um dieſen Berfprung nad Beil, 
her —— owmet bie außerordentliche Nenge Heiner, 
ander durchaus verfchiebener Bolker im Mörperbau, ir 
und Eedensart, wetche alle diejenigen, welche diefe AUf 
an — Gambiafſſtuß beſucht haben, in gerechtes 
egten ++). 
den Arbeiten eines Afgelius, mn u 
Pepe deren Rrfultate aus dem 
an ee 


ergeben taschen von biefer we 
nie keine wei ber ante über bas innere A 


6, Wıadeztm Essay om Colomisat. IL. p3 293, 220. 
can Memeraında relative to a brittish  settlomer 
Bla Pi Bulsma w eultivar. and Arie. Slave 

«ver. Lond. ı ö ne 

Fer of Bierza-Leone. T. I. p # Wiınu 

a. —— 6. V &. Bet vide 2——— 
Beaver Afzican Memozanda. pı 319 







5 1% et an das 

underis er: te vom 'hreem 

* einer ae Getenfatien ver Rs 

f twarf Dr. H. Smeathman im 
185 einen — — in Drirfen an De. Knwies 
sung für bie Dwafers, bie in einer Stunde 

a allererft — — ige —** 

von der —— diung deu: 


— — 
ie 
ein. din. Indeß waren, während des 5 Amerikas 
hr —* erſelaben frei geworben; ein Theil 
ffen aeı ‚ine alten Herren und 
It ju der Enalifchen Eh Sahne ee, wo Regerregi⸗ 
fi bilderen. Ein andrer Theil mußte feit 1785 
fe Royaliſtiſch mnten, Se A weißen Herrn 
Freiſtaat verlaffen, und biefen warden die 
feln und Reuſchottland, als Aſyl augewieſen. 
imelten nu viele diefer Hülflofen als 558 und 
a Art, im Enzland an, und wurden 
Londen zur Lafl. Es bildete 
ittee u Unterflügung, an deren a BE 
tanvilte Sharp fanden. 
äle Dr. Smeathman den Plan einer et e 
HiMeger auf un: ——— w te 
ie Vorſchi ', und fammelte al 
* — Neger, die bisher in a 
getrieben: Hatten, aber ausgemantzre waren. 
1787 murbew deren, 400 Neger und. 60 Weiße 
viele fQlehte —— mit’ Proviant und 
he) h; und bie Bei dev veuen 
Ten Rai nn —* — PR. few 88 
Li aimbanna ml en 
von zwei Deutfjen Quadratmeiles (20 Fr 
'@, H. Murray in Dr. Leydens Historie, Acsount of 
Dieser. Wei. Ui chapı IV. p, 256-208. 












e —— 
x tn — ee 
3 





- ” 
— 
- 


336 | Hochafrika. IV. Abſchu. $. 15. 


Miles) zu dem neuen Etabliffement ab, vertheilte 
durch Loofe an die Goloniften unter ber 
jöhelt en Grundzinſes, erbaute ein Waarenhaus 

bee Krankheit, Faulheit, Schlechtigkeit der Anftel 
berte das Gedeihen; felbft das Hättenbauen gegen 
He bee naſſen Jahrszeit war ihnen zu 8. 
ſchon Mitte September deſſelben Jahrs war die 

flanzer auf 276 herabgeſunken. Endlich, wach Abf 

nglifchen Proviantſchiffe, wurden bie Zurfdbleibe 
Arbeit gezwungen, mußten Korn und Reif zur Gel 
sung bauen; bie Kranken wurben wieder gefund, 
Saulßeit blieb in der Golonie gurüd, umb bie ı 
nachdem fie ihre neue Habe und Waffen verkauft, 
Gelbſete in Branntwein buechgebracht wanbei 
‚in die benachbarten Gclavenfactoreien. Im Jahr ı 
nichtete und verbrannte der Weberfall eines. Afri 
benacgbarten Oberhauptes, um fich wegen mancher 
zeien ber Goloniften gu rächen, auch noch bie ne 
bäude, und die wenigen Reſte der Colonie rette 
fromauf, auf bie Infel Bance, gu einem Negerfh 
ich ihrer erbarmte. : 

iefe fammelte einige Jahre barauf, Falcoy 

zue Wicderherftellung der verunglädten Golonie, i 


3791. 

"0 Derfelbe an den Negerfürften gurüdgefallene | 
won Gierra Leone, mußte zum gweitenmale echan 
den, und bie neue Anlage warb gu Granville's A 
macht, in einiger Entfernung von den Ruinen u 
Town, Freiftabt, ber erſten Anlage Bu glei 
conflituirte ih, unter dem Gchuge bes PDarlamser 
den binherigen Unternehmern die Sierra Leon 
pyagnie, auf 3ı Jahre vom 1. Sul. 1791: au, 
fland aus 13 Bliedern, bie unter den Sclar 
abſchworen. Die Regierung überließ ihr ben | 
San Reich und bis dahin den ausfehliehlid 
biefer 8 fie. Sogleich ſchickte die Compagnie 6 
mit Lebensbedürfniſſen, Handelsartikeln, mit Dani 
Soldaten zum Schutz und neuen Goloniften ab. 
royaliſtiſchen Neger auf den-Babamainfeln und 
ſchottiand, wider bas Geſetz, dort, von neuem in ( 
geraten waren, unb bas alifhe Gouvernement 1 
antiefen, erhielt Gapitein Elartfon den Auftrag; 
gufeisdenen an Bord zu nehmen und in ihre Heim 

frika zurädzuführen. So erhielt im Jahr 1798 
die Golonie einen wichtigen Zuwachs von 1200 | 
Die Ditection derfelben ward ſehr chätig, vergrd 
Gapital durch Subſcription, fandte immer mehr Wi 
dahin, befücderte den einheimniſchen Handel umd fü 


Weſtrend, Sierra Seo. der 


Elabliffemnenes auch durch wilfenfenftlige Unten - 
—— Zwei nordiſche Naturfi ee 
de Wire, und Afzelius See 
— der Ge, m 4 
—* de F 66 
ol —— efidenz des Neg 
1, wo er bald am Fieber, zu Port Loge 
Binde bie 4 Kan t no, 
licum vorenthalten find, 
3% Lage von Free: Komm wurde wieber, als“ De 
ur Stadt, gewäh! he; I ee der unfrucht 

Ran! — F —A DEN ataeliheit bee 3* — 
3 artfon di 

An — I öffentlichen eheiten Di 
Se laufende Berichte in die 5* erftättete 

im Afrika fon fo tiel Anfehn verſchaffte, daß 
merffamkeit ihrer Nachbarftaaten erregte,. Pi von 

Seiten —— ber Negerfürkten aus Ye 
bes Landes erhielt. - 
U September, 1794 drohete ein En Unpfä der 
den Untergang, als Franzöfifce Gaprt, gegen 
ker — und ihre Fattorelen er e 
ſchen Küfte Ereuzten, biefes neue Etabliſſement übers 
wspländerten and derbrannten. 

: Committee ließ fi durch. dieſe Hinderniffe nie 
ı von der Sortfegung idrer Antesfiätungen, ie 
mehrere Agenten aus, zu den Nachdarn nad ber 

a6, zum Gamarancasfluß, zu den Plantains 
am, um freundſchaftliche Wer! —* mit den 

—5 enzufnüpfen und Voruriheile und Ver—⸗ 
gen zu ten, welche die Sclavenhändler gegen 
[3 — verbreiteten. Es gelang mange ber ins 

a Imme, welche um Sierra Leone woh: 


55* war 0: (iR ‘in der messer ef eine neue Golos 
en, auf der fehr fendptbaren aber niebrig: 
— Bulama, in ber Mündung des Ro 
ade norbwärte, die ſchon ein Jahrhundert früher 
Fraujoſen, von de Ia Brlie (1700), Demanet (1767) 
wer (1787), zu einer Anfleblung defigniet war, 
Sie fegelten nie #75 Goloniften dafin unter Ans 
alsympfe. Die Sfet wurde im Jahre 
= 2 ihrem. bisherigen Befgern, ben Königen. von Ca: - 
s den König von England Äbertragen, und Bier 
n sönkinßen Boden, Plantagen von Baummolle, 
Zaback, Indigopflanzen angelegt werden. 
Inufßeit der Goloniften hinderte auch hier bie 
———— — viele gingen sn, davon, und Mr. 





338 | Hochafrika. IV. Abſchn. 4. 15. 


Beaver, als Chef ber Colonie, blieb nur mit no 
zurück, babei 4 Weiber und 4 Kinder. Die legten 
Schwarzen (Grumettas) gingen au baven, und bi: 
lofen Cannabac's machten Ueberfälle. So wurbe Bea 
der mit bewundernswürbiger Kraft und Klugheit bas 
geleitet Satte, doch im 3.2795 gepoungen bie In 
verlaffen, und nah England zurückzuſegeln nachben 
Gumme von 10000 Pf. Gt. vergeblich ausgegeben mwı 
Auch in Schweden vereinte fich eine pallantroı 
Befelifhafe zu Norkioping „put Givilifirang Afri 
diefen Küſten. Ohne alle politifche und mercantilifi 
benabfichten, follte eine Zahl von 40 Golonifenfami 
dieſem Zwei, unter Schwediſchem Schus, ſich in 
aicberlaffen, aber unabhängig von Guropäifdem € 
Kriege binderten die Ausführung, aber zur vorläufigen 
der Miederloffung, machten Wadfeöm, Gparrı 
und Archenius ihre BMeifen (1787) und fehluger 
Derd, dann aber Cap Monte unter 7 Br. so Mi 
Br., und Cap Mefurado, als die beflen Orte ber 
Golonifation ver. Cap Monte, als ein parabiefifch 
fertes Wiefenland voll Bäche und Quellen, wo Reis, 
Dirfe in Ueberfluß gedeihen, und Dielonen, Mandeln, 
gen, Dalmen, 

Dos Cap Mefurabo, nur 16 Geemeilen fü' 
ift ein eingelner Berg gegen ben Dcean unter 6 Gr. 3, 
N. Br. mit einer GSteilfeite zum Meere und frucht 
Senkung gegen das Binnenland, bewohnt von ein 
men aber rechtlichen und tapfern Negervolte, das ſeh 
zeich, aber bisher ohne Theil am Sclavenhandel 
war. Der Mefuradefluß komme weit ber aus bem 
nach dem Ausdrud der Neger aus Alam, d. B. azı 
Lande Bottes. Am Fuß des Cap Mefurado babe 
die Engländer eine Anfiedlung, Kings: Zomwn, m 
nig Palmen und Bananenpflangungen, we etwas E 
ſcheholz gefhlagen und Elfenbein eingehandelt wirb. 

Ungeachtet bamals auch aus diefer Unternehmung ! 
Ernfllides wurde, und ben neuen Anfieblungen ai 
fen Weſtküſten die größten Schwierigkeiten fi) en 
ſtellten, fiegte doch die Beharrlichkeit ber Europäei 

Die Lage von Gierra Leone war glücklich ge 
unb das dortige Clima ſehr gefund für feine Wene 
daher ſammelten fih immer wieder neue Goloniften, 
bie Noth lehrte enbli arbeiten. Nach ben legten Ber 


*) ©. Capt. Ph. Beaver African Memoranda relativi 
brittieh Setilement on tlie Island of Bulama, Lc 
1805. 4. 


E Sen, Sierrg Beoug. E77) 


it find gegenwärtig bort, bot Ion. y 
N und —— —3* 8 
dort feine Plantagen angelegt und im 

Die Stadt hat, nebſt ber Umgegend, 

8 it nen. zee:Zomn mit eis 
enplaße, bat 400 ifer und 1700 Eins 

nad der Bell: Lancaſterſchen Me: 





4 Säulen, 
oo Schülern (im I. 1818), davon fünf Sehe» 
‚bie erit als Selauen Iosgefauft worden. Kin: 
ie ten barin Unterriht. Die Kirde 
gebaut, di biefer Art in Weftafrika, die 
— liebhabertheater, eine Gas 
erbaut, ‚Die Stroßdächer von 26 fern 
eines ber 5 Johre in Schindeldacher vers - 
harden, und zwei Drittbeile diefer Hänfer gehören 
Negern. Dagegen baben die brfreiten Neger 
land, bisher, ihre Wohnungen fehr vernach⸗ 
d in den zwei langen Straßen aus Häufern mit 
melde fie bewohnen, And bisher unter bem 
tünften, melde feit 2820 die Stadt in Gefahe 
fünfe ausgebrodgen. ' 
der erften Freiſtatt auf ber Infel Bance, wohin 
Imiften 1789 geflohen waren, iſt feirdem auch eim 
Wollen entftanden, welcher durch feine günftige 
it alle andern Niederloffungen der Europäer an 
übe Afrita’s, nach den Berichten ber Committee, 
er Die Infel liege 3 geogr. Meilen den Fluß 
felbft eine Stunde lang, überall 200 Fuß Über 
l erhaben, hat die angenehmfte Lage in einer 
Sluffes, mitten in einer Gruppe Bleiner, 
feln. Sie ift erſt meilenweit vom Walde ums 
ihre Lage fehr gefund, und der Seewind eben 
und frifch wie bei Sierra Leona. in Fort iſt 
jem Ende der Inſel erbaut, das von einer Bat: 
15 Kanonen vertheidige wird, und beträdtlide 
bat, mit einer fpönen Wohnung für ben Aigen 
mmittee, Die umliegenden nfelchen gehören 
den Eigenthümern ber Jufel Dance; der ganze 
It beträgt mehrere taufend Ader. 
diefen Deten beſtehen noch mehrere andere im 
‚Sierra Leone Gompagnie: Blouceflertomn**), 
4 hit isren Kicchen; Regent: Zomn mit 1500 Eng» 
Mm Einwohnern und 1700 ehemaligen Negerfelaven, 
saten, eine Feſtung mit einer Kriegeſchule zus Er: 


 Gphem. VII. =. ©. 1] “*) Stein, Handbuh 
[2 uns Erik, 1003. vu eu ® 
2 



















340 Hochafrika. IV. Abſchn. 6.16. 


ziehung junger Afrikaner, um fle als Officiere bei Afeile 
En euppen anzuftellen, mit Engliſchen Lehrern. u 
J. 1809 wurde eine neue Stadt Kings: Town angelegt 
Am Buße bes Gebirgs Leiceflere wurben Afrikaner va 
Stamm Bampera gu einer Niederlaffung in Leieeſter Mom 
tain bewogen. — 
Die Committee Hat Prämien auf den Anbau bes 
Mais, der Yams, Pataten gefeht; felt Auguſt 1817 . 
eine Zeitung in Gierra Leone und nach einer Angabe ul 
1819 foll Die ganze Colonie ſchon 120000 Einwohner | 
darunter mit Einfluß bes Militairs soo Weiße, in 7 
meinden. Im Jahr 1817 wurden ſchon 2990 Tonnen % 
Desproducte, wie Elfenbein, Bummicopal, Palmenäßt, 
Goidſtaub auf 17 Schiffen ausgefüßrt. . 











+ 


Drittes Kapiter. 


Nordweflider Vorfprung von Hodafelks, 
Hoi» Sudan, Ä 


6.. 16. 


Es bleibe uns nur noch der norbwefllide Bo 
des Afritanifchen Hochlandes zur genauern | 
. Kbrig, ein überaus merkwürdiger Landflrich, welcher 
den Isgten Jahrzehnden uns etwas befannter geworben 
und, wie es ſcheint, den zeinften Afrikaniſchen Typus 
Dinfige feiner ganzen Befchaffenheit aufbewahrt Hat. D 
weber fremde Cultur des Bodens, noch bes enfpen 
fremden Erdtheilen, Hat bier no Wurzel gefaßt; 
tur wie der Menſch feheinen Hier in ihrer ewig ſich 
genden Seftalt, fo weit wir gurüdbliden können, fi 
gleich geblieben zu ſeyn. Wenigftens if hier kein 
aus der Sefchichte, und kein fremder Stempel. dem 
aufgebrüdt, welder uns zu einem anbern Schluffe 
figen könnte. Erſt ber neuern Zeit"fcheint das 
ten ber mächtigften aller Gewalten, ber Religion, unb 
Bier dere Muhamedaniſchen, auch bis in biefe größte | 
und bis zu diefen Voͤlkern, deren Leben ſich unter 
dem bemußtlofen Idyllenleben noch am mehrſten n 
anzugehören. Alles andere, was wir fonft hier finden, fche 
ei zeugniß des mätterlichen Bodens zu feyn, vom UWE 
eg getragen und noch ernährt wird. on 

No unbekannt ift uns auch Hier das Innere dei 
Hochlandes, wir werden nur durch einzelne Thatfachen übe 
feinen weftlicden und nördlichen Abfall belehrt. Diefe ger 
währen uns indeß nach einer forgfältigen Wergleichung um 
ter fih und mit analogen Wildungen anderer" Bänder einigı 












¶ Wefrend, Buick; Br”. 


— —— 2 
F Ans ie (tan tue Berarain, p- 


— ober 'ein — eine 














ol die gegenfi 
re: KR jenlitäten klar zu mı elleicht 
je — gehörig vorbereitet a umher 


Pre H —55*— 
Aa 
— af . —— 


teite * 
denen Ströme un je 
— in u 55 follen, — 
n. Da alle Hauptfträme, welche mit 
2 zeichthum, das einem füßen Meere vergleichbar if, 
x ir eilen, weder In Afiem noch in Aftita von einer 
nen Bergertte herabflifen, fondern ein Hochlaud zur 
en, ohne welches bie Wafferſchäte⸗ ic 
fahe eim dem Kieflande ihre Seegen fpenden tem; 
i wohl auch bier die gamge Breite, von ber Guinea 
im * a jeigend, das umbefannte Land mit dem 
N dan oder ber Schwarzen erfüllt, wie wir 
. ‚Aenen Kann, da gerabe Hier dieſe Bejeichnung recht 


Syon ob 

fe von —8* Ir ng Bob, ae 

ip gegen Morden auf diefer waffe — 

ie duch weh —W 
wefprämglich auf (ferm nethwenlicen zu Sanfe 


bi terraſſe 
wi —— Fer 32 — — en 

und bonn “ 
en | vorfpringenden :gweiten rg 


5 Hochafrika. IV. Abſchu. $. 16. 


Erfte Unterabtheilung. 


Weſtabfall des Hochlandes von Sudan gegen bas N 
und das Kuͤſtenland. 


Erläuterung 1. Terraſſe von Keembo; Aly 
land der Fulahneger. 


Bei Cap Sierra Leona (Serra Lioa ber Portugiefff 
Entdeder )) ſtößt der Weſtrand mit feinem Abfall um 
telbar an die Meerestüfte, und bilder Bier jene hohe, fi 
oben angezeigte merkwürdige Sierra (d. i. Bebirge) I 
dem Diese. Wie das Afiatiſche Hochland bei Lens! 
und das bei Benderabaſſi und Trapezunt unmittelbar | 
Meere vortrite ale Terraffe der Mantſchuren, von Farfl 
und Armenien, und mie bas früher befchriebene Afrik 
fe, am Gap der guten Hoffnung unb an dem Kara 
paffe, als Golonieland, und als Vorterraffe bes Daß 

aſch, fo auch Hier auf Ähnliche Weife, nur im Weften, | 
andeinwänts bie Terrafle von Teembo, welde wir erfl g 
kürzlich (buch J. Watts und Winterbottom im J. 1° 
kennen lernten **). | 


Eine Linie von Gierra Leona von Süben nos 3 
ben trifft unter 12 Br. so Min. Norbbreite ben 
from an dee Stelle, wo fich in ibn ber rechte Am 
Merico ***) einmündet. Diefe Linie bezeichnet das Si 
chen einer Gebirgskette, welche das flache Land der Al 
serrafle im Welten von dem Hoclande im Oſt tra 
und 40 Lieues von ber Küfle Iandeinwärts bie größte L 
erreichen foll. 
In ber noͤrdlichen Berlängerung diefer Linie liegen 
wo fie bei Barraconda den Gambia dburdfegt, hie. u 
tichfle Stromfchnelle in dieſem Waſſerſyſtem, weil es 
Die tiefſte Felſendank queer durchbricht. Nur bis Iu Wi 
©Stromfehnelle +) iſt es Europäern möglich geweſen, 
ihren Fahrzeugen diefen Strom zu beichiffen; daher 
zaconda bier ihre Ractorei geworben. Weiter im ÖR,; 
ehe ber Bambia ven der Hochterraſſe herab, bie 
Fach parallel fireichenden Züge dieſer Grenzgeb 
durchbricht, bildet er ſehr viele, und darunter einige 
bedeutende, Cataracten. | 





%) De Barros Asia Dec. I. L. 2, c. 2. fol. 22,2. **) Wi 
ström Esssy on Colenisation. Lond. 1795. T. II. p. 
Golberry p. 327. *") Mungo Park trav. p. 354. h 

bat zugure e Relation de l’Afrique occidentale, 


pP 


in fo turpheipt der Rio Grehde, v?elqer 
Busaffe von: Errmbo emtfpeingt, mo er Dunfo Beißt 
eine geogr. Meile norbiwärts von Dir. Warte und 
Btoms Reiferoute, dieſe Gebirgstette, " und bilder einen 
| Gatsroet, 10 Fuß hob, deffen Getöfe man in En 
Keinen: Mastering Kiner nnd. ct neh ehe 
au en 
reitet aber in obgebachter Linie ebenfalls aus 
— e we ber Gumiaftom, anterfah, Bersrane, 
j wie ber 1.7 ons, um 
von Pifania. Wenn beide Grimme 
n Aectaſſe einen nördliggen Lauf haben, 
fa wenden fie fich ee * dem 
weten, in ſgorfen tin mai 
ı ©. —3 ae 8 Bene —X u 
5 andere e "), von D. 
im Meere fließen, der Rio Nunneh, Ponge, Tafali, Em 
mb Barreica, Gaffores und Logs; fle en en aber 
Veſcheinlich nicht auf der Hochterraffe vom —2 
m nur innerhalb des Mefladfale ber 
und find u. von geringerer Bedentun⸗ 
{m drei Stellen lernten wir dos Dafeyn Bieter ren 
g durch Reifende kennen, fo wie bie davon gegen 
DR bin liegende Docpterraffe. R 
=) Auffleigen von ber Käſtenterraſſe bes 
Biafars bei Cacunby nad Fabey und Teembo*) 
dem obern Laufe bes Rio Nunnez, 24 geogr. Meilen 
(19 miles) Iandeinwärts von Cacundy, führe ein Haupt: 
af, und wie es fiheint, ber beguemfte de nach Of zur 
fe von Zeembo; hier fleigen bie Fulahearavanen LH 
Hufig auf und ab, aber nicht mit teren; fonbern 
fen tragen hier die größten Dal auf dem Kopfe, 
anderthalb Gentner fchwer, des Tages zwei bis Drittes 
geogr. Meilen keit, und knüpfen fo den del der 
raffe von Zeembo mit bem flachen Lande R wie die 
ei 


NG: 


vr 















j 


tafepmt en und Butanifchen Kafkteäger in 

a —— ‚mbur, — rd, vn das ar bie 
n feon, der Hauptmarkt für Die jaren bes 
‚ zum Umtaufep gegen andere Webürfniffe, vor 
Salz und Rriegemunition. Die kurzen Zagereifen 


*) Nautical Map intended for the use of Colonial under 
tkings at Sierra Leona by C. W. Wadström. 1794 
**) Durand Voyage au Senegal. T. I. p. Golberry 
Ban —— — of Mrs. Watt and } 

m ttöm Essay. T. 11. p. 110, 4) Ph. Beaver Afsi- 
cam Memoranda, not. P. 542 J 


- 


344 Hochafrika. IV. Abſchn. 6. 16. 


(40 geogr. Meilen bis Labay oder Laby, in 16 
ührten nun auf einer Strede von etwa 25. bie 30! 
bee eine fucceffive Reihe von Süden nad Norden 
ober tweniger parallel laufender Gebirgszüge, wie bi 

acht Ströme und 11 kleinen Klüffe anzeigen, | 

auf dem Wege Überfegt werben mußten; baven 
einige als ſehr hohe, befchwerlich zu überfleigenbe 
angegeben. Ein Theil biefes Weges war am äußern 
ber Terraſſe wüſtes Land, jedoch beim Eintritt zu 
dy *) Baummollencultur, und ein Clima für ben 
baum, von bem bier a neue Species wilb wachſen. 

Iandeinwärts aber fand fich vortrefflich bebautes u 
oft fruchtbares Land. Gegen Laby, bie-Dauptflat 
ber Hocterraffe liegend, war bie vortrefflichfie Cul 

Landes; Reis, Mais, Yams, Drangen. Ueberall a 

ganıen Wege Reichthum an Vich, Nahrung von Bi) 
utter. 

Laby mit Sooo Einwohnern, Teembo 7 Kagereif 
ter im Oſten (15 geogr. Meilen; nad ber Karte < 
&.) mit 7000 Einwohnern, find die beiden Haı 
Sie liegen auf flachen Hocebenen, auf welchen heif 
sage, oft fehr kühle Morgen und Abende, und Öfl 
Palte Nächte (wie in Pefchaver, Kabul und Kanbapı 
Hocßperfien) eintreten, zumal bei Oſtwind »). Da 
mometer fand bei Laby den zuften Februar Mitt 

o Gr. Fahrenh. (d. i. 253 Grad Reaumur); am ! 
* 5 Uhr nur auf 51 Grad Fahrenh. (83 Grad MR 
a bel Megenftürmen fiel am ııten und ısten Mär 
ben Jahres, unter 10 Grad Mordbreite, das Thern 
einmal auf 11 Grad, das zweitemal auf g Brad 8 
(5 und 4 Grad Reaumur). Dieb zeigt binlänglich, 
Meifenden Watt und Winterbottom, auf der Zerrc 
Teembo fich zu einer bedeutenden Höbe erhoben bat 
wohl nicht geringer als die bes Habeffinifchen Alpe 
ſeyn mog. Dieß Clima voll Gontrafte, ohne den C 
des einförmigen Zropenclimas der Küfte, iſt fehe gef 
der Menfchen. 

b) QAuffteigen von der Küſtenterra 
Suſis (Soozees), ober von dem Strande nordw 
Sierra Leona Über Bareira, Tambacouria und Dye 
aut Terraſſe von Teembo »*). Diefen Weg nahı 

eifenden zur Rückkehr; fie fliegen ihn alfo bera 

Er wird von ihnen befehwerlicher und gefährlicher 
bert als ber vorige; wahrfcheinlich weil biefer Paß | 


#%) Beaver African Memorandı. p. ur) Wadı 
, D. *") Wadström p. ri 3 4 " 


A Me; Feiah: 846 
mie Worgmegren von den Rüßewegern. fehbüg 


— 

t gleichartiges en von Ge 

ten, und Dürchfegen von Thalern, De ale non Gh» 
Norden laufen; und die —8 hohe Sebirgo⸗⸗· 
Nyingia feheint bie ganze Breite des "gebirgii 

li is Grenggebirgslandes zu. bezeichnen, der nie 
fengebirge, fonderm ein ganzes Syßem parallel 

Orbirgstetten zw ſeyn ſcheiat, as bis 50 geogr, 


Diefer Daß zur Zremboterraffe, welcher Durch bie ans 
ten Meifenden,. und einem von ihnen mit deu Con 
(6; die eine non den Fulahs verſchiedene Sprache re⸗ 
m"), und den Fulahe gefchloffenen tat gemäß, dem 
stm Handel wieder geöffnet warb, iR aller 9 ſchein⸗ 
unter allen derjenige, welger den Curvpfern 
liptefte umd. Lürzefte Communication mit bem KR . 
dr don Sudan, oder mit dem Innern von Hodafrite 

._ Micht ohne Erfolg werden fünftige Unternehs 
1 — Leona Comgagnie in ſofern au für die 
ul jeiben. ü 
imerfung. Gufu h. Der Rame Suſu, melden bie 
Ef ad erhalten, fheint als Appelotivum mehren Mölkern 
Mlmmen; Major Houghton nannte aud das Wandingoland 
Mo md d’Anoile Sufos, 


!interuug = ALU eumbe Cimbo, Teembeo, 










Nur wenige Nachrichten erhalten wie bie jegt über 
W merkwürdige une, in wel e man 
L Beittrung und Überall gaſtfreundliche Aufnahme 
je)” Der Boden if größtentheils felfig und sroden, 
IE ſehr gut angebaut; bie größte Ausbreitui 
. icgen Alpenweiden bedeckt; Überall Rindvie 
Mferbezucht bei den Wohlhabendern, die im Küftens 
2 öllig unbekannt if. 0 auch Ueberfiuß an Maul 
u sn Soaafen, Biegen. Zwei Drittheile bes Lans 


n mer dieſes Alpenlandes, bie Fulah und 
&, haben keine Plätfpnafen wie bie Neger ber Küften: 
und zeichnen fich durch eine lichtere Jarbe aus, fo 

m dem Neger und dem Mauriſchen Araber, 

nach zu ſtehen fommen 4), daher fie J. Rennel 


Bat Diehrwa tes III. Abth. ©. 149. °") Pı dings 
I. 2.25. ...) ae m anı efüheten pr ©, — 
) a Winterbottom. Ascoums. of Biesra Leone, T. I. 
p· 288 J 





546 Hochafrika. IV. Abſchu. $. 16. 


auch für die Leucneihiopes des Ptolemäus und P 
Salten will. 

Diefe Alpenneger ſtehen in aller Hinficht weit 
ben Küftennegern; zwar mit dem Pfluge noch unbel 
bauen fie doch ihe Land durch Umgraben ſehr fleißk 
fie ſchmieden Silber und Eifen, arbeiten ſehr gierl 
Holz und Leder, und weben dichte Bee. ve Wo 
gen find nett eingerichtete Häufer. ie find Mob: 
Daner, haben Mosteen, Schulen faft in jeder Stade, 
Schriftrollen. Gclaven machen fie nur im Kriege, 
wie es fcheint, aus Roth, um Europäifche Bewehn 

ulver zu erhalten, bie ihnen unencbehrliche Waffen 

haltung ihrer Gelbfiftändigkeit geworben find. Gi 
Ien 24 verfchiedene Nationen a Machbarn Baben, um 
den Ungläubigen (Kaffern) führen fie Krieg; unb 
Diefen nur gegen fie für rechtmäßig. Das Meich bei 
nigs von Teembo fol fi 40 geogr. Meilen von © 
nach Norden, und 70 von Weſten nach Oſten Bin erfle 

Auf ber Terraſſe von Teembo ift Silber und 
in großer Menge (ironstone) und ven vorzäglichfier 
aber Bein Gold; dieſes wird aus einee Lanbfchaft, 7 | 
zeifen im Dften von Teembo, Bouriah, gebracht, m 
wohl diefelbe if, die Mungo Park auf feiner Reife 9 
nennen hörte ). 

Bon Teembo aus find 30 Tagereiſen Über Belia, 
riah (Boori bei M. Part), Manda (Wandinge bei | 
nah Segu zum Nigerfitom. 


Erläuterung 3. Nördlihftier Saum der Gı 
gebirgstette gegen den Sambia am Neri 
fluffe durch Tenda und Neola nach Ofen 


Mur duch Mungo Parks Rückreiſe aus dem J 
von Afrika, nämlich vom obern Laufe bes Niger uml 
negal na Barraconda am Sambia, erhalten wir im 
gen Worten bie erſte Beſtimmung über diefe Gegend. 

Er war lange von Often nach Wellen unter 12 
Mordbreite durch Wildniffe in einem walbigen Do 

ereifet, aus den Jallonkadu⸗-Wildniſſen durch die 
aaten Gatadu, Neola nah Tenda zum Neritefluffe. 

An Satadu trat er aus den Walbungen des WE 
landes (Tenda Wildernels) heraus, in eine andere! 
ſchaft, und Hier verſchwand bei Tambacunda, auf der 
ferfcheide gwifhen dem oben Faleme und Gambia 


7) Afzelins to the Sierra Leona Comp. in ] 
2793. ”*) M, Park travels in Rennell Appendix p 


de 2ER! galab re 


erbaumm (Schen toui ; 
en — —— ——30 
| B es 0. «8 von Ya 
Memtmuhe. Gier abet zeite fi) die Mrfneräge bes 


hbuums *). 
Waterhin ®. flanden wieder Fulahdörfer vud 
die, da — * Mandingoſtãdte are 
im WB, als die Megercaravane zum Reritefl 
(Mi, und über biefen gefeht hatte, - tiefen die € 
ken freudig aus: nun ſey weg in 4 
u") (Drcibent) eingetreten (land of the setting eun). 
he wor man immerfort (Monate lang) durch fell 
üenden gejogen; Hier war das Land ehem; 
Jiben Eh und Sand. Rus a ü 
baum verloren, es zeigten fich auf den Bäumen 
eflm Affen (monkeys), bie hier eben fo wenig Me 
ler Hodpter: zu bewohnen feinen, wie in I. 
ihnen erfdienen am Blachufer des Neriko, bie « 
i6oa), welche der Hoctereoffe fehlen und gegch 
legt tmter dem Paß von Kamalia, bei ber Gerade 
(b. n Stadt 8* ec eng jös 
du ommen einen . t eginn 
Banane Land mit der Ebene Kumbi Zutile 
Kombi Toorila) am Genegalufer. 













Erläuterung 4. Bulape. 


Eine beflimmtere Naturgrenze für den Weſtraud vom 
d Rige angesehen Merten: aber die farar 
ꝑ ai 3 

A, Se —E Phänomene hinreichend bt: 

J bes Weſtabl 
—3 
De Barros) nennen :_ denn fie find ber merk: 
weidger deffen — —— aut: 
In ihrem Lebe ftimmen alle Beobachter überein; 
eben fo weit über ihren Rachbaren in der Kiefe, 





. Park oavdle p. 3b. 2 s Parka. 0. ©, & is. 
. ler Aeite, 10 
Witebeitem I p. P Te 38 


38 Hoochafrika. IV. Abſchn. $. 16. 


in ‚biefem. kleinen wilden Lande, find. auch fie! eiw: wii 
Jägervolk, in jener Weftterraffe als ein geittetes, Kam 
bauendes Volk befannt, das Viehzucht um 
Nicht nur das Königreich Timbu (Temboo) b | 
fie; fie breiten fid viel weiter aus, und machen bie 
maſſe der Bewohner *) vom sten Grad Gübbreite aus, 
gum Südufer des Senegal. Aber diejenigen, welche 
wärts von bem — am untern Senegal um 
und Morphil wohnen, ſind nur eine Colonie, welche 
Bene und Poules genannt **), unter einem Weherrfl 
eben, ber Siratick Litulirt wird ***). 
Das mächtigfte Volk find fü im obern Flußgebiet 
Bio Grande, wie wie oben faben, unter 10 Grab 
“bereite und 5 bis 12 Grad öſtlicher einge von Ferro. 
Berhin, vor dem mächtiger werben ber Mandingos, war 
bein Ei ausgebeeiteter. Dieß ergiebt ih aus.ben 
















eſten Berichten der Portugiefen *** ) zur Zeit König. 
ann III., bee eine Sefandefchaft an den damals ſehr 
tigen König ber Fullas fhidte, welcher Temala bi 
im Kriege mit dem König Mandi Manſa der 
begriffen war. Um bdiefelbe Zeit, erzähle De Büarros, 
fih in diefen Gegenden, im Jahr 1534, ein großer. 
inoendio de Guerra) im Süden des Manbingo: und 
ab: Landes. Don der Landfchaft, welche Futa (ob U 
der Name der wilden Futa-doo 2) hieß, drangen fo gem 
Schaaren von Voͤlkern hervor, daß fie bie Bäde trodl 
machten, wo fie durchzogen; fo barbarifh waren fie, V 
fo wie fle vorrückten, alles Land durch fe verwüftet wuwl 
Durch ihre Grauſamkeit litten die Könige Mandi 
won Mandingo und Temalia von Fulah, aufßeror 
(wie bie Habeifinifchen Könige von den Sallahorden), mi 
mehrmals bedauerte der König von Portugal dur 
Geſandtſchaften, bie er an biefe ihm befreundeten 
den fchidte, das Unglüd, bas fie und ihre Unterthanccẽ 
art traf. Sollte auch bier im Weſten biefes nicht Mi 
alles eine Epur der großen Afrikaniſchen Wölle 
feyn, auf welche wie fehon oben, als von dem Gentrum 
ochlandes nach allen Geiten (in ber Mitte bes. 
abrhunderts) ausgehend, aufmerffam gemacht haben. 
Art des Auftretens ber füdlichen Barbaren und die DM 
ik ga biefelbe wie dort, und es feheint immer mehr, © 
dieſe Begebenheit als .eine bem Hochlande von Afrika 4 
meinfame gu betrachten iſt. 














®) Golberry p. 31. **) Durand Voyage au Senegal. Ti 
.60, ***) La Barthe et La Jaille Voyage au Senep 
P. 40. ****) De Barzos Dec, I, L.5 0. 123. fol, 38. 


en Meſteand/ Zuloh· [") 
dem ie) bie Werbaren" von 

a er Bi 

herr. daß a u 

bes en — wie wie unten fü werden, 

, unb gleichfam einen großen Reang-oder Bärs 

‚einem in viele Eleine Otani sestheilten Bergvolte 


isfes Hochland. bilden *). 
dem ©: t und Gambia iR das 
= Bergland — u hr —— 
von Mandingos deherrſe 


und Bor J un $ von IX und eben fe 
8 te eu nn Au dire fie_eine mo 
Ihbraune Farbe, eine Ma Me Geſich 
reine a — keine traue Bo jolle, fordern feidem 
silky soft hair), find ſchin gebaut, 

aaa. 2 den Me — (ey nd 
en au ben ‚eißen un! 

ee eine Stufe umter ihnen firhend. 


bir Il wildes 
; —— he Dee ae, ne Bun 
de Mandingo, fondern Fa 1 Pine 
- Doc wandern fie aud, wie fo Bien ander ı 
De. A Zulbaer, Aunergner, Throler, Gal 

Bang —— 53 
— — — zurlüdtchten. ® ' 

Bondu sie ei unbebent: 
— ein, — a a und Fr 
* 7 am een Senegal; Waſſela am obern 
am Norbufer bes mittlern — 


De SE ESS, 


Seeten —— Baters +4) ſcharffinnige 

be fich, daß fie noch weiter norde 
uarits in Aber und Agades bis zum 
N Rorkkrhe U} Br fen jaben _ ofls 
—A Su wife en fie 
a —— —X ni Kr 2 A 
feinen fie no aue uns 

— "der Folgier ſich ausgebreites zu haben, 














— 


„J Bennell in M. Park ıx. Appendix p ——— * 
4 J 87. ura 
nn Park ——— Fe. * und Append. p. —— 
') Water Im Biene, akt FA ehe Anh, ©, 146, und 





390 Hochafrika. IV. Abſchü. $. 16. 


Wahrſcheinlich eben dieſe Verſprengung eine Beige ve 
den Ueberfällen jener Barbaren aus Futa geworben; beim 
unverkennbar iſt fie von neuerm Datums. 


Anmerlung Fulahſprache; Afrikaniſche Alpes 
völfer. Die Zulabfpradye zeichnet ſich vor allen benachbe 
burch große Lieblichkeit aus, und wird mit der Italiſchen 
ben Negerfprahen *) verglien. Nach Winterbottom ik 
@ufufpradye ein Dialect berfeiben, der auf ber Kuͤſte 15 










Leona geſprochen wird, auf der —— — — und in Je 
kadu **); quch wird er von Mandingos, Bulloms und 
derſtanden. 


Dieſe Sprache wird dadurch merkwuͤrdig, daß fie bie exe 
unter ben Regerſprachen, in welcher eine ganze Reihe ch 
Religionsbuͤcher ***) zum Beſten ber Weſtafrikaner von ber.i 
cieıy for Missions to Africa and the Easf gebrudt w 
um bie Berbreitung bes Ehriſtenthums bei biefen wißbeg 
Wöllern zu befördern, oder body der Ausbreitung bes Islam 
gegen zu wirken. 

Es ift wahrfheinlih , daß bie fo Fehr ausgezeichneten Mm 
wohner ber Zeemboterraffe in nicht langer Zeit das erfle 
liche Negervolk in Afrika feyn werben, unter weldem fein 
venhandel mehr getrieben werben wird, WBenigfiens 
wir uns durch bie Betruͤgereien eines Macauley in ber 
can. Institution dieſe fhöne Hoffnung nit nehmen: Hr 
dabei wünfhen , baß fie als wahrhafte Ehriſten aud eben 
gaftfrei, rechtlich, menfhlih, bleiben mögen als fie es b 
waren. 

Die Einführung ber Unterridtsbäher in der Mu 
ift ein wefentliher Vortheil für die Neger, um ber immer 
tern Verbreitung einerfeits ber Arabifdien Sprache unter 
buch den Koran, unb anbrerfeit8 ber Lingua geral, 

ortugiefifhen Kauderwelſch, weldes hier was die 1i 
ranca im Handelsverkehr im Drient) ihre Grenzen zu 
Und fo wirb die fchone Eigenthuͤmlichkeit eines Volkes 
mehr erhalten werben, bei bem alled bie glüdliche Anlage 
einer hoͤhern Stufe der Gultur, als bie gegenwärtige ift, 
zeigt. Hier auf biefer Terraſſe ift auch noch das vitterlicdhe 
der Pourahbändniffe +), eines Kriegsvereins im vollen 
weldye ganz unfern Vehmgerichten aus bem Mittelalter em 
hen follen, } 

Wenn wir fon oben überall auf bie Iocalen WBilbunfk, 
der Alpenländer, und ihrer Bewohner Eigenthuͤmlichkeiten vr 

ek 















merkfam geworben find, fo fteigert fih biefed Intereffe bier 
eine ganz befondere Weife, unb eine Parallele zwiſchen ben 
Ferften Klpenvdlkern im Oſt und im Weſt, bis zu welden Ya’ 


*) Winterbottem Acc. I. p. 10. Golberry p.335. Ds 
xaund Voy. J. p. 331. *t) Vocabulary of the Soosee 
ı bei Wiwerhoxtam R: 362. **%) Siehe die Lifte bei Win 
terbottem S. 218, +) Gcideray W. 33. Hub 40. 


Weſttrand, Fulah. 551 
Reli * —— An wwifden den 
Kaſchmyr denen 55 
faut biefe ea nicht gu ihrem 
Sultur vr, Landes, Induftrie, gleiche korperliche 
Schönheit it, nur in Afien —— 
der — "des Gontinentes und dem Gang de 
te Img bie fittliche Natur im ihren urfpränglichen 
bei dem Foulah ift weit reiner und treuer als 3% 
t in dem e, das fi fhon Überbüber hat und 
eit und Sinuentaumel verfunfen ift. Die poetifhe 
ie fittlihe brüden ſich wie überall fo auch im ii = 
bie religiöfe in der Art wie die Foulahe die 
: Religion angenommen haben, indem fie das Hlute 
Herante berfelben,. vom ſich zuruͤckgewiefen und zus 
che vor allem Religiöfen, aud vor de.n Ghriftene 
nen begegnete, aufbewahrt haben *). Cie beob⸗ 
Schweigen, wenn Ghriften beten, 
der Boulahs ift fehr poetiſch; ihre Kunft 
“ — 5 J Yen jede bi * 
F_Guropäer und Anderer, maht einen mi 
fie, und jeder heftige Wedfel der Stimme fe ir 
* bildfames Kat iturel ein. Die größte Beleidigung, 
a Koulah zufügen kann, ift die, ohne Achtung vom 
zu ſprechen 5 bieß fhon nennen fie „ihr fluchen. 
umter ihnen die außerordentliche Achtung vor dem 
io wie ber Mann in gewiffe Jahre kommt, — 
3 Namen ben. Ehtentitel Bater: Pa, (3: B. 
I; bie Frau den ber Mutter: Ma (3. ®. ae 
13 der Greis den Ehrentitel Yome vor feinem 
: ebrenvolle Anrede der Suſus ift: Kammay fog- 
ter Mann), die oirbigfte aber: Tannum fooree 
Großvater) u, f. w. Dieß nur einzelne Anbeus 
arten und glücligen Drganifation biefes frieblir 
hen Alpenvolkes unter den Tropen, ald Gegen» 
herrlich organifirten kriegeriſchen Alpenuolts vom 


meebottom T.I. p. Wadström IL. . 178. 
63 “) Winterbbiors am angefügrten det. 


Ar | Hochefrit . V. aAbſchu. €. 17. 


gänfter Abfanitt. 
Weſtlicher Nordrand von Hechafrika. 


Zweite Unterabtheilung. 


Nordabfall bes Hochlandes von Sudan gegen das um 
Senegals Nigerland und bie Wuͤſte Sahara. 


F. 1. 
Erſtes Kapitel. 
Mandingoterraſſe. 


Es zieht fich vom tiefern Abendlande ber Neger, m 
lich von ben Stromſchnellen des Gambia bei Barrcch 
and vom Nerikofluß an, nah Oſt, gegen ben mittlern 
bes Nigerfitoms bei Jabbee im W. von Gegu, ein berg) 
Land Hin (hilly country). Diefes nimmt eine Su 
von 150 geogr. Meilen (an 10 Brad) ein. Gegen Sü 
flößt es an das hohe Gebirgsland, gegen N. fällt es im 
tiefer hinab bis zu den unabfehbaren Ebenen, die meifl 
in einer und bderfelben Linie von D. nah W. (unter 14 | 
Mordbreite), in weicher auch die Felucataracten bes S 
gal liegen, ihren Anfang nehmen. Gie geben von da 
dern ganzen Körper von Nordafrika feine Geflaltung -ı 
feinen Sharacter. 

Diefer ganıe Landftrich ift es, den wir Hier na U 
nels Vorgang (vast upland tract) mit Mecht unter | 
Namen des Norbabfals von Hoch: Sudan verfichen mäl 
Er ift dadurch characterifiet, daß auf ihm die mannigfl 

en Megerftaaten in fröhlichem Woblfiande ausg 
iegen; daB an feinem nördlichen Saume aber 

Gürtel, non Mauren beberrfchter Staaten, beginnt, 
ſich an das weite Sandmeer anſchließt. Dieſes iſt 
dagegen bie wahre Heimaih ber Mauriſchen Horden, 
gleichentflammt wie der glühende Boden, auf dem fie | 
fen, gleichergrimme auf Beute und Raub ausgehen, wie 
zeißenden Thiere unter den Würftenbewohnern, und y 


r 







verderblich den fanften Völkern bes höhern Landes, 
Nachbarn, werden, fey es, daß fie im Krieg oder im 
den mit ihnen zufammentreffen, den Sluthwinden glı 
die aus gleicher Heimach kommend, Verderben und ı 
bringen, wo fie bin wehen. 

Aber auch biefee Geſamtabfall (slope of the 
Belt of Mountains) bes ſuͤdwärts liegenden, weiten 






Bertrand, Mendig: 68 


b mit dem Lande gerech: 
* kenne son "einander ns —— be, 


umterfegiebene Terraſſen, welche wit als obere, mitt: 
ae untere —— Intermediate, lowest level 
i J. Rennel) Zerrofien, nach Anleitung des Entbeders 
sfes weiten Gebietes und feines Commentators, genauer 
ı betrachten haben. 


Aäuterung 1. Obere Zerraffe; erſte Stufe 
Reigen am Nigerſtrom von Oſt ber von Jab⸗ 
se nah -Ramalia, dur Jallonkadu, GBabu, 
ontodu, durch das Gebier des obern Senegal 
zum obern Gambia, nah Neola und zum 
Nerikofluß. 


a. Rab Mungs Parks erſter Seife 1795 bis 1797. 
rn Aus ben weiten Ebenen des mittlern Nigerlaufes, in 
Men Sesu liege, geigen fi bei Jabbi (Nabbee) *) bie 
m Bergreihen, und obwohl noch innerhalb bes König: 
Bambarta, Hört dennoch Hier. gugleih die Bambar: 
de auf, und die Mundingofprae beginnt. Weiter 
| seta gu, erſcheinen fchon wie Gipfel Hoher. Ge: 
me). Bor Bammalu treten die Gebirge als fteile 
Bien zum Niger heran, engen feinen reißenden, wüthen⸗ 
Strom Hier ein und durchfegen ihn; denn er flürst 
in Gtromfchnellen über fie Hin, gerade in der Gegend, 
u ee nach einem nördlichen Laufe Über fie herab aus dem 
zebirge hervorbricht, und nun feinen weiten, fanftern 
Be gerade nach Oſt, durch die Fläche von Nigritien bes 
6”), von wo an er ſchiffbar wird. 
fängt der Bergpaß von Kamalia +) an, mels 
"#ellauf durch wilde Gebirge in das gaftfreunbliche Hoch» 
dee Mandingos führt. Aber eben bier war es auch, 
Auheriſche Streifpartien den Eingang in das Hochland 
woll machten (wie durch bie Dazortas am Taranta; 
Ward die Balla am Duanpaß zur Tigreöterraſſe; wie 
u die Kurden gu den Päſſen Armeniens und ähnliche), 
der unerfihrodne M. Park nur wie durch ein Wuns 
| et wurde. Aber oberhalb biefes Pafjes liegt bie 
Bensfiabt des Mandingolandes, Sibidulu, im (hönften 
Beitasıhal, gefichert, im Frieden, der durch Beinen Krieg 
Nachbarſchaft zwifchen Bambaranern, Fulahs und Dan: 
| gefiöre wird. Bon bier bis zur Weſtgrenze, wo 
Br Dit Worumbana ++) liege, reicht die herrlich cultivirte 






















wu 





9) M.Pork travels P.227. Park 0.0 O. ©.209. ***) Park 

ur - c. . nn 37. t) Park P- 24% +» Park ir, P. 324. 
: 840. P. 278, 299 

1Xh. 3 


. * ke V. ll in - 
. „ melge die Waſſe —8* 
—5 & Ber — au 
—5 mm, 
‚ten ‚2 A das —* Ste eh em A 
—— } Kama Mar tn aid — vart dur 
haft tegers Karfa_*) feine Veveſe 
und * zur Rüdkeht flärten RL, . uns 
Bon der DMandingoterraffe fleft man ‚gegen 
Me he Salon, abs *°) ih € din 
a Bebirgsfläffen und von ©. nach . parallel j 
gthälern durchzogenes Hochland, vol: Waldu 
Sur vbefgwerliße bin und Gefahren —* 
egercaravane WAR fo —X als lich 


in ẽ Tagen wurden von Kenptakure am Rokora 
üichſten Quellſtrom bes Gene; a, bis Suftto an 
From im W., * geogr. ode — 
—— * 
+ ı0 Slüffe Burhfegt; BA * 
Kur von fmwarzem whinstone fa 
* eig Bafı chen), —8 
Laubwaldungen, und in d Baflern du 


busmälber- eg iber die Sa — Bambus. 
Diefelde Beſchaffenheit des Bodens —* 
weiter ®. fort, nur war er von Menſchen 5 

Dann auf ber Mafferfepeide 7) des Bafıng 
im Lande Worada und Konkoru, mar eim — 
teres Gebitge zu_Überfleigen, das gegen 3* get 

Endlich nad 9 forcirten Zagereifen ee einig 
fallenden Rafttagen), Ankunft am Ufee bes hie 
neben bis gem W. hin dieſes ganze Hochland 
J ‚ößerer Kiefe binabzufenten beginnt (great 
Bu jezeugten ſchon bie ſechs rechten Gambiauu 
Neriko, Über welche Park fegen mußte, bevor 
tern ertelpte. Bom Falımefuß weRmärts traf 
u Aweite &eife 1805 in biefelben Dete wie 
amd bt keine neuen. Bereigerungen der Erdkund⸗ 
Bank — vom’ Hlme ſ. unten &L5 


vun Bere Bir, Abfall der hohen Zerraſſe een Ei 
al 9 
—— —— 


) M. Park p. 253. #*) M. Park .) 
23 DE rei. In ET in ae 
pendix p. . 


Mordtand, Mandingo. 855 


ih fon minder hoch, auch dem mafleräemern 
Urfprung giebt; bahingegen dem höhern 
W der Niger und Senegal entquellen. Der Ab: 
hohen Zerraffe gegen Oft, ober das innere Afcita 
kitlen zu, iſt dagegen fehr feil und plößlich. 
Erkundigungen an Ort und Stelle, entfpringen 
lem des Senegal und Niger auf dem Hochlande, 
von der angegebeten Garavanenftraße, in Entfere 
om vielleicht einigen 50 Meilen; etwa unter 10 
hrab Morbbreite, fo daß diefer Abfall vom Hodpfu: 
LO verlängert, faft in demfelben Parallel mit 
I von Hodäthiopien zufammenttifft. 
erE. 1, Analogie in der Bildung ber Hode 
Noch) iſt biefe ei und hoͤchſte Stufe fübmärts, vom 
Garavanenivege, für und völlig terra incognita, und 
I fattım mehr von ihr, als daß fie wirklich da iſt denn 
Parks Tagebuch lernen wir bie Paffage ber Negercara- 
Nordgehänge kennen, durch welche bie Gandels / 
ienlandes des Niger mit denen am Küftenlande bed 
um des Sclavenhandels willen, in Verbindung ftehen. 
I wir fie mit, der oben befcriebenen, am Nochs 
F Alpentandes Oabeſch, namlich von Sennaar durch Nass 
en tamalmon vorüber, durch die Zuflüffe des Tacahze 
l. über die VBorterraffe von Arum zur Meeresküfte, fo 
PIr in jeder Hinfiht don ber Aehnlicfeit der Verhält: 
Rotur im W. und D. am Norbrande bes Hodlandes 
erden, wenn wir uns aus ber Mitte feines tiefen 
bes, fen es mac W. ober nad D. hinbegeben. Die 
® Länder, durch welde Mungo Parks Weg führte, ide 
röiz, Ga-du, Kon-ka-du, feinen alle mehr oder 
E Derwandte Namen von Appellativen zu feyn, deren 
kan Kong *), d. h. Gebirge, erinnert, wohl nur ein 
eu. fı m. belelchnend. Daher denn aud) bie Benen: 
er nad Often bin auf unfern Karten gegeihneten 
S . deffen hobe Werggipfel auch mirktih von M. Park 
aut gefehen wurden, in füdliger Richtung ı0 
x Geo. 
Werte Vie diefem Hochlande norbmwärtd vorliegende 
Babe, bleibt biß jegt mod ungewiß, Ginen etwas 
Senden Gtrid, norbmwärts bes vorhergenannten Gas 
S, nämtid duch Konkodu und Kulapdu, durdjog M, 
rer zweiten Hinreife nad bem ns und den Nord» 
Ben berliprte er mehrmals alf feiner erften Neife 11. 
ve Gtufe). Senne rechnet, nad M. Parks Angabe, 
Oder Fulahdu, Brofa, einen Theil von KRaffon, Ka— 
das weltliche Bambarra zu der erften hohen Gturfe, 
Wur zweiten, welche bann bie Geftalt eines großen Iris 
ben würde, deffen größte Bafis in die Linie vom Neolafluß 
dm Gambia, oftwärts bis Jabbee am Niger in Bam 


Pırk Appendiz p. XI% 





4 


| 556 Hochafrika. V. Abſchu. 6. 17. 


barra fallen moͤchte. Die Spitze deſſelben traͤfe an ben 
taract bed Senegal im Reiche Kaſſon, wo deün die Wafſfſerſt 
zeifden bem Baleme, Nerico und Reolaflub den weftlihen 
ei des Dreiecks bilden würdes bie Linie von Jabbee zum | 
cataract aber ben dftlichen. Zn 
Indeß wollen wir diefe genauere Bellimmung einer | 
tigen Berichtigung uͤberlaſſen; nur fo. viel bärfen. wir. hier 
nigften® als ausgemacht anfehen, baß fig um bie geds 
erite hohe Zerraffe ber Senegal: und Rigerquellen. biefe zu 
‚ niedrigere, wie ein Kranz im Halbkreiſe herum anlegt, we 
von Mungo Park durchgangen warb, indeß jene hohe Ter 
bisher ungangbar geblieben zu ſeyn fcheint, 
Anmerlung 2. Entbedung ber Quellen bes: 
negal, Sambia und Rio Srandbe durch Mollien. 
Eine neuere von G. Mollien *) mitgetheilte Reife iu | 
Gebirgegegend, hatte zum Bauptzwed die Auellen bes © 
gal, Sambia und Niger (Dilli:Ba) aufzufudhen, und wuͤrde 
nad) über biefe bisher ganz unbefannte Weltgegend wichtige ? 
fhläffe zu geben gehabt haben. Aber ber Xuffindung ber M 
yeien ftellten fie unüberfkeigtiche Pinberniffe entgegen, "umb 
ellen ber vier andern Klüffe Senegal ober Bafing, Bali 
Sambia und Rio Grande, fanden fih To bit neben 
zwifhen dem 13ten Br. 20 Min. bis 13 Er. 38 Min. W. &. 
Paris, und 10 Er. 6 Min. bis 10 Er. 37 Min. R. Dr., daf 
insgefamt auf bemfelben Plateau von Zimbo und Labba nur 
Nige Zagereifen aus einander zu liegen kommen follen. Die of 
nomifhe Genauigkeit bei Angabe diefer Beftimmungen- Tißt ı 
ſehr Vieles zu wünfdhen übrig, zumal ba fie von den biöheri 
Angaben nah Mungo Parks Werichten metklich abweichen * 
und bic Reife bes jungen Mollien ſelbſt Leine beſondre Gem 
leiftung dafür giebt. Bieles bieibt in einen Angaben dunket 
unbeflimmt, und bei einer fehr lebendigen Darſtellung und && 
derung aller eignen Schickſale und Abentheier, fo wie des. 
bene und Thuns der manderlei Menſchen mit denen ber 
in Berührung kam, bleiben doch die geogrophiſchen *— 








fepr unbeflimmt, bie phyuficalifhe Landesnatur wirb -br 
wichtiges Factum bereichert, und es geht Zein neues Licht 
fere Erdkunde aus dieſen angelünbigten Snebedungen ber Sr 
quellen hervor ***). Wer die großen Schwierigteiten ber 
ebfrgsreffen nur einigermaßen kennt, und die unſicherheit 6 
mmung ber Quellen großer Ströme nad) den Ausfag 
Gebirgsbewohner, wenn ber Reifende nie felbk” 
Stromlaufe aufwärts folgt, unb bie Berzwei e 
ganzen bern Stromgebieteb zu überfhauen im Stanbe it, 


4 J 
») G. Mollien Voyage dans l'interieur de PAfriqui 
Sources du Senegal et de la Gambie lait en 1818. 
Paris 1820. T. I. unb II, 8. **+) Bergi. Eyrits Oben 
tions geopraphiques sur les decouvertes en Afrigque. 
Mollien etc, et sur la carte jointe & sa relation q. a. 
©. 291 — 316. *?*#) Bergi, Quarterly Review May'ıf 
P. 248. W 7 













Morhrand, Mandinge - 557 


kb es finden, warum .gerabe biejenigen geheim. 
alle — trichterartigen Gewoͤlbe bie Mo —8* 
u⸗ von erlofgenen Bulcan. hält, die Quellen bes Gambia 
1d Grande ſeya ſollen. Bon feinem Einwohner des Landes 
fährt dieß Mollien, ſondern erzählt ed auf die Ausſage feines 
af ganz unwiffenden Führers Ai, der ihn nad) langem Herum⸗ 
ben durch die Wilbniffe am Abhange eines Bebirges, alfo niche 
mal. anf einer Berghoͤhe, welcher bie aͤußerſten Stromquellen 
tentfirdmen pflegen, biefe Quellen als bie ber großen Stroͤme 
was, welde entbedt werben folen. Nicht mehr Wahricheins 
Weit wirb für bie Angabe ber andern fogenannten wahren Quels 
n des Senegal unb. Baleme dargeboten, und es bleibt daher 
sfweilen wohl am gerathenften bis auf weitere Entdeckungen, 
e Entwirrung ber ſchwierigen Puncte des obern Stzomlaufes 
ler dieſer Gerwäffer der Zukunft anbeimzuftellen. Jede mahre 
ng eines großen Raturverhaͤltniſſes, ift zugleich lichtge⸗ 
für eine ganze on verwandter Naturverbältniffe, fo daß 
BE Eh dadurch von felbft zu rechtfertigen pflegt. Wenn Übrigens 
m Bauptjwed der genannten Reiſe nicht ins Klare durch fie ges 
werden if, fo enthält fie jedoch mande intereffante Beob⸗ 
son untergeorhneterem Werthe für bie Kenntniß des Erd⸗ 
zus und der Regerflämme von denen fie Rachrichten ertheilt, bie 
a einzeinen Stellen angemerkt zu werden verdienen, 





Erläuterung 0. Mittlere Terraffe, zweite 
Stufe. | 


Diefe zweite Stufe, welche fig um jene erfle hohe, als 
is niedrigeres, bergiges Land berumlagert, erſtreckt fich in 
a Richtung der Negerſtaaten, von Meola, eines Theils 
m Tenda, Gatadu und Bondu, Bambuk, Kaabfchaga, 

„Kaſſon, bis in den ebenen, nördlichen heil von 
und Bambarra. Ä 

Au Hier kannten wir bisher nur den Norbrand, und 
mfen einen Blick in das Innere nah Bambuk; feit M. 
Den jerite: Reife haben wir auch das äftlih an Bambuk 
Land, Fuladu, näher kennen gelerns. 

a Im Weſt vom Genegal. Mit der Landfchaft 

°) um die Gataracten von Barraconda am Bam: 
» fangen Über bem flachen GSenegalufer die fanft aufs 
Iigenden Vorhügel diefer Terraſſe an, welche mie Waldun: 
un ich decken, zwifchen beren Thälern zahlreiche Detfchaf: 
e liegen. - Gegen Dft bin ſteigt Bondu, ein überaus 
htbares Bergland, fchon weit höher **) empor auf der 
Befjerfcheide zwifhen dem Gambia und Kaleme, welcher 
duß durch hohe Gebirge gufammengedrängt wird, . aber bei 














%) M. Park p.34. Durand Voyage au Senegal T. II. p. 289. 
”") M. Pack p: 8. u N 


558 Hochafrika. V. Abfchn. S. 17. 


Kaynoura *)-als Stromſchnelle bie unterſte, durchſeheac 
Sebirgskettẽ durchdricht/ die nur zur. Zeit des — Bas 
fügfandee mit Nahen überfifft werden kann, om 
16 gegen den Genegal, folgt das Bergland Kabi 
von den mzoſen Galam genannt. WBergluft mb 
int Hler überaus lieblich und angenehm, gefunder als 
100 weflmärts zum Meere bin. Der Senegal tritt bier. 
den Gebirgen des Innern °*) bevor, und indem er iR m 
Gataracten von Govima und Feluh, bie legten queer be ı 
fegenden Gebirgsketten durchbricht, bildet er bie pitterme — 
ften Landfchaften und tritt unterhalb berfelben als bramei 
fyiffdarer Strom in bas flache Land, 

ee iſt alfo die Grenze des Norbabfalls diefer mm ef 
Stufe, durch die Natur auf das beflimmtefte begeihne-s. 

Um und oberhalb Govina (Govima, Govinea) 
bricht ber Strom die Felsgebirge in vielen, zum Theil 
hohen (bis 80 Zuß) Waflerfällen; ſpaltet fi in viele 
fchiffbate Candle, die tiefer hinab (je nachdem man ven 
ften oder legten Govimafälle annimmt, 6 oder so a 
tiefer) neue Stromſchnelien bilden. 

Beim $eluhfelfen *°*) (Flow), 7 geogr, Meilen re 4 
halb dem Fort St. Joſeph, und bei Sami, art 
ihn hinſetzte, zeigt fi sine queer durchſtreichende Keil 
(von Bafalt? whinstöne), eine, wie es fpeint, - 
Stromſchnelle. 

Wie am Gambia unterhalb Baraconda bie —— 2 
fo Haben Hier am Senegal unter den Feluhcataracien * 
Galam, die Franzofen ihre Außerften Zactoreien, fo mid 
bie Ströme ſchiffbar find,-am Nordrande der zweiten 3 
angelegt, zur Betreibung bes Handels zwiſchen der - 
und bem Hochlande. = 

b, Im Of vom Senegal. Auf dem Dflufer 6 
Senegal fegt die gebirgige zweite Stufe fort in das Meih-- 
Kaffon +) deſſen Höhen durch eine unendlide Menge um 
Bergeftreuter, lofe liegender Blöde (nodules) von Yelrm 
Granit ſich auszeichnen. 

Ganz Kaffon ift erfüllt mit felfigem Bergland, wel 
Ketten, jebinge, aus denen ein ſehr bern werlicher Zelfenpeß 
binabfüßet in bie ebenen Flächen des nörbligen Karte ft), 
Hier iſt die Naturgrenge der zweiten Gtufe, ober unterm 
Terraffe: denn von hier an gegen N, und D, beginnt dee 














*) Brie in Th. Auloy new general collecılon of Voyagen 
and Travels, Lond, 1755 1.11. p. 147. *") M, Park wn. 
P. 75 496)! Ronneil 

5°hn, Park er. p 72.5 Yarand Vby. il. pı280. HM: 
ak ir. p- 89. +) M. Park ır, p. 90, 99. 


vı Morbrand, Mandinge. 869 
Babiie Canbiwüften. Nur durch eine Waldreglon und 

- (die -Deimash des Lotos) wird biefes_vom 
ben im Süden abgetrennt. uf gleide Weife 
ud am Saume ber erſten höher fe, eine Res 

— mehr fumpfiger und feuchter ‚albungen das Hochland 
k ikıtın; fie wurde von Park Sallenlada: und Tenda⸗ 
Bin genanme * 


 Yanıet, 1. "Analogie bier Bildungen fum figer 
ie IR es niht mertuärhig, dap aud bier com 
Paldieen Saume gegen den Seuegal unb Gambi— 








id in 

da Ba dm Shnbanie Kafdungen (Wildernefs): fo nie 1m 

Aigen dem Niger zu, im Lande Kaarta und Bambarra, bie 

dr Glephantenheerden und ber Blephantenjäger ift, wie 

uber Koll und azaga in Habefch, wie bei Hurhiwar in Hins 

Mi aiduasın 

enden Do Zul egen ba lant je 

Ir Kröpfe Cowelling of the glands Haren fiö 

feüt wie in dem Gaume der Sumpfwaldungen von Bengalen, 

r — —5 ee 10 % "harte ar 
racteriftifäjen jeinungen: 3el 

Gpur weiter, fo wie er das A, Mandingo erfiie 


yen . 
— 2. Garavanenweg. Es iR fehr wahrſchein - 
, de⸗ die gewðhuiiche Reiferoute von Kemmu, ber Hauptftabt 
Kaarta, nah Segu am Rigerſtrom in Bambarra, weihe 
Park wegen bes Krieges nit wählen durfte, und darum 
uber werbwärts in bie Gewalt der Mauren gevieth, längs bes 
Mebrambes biefer zweiten Stufe hinläuft, als der bequemften und 
tet Müttelkcaße zwiſchen dem Bebirgslande und ber Wüße. 
biefem % je würde bie Grenzgebirgsfette ber zweiten 
gegen bie Wäfte, unter 14 Gr. Rordbreite mit bem Rord⸗ 
von Hodhfudan, gegen bie erfte Stufe von Wanbingo und 
Mentabu unter ı3 Br. Norbbreite in einen Paralleliimus won 
u WB. jufammenfallen, unb fo eine gegen 30 Meilen breite 
ben 159 geogr. Meilen lange Bergterraffe am N. bilden, 
hr ein gemeinfhaftlihes Alyengebirgsignd zu diiden ſcheinen. 


Erläuterung 5. Bambuk; Goldterraſſe. 


ie Land in ber Mitte di Vergterraffe, das 
ee —X Bambut, fon den Yes EM 
nis und Senat: jäffen, iſt uns zuerſt näper bekannt 
werden +). if trefflich bemäffertes Alpenland, voll 
Iefweiden, Winderhersden und Aderland, we Mais und 





) M. Park ie. p.337. **) De Barros Asia Dec. I. L. 3. 
«8. fol. 52. b. und Park tr, 8: 5, 506. _***) Park ır. # 
276. 6. Forster Voy. de Bengale od, Langles p. 243.; 
Turner Embassy to the Court of Teshoo Lama in Ti- 
bet. Lond. 1800. 4. p. 4o +) 8er Bens Reife nah Wamı 
but in Eupas Sammlung, Ip. I. ©, 60, 








60 Hochafrika. V. Abſchu. g. 27. 


in de beißen. Die Wewohuer wi 
52 — —— den, An aber zum 


"Wegen des Reichthums an Metallen, vorz 
vortreffligem Eifen mit hellem Gilberflang um 
bearbeiten; noch mehr wegen ber Silbers. und G 
Bat es von jeher die Aufmerkſamkeit dere Europäe 
gezogen. Die Ältern Berichte von Compagnon 
deren *), find. nicht glaubwürdig befunden unb « 
von Suaffe und Le Vens berichtigt worden. 1 
minen, welche um die Gebirge von Tambaoura **) 
liegen, finden ſich in lodern, niedern Hügeln, in 
thaͤlern, durch welche viele Bäche fließen, bie bas 
den Hügeln waf.gen. Zum Tdeil wird es von X 
im aufgeſchwemmten Lande in ao bis a5 Fuß tiefi 
gegeaben. Die Hügel beftehen aus farbigen Tho 
bie je tiefer liegend, deſto reicher an Golde wer 
man bush Schlemmen aus ihnen gewinne Die: 
der Hügel ift, fo beißt es, mit Eifenköcnern (viel 
sin?) bebede. ben Soldminen gu Natacon 
2500 folder ausgegrabener Schachte ober Löcher | 

20 bis 19 Fuß im Umfang baben. In -Köchen a 
blättern wird die geldhaltge Erde von den Neget 
getragen, von den Weibern aber in Kürbisflafcper 
tabafcgen gefchlemme. In den Minen kommen n 
Menfhen um. Solche Goldminen kennt maı 
Nambia, Gemaylla, Eambabirie, und nicht one B 
lichkeit würde man auch bier noch viele andere fi 
nen, wenn ihr Reichthum au nicht fo ungebeu 
geben follte, wie die fanguinifche Hoffnung bes I 
( Bouverneue am Senegal) feinen Lanbsleuten 
machen wollte, daß bier nämlich geöfere Schaätze a 
und Mexieo ganı an ber Oberfläche ber Erde Id; 

Nichte bloß Bambuk zeigt Reichthum an bir 
Metalle, fondern die ganıe erfte Stufe ſcheint reic 
fiyn, benn es findet fich überall im Mandingoland 
auch in Jallonkadu, vorzünlig aber in Buri, (B 
Matt), 7 Tagereifen im Oſt von Teembo +7). 

Auf dieſer Höhern Stufe, am obern Laufe bi 
ift es zwar mäbfamer je fuchen, gwifchen ben g 
felbiäden an ben Flußbetten, und findet ſich d 


°) Labat N. Relation de l’Afrique ocoid. T 
. ##*) Le Vons a. a. D. ©. 70. u. Labarthe ot ] 
Vey. au Spgnegal. T. I. p. 57. *#*) Lelande 
bad Innere von Afrika in Bruns und Zimmerm 

torium. &h.1..&. 428. +) M. Park ır. p. 2 
54. 7) Wars und Winterbottom bei Wade 


Nordrand, Mandingo. 861 


fg qu dann auch ‘öfter In grßern Stüden, zu a and 
am allein in der Proving Konkabu, dem 
L) auf ber Waſſerſcheide zwifen dem Bar 
ud Foleme, fahe Park auf feiner erften Reife das 
bin rjmaflen eingeſchloſſen, die man mit 
et zerfblägt, und fo das Bold daraus gewinnt. 
ber Selofein (Sanu birro) ber Neger, da fie hin⸗ 
DS and dem im die tieferen Gegenden beradgefüi ste 
Im aufgefchwenmten Lande vertheilte, klein ⸗ und feine 
We Go, welches fie bu Schlenmen und Yuswa- 
minnen, Golbftaub (Sanu munko) nennen. Es 
md alle dem, fo wie nad Parks zweiten Meifeberichs 
Ye moßtfheinlich , daß ro bie obere Stufe bieles Verge 
Fl, von weldem herab ber Goldreichthum binabges 
M durch die firömenden Maffer, und weit ausgebreis 
A aufgefpweramt tourde in den locern, golbhaltigen 
Inımb fandigen, thonreichen, eifenhaltigen Schi@ten, 
Küuch dier die Mittelftufe zwiſchen dem Do: um 
ſande characterifien, wie in Monomotapa, in a: 
im Akim, und wie mahrfpeinlih auch am obern 
a und Mefurado, am MWeftabfalle, merüber. wir je 
kt wenige deflimmte Nachtichten befigen *). 
Inge um biefen norbweftligen Borfprung des Afıir 
tm Hochlandes,, findet fi auf eine hoͤchſt merkmät- 
Heipförmige Art, biefes edle Metall verbreitet, und 
von feiner Mitte aus bie Verbindung ber entferns 
Bölfer in Radien, bie nach bern Veripherien den Erb: 
us einer — Mitte — So if bie 
jöterraffe das Golbland für den Markt vom Kom: 
von Anfang an gewefen, welcher, vor Johrhun⸗ 
wie noch heute, mit feinem Golbfaube die Mauren 
tRüften des mittelländifepen Deeres herbeilodt unb 
Barbarei bereichert.” ben fo ift es die benadbarte 
waffe und das Land der Afftanthen, welche nach Süs 
‚ bie Märkte ber Bolbkäfte (Jorge da Mina, Why: 
min) werfehen, und bie Terraſſe von Bambut ift es, 
zegen W. bin ben Faetoreien der Portugiefen vor 
siten, und in newern ber Framzeſen und Written 
negal und Gambia, ihr Gold fpenbete, 
ı$ aber auch meiter nach D. bin das gange Hochland 
ong, Degombah, Wangarad, goldreich ift, wird fich 
— 
axand Voy. au Senegal I. p. 188. und Wadström Es. 
on Golonisat:, $. 651. nach Desmarchais und Dela 


* wos Asia Dec. I. L.g. c.8. fol. 33. a. 
ı Rennell Appendix zu M. Park p. V. und Da- 
d Voy. I, p. 387. — 





% 


868 Hochafrika. V. Ada: 17. 


aus ebigem, fo wie Ko tagleız unten amd: hei 
von der Verbreitung bie e überhaupt e 
Mineralien, Sb). 


Erläuterung 45. Die Manbingee 


So wie die Fulahs auf der Weffeite, fo find 
dingo an dem Norbabhange von Hoch: Guben, fo 
ſere Seſchichte hinaufreicht, das herrſchende Voli 
im Gegenſat der oͤſtlichen Habeſſinier (die ſich dur 
auf ihr Hochland beſchränkten und concentrirten), 
allen Ritun en bin vom Hochlande hinab erg 
ber die Nachbarländer. In biefen, wenn 

rößte Maſſe, bilden fie doch ben wohlhabendſter 
bildet en Theil, gleichfam den Adel bes Wolke. 
tern Sernen aber haben fie ſich, wie eben bie Ha 
fer e birigieten, als Handelsleute im Großen 
ie Gibbertis im Ofen, fo, fie im Weſten, als € 
i. ‚Dandeleleute, meift Sclavenhänbler, daſſelbe 
Slate der Sudancaravanen), als Verbreiter de 

Dabs, als Künſtler und Handwerker, als Fried 

als allgemein geachtete Männer, verbreitet. Ein D 

rieſter, Iſaaco, ward auf Mungo Parks gweiter 9 
Sambia bis Sanfanding jenfeit Sego fein treuen 
Dolmetfcher und tapfrer Begleiter ber fi ausg 
Verdienſte um biefen geographiſchen Helden erwa 
reichen fie bis gu ben Meeresküſten, und ihre &ı 
zur Umgangsfpradye erhoben, i ausgebreitet von 
—*— bis Gegu am Nigerſtrom ). 

MR. Dark iſt bis jetzt ber einzige Europäer, | 
mertwürbige Volt in feinem erſten Sige, der 9 
terraſſe, am obern Niger, kennen lernte, von w 

& über alle andern Provinzen verbreitet haben fü 
Sollte biefes berfelbe feyn, den ſchon Leo Africanıı 
Land Melli fo ausgezeichnet +). De Barros kennt 
unter dem Namen Manbingo, als bas wigtigfte 
volk im Innern von Afsica, von welchen das Sol 

ortugiefifgen Faetoreien von Arguin und am 
kam. Kr kennt eine fehr große Provinz unter ben 
Manbdingoland, und barin mehrere Könige und | 
Städte. Eine der volkreichflen Städte hieß Se 
Darallel vom Gap Talmes liegend, 140 Legoas von 
atte einen Köni oufa zum Beherrſcher. Dei) 
ieh Mahomed Ben Manzugul (alfo ſchon damal 





2) M. Park tr, Mæs· De Barros Dec. I, L. 
. fol. 38, b.. ) M, Park tr, P+ 18. +) Bater 
dates ulI, 1. ©, 136, J. 





s 
D 


.- Morbeand, Mandingo. 365 
«baner),. auch ein König im Mandingoland ber weiter 


a» wei i 
—* eye en ven de Beton ie ber De = Senchhe De x 


at 
Ki 
























elben n 15 —— Es eb * 
t), drangen fie 

im en Ze Jahrhundert der 

der um Bambuk 

Sambia, bis gegen bas Beer zu. 

bis. zum Gambia vor, und lifteten 

ıruntee bie am Nocbufer dieſes Fluſſes, 

latr, Badibu, Yani u.a. als die befanns 


Jahren ) erfchienen fie sum erfien mal 
ulaßterraffe, eine Zagereife im Of 
och kamen fie jetzt nicht wie vorber 
—— als Coloniſten und als Prieſter und 
oran. 
Oſten fand M. Park die Manbdingofprache und 
verwandten platten Dialect ‚des Bambarra, reichenb 
abibu und Gila am Miger’'’), von we aus bie 
ihm völlig unverflänbliche Senne: Rumme: Sprache, 
| in feiner Hülflofen Lage vorzüglich zur Rückkehr ver: 
Die ern andingefprache ber Hochterraſſe reicht 
* fo weit nach O. wie dieſe, nämli bis Taffara 
abbee. Sie iſt eine Gutturalſprache F), wie bie 
jergpölter. 

e Bildung der Manbingo if nicht gang ber befannte 
* „dee Fre fo 3 e den dunkelfarbigen 
als ſchwarzen Regern fi näbern FF). Die 
Dunkle 9 arbe-gedt ins —R über; ihre Series, 

if regelmäßiger, ovaler, feiner ale bie b her Nach 
e im Sieflande, Ihre Geßalt if ſchoͤn, fi ne. 
fie tragen Härte als freie Männer, und get en in 
— un zu 2) 
Golbe Fr, 285, *) Winterbottom Acoount. T.-I. 
6: ne ) MI Park tr. ) 209, 229, BVaters Mithribates 
1 I. r * 9) Winssrbartom Acc. I, p.30, 7 v Gol» 
berry p. 


564 Hochafrika. V. Abſchu. 8. 17. 
Baummollenzenge gekleidet *). e. Meſen IE a, 
*5 gut; ihr Benehmen — a 
Hbegienig, mitleidig, gaRft ei 
eine auogejeihnete | et *5 genießen 
Seo Anſehn. Mit Reit behauptet daſß 
gennägigfte [7 eundfi Tate und das —ã wel 
deals fo 'unglädlige Park als halbnackter, 
nd verworfener Landflreider, ja mach ihren Begriffen 
Unglänbiger. unter ben Dianbingos fand, ihnen eime | 
Stufe fittlicher Bildung unter ben Wöllern der Erbe 
figern, in der fie vielen Europäern ein Rufe 1 n tön⸗ 
Sie verdienen in biefer ee Dinfißt gang ben Namen | 
Yindu von Afrika, den ifnen biefer Beogeaph bei 
Der Mandingoſtaat des Hochlandes Hat eime 
eanifche Bertaflung, in allen eroberten Provingen i 
buch den Bath der Alten eingefchräntte Monarchie; 
ibeen Colonien ſcheint die Herrſchaft in einer I* 
(dm —8 ch gu erweitern ). Mit ihnen 
berall die mebaniſche Religion verbreitet, und 
Gambia ) iR, wie Golberry meinte, jetzt fe n nicht-w 
bie Geenzfepeide gwi gen dem Solamı Setifpike 
Der Islam, mit dem Meger unter 58* Elima gebe 
der Ri Poly amie geftattet, findet a ter ** 
das Chriſtenthum. Jeder Det bat feine © 
Der Koran gelefen wird. Sie find eifrige 
wenn gleich no daneben voll Anhäng (Miet au ee 
aber fie find Beine Zeloten, ſondern duldſam gegen dm 
Glaubende. Gegen W. Tr) am Senegal ift ve je 
ihnen über Wulli und Barraconda, unter bie Satamıı 
bis zum Meere an Sambia vorgebrungen, wo das KA 
veih Barre nur Mandingos zu Herrſchern bat ). 
den von Mandingos nur beherrſchten —— ge 
die große Mafle deo Volks noch zu ben Kafırm ober 


re Stäbte aben einen erblichen Richter 
u die ——— —* i⸗ q — 
30337 en in fogenaunten Palavers. Ihre Be 
ungspläge find * ve a nen —* unter 
— en MDa — Ze Drocefie werben nach 


men od er'nach dem Al garıa, einem Gommentar dei: 
um, em entf@ieden, und bie erichtsmãnner find ſeht see 









%), Durand Voy. au ‚Senegal L. p. 550. Golb p· 
%%) Rennell Appendix in P. tr. p. XCII. **+*) M. I 
ir. p. F Durand Voy. I. p ty. Golbeny Fı 
* HM . Rark tr. p. 55, 2,916 Durand Ver. I P. 
+3 Me Park u, p: 31, 


t Nordrand, Mandingo. 365 


am Herefgerfunft, fo find die Mandingo aus 
nen allen. Nachbarvyölkern ee 
Die unternehmendften, gewandteften, reichfien Kaufz 
F bis zum Wellmeere. Der Goldhandel 
but‘), der Selavenhandel, der mit Elfenbein, iſi 
Lim ihren Händen und nur Sie und ba nehmen 
fen, „Bewohner des Senegal: Küfienlandes mit 
theil. WBondu.’*) im Mandingoftaat ift bier (mie 
1b Randahar in fien) bas wahre Land ber Pafs 
m buch beffen vielfache Engpäfle, ziehen bie mehr: 
danen aus dem Binnen zum üftenlande, Da: 
w hier dee Reichthum des Königs auf dem Zoll, 
ven-Pafficendem eingefordert_wirb. 3 
Sclavenhandel hat-bei den Mandingos eine gemils 
m dadurch gewonnen, daß es ihnen nicht erlaube 
n im Daufe bornen Sclaven zu. töbten oder ju 
». Nur die. Kriegsgefangenen, und die aus dem 
von Afrika werben von ihnen ausgeführt ”**). 

re empfänglie find. bie Manbingo für — 
dung, fo. bag Europaiſche Cultur und Sitte mit 
1. von ihnen ſchon binaufgewandert iſt auf bas Dogs 
zum Salemefluffe 1): 

erfcheint der Stamm. biefes merkwürdigen, zur 
tberufenen Bergyolkes, am noördlichen Abfall des 
es; gleich merkwürdig ift die Erfcheinung ihrer ein⸗ 
olonien uͤnd Miffienen zur Ausbreitung ihrer Macht 
3 Glaubens an den Weft: und Sübabfall, weiche 
Hinſicht des Eifers und ber Kunft zur Erreichung 
figten den Europäifpen Golonien und. Miffionas 
fommen gleich fleben; ‚wenn fie. fie nicht in vieler 
nod bie oder ba übertreffen. 

e weftlichfte Golonie ift wohl das Königreich Barre, 
m Jillifti liege, am Ausflug bes Gambia F}); der 
on Barre ift ber mächtigfte Herrfoper an diefem 


bem obern Gebafluß, welcher ſich are vom Rio 
in bas Weftmeer ergießt, wohnt eine Golonie von 
os +++), weldge nicht durch bie Zahl, fondern durch 
eben ihrer Glieder, merkwürdig _ifl. , Sie werden 
y ds i. Priefter, genannt, baffelbe mas in. Morb- 
lara-butten, heilige Männer, find, welche wegen 
ſmmigkeit von Abgaben befreit, nicht felten viel 


dv. u . *°) M. Park tr. p, 52. D 
en Feat Darand V. I pad HM. 
54 — d I, p. 122, X Baavers 
un Mamorands, p. 533, 





866 - Hochafrika. V. wor . 

ER ER 
iſt ein Xheil des aRenpanbeis gie der Bene 

Dog fe seifen , ‚ fins fe Säfte der 

die AN 


a fie fe üben , Dinte, Rohr und Papier fl 


nung der 8 8 






darauf Arabiſche Sentenzen aus dem Koran 
s**) genannt, bie als Amulete bei ben Regen 
ben Würden ſtehen (DR. Dark fchrieh als ſolche da 
Unfer auf). Damit bezahlen fie die Baflfreundrd 
erwerben fich andere Büter dami ‚ 

Auf der Terraſſe der Fulahs in Teembo ***) 
diefe Mandingos, Nyanıklas (Nyalas, vieleihe N ve 
lah?)) genaunts fie verſtehen ba die Kunſt 
fen zu fi —— , ‚ und das Leber ſchon ee Mi 
uzubereiten, und zu allerlei Be 
Dibet 1 sen fie den Alam, und das —28*— Laut 
Der ii * 1— * — rfen den 

on wird für alten, * 
migen frei Die Wahrheit fagen. enn zwei R rei 
Kriege gegen einander zum Kampfe gerlifter ſtehen, 
Nyamalah erſcheint, fo find die erzürnten Krieger v 
—— nee Rede anzußören; % werden fie nid 

e ee 

An der Küſte von Sierra Leona }) Tiefen fid 
binges er einige Tagereifen vom Meere ab in dem 
des Ben! anbes nieder, iehrten Arabiſch, legten 4 
an, erklärten den Koran; bekehrten viele Meger, 
GSuſus zum Jslam, und zerſtörten dadurch bei bie 

andern noch rohern Stämmen, wo fie fich verbreitet 
fa ändlihen Menfchenraub, das Menſchenſchlachten, 
beſtaͤndigen Fehden, wodurch das Land fo ſehr en 
ward. Cie beförberten die Cultur, Indufttie und. 
gelangten durch ihr Anfehn bald zum Bene großer 
reiten, breiteten fich als Golonie zuerſt am ailfee Re 
und gründeten fo vor etwa 1200 Jahren, den Anfang 
zer nun Fu don en ich weit gebiehenen feiedligen 9 
auf 5 ulahterraffe. 
Der Ausbreitung bes Islam entgegen zw « 
wurden baum in Gierra Leona bie u — E 
in bee Bulahfprage gedruct (ſ. oben); M 


N DarnaasalNlanaa „® Asaına nf Afalna rm r Ey As 


I Nordtand), Mandingo. 367 


durch Arabifche Catech ismen das Chriſtenthum 
Pisten er Bel feiner zweiten Reife 
er gern ibeln unter fie, 
auf der Küfte von Guinea find diefe Mandingos 
Binnenlond fon bis in das Königreich Daho— 
—— wo fie Malleys —T genannt, 
ls fehe nühlige Leute am Hofe des Königs mit 
tung, aber als freie, umbergehende Gefangene zu: 
m murben, benen die Ri ‚e in ihre Deimath 
x. Ausfagen von ihren weitern Reifen *’) ge; 
d bis ſeht noch umverbürgt, ober beziehen 
ther auf Züge der Gibbertis von Habefch her; 
da aus fand ein Verkehr ***) mit bem weltlichen 
$ das Binnenland in ber Mitte des ſechs jehnten 
zes flatt, 
Ba Mandingo iſt an der ganzen Weſtküſte von 
Ehrenname unter ben Negern gemorden, durch 
n feder gern auszeichnen mödte. Im Binnen: 
en fie als Verbreiter des Islam auch wohl uns 
wandten Namen dee Marabu, Marbut, Maha⸗ 
erflanden. . 
xi PBamilienähnlihteit;s Begenfag ber 
'b BlähensReger. Es ift eine ‚in der gefamten 
ihte gewiß fehr merfwürbige Beobahtung, die ſich Als 
fe sender befuhht Haben, aufdrängte, var nämlich hier. 
& ber Inbivibuen geringer, und bie Domogeneität der 
Maffen betrachtet, ftärker umb überwiegenber hervors 
andern Erbtheilen, Es hertſcht hier unter den Afri⸗ 
inwohnern eine große Nebereinfiimmung +), bie ihren 
> wohl in der Einfachheit und Gleihförmigkeit ihrer 
t bat, unter benen fie leben. Es ftimmen die weſent⸗ 
im Körperbau, Lebensart, Nahrungsmitteln, Tracht 
er geiftigen Entwidelung, bie bei allen biefen Völkern 
Be biefelben find, ja fogar ihre Spraden .und 
ıffungen in weitefte Fernen hin +) mit einander fehr 
m Kurz, es umichließt fie allefamt eine merkwuͤrbige 
Mickeit, auf bie wie weiter unten wieder zurüd konıs 
t (a national family likenels). 
us ben cultivirteften ihrer Werhältniffe ein Beifpiel 
die ſich hier bemerken ließen. _Dalgel, ber zwei Jahr 
‚ 60 geogr. Meilen (300 miles) lanbeinwärts von 
ehnte, fagt, daß in Benin felbft bie vornehmften 
ıten und Minifter dem Könige fi nie anders nähern, 
fie auf ben Boben hinkriechen und Staub auf ihren 
eib fireuen. Jobſon bemerkte baffelbe im Jahr 1620 


sel Binorz of Dahomy. p. 135. **) Bruns Erdb. 
site. IH. IV. ©. 372... ***) De Barros Dec. LL.5. 
!ol.58,b. +) ‚Mungo Park irav. £ 261. +t) Dlaus 
miane &, 63 und Durand Vey. Il, p. 315, 





308 Hochafrika. V. Mine. 5.7. 
am Gambia zu Tenda, 265 geogr. Meiten dayan enefi 


Browne daſſelbe in Dar⸗Fur, 600 * Meilen wei 
und ſelbſt als Symbol iſt es beibehalten im Eeiche Be 


D d ied In verſchiebenen Grup 
befimmtee oon Pl abaefonbert. “ ' 


Die Käftenneger 'weihen fo fehr von ben Binne 
eb, Fa F —— ——— — von dem ! 
. ee a un um et, 1 

der unter feines len, und der. in Merbinbung mit 





zu 
Vl 
Lebt, hat zwei gang divergirende Richtungen in feiner € 
angenommen *°*). " ' 
Wicberum ift ber Bergneger ber Mandingoterra 
Yulah völlig verfähleben von bem Neger ber Flaͤche, 
som Solofen +), ber deftig unb EraftuoH wie feine S 


und bebeutend iſt, dabei kriegeriſch und ſchwarz wie. 
oder vom @eramulli (Saragolees ber Portugiefen, Sa 
Srangofen) am Genegal in Kadſchaaga mit der glaͤnze 
Fr De Haut 2 

Aber aud bie Bergneger unter ſich finb wieberus 
riſtiſch von einander verfchieben, wie ber dem MWanbing 
ſehr nahe ſtehende Fulah. Do find gegenwärtig be 
einander. im Kriege tt). 


Merkmwürbig ift es, daß bie eingelnen kleineren f 
am Nordrande diefes Alpenlandes, das wir Mandingo 
nannt haben, in minder vortheilhaftem Lichte erfcheine 
Dodländer ſelbſt, und aud als auf einer weit niebri 
der Bildung ftehend, gefhilbert werden +44). Go t 
(hen Kofjou um bie Beloucataracten, bie feigen woiäl 
butaner, die rohen und bummen Roartaner und Bam 


Zwar Tann bier bei der geringen Kenntniß diefer 1 
zwifchen fbem Hoch⸗ und Zieflande noch von Feiner gen 
racterfchilberung bie Rebe feyn, aber merkwürdig bi 
die Analogie dieſes Baumes um bas Hochland Im Eh 
Gürtel der Schangalla im Oft; unb au hier find ı 
bort diefe rohern Voͤlker biejenigen, welde, ber größern 
am meiften das Loos ber Sclaverei trifft. Auch fie ' 
ſcheinlich Trummer früherer Barbarenftämme, die in die 
amern Gebirgsfäumen, welche bie Ratur felbft als fe 

er Aboriginervölker in allen Erdtheilen erbaut su’ hal 
ihr Aſyl gefunden haben gegen bie herrfchbegierige Ma 
Volkeſtaͤmme. 





2) Proosedings fof the Afr. Ass. II. p. 351. und 
**) Winterbottom Ace. I. p. 206. **%) Daı 
II. p. ges +) M. Park tr. p. 16. ++) M. Park 

HH Ware und Winterbottom, +t+r) Golbe 
145. usb M. Park p. 75 u. 0. D. 





= Mohn; Manager -- 865 


nenne MungoParPs guilteWeife über 
temittlere eecafte be Vebiehslandes im Dflen 
il onniree die um Minesfiuh 
. Ein Sißerifger Berigr. 


B mitgeteilten 
pe —— biefe 555 * fäken 
beteadpten, mas Fr weiter, uns 
Wanderung jambuk fofens 


, der ie Süeh fi 
—— 5 — mad, und fir in: 
— 
Li 
Hu —— am Nigerſtrom, wenige Donate 


»ölig zu 
on Gurte — A a cn eb 
ehe de en ey; —X 
— uns hehe Diefer @ebisgsfufe 


‚erbörtritt, * aber nur as aedehule 

rt * — Feiſebemne *) es find, welche 
noch zurücfenden konnte, ‚ber Tod ihm ereilte, 
biefe, * fragmentarifgen fatur en teine geos 

je Berwebuug in ein nes wie laffen; fo wird bie 
3 weni Mens als Bißosipgen t dem Schatz jes 
legten Beo Obachtungen des feltnen > fenden bewahren, 
VA Anbere über biefe Begenden mehr belehrt wers 


Mungo Park, welcher der Geographie von Ah dur. 
ES Bon eine neue © le — ee 4 
jehnjähriger Ruhe, die er im Soofe feines 
dr id ver hatte, gu einer. er gmeiten noch ges 
wen, zum dem Niger, von deſſen Austritt aus dem 
olande bei Bammaku an, gu beſchiffen, bis an fein 
It. biefem großen Enefeplu —X bewog ihn bie, bei ihm 
Zunerfiht gewordene, GHppothefe von der Iden⸗—⸗ 
It bes — Diaers und obern Congolaufes (f. oben 


‚ab u. 
we füheten begleiteten ihn And 2, en 
1 Dekan ren als —* 6 "unge 











Rombsieute und Freunde, vol GEnthuflasmun, 


| I) The Joumal of a Mission to the Interiot of Aftica in 
ihe Year 1805. By Mungo Park, Together with other 
Documents etc, with an Account of the Life of Mr. 
. Park, London 1815. 4, #*) Ascoant of the Life of M. 


Park p. IV=-XCV 
ug; FAVTEOHU, % 


570 Hochafrika. V. Abſchn. 6. 17. 


Dark wurde vom König von England zum Gapitain 
Afrika ernannt, zum Beſten bes Brittiſchen Handels 
dieſem Erdtheil, und Anderfon zu deſſen Lieutenant; 
Reiſe eine Summe von 5000 Pf. Sterling bewilligt. 4 
30. Januar 1805 verließ Park England, außer feinen 5 
Freunden noh von vier Sciffszimmerleuten beglei 
tanfte am Cap Verd 44 Efel als Laftthiere ein, warb ı 
Erlaubniß der Regierung aus der Englifchen Barnifon 
Goree, 35 Freiwillige zur Erpedition, mit dem MWerfpred 
eines doppelter Soldes und des Abfchiedes nach der Ri 
kehr, einen Öfficier, Lieutenant Martyn, und = Maı 
fen, um bas zu bauende Kriegsfaßrzeug auf dem Nigerſti 
damit zu bemannen (fein einziger Neger war mitzugehe 
bewegen). Er ſchiffte dann den Gambiafluß firomanf 
Kayee, in der Nähe von Pifania, von wo er au sum 
ſten male feine Reife begonnen hatte. Den n6. April ni 
in Kayee (fprih Raji) auf das befle vorbereitet, Hofftı 
in 6 Moden (alfo Ende May) ”) nach einem Briefe 
Hof. Banks, im Wafler des Niger die Geſundheit fel 
Frau und Kinder zu trinken. 

In Kayee, am Gambia, ließ fid ein ſehr tüchtiger 
treuer Mandingopriefter, Iſaako, bereit Anden, als 8 
ver und Dolmetfcher die Garavane ber Weißen zu begleit 
die exfte, bie wohlbewaffnet, mit einem reichen Zransy 
von Waaren, Geſchenken und Inſtrumenten verfeben, 
innere Afrika betrat. 

Die Abreiſe von Kayee, dem benachbarten Pifania ı 
Mabina, verzögerte fib bis zum ı2. Mai, wo fchon 
befte Jahrszeit zur Reiſe zur Neige ging; denn an die 
Tage ſtürzten die erſten Regenſchauer mit den Torn— 
herab, welche dort den Europäern fo gefährlich find, ! 
nach 4 bis 6 Wochen in die tropiſchen Regen übergef 
welche den — Caravanen den Untergang dee 
und auch der Europäifchen ihn brachten. Seldſt Mege 
ravanen veifen in folcher Zeit nie, deflo gewagter war bi 
Unterneimen. Nur die Alternative, entweder die fehr € 
bare Reife noch 7 Monate zu verfchieben bis zum Mes 
Ber und December, oder in größter Eile das Nigen 
zu erreichen, ließ raſch den Entſchiuß zum Aufbruch fei 
Unvorberzufehende Hinderniſſe hielten noch länger auf, 
man erwarten konnte, wie das —I der Laſftthi 
der Menſchen, Schwierigkeit der Flußpaſſagen, Streit 
Negerſtämmen, mancher Unfall, zumal auch ein gerei 
Bienenſchwarm "*), ber 7 der Packeſel toͤdtete, viele 
Menſchen in den fchmerzbafteflen Zuftand verſetzte, bie ge 


2) ©. Life 0, a. ©, p. LXII. **) Park Journal p. 3 





Naordrand, Mandingo. 371 
u. \ - 
ie jerfistenigte,. und beinahe ber. ganzen Reiſe ein 
Enbe Beheree R Abe ber. gungen Blrfe 
: om ıı. Mäi bis 13. Sun, länge dem mörbliden 
Bis Bantia (15 Gr. 22 Min. 30 Ser. N. 
) ”), blieb DM. Park auf dem alten, ifm aus ber ers 
Beife bekannten Wege, deffen mir oben gast Baben; 
von Faufim in der Mäde des obern Bafingflufp 
manbte er mit feiner Caravane weiter noch; 
ts, umd wagte fich durch ganz neue Keviere. 
det erfi genannsen Wegitrede haben wir nur Wer 
—— Dbigen, ©.355,. zu bemerken. 
enweg ging, wie früher, immer von W. nach 
weh Madina am ordufsr des Gambia hin, doch mit 
von Sehen Rrümmungen, den 14. Mai im Of 
Kuffai (oder Sifefunda) Eintritt in die Simbani 
llönisfe **). Den ı6. Mai tiber den Neaulicofus, 
a Über ben Nerico, Jenfeit deffelden, Eintritt in bie 
mb Waldmwildniffe, mo bie erſte Gebirgokette des 
zambes der Bergländfepaft im Oft von Gutitabba, 
ter 15 Gr, 35 Min. 35 Sec, N. Br. überfliegen wurde, 
welcher der Nealo Robafluß fließt; ben poß 
ite Park, wegen der ſchönen Ausſicht, Panorama hill, 
bier an dauerte num die Berglandfhaft*“*), und 
mir ihrer höhern Terraſſe zeigte fich wieder dee Schi oder 
Bntterbaum; der eıfe im Oft ven Sibikillin, deſſen 
feucht, mit der er reich beladen, Ende Mai noch nicht reif 
‚Hier zeigen fi wieder Eifenerze im Boden, und Ei: 
Igen der Bergbewohner. Im Of von Baba (Ba, 
6), von mo an der Gambia feinen bisherigen, uns unbe: 
term Lauf, von ©,D. her, gegen Weſt plöglich wendet, 
jt eine felfige Bebirgslandfhaft an, bie überall mit 
ezfelsträmmern und Eifenftein überſtreut if. 
jefe Landſchaft führte der Weg über Suiifunda }), 
deutende Stabt mit 2000 Einwohnern, durch welche 
e Dandelsfirnfe von Bambarra führt, wenn bie andern 
Mt duch Krieg verfperrt find. Die Bewohner Handeln 
FErrdit, den ihnen Europäifche Handelsleute am Gams 
6 Nunez und zu Kajaaga geben. Daher nennen fie 
HFuli, im Gegenfag ber Slati over Händler, melde 
air eigen Gapital handeln. Sie wurden vom Könige 
im Futo Jalla zum Islam gezwungen. Die Handelelage 
neuern Golonie ift fehr günftig, zwiſchen der Quelle 
an Zufluffes des Gambia und der Waſſerſcheide 
jaleme, 































#) Park Journ. p. 65. *H Park Journ. p. 18, 29. 9%) Park 
Jouzmal 2. 26. 4) Fark Jona) Pr: de 
as “ 


573 Hochafrika. V. Abſchu. Pe 27. 


Den 7. Aul. erreichte Park, jenfelt ber Wal 
zwiſchen ambia und Senegal den Samen ”) b 
linten Zufluß, welcher nerbwärts gu zum kei 
feinen Nomen von den zahlreichen @ileg 
die fich in feinen Waflern baden. Die 

sterraffe die äußerſte, landeinwärts ar 

elle der Elephanten zn ſeyn; bemn 

* keiner weiter erwähnt bis ei wieder am 
unterhalb Sammaku wo fich unter ben Nigerce 

auf einer Inſel ein fehr großer Eier t zei ee os 
| Nach Ueberfegung bes reifenden Balemme 
Goldminen von Shrondo ), wo bie ger 3 
kungen ber Tornabos⸗ und Tropent für bie 
heit dee Europier einen fo furchtbaren Character au 
(f. Climalehre, Tropenregen), daß (gen ı9 Krank 
Garavane fich befanden, und —— 

ein Zietern ihn überfiel bei vem Gedanken 
Hälfte des Fr gemacht ſey. Diefer Det, Ki 
liege an der Gübgeenge des &» Ideei Serbien 

eine BViertelſtunde von ſehr reichen eg . 
Darts umfländlicher Beſchreibung gang bemen. von ! 
gleichen x oben Bambuk, GBoldterraffe), und durch! 
aus den leſen Sand und Quarztrümmern bearbei: 
den. Auch eine Tagereife weiter im Dflen gu 1 
fanden no giel teſche olbfanbwäfgpereien. ".n 
wirb. an ten in suben bis 19 a Su 
wonnen. Er gehört bem hr weumtn B 
gebirgstette an, zwiſchen dem Iuß Zaleme 5 
‚und Fluß Fing ing), ober dem obern Gere 
bie — — zerſtreut liegen, und wd ve 8 

eiben Erdart, mie Eifenfleinen und Duargkiefein 
Kaubtueier abwechſelnd vorkommt. Die 

reich; denn aus einem halben Pfunde Sand wufch, | 
Gegenwart, bie Negerin, in Zeit von —5— Minuten, 
Gean Gold, alfo mehr als zus. iſt ſehr bei 
ba bie reichtten Goldwaſchwerke in Braßlien (ſ. 
Trav. in Brazil p. 227) aus ↄ2 Tonnen an no Braı 
d. i. nur za Theil des Cascalhao oder bes aufgefd 
ten Sanbıs, ber das Braſili 9 Gold liefert. | 
päifchen Bergwerken werben öfter Kiegerze auf Go 
welche ums sscre Theil diefes DRetoles gebe 
zwar mit Bortheil. Diefe Afrikaniſchen Belbmine: 
treffen alfo die genannten bei weitem, und wuͤrden 
dentlichem Betriebe unfreitig ſchon einen 1, ſehr gref 




















Park Journal ’p. 50, 142: **) Park Journal 
und Addende — 








675 


Eproabe fen fand ame Dark, Bei hem 
—2* aıfa aus. Romalia Im 
Ianbligolande CH oben re Ft große Sammlung 
„und birfe vermehrte er, zu beffen großer 
a —— en Uceberfegung des Neuen 
skamenses?), Deren DB. Yard viele Eremplare in dem 


men ern 
Ben biefem Dete beginnt bas wilde Zelfen ebir e Rons 
Di, nie en bie von Park, a dem Gors 
rn aniten befchrieben werden. Die Lands 
ne nimmenE einen somantifhen Character an, voll 
| wildes er, erteilten, Gulturgegenden * 
⸗mit weiten —— don den Höhen 
kuschwästs 0 tenen, Er mtbäler zum en J 
‚und 82* ee“) anf bie Hochgebirge ber 959 
* Streeiden nah M. Paris 
— —— en N 
berge von n t. uf dieſen en 
* am, ebwohl in großer Menge am ZJuhe in der 


liche Gonasdire e voll unwegfamer Strek⸗ 
8 feiner erſten ® Adreife Tonnen gelernt hatte, 
een biefes mal vermeiden, und wählte 
ia aus, einen nöcblihern Weg, : dee aber 
fo 26 zu feinen Gunſten ausſchlug, und ſelbſt ein 
sewefen gu ſeyn ſcheint. Wir erhalten Beinen Auf⸗ 
in feinem Journal über diefen Umſtand. Mon hier 
ber Weg durch Konkabu und Futadu. Pafs 
bag Selegebirge von Tambaura im R.D. von 
Sajenimiia*"""), wo das mächtige Ober: 
.n ontadız refidirt, umb ein flarker —e 
wird, „unter 23 Gr. 35 rare De dus 
on ba a⸗Li oder Ho , 
She e von Waflerfällen in einem Bette von Bas 
— bildet. Fe Oſten T) deffelben, Dre 
Aderland, bis wieder zur fe eisgebizgigen Waſ⸗ 
Ba⸗li und Ba: fing. teiche ˖ vol 
die Wälder voll Affen. Das ——ã— 
—M, reizende Landfchaften im geöhten Sl, 
Pr Übestzeffen, „was Dart fonft geſehen. 6. Jun. 
Ge fngfluf, Der im fchwantender Fähre überfhifft 
we PA nur KR ef iffbar, veifend, 2 Fuß hoch ange: 
noten edere Seemeilen ( pa) in 


a eat ine Anwohner, bemerkt Part 








. 








52 















He 





H 


v 
H 


* 










ſeinem 


«) Pırk Joumal p.58. **) Park Journal p. 6Go, *#*) Park 
Joumal p. 7 +) Park Jourasl p. 76, 


374 Hochafrila. V. Abfhu :& m 


ebuch, find insgeſamt Diebe. Mon ba oflmärke, 

—X Reife an .— 
bee Erſch lagenen, aufgethürmt von ben Worliberreifen! 
gang nach Art ber Grabhügel oder Caiıns im Da 
math, in Schottland. Keine gebahnten *) durch di 
Wildniffe, oft jerſtreute ſich die Caravane, die Bafttbi 

+ Gepäd, Boldaten, Kranke, Müpe, neritrien fi, mi 
„angefallen von reißenden Xhieren, - vorzliglich Wölfen 
Löwen, oder wurden won Räubern beftoplen. Kramfe 
ben, Gepäd verunglüdte beim gefährlichen Ueberfenen 
bie reißenden Ströme. Dabei fürsten plöpliche Kornabed 
Bald Soli auf’ die Reifenden herab, und jebeumal 

‘ Gieberanfälle die Folge bavon,. öfter Deliricem umb, 
mehrfachen Wiederholungen ber d. Die Löwen, 
Wöife fielen im Lager Nachts die Padefel an- und 
fie auf, andere Rürzten von den Abhängen, noch andere 
matteten und fielen unter der Laſt; ebem fo bie Mferde, 
wegen der unerhörten Anflrengung und. des Mifmuths 
die Denfhen. Beim Durchfegen des reifenden Monda 
fluffes_tonnten bie Lafkthiere und bas Gepäde nicht } 
einem Tage übrrlommen; Jfaako, der Kührer, mi 
von einem Grocodil erfchnappt, umd nur nach blutigen 
Kampfe, im weichem der Ugerfprodene, ber fehon halb it 
Rachen noch mit den Daumen ber Beflie bie Augen ein 
fieß, wie durch ein Wunder, obwohl flärk vermumdet, Det 
Tode entriffen. Allee bie bewirkte vielfachen Aufenthalt 


Den 11: Juli nah Keminun'**) jenfeit bes A 
ober Basli:fluffes, die flärkfte ummanente Feftung, | 
bis dahin, Park in Afrika gefehen hatte, bermohnt von eind 
BER habfäcptigen Oberhaupte, und von da an bie Gebi 
— in Fuladu, von den feechften Diebrn und 
Senräubern bevölkert. Die Befchreitung des Ducdm 
ber größtencheils kranken Europäer erregt Sauber, 
der aus ‚gefällten Bäumen gefehlagenen Notährüdte 
den reifenden Ba Wulima, den öftlieeffen Arm 
negel (unter 14 Br. ı Min. N. Br. und 5Gr. ı 
= 2.), mußten dennoch don den dortigen Megern nu 
gemiethet werben, um die Laſten Kinüber ju transporii 
denn bie Dadefel konnten nur durd den Strom fc 











men, bie ;opder waren aber insgefimt, ohte Ausmahm 
J trank, Kein Wunder, daß unter dem borfigen Beranege 
das Gerät von ber Garavane der Weifen voraus, J 
ſey ein Dawmulafong, d. t. „ein zum Auffreſſen 
sefandtes (a thing sent to be eaten), 





*) Park Journal. p.81, 86. **) Park Journal Pıg6, ı 


„= Rocbrand, Maubinge. 75 


Geh, - in der Stabt Bangaffi, unter 14,8. N. 
Be’), im: Meandingolande, die befefi 1 war wie Keminun, 
ber oire bis fünfmal fo groß, fand Park bei bem bortigen 
— dem Serenummo,, ber von dem Beilen 
son bei feiner erſten Reife gehört hatte, wieder eine gafl- 
kunblide Aufnahme und Verfprechen eines fiddern 
Ileites im das Königreich. Bambarra bis Groo. Dapin 
te ibm fein Sohn begleiten, welcher 300 Minkalli Golb' 
WW Eribut an den König in Gego gu zahlen hatte. 

Gier kauft Park neue Eſel und neuen Mundvorrath. 
fünf Seldaten und die Zinmerlemte weigern fi weiter zw - 
hen, und bleiben im Orte, muthlos zurlick; mehrere ſter⸗ 
B auf dem Wege. Die heftigken Tornados Überfallen 

Caravame, Park felbft eematttt, muß der Treiber feines 
Ka fen, das mit Reis belaben vor ihm her ſchieicht. 

ie Ströme fchwellen immer mehr an, die Wege werben 
5 und fchlüpfeiger, in den Nächten die Wölfe und 
sablreicher, dreifter, ihre Weberfälle um fo gefäßtli: 

; da fie Witterung von den hülflofen Kieberfranfen zu 

Seinen. Den 30. Juli_waren alle vom Gambia 
ntgenonmmenen Efel von den Beſtien aufgefreflen oder fonft 
Me Ermattung Hingefallen. - Der Weg führte durch viele 
Mden legten Kriegen zerftörte Städte. Auch Anderfon, 
herts Squwager, wird krank, und diefer träge ihn auf feis 
um Rüden durch ben Strom bes Ba Wulli, den er, obs 
whl felbfk ermattet, noch ı6mal hin und her durchwatet, 
mden ganzen Zug berüber zu fchaffen. Wei jeder Sta⸗ 
im bieiben nun Patienten ober Xodte zurüd. Mur der 

lid des legten" Gebirgszugs **) und ber Sedanke, daß 

fenfeitiger füblicper Fuß vom Nigerfitome beſpuͤlt wird, 
km erflen Ziele der Meife, nur dieß exfällt Park mit Ef 

und Kraft zue Ausdauer in ber grauenvollſten Lage. 
Bon Sansafll ‚wendete fi ber Weg, der bisher von 
nach D. ‚ging, wieder gegen S. O. Den 15. Auguſt in 
mbila *"*) Bam Part's mandingoifcher Wohithäter, 

Yo von Ramalia, der dort Kunde von dem Durch juge 

ißen erhalten hatte, feinem alten Freunde hülfreich 
Ütgegen, um ihn ® unterftügen und mit feinen drei Gcla: 
Sego zu begleiten; ein Übercafchender Troſt in ber 

von 2 

Den 19. Auguft wurde bei Toniba, fübwäris, das 
ge Gebirge +) Überfliegen, welches die Waflerfcheide iſt 
viſchen den äußerfien NüböRtigen Bweigen des Senegal 
ab Niger. Hier fahe Park zum. zweitenmal mis Werwun: 





) Park Journal p. 115. **) Park Journal p. 115. ») p- 
237. +) Park Fournal p u P P 


f 


—3769Hochafrika. V. Abſchurth. 15.! 

derung den Niger feine ungehenern Im pi 
währen, Er * — bit breiter, hle 
an feiner Quelle, als ber Senegal und & ! 
Barte, obwohl «ine Engl, Meile Breit, do feine Ti 
nicht Überfhwenımt, Nur mit Mühe Biegen am 
Guft die ſchwachen Hefte der Garavane bie Reiler 
Dinab, zum Ufer des gewaltigen Stromes bei War 


Diefes Ziel war hocherwünſcht, aber auch fef 
erkauft; von 34 Soldaten und 6 Zimmerleuten, 
Sambia verlaffen battın, kamen nur 6 Geldaten 
Bimmermann zum Niger, Überhaupt ven 40 Europ; 
22. Unter ben Zurüdgebliebenen, welche den Ri: 
ſahen, war auch der kranke Mahler Scort, dee ba 
amd Anderfon Bam todtkrank zum Niger. Die ( 
erreichte diefen Strom erſt 7 Wochen fpäter als 
am Gambia berechnet hatte, und der gu Abi 
im Grunde allein der traurige Ausgang zuzuſchreib 
def ließ Dark den Muth in feiner verzweifelten &ı 
finten, da nun erſt die größte Gefahr deoßte; 1 
feblten Zimmerleute, welche die Boote gur weite: 
ſchiffahrt harten bauen ſollen. Indeß fchrieb Par 
Tagebuch: es fey doch einer Caravane Europäer 
großem Bepäde gelungen, durch eine Strede von ı 
Seo Engliſchen Meilen in das innere Afıila durchzi 
und aller Widerwärtigkeiten ungeagptet, ohne Blutv 
immer in guten Vernehmen mit den Megern bleib 
ey ferner nun ausgemadt, daß auf jeden Fa 

ageenballaft, don ber Küfle und dem Gaı 
zu Londe auf den ſchiffbaren Niger trausportiet 
Lönne um von da auf bie großen Marktpläge bei 
woeiter zu Seiffe fpebirt gu werben, und bei trocku 
zeit begannen, würde, bei einer zweiten Sarapaı 
defielben Wege, von 50 Mann, do nur auf einen 
von 3 bis 4 Bann zu rechnen fon Ein vortf 
Ausgang würde demnach für Eucopäifige Handelsc 
unter dem use einer militaisifchen Escorte gu 
zen feyn, wodurch bem.Brittifchen Gpeculationggı 
Dinge, bei dem Ueberfluſſe ihrer Fabrikate, wieder e 
Canal zum Abfage an viele Millionen Bewohner 
nern Gontinentes von Afrika eröffnet wird. Dies 
Colonel Borbon *") feine neue Erpebition mit | 

egerregimenter von GSierra Leone gegründet, ber 
ex nemerlich ber Afrikaniſchen —— vorlegte, 




















” or I p. 143. °) &, in Mungo Parks I 












weile a " begann Part 
DR a ne unten bei dem nie une 


. wie nur ne ur Sorte), ne 


ee. 
Reiferonts erläutert, daß bi Imelfe 
— A — 7* vyon 
te il —* * er ta jur Geld — 
et; eil aber 
"qubern he * M. Park at dee 
on mund, mit bewundernstaliediger. 
afronomifge Breiten unb einige 
cht und biefe mitgetfeilt. D 
n guer Journal, Öftte die 830 
Directienen gegen den Horizont, fo daß bie 
nen als Grundlage der Karte angenem 
fi ’ Dabur wurde aber Dark’s Reiſe⸗ 
e ven 1805 * weiter gegen Norden gerückt, unter 
eu Deeiten, «is fie auf jener Rennellfpen Karte zu 
a Reife, 1796, hätte ber werden müffen. 
 Geureheifang Berzeichnung der 
Parts —* —*X im 3.2805. . 


Bweites Kapitel. 
7 He öflie et bei 
a al TEE ge tfegung bei! 















6. 18. 
"Griäuterung . Das KRonggebirge. 


‚ Biefer landeinwärts gebt unfere Fenntniß nit, und 
Binnenland von ben Kong, b. d. Gebirgen, . unge 
By ©. 7 © abe und weiter oflwärts bis zw 
Kumri 8 fie uns noch eine terra incognita, 
dl, I uns Sclavenhändler, Mauren, alte 
und —— darũber mittheilen koͤnnten, 
etwa Fo 
Qur biefe 67 M. Park **) und keine andere 
von Mara w om Nigerfieom im fernen ©. von 
nämli 10 Tagereiſen im ©. von Gego, aber im 
3. von Sibidulu auf der Mandingoterraſſe. 
Das Winnenland gegen ben Niger zu, iſt alſo eine 
abfehbare Ebene, uud wenn Gebirge und bas Hochland 





) Park Journal Adrertisement p .6, *% M. Park ır. p. 
940, und Bennell App. p. 


576 Modafiite, V. Mh. 


weiter gegen OF fortziehn *), fe a, 5 % 
(Mgen en a PORAR DÄR a —* 
ſicherung zieht dieſes Hochgebirge mit. gar Seiner, 
doch ſehr geringer Unterbrechung, unter dem allge 
Namen Al Kumri, von Aſchante bis Habeſch, na 
einflimmigen Zeugniß allee Reifenden von Gudan 
Dieſes Kong ift bas Gonjah bes Beaufey, uud -Gon 
»’Anville. Durch die Meiferoute des Scherif Impamm 
lernen wir im Oft vom Kong und im Gäd vom Nige 
Megerreich Tonouwah kennen, beflen Hauptſtadt 2 
ift (Affianthe der Wewohner ber Golblähe?), Ya 
(Gebiete diefes Reiches, das nach der. Meeresküſte 
das Land ber Chriſten ſtoͤßt, folge eine Kette von | 
gen der andern, und mehrere baven ſollen von erß 
bee Höhe feyn. Ein Theil derfelben iß mir dichten: 
dungen bebeckt (der Nordabfall?), ein Theil ar 
Terraſſe?), ein Theil if noch volllemmen Wühe, 
größte Theil ift mie Weideland und unzählbaren H— 
- von Küben, Ziegen und ſchwarzfarbigenü Schafen 1 
welche mit Kom und Weiß die Hauptnahrung ber 
wohner ausmahen. Dieſes Hochlend iſt im viele Mi 
Staaten vercheilt, die meiſt monarcpifche, einige bavon 
republicanifhe Werfaffung baden. in monacrchiſch 
das Mahomedanifge Königreich Degombach, deffen 
nee (f. oben $. 15. ©. 331.) duch bie Kun Eu 
ten zu zähmen (Calfo wohnen fie wehl am Norbal 
von Hoch: Sudan) vor ihren Nachbaren auszeichnen. . 
ihre Land ift die Paffage der Mahomedaniſchen Ha 
leute +) zu ben hoben Binnenländern, aus benen 
ven, Gold, BHeilfame Nüffe (Gooroo) und andere 
ducte auf die Märkte von Zombuctn, Kaſchna und $ 
gebracht werden, Dieß find die Straßen deren wiı 
gebabt Haben, auf welcher die Mullahs nah Dal 
und Aſchantee gelangten. . 
Dier mögen auch wohl bie Gebirgsletten feyn,. 
Marmol Fi) auf feinen Zügen unter den Maurifchen 
deisleuten Quen (kong) und Alarb nennen hörte, ' 
oder noch weiter im Hl, im Süb-von Wangara, deng | 
gara des Leo Africanus FF), müllen die bo en & 
soffen liegen, von welchen au. Marmol die Nachrich 


'*) Rennell Appendix b. M. Park p. LXXXVI, uni 
. ceedings I. p. 220. *%) Jackson Account of Ma 
2. Ed. Lond, p.® o. ***) Proceedings of the A. 
tion. 1810. 8, T. Kr. 175. +) Proceedings a, a. 
177. Y#) Marmol Africa. T. I, p. 33. 7) Leo 
canus von Lorsbach p. 405, . 


Nordrand, Konggebirge. 5. 


m Handelsleuten erhielt. Um von Mans 
Nigerlande), in. diefem , Goldlande Hatıs 

* man über ſeht habe Gebitge fleigen, 

lel 5 kein Laſtthier etwas. binauftragen 
\ Alfo-muß.man Sclaven. dapu nehmen, welche 
kund Mundvorrath in. großen teodnen Calebaffen 
‚Benn jeder. 100. Pfund trägt, macht man fo in 
Kg 3 bis 4. Stunden Wegs. Zugleich begleiten 
Bmaffnete ben Zug, um vor den Ahfällen der 
her. in dieſen Müftenrien zu galten Das Golb, 
man auf diefem Wege nah Wangata bringt, wird 
gmannt —32— Tibar, Tiber, heißt. immer Gold: 
weler als Geld in Afrika courfirt und überall zus 
Kmirbz denn 3. D. jeder, Manbingo trägt feine 


Li 2 

9. aus ER uns alle weitern Nachrichten 
und wir erfahren nirgends durch Au, ragen en,.ob 
Ainuität von Hoch: Suban mit 34 etbiopien 
attfindet; oder ob bie Meinung berjenigen ges 
if, welche annehmen, daß bier das Hochland durch 
6 Xhal, das Nigerthal bis zum Guinea: Meerbufen, 
ı umtern Gongofluf, oder nach beiben bin "burchbros 
tmüfle (f. unten Nigerftrom und oben ©. 295.). 
das Gefchrei nach Gold, Gold! ballt von beiden 
m. Weft und im Oſt auf gleiche Weife als Tib— 
bar!“ (f.,oben Fazufloterrafle $. 13. Erl. 3.). wies 
ıb verkündet ‚dort und bier gleichen Reicpthum ber 
eiche Begierden ber Menſchen. 


erung a, —— auf 


wir das Hochland von Afrika nunmehr nad feinem 
Umtreife, fo meit fig mehr oder minder gebahnte 
boten, umwanbert haben, aber nirgends ein 
in baffelbe uns zur Betrachtung feines Innern 
wen will; fo bleibt uns Bier nur übrig, über 
kannte Welt ein Wort zu fagen, bas uns aus 
inte der unglädlichften ihrer Eingebornen zugeru: 


it eine ausgemachte Thatfache ), daß feit Jahr: 
—* mientüfe — on en am des 

els willen vwegelmäßig beſucht if; und zwar 
9 Blanco im N. des Senegal Tübwärts bis um 


mol Africa T. III. p. 69. **) Jackson Acconnt of 
d. 1811. p. 296 u. a. D. *%**) Privy Couns, 
'adström Essay on Colonis. p. 484. 





zu Eunuchen 
—— — 


&b d D ter: Aegypoe 
In Bornu Idea abe Sosbparsien auf In @ 


vrrr-oo ur -- 


meluden ihre Weider wählen. 
Meit weniger giehen aus dem Lanbe ber 9 
li mit der Sennaar: Sararane den Nil hinab. 
(m werden einige hundert zu Abutige in ‚Dber 
**) gemacht; eber fo viele im Belt 


Dit der Mograbi: Saravane kommen wor: we 








egen die Be er des Hochlandes ausgeräflet ı 
Sen fo au. don Darfıe —* en Donga au di 
bes Abiad ) und ſeit einiger Zeit auch dom 
Fenan gegen die Tibbos von Denen. 73. er 
Wie, der Engliſche Sonfat am Höfe 
gan, von wo er ben Bey bes Landes Kauf eine fo 
venjagd ge en dieſe Tibbos dem Often hin zu 
3 — ſtand, ale ein Fieber ihn dem Leb 
feines Aufenthaltes zu Nurzuck wurber 
2 Fir * dortigen — $000 ſolcher 
enen ünggligen gebr — * 
e von Jahren hat di A 
lichen Sclavenfangs, melde: rg —X 
haben wird, im innern Nordafrika sang e überha 
men, und ven 9 augen pelitifchen nd + x 
gen in ni ge ——n dead set r 
ofluß fo au er die ex 
Pot Berhältniffe geworben, thinde 














Communication mit Europäern, und ee Don 





iMRepbeanb, Eonggebiege. 862 
——— Obne fen Uni 8, baden Über 


* würde der ‚mitten, 
Yin sin Guinea, A je jedermann 
—— * Edindurg. alfo eine ganz alls 


te der Sagdpartien (Selaty) auf Gtiavenfang 
— Theile 3% Die — von ae . 
im weltliden von ber. Guineatü 
oli Famen früherhin von —— vielen Selaven 
ufuße Jühelid 7 bis 800 ), jett wahrſcheinlich 9 mr 
1 ber Zahl fehr vieler Sclaven erfahren wir gar 
0 Ya. je body verkauft werden; fo 3. B. theil 
1: in Boos u Siourh und Egneh bie Sclaven⸗ 
ein mehrere Such ige, che die Garabanen nach Cairo 


Attai d 
ge anf, bie rite won et 2. 
ei (ne Diet —X 
aus bem (sit dem anten 
betanne *"*). Eben jede wir 


der Käfle Mozambik ziehen bie delegeſell ſchaf⸗ 
ee 255 bis —8X * ——* 
gm ber Sclaven gu a deren — 
In Mojambil F) 15 bis 16000 
—* it über 4000 (f. oben ©. 166). 
von hy an 8 3 und ©. daſſelbe Schickſal 
wir nicht 1. B. am -Worgebirge der 
ie fon —X* ehe hie eingeführt wurden. 
der de rechnete man immer auf einen weis 
Bogerfclanen, davon bie mehrflen von dee 
— wurden t}). In Sraaf Reps 
ie fggae Iede Bauer im Durchfepnitt feine 15 
A ählung von 1810 lebten in der 
. ), außer 19704 Hottentorten, 





1 


Ioraemann a. a. o. I. p. MAài. PR Jackson Account 
"Marocco. 2. Edit. Lord, 1811. p. 290.3 Proceedings 
"she Assoo. eto. of Afric. Lond. 1810. T. I, p. 51. und 
ekson’s EI Hage Shabeeny Account of Timbuctoe and 
zusa ic, London 1830. 8. p. 22e. ***) @eogr. Nue 
Bi +) Fpid. Colin Notice Mozambig: ue in 

ie ran Annal. IX. p- 3 Salt Voy. 

Barrow tr. in 4 Africa. T. U. pı 209 a . 
b Semphell 0. ©, 525. 


562 Hochafrika. V. Abfchn. $. 18. 7 


die gewlſſermaßen ebenfalls als fol anzufeheı 
ber die neuern Weränderungen 

Dieß yufammengenommen 
Tante jährlich wenigflens gegen 1500 
den Sclavenhandel unmittelbar. umb 
mittelbar entjogen, bavon dem Hoi 
alle geraubt werben, fait feiner 
Seit der Anlegung ber Golonie von 
der Sclavenverfauf um $ abgenommen 
reien - — 3 BE 1. ——— n 
dort ſich aufhiellen, Haben ſich von biefer Küfkı 
Diefe Abnahme, fs wie — der Name Wilbe 
das Haupt derer welche die — bes L 
dels bemirkten, ge in dem fernen Benin fon eine 
sen Sqhrecken bei ten Sclavenbänblern, die oft felk 
nige (d. i. Kabofirs), oder A Reigen 2 
hervorgebracht, daß Bet jeißen A 
nen Commiffate des Milberforce Bielten 
drohten, wenn ei unter ihnen nur eh 
ei 


en 
Seninnfg itbem jeboch auch sn, 





HASHELTLAM 
—8 — 8BB 


handel und erbotgenen, ihren Dort 

geroußt. Englifche, Sranzöfifhe und 
Schiffecapitains führen den ind 

eine noch "geaufomere Art fort 

‚größeren “aber auch mit geö Gewinn 
ıt. Eine befländige ——— von 30 Linienſch 
den Wei Afrikas **) yur e des Sclavenha 
von Buena, würde nicht binreihen n denn Gefet 
füllung. zu verfchaffen umd ben Menfchenhandel zu 1er‘ 
Die Procepko| ben Tribunälen von Sierra Leone 
der Havannah gegen die Uebertreter bes Werbötes, | 
Hundert Wei ingen und Yustwege. offen ftehen, ti 
ungeheure: mmen toften. - Spanien und Mor 
haben inbeß dem Negerhandel bisher fortgeführt. 

legten Jahren er bei ihnen 

ift bekannt, ‚A, 1818 und ı 

Sclaven worden find, als in ben vier 
henden Zahren, wodurch die Goloniften bee Infel 

das —— dee Colonialwaaren von da erporth 

ten En m. Jahr Br Die ee ruhe: 

im fentlihen wol 8 jegt nor ine 12 
änderung erleiden en (f. oben bei Kongo. —* 


J 


* 









———— 
? ‚noll Lauer rom Old Calabar im Nabe 1806 in 
oeedings II. p. 387. **) Jachson's El Hage 3 

Account of Timbuctoo p. 269, 288. 5 







"3 Gisrbeand, Konggebirge, | 585 
BbOnölteenng ſtikas ſchã 

ig ibn (Ad man nn nee Bohr 

Bi: : einen großen en Xheil von Afcita und im 

Inte’) felbfl, ‚wenigfens im nördlichen heile, ift 

wi. an je am ebern Senegal und Gambia 


r J har fir a we 22 ur ben 
Bewohn Oorea ’ 
—* GSelaven (Jo ee⸗ 


























w im nördlichen Binnenlande unau 
mnd außer deu Selaven auch ſonſt noch vielen Men: 
Ins Leben Lofer. Daher machte Park +) bie traurige 
Hung, baß bei dem vielen Megerflanten durch welche 
Ian kam, und deren Bewohner einander doch fo 
wruendt find, meiſtens die Grenzen der verſchiebenen 
immer dünner bevölkert als bie — zeig⸗ 
Sehen, menſchenleer, wie dieß bei den Königreichen 
„Kaarta, barra, er 

noch die vielen l 
en Reihen ber ihr lichern * 
Tyrannei und Grauſamkeit der unum⸗ 
ten Beherrſcher, wie z. B. in Zebew3 theils 
bie abergläubiſchen Gebräuche und den Goͤtzendienſt, 
mech bie immer bereite Rachſucht und andere Bar: 
fallen, fo if es in der That bewunbernswürbig, daß 
unenland, und zumal Hochafrita, fatt fi zu ent⸗ 
,‚ immerfort und faft von allen Seiten einen Ueber 
a Boͤlkern darbietet. 

s den kärglichen Spuren ber Völkergeſchichte des 
ſchen Hochlandes, die wir im obigen an ihren Des 
ebeutet haben, wozu noch bie Ausfage der Beetjua⸗ 
‚, komme, daß fie vom Norden ber eingewanbert 
ensieht fih, daß Hier noeh vor ganz junger Zeit, 
den Jahren 1500 bis 1600 eine von innen na 
nach drei Ricptungen Bin fich erfirediende, R- emeine 
amderung, aus dem Hodlande nach dem Teflande 
funben; ur melde die Salla, Fungi, Nuba, Giaga 
hagga, die Mandingo, die Horden von Sul, und 


E no manche andere Voͤlker in bie Bergterrafſen 
ten. Uber auch feitbem dauert an vielen Gtellen 
Wrängen der Strandneger und Tiefländer burch die 
der noch fort, am Nordrande bis zum Güdrande gu 





Ibe So. *#) Giche Dlaubah Equiano Lebensbe⸗ 
7 * M.P —2 hl .23 ut} h +) M. Park 
2 1, td —— Rein, ©. 032, 










384 Hedefeite, V. —T [Te 


ben Dattentott a J 
a fe rd ur 


Binnenlande, vie gegen den 










Ein im Innern bewohntes und 
mit Wüfleneien bedecktes Hochland, 
* Eima und Lebensmitteln 
AR iſt doch wohl nur im 
—— und - er —* we 





thümliche, gleihf hugrublichere 
Kar in w, der Völker wie: ns fort unb 
Sende Lacher —— e bier SneERe RER 


—e— ar ai en. Bug, tm daß ein ei 
enwär eine 
Uch ausdehnt Die a er weiter merbmäste m 
cells neueſten ntbedungsteifen, denen wie 
en. weit bevölkerter gu ſeyn fcheint (ku 
ranje 
Eine altd Gage ***) von bem Wolke ber Zing 
ues), wie es die Araber nennen, das im He 
Areite auf ben Berghoͤhen von Alard unb Kong 
in wilder t leben fol, berichtet, ve 
außerordent A daß bi die gan ee * 
Mr een te Bande — n der fe von 60 zu 6 
e 
mit and jesubeden pflege, "und alles „was Be tr 


vorn —E zeigt ſich eine überw e Grm 
Bieten nn fh in — ae ölke: 
euren —X A — Srüße be Semi 
* det außerordentliche Kinbere 38 bei jede 





en Menſchenpaare, in biefem in 
den Erb le überein. Viele fuhen es dur 
ter andern 3 Golberry, daß bie € Regeren ereafie bi 
basfte aller Wölkerraffen 4 Und je weiter nach 
nenlande zu, defte 3* e ſcheint ſ —XRX 
Auch ber — 9) bi 
und bie. a Biete in Tombuctu fen ſ e deep 


wor hi 


ni Dlaubaf Grein e. 18 und 8 u. — Äh V 
e 
= —5 L Ya L —* An at Ä 





" ji, 00 Aonggebiu. — 


ididui irren San term dort nis 
Beiſch! a hart * — J 


ta 
—* he lebt, eben dar: 
Be in — Meinung treffe, 
uch bei Seite geflellt, ur, mag 08 doch wohl 
Erſcheinun — 
ben das emala, no "Dafeym des 
‚tu als einzelner M 18 Familie At 
I Gebieten im ‘A ade einen‘ geringerk 
Auge'des Menfchen ſelbſt Hat, in welchem bie 
———— —— eine 'gtößere ſey 
Es ſchant da nom , 
N erde Be Bas. "Hiper gefteigerte Prfine 


Bei tom die‘ Birtung einer nach unſern 
ad zume ſſenden unterdruten Gitelichleit, fon: 
‚Weines — — 
tn, noch ni —— v fehenlebene, 
iur fe, in ne An En; 
h m, in ihr tniffen zum 
fern Yeh am 


{ em, 5 
In einen entgegeng Kun ae. Unfruch tbar 
Geſchlechts eben fo Überwiegend. der Entwilhing 
ilig ſeyn mag, wie dieß ſchon Hippotrates *)’ zit gei: 
emühtesfo. fehen wir. im der iberſchweng⸗ 
tbnsteit und in der Menge" der Individnen auf 
feſtaniſchen Boden wohl ehem erſten Grund ‚wat: 
ea vom jeher: das" Menſchenleden dem Andern, 
ber es felbft defiüt, den "geringern Merth Hatte; 
mung, bie mur einer no u} nicht allfeitigen ‚Ent: 
T lechts sängehören kann, wo ſie nicht nur 
mei Individuen, ſondern in der Maſſe des Volks 
Bouter als —— Hersontritt. 


DE he vuirge So 





— 


te Kennenif len, mies non. dem Jnnern bes 

ei wen es Eur opaern gelaͤnge, es gu durch⸗ 
efonnt ift es, daß faſt alle neueren, ifoliet Reiſen⸗ 
— ihrer Unternehmungen murden. Aüch bie jüngs 
Kal —— amd Zaire aufwärts ſind ige aläaliäee 


en wirklich ſolche von Eutopãern heſuchte Han⸗ 
en, wie man, nach einigen Klreen Narprichten zu 









„üirrosn.nı äner. Ei Con p 9% . 


2306 Selkafre. V. Mbfleuriäicle- 


ensigt if; fo Gaben, den 
— 
Den Handelswe ve 3 on 5 
das Land ber Anzitoler und Rimiemaler Ha 
und Gampbell *) befkätige ae 
ofale ı 






Bon Mosambik und 
richte eines Fo 
wärtig eine birecte 
—* —hren Colonien in u "Bo 6 8 X 

tt, was auch Dos Ganctos (f. men © 
it berichtet; hr Mozambit und Gena kennen ih 
Bagiefen aber nicht mehr (f. oben: S. 15a und ni 
a8 Gegentheil behauptet Gorresa de Geres, 
Gebirgsiand zwiſchen beiden Küften unfberfeiglis 
Die Berfune ber Holländer anf der Hocht 
Gapcolonie, dur) das Binnenland von Afrika .| 
tapa **"*; verubringen, find unter Gapitahı 
Anführung nicht gelungen ; un au in neuern 
ben von ba aus die Werfuche ber Engländer, 18 
Dr. Cowan und Lieutenant Denovan mit so | 
da fie insgefame im NR. der Beetjuanen von | 
fegens ermordet wurden +), keinen glädlichern 
Sabt. . Won Durchells Reifen +7) haben wir w 
genauen Bericht erhalten. Des Altern 2.0 
urch das Hochland von ne 3. na 
deingen, naterblieb, obwohl Re 
Ben ber Küße ber Eemanlin, um a * 
genw m von eine Garar 
— das H —* in bie Mitte Afrikas +4 


em » Ne von Narea aus Danbels 

dura das Hediand na dem — Benin 
neas Mrecbufen gehn, dur welchen Weg bie 3 
bei der Entdedung von Benin (1469) N 
Nachricht — M von dem Beherrſcher von Dal 
annten Ogane oder Proste Joam) erhielt 
—— „so Leguen (18 auf ı Brad, alfo 166 8 
etter im Oft liegen follte,- und de ir Val 
—8 von Denia gu ſeyn bekaunte. Do fi 











ver Krite, © Cam 1 Polit. surve 
"an 1I 51. 634. 3 Bao ir {n jr 48 
Bennell Hlusrat, in M.P 
We Reife und — ** iĩ 
2381 216, „234. m» ie a * 


es, Paris 1821. 
nr Valentia ır. n. > ri 
IN. p. 13% 


. 


DROheenD, Rongpebiege, em 


— hen no tin Oueplen, THE 
weitere Runde erhalten dt. oben 
——— 
‚über Keng a 


fen: ”), * u dem Bande 
unb vom. — At im zur Goldküfte nach 


jorbene beisft: “er - 
® ar "Hodplandes ka, von 
1b der saffe über Teembo, Belle, 
„ Monda (Mandingo) nah Segu *""). 
bie von allen Seiten ſo rege gewordene 
lan dem Sunern biefes Erdtheils, uns & kurzem \ 
Auffpläffe liefern wird, „welche biefe bisherigen Nach⸗ 
die das tat won drei Jahrhunderten find, auf 
eife erweitern müffen. 







DeBarros Dec. L L.5. 1, fol. 38. b. **) Proceedings 
ed. 1810. T. 1} * ind Mm. Ben 2) Wan und 
Winerbopom bei Wadswom, Ess, p. 114. 


£ba 





Zweite Abthellune 


Uebergangsformen vom Hochlande 
Niederlande in Afrika. Die Waſſa 
ſyſteme und Stufenlaͤnder. 





Erſter Abfq nitt. 


Die Stufenlaͤnder und Waſſerſyſte 
don Suͤdafrika. 


§. 19. 


Par drei Ströme kennen wir bis gegenwärtig welcht 
dem Hochlande Südafrikas dem Dcean zueilen und 
geöfen ebietes wegen bei der dharacteriftifchen Bi 

8 gapen Erdtheiles von Bedeutung find. Der Zai 
gen W., der Zambeze asen D. bin, und ber größe 
oder Dranjerivier queer durch die Suͤdſeite deſſelben, 
falls zum Aethiopifchen Ocean fließend. Alle andern 
von untergeorbneter Art; jene entfpringen innerbal 
oberfien Hochterraffen, dieſe nur am Rande berfelbes 
va Vorftufen. Schon jene brei fliehen in Hinfidt 

afferreihehums nicht in, fonbern unter ber Claffe 
erften Range, dieſe aber find nur Küftenflröme zu ne 
von denen gegen &. bin, die mehrften, mwährenb ber 
nen Jahrsſeit, kaum den Namen der Klüffe verdienen 
deß fie zur naffen Zeit reißenden, verbeerenten Wal 
men gleichen, deren Fülle nie fehe lange anhält. E 
Sören 3. B. der größere Dlifantes (Elephantenfluß) 
der Bergrivier gu den wenigen, welche immer flieh 
Die gegen ©. und D. Haben alle große Sandbarte 
ihren ünbungen unb find während ber Ebbezeit be 
zu durchwaten); nur im Kaffernlande werden fie w 


*) Barrow tr. I. p, 378, **) Lichtenflein R. I, ©, 82. 





L sen. 3.20. Sranieſluß ꝛe. Sn 
elieeen. Ä 

ee Afrikas ve ſte ſich Häufig 
m. Gieime Gaben das Ges 






Er von © nah R. art 2 Tngenore de 9 
ıde el); . beide: brechen in Waflerfällen- eh 
a queer Durch, und Be fih eben ba, in r 
n; der Baite eh, deu Zambrje nach DR: 
beide Sue die DRitselterrafle Sem Dean in 
m. Beim Austritt in das Tiefland d- üben 
no Eataracten, Stromſchnellen, Eng⸗ 
— ** oberhalb Sena, ber Zaire obethalb Sun⸗ 
a dann ruhige ſchiffbare Ströme, die ihr kleines 
emmung — befruchten. Ihre 
eu gleichen ſich da daß die obern immer 
en, die mittlern, ke. bedeutender politiſcher 
wach — uutern hochſt fruchtbar und ungefund 
enabar ift hier der Einfluß bes allgemeinen Pa⸗ 
bes ——— der Einfärmigleit, w welche 
diefes Erdganzen wiederkehren. 
uns. hier die genauere Betrachtung des fük: 
n  Waflefpheme übrig. 


L: 


wr 


HH 


erfes Kapitel, 


Hoden. A großen Fluffeg ober 
Dranjefroms. 


ver. 6b bekannt 
—— * I Fe a0. einmal 


> 


Sazeros Ach. Or. in Purck. Pilge, I. fol. 1543.: 
N'Afr; UT. p. 229. Ihomann a. m.:D» Pigaferis 
'e8 p. 9. 32, Si; abst Relat, T.1, P; 48: 


Ye 


welche bie W 


Janſſens und Lichtenſtein (1805) m ſemem Ze 
Seitdem drangen die Miſſionare an verthieben 
bis zu feinen Ufern und weiter vor. Als Yohı 


1813) »* D im Auftrag der Londner Miffionsgefe 
e, verdienkvolle Gefchäft ber ee. 

verfolgte, bis beina MR 3 

erfolgte, naße zur 8 5* 

Fein nicht nur von deu Stromlende 23 

diefem dem Naturſtande fo gan 

migkeit und Erfehrung, bie J. Campbell über 

sichten über feine Entbeckungen gr efem Stra 


Dueligrimen er inte co 1a, 806. > ** 

wis, als dem erſten, welcher ben 

von DO. na W. Bin durchzogen 3.* bie aus 
—— ie gie | 

Seelenheil ben, d 

2 —E— — fire 6 * 
die Mi di bes b 

vr beforlen erden. ir Fe —2 Pr 

eit deſſelden iR uns leid Deſtinna 

—28 — —* —E osweiten 






















Erläuterung ı. Oberer Lauf. 


Der Urfprung bes Stroms if au ber DI 
Donterafie ber Bosiesman, in ber. no unbetos 
telBädde des Hohen platsaus, im Re der 4 





an 
u Qpaniefluß, Oochterroſſe· w . 
kart Bere age Mine —X 


die Stämme ber Tambo— 

NE, aber die der Mathimbe, Mabuana 
Bier —— lernte Gampbell hier kennen, bie 
tn d, und &.D. fliegen, umb zwiſchen Dem aan 
ae Süthreite fih unter dem Meridian 

in ein Strombetie verfammelt 
von D. nach W.. gerechnet, der Mal jalaseen, bee 
dee Alesanders: und bee Sratdodfiug “ 3 
ME Er ran 

m geoßen Fluß fe D 
—— der Malalaren hat EB al * 
(Boostchuanas bei Campbell); die Kotanas mens 
Bien und noch Andere nennen ibn das vor 
Die gu verfichen ſey, wird mi & 
— Ze haft an den n aufn biefes kroms 
Baffer, Bäume und g — fich in man 
igen, da rings ger al Sn — ft 
fehlt. © gelbe up ik 
pi — — Themſe —*— Nie Kim 
eht an m und 
kben fie. a der 36 de ber I —8 Bußröme bleibe 
Be ft gleich lieblich 
&s büntte Campbell hier ber —X Anblick von Süd» 
Ra zu ſeyn. Uederau find ur Erbauung 
Siãdien ges fihien leicht, Bi er Hide Be mo 
BE in ber Nähe zu Gampbelldorf war ſchon eine 
[ing gegründet, in welcher in Sprachen gefpre en 
oländifch, Koranna, Beetjuana, Hottentottiſch 
die jufhmänmerfpracpe. Nar anderthalb Tagereifen 
Er des großen luffes, liege bie Miffien Klaas 









melde ‚fpäter mit dem Namen Griquaadt ***) bes 
Murde, In ihrer Nähe find die beſten Furthen duch 

oßen Flaß, auf dem Wege, welcher queerd von 

führt, von Graaf Rehnett nach Litaku (Latta⸗ 

Dei Campbell). - Alle Straßen, bie bie zu ihm führen, 

nur mit den geößten Mühfeligkeiten und —R 

bereiſen, umter denen Wal hemangel bei Menfchen 
Bieh die drlickendſte iſt. Daher der Anblil feines 

Aefpiegeig ſchon die größte Freude verbreitet, neues Les 

STEH 

rängenb hinzu g 
ife feine Zeeude zu erkennen. Campbell fagt, 


Agtenſtein 8. S. 67. Campbell ©. **) Gampbell 
6.8, 300, 09. ua 6, Fu 





—F 
u 
enter”), ber ihn zmifchen 03 bie oa Gr 
Länge und unter a9 Grab _Morbbreite binrchfehte 
in 2 Arine’getheilt, beten jeder 1800 Buß (öno 2 
war, nebſt einer Inſel im ber Mitte; das Wall 
And, eiß einen Wagen init fort, ungeaptet der | 
Zeit der Üiberfegenden Korana, "Da wo ihn 
öfiechfegte, batte er im Zuli eine Breite von 
gt 20. Fuß tief, und felite zur Zeit den hob 
anbes "eine, geogr, Meile breit unb 50 Fuß ti 
Eid: 13 Meile abwärts der Furth drang der © 
die enge Schlucht zweier fleilen Felſen bindurt 
anfchmellendem Waffer ben Strom aufftauen ma 
obere Ehol’fhien ein großes Seebette gewefen z1 
durch die Schlucht erft feinen Ablauf ſich bahn 
and amdere Welsfchinpten treten oft fehr nahe a 
des Stroms heran, und ua? ihn bäufig ein 
im ref eingefhnitfenen. Bette dann Bäume u 
mie. füre, fo thlirmk.et hier leicht Dämme auf, 
Keen Wehren, duch welche ed- oberhalb oft in | 
Zeit zu außerordentlicher gi anſchwilit 
(8 Campbell, vom &. ber, ſich dieſen J 
herte, zeigten ſich weit und breit unabfehbare € 
er Burbars und Wilte Ebene nannte *"*), nur 
bergaigfen, doahre Steppen. Cr traf einen-fal, 
Btgt'genanmt, der einigemal verfhmwand und | 
Vorfchein kam, ; vielleicht zur Regenjeit auch 
{aß erreicht. ‚Die Annäherung des Stroms, di 
mmenb, werfändete fich durch einige Hügel, 
dutch Hehe; niebtige Bäume, da fildwärts : 
Strauchwerk ih gi te. Der Boden: war ro 
as erde überfchüttet. Der Strom gei 
fit wie die Thewle bei London: Brüde, tief m 
Hilfe’ war Raum und Weide für Millionen vor 
amd Hnusthlereit, aber keine menſchliche Seele 
weine Hilfe. "Unäbfehbare Sbenen +) mit Heide 
zogen, das weite Thal voll Tofee Steinblöde, 
tele bie Magen Frachen machten; Loͤwen umf 
Lauer, und Dorngebüfch (Halt ein werig, gen 
den Weg vetfprrete, Endlich fanden fig einige 
Her und Korana an der bequemſten I Tage ı 
Geſquaſtadt füprte, ur Hülfe em, 7 





„.") Barrow a, e. D. Zarz und 375. ) eigtg 
— 968. ee) Gaı ®. 16) und 373. :1)& 
ei 





BE 


vor waastr Eentralmiffiön " Diefee 
die Stadt Litafu der Beetjuanen nur 10 Tage: 
5 bie Gremge der Gapcolonie gegen Süd nad) 
Se zu ift ı= Tagereiſen ntferntz von der Quelle 
Zaren bis zu ihr braudte Campbell 14 Tage. Die 
biefer Gegend waren ein Gemifd von Mefihen, bie 
Arbbottentotten nannte; bei ihnen ließen ſich Miffienare 
che ‚cr nad fünfjäptigen ‚ Ermunterungen fierbahin 
ni ie zu wandern, fondern fefte Hütten zu, bauen 
vom u bearbeiten, ie ‚gingen mit. gutein-Beifpiele - 
nen großen fruchtbaren Garten an, ber jhom 
ae und im Jahr 1812 bie erften Trauben trug. 
ın bepffanztem a m idee Heinen Gärten mit Nürs 
Kohl, Bohnen, Erbſen, Hirfe, Mais und mit Kata 
de hier wie auf den —— ** ee m 
ebeiben. Bargen verbreitete fie “ 
ta Am mehräen * Kobad- PA au dem alle 
aner eine "unswiberfichli jaben. 


Fran 1868 Allee —8 jur — oecbit; eine au 
zuft fie, biefem Sodlande im Innern vor 

ip zum Gebet. Das Abendmahl ward gereidt, wor⸗ 

ee 0 sous L7 länder, Schottländer 
Mar. tenfchen Haben hier ſchon lefen 
nd hauen ey Ger ibel. Die Ba der Zuhören 
Ihe made, wenn Gampbell prebigte, immer dr. hun 


Pr a find überaus reblich, treu; auf hundert, —A 
en ihnen die Bauern der Tapcolonie Greit. re fie 
gaiot fhlau eng, fi vor den Veträgereien ven Beir 
are zu fihern. Der Bauer ber Golonie 

deine fie überall, Der Miffionar nannte fe weich, ems 
# unbebarhtfam, Leicht: vergeffend. Diefe Miffien, fagt 
»_ iR eine große Wohlthat für Suͤdafrika **)3 von ihe 
Dften din, am obern Malalareen find Walapize und 
Keul zu neuen Miffionen auserfehen, eben fo nad R, 
®, mit Ginfiimmung ihrer Könige und Yauptleute, 
„Rnig der Bertjuanen, fagte zu Campbell bei der Aus 
ihm gab: „Säle kehrer, ich werde ihnen Water 


We Zogereifen im W. von Griquaſtadt, bas biefen Ra« 
Ben Hauptftamm. feiner Bewohner annadm, Liegt bie 
Starion diefer Million, Borbcaftle ***), unfer ben Ads 
‘s in einer fhönen Landidaft, von 385 Eliebern ber 
% Gemeinde bewohnt. 
eftabt wird fon darum für die Sulturgeſchichte dieſes 
8* viqhtig werben, weil es die Gentrolmiffion zur Ver— 
y Ghriftentyums im Herzen don Aftifa anı größten 
U hier die Cultür zuerſt Wurzel gefchlagen und 
AR d in 14 Artikeln verfaßt, von ben Afrika: 


— 
mpbell a. a. D. ©. 192 und 320. **) Gampbell a. a. O. 
98 327,.293, 254. 9) 0,0. D. 6.327. +) a.0:0- 
30, 327, 328, 384- . - 


Kir 


306 Ginfenland.. 1. Abſcha. 6:29 
wen; —— ge 


Yen x —S die | 


"Gelänterung s. Mittlere Lauf. . 


un a Bege an Arömt w große Fluß über Hund 
ohne von feiner Normalbirection, 

8 "een und sgften Brad Sühhreite, irgendwie 
tend, I in feinem Gchlangenlaufe abzumeigen ; 
Mündung am Ocean —* er feinen einigen Zufl 

feiner Feiner Werhärtung. ein Mittellauf hat feine 
——6 an ber Norbfeite weite Ebenen, meifl 
En ce Saudwüſten, Fo der — niel 
u; fern (contrepente, deren 
— and DER 
x um Gteom 
Ufer’ entlang unmöglich machen. 

"Dee Dranje zeige ih Ki, wie auf ba 
ande, in feinem unentwideltften 5 3. 
sung bat ee mit dem Senegal 8 Em ei, * 

auslaufen mit dem Niger nur in 283 
rection, und mit beiden, wie mit dem Ri 
ch und an — pr nicht Tax 

ef € Niger wenigfiens nit vom M. 
eine in amdern Erdtheilen kaum wieder — 


Wirges, —e— — noch fehlt dem Strome da⸗ 
bare Uferland; nirgends iſt ber Boden mit 
Un den Quellen wie an ben Mündungen fanden 
amd Paterfon den Boden weit und — mit Gtei 
— — 
Bege, und I ee et Dale en uul 
ug Te binden je in den Weg *"), Fran Ya dan 
ber bie am die Ase in Saud fanken. er 
näß: breitet fi) vom vechten Ufer nerbwäcte, in b 
‚ aus, umd sicht in unbekannte Ben 
Be — fasten, Fu ff — = 
—— la ih Bilde Bieionen, darin * 
can fie e 
u beätigeen Die Ri Beranas Cs ’ =, 





©) Paterson Na. 7 · 68. *) Campbell . 
D. 6.204 Im Sr. ni 





— io ara win 
5 drennt, alfo ber elulee Conteak von 

— ‚alle Wechfel — in der 

us — nt Ein nieberfält. Diefe Ba 


a Dr BEE 


— 19 —* ——— —— * wege 


ever Graue. * —38 
* a — verwachſenes — und 
und ba in ber Wüfte, das mit feinen Hafen alles 
— t, mas vorlber; wieht. ee jene Sefıpkangen 
der baum mit. faftigen Aloeblätterm, 
kis 12 Fuß im * vpyramidaliſch an n 
nur ı6 $ AT fliehen a ae le 
— E —3 —R 7 iele j 
KH ie Zweige pflanzen bie v 
of von der verſchiedenſten ah 5* 
Korana, bie Hier im dieſen werlaffenften 
a wie j. D. in 5* — Hulmans· Rotes 
‚ hatten nichts zu thun als ſich wie ifre Hunde ins 
al ju fireden und bis gumnäcpften Effen ſich im ons 
fein zu laben. Sie fäen und pflanyen nicht, laſſen ihre 
weiden, verfchlafen die größte Zeit, ſchienen dumm, 
üdffanig, träge dahinyuflarren, ohne die geringfie Theil⸗ 
on den Sremden, bie mit Liebe ihnen entgegen ka⸗ 
Das Kommen und Gehen derfelben mar ia glei: 
4 u fagt Campbell, find fie in das Herz dieſes gro⸗ 
jelttheiles eingemauert, daß fie nicht einmal etwas 
einem Meere gehört zu haben feinen, Sie Hatten 
Willen, weder ob fie Mifffonare haben oder ob fie 
orten Gefege annehmen mollten; wie find, fagten 
ein n gerheiltes Volk und können nichts entfeiden. 

'), die in biefem Lande fo felten mie die Menfe 
feinen Bier wie fie in Kraals zu wohnen: denn häus 
e man an einem Baume ao bis 30 Reken und au: 
zunächft in der Gegend keine mehr. Es find Be 

fer, öfter von 4 Ellen Umfang, mit 17. Gingänı 
und mehr, für die Vögelchen fo groß wie Stiralige 
Anmerk. Griftallifationen; Mangel an € —88 
nen. Das tete Uferland bes Etroms um Hardeaſtie 
Öuferfte Rorbgegend um biefe Miffion, bis zu —E 

















Dan. Br, ")%.0D. 6. 344 367 
a ©. 33% 337,196, 35% 


556 Stufenland. I. Abſchn. 9. 19. 


vordrang, bie Welt⸗Endecke genannt, zeichnete ſich burd | 
Berge von Asbeſt aus, welche hier mit den ſchoͤnſten Farben, gri 
blau u. f. w. prangen, und zum Ausbeſſern ber Wege gebran 
werden. Gin Hügel bei Griquaftadt und ein anderer hei Kol 
Kraal, waren mit ben fhönften Cryſtalldruſen (ob Bergkryſtal 
bedeckt. Dieß ift darum befondere merfwärbig, weil ſonſt fı 
Ort in ganz Afrika (die Gryftallgebirge in Kongo, bie arag 
aruben am rotben Meere, und der Korundfand an ber Küfte v 
Guinea etwa ausgenommen) wegen ausgezeichneter cruftallinifd 
Bildungen bekannt geworben if. Sollte ba auch bie vollendet 
orm unorganifcher Bildungen "feltner vorfommen als in ande 
rhtheilen, wie es zugleich der einzige ahne Bulcan IE? Imm 
kin bleibt es fehr merkwürdig, baß.während Hochaſien am A 
durch feine Berylle, am Imaus durd feine Rubine u, f. w., I 
Gehaͤnge durch ihre Diamanten u. ſ. w., auf ähnlihe Weile E 
ropa und Amerifa durch ihre vollendetflen Groftallifationen m 
Zurmaline, Vefupiane u.a. m. berühmte geworben find, 
noch keinen einzigen Ebelftein geliefert zu haben ſcheint. Et 
mir nirgends eine Spur davon in ben Altern und neuern Merk 
zu Geſicht gekommen, fo viel audy im Innern Afrikas nah Ge 
gefucht worden ift, wo man gewiß bie Edelſteine nicht außer Xu 
gelaffen haben würde. Ihrer wird nie im Handel von Guhı 
erwähnt, fie machen nie einen Schmud Afrifanifher Könige au 
und feinen in der That ben Afiatiſchen Orient zu dyaracterifire 
zit dem Afrika doc unter benfelben Breiten, obwohl unter ve 
fhiebener Länge liest. (9. Mineralien.) 


Erläuterung 3. Unterer Lauf. 


Bon Koks: oder Driam: Kraal (ar Grab öoſtliche Länge 
nach W. hin, wird bas Ufer bes Dranje, der von ben 
wohnern nur immer der große Fluß genannt wird, fo & 
Berordentlich felfig *), daB man große Umwege gegen * 
Bin über die Berge machen muß, um zu feinem un« 
Laufe zu gelangen. Hier fcheint es, muß der erfie IN 
der Hochterraffe angenommen werden, welche bis hie u 
einer großen Fläche ohne fichtbares Kallen fi doch a U 
lig gegen W. ſenkt. Hier, oberhalb diefer Felspäſſe, 
wärts bin am Gtrome , liege das Grigualand, unt — 
derfelben nach W.. bin das Namacqualand **) Den 
dahinab hatten vordem fhon 2 Europäer nehmen wem 
fie fanden aber von den Ufern bes Stroms, bis auf 
vere Meilen Ianbeinwärts, lauter Felsreihen ziehen, 
welche Fein Wagen fegen Sonnte, und das Land fo. 
daß fie es für unmdglid hielten weiter vorzudringer 
nah Grigua zurückkehrten. Gampbell überwand mit WV 
treuen Hottentotten alle ve die fi in den n 
‚Seleklippen und mwaflerlofen, Beifen Sandwüſten entc 
fieliten, in denen Löwen, Schlangen und Buſchmänn # 





*) Campbell 6. 389. "9%, 0. O. S.324 


Dean Hocheerraſſe· * 
tt unſicher machten. Einige Zagereifen Im 
Araai zei . Yandfeaft | Pr ge en 
man tönnte bie Gegend bier, fagt. Gampbell, 
der Felfen nennen‘), _ DViele-Di Yin weit 
fe die Oberfläche, ‚dicht. gedränge und berall, etz 
— made, fentreht aufn nd in taufend 
und. zmifchen Be tiefen. linden ae 
Sem, d Belsufer per; 60 ie wohl 
die —— daſtehn (bie Beſchreibung et 
— —— des — aus, Böhmen 
‚fen bie Selfen Fk voll Auchähz 
a —— uk wie gehen: an Be 
m —— — San, any. fchwarz ‚ausfehend 
Kifen € ob —— dort?) ‚gebildet 
Die Scene * — Em graufenvol;. hohes 
Hlangen; Waſſer ſtand zwiſchen den —J 
Fi —8 von den Stromufern, immer tief, 
inein. Am folgenden Tage ſah eine 
—* gtoße chineſtſede Mauer, 9 Sul, Meilen 
ine Re br — ei Se tt 5 
je bier bie Äußerften Klıı etten umzog, ‚war 
em, —— —— | handen 
aber, und ‚die Bufhmä inner lauerten hier ber Ca⸗ 
fr tödteten auch einen Ihrer Führer. mit Gift en 
große Fluß, fagten bie Hottentotten, follte hier 
e bilden ;:4 Gampbell\-fahe nur 1 Kleine ——— 
ade Stromſchaellen in des graufenden Tiefe; 
hier zur Beit der Wafferfpmehe- fie ſich 
Re weiter oben ober unten liegen. 
Feen Ku Gtroms fegen weil ram DE = 
ge, ‚und bis zug erſten mie. der 
RE *), zu..welder: man einen fangen 
Ye Dis zu ihr brauchte © N 
* 35 Tage jur Reife, Pen liege. eine Pd 
w auf bürtem weiben Sandboden, ber nur mi 
va Büfhen bedeft ik. -Die AA iR un 
R, und O. von hohen, en, ſchwarzen 
offen. - Die Ufer des Dranje find, hier ſo 
pen bedect, daß man nicht an ihnen leben kann. - 
uft,- die von der nd u ihm Sinfühes, 
23 der achtmal verich want und wieder e: 
le Slußufer: waren nadte Zelsengen ohne Gras: 
! and ſchwarzfarbig wie im, Ofen gebrannı (von 
1); ia wumderbarfter Structur, in ungeheuern 
fleigend. Campbell flieg aus dem Srromepal, 


. 6,361, 9%) 0 0.0, 8.364, 373, REN 273 






598 Stufenland. T. Abſchu. 6. 19. 


bas hier wie ein tiefer, gewaltiger Erdſpalt die Erbe ber 
chneidet, durch eine andere Felskluft wieber Beraus; | 
ildete eine ungeheure Selfentreppe, a Engl. Meilen len 
Otufe über Stufe, deren viele bis Fuß bach und bafı 
zu Pferde äußerft befchwerlich zu beeigen waren (wohl 2 
zizontalfchichten oder Baänke eines — önacbiraes ?). 
Iagen öfter nur wenige Ellen breit, Auf dem Gipfel bie 
Ken breitete fih die Sandebene aus, mit Galpeter wi 
erſchneit *). 
ee Lauf bes Aroßen Fluſſes von Pella aus gegen R 
fgeint ziemlich unbekannt au feyn; Campbell fagt nicht 
Darüber; ältere Nachrichten "*): der Strom verliere ſich im 
Sande, werde von den Wuſten eingefogen und werfchueiukt 
ehe er bie Küfte bes Meeres erreihe. Aus dem | 
fage bes Climas, an beiden Afrikaniſchen Küſten, 
fih dieß zum Theil (f. Clima), indem der Strom 9 
dann am mehrſten Waſſer hinabführt, wenn die faſt 
zechte Sonne die Sandwüfe ausgedorrt umd burhalahe 
dagegen wiederum im der falten Jahreszeit, wo Häufige 
en an ber Weſtküſte Herrfchen, dem großen Fluß die 
ehle, NG dur den Sand einen rg su bahnen, 
Babe er gar keine eigentlide Mündung, und wenn es 
auch einmal gelinge, bis zum Meere vorgubringen, fo weil 
N Spur doch immer bald wieber vom Flugſande u 
eweht. 
3 Dagegen erfuhe Campbell **") in bee Gapfladt, baf di 
dee Mündung des großen Kluffes eine Inſel liege, well 
Das Gondernement einem Privatmann gefchente habe; 
andere kleinere lägen umder, bie aber vielleige zur Be 
zeit überſchwemmt feyen; einige Lleine Bäume 20 








an bem Ufer, und es gäbe dort wahrſcheinlich auch B 
nen. Cine Flußbarre laufe queer durch den Strom, bie 
Saden Tiefe zur Fluthzeit habe. Am Ufer im ©. der DEM 
dung ſey «eine Felsbucht, die zwei Schiffen Schug gewälll 
und es fey möglich von der Gapftabt zu der Mündung We 
hin 8 jeder Jahrszeit eine Sa ſeladun zu verſenben. 
eide Nachrichten können ſehr wohl mit einander 
ſtehen; noch find die feſte und fihflige Form hier im K 
begriffen und Eeine bat bie Oberherrſchaft davon geten 
Wir bliden Bier im die Urgefichte der Erbobe: ie 
rüd;: der Deanje iſt eir. unentwideltes Stromſyſtemn, 
boy ſchon zumeilen den Ocean erreicht. Noch iſt in fehnt 
Wiege kein tief durchfurchtes Hochthal, noch har fein SIEH 
sellauf im weiten Seeboben kein feuchtemgendes Land ai 











#)%.0.D. ©. 379, 9°) Eichtenflein R. II, S. 66. #e* 
8 p. 447. 4 Tune 


: Dranjefluß, Hoctenufe. "  u00 
mp fiehe die Felemauern im. 
bie lange Strece feiner Gtromengen 
Ns vel-Rlippen und Stufen viele Tagereiſen weit 9 
. Die Bufläffe feines Bittellaufes fehlen 
wech, weil ber Kootoman s Are) Elus vom N. 
eu, und der Gadrivier vom ©. her, die vielleicht nah 
I Gabe vrienen, ———— 
Ind an feiner Mündung begegnet. ” 


-Geläntesung 4. Anwohner des Stromes. 


WdE Bilsung des Stromſyftems und bes Erdtheil— 
reihen, in der Gtrede, welche man bort das Herz 
zu nennen pflegt, die Bewohner; fie Ichen im bes 
haftlofen Zuflande unmtridelrer Völker. Cie haben mes 
ie Religion, Gefegt, no Bildung irgend einer Art, und 
u itlich tiveber Tugend noch Laſter. Die einen ges 
m D,, find von fräftigern, die gegen WB. von weicherm 
ll, beide find Im hoben Grade für das Gute em⸗ 
li, mebmien, wos mit Liebe gegeben wird, freundlich 
'„, und laffen fi leiten wie Kinter. Sie find eben fo 
Beich, eben fo vergehlid, eben fo forglos; da fie aber wes 
ber Dusch Religion erwedt, noch dur die Bande der Fa⸗ 
milie des Staats oder ber Befellfchaft veredelt wurden, fo 
Ib Re mehr der rohen Naturgewalt untertban, und er 
amd nad °) wird es möglich ſeyn, fie von derſelben 
4 Nur wenn die vorangefiprittenen Völker ſich 
weife Erzieher diefer Unmünbigen annehmen, ann un: 
ds ‚Höfen Beiſiand eine andere Weltorbnung ihnen 
hen; . je u kilung Ag ne Hi ah 
on Wunder ge: ‚ unb es ift wahrhaft 

die Feine des — aus dem Munde **) ber 
Böller zu veinehmen. Aber mit der Erkenntnif 
erſte nur ber Anfang ihrer Bildung gemacht, denn 
beginne er der Kampf für fie, den ® früher nicht 
In diefem, fie, die fid dann unmöglich noch 
zu Helfen im Gtande find, wie dieß bisher an fo vier 
Gegenden der Erde doc) unverantwortlicher Weiſe ges 
e, miche zu verlaſſen, wich dann eben fo große YE 


—— 


m, bie ſich jegt berufen fühlen, ihre Wohlchäs 
2 fosger zu werden. Da wo das Gute 
‚tete auch — das Schlechte ihm — 
m Miffionen wird wahrſcheinlich gegenwärtig dort 
as VThriſtenthum gepredigt, aber zugleich Baden fich auch 
, Gampheil ©. 89, 101, 203. **) Gampbek ©. Go, 6, 89, 
351 450m ‚ 


Ft) Stufenland. T. Abſchn. Ki 19. 


don falſche Propheten, Betrüger (Stepfanss)*), 
berbanden (des Afrikaners und J. Bloom, zweier 
barer Anführer) dort eingefunden. Mit ber Garten 
iſt auch die Tabackspflanze auf das Hochland geko 
Kauchen und Schnupfen bat dort unter ben finnlich 
mohnern die lebhaftelten WBegierden erregt, und bal 
dee Bronntwein wohl nachfolgen. Im Handel wer! 
unwiflenden Hochländer ſchon von Europäern Gbeclifl 
ihrer Kinder beraubt. | 

Bisher waren Mord und Diebſtahl unter den 7 
nern des großen Fluffes (bei den umberzießenden 

ännerh abgerechnet) unbekannte Lafter; Redlichke 
Treue, Eigenfchaften, die einftimmig Allen zugefproche 
den. Die größere Zahl führte dabei ein armfeliges, 
ziehbendes Leben, das mehr einem !hlerifhen f 
Teiche **), bei den ärmften ift es mehr ein bumpfe 
üßllofes Hinftarren wie bei den Koranas in Filp: 
Huimans: Kraal; bei den roheſten, den Bufchmänne 
es mehr dem gierigen Umpberflzeifen ber Raubthier 
Sutter und Beute zu vergleichen. Doc aus diefem S 
mer find auch Einzelne ſchon zu feommen Gefühlen er 
und Die innige Freude, bie fie dabei zu erfennen gab 
das erfle Zeichen einer wahren Wiedergeburt. 

Allgemein erfchienen die Fremden den Einheimifch 
als Über ihnen flehende Wefen. „Dieſe Menfchen, 
der König der gebildereren Beetjuanen, Mäteebe, vı 
Mifflonaren, zu feinen Landsleuten, find vor name 
ren worden , de wiffen mehr als wir; fie made 
ſtumm.“ Die Hottentottin, welche nach einer Gen 
verſammlung in Groene:Kloof wegen ihres heftigen S 
zens um bie Urfache gefragt wurde, fagte, fie eöni 
des Weinens nicht enthalten, wenn fie an Leute den 
von einem fo fremden Lande herfämen, um arme 
totten zu ſehen 7). Die Hottentottenfclaven bes 
Boos, lehnten fich nach der Abſchiedspredigt ihres ! 
nars weinend und traurig an die Wand und fagten: 
follen wir jest unfern Weg wandeln ?“ 

Se eift wie ibe Körper ift noch an keine a 
gende Thätigkeit gemöhnt ++), und ermüber leicht. 
die unglücklichen Buſchmänner find niche alle 
Barbaren; weniger fiheinen es die im obern Thal 
im Wiegenlande des großen Fluſſes zu ſeyn, als 





*) Campbell ©. 491, 488, 493, 194, 216. **) Camp 
47, 351, 50, 79, 159, 203. ***) Gampbell a. a.D. € 

on enbaf. ©. 8 und go. 17) GEbendaſ. ©, 12 
r++) Sbenbaf. S. 293, 373, 396. F 


Dre 


a TE 


‚Karen und. der Rs im. untern Strom: 
fie we * Honig, Wild und Beute 
beim ſchwaches furchtfa⸗ 


AE Bier mit der Drt viele ber unbeſtimmten 
re ——— Verhaltniſſe bes innern 
Landes angu jet werben fie eheftens 

umb immer mel indige werden, wenn 
ben Kette an — queet durch das mittlere 
on Fluß entlang 385 "Stande kommt, melde 
———— er Oſt- mie der Meftküfte 

r| 


l it einlii € 
* N — * 





—* —— 
3* 


Erſtes Kapitel. 
Du Bafferfyfiem des Senegal. 


$.. ⸗20. 

Gofplande ber Deandingeterräffe entquellend, Bes 
Se —* Lauf bes —ãe— den, alla.“ 
D fü. (pente du kerrein) be des Aftikı 
3 das mittels atlantifche Weltmeer, Ginen vo) 

Duralieliemus mit ihm, hält fein füdlicher Nach⸗ 

ya dus Sambia, und mit diefem wieherum der Rio 

pt in ann ve linentem ae, und mar 

üu be — endung, font in allen we⸗ 

B Sersälmiflen eines Waherte| femme. Go verleug⸗ 

—* eilogie diefer Strombilbumgen. die Zamiliens 

aid, zeide die N) pe Afritanifpe Natur das 

Bere — Sam mliches Band ſcheint biefes 

alle belebten und höher ents 

ankam, ie N Bremen, Völker, taten, 
fhlingen, mwoburch feine Kheile 

Den iu einem 2 istartigen jerfireuen md’ mehr als 

x des einen Erdindividuums gehörig, fon auf 

BE P ‚einen. 


—ñN 
an, His 299, und 506 6i6 636. 
[3 m ir be 


402 Afrika, Waſſerſyſteme. IL Abſchu. 6.00. 


Erläuterung 1. Oberer Lanfbes Senegal, 


Die Quelle *) bes Senegal, etwa unter 11 Gr. M 
breite, liegt an 16 geogr. Meilen (80 miles) im MW. ı 
der Quelle des Niger, und 20 geogr. Meilen (100 mil 
im OR vom Gambia, 

Seine Quellieöme find ſehr zahlreich; ber Quella 
zirk nimme eine Breite von 40 geoar. cilen (aoo 
ein nie Binie, we * Dark er u * 

er Mandingoterraſſe durchzog, durchſetzt fie in 
ihrem gemeinfamen Strömen nach N. =. Diei von | 
zeichnen fi ducch ihre Größe aus. 

Der mittlere, der Bafing **), d. 5. in 
ſchwarze Strom, fol der Hauptarm feyn. Park fi 
fanf: fliegend und tief, bei Manna zwifhen Bambus 
dungen; über ihn Bin eine fünfllide, temporaire Be 
von Bambusrobren. An feinem Weſtufer mußte man ı 
fehr Soße Gebirgskette überſteigen. j 1 

- Der Öftlihe Zuflrom, ber Kokora **"), gwifchen S 
ufeen ſtrömend, ſchwillt zur Regenzeit bis so Zuß fi 
sechter Höhe an; in der trodinen Jahrszeit kann man le 
duch ihn feßen; aber fein Name „Steom ber Gefa— 
zeige ſchon an, was auch M. Park erfahren mußte, 
ur Megenzeis faff unmöglich ift, die Meife bur bie I 
ontadumwildniffe oder burch bas Senegalquellland zu mad 
unb daß fie immer fehe gefabrvoll. 

Der weſtliche Zuftrom Faleme +) war, ala Ba 
oughton ihn in Bambuk paffiste, ganz ohne Wafler, 
st an ihn kam, in der trodnen Sabrspeit nahe au - 

nee Quelle bei Satabu, nur a Fuß tiefe. Er duch 
det Norbwärts das Land Satadu, bricht aber an 
Nordgrenze als reißender Strom durch Felſenketten 
Dur , bei den Gataracten vielmehr Stromſchnellen = 
Kaynoura. Unterhalb berfelben bucchrite ihn Mungo Zi 
in der trodnen Jahrszeit. Das klare, fifchreige WEM 
veichte ihm bis an die Knie. Rübault wurde von sim 
Kameele hindurchgetragen. Der Falemö ift ber gröge”® 
kannte Zuſtrom des Senegal. Unter bee Strom 
von Kaynoura, welche jedoch bei hohem Wallerflande ” 
Kanoes noch Üüberfpifft werben kann, wird ber Falemo m 
für geößere Schiffe fahrbar, bis zur Einmänbung m . 








Gernegal bei Tafalisga. 


*) M, Park ır. in Rennell Append. p. XV. %*) M, Pa 
- amp 11. #ee)Ybend, ©. 326. +) Proceedings I. p. 24 
M. Park ız, p. 346. p- 61. und Duyand Voy, 2 p 315, 


Ba. — Ep 


re Erompinle ift das Auferfle Europäi 
ierte erbaut, der Haupfmarkeplag für den 
nn . orte 
Bu Selen aut g Ind ® 


— a en ug fie vereinen, ba durch⸗ 
en Cataracten von Govima, .. 
sin tiefe Haut — —— Rrömend, in den 
— ie. 8 rgemaner in mannigfald: fr 
und Ekramt tel die be Barros mit, 
vergleicht *"*). Mach. den ältern Anı in 
\ » Gafaräcten von 30 Zoifen Höhe, 
I), amd winden fi fo — ent 
ı Geb — hindurch. Neuere Angaben geben 
Mar zu . 
dem Selupentaract +) liege bie Snfet 4 
e Strom) gr int oberhalb Gami 
er Sm A in fänes, — s 
w sand über ein Bett von ie und Sanı 
jünenderm Uferlande. Hier une 
E ——— — der eluh⸗ und Bam: 
‚und seite ein in das Mieverland +7); Hier wird 
— iur im und Da Peine Furth mehr. Auf Bar: 
aim: 


Dferde und anderes Wied maß 


auf. Vom Jelubtatatact bis zum Dei: 


ie unter bem Selußcataract liegt das 
Galam der Frangofen, das 
huge) jeger +11), ein Name, der weit * 
ds länger fchon bekannte von Galam feyn 
3 ancenteieh ſich die Gewalt ber Europker von 
ea Mauren (vielleigt Berbern) vom Rorden, ber 
von DA her, und nur Europlifge Kunft muß 
Riße, bei geringer Kraft, ein — 
Bon Hier ans beginne der überaus ſanf: Lauf 
ms; durch einen faſt wagtechten Boden, doch kat 
Ki nosp eine Belsbant den Strom Hindurp. 
act iſt im gexaber Linie 160 Lieues von dem Dee 


Proceedings I. p. 250. *##) De 

8 . 

Relation de L’Afrique oceidentale. T. If. p. 157. 

wand 9. und J. B. Poirson Carte du Cours du 

„l depuis son mbonchure BE 
4 fe ıgo=. +) M. . 

2 p.69. Labar nonvelle Ki Ep 













404 Afrika, Waſſerſyſteme. IL. Abſchu. $. a. 


autferng Dr en Kauf durapmanbert aber = Dis atı 
enes *), macht alfo faft den doppelten Weg ** 
fein Gerpentinenlauf. Das Gefälle des Stroms Mr: 
unbedeutend feyn. 
Schon beim Zort St. Joſeph (Dramanet ber Einwel 
ner), wird baber bie Luft durch bie Ueberſchwem 
und Sümpfe des Senegal fehr ungefund; bas Fort 5 
eben darum in neuern Zeiten verlaffen worben feun ” 
Noch mehr findet dieß flatt im tiefen Mittellauf bie Pe 
hor zum Delta. Auf diefem Wege bildet der Strom 
40 Infeln, davon die gegen bas Delta gu, vortrefflich 
baut, fruchtbar voll Negerbörfer find. Gein Strom m 
eine merkwürdige Völkergrenze ) zwiſchen ben 
der VBerbern) am Norbufer und den Jolofnegern TH). 
üdufer, welche feit mehr als viertehalb Jahıbum 
mit den Fulahcolonien von Morphil, in vielen 
gigen, Lleinen Negerftaaten bis zum Genegaldelta Bin mel 
nen. Mur wenige Ausnahmen bauon finden Blatt, fo d 
auch Hie und da wenige Neger am rechten, aber nehm 
niger Mauren am linken Ufer gefunden werben. 









Unterer Lauf; Delta, 


Nach unzähligen Serpentinen bleiben die Wind 
des Gtroms zur Regenzeit am Mord: und Güdaf 
Der in ben Seen von Eayor und, Paniefoula 





übufer 

en 
odhor, am Eingange des Delta, ein Franzd pi A 
- liegt 60 Lieues vom Meere ab. Zur Zeit der Genege 
ſchwelle werben bie beiden Nachbarfeen hoch angefülle bw 
den Ueberfluß des Stroms, und überſchwemmen weit 2 
breit die benachbarten Ländereien, gleich dem Möriskee - 
Nildelta. In der Zeit, vom Mai bis December, weni 
dieſe baburch fo befruchtet, daB fie mitten in den angg 
enden Sandwüſten die reichften Mais: und Meifermm 
iefeın, und ein reich von Negern bewohntes 8* 

bilden ++4}). Das vorzfiglichfte davon iſt das Land 
sot de Gayor, von 5o Stunden im Umkreis im Norbeui 
Bis Podhor fleige Ebbe und Fluch landeinwärtec 
Senegal; aber auch noch höher, wahrfcheinlich bis Dem 
zur legten Felsbank +HHTT). Hier am Eingang bes EU 


%) Labat II. p. 157. 172. Labarthe et La Jaille Vo: 
R. 46. **) Golberry p. 095. ***) Labarthe p. 8 
roccedings I. p. 252. +) Durand II. p. 60. ex 
Appendix p: 80. ++) De Barros Asia Dec. I. L.g 
fol. 93a. +tt) Durand II. p. 47. +tt+) Labanda« 
‚De la Jaille Voy. p. 29. Hibs Golberry p. 56. 





rn, Ganii. 


ea ande Eecale du Desert‘*) genannt, Mi 


Surumtmäldes, auf welpen 
— (f, = (f. unten te Babe) Je: 2 ne | 
ee 


—R 
mei den —2— ei # erden. 
2* Eahara —— das ſruchtbarfte 


de site fich vn — in mehrere Arme, 


nae 2. sum Bece 
Rt bei — fig, ars bas Neer ſiq 
Ri, m einem zedhten Winkel es G. wendet, 
Seite in das. Mer fe sup fie 

ebue alle tärte i IE’ 

























m 

— 5232 eine e, — ping, Bunte 

B, -weidge ide — — ms Rund 

Ä bi a qinfopee bes un N. 

ie — dicke —— m mı6 im 
ed geräßeli I 

eh ua —— a 


‚es auch nur eringer iffe 
64. ze fie Barre * fe mia. 
nur Schiffe, die 10 Buß tief gehen, «inlaufen 
Ve tiefer — auf der Rfsebe (legen bleiben 
Hat das das Odiff e Barre Kbermunben, dann 
Mi bis 8 Kla “ re und tönnte mit der Fluth 


LE ‚Tanbeinwärts liegt auf einer ae vielen 
fen bes De das Hanptetabliſſement 

* nis, auf feinem bean Flugſande. 
Beer ip if ber Enge al zu der 34 
en en fahrbar; alam aber nur jur 





t mit don 130 die 150 Tonnen, und auch 
€ ofue Kun) Mit platten Booten ifk er. das 
* fahrbar. Die —— der —A fuhr 
40 Schiffen, vom Juli an, teom aufs 

ud s onat um Die 280 Lieues enetang | x 
e Belncatoracte zu gelamaen, einen Na Ir 

? in 55 Tagen gu m denn Bird 
GL. Joſeph 14 Tage ang FR 9 gehalt und 
ie Waſſer fallen, wird bas 8 ‚zum Aufbru 








and II. p. 113. Lebarthe p. So. #®) Golberry herıy p, 55 
Durand IL, 9,47. +) Labarıhe “ jaille p» 


406 Afeifa, Waſſerſyſteme. U. Abſchm. $. 20. 


gegeben. ‚Dann ſeegelt die Flotte in 14 Tagen wiche 
eu mit Waaren aller Act beladen; dann iſt Ber 
bes Genegal immer unglaublich reißend, die Ruckſehrt v 
fhleunigenb. 5 
Anmert, Name. Der Senegal wird bei ben M 
unb Mauren, Bafing genannt, von ben Naloffen, . bem 
digen Urnegervolte zwifchen dem Senegal und Gambia aber Rd 
aueh *). Bei andern Negern heißt er Genebec, in Aftern 
auh Mayo, Solle, nad) ben verfhiedenen an feinen Ufern. 
nenden Völkern. Gr foll den Namen Gena ober Banaga 
naga nach de Barros) bei feiner Entdedung 1445) nad dem di 
NMegerfürften, Sanega, erhalten haben, mit welchen bie 
giefen früh in Verkehr traten **). * 
Da Bafing in der Landesſprache ſchwarzer Strom **%) 
und der Niger (eigentlich vom Puniſchen Nahr, woraus ber 
ber Römer, weder zufällig auch ſchwarz heißt), daſſelbe 
tend, an Zombuctu vorbeifließen foute, fo wurde dem 
bie erften Jahrhunderte hindurch au ber Name Niger gegt 
der fo viele Irrthuͤmer veranlaft kat. er 


Erläuterung 2. Gambia und Rio Grande, 


Die auffallende Samilienäßnligleit des vorigen w 
Diefen nur: £ ejeen -Steomfoftemen und ihren no [AM 
dern, nachbarlichen Küftenflüffen, fo wie deren gegenfeltk 
Berbindung, vereinigt dieſe insgeſamt gu einer großen 
sutform, die wir bier im Zufammenbange betrachten. 

1. Gambia, oberer Lauf. Die Quelle des 
bia (Gambea bei de Barros) liegt nach M. Parks Erf 
gungen so geogr, Meilen im W. von der Quelle bes 
negal +), und dieß ſtimmt fehr genau mit der Angabe 
De. Afjelius sufammen, welcher feine Nachrichten am 
Küfte von Sierra Leona einſammelte. Sonſt Biele 
dafür, daß der Sambia biefelbe Quelle mit dem 
babe, und no nenne man den Gaper als einen Dim 
fee 17), aus bem er fließen fol. Bon feinem obern 8 
mußten wie bisher nichts weiter, als daß er dur bie 
lahterraſſe fließt, welche de Barros FF) noch mie gum' 
dingolanbe gählte, daß M. Dark an feiner Dftfeite 
ſechs Flüſſe fehte, davon der nörblichfle der Perico 
welche insgefamt dem rechten Ufer bes Gambia 















] 


*%) De Barros Asia Dec. I. 1.2. e. 8. fol. Br und Gelbes 
Fr. ch. 17. **) Cadamosto Navigatio b. Grinaens N 
Orbis. Basil. 1555. fol. 13. u. Marmol Afr. T, III. p: 4 
*”**) M. Park trav. p. 337. ) M. Park Append. m 
Rennell p. XVII. und Wadström Nautical Map etc, 
Sierra Leona. +4) Labarthe er La Jaille T. J. p. 21 
tif) De Barzaa Doc. I. 1.3. c. 8, fol, 3a b. 


u S 


‚02.2 UL Ban ee". 
er viele und ſche große Cataraeten ) boi 

. Be da gebildet, Mer die umterfie 

in im Sm Afrkanlgm Dichen or den fe 


* —e— elter Relſe längs dem obern Lauf 






wir ein paar 'erläufernde Notizen Aber 
—— Unter 15 ®r, — 35 Sec, Be, und 
10 Br. 59 Min. W. 2. d. Gr, bei dem Be 1 
Sarıraas ba, beginne ** das — wel 
ds Gambia von Balemeögebiere faheibet; 
öhe Park, Ds der —— Auafiht, den Yana: 
hen Mit diefen n zeigte fi auch Defes 
wie bei der erfien Reife, bie Grenze bes Sihi 
Km ie an denn bald darauf bemerkte man den 
‚Hier ift €6, wo der Gambia m * 
en durch ein großen Tiefthal 
von Mucanta und von Futa Jallaͤ 
et —— IM. Part mit dem der 
andern Bemerkungen Parks liber den 
35 Teider nur deflen Lauf von da an weiter 


erifo 7 mit welchem die Simbaniwalduu⸗ 
er fl0ß unter 14 Gr. 4 Min. 51 Ste. in 
a voß Bufchholz von Lönen bevölkert; der Flug 
ie, Mitte Mai, 6o Fuß Breite; 4 Fuß Tiefe, unb fein 
Mittags eine Tembetatur von 94 Grad übten. 
hinab, 5 Stunden im Oſt des Dr ilu@e 
von —— Wershöße ( ran hill genannt) f. 
ambia in einer plößlidgen ung Ai 
‚her me. S.B®. umbiegend, wie burch ben Profpeck 
} geworfen. So ei Tandeinwärte , bis zu diefer 
E, wo ber Strom 100 Engl. Yards Breite hatte, 
no das regelmäßige Auffteigen der @hbe 
eh, Teeilih nur bis auf 4 300, gegen alle Erwar 
"Das Maffer wimmelte von Grocodilen; gleich an 
le zählte Part ss 135 beifommen, und ‚neben 
Ba otamen. järe Park nad Curopa yutldge: 
t mürbe bie Zeich nung vom Gaͤmdialaufe wohl ek: 
Fe erlitten Haben, Denn in einem 
Rage den 06. April 1805 fehreibt ert}) an Sof. Bant’s: 
Lauf des Gambia ift ſichet nicht fo lang als ihn die 
lerten zeignen‘‘ und in einem zweiten von Baboo Bi 















®% ‚Leber har N. Rd. ae YAkrique oceidentale, T.T. p. 506. 
Pärk Joumal of a Mission ete. p. 36. **" Sem: 
©. kt 4 Ebrnb. ©, 20. +4) Park Tocro. p. 





408 Afrika, Waſſerſyſteme. IL Abſchu. 600 


Tambacunda vom 28. May: „ich babe faſt den ganzenkuf 
des Sambia beflimmt; in meiner früßern Karte if fein 
Lauf au weit nah Suͤden gelegt. Auf ber Ferr⸗ kr 
ich falſch gerechnet, jezt gu Pferde gebe es beſſer.“ 

2. Mittler Lauf; Mündung. Unter diefen Strem 
fgnellen (rapides), die 950 Lieues vom Deere -aufwärts 
liegen, wird der Gambia für größere Schiffe von 150 Tem 
nen fahrbar bis zur Mündung *). Alle Verſuche ber Eng 
lifhen Factorey von VBarraconda, dur Schiffahrt bil 
aufmärts im Lande einzubringen, find vergeblich « 
elbft die mit platten Booten. Auch in ben Älteflen | 
hatte D. Juan von Portugal ſchon einmal eine Erpebiiied 
uw den Cataracten bes Gambia gefihidt, um beren ’ 
ette durch Sprengung fahrbarer zu maden; aber bie | 















[ielgeoh bes Unternehmens binderte die Ausf % 
ei Medina fließt ber Sambia zwiſchen fanften 

mit weiten Waldungen bedeckt, vol fruchtbarer Ufer. 
Stäbten, aber tiefer Binab bewällert er eine ungeheum | 


weite, gleichförmige, boch überaus fruchtbare Ebene, im ie | 
sen Mitte die Englifhe Factorei Pifania liege. Bu 













ihr dringt die flarle Ebbe und Fluth des Meeres vor ” 
Bei dem höchſten MWaflerflande fchwillt Bier- bas Wa 
(ben fechsten Dctober) noch 15 Fuß über die Flutähähe 
und füllt dann, wie auch andere Ströme, erſt al Ä 
fpäter plößlich bis auf einen Fuß in a4 Stunden. 4 

Pifania liege 80 Licues vom Meere landwärts.: IB 
Strom ift bier über eine Stunde breit und fehr tief }> 
Daher reicht der Dcean in der That eigentlih bie h 
Rauffahrdeifchiffe feegeln bie Pifania in 8 Tagen von 
Gtrande aufwärts. 

Unter Pifania bis Vintain ++) ift dee Strom 
fhlammig, bas benachbarte platte Land ift vol 
and mit undurchbeingliden Monglewalbungen (Man 
bededt, beren Zweige in bie Waſſer berabhängen und 
mit Auftern bebeden. Unter dem Fort St. James ifl 
Mündung über a, ja nahe am Meere,-6 Lienes beeit 

In der Regenzeit ill der Strom bes Gambia fo 


baß es unmöglich ift, ihn bergein zu befahren; dieß ER 
baber nur in der trodnen Jahreszeit, vom Bone 


I Dr 207 2 


Juli geſchehen TF}F}). Gleich anfangs, fagten bie 
giefen, baß diefer Strom eine größere Waſſermaſſe führe ME 
der Senegal 7411). 0 


} 
®) Labartbe et La Jaille p. 119. **) De Barros Dee. LU, 
3. c. 8. fol. 32b. **"") M. Park tr. p- ı2 und 54. ) Geh! 
erry p.286. +7) M. Park ır. p.6. und Durand I.p 
116. +}}) Labarche a.a.D.; Golberry p. 287. jt}f) Le 
barthe a. a, ©. ++tt+) Do Barros a. 4, D. 


‚oe PER gar 2 wo 
| - er Rio Bas» u en e Aue ber Ful. 


‚Done — —— in SAH 
110 dur bie Gren —— — 


Ei Dee an je Gataract des Dunfo 
— on der Küfte en Be — 
— erhält er feinen neuen 

‚var. Meilen vom Merre 

fie drei Saden-tief, bis 


> — Hal dum Dee ve 0 


u a: don der Größe diefes Stroms 


—— re der — SR nd 
e % em 

age ——— — at im 

ieL don, Gapor —— nad) eine jung ‚ber 

ganz eigenthümlihen. Bewohnern ** Strrtr 

, amirden beiden gegen En hohe grüne Dünenland, Cap 


Wendia zum Rio Grande folgt eine ununterbrochene 
Ihe großer, tiefer Küftenftiröme , in denen die Fiuth weit land» 
wärts, fleigt, die zum Theil 50 und mehr Meilen aufıdere 
fidar — ‚Hien-kiegt. ziemlich, unbekanntes Gebiet, jo daß 
ie B. pa —— no für, einen Arm des Gambia 
S, und eine genaue Kenntnif vom St. Domingo 
Geba hatı rn Iegtere aus ‚einem großen Ser entipringen 
* ‚en eine Golonie der Mandingo fidh amfiebelte. 

ifte bin miffen wir erft feit fürzem dom Tıten bis 
en a SOMin. RN Br. FH), zeigt ji 8 nicht ein sufammene 
sgembes Gontinent, fonbern eine lange Gruppe nicbriger, übere 
B fructbarer Infein, die Biluga Siſſas⸗ mit den beften 
en un Hafen;  MDie nbrblläte bavon, Gap 

bildet va füblide Worland der Mündung bes 
2 ZBulama, wo eine Golonie angelegt wurde, if 
übte Worlarıb ‚derfeiben om Rio Grande. Das tiefere 








, AM von unzähligen Ganäten und Armen durde 

1. Diele ganze Strece bifbet weit und breit eins der 

Eänder, welges bie leichteſte innere Gommunts 

on — und eine YA einlabendflen Gröfellen für Eus 
eGolonitatten if. 

in te bie le Mg :anzbfifchen BRegies 

ae kan ie ber Btuptälfihee 

er Benugung ber fahr: 

u) 2 1% haben ipre Aufe 





IF - Watt unb Wiiserbotsori bei Wadström. Golberry p, 
37. **) Ph. Beaver African Memoranda. Lond. Te 
P-316. ***) Labarthe et Deb Jaille p. 212. +) La- 

Grit —8 ++) Beavers African Memoranda, p. 316, 
I, 9. 240,.p. 158. Golberry p 266, 566 


410 Afrika, Waſſerſyſteme. IE Abſchu. $. 1 


merkſamkeit ſchon auf biefes intereffante Lanb bes Afrikı 
Eontinents gerichtet, bas einzige, welches einft bas Afrita 
Bengalen werden könnte, in dem Maximum ber Anni 
on bie Afrikaniſchen Hinbus. Wegenwärtig aber gei 
wifchen Senegal und Gambia noch zu ben Sumpfläubern, 

be fehr ungefund und wegen Wangels an Anbau weit fd 
evoͤlkert als das Innere von Afrika, nad Parks Verſicher 

Erläuterung 5. Geſchichte ber Anſiedlo 
und Entdedungen Ber Dortugiefen, Fran 
and Engländer am Senegal und Gamb 


VWVon ben genannten Waſſerſyſtemen Genegambis 
feit dem Jahrhunderte der pelagifchen Entdeddungen 6 
Park's legte Reife, für die Europäer, die mehrſte Ker 
des mittlern Afrika und zumal feiner Bewohner der! 
völler ausgegangen; anfangs buch Portugiefen, 
her durch Franzofen, melde die Eingänge bes © 
bewadßten und dann duch Engländer, die fpäte 
Gambia von größerm Einfluffe geworden find. Mit 
ſchichte ihrer Anfledlungen hängen ſowohl ihre Eutbed 
reifen nach dem Innern, als auch die gegeaphifchen B 
diber dieſe Erdgegenden fo genau zuſammen, daß ein t 
Werſtändniß der legtern, ohne eine Kenntniß ber e 
nicht gut flattfinden Tann, und sur eignen Beurth 
der Angaben unentbebrlih wird. Wir fügen baße 
eine gebrängte Ueberfigt biefer Begebenheiten im 3 
menbange bei, aus denen jebe neue Egpebitien bet. 
sivalifirenden Nationen, längs biefee beiden Strou 
eine nähere Erläuterung erhält, wie auch bie lehter 
Dart, Peddy, Meollien u. a. m. 

Mit bem Untergange des Römifgen Reiches wa 
Afrika von den Europäern dergeſſen worben, bis Bi 
sugiefen nach ben "viedererrungenen Biegen Über biı 
ber auf der Pprenäifgen Halbinfel, nun au den ! 
gegen biefe Ungläubigen in Afrika felbft, vor Ceuta 
alüdlich begannen, und bie Entbedung der Canariſ 
feln und Madera's (1420) den Infanten Heinrid 
ge Portugiefen zur weitern Umfeeglung des verſche 

orgebirges Non (bis dahin das Cap Non plus 
anfpormten. Dieß gelang dem Befehlshaber ber Köni 
Slotte, Biltaneg im 3. 1435; man umfeegelte um 
das Sap Bojador und entdedte das gewaltige Con 
vom Atlantifhen Deean beſpült, das fi ohne Ent 
wärts auszudehnen fihien. Ein großer Enthuſiasm 
wachte; in wenigen Jahren brang man bis zum Wenl 


*) Park Tr, p. Mi. 


t; ber entdecte Gehrau des Compaffes un: 
, bie Hoffnumg das feit langem im 
Be 


ee nr 

an A ran 
chnten Sapıpunderts ward. das Gap Werb um: 

m tan 

, verfäaffte Eugen IV, die Schen- 

— — Bean ng enidedende — 

1 ' Indien. Kunſt 

— 
\ r em 

dert gelang es — — Sidcap 














umf Auffin! 
‚Küften, vieler u ber Ströme, 
Ä die t, daß bahinwärts 
—— aus ifrem Slam⸗ 
em Is 
der a 


ten, wurden verworfen, aber 
ae Kenntniß der Jade des neuen Erbrheils Fonnte 
hit großen —— erfauft werden. 
Infangs, Tängs der Küfe der Sahara Hin, ſahen die 
mipte, als eine weite, wild:, wife Ausdehnung 
a Sandes mit todtem Sande bededt, vom Hinmel über: 
AN, Wo nirgends eine Anfiedlung de wagen. Erſt füd» 
6 vom Gap Blanco ward die Küfle wirthbarer, bie 
At Sufel Argmim (1458 entde@t) gab hu gramm Ue: 
‚md erlaubte ſache zur Dandelsverbmdung mit 
‚anern 18 dahin fehten die Workugiefen ihre Kriege 
re u 9 * al SER den 
e fort; fie erfäplugen im den Baiete 
, und raubten bie Menfchen, is Mahomedann, 
(digen Feinde, und Tauspem fo die erflen biefer 
nad) Liffäbon, Aus biefen Mäubereien ent: 
Bald der Porkugiefifpe Negerhandel, als dief⸗ 
Mahomeda: 'n Gefangenen von ihren Anvet: 
ten im Jahr 1449, dur Eraushaarige ——— Ne 
MOM day Woldfkanıb ausgelötet wurden, Won Ar: 
b Sgqi⸗ r. Entdeckungen. Halle 1799," 
—— ⏑— 
wefens, Göttingen 1810. ©. 4. H, Murray Historic"Ar- 
sognı of Discavories and Trav,.etc, Edinb, Vol. Ich. 
Brenn ö 








ausgefrage 
frita, mannte er dem Könige die zeichen Hand 
—— ‚And Sue Sinne), en 
nicht Muhamedaner, noch Heiden, fonl je 
are Völkern nicht PN? = * 
Ausfage beftätigte De bas 
RR, Priefter Johann; hi willtommen 
;ohann IL, dem Verſtohenen feinen. © * an, 
der- Bedingung, der Taufe, bie dee Sol —— ‚gela 
DPriefter unterrichteten ihn, tanften ihn im 
er wurde gun Pottugiefiſchen Grande erhoben, er 
Wappen, leiftete ben Vafalleneib, und murbe num 4 


en — —— —* Landiruppen 
Dieſe Pro ge — bie erſte * 
end 


: —— Land Yen —5 Jehenn aa 


vn Koma 1 ig * —— 73 


Erfolg, 
mit 





aftli aufgenommen, und 








na Suinen, Congo und endlich nach Indien, 

12 er Are man mehr als vorbem auch ander 

jen offen ſtand. Als jedoch Engländer und Sranzofen 

— ahrhunderten dort —— fanden 
ect am 


BEENDET 
‚bie 
N en 2 


414. Afrika, Waſſerſyſteme. IT. Abſchu. 6.20, 
negal in Afrika ein, und erlangten von ae 4 


Kenneniß als alle andern Europäer. Die 
recsoren unb Ge ärefüpte: biefer Fran 

compagnie, welche ihre Eomptoire von Arguin Bis 4 
Leone errichtete, find es vorgüglich, denen die Erbfnude | 
Hauptquellen ihrer Kenntniß Gentgambiens su verbapfl 
bat. Die wichtigfte Sammlung darliber bearbeitete %4 
Labat, aus den Memoiren A. Brucs, ber (dom 1697 9 
unb zum aweitenmal von 1714) ale Director der & 
fig ale ber thaͤtigſte der Frantoͤſiſchen Entdecker 
nnete *), und bie Geſchäfte ber vierten Gocietät wait 
führte. Andere Relationen find theils früher, - theils 
ter 7 (Water Alexis von St. Lo, A. 1637; Ja 
A. 1643; Villaut de Bellefond, A. 16695 Pater 
1689 $ Lemaire, 1695; Adanson, 1757; Demanet, ı 
Pruneau de Pommegorge, 17895 Lamiral und Sa 


1791.) 1 
Der erſte Bericht ***) won Jannecquin (1657) An 
Nachricht von einer Waſſerfahrt auf dem Seuegal 
das Ende feines Deltas zw ber Escale da Desert hei 
Gummiwälbern, welche Gegend bamals von rethem 
den Namen bes roten Landes (Terrier rouge) 
Hier trat man in freundfepaftlichflen Verkehr mie bem 
gervöltern; weiter lanbeinwärts war aber damals ni 
befannt ale bu:-) DHörenfagen, da Andre. Brue im J.1 
die Compagniedirection am Senegal übernahm. Gr b 
Ordnung in bie verwidelten Gefchäfte und unternahm — 
Fa aerenE ent Reifen — ©. Lowis, 1 
tan en Houptfactorei an der nbun —23** 
Die —*8 Erpedition (1697) mit dre I 
mehrern Lleinen Booten, ging den Senegal au 
mittelbar nach ber Regengeik, Ende Juli. Die 
Ufer voll Felder und Menfchen, die Auen wol Anbom, Ü 
genen Wälder voll Papage en, Affen und anberes 
fegten in Exflaunen. An Morfil Cd. i. Inſel des 
beins) vorüber, wo große Elephantenheerden, an D 
und der Infel Bilbas vorüber, nach Kahands und 
Bon da machte Brue feinen Befuh in Gumel auf 
vechten Ufer, am Hofe des Siratick oder Könige ber 
(Zulaße) ber ihn fehr günſtig mit Händefchürteln 
und die Erlaubniß ertheilte, überall in feinem Reiche 



















N 





9 J..B. Labat Nouvelle Relation de l’Afrique occidensal. 
etc. Paris 1728. v Vol. in 12. **) Meusel Bibliochee: 
Historica Vo). III. I. p. 159 etc.; und Eyıies in Mollie 
Feiſe⸗Ueberſicht. ***) Claud. Jannequin de Rochefort Yoy 
de Libye au Royaume de Senega etc, Paris 1648, 


Me 







getroffen Gefpäfte gingen die 
win BD Br an ae 


damals bis ns ben Belucataraddın vor. Wis 
en und de vielen Nageihten Über das 
r in man nach en Louis 


t 
en —— 33 ve 


Die em Portugiefen hatten den "Senegal für eis 
Biere iger 9 ale der aus dem nm 
—— an gi 
n men Ba: fin, . ee 
— — fo war ihnen * tein- 8 
linius und mg a iger, mit 
— —* ittom fey, Glei de Warsos "), der 
me ausdrüdlicp anführt (e posto) fi wuns 
ıt, a een (Ganags) deffen —8 nur ſo 


— be Meinung erhielt Brue bei feiner Reife nach 
(dal von dortigen Mandingos beffätigt, —X Be al 
— na Weſt fliefe, durch den See 
Part?), a dann bei dem Drte Varakot⸗ 
# Urme theile, davon der eine ber Senegal, nn 
—— an Gambia ſey. Diefen Jerthum m man 
— auf, weil babu na Art des ale 
m Ben gen -Spflems von dem Urfpeunge ber Mils 
ic von erklärte, mie bie w u große auf: 
fe des geoßen Nigers fig, nämlich :d wei Dim’ 





®) De, Barros. Asia Dei IL, L, 3, « VI fol. 82. ed. Lix. 
boa 155 


- 
. 
ı 


416 Afeifa, Wafefoffenk: —X 


in; de - 
kungen *5 —e— — * 
er ex bemerkt, daß er weit tie —— 
u Wofler eis — und ſeine eisae 


* —— — 
Dagegen erhielt Beue dine zweite: 
gengefehte Ra daß der —* gegen C 
sie au ber abe Tombuctu, osr ben 


id fpäter seuggt bat, Sat, bie eeheBecigei 
m Weſtlaufe bi 
ns — — bat, der —ã, von Sdrue’s 


Der neueflen Geographen. Dagegen verwendet: 
*— ——— ———— und b’Anvill 
King m und Gritik auf die Sichtung und b 
aterialien,. und fanden überzeu Grün! 
Trennung der Ströme auf. Die fe; Dat 
von findet fi auf. Delisie 
2714 fen, we Niger uud Senegal F’Y * 
ſaglebene Ströme, zweien benachbarten 
biefer nach DB. alabend, 1 jener rg gegen DR en 
tien, wie biefes von Edrifi angegeben wir 
auste b’Xnville in feinem Memoire (A ı 
ben vorzüglicgen Nachrichten, *8 je 0 Icde 
ger litecariich bekannt gemacht worden find. 
wie fein Vorgänger, ben Senegal vom Niger, 
nen in ben Dicean, dieſen oflwärts nach War 
See Reghebil fließen. Nur beging d’Anville wı 
shum, init dem Genegal auch ben obern * 
fo weit ex buch Bambarra flieht, zuſammenzuh 
ee nahm bei dem Ger Maberia ( Dibbie bei P 
zu dem Ende in zwei Seen feparizte, die 
beider Ströme au. Diefe unnatärliche 
a ängeru Fl des Senegal auf Koften bes Nige 
Park's Reiſe —A und bas 
u * —E ins Klare geſetzt. 
e konnten 1“ die Franzoſen wi t Dior 
| I Senegal, wobur ihnen i 
* m 1 Olten —* von feinem G 
im, Überengen:, abanfen (1756), Demo, 
alande (1794) folgten noch ben altın. 
ntität RR Niger en Genegals, und. feidt 
Dark's Reife, hielt GLBlberry die Sache no 
anegemacht. Labarthe nach La Saitlen na 














| DR: De Barz su 4. D. *% D’Ahrville. Mamoik 
rieur de l'Afriquo in Acad. des Inser, 7.20 


Hanper jenen deiden open genannten gahrten auf 
egal (1697 u. 98), machte Brue noch mehrere 
:R bis Bulama am Nio Grande; er brachte den 
del mit ben Maurenfürflen an ber Escale du 
i Border in Samung vyunb fupts vorgügti ein 
im Galem unter ben Selucatasacten einzus 
* om Ai: — —8 ins 
, nag dieſer Begend, von wei 
bie ſchon im WBefig bes. en 
— abzuhalten ſuchten. Zunor hiele 
bie Anlage-einer Bactorei in. Galam, für 
und ‘Hatte bazu ben Ort Dramanet vorge 
auch 1700 eim Fort erbaut warb Sr at Safeo) s; 
fin anterrsorfen war. follte dee 
“ von Bambuk feyn, in deflen un 
® 


s 
bi 
* 


et 1714 gruß der Franzoſe Gompas 
ie. e en m — RR NET Schil⸗ 
5 dem dorti⸗ en nen, Bolbreichthume, 
ie: Pläne, 2 wide, dem —* A. Brue zur Ans 
Sun Des jolblandes: mit 1200 

ten, un Sm Seanzöfifchen Bonvernement eins 
Sefonders Unternehmen erfolge, und, bas 
blieb das ii san tabliffement der 


"Sein 

net 

Gere, 6 häste itig di 3 
w einer. esta in Bin ‚m —X 9 7 pen 
Ihre fpätern Unternehmungen — kin 


innte, aber erweiterten nicht bie geogtas 

imenip ber — unbekannten Segenden. 
folgenden Ditetoren der Compagnie 
N, Ku Mn s ſebr thatigen ‚David d (1744), 





418 Afrika, Waſſerſyſteme. IL Abſchu. 6.0. 


andelte mit großem Vortheile in Galam, m aber m 
einen Reichthümern Schiffbruch auf der Rü ‚ae 
entmarf eınen Reifeplan nah Tombuetu, und von da na 
Moſambik oder Abyffinien vorzudringen, ber jedoch nie p 
Ausführung fam. La Jaille befuhr 1784 die Küften d 
©enegalländer, und La Barthe gab defien Beobach 
heraus (A. 1809), zu gleicher Zeit mit Golberry, und 
fen folgte Durand (1807) ber die neuchen En 
n feinem Atlas Senegambiens fammelte. 

Mach langer Unterbrechungen begünigee, im J. 188 
der neue Sranzöfifche Houverneur am Senegal, M. be Fie 
rieau wiederum eine Entdeldungsreife, nämlid die we 
Mollien, beren Hauptswe war, die Quellen bes Gm 
gal und Gambia aufzufuchen, oder einen Verbindun 
zwifchen beiden (?), und wie weit bie Quelle des 
abliege von der des Niger‘ (0b S. 356). | 

Noch früher als die Kranzofen hatten bie Engiäi 
ber *) ihre Entdedungsreifen am Gambiaſtrome begomme 
der feitdem für fie gleihfam zu einer zweiten Heimath_ 4 
worden ift, und von welchem alle wichtigflen newern 
ſchungen ausgegangen find, am Senegal erlangten fie Term 
befonsern Einfluß, Ric. Rainolds und Thom. Daffı 
unternahmen zuerſt im J. 1591 (f. Haekluyt III 2 Ed. Lomi 
1810) eine Fahrt zum Senegal und Gambia, um dort Has 
dei zu treiben. Sie fanden am Genegal nur fehe * 
Portugieſen, am Gambia aber eine ſehr ſtarke Bevölk 
von dieſen Anfiedlern, die vol Eiferſucht die Engländer 
ermorden drohten. Erſt nach dem Anfange des 17ten J 
hunderts wurde, auf Koſten einer Compagnie von Da 
leuten, bie den Sambia aufwärts nad Tombuctu in bi 
Goldland einzubringen bofften, eine Schiffsiadung wow 183 
Pf. Sterl. an Werth, unter Befehl Geo mpfeu 
ausgefendet , Die zeug bei Kaffan (unterhalb Pi 
im Gambia vor Anker legte. Der Gapitain reifete mie fü 
nen Waaren weiter firomauf, nah Tenda, indeß bie 
günfligen Portugiefen die gurüdgebliebene Mannfgaft a 
mordeten und das Engliſche Schiff vernichteten. De 
ungeſchreckt, forderte in England Hülfe, ale diefe mit bei 
Schiffen unter Capit. Rich. Jobſon Im. 1620 au 
war indeß auch er erfchlagen worden, Jobſon fegelte i 
von der Engliſchen Sactorei St. James, an der Münden 
des Sambia, ſtromauf nach Kaflan, bas die Poren Na 
Bewohner indeß aus Furcht verlaffen hatten. Bon 
tüdte er handelnd weites nach Jerakonda, Drante (w 













*»): H,/ Murray. Histeric Account of Discov. etc. Ediab 
1817. Vel, I. eh. UL, p. a10— 299. 


Senegal, Gambia. "4 


te Bartorei angelest hatte), mo Salz die Haupt: 
fab war. Im Januar 1691 ſchiffte er weis 
bafonda zu den Felscataracten, und wagte 
b ı2 kleine Zagereifen fktomaufwärts bis nach 
da Tenda bei M, Park), wo das Oberhaupt, 
„ibm den Drt gany zur Betreibung des Hans 
ie Engländer fanden hier fehr gaftliche Aufs 
n Mandingo's, Fulah's, Mulatten und Por: 
Einwohner ‚des. Drtes, und £rieben jene Art 
n Handels, Salz gegen Gold hinlegend, 
Mb andere *) ihn am mehren Drten im 
‚ leenten, 
fer wichtigen Entdedungsreife folgten fpäterhin 
ieten,: wie die von B. Stibbs (1723) ,. 
je), Moore (1758) und andere, die aber nicht 
ı als bis_zu den Gataracten von Barraconda, 
ıcherlei Nachrichten der Engliſchen Niederlaf: 
tilen, deren böcfte am Strome aufwärts die 
nba, dur Moore angelegt ward. Er zeigte 
fpäftsführern der Königl: Afrikanifchen Gomez, 
Ihre Xhätigkeit zur Erweiterung ber Kenntniß 
und giebt die erfle genauere Auskunft über 
ihre Preife am Gambig **), gegen melde El: 
' und Sclaven eingehandelt wurden. Erſt mit 
188 begann zur Erforfcpung auch biefer weitlir 
nAftitas eine ganz neue Periode, deren Frucht 
negambien angeht, vorzüglich oben fon aus 
erichten Fennen gelernt haben, als nämlich in 
Afritanifhe TE (African As- 
conflituirte, die ohne alle befonbere mercans 
ion, aus dem angefehenften und. reichften. Glies 
ttiſchen Staates und Volkes jufammentrai, 
eiterung ber Kenntniß des befondeen Erdtheis 
nfenneniß bisher feinen eignen Bewohnern for 
tanfegung und zum Merberben gereicht hatte, 
er Europäifpen Gultur ummwürbig fhien, ih 
iger Unmwiffenbrit über einen Haupttheil uns 
ı und über ein wefentliches Glied des Men: 
es noch länger gu verbleiden, 


eu de-Muhammede Ebn Batuta Arabe Tingi- 
Zeus gis 4 p.24. **) H, Murray Historie 
. P- 858. 


Dia 


& 





420 Afrika, Waſſerſyſteme. AL Abſqu. 


3weites Kapitel J 
Das Waſſerſpſtem des Risen. ; 


Bor mehr denn ‚weitanfend Jahren tere $ 

tus bie erfie richtige Nachricht ber dem en. 

Steoms von Afrika, das er von We n 

des ıoten bis ↄoſten Grades Norbbreite Vard vr Pi 

- nem nanfterblichen Werke auf; aber bie Folgezeit glau 

nicht mehr, "bis died Waſſer von neuem entdedt ı 

Unfere Kenntniß von ihm, hängt bis feut faſt nur 

davon ab, daß aufer den Enid ungen bie —* ein ein 

Hmoelsleute, ein einziger, KR a 

Dr —— eine * Hr ru Me ielen 

rittheil feines ganzen Laufes ausmach 

Sowohl Quelle als Mün diefen € en 

Stroms find uns bis jest immer 

nachdem der Mittellauf von feinem —*— 

zum zweitenmale wieder erreicht worden iſt. 








Erläuterung 1. Oberer Lauf. 


Nach Mungo Parks Erkundigungen , entfpring 
Ei — die Mandingos nur das große Waſſer 
und andere Neger wahrſcheinlich nur a 38 
ũibi — *) nennen, um Sankari im Güh 
Mandinyoterra e, unter 12 Grab Morbbreite wie d 
in Habeſch. Nach einem Lauf nordoſtwärts, von etı 
geogr. Meilen (150 miles) ffürzt er fih als ein ge 
er, eei ender Strom herab von der Mandi — 
ildet bei den Felowänden von Bammalu *”) 
fpnellen, : bie jedoch bei hohem Waſſerſtande von 9 
befoßren werden können, wenn file. mit Vorſicht bi 
den Selfen hingeſteuert und mit Seilen am Ufer ang 
werben, 

Bei Bammalu fest man bei niebrigem Waffe 
über ben Migen « auf das Sübufer; bei em Waſſe 
aber, glaubt M. Park, ſey es auch Eurepi 
Fahrzeug unmöglich, über den Strom gu fegen. I 
unterhalb im ebnen Lande, bei Balaba, hatte der € 
ſGon die_ Breite eines Sees *'*) angenommen, “ 
Größe wächſt tiefer. und tieſer hinab, und zwar fo nd 


) Vater im mithribates II Il. 1. = Mu) M. Park 


. 257. Benuell Ap . ) M, Park 
Rennell App. p. Ki r 


a Sübufer des Niger, von Silla an, aufwärts 
e, fagte man ihm, dieß ſey unmoͤglich wegen 
Slüffe_oder Arme und Gümpfe, und nur am 

des Stroms fey es möglich zu reifen *°*). 
* verfgmwinden zu beiden Seiten al alle Berge 
—5 die unabſehbaren Ebenen 

teomes aus. 

ne —— aus M. Parks weiter Reife 
mlauf erhalten, find nur menige; 
jebt er gar Peine Nachricht. Mellien 
ee endes: Gilf Tagereiſen u S. O. der 

‚egal t), bie na öm bei FR li 
N. Br. und 9 Br. . d. Paris ua. 

! "06. 6 Min. R. Br. amd 158. 35 Mi 
Yaris na Woliens Karte), peu ſich die — 
finden, in den Waldern zw A Solimäg 
PR ifo um vie miese km, jefken als man 

ko; alf es weit, i 
— ak a 
m 8 und 9 ®r., fondern 

se E von ‚Davis. Died Kuranto 11) 


D entliche Reich Fonts 
* tan * ni fm Ben da 3 is 
gen ©. et unl 

ee Sierra Dan En, diefer 

liege chen mehte von Limio (oben 

* nbeiẽ —— — —— Gegend beſuchen, wurde 

nach dem Weſten zu 

— X * von Megern, daß die Kurans 


ie Bin .. einer fübäRlih ſich erſtreckenden, 
ſeyen, deren Gipfel, beſtãndig mit 





432 Afritka, Waflerfpftene. IL Abfchn. 6. 21. 


und reichliche Waſſer zum Ocean fendbeten. Geliman (en 
Mubamebanifcher Mame) heiße das Gebirge an ber Rerb: 
oflfeite, von wo der Niger, dort Dialli:Ba genannt (R. 
i. Joliba f. v. als großer Strom; Ba iſt Strom) g 
Sego fließe, wohin die Fulahneger von Timbo viel 8 
trieben, Zur trocknen Jahrszeit beſchiffe man ihn nue bie 
Marcbut (unterhalb Bammaku) wo eine Felſenkette is 
weitere Fahrt verfperre. Mungo Part erblidte den ı€ 
Auguft 1805 zum zweitenmale ben Nigerfirem ka 
Bammaktu (f. oben), breiter als den Senegal und Gamm 
bia ). Er fand ihn ſchon mit Waffer angefämollen ı db 
wohl feine Ufer nicht Übertretend, eine Engliſche Meile uud 
an den Stromfchnellen doppelt fo breit. Diefe werben 
bildet durch eine Berglette die ihre Direction gegen sh 
Bat; fie find ſehr zahlreich und correfponbiren ben vorſprin 
genden Winkeln der Gebirgsmände. Es find drei 
wirbel, an denen der Strom gewaltig rauſcht; d 
tenarme vermieb fie das Canoe, welches Park mit ben Geb 
nigen hinabführte. Auf einer der Inſeln, in der Mitte 
der Stromſchnellen, fabe Park einen fehr großen. Elepfam 
ten , brei Hippopotamen daneben, bie im Strome Waſſer, 
wie Wallfifche, fprüheten, und Schilbfröten dienten 
Nahrung. Die zweite Tagereife, am 25. Auguft, paſſirte 
bas Canoe bie dritte Steomfchnelle, und lanbete bei Man 
eaboo *) unter 13 Gr. 48 Min. N. Br. (das Marabut bei 
Mollien). An biefem Orte flationirte Park bis zum 14 
September, weil er feinen Führer Ifaacoo mit fehr Eofkhe 
zen Befchenten voranfidte nach Sego, an den Manfen 
König von Bambarra, um die Exrlaubnif der weitern & 
auf dem Strome su erhalten, die ihm das erflemal ve 
worden war. Kür bie richtige Beſorgung verſprach 
dem Mandingodolmetſcher zur Belohnung alle feine 
tbiere , Dferde und Eſel, fobald er im ae fih eingeſchi 


| ns die nun alı 
gemein geltende Münze des Kandes ein, nämlich a20000 Ke⸗ 
wries oder Muſcheln. 

In der Umgegend von Marraboo wächſt kein Holy um 
ein Boot zu bauen; bie„befle Zimmerdolzwalbung fleht zu 
Kanktari, im S. von Bammaku, an- einem großen 
baren Arme bes Niger; von da fommen faft alle Gans 
der Bamdarraner und find aus Mahagony geimmert ), 

Ant 13. Sept. wurbe Park von einem Krondiener, dem 
Hoffänger oder Barden des Königs von Sego, KBoskari, 
auf Canoes, die mit 38 Ruderern befegt waren, weite 


baben würde. Einſtweilen Banbelte Par 


®) Park Journ, p. 140. %*) Park Journ p. 144. *#*) Parl 
Jouru. P⸗ 146. 


’ 


Sünfligfie Anımort >) von Menfong, Verfpreen als 
ichutes bis Timbuktu, und zur Rüdreife nah Weſten, 
wmf dem pien gegen den Aufgang der Sonne. 


uf 233 art den Ott Sanſanding, unterhalb 
bez Befivenı des Königs; zur Erbauumn; feine Nis 
. fdiffte an Jahbee und Ergo’s Sand 


‚om *. ———— 5 une 
Mahre früher als Bertlee erwartungen« 
ven =7. slüdlih nah Genfending 
im wistiern Raufe des Stromes liege. + 


: @eldaterung s. Mittlerer Lauf. 


Zeller wo die große beichte Caravauen⸗ 
rad Dem EA niit Au Senegal dur 
5 —A um Niger trit Bier war ee, wo 
em Reife, v. J vielen ausge ſtan⸗ 

le armer, ausgeplünderter Manz, wäh: 

ermattetis — vor ih hintrieb, — den 


1 mitte) —X in begleiteten: „on 
"dt —X vᷣurde ). 
Ki Se 8 N 
Wie ig mit“ geöften Entzüden den großen Ges 
mb me Cendung, De Junge 8 gina, 
Bu e Mergenfonne daher, 
ge und fanfe Arömend 

ip eilte zu feinem Ufer, trank von 

Rn * die meinen Dank im Gebete dem 
„Da er mein Bemühen mit Erfolg ge: 


ui 






BORN PER 





WUITUE Der ganzen umHegenden Wegen, warm 
deutete auf einen Grad von Bildung und Wopllı 
man ſich in dem Herzen von Afrika nicht u den! 
Selbft der Beitte fand hier am Niger eher eine 
tiviete Landſchaft, aus der Mitte feines Vaterle 
der, als eine fogenannte Afrikaniſche u. 

Bon Sego abwärts folgt am 5 

Dit; 3 Bit unter Sego liegt 
bis 10000 Einwohnern ; bier mar viel 
20 große mit Waaren beladene Kühne; wei ih 
Stadt Ninra; dann das reizende Dorf Madibu 
Ufer des Strome, von —— man deſſen Lar 
Stunden weit nach O. und W. überſehen ann. 

rüne Auen Iiegen in. feiner Mitte, auf beten 

Foulaps mit ihren ‚Hrerben wohnen, in Sicherhe 
großen, rothforbigen Löwen, melde an dem bufd 
des Stroms fo zahlreih und fo gefährli find, 
ber Strom eine majeffätifche Breite, ezjauber 
Aber ihn hin, reicher Fiſchfang tft in ihm. Un 
hub liegt Silfah, eine große Stabt, im ihrem 
muß_der Eranke Reifende im Anfang der Regen 
die Sonne in ben Wendekreis tritt) F), umkehre 
wie durch Wunder wird er gerettet don den Bei 
der Menfen, und der zu beiden Seiten um ben 
Wanderer gelagerten Löryen. Kaum arbeitet er 
heraus, aus ben immer weiter fid verbreitenben 
und Ueberfwenmmungen, die an jedem Tage mi 
feßenden Megengeit wachfen, &o weit die erfle & 

Wichtige BVeflätigung und Erweiterung ber 

Nachtich en theilt uns, Darts zweites Rei 
mit, das freilich, mein wie es mehr ausgearbeite 
hätten, weit belehrender geworben feym würde. ( 
eigentlich nur umflänblicyeren Bericht von feinem 











®) M. Park tr. p. 202. MR) X. 0.0. ©, 203, 9m 
©. 208. }) Jickson account p · 504. * 


Be * Wiger, Bill” - 7 ep 


39 in Senfanbing, ber aber merk: 
ie aufflärend j für Bie Wei weitere Kunde 
FAR deffen Han! — er bie wi: 


enth hät, bie tie bis jet befigen. 
eh bei i Sanfanding vor Anker am a7. Gept., 


laufe des Volks, (Er giebt ber Stadt 11000 
F dat a Mofgeen, ig aict unelegans gebant, 
r in — 4°) (Bafar?) enthielt einen großen Neid: 
von Waa 
fen 


u 


wen im &Übtbeilungen (stall) gebragt, „bie 
dad Rate ‚egen. die ———— Sonne gejhügt waten. 
rt T führte jede Si Abtheilungen oder Buben 
* einen a et tel. DM. Dark temerkte darin In⸗ 
in Klumpen, @lascoealen, Brue 
— — * gan an vol rer um 
etiöhen, andere voi fertinge, erringe 
He immer jede Maare für. ſich in — Duden um: 
In der vordern Häufereeibe am ehe gut 
—— je von Marokko feil 
N der Bevante gu feon (chien, und fiber —5 — 
Eine des Plages nahm der Salmerkt ein, 
eine Wafel (m slab , wahrfigeintih **) fee 3 Bafeln be de: 
fat ziele zu einer Gameelsiaft aebören) hier mit 
Iries bezahlt ward. Die Sleifchhänte fo fchön oe ke: 
ie nur in England, Auf bem Biermarkte fanden oft 80 
s 100 Galebe Tem jebe — ⸗ Selena, mit m Die gefütkt, 
— Timbo ***), aus 
kais dam, be ſer Ye das ifepe site genannt 
kb. Dabei war der Matt, .n0 es unb rothge⸗ 
Etes Leder verkauft warb. er dieſem täglichen Bazar 
noch jeden Zonngon⸗ in Sanfanding ei befonberer 
we ten, an weichem für fo vieles — 
ud desmal 16 bis ao Dapfen gefchlachtet mir! 
— 83 auf die Canoes wartete welde ihm 
Sage al a jen? hatte zufagen laffen, ent- 
"rn faufen, und legte zu biefem 
A nn Kowries zu — feine mitgebrachten Eur 
— Saaren in einer Bude zum Verkaufe aus. Der 
yanbel ging trefflich von flatten, vom 8. bie 16. Dctober; 
w en fi je ſeßte er für 95756 Kowries Maaren 
‚seeten, WBüchfen (barraloelo genannt), 
3 ef — Sabei, Amber, Corallen, Agate, 
Sem iſches Zeug), © ei und Silberbol: 
a Hier Gelegenheit eente Park die Woarenpreife 





„ Park Jonm. p- 158. Y Kosegarten Commt de Moham- 
mede Ebn Batuta eta, Jenae 2818. 4. p-50. *"") Park 
Journ, Addenda p. XI, —SE Aosount P- 72 


6. Urifa, Wafferfofteme, 31: Abſche. 


ber jörien im Sudan kennen, was allerdings, 
—5 Speculationen von Bober — 
bortige lebhafte — die Bajate, bi 
die reihgefüllten Buben, bie Mertheilung ber W 

- ‚ter gefonderte Händler, alfo die ſehr ap 
sbeilung der.Urbeit, und der Großhandel 
wie mit Marokko und andern entfernten Rüben 
bieß beftätigte M. Park vom neuem die böherflei 
— mit dem Fortſchreiten nach dem Innern 
theiles 

Aber M. Park’s eigne gute Gefpäfte erregten 

Brodneid ber dortigen Handelsgenoffen; bie von f 
mehl, als die Maurifhen Händler, San fi, 
diöimnie,_ der Minifler aus Gego, Park naher 
an den König Manfong, und verfprachen weit 
Gefihente als die von Dart, wenn er deſſen 2 
nehmen, ihm fei zu aus Bambarra wegfhiden obdı 
ben wollte, ie Weißen, ech es, mäten nur; 
ihn zu bejaubern. Zwei Dritiheile ber Einwohner 
verlangten bieß nd alle von 
benn Hatk verdarb ihnen 
Wearen offenbar den Marke. 
Eönig, Biie feinem Worte r 
worher, obwohl — e kalt gegen ia gef 


and ihn ee einmal et Br (Arne dem a 


«6 wor aber, Ir die 3 andern, bie Park endlich 
nige gefchide ehe, halb verfauft amd für ihn 
ha x fegte alfo mit eigner Hand und mie Hi 
ihm übrig gebliebenen — aus meh⸗ 
—2 ſeht —2 — a slädlih ein nen 
jufammen, 40 u —2 flachbootig, 
—ã einen Buß im fee ia = nm 
tes ſhes Fahrzeu; tom, 
Kin dien wi Te ae) 9 e gu 
egen die Gpeese Tab enfgäffe der Gurte 
ia a, vom Polen, Bo ie, weile zwiſchen Si 
wer das. Diet — gzefahrvoll me 
ten, kaufte V· —e Die er eie⸗ —* 
‚Sahne — Unter — 
t; am 98. Detober * s en 
—* derfon, im feinen Armen, und — —— 


gmeitenmale von ten 
bes terımben Erbtheiles, nur noch von 4, qum X 
ten, Guropäeen begleitet, in ber ſqreclichſien Bag 










®) Park Jonkaı 5. 265, %) Park Journ, pı 159 


2 ar Mge, Belle 4«47 
$. Ben. um 8. Detober wer br © 
Era. EEE 


* — 16. Ron. 38 — 


bme; einen TEE Meifenden im 

el. Diefer ae bie Kaj 
Wenat nur allein A je 
Be_ bes U ve 

k _ m Übrigen werde das ganze einge Konafır 

te ben Mausen Kr the Ca Daun) ee Men 

B bewohnt, b urka, uebinst, Zuarid, 

u ben fi igreihen, au ken ven, NEE 


Namen führten, _ nt e Niger am 
hr war Amadi Batoumas Ausfage, fo 
euehter Hand nad Süden; aber 
gefunden der fein Ende gefehen. Ju 
Id in u ende er nidt. 
mgegenden Des Niger bei umb ober 
——*8 Park noch folgende ‚Rosiien is 
bs * ale deren Hauptquelle ER die Ausfage 
Dolmetfpers war, der nad Park’o Briefe am 
folgende Länder beſucht Hatte: gegen Süben 
Bin ana, Kon v a Gotto und Gap 
ale (oben ©. 301); Ofhen abe aber vorgebruns 
E bug Eimbuckn, —8R Nofte, Rafana 
% 
en (üblipern, bieher uns snbrtaunten 
lernte Park — ten Ba Nimma Ent 
. von DRarraboo in ben Kongbergen entip 
E eine teife, im ©. von Gego Be 
* 


EEE 


at 


wat Auen Geitenfinf, der von bem füdlicden 
was kommt, anf, und Ay unterhalb 
in den Dibbie See zum Miger. Er ie 
*8* fo * als diefer. Meifet man von &eg 
y Miniana vom en, * Bi dung 
[2 |} man n er er] ereiſe, e im 
—8— auf $i ehem Aber biefen iron Ymme, 


— 
ul. Life p. LXXVIIL **) Park Journ, p. 166. 


428 Afrika, Waſſerſyſteme. II. Abſchn. 5. 21. 


dann über, uns bis jetzt nur unbekannte, Orte, in 7 Le 
nach Miniana. Deſſen Bewohner ſollen Pferdefleiſhe 
das deg ihrer Feinde, wie dee Fremden eflen, bie bei 
nen flerben. Die Ruh, bie bei ihnen verehrt wird, fl 
ger man dagegen nicht, und ißt fie nur wenn fie ger 
ift._ Im Werglande Miniana wird baffelbe Korn gebaut 
in Bambarra. 

Auf der Südfeite bes Niger (wahrſcheinlich gegen 
obern Minianafluß au, gegen Degomba) giebt Park | 
Lande Baedoo, deſſen Hauptfindt gleiden Namen fül 
eine viel mebr füblige Lage als bei feiner erſten Reife, 
wie auch bem Reiche Gotto, wogegen fig aber Zwei 
heben laflen“). In diefem Lande find fo wie auch in 4 
barea, mehrere Juliſtädte, wie LTeng: gera, Item 
NM'Kannu. Diefe Juli *’) vergl. oben S. 371), wel 
wir (don fehr weit im Meflen am oben Gambia in A 
funda erwähnt fanden, find alfo auch Bier gu fe | 
Baben in Baedu den Namen Kirlo: Bimba, ®ie v 
die Sprage von Baedu und Miniana, und werben bel 
von ben Salzhändlern als Dolmetſcher und Möller | 
braudt. Eine Monatreife im Süden von Baedu, foll bw 
das Kinigeeig Gotto (vielleige meint Bowdich dur I 
Gebirge Kong, welches Park aber nicht nennt) zu ChHrifl 
füdren, welche ihre Häufer an den Ufern des Ba: &e 
feene Cob der Dcean an ber Käfte von Guinea ober ı 

innenfee? davon unten) haben, ein Waſſer bas weit gı 
Ber ift ale der Dibbiefee, und einmal na ber einen u 
Dann wieber nach der andern Richtung flie 
(vergl. die Bemerkungen und Berichtigungen biefer Any 
bei Bowdich Mission p. 184. unb Jackson Account. 
4n3.). Von den Afhantis ſcheint M. Park bier gar kel 
Kunde erhalten zu haben, was alerbinge nach obigen (I 
331) auffallend ſeyn mäßte, wenn feine Mittheilungen ni 
blos fragmentarifch geblieben wären. 

Anmertungı. ErfteBefhiffung bes Nigerfiron 
burh Europäer, und Mungo Parks Ende. Dorder!l 
Ankunft am Niger, 

Diefe Nachrichten, nebft den Marktpreifen von Sanfanbla 
und den Abfchiedsbriefen an die Seinigen, finb bie legten Zeil 
Darts, die er nebft feinem Tagebuche buch ben Dolmeliä 
Iſaaco, Mitte November 1805, nad) dem Bambia zuröckſende 
feitbem ift ec verſchwunden und keine authentifhe Nachricht du 

n, über den weitern Lauf des Niger und zugefommen. 
koͤnnen wir bie eingezogenen Berichte über fein Ende, unb bie ex 
Rigerfahrt eines Europäers nit ganz überfehen, ba fie mand 





*) Bowdich Ashantee Mission p.ı84, **) Park Jow 
p- 44 166. 


Niger, Joliba. Br 40 


⸗ 
I 
— Ganfanbing Im Derober 18700 1 an verdeteh 
Em ae Krobifhen Gröählungen, and siht ohne Uebers 





jener Sierwurderam Senegal aus dem Xrabifgen ins 
Blite überfeht, und entpält Im wefentlihen Bolgendes °). 
"Das gesimmerte Schiff des Weißen war DR) um 120 
km zu faffen, e8 hatte aber aur 9 Bann zum rudern, 4 Wi 
Bieutenant Martyn felbſt, 3 Negerfelanen un! 
dem Dollmetiäer. tar reid -verfehen mit Eebensmits 
Wumb großem Worrath von frifhem und gefalgenem Li Fr 
Eibfaher geihahe von Sanfanding, —— ven 2 . 
Er 2 Sagen nad Jinne, bann durch den Dibbiefee 
y Bei’deffen Ducchfeeglung Samen 3 bewaffnete Boote mit 
IE ud Zangen, die DM. Park mit Gewalt zurüdtreiben mußteg 
aba (Rakbara) bem Hafenert Zimbuctus, 3 andre, auf 
Urt, und wäher bei Biefer Hauptiabt wieber andte. "Jen 
wurden viele ber ingebornen erfäoffen. Ienfeit, bek 
, Kamen 7 Ganoes bie fie zurädihlugen; ein Weißer 
Beder Ber Meberbleibenden Hatte immer 12 Binsteten fdußs 
‚liegen. An einem Orte der Mefidenz des nit Gatotjege, 
60 — Ganoes nad; fie wurden alle zu: eſchlagen 
Diele rufen erfhoffen. Jeuſeit des Ortes Rand ein gro! 
son Donlen am Stromufer, an denen fie ohne Handgemenge 
feiiftten. In Kaffe anferten fie und ruhten einen Tag. 
biete Weife geht bie Erzählung, ohne genauern Kuffhluß über 
Feandfhaft und den Gtrom, weiter, bis an bie Brenze bes 
Mies Doufa, wo Amabi verabrebetermaßen feinen Rädweg 
wollte, Varf landete bi Yaour, wo Marabuten wohne 
umb fandte durch dem Dolmetfcher dem Dberhaupte des 
Fein @efhent, das ihm einige Eabung Neif, 3 Räpfe Honig, 
Schaf und ein Rind bagegen ab. Wuch ſchickte Park für ben 
Inig, der einige hundert Schritte vom Ufer entfernt wohnte, 
ki Sem Ditevorfleher,. fünf Bibereinge, etwas Pulver und 
Merfteine, als Gelenk der weißen Männer beim Xbfdhiede, 
Eher Drtoorfteher fragte, ob Park zuruͤckkehren wurde, ante 
miete er: er Fig Bi ee — Diefe Worte 
wäten den Zob, denn bie jerung magte, daß der Mar 
Bar ie Beihente fr 09 beftee, > Kiedt Bafzuma Die ie 
Yark zeifete weiter, ber der König, erzürnt über bie 
bes Sremben, ber keine Geſchenke gefandt, ließ den Dolls 
|, und gab feinem Heere Befehl, den Weißen nach⸗ 
umd fie zu erihlagen. Bei Bouffa, wo hohe Belsklipe 
rwis ein Thor den Strom verengen, und die Paffage auf dem 
Gtrome be — murde das Schiff ven den Jeinden 
* piten, Pfeilen, Steinen überfhättet. Zwei Seiaven 
er pipe des Botes fielen, und nad) langem ermübendem 
mpfe, aus dem Park keine Rettung fahe, ftürzte er fih mit 
ı legten Weißen in ben Gtrom. Nur ein Gclave im Gance 











) Amadi Fatouma’s Jonemal in Pırk Jonm, p. 08-216, 


430 Afrika, Wafferfofteme. II. Abſchu. 6. or, 


überlebte dieß Gefecht, und zum Könige gebradt erfuhr ad 
den Ausgang , und berichtete ihn, nachdem er feine N) 
halten, fpäter an Iſaaco. . 
Daß Gerücht feines Unterganges, wenn aud nicht fo theati 
liſch ergähtt, wie von Amadi, erreidhte ſchon im Jahr 1806 bi 
Englifhe Colonie am Gambiafluß. . 
Daß Park an Timbuctu vorübergefhifft_war, erzaͤhlte ch 
Arabiſcher Brief aus diefer Hanbdelsflabt , ber im März 1806 ; 
Mogador einlief *), und von Jackſon überfegt wurde. Gr 
von einem freigebornen Sclaven M. Park's geſchrieben von Gif 
vAbes Buhellal Faſi, und fagte aus: „ein Boot kam d 
einigen Tagen vom Weften zum Bafenorte Kabra, mit 2 * 










Chriſten. Einer, ein großer Mann, ſtand im Boot mit 
weißen Flagge; aber die Einwohner von Kabra verſtanden 
Zeichen nicht, gingen nicht an das Boot, obwohl es den 
Tag vor Anfer lag; am folgenden Worgen war es fortg 
Bon einer ganz andern Weltgegend, im Süden, in ber Haup 
ber Afbantees zu Sumaffie, erhielt Bowdich, im Jahr 1817, 
dem Sherif Ibrahim, als Augenzeugen, eine etwas 
chende Nachricht von Parks Tode, in einem Arabifchen Briefe 
defien Original im Brittiſchen Muſeum niedergelegt unb von 
fon richtiger überfegt ift, als deſſen erfte Mittheilung in 
Werke über bie Aſhantis. Bein Inhalt ift folgender ***): , 
Nachricht kommt aus ber Provinz von Houfa welche -Feaurkd 
oder Yeaurie (Yaou: im obigen) heißt (fie liegt zwiſchen Zi 
buctu und Bouffa).. Wir hörten und ſahen nit den Fluß g 
Kude (d. i. Niger); aber wir hörten Stimmen von Kindern 
fahen ein Schiff wie wir vorbem keins gefehen. Der Köni 
PYeaurie ſchickte Lebensmittel In Menge, und da waren 2 M 
ein Weib und a Sclaven, die zogen das Schiff. Darin 
2 Weiße. Der Sultan rief ihnen laut zu, aber fie kamen 
Sie wollten nad dem Lande Bufa das größer ift ale Yea 
und plöglich wurden fie von bem Strudel am Vorlande bes Ku 
aufgehalten. Bei ber Felsklippe konnte das Schiff nicht * 














Der Mann im Schiff toͤdtete ſein Weib und warf alles ins 
Dann ſprangen ſie aus Furcht in den Strom.“ Von dieſer, 
weſentlichen Factum nach, mit Amadis Ausſage Übereinftimmenbde 
Erzaͤhlung, weicht eine dritte vom Colonel Fit Glarence +) etwei 
mehr ab, bie des Hadji Talub, eines Pilgers von Mekka HI 
Begleiters zweier Pringen von Marokko, von bem Zobe 5 
Weißen (Park und Martyn?) bie er in Tombuctu gebt, 
welde im Jahr 1807 in biefer Stadt fehr freundiih aufgemem 
men, aber an ben Folgen bes Climas geftorben feyn follten, - & 
Tönnten bieß auch andre Europaͤer geweien ſeyn; vielleiht wi 
Parks binterbliebenen Gefährten. 
Nicht allein die Geſchichte, ſondern Insbefondere audh bie ei 
Aufmerkfamleit auf biefe Wegebenheit, welde fih fo fepuell va 









*) Jackson Account of Timbuctoo. London ı8e0. 8. p. 3ı9 
vx) Bowdick Mission to Ashantee p. 91. ***) Jacksoı 
Agcount ol Timbuctoo, Lond. 1820. p. 4. +) Ya 

. Sphemeribeh VII. 1. ©, 134. ++) Jackson Ace, p. 415. 


Niger, Joliba. 431 

Marotte bis Wella, zum Senegal und zu ben Afhantis verbrei- 
tet Hatte, * Tr — Ei fo far —2 — 
gu 


Peer. 





jleihem Wege ihm voranı 
J— un — —X feine 
übertragen. Diefer war in De . 
bes hoffnungsvollen Kummer **), 
r en zu ben Dielen bes Kio anne gekommen, mh 
fh den 15: —F —T —X ‚im Eager zu Mobaggn bei &as 
Kummer baranf fi Lieutenant Sampbell- 
7 ba, nad ee in iger aufbrechen wollen; von 
e tion — ber Ghirurg Dorchard, 
wenigen jer und drang ohne Hins 
Senne — in ven e von Yadbi vor. Hier 
—* ——. ne 28 der Reife von dem Könige 
tonaten Martens, mußte er. 
ben ee Sehe —8 bis Bammakıı zurädziehen, ven 
* ee dom Mai 1819. England erreigten, in 
{ —— weiter rwärts zu bringen Feineswegs aufs 
—E ©ego war im Kriege mit — 
*——— ——— lic ben Beketa) begriffen; feine beis 


erften Ditnifter waren geftorben, felbft das Oberhaupt vom 
—— bei Dorcharos Ankunft. ieh NR ei den 

tem ben Aberglauben an ben’ übeln &i 6 der jen, ber 
', am Niger, wie in Bambuk, und überal, in Augſt zu 
— wo —8 dieſe zum erftenmale fehen ließen. Sie ers 

2 ih fehr wi af in demfelben Jahre wo M. Park hier 
ja —— auch — Wubibinni und andere Oberhaͤupter 


em waren, bie mit biefen Weißen zu thun gehabt hatten. 
fte Dorchatd in Yamina wie in Bammaku die gaftlihfte 
je gefunden. Der Aufenthalt ber Fremden und Gefandten 
am ken Wrenzorten iR, nad ihm, eine üblihe Gtikette, um bie 
Siätisteir bes Landesheren baburdh zu erfennen zu geben, und 
nicht damit beeilt feine Gäfte, für deren Pflege er forgt, 
# zu werben. Die eaimsgrteit des Niger bei trodmer 
i von Marrabu an, beftätig: Zerae er hofft, einmal 
„ fon beffen Ende zu erreichen Im Yamina wurde 
wie in Ganfanding, — Markt gehalten, und 
t Radıfrage allen Arten Guropäifcher Waaren ift fehr groß. 
je Beuge, Mandefterfabrifate, waren in Menge dahin 
dur die Iimbuctucaravanen von Varokko aus, Beides 
bie ſicherſte Scraze fen fol.- 


*) Quarterly Review 1820. May Bi; “*) Rad einent 
Briefe vom 16. Dec. 1816 an feinen Iruber Herrn Kummer 
in Berlin, Berfetiger der erhaben gearheiteten Grögloben, 
er) Quartkıly" “aD, 


7m 


noch nicht deutlich hervorgeht und wichtige Frage 
bleiben; fo gewinnt dagegen babei die Entwidelun 

kerlebens in diefem coloffalen Stromgebiete, bucch 1 
cherlei Ausfagen bort bandelnder und wandelnder 
erftatter, und wie thun einen Bid in das beichte 
erbild, das bis jezt noch als Maffe auf —J 





wirkt, von dem aber ſchon einzelne Gruppen ih, 
allgemad zu mährrer Betrachtung und wit 
Handlung den Vordergrund zu betreten beginnen 
wollen wiederum, erft fummarife die ı K 
ten aufjäßlen, und bann im einzelnen bie neue 
richte beifügen, um durch hiſtoriſche Treue ber ei 
nicht den Weg au verreunen und bie Art ber. Em 
überfehen zu Sinnen. 


. Der Rigerlauf unterhalb Sego und & 
| bing; nach älteren Berichten. 


Früher angeflellte Erkundigungen über den 2 
Nigerſtroms berichten folgendes: zwei Tagereiſen 
Sillah liege bie Stadt Jenne (Dfenneh), gei 
Stgo, von wo fi ber Niger zwei Zagerrifen w 
fawarger See (Dibbie) ausbreite, der fo geoß fey 
Käßne, wenn fie von W. nah D. ifn ducapfepneih 
einen Tag lang bie Ufer aus dem Gefichte verlieren 
diefem fließen oßwärts mehrere Arme, bie fich ein 
seite im Süden von ber greifen Stabt Zimbuctu | 
ber Gem Zungubuto **) dee Poetugiefen, dem Til 
ber Berber ober Schelluh) in. einen Arm vereinen 
gefchiehe bei Kabra, dem Hafen und Lanbungspi 
Zimbucku, _, 





am TA.» autom E as. [:_ I 707 PREERERFER Alan 


Wenns Be ps u 


ii.bei De Barros) ; 
bis Timbuctu er ıs Bf yn 
Südufer des grofen Stroms, ber Bir alt 
und Dippopotamen ernährt, ind mit ungeheu un 
bibedft, in denen Bäume von außerordentlicher 
B Schönheit fichen, zwifchen denen @i nem: 
1) 9 “coloffalen Geftalten umherzie 
oflwärts. den Strom 11 Tage b, 
m si der großen Stabt Houfa, ober an. 
auorte Butt vorüber. Bon dem fernern Often 
Ik biejenigen, welche Di. Dark auf der erſten Reife 
«ine weitere einen uud 44 Lande an Ort 
* * ng m damals (1796) nicht 
dee neue für ihn unnen 


* ie bie —— jene bie 
e Een * Kate ns 
n.D. her, nad und uch, den 
a 8 ne ne 
von feinem en jen fol ur 
ei un ad Eine te *° en⸗ 
km Part en un! le_ von fon 
irt aus einem 1 öfligern Reiche Kaffina ger 


äpl: Ü J d, 
ER 
te und Öteomfipnellen) in der Sqiffahet uns 
werben, indem ex da twieder durch das Bergland 


ie. wie Andere berichten +), au in 

die Barken fuchen fd an den 
halten. Sein er if fo fhlammig, 3 ein An⸗ 
nicht feſthaͤlt, N man ſich Kr jet Steine 

bedient. Auf dem Wege von uetu mach, 
er firomaufwärss 30 Togereiſen hält, nimmt dee 
f Rt „feige Krummung EI Kos Nil, d. i. der 


25 Tageeeii ellat), im OR von Limbuchs, 
558 Se PN dan), Ri daß Sgiffe it 
ihm fahren, bie 150 bis 200. J 
jaaren tragen. Die Anwohner des Nigen —X 
ln Sqiffer. 


M. Pırk tr. p. a: »e·) Pro- 
er rer 12; * 


454 Afrifa, Waſſerſyſteme. II, Abfchn. 5. 21. 


So wurde der Jolibaſtrom *) von Mungo Park fi 
zuerft bis Sillah tereifet, von da on, durch ihn beffen ı 
terer Lauf auf 80 gevar. Meilen (400 miles) erkunt 
ſpärechin bis Sanſanding und Bouſſa. Go ſtrömt er 
erften 140 geogr. Meilen von W. nah D., ober genau 
nommen, zuerſt von S. nah N., bis er aus der Hoq 
eaffe dur p die obere Stromfchnelie von Bammaku her 
bricht, und dann von W.S. W. nah O. N. O. fih mı 
ausbreiter. 

Es bleibt nun von Houßa oftıWärts nach Dar: Fur 
doppelt fo großer, une:forfchter Raum übrig, in weld 
der Riger unter dem Namen Zab oder Gavıa **) in ei 
Dreite won a bis 8 Stunden zur Regenzeit, dur 
Land der Bauberer (Mabjous) fließen fol. n ei 
neuen "*'") Werke wird die ganze Länge bes Niger von 
Quelle bis Sillah zu 700, und von da bis Wangara 
970, alſo in allem auf 1670 Englifhe Meilen angegebei 

Zu dieſen frübern Ausfagen baben wie in dem ki 
Jahriehend auf den verfihiedenften Wegen fehr mannig 
tige Zufäge, Erweiterungen, Berichtigungen umd neue | 
gen erhalten, die theils den eauf des Nigetſtroms felbſt 
treffen, theils aber auch vorzüglich zur nähern Kennl 
ber Städte, Reiche und Völker führen, die nahe an fet 
Ufern fi) befinden, und zur Ueberſicht diefes Zuwachſes 
Erdkunde diene folgendes. — 

Anmerlungı. Aufzählung der neuern und im | 
genden benupten Nuellen bet Augengeugen über | 
mittlern und untern Eauf des NRigerfiroms, fet: 
uferlaͤnder und Reihe. 

Die feühern Nachrichten Über diefe Wegend bes Stromlan 
außer den Erkundigungen Parks bei feiner erften Reife, beftau 
vorzüglid nur in einzelnen Ausſagen von einigen wenigen Rp 
ſclaven und Arabifhen ober vielmehr Maurifchen Handelslen 
bie entweder aus ihrer Heimath vom Nigerfitom weg auf G 
venmärkte des Auslandes geführt waren, oder, die als Kia 
um bes Gewinns willen auf Bandelsreifen nad) Zimbuctu bier 
bes Stromes befucht, oder von ihnen gehört hatten. Diefe i 
glih man, nebſt M. Parks Erkundigungen, mit den ditern { 
fhreibungen Arabifher Geographen, vorzüglih mit Edriſi (1 
und Leo Afticanus (1500)5 gegen R.D. und D. aber mit 
Nachrichten weiche Hornemann (1796), Browne (1792) und Br 
(1768; vom D. her kommend gefammeit hatten. &o ergab : 
aus fehr mähfamen, forgfältigen Vorarbeiten, welche vorzägl 
Major J. Rennell unternommen, und mir fehr glädlicher Go 
binationsgabe und gefunder Gritit durdgeführt bafte, bie Rd 
von Afrika zu Mungo Parks Reifen (1798 und bie verbeffe 


*) Rennell Appendix p. LXX. **) Hornemann Voy. i. 
164. ed. Langles, ***) Aly Bey Reiſe. 


RÖITE ige, goliba. 1 1773 


86 1800), _wetdhe die Grundlage aller fpätern Daı 
‚aalttlern Areifas geworden Ir ſer (pi “ 
‚eift >) der wahrfheinttd in Geuta geboren, in Spa⸗ 
dova irt und fein Werk in Bicitien ge| en 
Nenfbenttgr Marke aumfnıt. Srakid er Im Brio 
r e le anzufehin, obs er im Beni 
© Irabifger Radriäten über Mittelafrika eine kr 
Kin ınbe brachte, bie jeboch immer mit Borflı 
R. Vorzüglich auf feinen Angaben beruhte bie Zeidh, 
Gegenden am mittleren Nigerlaufe. Johannes 
anaba, mit dem Beinamen ber Afrikaner ifE zwar 
vanderter Reifender im Innern biefes Erdtheiles, (di 
drend feines Aufenthalts am päbftlihen Hofe in Rom, 
itiom Eco X., wo er fein Wert nieberfchrieb, doc üf- 
‚ wahrfeeinlic burd das Aufehn der Gosmographen 
beftodhen, mande Irrthümer zu behaupten, deren 
dm die eigne Anfcjanung twiberlegt Hat, (?) wie 4. 8. 
ee von. Zimbuctu aus gegen Welten nad, Iinne (Gi- 
!Sen folle, da er diefen Strom hier doch ſelbſt ber 
Ee waren arte aelar von Kar 
und zugleich manderlei Studien zum Berftändn! 
de derfeiben ja vorzüglich Eoradtemntaiffe, (#4 
nis geworden: Zum zweifmäßigern und Leitern 
ee bebeutendften biefer neuen Quellen diene folgenbe 
uf die tnir ung fpäterhin beziehen werben. 
verif SmdammebsWerihte überWornu und 
m Rigerfirome (1790) "**). Erkundet zu Meſu⸗ 
biete von Zripoli, durch Lucas, der, während 16 
gegi ‚er Biceconful in Maroflo genau mit dm 
nd Werhältniffen Rorbafrifas bekannt geworben, {n 
Afrilanifhen Socierät, im Begriff Rand über Mej- 
Me nad) dem Sudan zu unternehmen, woran Araber: 
naberten. Sein Begleiter nad; Zerzan war ein 
zif diefes Reiches, Imhammed, der felbft Rei 
den Regerländern gemacht hatte. Lucas breitete vor 
arte von Afrika aus, die er dem Gultan don Ressan 
fe beftimmte und lub ihn ein, fie an hen Stellen die 
bert hatte zu berichtigen. Der Cheriff, durch biefin 
ſehr geehrt fählend, ward rebfelig, und mußte getreu 
ver felbft ben Neifenben feinem Herrn zuzuführen At» 
fammelte Eucas bie Nadıriäten die in den Schriften 
fen Societät a. a. D. mitgetheitt find; tie führen 
na Ram Scherif Impammed an. . . 










Uftändigeen Manuferi; Sherif 
Geogr, ot Africa in Annals of 


I. Jun. 1820. p. SZ, ") Jo- 
ricani, tot. Africae Deseript; lib. IX. 
556. 8. Lib. I. edit. Lug. Bar. El- 








5; 
„Ugberfegung F Epröbad. Herborn 1806 


rp- 
1633. 
'roceedings of the Afrie. Assocjat. T. I. p. 127 





456 Aftifa, Wafferfofteme. II, Abſchu. F. 2ı. 


2. Salam Shabini Reifeberiht von Bez mı 
Timbucta und von da nad Houffa (1787). -Mitgetfi 
von 3. Gray Jackſon *), Profeffor ber Arabiſchen Sprad 
und 16 Jahre lang Engliſcher Refident in der weſtlichen Barba 
gu Marokko und Mogodore. Shabini aus Tetuan kam mit | 
nem Vater ats Juͤngling nach Timbuctu und Houffa, we er| 
ine 27ſte Jahr verweilte, ehe er nad Zetuan zurädging, x 
dann Aber Mekka gep:lgert als Handelömann nah Hamburg 
England kam, wo er mit ben @liebern ber Africaniſchen Socie! 
bekannt ward. | 

Bon Tetuan, wohin er zuruͤckkehrte, trieb er ı5 Jahre la 
Handel mit Sibraltar, und ward fo bem Herausgeber belam 
der aus dem Munde mander andern Maroffaner, bie in 
gewefen, viele Züfäge liefen konnte. Seine grobe Kenntnif | 
Mogrebbin⸗Arabiſchen, welches die ne prache burqh 
Norbafrika und im Sudan iſt, machte Jackſons langen Auf 
in Mogobore beſonders fruchtbar für Erbkande bes Guben * 
Wir werben jenen VBeridt mit dem Kamen Shabini cite 
Jatkſons Anmerkungen zum Unterfchiebe von feinem erſten ie 
Jachsons Acc. of Timb. nennen. 

3. Sidi Hamet’s Reife von Bedinun nad & 
buctu und von dba nad Waffenah (vor dem Jahr 181 
Mitgetheilt von 3. Riley, ber, ale Supercargo der Amerika 
{den Brigg Sommerce, das Ungläd hatte, "an ber Weſtkuͤſte 
Sahara zu fcheitern, und in bic Sclaverei ber Mauren ber M 
zu geratben. Sidi Hamet, ben feine Hanbelägefchäfte bu 
jene Eindden führt:n, Faufte Riley ***) ale Sclaven, um Ü 
nebft vier Leidensgefährten, gegen Loͤſegeld in Mogobore bie Fi 
heit zu verfhaffen. Er hatte dreimal, als angeſehener Hanbı 
mann, bie Reife nady Zimbuctu gemacht, und durchwanderte ol 
Hülfe des Compaß, aufs genauefle vertraut ımit ber Sternen 
alle Wüften Nordafrikas. Diefer fehr verkändige Dann thel 
im Haufe des Engliſchen Conſuls in Megobore, dem edein | 
Wilfhire und Riley, feine hoͤchſt merkwuͤrdigen Bcrichte mit 
die wir mit Sidi Hamet bezeichnen wollen, 

4 Adams Beriht aus feiner Gefangenſchaft 
Timbuctu (1810). Gin Rorbamerilanifher Matrofe, Ada 
der 1810 im Dctober mit dem Schiffe Charles an ber Rebell 
des Tap Blancos ſcheiterte, gerieth in Gclaverei ber Mauren, 
dort vom Strandrecht leben. Is biefe auf Gclavenfang 49 
Oft nad Seubenp (Taudeny?) dem nördlichfien Regerorte 3 
reihe Bambarra gezogen waren, wurde bie ganze Gtreifger 





*) El Hage Abd Salam Shabseny Account of Timbae 
‚and Housa Territories etc. with notes critical, to whi 
is added Letters etc. by J. Gray Jackson. Lond. 1820 
*%) Jackson Account of Marocco and the districıs 
Suse and Taßilelt etc, Lend, 2. Edit. 1811. 4, *") L 
of ıhe American Brig Commerce wrecked an the V\ 
stern Coast of Africa in the Month of Aug. 1815 w. 
an Account of Tombuctoo etc, by Jam. Riley, Lond 
4 1817: p. 114, 7) Rileys Lols p. 347 —390. 


Niger Febr -.-. 47 
sw überwältigt, und in Feſ⸗ —5 nah Zi 


Dart traf a en ie Boch im Haufe 
ns nur eines Dber Monat in az Art 
oaſtiich zu Ber er Fr feinem iſchen 


jet, ale Belave zur Grenze Marsflo:s 
ee Bam durd — .. * feine Ber et 
er 
wo er Beittifche Wicetonful 38 Wr — 
hen jahrheit feiner feltfumen Gerichte 
i m, wie fie non einfchtsvollen Gliederg 

jocietät ihm abgefragt waren, gefommelt im Drug *) 
Boll unfiherheifen , Bogen und Anfihhten eines ‚ges 
umiffenden Matrofen, der Die Sprache nis verſteht, unb 
Beläde wenig Aufforderung zur Beskadtung hat, Fönnen feine 
— * a nn —— eintchto 

2 —* en Männer in e gekelt 
viele; unnerbägtige — und gelten 


—— ae; “a Senäeigungen anderer 
uf, Bi es E Mohammens Beridt von Nimbucte 
theilt von Mr. Gatil von Rabat an bie Afrika⸗ 
— ‚Diefer Muielmann am Brunnen 
einer Station in des Sahara auf bem 1 vd Kimi 
F — Ba un) reg B. Dark iu Ganfene 
bot fidh ihm als Wegiweifer vach Zimbuctu an und Keftd« 


pa Iegte rt bis Gabra, 

Dabdjı Ealubs Beriht von Limbuctu or 
eich vom Colonel Ki: Elarımnca ***), der auf feinee REG» 
fe aus Indien (1818) mit dem reiden Kaufmann Zalub, eis 
Im Bessaner und Begleiter zweier Prinzen von Merotlo, auf 

Rüdkehr von feiner Pilgerreife son Melta ufammentrof, und 
igumgen über bin Suͤdan einzog, nad welchem Talub 3 
verfchiedenen Malen von Bez jereifet war. Unter bemt 
Nımen Habji Ealubs führen wir feine Rodrihten +) an, die 
F1807 in Zimbuctu einfammelte. 
7. Uler, Scott's Bahrr über den Bahar Zieb 
Diäbie See) nach El Herih auf das Güpnfer bes Kir 
efiroms (1311), Diefer Bericht iſt aus dem Munde des Reis 
‚atıfgegeichnet in ‚Leverpool, von MBIU. Lawfon und Stewart 
tr). Al. Scott, als Matrofe, ſcheiterte mit feinem Schiffe 


— 


) Babes Robert Adams Narrative of Travels in tha Interior of 
„Alries. London 1816. 4. Bergl, im Quarterly Review u. 
Ey Meray, im Historic. Account Vol. I. ch, 10 p. 468— 

“ Murray Account of Discoveries and Trav, 
is Arie. Bainb, 1817. T. 1. p. 435. *#*) Colon. Fitz 
Glarence Journal of a route acrols India thronglı Egypt 
20 England. Lond. 89.4 4 +) Ucberfegung in den geogr. 
. eriden Vn. 1.9. & 133138. ++) Account of 
the Captieity ‚of Alssander Scou; among the Wande- 
zing Alabs eto. 5, Years. With Geagr. Remarks by Maj. 


B ee —* ehe Journ. 1831. Jan, Nr. 


Pı 225240 








+58 Afrika, Waflerfufteine. 1 Abfchn. $. 21. 


an ber Afrikaniſchen Kuͤſte zwifhen Gap Run unb Bojaber. Bar 

da in Sclaverei gerathend durchzog er 6 Jahre Lang bie Mike 

Sahara mit feinem Maurifhen Herrn, und Bam fenfeit bes Wami 

barragebiete« zu einem großen Süß waffertee (Bahar Tieb), 
en ⸗ 


der kein anderer iſt als der Dibbie, Park im D. von 
Jinnie durchſegelte. Scott durchſegelte ihn ebenfalls gegen &%b 
den, zu dem Heiligthume Sibna Mohnmmeds, bei weiden 
fih feine Horde nebft ciner großen Zahl anderer Mkuhamebaub 
fher Pilger als zu einem Wallfahrtsorte verfammelte. Wed 
feiner Rückkehr zur Weftküfte der Saharah, entfloh er feinen gramm 
famen Herren und entlam, 1816, glüdlih nad Mogobore. Nste 
dem Gitat AL. Scott wollen wir feine merfmwärbigen Ausjegen 
und Rennells Pemerkungen über fie anführen. 

8 Bopwdich und Hutdhifon’s zu Sumaffie, im Lande da 
Afbantis, aus dem Munde der dortigen Mullahs gefammelte Na 
rihten (1817) *), von denen ſchon oben (&. 330 Anmerk. 3) bi 
Rede war. Sie find zum Theil abweihenb von allen andern Ası 
gem, als die einzigen, welche wir von ber entgegengefehten 
n te des Yiigerficomes, nämlich von deſſen Sübfeite ber erhalte 

aben. 

9 Mohammed, Schulmeifter ia Zripoli, No 
reiht vonZimbuctu, von®angara und dem Ifſa abe: 
Nigerfirom (1819); in Zripoli aufgezeihnet von Ritqhie 
Mohammed, in Zimbuctu von Mohamedaniſchen Eltern gebo 
ren, hatte zmwifchen beiden Orten zweimal die Reife bin 'unb Be 
gemacht, über Ghadames und Tuat, und tft Aber feine Heimat! 
Zimbuctu als Augenzeuge beſonders wichtig. Beine Angaben 
bie fih unter den Handſchriften in Ritchie's Nachlaſſe *") vorge 
funden haben, werben wir mit Mohammed bei Ritdyie begeichwen 
10 Habdji Hamet's Nachrichten über®ornu, Gen 
baru, Kaſchna und Wangara am Tſchadi und Bälb 
(1819). Aufgezeihnet zu Murzuk in ber Hauptſtadt Yezsan's ver 
Ritchie ***), aus bem Munde Hamets, eines Fingebornen Bei 
Bornu, am großen ober fogenannten Nigerſtrom, ber 5 Jahr 
früher die Wallfahrt nach Meda gemacht hatte. Wit dem Eitel 
Hadji Hamet's bei Ritdyie bezeichnen wir dieſe hoͤchſt merfwär 
digen Angaben 

11. Sidi Moufa Reife von Waday burd Wagen 
me unb Bornu, ben Ländern am Niger, nah FYeıga 
(1819). Mitgetbeilt von Ritchie +) in Murzuk aus dem Munkt 
bes Zripolitanifhen Kaufmannes, ber von da zuruͤckgekehrt wer. 

Diefe 3 Berichte, Nr. 9, 10 und II, gehören zu ben wihtig: 
ften über do8 Stromfyftem bes mittlern Afrikas, md 
welchen eine neue Gonjecturallarte beffelben entworfen wart 
Yan] a onie in ben allgem, geograph. Sphemeriden mitge 
thei 


) Bowdich Mission to Ashantee. P. II. p. 181 — 204 
**) Quarterly Review. London ı820. May p. 229— 331. 
ey Keview ebend. p. 231 — 233. 2 Qua) 

evicw ebend. ©, 233 u, fz +7) Allg. geogr. Ephemeride⸗ 
1820. VII. B. 4. Gt. 


1 m Miger,, Zollbar RE 


‚Beriöte, ar andern Borfungen die im 
fer Re —2 des enaligen wlan 
‚ ber im Märj 1819 biefe —— "cn 
en Hoffnungen zur Erforfdung 

ER K ale Elend in * 







— tes au reife EN e 
au A ent, 100 une u abınt % 
1803 lebte er A in Kalona) *); dann wol fe 

ı ‚vom Niger Afritanifde Sontinene durchfegen unb 
— und das Fe der Afdantis — t ſtarb 


uf. Db fein Freund und Nachfolger in diefem 
— ‚Eyon dieſe Unterfuhungen Tortgefegt dat, if 
Te ren dhardt tihten über bie Pänder 
Sr an = Bun EIERN Diefe fammelte 
* einfichtöpe) Bun aus dem Munde der Rex 
f ag ‚ennen lernte. Cie find als 
„Reife n in — ‚mitgerbeilt **) und beftärigen 
auf, Ag — e Act —9 zutett Dr, 
hten Gegenden des Wafferfpftems 
Niger von * * dem Abiad des Nilftroms. 
13 Mohammed Ghn Batuta's Afritanifhe Reife 
im Sabre ber Hegira 753, obernad'Gheifti Geb. A 1359) Zu 
m en neueren Quellen-über die, Geographie des mittlern 
Ikite, wo ae noch er: — sangen Umfange Fe 
wor „fügen. wir diefe fehr alte.aus dem ı4ten Kabt- 
7% — 2. de erſt feit Marla en das Licht — iſt 
den trı AN ‚gehört die wir qus dem Mittelalter befit- 
Kenn fi ie ift_der Bericht eines wißbegierigen und viel gewan⸗ 
ie Augenzeugen, ve während 30 Jahren Wanderſchaft durch 
und Afrika (von 1324— 1354), als gelehtter Moslem uͤber⸗ 
ftiche Aufnahme fand, und 9— ber Rütkehr in feine Bar 
de enge —— dji) in der Barbarei, dem 
ab wegwarf, und Bericht —* feinen Wanderungen nieder⸗ 
Die, legte, Reiſe war die nach Sudan, über Segelmeſſa 
DR Sabara.nad Segn (Karssechu) und Zumbuftu, zum 
om. (Nil); von da nad Dali, nad Zumbuftu Auräd, und 
‚erfahrt auf dem regen Strome nad, Kufu, Bagherme 
—— und Zekebda, Geine Nachrichten beftätigen bie An: 
ben von Mithie und ei auf eine intereffante Weife. 
iber befigen wir fie erft in Auszüge, ba bisher das Driginal, 
Hdheb ungemein felten feyn. fol, aoch unbekannt geblieben ift. 
Bu —— onnte es in Gairo nicht zu ſehen bekommen. 
ben derſchiedenen Aucaaban der Tuner weile Ju-gleiger 








Set 





Y)H Murray Historic Acosunt, of-Discov.- Vol. I. ' * 
. L.. Burckhardt Travals in-Nubis, Lona. 
—— Nr. p. ET 


440 Afrika, Wafferfufteme. 11. Abfche. dei. 


3eit von Burckhardt *) in Gaflro (1816 und San. 1817), u 
von Kofegarten im Jahr 1818 **) aus der Gere ee 
ſchen Bibliothek (wo 3 Handfchriften fid vorfinden), entdeckt wer: 
ben, weichen, fo viel wir fehen können, nur in den eignen Rome 
von einander ab, die wir nad ben verſchiebenen Ausgaben mi 
bem Namen 8. und ©, bezeichnen wollen. Eine vergleiden 
Bufammenftedung beiher mit ben gegenwärtigen befannt gewerke 
wen heutigen Ramen, ift in bem Quarterly Review *"*) verfaßt 

Die große Mannichfaltigkeit und Berſchiedenartigkeit dicke 
Quellen madt ihre Benusung auf einem To weiten Gebiete ie 
Erdkunde ſehr Schwierig, aber zugleich bie Bekanntſchaft mit ihne 
nothwendig, und zeigt den Kortichritt der Erbkunde in bem lehtn 
Jahrzehnd auf eine überrafchende Weife. 


a. Der Nigerlouf unterhalb Gego, nach neuen 
erihten ber Augengeugen. 


1. Sego, Karsfehu bei Ebn Batuta. 


Unterhalb Sego und Banfanbing fhiffte M. Pe 
an Jinnie (Iinne) durch den Dibble⸗See unb b 
Kabra an Timbukltu vorüber; ber diefen Weg ſchick 
er vorläufig mit feinem Journale eine Skitze +), weld 
der Rennellfen frühern Zeichnung entfpricht, nur baf I 
See weit größer als früher erfcheint. Kein anderer Reife 
der giebt Über biefe Fahrt weitere Auskunft. Die Mu 
lahs in Gumaflie ++) fagten, von Sanfanding nah Jinni 
feyen 3 Ragereifen; dieß fey eine Infel im Niger. We 
Jinnie fabre man in den Dibbir (Dibbie), an defh 
Eingang liege Sanina; von hier nah Kabarra (Kabrı 
zum Hafen von Timbuctu feyen zo Vagefabrten. Se 
war der äußerſte Weſtpunet welchen Ebn Batuta 
ſuchte; er kam dahin mit der Garavanenveife durch die & 
Bara, über Sedjelmeffa, Walet zur Stadt Karssechu (K, 
Kar Sendjou (B.) +++), welches hoͤchſt wahrſcheinlich keiı 
andere ald Sego, die Hauptflabt des Bambarrareiches fet 
Tann, die nah M. Park auch Sego⸗Korro, oder Ger: 
ſikorro heiße +r+}). Nah Jackſſon's Angabe foll die 
gerausfpracdhe biefes Ortes eigentlich Shagr'u, mit bem + 
genthämlichen Quttural gr feyn, der noch durch das Au 
iſche grain am nächften bezeichnet werden kann 
Karssechu liegt, nah Ebn Batuta, am Ufer des 
ber von ba nah Kabara und Sagha (Zagha B.) flieft 


7) In Burckhardt Travels a, a. ©. Append, III. Nz. I 
pP: 534. **) Mahommedis Ebn Batruta Iter Africanu 
commt, acad. J. G. L. Kosegarten Jen. 18184 Qu 
terly Review ı820. May p. 239. +) ©. Sketch in Pa 
Journ. p. 165. ++) Bowdich Miss, p. 192. +t}) EI 
Batuta K. p. 47, B. p. 536. t+tf) Quarterl, Ber. p. # 

tritt) Jackson Acc. of Timb. p, 491, 


— D »— U . 
mar gigerlauk, Sego. ygı 
6 Belle Hiehe der. Tingitanifche Beifende im 
iu, feine Epifode über den Lauf diefes Stromes, 
7 nach Argppten bin, welche wie wit feinen 
bier folgen Taffen: 
m Kabra *) und Sagha flieht der Ri’ ma 
went, von ba nad Kot (Kuku, B.); von ba zur 
Rai (Mouly, B.) ber legte Ort bes Reiches Mali. 
nach $oi ow 1, B.) einer ber größten Gtäbte 
im, das größte Pegerreig deffen Dberfan der 
an aller Negerlönige ill. Dapin eher die Weißen 
yenn vor ihrer Ankunft dahin würde man fle ums 
Bon da fliege ber Mil na dem Lande dr Rus 
»o Ghriften find, Aus diefem fließt ee na Doms 
der geifeen Stadt der Nuba, beren Sultan Jon " 
a (B.) ein Mufelmann ward, als El Raszer Mes 
Den Kelaman Rn in Aeghpten regierte. Mor 
der Nil über bie Gataracten Dfhenäbdel, mels 
legte Det des Landes der Schwarzen und der erfle 
ins Esmwän (Gyene) in Oberägupten if. An dies 
le fahe ich Grocodile fo groß wie ein großer Kahn.’ 
fer Elteße Beript des Mittelalters nimmt alfe ohne 
e als ausgemamt bie Identit at von Niger und 
me ben erßern Namen auch nur zu kennen und 
= Differenz der Ramen zu willen. 
4 Karssechu, fagt Ebn Watuta, ging er zum 81 
7 (K.), Sansera (B.), gu welchem man nit * 
me Eriaubniß dazu zu haben. Er liegt 10 Engl. 
fem von Baly der Brefbeng bee gestaltung. 
ctu **) iſt eine Stadt des Meiches Maly; ihr 
lier, der ein Neger ift, wird von Maly ernannt; 
4 Milliarien (oder Engl. Meilen) vom Nil. Von 
eie Ebn Batuta, in einem Gonoe, das aus eis 
aumflamme gemacht war, auf biefen Mil ber Neger 
Men, Lehrte mit feinen Begleitern jeden Tag in 
tem ein, wo fie für Balz und Gewär; —9 Proviant 
ten, bis er nach Kuku kam, bie 1 infte der Ne: 
:, am Nil gelegen, wo noch Kowries als Münze***) 
Hier, fcheint es, verlieh Ebn Batuta ben Strom 
immer Ril, nie Niger nennt, 
ne den geoßen Güfwaflerfee, den Dibbie ‚bei M. 
wiſchen Jinnie und Timbuctu, deffen Ebn Batuta 
— giebt uns nue allein Al. Scott folgende 


bn Batuga K. p. 47. 48. **) Ebn Batuta II. p. 49. 
aan” r4 


448 Afrika, Waſſerſyſteme. II. Abſchn. $. ai. 


2. Der Dibbie⸗See und ber Wallfahrtsort in El 
Hezſch, nah AL. Scott. 


Die gegen N. W. an dieſen See auffoßende Wüfend, 
welche zur Sahara führt, iſt den Arabiſchen Reiſenden unte 
dem Nanıen El Sharrag”’) bekannt, und liegt gegen has 
Land der Bambarraneger, die fich hier weit nach dem Rep 
den auszudehnen feheinen. Der Boden ift Bier mit klein 
Sandhügeln und Thälern burhangen, von vielen brakiſchen 
Waſſern durchfloffen, und mit Waldungen von Dattelpab 
men, Cocos (?) und wilden Drangenbäumen bededit, bern 
eäuberifehe Bewohner burch ihre Ueberfälle am Eingang ber 
Sabara den Garavanenreifenden, bie von bier durch bi 
MWüfe gegen die Marodanifche Grenze ziehen, ſehr gefähe 
lich werden. (Der Name Bambarra foll ein verzerrter Us 
deiname bei ben Mauren ſeyn, und eigentlih Bambugr 
d. i. Menſchenfreſſer, heißen). Gerade an biefer Stelle i 
es, wo ber große Strom feine Wendung von N. O. gerade 
nah D. zu nebmen beginnt. Hier betrat Al. Scott, 
nıchdem er 3 Monat laug die weftlihe Sahara durchzogen 
hatte, nicht des Nigerufer, fondern piöslig die Geftabe es 
nes fehr großen Sees »), und konnte bei heiterm Dim 
mel demfelben gegenüber (alfo im Süd) zwei hohe Gebirge 

ipfel in den Wolken ertennen. Das Seeufer war weiber 

and, mit Gebüfch und Waldung, den Cocos ähnlich, bes 
det. Bis dahin hatte man Feine Berge, keinen Klug, keine 
feften Wohnungen gefeben, und die begegnenden Beifenben 
hatten Atabiſch geſprochen. Am Geſtade des Sees lag ein 
Dre auh EI Sharrag genannt, in welchem die Caravans 
ihre Cameele zurüdließ. Dach Nennells Berechnungen über 
den Garavanenmarf& (von EI Giblah dem Ausmarfh, bi 
zu diefem See, an 1000 geogr. miles Engl.) kann dieſes 
große Wafler ein anderes ale M. Parks Dibbie ſeyn }), 
obwohl die Angaben feiner Größe verfchieden find. 

In diefem Orte wohnten viele Neger; bie Heren abet 
waren dunkelfarbige Arber vom Gtamme Drgbäbet, 
weiche die Shelluhſprache redeten. Diefe find elfe 
wohl ale eine Colonie vom Norden ber etwa aus bem füh 
lichen Gebiete von Marodo anzufeben (f. unten Atlosge: 
birge) und feheinen für die Kaufleute, die nach Timbrels 
seifen, gefährlide Räuber gu feun +}). Ein großes, — 
Boot aus rothem, dem mahagony aͤhnlichen Holze, 
Eiſennägel gezimmert (wie om Niger um Bammaku, nal 
Bart, f. oben ©. a2), mit Rudern an Grasſſeilen befeſtig, 






*») Al. Scott p. 44. **) Jackson Acc, of Timb. p- 480. 
***) Al. Scott p. 45. +) Rennell Observatr. p. 337. 
++) Hadji Talub p. 136, 


ii Seo . u 465 


ikbekfaßre-für 70 bie 80 Mann 
Bee —S — Ai big 
man ab vom Ufer, irte id 
Ihe Ser, woman einen Stein als Auker aus« 
umb fleuere.danı wieder im geraber dmmer 
J der zwei Berge as der Sübfeite, 
trieh- viel grünes Ried auf feiner Diafähe,, darin 
Ießten fi auffielten und viele Fifche; eine Menge 
—— ducchtreuhte den See, aber keins, ‚das 
mm tragen, konnte. Alle waren, Tag. ‚und 
\ er dewArabern genannt Burgos, .. den Eins 
na El Shartahs -aber Fluck( look), Die gie 
bes — mo, feine Grenze fich zeigte, war von 
LD. ürchtete den Urberfall_ von: 
Bolte * ab'-von Meiner Geſtait, Pr 
..des Sces wohnt, und 32988 den De 
3 fheint. .- Am dritten Zage Nachmittags, edle 
PH ‚das — enüber. liegende Ufer, da, me die fdmalfte 
‚eit des ‚Muberns nad gu urthei heilen, Fr 
u von 18 geogr. Meilen (60 Engl, miles) 
€ mannten diefen a Zieb; e- —* 
©. in eim ſaiziges (?) '£, das fehr groß und 
mde fey; bort wären eine Menge Saffina el Ka: 
. 5. große Schiffe) darauf, es hrife Bahär el Ka: 
* großes Waſſer), und an ihm liege ein Hafen 
zu welshem ſehr wiele Schiffe kämen. Da twären 
Bear en Sram fen und Englät — geweſen· 
ldern lägen —X — if 
u 2 Br A Tee von Seclaven, die an ber 
[} Besrestüße gem fen). 
as jen HAN des Sn zu u Heute‘) 
na FH seoh!, entweder ie * —* Gotto, oder 
fel Jinbela, en. Igezarmen ges 
Vie Park anı nieht, Ye Kanten alt waren eh 
„ genannt,@ fach re mmed; der Name 
[x en Stammes war el kahfider He f%. 
nazbe dem Selaven Exott angetänbige, jegt gehe es 
yegel Be m Sin. Mohammed, mo er ſich inüſſe 
den laflen. Rom fandigen and thonigen Geeufe:, 
= — Temtiletwal (Chianey wood?) ae 
ifem Getfen hervorragte, führte ein enger Pfad bus 
— tiiſchen zwei hoben Bergen 6 duch in pi 
no Bäume mit Shigebenden pflaumenartii ten 
2. (Shen ober Butterbaum bei.Part). Im gebüfci: 
hale Rand ein niebsiges ‚Gebäude, : aus zothen Gelb: 


1. Seo p.50, . .. 


444 Afrika, Waflerfofteme. II. Abſchu. F. 


einen erbaut, mit Rohr gedeckt, und ſchwarz mit 
berwarhfen, ohne Benfler, das Grab Sidna Mo 
meds, eines Verwandten bes großen Propheten bi 
Uhrr Soel Heißt. Bein Kopf war gegen Aufgar 
Gonne nach Mecca gerichtet, und umber waren die ( 
vieler andern in EI Hezſch Geſtorbener. Gehe viele 
verfammelten fih Hier; von ber Sübdfeite des Sees 
men fie auf Maulthieren und Gameelen geritten 
alfo wohl feine Hemmung durch Wafler), teugen 
Kappen und opferten Ziegen und Schafe. Biele ı 
Büge kamen von ber NRorbdfeite, Über ben See gefbifl 
weißen Hemden mit rothem Gürtel und metallnen 
fen: in denen fie Bücher und Gchreiberei hatten, B 
ntunft riefen fie laut ein Gebet, neigten ben Kop| 
mal zur Erde, gingen dann gerade auf bie Thür de 
bäudes gu, an deren einer Seite ein brauner Stein 
zwei Zuß hoch (wie in der Kaaba gu Mecca), den all 
ger küßten. In dee Umgegenb lagen no Ruinen 
bis 4 großen Gebäuden aus rothen Steinen, mit’ 
flott Mörtel gebaut, die einen weiten Grund bed 
Seott, der fi) weigerte ein Moslem gu werden, wurb 
gefchloffen. Die Einwoßner in EI Hezſch Hatten vie 
gerfclaven, lebten in Hütten, trugen blaue Hemder 
be Sandalen ; ihre Nahrung waren "Datteln, 
illau. 

Nach einem Monat Aufenthalt an dieſer Stelle 
ein merkwürdiger Wallfahrtsort, das Mecca fü 
islamitiſchen Sudan zu ſeyn ſcheint, kehrten di 
ger zurück; Scote*) ſchiffte auf demſelben Schiffe mit 

ein wieder über ben See, und wurde bann durch Bi 
aldung am Grenzſaume wieber in die Selaverei na 
Sahara zurüdgeführe. Die Gchellubcoloniften wußte 
türlih, da fie wohl ſelbſt Fremde in dieſer Gegend u 
nichts vom Laufe des großen Stromes gu fagen. Die 
lahs und Marabutten welche, nach Scott, vom Güdı 
Tamen, gehören wohl unftreitig zu denen welche in Cu 
bei den Afbantis fo genau mit diefen Gegenden S 
bekannt zu feyn fehienen (f. oben ©. 385, 530). 

Dieſer Wallfahrtort if, fo viel wie bis jege ı 
der einzige auf dem Sübufſer des Nigerfiroms; er | 
aus alter Zeit gu flommen. In diefee Gegend, fag 
Batuta, von Sagha einem fonft unbekannten Orte 
er nach Kabra feht, daß deffen Einwohner feit alte 
Mupamedaner und fireng in ihrem Glauben fenen_ | 
lims of old and strong in their faith) **); fol 





*) Al, Scott p. 226. *") Burchhard: Trav, p. 55 . 


I Migerfauf, Tantnen. 46 


Een Be U} Zu 


— 





8* vb 1.B« 
6bie (contr. Dibbie We dv. 5. Waffer voll 
geih: h. dfegmud (trinkats) **' 
jrieben werde Be ol famne [« Fr * 


eiter von Ken es en 


— u Sa * 


* Dftindifgen Argipel — ern, ehe ihn · 


Eimbuttu, das große Em ie Ha mie 
dels im Sudan am igerftr 


Rabra+) Fentehat ana, — 
amı ee aber 


Ebie Eu — ent! 
ubifipaften betaunı Syp auto ke Ha 


* die Men diefes Remis, melerlei 
immögen, oder —* ältern —— ars und 
werntengt feyn —X 


wollen. Das bala der Dar 1 
ag dentige Jinbale Bet oder En 


oberhalb des Bee Disk Sees, 
Bi am Fiuß Genna b.i. aaa 
früher ale Zimbucts von großer Bis 
Bas Dirt liege: dieß ee, von jenem as 


— — ie ve meh EEE 
—— Er: bie Mandingos —2* weiche die 
Cole. Colos. Fitz Clarence Journ. of a Route etc. p. TE * 


—— —— 
Gen) Jackson ara. of —— ° 


ed. Aa . 
* —5 Fi FT DA 


446 Afrika, Waſſerſyſteme. N. Aibſchn. § 


hündler vom Guban und der Weſtküſte am Genı 
um Arguin waren. De Barros fagt, er wife es ı 
diefe Stadt dem Reiche ober das Reich ber Grade 
men gegeben babe. Denn die Portugiefen pfleg 
ange Land des Senegal ober Senegambien anfar 
Guind zu nennen, ein Name ber jege nur für die 
Küfte übrig geblieben if. Die Neger nannten die 
am Nigerfirom aber Genna, Ghenea, Ginen | 
Afric. *)., andere Jannil, Geunij und Jinne. 
Name hat aber feinen m verloren und flat: 
leuchtete eine Zeitlang überall der Name Tumbuc 
Bedeutend iſt er immer durch jene Goldwaaren ge 
die Hereſchaft in Sinnie fcheint Nautiſch au feyn, ı 
Megent dort den Titel Mulai Smaera”*), d. f 
Smaera führt und Mulai nie eine Megerwürbe ifl. 
au in eye oder kein: — — 
ric. ale bie tſtadt eines ſehr mächtigen Reiche 
1500) am Nigerfluſſe genannt, beffen. Stifter Me 
Moufe) Guleimann °*") A. ı213 (610 ber Heg.) 
feyn fol. Sie iſt feitbern die bewunderte Stadt am 
ſtrome. Daß fle zu Ebn Batutas Zeit (1350) fi 
fand, von ihm Tumbuktu niche Timbuctu gef 
ward, und zum Meiche Mali gehörte, Haben wie ı 
ſehen. De Barros +) nenns fie immer Tungt 
als die Hauptſtadt des Binnenlandes, 3 Leguas im 
bes großen Stromes, weiche wegen bes vielen Golt 
aus dem großen Lande Mandingo dahin zufammen 
ein witiger Marktplatz für ſehr viele Hanbelsle: 
Kairo, Tunis, Dran, Tremecen, Fez und Marc 
Leo Afric. fagt, baf ein Architect aus Granada i 
Stadt einen ſchͤnen Palaſt erbaute, daß daſelbſt 
ſammenfluß vieler Rechtsgelehrten und Theologen: f 
vom Könige ſehr freigebig unterſtüht wurden, ja, bi 
bin ſehr viele Manufcripte aus der Barbarei gebra 
zu den böchflen Preifen verkauft wurden. Sadfon + 
bei feinen vieljäßrigen Dandlungsgefgäften mie I 
ſich neuerlich na diefem erbundigte, fand bieß b 
Hoffe da noch manche Arabifehe Ueberfegung alter ( 
aufzutreiben, aber börte nichts von Manufcripten, 
einer andern als Arabifhen Sprache geſchrieben 
Bon der Größe dieſer Stadt, von ihrem Reichthum 
dei und von ber Mache ihrer Beherrſcher und dere 





*) Leo Afric. ed. Antw. 1556. fol. 248 b, **) Jack 
count ofTimbustu p. 193. **) Leo Afric. ebb. fo. 
}) De Barros Aria I. e, 44) Jackson Am. of N 


P. 304, 


ıYouffe. Bon diefer Macht war aber das Reich, 
er, in ber Mitte des ıjten Jahrhunderts Herab: 
Es war im Verfall, als Kaiſer Muley Is 
m. Thron von Marokko —4 (im J. 1672), hob 
ieber vor dem Ablaufe deffeiden. Während bier 


Regietun 
—— mit Zi Mont 


BE anne, — Eure 


we — — 
J 
ne it hr dab Kintarge de de⸗ 


BE — 72 
en 







I ie Macs 
ei Li 
ei ——— A um Be 


ft 
0 au . Part Me gene Seite Te Bin 
ini » 
ae et 53 
‚übe 1690 


ee — m 


ierm 100 J 
—— —— ber. ER Er: 





448 Afrika, Bafferfofteme, IT, Mſchu. §. ai. 


buctu gebabt Haben muß. Denn für bes Befigent weit 
—— Deädben, Menegaten, erhielt er vom fd pre 
önige die Erlaubniß fi mit feinen Anfängern in Xi 
buctu anzuflebein. Diefer Prinz warb einige tanfenb fdywarze 
Banbarraniſche Krieger und zog mit ihnen zur Gray Die 
roflo’s zurück, als eben fein Gegner geſtorben war, mul 
Muley Jsmael den Kaifertbron beſtieg. Die m 
brachte ſchwarze Armee fammelte nun ber neue M 
unter feine Fahnen, und gewann fo, buch fie, eine 
in Timbuctu. einer Uedermacht weichend, ließ Nd W 
Stadt eine Eontribution auflegen, eine Maurifche Barmi 
gefallen, und gahlte felbft einen jährlichen Tribut, um Ga 
für ihre Saravanen und ihren Handel gegen die nördliche 
Nachbarn zu gewinnen. Damals erhielten bie Muhamede: 
nifhen Mauren ihre großes Uebergewicht im Guban. Ba 
diefer Zeit zogen, wie wir oben nach Stuarts Geſandtſchafte 
reife berichteten, die größten gablreichfien Caravanen, ga 
zen Deeren vergleichbar, von Fez und Marokko zum A 
gerftrom. Muſey Js mael Häufte große Schätze an Gel 
in feinen Paläften auf; feine geprägten Goldmünzen we 
ne bie angbarfke Münge . orba 3 gelten hent 
noch in Timbuctu; die Kaufleute von ammelten 
Reichthümer und legten ibre Sommanditen in Ft: 
an, Moſcheen (Dfchamien *) genannt) wurden dort erbauß 
Die Maurifche Beſatzung verbeirathete fi mit ben S 
en, unb zerfireute fich unter ben Einwohnern der Staht 
it Muley Jsmaels Tode (1797). wurde ber Tribut ni 
mehr fo zegelmäfig an feinen Sohn Muley Abb AHch ga 
jahle, und Hörte nnlit ganz auf. Aber Kimbucke. 
einmal Mauriſche Bevblkerung, Maurifhe Gitte angenem 
men, und iſt feitbem ber befuchtefle continentale Hafen all 
Magrebi geblieben. Bis zum Tode des Kaifers von 
solo, Sidi Mohammed (1795) *), der ein Water 
nes Volks genannt ward, blieb der Handel mit ga 
und damit auch der Arabifche Einfluß auf bie Herrſchaft ii 
Lande von Bedeutung. Seitdem aber gerieth er —5— 







in Verfall, weil der Nachfolger, Muley Soliman, d 
Stadt die reiche Garavanenzufuße aus feinem Staats # 
gemein erſchwert bat. Doch bleibt der Verkehr noch 
von Wicptigkeit. _ R 
Bei dee Befignahme von Timbuctu, im Jahr 1808 
durch den König Manfong von Sego, berfelbe, weidet 
M. Park 1796 und 1805 vorfand, mag wohl die Mauren 
partei gendtbige worden ſeyn das Gebiet diefes Staates gu 
verlaflen. Man vermuthee ***), boß ber neue dem Kaiſcn 
& 





*) Hadji TAlub p. 134. *) Jackson Acc. of Timb. p. 48a. 
**+) H. Murray Acc, of Discover, V. I. p. 486, ‘ 


u I Digeriauf, Timbuetn. 449 


‚feinbli nnte Stnat bes Sibi.bechem, 
1810 * ſdabhange des — . 
|’ ihm und der Meerestüfte bei Webinun 
hat ,; die keine ‚der Subdancaravanen : vers 
Fan, aus den Mauriſchen Flüchtlingen des Times 
iches beftehen möchte. Sein Herfommen iſt fon 
mt Bibi fd, 5: Kaifer) Heshem*) fol der is 
eines Maurifpen Sanctus feyn. Diefer Pring Bat 
be. von 6000 Mauren-und Megern, bie treflid fee 
dem Kaifer von Marotto Trog bieten. , Er bat eis 
ben jel mit dem Sudan eröffnet, und on ber 
der 4 en einen Markt an — — welchem die 
zodur € BeRändig ousgefe ‚and gu fo wohle 
follen, daß die Dil es 
ba ihre Einkäufe zu mi ‚als erh’ 
. au befichen. ie rn © 
len, mit wei ibi Das 
a — 
4 * 
» verlor Zimbuein un 


feitdem ee immer HE Mat 


IE 
iR 
Ebe 


fter- 


| 
it 
a 


} 
H 


von: 15000 1 arokto 
En a kenn Fr Reper ae 
sums erflärt «5 fi, daß vor einigen 30 Jahren, 


f 
8 


un in Zimbuctu ein König mit 
8 zegierte, kein Neger fondern ein brauner 
wit alle, obwepl die mehrfien Einwohner 
Moslems genannt werden. Der Palaft 
1, in der Mitte der Stadt gelegen, foll dem von 
ei feya und ben Ramen Kusbö, d. i. 
5 et v N der 178 in Min: 
. ort fhon einen von Houffa abs 
—8 '), wie ein Batuta edendaſelbſt 
von Maly (f. oben), der zwar von dem Tim⸗ 
gewäßlt aber ‚von Houſſa beflätige warb, diefem 
‚eibut Ite und den Titel Sultan führte, 
alub 144) (1807) fagt ebenfalls, ber König ſey 
* Be fine De dmg dm Hafen Kabıa eat 

3 ame (1810) fand einen alten, grau! 
Zimbucte, ben ee fär den Könl; —X Bernd: 
'er aber nme ein Statthalter befielben, mit einee 
e von 30 Mann tt4}). Er wirb daher von deu 


ie pe 105 TR) Mölummed 1 Riesbie 2.2507 
Shebini p.22, +4})Hadji Talab p. 134, +41) Adamıs 
Bir . er " 


SER 
HH 


B 


r | SIRIInmTErZ 


u 


450 Afrika, Waſſerſyſteme. U. Abſchn. 5. e1. 


Negern auch Kaon, d. i. Statthalter, genaume ).1 
DM. Darts Zeit ſollten bie Mauren noch bie Herzen in Mi 
ductus fpielen; zu Adams Zeit waren diefe ohne «im € 
Auf und nur allein Neger wohnten in.der Stadt, und fi 
waren fogar daraus vertrieben. Dieß beflätige umn u 
tommen Sibi Hamets jüngſter Bericht (vor 1815)° 
Zu feiner Zeit waren ber König und alle Einwohner | 
Stadt Neger und keine Moslems. Der König Hat dem‘ 
tel Shegar, d. i. Schah (f. oben ©. 339) ober Gala 
Ale Mauren die nach Timbuctu kommen, müffen Ir Lim 
tier in ber Maurenfiade nehmen, unb feiner wirb 

fen in die Stadtthore, der nicht feinen Dolch ober 

an die Thorwache abgiebt, von ber er fie beim Austritt j 
züderbält, und überhaupt dürfen immer nur So unbe 
nete Moslems, bie zu einer Caravane gehören, zu gi 
Beit in die Stabe geben, ein Beweis des Mißtrauens 
gegen fie entflonden feyn muß. 

Diefe politifcge Umänderung Hat daher Timmbuichn a 
feit Eurgem wieder, zu einem felbfiländigen Neg« 
ſtaate gemacht, deffen WBerbinbungen mit dem 
Banifhen und Maurifchen Norden zwar äbgenommen, ma 
dagegen mit dem inneren Sudan ber Schwarzen ib erw 
tert gu haben fcheinen. Daher die neue Hanbelsverbindg 
Zimbuctus durch Garavanen auf der Südfeite bes 
ſtroms nah Waffenap *'), einem mächtigen R 
das allen Europäern und feltfi dem Namen { 

ee dem Maurifchen Handelsmanne Sidi Hamet in ME 
ucts unbefannt geblieben war, der uns feine erfie Ke 
hr weraätten bes Königs von Zimbuctu dahin, befgrbe! 
at (f. unten). 5 

Auch erfheint der Shegar von Timbuttu, nad: U 
neueften Berichte +), in ächt Afrikaniſchem Pompe; er 
eine Leibwache von 100 Mann auf Maulthieren, mit 
und 100 Mann zu Fus, mit Flinten und turjen 
zur Begleitung. Er trägt ein weißes Kleib mit Gelb 9 
Silber behängt, eine Art Turban, rothe Sandalen sw: 
nen großen weißen Stab oder Scepter, mit einem geld 
Löwen als Knopf, in der Hand; fein Anfehn if me. 9 
eines Vaters als eines Könige. Er iſt ein großer 2 

smann. J 

Nach dieſem Verſuche eines Umriſſes der Geſchichtt WÜ 

Timbuctu, der freilich ſehr unvolllommen leiden ah a 








®) Capt. Lyon Narrative ef Travels in Northern 
Lond. 1821. 4. Verneur Journ, de Voy. 1821. 38. 
p- 358. **) Sidi Hamer p. 363. ***) Sidi Hamet p.3 
vergl. H. Murray acc, 2. p. 502. +) Sidi Hamet p. 368, 


€ 4 SA MRigeelauf‘, Ambucte, Ya 

mange 5 
———8 
dortigen ebene . 


— 

F 

* 
EB 

> 

3 

* 


lat) im ©. . bei 
eo ae mai on miles) Bee 


ea 
1 Bgerarintig mode dieer Fir geife Mine 


—— PH Kg 32 


nah Shadinis Berg! h of die — £ 


Fr 


ty haben; fie find vol € 
ade, im Süden, if ein einer Bach der 

Fuß tief ift, und na OR in den Wald A 
im Sande verliert. &habini**‘) a D. 


—— — — — bebauten Bohr, 
er 
El Beli D 

In Behgte'Be fe tagen); woprfgriiig. Wohl De 


Adams ſell gegen S. W. no ein großes Was 
fun, das ee Mar Barah}), as Minuten et, nennt, 
Hipt feinen eigenen bifferirenden +4) Ausfagen nach, ſe⸗ 
fh no unbeffimmt, ob‘ ı6 wirklich nach dieſer Weltges 
ft, N —— nur de enter Arm des 
5 fe feyn, der am biefer MWäftenede 

als eine erlitten hat, . oder —28 
kin bisher unbekannter, abrdlicher Zuſtrom bes Niger, 
. Murrap und Reichardt auf ihren neuen dar 
An Afeita ſchon verzeichnet haden. Wirklich nenne 
Bidi Hamet +4f) einen fehr breiten Fiuß, den er im 

(/) mu wenige Tagereifen von Zimbuckz ® paſſiren 
Mitt, mit dem Negernamen Bogen-Bair (bei dem Ara- 
EU MWadir Zeni]), und die Identität beffelben mie 
Batutas Sean: ffara (f. eben) if wohl nicht gu ver⸗ 
ach fehtser ſchon ‚auf d’Anvilles Karte von Afrika 
186) vergeichner Frhr): Dieb würde denn auch Leo Aftis 
Mus Behauptung vom Nigerſtrome in etwas aufklären, 


Hi 


BIuHHR; 


SIE 


Ef 





YBedfi Taob 7.184. Tackson Ace. of Timb, p. XUL. 
#4) Shabini 8. 72%) Blabini p. 57. 4) Adıma Nar- 
or. Acc, of Disoov. 


za. p. 498. +1) H. Murra 
VeLE Lgı8. Sidi Ha Men. 
geh P 38 un aid A Pr 36% tttt) Men, 


fe 





. q 
1 


452 Afrika, Wafferfuftenie. IL Abſchu. Ge: 


der auis eigner Schiffahrt wiſſen wid, daß man mit 
Strome von Timbuctu na Sinnie gegen Weſten fehı 
Doc bleibt hierüber immer no mander Zweifel 1 
Es moͤchte mol etwas zu voreilig feyn, mit Warrem 
H. Murray **) diefen hypothetiſchen Mar⸗Zaral 
Adams und Eidi Hamet, im Norden von Zimsbuckn, | 
weftlicher Lauf doch noch nicht fo völlig entſchied 
eyn ſcheint, für den Fluß von Kaſchna und ben Wige 
tolemäus zw halten, der, freilid von bem Miger bei 
Dark oder vom Joliba, im Süden von Timbuctu (m 
gegen Dften ſtrömt), noch keine Kenntni hatte und 
auf ein neuefles Syfiem von gwei, verfchiednen 
gtefieömen zu bauen, bie einander entgegen uml 
ben einander vorüber, nad dem Weſten und dem 
fließen ſollen, gefchieden durch einen Bergung, fo, daß: 
und Stadt Timbuctu, zwifchen beiden gu liegen | 
Zimbuctu, die Stadt, fhäpt Shabini andershall 
‘fo groß als Tetuan (alfo faft eine deutſche Meile im 
fang, mit 50000 Einwohnern ohne bie Sclaven, da T 
236000 Hat) ) 0); Talub hielt fie für dreimal gr 
Alezandrien in Aegypten, bie Menſchenzahl +) fepät 
auf 60000; Abams rt) fehägte fie fo groß wie 2il 
Calfo nur kleiner im Umfang ale Paris und London), 
mit wenigern Einwohnern, wegen ber Zerfireutheit der 
nungen. Sidi Hamet meinte, fie hätte wohl fechen 
viel Einwohner als Mogodore (an 200000, da biefes ! 
Sat) tt). Auf folgen relativen Dergleichen beruße 
miehrften Angaben, welche wir bis jegt iiber dieſe Grat 
figen; Die neuefle, welche fie kleiner angiebe als Bu 
im Reiche Fezzan, läßt vermusben, daß die ſehr große 
fhiedenheit der Angaben über die Bevolkerung, von 
roßen Wechſel des Ab» und Zuſtesmens ber Garen 
rrührt, da zuweilen die Zahl ber Fremden auf ıi 
15000 fleigt, die auf mehrere Monate bort ſich in Hi 
und Märkten nieberlaffen müflen HF}. 
Die Stabtmaner if nur ein Erbwall, 1a Fuß hed 
nug gegen. die Ueberfälle der Mauren, mit 5 (oder 4: 
Sidi Hamet) Thorn +HttH), dem Bab Sahara m 
und N. W., dem Bab Nil gegen ©. dem Niger (MU) 
genüber und dem Bab EI Kible nach der —** 
gegen Oſt, nach Meca hin. Sie werden jeden Abent 


. %) Leo Afric. L c. L. I. fül.2a. **) H. Morray Acı 
Dise, I. p. 420. _***) Shabini p. ı1. +) Hadji Talo 
254. ++) Adams Narrat. p. 472. +++) Sidi Hamı 
365.  +ttt) Capt. Lyon Narrat. of Travels in Ne 
Africa. Lond, 1831, 4 +tt++$) Shabiai p. 10, 


simdtigerlanf, Anbei... 465 


ee a 

ee —— 
we nur-ans Erde; die € bee Armen une dus 
we 'bebedt. 


Matten > lag (Befar) mis 
[ er KRafferea. Adams har keine ſolch⸗ 
* Gen * a lange als Hanbelsmank 
mben eten dA don Einnohs 
Wie auf 3 Monat zur Aufbewahrung. ber Maas 
: Quertiete nannten fle Bonbac's, dieMeger aber 
und viele derfelben gehörten dem Könige. Fremde 
em immer in ber Gtadt. Sidi Hamet Mage **), 
*. vol Kaufbuden, wo er Salz, Meſſer, Zeuge, 
n.a.m. geſchen, und nach Rehamed if jeden 
an Meorkttag > Die einheimifchen 
Xhmbnetus treiben in der Machbarfchaft {ehr gu⸗ 
+) mus nicht gegen bie Seite ber Sahara bin; 
auf ben andern ten, iß die Landſchaft durch 
ns dem Niger trefflich bemäflert, ober buch Schäpfs 
nBich m, wie in Aeghpten. Die jer 
me ſenart (Allila), Indiſches Korn (ei 
3), aber weder Weiten noch Gerfte; Neisausfant 
Rund September. Die Neger haben nur bie - 
ee ben primitiven Pflug, welcher durch ganz Nero 
SGebtauch iſt, won den Arabern angenommen. 
ms gewinnt man dort and Beigen, Ananas (Bro- 
sonas, Pine Appies bei Adams), Datteln und 
fe in großer Menge, welches lediere auch Hadſi 
x Mol ed +++) beflätigeen. Ob es dieſelbe 
Gpecies bes Indiſchen Cocos eder eine nur Ye 
kt 1) bleibt — 
liches Bewäds dieſer end im Guben 
« find die Gurunäfle (Gooroo) zur 
Berbefierung des _ungenießbaren Wüftenwaf: 
FH hen o unse men —R Me rd 
tayanen bis Bezgan und durı torbafcika eis 
It)" em ausmaden, Zu 


SFr 


1 


2 u den 
) im Süden find fie unter dem Vamen 
see) bekannt. Der Baum hat den Ram 


ji Talab p. 134. Mohammed bei Ritchie p. 250. 
» 4m: Ba) Sidi Hamer w ver) Wohan- 
5. Ritchie p. 251. +) Shabini p:24. +) Jackson 
% LE u Pr 119, Mohummod 6. icio p- 

cas zoceedin; BP Y 2 
4) Bopdich Mission p 3% 5 an 175 4 


454 Afrika, ee I. Abſchu. Sa 


ind en gute Schmiede, 3 
uſter —— — er —— * 2 
fe® von Timbuctu ſchildert Adams 
‚Kart, eHätig, lebhaft, freitfächtig, —— — 
ig, zum Kun) und zur u eneigt; fch 
"Anzug, aber mit 


Finger mit 8 en geſchmüct; ihre 
Bebtusart 14 HERR einfag- fin 1, 
is ber Hennapflanze ro 
en ©. 2: 


8 zur, so fie — Fun 
Sn Me 
slaeben, und — — Heilige verehren. Alle a4 Stunden 


einmal, dabei den Mond —— 
i⸗ drei iR sum Dahn — N} den 
ee in Eptafe am ——— 
F —A—— eis Du um enden J 
7 ——— ER un Araber, Pre" 
ie mehr die Stadt bewohnen fönnen 


—— — auch — im, a 





Lnn@ßbeerlauf,- Tnbucen, 488 
Negerbenölkerung ihnen das Leben wicht Ta| 
fasten —— eben aber nad Ari 
\Ealubs Berfigerung Chriflide Europäer 
J Aten Eönnen; denn beide erboten ſich uf 
hl Ritbie als Col. Fig Clarence bapin 
"Dal jelbe beftätigten mehrere 
peli, bie anfäf ind in Zimbuctu. Yu ältere 
Zimductu Mubammebanifhe Gultane zu 7 
ste, mar die Megierung dort in den 
1"), der aus 12 Ulemmas beftand, bie ben — 
haben mußten. Ihre Gewalt Baurste 3 FI 
en fie zut Rechenſchaft gexogen werden; J 
—— —ã— — 
war in der Stadt ein Kadi zur said jedes 
Finmohner waren aber ſehr friedli;: Eins 
— war dc au Bee 
mein; fonf war große er! 

* der verfoie ebenen —X eligionen. ie Bremen 
in ihren Rasismalteachten, und hen von 
* der Stadt immens gaflih und Höfe 

Dafür genofjen diefe das Worrept v " 
ige werden zu bi —8X wie ihre befreundeten 
Er ſch —A aber doch uubeſchnitten 

29barn, die Folahs ), die das 

h in — genoflen, deren Töchter 
8 dem Selavenfang von Geiten der Ross 

en. Nur bie — — —X 
a waren damals bie eiferfüchtigen 
s ber —— — und fe en jebe —8 
—A——— [ vs Oberh Zi 
is Zeit }), ale das aupt vom img 
Data. singet jefegt ober vielmehr nur befk ward, 
tar als Grenzort keinen Kerl hut an 
—8* ſchicte der onarch von Houfla den 
—8 nach Timbuctu. Dort wurden im Frie⸗ 
Baun Zußvoit erhalten, zu Kriegszeiten konnten 
0 Mann ine Beld rüden. Den benadpbarten 
nbeten Araberhorben bes Bratifhkommes 
‚ Bessebes bei Gpabini) Ft), bie ing Morben bes 
1} ber Sahara zu, haufen (fie follen (don im 38 
ah Yt und, HR * 
anı m werben, wurben eſchen! ema 
or von Timbuetu Rand in len ci 


mmed b. Ritchie p. 251. Bu Talub p. 157. 
kson- Acc. of Timb. p. 300. Shabini p. 3. 
bini p. 25. +f) Shabini p. 352. 


456 Afrika, Waflerfufteme. TI. Abſchu. F. 2 


ſein Palaſt lag in ber Citabelle (Kunde) im einer Edi 
Stadt, wo er nach der Sitte bes Drients, an dem 1 
ſehr oft mit feinen Söhnen und Nichtern zu Berichte 
Er nabm aber Beine Befchente an, nad ber Gitte 
Drients; er konnte nur nach dem Gefebe Urtheil fpre 
eine Einkünfte erhielt er von feinen Ländereien und 

oll der Handelswaaren. Der Ueberfiuß feiner Einkl 
warb in Magazine (Matamores) oder Erbgruben gebı 
Sein Nachfolger konnte nur ein Sohn feiner rechtmä| 
Gemahlin werden. Die Bauptfirafe für Berbrechen 
faſt die einzige war Verluſt der Freiheit. 

Zu Sidi Hamets Zeit"), alfo noch fpäter, wa 
König oder Shegar von Zimbuctu ſelbſt ber erfte Han 
mann geworben; bie großen Garavaneın von Marokko 
Zripoli waren ausgebliehen, weil fie verunglüde waren 
fo hatte er Gummi, Bold, Elfenbein, und an taufend € 
ven aufgefammelt. Er machte den Plan, ſelbſt eine C 
vane mit Eifen, Sal; und Taback beladen, aus 200 Ga 
len und 3000 Efeln beſtehend, unter dem: Schng von : 
Mann Bewaffnung, in ein ſehr fernes Negerreich Wa 
nah ) gegen S. O. zu fenden, been Gommando er S 
Sidi Hamets Bruder, übertrug. Da biefer leptere 
Meife mitmachte, fo erhielten wir durch ihn eine neue 
dedung im inneren Afrika (f. unten). Handel if i 
noch immer bas Bauptelement der Bewohner von j 
buctu, und biefer wird nun auch wohl den Weg durd 
Mitte Afrikas bafnen, wie er mit bem Innern im Ne 
des Erdtheils uns bekannt gemacht bat. 

Die Lage der Stade nebft ihrem Hafen Kabra 
im allgemeinen genommen, bie einfiante welche fi 
leichte im Innern des weſtlichen Sudans denken läßt, 
fie im Maximum der Annäferung der entfernteften Eu 
und Handelsländer Fezzan, Tripolis, Mare: 
Senegambien, Guineatüfte und ber großen A 
Houffa und anderer ihre im Dften, zugleich die zug! 
life von brei Meeresfeiten ift, von bem mitte 8* 
über Tripoli, vom Buineameerbufen übe 
Aſhantiland, und vom atlantifhen über Wedi 
und den Sambia. Aber auch im befondern ift die Lage 
fee Stadt einzig gu nennen, da fie, ſowohl an ber wi 
fen Wafferfiraße liegt, am Niger, die ihr nad 
Seiten den bequemſten Flußtransport in die äußerften 
nen des Sudan erleichtert (buc Nigritae navigio und 
confluere solent) ***); als auch, eben fo, das Haupte 





2) Sidi Hamet p. 369. #R) Sid; . rs 
> Arie, l. VIL Bot, ss, ) Bid Hamet pi 369. 999) 


safe von Afhanti nah Timbuctu, vom 
Süden ber. 
Büben ber, führt eine große Öftlihe Handelsftraße aus 
der Afbanti, über Degomba nad Bouffa, und, 
4 Zimbuctu, melde gegenwärtig 
Ans smeise, welidhe, von Gui 
denn 9 Zagereifen über biefe 


2 si Bowarra( 






kim Zogereifen 
£ —e— in; 34 aldem aiſo a di bis zum Ris 


afe vom Gambia und Senegal nad Tim 
buctu, vom Weften her. 


ver Hodterraffe von Zimbu fiehen bie Bulahs mit S 
— te auen BVerkehr. Wir He ſchon Oben 
—— nad frähern —R an⸗ 
ie bei Mollien **) überein.” Nach ihm 
von da ohwärts über das Land Balia, ad man 
m Niger nad Bourre, Rarabut, Zimbuctu einfhiffe. 
BReife bauere 3 bis 4 Monat. » eo und Zimbuctis 
— für die Fe von Kankan und Waſſelon 
des Niger) feyn. Kanlan liegt 15 ZTagereifen im OR 
Bue liegt an befien ur. u r von Mahome- 
Das and iR teiher an Golk 
le Neger graben dort lange und tiefe 
die Erde zur Xuffindung des Goides, dad ſowohl die⸗ 

12€ Sclaven auf den Markt von ZTimbuctu. fendet. 

Befen her Drang 1 M. Park auf ber ha⸗ 
ofen er Megerhändler (Slatis) ihren 
B ober — von ania am Gambia, 
iger nah Billa, bis etwa 40 geogr. Meilen 
by’ von Zimbuetu nor, eine Strecke melde 220 geogr. 


m at 

















455 Afrika, Waflerfofteme. II. Abſchn. S. ai. 


An dem Waurenlager son Benown*), am Morbufer ke 
Senegal, erfuhr M. Park durd den Sheriff von Walet, wilde 
Salz von baher zuführte, daß von Benown nad Walet 10, ven 
Walet aber nah Zimbuctu, 11 Tagereiſen find, die man 
Dechſen zurüdiege.e Auf dieſem Legtern Wege finde man 


Wafler. In allem alfo 21 Zagereifen von Benown bis Zimbuce . 


e) Strafe von Webinun und Marokko vom Rock 
weftennah Zimbuctu. 


Vom Nordweſten, aus ben fübliden Grenzprovinzen bei 
Marokkaniſchen NReihes, von Webinun, führen zwei Hauptwege 
nach Zimbuctu; ein weftlidher, ber Küftenweg **), ben ge 
woͤhnlich nomabdifirende Mauren s oder Araberhorben nehmen, iM 


Rüden bes Gap Bojador und Cap Blanco vorüber, und dann em - 


Suͤdrande der Wüften, über die burtigen Steinfalzgruben, nah 


Zimbuctu ober au nur zum Dibbie⸗See, wozu fie 5 bi 


6 Monate Zeit ***) zu verbrauhen pflegen. Davon bringen fe 
4 Monat am Weftrande der Wäfte längs ber Weerestüfte zu, unk 
durchſchneiden In 14 bis 2 Monat bie Breite bis Zimbuctu; 

ganze Reife, bin und zuruͤck, Legen fie in ı5 Jahren zuröd 


% 
m; 


rennen rn a kn > 


»,yr'; 


—2 


Rechnet man aber nur bie gerabe Diſtanz vom Gap Bleu 


eo, an beffen Rorboftfeite bie Begend EI Ghiblah Liegt, ia " 
welder Al. Scott in Sclaverei lag, bis zum Dibbies&er, | 


fo iſt diefe natürlich in weit kuͤrzerer Zeit +F) zurüdigelegt. Grotte 
Saravane von 115 bis 120 Perfonen, mit 5 bis 600 Gameelen, 
brauchte in allem etwa 106 Zagereifen zu einer bdirecten Gutfer 
nung don 200 geogr. Meilen (1000 Engl. miles) auf der fie täg 
lich, im Durchſchnitt, etwa 2 Meilen zurüdlegte. 

Die regelmäßig aus bem Marokkaniſchen, jährlid von Wo 
binun, Tatta ober Abka abgehenden, großen Zimbuctucaras 
vanen, welche Akkabahs genannt werben, und an biefen G 
orten ber Wüfte fi) verfammeln, brauchen j++) 16 Zage: 
Oſt⸗Tegaſa, wo fie 15 Tage raftet, bann zur Dafis und zum 
Brunnen Taudeny in 7 Zagen, wo fie wieder 15 Tage bleibts 
dann in 7 Tagen nah Aroan, wo fie gleiche Zeit raftet, unb 
von da in 6 Tagen nad Timbuctu. In allem alfo, zue Bols 
endung der Reife 130 Zage, über 4 Monat Beit, bavon aber wu 
54 Tagereifen, das übrige Rafttage find. Kleinere Garavanıl 
dnnen biefen Weg auch in Fürzerer Zeit, in 82 Tagen zurkdie 

en. Hadji Zalub ++rt) verfprad dem Colonel Fig Basen 
iefe Reife mit ihm, zu Pferde, in 47 Zagen zu vollenden; 
einem ſchnellfuͤßigen Wüftencameele, einem fogenannten Heiri, 
hatte er biefen Weg in 29 Tagen zurüdgelegt. 

Rah ben Angaben der Saravanenführer und Dantell 
Ieute +rFft), liegt TZimbuctu, im S. S. O., entfernt von Be 
300 geogr. Meilen (1500 miles); von Marokks entfernt ai 





e) M. Park Tr, p. 140. **) Jackson Account of Marocoe 
p. 287. ***) Etucrt Geſandſch. R. &. 114. +) Sidi H» 
met p.35 +t) Al. Score bei Rennell Observar. p. 37. 
+++) Jackson Account of Marocco p. 285. ++}}) Hadyi 
Talub p. 136. Yittr) Jackson Acc, of Maroeco p. 282. 


1 in Ar wi 


Wu“ 


Er TE U -_ 


= on Be 


3 un MVAigecauf, Timsbucez. 489 
Ahr Tafil milee) 
er tt« u ——— Dee Ya ae * 
ber. Sahara —*8 bem a er 
—— an * —* Hr Dirertio a day 
Eage ber Dafen aan int Brunnen, mehr ober weniger ab ” 


) Straße von zeipoll unb Bessan, vom Rocden 
ach Zimbuctu 
















Miete * großen —— wirb von Moham⸗ 
>*) vom Ze * — auf ber: geradeſten Strecke, nur auf 
barunter bie Längfte waſſerloſe Whg 

: eiwe 6 Zuge Le aträut. Bis Ghabames (nicht Aber Besen) 
jr 14 — von ba bis Akably ber Hauptftabt ber 
e Zuat 22 Tagereiſen; von biefer 30 Zagereifen bis Dias 

k, und von biefer open — die größer als Tripolis ſeyn 
nalen mad Kiutuche, We utem Wafler, ı5 Nas 

er Bon 25 nen [sten süentene, Air Aber 
9 eyn, n agen der 
— in: Murzuck. 


GStraßen von Timbuctu gegen dae⸗ Innere bes 
—*8* nad ee Kaſchna, WBaffench 
angara. 


— — Angaben gegen den Oſten und bie Ortſchaften bes 

ubans fehlen unss gar einzelne Ausfagen ber BReifenben 

vy ven wir an, ba al jeograppifen erehnungen bier 
u febe —— dh ausfallen 

ahrt auf dem Ri igerftrom von Zimbuctu nad 

alfa — nad Shabinis ***) eigner Erfahrung 8 bis 10 

Vie Stadt Liegt ber nicht unmittelbar am Strome, ſondern 

—X vom ufer. 

"Ben Zimbuctu nah dem Reihe Kaſchna, ein Weg ben Mies 
mund in feiner Jugend gemacht hatte, follen 28 Tage Zeit nds 
B kn, nad Bornu aber 45 Tagereiſen. 

Zimbuctu gegen &.D. 24 Tagereiſen liegt am Soliba: 
ame ein fehr hohes Gebirge ++), das zu überfleigen, mit einer 
—2 Garavane, man 6 Tagse lang gebraucht; jenfeit deſſelben 

mE gegen S. O. 27 Tagereiſen entfernt, liegt bie große Stadt 
Daffen ad, am Babifluß, mit zweimal fo viel Einwohnern als 


Gig en Saden oder Säboſt find, von Timbuctu 25 Tage⸗ 
Wangara (alfo nidt, wie man bisher annahm, g 7 
), von woher der Golbſtaub kommt; in dieſem ſcheint 
arptſtadt Battagom zu liegen. Uebrigens iſt auch dieſe Xu 
be wohl noch ſehr unfi da es wenigſtens brei —— 

ſengaras im Sudan giebt, "die wahrſcheinlich, ned Gapt. Eyons 


Net 









) Mehammed bei Ritchie p. 230. *%) Ep. Lyon Kurz 
eive of Travels in Northern Africa, Land, ı 
Verneur J. de Voy. 1821. Cah. 33. p. 358. ‚ar) —X 
P- . T) Mohammed hei Riichie p- 2351, 71) Sidi Ha- 
mes P- 57% 





460 Afrika, Waſſerſyſteme. EM. 
a en 
Der ee an Zimbuctn iß 2* 
Diefen vor en Nachri einer genzen 
ervortritt, boch nicht bloß in Beii auf. | 
mbuctu, fondern für ben ganzen en, 
Handelsmärkten der von Zimbuctu nur ber uns | 
Repräſentant iſt, welcher wieberum den Di 
Ganfanding, feit Parks bortigen Aufenehalt 


* 
an 


läutert worden iſt af; oben ©. ana). Es if- fei 
im Afrikaniſchen Binnenlande die Wichtigkeit eh 
eines Staats nach ber Schönheit und Zahl ber 
Bäufer, ober nach der Zahl feiner Säldlinge und } 
der Paläfte u. f. w., abzumellen, bie Bedeutung el 
aber nad ber el dieses auf ber Europäi 
Iriter-eiunimmt. Dee fo oft geführte Streit & 
ufälligteiten beweiſet — 
angel an Auffaſſungsgabe der wahrhaft großen 
racteriſtiſchen Lineamente der Erd⸗ unh Volke 
eber Zone in dem Eigenthämlichleiten. Das 
es großen Weltverkehrs, das feit brei Jahr 
Biftorifch bewährt ift für diefe Gegend bes censcalı 
wenn fon mit leichten Abwechslungen hin und 5 
wu ben merkwärbigfien in ber Menſchengeſchicht 
ennen , und iſt barum befonders auch für das W 
Der Vergangenheit Intereflane, weil wir in 
Hergang der alten Zeit, wie in Iran, Petre, Baı 
zoe, Ammonium, Carthago, bir, Korokanda 
(vergl. Vorhalle Europäifcger Wölkergefchichten vo 
8. 1800. ©. 116 4.0.9.) u. f. w. bis auf den Hai 
fortgefeet feben, zugleich aber für die Zukunf 
eltverbindung die Möglichkeit erbliden, wie ! 
einer hoͤhern bee der bier aufginge, zünden, leu 
wenn bier feflgewurzelt in feiner Reinheit, eit 
gen bus die Welt ber Qeiven und Ungläufigen 
ganze in Rede flebende Continent Seegen und H 
gen. würde. Dann würde gu ber äußerst Befchrd 
Gclaverei auch bie innere Erhebung Über biefell 
©ittigung und Lehre bes Fuangeliume fi gefe 
fomit eine neue Geſchichte des Erdtheils und feh 
eginnen, welche durch den Islam einſtweilene 
‚aber. nie durch ihn berbeigeführt werben konnte. 
Dee Großhandel, von jeher ber Träger I 
ideen durch dem gangen Orient, warum fellte er ı 
von den erleuchtsten MWöllern des Abenblandes ge 











#) Capt. Lyon Narzative of Trav, 0.0, . 


sie die Golenien am Senegal und Gambia und der 

fteie Negerftaat von Sierta Leone, wohl benugt, 

a vorbandne wichtige Fortſchritte zur Realifirung 

‚ee. Ein directer Handelsverkeht der Europäer 

Märkten des Sudan, wie ihn M. Park und feine 
R. Gambia einzuleiten facghten, 


ein —* Di 
8 ’ 
a da en u ja ta 
aber — Ian — jeuerwaflen 
hai 







fern, um ifRonen GBeles 
Belehrung Givilifation geben, wie fie in 
begonnen hat. ine Folge diefer Untermehs 
ıkıbe dann won felbft, vom Sinnen aus mach dem 
gi die oflmäplige gänglie Vernichtung des 
h I6 feyn, Beun Bier Bau Er u Subfis 
eines andern Im andel 
Aaprimifgen Rignfürten, Sem Gnupteisthafte 
* javenoli beſtehen, worangehen, 
Denen dur den Sommer; mit den Europäern nicht 
me, und den Mubamebanern würde ber Vorwaud 
Yemfongs genommen feyn, ba diefe, na ben 
togens, den Sieg — die Bögendiener 
A E 
” en. e 
— dee Neger des Sudan, weiße 
2 erbinge fehe Deine und —8 werden, 
* jede degänftigt und un 
bisher aus ber erfahrung gejeigt, die merinen 
en fie nicht erzwingen können,. wenn fon bie 
Senn wielee taufend edler Privaten alle Shfee 
Den umh nl alle @änine her Shriltmäeit fie 





Po Melle, Baflerfoflen. ne s 


| t 

eten pi —— — — am Erichung fee — 

—5 ben vollen Zwei auf 

ad Fe er a ——— 
dan, dee 16 — — 


Taravanenhandel nach Timbuctu 

Diele dee obigen und folgenden Ne ten 77 fein 
Eifer und der lebendigen —— ber Weſta 
*5* uns „jugetemmen, vor kurzem ba 
8* zu einer | FRA ı 

Sonden eäfte, FA zum Wehen bes Erd 

—* find, um die Civ lifetion von Afrila a 
Iwere Baſis des fhon beſtehenden. 8: 
els durch die Saßara und das Afdanktilaı 
dem en ben, auf eine dauernde und fortfchreitend 


b 
ui ee Küfen, dee Sahara wie des Afbantilanbı 
die fifchen Golonien ber Beoldtäfkte, find den Vri 
gän ib. Der Reichthum ber yunäch anmößnenden 
silifieten Wölker an orden von Gumaffi, wo eine 
ſche Feſidentſchaft, ſowohl, ale längs ber weſtlichen 
wo Mauren und Araberhorden hauſen, beſteht in 
$ en die fie als Aiden zum Verkauf und zur DR 
aravanen aufziehen. Nicht bie Zaufenbe 6 u 
ern. bie — Ger Ssiffe ber Wäſté ode 

unit da die Freiheit und den Wohlſtand des — 
Als eh fucht ee Ladung; dem Kaufmann, ber i 

wird ber: wildefte Maure und Araber bef 
6 kbean fdon an den Gamweldepnts Ph 

FR * den Küftenflaaten ein u glicheres 

beres Welt, das den, auch für fie vo re 
—*8 en ber Eu Europäer (don entgegen kommen wäı 
ah Atta, Ein Webinun bie Araberiän 
er Wuled, Abbufebah der Tejakant, wir 
* ni N Zimbuche die Brabifh Araber. Die Eu 
2* dann keinem Sherif von * keinem 
von Tripoli, keinem Sultan von Marokko zu ſchr 
uud koſtbare Zolle zu zahlen, wenn fie im &inverf 
X dieſen Garananenfähre rern bie Herrfchaft vom Atlaı 
"ee iger von Zimbuctu gewännen. Ei 
ſuch er sopäer von ben Aſhantis nah Kimbue 


— 


Plau for the Gradual Civilisation etc. und Pro 
* a Hr for forming a Sudan Company b. ] 
ef Timbuer, Lond ı819. p. 247. 












2* 















H 
HE 
Y 
In 
sat 
sit $ 


fen feom, wie vom Norden Ger 
oder gänzlige ©: bes wi 
mbglih — en 1177 
fation dagegen (nad) Art ber am Gap der gutem 
28 Bi ern, —— für Hr e nt F83 
gefplagenen , oben ©. 290, 518), 
Fan der weflligen Sahara, bie fich darch des 
e über Zimbuctu in Rappors fegen könnten, würden 
Hi Orte ale Emporien und Unternehmung unfiteiig 
Ganzen an Sicherheit ‚gewinnen. Auf biefen an bin, - 
R aus dee erfien Hand mit 
Meiraren, mit Oftindifgen Waaren und Cole 
skproduecten, feib [} 
turen einen 
vieler. Billionen zu eröffnen, die Ge me 
und ‚andere Woaren zum Austaufi teen, 
Jadfons Dafhrhalten eine neue Guba 
agmie +reihers werden. Diefe würde die Dies 
, die iffe ber genannten wär, aufm 


FAR 
—— 


me 
und ı - dauernde Vortheile in ihr Intere 
* —X —A— — Bee tem 
’ in Nordafrika, der Maghrebis Ärabifhen 
1, die.als der geiflige Scpläffel der in den Gus 
ı füßet angefeen werden muß; fie würde eines tals 
! Hetiem vorgefiredt, und einer tüchtigen Reitung, fo wie 
der Afrllanifden Küpe ſelbſt, eines sursn Hafens ıw 
r& gefunden Golonie, eines fihern Depots ihrer Baasen, 
T quemen Aufenthalte ihrer Bebienfleten notwendige 
‚ um von da aus nach Timbuetu zu agiren, 
mnere bes Erbtheils weiter zu erfunden. Zu Diefem 
& dürfte ein Hafenplad, zunäuft am ſubweſtlich ien 
ie des Atlas’), um. Webinun etwa, oder im 
anta Grenz an ber Grenze des Maroklanifcen 
„ ja diefer von Marokko fo fehe Bintangefehte, 
ıgiefen erbaute und feiner Natur na dem Bir 
“vergleichbare, Hafen felbft (ber entmeder ufli 
pehanbell, ober durch eine jährliche Mente an ben Kaifer 
"Marokko in Veflt genommen werden möchte) bie allers 
ıBigfle SteDe feyn; denn, von dieſer Begend, weiche ei⸗ 
wüch hertenlos ihrer natürlichen Localität wegen, aber 
m.von jeher Beb Sudan, d.i. Pforte von &udan 
Bf. unten), wärde, nicht nur der nähe Eingang 





) Jackson Asc. of Timbasta pı 67. 


ein vo 
a. 
. 


* 


464 Afrika, Waſſerſyſteme. I. Abſchu. F. er, 


von ben Europfiſchen Häfen, ſondern auch bie kürzeße 
Lanbfiraße für die Garavanen nah Timbuctu, der wahe 
maritime Schläffel au Afrika, feyn, alfo den direckeſten Ben 
kehr mit den Europäifgen Häfen begünfligen. Das win 
Bier völlige Freiheit von aller amebanifchen 8 
ewalt, und bei einigem Glücke würde dieſe .Golomie, im 
efie des größten Xheiles vom Handel Gubans, nicht au 
bald einer der erſten Stapelpläge des Erdtheils, ſonden 
eins ber großen Emporien im Welthandel Überhaupt werben, 
Der Marke von Zimbuctu, wenn fon 
"mehr von der Wichtigkeit wie früher, ba er in feiner 
len Blüthe Fand und ber Umſatz vielleicht auf wenigd 
Drte vertheilt war, als gegenwärtig, bleibt immer von Be 
deutung. Dieß ergiebt fi ſchon aus dem —55 





Ankommen der Caravanen, die wohl einmal ausbleiben weni 
ein befonderes Unglüd *) eintritt, ſonſt aber regelmäßig 
Marokko im Avril ausziehen und in Ximbucte mie bi 
Einkauf ihrer Subanwaaren im September ’*) fertig vi 
werden fuchen, um vor dem Januar wieder in Fez umb 
Marokko zu feyn. Im März und Dctober ſetzen fidh 
im Norden und Güden die Sudancaravanen vegelmäfie im 
Bewegung “). 
Sidi ****) Hamer’s erſte Caravane biefee Art, bekam 
aus 3000 Cameelen mit 800 Dann; ein Theil verunglä 
von den Webrigbleibenden waren zoo Cameellaft Salz, ı 
mit Eifen und Mefleen beladen, die Übrigen mit 
Beugen, Seidenwaaren, Amber u. f. w. eine zweite 
zavane gählte 4000 Gameele mit 1000 Mann Weglei 
umb ihre Labung befland in Eifen, en ‚ Pulver, 
Schwertern, Salz, Taback, Opium, Parfüms u. f. w. 
für nahmen fie beide, als Rüdfracht aus Timbuctu, 
ub, GSclaven, Elfenbein, Gummi, verarbeitetes 
traußfebern, feltfam gearbeitete Zurbane u. a. dgl. m. - 
Die Transportkoſten F) dieſer Waaren ergeben fl 
folgenden Anſchlage. Bon Fez nach Tafilelt, so 
teifen, koſtet ein Cameel Miethe zı Ducat; von da muB. 
Drada, 6 Tagereiſen, 6 Ducat; von da nah Timbrett 
45 Tagereiſen, 185 Dueat; alfo in Summa für 69 
- seifen, 354 Ducat. 
- Eben fo, wie nad Marokko, gehen au bie g 
Garavanen nach Gairo und Jidda ab, usb viele kleincie 
derwärts Bin. - | 
















*) Sidi Hamot #: 369. **) Jackson Acc, of Narocco p. 
57 Hadji Talub p- 136. **ee) Sidi Hamer p, 30- 
1) Jackson Acc, of .Timb. p. 7. 








jr €i teinfal, 

u Bmstanee wen 14 ARTE RZ 
m ber MWüfte — — iR; —E ge * 
be 
Die. von Da eille, Genua, —X — und 
be von Sealien und Spenien, -fenden über Alr 
—— Ha TE, ed Bart m [ 
B Sammer, — — Kämme 10 —— 
oralen, 


Li Sa — —Se am mr ned In 


ore am iantyaen Ducan * 
: u Dfindi bucte: 
E — FR Binmn Er: Kinr . 


Start, Baus Ri —— ek 


bifhe: Kabad, 
innen Bine, Dimittiep, iambeic, It: en [ 
5 4 an@ifenmwaaren: Fluiten, gan, Dein, 
« Blei, x tupferne und ee ‚und 
‚alle "Kcten "von feinen und fuperfeinen Täcern yumal 
1" —— Farben, Caſimire u. a. 
> Die Ausfuhr welche bis jese Buneifge unt —— 
‚elsleute aus dem Sudan nach der 
enkade Golbfauk CAtesaryn)s Biere mo 
darüber f. unten) find bie Münze des Landes, 
auf jr Markt von Zimb te aus andern fern 
gebradpt — ER . don —— 
8 oufla u. a. 
eingenähet verkauft, — jeder EN In de der —* 1 
enthält, 25 Dollars an Werth. Ein Beutel, den j. 
ini in Houffa: kaufte, war bort 7 bis s Ducat 
fee als in Zimbuctu, Bleiben aber bie regelmäßigen 
= oder großen Cäravanen in Kimbuctw aus, fo kann 
Ankommende, wie j. B. Sidi Hamet, wohl für 
Snupftabat einmal in Thubuctu ein nd 
P) befommen.. Das Gewicht von Timbuctu um 
fömsrer ale das von Marokko. - Außer Bold ın 
mirb noch fehe viel in Ringen verkauft die aus 
ira fommen, wo fie allgemeiner Nafenfigmud find. 
allem aber in Menge und ausgezeichnet in Arbeit, find 
Goldmwaaren und Ornamente (trinket) aus Wans 
‚old gearbeitet, von Houffa und Sinnie fe oben); 
















Jackson Acc. of Timbuctu p. 255.) Shubini p20 
— Hadji Talub p. 156, +) Bidi Kun 266% 
1,28. s 





466 Afrika, Waſſerſyſteme. II. Abſchn. $. zı. 


„B. Beer in Geftalt eines Ablers, fo ſchͤn wie anne am 
ariı und London, vorzüglich den Indiſchen Golbarbeite 
nlich. Dieſer Goldſchmuck, bei ben Arabern El Herrel 

(d. i. Zauber oder Talisman) ) genannt, beßeht imma 

aus ganz reinem Golde, umd ifl, was bie einzelnen Gtäk 

auch vorftellen mögen, immer in der Mitte hohl gearbeite, 
um ein Amulet einzufchließen, gewößnlich gefepriebene Gt 
len aus dem Koran, ober geometriſche Figuren, wie fie etwe 

der König von Sego, um ſich gegen jeden böfen: Einfluß u 

verwahren, in den Sand zeichnete '"), als ihm durch Iſea 

die erfte Nachricht in. feine Reſidenz von dem weißen Sremb 
linge, M. Park, gebracht ward. Jede Art biefes Schuu 

Hat eine beſtimmte rigne Zauberfraft, und ber fidder fehl 

alte Glaube daran, gebt durch genp Nordafrika, feibfl ch 

dem Pferbeſchmuck in Marokko hängt zuweilen ein Dutzen 

folcher Amulete, welche ben Zugang jebes Dämons 8 

af 







in Afrika Jin genannt, wie in Aflen, Genius, Dſchi 
f. Borhalle Europ. Völkergefch. vor Herodot. ©. 100 
wehren. Außerdem merden auch Bolbbarren ausge 
und ber Reichthum Afrikas bat feit Salomons Zeiten, bei 
feinen Jehovahtempel mit Afrikaniſchem Golde ſchm 
bis heute noch nicht abgenommen. Nächſt dem Golde 
Sclaven eine zweite Hauptausfuhr. Sclavenfang wich 
ang regelmäßig au von Zimbuctn aus betrieben, 
Adams ***) Sfter Parteien, zu 500 ausziehen faß, bie 
einer Woche bis ı Monat Zeit, mit geofen Haufen 
ben zurückkehrten. Sie foßen vorzäglid vom S. W. 
kommen aus dem Bambarzranifchen (der Bambugr); au 
dem +) aber auch von Houſſa, Wangara und den fübl 
Gebirgen. Jagd, Krieg, Hunger, Vergefungen, bringen 
in Feſſeln; Hein Einbeimifcher kann gum Sclaven gemall 
werden, Verbrecher ausgenommen, fo wenig als folde, 
Mubamedaner find, Jeder Gclave gehört feinem 
mit dem Leben an; verklant diefen aber der Sclave wege 
graufamer Behandlung, bei dem Kath in Timburtu, Mi 
ann der Herr zum Verkaufe ++) feines Sclaven gez 
werben. Eingekauft werden fie auf dem Markte jm 
buctu jeder gu 10 bis 12 Dollars, aber in den Küften 
der WBarbarei zu 70, 100 Dollars unb mehr wieder weg 
tauft TIf). Er Schickſal ift dort nicht fo bare, wie 
Oft: oder Weſtindien, weil fle nach fiebenjähriger Di 
von jedem guten Muſelmann ihre Breibeit erbalten : 














*) Jackson Acc. of Marocco p. 290. **) M. Park Journ 
p. 150. ***) Adams Narrative p. 478. +) Jackson Asa 


j .290. ++) Shabini p, 37. 
Acc, of Timbucra p. 40 bin ? ı7 +1) Jackson 







nz crigerlauf, ninberen 47 


inal 
m Den leſen lern fa Iran * ——— 
eet en den —** und Bambie i wehl ebenfalls⸗ 


len werben auch Golskans und 
en Dandelsleuten su hohen Inte⸗ 

X —AE con — imbuctuern ausgelieſen, um 
Bleroltswesem gu liefern, die fonft auf dem Markte 
mbuttu immer mit 40 bis 50 Procent Du t *) feil 
Ba dieſen Gewinn pin, 4 Fin he die ammeda: 
öbten natürlich fehr 

eignen — Pie ) Sommanbiten in Tim⸗ 
—* den, weichen eenmärtig, jumal zwifchen dieſem 
es und Mur and *7 —* yY der Fall zu ſeyn ſcheint. 
er diefen Erporten find bie bebeutend: 
Dat nn FE gostidan ",, 1. Rhinece 
uhamedanern 8 roßem Preiſe chen 
—* und allen Waffenheften verarbeitet 
3; Etron Ifevern, bie f@ hönften der Welt; W’kore 
* ummi von Guban, ein ſehr gefuchtes 
k; a Gebaramie, d, i. Römer von a; 
a oder fi enannte Paradiestöme; Bummi Copal, 
fafätibe benholz, Sandelholz, Indigo, Sum: 
6 vom Genegal u.v.a. m. Diefe Waaren inogefamt, 

en mit den Schiffen ber Wüſte zu den Emporien 

ande ber Sahara, und in die Mausifchen Häfen, von wo 
durch bie vierte und fünfte Hand, deren jede einen Ges 
* von ao bis 30 Procent daraufſchlägt, an bie Europäer 
men, nachdem: der Caravanenkaufmann für bie Befchwer: 
u des Kransportes, nad) einem allgemein gebilligten Hers 
nmen, daran fchon feine 50 bis 60 Procent gewonnen 
nat dem vorgeflagenen neuen, biresten Wege, gu 

en ber Sudancompagnie, würden bie Waaren fafl 

e (State) je sablen, aus ber erſten gand auf 

peifse Saf konnen, wenn Englifhe Comman: 
Eimbuctu 9 ren, und mit ihren Caravanen nur 

nen ehe Weg von 200, flatt 300 bis 3go geogr. M. 
ett 1500— 1600 Engl. miles) alfo eine, um ein Drit⸗ 
* —8* Diftanz zurlidzulegen hätten. Diefem Vers 
er.1er quellenmäßigen Dartellung defien, was bie neueſte 
über diefe commerciele Mitte des Sudan's erfahren, 
wie zur weitern Erläuterung diefes Emporiums, die 

*. merkwaũrbdige Lifte M. Parks fiber die Marktpreiſe des 
benachbarten Sanſanding mit einigen Bemerkungen bei. 







en 














* 


















) Shabini p. a1. * Mohammed bei Ritchie p. 230. 
-x) Jackson Acc, of Timb. p. F 
8 2 


468 Afrika, Waſſerſyſteme. IT. Abſchu. $.: 


Anmerkung ı. martepeeife su Sanfenbin 
Vergleihung des Gold zum Siiberwerthe ine 
As M. Park auf dem Nigerfirome zu Marrabu 
einfchiffte, handelte er dort für feine Waaren Kowries ı 
ren er auf bem Joliba als Eleiner Münze bedurfte, Ge 
für Gorallenfhnüte von Nr. 4 und 5, für jebe einzelne ı 

6o Stuͤck dieſer Muſcheln; für blaue Agatfchnäre von BLU 
Gtüd dergleihen. Merkwuͤrdig war es ihm, daß Hier, 'ı 

- bei allen andern Zahlungen das gemeine Hundert brat 
. den Kowries das Pleine Hundert, nad bem aäͤcht Afrik 
Nechnungsfyfteme, nämlich 4 mal 20, ober go im GSebraud 

Zu Sanfanding verkaufte M. Park feine Waaren 
et Proviant und Schiffsbebürfniffe brauhte.e Die Preife 
folgende **): für Gorallen u. dgl. wie in Marrabu, für 
tete 6 bis 7000 Komries, für eine gute Flinte 8000; für 
tenftein 40, für ı Bouteille Schießpulver 30005 für einen 
.&äbel 1500 bi3 20005 für Amber Nr. 1 1000, Nr. 2 & 
Nr. 3 400 Kowries. ör blaues, Dftindifges Beug (k 
Gtüd für 208005 für Scharladtud zo Spannen 20000; 
Eitverdollar 6 bi8 12000 Gtüd Kowries. 

Die Afritanifhen Probucte wurden bagegen auf { 
MWeife bezahlt: 1 Minkalli Bold zu ı2 Shill. 6 Pence € 
mit 3000 Kowries; 5 Minkalli zu 3 Pf. St. 3 Pence; ı 
bein, ein fehr großer Zahn, bezahlt mit 10000, ein ® 
mit 7000, ein Eleiner mit 3 bi6 4000 Kowried. Gin ©ı 
ein Dann von erftem Werthe 40000, eine Frau vom erften 
mit 80 bi® 100000, ein Mädchen miit 40000; ein Pferb mi 
10 &claven; eine fette Kuh mit 15000 Kowries, ein G 
17000, ein Schaaf mit 3 bis 4000. 

Dierbei***) folgende Bemerkungen: Rad Parks Angab 
ı Minfalli Gold = Bo Gran = } Unze Troy Bew. Dieß 
faft mit dem Preis von ı Minfali zu 12 Sh. 6 D. Gter 
ein. Rach dieſer Angabe würden etwa 20 Kowries 1 
feyn, 240 = ı Ghill,, 4800 Kowries wuͤrden fo viel als ı 
St. an Werth feyn. Die Muskete, eine gewöhnliche « 
Kabrit Birmingham, an Werth ı0 Shill. 6 Pence, wir 
Kowries in Sanfanding berechnet, einen Werth von 2 Pf. 

bis 9 Shi. haben, eine belfere aber mehr ale ıL Pf. 
En ähnlihen Preifen ſtehen Eäbel und die andetn Waarı 
denen nicht diel mehr Profit, als 100 Procent gemadıt 
würde. Der größte Gewinn wäre bei dem Indiſchen Zeug 

Dagegen wäre unter den Afritanifhen Waaren bas 
ſehr wohlfell, etwa nur „A, des Preifes in England. Pfer 
ren ſehr theuer, weit man fie wohl fehr weit herfuͤhrt. D 
pelte Preis ber weiblihen Sclaven iſt auffallend, uͤberha 
Preis der Sclaven beiderlei Geſchlechtt größer als man a 
ſollte, da ber Mann in Ganfanbing 8 Pf. St. 6 Spill,, 
atlantifchen Kuͤſte auch nur 10 Pf, St. zu gelten pflegt. U 
winn und Koftenerfag von feiner Reife zu haben, Hätt 


— — 


*) Park Journ. p. ı46. **) Park Jouri. p. 160. #* 
denda zu Park Journ, p. XlU. 


IR WUrEPa wie ı Ju 15, eine auperordentige winerenz. 
“ Ball Hat das Silber in Afrika, das bie Natur am we: 
bamit verfehen zu haben ſcheint, einen weit höhern Werth, 
mb fonft wo in ber Welt. Die Einfuhr dahin würbe alfo 
an En In Ghina war früßerhin, im vorigen 
nis dis Sol um @iber, wie z 

* * ve die ee Fra a 


tb a Fr rg] Bla, wo — der 

a 

un, wie wie ihn Park zu ——e Fond. rag ’ 

wa fol Eos Data 9) aufn en te 334 

re bene —S — 

—— —* D ne ——— teinmenb 
jan einen 


—EæE von einem Gentmen 


il 


* 
@ 


mgrtung 2 Gtarte Aunapme des Afrikanls 
umal bes Sudanshandeis mit Broßdris 
L —8 ber Abſchaffung des Sclavenhandelte. 
—x de des Sudans und feines Seltverkehrée ſteigt 
Inen_üeberblid des Danbels, einen —e—— 
Gensgambiens, von ber —WR6 und don 
mit feinen era, da Diefe es ee 







den Dafenorti te Grporten 
en alten Wiehee = no Wr 
fer ueberblick 0 


ER ——— —& 





470 Afrika, Wafferfofteme. IT. Abſchn. 6er. 


in einem authentifdhen Aftenftüde, das M. Parks legter Keiſe) 
von feinem Herausgeber heigefüut ift. 

Seit ber Abfchaffııng bes Sclavenhanbels hat Großbritannien 
Handel mir Afrika ſehr bedeutend zugenommen. Der wittim 
Durchſchnitt des Werths aller jährliden Im porten von Afılle 
nadı Großbritannien, 20 Sahre vor A. 1787, machte, nad im 
Bolltarifen aus : 72000 Pf. St., nämlich, nicht bloß von ber gem 
zen Weftlüfte (vom Gap Negro ı6 Er. &. Br. bis zur Girefe 
Bihraltar) fondern auk von ben Häfen bes Weitteländiiges 

eeres. ' 

Der mittlere Werth derfelben Importen von daher, währen 
ber legten 5 Jahr, von 1753 bis 1787, betrug, nad benfelben 
3olltarifen, jäbrlih 90500 Pf St. Hiervon ben Werth dm 
Waaren abgezogen, die von Marokko und beffen RNachbarſchet 
Eommen, bleiben 70000 Pf. &t für den jähbrliden Werth ab 
Ier Importen vom weſtl. Afritas d. i. von allem Bande zwis 
fhen Gap Blanc, 2ı Er. N. Br. bie Gap Negro, ı6 Er. ©. Br, 
ne aubehnung von 900 geogr. Meilen (4500 Engl. miles) Ab 

enftrede. 

Der mittlere Werth jährliher Erporten von England a 
bie Küften Afrikas, während berfelden Reihe von Jahren (bi 
Exporten ausgenommen, weldye mit bem Gclavenhanbel in Be 
bindung ſtehen) mögen eine Summe ausmaden, bie nicht viel kb 
50000 Pf. Sterl ſich beiäuft. 

Ueber die Sabre 1783 bis 180: ift, unmittelbar vor ber Xi 
fhaffung des Sclavenhandels, Feine authentiſche Lifte der Kuh 
und Einfuhr bekannt; aber wahrfheinlih war der Betrag nich 
größer als er oben angegeben ifl. Leber die Reihe ber legtm 4 
Sabre laͤßt ſich Feine Auskunft geben, ba bie Zolltarifsbücher fehlen 
Aber bie Afrikaniihe Gomittee gab, auf Befehl des Gouvernn 
ments, authentifhe Auszüge aus .ben Zollregiſtern. Aus biefe 
ergeben fich, die 


Grporten von Afrika nach Großbritannien: 


im Jahr 1808, 974306 Pf. St.) außer Golbfkenb, 

— — 1809, 383926 — — ber dem Tarif nidl 

— — 180, 555577 — — ) unterworfen if, 
Importen von England nah Afrika; 

im Jahr 1308, 820194 Pf. St. 

— — 1809, 976872 — — 

— — 1810, 093911 — — 


Die große Differenz zwiſchen dem angegebenen Werthe ber Yakı 
und Einfuhr Liegt in dem Priſenweſen dieſer Jahre, welches % 
Afrikaniſchen Producte feltner machtez da von % bis J erwa ge 
capert wurden, und, well ein aroßer Theil ber Erporten der 
bie contrebandirenden Sclabenhaͤndler geführt warb. Aber au 
Die Erporten allein, im Banzen, für fi betrachtet, geben Hk 
—— e eigen bes Afritanifhen Handels ein ſehr merkiwärbige 

8 . 





*) Park Journ, Appendiz Nr, VI. p. CXXVI = CXZIX. 


wu wirpuenunning 180 win wunyunung vo Vuruuune 
das Doppelte der" Einfuhr von der ganzen Weft: 
ifrikas vor biefer Abſchaffung. 

ſſelbe Verhaͤltniß ergiebt ih aus dem Sierra Leone 


!L In ein Golonie warb A. 1812. im May ein Zoll⸗ 
Berigte bis Mai 2814 reihen. Der 


trag 
won 3 alu em — — 3 mu 
daß die ganze Summe auf ss ober jäpre 


y ‚St. berechnet werben nr Grperten in 
de 91539 alfo, Yf. St 7 war die 






bi igen Gtation fa eben fo groß, 
dei ber — Fr yon — vn — 
Gilavenhandels, 


eb Sesethum ik von grober BVBebeutung. 


en. Dieß war der Bad vor bem Er _ — 
wernenunts in England und Rorbamerifa ben — 
seat, m und er Fir ‚ankreih und Hollaud burd ben 
ernitet, jahre fpäter bie Portugiefen 
af ihre —* inte warden, fo blieb nur 
aniern bi treiben übrig, der bis auf bie 
händler te " 2 "Blogge als unbebeutenb angefehen 
muß. fo — der immer noch FERNE a 

van Bad Gteigm bed Gemmeries fi in 8 
gegt Zu gleicher 


ie Eolonie am Bu 
antationen fo fg er 


Konatmasren mh au bei älfte b des — V ze: 














“ 


472 Afrika, Waſſerſyſteme. II. Abſchu. 8. 21. 


4 Das Reid Houſſa, Namen bed Nigerfiroms, bi 
Bellata Groberer ana, ober das Bolt ber 
oulen, 


Mie weit das Gebiet von Timbuetu gegenwärtig *8 
iſt uns ganz unbekannt; eine frühere ſehr fonberbare 
gabe iſt die, es gehe oſtwärts ) bie zum Baähar Subde 
oder See von Sudan, deſſen anderes Ufer man nicht fi 
konne; jenfeit fange das Land der Weißen, auf beffen 
ufer, an, welche die Araber Nfarras azarener, b. 
Göriften) nennen. Aus diefem Bahar Sudan fliefe dert 
el Abid, 

Auf jeden Fall iſt Kabra der Hafenort von Timbuch 
ſchon feit Anfang des 16. Jahrhunderts **), wie Beute, ve 
wo man weftwärts nach Yinnie, oflwärts nach Melli fAiffi 
er ift mehr MWaarenmaga:in unb Stapelplag *"") zum Un 
‚laden der Schiffe, als Stadt. Der Strom fol in ber tel 
nen SFahrszeit bier mit einem Cameele durchſetzt werde 
konnen; zur naflen Jahreszeit, wenn 65 en, wird ı 
fehr läßrli; Mahommed giebt ihm Schußbreite. 

ee Strom wird hier nirgends, meder von Eine 
mifchen no von Fremden Niger genanns; biefer Mau 
ift in ganz Afrika völlig unbefannt F), wird nirgends ve 
ftanden, bei feinem einheinifchen Volle, und follte babe 
fobald feine Kenntniß vollendet feyn wird, auch gan au 
den Karten verbannt werden, wohin ee nur burdh Eri 
und Leo Aftic. gekommen ift, bie fih den Europäern, zum 
dem Dlinius und Ptolemäus, accommodirten, 

M. Dark börte ihn felbft im Rande den FJoliba un 
nen, welches nah Jackſon +r) kein Gompofltum etwa «u 
Solisba feyn fol, wie man glauben könnte, da Ba 
Mandingo boch fo viel als Fluß Heißt. Dieß iſt berfel 
Name den er auch noch in Kafchna Fr) hat, nämlk 
Soulbi, Bulbi nah anderer Schreibart. Ku 
Iubs +44) Begleiter nannte ihn bei Timbuctu, Dan 
Al Makriſi nennt ihn Dema:dem +r+4t); nach Mobamm 
fol ee aber in der dortigen Randesfprache Sffa 

enannt werben, wie ihn auch fon D’Anville und dl 
‚Autoren bezeichnet haben. Bei den Arabern, wie g. B. ie 
Ebn Batuta, Heißt er fohlechtweg Nil, und damals wi 












*) Jackson Acc. .of Marocco p. 297. **) Leo Afrie. & ı 
8. L. VU. fol. 251. ***) Capı. Lyon Narrative of Tra 
a. 0. D. p. 350. +) Jackson Acc, of Timb. p. is 
+r) Jackson Acc. of Timbucotu p, 479 +++) Ha 
Hamet bei Ritchie p. 231. rt} Hadji Talub p. ıt 
HN Langles Not, bei Horneman Voy, T, II. p. 3: 

trtH) —— bei Ritchie p. 351, 


6 Ale frühern Berichte bei Hornemann, Beaufoy, 

', Fadfon, Park und andere find gegen diefen nur fehr 

IRändig zu nennen. 

Bhabini fuhr auf einem großen Boote mit einem 

‚ 7% ©: el u Frei von nn 1) em. ap; 
| geort nen er Muſhge ; 

Bus Chrome s mar cite s ; 

be Gewalt des Etums Art; —— 

Kädfahet bei gutem Wind, von Houffa, 

—* SE als die Hinfahrt. Wei Windflille wurbe 







auf biefee Fahre mehr Weste vor: 

* Fahrt zwiſchen Roſette und Cairo, 
Diefe Boote find wie die von 

a, "our ‚ von Planten mit Ribben, 

ver B gesimmert, flatt Theer wit 

Balfasert. Der Landweg von Timbuetu 


* dauert 5 Tage; dieſe Reife iſt aber koſtbarer 
ie und daher weniger befaßt. Shabini 
te in afen von Houfla, von welchem bie Stadt 
bunden ober 23 teifen gegen Nord ab liegt. Geine 
eu wurben von Bier wie alle anbern auf Efeln und 
en 5* 23* auf Gamerlen, von denen bie 
mie ner Det it haben: „ Sameele find bie 
m 

Der Ril el Kabir iſt Bier ee Deeitec HH) ale bei Jinnie 
Rabra, dem Nil au tens glei 


N ch. 
Beine Ufer Hub mit Robe bewadfen, ſehr niedrig, fo 





474 Afrika, Waſſerſyſteme. II. abſchn. §. 21 


mit Ebrifl, ſteht fein Waſſer am hoͤchſten; dieſe Fluth ba 
10 Tage. Kon biefer hängt die Güte ber FReißernte 
und wenn der Strom hoch hehe, haben die Brunnen 
Landes das beſte Waller, natürlich wegen bes Geitendrn 
wie beim Nil. Jedermann fagte dort, biefer Nil ery 
fih in einen großen Salzſee oder in den Dcean, aber 
ſteſsme bat er bier nicht. 

Mas wir durch Parks letzte Fahrt über biefe & 
mesftrede, nad feinem Tode bei Bouffa, erfahren Hal 
ift oben angezeigt. Shabini fagt nichts von jenen gefı 
zu Izwſchnellen, bie jenem ben Untergang gebt 

aben follen. | 

Das Uferland nach Houffa Bin, if reich bebauter | 
den, voll Dörfer, beffen Bewohner ben Fremden als © 
feeund empfangen, und für ihn ihre eignes Zelt werla 
um in des Nachbars Haus zu geben. 

"Houffea*) die Stadt, an deren Dafeyn man fe 
gesweifelt bat, liege O. S. O. von Timbuctu, iſt weil gei 
als jene Stadt; Shabini lebte dort a Jahr und fi 
nie ganz; Keira ift nach ihm J größer ale Houffe 
Bat keine Stadtmauern, die Straßen find unregelmäßig 
in Fez und Marocco, bie Däufer denen in Zimbucku d 
lich, ſchwarz gemahlt mit flachen Dächern. Die Cital 
oder der Palaſt Hat über a Stunden im Umfang, mit 
len Thoren und Wachen. 

Der König wird dort gewählt; auch ex erwählt fei 
Math ber Weisheit, aus mehrern Hunderten, nicht ı 
Wang. Er regiert bespotifh; im Uebrigen ſtimmt Bi 
mit Timbucku überein. Doc find bier eigne Richter, 
alle Streitigkeiten wegen ber Ländereien, ihrer Größe, | 
und Grengen fdlichten; file Haben alles genau darüber 
gefhrieben (wie einft im alten Aegyptenlande!) in der® 
desſprache“), deren Schreibart aber fehr verfchieben if 
der Urabifhen. Sie fehreiben von ber Rechten zur Li 
wie auch in Timbuctu, aber Shabini konnte niches de 
verfiehen. (Sollte es ein Reſt alter Dunifcher oder A 
tbagifcher Spracde feyn, von welcher Biſchof Mn 
felbft bei den Negern auf der Goldküſte, in ihren Da 
noch Spuren vorgefunden bat **"); vergl. auch oben A 
1. ©. 397. Sollten bie Römer, biefen Spuren felg 
‚unter Cornelius Balbus Anführung, im Beſit Kartbagi 

tinerarien, gerade darum auf diefem kürzeſten Wege 
adames, Feizan, Tabu, vielleicht bis Caſhna vorgedru 
ſeyn, fo daß daher Plinius feine Kenntniſſe und fein: 


*) Shabini p.4ı. **) Shabini p. 43. ***) GHebräi 
men auf der Tontäke —— bes —R I 


.r2 h, mtpligerlun, Du 75 
7 Niger eöpfte: Dikgri Bevio enden 


— inte Bee netz 

rer In die be Weaber *3 

leiß, . —* — —3* * 
a 

Er 


Seine Bintönn —— = —— ale Lundes, ‘ 
— 
jaer ie, A 
verſchaffen ſolle. Der zone Ir bis 7oodo Dann 


iterei, und 100000 Fußdolt fiellen vas- 
— elek amade ift. Der —8 287 *8 
In Houffa, mie am weſtlichen iger, zumal der an Be: 
dei gleicht hier dem Kimbuetu; 
tete a * und Sera aus Zimbe ob Yan m 
| im BWeften?), von Bornu, Mofhu (?) und 
Yadia (2). Aus Bengala’(ob Beugalen 95 erhalten fie 


da ihre Baummalle. 
«ifensein, Teb bar ode Golbſtaub und Seladen 


ehe, 
t6bar ***) wird 3 bis 4 . Meilen 6 miles) 
5 von der Wradt im Bande gi n, wo feine Berge 
! Goabern warme ohne Sand, bede Et mit einer du a⸗ 
h bheaunen Erde. Emm if es erlaubt wie am 
4 — (f —* . da Gold zu holen. Man 
— air we Ei ——— um Mergiche 
je en umbinbet, 

Es denen, bie fü für ein Geringes das Gehen 
Mlemmm. Gtlaven werden in Houſſa viele alten 

verhandelt, Ber König barf Leinen feiner Unten 
©claven machen; aber fie tommen nach year von 
» Wansbarra, Iinnie, Beni Kilieb Cd: i. von den 
der 2) and von den Beni Ari (d. i. won den 
ver Raten), bie mehrflen find Rriegegefangene, 
Won den Gtrafe geraubt, als Kinder gefohlen, ein dori 
wohl von den Befegen art verphates 
. De — bes Reiches Sea ou nach Sha⸗ 





N.Plin. Uin. Nat. Y N ==9, un$ Mennell App. dei Park 
en P — jaokson Acc,'af Marocoo p. 292. 


476 Afrika, Waflerfufteme. II. Abſchn. S. 21. 


bini *) jenfeit Timbuctu geben, und an dee Morbfeite bi 
Nil —8* ſehr — er meint =5 Tagereiſen im 
Umfang. Zimbuctu und Afnu (f. unten) zwei Rinie 
seiche find ihm unterworfen; ba werben im beiden Feine 
Sclaven gemacht; bei Afnu nennt Shabini auch das Keih 
Darfnil, als Nachbarländer von Houffa aber Wambarmse, 
—5 Moſchu, Jinnie, welche alle von Negern bewehn 
werben. 

m Oſten von Houffa liegt Kaſchna, ein gufes 
ei Ueber biefe Gegenden im Red Ofen von Kim 
buetu und Houſſa bis Kaſchna, herrſcht unter ben Blau 
fen Handelsleuten, bie fonft im Übrigen centralen Afei 
ſehr bewandert find, gegenwärtig -eine geoße Unwifl: 
denn durchaus nur unbeflimmte Sagen find ums 
aus dem Maghreb jugetommen. Die Loͤſung biefer Gm 
bechantiit geben Ritgies und Burkhardts neue: Be 

e . " 

⸗ Unter den Negerſt aAmmen dieſes centralen Afrikas, 
in welchem einſt civiliſirte Reiche bei den Arabiſchen 
von ähnlich denen in Houſſa und Timbuctu genannt wur 
ben, zeichnet fich befonders ber große Stamm ber Geller: 
aus, von benen diejenigen, in der Machbarfchaft von Bon 
nu fih Wufelmänner nennen, inbeß andere Horden 
ben Heiden geblieben find. Diefe Felleta ſcheinen im 
ganzen Sudan feit geraumer Zeit fehr mächtig geworben 
feyn, und haben fich erſt feit einiger Zeit (wie etwa 
und Galla ihre Sftliden Nahbam, f. &. 298 und 254), ! 
Durch das ganze mittlere Gontinent verbreitet. Buch ' 
haroͤt fahe einen berfelben als Pilger in Dede, ber ihn 
fagte, baß er fein Standlager in Zimbuctu Babe. | 
meiftentheils Reiterſchaaren (ihe Herlommen alfe wehl 
ſicher vom gebirgigern Hochlande, wo Pferde, wie in Habefü 
and Bornu ***) in Menge vorhanden, im beißen STieflande 
des Sudan aber allgemein Geltenheiten find) mit Pfeil und 
Bogen fechtend; bie Bogen find kurz und von Eiſen, bis 
Dfeile vergiftet, fo daß bie Lleinfte Wunde ben Tod bringt; 
fie ſelbſt haben ein Gegengift. 

Diefe Kellata haben Bornu und Kaſchna (Cams 
na,Casena eins ber 15 Megerreiche bei Leo Afric.) 
geplündert, Kaſchna vor etwa 10 Jahren halb gerfiört nad 
alle umliegenden Länder find gegenwärtig, nach Dabji He 
mets ++) Ausfage, ber felbf aus Bornv gebürtig, Dem 


un“ Dur? Con eig m de — — — ie 








%) Shabini p. 82. **) Hadji Hamet bei Ritchie p. 237,254. 
Burkhardt Trav, App. Nr. II. p. 486. und Nr. J. p. 477. 
.) Sherif Imhammed in Proceed. T. I. p. 132. 6 Lee 
Afric, l, I, fol. 4 & 5 253 b, up) 9, O. 








1 Mgerlauf, Houffak\. 7 
n unterworfen, dem Seito u ds 


—— ber. ale ein Afrikaniſcher Bona⸗ 
mit id dieſen gangen Theil des centras 
Ei — Bes 3 — iſt gegen: 
na, und wie vermuthen, baß fener ath: 
Ben Batfina) der wie ein Safemnantı 
€ Amuleten in Silber und Gold bebangen, in 
m —— ae der Afdanti gegen bie Fanti, an der 
Re, diente (f. oben ©, 395): einer der flüchtigen 
en von Kafchna gewefen, der mit feiner Parthei 
und Aufnahme am Hofe in Cumaſſie gefunden. 
terdurdh Bären mandpe Macpripten auf, melde die 
—J aus der antiteſidenz über das centrale Afrika 
iten und u. mwbich uns mi it haben; 3 
————— je Urfache der näl en epinbung. biefee 
aats mit ber — ten ae Kite 
33 das centrale * 


en 
—— ie ee mie — 0 Sa aan zur Bu 


Pbellete, —A — steigen Yope 
©.349), und aus en a 


— 


‚nur ſecundairen, — 32 
—— berflammen, welches fie bei einer 
aus dem Norden Garamanties oder 
ip aufgenommen hatte. Bis je. haben wie *8 vo 
an eile der auf Hoglande Timbo 
— ward umflänblichere Nacht ichten gehtit; ber ganze 
Erg muß aber wohl eine Daupsmaffe bes centenlen 


Bermutbich. find von ihnen, als den Zeinden der v3 
ammedaner des Subans, manche abenspewerlihe 
; bahin regnen wir auch dieſe nad Daurifı de 
«im Gebiete gmifchen Timbuctn und 
Beb Houffa d. i. Thor von Houfſa —X 
der Bebirgspaß am Niger bei Bouffs ſeyn, m 
umlam?), lebt ein BolE mit Hente Oprade w 
Araber den Engländern, wegen bes Geziſchels her Kr 
das wie Wögelflimmen x vergleichen. te zeiten auf 
Bätteln wie die Engländer und äderte Sporn, 
, Fechten nur im Zweikampf, uberer u. fm. 
Belle, But Zulap, Bl tee, auf. bern 95 
Fearen bie| ieziehen mi unftreitig 
felbe Bolt, welches arts auf feiner a 
am fo feindlich ade ty in ara ——— 





) Bowdich Mission p ˖ 156. m Yakıon Acc. of Mizoc- 
co p. 508. 


473 Afrika, Waſſerſyſteme. IL. Abſchn. Srı m m, 


von Amabi Fatuma und IfaacoPonlen*) genannt — 
—— —4 
weichem bie Verunglüdung Parks berihte 
als einen Wormand gegen feine matäel ide, M 
PDoulen*) sraciften haben fie mit einem Rriege zu 
ateben, um ben Zod bes Weißen am ihnen zu et. 
fol er, nad 4 Monat Krieg gegen fie, ihrer Lebe: 
meichend, nach Bambarra zurädgekchrt fegn. Wernitar 
ift eben bieß das Volk, welches M. Park in feinem 7 
Briefe an Joſ. Banks, den Mauren ähnlich an Karbe, 
Surka, Wahinga, Tuarik nannte, vor deffen Wür| 
ex fih ein Zelt auf feinem Fahrzeuge errichte, 

Bon biefen Poulen oder Ppelleta, velhe rn 
buch bes gange eentrale Afcifa fi ausgebreitet —9— 
teilt Mollien, der ifnen am Genegal, Gambia un 7, 
Stande befonders häufig begegnete, folgende Beme: 
mit, welde hier beachtet zu werben verbienen, als Ber 
aue Geſchichte diefes merkwürdigen Volkes, deffen 
men uns noch fo unbefannt if. —— 2— 

a be fen A De 
nauem Verkehr mit 0 umd Timbuctu (vergl. ei Pd 
346 m. ©. 455:5 au hie andern Ländern (Y) er 3a 
Afrita, bie andern Handelsieuten wenig bekannt find — 
Daß fle, wie die Bewohner von Timbuetu, baffelde — 






















recht genießen, nicht zu Sclaven gemacht zu werben, 
große Anfehn dort ed hatten, DH ſthon bei 
fo wie ihre alte Freundſchaft mit den Mandingos. 
der Afnligge Klang beider Hauptfiädte, Zimbu und 
buctit, einen verwandten Urfprung anzeigen? Die 
ner von Bondu find, nad Mollien, auch Poulen 
fol nach Durand **"*) fogar ihre eigentliche eimath 
fo wie auch das gebirgige Landchen Sulah:dw, am oh 
Senegal; wogegen aber ſchon Rennell fel erregte 
und wohl mit Reqcht, da ihre Ausbreitung Wr! das 
trale Afrika gu groß ift, um fie aus einem fa kleinem 2 
penlande Gerzuleiten. — — 
Mollien erzählt +4), über ihr Herkommen laffe 
nichts Gewiſſes ausmachen, aber es fen Gage, daß fie 
bie feuchtbaren Gegenden Norbafrikas, des alten 
midiens bewohnt Härten, als Zeltbemoßner, und bau 
neben ihnen die Joloffen. Beide feyen aber durch bie 2 
Tanft dee Saracenen mit ihren Gameels and Pfei 


*) Park Journ. p. 209. **) Ebend. ©. 216. - [9 rt 
Reife. ©. 334, 33% 97 #**#) Durand Voy. 1. p. ı. 
} Rennell Append. zu Park Trar. p. 
') Mollien Reife ©, 159, 78, 94. 





Migerlauf, Houffen © 48 


worden, auf die Südfeite bis Senegal und 
‚ alfo ifo Jam Miger oder 6 — wo 
verbrängs, vorzüglich die Serreres, mb 
Baol und Sin geflifter hätten (ob viels 
Yunife Bala und das Aftatifche Jin — 
ienft und dämoniſchen Cultus erinmernd, 
Namen von Zinnie, Jin: bala, Bimbale w. in 
is die Mauren fpäter ihnen nachgerüdt, Kitten fi fe 
ben am Senegal zur Annahme des Jolame und ar 
eines Zeibats en Dirfe inden, den le ned 
Beten. Aber chem fie ſich nur in den 
Mäintern (clöRRän ten; denn *95 ben 
Emm fiad fie in Biele Gruppen almäplih 
Ewa, jun Zell gan eben, und wit den 
— “ — — ha einem 
wmzatnen Bunde, ol en 
EiERepammedänet, # Bu diefen yet, [7 tin 


— es hl (Ar 
it hr 
EN 
en D 
Zi him 6 Sf — ul. 
A 


wem) besopuen bie D 


Ei 833, 


a 


a 


= fe a der —8 som 5 
— i —A 33 gr 

— —RX u⸗ u ee ten 

1} 16. 9 Bundes die wir oben DB: 


5 Shen fehber, en Difen Unter 


ie in —* Rolii 
an 
Bee de I. — 


de 
® dern mil 

inet der Toben mt ih dr Kr 
d ern aus, daß auch bie Arm gegen eins 
— 
*5 mandger Renflarbeiten * Gewerbe, gamal 

umb Webereien, 1 einer 

un ns mögen. Au mE 
* — Daten, ia, *) end nd 
u die — anna (m R. vom In 


ALT 


Rum De ©, . *) Melim Rıle 6, 105, 


« 


480 Afrika, Wafferfyftieme. II. Abſchu. 6. n:. 


im Wet vom Dibbiefee) und mehrere Länder ie Des 
von Timbuctw, nebft Kaffun (ob Kasna? Kefbna) imm. 
baben folten, auch DOuaffelon, Gangarari, Boube 
und Futa d'Jallon. Aber, an ben mebrften Orten mi 
Negern vermifcht, Habe fi ihr Stamm, nur felten rein m 
halten; ja die Kupferfarbigen unter ihnen wurben ge 
genwärtig, obwohl von reinerem Geſchlechte, von der 
Schwarzen, alfo den mit Negern vermifchten, für bie 
fhleptem gehalten und verachtet Noch Haben wie keine 
näßere Defareibung ihres Gtammesperwandten, ber fliege. 
zeichen Ge 


eta in Kaſchna erhalten, die won ihren Feinden 


natürlih nur ale rohe Barbaren gefchildert werden; wie . 
vermuthen jedoch, baß fie eben dieſer Schilderung bes Kl | 


perbaues entfprechen werben, ba fle in der That das Bin 
telglieb zwifchen den Bewohnern von Vorne, den Tuasif 
den Habeffiniern und den Somaulis (oben S. 166) zu 
Heinen, im Gegenſatz ber Neger im üben und ber 
arbigen Voͤlkerſtämme im Norden, j 


5. Sibi Hamet’d Saravanenreife nah Baſſenah au 
großen Strome Timbuetus gegen Süboſten. 
Gin Fragment. \ 


Die Berichte der Augenzeugen, welde als authen 
ongefehen werden Lönnen, enthalten im Dften ber bis 
betrachteten Landfcpaften von Houſſa, feine genauen Ange 
ben mehr, bie aus eigner Anfchauung hervorgegangen wären} 
fondern nur ganz allgemeine Ausfagen, ba eben im D 
von Bier, biefe und jene Ortſchaften, Reiche, Flüſſe, 





l 


a 


1 
4 


| 


u. f. tw. gelegen feyen. Von bier an beginnt alfo Fe . 
fern gegenwärtigen Standpuncte ber Erdkunde, gegen Oft, .: 


das Land ber Hypothefen, bie terra incognita, wi 
fie noch vor wenig Jahrzehenden mit dem ober 
und Gambia begann. Won Bier haben wir nur ned 
Ausfagen, ober umflänblichere Erkundigungen, die uns num 
aber meiftentbeils aus 5ſt ichen Quellen zukommen, mie 
den wenigen Ausfagen bie bisher meiflens vom Welten de 
men, gu combinicen, und das Bahıigeinlisfte über den 
weitern, untern Lauf des ſogenannten Nigerſtroms 
hypothetiſch hervorzuheben. Vorher aber bleibt uns 
ein einziger, vollſtaͤndigerer Bericht übrig, nämli die | 
© amet’e nah Waſſenah, längs dem Nigerfizem, 
der, wie wir bald ſehen werden, uns nicht nach dem fl 
ſondern nach Südoſten führt, aber nur bis jet ned «ls 
ein Sragment, ohne Verbindung mit feinen Umgebungen 
— werben kann, das künftig wohl feine Aufklärung 
nden wird. 
Die große Garavane des Schegar von Zimbuckz, um: 
ter Anführung Sidi Hamet's Bruder, Shelban, und 
von 










1 


Nigerlauf, Waſſenah. 481 


vom erflerm- begleitet, die beide nie von dem Orte Waffe: 

jet battem, 409.0, Stunden von Timbuetu, fübs 

tibaffzom, ben: Gjdi Bamet Immer Be 1{616*) 

Won da, 6 —— in ebener Gläge, fein Ufer 

‚zehten Danb habend, nad &.D.P. zur Bleinen 

ämbinah, mo ein vorliegender Berg Bolibib 

mebe gegen ©. D. drängte. Die Caravanẽ verlief nun 

Strom, und v8 meht gegen ©. durch walbiase [ 75 

iee nad 15 Tagen wieder den Serom, 

wo ein feindli Megervolt Fr das aber in Sreundfaft 

Band mit. dem Könige von Waſſenah. Sir waren zu (mad 

um Miderftand zu. leiften, und. gaben ao Ochfen. Jenfeit 

bi Stroms waren noch andere Hat bewaffneter 

umb » Städte gelegen. In die Jdentität dieſes 

— — * Ba a I gar 33 

Bweifel; es Könnte bierin freſtich ein Jrthum vorhanden 
on dem wir aber nicht zu prüfen im Stande find, 

en 






großen Strom nennt dee Araber Zolibib; * Akne 
Sad acte Yan, wegen ———— 

in, weg e Stein 
6 — 


** Relam 
£ wien mul re Yen Helm Beryeinten am 
2 I 5 beim Herabfleigen von den 
der wieder gu einem fehr engem Uferbette, - 
Selten 
D. 


durch melde m 

Üben Hier on —ã Pe a 
und Ds 10 [em verlieh man das Gebirge, 
Gtrom immer zur sem behaltend, dem viele 
und breite Bufafle smeilten. (Er war vol Gas 
ifehiffe, and auf feiner ae ſahe man gebe 
3* — pebe faprt heit rr jaravane 
und braup in ma Gttome wies 

m 15 Kogereifen bis zue Stadt Waffenap. 
. wurde die Caravane feeunbfchaftlih empfangen, 
ie M Umwelung der Stadt in een! eh Baar te 
, sınb verweilte Gier ⸗ Monat um Sclaven, 

in umb Elfenbein zur Müdfrahe einzuſamme in. 
" Diefe Stadt Waffenah *‘) liege zwifchen Hohen Ber 
en am Gtrome, ff fen — den be 1 —X 
und fo breit if, man faum die Ueberfaßrenden 
= tigen Ufer ertennen ann. Die Timbuetuee nann⸗ 
sen ihn Zoltbid, bie von Waſſenah aber Zadi (wie der 
Balee Enzabbi f. eben ©. 271, 2392 und 086), 


— 


©) Sidi Hammer 2.970, ®) Sidi A.met p. 873, 
13%. 9” 


Fr 


v 


464 Afrika, Waſſerſyſteme. IE, ubſchu. §. æ1. 


Die Stadtmauern find aus Steinen Abereinander, 
Mörtel, ohne Cement, gelegt, nach Art des Dertantıe 
die in der Marokkaniſchen Provinz Habe. Sie find fi 
di, Höher und flärker als die in Timbuctu (vergl. obe 
©. 141.), man braucht einen ganzen Tag fie gu um 
und fie bilden ein Viereck, auf Feder Geite init einem 
Alles Land umher ift wohl angebaut mit Gerſte, 
Heiß; umher wuchſen Bäume den Dattelpalmen 
aber mit einer kopfgroßen Frucht die einen weißen 
enthielt (ob die Socospalme?). Hier fanden fip im Uche 
ga Dchfen, Kühe, Efel, aber Leine Cameele, keine Pferde 
eıne Schafe und Ziegen, dagegen Federvich in Menge. 

Bon den Megern erhielt die Caravane fehe wie 
Neiß, Weisen, Milch, Fleiſch; Sidi Hamet konnte 
nicht mit ihnen ſprechen. Faſt jeden Tag regnete es 
rend des dortigen Aufenthaltes (März und April; 
Regenzeit am Congofluß fällt vom November bis Januar") 
an der Guineaküſte mit diefer zu gleicher Zeit). 

Waſſenah Hat, na Sidi Hamets Gchägung, dep 
pelt fo. viel Einwohner als Kimbuctu, und umbre liegen 
gang in der Nahe am Ufer eine Menge von Städten ul 
Derksaften. Die Einwohner find keine Dufelmänner, 
beten ven Mond an, ſchreiben nicht, find ſehr ge ei, Wi 

Zanz und Gefange ergeben. Sie fangen viele Fiſche 
©trome, in dem fich auch viel Crocodile befinden; kw 
Gances find hohle Bäume die 15 bis ao Mann Kalten. 

Von der Garavane wurden nur, Ir gleidger Zeit, in 
met je ao in die Stade gelaflen, welche jeden Abend ge 
rückkehten mußten. Der König felbft bewohnte einen qu 

beatifch gebauten Steinpalaft, hatte 150 Weiber und ı 
Selaven; er war in rin weißes Hemd in orange f 
been, nach Matrofenart, gekleidet, mit Goldketten 6 
und mit frhimmernden Steinen und Mufcheln. Gr 
den Titel OÖlibu (Olaeboo), d. h. der gute Sultan, 
reitet auf einem ſehr großen Thiere bort genannt Ilfemonl 
(Elephant), welches die großen Zähne liefert; ſtromab 
len fie in Menge feyn. Den König umgiebt eine 
Negergarde. | 2 

Von ben Bruder bes Königs erfuhr Sidi Hamet 
daß er in wenigen Tagen, mit 60 Booten unb 500 
claven, den Strom binabfabren werde; erfi nah S., 
nach W., zu rinem großen Wafler, wo ein helles Wolf 
großen Schiffen mit großen Kanonen bie Sclaven 
für Hinten, Pulver, Taback. Er meynte nad 5 















°) Tuckey Narr, p. 203, Mersdich Acc, p. 4. m) Bidi 
Hamet p.'377. . 


LEE. #72 3 Sg? 
su I Ei genen kan wie ige Def Be 


Rh — Sei [3 Ku a le ts 
t vom Auoflu] 
Ku ang m Eat 
2 
Sind ve effinaßfome mit dem Sum von 
it, menigftens im Bericht angenommen; der Res 
est — fie nu Parts Jolida, und fels 
so er 
5 Dame auf gleigem Bege in 5 Bosat ‚u 







2. 





tele: un shlige Sudan am unieıe 
: Ranfe des Nigerßeomg 


6 0 

ung 5 - Dorn, Refana, Wangara, 
Yen; — ——— 
von Kafchna, von Bornu und von 
oder der weftlidde se far ee) 
e (Sälsi) Fflide ( ) und ' 
KA (Bedi) IE . 











Ben meine Kar —X 2 im 
IR." Mile Unnen' Die auf Dem (fe welt Babe 
en nur bie eingelnen Maceichten, wie fle 
— ae 
re 

01 en 
—* aiter un Ar t Zeit geb —— — find, 


ie Gh ae pi 
find fon io Miele gemacht, baß eine rang bet 

m im der That bald zu ermarten fleht, ale, ara $ 

sehen ‚aber Abarfläffig exfcheinen. 


ER — des centralen Afrita Abeig, inner 
F "der weitere 











’ Hai ve 
eemn, — — 7 miui⸗ was. 
a 


484 Afrika, Waſſerſyſteme. 31, Abſchu. 6. ae. 
drungen; "alle andern umherliegend daten n fiab 8 
aus einige Hellung au auf die Nachbarſchaft * 
im Weſt und Oſt von Bornu. 
Sees wird verſchieden, von 4 bis 15 Tagereiſen an 
oey beißen. 












bee Mitte bes centralen A li ei 

Bo * ſeit Elterer Beit bi ** * da be 

kannt iſt, bis zu welchem authen enzengen v 

tentheils nur von diefem aus 

es bildet alfo dieſes, gewiffermaßen, ee 

sen Punct in biefem geographiſchen Dunkel, vom 3 

ihm wollen wir baber die etwas werwidelte 

Beginnen und den Gegenſtand ins Licht zu ſetzen 3* 

Der ren oder der Große Strom und bie —*— 
Au⸗ Nachrichten ſtimmen barin überein, daß 

nern von Bornu ein großer Süßmwafferfee“ 

befien Werfeite Birney erbaut if. Die 

viele ſtesmende Waller gießen fih Binein; er if — | 

und heiße Now, daher bas Land umfer Bor: Rom 

Dfiufer wohnen Gögendiener, davon Die 


A 
‚Birnen ift nicht der eigne Name der Stade, found 
es bejeichnet nur hie Daupekabe bes Londes in ber 
nuſprache **), daher fie ebenfalls Bornu 
gamet, einem eingebormen Zürfien von Bormu, iſt ine 
egypten nicht fo groß wie Bornu; um von einem Afew 
der Stade zum andern zu geben, meynt er, brauthe mas 
bie Zeit vom Movgen u um Abend, Der geofe Strom, WW 
im &.D. eine gebe agree von dieſer Stadt 
fließt, ſey der Kamadkun A ämlich der Niger); 
aber in ber —— ) das Appellativ Sms 5 
Otromes überhaupt; und dieſer Name ſteht fon auf 
dens Karte von Afrika. Dagegen N te ein anderer 
ner von Bornu * heiße Tſad +) (Sabdi bei 
oben S. 481, Zad bei Hornemann ++), Aſhabi 
met), und 8Xea. gu gleicher Zeit an wie ber 
— ja er uberſchwemme, non ‚Bornemann Liu 
G©tunden breit, das ganze Land. Er 18 Dagegen ib’ 
Dan je nn hpetieiete Gchanin, —555— 
t e ete 
Ip, auf Mefehl Deo Rinige in ben Etrim gelänt 















Fi 


EF 
. 





Ri. 


)JL. Burckhardt Travels in Nubia. Lond, 1819. 4. 
end. 1. p. 447. *") Hadji Hamet p. 251. *#%) 

es of the o and Bornou Lang. bei Bu 

Trav. P. 491. Burckhardt Trav. App. Al. p. - 

+4) Hörnemann oy, ed. Langles :Vol. I. p. 264.-- 


3 


ar Bun a; 3 Pr 


je, = und durch Diefes 38 a einßt 
zu Mae h Sanıt nanze-Mie Eiaht an Dim Gehe 
ws dieß rn Bamtaraı Nee Ränden 

un! 


m Eisle: „ga, feiner Karte von fat * 
ii Barden el lee aber drfer Rah an Bene 


er, 
and Guban gefrämt, 
teoms komme, — unbefaunt; DR von. Dem 
ber Fluß Sharp in Im ei ein 

in en von as (Ber 
bei Sergen) daß der Otsem diefee Stadt fo groß 
peifche er und . aan 

Lund Steuer päi 


en m Banc im 


im Wi * Kafbna, m * u *5 
ar joreibon Zeipoli pn 
Bas ide er Güldi (elite ” * 

jeften dieſes ae foren 
— din, deſſen En: Mn —— "sad 
: Gnobur (wohl Guber Su Ey) Sam a 
UP: Basen, Meiti ( Ein Batate), 
in; "Rind ee, ki Entferunm 


en hm unbekannt; aber bey Nyffe liege ein gro⸗ 
Ems Er —— von Kimkncit fr 
in biefen See von Nyffe ſich ergieße, fo m unbe: 


iiefe Angaben, welche ans dem Rute eines angefe: 
und’ einfiesvollen Bewohners von Boram 
ber dieſe Gegend felbft bereifet und *5*8 ie 
erflattet hat, ſtimmien volkommen mit —XR 
ten bie ee im Sſten ſammelte überein, und 
f& anbern: glaubwürbigen Berichte ihr RR . 
Sucrchardt hat, nach feinen ſehr —X 
ungen, eine Reiferoute: won Borgo( 
IM von Bornu am Bahr el Ghazel) a fett us 
—8 Case RB.) itgen eilt, aus weicher augen: 


HINEIN 


—— 
ni 


a 





Fed Han P. 251. 9%) Quastexiy Review ı820. May. 





. 4B6 Afrika, Waſſerſyſteme. I Abfchn. 6.22. 


qheinlich hervorgeht, daß bie Reihe Bagferme unb 
oenu im Weſten“) biefes Weges bleiben, mub mi 
egen Norden liegen, wie fie bisher auf allen Kartea 
feilas, frit Rennell und Arrowſmith verzeichnet 
Bornu komme alfo, nah allen andern 
Burdhardts in Afrika, viel weiter im Welten, and 
erade im Süden von Fezzan zu firhen, twas 
Pornemann und Ritchies Berichten Übereinftimmt. 
Auf allen Karten muß alfo erſt diefe — 3 
Aeinung vor enommen werben, nach welcher wir, 
ithies Angabe, bie Hauptſtadt von Bernn etwa 
16 Er. N.Br. und 16 Gr. DO. 2. v. Greenw. fegen. 
nem aber, etwa unter 18 Br. ı2 Min. N. Ur. und 7 
bis 18 Gr. D,8. v. Greenw. **). 

Das Land im Weſten von biefem Bornu iff es 
welches von den Negern ſelbſt (auch (don im Weſt 
Bagherme) bis Zimbuctu, bad Land Sudan **) im 
gentlichen Sinne genannt wird, und baber auch ber 
See bei Nyffe, der Bahar Sudan, d. i. das gro 
Waffer des Sudan, und das fogenaunte Weangbe 
bei Edriſt (ein Name der aber mehrern verfehirbenen 
ländern als Appellativ zukemmt, dreien nach Capt. 
im Süden biefes Bahar Sudans. Defien Lage muß de 
ber ebenfalls weit nach dem Weſten, mit WBorner, verlag 
‘werden }); denn arch Burdhardt konnte nirgends im DfieR 
‘von Bornu ein folhes Wangara +) erfunden, fo wenig Mb: 
fein Vorgänger Browne +r) in Darfur. i J 
+ Diele Thatſachen ſcheinen nun nach dieſem wahren Be 
ſammenhange ber geographiſchen Werbältnifle , Leinen Zuch. 
fel mehr unterworfen u feyn; aber immer bleibt Die Iden 
Kirät bes Niger bei Timbuctu und des Niger bei | 

eoßen Zweifeln unterworfen, und Ritchie fagt —— 
abe V Niemand gefunden, der als Augenzeuge S 
richten Eönnen, daß der Strom der zu Kimbuctu Iſſa Heiß 14 
dDerfelbe fen, welcher den Süfwaflerfee bei Nyffe 
fließe, durch das Reich Kaſhna gehe, wo er Gälbt 
und nachdem er Gano, Bornu, Kanem befpüle, weichen fi 
wärts durch Baghermi gebe und den Shari *33 
wo an aber, von neuen, ein völiges Aufhören von 

ten dee Augenzeugen beginnt. Doc ſey eo allgemeine WM | 
nahme dieß fey ein und berfelbe Strom. Au z 
Ritchie und fein gelehrter Sommentator dafür, bei DER m 

\ 











ä 
1 


no ma 


# 
Mania MIT 


eek 





















re 





u 
» 
n 
| 





CRY 


*) Burckhardt Trav. App. H. p. 487, 488. **) Ritchie a “ 
) nart. Review p. —* he. ©. ara hurdet 3 

sav. p. 450. +) Ebenbaſ. G. 234. tt) Burehharde In , 
p: 486. tt) Browue Travels Appendix J..p. 450, b 


BE Aion Äiren. Arie se MR 
iR dan, 5* anna \ 
et REN durch 

ra I, Seograpden, diefer — dig 


it gebe, als fede dei 
u bie, —— einer felisten Autor ber 


' direete, tung, daß biefes W Ti 
en ju 3 mals REN 
— Se 
— 
vet ——— aus 
— 










jat*), Mai 
ie —33 ober See don 
L 9* zu —— sche 
rifen | n. ja), und bur: a fließe bee 
R —— 30 a les 9 
— je) **". ur J ji 
hm — — ber verfändigflen Mausifi 
i dan — waren. Auf Ya 
m fal — nie Verderken , die 150 biß, ri 
um! Tonnen Waaren tragen; bie Anwohner 
38 bier die beften Schiffer. 
füge vom Nil Abid und dem Ser von 
insbefondere Ali Bey, nad Crfundigungen 
a tigt FD, er giebt ihm eine ſeht große 
A von ber. Quelle des Niger bie am 
Gr. vom W. nah.D, und 20 Gr, 
a ne er, e Peinen Fluß.in den - 
Maäffer * ib deffelben fließen gegen 
in den Bahar las, — ol 
ber von der Größe bes canpifigen gem sol. 
pwernme das Land wie der Mil in ap 
erfheine dann wie ein Meeresarm, Er nehme. feine 
iegen das Sunere Afrika, wo er ein Dieer bilde, 
feinem omdern in Verbindung ſtehe, in welchem 
jerbarken von einer Küfte jur andern 48 Tage fchilfen 
ohne im Stande | feyn das gegenüber liegende Ufer 
bmen, Dieſes Meer verglich ber Araber Buhlal, 
diefe Ausfage hertührt, mit dem Mistelländifhen 
Daß diefe im orientalif gen Styl etwas übertries 
em abgefaßt if, ergiebt ſich indep wohl aus dem erſten 





A fe Mi Ed. ch. * 
zu aa 





D 
. 


458 Hfeifa, Waflerfpfteme. U. Abſchu. 6, as. 


ieſer See ſchei | einig | 
un Bf tig tt ne 
3 Monatreiſe ab *), jenfeit Baedu und Gotto (er fagt 
Er 
er feun ſoll als —F Gee Dibbie. € Kine etumal 
der einen und dann nach der andern Direction, und 
Ba Seafeena, (d. h. Waſſer der Schiffe «eh wo 
Kr Ding m Bayer Suvcn Kin m Sem 
nach Barnes, auch Weiße wohnen, bie 5* 
n 












wie 
Mauren Heiden, Turbane tragen, aber nicht Arabif 
Yen; nad andern Araber follen es die Weiße 
welche fie Neſarrath +) nennen. Auch im Güben bes 
Abid, an den Grenzen von Malli und Lamlamı, geht ie 
Sage, daß bort die verlornen Stämme Israëſls 
folen. Eben da, gegen S. O., follte das Neiternelt 
das die Handelsleute den Mauren und Europäern Wı 
hen, die auf Gätteln reiten (f. oben). Daß au am 
‚von Bornu die Sage von Chrikenwohnungen 
—* wie fo eben, nach einem ganz neuen " 
amets angegeben. Daß fie aber au in Elterer 
um den Bahar Sudan ſchon einheimifch waren, unb 
wir um ber Weißen willen, unter denen man ſich zw 
Laum andere ale die Europäer benken kann, ar same 
Ba Gen feena für den Dcean an der Guineafäfe m 
Balten haben, ergiebt ſich aud aus Ebn Batuta, im 
ange vor der Entbedung jener Küften duch bie 
fen, auf feiner Wanderung im Suban (1550), er u 
Sego nach Mali im Of von Ximbucte ging, im Werft 
Beupefabt bes Reiches, in einem Wirthehaufe bei des 
eißen fein Quartier nahm und dort = Monat Kid 
(abi in alborum hospitio diversatus sum) +f)., ht 
auch im Welten von Kimbuctu wohnten gie feiner Zelt | 
folhe fogenannte Weiße zu Saghar, die zur Gecte ber. 
er Iten (K.) ober zu den Haeretikern Bpadha (B.)T 
ehbrten. “ 
u Eine Ausfage dee Scherif Imhammed, von we 
dem Lucas in Tripoli zuerſt einen Neifebericht, von Vi 


b , K 
Sen Gtrome elle HER), Demrstt, daß biefee MIT AU 


*) M. Park Journ. p.ı68. **) Jackson Acc, of Timbacta 
P. 447. . Murray Histor. Acc. of Discov. II. EM 
”**) Jackson Aoo. a. a. D. p. 450. a Jackson of 
Marocco Rz 297. Tf) Ebn Barata ‚48. +17) Gbenb. ©. 
47 unb bei Burckhardt p. 556, +8 Lusas in Proce« 

s I. p. 1237. ch, VI. 











we. ale in 489 


, weldien ber Sherif, ein angeſehener 

1 sweimal an einer Stelle — 
Ben RE 

i —— ſeht —328 

na niche iten, = 

m nie Kt inne da da ni 

I had müßte man all h 










Be uf (dan, ſowohl vom — 
* a in Nee N 8 
bei —— zu finden (die man Ay beim 

ie lange elnie, bee Bihır Ybe dem Diger 
T HEN m a nl Wulce Demnap Bir 
n egenlauf Dee 5 unterbrochen, 
— Ball den Bahar Sudan er: 
san — 
—E Er mil hen 


und ing —5— u tom: 
⸗ RR Ken nd ie * u fo 
n völlig unbefannt, dal ein oldes —2* dore 
‚gut vorhanden ſeyn könnte, a bag Europäer davon 
ie aber — wetligeWafferbaffin einen 

tönnte es wohl nur der Strom von Waſſenah 
Bad (f. oben &. 481), woflr Sidi Hamets — 


side fprigt ”). 

j Sun biefe Auſicht vom weftlihen Laufe bes Gulbi⸗ 
{ Kafepna , welche nur auf dem einzigen Zeugniß 
mmeb beruht, iſt aber, entge; Ei bie obige 
fluß des Kamabku oder Tſad in den 
von "Bora vom Meften Her, fo wie Sidi Mom 
s *”) ausdrüdlige Weftimmung, ber Mil fließe durch 
17 2 —— — Dften, 4 Xagereifen in 

tftabt von Begarme, wo er faft eine Engl. 

je ee ee ſeht tief; er firöme von ba gen Süpdof. 
te Sherif Imdammebs Strömun, ve Ro tafchna, viel 
ur eine partielle, widerfinnige Wendung des Steom- 
fe die eben barum fo beſonders reißend ſeyn 
und bald darauf feine normale Richtung gegen 
Be dieß gar nichts Seltnes bei Steömen’ilt, wie: 
der en der follte dieſer Strom von Kaſchna ein 
nordöftliher Zufluß des Bahar Sudan feon, fo daß diefer 
genße Binnenfee dann entweder Beinen andern * ge: 










Kr A. en —— ——— Asese. of Timbustu p. 514. *")8i- 





Strom von Waflenah ihnen ein 6* meht 
er, ber Joliba Parks und N euern if, wel 
Kten von jeher unbekannt geblieben, oflmärts NE 
Su je, ſey es zum Congo ober mit Reibarb 
imeameerbufen.. Mit biefer. Annahme bo 
Bye en An cn und Rennelleh 
der Suba eentrales Steppehb, 
fan. Wofferfülle ſich um ben 
Ban een. ee auebreite, und. ba bei 
bald bes flachen Steppenbodens. Nur würde | 
penbeden, famt bem goldreiden Sumpflande 
wicht in Often — zu liegen nen tie 
bisherigen Karten , »fondern in Wellen von. Be 
Kafhına. Auch tärbe es fich nit Gehe meif ge; 
breiten, weil eine Gebirgsfeite, die, Sidi „Hamer 
mußte, „bie, Wafferfcpeibe. zwifchen_ biefer. Kiefe den, 
Sudan. und des Stroms von Waſſenah van m 
KM biefer Keen nicht ſelbſt deffen Auslau 
jeboch Es 13 sog Sidi — Re foräge, 
ar 
‚Hätte der Bahar Sudan aber einen. 3 unbet 
ten, —2 Anlauf, gegen Bornu, fo 
Strome von Kaſchna widerfinnig, gegen DI, mu 
Süden fließen müffen, und die ellgeme ne Sagı 
Maueifgen und aller Mahomedanifpen Handelsten, 
ber Schiffbarkeit vs Jo liba bei Eimbucku,, 
Dil Xrgyptens, wäre noch micht —8 — — 
ſqhon der. Sal, wenn ber Emiffair bes Bahr 


der dann Dieler Bahar Sudan ware, Inden Th 
fü iR 











eines dans erwähnt. 


ær gerade don Pier an der bisherige Viame Folie 
Falbi, ganz vesfohreinbet, nie wieber genannt wird, 
in ganz neuer Name, Tfchadi an die Stelle tritt, 
Fenbar mit dem vermeintlichen füdlihen Ausflug des 

nämlich mit dem Moienzi Enzabdi Kongos (f. 


a HA iden iiſch 
—— — can Wehe 


wäre, bie gebe von 
fellte die al; Igemeine Sage: ber 
; ah: 4 en R —— Gii am, 
‚mit dem eguntens, dur gang A 
wi fie. nur eine — feyn, ine u 
DS ac era an bie Sabo DL pe 
[4 je Kebla, b. 
‚oder Den —— — bin, wie I; 
Augben fagt. Oder follte es nur ein 38 
Items: non Dornu ſeyn, fiber auf den Strom 
Kiqbucku? Dagegen find fehe glanbhafte Zeugniffe 
Pe 
aa) il om 
bes Neger erinnern, wozu noch folgenden. 
Hach dem Arabifgen Manufeript des Sidi Mofammab 
—— erhält ve Bliger im Of ber Stadt 
achte, der Sädfeite zwei fo Kedeusende Zuſtrme 
Boſſte das ganze flache Vangara in 33 
oraſt — 585 follen,. Der eine dieſer Buf 
fid in den Niger 10 Zagereifen (Erfallat) 
met, im Df von.Zimbucts, der andre in Bengen. 
ba an heile bie aanıe Maflermaffe Nil el Kabir 










* * 
. 


492 Afrika, Waſſerſyſteme. IL, Abfchn: 5. ze. 


Die Waflerverbindung zwiſchen dieſem SH dee Meg 
Hei Timbuctu und dem Nil von Gaire wird als unbem 
fele angefehen ) bei allen Mabommebanifchen belsle 
ten bes Sudan; fie fagen der Landtransport auf Gameelt 
ſey wur woßlfeiler und vortheilßafter weil bie * 
berall durch ſehr —— angenehme und besddlkerte 
aften gehe. och wiſſen di ſelbſt nie ED Jä 
mint anzugeben, an welcher Stelle ber große We % 
Mil den großen Oſtarm deſſelben ee, ackſon theilt dar 
fiber folgende Nachrige mit ). laubwäürbige Dämm 
berichteten ihm in Mogobere, baf im Jahr 1780 eine Ge 
ſellſchaft von ı7 Einwohnern von Jinnie am Solibe, Ki 
einem Ganse auf Handelsfpeculation nad Timuetu aut 
Fuße, ihre Waaren mehrmals umfehte und nach einer Bi 
von 24 Monat in Cairo ankam. ie erzäßlten, daß m 
ben Ufern des Nil zwifden Timbuetu bis Cairs an 2000 
Gtädte und Drte mit Fondaques (db. i. Carawan f 
mit Moſcheen und Thürmen lägen, in denen fie fid 
und dba um bes Handels und ber Neugierbe willen umfaßen. 
An drei Stellen fanden fie den Nil, wegen abgeleiteter 66 
näle fo feige, daß fie ihr Boot tragen mußten. (Ob anf 
‚dee Wafferfcheide zwifchen Niger und Mil, nach ber Aus 
füge des Afrikaners in Murzuk) *°*). Sie fanden auf i: 
zer Fahrt drei bedeutende Bataracten; die größten an In 
Weſigrenze von Wangara, mo fie ihr Boot vorkberies 
:gen mußten zum See Merja (ob Baher Suban? Mate 
ziab ?), der fo groß iſt, baß man fein fenfeitiges Ufer niht 
erblidlen kann. Diefe Jinuieneger zogen von Gaire mit der 
soßen Akkabah el Barbie Cd. i. der großen Wellcaravam 
‚aber Barka, Tripoli, Zunis Algier und Angab gu, 
von da mit ber Alta Cd. I. der großen Sudancaravane) nad 
Stane zurid, umb brauchten zu biefem großen Cycius Werl 
ahr und zwei Monat. BE 
Das Hltefle Zeugnif für diefe Identität beider Ril 
finden wie ſchon bei Herobot, dem Water der Erdkunde uni 
Geſchichte, wo er ſagt +), daß ber große Gerom wie 
die Nafamonen im Som der großen Wüfte im Lande 
Schwarzen fanden, aus Libyen an dem Reiche ober, der Etabt 
(zaga 82 zyv ol) vorüber fließe, vom Miebergange 
den Aufgang, weswegen er mit bem Iſter zu vergl 
ſey, indem er Afrika in zwei Hälften theile, wie jener 
ropa. Schon su feiner Seit batte der Ammonifche Eteah, 
ber ihm diefe Nachricht mittheilte, bie Hypotheſe, bag biefe 









*) Jackson Acc. p. 360. **) Jackson Acc. of Marocco p 
313, ##*) Horneman bei Langles p. 293. +) Herodatu 
Histor. Ed. Reiz. T.I. L, 2, c. 32, p. 248. 


ee ir andren Saden, aſten. Pr mg Aez 
— — en 


mit, was er —* in 
des en mit dem Bekannten zu fogen 


Bemerkungen wollen, wie 
etwa zu der — 


Ban oe — 





ma flo äftie. ein ſtimmig * A je 6 


— en übe — ne 
—— 
fr ee 60 Saar al Län = 
Hi Breite * 


e drei Ba F el — NE a ihnen) 5* 
= ') Ungara, erkenne —— 
Ueberfchwemmung na Men gen amd ber Mil im 


— fi — alle die, welche 
‚das der geben haben, bahin, gras 
fo wie das Wa en nimmt, unb jeder -fammelt Golb 
Reiner arbeitet vergebens nach Edriſt, denn dieß Rand 
Adreich, und nicht nur berühmt wegen der Menge, a 
* megen * Qualität feines Goldes. Daher seit 
—— Belab el Tibbar oder Zebr, 
bland. allein fagt, daß an der ae Sm: 
bie große Menge bes Goldes ſich finde, 
ehe mwahrfcheintip if, da der Goldfand Geisha) *. 
ben Niger, —— von den kleinern Gebirgsfirämen 
füdligen Kon, gebirge dahin geführt werden wird, Im 
—— 3 ennell große Senke Mittels 
5* of Noch Afrike) }}). Na: * obii “a 
Be goldteiche er an ı0 Kängengt, 
— » Meilen weiter im Meften, als. es Auf Ren 
Afrika — Hr — des De en ya 
apt. Lyon +4+F) erfundete 
—* drei BIstAIrBenE Wangaras (d. h. Sumpf: 
ain gebe 


Eure 


Be 


en 





) Leo Afric. 1, VIL fol. a5. **) Hornemann Voy. ed. 


Lane 7 —5 168. ee of Timb, ne 
ja 


DJ. Renaell 8 Fk Taer.A a. 
p 31. Lyon —8 
* — ge — 


“ 
D 


494 Afrika, Wafferfofteme. H. Abſchn. $. ee: 


a. Kaſchna, oder, wie Rennell richtiger meint, 
fina *), ſoll einſt viel wichtiger geweſen ſeyn als ein 
das morbiwärts bis Fetjan reichte, fühwärts zum Niger, 
mwärts bis Zamfar.. An Einfluß Bat es verloren feitden 
Borna mächtiger geworben ift, boch follten nad GE 
Imhammed no an 1000 Drte barin liegen. Gegenwärti 
it es eine Provinz ber mägtign ellata schatten, 
die Hauptſtadt gerjtört ***). on Fezzan 
waßrfcheinlig vor Groberung bucch die Fellamm, | 08 

Imäßige Süravanen nach Kaſchna ausgeräftet; fie 
Eher gabe +), Fliegen won deſſen fandigem, fleinigem 










in einen tiefer liegenden Sanbboden hinab, am Sim Zu 


in ein liebliches Land voll Thäler, Hügel, Heerben. - 
7 Tagen erreichten fie Kaſchna, die Hauptflabt bes 
und gewöhnlich die Refidenz des Sultans, ber im ewi 


Sinne ang Sultan von Sudan 77) betitelt — 


Name der bei den dort Eingebornen aber eigentlich Aa fues 
d. i. Land der Schwarzen beißt. Kaſchna fell 5 Tag 
im Norden des großen Stromes liegen. Der Ork tueil 
Handel, als Münze gelten Bier die Cowries, bie 21. 
welche bie Araber Houeddah nennen, bie Neger aber 
Marktpreife find Bier: 90500 Städ gelten ein Mitkal von 
eyyan, db. i. 10 Shill. 3 Pence Stel. Die Sprade We 
inmohner von Kaſchna iſt verfehieben von ber in 
wie fihd aus Sherif Imhammeds mitgerheilten 3a 













viele Affen und Dapageyen feyn, im Bornu aber "05 
Kaſchna fehe man als bie weſtlichſte Grenze an bis-gm 
er die Cameelzucht gedeihe und bie Trauben 






5 bieß feine Richtigkeit hat ift zweifelhaft, vielleicht h4 


damit nur die Cameelzucht im Gudan gemeint, benn 
Maghreb iſt fie bekanntlich ſehr bedeutend. Die neue 
Be natur wiffen nichts von Kaſchna im fagen. BA 





am großen See bei Kaſchna fo Hs erusut ung | 


Rorben feun +++), Ver 1803 in Kaſchna als Marabat 
lebte; er war fiber Tripoli und en bis dahin vos 


derungen. 
3. Bornu. Die genauere Lage bieſes Meiches han 


eng: d R im Obi 
—2 ar dr ver Keabiipen Brogtaphen FA 








*) Rennel bei M. Park Trav. yP,LIX Lacas in Pro 


u. 
fleme beider ergiebt. Er berichtet noch, in ae one a 


caddings 1. p. 127. Hornemann Voy. ed. Langles. Vol.\. 


284. *°*) Burckhardt Trav. App. p «86. Kr — 


—— OF the Afric. Asıoc. T.T; c P- 165. 
AG: 49 Qumterly Review "Ritchie. : ay 1820. 


? 


Murray Hist, Acc, of Discov, Vol, L: pi up“; 


ET TE zea 


TE u ſeyn. Leo Afr, 
Br: au Xag & da sa rat 


jean ar u 'von m 3 fe ab, das 
ut Big von den Kibbos einem 
=. Um feinen ei —— Nach bardoltern über: 
hatte fig der König vom Bene u 2eo’s 
—— — — 
ferde in Bernu waren, fondern damale erft 
aus ber nördlichen Barbarei einge 
Su jedes Pferd zahlte er 15 bis ao La Ei 
er 


erhielt, So fau 
ME Mr König — —— Ania 
. er ie — Sultan des Sudan lernte ihn 


bie "benachbarten Staaten von 

in er Ani kkanım), ofau, Moro, Moffe, 
\ jahlten ihm Zeibut. Daher more 
est mhsmmer "*) fogen, €8 würden 50 
ornu al Su fo sit als Völker 

* Doch wären alle von demſelden Schlage, ganz 

. Ge werden als —5— wilder, unwiſſender gefchils 
als oh. zur Arbeit. Die Vornebmen en 

je von Kupfer finde fi in Heinen GStüt: 
Behr vote aller Handel mit gewognem Kupfer 
jußer biefen einprimifchen Negern oder Aborigi: 
mi eben aber auch viele en in Borna die nur 
« umd von weit fchönerm Schlage als die 

Be ind; unter ihnen zeignen fi die Stämme 

E Be pre und Khoyem aus, die beide aus Arabien ein: 







dert und in ber Arabifchen Ge hichte berühmt find. 
HER 8 ſollen Sheriffe m: db. B. aus bem 
Propheten flaımmen. sc biefen ſind diele 
— verbunden, d. b. Neger mit Aras 
Seh: ‚bie Nomadenmwirthfrpaft treiben. ° Nah der 
—* ni lee fe dort, mit Gelaubniß des Sultans, 
nen Zribut, bie Heerben zu weiben, ihre 
auf, A [! von ihren Kühen, Gamerlen, Shafn 
he — als 9 — a 5 
mm der Gellata, welcher gegenwärt ie 

jemale im Lande N (f. oben ©. Key . a 
fes Verhäi der Eingebörnen findet hier über 
— auch in * an Boinu unterworfenen Nachbarlän⸗ 


"ln ak Leo Afie. 1, ol, 256, '%) Homemann Vor. ed. 
DEN * — V. I..p. 185. 
u Fein 206 m» Bürckhunde 4 .D 


2xarrte YiorDafriras. WIE 
zen vermiſchen fidh immerfort den Arabii 
und nehmen deren nomabifpe Lebensmweife an, abeı 
zathet ein Bebuine, auch. ber geringfle nicht, i 
ber. heidnifhen —85 em 
ornu nennen bie 





Sudan, Bahr el Ghazel. = 497, 
je fe aufkochen und meithin das Landı 
fe von Sifchgräten überbeden. 
inte Eruptionsphänomen im tem vom Afrika 
mie Wafler: und Fifhansmürfe der Vulcane 
bie wit dur Al. v. Humboldt näher kennen ges 
)., Biele kleine Infeln find im Ger, deflen 
n fehen tan. Zwiſchen ihm und. dem 
is fehr bober Berg a von deffen Gipfel 
Ausficht hat. iefer Quolla nimmt 
m der Marabuten in Afbanti, 12 Kar 
DR Sees den Sharifluß auf, flieht dann, 
Ami (Bagherme bei Bromne) nach Wa: 
bai bei Hornemann), nah Sennaar. Dieß iſt 
ige Beffätigung der Ibentität bes 
aolla £d. i. der öflihe' Niger, Nil el Kabir, oder Nil 
Mb) mit dem Nil Xeapptens, nach den. überein 
nenden Berichterflattern in Gumaffie an Bow dich, 
Baal ie, in Cairo und inNubien an 
ar Krebs ‚ 










Die Bänber bes öfligen Sudan am Lfhabi: 
tom und am Sparifluß; Bahrel Ghayal; die 
Reihe Kataku, Bagberme, Borgu oder 
" R Dar Saley. 


Die Verfolgung des Grofen Gtromes von Bornn, be, 
Mbadi (Babe Djad hei WurdHardt) ober Mole, führe 
im der Darftellung der ihm anliegenden Landfchafien 
k dem jornm öflih anliegenden. Bahr el Ghazal, 
#3 den iebieten von Ratalu, Kanem, Bagherme 

org, welde früherbin dem Namen nach wohl auf’ 
bekannt waren, aber erfi buch Ritiee und Burds. 
BES genauer verglichen Angaben, als Slide Na 
länder von Botnu, in der Erböunde des centralen Aftika 
re Steflung erhalten haben, wobuzch dieſe in aller⸗ 
ler Zeit einen fehe wichtigen Bortfepeitt gethan Kat. 

Der Bahr Djab*"), fügt, mit obigem volltommen 
mmimenb, das Stinerarlum- bei Burdhardt von Sep 
b Dörgw, ober der Große Strom, fließe gegen 
a, d. i. gegen Mekka gu, -olfo augen Dften, und 

n Bahr Shary auf, der von N. W. nah S. O. 
"ber Verbefferung im Quarter]. Aeview. p. 235) ges 
m Baghermi flrömt; feine Quelle, woher er kommt, iſt 
Wekannt. - Bon der Grenze Bornu's bis zucn Bahr Shary 
1b 15 Eleine Tagereiſen (libereinflimmend mit ‚obigen ı= 















©) Jonrnal de Physique. LXI. p.243, #*) Burchbards Trar. 
L a L. 2-47 si ' 





498 Afeila, Waſſerſoſteme. IL. Abſchu. 6. ee. 


won Beni). Diefer Mae Charm, firkie 
dem Lande Katakou im We um 
Bahr el Ghazal im Often; er LM —E * 
dene Zuflüffe und ſteht auf eine uns mo 

liche Weife mit ben Gern Couga ober tere hal 
bindung, welde man feäber e das de. ve dert 
firömenden Waflers, nad den neueflen Berichten **), 
für deſſen Ausfluß felbi zu beiten — Den Fit 
lernte Hormemann als eine waflerr 

von 4 bis 8 Tagereiſen im Umfange, je nachdem die 
zeit iſt; denn u ur Regenzeit wie er dreimal nel ge 
teodnen Zeit aber läßt er ein fehr —— 
Cultur ũbrig ꝰ). Dieſe Verſchiebe 

dehnungen nach den verſchiedenen J ——— 
öfter ſtatt finden, indem da, wo ſonſt nur «in 
bald ein großer Strom ed), ein —— ( 


abi) 
ea, Darfula), «ein See (Babar), ein *25* 
meer Be und dann nach dem +1 
wieder ein Sumpf, und zulegt eine über Belapreibum 
fruchtbare Niederung mit Marſchland erfcheint, f wie bie 
feise ven den m eigenthämtiche Be ung der 
enfien Woflerformen mit dem weinen Austrude Bahar, 
and a wieder die Eigenheit der Bewohner bes Ge 
dans, demfelben Strome verfchicbene Remen un En 
wie dieß fih am Nigerfirome fo auffallend 
von jeher die Hydrographie biefes Sudans febr her 
gemacht and fie bis heute in Verwirrung erhalten. 

Der früßer fogenannte Strom Bahr eu © —* 
oder, mie ihn ſchon d'Andille nennt, Wadi ei Ghalei, Bak 
el Gäzalle bei Brown und nn », if uam 
unbezweifelt berfelbe 8 wie der Shary, aber . 4 
nom Burckhardt gegen üben, wo er durch A 
auch Diyr genannt wird, was in der Aeghp Gen Aus 
ſprache Gyr Fr) Heißt, fo iſt er wohl 48 au idek 
sifch mit dem Gir des Ptolemäus, ben biefer zwiſchen fel 
nem Niger Rigritiens und dem MH Nenpptene‘ am Nub⸗ 
Palus, der im Often bes Nigrites Palus liegt, auffähek 
Den 7 em Waflergebiete bes ſüdlichen Shary (alfo, 

Einfluß in den großen Strom) im Lande Bor 
en, in der Regenzeit, zwei Monat d 















72 Homeman ed. Langl. p. 251. —— Trav. App. 7 
*+) Quarterly Review & a. Re —— e* 
nennen 


Denen YY- pr lan l. p. 169. Vor. ed 
Fe I. 9,27 +) —E Review a. a. N 
+ttt) —2 Trav. App. pP: 464. Hit) Burı 


bad dend, 





tsotäm On — —— m 


e gefallen fo — immer noch tiefe 
Stelen das 
—F Als fi eine’grofe Ba von Ge 
ppopo 


mb 
fol ft au der Bade ei —R 
bloß ei 
se un Ze * 


be mas , dB. ahne . 
"zn —— rt ir an *8 
Darı Katatu **) che jet in Ri 
der Weflfeite des © ‚ welches Fibut zahle 
Iäptige Rönigreiy Borus; eine Stadt, über welge 


der Weg: weilwärts a Bornu 3“ 
, 4 Xagerrifen vom Su Say, Fr von 
— 8* ad — — 


e' Bedninens 
u —— —— te 337 von 
Siamm Beni Haffem. 
den Gaweiien!s von hs cd. 1. von En * aus 
es ne aus dem Hedſhao befı die 
mnaarjurnd Darfur fommen, weh im — ihres 
m Almoſen ein zuſammein von ben Stammeseber⸗ 
% Sie ie baden Her —X pe and uäßıen fie 
n Heben, iHen, emeeim "mit denen 
dem ER der —X wie —— Srammenge 
den Nilthalern, fo bier in die mgen dee 
Be und der jung auffproffenden Grafung 
ie it ng jiere wieder fett mache. 
him ipee — etwa alle 5 
Keinen, m Pferden, Selaven, Gene 
den um von Bornu. Gie vermifhen Ay 
sofnern von BDornu, Bagherme und Ber: 
find Pan, men; Einige haben gweifgneidige Ede 
Iuppenfüraffe (coats of ne), te nee ai er [3 
üben bezahle wird. Sie wohnen in Sarım (Iah (Ishash 
a BT en m Anm Is 
vs tele und ei ei e en 
Set —* HR Blnszape, Div Died cars Mannes 


ad. wg, u Qleches Acc. of a 
Auajı — m yo u 


Jia 





500. Afrika, Waſſerſyſteme. IL: Abfchu. 6. 28. 
gilt für "den Ginheimifchen eine Gäßne von 100 Alten; 





der Fremde aber muß das Doppelte zahlen. Mur 
unter ihnen lefen oder ſchreiben, d. h. Hub Fakys; wr 
biefe Ehre, bie bier fehr Hoch gehalten , 
muß in bie Arabiſchen Schulen eintreten bie in 
Kataku und Borgu fi befinden. Handel treiben fie nick, 
auch ziehen Hier Beine Caravanın. Sie tauſchen nur fi 
ihre Heerben im Lande Wagherme bie blau: und vethge 
fieeiften Baummollengeuge ein, die bort gewebt werben, und 
einen eh Handelsartitel ausmachen. Cine 
Scladin Hat bei ihnen den Preis von 10 Stͤck 
Eiephantenzähne, ie fie nicht gu- brauchen wiflen, follen If’ 
iänen in Haufen liegen. Die wenigen Meifenden, bie fir 
durchkommen, find mußamedanife. Megerpilger *) bie von 
Horde gu Dorbe vorwärts bis Borgu gu kommen 
am von ba bie Garavane.ber Handelslente zu treffen, de 
aber Docben, er. ns Ich Pr 
- Bahre azal* nt ‚kein eigenes 
auszumachen, wird aber Auf art von * 
men bewohnt, bie ſich aus as perfareiben e und 
ri Raehuun 2 als ihren Ahn —* 
De in ſechs Stämme, davon bie ana um einen 
ßwaſſerſee (Bahr ma halu) wohnen, welcher ad 
Dababe beißt, a Tagereiſen lang, halb fo breit it, ud 
an feinem Rorbufer 3 bis 4 Tagereifen weit, heidniſche 0 
ger gu Anwohnern dat, bie in 4 Stämme vertheilt, 
dig von jenen Bebuinen überfallen und als Stlaven al ; 
die Märkte ensfüpet — ji ’ ion entfent 
©; agberme***) Liege is ere 
vom Bahr el Ghazal, zwifcpen Katatı im Lager und Dasfat 
im DR. Es iſt kürzlih von Sabun, dem RE 5 
4 



















Borgu, erobert worden. Die Einwohner find mer 
männer, baden aber i ipre eigene Sprache, und geil 
ee „ihre Baummollenwebereien und —— 52 
ärben mit einer einheimiſchen Pflanze, die nn 
—* nit it, ihre Zeuge blau; bie Farbe fo 
eyn als ber ndigo welder über Aegypten —— 
en Nili, melden au biefes Pigment a 
nbdien. da 
Den em IK Sudan verfe e mit 
urn Ben * gu pri und 1 sefeben fee dert 
2 t ausmachen; zu dem abe. 
Me Fakys innerhalb. Ye a bis 3 Jahre einmal eine greße- 








#) Burckhurd: Trav.p.480. ) a. a. O. S. 479. ——— 
Iyt r. ‚App: I, 8.479. Hoxneman vor. ed, Laanglis. 
T. I, p. 161, 


BEIN Eve ll. 


we 20 bis as Tagereiſen RR Dis: au 
um dort ihre Waaren aby 
ha mit gewaffneter Hand ihren. 


‚er heibnifchen Neger erkämpfem. ı 
ge murben viele nam * 
une Kind fübmärts nad... 
—— A mebrere anflebelten und vom 323 
„andere in ihre Heimath — —— find; 
e. Bagerme gig von Bornu.  Dirfe | 
Under folen Gilberminen.*) haben, die ba der großem 
Afrikas an diefenm Metalle befonders merkwärdig 
— vom Baghermi follen in Haufern mit 
2* wohnen **); —— machen ſie ein Cuicuwen 
es eanttalen Afrikas aus. 
| Dorgu oder Dar Saley, auch Wadsi* ‚se 
Diefes Bisher faft gar nicht bekannt geroefene 
nach Bornu und Darfur; zum wichtigfte 
des öj Sudans geworden, auch liege es De 
Bi füdwärte. Dar Syaleyb (Selen), 
— it der einheimiſche Name bei dem Eii 
fon Seegen bei feinen linguiftifpen — 
em > in Eaito kennen lernte. Bergu oder —RX 
Name, den ihm die feindlich ara er 
vom ib Warfare und Cordofan 5 baher fehon zonne 
*5 ehe —8 a (Fin Mann 
ara elte. Den’ Ramm 
Babei, rrhält. daffeibe Land, bei di von dep: 


In 





1 Bande a a en ©. — Ph Bechte Pa 
1.:0.009e Hi) ——— A Bromme 
«u D. p. 464. Httt) B 6; Tr. php. : 


sog Afrika, Waſſerſyſteme. HL Abſchu. $. 22. 


| gern Rayeigten Über biefee Eanb weiches 
ben 2 etigen —8 der —* die Pr eh 
Sannte Güdoflede bes Sudan iſt, erhielten wir theil⸗ 
a Reife von Wabat —— * 
und von ba. Über Moram (1i0 
I Eeipelis theils durch Burckhardts in Gele von % 
— 
ande ⸗ 

t, b der aber größtentfei den 
* ibbsberuinen if, weine — ⏑ ———— Io 
- erh unter der Regierung des Königs Abdel⸗Ketich 
der lange Zeit das Land beherrſchte, ift Dar Saley 
ter geworden, denn er eroberte Bagberme, ſammelte ib ein 
großes Heer aus Degern, erbceutete einen grlen 

5 o0leusin den 














unb erwarb ſich als Almofenfpender bei den 
Namen Sabun el Fakir (d. 5. des Armen Geife) une 
welchem er allgemein im Sudan betannı il. Sam 
fein Sohn Jouſef im Regimente, welcher Deu. 
Sultan von Wara (von ber Hauptſtadt) ober Jaſher 
(fe beißt der offene Aubdienzplag) führt, und a: 
eherrſcht, deſſen Oberhäupter ihm anar Tribnt zu 
daben, aber nach Gelegenheit ihn auch verweigern. 
Kerim warb vom König von Bornu au einem Feldeng⸗ * 
gen Bagherme aufgefordert, zur Beſtrafung deſen 
nigs, der, gegen das Gebot des Koran, feine eigue 
fee geheirachet hatte. Abdel⸗Kerim eraberte gamı 
erme, aber behielt das Land für fick, entführte deu gun 
Gilberfepag auf aoo Gameelen na Ware, und ef 
einen großen Theil der dort Anfäfligen, als Glenn. 
sad Dar * austreiben. Doch machte gegen vr Im 
erechtigkeit der Divan feiner Ulemmas wirtfame Becheb 
ungen, Dennoch warb er wegen feiner Gerechtigkeit 
griefen. Der Bey von Tripoli T) trat in Werbinbung 
am und machte ihm ein Geſchenk mit Ferergewehe 
anonen, bie früher bzi ihm unbekannt 
Hauptmacht beftebt in Capallerie, die Pferde finb 
die Reiter tragen Schuppenkuͤraſſe. Der Bebui 
. in Dar Galey werden 193 genannt, son denen viele 
feuchtbaren Lande Aderbauer gemorden find, Bon 
dueten des Lanbes werden manche im Abeigen un 
enannt; fo, in den Wäldern oflwärts, unter Dem 
äumen IF): Nebel, Erdeyb ber die Zama 
























— 





*) Sidi Mouea bei Ritchie, p. 258. **) Bunekhardı Irer. 
App. II. p. 8 “*) Burskharde a. a. D. p,.480. Sidi 
oa .b. Ri e Pa +) Burokhardı 0.0.0, B.4: 
+) Send. ©. 481, . nr 


Bir: —* Waren, -Bees. . Zu 


baum, ber dort fehu gemein ifl, der Kom 
533 "90 ‚Honig en PETER ipig, 
— füge Feucht x h * 
— su Beinen Taãfelchen 
cd bie, Pilger ihre Gebete fcpreis 
en der Beibnifcpen —** durch 
PER, — ft der Butter 

9 ba -Ueberfluß an 
Fi in — efut, Fertit und Gr 
Dar Saley find Elephanten, MRhinoce 
Se opotamen und Gitaffen (vergl. oben ©. 
e — milde. Boffalheerden in Menge, 
buDde Finke Shi *5 rn grig — 
ter ala em e 
ig und ne Gebirgspiege Taytal, recht janb: 


03 "Wara iR die Refdeng, Kauka *) ik aber einer ber 

'‚ ‚im welchem die gelehrten Schulen find. Die 

—— in Saley, wie in den Rändern öftlich davon, 

die Öliche ———6 

——— Dag alle andern, ge, und 

—— die Magbreby: oder Kenzesge 

m haben, welde in mehren Buch ſtaben 

ichen abweicht, mas nach eine neue 
2 Fehr wichtige Bemerkung if, 

Die Herien von Borga treiben als Hauptgefhäft den 
55 ) gegen Sehe en 1 Sup er 
— ı5 von Borgu dos gegen Süi 1” 

en, Die —— biefer Heibenländer werden 

ulla, Be Biere 5 (Yars: yam, 
> f stem & 397), 9 Ua) als das entfernte 
ige —8 ribüt an Borgu in Scia— 
um N —— A zo ne — I R den 
) aber barum bo ni eſichert ge) 
* Men die Slaven — in ehe, 
ih an bie Moslems von Borgu, melde zum Ein 
Su Kributs ir jenen Gegenden flationirt find. 
fehlen der Pa Verbrechen, und für 
Aug Jurt N diefe Ri ige große * chhaber find, 
bie Ung! en in ee elaverei, Mit einer ei: 
Kette —* [re als, werden fie, in langen Reihen 
‘20 bis 30 am einander gefeflelt, bis Borgu transpontikt, 
und von ba auf bie Märkte von Feuan, Tripoli, Augila, 
Cairo und Dberägppten geführt, Viele von ihnen, ja wohl 













#) Burckhardt a, a. ©. p« 481, **) Burckhardt p. 486. 


DE 
1 


.504 Afrika, Waſſerſyſteme. IL Abſchu. $. oe. 


die mehrſten werben bald Mosiemin mb arbeiten in Kupfer, 
Leder und machen Töpfergefchirr. ar 
Unm den Bortheil diefes Selavenhandels, ber befonbers 
die Bewohner won Fezzan ſehr berei ‚ aus ber 
Dand su genießen, haben die Einwohner der Dafe Augile 
ganz kürzlich erft (18121 bis 1814), eine Entbediungsrife 
mehrmals wiederholt, und fich den birecten Weg Ju 
Borgu, in Caravänen, gebabnt; ein merkwürdiger 
bes Fortſchritts ſelbſt der Volker bes centralen Afriken 
Bon Fezzan aus werben von dem bortigen Bey jelape Ode 
venfagden, tiber Bornu gehend, regelmäfig angefkellt, wie 
RG aus Ritchies Leben **) ergiebt, ber mit einer felgen 
Erpedition von Murzuk na Bornu gu geben im 
war. Durch diefen Gommers, bee fich im Norden bes 
Ban mehr belebt Hat, ſeitdem auf befien Südſeite die Rage 
frage nach Sclaven feit ber "Aufhebung bdiefes A 
Bandels abgenommen dat, it uns bie wichtige N | 
über bie Route von Dar Saley na Fezzan zus 
welche Burdbarde *"*) mitgetheilt bat. Gie geht 
das Land der Tibbos, wovon unten die Rede ſehn wid. 
Es feine daß jene äftlichfte Gegend bis zu welcher bis: jeht 
noch kein Europäer, wohl aber Ebn Batuta fıpen im 
14. Jahrhundert zu Waflee auf dem Großen Nil el Se 
bir, ven. Zimbuctu aus vordrang, bie er Burdame!?) 
(Berdamma 5 B.) nennt, diefes Burgm ober au Bagher 
me war bewohnt vom Stamm ber Berbern (f. unten), une 
deren Schutz dort, wie ned heute, bie Caravanen reiſeten. | 
trat im Ort Tekedda (Tekda oder Nekda b. B.) ab, ber vos |) 
rothen Steinen erbaut war, beffen Wafler über Kupferaden 
Saufen und davon einen bittern Geſchmack erlangen (bafe 
Bahrel Ahmar genannt) follte. Die Einwohner lebten nz! 
vom Handel mit Aegypten, brachten dahin Schaven um ' 
Kupfer, davon fie eine große Menge befaßen. eben bet : 
Stadt geuben fie das Kupfererſ aus ber Erde, wm. 
m ten_es in lange Platten; die größte Menge diefs 
etalis führten fie in die Länder der Neger ein. Der Euk 
kan des Landes, ber Ebn Batuta ehrenvoll aufnafe ua 
beſchenkte, war ein Berber von Nation. Auch heutt 
"zeichnet fich diefe ganze Gegend bis zu ben Kupferminet 
FerccH an den Monbdbergen — 3 
aus. Von da nahm dieſer gelehrte Pilger ſeinen 
nah Sedſhelmeſſa, gegen M. W. über die Daſe Iuet 
(Tewät b. K.), welche er 70 Zagereifen entfernt von Ze 


WW 
X 





#) Burckhardt a. & D. p. 490. **) Quarterly Revier. 
0. D. p. 228. ***) Burckhardt a. a. D. p. 488. 7). Eba 
 Batuta b. Koseg. p. 4y. ı}) Browne Trav, App. p. 47% 


ESuldan/ Borg: "508 


Die Weg, don Wapdai nah Murgutibe 
Fe Moufa’s neuefterm Berichte *) 45 Tage: 
Fa mehr mordwärtd; mach Burdhardes 
J icht man in allem 59 Tagreiſen; mit den 
aber gewöhnlich 60 dis 70 Tage auf der 
|: 08 die Entfernung von Borgu nach 
‚ Hl nicht bekannt geworben. \ 
n Den wird Dar Saley von Dar:$ur be 
Saley und Fur find Nachbarſtaaten, die in ums 
ee liegen, wodurch bie Communication des 
vie Nubien, ober des Weſten und Often, führer: 
Bon Ril, einem Hauptorte in Dat: Fur, 
ea **") in’ Dar Galey, gab Bromne die Eiitfer: 
ie er fie in Robbe erfuht, auf 054 Tagereifen an, 
et erften'g nodp auf dem Gebiet von Darfur bis 
dintiefem, Nah Burkhardt +) if bie Zahl der 
m, darliber er —* Borgu wand — m: 
Hgegengefehter Richtung die Notiz erhielt, 13 
—— —— Weg ber — Gebirg: 
', wird wegen der Räuber wenig befuchtz "der 
Weg führt erft mehrere Tage an brei Kleinen 
rüber, und dann 15 Tage durch eine unbewohnte 
5 jur Grenze von Dar:Fur. Diefen Weg kann 
raue nah der Megenzeit wählen, weil ſonſt bie 
th zw groß ifl, Anden Grenzen beider Staaten 
n am Eingange dieſer Wüſtenei immer‘ Wachen, 
e Pilger und Garavanen die ſich dort fehen Laffen, 
ben, und ihnen jedesmal Pferde und Waffen weg: 
Das erfte Gebiet von Dar Fur, das man hier 
ib Taayfhe, und von da nach der Hauptflade 
ind 5 Zagereifen. ? 


rung 4. Die öflliden Verbinbungsglie: 

(den dem Wafferfyftem des Niger: und 

ms: der Batta, Bahar Miffelad, Dar: 

Bahar:Kulla, oder die walbige Sumpf: 

ion, und der te sum Nilel 
ab, 


dem wie ‚Hier zum erftenmale, für bie — 
den Verſuch gemacht in ber ganzen Breite 
salen Afcikas, „vom äußerften. Weften bis zum ds: 
Men, fo weit nur immer die litterarifchen Quellen 
Einhrimifchen und Fremden in alter und, neuer 
Mensa p. 251. _**) Burckhardt Trav. App. II. p. 
:'maey Hröwne Trav. App. p. 465 4) Burckharde 
D. p- 481 er 


⸗ 


506 Afrika, Waſſerſyſteme. IL Abſchu. 6. oe. 


Belt reichten, bie Ufer bes Großen Stroms. bes Gr 
dan unb die wenig befaunten Beflade feiner Geen, 
famt dem dortigen Natur: und Wöllericeben und dem Ent 
willungsgange bee Entbedungen, in ihrem wollen Zuſam 
menbange zu betrachten, und durch bie im fo weit gewew 
nenen Kefültate, die Hiſtorie biefes Erdtheils umb feine 
Bewohner in ein helleres Licht zu fehen, als bieß biske 
gefhehen konnte, fo bleibt uns nur noch weniges Bype 
etiſche Über den 5fflichſten Theil biefes Kubregem 
(gen Syſtems bes fogenaunten Nigerſtromes zu bemen 
£ ® 


Unflteitig würde Dar Saley ober Borgu das Lanb fan 





t 

phi 
ken 
von welchem aus zunädfk bie Er BR Ident 


des Niger und Nil Arapptene tigt ober wider 
legt werben Bönnte; aber bis jept iſt noch kein Eurepler 
dahin vorgedrungen. Diefe im Maghreb und am Jolibe 
allgemein im Obigen ſchon angeführte Behaup , wu 
auch hier im Oſten burch einzelne Ausfagen be Der 
Broße Strom von Bornu und Baghermi, flieht au, 
nachdem er den Sharifluß aufgenommen Bat, neh 
weiter oſtwärts fort durch das eich des Gultan von Ges 
ley. Dort Heiße der Große Strom nicht mehr weder Ai 
ee, Gulbi, Tſhad noch Nil, fondern Basta ). Gibi 
oufa weiß nit wohin er jenfeit fließt, aber, fagt er, 
ee babe immer dafür gehalten, er flröme in den Ril Je— 
gyptens ein, auf ihm find Schiffe, aber keine gro 
Bis hieher flimmen alle Berichte, bie wie bisher ner 
lichen geben, im Wefentligen überein; von Bier an, gegen 
Sübo von Dar Saley, folgt aber eine Terra incognita 
bis zu dem großen Weſtarm bes Seaoptifgen Nilkroms, 
der unter dem Namen bes Bahr el Abiab, oder des 
Weißen Gtroms (nah Jackſon richtiger Nil Abid, bi. 
Stream der Neger), von Nubien und Dabef aus, und 
durch Bruce und Brown bis dahin wo er in Gennasr 
eintritt, näher befannt geworden. it (f. unten Rilizem). 
Die Entfernung beider kann in des Breite dieſer Terz in- 
cognita nicht viel Über So geogr. Meilen "*) betragen. 
Beides follen Ströme erſter Größen feyn. Wie follten 
leihen fich bier etwa ausweichen, und einander vor 
 eiktömen? kaum etwas anders, als ein Zufammeın 
fluß iſt Hier denkbar, und kein Faetum ſteht biefer Ans 
nahme abfolut entgegen , für welches fo viele Zeugulfe 
fragen. Die Urſache, warım wir von biefer Verbindung 
gar keine Nachricht Haben mag feyn, weil kein BReifenber 


*) Sidi Mousa b. Ritchie p, 335. **) Quarterly Review 
a. a. D. p. 236. on .. 












2.2 
nd biefe Brsenben feinen a — Au⸗ 
29 Brenu 83 m an 23 2 eine 

Aefen 


—— 
5 D 
gern en he Pils und 


N 


in) 


Mu 
s 


* 
Er 


BSsasr 

I 2. 
—A s0z 
Ir Int 
— 





ar 


fe tiger Einwurf Korn das 
* Eee Em ER Ber he ei — 
u af ai in) 
iefer Bahe Miffelap grade die entgegengefehte © 
ng haben fallte als —E 
np allen en usfagen 9 muß. 
weitens fo 3 einer 
m — Nom —X us fehe 


Re 
R en, a nwär nat oxl ehe ber 
— ©.®., weil er —— Beptunärte a! 





*) Beoyne Trav. App. ip - Rennsll Mem. b. Horne- 
zaun Vay, ed, er ly Re- 
—— er ) Quaruerly Re, 


—— 


508 Afcife, Waſſerſyſteme. II. Abſchn. $. aa. 


dehnt ober baumartig verzweigt, wie bieß Öfter auch ſchen 
tolemäus bei feinen Strömen des Guban et 
aben ſcheint, unb die Araber die Quelle bes Rils o (cn 
Ende zw nennen pflegen, ftatt bes Anfangs. Diem - 
würde ber Miffelad, ‚den Browne iu DarsRAulio me 
aus Hörenfagen anführt, eine, gerabe feiner Angabe nah, 
entgegengefehten Gtrömung , alfo gegen &.D. haben, ud 
‚bie Mbtasung, die Senkung des dortigen. Bodens wärde 
nicht gegen den innern Sudan, fondern  allerbings gerabe 
gegen den oberen Nil el Abiab gegen Sennaar 505 
use 
bortigen 





fegn. Drittens, fo ift dieß merkwürdig, daß 
: Barbe während feiner genauen Jorfegungen in ben 
Gebleten, durchaus Feine’) Nachricht von einem. folder 
"feparaten Bahr Miffelad erfahren konnte, dagegen abe 
»viertens nicht nur die allgemeinen Beugniffe * sign | 
diefe Identität des Großen Stromes und bes Ril el Aid 
von den Reifenden in Borgu oder Dar Saley betätigt fanb, ; 
fondbern auch, daß diefe Gegenden wohl bewohnt ſeyn folen, 
und einem Ältern, bisher unbelannten Nubiſchen Besgeb 
yhen, Selym*’) in ſofern bekannter gu feyn ſcheinen, 
- er den Mil el Abiad aus geofen Seen im Guban 
men läßt. Macrigi, der diefen Selim et Affonaug, 
einen verloren gegangenen Nubiſchen Hiſtoriker benutt Sat, 
fogt vom weſtlichen Nilarme, dem großen Mil ei Abyab fi. 
i. Weißer Nil, nach Jackſon NIE der Neger), „er komme 
"won Weften ber, fey tief, weiß wie Dil. Reiſende vom 
Ä on rg * bei 7 er un —A 
. und ſammle im Sudan in gro een (Derat, 
Selym, d. i. der Plural von Biker: d. h. Ser), Vastmb. 
ſey unbelannt, das er nachher durchfließe, feine 
ſeyen da nicht weiß, und dieſe Farbe erhalte er vom 
den ober von einem Zuſtrome. Seine beiden Ufer: ſeyen 
aber bewohnt von mehrern Volkern.“ An einer zweiten. 
Stelle ſagt derſelbe Gelym bei Macrizi ), über bie 
fen obern Lauf des Nils dem er von Nubien aus nee 
forfchte: „er babe darüber viel nachgefragt von Weitz 
Boll, aber Niemand gefunden der bas Ende gekannt; am 
olten die Wafler aus Wüfteneien kommen. Bet 
ſſerſtande brächten fie aber Schiffstrümmer, Ä 
und ähnliche Dinge, daraus man fließen follte, daß | 
- Diefer Eindden auch Culturländer feyn müßten.“ 










. — 





Dem. 









—⸗ 









*) Burckhardt Trav. App. II. p. 484. **) Macriæi. nach Se 
Iym el Assouany im App. NI. bei Burckhardt Trav.p. 
498. und im Qustromöre emoires sur l’Egypte ec. Pı- 

ris 1811. T, Il. p.2ı, **%*) Ebend. ©. 499 


SR Ye. 


‚as ED MiTelad, Dat Kukes > eo. 


* N ms“ mit dem Milficem 
* se —— Ye due 'De * 
Behaup: J eimiſchen Mannes * 
— —S—— wiſchen beiden ſtatt finde, 
nie bee dein ER daß biefe- — — 
fit gar nichts bedeute, — —— 
par und nicht 'ollte diefe u. * 
Jaehrs jeit nur Be sur trodnen nad * 
— 
ja, nur un Ir ala Filtration 
— ud kannte diefer Erzähler den 3 
dern Strom ni 
—— e ars Kulfes, gefeßt, daß fe eine abs 
us vr abfoluten de dee Lerraſſe von 
Kun über dem Meere, nap Bruce). 
ment er ».Humboldt's beriatigten, Ans 
üben, weiche der oͤſtliche Nil el Abiad — würde, - 
ach dem ——— Buftande unferer dieſer 
reinigung des Niger: A Nüfteems. Gier al⸗ 
— maspen. Dieß iſt ber Hauptpuüct auf: 
Kennell) ‚feinen Einwurf — die a: 
Ströme geſtüht hat, ben wir auch noch 
jen im Stande find, falls man nicht die ft Sole. 
liche, bedeutende Seſamterhebung dee centealen Äfrita 
ben Meeresfpiegel auzugeben geneigt iſt. . 
Befieht aber diefe Vereinigung, "und wie ber Gunst 
E fogenannten, Bade Miffelad_ wirklich = . 
des Miger = als — nd ten hin . 
*. fe ef en von Di 
u — und dann nerbefkwärts die , 
2* id die Schwelle von Sennaar betreten. Die. 
ten Nilguelen des Bahar el Atied im DR von. 
auf den Komtibergen (f. unten bei Mil) nach Browne, 
dann mus die Quellen eines rechten Buflcomes, aus 
mu Aiblich anliegenden- hohen Gebirgslande, und 54 ber 
— wide Rramae miele. md 7 
er: e runs m mi er ie 
Ir won ( oben ©. 


va ln ange e Jtinerarium — 
422 Bar genen fen 
am über den ir — un nn th ehe 





H ed. Langla. 
©) Horammun Vorl, Lungn puae. per 
Feiern er. ran BES 
$ Areas To Topv. Ann pn ru 


ap 


mal größere Woflermaffe nah Nubien führen, eis 
liden Nilarme zufammengenommen, und dan u 
Einwanderung ber —— uf einer fo zul 
far von Canoes (f. oben &. 25 | eines 
ben Bewäffers bebur 








e 
nd he m 


ara WE 

er 555 Batar sun 
be Land, Baher heist na | 
Wortes aber 2 wie Dow 


——— — —— und ee Ku (fi 
Be 
—* air „die —8 der Seen 


# ltogether)“) und bem 
3 gebraucht werde, um die —RX 
oder mie dem oðſtlichen „il und alfe bie Eon 
biefer er gu bejeichnen *). Es bedeutet ba 
— Gl wie 
an a ne ähnlicde 
gara. Was aber die Aſhartiberichte 
* rn ud Reh Quolla Haba nennen, if 
ven Arabern Külla Raba, oder Rabe Kull 
8 Bat von Knllie, (Kolla), kein eigne 
reich fonderu nichts anders als bie Maldung dert 
eegion, bie wir ſchon längſt am Nordraude 
pa een Nomen kennen gelerut und ihre CI 
bargefeit baden (f. oben ©. au | 
— — ** sch en eroleihunn mit Dar Lullea 





Niger, Ruͤckblick. 51 


open Etanen kei meer mie —— 


» 










— — . 


— re a & a m 








fofbarlte. und mertmärhigfe Buhl 
ii aa d. Das ie ndel 
eita iſt auf ; ‚beun regelmäßige 
| CAR I 67 — ſchon len, vom Gen, 
ui * ze und — Zu unis, Tel 
BELANGEN —A 
——— 
em Teachten und 
d 
3 Drdmumg , —— —5 — 3 De 
ebadıns — keit der 
gm le — die 


Fremden ie Höflichkeit un! une 
und 9 —— find Eh —— 


ieler Millionen Menſchen . 
erlitten aber Fa Ar 5 


t 
irkli 
ide nnetanar A dm EHRERLE um 
mehr aus ber ichte 
I 


he, Imfe Em er Fe außen wirkt, wı —88 


sa: Mfrfe, Wafferfflenie. IL. Mbfe. Sm 


[om fo viele Typatfagen *) erfahren Haben, "De fich kann 
Bi HG ken, bern tate fo dm; 
an, ut 
— ex aber hier zur Wirklichkeit gelonsmen, herkim 
muß uns bie Zukunft neue Uuffe geben; De Iäew. 
fi zum woraus erwarten, daß auch bier manche local Bir: 
dingung als erſte Bafis ber ganzen Erfpeinung, unter 
fee befondern GBeftalt, nicht unmwirkfam geblichen feye 
Das Waflerfyftem bes Niger if von fo rigener 4 
daß es nicht ohne großen Einfluß auf bie dung 7 
Ude Entwicklungegeſchichte feiner Anwohner im der 
are Binnealont —* werden ‚gun * 
Sein Zug nimmt nicht, wie andern Gpflemen, be- 
Direction 24 einer Gteomlinie oder nad_ber Mündum, 
an, fondern wie feine Woffer vom D. nah W,, und nom | 
W. nah D., vom N. nad ©. und vom ©. nah M. pr 
fammenlaufen, nach einer breiten und meiten Mitte, bem 
Zieflande Nigeitiens in Houfla, Rafpna, Bornu; fo.auh 
bie Wölfer, bie nach der Zeit ber Nigerfhmelle fi, eichtend,, 
im weiten kande des untern Laufen, zu bet großen JM 
rien zufammenftrömen. Im Wirbel des Handels und Mane 
dels treiben fie ihren Umtaufcp und Abfıg, wie es bie bir 
fengtenen Waffer des Niger. thun, bis fe ihren Antheil 
oldſtaub und Eruchterde auf bem Boden abgefegt. Su 
andere Jormen permwandelt, mit anbern Stoffen nerfeßen, 
die Waller dann mit ber heißen Yahrszeit hei die, 
fte, bie Handelomelt mit efaufchten Maaren J 
bie Wöfe davon, nach allen Winden, zur Heimarh zurüd, 
um zu gleider Periode im folgenden Kreislaufe des Son | 
nenjahres wiederzuteßren, in ben Wirbel des frwehtbringen: 
den Werkehrs für das Binnenland. ) 
Vetraihten wir das ganze Wafferfüftem bı6 Niger ne 
genauer, fo glauben wie in ihm ben Zufland eines Mı 
unvollenbeten, minber entwidelten Spftems ber ferämendein | 
Wofler gu erbliden, das in feiner individuellen Ausbil 1 
no nit gu ber haracteriftifgen Eigentblmlichkeit J 
abarfalıtenm, leneBalben aasgewitkten Stromfyftemsige 
8 gu fei nt. * 
ern ed daraus laſſen fi alle Widerſprüche in m: - 
Berichten Über ben Rigerlauf begreifen. Gein * 
hängt mit dem Dnelense re bes Nils, und wie y 
endiso, mit dem des Senegal wirkli — 
—32 bie eine Hälfte des Jahres währen! Regaıı! 
fi und es iR hier noch Feine abfolute — 


| 
fpmwelle 
— nr 
*) General Obserrat. on the Geogr. and Histor. of Non "" 
Alzie, in den Proceedings IL, p. 555 


Ed äÄα jger, tpte.v sis 


BEE De nes IE in (ao dünn Ba ni u 
no 


ef m Oteöine es, Bit. et; Be * 
feine Kunfl * — da zn all übelfen, 











ee a 1 
Die AR ei ſiet Ei = biefe 
fon, 3. me ibre. Waffer bie Ge er} der 


f ihre, Wiegen Überhaupt, mo dt ß 
Tie uses haben, wie. u andern LH 
“s fi jeinen alfo 'zwifcpen. dem Nil, und, dem Niger 

fl — die der Jehrseit nach, dem 

fteme angehören fönnten., 

Mn wenig inbividnalifiet fehen mir den Niger in 

ittellaufe, wo er große Infeln, Seen bildet, um! 

einem — bie, andere Hälfte des Jahres einem 
iſt. + Noch. minder ift er es aber. an ſei⸗ 

Arm untern ‚ wo flatt der Mündung ein Süßmwafler: 

See erfgeint, Affen Ausgänge noch hopothetiſch find, Ya, 

‚bleibt: e8 gmeifelbaft, ob er wirklich ein eingiges Wafs 
oder eine Kette vom’ mehren Stromfpflemen zu 


—S — bie Geſtalt aller Urflröme ſeyn, che bie 

—— ihres unteren Laufes troden gelegt wurden, ehe 

feraewalt die Felsſchichten und Kiuftabfonberungen 

offenen Erdganzen durchbrach, und ihren Ausweg 
—— aden ſich bahnte, 

‚ur vollendetern Entwidlung, ohne ſtagnirende 

Fluthen gelangten Stromfpfteme, zogen 

— des Mitte der Hocländer u den Dceanen; bie 

entwidelten blieben innerhalb ber Mitte ber Conti: 

ante , wnb indem mie diefe gegenwärtig als fo ges 

— waflerzeide,, ſelbſtſtändige ei waffermeere betrach⸗ 

un, und ale teöme vom erflen Wange anerfennen, fo 

7 dieſe Ehre doch nur auf Koſten der Binnenlän— 

Ne —* — erlangt. Denn durch deren Unvollen⸗ 

bie Winnenländer ebenfalls im Zuſtande der 

ne ie Rumpf wurde nit in Glieder gefbal: 

5 an entiidelte ſich Feine ſolche Mannichfaltigkeit von 

und Berpformen in ifmen, fie blieben ſchwer oder 

55 ich, und das Binnenland trat in keine nas 

ſerbindung mit feinem Geſtade, bie Mitte gelangte 

sam Verkehr mit inter Peripherie und die Form des 

entes micht mit ber des Dceans. 
Ein folges unentwideltes Waſſerſyſtem, wie es auch 
andere Erdtheile darbieten *), fcheint allem Anfchein nach 


a ». Humboldt Meife in bie Xequinoctialgegenden 
12% st 





514 Afrika, Waſſerſyſteme. IL Abſchu. Sn. 


der Niger gu ſeyn. Zwar nur einzelne Spuren und) 
richten deuten darauf hin, fo wie bas in 34 
was wie Über die Völker in ſeinen mi 
Schließen wir von diefem zuräd auf feine Sorm, jo 
es aus jenen Gründen unwahrfeinlid, ee 

den wirkli fi einen Ausgang in bie falzige P 
obwohl directe Ausfagen bafite ſprechen So 
tönnen Erfcpeinungen eintreten, bie fo eigensbimlih 
außer unferer bisherigen Crfahrung liegen, Daß um 
SYläffe, die ſich nur auf Analogie gränden, bei ihnen ni 
mehr anzumenden find. Ob der iger, ein mur vom 








Sahara gegen Süden abgelenkter und zum Hoclande 
übergewanderter Strom Ton mögte, fo wie ber 
davon kann erft weiter unten bei ber Bildung ber 
die Rede feyn. . . 
Anmerkung. Radtrag; Habjii Wubeler 
rarium von Futa»Zoro, queer burd ben Gab 
— ⏑—⏑— — —8* —S 
;0 eben erhalten wir durch ben jungen Pranı 
ten Drientaliften und Beifenden, Den ur der uhr 
November ı820 am Genegal, zu früh für die Mi ‚after, 
ftocben ift, den neueften Zerigt eines Pilgers, gebi Bub 
der von bem Alpenlande der Zulahneger aus, längs bem Jold 
ſtrom über Eego, Zimbuctu, Haouffa, Bornu, Dar» Zur zum! 
in Gennaar bie Dueerreife Burg Afrika vollendet, und daun Ü 
den Hafen Sualim nad Mekka gegangen war, von mo er i 
dem Rorbwege über Gairo und Marokfo zum untern Cape 
rüdtehrte. Bier theilte biefer Fulah aus Buta-Zore an Rosi 
feinen Bericht mit, der bei aller Kürze um fo mehr Best 
ba wir aus diefem Sande bisher noch Leine Radricht biefer 
erhalten, und Rouzce mit der Sprache des Bee 
bewandert war. Mir wollen hier nur das darin wirklich Mm 
und dasjenige mittheilen, was ald Weftätigung ober Mid 
oben gebachter Angaben dienen Bann, ba ſich [N jenwärtig bie 
tifge Maffe der bisherigen Daten fon cri überfehen 
Die Neuheit manches Werihtes, ergiebt fi daraus, wirb bare 
nicht immer Neues bringen; gewöhnlid werben eg hödfkens m 
einzelne widtigere Data ſeyn, welde ben vortandenmn wäh 
auzufügen find, und mir tönnen fhon hiermit bem 
verftorbenen Rouzce erfüllen, feine Mittheilung bes Pigesd 
ben fon vorher in Gurepa befannt gewordenen Angaben 
au vergleihen und zu prüfen, um bas wahrhaft bereichrende M 
aus hervorzuheben. .; 
abji Bubekr**) reifete aus feiner Heimath Yutas 
wo er als Wuhamebaner bie große Pilgerfaprt begann, of 





U 





®) Jomard Notice sur M. Ronzse Voyagenr frangeis 
Malte-Brun Nouy. Annal. de Voy. Par. T. VIIL p. ı 
— . ) Hadji Boubeker Itinérairo de Seno-Pa 
ville de Fouta ü Ja Mecque a. a. D. p. 200. 





- 2. Niger, Muͤckblick. 15 






I Mon diefer Stadt in 25 Tagen gegen KRorboſt nad 

im geringer Entfernung vom Gailoum (Tob der Gans 

9), dnem arte Fluß den er für einen Arm des Djaliba 
D 








Aq) Hält, efen Strom ſchreiben die Mauren Djolba, 

Deegee aber Dialiba *). Zimbuctu iſt gegenwärtig von 
acſcks (wohl jene Phellata) unterbrädt, bie aus Tawat (Zuat?) 
Dafe gefommen Fand und in beftändiger Fehde mit den Maus 
Stehen. WBöhrige Umftände zwangen den Hadji über die Hans 
Made Dienns (Iinnie?) nad Haouffa zu reifen, bas von 
Legtern Dirte 30 Zagereifen entfernt it, davon er bie erfie 
e auf einem Ganoe ſchiffte durch die Königreihe Kabi und 
Zum Beide Haouffa gehören 5 bis 6 Staaten. Dieb 
: aur von Daoufldern, d. i. Regern glei den Ioloffen, 
nt, und von Mauren, jest aber haben den größten Theil 
Muarits und Fulhas befekt. Diefe Fulahe, Ful hen (Poules) 
wbnen bie ganze Weſtſeite der Stadt, bie baer auch Futhen 
Dieſe Fulhen haben ganz dieſelbe Farbe, Züge und Sprache 
die Vewohner von Zuta⸗Toro; eine Beßaäͤtigung unſers oben 
.477) angeführten Satzes ber Ipentität dieſes weitverbreiteten 
Mes, welches als eine merkwuͤrdige Mittelgattung **) zwiſchen 
ı eigentlien Regern und den Afrikaniſchen hellfarbigen Natio⸗ 
ı eine größere Aufmerkſamkeit als bisher verbient. Sie ſelbſt 
inen FE Dyomani. Hadji Bubeker fagt, fie feyen die beften 
eten ber Welt, ihr Land fen bebaut wie Aegypten. Es fehle 
nen zwar an Auderrohr und edein Fruͤchten, dafür aber hätten 

einen Reihthum von Hirſe, Weisen, Gerſte, Baummolle, Hanf, 
ıbigo, und verfländen in alen Karben zu färben. Haoufſa habe 
ehr Danbelsverbindung mit den Landfchaften im DOften ale im 
eften. Bon Zimbuctu ging bie Reife nad) Kaffina, bie größte 
kabt am Gtrome Djaliba; fie ift die Eapitale des öftlihen 
asuffareihes, wo Kaufleute aus fernen Gegenden zuſammen 
men, 3.3. aus Zripoli, die man fogleih an ihrer hellen Farbe 
W ben reihen Kleidern erfennt. n biefer Stadt find bie 
aoufjaer oder alten Lanbeseinwohner viel zahlreiher als bie 
widen und Zuarils. Bei den Arabern heißt die Stadt Kaſch⸗ 
@, bei den Regern aber, weldye ben Laut bes ſch gar nicht has 
m, beißt fie Kaſſina. 

- @ine widtige Beftätigung ber obigen Angabe (oben &. 486) 
en der veränderten Lage von Bornu ***) befindet fi in bier 
um Beifeberichte;s Bornu Liegt geradezu im Often (nicht im DO.) 
Bm Kaflina, und bas Königreid) Bornu wirb in feiner ganzen 
vom großen Djaliba buchfirömt. Die Einwohner von 
u find fhwarz wie bie von Haouſſa, haben aͤhnliche Gitten 
eine andere Sprade und find weit gewanbter, tapferer, geiſt⸗ 
Bon Bornu reifete Hadji Bubeker nad Wadaée (Wabai) 
Rmer gegen Oft; bier begleitete ihn aber ber Djalibaſtrom nicht 
pr zu feiner rechten Seite. Gr fragte wohin der Strom gehe? 
an fagte ihm zum Nil, Andere, es fließe ein Theil bes Nil in 
kn Dialiba ein, unb wieber Andere, bie aber bie NWereinigung 






L ) 


® 


? 


F 


RaIz 





*) a.0.D. S. 202. **) Mithribates 3. Th. 1. Abſchn. ©. 
143. **"*) a. 0. D. 6. 204. Pr 
2 


516 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchu. 5.23. 


beider nicht leugneten, es fol ber Djaliba ſehr weit gegen Gähen " 
fließen und fih in Aethiorien (Habeſch) endigen. In Matei m 
gießen fi mehrere große Ströme in den Dialiba. Mon Mer 
zeifete ber Hadji über Begharme, Kouk, Kur, Shendi in das Laub 
Barbara (f. unten bei Rillauf\, wo er ein aferbauenbes Bel 
fand, nad) feiner eignen Bemerkung ben Fulhen, feinen Lanbaiay 
ten, ſehr aͤhnlich in Befihe und Farbe, das ben Arabern uni 
worfen lebte. Bon biefer Gegend am Ril, bie wir burd Burb 
part genauer kennen gelernt, wanderte er kber Guafim mi 
hy effa, wohin er nad 14 Monaten Abreife von Ya s Zers ge 
ngte. 

Aus Ronzeos Echen geht es hervor, daß bie Franzdſiſche Ge 
Ionie am Senegal ebenfalls auf geographifdhe Erweiterung bee 
Landeſskunde am Nigerfirom ausgeht, unb zu bem Enbe zu & 
Lonis vorzüglid Schulen zur Belehrung der Kärftenfähne be 
Neger und Andrer, mit gluͤcklichem Erfolge errichtet bat, und inte 
beſondere Fleiß auf das Studium der einheimifhen Spraden zub 
ihrer Literatur verwendet wird, bie minder arm iſt als man iM 
glauben pflegt. 


1. rl ⏑———— — — — 


Dritter Abſchnitte. 


Stufenlaͤnder des nördlichen Afrika, 
oder das Waſſerſyſtem des Nilſtroms. 


$. 23 


Kein GStrom der Erde, defien Name früßer in bee Ge: 
ſchichte der Möller gefeiert worden wire als ber des Nike 
kein Stromland, das mehr Wunder der Natur und 
aufzumeifen hätte, als das feine. Wie bas fruchtbare 
diefes werkthätigen Stromes ſelbſt erſt aus feinen 
19 emporgeboben, fo fproßte auch aus feinem 
lteſte Eultur der Volker auf. Und doch Pay bie 
Beutigen Tag noch Niemand feine wahren Quellen 
elbſt die kühnſten Wanderer ber neueften Zeit, 

rowne nicht, die um diefes Zwedes willen zu 
sen feiner Ufer fi mit beifpiellofer Anſtrengung 
bemüheten. m ‚ nmeh 

och immer wiſſen wie nicht viel mehr von ihnen 6 

El. FA vor anderthalb tauſend Jahren, ber mE " 
fügt, daß der Nil auf dem Mondgebirge entfpringe, ul " 
als Herodotus, ber ihn aus dem een durch die us Ä 
Der Schwarzen beevorfirämen läßt. . 

Don bier nordwärts ziehend, durch unbelannte Wilde 
niffe, nimmt ec auf feinem DOftufer den Habeſſiniſchen 3w 
ſtrom auf, welchen wir bisher mit bem Namen des Rils 
allgemein bezeichner haben, und nod tiefes hinab mänbet 
fi ein dritter Hauptarm in ihn ein. 


'$ 


P. 
LT, 77T T Te 


: 


}: 


z 
gön 
41 un 


de 


8.) ‚ag Nitro ; Vberkufi 87 


Be bar ara 
k * — M E Pr — — 


Be a ner == 
De 81 Se ram ae 


Ps F Erttes Kapitel, 
Der Obere Lauf, 


* d ein 
Be IE 


Belier Rilarm, Bapar el Abiad, ber 
Reife Strom. Dirfer per aus weitefler Berne nn 
delim aus Sandhergen ( heeebrimene, Dar 
mm des Mil, entfpringe Pr vielen Quellen auf 
Rondgebirge, Sibbel Rumei, weiche allefamt im Lande 
udn, in den Einen Strom fich vereinen. Um an feine 
jen in gelan, aelangen, braugt man von Bornu aus, gerabe 
agereifen, won Gennaar über si ut 45 
Be Sch & tirgen alfo greifen dem ztem bis äten 
Mordbreite und in einer directen Entfernmg von 260 " 
286 geoge, Meilen Aus: miles) En der Mündung am 
länbifegen SR Meere. Diefen durchlaufen feine 
fer anfangs in nordöfliger, dann ander in ganz nörd: 
ET: » fo daß fle nur 27 Grad im W. vom Mes 
— (unter 49 Gr. ©. £. von Ferroe)“) 


aan dur art die_Wergterraffe von Bazuglo, 
icht bie Seat ‚ge von Deie und Zuggala, das Land 
gi, tritt in de bene, und nimme viele Ströme 
, bavon ums folgende von R Regesfelauen gar jenem 
en genannt werben: der — Indrey, Artamla, 
Kell Barros (0b von den Harrazdergen kommend ? 
wecönje Es u (maßrfcpeinlig der Nil B * 
a ber MR welcher in den impfen om Su 
cerieſſe von ren entfpringt, und duch Dizame Ei 





) Browse zer. RL ®) Rennel Mem. in nom ewann 
Voy. ed. La: sel II. p. 239. *9 @eegen negriäten 
über Dear in von Bad MR. Sorr. 1809, 





die Ueberfahrt se Kaflas von Dar Bar und 
.. hier fo "breit, dag man das Gefſicht 
iet 
se dem ———— Ufer 3 
Il die 







nen auf dem Dflufer 
ber DR.) SH DR. 
BoU, ben mm. gu entrichten 
von m —X aut. 


78 —— — 
1 Kant bei Holfeia auf, welcher Bleiner *** 


— 
ax . 
— 3 t ſtimmen auı 


— * ae en a 


Sen tHtt) Im Rande, Eilpambra und. Aformafdhı 





Mm mie — Mn 












einigen 4 unter. Sumpfsöben, En 
a ae ae hg 

en ine 

2% Se * ber Bands 


bei dem Ort 
fahala (Soccala nach, Bruce) *), war das Baro: 
ı Engl. 30 ge , woraus man eine 
‚Höhe do yon (1653 Zoifen) über dem vere 


m fltöne der Mil don hier. 
EEE EN 
Kur Sin bilber er a 
in der Eben von Soutto, in weicher 
Kur ei Pi durch Kam en ie 
2) 1 Oarsdan) 5 ben zweiten ju 


ö — 
L * —5 von Run) fließt der Nil in einer 
ein, „und durchſtrͤmt ihn in einer 
une — daß fein Sale fih nicht 
it. den mifch! jen ber Schnelligkeit 
wegen 38 — eigentl hen oh m feiner Xheile. 
kan en! t in der Mitte eines. fehr it: 
iten A Ana tan wie, das ee Ay 
jede) einft Sechoden war. . nimmt eine, fehr 
von Alpenfrömen- auf, Raute 20 gi 
unde a bis 7.Breite (der Benfer See pi 
in feiner Krümmung und. keine 9. Mei⸗ 
ach den Angaben ber nf inier hat. er 24, 
—— und Bruce au bewohnte Infeln.. An 
fern das ſich die Gultur bes Habeſſiniſchen Alpen: 
«oncentritt, 
Mil fröme mit fol tigkeit vom W. nach D. 
Ka ua le 3* (transit un 
, daß man feinen ‚Bug leicht am 
vn — und andern leichten Körpern erkennen 
it fortreißt Frhr)» 


. zul, - Tele » ‚Fiat Br 
4. Murray in Br. Te up ı8. +) Tellez 6. 
- venor at —XW or a Ind His, 
ab: 0, 8, +++) Telles b. Thevenot p. 23. 











520 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Ubſchn. 6. on. 


Aus. diefem See (den Sregorius auch Ders, von I 
Provinz des Ausfluffes und Bada nennt), ſtesmt ber 9 
gegen 8.0. fort, und made eine große Gpirallinie 

., W. und dann nah N., bis es nad einem Fr 
n9 Zagereifen ſich wiederum feiner Quelle bis auf eine J 
gereife, doch weiter ins Weſt genähert bat. Dieſes fo dus 
ihn eingefeloffene Land Gojam, wird daher allgemein | 
Salbinfel Gojam, Peninsula genannt "). 
Mit Gewalt briht er aus bem fübäfklichen Winl 
bes Sees in ber Landſchaft Dara hervor, uud files fü 
nachdem er a Meilen weit gefloffen, in ben ber 
Waſſerfall von Alata (die erfte Gataboupe der Portugit 
der dritte Cataract des Bruce), ben Bruce *") auf 40 
hoch fchäpt. Er hat die Breite einer kleinen Viertelſtunde (| 
wenn er vom Regenwaſſer angefchweillt ift, und fließt in 
nem ſehr engen, finftesn Selfenschlunte, über welchen bı 
darauf die erſte und einzige Brüde (bie, welche Pi 
cet bei Siout angab, eriftict nie) **"), weldge dieſer Sry 
trägt, von ben Porlugiefen gefprengt if. Diefe 
muß zu ben veigendflen Alpengegenden von Habeſch 
werden. „Von bier aus," fagt Abba Gregorlus }), „ver 
„nen fi nun alle Regenwaffer, ale Zlüffe und Steh 
„von Habeſch (der Hanazo, Hawaſh ausgenommen, bie d 
„tothen Meere zueilen, obgleich fle diefes nicht erreidgen 
„mit biefem Könige der Gewäſſer, den wie Abay', ben U 
„fen nennen, und bilden fein Gefolge im tweitern Bas 
„So geftärkt, ſtürzt er ficd freudig wie ein Held, nach D 
„Gebot feines Schöpfers hinab, um bas Land Aegyptei 
„das keinen Regen bat, zu befruchten.“ 

Aber bevor er dahin gelangt, durchzieht er no 
Bergterraffe von Fazuklo, das Land der Schwarzen e 
der Shangalla, und durchbricht bie große Greusgehirgete 
in 5 verfchiebenen Gataracten +4), bavon bie obere 280 J 

& hinabſtlirzt zum Lande der Neger, die ana elle 

ba, am Dftufer Guba heißen, dieſelbe Gebirgole 
welche weiter im Welten Deir und Tuggala genannt au 
Man kann fie au die Kette ber Gataracten-ı 
Necht nennen, - Dberbalb biefee Gataracten wohnen 
feinem Weſtufer die Balla, welche bei ihren Einfällen- 
gen Habeſch leicht durch biefen Strom hindurchſetzen fell 
F ns Tellez hier noch nicht größer iſt als der Kibert! 

ei Rom. 











#) Tellez ebend. 13. Lobo 8. I. p. 222. Bruce Tr. V. 
5. #®) Bruce Tr. V. p. 105. ***) Poncer Voy. p 
und Bruce Tr. III. p. 489. » Ludolf H. Acth. L.h € 
+) Bruce Tr, V. p. 516, tt+) Telles in Thevenat 
p 13, J 


Mlftrom, Oberlauf > 2% Bun 
von  Habefh Beruutse ‚Beh 
ES 


2 Se felgen Meeiide tm bie 
‚feinen Ufern *. — BE ae 


uchtbares Streomthal, mit febn 
tboben, voll weicher Kornfelder, die mefr ale Sue 
em Ertrag geben. Mitten hinbuech Yale 


, Ü 
wie beſfivijch 
8 es immer eure, daß bie 
tens nach ber bung des Jar: els 
‚dam Wabarı el» Abied,. den Ri des, 


Wgsmein gekannt, m bis zu 
—— — * —* 
en A jterraffe ven lo * 
Li 
——— Be, Lr; 
v8. 1.8. 6.288. „en Beus Tr. Tr. VL a B87- 


Appendix * 
ur. ner. Düne Fe 





san Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchu. F. 25 


Sitz des Reiches von Sennaar, und Bat bei bi 
©tadet nur eine Breite °) von 3 (nach Beuce) ober 341 
gereifen (Browne), erſtreckt fig aber au noch weite 
gen den Norden. Die Dfifeite dieſes Mefopotamiens; 
som Tacazzefluß bewäflere wird, if uns wenig ‘Helen 
Die Weftfeite deſſelben Zweiſtromlandes, wird vom: K 
reich KRordofan begrenzt, welches hier das Greusge 

ifegen, dem Reiche Sennaar im Diem, und ber Dafe ı 
int reich Dars Sur im Wellen bilder. | 

| on diefem Kordofen, das uns bisher, Brown 
wenige Erkundigungen abgerechnet“), fehe 
blieben war, giedt Burtharde folgende neueſte Ro 
em ***) Das Land iſt eine wahre Date: anf allen 
6 Kagereifen weit von MWüflentien umgeben, außer % 
Schilluck am Weißen Rilktom, da von bieſem Micha 
des Nils, bis dahin, nur 4 Tagereiſen Geudwähe n 
Odeydha (Ibeit bei Browne) 'fe die Dauptfiabt u 
Kordofan, das gegenwärtig unter dem Commando ein 
Ufurpators oder drefeuim fleht, der ein Sclade bes Rlck 
von Dar:Zur, nur deffen Statthalter, mit einer “ 
600 Reiten, if. Außer ihm warb noch ein 
von Bornu, der den Titel König bee Telrouep (h 
Mubamedanifde Neger) führt, in Dbepbha genannt, I 
fig in die Gebirge von Haſhem geflüchtet hatte, und | 
eine Zeit lang von allen Hanbelsleuten, bie hier 
durchziehen, —* erhob, nachher aber ermordet ward. 
dba iſt ein weitläuftiger Ort, mehr aus Hütten als v 
Häufern beſtehend, beffen Bewohner Ader bauen und mil 
sigen Handel treiben. Die zahlreichſten Einwohner I 
Landes find Beduinenſtämme, bie wegen ber g u 
derheerden Bakara heißen (Bakar d. h. die Kuh). Es werd 
ihrer 10 verſchiedene Horden angegeben, die insgefamt An 
bifch fprecden, ben Einwohnern von Dar⸗Fur im 
und von Shendy im Of in Gitte und Lebensart 
leiden, im Sommer den Ader bauen, ſich anfledeln, 
Deren weiden, in den Zwifcdenzeiten aber die Wege ma 

ongole und Gennaar fehr gefährlich machen. ** 
auf dieſe Märkte den beſten Weihrauch (Loben) gum 
kauf, und plündern gelegentlich wo fie können. Wen d 
Hauptſtadt Obeydha veifet man oftwärts zum Mil über b 
große Dorf Dauma; dann 3 Tagereifen nah Dim Gaues 
wo ein Zoll (öfter bis 5 Procent) für Shendy erhoben wlı 

e teise man in bie Wäfe ein, bie nach 4 
it bei Gerri und zur Ueberfahrt nach dem Oſtufer 6 




















*) Bruce Tr. VII. Append. p. 89. Browne Tr. p,4 
**) Browne Tr. App. I. p. 457. *%) B . 
App. L p. 482 und p. 257, 


I, Oberlauf ri" 05 
. Ra [ iR 
Jertäuterung et — über — 
betus, der Water der. Hiftotie Eonnte won. feinen 
Be, Kpen, ned Salenen, Megrigeen Ihe he 
halten, nur ein, Prieſter au Gais’), ein, Dies 
„.wolte etmas Darüber wiffen, und nannte am 
773 milden. ber Stadt Syene und. der ar 
ine ‚mei feh, Reopbi. und Moppi 
wo. der Nil tiefen Gründen entquelle, m 
e füdwärts ‚nach Xeihiopien, aue Hälfte 
‚nad: Argypten firömten. - Unfkteitig ward 
die le. bes —— als ——— ». 
ilcataı deren Bunt —* neueriich bekannt 
2 ft. Von den pri een prfahe cr egem, 
Ben uk —— 
m Afeita vom 3, nab.D. Aröme, Grocodile ernähre, an 
— es Volt lebe, das der 
ey. ; 4 * 
tũ 8 den 
be —— na, a * 
tr a — außerordentlien Weg von 4 Mös 
ei )« 
bie, Tiefe von Wangara, im welder ber Niger 
—— ſtedendes Waffer bilden fol, fo. mie die H 
[3 von Gennaar, welche Rennell und v. Humboldt 
Bruce **),.auf mehr als 4000 Fuß abfoluter Meeres: . 
‚glauben annehmen ju müflen, ‚machten diefen Zuſam- 
— dem gegenwãttigen —— unferer Kenni⸗ 
Gegend ſehr unwahrſcheinlich. 
Ein zweiter —2 A einen folden Zufammen: 







item 


|: 





a Datıfur, da, eis 
KH de ——— 
1 Fr lints won Boharsel« Abiad, vom Ofen gen 





’®) Herod. 8 o. a8 BA “) Rumel se ‚Heohers bet 
Bredew. ©. un deeten Ideen. - 
. ix in M. er trav.' p- v2. Pi mi — 
9 der Ratır, ©. 119. u, "Tr, 20 UI. 2.71% 

n Bowm Tr. pm, ° .: — J 





D. fließe; er kennt nur feinen Lauf von S. mad 
gegen fetzt er zuerſt die Quellen des Nil unter 
30 Min. Sübbreite vom Aequator, und ihm find 
Heabif en und Guropäifpen Geographen gefolg 
—*5 .. 


un eidet einen NIT a ld 
BF —*— von Pa 8 
et 7), ber aus bem Coioeſee (Tzanaſte ) fließe. : 
wengen ſiq aber wieder andere Jretpimer in 9 
Berigte mit ein”). Diefe finb es, welche bei | 
Vchen Säriftkelleen des Mittelalters, vor den Er 
der Araber, allgemeinen Glauben gefunden; 
Jactes Simocatta im 7ten Saec., weiß ni 
Nils Herkommen zw fagen, obgleig er diefem 

janzes Kapitel 4) in feiner Historia Mauritiana 

t. Die Sage von den Höhlungen, aus denen 
waffer fließen follen, melde er den Bolgieen 
einem Troglodhtenvolke zuſchreibt, ſcheint biefelbe 
rodot oben angeführte zu fehn. 

Die Arabifhen Beographen und Ebrifl an ihı 
ihren des Ptolemäus Erzählung weiter aus; 
tab Güdbreite, heiße es da +f), emtfpringen a 

den —ã— in 10 Quellen, die je 5 und 
Seen fallen. 16 jedem Gee fließen wieder 5 8 
die fih nahe ber volfreigen Stadt Tumi, unter 
:quator, wieder in einen See ergießen. Aus biefi 
genannt, fließt ein Mil der Neger, (Nilus ni 

"wir aber nicht kennen, wenn es nicht der Wahr 


" ®) Bruce Tr. VI. Aunendix ».nd. #9 d’Anwi 


* .Ru⸗Dlilſtrom, — A 5 


Ai 
Be — ja amd 3 um m ra 


vi an no genauere 
Senfeir des Kran vn ae: 2 Er 
ft u von den Queen wil man ante, mes die 


„Pielmäus Darlber rüber anführen. Sen 
10 Steäme, jeder 2 Brad vom ans 


Mi Kom 

; 8. Grab dee der pl) 

—— Ken 
em, bie fübli — En ad und Ber BL 


Räuge. (us jebens dieſer 
Aue imei diefer 8 me sr — andıe 
bie übrigen 6 laufen germiute, um 
HEN ee an Sant 
er em r 
Genf A Kerbreite, Ho 
barans der Mil von Bar: 
d. ie ——— eat; r be Barros, —5 — dei iR. 
> ja fogar ein dritter gegen D., wämlig ber Dil vom 
‚fon 14 2 * cin Fon 
N aß der Nil von Ganaf me ein großer 
from des wirklichen Niger if, den wir entweder mod nie 
Immen, oder wielmehr der Bahr Miffelad **) ſelbſi, welcher 
ud — en ee 5 ng R. W. u Se YA Bent 
E zung eutgegeng Hiepe, bei 
8 au un*er 10 Brad —ABE \ befindet. I 
tigfte Umfland, Eber welchen wir H feine Auskunft 
‚bleibt aber dann immer —* „daß der Niger und Fu 
Iben Qurde fließen folen * 
"Anmerkung. Bermuthlie ecwehslung. Die 
[4 aane e Birmi des Wahren und FJaiſchen, des Bermuthes 
hefgeintihen und wirklich Ausgemadten wirb erſt kaͤnf⸗ 
gefonbert werden Tonnen. - Wergleiht man indeß alle 
emen Apgaben nach d’Anvilles.Razte vom innern Afrika 
” Sahr 1746 }), wobei zur Geite die Tabula ad Prolemai- 
descriptionem exacta, ferner no Menneld Karte von 
Pr Karten und Rennelis Karte von 1802 ++), (unb 
überflüffig, denn dieſe allein beruhen auf Bor« 
8 I Sal fi ein Jrrthum ber ältern Beosraphen, ben - 
pille u begeht, und der erſt durch Browne Beritiog 
ih der: den Ril gegen feine Auellen hin immens 
Ve ©. fo aus nad WB. zu räden. Re Gennaar 







hi 


1,3 






seite 





®) Rennell Herod. Seogr. 6. Brebow a. a. D.  **) Browae 
"Tr. Appendix. p. 450. ***) Rennell Illust, i9 Hormne- 

: mann Voy. ed. Lan; rs E E! NM BMem. de l’Acad. 
des Insoript. T 4b A Map shewing the 
Be of Discove: rt Improvement in the 1 
of North-Afrion by 5, Rennell, 1798 vorroesed 2808. 





626. Afrika, Waſſerſyſteme. m. Abfchn. $. 24. 


Kegt auf b’Anvilles Karte-um 4 Grab zu weit ‚gegen B., ib 
noch weit mehr der obere Lauf bes weſtlichen Rilarmes ( Bu 
bars el« Abiad) nad der Vorſtellung der Araber. Dadurch wurde 
befien Berwedhslung mit bem Miffelab, beffen Quellen unter glei 
dem Meridian mit denen bes Bahr: el-Ablab wirklich Liegen 4 
(27 Gr. oͤſti. Länge nach Sreenw.), ſehr wahrſ ſchon Ye, 
Ptolemaͤus, Edriſi und deAnville veranlaßt. Beil Mi 
feld, wie und Browne und Hornemann gelehrt haben, allerdinge 
ch den Fittreſee mit Wangara und fo mit bem Riger in Ben 
bindung fteht, fo kam natürlich baburd bie Meinung auf, bei 
der Nil mit dem Niger zufammenhänge. Gine Meinung, weht 
darum fo ſchwer zu prüfen gewefen iſt, weil die Berbinbung pub. 
Then Sennaar und Darfur, burd das wilde Korbofan, immer Dur 
ſeht gefährlich und felten geweien zu ſeyn ſcheint. run m 
gieie Hornemanns Angabe einer Communication bes Mil mdRk 
‚ger in ſich nichts Widerfprechendes enthält, und dieſe bedE wen 
Fcheinlich dur den Miffelad als Mittelglieb zwiſchen f 
wirkt werben müßte, ja biefer fogar mit bem Wit ibentifd fee‘ 
Könnte, fo if dieß doch Brownes **) Angabe ber Steiferoute ven: 
Gobbs nah ben Kupferminen von Fertit in das Duelllanb: bei: . 
Miffelad ſcheinbar entgegen, fo wie fie aud durch Kennells 
rechnung Über bas mittlere Gefälle bes Nil unb Abiad in Bew 
gleih mit andern Stromgebieten wieber unwahrfdeinlid wit. 


weites Kapitet 
: Der Mittellauf bes NRIL 


6. 44. 


Nach der Vereinigung ber beiden Hauptarme bes web. 
lichen und öftlichen Niles, Krömet diefer num vom ı6ten 
zum 3oflen Brad Nordbreite in abwechſelnder beach immer, 
nördlider Richtung fort, bis gu den Cataracten yon Eye, 
wo er feinen untern Lauf beginnt. Auf dieſem Wege fin 
Det er zuerſt die weite Wüſte (Nubien), tritt aber dam bei 
Syene in das Zeil ); fo heißt bas fruchtbare Rithel 
norbwärts von Syene bei den Araberflämmen, im 
fag der Wüſte. Das Tell verdankt ganz allein dem RU N 
. feinen Anban. | oo. 

Aber bevor er dahin gelangt, nimmt er erſt ben einp⸗ 
gen großen Zuſtrom, den wir kennen, ben Tacazze auf und 
ſenkt fig in vielen Stromſchnellen, von mehrern borigew- 
talen, breiten Stufen in das Thal von Aegypten Binab. . ' 








%) W.G. Browne a Map ot ılıe ronte of the Soudan C- 
savan fram Assiut to Darfür including some of the ro® 
tes of the Jelabs etc. Lond. 1799. **) Route from Cob- 
be etc. in Br, ır, p. 472. er) Bruce ir. II, p. 52. 





Mies IL Pr 


REST Sonate. 
der a Hy Br iur A ——— _ 


tteibar unter der Vereinigung beider Haupfftrdi 
ober Weißen Stroms don Sharan 0% 
8 von — alfaig, cimige — 
5* ftreicht eine — eihe felfiger Be: — 
* * — Pilfzom , als weite Me ihm 
perrennen * HL, iegsfpalt drängt fi him ' 
I. umd indem man fü je der Strom, der ng i 
— Ban Smabfält, muß man : 
u iefen Weg gebrochen ). 8 
je rennen rn ars dürren ’ge 
fiefel, der unbedeutende Det Gerrit 
—25 fette, welche bie Acaba, d. i. * A 
erri heißt (16 Grad 15 Min. Nordbreite). 
4 ir lichen Terraffe von FR Heben 
Datteln tragen; ‘hier beingen fie Si 
je ar fie reife night. jeiter mordwärts im Thale 
der etwos tiefen Stufe, liegt der Boden, ber auf der 
Aaarterraffe mit Sand und Kiefeln, und näher zum Al: 
imde, mit bem fruchtbarften , ame, fetten Hümus 
be war, wie es ſcheint, mehr entblößt und ohne Etb: 
da fi Hier überall Schichten von Marmor, Alabafter 
wiele feel umb lofe liegende Wiöde von Gtein 1a 
. Bier soon Ingt eine ambere Beit der Aus 
Dem: u 


ea Bit mnaer Elima). Hier d — 
Kiel Ka, EHE SM 


nämlid die Atbara, und unter dem Dek von 
im Rerden Bas it Da sefaieden Mad, 


f 


7— 
Hi €. 
? 
ie 


Beräfme R 

e edlen — — Nubiſchen Roſſe 
Stämme der Ataber, welche nun meiter 
ite Stufe bewohnen, find nad ihren ver 
unter dem Namen Je lin, arbar, 
a. mehr ober weniger befannt._ ie find 
Herin der Nubiigen Wähe"‘"), in dee 
et gilt: ae der Wüfle if ein Jeder des Anı 
und wo der Gruß Salum alicum, Friede fey 
die 8* —— falam, Friede iR um 


B Tı VI. P. V “ 
m Foto 


Hl: 
in 


m 


3 
$ 








an GERE-MR ” 


pr Afrika, Waſſerſyſtene. I, Abſchu. 6 2 


Nahe unter der Acaba ober dem Paß von G 
welche wir als ben Anfang bes Abfalls ber erſten 
von Sennaar betrachten können, bildet ber Mil bie 
Kurgos *), wo Ruinen liegen follen, unb einige Mags 
siefer als biefe ergießt fi auf dem zechten Ufer bei 
cazze, wahrſcheinlich in feinem untern Lauf durch eis 
genthal vom D. nah IB. firömend, in den Mil. 

Der Tacazze (db. h. Wofler oder Fluß) °*), bei 
caree ber Portugiefen, Tekeſel des Poncet, im u 
Laufe Atbara genannt (Astaboras bei Peolemäus) 
nach Bruce, feine Hauptquelle auf dem Gebirge von 4 
Hei Souami Midre ***), wo bas Dorf Gourri liegt. 

weiter Hauptarm entfpringt an ber Grenze von 

bi Dabuco. Beide vereint, durchſtrömen bie Tigret 
om ©. nach N., fcheiden die Zigre- und Gheez- vo 
Ampbara: Sprache, und brechen In ber Probinz Siré ay 
rensgebirgstette in das Shangallaland. Da we bi 
ravanenſtraße gwifchen Sire und dem Lamalmon übe 
führe, iſt er in der trocknen Jahrszeit nur 600 Fuß 
und 3 Fuß tief, ein heller, klarer, reißender Strom 
Selfenbett, zwiſchen Tamarindenwäldern. 

Nach den neuern, buch Me. Pearce und Ga 
Ort und Stelle eingezogenen, Nachrichten (f. oben € 
und 205), wird ber Dre in ber Nähe ber Tacazteq 
Maizella genannt, auf den Grenzhöhen von Laſte 
Angote; es follen ihrer drei ſeyn, davon bie eine Ait 
care) (Cd. h. Auge bes Stroms) nur eine Halbe: 
reife von dem alten Lalibala entfernt liegt. Schon a 
Stunden von Bier, bei dem Drte Muttine, wird be 


caqze 40 Zuß breit; er firdme nun immer nordwärt 


zreuns das hohe Schneegebirge Samen im We von 
lien Tigré, nimmt fehr viele Gebirgewafler auf, ab 
hält auf dem Hochlande keinen größern Zuſtrom. Ri 
feinem oͤſtlichen Ufer feheinen bedeutende Ortſchaften 5 
gen, wie Socota, die Hauptfladt von Laſta, volk 
und größer als Antalo, dann Maifaba u. a. Etwa 
13 Gr. N. Br. febte Pearce in einer Zähre übe 
©trom, wo er 600 Buß (300 Yards) breit war. Un 
in derfelben Gegend, nur um ein paar Zagereifen nöch 
berührte auch Salt FF) die Ufer bes Tacazze, wo bief 
beiden Provinzen Tigrés, Avergale im Oſt von Gamı 
Werft ſcheidet, unter bemfelben Parallele mit Antalen. 
Sftliche Landſchaft iſt weite Plateaufläche, mit abwechſe 





%) Bruce a. q. D. p. 445. *%) Ludolf H, Aeth. 
®%°) Bruce Tr, IV, p. 346. +) Salt Voy. p. 268. I 
ebend. ©, 354. 


en, Mierelläuf 32* 
uns Den. Eiedm Betede, we 
Bamerinden un Boat ag 


RT time 18 * SRellen (66 Sins) im 
talım. Au De BWeftfeite Reigt 
de. Samen empor, an feinem 
iopiſche Sonne. Das Ufer bes Tacazie iſt 
ei, (eb: en ‚„ der Strom ſelbſt duch eine ums 
elsabfäge unferbrogen, fo, daß 
-paffisen kann bei tr 























7 mie fauftemn in 100 Bo und gleich ber 
auge aber on nn eigten, daß in bee egal 

—22 denn 
An ben Be 


: giebt dem —8* Kine welihtiun. benz 

eften Flüſſe don Habeſch, davon er diejenigen 

5 ber —— he Insgefamt aufnimmt, 

em Nil dagegen alle Wafler bes Goglandes sus 

Men. aufgetrodnet * was jeden Sommer ges 

* g er doch noch immer fort. Zur Regenzeit 
affee 10 Fuß Höher in feinem Werte, als 

n ihn ergießt fich tiefer, in ber Ebene, bee 

* * ſtlichſter aufaf welcher von ige berab 

hn Poncet,"*) im Jahr 1700 mit Gefahr Übers 

3 aber wenig gekannt iſt, und nur zur Regenzeit 

mterbrochenen Strom hat, zur Sommerszeit aber 

von der Klfle eine Krümmung macht, fig unter 

ober wahrſcheinlicher im Sande dee Landfchaft 


an in Koi nA: —8* * en) Pan 





.. re 
. 
A 


550 Afrika, Waſſerſyſteme. II. Abſchn. 5. 


Dezhin verliert, wo Sumpfe, Waldungen und Saml 
die Gegend unzugänglich machen. 

Vom untern Laufe bes Tacazze wußten wir fe 
nichté, als was Bruce uns fast, der in ber Näß: 
&inmändung in den Mil, bei Gooz (17 Br. 57 Bin. 
breite) Über ibn ſezte. Hier ift er eine Viertelſt 
mile Engl.) breit, tief, und fo klar iſt fein Waſſer 
Habeſch. Die Araber balten es für leichter und g 
als das Nilwaſſer. Seine Ufer find kahles, wüſter 
defien Boden vod Kiefel und Sand, wur hie und | 
driges Acaciengebölz nährt. Er trennt das füblie 
Arbara vom wörbliden Barbar '), An feinem R 
liege hier der Gibbel Ateſhan, d. 5. ber Berg bes 1 
und mie dieſem trete die Garavane in bie furcdhtbare 

He Wüfte ein. Wen bier an fehlte Brot und 5 

on bier an verläßt ber Nil feinen bisherigen Laı 
RR. und wender ſich flatt deſſen nach W., gerade bi 
das Land der Takaki und eine Gataracte des Nil bu 
Araber angegeben wird. 

Bon diefee Nordgrenze ber erften Stufe ober be 
noarterraffe und von dem Untern Tacazzeſtron 
Halten wir durch Burckhardts Reiſen, deſſen ſüdlichſt 
gerade die Ufer diefes untern Tacazze traf, ganz me 
mehr Aufklärung. Von deflen oben Laufe erfuhr e 
nichts, und im untern Laufe warb ihm ber große 
im Often von Gennaar zwar immer nur Atbara gi 
(Astaboras), diefer Tann aber kein anderer als ber Ta 
felbſt feyn. An deſſen DOffeite im SBreitenparalle 
Shendy, liegt eine tiefe, wegen ihrer ungemeinen | 
barkeit fehr berühmte Ebene, Belad el Zakta°), 
EI Sofch bee Einwohner. Sie dehnt ſich 3 Tagı 
von R. na ©. aus, und eine Tagereife in bie 
Im Norbweft ſtoͤßt diefe Ebene Takaka an die Nul 
Mühen, gegen S. O. an das Gebirge Negeyb, ba 
parallel mit dem rochen Meere ſtreicht; gegen ©. sei 
fid) an feuchtbares, bewaldetes Gebirgsiand an, Bu 
oben als Kolla (oben ©. 245) kennen lernten. Zu 
biefer Kolla und el Tata befteht nur fehr werig Werke 
uns bekannte Meifende Gaben biefen Weg gar nicht 
gelegt. Burckhardt wurde daran gehindert von vl 
weiter ſübwärts vorzudringen. Er erfuhe nur von bei 
berfiämmen, Habenbova, die si Taka bewohnen 
füdwärss von ihrem Lager Filik, dis zu welchem 
barbe vordrang, die Lager auberer Bebuiuenflämme au 


*) Bruce Tr. VI. p. 454. **) Burchharde Trav, im. 
p. B7. "9% Burchbards 72 P. ML ü 


rm, Mile. 3 


ander folgen tik tm Its, 
— 55*— 35* t 
it, 
sefäßr. 


su den 
Baby Dmran, ı Zagereife nach Ayape, = ZTagsreii 
Ras et il, m — 8 in Vie —X 
biefer Gtredde wohnen viele 23* Die 
srmittelungsgliedee- 
"ee Abpffinier und ber Bere Be 55— 
som feinen und viele @igent 


rn 
Zofa verfaßt und haben den —— der un 
(Ungläubige). 

Belad el Tata, den 


große Fruchtbarkeit hd en —88 8 Kur 
memmungen; ng 
! at Eule Ei Südort ans Ben Baia ac ae are 
Waller vom ©. mad 
—— —* bie ganze weite bene, a bis 5 er var in 
" Beroäfler überfchürten. Woher biefe nr tommen if, 


nad Burddardts, Erkundigung, fo eigentlich nit bekannt. 
‚Wie haltem bafür, daß — —8 ais die var, 
aus ber Kolln Aboffiniens ſeyn Runen, ber, ie oben bes 


— nach der altem Sage, nur ai no 
—— Lauf bei 
—— eim 38 a 75 5 
jelim ei Aflonan en Det“, 
—— — je, md na! 


Zn mit lamm nie a, eanptem., Rn dem 

— eh | Nefer befärt von den Beduinen, ame giebt 
2 a ), lichten Durrab. deffen. 

IT wien die das * Do bie Bboffe 

nun me (Hier immer Atbara genannth, der im 

I grenzt, Abzug habe, wied uns nidt 

wermanthen wir wenigfiens einen tempeseiren 

.. ihn aus die Altern Karten nen, denn bies 

** 8 AH deffen Ufer hin. _ Im: ber 

Bewohner vn ei Zale ifre 
8 Er ka 40 Buß tiefen Brunnen, bie 





*) Maciad dei Burekbardt App BIT p. 06 unb . 
u Nabe lan 8 ke a.0D0. 


552 Afrika, Wafferfofteme. TIL Ubſchn. 5. 04. 


reichlich Waſſer fpenden, aber größtensheils 6 im. 
Burckhardt fagt, die Landfchaft feb bors voll Raubthiere, 
Panther, Leoparden, Löwen, Wölfe, Gazellen, Haſen und 
geoße Schlangen; gang ber Natur der Kola gemäß, wie 
wie oben von ihr berichtet; auch ein rechter Fi er 
Deufgreden °), die von bier ans ihre verbeesenben 
Derungen en Fr ; ri 
n ben Grenzbergen von Rege n 8.8. 
es viele GBiraffen Fieben (vergl. ben Er) de 
dendoa, die einzigen Bewohner von el Taka, gehören mu 
demfelben Menſchenſchlage wie die Bishareen unb ibn 
haupt alle oſtlichen Nubier, von denen unsen die Nebe fegn 
wird. Gie find nur temporäre Aderbauer, font Hieten wu 
Beduinen, roh, ungafllich, treulos. Won biefen Lande ge 
gen D.N.D. über das Küßengebirge zum rot 
dur den Bergpaß Drbay Langay nah Guatim, 
nahm Burdharde (1814) feinen Weg zum Arabifchen Bias 
bufen*’), Er kam vom Weflen ber, vom Nil u 
Durch ihn den untern Lauf des Atbara von el Koks ber 
feinex Einmündung in ben Nil genauer Tennen lernen. 
Mur a Tagereiſen von Filik weſtwärts, in gie 
Ebene, deren Boden felbft der Farbe nad, dem — —— 
ang glei iſt, fließt der Asbasa (Astaboras), an WM 
et & 5 Rajeb auf dem Gübufer, vorlbee; Hier eb 
beide Ufer wüſte, aber es lagen an ihm zwei ifolirte Högl 
mit alten Ruinen *"’), welche die Araber Keniſe mau 
sen Cd. h. Kirche oder Tempel), Burdharde iſt ber eb 
Entbeder dieſes Monumentes, bas gerade Bier, in der 
enb des alten Meroe, und auf der Grenge zwifchen Abk 
nin, Nubien und bens Gebiete bes rothen Meeres vn 
großem Intereſſe ſeyn muß. Leider wurde er, durch be 
nächtliche Flucht ber Saravane vor Rfubern, gezwunmnen, 
ohne Unterfuung beffelben weiter zu ziehen, workber dir 
eftiger Schmerz ihn ergriff. Der die auf dem bie Kim 
lag, fehlen 3 bis 400 Fuß Hoch zu ſeyn, aus Granit 
Selsbläden umgeben, in beren len Hadenboa 
wohnen ſollten. Die Mauertrümmer +) auf dem 
fentrept gegen ben Strom gerichtes, fchägt Burckha 
30 bis 40 Fuß bo; fie find aber fehr gut erhalten, 
einem pyramibalen fpigen Dache verſehen, roh gebaut 
von ſehr gm Alter. Indem benachbarsen Go zRerie 
wohnen Danbelsieute aus verſchiedenen AraberKämmen, 
auch Diesen find, Der Ort ſteht unter Sennaars 


2 


a A ER ET 


zETER 


u 


*) Burckharde a, a, D. ©. 391. **) Burckharde Tr. p. 405 
a 431. u? Burckhardı: Trav, a 579. 1) Burckhardı 
rav, p. 382, 


ee, Mitcheuf .-,. 635 


‚umb ift ein Marktort, mie S heub y. Von dies 
E iedigen Stelle, die unflreitig emp no michtigen 
u für bie Antiquitäsen diefer Landfdaft barbieten 
ie ber Uebarc oder Tacapge, durq vollkom⸗ 
h 53 en ‚und zum Theil reich bewaldet⸗ 
ke, bis zum De: bara *), und von diefem 9 Nagereis 
Rn weiter Dinab nimmt er einen teten Zufluß auf, wei⸗ 
ke bier Dogren 86* Mogteb, mie Wruce fagt) ge 
. ee Mogren entfpringt nicht, wie Alle. bis 
BD genannten Zuflüffe des Nil, gegen ©., fonbern. er kymme 
m Morbofl, von ‚dem Gebirge ber Bifhareen, vom 
Bange **) des DOrbay Langap, alfo von der Küfienkptte 
B totben Meeres Berab, als ein ziemlich unbebeutendes 
ergmwaffer, bas im Sommer gan iu verfüminden feine, 
erhält ber Atbara von diefem Eleinern Waffen, 
ve bis Nil Bin, den Namen Magren, wie 
ai Un ber % ad ME Meinen au = Rama — — 
era Namen ogren ergie ee 
m wirklich A Ril, Se Burdhardt vefuhe? Ber il 
ER mit der Garavane vom Norden Arıtammenb, fübwärts 
Buepfegen ""*) mußte, ie, mecben ihn jes 
bier, um ale Verweslung zu vermeiden, als den 
maptfieom ober den Zacapye, selher Name im unsern 
ufe umbelannt wird, immer Atbara(Astaboras) nennen. 
as Dorf Atbara am rechten Ufer biefes Stroms, bloher 
m; unsefannt, liegt 10 bis ı2 Tagereiſen in bieecter Ent: 
mung von Guatim am rothen Meere entfemt. Die 
hüfte sunähft am Stromufer ift mit Quarzkiefeln Übers 
ut, biept am Ufer aber erguidte das Auge ber Garava- 
merifenden plögli@ das ünpigfe Brün reger Waldungen, 
u frembiger lie 


dui 
ab zur dem —— — bee 
wehef:. dem Tode komme das Paradies!” +). Auf 


Cairo, d Hal ſtromauf ste 
wdhsne sigts ie Im Kefnliges —8 — ee 
Iamnidpfaltigleis ber Vegetätion am Ufer bes Ärtara: Dat: 
ipalmen, Dumpalmen (Uncifera thebaica, Delisle), 
imofen, Acacien, Nebel’s, Allobs (D, belebt 
A 

© durch bi den 
Eee 

. Knie. ei y 

- Serame Srnnantı wird vom hundert Bamilien ‚ber 












Burckb; ‚de ebd. S. 376.__**) Burckhardt Trav. p. 405. 
a ee —— 
Pr B 5 


654 Afrika, Waſſerfyſteme. M. Abſchu. $. 24 


Bishareen Araber bewoh:rt, vom Stamme Hammabal, 
der untere allen der flärtfle feyn fol. Beltartige 

mit Matten aus ber Dumpalme bebedt, find hier 

die Wohnungen zwiſchen Abyffinien und Frappten- Dirk 
Seduinen gleichen in jeder Hinficpt ihren Sklihen Rap 
barn in el Kar, find von einem ſehr fe igen Dis 
ſqenſch lage, aber eben fo treulos und ungaflfrei. \Y.) 
tiefe einheimifepen äftligen Afrikaniſchen WBedineuherben 
überhaupt, im Gegenfag der Arabi Bebuinen, 
Arabifse Sprache fie auch Kanten Aue Ihnen ik ie . 

Li 


I 


Weige *) werhaßt wie ein kranker er, er erfiheint 
du fo HH wie der Teufel, $\ — ein Dev 
jelave, was der muthige Burckhardt überall nur 
8 feinem Naqtheile erfahren mußte. Dieſes Volt ik dam 
une und den Ausſchweifungen ſehr ergeben, nennt fi} 
Moelemin ohne es zu fepn; fie find abwechfelnb 
und Aderbauer nach ber Ucherfhmemnmungszeit bes Atbarss 
flroms. Ihre angrenzenden Wüflen find vo 
Straufe und Maubtfiere. Mehrere Kagereifen im } 
von Atbara, unterhalb ber Wereinigung des biäher unit 
kannten Mogren mit diefem untern Xacaggeftrom, bar bit 
fer bei der Durgfubrt des Garavanenıweges na Shmöy”) 
bis 30 Zuß hohe Ufer; feine Höchften Wafferfiuthen feheinen 
aber, nach Burckhardts Beobachtung, nur ao Fuß bach fıl 
bei Bruce) au fleigen; er kann alfo dort nie das Band um: 
mittelbar Übefäwemmen; doch finb feine Ufer grän un 
reijeud. Er f@eibet "Hier bas Gebiet des Ras el Bary 
oder das Land Werber im Norden vom Gebiete von De 
meer im Süden, und hat an feinen Ufern gute Adercultun, 
Diefe Landfpaften Werber im Morben bes Atbarı, 
dann Damer und Shendy im Güben beffelben, Hierauf 
das baranftoßende Sennaar, bas bis fübmärte bes Bafe 
el Aprel reiht, find die vier von einander abhängige 
Weide und Hanbelsfaaten, über welche wir nun med 
durch Burckhardts Unterfuhungen nicht ummidtige mem 
Belehrungen erhalten haben. 


1. Das Rei Gennaer. 


Seit Bruces Beit Bat Bein neuer Reiſender Gera 
wieber befucht, wir beguägen uns daher hier mit ben Rebe 
sipten die wie aus feinem Maclaffe erhalten Baben *") 
und ben Zufägen, bie uns Lapanoufe und Burckhardt dan 
über gegeben haben. Die Landfeaft haben wir ſqhon bi 
der Schilderung bes Nillaufes kennen gelerntt, amd du 


® 


Edend. S. 376. **) Burckhardt ebb. ©.264. *) Brause 
een. un. TV ande. ö 


‚ 


2 nen, Smmanen . ... : - 656 
des berti ’ 
Ei 
m a 
vo in Gennaar, don bene 8 — 13 warden; Ad 


als —— kann di einen Bel nur 
‚Min Sued des tönigligen 
faufes bat das Bergen " bie@pre nur vom einem Prim 
ka vorm Geblüte, dem Gib use Dingerihtet — 
w dürfen: Sauce lernte ben Römis Achmed von Gem 
kane Tenmen, dee als dem Drte Fapiglo geblirtig umb noch 
Ben ke — = red hatte es 
die ihn dur son je ge 
—— biefen erhielt Bruce bie En 

ung vom Grbirge Dyre umd Tegla (oben 
— — fie von einer — dort errẽttet walc 
Die Regentenfamilie find wahre „ deren Kaffe 
HH "aber * rabiſchem Blute ge ri Es iſt Se 
eg, daß jeder Nönig einmal in feiner Berslerungeiche ie 

re Hand dem Ader pflügen and befden, mu muß, 
» bason er den Kirel Boady b. —ã 
Der Stiftet von Sennaae hub men, Son von 
Mdelan; glei vom Anfang ar 6 Pr neubegrändete 
Srade der Mitselpunct des Reichs. Die Fungi vecheitas 
theten fi allmählig mit Weibern. von Arabiſe beuuft, 
mb 2 und u. um Islam Über, one ſih aber 
Sefege des Korans zu:binden“); fie er: 


Ein enden nn um * Handels willen, und bliebm im 


Sie fen in I —D fe en m 
sweiesiei Bewohner vor, bie alten einheimiſchen Hirten⸗ 
WÜlter weige Bruce gu den Agaazi runpmets wir haben 
ee ge Gromanisgenoffen hunde vom Damen Bajeb 
eefh (oben ©. 959) ſchon Gray lernt, und bie 
Srabiigen Debuinen, bie feit ber usbreitung des 
Aegypten auf bis Nubien und Gennaar fi 

verbreiten haben. Theils haben biefe den Vertilgungstrieg 
a ten ‚Heiben geführt, theils als Bektaraber wie 
a denjenigen eriginern ſich niedergelaffen, 

die Ba 1] —— Ro in den jdten 
ngefiebelt, Nã je vom Stamme 'ber Koreiſchiten, wo fie 
auter dom Namen Jehalin, ale Glieder der Familie Mu⸗ 
„ ‚zum Abel des Bandes an Diefe haben 

2 et dem int 68 A a * en 

}, und zumal an bie 30| poRirt, ech welche 
Mat fie ſadren den 


je der Caravanen pafhesn mäfle 


*) Bruce T. VI. 2.389. 


die Mekka gegenüber liegt, jährlich bu 
Innern den. Erdtheils. ie bem 8 


YJTRSITIWYESE SLUDEIHINERIE VELITIGE  ZyE uw 
Cameelzuqht “), denn fie ziehen die Zaufende wı 
Laftthieren auf, bie das unentbebrlichfie Bedürf 
Horden, aller Heere, aller Landleute, aller Kaufle 
und. der Pilgercaravanen welche diefe GSüboflede . 


* 
rũhjahe, Em! 
ra Bruce, der von Abyſſinien herkam, - alle: bisfe 
me fi$ in Bewegung feben, um, weil ba .biı 
geit begann, mit ihren Cameelheerden aus dem fi 
walbigen Süden von Sennar in bie trocknen mb 
Wüſten im Norden bes Atbara gegen Nubien 
&o lange die Gameele bier auf einem f@margen 
weilten, wurden fie von Wollen von Bremſen mn 
genden Sliegen werfolgt, . bie fie erſt verlaffen fobal 
trocknen Wülen betreten, die nun den Cameelen 3 
egen biefe Eleinen, aber deſto hartnäckigern und gef 
443. dienen. Während biefer Wanderungen ver 
Die Garavanenreifenden , bie gern ihre ermatteten 








mit frifgen wertaufgen, ‚mit jungen süfigen Bud 


bie su den vortrefflichſten gezähle werden. Im 
Mai treten biefe wandernden Beduinen, gemwähn 
ber Regengrenze nordwärts in bie trocknen Wuͤſten 
ein, wo keine RKegenwolke fie mehr erreicht, im © 
aber pflegen fie wieder ihre Rüdwanderung gegen ' 
den gu verfolgen. g | 
Bur Belt da Beuce in Gennaar. war, gebäı 
tößere Provinzen mit eignen Königen zu Germmaar 
ibus galten, nämli EI Aice (Heller Allais b. R 
Besuglo und Korbofan, welches legtere, wie | 
aben, aeaenwärtin an Dar» Kur unterworfen iſt. 


nz zupfen, Senuaare ie. 687 


vr im Bund von blauem —— — felherhin, 
und ſigezer ——6 ig Garavas 
von. ber. Küfte des — Bi er — — 
——— Waaren/ mel 8 
ntralen Afrika und dem an Des e — a 
ED Laß Suatim auf Bu [2 Gasen 
itfernt „ der Hauptpafen für —2 
ber die Kriege haben dieſen et ef. ae un fe; 
heit, af der Markt von Sennaar deswegen von den Gas 
banen Öfter amgangen wird, ine Kafila, welder Salt 
"Diran (im J 1810 oben. ws) begegnete, kam von 
es Sue (20 Zagereifen von Gennase) und hatte, meil 
tfes Land mit Sennaae N — in einem sicher 
mmege Sennaar, weit gegen ange, wozu 
Monate Beit gebraucht hatte‘*“), und war ar das füblide 
ıs unbelannte Land —— sen 


m. um zum rothen Meere 

iR a ee dem — —8 füßet ward, 

ich vie Sudanfrofe durch A fo = —— 

tufehen, zumal durch die rtäub ud: Kader 

uber Dallı fage diber den Bahr el »D, a 

m fhpeine fi ber wichtigere Caravanenhani bel —X ch 
an m Markte nad Shendy X gerogen zu haben, 


hei 


eit bed, di 
Se Anfang nn — — tunen De 
ae nennen aepann jebıs Sp 1 Argppten, 


ER Burckhardts neueften gungen im 
Vwendy ift der vd en von Sennaat längs bem —— nach 
m Reden jang unterbrochen; alle zwei Do: 


Samen aus m 6 en Kornlande Sennaar, Garavas 
un non 5 bis Goo Cameelen mit Durtah beladen nah 
Bhendy, und mit Gütern und Gclaven, etwa.auf 100 Gas 
won Die ie Daupkwone find die Zeuge aus den Gattun- 
nebereien ie die denen in germe gleich find. 
Beide — liefern von dieſem Beuge, das dort Dam: 
monz heißt; ſehr große Quantſtäten zur Ausfuhr nad 
la, Korbofan, Dar: ur, Abyffin gr Argypten, wo 
eine Randestr: old iR — iter Haupt⸗ 
boeh nur ale eo, denn nn open von 
erhalten es aus Abyffinien wo Ras el Fil der 
wihre Solbmartt feyn foll, und das Gold für Sclaven 


— 


. Mlrace Tr. Tom. VI. p. #; #*) Lapanouse Memoiro 
R , Caravanes du Roy. de Sennaar in Mem. s. L’Eg. IV. 
— Salt Voy. p. 436. *'**) Burckhardt Trav. 
. Ebend. Ye! En th) ‚Lapanonse a. a. 9, 

erde Tr. p. 509, 


538 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchn. $. 04. 


durch bie Ghibertis (Dieberts bei Burckharbt; vergl. abe 
©, 243) in Sennaar eingeführt wird. Dieſes Bold wi 
in Sennaar meiftentheils von Handelsleuten aus Guafıı 
aufgefauft, bie dafür ihre Indiſchen WBaaren abfegen, de 
Bold aber mie auf die Märkte von Diebba und in b 
Drient bringen, Die Marltpreife des Geldes find, bie Um 
Gold in Sennaar ı2 Dollar, in Shendy 16, in Gucll 
30, in Djidda 2a Dollars; der Transport dahin ifl alfo« 
vorsheilaft wie der von Silber nach dem Sudan. Beſẽ 
ders werden auch Sclaven von Sennaar nad 

zu Markte gebracht; es find meiflens Abyffinier = 
Nuba’rs. Die Abyffinier find meiſt Sclavinnen, theils au 
den Ballas, ober einige Amaaras (nicht Amhare, R 
Bruce) ober andere der Abyffinier, die man dort nicht Pb 
beſchh fondern gewöhnlich mit dem Namen Rekkatp‘ 
benennt. Dieſe Abyffinierinnen gelten für die fhönfken mi 
sreueften unter den Schwarzen, unb find darum im a 
Darems der Mameluden und Aegypter ſehr beliebte; bei 
find ihrer immer nur wenige, etwa jährlich nur einfunbn 
die von bier ausgeführt werden. Dagegen aber deko me 
Nuba's (Gingul. Nebowy). Diefen Namen führen du 
alle Schwarzen, bie aus den Ländern im Süden von Gau 
naar kommen; die Gebirgsheimath diefes Nubaftamımes Ma 
ben wir oben fchon kennen gelernt. Sie werben meil d 
Kinder von den freien Araberflimmen der Gennaarfiufe, 5 
ben ſüdlichen Gebirgsläntern weggefangen als Heidenkinde 
Diejenigen welche Burckhardt fahe, bildeten einen Mitee 
flag zwiſchen ächten Negern und Abuffiniern, Eupferfarhl 
aber dunkler als die Sennary und Araber; ihre Yhylı 
gnomie war nur negerähnlich, ihre Naſen nicht fo plat 
das Haar zwar raus aber Feine Wolle, pe flage 
weil) und nicht fo bretthare wie bei den Megern. 

diefen DHauptproducten führt Sennaar auch noch Eifenbeh 
Snsinoceroshätner Moſchus (?) und Ebenholz na de 

orden aus. 

Die Kriegsmacht des Könige von Sennaar beßes 
nad den Erkundigungen der Franzoſen in Aegypten (1808, 
aus 40000 Mann Fußvolk und 6000 Reitern; nur bie obe 
Dfficiere harten Feuergewehr, bie andern vergiftete Ma 
fen. Das Gebiet von Gennaar das von ſehr wechſelch 
Grenzen gu ſeyn fcheint, erſtreckt fid gegenwärtig, nad I 
Ausfagen der Sclavenhänbler, noch 10 Tagereifen gegen € 
und ©.D. von der Stadt Sennaar, und wird bie EP 
noch immer von freien Araberflämmen bewohnt. Au d 
Ausdehnung gegen Norden ift feit der Hersfhaft Der R 


*) Burekhardt Tr. p. 511. **) Lepanonse Mem. 0. ©. 





We, Ehen, Dann. - nie 















ie Die dee Semi. ve —— m am 
Di Sing) nige)*) vonEpmir 8 Ber⸗ 
ey Balten von Sennuer ein und ab, fordert aber 
we alle a dio 5 Jahr einen Wtibur ein’; ſeine Bes 
| 3* die an Of Dengele ie ihm 
che her M uckenſtagt dort em und 
4 zahlen bie S und Beben im —* bes 
ren Tribu = zZ 


Keil a und der Priekerfaat. 


end If eh Fe und Robbe *) m Dan 
enwärtig ber bebeutendfte Ort im öfllitgen Guben, 
Per als die Mefidenzen von Dongola und Rorbofen. 
herrfcher ben Titel Diet, heißt NRur (. i. 
kaun auch ans der weiblichen Linie den Thron bes 
L den —* hut an Sennaar ausgenommen, ganz tıms 
giest größte KK hi Biber ph 
bunte Einen Zoll, er I 
die Emporium am obern M 04 Hat 
fſelbſt nur an 1000 Häufer Eos eine * ae 
L auf einee Gambebene erbaut find, nach Art ber 
m Nubifi en Ortſchaften. Den Ort nannte Bruce 
), wärts don ber Inſel Kurgos mit den 
e die Reſte des alten Meroe Hält (Au 
ab von zugyos, Thurm, ein Wort das indeß in 
che 7) mir der Bedeutung eines Kloſters ——— 
enge ngen u feyn ſcheint), von denen dber Burck⸗ 
achricht giebt. Bruces Breitenbeflimmung, 
Sn. 35 Sec. N. Br, fcheint nach Burtkhardis 
ns etwas weiter nah N. verriet werben zu müſſen. 
erherrfchaft des Met von Shendy eifredt A nord⸗ 
iur Einmündung des Atbara ++) in ben Mil, wo 
Damer, eine Hierarchie, gegenwärtig geer 
Anfeba und faft zur Independenz gelangt 
Norden, eine Zagereife vom —2** zu 6 
rdboden überall mit Salztheilen burchbrumgen ; diefe 
im einer großen Saline, welche hier der Mek bet, 
bt, das Salz in Kuchen gebaden, und mis bi 
tiger Handel burch ganz Sennaar bis Ras el 4 
1; nardpardt fagt, daß bier ao Salzkocher vom 
ben t find. Mur eine Tagereife im Norden von 
ste zog Burkhardt an großen Sgutthügeln +9 


die er 


rchhardt Tr. B. 211. *») Burckhardt Tray, in Nu. 
p- 277. _”**) Bruce Tr. V]. p. 436. +) Quatremire 
m. s. I. Nubie II. p. 27. y Burckhardt p. 273. 
) Gbend. ©. 275, 276. 


u 640 Afrtrika, Waſſerſyſteme. UI. Abſchn. z. 


vorüber, Bo Schritt breit, die fich aber mehr als eine 
selftunde weit ausdehnten; dieß, fagt er, wal 
ber einzige Dre wo alterthümliche Ueberreſte ſich gi 
von benen er aber weiter Leine. Erklärung giebt. " 
Stelle fällt mit dem Locale bes von Bruce genannte 
nos fo ziemlich auf eine Stelle. In Shendy u 
Norden von diefen Schutthügeln, bei Gabath, fahe 
barbe zwei Grabmonumente von Heiligen, bie in ¶ 
von Pyramiden und nad bes Reiſenden Ausdruck 
Sepulcra im uralten Etyl*), aus, an der Gonne 
nen, Steinen erbaut meikwürdige Fingergeige find, M 
den Aethiopiſchen Völkern bie Entſtehung ber pyracı 
Form (in Habefch find überal Spigtbächer, und bei ka 
nafil pyramtidale Gräber f. oben S. 186, a4ı) und % 
fprung ber Pyramiden zu ugen fey. 

Die Äuferfle Nordgrenze des Gebietes von Sheni 
gen Damer ift bei dem Orte Howaya;, bie Cara 
welche von daher in 3 Zagereifen bei Shendy anla 
machen der dem Orte, an einer großen Dastelpaime, f 
welche bie einzige und füblichfle in biefer Gegend ſeyn 
da fQon von Dongola bis hieher Leine Dattel mehr us 
Sie dient ale ein Signal der glücklich gurüdigelegeen 1 
flenreife, und bei ihe kommen die Berwandsen und fra 
den Garavanenreife..den zum Empfange entgegen. Bor! 
gegenwärtigen Zuftande von Shendy und gumal von M 
Handel, erhalten wir durch Burdharbe *"), der vom 
April bis zum ı7. Mai 1814 ſich dafelbft aufpielt, felg 
wichtige Nachrichten. ' 

Die angefehenften Einwohner der Stade ſind K 
und Fremde, die aus Sennaar, Kordofan, Dar: 8! 
Dongola, fich Hier angefiedele haben; die legtere Gel 
Bat ein eignes Quartier von Sennaar inne, Die 
miſchen gleichen ihren nörblicgen Nachbarn den Verben, | 
aber woßlhabender. Die Concurrenz bes Marltes 
dem Sudan, Abyffinien, Nubien, Aegypten! 
dem Arabif en Golf, macht Spenby Beutzutage w 
erfien Haupt: Emporium ***) im Süd von I 
und im Offen von Dar: Zur in gang Oſtafrika. Au 
daß hier täglich alles in 3 Reihen von Kaufläden fe . 
iſt noch jede Woche, Freitag und Sonnabend, großer 
sag, auf welchem die Spanifchen Piafter, do nur ! 
bie mit der Chiffte Carl IV. bezeichneten, ganghare | 
Münze find, die fi immer tiefer na dem GudM! 
verbreites aber nie wieder zum mittelländifegen Mer! 








*) Zeihnung ©. 274. **) Burckhardt Tray. p. 277“ 
”.) Burckharde Trav, ) 255, B« 377 


Yo u. ſ. mw.) die als Eleine Münze allgemein 
pe find; mit Papier, allen Arten von Eifenwaas 
amal Solinger Sabrilaten, mit Unsimonium, 
fQwarge Schminke der Augenlieder algemeines Be: 
k, mit Silberfpmud, Spiegeln wa. Diefe 

seiftentpeils idelsleute aus Des 


folg 
genau Audi 60 bis 80000 Di 
8. F \ 1 Me — [u bie Ga: 


tämen und te Gteoßen 
Em. t nein Ba Damen Sandy 
abies und mit Kapneem | # F4 Br: 
Gemporde fi 8 b „ei 8 mit den 
Bu Machen Dante a —— — 
um © pen jene se. 
ten; Ireipften Handelsiente 
Si fen gun 1 De N, 
abfareba ‚Hodberame vo 8 
rt ißen, Ye immer us 
wo fe vie we abendſten und Ka 
» die *8 bar Aegypter 
Ei Baaren, Muffeline, —3 Br 
nas a Gersürze, Motla u.f.w. 
haflıe Pferde von Dongola, So und € Sclaven die 


* 





- Landes noch ziemlich gemäßige 





Milufer dort nicht Überfchwenmat, aber aus 
bewäffene, daher ift fie unfruchtbar und erhäl 
vom ae Gemmanr. * une. nid be 
e durchaus e 
wehiupen Guban und 


—— abee — — * 
on Slim. iſt wegen der beden 

















Be 


Nil finbes Mer gar keine Verbintnng 8 ki 
—— "a ei a wel 
Shenty und Damer foll rin Gataract wie bei? 
und ei zweiter größerer weiter norbiwäste: un 
ber im Lande ber Araber Mebatat. 


—— von —* 
* 2 unter ihnen find bie D er 
die Ababde, und andere, die gegenfei 
—ñꝰ in — Fehden vermädelt Mad: 
Nachbarn im S. und G. W. den Stämmen 
ry e und Kennt el, die ale Hirten mit den A 


— gen, fie in der bitteren Feind 
dieſen Auabern if Feen auch Die Behr 
2* a Mar nt zu u ich von in 


Dean oo * weht im einer auf 

Be Se 
e beſſer te 

Gabe, die Bebumen fübwärts von Siont in 












eo [ven Shuy, Demer. BK646 








N nd 


‘92. ipfben Miaberflämme gegen Genuaer hin, 
per visie Eubonmietes ——* 7 
iſche von ben ern, andere von ihren 
— —— hlreichſte Btamm, 
mar alein veden, fo wie be nahen -Derwandsen. in 
mem, Dar: Zur und ben. Beni Heu am Bahr 
|, ei. (che gutes Zu, worauf fie el ‚es 
Eu Atatifcher Abkunft nennen, 
(den weſtlich 
















und 


9 

ir ur rav e 

Haare) ) an dem 3 bes Eu 8* 
fer des A die Stille der Rat 
re Zeosile prechende werden hier —* 
im Koran — — Adjem —8 5. er 
’ ;“ ven 
im ofanı im de: bie 5*8*8 von At⸗ 
‚amd bie —A rothen Meer, 
ber central —5 Blite der Ruba 
u.a. m. Bon Shendy oftwärts u) Äthara I 
brauchte Burdhardt 4 Tagereiſen. 


Der Peieſterſtaat Damen 


BE eine Tagereiſe an der Norbgrenze bes Reiches 
5. 65 Stunden im Norden von Hawaya, liegt ein 
— ehr beeipmtet geiftlicder Staat, der uns burch 
ner ‚peilie keit und ber Zauberkraft feiner * 

ehe Mn (tem Culturoaſen der Drakelorte 
Ammonium erinnert, wo aud bie Bortheile, 
tieerlehre und Handelsfpeculation barboten, auf 
eife vereint, unter den benadbarten Wölkern zu 
* und Anſehn verhalfen. Wir verdanken bie 
es bisher ganz unbekannten Gebietes, wieder⸗ 
nen Laudsmanne Burckhardt, deſſen Be⸗ 


ne Menſchengeſchichte wie für kunde 










ieh 













2* 
Ep 


— 


reſſe und vol Treue und tiefer Beobaq⸗ 
ufenthalt vom 10. bis 15. April 1814 )). 
biet von Damer wird im Norden vom Atbara 
nus ein Ort wird dort mit gleichen Namen ge: 
wie r gut gebauste —5 Bat, bie 
\ aumifaen beifammen liegen, und von gm r 
Ans: tabien, den edle ja:y9bin bewohnt werden, 
— 


Pr Fr, ? 354. *#) Burckbardı Tray, in Nubla 
— | 


| 








78 
Art 


644. Afrika, Wafferfoftense TIERE 
davon: bit geßfere Theil zu ben Fobara 
ober oe i. Mr ben „Scheiftzeleßr 
zan‘ mie Ne enbegeift eines „Bettl 
gesin gehört, bie im Rufe der Heiligkeit 
Oberhaupt I nigt ein Sheikh, ſondern ein 
(Saly el Kebir (db. 5. Groß Faky), amı 
weiche die Necromantie verfichen foll. S 
wifiend an: lebt als Eremit in einem € 
tiſchen Gebäude auf der Mitte des Platzes vs 
die obesften Fakys umher in großer Dſtentat 
ligkeit. Burckhardt erhielt Zutrist zu ihm 
niß zum Handkuß, und wurde von ihm über 
im Koran befragt. Im Drte find, wie in B 
503), mehtere Arabiſche Schulen, dahin die ! 
Dars Fur, Gennaar, Kordofan, Nubien **) ur 
geſchickt werben um fchreiben, leſen unb bie € 
san auswendig gu lernen. Diefe erlangen baı 
ſehn In Ihrer Heimath, werden die Gcreiber ı 
führer der Fürſten und Großen, und erwert 
Schreiben von Sentenzen aus dem Koran, bı 
Zauberworte, Grisgris für Liebreige u. f. w. ( 
flug. Die Fakys find im SDefige vieler Büch 
Manuferipte, Commentare u. f. w., bie’ fie 
taufen.. In der Mitte-der Stade liegt bie g 
deren Vorhallen zugleich ber allgemeine Sar 
der Ruheort für die anlommenben Sremden | 
Tiegen viele der Bemächer für die Seudent« 
und außerdem haben noch viele ber Fakys ihr 
nen Copellen an den Wohnhaͤuſern. Die | 
Stadt bat treffliche Ackercultur; alles Land 
Menge von Waflerrädern aus dem Mil bewäfl 
iſt allgemeine Nahrung, und Weinen nue bi, 
men; Auferdbem wird Taback und fehr viel X 
baut. Es wied Bier kein Bol für die Waarer 
um balten Bier alle Saravanen an und det Dr 
blũhenden Zuſtande. Viele der Fakys find fı 
leute, und ihre kleine Hierarchie wird mit gr 
gefuͤhrt. Auf allen Seiten genießt fie ben gri 
Seldft die räuberifchen Bishareen wagen «6 nie 
ie beleidigen, weil fie fürchten, dieſe möchte 
edern deu Regen entziehen. Dögleich in 
Ortes alles von SB eduinenräubern durchfhwär 
iehen fig dieſe doch, ſobald ein unbewaffn 
ravane vorausgeht, nachdem fie dieſem bie 





®) Burokhardt Tr, p. 207, und 45. **) HMſr 
pP. 266, 51, 287. 








nam der Notdgtenge⸗ 

entgegen gedt.. 

leer feine Prie| 70 — 

* —— ein Ort. bes Frie⸗ 

ublgen, unmwiffendften, vohe · 

einzige Ort, wo Burdharbe 

Fe —— nach Shendy rine 
’ je. fand. 

6, Die Eolruri ober die Re, jerpin 

er Sclavenhanbel aus bem — an 


e Nitth 
te biefer fo eben befhriebenen Ortſchaften umb 
ichfat ve ‚smeierlel devfhiebenen fen 
det Negerfclaven und ber Neger pile 
a, oder der fogenonnten Zefrourt, fo ger 
n, daß wir gerabe an biefer Stelle auf fie hinweifen - 
x ie Kreuze und Queerftraße zwifchen bem Su⸗ 
und Mefka it, mo fid biefe — nie zu 
w auch außerhalb ihres Vaterlandes, dem Sudan, 
ient in ber alten Melt keinem beſſern Biele entgegen 
-fnneı leiden, obwohl einem ganz andern als bei 
Degen den Untergang ber Sonne näd der neuen 


‚De Kokrurt ober Regerpitgrimme, @don 
*) hat fie ung unter diefem Namen befannt gemadht, als 
'w bemerkte, daß en biefer Daft und Mekka kein 
a een —5— — viele — * Bm 3 

J er Kaba zu mehmen pflegten, obgleich ber wı 
Des für fie über Enakim Be, aber aud ber weit ges 
Dengoch, Tagt nehmen mod oft genug bie Eos 
{3 bie alfo fein befonberes, Volk bezeichnen, mie man bisher 
1, melde von verfhiebenften Drten bes Subans gegen 
fen ziehen, und in etwas bem Derwiſchen bes Nordens gleiz 
als Arme reifen mit ledernem Brotfad und einem Flaſchen⸗ 
jenen Weg, und kommen gläcklich binburc. Gerauee 
fe Burdharbt fennen, da fie Öfter mit Ihm in berfeiben 
je fidh Hefanden, ind fie unter dem Druck der harten, Aras 
Webteter im Bande, fi dis —* deradjtete Leldens· 
tem gegenfeitig mehr an einander anſchioſſen **). Diefe die⸗ 
gi seen Zefayrne, vom Cingular Kefronrp, 
ide Selrur oder Zofrur, telded:ehebem im 
pbien ihre ward, fenbern vom Arabiihen Zeit 
takoror, d. i. id) reinigen, wiebergesoren werben, heiligen 
bie Wallfahrt nad ber Raabe, Diefen Namen erhalten 
tegerpilger, welche aıs dem Sudan am bie Grenze von Dar« 
tömmen, fobalb fie etwaß lefen und freien gelernt haben, 
© ober Atabien giehen, und baher erhält aud wohl ein 

oder felbft ber ganze Suban, weicher biefe Pilger jı 

Hamen des Landes Zofrur *"*). Die meprften Eommen aus 





*) Browne Tr. R 253, *) Burckhardt Pr. p. 463, 405, 469. 
"#*) Burckhardt Tr. p. 45 U; b, Rouzee Itinsraize sie, p. 20: 
12%. ' nm 





546 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchn. F. 24. 


den Schulen von Dar-Fur, davon bie wichtigſte zu Ronbjarı 
bei Kobbe; aber aud) weiter vom Weſten ber, aus benen ver 
Borgu, Bagherme, vom Bahr el Shazel, nur ſehr felten von 
Bornu, wie fie Burchhardt jedod aud in Shendy traf; nod felb 
ner aber von den Genegallänbern, wie wir bas Beifpiel jebod an 
Hadji Bubeker gefeben, deſſen SItinerarium wir oben (©. 514) 
nad) Rouzeed Berichte mitgerheilt haben. Diefe Neger, im Er 
des Bahr el Gbazel, von Bornu und Zimbuctu, pflegen eher 
mit der Fezzan⸗- und Maghrebcaravane längs. ber Barbarei khır 
Kairo zu geben, wie ed auch Bubekers erſte Abſicht war. 

Aber die Neger aus dem Öftlihen Sudan die fi dem Zulem 
ergeben haben, und im Etudium des Koran vervolltommnen wel» 
len, pilgern gewöhnlich auf dreierlei Wegen, 1. über Gioxt 
in Oberägppten, 2. über Damer, Shendy oder Sennaut 
buch diefes Reich, oder 3. über Abyffinien buch Gordar u 
Arum ober auh Sala, nah Maffowa und Sualim, m. 
ih von da nad Jidda und Mekka einzufhiffen. Am haͤufi 
meint Burckhardt, nähmen fie den Weg über Damer, wo jährl 
über 500 durchpaſſiren. Sie werben in ben Ländern durch weigt 
fie kommen, meiften® fehr verädhtlicd behandelt, und haben, wie 
etwa die Zuben und GShriften im Drient, ſehr viel son ber Rohe 
zu erbuldenz vielleiht ein Sechſtheil von ihnen, meint Burdihatkt, 
kommt auf ber Wallfahrt, bie immer mehrere Jahre bauert, m 
Die Ueberlebenden ehren mit bem GChrentitel eines Habji in ihre 
‘Heimat zurüd, find die Erfahrenen und Weifen ihres Vollkes, ge 
nießen, gleih ben Marabuten, Anfehn, Verehrung, Heiligach 
und erwerben fidy ein Bedeutendes duch ihr Schreiben und 
theilen der Amulete und Zauberformeln. 

2. Die Schaven (vergl. oben ©. 380). Auch ber äftlide . 
Sudan fendet viele Sclaven über die Waffer des Ril In das Ari⸗ 
land. Auf dem Markte von Shendy allein werden jaͤhrlich über 
5000 *) verkauft; davon geben 2500 nah Sualim, ı500 nad Is . 
gyyten, die übrigen nus) Dongola, und zu den Bebuinen im Offen 
nah Atbara und zum rochen Meere. Aus dem Hafen von Ga 
tim **) rechnet B. jährlid 2 bis 3000, unb aus Maſſowah 3500 
Sclaven Ausfuhr, nad) Arabien; außerbem werben noch viele aub 
den Häfen ber Abpifinier und ber Somaulis ausgeſchifft, fo ba, 
nad Burdhardts Ueberfclag, Arabien und Aegypten einen jähn 
lien Zuwachs von 25 bis 20000 Gclaven aus bem Innern 
öftlihen Afrika zugeführt erhalten, 

Der größere Theil der Sclaven, bie nah Shendy Temmm, 
find Kinder, unter ı5 Jahren. Alle unter 10 bi 11 Jahre heiſen 
Khomaſy und werden mit ı2 bis ı5 Dollar bezahlt; bie, bee 
ı2 bis 15 Jahr, heißen Sebafy, und die Über 15 Jahr, Bus 
legb. Ein männliger Sclave dieſer legtern Claſſe wenn er bi 
Moden gehabt, wirb mit ı5 bi8 16 Dollar bezahlt, ohne Mk 
Pockennarben nur mit dem % des Preifes, ein weiblicher Sclut 
bes Alters mit 20 bis 25 Dollar. Die Baleghs werden größten 
theils ‘von den Beduinen zum Hüten ihrer DHeerden gekauft. _- 

Ehe fie nad Aegypten kommen, gehen fie gleidy einem Gthd 
Waare erſt durch fehr viele Hände; in Fertit oft für einen God 


*) Burckhardt Tr, p. 324, **) Gbend, ©, 440, 





een, Spehdy,;Damer. ... 847- 


"som Durtohänbfer erfauft, fommen Re euf'bem Markt von 
in Dar: Kur, von da an einen zweiten ‚Gclavenhändier 
Bhati (Belati) nadı Korbofan, durch eineg britten nad 
a, Bann Burd, bie Ababde Araber oder bie Daraoı'nad Aer 
em auf bie Hauptielavenmärkte von Esne, Siout, Kaito ig 
Aden ber Eclavenhändler, genannt Dfalsebsbjelabe bei 
IE Drofee GI Nyher, wo nun die Unterkäufer fie fr Gmpyrac, 
Bonftantinopel, Aleranbria einhanbeln. Ja auf demfelben Markte 
T ie Ungrüdlihen oft mebrmals_verfauft und Rädweis 
öBtt, zu a Rus Naghig, d.h. 10 Gtüd-Gclaven (in Genr 
Maar ift — der allgemeine Name für Sclauv) wie das Wieh; 
Rad) der werjdiebenen Heimarh erkundigt -fich, ber Händler ger 
kam, weit jedem Böllerftamm befonders eigenthämliche, gute 
böfe Eigen fften zugefhtieben werden, und eine lange 
J Bi 


ER 


8 


3 


Ri 
,; bap die Differenz der Inbivibuen eines me 
ammes im ganzen vom geringerer Bedeutung if als 

Hekskamniung bes Vorkefhlages fetufk. So gelten bie Rub.as; 

11a® für fehe treu, die Amaaras (Amharas) für fehr lies 
üichig, die nördlichen Abyffinter für verrätheriih und 
;_ die von Werkit für wild und rahfägtig, bie von 
Braun find am mebrften gefhäst, u.f.w. Die mehriten ber 
, bie nad) Shenbu Fommen, find fon eine Zeit lang im 
ſtande gewefen, wie dieß dle 
fie fi faſt alle fon verftändlic machen Fi 
Meser zum Gigenthum eines Mufelmanns wird, nimmt man mit 
Bun Geremonie der Befcneivung vor, und giebt ibm einen 
ifchen Namen. Co werben fie alle zu Moslemin, aber wenn 
Thon vorher duch bie Ahyffinier zur hhriſtlichen Kirche gebracht 
„ Bleiben fie Hartnädig bei ihrem Glauben, und werben nihe 
je zu Gonvertiten. . 

De kr un Bang ber grlaven vo a atte 

‚anfüng! und mild, wie von MWätern, mie ai 
Vcfen, fo'Lange ned Getegendeit yur Bindt bo Rs Tebaın 
"fehlt, werden fie Hart und graufam; ber Unglädlihe Sclave 
an das Gameel durch eine Stange be je, oder in lange 
it einer Kette um ben Hals gefloffen, und mit der 
von Rhinocerospaut (Korbabii), für jedes Beine Berge · 
sesäcähtigt; "dafür wirb biefer erbittert, rachſuͤchtig, emblicdh 
und greihghieie, gegen den Herrn, der unzähligemal 
Im allgemeinen kann alfo unmöglich ein günftiges Urs 
‚über die Art diefer Gclaven gefällt werden; kod hält fie 
t immer noch ähnlicher, ſeibſt gieicher Ausbilbung fähig, 
Me Beiden * - ’ 


:e Gehr verfäieden ift das Loos das fle teifftz bie mehrſten er» 
wenigftens ein erträgliciered Gcicfal ald ih den Amerikas 
Plantagen, ba im Drient überall bie männlichen Gclaven 

"Rinder des Daufes. behandelt werben und beffer baran find, 
is die freien Diener; bie Gclavinnen haben gewöhnlich ‚mehr von 

Wer @iferfudht ihrer Bebieterinnen di leiden. _Biele der Neger: 

werden in Aegypten von Türkifhen Officteren gekauft, bie 
fe erexcicen, jurichten, enrollicen und in Barnifonen geben, wofür 





J 


9 Burekhardı Tr, 2.559. - 
ns 


548 Afrika, Waſſerſyſteme. DIL Abſchn. $. 24. 


fie fi den Sold auszahlen laffen, fo daß das Zürkendeer wir 
Neger im Dienft bat, bie zu ben tapferften Truppen gehöre, 
Sährli werben auf biefe Weife 6 bis 8oo Sclaven von ben Zän 
kiſchen Ofſiciers gekauft. Das ſchrecklichſte Loos trifft unſtrei 
bie ungluͤcklichen Kinder, bie zu Eunuchen gemacht werben; 
geſchieht zu Borgu und in Oberaͤgypten in einem Dorfe bei GSient 
— bei Frank), das vorzuͤglich von Chriſten bewohnt ik. 


ruͤher wurden jaͤhrlich ein bie zweihundert Knaben auf bieſe 


eiſe verſtuͤmmelt; aber während des Aufenthaltes ber Franzoſea 
in Aegypten brachten dieſe wenigſtens die Aufhebung *) dieſer 
ſchaͤndlichen Anſtalt mit, indem ſie alle zum Dienſt tau * 
Reger aufkauften, bie zu guten Soldaten wurden. Ju —* 
Beit waren nicht Muhamedaner, ſondern, o der Schande! zuc 
Koptiſche Mönche die Meiſter in dieſer teufliſchen Kunſt, bie fe 
als eintraͤgliches Gewerbe gegen Erlegung einer Taxe und vom 
Gouvernement gefhügt trieben, ba fie bad Volk ſelbſt verachtet. 
Bon 60 Knaben, die (1813) **) biefe Dperation erlitten, ftarken 
aue zwei, fonft gewöhnlid nur 2 von 100; fie büärfen nur zwiſ 
8 und ı2 Jahren alt feyn, und gerade bie blühenbfien 
trifft dieſes fürdterliche Loos, das ihr ganzes Leben mißgeſtaltet. 
Jaͤhrlich Liefert dieſer Drt 150 bit 200 folder Ungluͤcklichen der 
Paſcha von Aegypten beſchenkt zuweilen die Harems bes GBeofful 
tan mit 200 folder Geſchoͤpfe. Gin Sclave, der vorher 2 bis 0 
Piaſter galt, erhält durch diefe Berſtuͤmmelung einen Marltyreit 
von 1000 Piafter, der Operateur 45 bis 60 Piafter Lohn. Dice 
große Gewinn verführt gu der ſchaͤndlichſten Berfündigung an bem 
eignen Geflecht. Die Eunuchen bleiben felten in Actzypten, fer 
bern werben alle in die Häufer der Großen nad Gonftantineped 
und Rorberaflen gefenbet. Der Gebrauch fcheint uralt ***) unb 
vorzüglih an Feinden ausgeuͤbt zu ſeyn; benn auf den altendm 
pelbildern in Dberägnpten, zumal in Mebinat Abu if Emasculao 
tion oft ale bas Siafal bee Gefangenen vorgefteflt. 

Die Zahl ber Gclaven die nad Aegypten aus bem Gubes 
eht, wohl unter allen Afrikaniſchen Laͤndern bie größte, wi 
ranke +) genauen Korfhungen (1800) Faufte man dort jäh 
nach einem Durchſchnitt 3 bis 4000 Sclaven ein; in ben ei in 
Zapren, wo die Mameluden dem Hanbel fo viel Hindernifie ie 
den Weg legten, weit weniger, nur an 1200. Burckhardt bereie 
net (1814) die Zahl ber Sclaven in Aegypten beſtimmt auf 
davon # männlidye finds von biefen flarben, 1815, in einem 
an ber Peſt 8000 allein in Kairo. Aber weit größer iſt ihre 
in allen muhamedaniſchen Ländern durch ganz Norbafrika. 

tößte Menge hatten bie wilden WRameluden ++) in ihrem arm, 
taate ga Dongola zufammengerafft, und handelten bamit, me 
it gangbarer Münze, alle andern Bi ein. In Werber 
und Bhendi ſahe Burdharbt in jedem Haufe mehrere 88 6 
Gclaven, eben fo iſt das Berhaͤltniß bis Sennaar und Merk 


*) L. Frank Mem, sur le Commerce des Negres an Cain 
in Mem. s. PER IV. p. 126. **) Burckhardt Tr p 
329. _ *+*) Vergl. bie Sage von ben Bebjas bei Macrlii 
Burckli. Trav. & . +) Frank Mem, in Mem. s, JB 
T, I. 228, tt) uxs dt Tr, pP 72 





. 
t 
1 


= —— — —— 


ET a ra a te a re 


7 Nitfieom, valer, Viſbarin. u 540. 
Be Bean Haben eine große Selaven eis 


Bun —— walk aller au ie ur an 
ri au 
Er Berber bis Sennaur zaßnet Bi bt nach einem 


Kirste 10 bi8 32000 Gcioden, in Dar« nah Browse 
ee eben fo M Bornu, Rafdna. auch dev Gclavene 
de von ber Atlantifhen Menesfelte aufgehoben, fo befkcht, Die 
je ma dem Orient buch) fort, da Gclaven im gegenmäi 
ber Dinge ben Mufelmännern unen! — And, wie ie 
— die Wolbdminen. Worden aber ee, fi 
Grötheils für den 8 verſtopft fo x — 
ser im Suban felbft fortbeftchen, und nur 8* 
———— ober vielmehr "Shriftenthume FB. 3 — 
ne — —8 jen —— nd 
1. _beffen aud er| repa af Bari un 
er Ehmad — er 


Dac Hei Zepg uns die Wifforin, die 
aiten W 

von Seynaar 30 —7 
IIND 28 —5* El ehe 
—8 — — Staat won Gerber, ber u 
den 00 Bleinen Königreichen **) (BReidume) 
jüet, dern Bee sr 5 Sherhäupter, mehr —* 
Nilufers, won Geumaae aus nord: 


ts his ; Dablen m auf eine Strece von 35 Ka: 
eifen v ve Gebieten im Nilthale und her fie der 
3 


ac eerder *°0) zeiche Im Süden sum du 
des Akte —— Da um ng kr ** 


— —XX 
binae Seumptigteit in tmosghäre ra: 
nu: ziefen freudig one: Air 8 im wir tie 
ien den Kr wieder enſte 


x 8 Beine —— alfenee, * 3 2, ” 
der asia open Garavanın, bee sung 
h boten anf Mremetaren. Lunen Yin 
er 8 een MR hem. 7) Berka En R 
x. 


Bergl. u. Güthe, 
Een den. a ati nahe ih are Fin is 





550 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſcha. 6. 24. 


Weg in 8 Tagen zurficklegen. Zu dem Gebiet vorn Bıs 
ber, deſſen Oberhaupt fi Mek (abgekürzt von Delet, d. 
$. regulus) nennt, wie alle Nubifgen Könige, gehörm er 
Ser Ankheyre noch 3 ondere Or:fchaften ), m. Goz el 
Sue (Goz heißt bei den Negern überhaupt jebes Dorf in 
einer Sandebene) oder Goz -der Markt, 3. Bay cl 
Funnye (wahrſcheinlich das Dorf der Zungi als der Ge 
bieter in Sennaar, das zu Bruces Zeit in Bläthe wu, 
gegenwärtig aber in Ruinen lirgt), und 4. El DHaffa eim 
leine Stunde von dem Hauptmarkt gelegen. ruce, da 
dieſe ganıe Landfhaft Goos ’’) nennt, fiheint den Nam 
falfch berichtet zu haben. denn diefen kannte kein ***) Afık 
Zaner den Burdhardt dort befragte, dagegen nannten Mt 
alle die Landſchaft weldde eine Tagereife im Norden bes At 
bara liegt, Berber, und derfe'be ift in Oberägypten gan 
bekannt, mohin gegenwärtig jeden Monat Gürapanın ab 
gehen. Auch wird dee Hauptort Ankhehre, felbf Ber 
ber genannt, wie der ganıe Diftrict; denn auch bier, wie | 
überall abwärts durch Nubien +) bis zur Grenze von de ' 
gypten, ift alle Landſchaft, geograpbifch, nach Whale ! 
bieten, Wadys, benannt, in welchen bie. beiſammen hie ' 
genden wenigen und mebrern Ortfbaften oder oft nur rs 
pen von Wohnungen auch Dirfern a, 6, und fo viele derm 
find, unter einem gemeinfsmen Ortsnamen begriffen wen 
den, der denn auch der Eigenname des Hauptortes if, wie ' 
Bier, bei Berber. Bon dirfem Berber, am obem 
Lommt es wohl, daß ın Aegypten überhaupt alle Nubier 
den Namen Berabera (Pur. Berbery) erhalten haben, 
den fie fich aber ſelbſt nicht beilegen, denn fle nennen fh 
felbft den Nil entlang von Sudan nach Norden 83 
Senary, ſo weit Sennaar reicht, dann Nuba by 
Seboua, und won da an bis zur Grenze Aegyptens, Kt 
nous tt), und bdiefe find es, welche gwar unter einander h 
verwandte Sitten und Sprachen haben, aber eine von ihm 1: 
nördlichen und füdligen, Arabiſch redenden Tachbarn, na ! 
verſchiedene eigenthümliche Sprache reden, davon zwei Die 1) 
lecte +++) Kenfy der Kenous, und Ru ba der innen Au 
bas, nördli von Dongola, uns durch Burckhardt belt | 
geworden find. j . ti 
Diefe dreierlei, innerafrikanifche Völker bir Go % 
naary, Nuba, Kenous, werden von allen Aegyeten m 
und Mubamebanern unter dem gemeinfamen Ram Br - 


DU U er 


u A 


#*) Burckhardt Tr. p. 210. **) Bruoe Tr. T. VI: pt 
**) Burckhardt Fr. p.68. i}) Burckhardt Tr. p.210 7- 
+t) Burckhardt Tr, p. 25, 132. +++) Vocabulary of ibe 
Kensy and Nouba Languages b. Burckh. p. 155. 


Dlgren, Vetber— Wifparin. a 


— alien mg chieden eine 
Asabi m 

Hanern felbft bat, und bedurch von den m 

BR Kae ara 
ee tig fü ren, ms do zu einer Seigigte 


Be Bölkerftämme, Beige und Sprachen im: 


wo 
Die Landfgaft — IM durch einen ſehr feucht: 
na Fond längs des öftlihen Nilufers —R 
Bi nur ſeht (mal, kaum eine Stunde breit, aber - 
(be dur feine Weltflelung Inmitten der Mihien, am ' 
ferreigm, em Steome und am eitner Hauptpaffnge ber 
awanen, ſeht wichtig if. Ales Land im Weſten *) bes 
[73 — jegenliber, ift völlig umbemohnt, ganz 162 
€ Ber, geigt in ber Serme in üdrrall dem Auge 
bie e —F einförmige, berigonen [e weiße Linie der Sand» 
he, indes das Dftufer, zu Berber gehörig, mit Kieblichen 
übern von Acacien (Sant), Ofcpeur (eine Art Asclepias), 
Ham (?) SET und reiche, ‚Dutrahfelber aufjutwelfen 
ag Hauptnabrung **); ber Dartelpalme wird 
F 2. mit erwähnt, maß einig gebeißt [4 ur 
en Plateau noch wenig, Da fle erſt im fi 
an Zhalboden fo reidlis je Fruch ttrauben Hi 
aa, ober Diet aus Ducrah gebraut, iſt das allgem, ne 
', in dem fich alles Beraufge. 
Alle genannten 4 Ortfhpaften liegen nur eine ei 
umbe erg entfernt, am Eingang ber Be Fb 
ß t aus einem Dugenk Bruppen e 
denen alle. Laſter getrichen merken, 7 A Rah 
it, wie fon bie ref Aal Zahl der Sreudenmäti A —8 
* ie bier den Garavanen entgegenzieht, nach 
Eananenfatlonen im_Sftlichen muhomebanife ſhen 
——æe .5 diefer Berber iſt fehr fchön 
und mit fhöner Form der @lieder, weiche 
Kar A u die Php) — keineswege 


Een mehr gri⸗ doch mit pen. jet 
en TE —— — 
Far f fla en at hehe 
v ER algemeine Gitte diefe Send mit Bann di —X 
⸗ſehr heilfem ift umd fie geſ⸗ dig erhält. tele der 
auen fm Sqhoͤnheiten, nah —X uUrtheil. Diefe 





Burckhardt Tr. Burckhardt Tr. p. 218. 
2.85 Bürckh. Fra Pas, u , ih 


52 Afrika, Waſſerſyſteme. IL. Abſchu. $. 2 


Einwohner des Landes nennen fih ſelbſt Meyrefiah 
fogen zwar, wie alle Bewohner bes Nilthals von 
gupten bis Sennaar, fie ſtemmten aus dem Sherk 
aus dem Oſten ber; aber tiefes Wort ſelbſt ik nigı 
biſch, fondern aus der Bichareenfprade ee u 
ſeibſt ſind awar wohl mit Arabern vermifcht, jebod 
wahrſcheinlich ale Afrikaniſche Aboriginer gu betra 
Do werden fie oft su ben Arabern gesäßle, Ih— 
Tann eine Macht von 1000 Freien und 5oo bemaf 
Sclaven ins Selb flellen. Unter ihnen haben fi, ı 
Damer und Shendy, fehr viele Srembe angefledelt, 
aus Dongola , und Ababde Araber aus Dberägnpti 
doppelte Haushaltungen führen, auch Fakirs wie ü 
mer. Die Meyrefiab, ober Betmopner von Beeber 
Aderbauer, zugleich Hirten und Handelsleute, 5 
gypten, Shendy und Sennaar. Bon Shendy komm⸗ 
alle Warren, die nach Aegypten geben, auf den Marl 
Berber *); dieſen nähern Einkanfsplat ziehen die Ar 
ſchen Hanbelsleute oft dem wohlfeilern aber auch en 
teren von Shendy vor. Auf Shendy und Daraosı i 
Dandel von Berber befchränte; von dem Zoll und be; 
ſchenken der Garavanen bie der Mek fordert, Hat er 
Daupteintünfte; an die Shendycqravanen, die aus bei 
biete feines Oderheren kommen, wagt er jedoch keim 
derungen au machen. Gegen N. We grenzt Berber a 
Gebiet ber Scheyaya Araber, 4 Tagereiſen fern 
dem es dur ein Gebirge auf ber Weſtſeite des MN 
Diftriet Djohfa **) gefchieden if, gegen Weſt iſt alle 
mumication durch bie legte Mameluckenherrſchaft in 
gelab gehemmt worden. Gegen Norden beginne die 
ubiſche Wüße und gegen Oſten dehnt fi die Lanl 
Berber zum Gebiet der Bishareen:DBeduinen aı 


Die Bishareen (Bisharye) 


bewohnen norbwärts von dem Abyffinifgen Bor 
der Shangalla, längs dem obern Mareb bis Belad el 
wo wir einen Zweig berfelben, bie Hadendoa, # 
Atbara einen zweiten die Hammadab fon oben I 
gelernt Baben, das gange öſtliche Bergland zwiſcher 
rothen Deere und den Qulturländern Sennaats unl 
bers am Nilſtrom, alfo genau bas Land bes alten 9 
ber Blemmpyer (Blemmyss) °**), bie wahrſcheir 





%) Burckharde Tr, p. 254. ) Burckhardt Tr. ı 
#0%) Strabo XVII. co. ı. p. .ed. Tssch, T. VL i 
moire o. les Blemmyes J —E Mem, 6.VI 
U, pı 227= ı61, 


Nilfteem, Berber, Bifharin. 853 


br Bieharten, te dehnen fich aber auch no 
rend aus Me aus ibel 5 ed 
Kor über gerade dahin, wo der Mil: 
int keins "Großen Belteinmu im unten Nubien 
m ber Annäherung zum ro — 
— ‚Hier wird ihnen bas weitere Gebiet in ö 
ve buch ihee nördlichen Nachbarn, die Stämme 
en ffreitig gemacht, mel, x das Gefäft ver ee 
ibn EN CH ——6 
Beh und mit areen Inbigen 
en längs ber Rüfte des rothen mins 
Kogereifen nocdmärte der Küfteninfel 
— me fig bafelbft auf gleine Weife ihe 
en aus, ie find als die Fortfegung ber Hirten: 
rar iu betragten die wir am Dftabhange von Habefch 
—— dem Namen der Danakil (oben ©..059) lennen ges 
ben, am bie fie auch gegen Norden geengenz; und 
IR a nr —— wergleigungen die Water’) 
Be ‚en Bocabularien ber Bewohner von 
em ei En und Bishareenlämme anges 
et Hat, beider Sprache identifp, nur im Dialeeten der— 
bieben und mit ber Sprache von Dürfur Häufig yufams 
kmfliimmend, Nah Burkhardt ſtammen aber bie Bis- 
areen = ***) und bie El Sprache fehe 3 
om einer gemeinfamen Wurzel ab, gleich vielen 
te, welde gegen bie nöchlihen Grenzen Abpfiniens vors 


— 28 find in age sie ziehe 88 me — 
7*. Br are 5*3235 nBehe 


— 


Bi 


4 altın Landes Eh der tr De Bun (k a con 

Tr —— wie Maczigi +) le angiebt. * ide 

Eulen ei ng ie alten Bebjas un 

alt Etagen Y ea Blue —9— de 

züpmen A6 (hen eher —8* lan 

Be ft am fe m Sehiegen herab In 
wa miithal, 

bogen am vatßen MResıe gu, weil miele er für idre Deges 

pre 


Burckhardt Tr. ) Gpradiproben. eeipiit 
Es s veigt. —A RE “ Zi 
the Dialect ri the Ars! bu Binharye b. Burck- 
—5 — — of 3 —————— ver. 8 
7 F bei Burckb. A; : 
1%) * = — —S dr pen, IE 


. 


564 Afrika, Waſſerſyſteme. 1III. Abſchn. $. 2 


den iſt; aber zur Sommerszeit, we es an Queller 
Waſſern fehlt, wandern fie gegen den Mil Bin, wo, 
Brunnen fi finden. Schafe und Cameele find ihr ei 
Reichthum; fie follen bas warme Blut der Schafe fri 
und gelten für ein wilbes, böfes Volt, bas von Raul 
Diebitahl lebt, und fepe häufig, auf den fanellfien © 
len beritten, bie Afrika nur kennt, bie fernften Rau 
theien bis Sennaar und Dongola unternimmt. Viel 
Mameluden wurden von ihnen ermordet; fie verbreiten & 
Schrecken durchs Land; ihre eignen Etämme beraube 
wie z. B. die Hadendoa, die ihren Heerdenreichthum b 
auf den Drba: Langay bringen, auf die dortigen Alpe 
in Schutz gegen ihre Stammesverwanbten. ur ve 
Ababdes fürchten fie fih. Sie find noch ohne Feuer: 
gegen die Grenze Abyſſiniens tragen fie Bogen und | 
und fprechen Abyſſiniſch; nur wenige von ihnen fpı 
Arabiſch. Auf ihren Bergen follen fie Baffreiheit | 
einander üben und im Vertrauen leben; ihre Weiber | 
fie der Semeinfhaft ber Fremden preis; file follen 
chön ſeyn. Sie fammeln auf ihren Höhen Gennesbli 
agen Strauße und bringen deren Federn, und Schafe 
Berkauf nach Derr in Nubien und Aſſouan (Syen 
Aegypten, wo file jeboch nie lange verweilen und aus 
vor den Poden, bie gewaltige Niederlagen unter den 
kanern anzurichten pflegen, ſich bald wieder in ihre 
birge gurüdjiehn. 


Erläuterung 0. Derber, Barbar, Urfprung 

Volles, wie des Namens und Ausbreitun 

Malabar in Indien bis zum Atlantiſchen At 
Die Baräbra au den Nilcataracten. 


Auf einige Hauptpuncte zur Entwidlung des geo 
phiſchen und ethnographiſchen Begriffs von fi 
ber oder Barbar müſſen wir bite vorläufig bei bem ! 
tommen biefes Namens im oberen Nilthale aufmer 
machen, da wir gerade bier, geographiſch, von dem 1 
telglicede diefes merkwürdigen Namens , zwiſchen 
nördlichen Bärbern des Atlas, fo wie ber befan 
Bärcbarei und den ſüdöſtlichen Berbera bee Gem 
lie am Eingange bes rotben Meeres (f. oben ©. 165) 
redet Haben, ber fich feit dem höchſten Altertbume auf 
gewiß ſehr feltfame Weife weit umber verbreiter bat, fo 
es zei vorläufig noch unausgemacht bleiben muß, ob. 
in Stepbanus und vieler Anderer Behauptung ”'). 


U] 


*) Ebend. ©. 423. **) Stephan Byzant, v, Barbarus ed. ] 
kel p. 209, 






2. Milicom, Berber, Barbar. 655 


infileumen fol, daß anfangs ber Begriff nicht von einem 
3 hr a von Ba Spas. Ale: 

E pen DHezobst, dab die Gultur-Aegypter, 
et ‚„.. welche nicht mit ihnen ‚gleipe Eprade 
andet.. Darbar genannt hätten (Bugßugovs xalsovoı) *), 
ab da-and in der Ilias bie Karier als Bupfagogeroı. vor: 
— (2.11. 863), fo ſcheint dieß ben allgemeinen "bes 
nEmten ion giefes a ehius F befläti * ig wii 
au ) mer Da edrauchten. ndeß ſcheint 
fer die erſte fpecielle Yumenbung deſſelben Bere auf 
Kiasifge und Afrikaniſche, von ben bort einheimis 
Gen Guitursölfen felbft ols ihnen fremd und roher 
ngefehene Völker, dennoch eine etbnograpbifge Bedeutung 
un .gleicher Zeit auzulaflen, da ſowohl in Aflen wie in Afrika 
uRame als Tigenname gewiſſer Völker eben fo alt 
ma mag und man felbfE die allerfrühefle Bevslkerung 
Issyptens, vor dem Ginzug bes Prieſtervolkes, biefem 
en Gchlage ber Berbern (verwandt ‚mit Kopten und 

, aber ©. nı8) zuzuſchreiben genri e feyn kann. 

5 der Name Barbar, am Eingange bes —X zum 
Intiitgen Meerbuſen (Sinus Barbericus, Barbarice), und 
wi dem dortigen Troglodytenvölkern (f. oben ©. 190. 246 
£:@. D.) ſchon zur Zeit des Arrian, Ptolemäus, 
Barcian Heracleota u. a. als Name von groben Ems 
sorien bekannt war, haben ſchon Luc. Holften *), Wer: 
kel, Salmafius geledet bewiefen, und daher den Namen 
ber Rhabarberwurzel (Aha Barbaricum ***) ober richtiger 
Rba Barbarae })) im Gegenfap von Rhaponticum (Aha 
nticum) jenes vom Markte Barbarifes, dieſes vom 
el am Pontus Bergeleitet, wie auch fon Galen 
monde Medicamente von bemfelben großen Handelsmarkte 
ia Aeihiopien zunächſt zum Indiſchen Dcean (üxo 5 Bap- 
) benannte, uch kommen im Peripius des rothen 
ses ++) bei der Einfuhr in Adule, Aegyptiſche Beuge 
we, für ben Markt von WBarbarica (inira Bagpagına). 
Dieter Rame war alfo ben Aegypten wohl befaunt, und 
wegen bee ihnen feindlichen Meeranwohner, Troglodyten 
mud GBebirgsbewohner baren Gegend er bezeichnete, gegen 
Jethiopien hin, gewiß auch gehaßt und gefürchtet als alten 
kinder vor Zeiten, fpäter aber verachtet. Daher waren 
n bie eigentlihen Barbar wirklich feindfeelige, ver: 





















"}Herodot II. c. 158. %**) Luc. Holsten Notae ex Casti- 
t. v. Barbarus et Raptae p. 62, 270. .. ***) Salmasius 
xercit. ad Sol. ]. f. .&. c. +) Viricent Peripl. Mar 

Erystr. 14. p. 5gı und ed. 1801. p. 398. ++) Vincent 
Commerce and navigation of the ancient etc. T. II, 
P. 1158, 


— 


de — ale 


waras vertilge, umd aus dem Sitopoadefa nd 
bar amgereben wird (Hitopadesa Lond, 1 aan 
“.D.m Es mödte ah doch wohl das 
um Barbarnelte pe ommen, bas von ber — 
zesfeite und Ice am 





un von 5 als —8— da 
bein, Errascl, üben — 


Ba vn Bir 


Hi 
R 
ni 
HA 
ef 


1 


ii 
al 


I 
ai 
H 


MNilſtrom, Berber, Barbat. 667 


DE der heutigen Rabas. 

bie zu Strabo’n*) Zeit, noch von 
bei a — an bis gegen Aegnptens Süds 
jeten alfo eben ale Anbersre 


— Bann x ter - aus „Derobote 
ir * — Den 
el le Barbaren. geworden 
el 1 in wohl eben darum. ni 

me im Gebraud; ber 
—— ns ein eben fo allgemeiner * 


EA we in — — — 


Beh — 


ai m — —— —86 
R —— af ein J il 


ubiens üb 
ER 3 le en 


este es Bolt von [5 
BEE I —— 


in er glei andern un⸗ 
— Bean * inexlei Boden zufammengedrängt, 
tem fgmerer ertennbaren Miet elfh lage zmifden den 
jrungenen Wölkern geworben ift, der indeß immer 
. aracteriftifch ns Era 8 Körperbau und Bitte 
‚alter Afritanifper A ——— am m ſich beurkundet. 
* ift num auch bie im. die menefle Zeit, am ber 
grenze feiner Ausbreitung ber uralte, — — ſche 
€ Barbar, Berber —A der, vom 
ie heben, wenigflens den —— — 
eſes — bis auf — Zag gegeben 
im Werten bes nilpale im dande der nörd- 
een (Barbarei, wonon unten beim ae 

M im Süben befielben, ben Anmol Me der De 
m und BER fübmeflligen Nachbarn im Eftlipen Su: 
Bin: ne Dan wahrfheinli **) a bie eine 
—— Haft zu einem der Haube⸗ 
[} +43 —— er Aftifas zufammengebören, wors 
ein nur volfländigere Spracpvergleihungen 

‚geben zen di. unten bei mn 


ker erfle Geog graph, weldper wieder techt aus: 
In di bes im * UT 
—X wohl damals (1350) ih —X — 


mbo au e a 8474: od, Tarchukke, RM) ie 


85 Afrika, Waſſerſyſteme. EU 


‚in bas centrale Afrika gegen dem Nigerſtrom babı 
haben möchte, iR Ebn Baruta, derbieBerh 
cher von Bo rgu (Burdama) nennt, die ba 
Goravanenführer treiben, deren Schup fi « 
nuta andertraute. Daß fie dort die Derefiher ı 
ſich daraus, daß an der Sultan des Landı 
war. Weber ihre Ausbreitung in » Fur m 
in ben Dafen, ——— bei ara, 3 
Datuta hafte aub von Aden aus, über Be 
gange des — Meers das dortige grofie @ 
Barbara **) befugt, und als ein dunkel 
kennen gelernt das zur Mositminfecte ber Shaf 
gen war, er giebt beiberlei Völkern denfe 
Ob fie darum auch zu einerlei Wolke geb, 
5 ſeht orifeihaft und lähe ſich aus 
nicht folgern, Aber ded Erbfaftsredhtes bi 
diefen beiguordnenden Völkern, die diefen öflid 
tipen Berbern benachbart lebten und- Sta 
find, maſſen wir hier erwähnen, weil das € 
diffelden, von allen andern Verfiebene , ihne 
feitig .Gemeinfame, auf eiherlet Hettomme 
ſcheint. Ebn Batuta finder bei ben Meffo) 
melgt (Wale, oben ©. 440) offenbar eir 
farame***) im Norden von Zimbuckn, den ( 
die äh nicht auf den Sohn fondern auf 
fterfohm Übergehe, und biefelbe weibliche 
folge +) mar nah Macrigi eine Cigenipi 
Vedjas (das Voit der alten Derhern und 
ver Bieharcen) welches biefe vor allen andegn 
kn. 6a ſagt aber verwundert, daß er nie 
nem weiten Keiſen irgendwo eine Aßnliche € 
babe, als nur noch dei dem Beibnife al 
ex Jeibſt auf der. Werküfte Dekan befucht Ha 
vielleicht jene Warwar im Sanſcrit fen md 
fan en Alten ein Barbaricum Indie } 
seleberrimum fin Andusbelia, wie Hamilton 
dem dort einheimifchen. Namen, bekannt wär 
Barbar oder Berbern ein fomopl bei den 
Argyptifhen. Pricfterkanten verhaßtes und ver 
gewefen feyn mäflen, bas aber fon Weltha 
eben Diefen vieleicht feiner Emigration Über 
Deean ‚uerbanfse, was um & wahrfcheinlicher 


man bedenkt, baß eben an jenem Barbarica, 
—N ———— 


) Ebn Batata b. Koseg, p.4 Ebn Ba 
A Et 
J 46. +4) Macrizi b. Bnrekhatdt Tr 
5 s. Exercitar. in Solin 1-f; 562: a 
Peripk, DIL p. 851. »d, 1807, Vol, IL p. 581 








DE AHDELELEH UND vor IHNEN MIEUELJUITEH ais jey 00 
[ 


Völthen der Berbern (Berbery Sing. Bara: 
lur. nach Geegen; Barabras bei Costaz), welches 
Ye neueſte Zeit, feit dee Franzoͤſiſchen Eprpedition 
len an'ben Gataracten von &pene Eennen —1 — 
ft es worgliglich, welches zuerſt wieder bie Auf 
HE auf biefes wei tDerbreitete, gan urts- 
Hirtelalieb der Bevölkerung No jas pwiſchen 
1» und hellfarbigen Menfmflänmen 
Gehen, der zu diefem braunen Wölkchen auch 
9 — die Pr —AE Be 
ete an biefe zuer au di er⸗ 
Imns, Dar Fure und des rothen Meeres in Ber⸗ 
erkam bei Beple (oben ©. 165) an, und bemerkte, 
caiter Tempel Oberäguptens Berräby heiße, ein. 
vie Araber jedem der Bempel eben, nämlig 
an melden das alte Land — erbern, nämlig - 
ei zei iſt wie Aegypten. Er ſprach es en; 
Niefe Berb ern einfl gang Nubien beuölterten 
0 Aegypteno bis Raabe So wie fie im Pr 
ie den wptiſchen “oem, nach den hen 
3 z Bm su uxtheilen, weis en mußten, In us 
ben Arabern und feit bem Einfall bi 
ben fpäter herrſchend 333 u: 
a Zetien pi 13 FH der Römer fpon al —2 Re 
e (Nobatae ber Römer) vorangegangen waren, bie 
6 Zeit aber nur tt) nach das linke ober weRe- 





560 Afrika, Waſſerſyſteme. III. abſchn. 5. 24. 


dung dieſer verſchiedenen Zweige dee Berbern in Libyers 
an den Catsracten und am zothen Meere sisen 
gemeinfamen Gtamme, obwehl ex meint, «8 bleibe Due ( 

weis eiß noch für Gerpens ‚Doporbefe su führen Aieig Al 
Daher wir, hier, barüber beigebracht Haben,. wos mnriE © 
Dis jegt gefammelten Beobachtungen baflız barbietem ME» 

tauben in den alten Bedjas und ipten Nodkommen, IF 
eutigen Bishareen, wie in den Mubas bie Ucberini,g 
Tomopl 5 
— 


im Hinſicht der Menſchenraſſe als ber Hi fe 
Umgefloltungen und Entwidlungen eini, ne ec 
alten in bie neuen Berbern und Nubier napweilemgn 
tönnen (vergl. unten Blemmpyer). .. 

v BR: fe — Bone von —EXE dabın der o. 
iſchen Geographen, daß fie die Nachkommen ber PEE zw 
und des Königs Goliath feyen, den David ſchiug, — 
fan; und dahız Sabe Der Mrs Dielcatl Sucher Meran 
jollen, un! aher Habe 3 er lout erher 
Goliath Berber **)), zwifcgen Araypten und der Safe I 
mah, wie Ebn Ayas berichtet, feinen Namen echte 
No weitläuftiger läpt [73 über diefes Mährdhen ber 
ſtãer in Aftlka und dem DMaghred, Shehabedbin (i N 
1450 ***)) in feinem Perlenfpage aus, ber ihren Mi 
vom wiberfpenfligen Murten ( erberne) opLE un 
ihre Vorväter bie Amalekiter nennt. Mei 
iR, daß die Berbern, nachdem Satip Dmar 
erobert hatte, na Shehabeddins Erzählung, 6 
Ei Amen, Gtatthalter von Aegupten, fenbeten, bem [ik | 
exeie ftellten zur Annahme bes Zolam. Cie wurden je 
Kaliph Omar gefcpidt, ber nur buch Dolmetfcher mit il 
verhandeln konnte, da fe bie Sprache ber Araber ni 
deien. Sie nannten ſich felbft Nakommen voh Magi; 
und fagten von ſich aus, daß fie die Pferde lichtem, midi 
gern Häufer bauten, keine Städte hätten, und dab ca au . 
bei ihnen nicht der Gebrauch fey Zeichen an bie Drge u 
fegen, um ben Keifenden bie Strafen zu brjeineit. (D 
mbar ein Berberifcher Bebuinenfkamm, etwa mie bie Dies 
hareen.) ierlüiber erfreut, nahm fie & Kaliph eh tenol 
auf, und ließ ihre Mannfhaft an die Spike feines Dem 
in Aegypten fellen: denn ihm war verheißen torben, Did 
ein folhes Volt werbe feine Macht größ werben. b 
Diefe_ Er blung feine die Vereinigung eines \ 
ber alten Beben imme mit benen bes Beduinen [7 —3— 



















Burekharde Trav. App. II. p. %35. Not. **) Ben A: 

een, in Non er Euer. Tr vie p. 7; vergl. Kanal 
in Hornem. Voy. Vol Il. p. 3% #8) Shehabeddin Ki- 
tab Adjuman in Not, et Exır. d. Msc. T. II. p. 29%, 








er fügt nun Ghefaheddin *) weiter, be . 
33 A) ya, von 
on jr 

adan RL Wiereimen) dem Im 


m 
Neger. ben wir alfo deu wahren 
een no In he Bin des * 


aräbras *)ober Berbern ber Rilcataraeten 
je, an ber Sübgrenge Xegpptens , find weber 
, mord Uegopter, fondern ein Bweig ber Rus 
die nörblichften. derfelben, fie Buri 
in —— re ar ber nörblihften Aubiet 
18 mitbegreift *"*). ie weichen. bi Sache, 
ing und Space gang von ihren nörbligen Je⸗ 
Nachbarn ab. Sie Baden im wilden Belss 

ee Nilcataraeten, wie in einem Afyle,- wahrfeeintich 

itefter Zeit felbfiftändig erhalten, da dieß Klippen« 
‚zu Rande ganz ungugänglich. für Gamerle und Pferde 
auch tmegen der Strommindungen und Gtroms 

rm don ber Maflerfeite ſehr ſchwer suginatt if. 

[bft werftehen jedoch fehr gut mit Beinen Schiffen und 

| geil den großen und kleinen Cataracien Sins 

m.’ &o wenig ald mögli mit Andern in 

lebend, zablen fie ihren Tridue in Datteln um 

ben Pafcha Aegypiens, find fonft fanft mn) 
nertheidigen ſich aber tapfer gegen geiwaltfüs 
U auf ihrem Gebiete. Daher widerfegten a. 

eis er — dem Vorrl 
fr. ee, md fe ihtem Uebergange ı 
Ibilae.,. Als ſie dennoch die Frauzoſe af a 
ankommen fahen, ſprangen alle, feihft. Weiber und 
in ben Mil, Ihwammen am das jenfeitige Ufer, machs 
die Kinder und Zöcpter, bie ihnen nicht ‚folgen Pontke‘ 
— (ft oder verſtümmelt hatt Andere Reifende ndhs‘ 
men ihre Caſchefs fehr freunblig 








Shehabeddin a. e. D. p. 14. Coetu Mein, a.9. 8. 
2 gi. %>4) Burckhat 18 en Mm a EL 
artalive of a Journey in Egypt and the Country be 

. und the Chuarests, — 86, 4 pr. +1) TE. Lei 


Pie RR 





* Afrika, —— I. * 


A 
inli il 

—— amt ——5 | 
55 —ã— —8 nn 
hatten nach ber Franzöfifchen g on Ja 
viele Unterfahungen auf ber‘ (& ang 
a waren, bie Abſicht, die Ruinen * 
Sue‘ 















ben d den & ben 
* edt meint, men di "Despotie dee PR 


br drücte, fo m Sapten 2 fie leicht, 
—* en Rad nen, | 


und weit —e— "le biefe find. 

Die Nubier find überhaupt gut ebaus * 
musculds, mit feinen Gefichtsforme dee Be 
befonbene haben mehr Europäifche Se ale rt 33 

ahlen fich ie fogar Ri ben Ken WBötken 
die be 





arbe d ste ſteht um 
fanwar m Mu er von 1 Gennder und d 
basane) der Keappter in Said. Goſtaz beir 
arbe als glänzend dunkelacajon (acajou poli fo: 
95 nennt fie dunkel und die Haut gi 3— 

aar „in Ion. leicht gekräuſelt, ohne wo wolis m 
**) bemerkte, daß ihr Daarpus gumweilen s 

zen gefräufele und mit Fett fleif * cht ſey 
putz ber Sphinxe; Männer und Ge hen 
wie bie Aegyhpter. Die Knaben gehen nackt mit eh 
um ben es und die Mädchen mit einem Gau 
Schaam, wie auf: manden — 

—— enkel fig zeigen. 
fer * — —V A frugibare —8 die 
erbauer D: a führt 

Ken Mn PR nee Serehrakel, Sr —— 

eswegs von a ae don Ranborn * 
Gegentheil, fie verlaſſen u. r 

aber, begeben ſich gleich *3. ei —— Gel 
vergnern, Tyhrolern und andern Bewohnern * 
ftricte, auf eine weitere —— * * 

terägypten nach Kairo. re find fie u 

Ben an Ber kn el 
nes, und Araber. Ihre un 
ſo —* daß faſt alle Thuͤrhüter der 83 









— 





ses 
—— 


Beer van fie nis, als —— She 
"ger — — en gute 5 2 a en. 
ER Durlgaus frei * den Gutturalen welche dem Kran. 
L — fie iſt ſeht ſanft und — 
n ift —— son dem der 06 ver 
ienfofteme weiche Marcei — 
u in —— iber Eorade 
kannt; Gofinz meint, Diefe fey nur 3 
am Nil und auf die Jafel Iephantine 
Br ai ” 33 
dae uge re und a —R 
Ben jen an an a ja 7 
n ’ 
——— verwandte 


Baräbras find gegen bie alten unbe: ober 
Kopten, wie wir oben gefehen, doch Buntelfen 
men, mas fo unmittelbar an ber Güdgeeı 
(ehe auffallend iſt, zumal da die a ahkee 
‚seftaltet find als diefe Baräbras., Ih. Leg 
”), daß unter Kaifer Diocletion ein ee 
die Nobatae überredet wurden ihre Wohnungen im 
erlaffen, und fi auf einer Landfirede oberhalb . 
t8 Syhene und der Nilcataracten gmrafepeln um 
des Römifhen Neiches zu bemadpen * 
iantine ward jährlip der Bertrog zwifden den ne 
I Nobatae mit Opfern erneuert. Vielleicht, daß 
hen ferbigern Baräbras diefes ren; pebiete, gemifchte 
n jener Colonie Libyfaher 6 ober zulege 
Berbern, einft füblicher wol mend Gtammges 
Ummiren. Eben biefe nächften Grenganwohner Jeghpteus 
Macrizi Nubas +), fie follen "6; obwohl fie niche 
teben, Do bes Herkommens aue Arabien zühmenz 
gt ebenfalls Macrizi, aber auch Burckhardt Härte es. 
ien ff); biefer Adelftolg ift jedoch den mehren dee dee 
dart Ginpeimifcpen gemein, obwohl an diefer Angabe immer 
ER Di Ir zweifeln if. 





DE Lesh, Ni 
=) Gibbon a ae Vol ala ———— 
App. III. p. 497. 11) Bi — 

J un 


664 Afrika, Waſſerſyſteme. II. Abſchu. 8. 24. 


Anmerk. 1. Die große Infel Aloa ber Jacobith 
den Eh rien: bas alteMeros, die Stabt, der Yeis 
erſtaat. 

Das Land ber drei Herrſchaften von Gennaar, Scheniy 
und Damer, ift claffifher Boden, denn bort Iag Stadt und Zu 
fel Meroe der Alten, der Priefterftaat, älter nadp Hersbot*). a 
der Aeanptifge, und die Metropolis ber Aethiopen. Aber 
zutage hat noch Niemand bie Denkmale jener Zeit bort wieberges 
funden. Die Nahrihten der Araber aus bem Mittelalter gebe 
Uns die Beſchreibung beffen, mas die Alten, wie 3. B. &Strabe, 
die ſehr große Infel Meros nannten (voor v . 
Meooyv "N%)); wir halten diefe für die Infel Aloa Gelim ul 
Affouany’s, und für bas heutige Gennaar. u 

In fieben Arme, fagt Selim el Affeuany bei Bacrii") 
zertheile fih dort der Rilftrom ; in brei große Arme, 
Abiad (weißer Nil), den Azrek (blauer Ril, ben er Afhber 
di, den grünen nennt) und in ben ſchlammigen vom Dſten her 
i. der Mogren ober Atbara⸗-Tacazze). Bor dem Zufe 
der beiden erftern liege die Gapitalis von Aloa, von’ welder 
milchweißen und grünen Waſſer beider Nitftröme, nod eine 
reife Ceine Stunde bei Quatremere) neben einander hinfläffen, 
fie fih völlig vermifchten. Zwiſchen biefen beiben großen 
eingefchloffen, liege die große Infel (Bezira im Arabiſcher, wie 
005 im Griechiſchen, ein Gilanb und Balbinfel), deren obers 
Ende unbelannt fey, wie aud das obere Ende beiber 
weil dort gegenfeitiges Mißtrauen unter den Einwohnern herifde 
Denn auf der Infel wohnten viele mächtige Völker. Ginige ber 
Dberhäupter von Aloa follen einmal auf eine &Entbediungireie 
ausgegangen, aber nach mehrern Jahren zurüdgelehet feyp, chf 
das Ende der Infel zu erforfhen. Doc lebte an ihrem Gäbcahe 
ein Hirtenvol®, das am Tage gegen bie Sonnenhige geſchütt is 
Sale feine Wohnungen habe, und des Nachts feine Heerben wehe 

die Troglodyten unter den Shankala ber Alten! ). . 

Außer jenen 3 großen, habe ber Nil bore noch 4 Tleine 
Arme, die aud) vom Güden, etwas vom Oft her kommen, bewn 
Urfprung auch unbekannt fey, aber fie ergießen fih alle 4 in bes 
blauen Nil, Eommen aus Abpffinien; ihre Ufer find Insgejamt be 
baut, fie ſelbſt ſchiffbar. 

Die Außerften nördlichen Grenzburgen bes Königreiches Ale, 
am oͤſtlichen Nilufer, nennt Selim Aboale, d. i. bie Pforten, 
welde ein Statthalter beherrfche der den Titel Rahwah (Weh- 
walı bei Quatremere) führe; aber bie Reſidenz bed Könige von 
Aloa heiße Souba (Soniah bei Quatremere +)). Sie lisge 
im DOften ber großen Infel an ihrer Rordfeite vor dem Zufame 
menfluß des weißen und blauen Nils; und im Dften dieſer Stedt 
Tiege der fhlammige Fluß ber auftrocknet und beffen Wett bıun 
bewohnt wird (der Atbara, Astaboras),. Diefe Stadt entpallt 





*) Herodot II. 29. **) Strabo ]. XVII. c. 1. p. 471. ed 
Tasch. T. VI. ***) Macrizi b. Burckh. Tr, App. IL p. 
497. mit Roten, und Quatremere Mem. s. la Nubie T. li. 
p-21. 7) Maerizi b, Busckh. p. 500; 5, Quatremere p.25 


2 Mlftkon, Miceelläuf, Meros. ' 666 


jateR 

— der Wehen (Sabier)", denen fie Ipole errichteten: 
5 werben wie alle Nubas zu Ghriften, und find Jatobi 
Genom jekiben. Shee Keitigen Bäder fa grinäiig, fe 
k e. Eee 

f 

















n 
I fie aber in ihre eigene 1 Diefeb 
auß ber. A soten Sahrhunderts (Geltm A. 
Belim,‘ der Nubifhe Hiftoriograpy uns in biefen Morten 
— une, dap fih Die GrihtigeRiräe daß Di ınm 
jete von Meros ausgebreitet hafte und bort bie herrihende 
Salb Wen Batrik, hatte bie Gecte ber Jakobs 
dur ganz Nubien *) verbreitet, feit 743 der Heglı 
IE. Geb. @& war ulfo das mi 
eid jaae noch vor bem Ueberfall ber heibnifhen 
Er wohl erft auf den Trümmern eined Krikliden 
greiges errichtet, über weldes merkwärbige Backım und 
©, had) feinen Berichten Uber Gennaar bisher im Dunkel 
1 « Die Mufelmänner waren, wenigflend nad Macris 
ein halbes Jahrhundert vor biefer Wegeb wege 
liche Abnffinien erft ganz vom driftlien udrien 
en und völlig ifolirt zu haben fiheint (oben ©. 195, 226), 
. u ——— * Si tabt genden „= 
jennaari’8 bagegen dem am gur en Dies 
erhoben haben. Leider Eennen mir nod keine Raqhricht, 
ie und über die Einführung bes Ehriſtenthums auf der 
Aloa, in bem alten Priefterflaate Meros Beriht 
'„ aus bdeffen Gultus und Aberglauben fo manches in den 
tifftihen Jakobiten Staat mit übertragen worben gu ſeyn 
int, und aus biefem in ben benachbarten bis heute noch befles 
Bemben Mufelmännifhen Priefterflaat von Damer, fo 
wir bier in biefem noch eine verbunkelte Weberliefi 
Fang von Priefterherrfhaft und Prigfterlehre, aut 
mer jedesmalden Sahrtaufenden zeitgemäß, dus 
Ti umgeftaltet wieber zu erfennen glauben. “ 
„Dieß ergiebt fid unmittelbar aus folgendem, was uns &e: 
Im ei Affouann und Macrigi von biefem Königreihe Aloe 
And den veligiöfen Worftellungen des dortigen Boikes mittheilen. 
Der König in Aloa **) herrfcht unumſchraͤnkt, beftraft, und macht 
em Sclaven nad, Gutbünfen; Niemand wiberfegt fi , fondern 
see wirft ſich vor ihm nieder, wie einft vor bem aöttergleid vers 
— Königen ***) von Meros, und ruft: Lang lebe ber Nds 
oh fein Wille gefhehe. Gr trägt eine golbne Krone 
als fein Nachbar, ber König unterhalb Aloa, am 
et, 








Motra (Motarrah bel Quntzemmise) weideh wir im heutigen 
dgrat +), zwifhen dem Neid, Werber und Dongelah wieber 
feanen, Gr kann ein großes Heer ftellen, deun bie fruchtbaren 





®) Elmaein Hist, Saracenic. Th. Erpenii. 1635, 
"ee Macrisi b. Burckh. p. 501. *t*) Strabo 
». 635. ed. Tasch, 4) Burckhardt Tr, p. 497. - 





a, Waſſerſyſteme. III, Abſchn. — 
sun dehnen fiö de & e 


er weiße D 

: und Bier (9 
als eine wahre Kan 
vortrefflich 
Nil aufn 

olen. Aut 
ußer 

n Meros wie in 
ucht, —J 
cte, und E⸗ 

Kuf der @i 

% Rolf info 


Mfept 
namen ie 


r sriäte 

mit ber, wiel 

als wahr von bie den ır 
einer beſont 

isren Weder 

je des Caal 

us, fegen bat 
baneben © 


r re 
m. Das ( 
ollten fie 
ıden fie @ 
Anbaus b 

in bie Breifi 
igen Einw 
en (Quat 

ne unterge6 2 
'yn?). 

Steine sieh 
daß fie ül 
offenbar 

d Edelſt 

obon 

als nur hier @ 

} Eee j 

v aut i 

en Blaue 

1 Sehnnerng me 

gen 

ı Meroe und 


N 


fettitz 








—gufeen, Mittellauf, Meros. 66/ 


ie ir Mänberoäfter, ohne Wafle, du Die Bei 
= — — — a are 
——— — ren, 
» — RZ Affomanp ſprach fchr viele der Bewohner biefer 
2 —— — bemerkt, daß fie gu dreierlei*) verfhiedenen 
u X — gehörten, bie Einen erkennten Alish als den 
"—_— 5 a or tt, fiehten aber Sonne, Mond und Gterne um 
„x hm anz ‚Andere Tannten Allah nit, fonbern bee 





Sonne und bas Peuer an (ob ein Gultus aus dem 
Ner —— ned Andre bieten nur einen Baum 
yie 


ober ein 








vw 
AN, 4 
— fie nur wollten, für heilig (einheimiſcher Fetiſch⸗ 
EIS AH Sinn Zheit?ber Salkinel Kind ip 
— vdas Volk der Bebja (MBuja, f. oben ©. 
Nazmımpäter der Beutigen Bishareen bie dis Dabei 
£3 Üte Priefter nennt er Schamanen bed Teufels; fie mös 
wohnt I jenen Mogiern loas gehören. 
Sta) ılen diefet vorläufigen, für bie Wiederentdeckung von 
e0& » Htwiß fehr intereffanten Bemerkungen, find wir gegene 
ig noch nicht im Stande die beftimmtere Lage biefes als 
‚elortes genau au bezeichnen. Hierzu würde an Ort und 
miemand tüchtiger geweſen feyn als Burdharbt, beffem 
(bei Bo3 Radjeb am Atbara, wie wilden Damer unb 
am Nil) aufgefundene Trümmer wir of Thon anges 
ben, Burdbardet ***) Hält dafür, daß biefen Ort zwl⸗ 
ben Nil und Atbara zu legen, wo Shendy, any unpafs 
b zur Sandesnatur ſey, denn da Liege Leine Heuhtbare Infel, 
ein nur ſchmaler Uferftrid mit Fruchtboden; alles andre 
Sandwüfte. Dagegen glaubt er Herodois +) angegebene Dis 
‚polen fehr gut auf die Befhreibung und Lage ber Infel 
oa.bi 'elim beſchreibt. 
ud paßt diefe Beſchreibung fehr gut zu Strabes fdilbfärs 
d Eilande Meros ++) zwilhen Aftaboras (Atbara) und 
Mlapus (Xzrek) dem wahren Ril, der aus dem Abyſſiniſchea 
— Eomme, ober wie andere fagten auch zwiſchen dem vom, 
verſchiedenen Aftofabas (wohl Abiad), was freilich einen 
weiten Spielraum giebt, der aus keinem der alten Autos 
m +t) fih game beftimmen läßt. Bruce ift der erfte, ber 
Nie richtige Erflärung von der Infel Meros, als der aroßen, 
de Aurdaung, ve umfloffenen kLandſchaft gegeben ++4+) aus 


Anfhauung,. welde buch Burdharbt an ihrem Norbs 
berictigt und näher beftimmt ft. Rad ihm und Gelima 
Bericht, mößte bie Gapitali6 von Aloa, naͤmiich Souba, welche 
ed) wohl fehr wahrfheintic; auf ‚bie Ruinen won Meros gegräns 





®) Macrisi bei Burckh. p. 501.; bei Quatremäre II. p. 26. 
'*) Maorizi bei Burckh. App. p- 50%  *"*) Burckhardt 
T. App. p- 52%. Net. +) Herodot II. 29. ++) Strabo 
XVIT. c. 1. p. 472, c.2. p. 632. ed. Tzsch. ++t) Herod. 
3. 29. Diodor 1. p.58, Plin. VI. ag. u. Deeren Ideen 
A. 364 bi6 442. und Murray Dissertation om the Pro 
- seive Geogr. ate, in Bruce Tr. T. VIL. p. 381-394. 
rn) Bruce Ar. VI, 2, Edit, p, 445. 


s68 Afrika, Waſſerſyſtemo. III. ubſchn.5. 24 


det ſeyn möchte auf bem Mefopotamien ober Duab (b. I. Su 
ſtromlande) beider Hauptarme des Nils gelegen ſeyn, wo heut 
tage die Stadt Gennaar etwas weiter im Süden. Huf wei 
fheinti hat aber die flache Spite diefer ſchmalen mefopotemi 
ſchen Landzunge feit 2000 Fahren große Wechſel erlitten, wie bi 
fo vielen andern Stromfyftemen, unb eben fo die Ginmändem 
der verſchiedenen Nilzuflüffe. J 
Sait), der an den Ufern bes Tacazze Betrachtungen ähm 
Meroe anftelite, meinte, baß beffen Lage ziemlich weit oftwärtl 
jwifhen Mareb und Atbara gefucht werben müffe, ba Ptolemäul 
auch Arum mit zu Meroe Insula **) rechnete, und ein Bote von 
rothen Meere dahin 15 Zagereifen brauchte. Dieſes wuͤrde ehe 
ben vorigen Kocalbefchreibungen weniger entfprechend feyn. 
Der Name Meroe findet fid) merfwürbig genug in ein 
mehr nörblihen Gegend, unterhalb Werber nad Dongola Hin, # 
dem Gebiete der Scheyaya Araber wieder, wo bis auf ben heuti 
gen Tag bie Hauptſtadt bes Landes Merawe ***) heißt au 
ihre gerabe gegenüber am andern Nilufer die zweitgroße Gtab 
Kadjeba liest. In Merawe fol ein Caftel von B 
erbaut feyn, 2% Zanereife von Dongola, und 7 Zagereifen DM 
Demar auf Brüce's Karte. Ob Tonft Monumente alter Zeit bet 
vorhanden, hat Burckhardt nicht erfahren, aud nichts von Bruce 
angeblihem pradtvollem Riefenbau, Gäulengängen, unttrirbifäe 
Brunnen unb Gemädern beim Orte Dermes, beffen Lage ‚ax 
ganz unbekannt , von denen er durch Araber etwas gehört habe 
wollte, woran aber auch Salt zweifelt. Es bleibt alfo künftige 
Beifenden bier nody manche Entdeckung zu madyen übrig. Mero®’ 
Lage treffe wohin es auch fen, immer bleibt es gewiß, daß da, W 
jegt größtentheil® nur unmirtbbares Ufer an bem ber Bebalı 
und anderes Raubgefindel haufet, einft bie Wiege Afrikaniſh 
Künfte und Wiffenichaften war +), wie Heerens vortrefflige ii 
terfuchungen binlänglid gezeigt haben. , 
Meros war ein uralter Priefterflaat, regiert von eine 
Könige, ben der Bott Ammon felbft aus dem Priefteen wähl 
und feierlich beftätigte. Die Macht des Gtaates war auf Ma 
Anfehn des Orakels vom Jupiter Ammon und auf den Haub 
buch Saravanen geftüpt, weicher von ben Prieftern eingeleih 
und gefhägt. von ben umherwohnenben, nomabiſchen Dirtenvdfle 
als Waarenführer betrieben wurde. Won hier gingen bie Pi 
flercolonien von Zheben und Ammonium aus, und mit ihnen wu 
den auch diefe zu berühmten Drakeln und zu Hauptmittelpundı 
des Caravanenhandels von ganz Afrika. So wanderte bie Eu 
tur der hoben Sennaarterraffe oder des Staates von Meroe hä 
ab nach dem tiefern Aegyptenland, wie bieß felbft nod in fi 
DOrnamenten ber Aegnptifhen Tempel durch die Priefterprogeikt 
mit dem Schiffe, worauf bas Bilb bes Jupiter Ammon gefragt 
wirb, allegorifch angedeutet if. Von hier aus verbreitete kb & 
Dienft des Ammon und Djiris (Zupiter und Dionyfos), die cı 
loſſalſte bauerndfle Architectur, deren Bläthe wir in Aegppft 





*) Salt Trav. p. 3. *) Prolem. Geogr. 1. IV. e. 
##R) Burckhardt Tr. p. 68. +) Beeren Ideen a.  D. 


E = Brom, Dirtellauf, Märsen. > 8 
Meroe len ee de 


faniteit — In Bean EN ——— 
eroe aravanenhandel ſtand Zegypten vnd 
neun mit Sudan, Xethiopien, dem glädtihen nd 
| — = "Staat —— war Bu verbins 
e ieb von Ar; ten ıml thio durch 
der —— ——— die —— — 
mn, mol ie Garavanenftraße wie nod heute wahrfdeini 
Bm führen mußte, das ſo iemilch dd ber wen 11 
Weges Liegt. Wielleicht daß eben darum die eine —2 
wwlonie von Meroe ſchon vor der Koͤnigtherrſe in Arum ano 
— wat, welche uns bekannt wirb, nahbem der Gtagt 
ei Dos: * Bun, — * une (eieigyeitig mit dem 
lem&er) bebeutend zu fepm ). 
BER HTEE, ana mn 
Be IR Ber Äitee deal untern von 
ya! Ms 20) fape Aap ce ee ante De des Di Aalen 
anfange; Gerobot lernte unb mit Ihm alle fefen 
— in Xegypten kennen, aber viele andere — den gre⸗ 
fen —— Strome ebenfalls beigelegt.” 
‚Borzüglich mehrere biblifhe Namen geben uns ben 
daraus hergeleiteter Benennungen an, zumal Gihon, 
wer neo Sphur*e) 
bon (Gyhhoum) ber Gon von ar de der Beneht, bet 
— ——— Sat waprfeheinlich dem jet Köptiigen Namen 
eReön oder Kehön, bei Mof. Ghoren, veranlaft, und Im 
a das rafche hervorfkrömende MWaffer (erump. en). 
fol der weftliche weiße Nilarm Gihen, de — 
en aud Phifon heißen. In den erſten qriftüchen 
Junderten beißt der Strom * den Kirchenvatern a 
Mißeus, Gibon der Tpebais + 
Aus Rehr ober Ran (b. i. Flug) meiftentheits Ree 
Reteraim eu Messr ber Araber) iſt wohl Homers Myuzıes 
und X rayptus +) sieleich felsft ättefter Rame bei 
— der Ar — auf das Zhal Äberteagen warb. 
U oder Rekht (im’Wuc ber Könige und Jofaa) 
—— ber Name Ril, Mitlos (Nuchnl bei Pomp. 
* da KeppL im Hebräifhen fo viel als ein Engthaf bes 
Ioifchen weichem hindurch eine Stromrinne Ikaft. Dios 
er Tegie I 17. leitet biefen Nomen von einem alten Könige 
ans —2 aber im —A — A er Kane 
Manethon nit vorkommt. Aud me Nil, 
Fer allergebräugglichfte im Auslande nenn iR, den un 
en Hefiodus (Theogon au 12: 
ber Bezeichnung vieler ER Gtchme, 





Viper au, D. ne Diodor I. p. 178. **) Plin. 


Lv. c. Merz Mem. in Deser. de l’Egypte 
Er. Mod. I. 7 48. DL Cham; ollion VEgypte sous les 
ons atc. Paris 281 T.L pr 136. Pinedo in 


Ba Bya — 





570 Afrika, Wafferfofteme, III Abſchu. 6.04. 


aur zufällig überein, wo Ril, ben Gott Siwa ben blayen, 
bezeichnet (in Nil Eswara, Neli Soram u. «. * Auch iu 
Perſiſchen iſt Nil **) der Name der blauen Indigs Dr an 

a imme 
ohne Ausnahme ben Nil des Sudan und ben Ril ——— def 


»iefem ins Arabiſche Äbergegangen, bezeichnet es in A 


fen dftliher Arm Bahar el Azrek (von azorkah im Arabiſqhes, 
biau) eine fononime Benennung hat. Zn Indien iſt ber Name 
Ril audy mehrern FZlüffen gemeinfam, im Ganfcrit wirb aber ber 
Strom Aegyptens immer Salt, d. i. ber bunfle, fdhöne, genanat. 

An dieſe Bedeutung fchlieht fi der vierte biblifhe Name 
Syhur »), im Iofua, an (Sihor, Sehr, b. i. dunkel unb 
ſchwarz im Hebr.), nah welchem ber Ril bei Plutarch, Pk 
nius u. a., auch Zepıs, Siris heißt, und in ber Ueberfegung bei 
Aeſchylus norauos A:Hıoys, bei Dionys Perieg. Ausonius 8, & 
MAHuc, Mello, der Schwarze. Man Fönnte baper aud ben Ma 
men Niger bes centralen GStromgebietes von Afrika als chem 
Segung herleiten, wenn dieß nit, wie Riebuhr berictigt, wiels “ 
mehr ber alte Puniſche Name +) biefes Stromes nämlich Kahır 
db. i. Fluß, wäre, ben die frembe Ausfpradye in Niger verman 
delte, was den Römern zufällig mit dem Farbennam̃en übertias 
flimmte, daher aud Aethiopien in Nigritien (eigentlich Stroms 
land) verwandelt, und daraus bad Negerlanb geworben iR. 

Einer der älteften Namen, bie Diodor I. 19. vom Miſtren 
anführt, iſt noch Nxecum (nit wusaros, von Dcean, wie De 
Scholiaſt fagt +r)), was im Koptiſchen, nah Champollien 
oukame, b.i. ſchwarz, dunkel heißt, oder nah Marceltit 
von Ochsmau (großes Waffer) berzuleiten ift; daher, feiner 
nung nad, ſelbſt erft das Arabifhe Kämus, b. i. Dcean, uud 
vieleicht ſelbſt das Griechiſche Okeanos, bie Sammlung ber Ga 
wäffer ihren Urfprung haben. 

So verhaßt nun diefer falzige Dteanos, ben bie Aegpptek 
den Tpphon nannten, in ihrer Priefterlehre, als die Xiefe aid 
Möfen war ;f. Plutarch de Isid. et Osirid) fo heilig gebaltek 
war von ihnen der Okeame ober füße Staom als Spender «ld 
GSeegens in ihrem Lanbe. 

Diefer Name entfpriht bem heutigen Ramen bes großen Ri 
von Sudan, ber eben feiner Erdße wegen, mit bem b& 
res Ril el Kabirtttt) von den. Arabern be 

t wird. 

Noch ein Rame, den bie Kopten bes Mittelalters dem RU 
beilegen, if Pisautes, ober Autès, was wahrfcheinlid fein 
einheimifiger fehn mag, wie Shampollion bemerkt, fondern ein 8 
den Griechiſchen Ehriften der erften Sahrhunberte beibehaltner, des 
Pr Be Dir Sic. ihm ei dene, A u. von ber 

eit feines Stromes an gewiffen Stellen, ähnlich ber Menennung 
‚bes Zigris von feinem Pfeilfhuß, ' | 





*) Buchanan III. p. 10. *#) Tychſen Anmerk. zu MWruce Mel. 
V. &. 352. .**) Marcel Mem. p. 49. +) NRiebube. über We 
Geograp ie Herodots 1816, ©.216- D Tzetzes ad Ly- 
cophr. Cass. V. 119. ampollion a. a. D. p. ı3ı. 
Marcel a, a, D. p. Bı. ) Jackıon Acc. of Miirocke 


p. 304, 


‚„ Rifem, Mitselanf ; rn PR 


Si ER 55 
auche iſt, fol 
& 

ee — 43— den Kamen — Disbor 
— jeftigen Pladregen her vie ie —X 

tenebris aqua proſuensa). 

Drittes Kapitel, 

weite Stufe des Yo ober Mubien, 


| Bandfhaft ee imehe aa Sup üb 


"beträgt. Bruce giebt Ken —— 
je eine rast: Meile tiefer ats has deren 
» 41:0. Humbolde 12 ** 8ęẽ88 
4200 Fuß (800 Teifen) abi —— uns J.Rew 
| all Befkätige biefe dur hydrographiſch en 


Denn würde ober wide nur Ernnant im een, ſoñ⸗ 
km die ganze Zerrafle im weitern Ginne, * oma 
pentig ein großer Thril lonbeinwärts, auch Dar: Fur, 

orgu und Bornu hier ein Plateau won 4000 
Höhe bilden. Es verhielte fi dann biefes Hochland 
Im mod hähern Aetbiopifchen hy der N. O.⸗ von 8 

ben g. & F aan) 3 wie das Plateau vom 
fen an der ©..: Aneifgen Hodlandes zu 
= dort der eg fo wäre bier der Nil der 


wermittelnde pen umd Tiefen; fo wie dort 
177 fo wäre Bier Gennsar dos. alte Meros) das kan 
„ und das weſtliche Kordoſan und Darfur, wie 
enbaher (die Pforte won "Iran genannt), bie 
mbels mit Sudan (Web Sudan). Die Ua 
9 erri über ben Nil, entfpräche dann ganz dem 
dee — (f. unten Hochaſien). 


und 8 jar find weite, almälig aufe 

länder one relativ bedeutende Bebirge, beren 

erſt in der neuers Zeit anerkannt Di eben 

BE — —— ——— 
Berreshöße ausmach 


Ladolt Comment. p. 128, ®%) Aysen äkbery IT. p. 18 


572. Afrika, Waſſerſyſteme. TIL. Mſchn. F. a5. 


Mehrere Erſcheinungen ) auf der Senngarte 
Bann ganz mit einer Thlgın Annahme überein. 
irre Boden iſt weniger mit Stngfent (wie doch bie Tier 
fen) als mit Kies und Gerdle Überbedt; Häufig liegt 
ganz nadt als Feloplatte da; wo er Wegetation Lrägt, 
es nur trodne Örasanger oder Gteppen. Hier unter 
per Breite ift Abwefenheit der Palmen ; oder bie Datteln 
reifen doch nicht. Die hohe Lage bewirkt wahrfdpeinlich ki 
jroßen Hipgraden, do zugleich auch die-flarke AbEüpl 
5 den ten: Es tritt nach den heißellen Somm 
ven folche Kälte **) in den. Nächten ein, daß fie dem Zub 
de Menfpen und Gamerle auf den Caravanı 
ſehr ‚beförbert. Ale Übrigen Angaben Bruces -üil 
und Höhen feinen diefee zu BeRätigen und eben: 
Sommt wohl bei großer Gonnenfige bie verhält 
Küple und die fehr gefunde Luft die Burdhardt —X& 
der in ganj ien nicht einen einzigen Krau 
Auch iſt die Peſt in Nubien ganz unbekannt. 3 
Zwar zeichnen unfere Karten insgefamt Hier 
ten, welde ununterbror von N. nad ©. N) 
zorbe Meer entlang und zu beiden Geiten bes bie 
&ie beftehen zwar und bilden dort, wie es ſcheint, ein 
ges vielfach burdbrechenes —ã— aber es ift 
% gewiß, baß Hier das Afrikanifde Geſamtiand ſich 
©. nach N. abftuft, und daß bie Bergzüge alfo in - 
jengefegter Richtung vom D. nah W. ftreichend, queet 
m Nil ducchfegt werden. Dafür fprechen ſchon nicht nur 
* bie terraffenförmigen Gefälle des Nils nad) ben 
aller Beobagpter an Ort und Gtelle, fondern auch mehrae 
merkwürdige Thatſachen, die dieß ſehr wahrſcheiniich magen. 
Die fo oft als Urgebirge längs dem Weſtufer bes ce 
then Meers genannte hohe Alpengebirgskette, melde man | 
gan mit dem Kaukaſus verglichen hat, ſcheint bei mi 
eleuchtung in ſolchem großen Zufammenhange wenig] 
nie gu exiſtiren. Einige Europäer Haben fie in 
Beit, doch nur an einzelnen Stellen paflirt. Da wo fie 
ihren hoben Gipfeln Habeffinien gegen bas Meer zu be 
jtenzen fol, bat fle durch Salts werkgerung fehr von bem 
Kuhn der Höhe verloren, ben Bruce ihr deiſchafft hatty 
Die Tigreberge liegen in Habeſch vom &:D. nah N.E., 
der Tatanta aber der in gleicher Richtung fireicht, Liegt ge 
gen die Meerestüfle, if von gerin; 1 Ole und em 
ãbſall (pente) der Zigreterraffe. Hier if überali How 













ef 





®) Bruce tx. T. VI. p. 4 . . D. Lu 
An Be Brunn aD nn 


* Nilſtrom/ Mitkeltenf, Rubin, . 475 
Bee inte Uyman die ven N. nd ©. fine 
A —8* + (16 rt gl * 

die hohen Berge von 
150° mon don er — 


ne — Wet 
r —— — Fig DR one FE 








F neuem verfämindet, ds bei Fe 106: 
des Abulfeda, ‚nico- Panczyses ber Alten, 
Berge dem ge ie en die en 3 die 
von —— he guiere 
N 


A — Ag ne der 


heiterften Wetter durch die Rubii 109, märde 
Kom Gipfel, 3 —9— ra 28 — 
jeige haben, menn er welehe erblidt din: m 
he Spur davon. Writer nordwäris — — [) 
wieder gewaltig jertifiene Wei ten 8* 
Inu Wiens Ben (eh ern ge 9 
in bas hohe ebene Bergl even 
iehen pflegen mit ihrem ‚Heerden, weldes an 
Meite feines Weges a Tagereifen entfernt, ben Weg ent: 
was na Aranpten ziehe. bier in gie ie — Ber und 
auch ſchon Beraland, 
—— Als ſolche ſieht man — das 
jorgebirge an, das feiner Höhe we; vr fü 
jettericheide bilden fol, was 8 aber eben| 
fr Urt menigfiens nicht beRätige d: wenn ‚fon a 
es Phänomen das Clima alles dortigen or &s 
in Dinfiht des Regens garacteriſtet. 
efheinlich iſt zug dirfer minder Beheusenbe 
ige mod öfter ganz und gar vom D. nad gr 
149 twie wir es fehon von Koffeir und — Drten in 
= und Unter: Aegypten —2 —X 
Soute es —— ſeyn, daß die Höhen. ie von 
am NMerre in m gle em Parallgikreife,, gen I mie 
z renze der © tufe, unter 3 Bu 
"wit ber 55* von feinem Nordiaule Über & 
der Batet! un tele —F — 
Base Dr a ommen jollte ei fo fg 
F 







ſeyn, daß dir Käftenderge von Muımai unter a4¶ 





*) Valentia Tr. — 2b1. *#) Burekharde — 
pe Ebdendaſ. — a Voy. Paris T. II. AH 
tt) Braeo on, Vi. pı +?) Valında ” ku DB: 39% 





574 Afrika, Waflerfnfteme. LIE, Abe: 6 5. 


N. Br. als hohe Berge wieder die Aufmerkſamkeit rd 
Auden wo unter ihrem gleihen Parallelkrei — die 
ergkette der Cataracten oberhalb Syene bis Gebel el Gil— 
lyh den Nil durchſezt? Er fließt gerade auch hier weiches 
n einem Längenthale vom O. nach ®., ehe er RG vom 
neuem über die lehten Selsflufen einen Ausgang im bes 
tiefere Aegypten bahnt. 
In der Nubifchen Wüſte bemerkte Wruce auf ber Ge 
ravanenſtraße zwei Gebirgszüge, die Ketten Chiggre und bi. 
von Gaficha, welche er Üüberfleigen mußte *), Die beide von 
Dften nach Wellen fireichen. Es fcheint, daB Bier, ſtett 
einer Kaukafifchen Gebirgskette ein breites, in immer 
niedrere Stufen gegen N. gu abfallendes wäſtes, 
an vielen Stellen plattes, am Rande aber gebin 
iges Steppenlanb liegt, melges ben wahren Ue 
sang vom Hochlande zum Kieflande Afrikas 
bilder. Dieß beflätigt auch Edrifi*") in einzelnen ! 
(in confinio Nubae et Aegypti Mons est Genadijl, qua 
parte Aegyptum respicit praeruptus, declivior —28 
versus). ie Beobachtungen Burdhardts, welche Biere 
als Erläuterung dienen mögen, bis ein Geognoſt diefe Ges. 
genben bereifen und Barometermeffungen über abfı Di) 
relative Höhen anftellen wird, find folgende. 
Burckhardt ift feit Bruce der einzige Reiſende, weis 
er uns Über die Nubifche Landfläche außerhalb de 
ilchales, einige Nachrichten mitgetheilt Hat, ba es Bructes 
Caradanenweg von Affuan (Syene), oder vielmehr von 
Daraou, etwas nördlid davon, fübwärts bis 22 Beu 
ber zurücklegte, aber von da an au oflmärts den Käfın 
ebirgegug es Drbay Rangay, von El Taka bis zum 

afen Suakim, überfliegen Hat. Beiderlei Reiferouten mis: 
alten die neuen Thatſachen, welche auf Nubiens Stufen 
and Bezug Baben, und pier anzuführen find. 

1. Waffane des Drbay Langay von Ei Zale 
am Atbara, aus DObernubien, oflwärts, zum He | 
fenort Suakim am rotben Meere. 

Ei Taka am Atbara liegt in der weiten, fandigen bene 
auf dem großen Plateau von Nubien, das noch von ri 
eeipen Straußen belebt iſt ). An. deflen Oftfeite 
ſich die Küftengebirge bes Arabifchen Golfes bin, bis zu Bes 
ren Eingange bie Garavane von Filik in Ei Taka 4 
reifen gegen N. O. gebrauchte. Diefer Bergzug, fagt Durds 
Hardt, ift die Hauptgebirgskette in Nubien, die von &.D. 
nah N.W., von unferm Wege, zu beiden Seiten 4 bis 5 









⸗ Bruce tr. VI, p. 464. und 497. **) Edrisii Africa cur, 
rm P- * vr) "Burckherdt Tr, p. 405. 


..2 R Med, Mittellauf, Mubien,: : Wis 
* wi ei, und Davon ein uele XX 
Der wi 16: Fuß bietet reigende 


dans ift von vielen 555 
ten engen, er 
3 mean und Keane Rh Sie 
BE feitt wan im vor 
die Kt a 7 Bi Kanaren qm hg 
et gen; > 
Die abfolute Erbe tann alfe, wear 
* den mag, nice fehe bebenteub 
3 denn ſten Gipfel _ R 4 nur no etwa 300 
über dem Bohn im alle hervor, we von dep.. 
gegen bas Meer, * gegen Nubien 
Een Gebirgemaffer in ben Selst [23 


'eitoa unter 18 Br. R. Br,)- if es, der 
unse FH xbap d. i. Berg), und — see 


en feloR für ganze das 
Ma Burdhards’s —32 
fang, bergab, viel Fehnlichkeit Ka hen 
om F dem Libanon. Der ganze Zug if Urkalbs 
‚birge, das nirgends Spur von — zeigt, 
— wit dem reichſten Weideland bedeckt if; en % 
ee mehr Duellen und Brunnen hat als egen g De 
MSemalbere Oftabhang des Wergguges führt jur Küfens 
Be nah Suatim *"). 
sravanınmeg duch die große Rubifge 
u merimärts, von Berber nah Daraon un. 
en lcataracten von Syene. 
eg, den Burchardt 38 if Sie ge 
RK 2 Senngatcaravane na Gapd — 
im; fie wird von Berber bis zu dem —R 8 
ae in 26 bie 17, mnd von da bis Darson in 5 Xagı 
‚gufammen in aı bis. oa Tagen zurhdgelegt F); ein 
uf Dromebaren aber kann fie in DE 


Derber und defien Nilthale nordwärts, zieht ſich 
v. gieichartige, fandige, mit ee sa einem 
u uRe, bie ya dem Bibel Ofiare — 
D % 
‚_weii 8 ede für di 
a ee ne 


_— 


ln. 6. Pr Fʒ ww} ige Tr. ib. & 
196, 


En 


m ara; Bafaiıfene. 10. fe gi 
wen ehe — Bi 


* ie, alſo an; jeden von br 
Den En dem Sie fer Een FR J 
—* te Garavane brauchte 4 
um biefen Baum, von Rarben Beamte, 
Bin u Überfeigen. Burdharde fohı — 
un Ruinen am die lade die Blüthe; 
Bier auf der Hanbelsftrafe nad Aegypten 
Zaupthanen und an ejnem Hauptbrunnen bes 
r Bart veründeg Fönnen. Am —— 
ſcheinlich in —— 
ws des ge, zeigte eine milde 
Shyamaen 3 Sebede, weile Hrineee Belfpuihebenn, 
Kirn) ‚wei einere gel aha 
3 Die Natur —5—— Klippenzuges, Hal Be 
“ gang ben Porphyr· und — 
en —* HR a 
en ara! te) buch 
ee 
e dortige e Berg, au beffen 
jeigung: er auf f gu a Reife © Sn — 
Br halten biefen Berggug, von DO. na 
ker Iaehrern (uborbinirsen sten. Gtufenabfälle der 
davon oben die Nebe war, 
— eolispe Hälfte der Tubifchen Wüfte *"") am 
den S Bisecheegen and. den Ötenzgebirgsfett 
jaburp verſchieden bon bee Mablien, va 


Hau 


‚Bere miß und Berträmmerung ber 
Dberfäce J act, Rn — fo glei F mit, ch 
gebedt. ift, aber weit mehr Mannichfaltii 
die vorige, Er lt mehr als die große FR 
4.2. zwifhen po und Bagdad; swifchen Di 
— a5 mehe als bie von Guez, denn folk ie 
in tn Dr einzelne Bäume, an. fporabifch. verteilten 
Vennnenflellen. Rar an einzelnen Stellen find& 
Bene 
ufhungen von Se 
ken Lande feltfam: —S Auferde 1 





. %Barck und Te Pe 294. - 89) Gen, .. —— 


hören Bee pinpkgen 1 Us Wie Eisenisten 


—— € Ebern Se 


ngen inirhen ben 
nie 


nt N 
Bee en 


— er Par 






















Ken ner —M — * 

affe —— vom Steembette. bis 

? nah D., durchfeht. IR. ra 

J— ler derfeiben Art dennen wir zum (don m 

ie, eiina 5, mit diefem 6, die insgefame vom Milrhal. ofßr‘ 

et Meeresrhal ‚queer ale fogemannten Gebirgssüge 

(meiden, wie dasjenige das von Ehfw nach dem alten 
i bag nörblichere,  mweldes von Kene nach dem 

T x führt ‚und. bie brei nördlicgen Wransverfals" 
er, Be aus Unterägunten zum Meeröufen von Guep: 

I. 85. ©. as8) geleiten, . 


j — von dieſem Wady Olaky bemerkte Burds, 
eine gewali Bertrümmerung ber bortigem Granit⸗ 
‚dem A mac, wie eb eh unge en ents 
5: fo beiden mafferreicgen men von Eat 
’ bei der Gatananenflation Dampit, aw ber engen 
+ bie er mit einem te Erdbebenfpalte 
1, bat —5 — Regenthal Wiidbaͤche zum Ni 
adp Om:el:Hebal, oder bee Kluft voll 
je, bie nur an ben regen ernten ae 100° 
RR * klippigt Seitenwände 
e ſteigen. Dil € re 233 
I ne & F der Grant pam von Afs 
+, das Nur eine Tagereiſe davon im Weſten, von 
ini den Arayptifchen Cataracten durchbrochen wird, 
und weit bekannter als’ alle bisher genannten Erdftellen if, 
teren Bezeichnung zuerſt auf Burähardts Karte w feinen 





— 





©) Butekkardı Tr, p:184. "9, Bureklards To pı 171 
19 Ds 





DAT) van ZDuffts uro acavıy 
men est) *") gefüllt; bie —— ty Pi 
Wüfte enthält die merkwürd gen Kängenvertiefi 
wen die geniger Wofferftelen der Dafentette 
ur, 208 ea, Gelime, ber DI 9— 
Ballet des Bahr — ama einen 


PR 8 en —— (an 
Mfeite dieſes zafengu —X Du I Bond 
*. ‚Dar, Bu: aus — inch 


sr — Sohle en Pr 55 und Pa 
merfenswerth; aber wi Te en des 
zul Sromne ** ihn für den "Tine 
fiten auf D’Anviles Karte. 
vee Nubiſhen Lande war uns 
Mil nur Jeht wenig bekannt. Als wollte es de 
3 Rubi armen Waſte ausweichen ; er g 
ern ber Takaki im von 
wire en Dongola, bilbet einen Gran 
an ber F renie biefer Stufe wieder in 
dian Bela) ehrt, umger bem er beim Ginteitt 
or Gataracten von e 
eg am Ufer des Nils Hin ſol na | 
fen (150 geogr. Meilen) betragen, .die S— 
re 
fen thai on; 
Gage. Nub.) treflli bemäffert und —X 


25 Fin, Drtienf, Abi 70 












a 7 
1 hab He miae m Elfen Pot werten Hekt, De 
01 30B man Dee De Gi Jufanmentlappe (phanniand: 
a 
jet wurden no die MWafferfälle von Adeimn ades 


jier fi kärglig ernährt, alles mır Greams 
em, tie die —— Bon —— denn fen 
erot it, ‚daß man von Elephantine 4-Nage 
ae aber das Sci vu Stride nahe che 
n — mãandriſchen Krümmungen bes 
Bon den Wofferfalen des Mil bei fon (Syene) fing 
R —— Landfaft an wieder etwas bekannter gu wer⸗ 
ven, ither bis dahin für uns eine wahre terra inco- 


r war. 
— Theif wenigftens it num dieſe wirklich durch die 
löfen Sorfungen und Unidedungen ber ‚beiben iehten 
hende mirklich verfihmunden, und es erfült mie Er⸗ 
in biefee vor kutzem noch. ale Wüfcnei geltenden, 
p bgegend, einen Schat won Kunfwerken, ja 
fall ununterbrocpene Reihe von coloffalen, meiferhaft 
teten Monumenten ber Arhitectur zu erbliden, Die 
Hin der vorgeſchichtlichen Welt Arguptens zum Xheik 
verbanten, wie fie außer diefem Nilehale und 
Beine andere Gegend der Erde aufjumeifen det: 
Dertmale mit ihren feligiöfen Urkunden und gef 
Infgriften, werden gewiß dazu beitrogen, bie dun⸗ 
Shiafie der Altern Merifchen, Wölfe und Gtaaten, 
halte made aufzuklären, und ihre feltfame, ung noch räths 
— u erläutern; daher wir denn auch 


Lu 


dem bisherigen Felde vol Sertdum umb Werwir 
Rekem beflen der Erdkunde, fo vollftändig ale Mittel 
ifte 8 erlauben, einen Werfuch der Anorbnung des 
Richtigen und Wahren wagen, ber als der erfie 
Ar allerdings noch vielee Nachülfe bedarf, aber, 
m — vers ——— ee 
erfhrittes im Mei ber Wiſſen, in 
Runde des Menfihen if, ade 


5 


: 


dw 
—— 


N) Onsteeinäre de Quinoy Mem., 11. p.9. - **)- Edzisi Afrie, 

Ü —— HL N. De V. Bruoe Tr. II. 

Ib Me 2. a Er 
. os 





delt von Demphi6 Holten, fo unbefannt, af man au 
banken fommen muß, die Aegnpter feibf ſahen, bamalı 
Berfall ihrer Blüthezeit, die hdgrenge ihres Reiches au 
Südgrenze ihrer geograppife 2 wi ſenſchaft an, na 
—* war woh| Feria pi a —— Ki 
sur Peı pres 5 en und 
RER (Groberung ‚geblieben hause 353 
ialonerriege gegen en bin an tiſchen Gultus,- bie 
— aber nicht bia — Rubien und Aethiopi 
‚eiten Pönnen, weil [don Kambyfes Feldzug gegen 
Gau v. Chr. &) der erfle und einzige ber Perfer g 
—X des Nitthald, To unglücklich und | 
aa wat, baß fein zweiter verfucht wurbe. Die! 
ern Jahren welche nun Aegppten unter dei 
fremden Perſer and, bis auf bie Groberum Alerans 
[Bein die er e Gäeibewand zwifhen bie veränderten | 
zeanpt fen und bie unverdnderten, dem | 
treugeblicl Bewohner des Rubifhen Kilthales « 
* ea en je a in ai en und fmmez 
täfer 6 iRellte, 
es, eg Air ein ‚er ben 
ar * ben sin x ie — Een; Pre 
adhare®) fehr paljenb ind ge it, 100) 
de Bö fer Our tten, @efe Bitte | 
«etig, and im genaueſten polii ri bi 
sel en haben mochten, zur alten Pharaonen Zeit, au 
FR a6 alte en von ec een — 
iens mehr ju derigten weiß, je folgenden 
Kae der Vriechen —X 


Rad Alranders Bet, unter „der berrſaett ber 9 








2 Danmen rirlauf, Eublen. nr. 8a 
— ea Hana 


jan Nabstae die Gapitalis guten ach daß dies 
A dem Beide gerlicten wäre, 
—— et 11. 61.) galt, wie. CH Yıinins Bun. Fr 
— een Due in ie als bie C) Kr 
tolemän. rtefte X 
3 über das NRublſche and feit wie * un 
— ‚geblieben. Eingelae git ige di A 
'aracten, gegen die die (ebiigen — je Blemmyer, 
iet, denen eben fo wiele Micherfagen zur Geite — 
blieb bis auf Kalſer Probus und Discletias 
Helm Alten, welder legtere wie wir oben gefehen, nad Pros 
4 En a: en um.bie Wilcataracten gegen bie 
anzufiebein. fughte. 
"Später, alf Kaifer — 330 ‚wieb, feit deolo⸗ 
und Gosmas Indicopl. hifortfgen Rabriäten, ber Name 
benachbarten Nubifchen Ginwohner nit einmal ehe oe genanat, 
denen aber das Niltyal aufwärts bie exften-Echren hes 
fi um diefe Beit Ausaubreieen anfngen (dur %e 
ee ra. Assomsmni), denn das fräpı —— — 
Keen —* urch Philiopus an ben m Sina der 
eih. 8. 27) fheint 
— Aa Brangen die e Araber und: — 
— ein (Amru Grol 639 n. &hr. @.) 2 malen 
ide nun bas Afpı der Ghrißen, melde ben 
[3 8 untern Rilthal entflohen. Nie ***) jarte Ga Geieait 
Dberberrfäaft in Rubien gehabt, in heibnifcger — 
er Ei eben fo wenig drangen bie Araber damals in. Rus 
Ned Eutychius Alexandr. breitete fih aber num das 
um unter den Rubiern ſehr allgemein auss fie verliehen 
las und ergaben ſich ber Eehre ber Wonephpfiten, 
Eüeman in Aegypten vorherrſchend war, und nun bie geflüde 
ie ;opten und neubelehrten Nubier zu einer ie 
[3 Gemeinfhaft verband, wie die vielen Lehı 
und Geciefien Rubiens in ben Aotis —e — ‚bie 
Zahi der noch längs dem Rubifhen Rilufer fe enden, ‚in 
verwandelten, uralten, heibnifhen Tempel bes 
und bie zahlreichen Griechiſchen und Koptiſchen Inſchriften 
—— en 1 Niebuhr +) ) deren in 
vedht fehr zu wünfden ij 
Wubien warb auf allen Geiten von ben Wufe 
uachen, —— ihnen ſelbſt aber ben Eingang bis sum 4 
— 
®) Gebe 1,.XVIl. Bze. ed. Tesch, T, VE: p.5i8, und Dio 
LIV, 734 54. nd. Reim . fol. 11. Hamb, 1750. 
ol — Geogr. LIV. c. 5. u. 1. *) Th.: Yo 
Observations on a Fragment of a vöry ancient 
Msc. on Papyrus with Inscript. from Nubia, —E 
yc Britennica Lond. 1819. Vol. XIX. p. 167. t) A. 
B. G. Niebuhr Inseriptiones Nubienses, Commentatio 
lecıa 35 Conventu Academise Archssologise es. Bemas, 
[5 P39 B 











20 fee, Bafferfgleie, TIL AÜE | 








des 13ten Jahrhunderts, wo endlich aach langem TfE wei 
Un b tfabt Nubiens, N va 
tan 8% Dee Bibur erobern ——* 


mit dem König Daoud (David) tributpflichtig email 
barauf fo 8 vernichtet warb (074 u. 639 ber De 
ı9y5 unb 1290 n. Ghr. Geb.) *). Geit biefer Zeit 
bie allgemeine Kuöbreitung ber Xrabifchen. 
ia NRubien an, welche während ber WBerwirrungen bie f 
eten Khalifenzeigen uͤberhand nahmen, leicht ein Trek 
bem durch Iangbauernde Religionslämpfe an Malt 
unb „von aller chriſtlichen Hülfe abgeſchnittnen Lande 


en. 

‚Wie nun ſchon bie Griechiſchen und Admiſche 
nichts genaueres aus den oben angeführten Gtuͤnden 
berichten Tonnten, fo war bieß auch ben hriflien, 
nifhen nice möglich, da eben als bie Nubier ihnen a 
Hätten befreundet und ihr Land zugänglidher werben Ebı 
neuen Muſelmänner alle Berbindung der Rubier mit b 
Ehriſtenvdikern von allen Seiten abfhhnitten. Aber Mr 
auch bie Wlätheperiohe ber erfien Jahrhunderte bes 
Sindurh ben Arabifden Geographen und Hiſtorike 
ih" und bänbereiche Werke fi Aber alle andere && 

und Aflens mit fo großer Gelehrſamkeit verbreiten 
unzugänglich als unbelannt, ba Religionsbaß und beftä! 
Ugionsfrieg über ein halbes Jahrtauſend hindurch ihme 
gang zu biefem Lande vermehrte. | | 

Es if baher kein Wunder, daß auch alle hiſtoriſche 
Bier fo Tparfam fließen, über ein Land ba ber widhtigfl 
mente alter Herrlichkeit bodh fo viele dat. Denn, au| 
Martyrologien unb Legenden in Rubien, wo une bis 
"Beine einheimiſchen Annalen wie in Habeſch befannt gew: 
konnte von chriſtlichen GSchriftftelleen vor bem Wiebe 
ber Wiffenfdaften Leine Nachricht Aber bie Nubier gegen 
unb nur Araber und Aegnpter hätten als Nubiſche Aumı 
Geographen die mehrſte Aufliärung geben müffen, wen 
tiſche und religiäfe Stellung dieß nicht aus jenen Grün 
dert hätte. Daher ift es auch weniger bebeutenb was d 
tal (A. 950), Ebrifi (1150, Geographus Nubiensi 
obgleich er weber aus Nubien geboren worben, ned in” 
grephie etwas befonbres Aber Nubien fein vermeintlid 

nd gefaßt hätte "*)), Abb Allatif (1225), Eba 
Gas) une ndere, uns über biefe Gegenden beridten 
6.Benige was fie fagen immer bantenswerth bi 

erfie Ausnahme fdyeint Macrizi (1440) ju maden, . 
slädiih war, bie Schriften eines in Aſſuan einheimif 

8 benugen zn können; der mit ber Geſchichte fein 

en fehr vertraut geweſen zu ſeyn fdeint (viellieid 
en Annalen?), «aber leiber bis jegt für uns verie 





-®) Gelym el Assonany nad Maerisi' bei Burekh 
II. .p. 3405 Dei Quazkomäre Mem. TU. ?-_98. 
ei ca curav. M. Harıman od. alt. 1796. 


.® 


XXX Mitcellauf, NRublen. 583 


ae dar bie Ereeryte bei Mactist bekannt IR. Mit 
bdie Beige unferer neuen Qucllenſchriftſieiler über 


ıXx 

Kuba, Melre, Also, 8 Winia, meides 
em dimofnern in wen uns Derr in 

*), aber ae ende zu ar men *— 


ie ib v.), 
IE Bra an den side en St 



















Rubin, nah Burckhardts Urtheil. a — 
Ibet im J. 1397 geboren, fein Wert EIKhetat, ba rin Son 
Ercerpte Stehen, In ber Mitte des ı5ten Jahrh. för: 
denuüte er biefe Quelle weit fpäter. Zuerſt bat fie Quarse- 
Rue *°*) den Manuſcripten ber Pariſer Bibliothek in us 
mitgetbeilt, und päter Burckhardt, nad brei 
tin, bie-er in Kairo zu collationiren Belegen * 
3.18:6)+). Die abweichenben Ledarten ber Kamen, 
wollen wir immer nach ben verfchiebenen Gerausgehern 
unb B bezeichnen , den Zert bei mar ab aber immer 
men Ion Seiom Deal um —— — —— dee 
en, Fran en und Deutſchen Bearbeiters dieſer 
* einbeimifhen Duelle, fo viel wie moͤglich ie Eanigen 


:%& Ch. J. Ponucet Relation abregee d’un V en 
Bıkiepie 1699 - 17005 in den Lottres Edifiantes IV. Rec. . Pa- 
üs ı aneet, gi Brangöfifher Arzt, ber in Wegleitung 
Ins 7] Xavier do Brevedenz an ben Hof bes Königs von 
Yubei berufen war, reifete im Jahr 1698 mit ber Gennaarcas 
Woane durch bie Dafen und NRubien nad Sennaar und von da 
4 Geonbars; ein Weg, der alfo ehebem am Weſtufer bes Nils 
ba heutzutage bagegen die Strafe am DOftufer genommen 
>» Poncet ift der einzige Europäer ber die Hauptſtadt Rus 
Ks Döngelanp als Xugenzeuge kennt, bis biefe erfi ganz neus 
wi von Caillesud (1821 im Januar) nad Bertreibung ber Ma» 
wenden wieder beſucht worhen iſt. Leider IR Poncers Bes 
von Nubien nur fehr kurz (von &. 8 bis 24) unb uns 
was jeboch eher den Herausgebern der Letir. edif. 
m fepn mag, als dem Reiſenden, ber ein Beitgenoffe 
auch in feinem Sinn und @eif beobachtete. 
Fr. L. Norden Voyage d’Egypte et de Nubie. Co- 
e 1795 fol, T. U, unbe neuere Tusgabe von L. Lan- 
avec Not. er Addit. Ill. Voll. 4. Rorbden, zu Gläd: 
in Holfkein geboren, von feinem Könige, als Oiniige eäift- 














* Burckhardt Trav. App. III. **) Quatremère 
T. 1. p. 8ı. ***) Quatremtre Geographiques 
et histor. sur E ypte eto. in bem Mem. sur la Nubie 
T. IL ete, Paris 1811. 8. }) Burekhardt Tar. App. UI, 





wu yuwywese ya mirtey wur vi wurgen Al we age 
länglidy befannten Werkes, ift Bruceh Rüdreife aut 
von Sennaar nad) ben Gataracten von Affuan burd 
ide Wäfe enthalten (9 412 bie 510‘, welde biel 
‚Hauptquelle der Geograpbien für Nubien angefehen u 
ber wichtigſte Theil des Landes, nämlih das Rilthal 
barin ganz leer aus. 5 

Thom, Legh Narrative of « Jours 

and the Country beyond the Cataracts. Lond. 18: 
bebeutendere Grcurfionen ausgenommen, melde biı 
während ihrer Befignahme Aegoptens um bie Rilcat 
Syene aus machten, drang Feiner von ipnen während 
jährigen Aegyptiſchen Aufenthaltes in Nubien ein, w 
feindlich_gefinnten Berbern bei Affuan, fie flets von ih 
sucäcdjufheuden fuchten. AL Aegypten dur bie Gier 
länder über die Framofen (1801), an die Palda's (« 

Ottomaniſchen Pforte zuruͤckgegeben war, begann die 
ber bisherigen Gebieter am Nil, der Mamelud 
welde bis dahin eine ariftofratifche Herrfhaft über Ae 
gehbt und endlich auch die Sranzofen vertrieben hatten. 
don ben Paſchas ber eiferfühtigen Pforte hinterlifti 
wonnen, ermordet, theil® gefangen, theild aus bem & 
gen, sogen fi mit ihren Wameludengarben nad £ 
und als he auch ba verfolgt wurden, jenfeit ber Cat 
Nubien zuräd, wo nun jährlich die verheerenden Feld; 
ben Zürkifhen und Mameludenheeren ſich wieberhol 
Nubien für jeden Fremden unzugänglih, zu einem ı 
und Schlachtfelde madten. 

Endlih, nachdem Mahomeb Ali Paſcha fiegre 
unterägpptifhen Beye in Gairo eingezogen (1810), 
ägppten und bem füdlihen Rubien, ganz erterminirt, 
julegt bei Ihrim in Rubien (1812) gefhlagen und fi 

jatte, ihr Beil in DObernubien zu fuchen, wo fie zu 
einen neuen Mameludenflaat errichteten, ber ihre leg 






2 MU Meieteſſauf/ Naben" dos 
‚Dt, feit Sem letten Jahriehenb, ungemein gefüre " 
Kiten der bie Xvinen ens unterſuqht hatte, 
kom: weitern Borbringen in Rubien bei ben Rilcataracten 
h Eifi Wei gehindert *) werben, aber doch fon mit 
I Debod en, wo er. eine Jaſchrift copirte; aber 
fang 18:3 krang x. Seo), ben bis Pe aus ben Ks 
en Levante tiefer Ianbein vertrieben hatte, in Nubien 
m leitgrn Gh. Smelt und Barthod, einem Works 
er, bis Shrim, unter 23 Gr. in. MR. Br, alfe 
ld Sr. Rorden vor, welches fie für bas Promis ber Als 
e ber Blemmpyer erlanntm. Der legte Kärkifi 
a fand damals bei EsSns; in Syene war ein A 
uyerneur, ‚weil bie Tuͤrken einen Werth auf bie. Be⸗ 
g der Böfe legten. Die Rubier, welde ſelbſt gegen bie 
den immer aufgebracht gewmelen, fanden in bieten Beits 
nit ben Zürkifhen Truppen im Einverſtaͤndniß, unb biefew 
igen Moment benugte Segh zu feinem gewagten 
laufenden Beſuche von keinem halben Monat Zeit ik 

(vom 13. Hebruar bis Anfang Wär; ı813). Bine Gtrede 
erthalb Wreitengraben legte er auf einer einmaligen Nil⸗ 
Vaſſer, in 5 Zagefahrten bis Sübhoi (Gebua), unb 
8 Tagereiſen zu Lande bis Ihrim zurädl, von wo AMe 
je am. geratbenften ſchien. Die Befchreibung bes 
m befindet fh im Kapitel 2 bes genannten Werkes, vom 
is 99, in einem gebrängten, anfprucdpslofen, getreten Be⸗ 
er als der zuerſt erfchienene von Wichtigkeit tft, 


John Lewis Burekhardt Travels in Nubis, yu- 
by the Associstion for promoting the Discovery of 
srior Parts of Africa. Lond. 4. ‚810 Ganz gelren 
vorigen Reiſenden, denen er auf ihrem Ruͤkwege bei 
(Bady Sebua, ben 28. Febr. 1813) begegnete **), unters 
ıfer Landsmann Burckhardt aus Bafel, dr N ſchwere 
men ber Wiederentdeckung Rubiens und führte es in 
ch auf und abgehenden hoͤchſt mühfamen und gefahrvollen 
o muſterhaft aus, daß ihm die Rewunderung und ber 
Nachwelt nit entgehen wird. (Gr drang tiefer in Ku⸗ 
‚ als irgend einer feiner Borgänger und theilte bie größte 
r hoͤchſt getreuen Beobachtungen feines Tcharffinnigen Geis 
yollftändig und klarverſtaͤndlich in fo fruchtbarer Gebrängt« 
Bollſtaͤndigkeit noch vor feinem unerwartet frühen Zobe 
P 1817) mit, daß ihm der Name bes Wicberentbeders 
ubien mit Recht gebührt, zumal ba er gleichvollſtaͤndige 
: über bas Land, die Ratur, den Menſchen, wie über & 
9 und die Kunftmonumente deren geſchmackvollet und 
ber Kenner und Meifter er war, geliefert hat, unb als 
er feiner Unterfuchungen zum Beſten der Menfäpeit gefals 





RB. Legh Narrat. p. y. **%) Burckhardt Tr. p. 241 
fo p. ZLIX, und Leg Narr, A 11. r 


006 fit, Baferfoftene Tri 


Le or cha Mile from Auemımn ar W 
hs of Döngole p. 1— 161). ging yu tank 
wau immer bad Ri 


(unter 20 Gr, R. WBr.), nur 2$ Zagereifen von 
—— des hamaligen —æ —33. 
welchem ſich mehr su nähern Unbeſonnenheit geweſen 
Gine Entfernaung von 86 bis go geogr. Meilen (490 
miles), nad dem gewöhnlichen Gameelfchritt,. 6 geogr. 
sehn Stunden zurhdiegenb auf eine Bagereift, ber 
wärt 6 vom 22. Febr. bis-zum 13. März, vädwärs 
mareh nad Affuan, In darauf folgenden 17 Tagen, alfo 
tn 385 Kogen surchdigelegt warb; fo, daß Burckhart 
dee angen Beit nur einen halben Tag Rafltag in I 
mie ante. Diefe größte Eile war das ſicherſte 
giädligen Beendigung, che die Rachſtellungen von a! 

35 Ind Werk geſegt werben konnten; zugleig ı 
gr akung notpwenbig, um weber Gier nad Beute 
Auffehen. zu erregen. BDurckhhardt reifete *) mit zwei * 
und einem Fuͤhrer, im blauen Kleibe eines Hanbelſsmar 

aͤck und ohne Baaren und Geld, nur mit 8 Dell 
Taſche ab, und kehrte mit brei Dollars zuruͤck; hati 
fünfen bie a Engliſche Meilen zurädgelegt, und bie : 
gabe der Reiſe mit Anlauf ber Gameele, brerloha 
—8 Geſchenken, betrug nur: die geringe Summe 

terling, in einem Lande, wo freilich an vielen Stellen 
bes Belbes noch fo gus wie unbefannt war. Die H 
Ichahe auf dem bftlihen, bie Rücteife auf dem w 

itufer, fo baß bie zweite als bie Ergaͤnzung ber erſt 
tet werden muß. 

rare sweite upper Keyıe e (18 
‚scripuons OL a Journe rom u er r ro 
* of Nubia to Beiber and. — and 24 
to Djidda in Arabia p. 163 — 474), ging ein Jahr 
Daraou mitten buch bie Wüfte bes öflihen .Rubl 
wärts zum Atbara, auf ber großen Gennaarflrafe ; 
‚Meere, deren Hauptrefultate aus dem vorigen. Kapitel 


ennt ® 
Bon den Völkerſtaͤmmen in Rublen, von den Land 
von den Nilufern und von bem ununterbrodenen Ruine 
Defien beiden Seiten bat Burckhardt die vollftänd 
ten, und von vielen ber legtern ſtitzirte Grunbriflı 
Da er ganz vorzägliger Kenner ber Arabifhen Sprach 
rn wir in ber Schreibart ber Ramen vorzüglich fi 
‚Spiele folgen. 
2%, H. Light Travels in Egypt, Nubia, Hı 
Mount Libanon and pm in 44 Year 1814. L 
1818. Der Engliſche Artilleriecapitain Henry L 
das nörblihe Nubien im Jahr 1814 vom ıoten Map b 











©) Burckhardt Fr; p: g. an: 





kl] verd 
et : Er Be: = 


uh fammelte & t Inferiptionen 
Fe in einem enge Air Erläuterungen erhal⸗ 
Belzoni Voy ypte et en Nuble, eon- 
Röeit des Roche 6souvertes Arch 


trad. de V’Angl. 6. *. Depping. Paris ıßaı. 

‚Unmittelbar >= —5 Belzons ans 
uf feinen Beifen (den 1815 bis — durch Fe ie 
Nubien, und fegte bort bie von fü " 

Burdharbt angefangenen an ——ã— Unterſu⸗ 
mit einem bis babin Seifpizllofen mb — 
in einem, ſehr unwirthbaren Lande, fort. 

en unb beiehrenden Bericht baräber gab er in feinem 

glifhen Prachtwerke nebſt artiſtiſhem Atlas heraus, 
erfegung leider erfi biöher uns zu Geſicht gekommen if, 
ı wir und baher hier für jegt nur. beziehen Tönnen. 
zoni madhte zwei verfhiebene Reifen von Affuan ben 
zu Schiffe nad Rubien aufwärts, vorzüglich in ber Abs 
unter andbergen verſchuͤtteten Zempel zu Ebsambal 
al bei Belsoni) auszugraben und deſſen Inneres gu ums 


zonies erfie Rubifhe Reife von Affuan dis su 
eiten Nilcataract von Baby Halfa (18:6 iu 
J. &, 104 bis 173). Gabe Auguft und September fi (gt 
mehmende Mann mit feiner Frau den Ri au 
Derr und Ibrim, bis zu den Zempelruinen von Gb: 
*) die Burckhardt zuerft entbedt unb als zu ben 
ten Sculpturs und Aröpitectun, Dentenien ber Xegyptis 
thezeit angehdrig befchrieben hatte. anb er zu (en 
twabungen keine Arbeiter; er mußte ui Rubier er 
5 Geldes anſchaulich Fennen lehren; nun wollten fie ar» 
Jegt durften fie nichts erft mußte ber Lanbesfürft Daoub 
gewonnen werden "**) und als Belzoni mit biefem tw 
aft getreten war, mußte erſt bie Erlaubnif won voflen 
ü fein Kaſchef eingeholt werben, ber in der freu 
Nubiens zu Eſchké weiter firomanuf ee Be 
te alfo tiefer in Nubien eindringen. Gr erhielt hie Er⸗ 


> 






b Walgoles Memoirs Landon 1818. p. 407 - 45% 
Buzekhardı: Tr. p. 88,91. ")Balsoni oy.i.p. Ian 


may Ahuan und Aegypten zurae, mit Dem zuma 
vermwunderten Nubier zurüdzufehren. ‘Rie hat wohl 
mehr bie Kunft bed Umgangs mit rohen Wötkern zu 
feine Zwecke zu erreichen verftanden, als eben biefer, 
Belzonis zweite Rubifhe Reife (1817) 
astambat —— —e— bie 
cavation; zu wei 
7 mehrere —e— —— 
Beadey vereinigten, mit 2 nten, 
"baten, 5 Matrofen und 3 ©: ıngen. Die vielfel 
: zungen biefer Erpebition mit ben Lanbeseingebornen 
: einer weit genauern Kenntniß bes Mubifhen Wolfes « 
herigen — eifenden. Der Hauptzweck ber Keiſe 
„außersrdentlihen Anfttengungen erreicht. Im vorigen 
ven 6 Tage lang, 40 Arbeiter, in biefem 22 Zage lamı 
- einige 80, zulegt aber nur bis. zu einem Dujend babei 
Der Eingang des ganm in Felfen gehauenen Tempels 
drei Sandbergen bie ihn zugeweht hatten befreit, am ı 
war bie Pforte entdedt und ber Ging in den kammı 
fen Belfentempel und feine Ballen gefunden, ben feit | 
tterthum kein lebendes Weſen betreten hatte. 
SDeiligthum war unberährt, unverfehrt, feine Gcui 
zeichen Bandgemälde waren feiih wie erft kürztih von 
. feine jwei großen Saͤle mit Saͤulenreihen unb 12 auch 
. nem Belfengemähern mit ihren Ornamenten verfegten | 
ſchichte ver; mgener Jahrtauſende. Die groBe Site | 
des Kempels, bewirkt durch die baräber gelagerte Band 
- Derte für bießmal bie Mobellirung und itbung feh 
mit Pinfel und Barden, ba der X nur fo aufel 
» troff. Das ‚Innere des Pelfentempels nab aber fonk 
| quarifhe Ausbeute. Murdharbt, Belzeni mb ü 





TER Witte. 5 006. 


Bus: auge iſt bi IR Unternehmunss 
‚inip vom Nubifhen Alterthum -feht. erweitert wore . 
‚Banbeshbewohner Haben Bin ver mit Eus ; 
a su ihrem Radhtheile gewöhnt, ba fie von Ihnen ar⸗ 
baden und den, Grmwerb Eennen ernten, . PER 
7% 4.8. G. Niebuhr Inscriptionss Nubiszsen, Com - 
"ent lecta in Conventu Academiaa Archa »D. 














en, ! 





y 820 R « Diefe_ 61 te 
wie. bei = ehniiin dei berkfinten Bretehes falle ! 
ge wichtiger Andeutungen und Uni für. : 





Rubiihe-Beibicte, zumal der Blemmyer, jur cam 
— ‚Griehifhen Infcription an einge Sauie bes Tempels. 
X —3 $e.°) in Rubien, weiße von bem Ircitecee 
i dem Schotten Dov. Bailie dort ganz Eürzlich cas , 
tben war... Mir führen fie als bie it, ber arti⸗ 
‚Ärbeiten. unfere Candemannes Bau EL ten a6 
über bie Denfmale Nubiens an, denen daß ausgeneiihnstee - 
ni bes Werbienftes ſchon vor ihrer Grfdeinung dffente - 
gegangen iſt &o. viel wir hören wirb.balb bie 2 
ing unfiwerkes, von Gau über die Mubifhen X ı 
‚nicht Tange mehr auöbleiben, und .Mubien Halb wie Ken : 
Ken ein Stubium des Antiquaren , Hiſtoriters und Ppilelogen . 


ns on a Fragment of a ver. 
mt Greek Msc, with Insoriptions from, 
in Archaeologia Britannien. Lond, 819, Vol. XIX, Pr - 
Ebenfalls bie Frucht der Erklärung von Infchriften zu. Res . 
Biche, copirt vom Gapt. Light. und erläutert vom Dr, 
Eng, ber bie Gntzifirung der Dierogipphen Xegyptens und 
'ens zu ‚feinem Studium gemadt hat. . B 
22. Gailleauds Reifen in Nubien,. "zumal na 
igolah (dar), Außer mehrern Gaglänbern wie. ai 

, Buckingham, ‚Beachey, Slowmasn. Bailie-u. a. welde 

bien befucht, Infhriften und Antiquitäten gefammelt, und Mes 

se darüber vieleicht in kurzem Öffentlich "mittheilen werben, 
auch fürzlic eine Anzapl von Branzofen im obern Xegupten 
H Rubien auf, Reifen und Entbetungen ausgegangen, von berem . 
Meltaten uns bie jest nur einzelne Rotigen zugelommen find. 
Belzomis Reifen find mehrere Nahmweifungen darüber & 


















en, da auch das bis dahin verlaffene Nubien von der Eifexfu: 

Ber in Guropa rivalifivenden Nationen nit unbeſucht bi 

2ilfeaud, ein Kranzöfifcher Zumelier, der in der Mineralogie 
95 Ehüler mar, und in Dienften bes Mahomet Au Palde 
feanpten fein-Gläd machte, hat unter Tuͤrkiſchem Schuhe 

ie im Öftlidhen und- weſtlichen Aeghptiſchen Lande . 
Miniebige Entdedung gemadt, 3. B. bie der Smaragbminen 

ülten, fonbern ift aud mit dem fiegreihen Türlifgen Heer, — 

des den Mamelucenftaat in Obernubien verniätet hat, im 

War’ sszz 86 Dougolah, ber alten Hauptftadt Rubiens vor⸗ 


Rungen, ber erfie Gurzopäer feit Poncees Duroeife (1700). 





©. age bei Baschbard Tr p. 0,0: .: 





‚Dffieere tn dem Gefolge des Mapemet Kl Pofde” 
Marfhe gegen bie Mameluden nad) Dongolah, ante 
Ri laneng ganz febterhafe gefunden haben, wenn 
Berikiigunge jeilen Bu Den en Bei 
ge: Bee Witten ——— —— Ne 


* ———— 
je leſer ent 
ir rin igfe Arbeit Hat N 
Pr (in der —A un eyung car m, 
f 
5 Bat be en —— de 8 


ai anal: — a die — gang —Sæe— 


en —S — m 6 Karte 
ans —X Deberfiht fliehen. 

der Griechen und Römer Beriqten über Rubi 

ande 5 möglih, ba fie von Läden und © 

Kamen und en ne ER —ã* weid 

— Antonini angiebt — 


—— — —eæe Pati at Ypi ne 





von 
rn ned T: —A ad Tal 8 
A ophis XIV.; 'slmis VII 
Ten ZU a 6 ad Pselcis Et ; 7. nah Core 
nad Hiero Sycaminon IV. Aue biefe haben auf 
Fa zumal Tafa und Corti ipne beftimmten Orte 
der feiner Ränge wegen Dodeca ‚schoeus deij 
33 m en-die 12 Schoenus (1 Thebaiſcher Schoenu 
VI. p: 804 # Dr Aa Xrtemibe 6 Angabe u 6 














amt bt ir em nes 
3 na DE nelde wur@parhe 


oh —— men ben, umRänbiih 
— ——— ——— 
Ren * füblide Raturgsenze des 


Venus gewefen. Won hier gehe am 
——— Feldzug, unter-Cacsar- Augustuo 
Ober 22 vor Chr, Geb.) von Paelcie aus, Aber 

Ihrim) gegen das Dre der. Königin Camduoe, 
Such * ve Die Cassins ryr varanmır 

DÜbe einer Keftung wo AN mn 
— 5 Rage dieſes DOrti gen 
. Er Angaben ++) müßte hie fege weit 
em gefuhht werden, da er nad) Nıros Mara bie & 
3 Miero inon's auf 54 M. P. von * 
‚aber, über 500 M. P, worin offenbar ein 
E Pettonius nodı weiter nämlich 970 Mb. Meilen 
Übt, was jenfeit Meros geführt haben warde, Kber 
ieh ir bo's —— Kap fahr unb Zlarer 
wabo's gonz 
wit we ch Dio Ra [fin 6 vollkommen Äbereinfl 
— Be baß.biefe Königsrefiben; (Napara) nidt; 
j älterer Ausieger, eine Gapitalis von Meros war, 
* Mehr, In son —8 —8 — Ibrim) 
ereifen er Tag noͤmlich, wo te etwa bie im), ae 
von Ebfambal, Denn®trabo nennt zwiſchen Premiß 
to, Beinen Ort mehr, fagt nichts einer großen Ente 
umb erzählt Petronius Einnahme biefes Ortes wie einen 
Aeherfall von Premis aus, in weichem er nachher aud) —* 
19 als Außerften fuͤdlichſten Vorpoſten zuruͤckließ 
fagt Strabo ausbrüdlih, kehrte Petronius mit m 
fangenen belaben in feine Präfectur nad Aegypten darum 
ilufer wei ——— 3 147} 
ri ngoowrigm); und wirttid 
‚mbat das ed el —— 
Mat tittt) Ion Selnms, das unzugaͤngilhe Sebiege⸗ 
ber zweiten Gataratten, das wir — 535 DIN 
Bennen gelernt haben, Gtrabo's Worte, über ben Srund 
tehr des Petronins. mit feinem Drere, denen aber auf. 
fe, vauf das feuchtbarere Sand im Gäden, auf 1 alte 
‚gewendet werden, Wir vermuthen daher gegen 
a, D., baf die Rhmer unter Petrowius Ani ee 
t Bis jenfeit der zweiten Gataracten vorgebrungen find 
Ne Eroberung bes Landes norbwärts derfelben zur Scriuver⸗ 


—— 


Tr tab. adı p!89. ) 5A Tr. pP. 100. 
„Burckhardt Tr. p. 14. Bu Dio Cass. 1. LIV. zu 
4) Pla ir N VI. 5 29: ed. Hard. 255, Hi) Gnsbe 
"TI. 830, ed. Tasch. T. VI. p. 618, +4 urchhards 
Tr, p.3% 41. titti) Burckhardı App, LIE, p- 494 


ei: 


L 


ii 


Kt 
Frhr 


ih 





Get. Weide; Bifferfofteme. FLAMBERE 0 
y tiſhen Präfectun aber eine 
Keen ae en 
damen Feldzug von —— mai 
“ gemacht haben würbe, 
7 z*3 Wi Plinius (VI. c. 35. nad) bem 
fee Meteo’ Erploratoren zır Nm. Mellen von 
"dawon Meros no’ 360 weiter Fonts "Hatten 
ein antnes; . el8 dab Napara bri Gtrabe, Yerz 
Präfeet ‘von Xegypten erobert hat, nämlich für eine m: 
exe, jmes für eine ubeblichere Nefibeny einer 
jo, und Den Romen Napara nur für das %j ib 
Denn auch bie Stationen zu jenem ndrbliihen ES 
ins Heer bucchgeg, find von Häiero Sycamins 
Yiniad eigner Xagabe ganz andre (nämlid; von Pselez 
Nerd) Primmin, Aboceiu, Plilhurin, Cambusin, Attevan, 4 
ein an den Gataracten) ald die, welche Mero's Boten am) 
Syeaminon, Tamı, Evonomiton, Acinam, 
um, Napata), bie nicht einmal ben Mömifden 
in is nennen... Und ob die Königin Ganbace, beren 
nius im nördlichen Rapata ſchlug, eine Megentin ind ) 
felden Staates mit der Ganbace im Staat von Meroe ik, 
in demſelben Kapitel, nach Neros Boten, anführt, 
an Babin geheit, da wir nicht wiſſen, wie weit die 
des ungemein geſchwoͤch ten Mero« bamald norbioärte teichle. 
je aber eben dort bon den 20 Fleinen Königen, ein 
et % it (oben ©. 549) , fo war auch Gandace dir 
weine Titel ber Königinnen jener Nubifchen Reiche feit 
zander bes Großen Zeit") bis auf Eufebius*")teri 
ti anfährt, und auch von ben Seitgenoffen ber erjtend 
fer ſagen e8 Strabe und Plinius (regnare in insulal 
To6 foeminam Candacen quod nomen multis jan annis 
fi transiie ***)); ber Titel bes großen Reiches’ ging h 
wohl auf bie Herrfherin ber Eleinen Gtaaten über, dir aus 
re Ken — — J 
ten Berichtigungen und Angaben zu einer 
von Rubien, ee Berichten der Alten Claffifer und der 4 
graphen bes Mittelalters, finden wir fo eben in einer fo 
volen Abhandlung des f&arffinnigen "und geiftreichen 
Geographen Malte» Brun +), welhe ber Darftellung von Bu 
hardts Entbedungen und Beihreibungen gewidmet, aber 
Dielen eigenthämliien Bemerkungen durchweht it, bie tik 
X — 
ſqhaten. 


: Vom Lande Werber norbwärts, als wollte ' 
furchſd aren Nubifgen Wüfe ausweichen, - wendet 





» Tostzes Chi, add. u we Bascbins Hisnee' 
jeder U. 2.02 * poſtelt 
9 Tablege a es Voy de 
2.8 ia Nouv, Aunal. d. Voyag. Paris lee, 
VB u Te VL pe 


Nilſtrom, Mirtellauf, Nubien, 593 


Mil weffwärts, und bildet einen großen Halbkreis, größer 
; alle zumfere bisherigen Rartengeihnungen biefe Beugung 
ber *), gegen bie —— Seaſe au, bis.er an der 
ebarenge des N en wieder faß in dens 
Aldian von her auxhlllchrt, unter melden er 
inflof, um «hen fo, bie Bergkette der 
T we von Affuan (Gpyene) durchbrechend, in Aes 
Su — Du 8 * RR es Paite Din, 
) etrage 40 jereifen (a: ogr. 
I Die Ben aber duch die Sch etwa % 
n teilen **). a 
Ein Drittheil, das füdliche, dieſes Nillaufes if 
won keinem Curopäer verfolgt, nämlid daa Rilshef 
Berber bis nach Dongola; das zweite Drittheil 
mittlere, welches unter der weigen (bene von 
2 unterhalb der Infel Moſcho, mit dem Lande 
Mr Mapa beginnt, wo wieder Felsgebirge das Erom⸗ 
SE eng. zufammenfchnären, bie durch ganz Batn el 
Dibjar, oder das Felsland, bis gu ben Gafaracten von 
by Halfa und norbwärts bis Ebfambal anhalten, 
is jege nut allem noch von Burdharde (mahrfäein: 
9 au. von Gaillaud) bereifet und befchrieben. Das 
Mitte ober ınördlichfte-Dritcheil bieſes Nillaufes 
A Nubien, von ben Gatarasten Waby Halfa's, ober 
f nmien zweiten großen Nilcataracte, bis gue 
Me Uegpptens, oder ben fogenannten erfien großen 
taraeten bei Affuan, iſt der befanntefle Theil diefee 





















L Die Naturbildung des großen Stroms ſelbſt, beftimme 
\ Bioye Dreifadpe, natürliche EHRT Sarg Re und 
Heinere Cataracten, insgefamt Gtromf&nellen, - über 
2 ‚e ber Strom immer aus ber obern in die niedere Stufe 
u der ſchaft, hinabrauſcht, welche wir genauer als bisher, 
Bier zufammenftellen wollen, zu Drientirtung am Nilfttom, 
d ee Nubifhe Milcataracte ***): gwifchen 
&hendy und Damer foll’derNil Stromſchnellen bilden, ' 
dei Affuan am Eingange Aegyptens. 
=. Zweite. Unterhalb Berber, im Lande den Araber 
Redatat,. befinde fi eine noch größere und reißendere 
‚taracte, weiche Bruce unter dem Namen der Talas 
i anführt, 
3. Dritte. Unterhalb Dongola und der Inſel Mofpe, 
an der. Nordgrenge von Dangola, bei dem Dxte Koke }) 





Burckhardt Tr. App, III. p. . #8) been HM, 
EEE) Barebhard BR — 
. 65. 


1.8. 2) 


694 Afrika, Waflerfuftene. TIL, Abſchu. 6. 25. 


e bei Tinareh, bis wohin Burckhardt tam), 
— en Wafferfänelte AM Dar Mi af 
gun ein wahres Land ber Gataracten. 

Neunte. Denn von hier an (eigen | * gan Bat⸗ 
ei Hadjar dicht beiſammen 6 verfi *5* 
Tataracten, welche Burckhardt Bergen; 8 
4. Baby Dal, 5. Dart Lamoule, 338 
bigo, 7. ubdrdlich von Wady Seras bei Bay 
ans bis zur gten ober großen Gataracte von. Baby 


und NT — 














baſelbſt faſt alle Schiffahrt **) unmägliep oder 
—* för 446 ei gang ee hun ie vi 
en kann. Diele legtere Gataracte war bisher allein 
von dieſen, unter dem Namen Jan: Adel oder Bin 
betannt, was jeboch ber allgemeine Ausdruck ber-Araber dad 
Gataracte ift, fo wie ebenfalls Schellal (wie Dellalla 
Kongofluß oben ©. 279). 
Die gehnteNilcataracte if enbli an be den 
* die berüpmteße von Aſſuan **") ober bie 8 

dee Araber, die mit ihrem gewaltigen Brauſen (depeb 
— ) genannt) ſchon Herodotus befaunt war. 

Die zweite, dritte, neunte und zehnte dieſer, den Ri 
ſtrom characterifirenden Cataracten find die größern, und ai 
die Maturgrenzen jener Gtufenländer vom Mittellaufe I 
Nils, Sennaar, Dongola, Batn el Dabjar > 
Unsternubien anzufehen, deren drei letztere wir je 
einzelnen genauer gu betrachten haben. 





Erläuterung 1. Zweite Stufe bes Mittelleufe, 
Mograt, Scheygha, Döngola 


1. Mograt ober Wady arograt(Mokra, Makerni 


Manuoygia), 


Unterhalb Berber folgt im Nilthale aumittelbes n 
eat ein kleines Königreich, deſſen Oberhaupt, ei 
et, Naym genannt wird, und jegt nur bes fehl | 
Raubüiberfälle gefürchtet iR. IR ograt liege drei Tages ı 
en von Berber, we die Reſidenz Bedjan (an bie alt | 
edjas erinnernd) heißt. Nur wenig Verkehr findet IR: 
mis dieſem Ländchen ſtatt, das einſt unser dem Ramm 


2) Burckbardt Tr. 1,48, %) Burckhardt Tr. 
—* Browne Tray * De ”, Herod. II, 27. Tue 
hardı Tr. p. 68, 258. 









ee Seal ante Gehen fen 
Mubier t, ber 






nom Hefte won Wohnungen und kleinen Tem⸗ 

T deren Bewohnern (Kenz) auch jetzt no 

veſte chriſtlicher Familien fich befinden. Einſt 

yım,- waren bi akorrah alle Chriſen 
‚ und bie Gtabt Doͤngola war ber 

—* ie ne — von der —— 

wa alle m über 

ein Khnig biefes Makon ieh ber bei 

een Iſaat) in Alexandria in einem Briefe 
€ hering bie Zahl feiner Biſch Kfe ſey, ba nie 

aurisanien zu veifen wagen koͤnne. In ben 

je 


iſſen wird Maxougse **), Ninazavgss, als 

Nudiens genannt, bei Bonionr und sei 

sieh aufgeführt unter dem Namen acu, WORK 

Epifcopate gehörten: Korta, Ibrim, Bucorag, Dun- 

Sai, Termus, Suenkur. Diefes Tafa, gebt de . 

Rofes — haben, als deffen Einwohner na Gas 
"Die 


Een, ben Sternen Idolie errichteten. Rehr wird 
Bogras wicht erzäßle. 


a, Land der Sqeygyha. 4 


Deiter abwärts, unterhalb Wograt, wo der Nil feinen 
ganz von O. na WB. gerichtet hatt), wohnen bie 
ygya Araber, deren Land zu beiden Geiten bes 
ws 35 bis 40 Gtunden entlang Liegt, und dur ein 
ebirg von a Stunden Breite, das dicht an den Mil 
‚ im Weft won dem Gebiete Döngola’s gefchieden 
ei dem Oete Dollago im Oſt beginnt biefes Land, und 
gegen Dongola mit dem Wady Gos. Die drei gröf: 
Date bes Ranbes find Roray, Kadjeba und Mes 
: (q Zogesrifen von Damer und 9} von. Dengela), 
es Iegtere, Caſtell und Refidenz, ũberraſchend die Wis 





+ 
e® 







H 


= 





Ar 













Ibn Selym b. Burckh. App- B: 497, b. Quatremdre p. 
6. **) Vier. Patr. Isaac u. in Histor. Patriarch Alexand, 
. 178. 5. Quatremöre JI. p. 55. ***) Bonjour in Monum. 
\eg. Bibl. Varicanae brevis Exercit. p. ı2; Wansleb 
ist. Eccles. Alex. p. 29. b. Quatremöre T. II. p. 36. 
) Burekhardı Tr. p. 68. 

Ppa # 


596 - Afıtka, Waſſerſyſteme. XI 


veeitut der alten Namen buch alle M | 
Beiten Sindurch beurkundet. Woher I 
fe weit ins -Rorben zu liegen kommen? Gedmerli 
alte Prieſterſtadt, fondern was N 
licher Grenzort des alten Pri aates. hat 
Brun durch folgende Erklärung der etwas yerwir 
abe der 6 Jtinerarien bei Plinius ”) ‚(des Aris 
Sion, Simonides, Basılis, Dalion), ver 
Ftolem. Philadelphus, und bes fpätern 2 
bosus aus Kaiſer Auguſts Zeit, ſehr wahrſcheinlich 
Jene ger Beifenden geben für bie Entfern vo 
nad Meroö an: 19250 Roͤmiſche Meilen; Sebefs 
en, 1675. Beide Summen begeichnen aber biefe 
dan **) wenn man bie erſte na Stadien gu & 
eite nach Stadien zu 1111 anf einen Brad ber 
et. Rechnet man aber 1950 Rom. Meilen: 
entlang, fo reicht dieß Maaß etwas weiter fü 
m Zufammenfluß des weißen und klauen Rils, 
urd@darbt den Anfang ber Infel Meroc, wm 
Selyms Inſel Aloa (Dimwa bei Abd Allatif *). 
Druce's Halfa, Halfaia) annimmt, und trifft all 
die Stelle der alten Prieſterſtadt Meros. Da abe 
toſthenes für diefelbe Dikanz nue 605 und Arte 
nur 600 Meilen nah Meroü reinen, fo haben fie ı 
die Entfernung nicht von ber Gapitalis, fonbern u 
vorderſten Grenzort, des Staates angeben weil 
dieſes Maaß trifft, merkwürdig genug mit diefem A 
bei Burdharde zufammen, der felbfE über diefen 
erflaunte. Moͤchte ein Beobachter recht bald bis zw 
merkwürdigen Orte vorbeingen. 
-.. Das Thal der Scheyaya +) ifk nirgends Aber 15 
‚ben breit, die Gebirge treten fehe nahe zum Strom 
und bilden viele Lleine Gataracten. Hippopotame fi 
nicht, nur wenig Gcocodile; bie Ufer bedecken Acaciew 
Palmen Pub noch felten, Dhurra und Dhokan (das: 
korn in Darfur und Sennaar) werden viel gebaut, 
‚Band ift fo ſtark bevölkert wie der volkreichſte = 
» eng. " . * 
m Die Scheygya find reich an Korn unb 
gaſtftei und völlig unabhängig. Der Baftfeeund 
'gedelligte Perſon. Gie ſprechen nur Arabifch, und g 
bar ihre Belchrten aus. Ihre Schreibſchulen 
sawe liefen Manufcripte die fchönere Handſchrif! 












*) Plinius H. N. VI. 55, **) Malte Bran Nour. 
8 372. ***) Abd-Allatif Relat. de I Eeypte 'p 83 
R cy. Paris 1810. 4. p. 24, 7) Burchhardz Tz, p, d 


% 





e Göiro aufweiſen die —X ſahe. 
hie dahin ten, de den Ulemmos une _ 
tet und erhalten. Jeder Ulemma ver 
we Den erg sp h un — — 33 
erhalt for viele we ei ’ ie 
treiben. Anal aus Dar Mafap und Sub 
en Döngela, fommen fehr viele Knaben nah 
„die 2 und A Jahte da auf biefe 


a a Br Br 
N an. ie tieren m er Aufer der rer, 


jten ihre Sinber I. d ben. 
Mate ”) von ann Senna, un Bei, 


En — aus nach Arabien, Nach © 


54 een Krieger find berlihmte Bee mie bie 
Bumeluden in — fie reiten auf ol ne malen 
27 yffinier , mur bie — u 
gel; auch ihre Sättel gleichen Eine 
ragen alle uppenküicaffe die fie 
ie. einkaufen, atın aue au Dehe 20 ann. 
J Seuerge jenwehr, Unter enuntıe 
— und dehnen ihre Raubliberfä A on 
fe und Pad Salfa aus. Sie nd überhaupt das 
h fe Bolt Er 5 Ir Bau Alm im 
mperen Sha te vier Hauptflämme, ab, 
Jgt — A wie z. B. El Hamdam, Esfoleys 
m (Suleiman), El Ameab, One, Zebeyr, Menaſyr m. 
ba M dextheilt haben. 
„Roc. vor einiger Zeit hatten fle bie Oberherrſe 
I: „von beffen Atem fie Tribut — 













gen Raubüberfälle müde, traten Ihnen dieſe 
box längerer Zeit die Hälfte ihrer neue 
feätdem mit ihnen in Freundſchaft. Als bie —— 
aus Leghpten — waren, nahm fie das Ober⸗ 
Der Eheygya, Mabmud el Abelanab **) als 
eHrmvoll auf. Da fie erklärten, daß fle Sennaar 
me wollten, beſchentte er fie mit Pferden, Gameeien 
Belepeme und Eebensmitteln. Uber noch keinen Gina 
Kot «ermordeten bie Teemlofen ihren Weplepäter, BE 
Bas Land und traten in Verbindung mit gu 

— — aus dem Haufe Zobeyr, der A 

malt demmägtigee. Seitdem ftanden bie 3 min 
Memelay denftaate, der Ah in Dongola en 


— 
VB uschhards Tr, p. 71. *) Burckhards Trı Pr 78 ' 


598 Afrila, Waflerfofteme. tur, Abſchu. S. 25. 


brochnem Rriege, waren aber zuletzt öfter ſlegreich Über de 
neuen Abentheurer. | 


3. Dongola, oder Wady Döngsle (Köngel) 
Die Refidengen Meroc, Rapata, Dongola. 


er Mameludenflaat: 


Inm Welt vom Gebirge der Sheygha beginnt bie Gübe 
enze von Dongola, Wady Dongola genannt, weil das 
Sehr fih zu beiden Uferfeiten bes Niſſtroms augbefnt. 
gie liegt der erſte Dre diefes Reiches, Ambugo‘), bei 
agereifen don dee Stadt Dongola entfernt, bie weiter 
en Morden liegt. Im Norden diefee Stadt dehnt fi 5 
ebiet über die Inſel Argo zur dicht darunter liegenden 
rn Moſcho aus, welche an der Nordgrenze 8 ven 
ongela liegt, wo unter der Cataracte von Koke das Laub 
Dar el Mahaf beginnt. 

Den Strom abwärts gerechnet folgen bie Orte nah 
einander: Ambugo, Kennat, Hattany, Daffar, 
Afar, Dongola. Im Norden von da: Handak, ch 
Dorf, wo der Nil fehr viele Windungen macht, bie 
Urgo, eine Zagereife lang mit einem Caſtell aus Wa 
nen, dann bie Infel Mofcho mit dem gleichnamigen Dei 
und das Dorf Hanned eine halbe Tagereiſe weiter, wi 
die Kortfenungen ***) der nordweſtlichen Scheygya GBebisg 

um Nil treten, welche die Gataracten bilden und Dar ei 

abaß im Süden begrenzen. | 

Drieſe Landſchaft ſcheint ein großes, trockengelegte 
Seebecken mit den fruchtbarſten Ebenen zu ſeyn, oben mal 
unten von Felfenengen eingefchloffen, durch deſſen Horijen 
talboden der Nil in großen Serpentinen feinen Lauf et 
5 Kagereifen weit nimmt, ehe er wieder in die Zelsengen 
von Batn el Hadjar eingegwängt wird. Sehr weite, unge 
mein fruchtbare Thalebenen breiten fih bis Danned aut, 
und zwiſchen ben Stromarmen liegt eine Menge frudpibere 
Inſeln, davon nur bie beiden bedeutendflen uns genau 
werden. Hier ift nirgends Felsland. Zur eb 
mungszeit F) treten die Waſſerflächen Bier 2 bie 3 
weit auseinander. n der Übrigen Jahrszeit werben di 
Acker dur Schoͤpfrader bewäflert, und der Reichthum eb 
nes Mannes wirb hier nad der Menge biefer Mofpiam 
berechnet, die er gebraucht ober derpachten kann. 

dtamen follen Bier in Menge im Nil feyn, welche oft j® 
Kite was der Fleiß des Landmanns gebaut bat. 


















*) Burökhardt Tr, p. 67. **) Burckhardt Tr. p. 65 
_ ***) Burckhard: Tr, p, 68; +) Burckhard: Tr. 2.6, 


, Blfiom, Mitrellauf, Nubien. , 699 


Ber bie veichften Weiden mad i 
— 
fie vom erfien Preife 


bis 10: Sclaven bezahlt. Weiter im 


5 he f(eeibung, bie ** * 
m Sorenſagen Hat, mmet Poncet 
N, d 5 Bofas, nah Döngola 2 g: 
en, Gene und Goloquinten fen, 
b feine Gardvane, die aus ber weiliggen PR vo 
üilen mußte um Zou su zahlen. Bon ba mw 
1. fünb er.eine fehr angenehme Sanıf A 
Die ihre Fruchtbarkeit nie bloß ben 
verbankten, fondern aud dem lei der - un 
mit taufenden der Schöpfräder die Keſerdoins unb 
anöle iheer Ländereien füllten. 
Eine Pe gr e.hm Befhreibung mat im z4ten 
elym von biefem une, Be 
Be ’ under, wegen 
—* 4 nen Diftricte —* Da al ae fat © 
hier von D. nah W., bas Land iR 
Et s In zwifchen feuchtbaten Ufe ren, Ga he 
fern bie ohne Unterbregu u einander 
” Sm Su rict Sefdykal liegen fo, 3 Arogereifen 
, an 50 Städte ’“*) mit guten gu fern, rn 
Biöftern. Hier find — ein, große 
', „Wiefen, darin weiden röthe Gamsele won edler 
—8 — ſich der König von Doͤngola oft aus 
e nahen 
im Süden biefer Stadt Asa 
— — we Bapi der Gehe, Di Bund 
a es, —— a Br Felder und en 
fo —35* en die Länder der Bufelmönnet 
nn hin; fr find hier ud Wildniffe, große 
wilde — wie Lösen; bei einer großen 
ſiſtroms follen Bergwerke from bei dem Orte 


Seode 1 bow:&elap, Hi 
re ee trete 
Domen — — eh 
in Seat, fe gilt, ſeitdem die Araber —8 


8 


r 


J 





®) Poneet Voy. in Leur. Edif. Rec. IV. p. 11. 
hardı Te al. —8 “.) Gab, ei Die 
sremöre T, U. p. 5 


Seo fake, Waſſerſyſteme. TER Abſchu. 


bert Jotren¶ bis zut Abhängigkeit ber 
77 — Ran — 
3 J 
en Arabiſchen Gefhii er 
Kg Yihgenbe und reiche Nefidenz eistes ſch 
Beiches, in welchem bis Ende bes ı5ten Gi 
tod die cheiflliche Kirche *) die herefchenbe blich, 
bes Japrtanfend hindurch iwar dick im ©i 
weichen Rhalifen und ihren Geſchlechtetn be 
‘ —X u leiften, bis auch feine Beherrſcher 
inneren Zwif und Zreulofigkeit als duch Aufere 


‚Würze wurden. 

. Ms endlid das Mupamebanerfere.vom Eu 
her Bybars aus Ken ten gegen Nubien gefe 
674 d: a: 1275 n. Geb.) zum erſtenmal 
Dongola eroberte (denn im 31. I. b. 9 

Chr. Bed. ward fie fchon einmal belagert ,, 

erhöct und verlor wahrſchenlich ihren Tang 

lang‘ als bie Paupefior Nudiene. Ibn 1 
zähle ***),_ daß die Feidherrn des Bultan zum 

Gen der Stadt und Nubiens domels zerfiörten 

als Beute Binwegführten was fie vorfanden. 

ihlreichen Nrümmer alter Kirchen im Nilthal 

Wöngete, bis nad Aegypten bin, welge Burd 

bemerkte, noch außer den vielen fiptbaren Zeich 

and Infcpriften an den Ruinen, baß auch ber 
dee dortigen Altern heidniſchen Tempel in chrift 
verwandelt gemwefen. Zur qhriſtlichen Kirche ir 
gehörten aber damals ı7 Episcopate insg 
en (Niexamitis; Albadia i. e. Aloa; Marao 

tra), bie von Arum (Niexamitis) nordwä 

Brenge Arguptens reichten. Die Hauptlicche 

nenni Maceigi +}) Sous (Yfus, d. I. Jefus); 

ner aus Aidab und Aſſuan in Aegypten, bie 

Sefangenfaaft gerathen waren, hatten fie erba 

An golbnen Kteuzen erbeuteten bes Sultans | 

Mroberung im Jahr 1975 aus diefer Kirche 4 

an&ilbergefäßen 8666 Dinare, und anderes me 

P —*— wi Jit, 9 Sort —R 
wi wie nicht; fie int, denn vorher: 
naunt, erſt na qh dem Ball von Rapata, bas 


®) Ibn Selym b. Burckh. p. 515. Ibn Sel: 
hardı p. 5 b. Quatremire T. vn 45. ” 
Fl} Wansleb. Histor. Eccles. Alex. p. 29. 6. 
IL. 56. +4) Maorisi Histor. deSultane Aog, 
b, Burekk. p. 540. b, Quatzemöre II, 98,, 







Rei, rät, Slebicn. coꝛ 


ep Peßfect Aegyptens Petronius eroberte 
— mie Nies De Bel 
8; N ‚ von welchem 
— Nubier herleitet. Dieſer Ort Nu«a⸗ 
uber zuU Jon Selyms Zeit nicht mehr von Be⸗ 
Bu fon, da er ihn gar nicht einmal nennt. 
wei Befidenzen ber Nubifhen Majefläten find 
überbanpe in folgender Reihe bekannt geworden. 
>» &, 9. Napata, 3. Dongola, zw deren wenig 
x Geſchichte wir hier einige Fingerzeige geben. 
WMeros blüßte vor Theoth und bauerte wen 
auf bie Brite Ptolem äus Dhiladelpyhus” 
Tibenes .s. vieles von ihr zu fagen wußte. Di 
205 Strabo nur wiederholt, denn zu feiner Zeit 
ESoẽ fchon gefallen, die Theocratifche Republik war 
Suig Ergamenes *) (dem Beitgenofien Konig 
diſadelph.) der die Prieſter ermordete, in eine mis 
se Monarchie verwandelt, wie Diodor ‚berichten, 
unterging; denn zu Kaiſer Neros Zeit war bort 
Mes gerfiört und gur Cindbe geworden, (aedificia 
pauca) °**), und fein Schatten alter Herrlichkeit 
wenn es nicht die Trümmer zu Dermes (ob bei 
a im Aloa) find, die Abou Selah ***) wie einem 
enipel der Thebais befchreibt, den Heeren}) pwi⸗ 
herri und Shendy, mit Bruce, am Nil vermus 
if ber Weſtſeite des Nilſtroms. 
Napata. Zu Kaiſer Auguſts Zeit wird durch dem 
ſchen Präfecten Petronius, Napata als eine 
ere Reſidenz der Königin Candace Nubiens bekannt, 
en Lage wir ſchon oben geſprochen haben; zugleich 
ip aber auch eine neue Herrſchaft im Oſten von 
gegen das rotbe Meer Hin, nämiich das vorher eben: 
ıbefannte Arum (f. oben S. 199), fo daß es ſcheint, 
ı den Trümmern von Meros, deffen nun nie mehr 
wird, feyen bie beiden jüngern Nubifehen Reiche, 
den und Often, mit den Refidenzgen Rapata (Nuss 
db Xrum (Niexamitis, Oxum, Acachum) er em: 
aüht. Die Gebäude in Arum, bemerkt —8 +, 
eftätigend, ahmen den Aegyptiſchen Styl nach, vers 
aber ein jüngeres Alter da fie ohne Hieroglyphen 





le lange Napata geblühet, willen wir nicht, deun 
nem VSeldzuge dauert die dortige Herrſchaft zwar 





iebuhr Inscr. Nab. Comm, p. 14. **) Died. Sie, I. 176, 
‚6, * u? PNlin. N I, m vr.) Quateomötre 
mw. T. 1. p. 34 eeren Ibeen 2. 35. ©. 379, 
), Niebuhr —8 Nubiens, Comm, p,20, - | 


2 


Gen Mfrde, Weſleſſtene TIL Mbfhm. $% 


—— Een da halb mu ein m 
ed — — 

An SE —— eh — 

500 von auf 

— vermanbeie; Fabee mt Dem Merfall des @ 


8 es fine rs bie Kenniniß biefer Dpmaflie amd ER) 


—A— vo jener Rolge al Ole Ru! 


is 


H 
B 


* 


erſen 

——⏑ ver ——— 55* 
sine Bafilistos der uber (Bien Ausıhaue 
and allerXethiopen aannte, bes En 
en Belag a) und 

ae die Wölker Ara * 


veil 
Erin —X ——e— Y 


inx ). Die Farſten der Wälker ober, die an 
eigkelien wollen, laffe ex nidpe im 
Bi spalten Im Bipz Infanife, wei Die * 
je erhalten in r eNiepup: 
Unterfacpung fehe farffianig in die. Zeit Kaifer I 
atans, oder viel mwährfgeinlicher Kaifer Sente 
‚(wie vrrmuthen in das Ate Iapı! }) verfegt, al 
merkiittigee Document gur” Befchichte dee 
Griſtlich —8 Könige von Btubien, deren 
— weder das ältere Meros noch bas ji 
3 Bein ik wolle, fü 
fey indeß wie ihm molle,: fo 
‚wie Niebuhr bemerkt, Berwanbi 
Galtur Diefes Nubifden — mit dem 


en Kinanas, Fr2 ich —8 auf — 
— — nig.der HAN (Basılsur) um 
n arg 34 nannte (f. oben 195) 


Best — *2 — 2 Er 
on Meros emporgewachſen, au en Weligiengn 
FE u RE ne —* 


= ber Ares und (een) mu (an 4 





®) Strabo XVII. 619, ed. Tzsch. t. VL Be 
ed. Borkel. fol. ***) Niebuhr Jaser. N: * 
zu t) Th bung Observar, on a Fragmens I, 
357, 











ganz en den alt A, oA, wit 
—— ee 
Schon feitbem, nı e den 
fprebenden solemäer, Angppten befersft: 
tem: fich auch die Könige vom mit Grie⸗ 
) wie dieß Diodor von Rönig Er 
— — ber * * zen, Mar. — 8 
false in Yrim (oben ©.093) im atrm Japıfı \ 
eb; verficherten. Aus diefer Infcrift von Kalahı 
irn, daß die Griechiſche Sprache auch ben 
nad Nubdien einwanderte, che fie 
Chriften dahin gebracht warb, bie fie 
meiner verbreitet haben mögen. Dow if das 
diefer Juſchrift, ſowohl den Chardcteten noch 
7 als au der Grammatik und tar nad, 
abgefaßt, als die oben ang Uumi 
denn, zeigt Niebuhr, fo fehr fey die fe 
11 Spracpe darin verunflaltet, „wie etwa die 
€ es feyn würde, wenn sin Sultan von Aſhauti einem 
Sclaven der in den weſtindiſhen Plontogen fein 
nRauberwelfch gelernt hätte, feine Taten in Sie 
E bie Annalen feines Hauſes aufzufgreiben jebleten wärde, 
Mor daraus, daß ber ftolze Gebierer und Meder Ger als 
EP Methiopen ſich felbft lacherlich genug, nur den Zitel eis 
 Bafrliscos giebt, ergiebt ſich bie gr Unbelauntfgaft 
BE der fremden Sr, * ua hr ae in Arm aus 
EAänmterworfnen fleinern Gebieter en, i 
jisto’s —* ſich ſelbſt aber einen — — 
felbſt ſcheint Sileo auch als einen Sehn des Set 
Ebetraciten, da er mit dem Sonnenftrahle den andern 
BVerberben droht, und diefe Iufcprife auf dem ber 
Nonne (Manduli Deo nach Bailiis Inscr.) **) geweihten 
emmpel zu Ralabfhi eingeaben lief. Daß diefee Nubi 
Dilco no bem Heibenthum anbing, aber bie alten 
BE mit den neuen modifhen Namen benannte, ergiebt 
mimittelbar aus bee Infcprift; damals war das Remy n 
in Nubien aufgepflanzf; erſt gegen Ende bes Atem 
iberts ließ Kaifer Abreoflus dee Große im — 
ie salten heidniſchen Tempel fliefen (Cod. Thbeodos, XII, 
Maas) und feitdem erft wochte wohl das Ghriftenthum 
ibien gelangen, wo wir beim ofen Ueberfall der. 
Mohammebs fhon einen Heiligen Staat 
—* ohne zu wiſſen, wer die Apoſtel bee Nubier gewee⸗ 


at 


3* 


sie 










24 





®) Hisbuks Taser, Nab. p. 16. *%) Mlabahr'a, 4.0. &, 10, 


604 Meile, Wafferfoftene. TIME 


3 Dongela. Als bie Araber ige * 
dem Kaliphen Omar, angeführt von Amin 
Bes ns (richtiger Amr Ibn el Ras), aus. 
Hiltbale- mit soooo Mann die Kriege A 
nen, und gehn Jahr barauf unter elkeuns . 
tiefer in bas Land vordeangen (31 3. d. Beg., 
Geb.), ba wird nun drittens Dongola | 
Hauptſtadt Nubiens und die Reſſden; Kaley 
lidourot, Kali dourdad, Bali daroub 5, Q. a 
melung beffelben Griechiſchen Eigennamens in 
denen Handferiften) des chriſtlichen Könige ge 
wie alle folgenden Herrfcher Nuba's nebſt Grie 
nen Namen den Berberiſchen Titel, KRabyti ı 
der Große in der Shelluhſprache) € führt. 
den; Dongola wird belagert; mit Schleuderm 
fchmettern die Araber die dortige Kirche, erobet 
aber nicht, und begnügten fich feitbem mit be 
Bakt”**) oder Tribut von 360 Sclaven, be 
Nubiens dem Kaliphen nal Aeghpten fenden fi 
en diefe aus ihrer Kornkammer ben Nubiern « 
egengefchen! an Kom und Rehensmitteln zu 
verpflichteten. 
Die Geſchichte dieſes Bakt ober Sclave 
bat Jon Selym umſtändlich beſchrieben, we 
ganze Kriegsgeſchichte zwiſchen den muhameh 
yptern unt Nubiſchen Chriſten während ber fü 
abrhunderte verflochten iſte Uns feheint es, 
jährlidde, regelmäßige Transport ber 360 Aubift 
für den Khalifen, denen jedesmal 40 für den & 
egupten zugegeben wurden, bie erſte Ver: 
zu der fpäterhin regelmäßig werbenden Einfuhr 
felaven durch jährliche Sennaarcaravanen 
‚wovon wie in frübern Zeiten keine Spuren 
Haben. Macrizi führe von einem gewiffen 9 
Anes an }), er habe behauptet weil ganz Nut 
in dieſen Tractat bes Bakt eingeſchloſſen gewefi 
nun nicht mehr erlaube in Nubien Sclaven 
Aber andere Aeghyptiſche Rechtsgelehrte meinte 
Die Sclaven welche ber König in Nubien mad 
durch Fehden als Kriegegefangene dort entfiche 
‚allerdings von rechtewegen erkauft werben; ab 
Mufelmänner geraubten Nubier gu Laufen ſey 















®) Ibn Selym b. Burckh. p. 511. b. Quatremär: 
— Acc. of Timb, p. 380. ***) Ibı 

. tb. urc „A D ua IE 7) e 
are IL p. 4a,PP UL,.«.«8D. 7) Ma 





= Min, Mirsctanf, abi. : og 
‚Die Drerfpaft der Geifiigen Ränige Ri 







war, — rad print wohl 38 
Saum) ward dann immer Veranla neuen Krie⸗ 
— da 38 ale ver 0 















B- am) de 
— ee en 
raber) w a : Belopere 


n ucberfall de e Ruhe: 
Ife geeilt, das die übets 
Annaliften 582 


am nderte. hindurch keineswegs 
ickſal idrer riſtlichen Glaubens⸗ 
Bien unsere dem Joche der Angläurigen. 
gern ‚Cinfädlen bie Re b in oerfuchten; 
& ) der Ph ie Daien, 344 
finan (d. i. nach EChr. Geb. 950, 955, g6e) 
diefem letztern Jahre unfer Sfter genannter 
a Gelym, die Mifflen som Emir in Ae⸗ 
aa * zum König Kyriakos erhielt, ihn 
en’), Seine VWerſuche waren aber 
X MT Sau ber mertwärbigen Unterrebung ers 
‚db elym ſelbſt aufgezeichnet hat. Der Abs 
j an va de andten zu, daß Aegypten blühender und 
als fein Nubiſches Königreich ſey, dieſes aber volk⸗ 
lines und mächtiger am BE ruppengabl, tat ihn baber nichts 
m Ueberszitt zwingen könne, dem Ibn Selym auch 
forisht. Sehr TA it — Benehmen des 
Bei dieſer Verhandlung, und duldſam, obwol dar⸗ 
hervoegeht, daß damals in Nubien der Islam ſich 
X ensgebreitet batte. 
v Das Konigegeſchlecht bes Kyriakus (Kiriko, Kirky 
r· Archer) war ein angefehenss, einheimifches der Nubier, 
Die Erhfeige ing auf die weibliche Linie über, 
auf den Schweſterſohtn, wie bei den Berbern, Bedja, 
here und Afbanıi’s (f. oben ©. 558). Dreizehn 
Be vegierten die Provinzen; alle, ſagt Abou: Gm 
), waren Dberpriefler uud lafen die Meſſe ſelbſt 
Je frei vom Blutvergießen geblieben; eine Morb⸗— 
* aber machte ſie dieſes Vorrechtes verluſtig. Der König 















I) Recapitulstion of the Chronological Dates etc. b. Burck- 
hardı App. UI. p- 5jo : **) Qusicemöre T, IL p. 82 
ar) Quatzemize ' T. II. p. 8% 


608. fee, Häfferfofteme:"TIL.MKbfe 


malen Sek BieferSeremonte vor — 
vo. wnb blieb fo lange unbede F 
de empfangen hatte. Der Ki 
waren hocpgeehrt. Sie bebiemren fl 
‚Sereiiaen, Griechiſchen Schrift uns 
neqh * eigene, nach itab a nn 
ie gi F RER jen be, 

mit bem ı1ten ebumdert, wo 
(1080 nach Renaudot *)) 4 
von den Arguptiffen Emirm mit dem 
Seerrdes Die Gegend um Afuan und Glephan 
end um Affuan und Eiepi 

Nubiens, wo fi eine Kleinere Nubifd 
any el Dowla, eine Grilide -(f.ieben) fol 

in ben Jahren zı7a bie 74 in beeifach 
te .$, 1975 **) (674) wer unter 

tan Daher Bybar bie Stade 
bemerkten zum erſtenmel erobert: und 


ten, 
dere Gameele aus beſter malen. 
Bien ——— — — 
— ue e vor 
hören und vr andern iſte die die Befaten 
vona on ae nn dei en is 78 
von Afuan * n a 
vor, weiches * Bien jeil des damaligen Ab 
— win — 
vorigen mi 
= biefe (inet King foltte fo lange gelı 
Qubieg Gpriften bleiben würden. 
wurde vom Beneinnsfehten Könige Shekendey 
- Mid befchworen, und ao RNudier als Geißeln de 
nem Überlaffen. Die Zahl der Mubifgen Si 
Pr Eile und aus dem. Lande getrieben 
08 gemefen ſeyn, fo daß man nur 3. Di 
sahlte, und doch ned von dem Deere 2C 
art ——— su rt wurden. De abe 
mit. feinem Far tar Diernuble 
von da’ aus die errfgart wieder « 


*) Niebuhr Inser. Nub. Commt. p, 20. * 
Free P- 515 Quatzemöre ‚II. p. gu 


















u 


Heeren ben von Neuem auf. 
hatte die Nilcataracten niche 
und mußte alfo berödbleiden; Daoud zeg 
2*87 bie Stabdt Dongolah war fe vers 
nur woqh "alte Männer und. Brauen wuräüdges 
Die König Dasub „Haste fig nach der 
(AHea}) ı5 reifen im S. von Dongele 
— — der Bieger i ae 
er en Aber bie Gren 
weiter wach Aboab (die erſte Een: m is Aloa). 
de Ge Heer unterwarf ſich Hier num 
der — die Officiere und Prieſter 
Geleit & nach Doͤngola, und untew 
vn neuem J GStreuge des Tributs an ihes 
de, denen fie zu Döngola im ber Haupt⸗ 





vs als König ein 
e des Snitens zog nach Gaize mit un 
urüd. Sieg war ben 


wun auch die Rubifden | Könige bierdbur ger 
We und viele Mubier damals ſchon zum 7 
en ſeyn mögen, fo erhob ih I noch eins 
l * auf karze Zeit, die chriſtliche Macht der 
Dongola's drohend genug gegen Argppien zur Ber⸗ 
der dortigen Blaubensgenoifen, und A Patriar⸗ 
xandrien, wie uns @l Macin er Nam⸗ 
bes ı4ten Jahrhunderts begann —S 
des Drucks für die übrig gebliebenen 

akobitenmoͤnchen wurde bie er ſte Kopf⸗ 
abgefordert (A. 703 Heg. a sin m se. aureum at- 
2 —— man tributum ont er . F— mona- 

wofür nen das Zeichen eines Löowen a 
Bates ee 7* ohne dieß —X ward, hund 
Dam beide Hände ehackt. Diefe und andre Graufams 
Em erwedten in ber a de de es hohrbunderte an einem 
SU ufos von Nubien (b inig, denn dieſen Romen 
Arabiſchen ee rs 37 Titel der Rus 
en a einen Befchüger, de u einem 
Aegypten rüflete und dau in cht von 


(ei 


Quatremöre II. El Macin Hist, Sar 
Erpenil. Laugg.: PR, * 8 85, 99 c Berneom, TA, 


äter, Gelten —— Se ' 
286, 89 m 


I geben wu tn Darauf wurbe der Batt | 


4 


608 Afchke, Waflerfuftene Lunge 
berttaufenb Mann-Zeitexei (A. 740 b. Bag... B. 
Ehe. ©;) aufbzachte; duch deren Dreßungen er 
u und ber Aegyp Ch 
neuen Sultan Abbulmaler fehe er 
dieſer Gelegenheit, ſagt Said ben Bateit,, 
Höfe in Nubien Jakobiten geweſen, und von 
ans ‚eubiniss feven. 
ald darauf ſheint aber, nach Ebn Batutas 
bes, nur etwa 10 Jahre fpäter in Dongola war, 
Sige Veränderung vorgegangen zu feya. Denn 
Reife ben Nil hinab (oben &. 440) nennt er Mu 
Land der Chriſten (gegen 1554 nach Ehr. Gi 
Dontolah als die größte Stadt ber Nubas. ; 
herrſcher, ber jegt Ibn Kenz⸗ebbyn (alfe aus bei 
ber. Kenz oder Kenous) beiße, fey aber ein Mu 
geworden, als EI Melit Ennäffer Me 
en Kalawun (EI Naszar bei Quatrem,) in 
regierte. 
Kein anderes Datum iſt uns von dem Uel 
Zotg zum Jeolam bekannt geworben, als dieſes. 
ynaſtie der chriſtlichen Ksnige Döngolas ſchein 
Zeit ihr Ende erreicht zu haben, denn auch Macri 
daß die Fehden und der Parteikampf in Doͤnge 
fort gewüthet habe, daß mehrere der Könige felb, 
but nach Cairo an bie Emir’s überbracht, und 
Beiftand angefleht hätten gegen ifre Rebellen u 
uhr zulegt aber gegen Ende des 14ten Zahrhe 
owohl Oberägyhpten in Verfall geratben, als auı 
und die Beni Kenfy (Kenz, Kenous b. i. 
Stamm an ben Gataracten von Affuan) bätten 
Nubiens bemädtigt. Um das Jahr 1396, war e1 
unter Sultan Selym die Mameludenherrfchaft in 
begann, bie ifre Grengbefagungen gegen Mubieı 
Oualim, Say, Ibrim und Affuan vertheilten. 
Seitdem beginnt nunmohl bie Zeit ba die Ar 
dem fie ein Jahrtauſend hindurch der chriſtlichen 
treu geblieben, und über ein balbes- Sahrtaufen! 
im befländigem Kreuszuge gegen die Mohamedan 
den, verlaffen won aller Gemeinfhaft mit andern 
oslkern ohne Schulen und ohne ordinirte Prieſter 
alten Unglauben zurldfanten, und zu Moslemir 
Geitbem wurde auch ideen Habeffinifhen GI 
noffen, welche ebenfalls Alexandria als ihre Me 
und beren Patriarchen als ihr geiftliches Oberhau 


 ) 


.® Ebn Batuta b. Kosegarten 48. b. Burckharı 
“*) Macrisi b, Quatromère II. p.227, 


‚22 2 Men: Mietellauf, Nublen. "Sog 
y Ber einfige Meg versenmt, auf welgem fie neue 
—* ©. 396) erhalten Tonhten, die im 
Sadthundert fpricht hulfeda, im ı5ten Batuf vom 
m Mubieen als von Chrilen, und Wansleben ber 1675 
(faire war, fagt, baf bie Rinpen in Subien noch vei 
wären, aber gefchlofien weil es an Prieftern feste. 
IT Burdhardt nirgends mehr Chriften vor, an 
IE Grenge Gegbptens wenige Spuxren von ihnen. Bi 
Seitdem drangen in angela, das die Einwohner 
IEfE mit dem Xitel Dönzola el Adjouze, d. i. das alte- 
ngola oder Tongot) wen, auch bie vielen mus 
Innifeben Nomadenftämme ein, bie fig mie ben vom 
ebenfalls chrifllichen Yirtenhämmen des Landes (f. 
ja) vermifchten, zumal mis Den Ababde im Dften, unb 
Kubapifh im Velten, bie von hier oft auf Gclavenfang 
Dar: Fur zogen. RWorzäglich FH Bamilien_follen 
den Erzählungen det Araber in Mubien geherrſcht has 
bie Zebeyr im nörbligen, die Funnye**) im füdlis 
Nubien (ob verwandt mit den Gennaati’s?), bis die 
eDapa Araber die Obergewalt erlangten, und diefe 
num wiederum von den Rameluden, do nur vor⸗ 
jebend, werbrängt worden find; denn diefe waren im 
Sabejebend die Deren von Döngela. Die 
ameluden, tele feit ben Jahr 1819 in’ Wegypten 
| binterlitige Bemegel und offene Angriffe 
Me Xürtifhen Gouverneurs, von sooo Mann auf wenige 
Imbert rebucirt waren, und in ben Bergen Oberägyptens, 
Bi Ababdes, die fie anfangs gaftlid aufgenommen für 


Zreulofigteit und Barbarei gulegt auch Verrath und 
lage gefunden, faßten plöplich den verpmweifelten Ente 
Muß, mit dem Schrert in der Fauſt durch die Wüfe din⸗ 
fi ein neues Reich gu erobern. Unternubien '**) 
af das Flrchterlihe Schidfal ihres Barpestenden Durch⸗ 
Mur dbreibumders weiße Mamelucken ſammelten 
Wdm Gataracten Affuans ihre lepte Mat, erwählten 
(brabim Bern, einen Parteigänger des bekannten 
Sb Wevy’s zur Franzofenzeit zu ihrem Anführer, und es 
Hang tänen, mit biefer geringen Mat, das alte Reih - 
la u erobern. 
ihrem Müdiuge durch Unternubien folgte Ibrabim 
Nafba, Gouverneur von Dberägppten, auf dem Buße 
a, und dee ganze Meg im Nilthal bis Fbrim war 
Me Plünderungen, Scharmügel und Grauſamkeiten beis 
Me erbittertem Heere bezeichnet. Id rim ward mehrmals 


9 —S P: 67. *) Ebend. S. 71. *) Barck, 
12% DT 


Kir Meile, Waperfofeime: TIL 
überfallen und. blieb zulegt nach CK 





Bameluden zur Beute Duc bie 
diefes lebten, von vielen Türken nten 
dentlich bereichert, zogen ſich bie —* 
Math und neuem Zulauf tiefer nach Nubien. 
Weg ward. mit dem Greuel der Verwüfung g 
Drittheil der Population ging unter und 
"folgte diefem Gchredensuuge, wodurch ben I 
ſchnelle Nachrücken aus Aegypten unmöglich v 
seichten tie Mameluden bie Infel Moſcho 
der Sheyaya Araber, nad deren Mifhandiu 
angegeben ward, fie au Herrn von Doͤngola u 
eilien ihnen noch alle zerfireuten Glieder ih: 
die na Lights Wericht (ı8ı4) aus Ibrim *) 
Mann anwuchs, denen ein bewaffnetes Cor, 
600 Negerfclaven, die fie theils geraubt, thei 
linge aufgenommen, zu Gebot flanb;. 8 Em; 
Sransäfifge Ueberläufer hatten fich zu ihnen ; 
nen Waffen machten. In ber Meinung, baf 
fey, nach ihrem Vorgeben durch Gennaar mı 
vorzurüden und von ba aus den Krieg gegen 
Herrſchaft am rothen Meere zu erneuern, fd 
(da von Aegypten im 3. 1813 eine Gefandefd 
Sennaar nah Gondar, um mit dem Kaifer v 
in ein gutes Derbältniß gegen die Mamelud 
aber ber Ras Wellera Selaſſe, Beherrſch 
(oben &. 217), ließ diefe, fo wenig wie eini; 
ber den Enaglifhen Geſandten Salt, bis dahi 
Doch haben die Mameluden idren Rüdz 
Habeſch genommen, wie auch Burckhardt mei 
in Döngola eine Zeit lang gehauſet, wo fie « 
gya die bitterften Keinde fanden. Ohne neue 
burch Georgifche Sclaven, aus benen diefe « 
allein beſteht, ohne Zufuhr von Feuergewehr, 
andere Waffen, die fie nur durch Handel ma 
etwa Über Maflua oder ſonſt einen Hafen des 
zes erlangen konnten, in alle Laſter einer au 
Türkiſchen Miliz, die fie durch sam Nubien 
ben, verſunken, ungleich mit der Sinnesart 
und grauſamer Tyrannen, find fie eine Geibel 
und ganz Nubien geworden, die auf biefe Weil 
nicht lange Befland Haben konnte. Außer . 
ihnen uur Rettung wenn fie fi eines: Ri 
fens °**) bemädhtigten, elwa von Suakim, u 


.*) Light Tr. p. 74. **) Burckbaxdi Tr, pı 308, 
hardı Tr. p. 78. 


S 






> 2 Üapi, Den; Bibi." Ge 


y_p eb \ wieber 
| "land, — an * 5* e .3 
Kia ber here Die —ãAæ& — ————— —— 
‚, ja fie durch Faulfieber wege . rn 

durch kei 

38 ar ven Weueinden afabt, -Iiuf Sr 
— Ne nebſt ihren Verbündeten auch bei Dan⸗ 

den pen des Mohammed Ali Paſcha von 
ten en wurden, und daß ihre lette Macht nach 
Defe, drei Tazereiſen im W. won Dongoia gefloßpen, 
mu von da queer durch bie Libyſche Wüfe na Tripoli 
Harofte auszumwanderu; ein Entſchluß, zu dem nur: bie‘ 
iflung anfpornen konnte. 
fus. Gefolge biefes — — Sam der Franjoſe Cail⸗ 

a 


de 1850 nach Dongela '), wo er in der Stadt, 
me an Jomard, nur wenige Alterthimer 
















vorfand. Aber auf der benadbarten Infel 
im Mil, ſtehen die Ruinen eines alten Tempels, 
mei Golofien aus roſenrothem Granit gehauen, bie im’ 
Ben Stol gearbeitet ſeyn fellen. Unterhalb dieſer In⸗ 
u Gefee, ſtehen nach ihm von einem alten Tempel, 
)- ‚ den Grunbmauern nad, 1080 Fuß beträgt, 
ne 3 große Säulen mit Gchaften gleih Palm: 
nen, von 10 Säulen, bie einfl den Tempel trugen. 
sinem benabarten Drte, Nouri, ſtehen Ruinen von 
mpeln und 36 Poramiben, und nie weit von Don⸗ 
‚ bei dem Dete Therbaä (hei Selipe, währfcheinli 
eb bei Burdharbe *")), liegen die Ruinen eines ber 
Ben Tempel, glei dem zu Karnak in dee Thebais. 
et an 300 Breite, 90 Säulen bie 30 Fuß bo 
und iſt mit Hieroglyphen bebeckt, die aber gerfkört find. - 
Basreliefs an den Wänden zeigen, mie die Kegpptifchen 
ee und Triumphzüge, in denen die Gefangenen mit auf 
k Rhden gebundenen Armen, Neger und Inbier oder 
fer, nal Caillauds Bericht, vorftellen. Au Burd: 
 foe vom rechten Ufer aus diefe Baudenkmale auf 
u lmten liegen, ohne aus Mangel eines Kahnes zu ſei⸗ 
Betrũbniß °**) hinübergelangen zw können. Er 
ihm fo groß als nur irgend einer der Aegyptiſchen 
Bl die er gefehen, und er hielt ihn, wie wir nun fes 
%itrig für das füpdlichfte Monument Yegyptifcher Ari: 








I an der Mordgrenze Dongola’s. 
— — 
wasilland a. a. O. S. 127. **) Burchkhard: Tr. p. 75. 


Burckhards Tr. p. 75, 379- 
N Q q 


612 Afrika, Wafferfufteme. III. Abſchu. S. 25. 


Einf wird alfo auch Dongolas Umgegend, wie fe 
Jahrhunderten ſchon bie Thebais, sum Schauplag bes tus 
biums der Archäologen, ber Hiſtoriker, dee Techitecten ber 
Spraßterf@et, bee Künfller vorgriechifcher - werben 
mülfen. 


Erläuterung 3. Dritte Stufe bes Miettellarfest. 


Dar el Mahaß, Say, Sükkot, Batnel Helen 


das Klippenland, und bie Felſentempel von 
—X 


Unterhalb Dongola treten wir ſogleich von dem Sum | 


bis zum gten Waflerfalle In das Land ber Nubiſchen M⸗ 
Sührer feon wird," defen zu Eurger Durchfing Keilig pr 
noch viele Prachlefe für kommende Reiſende übrig * 


mußte. 
ı. Darel Mahaß, 


oder Wady Mahaß, wahrfeinlich berfelbe Name 

auch die Inſel Mofcho (Machou) führt, bezeichnet das 
thal gu beiden Geiten des Stroms 3 bis 4 Tagereiſen de 
wärts, fo weit ber Nil noch gegen Weſten Bröme in bes 
Nähe des Drtes Iran, welcher als die Sübgrenze des 
daranfloßenden Diftrictes von Gay") ang n wirh 
Nahe bei dem Cataract Koke, etwa unter oo Gr. R. Br 
geitt der Mil in diefes Dar el Mahaß ein; a Nagereifen 
im Weſt davon liegt auf dem linken Ufer ber Hauptect 
Zinareb, blos ein Daufe elender Hütten, neben einem 
sinbebeutenden Gaftell aus Badfleinen erbaut, bas eben von 
der betruntnen Horde eines Erbgouverneurs von Nubien, 
des Mohammed Kafdef einigen Rebellen entriffen war, 
als Burckhardt dort ankam, wodurch er felbft in Lebens - 
efahr geriet. Denn man biele ihn für einen Spion bes 
obammed Ali Paſcha von Aegypten gegen die Be 
meluden, beflen bier verhaßtes Regiment unferm Keiſen 
ben beinahe das Leben gekofter Hätte. Die zwang ihn gut 
Rückkehr und beraubte uns genauerer Nachrichten fiber 
Darel Mahaß und Dongola. Ein kleiner Mek, de 
Nubiſcher Fürſt beherrſcht dieß Gebiet; er ziehe bie Abgaben 
ein, und zahle einen Tribut an die Erbgonverneurs vB 
Nubien, ober an die Kafbefs, beren gegenwärtig 5 Bruũder 
in Aubien die Gewalt Haben. Der Diele von Datık 

in deſſen Gebiet nur 6 bedeutendere Orte liegen, war 
* Belfarbig, von Langenträgern umgeben, beren Gefidtsbildung 
weniger gutmüthig fich zeigte als die der nördlichen Nubier 


#) Burckhardt Tr. p. 57, 65. 


22 nn u 


B 7 wriereiiauf/ Nubien vis 
* —557 
Eh 

et km 


ee } 
en: D kr win 
ne de — 48 
—e— —— Andi dus Kahn: 
is Bedai 
| ale an ang Bewohner von 
te find. Die bier vor et bis 
Erg ketuen Handel mit dem weRligen Das 
de oder Worms, wohl aber biefe Koreifhiten, und 
Felavenbandel. in männliger Fam galt in Mm 
25 bis 30 Dollar, eine Gclavin 30 bis ao; biefe, 
‚ fie nach rk und a ie bort mit 150 
Inn, bie Rüdla, Dan giebt & a bis 300 Procent A 
kan, ba fie jeßt an die Mameluden den beften Rem anfab hats 
u Kar ie Sclaven erhalten fie aus Woran, 
der uefage eines Arabers as bis 50 agereifen gs 
feun fol. Einer felgen Gclavencaranane * 
A Ps (den es einmal Burdhor e ia = 
m in ige te Mer a na — a een 
ınde N 
Ma Mil; wenn aber da Krieg if — er, gen: et läge 
u Milufer durch die Wüfte von Mahaß nad vn em 
afe, 35 Kagereilen m mei, und von da nach Siout in Gais 
is Benfelden W Gonert einf na 2 Dongola ge: 
Hamster Batte. In lm ie el Mahaß li wie wie 
hen fchen angeführt Beben. auf dem linken U| hr bie große 
mpeleuine von Goleb. 


on 2. Das Gebiet Say. 


* Pe te anf iR Mahaß von einer Hohen Gebirge, 

D. nah W. begleitet, bie bei Sram herabfinkt, 
» Y — ver Nil feinen weftligen Lauf verläßt und ſchneli 

Ibirection nordwärts wieder gewinnt, der ex von 
* am ohne bebeutende Abneigung bis um Meere folgt. 
ben bei dieſer Hefe: Rechmendung wo bie Gebirge dicht am Of 
te, ans GStünftein befichen, wie an der gten-großen Ca: 
warte, aud wo fie nun-anf a bis 5 Meilen vom Gtrome 
ctieten, ba Krömt biefer in das Gebiet von Sa9 
m, das ale große Ebene ſich mordmärts bis zum Gebiete 
2* Suttot ausbehnt, welches mit ber Siromenge bei 


—— di Eintritt in- bie 16 
em Sam wit einer Ben Beben Sal: 





®) Burekhards Tr. p. 41: ) Burchhards Tr. p. 55 rs 


614 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſcha. $. 25. 


feln überfiteuten Fläche bedeckt ift, theilt RG ber Ri 
zwei Arme und fchließt eine große Inſel ein, welche ben 
Kamen Say führt, bavon das ganze Bebiet den Ramen 
Hat. Auf diefer iR ein Caſtell mir Hohen Wällen ans al 
ternirenden Lagern von Quadern und WBadfeinen aufge 
führt, deflen wenige Kanonen von den Mameluden erber⸗ 
tet worden find. Dem Nordende ber Inſel gegenüber lieg 
der ifoliete Berg Ollaky (Diebel Ollaky) mitten im eines 
warzreihen Ebene, bie bis Aamara mit Lleinen Kiefeln, 
Eeucefteinen, GSarneolen überſtreut iſt, wie die Ebene um 
Suez am rothen Meere, zwifcgen welder bee Ril in groß 
Serpentinen ſich hindurchwindet. . 
Löngs der Oſtſeite der Inſel Say liegt ein um 
fruchtbarer Uferſtrich, Wady Hamydbe, ber von Areben 
bewohnt iſt, feinen eignen kieinen Melekt hat, deſſen Liu 
chen die am ſtärkſten bevölkerte Landſchaft zwiſchen Do 
pi⸗ und Ibrim iſt. Auf ihm und an beſſen Nordſeite bi 
o eyk ziehe ſich ein großer Palmwalb hin, an deſſen Geik 
eine Menge von Grabhiigeln Nubiſcher Sancıi id * 
Die Datteln dieſes warmen Nilthals, fo wie die bes 
liden daran liegenden Sukkot, werben denen des umtem 
Nilthales zu Ibrim weit vorgerogen, fie find ſehr bo gb 
ſchaͤtzt als die vortrefflichfien, die Überbuupt von De 
bis Alegandrien wachſen. Sie find von der längfien 
gewöhnlich 3 Zoll lang; ba aber keine Schiffahrt buch 
Batn el Hadjar führt, fo kommen dieſe koöoſtlichen Datteis 
nur fehr felten als Geſchenke in Aegypten an. 
werben fie dorzüglich an die äftlihen Nachbarn an die Dis 
golawy und Sheygya Araber verbanbelt. 


Auch die Infel &ay ift ſehr gut an ihrer Oflfeite ab 
tiviee wo der Hauptſtrom fließt, an ihrer Weflfeite 

ein Berg. Gay ficht unter keinem einheimifchen . Be 
fondern wird von einem Türkiſchen Aga befeblige, der in 
feinem Xerritorium, gleich denen zu Ibrim und Affuen, 
unabhängig von den Erbgourerneurs Nubiens oder Wi 
ben Kafbefs fchaltet und waltet, ba er ber Befshlehaber db 
ner Bosnifch: Türkifchen Garnifon iſt, die ſich aus Sul 
Selyms Zeiten herfchreibt, und Bier ihre alten Vorreche 
behauptet. Doch Hatte au Hier Huffeyn neldel, “ 









Ebar, eine feiner zwanzig Frauen die im Lande 
verfhiednen Daushaltungen vertheilt find, um auf 
umberfteifenden Leben, das bie Nubiſchen Kafbıfs u &e 
treibung bes Tributes führen, Überall eine Heimath vor 


finden. 
3. Sultot. 


Zwiſchen dem Difteit Say und bem Batn t 
Hadjar im engem Ginne, das eigentlich erſt ſenſe 


“35 2 Moneu Mietellauf Dabiem: . a6 


6°) mit bemsten Getarat am Berge Bamanle 
Bamoule) beginnt, liegt das Gebiet Ontkor. & 

Obie Hortfegung der vorigen Ebene vom Gay firomak, bie 
mod mehr ermeitert, da bie Gebirge im Dflen in weis 
ke Berne fle in einem Bogen einfchließen, im Weſten aber 
en: mo. fi eine’unabfehbare Ebene aundrels 

, bie unmittelbar in bie zunise mie übergugchen 
Meint; dabinwärts führt ein Geitenweg dur@ bie. 

ber großen Dafe. Am Güdeingange der Ebene von 

it, liegt Aamara, am Ausgange gegen Norden DEas 
3 oben ift mei Reinig, der Strom voll miedrer 
felm; bie größte heift Kolbe, eine Stunde lang, auf 
er der Sıh des Gouverneurs; [fe ſcheint eine einptige 
I zu fen, buch einen tiefen Ganal gebildet. Auf ihe 
eine alte chriftliche Capelle aus Badfleinmauern mis 
ifcher Iufarift. Burckhardt ſetzie bier auf einer 
e von ae ui en las 

mem gabligen Rader, ganz fo wie alte Aegyptii 
Mabgemälde es adbildım, auf bie linke Geite bes Grros 
66, befjen Ufer er bisher von Tinareh aus nur zur rech⸗ 
a bereifet Hatte. 

Flinmittelbar, ehe die Juſel beginnt, bei Waby Dal, 
Eb ber Milfteom, durch gewaltige Granitblöde die verwirrt 

einander. liegen und Selfeninfeln bilden , bucchfegt, 

Abe er in Stromfnellen durchbricht. Die Ufer And mij 

telpalmen bededt. Bis hieher zeigte ſich Sandſtein, 
br fängt das’ Urgebirge bes Batn el Hadjar an, bieß find 
E füblicften Vorläufer dieſes Klippenzuges. 

Im der Thalweitung oberhalb diefer Gataracten lie 
ergamotto, von wo nad Weſt eine Straße durch di 
fäfte nad Selima führt, a Tagereifen entfernt, das _fei: 
m Ueberfluß von Steinfaly nad dem Nilthale abfept. 
arte ik dee Dauptort von Sukkot. Einf aber war Aa: 
ea, am füblihen Eingange der Ebene, wohl von grd: 

Webentang, wie die die Ruinen eines fchönen Tem: 
bemeifen, ber Hier im Aegyptiſchen Style erbaut if. 
Hehen die Schafte von 6 großen Säulen der Vorhaue 

Kaltfein green, die Gculpturen darauf gleichen de: 
Me im YHild und Dakke, find aber von fchlechterer Ar: 
® de deſſer als in Dert. Gehe Häufig iſt der Ibis 
se abgebildet, fiber jeder Gruppe ſtehen Feider, wie gu 
afpriften beffimme. Die Grundmaner der Gela if aus 
\ ine gebadnen Badfleinen aufgeführt. Alles ans 
ze. aus Baltkein, als das einzige Monument die: 
E Art merkwürdig, da Burckhardt fonk alle andern 







& 
ver 





#) Burckhardt Tr, p. 50, 9% . 


"55 Ufeite, Wafferfoftense: > U Man 
Br Ben ya (den * 


gehört vielleicht u den 
* dieſer Art, doch bedürfte dieß m 5 


fung. Ä 
Bon der Lanbfaft in Gukkot besiunt,: 
wärts, eine ſehr menſchenfreundliche 
Lande der Barbaren für ben Meifenben, au 
Sgypten, nur in einem größeren Styl, ich wiebe 
eBt nämlich im kurzen Entfernungen am M 
füge mit friſchem Waſſer gefüllt unter ein 
um beten der Wanderer, und in jedes Dor 
eſteht ein Stipendium zur Unterhaltung eines 
lers biefer. Gefäße am Wege; wahrfheinlig di 
tung fo alt wie die Tempel, aus den Beiten bee 
Des ‚größeren Woblftandes ber Mubifchen Böolker. 
uch ſahe Burckhardt an mehren Orten 
biete däufige Brabfätten Nubiſcher Heiligen an 
wäldern, en man viele irdne Befäfe, Dat 
auf.ben Zumulus als Opfer legte. . 


Bat el Habdiar, Dar el Habjar, 
Klippengebiet. 








Die Norbgrenze von Sukkot bezeichnet der 
der Gebirgskette des rechten Ufers wo dieſe wiede 
Nilſtrome tritt, und unterhalb Okame den ! 
bel Lamoule führe, zü beffen Weberfleigung 
Weg im Thalufer war, Surdharde 6 Stunden 
an deffen Norbabhang der Wady Ramoule.u 
fünfte gleichnamige Nilcataract liegt. Die 
eorrefponbirt auch auf dem rechten Nilnfer b 
weiter flreichende Gebirg (f. oben &. 576). 

Hier fleigt dieß Bebirge *) in feinen Gipfe 
ger empor, unmittelbare unter Lamonle, time & 

ete Ambigo, wo der 6te Cataract. So kuͤr 
Süben das große Gebirge an, welches von bier 
Ebſambal oberhalb Ibrim, beide Ufer des N 
lich aber in größter Höhe das rechte begleitet 
a Batn el Hadjar feinen felfigen Geb 


Deun unter verfchiedenen Namen zieht « 
wärts, fo weit base Cataractenland geht, bis | 
ſchnurt den Nilftrom oft fo enge ein, baf er 
wusibreite behält, dag kein Thalmeg mehr am i 





$) Burchhardı Tr, p, 48; 


‚223% ee; Diehleuf; khien. Gi 


er BER ober bie Felfen⸗ 
[2 en Burn Strudel und Pemfoncden Kt 


Freilich jede Art von-Cepi —— —RX 
lüch an ek "hr dem * —— 
wird. 


—— Ambige len Belapat: 
voe Araber Diehe A 

ifle die te Cötaracte von Geras, und: nah eis 

—— Gruppe von Kttppeninfeln’ die ste von Be 


I Bis babin fehle alle re Zum 2 8 = 
temdfte Dorf ul Klipp 
feßt hie and da dn Tg aus Pre 
Yet fallen; nur en eln — we im Si 
Alterihuum, mie auch die einzigen bewei 
A gemefen zu ſehn. A einer Befeben, melde 
» Fond man ein großes Koptifdhes 55 
Bet Sazellenhaut gefehrieben, das tm Wert 
Provectis iff und von tinem einzig Hohen feyn A 
Burdbardts Urtheil *), ion geigten 
em andrer Mohnungen. Goldde Ufer, bie ie ae 
In Mäubern durdjogen werden, gaben and im Act rpm 
ine — 
Nur erft etwa drel Stunden im Norden von Waby 
dr, bicht über dem Wafferfall ur it ber Gipfel 
auf — linken a Baby Samne, 
en ein; alter Befaufungen in biefer lan⸗ 
—— ni een ea Ka Set Xelimmer 
Badfleinmauern, die den ganzen Felfen 
m — ie einer doppelten n Sauer oder vielmehr eis 
tauer innerhalb eines Walles, urmfchloffen —8 derem 
20 Eng di@ und 50 Fuß hoqh ift, die zweite 
aus irregulär one Gement übereinandergelegten Pa 
alt die IE jenog fs: ſtell nit ohne Funk übers 
Aiſe eine Feſtuug, ficher wie 
A —8 Yen de: Sohem Alterr! * die eine 
e Golonie und mi a jeinde vorausfept, ob Niels 
ER Yis gewaltigen Blemmyer, bie einft die Pricftercolos 
* au fen —— und in idren Handelereifen 
Fe eben mochten, ie fie fpäterfin von 
Sr = —X und der Rämifhen Präfesten 
—8 BBB 


— Barckbardt Pr. p. 47- —X Burchbards Tr, p-LXXIE 
*®e) Barekhardı Tr, p. 81, 83, 


918 "Wfeile, Waſſerſyſteme. Ti 


3 dieſer merkw J 
ein kleiner aber 
Arie dem tleinern Brand dm 
Ye as Schritt lang, wit 
ge wi * — =: 
— a8 es in 
m vn anne immer bem — 
altern 


Bar 5 Se — dieß 
a Bireiße 
Ufer dee Se —S Su r iu teänfın 
m Dfufer Reigen bei Wad de 
* ah. Keinen 6 word 8 ach wir 
— 
je gan e Dfte 
er tlingo und F} — 
Benat rallel den. Nil —8 
er nordwäãrts — m ul J 
mm In, und ungebeuce Quarzfeifen bei Seras. De 
‚füßete ſeht ungleich auf und ab, ſt beſe 
Bad erfbed iß_der Nil fo ei et) 5 
Stänßeinfel Aral) daß — en Stein 
Besten fonnte auf das Wehufer, mo er auf dem 
jufer aus Badfteinn, ein.Rloffer und eine, 
38 irche fand, deren Binde mit Heil! 
mahit waren. Un dieſer Stille A fi das 
einer kleinen Ebene aus, bie wieberum culturbar, 
ganze vorherige Gtrede ganz arm an Aderland iR 
Mn ten Mangel felbft am nothwenbigften 
v leider. a6 felfige Ufer if nur hie uml 
aim, Acacien und Tamarioken N ae i 
aupt has 4 Batn el Hadjar nur fe 
u de Ufer find meiftentheils zu 
bewäffern zu koͤnnen, bo fleht. a daf Ay * 
engen Schiuchten, die Wadys, buch 
zäber gut galtiotet waren. Jett t) aber It Us san 
Biet in größte Armuth verfunten. Wen der ganzen 
garlı bes Beiten, meint Bur@barbt, märe 
wärtig ni ia viel über 200 Ein: ER übrig al 
Sun Hrn eine — Lt Mi * a fe u J 
exiffe, vom echt ihres 
Oberhaupt in Wady Attı balla n 
in ‚nenne ſich nen König, — et, ig 0a 


"-%) Burckhardt Tr. 
? —S ——— Tr. 3*8 rg, Pack 









2 De; Mierellonf, Mabien. : 61% 


Febr bunkelbrauner Farbe, eine: e 
18 md fine Fri fpreßen A ech % ge 
aber made, beide lechter mit Amnleten um 
'Dals, mit kupfernen und Arm: und Opreins 
we. f.w., ohne alle Bildung. Die größte Zahl ihrer 
nmmimagenoffen ift nad Sukket und Dongole ausgewan: . 
5 um - — — der — 
ie bier ie die nen Hauran Syrien, 
| and nur Ginde magen, um fich felbf vor Ucberfäls 


| Ben 
. Moden von Merfhed wird der Mil wilder — 
enber, voll Klippen, bie Landſchaft vergleicht Bar 
bt *) mit ben Syenecataracten; noch einmal meiter ſich 
E Rilihal gm einem etwas fruchtbarern, Eleinen © 
Bet & ge Länge aus, bis es ſich bei Fi — 
on Mabı fa enger zufamı ul is 3 
\ bie Sem) % ohen ie md Srau⸗ 
G@engebirge, aus dem die Branitklippen treten; 
Dmwärts folge ausfpließlich wieder SambReingebirge, 
indert bis zu ben Granitklippen 'der Aegyptiſchen 
m gamj Unternubien bededt. Bon hier an ſenkt 
@ Won bas Cataractengebirge in minder wilde, nur wels 
1 orberge hinab im Norden von Wady Halfa. No 
me Bergteite zieht fi von da welter oflmärts bie Bes 
E98, umb fchlieft dem Nil noch einmal ein, giebt fi danız 
bieder nad Oft in bie Wüfte gurüd, umd zeigt an ben Aus 
1, mörblicgen Vorbergen, auf denen das Gofell Kalat 
Bde *+*) Iiegt, die Felfen ans fepänen Puddingfeinen 
© Quarz, Feuerflein und rothen Gandfteinen, bie ein; 
‚Bart biefer Art, welche Burdhards in ganz Rus 
bien Horfand, Da ift es, unterhalb ber Juſel Beyllany 
Yane), wo am Ausgang des Batn el Habjar, und 
= Einyange Unternubiens, gu beiden Geiten des Gtroms 
Belfentempel liegen, beren zu @&bfambal auf bem Weſt⸗ 
fer om oben erwähnt ward. 
> urdharde hörte bei niederm Waſſerſtaude das Brau⸗ 
fen der Gataracten in der Nacht doch eine Halbe Stunde 
WEI, piele“tleine Wafferdeden waren‘ zu beiden Geiten auf 
RE Spunde breit sroden gelegt und mit Zamarisken ber 
Er fand +) fle war ſtãrker und ranfchender wie 
Ray in —8 —A —* ale bie su As 
war «u eigentlig nur ein Arm des Etzoms vom 
5 den Wide, der 'ie — 


m 


®) Burckbardt Tr. p. 48. *%) Burckhardt Tr. p. 46. Bel- 


aoni Voy..p. JB P · » Bi 
— 2 





62o Afrika, Waſſerſyſteme. IN. Abſchu. S.25. 


drei ſehr reißende, her welche jeboch bie Araber bei win 
derm Woaflerfiande noch Netze zu fpaunen pflegen um Sb 
ſche darin gu fangen. Uber Belgoni’), bee bie Gate 
zacten, fo weit ale ee nur möglich war, vom Norben Ben 
Sommend, bei böchflem Woflerfiaude befepiffte, fand «in 
weit größeres Schaufpiel, und hatte firomauf mit bem Eis 
mente gewaltig gu kämpfen. Gr fand im Norden bie 
daran ſehr viele Inſeln mitten gwifdden ben 
viere davon zwifchen denen er hinfuhr, Givarth, Ba 
narty, Genefach, Ennerty, mit Palmen bewadien, T 
bebaut und von wenigen Menſchen bewohnte bie ihm im 
Urſtande zu leben fienen, denn fie können währenb bes 
größten heil des Jahrs nicht von ben Infeln 5 
men, und nie weiter gegen Süden ſchiffen. Mainartt 
war am ſtärkſten bewohnt und hatte 4 Männer, 7 
und 3 Kinder gu Einwohnern, einige Schafe, 
und am Sübende die Reſte eines Cafels. Die Menſqa 
waren arm, fchienen aber ganz glädlich gu ſeyn. Auf 
ner ber Felsinſeln, Gulgé, liegen noch dan 
alten chriſtlichen Kirche, an ber ußerſten Grenze ber Shi } 
barkeit des Stroms. Die unzähligen andern Inſeln lege 
als öde Klippen umher. 
Das Dorf Wadn Halfa an der Rorbfeite ber krems |} 
qnelle iſt der Sig eines Gouverneurs von Mubien, bee IR 
Abgaben eintreibt; bis hieher geht die Nilſchifſahet von de 
gypten ayfwärte. iee werden Datteln und Ri uns 
der benachbarten Wüfte eingeladen und nach dem Nesbek 
verhandelt; aber nur Flachboote können im Sommes ii | 




















ſeichtem Wofler von Hier fchiffen bis Ibrim, w Der wm 
len Sandbänke im Strome. Bon Wady Halfe, un u F 
fen Weflfeite eine Eleine Zempelruine liegt, beginne B06 ' 
ebnere fruchibarere Land kber Sukoy, Dabrons, Ef 
te, Serra, Karas, Fereyg, mo wieber große Palm h 

wälber und Ruinen Griechiſcher Kirchen und Käfer um 
Baneben Grabhügel Nubifcher Heiligen fi zeigen, bie eu 

den Tumulis **) in Syrien und ber Helden auf ber Kris 
Janifcben Ebene ***) gleich fehen. ha 
Hier im WaryFereyg fieht man in bem nörblichkm ii 
Vorbergen diefes Berglandes einen ganz in Felſen ge ' 
bauenen Lleinen Aegyptiſchen Tempel F), ber wie gang mes 1 
ae feine Ge a if Ar: Sus lang 7 Fuß get und 18 \ 
uß hoch, wird von 4 Säulen getragen, mit Aegyp | 
— auf jeder Seite mit einem Gemach. ee 


®) Belzoni Voy. Tr. p. ı 
9. 220) Vorballe duro 
ot, ©, 248. 7) Ebend. 


41,146. **) Burckharde Tr. p 
päitder Voͤlkergeſchichten wor Her 
. 38. 






” in f Fi ” - . . 
—— ———— Des Gm. 
MR in. eine qriſtliche Kirche verwandelt, bie altem. 
u eu ‚mit Gips überbedt, und biefer nit 
nn at "ah Tu) State 
* ‚Auf dem we (pen Nilufer, diefem * 

— 





z. colsfſale Felſenhanu von Ebfamba 
onument am. Bingange von Untecnn 
iſche Wunder mit feinen geheimnißvollen 
werben beginnen, deren fohweigendes Dunkel von 
n.bunter und redender Geſtalten belebt, bie umbes 
Berwelt unverändert zue Betrachtung und 
er. Nachwelt aufbewahren konnte, dem ſonſt 
Deſete alles Vergänglichen in der Zeit trogenb,. weiß. 
ickende Sphinz, die Libyſche Müfte, fie mit ihrem 
m Bandgewande Üiberdedt hatte, deſſen Tleinere 
bas Beheimniß glüdlich entbedend, von Belzoni, 
rg nur auf kurze Zeit zurädgefchlagen wurden, ba 
it: wie er od Feine regen a | eig 
.sempel, Iſis un irie geweiht, von er 
ihr Bau nur vieler Tauſende Werk ſeyn konnte, 
größten Kunſt vollendet, bie der vollemderfien 
hen gleicht und bo dem Styl nach vom Höfen. 
Klter, nah Burckhardts eignem Urtheil*),. als 
ern Tempelgebäube des tieferliegenden Nubiſchen 
, zwei ſolche Tempel 'müflen wohl Monumente 
Bluthezeit mächtiger Derifchaft und großen Wohl⸗ 
eines prieflerlichen Volles und Gtaates ſeyn, im 
eltſtellung, bie an fich felbft nicht ohne Bedeutung 
Banze feyu konnte. Wirkli halten wie dafür, 
ange Configuration des Nilthals barauf hinweiſet, 
e feit dem erflen Aufblühen ber innig verwandten 
und Hanbelsflaaten von Meroö, bis zur Thebais 
. Dofis Ammonium, ein Mittelpunct ber 
igung für den Cultus wie für ben Handel, bie 
wide unzertrennbar waren, flattgefunden haben. 
beide Arten ber Handelsverbindung zwiſchen Me⸗ 
bee Thebais, fowohl zu Lande als zu Waſſer, 
Ebfambal ber Hauptburhgangsort, bes 
, das Emporium fepn. 
on Burckhardt bemerkt, im boben Alterthume 
mthlich der Dattelbandel"*) den Rubiern ihren 
m, und Leben dem.ganzen Nilchal, wie Beute von 
alfa bis Philä; denn biefe Löflliche Frucht iſt ein 


khardı Tr. p. ı28, #%) Burckharde Tr. p, 119 









142.7 zz mneE TRgeNn 
den aber ftäbtereichern Baı 
Gebirgsengen weifgen Bing 

—A wurde au 
von Meroc durch die Nubif 
des Weges zu than war, vor 

ehnung, der 2 
Derr,. unterhalb Ebfambe 
25 Zagereifen beträgt, dicec 
Bil What die Sclavı 

je Zeit gebraucht, und € 
Nilihal wieder eintrifft. . Hier 
far es alfo wohl, mo der a 
Gefohren der Wäſte oder den 
zeigt, zum Dank gegen die fe 
ein neuer Umfag begann, mo 
bais, aus dem Delta, aus 
auf halden Wegen ent, egen &ı 
Dpfer und FeRe fie in eieden. 
fand ber Völker erhielt, wo 
jeinde im Dften und Werten 
durch Religionsideen und Peiei 
eute noch im ſchwachen Wider, 
f: obeu S. 543), 
beftimmen - läge in welhem die 
in Mubiens Abyton, erbaut wu 
ellung des Drtes, nach den 
turgefgicte der Wölter überha 
von don am. ... x — 


Nilſtrom, Mittellauf, Nubien. 625 


‚ber Felswände mit Hieroglyphenſchrift, deren Erfinderin 
Meroö genannt,mard, wege im. jüngern Beitalter der Pros 
r "mobi: cher Briecifchen Su jonen hätte weichen 
1» dieß Bufanmengenemamn, "läßt uns vermus 
daß mir bier ein vorptolemäifges, ein mit’ ben Alte 
u Merken der Ihebais gleichseitiges ‚oder mod älteres 
emument erbliden, aus alteg Mercser Zeit, unseriedifd, 
ungebeuer, ernft, den fpätern Jahrhunderten unverfänpl 
in Bmed, Art der-Enskehung, Ausführung und der d . 
ziebenen Urkunden, deflen Berärer nicht einmal bekannt 
I, Belchmeige ber Mame des Erbauers, wie bei allen Denk 
malen wralter Seit," das aber den Mamen eines fpätern, 
ea eines Meflaurators führt (ZAMMATIXNI in Orig 
Fsifehen Chorscteren, fleht als Inferipiion nach Belzoni, 
rg les und Irhy an bisfem Xempel)*), bes Königs Pfame 
esihas (A. 656 v. Chr. Geb.), dem die Jonifpen und 
ben Hanbelsieute zu Naucratis wohl das Griedifihe 
baber lehren, und durch deren Nilfcpiffahrt dieſes ums 
— bann leicht den fremden Namen Ep fambol (Psamm- 
= im Unzernubien und Aegypten zur Ehre ihres gnädis 
2” jefpligern erbalsen mochte, indeß ber alte einheimifche 
€ Borzeit,. den fpäteen Fahrtaufenden verlosen ging.. 
Aumerkung n Die Belfentempel der Ifis und 
des Dfiris mit den Koloffen zu Ebfambol(Psam-polis), 
„, Anberthalb Tagereifen unterhalb Wady Salfa, wo der RiL 
einer Aiatun von S. W. nah N.D, duch Gandfteingebirge 
Iebrnt, zieht fich auf feinem Linken Ufer nach Weſt ein Thal bin, 
e Seitenwände aus zwei Reifen beftehen. Diefe Bellen 
jeder zur Kagade eines Tempels umgeftaltet, welde in bem 
Hineinführt, fo, daß diefer die Tempelhallen feibft, die aus 
feinem Soneın gehauen find, mit feinem Dunkel umfhließt. Der 
eine Diefer Tempel, welde den Namen Ebſambal oder Epr 
YgmbotXpuambon, vielleicht von mau - mol, Pfammetihs 
führen, lag noch 1816, bis auf zwei Drittheile, feit Jahre 
tanfenden von dem Sande der Wüfte zugewehet; ber zweite lag 
und wurde zuerft von Buruhardt befhrieben. Wir wollen 
mit Burdhardt den Tempel der Jfis nennen, zum Uns 
teefiebe von jenem bem Tempel des DOfiris, aus Gründen 
Die fh aus der Beſchreibung ergeben werben. 
‚2 Der Kelfentempel der Ifis. Gr ſteht 20 Buß über 
"dem gegenwärtigen Wafferfpiegel des Nils, if ganz und gar aus 
- ben fenkrechten Betsmänten ehauen, und it volltommen erhalten. 
Sege führt keine Straße, Leine Anfahrt mehr zu feiner Worbie 













*) Nouv. Annales de Voy. T. V. p. 4 **) Burckharde 
r. p- 38, Dir Belzoni Voy. p· 151165 und 

. 325— 345, Col. Straton Account of the Snbterranean 
eple, of Ipsamboul in Bdinb, Phil. Journ, Vol, IH, 
· 62 67. 





e16 (Pronaos), bie 13 Gärift lang und die PAIfEE WE 
H quabratifchen — — —* — deren Gapitale am 
Zöpfen befiehen, mie die in Zentyra, nur mit einen 
Kopfpuge. Aus biefer Halle führen eine große Pforte i 
durqh die Hinterfte mit Sculpturen gezierte 
innerfte weit einen Tempeigemach (Adytom), 
auf allen drei @eiten, 3 EFleinere Abyta wie 
eingehen. Dieſe Adyta mit 5 
it Hieroglyphen bebedt; alle Figuren waren bi 
Shwarzen Haaren, und. die Haare ber. Ifis mit 
weißen Gtreifen. Es zeigen fic häufige Opfer, wo 
Blätter ber Durmpalme und Lotos ala Opfer de 
Den Briareus fahe Burdhardt hier zu ben Füßen 
abgeben wie er in faft allen Nubifchen Bempelm ala d 
Jeind fid zeigt. Der Styl ber GSculpturem fchien von bo 
* und Det —X fs ein —2* des — ind 
ſeyn, aber weit älter und wohl ſicher der geweii 
Schritt im Norden bes Fınganı 6 von biefem X * 
ein Basrelief, wo vor einem ſidenden Dftris ein 
Arme ausbreilet; umher if alles mit Hleroglppfen bebei 
ner Gage nad, die Burdharbt inDerr hörte, fol vo 
‚empel, am Rilufer, bie coloffale Statue einer männitı 
It mit bem Aegyptiſchen Kornmaafe unter ben 
en, bie aber zur Zeit der Ritfpwelle unter Waffer gef 


2. Der Felfentempet des Dfiris ſteht von biefi 
200 Ellen entfernt und auf der andern Geite em 

edoch etwas höher, nämiih an 100 Buß fiber. pi 
ae u Se 
dr vom Ril aus entgegenfleigt. Aber der re ! 











Vilſtroͤm, Mittellauf,. Nubien. :625 


y etwa glei, mit einem Kopfſchmuck in Geſtalt eines Ae⸗ 
hen Kornmaaßes, mit bem Wilde bes Rilmeſſers barauf. 
moorftehenden heile der .@lieber ber Statuen. waren mit 
inpben. bedeckt, die tief und meifterhaft in Gandflein gear» 
waren. In der Mitte zwiſchen diefen coloffalen Köpfen 
te er einen. DOfiristopf mit bem Eperber und darüber den 
iten Globus. Bier mochte, feiner Vermuthung nah, der 
ig eines verfhütteten Tempels liegen, vor welchem dann 
wahrſcheinlich vier Beftalten zu ben hervorragenden Köpfen, 
ven ſechs vor dem Zfistempel, figen cder ftehen mußten. 
den Golofien fand Burckhardt bie Felswand geebnet, 
ieroglyphen mit einigen 20 fißenden,, insgeſamt 6 Kuß be: 
ms Stein gebauenen Figuren. Die Bieroginphen fchienen 
8 fpäterer Zeit zu ſeyn, gleich denen zu Derr; aber bie 
ctur und Geulptur bes Gebäues felbft und feiner Orna⸗ 
zu ben vortrefflihften im ganzen Nilthale zu gehören. 
Ind folgte Burckhardts Winten, und fand nad) vielen 
gungen, bei Wegräumung der Flugſandhuͤgel, an ber vor: 
‚onte dre Hauptpforte bes Tempels 35 Fuß unter dem Bant: 
erborgen (f. oben &. 859) durdy welde nun ber @inpang 
n war. Rad) beenbigter Ausgrabung ergab eb ſich, ba 
ibende der Zempelfagade ein Felfenvorfprung von einigen 
ı vorliegt. hinter weldhem bie Fronte des Tempels, 117 
ah Gtraten 127 Fuß) breit, felbft ein wenig zurüctritt. 
eſer, zu beiden Geiten ber Pforte, gleich gewaltigen Pfei- 
igen fih. bie 4 figenden Goloffe, welde die größten unter 
Stazuen in.Acgnpten und Nubien find. Nur allein die un— 
e Epbint, welche vor ber großen Pyramide bei Memphis 
reckt liegt, ift noch größer und verhält fi, dem Maaßſtabe 
u dieſen wie 3 zu 2. 


er Fels ber Façade ift braun von Karbe, ganz gleichartig 
ıt zu behauen geweſen; bie hervortretenden Kelspartieen 
elchen bie Coloffe gearbeitet wurben, finb weißer Eandftein, 
I diefe Karhendifferenz eine fehr gute Wirkung madt. Die 
e haben queer über die Schultern eine Breite von 25 Fuß 
3 fie find 51 Fuß hohe Beftalten im figen, ohne bie Mitra 
ein 14 Buß koch iſt, Das Geſicht iſt 7 Buß lang, der Bart 
as Ohr 33 Kuß, bie Nafe 2 Buß 8 Zoll, das Auge 2 Rep 
1lang. Ron den Schultern gu den Ellnbogen find ı51 Ruf. 
nke Edulter der erftien Statue berührt die rechte der zwei— 
ſ. w., fo, baß fie alle 4 die ganze Kacabe einnehmen. Nur 
figenden Statuen find vom Sande befreit. Die britte ift 
arunter verborgen und bie vierte ift zertrümmert. Die Zei: 
bes Kopfes ift in Nafe, Mund, Kinn fehr delicat, die Mund: 
| baben einen Lieblichheitern Zug, bie Körper find ſchoin ges 
‚ halb nadt mit einem Gewande in Aickzackfalten bededt. 

)ie Höhe ber Façade ift gegen 100 Fuß, die Pforte ift 22 
och; ber Raum von ihr zum Arditrav iſt 66 Fuß. ileber 
Jortal in halberhabner Arbeit ftebt in einer Rifche eine Dfis 
‚gur von 20 Fuß Höhe, die das Kreuz des Rilſchlüſſels in 
ren und das Flayellum in der andern hält, als die Zeiches 
zohlthuns und der Zucht. Die darüber binlaufende Corniſche 
t im Gebaͤlk eine Reihe ſitzendet “ie 8 Fuß hoch, 6 Fuß 

r 


626 Afrika, Warlerinfteme, III. Abſchu. 6.15. 
becit, bie mit Schulter an Schulter ſtoßen; ihre Zahl IR kei 


en. 
Durd die 22 Fuß hehe Pforte tritt man in das Saas 
Tempels, ber über 170 Fuß Ziefe nad dem Innern bei 
hinein hat, aber vorzäglich in 4 hintereinander folgende 
ien und in fehr viele Mebenfäle getheilt ift, die in Gamm 
voße Felskammern bilden. Die 4 aufeinander folgenden 
allen find: bie Borhbulle(Pronaos), zwei Beortemp! 
und das innerfte Heiligthum, Sanctuarium ober Abytn. 
Der Pronaos hat 57 Zuß Länge auf ga Fuß Breite, 
Dede wird von 8 Pfeilern bie 22 Buß bo find getragen mi 
Zub (8 Bub nah Straton) ind Gevierte haben. An jebem 
lee ſteht eine Coloſſalſtatue ald eine Art Garyatide bie mi 
Mitra an die Dede reicht und dieſe gleichfam trägt; «6 
weht bie Priefter als Stuͤgen der Kirche zu ſeyn. ie haben 
Arwie Treujweis, von jeher ein Zeichen ber Ruhe und bei 
Friedens, gelegt, und tragen Rilfhläffel und Weißel, als 
der Gnade und ber gerechten Zucht. Sie find benen im 
su Medinat Habu Ahnlih, trefflih ausgeführt und mit 
zoginphen bebedt, bie kuͤhner gezeichnet find als bie X 
Sie find nackt bis zum Gürtel, bann his zum Kuie 
Der Ausdrud der Phyſiognomie it wohlthuenb, heiter, 
Jupiter mansuetus ber Römer (nad) Straton), bad © 
die Augenbogen ſchoͤn geſchwungen, das Auge groß und voll, 
geihligte Augenlieder, das Kinn ift fein zugerunbet, bie 
des Mundes tritt ein wenig hervor, ber Mundwinkel 
gum milden Laͤcheln, bie Raſe ift erwas gebogen wie eime 
nafe. Die ganze Gtatue ift mit einem Stucko bebedt, reih ah 
rirt, die Yupille ift 3. B. ſchwarz gemahlt und aud bie 
brauen, beren fdwarzer Bogen Über mehr als natürlide 
hinaus gezogen if. Der Plafend des Pronaos ift blau um 
gemahlt, in Feldern mit Borbüren in benen außsgebreitete 
ſchwingen, welde das Eymbol bes Gebetes zu ſeyn fchein 
ben Wänden find Mahlereien, in ausgezeihneter Reh 
Friſche. Kin Heros im Gtreitwagen im Begriff den 
vom Bogen zu ſchnellen; über feinem Helm fehwebt ein 
Genius. Bein Gewand fällt Herab bis zum Knie, 
und Gpangen (hmüden bie Arme, reihe Deden zeit 
fellen den WVagen, ber blau, gelb unb roth gemabit if. 
Benoftle am Wagen mit f&naubenden Rafenlödern, ohne Gi 
aur mit einem Nafenband, find mit reichen Derten behängt. 1 
Heros gleicht bem im Tempel gu Medinat Habu (d. $. * 
Uge Gtaobt bes Könige Yabu, alſo nicht Medinat Abu wie 
ber)*), in ber Thebaio. Ihm ß drei Bleinere u 
und felne Leute ſtuͤrmen eine Feſte im Begriff ik a 
geben. Ei dat —— andere Koh aus re | 
e durchbohrten Yeinde herab, andere fliehen um 
telgrund find @reife, in der Höhe —58— Frauen, vor der! 
—— iſt ein Landmann auf ber Flucht und vor Ihe 





















in Burdt 5 tiere davon. 





*) Burehbardı Tr, p. LXXVE 






lauf - Nabien. 627 


— 
ea an 4. 


et 
a 
RE 


En hr der —* 
— * 

Seichen bes Safer 
59 Der Heros ift ine 
sl, bald ift er im Kriegers 

iiengewand mit der hohen Mitra, 
— ee Kr iſt ein Gefecht auf 7 Säladtiva, 
— u Nom FE die Aufnahme des Deros unter bie 
ben und auch in Scufpturen dargeſteilt iſt 


nad, Straton, in ber Seuiptur, I 
rn burhaus niht zurü — 
dire sr praxiteleg, “lea — 
* Färbung, fehr gefdm — 
anatomifdjer Richtigkeit und Ausbru — 


‚aber eu fehlt die Perfpeckive, die Seuppicun, bie Som. 


E ber hinterm Belfenhallen: find folgende: ae 
ist, de unmittelbar. auf bie ——* folge, 
Hit, 25 lang, 22 hod, von 4 Pfeilern geflügt, die 
[9 feine Wände find ganz mit A: 
Der ; Min Setos if weniger ang aber aud) 3 
Ki zus win Fühet der Gingang in dar Sanctıa 
fang und 12 bri ‚er Hintere 
einen pi örftat 4 —* „grisfaipatuen zeigt, deren 


Br vollkommen erhalten find. 

47 N? rechten Wand Ausgänge in 

Maren ac © H rn ve een Yu 
teit, ber ämweit 

— S 

jem beberkt. Aus ber Hinterwand ber —— — 

—— amei Pforten, jebe in ein Wi Be un! 


Pr 


Innern bes, Berge in zwei Säle, alfo zit 
in vier Welfenfäle, deren jeber 43 lang und 
—3 mit_umberlaufenden Eigen in — 
Re bes. Berges ift alfo in viele fir 
jüngen verwandelt, 

Feen und Beftimmung aller biefer @cjilberen 
ird ein genaueres Stubilm in der Zukun! 

8 der Br: Ki biefe Mast, im at 
55 mebft ihren Heerden, nur zur Zuflucht, zum AfpE 


—— 


528: Afeifa, Wafferfofteme. LIE Wfdn: 5.4. 
hergebrächte Erntezeit if. Sie gehöten yu Den Don juNR 
— die wüchen ber großen "Dafe — ing 

öreen weiden. Cie überfallen auf ihren Erreifiäit 

infel Argo,.dann das Land Mahap, Gulkot, bis Mabı d 
Dere und Delle. Dann fleigen fie wieder ats bem Nil 
Wüftenyopen empor, und ziehen fh gegen Eiout fo eilig ji 
wie fic gelommen. 6 find gewöhnlid an 150 Reiter 
und etıda eben fo viele auf Gameelen, bauen jich niemand 
Serfegen wagt; bie Drssvorftcher maden biefen Mäubtn 
noch Beſuche und Geſchenke. au Meberfälle [ind eine Hat 
fage der Vermilberung diefer Rilufer von gany Bata eldu) 
von der Welfeite, fo wie durch bie jäl m. Raubzige ber ON 
gya Araber von ber Dſtſeite her. } h 


Erläuterung 4. Vierte Stafe bes Mirkellau d 
von Edfambol bis Affuan, Untermubien, dal 
"sempelseige 


a. aby Nabe. 


Zwiſchen dem vorherbetrach teten Lande bis gu dm 
taracten ron —T9 — am — Aeapptens, mel 
Bisher gemößnli als die erſte Niltataracte I 
wor, windet ſich ber Milkrom. zwiſchen hiebrigem © 
Reindergen in einem minder engen und meit fewchrlan 
Thale Hin, in deſſen zwei Abtbrilungen bem Wady N 
und Wady Kenous, mir feit kurzem firomab, eine ji 
reiche Reihe von Orten und fehe merkwürdigen Dei 
Bennen gelernt haben. bed unterhalb Ebfamdol 
auf dem, linken Nilufer bie Ruinen, 'einer Gi 
Kirche welche in eine Moſchee verwandelt if 
Infgeiften aus den Zeiten der Bpyantiner träge; IC 
den. abwärts von da liege ber Dre German E 
wichtige Boumwollenpflangungen ber Mubier find, iR 

jiefem Stromthale von Dongola bis Kenne in 
isypsen nirgends ganz fehlen. Die Weiber mebrn dit 
jrobe Hemden und handeln fi bafle Dhurra ein. 
Sairaber bei diefem Dre Has noch viel Befchmerlicrs 
en des Felſenbeties. Belgons, ber hier einen 
der beftieg, erblidte von deſſen Höhe im IB. meite 
fenzbene in deren Mitse er nur bafaltartige Kegel’gu 
Serfgeiben glaubte. A 
- Nordwärte eine — über Er me ne (Eruyne 
Belzoni) liegt der Ort Eosto ), an der fübli 
das ‚Gebietes von Fdrim, in einer Gegend voll Kim 
Hiet liegender, fleiler, ppramibaler Gelfen, melde, [2 
























>®) Burekbardt Pr. p. 36. Belzoni Yoy. I. 127. ®%) Bar 
Pnarde Tre pez6, Balkan Yorker 


rom, Mittellauf, Unter: Rubien, 629g 


t, ben Aegdptern wohl bie Idee zur Architecture 
den gegeben Haben könnte. Einer dieſer gerfpals 
n iſt zu einer Felsgruft ausgehauen, deren In: 
niedere quadratiſche Pfeiler getragen wird, 
:ohe Arbeit, aber doch, nebfl wenigen nörbiic 
ns liegenden, bie eingigen.alten Sepulera 
bis- Affnan, dagegen von da an ihre Zahl in Ae⸗ 
ußerordentlich zunimmt; eine ſehr merkwürdige 
e Differenz zwiſchen beiden Ländern. Wo, bleibe 
egeuden die Mubier ihre Todten? ' 
en abgeflumpfeen, puramidalen Reiben von 
fen, die gang wie Menſchenwerk fich zeigten, 
hardt nordwärts bis Wady-Boſtan. j 
‚ $brim (Promis des P. Petronius briStrabo; 
va, infra Cataracten bei Ptolem., deſſen Pro- 
supra Nupata uns unbefannt il. Es ift das 
nscription des Silco) *). Zu diefem Drte ge: 
ÖBeres Beblet bas von Tosko bis eine balbe 
Sübden von Derr reicht, und ſehr wohlhabend 
ven Dattelreichtfum, dee einen bedeutenben Han: 
ypten erlaubte. Aber bei dem legten Rüdiuge 
Iuden wurde bdiefer andenig rein ausgeplün⸗ 
wet, ein großer Theil feiner Einwohner fortge: 
adeß ein anderer fich geflüchtet hatte, und alle 
: des Thales wurden ungehauen. In biefem 
er Verwüſtung kam Th. Leah bie bicher, von 
uinzukehren fich gendthigt fahe. " 
s liegt auf dem Dflufer des Ril, am Sübenbe 
getette die faſt als eine, eine Stunde lange 
selswand am Nil empor fleigt und mit einer 
f dem tfolirten Berge bebaut iſt. Die Stadt 
efte einer beſſern Stadtmauer aus Badfleinen, 
find aus Sandflein aufgeführt, bie Berge um: 
„die Eitadelle liege in Ruinen. Light wik 
en Trümmern das Maltbeferkreng bemerkt Gaben. 
rflörung von Ibrim fälle in die Zeit Sultan 
; Macrizgi und Abu Shamah "') Haben 
Hte uns in folgender Nachricht mitgerheilt, 
teten Befitznahme Aegyptens durch die Araber 
Muan ſtets eine ſtarke Grenzbeſatzung gehalten 
ubier und Schwargen, um Said, d. i, Ober: 
befhügen; aber mit dem Untergange der Fati⸗ 
de diefe Sorge vernagpläffigt, worauf fogleich 


ır Inscript. Nubienses Commt. p. 21. Th. Legt. 
p- 76, 79. Burckhardt Tr. p. 53. Light Tr 2 
lzoni Voy. I. p. 124, **) Quasremere T. II. p.&n. 


630 Üfeike, Waſſerſyſteme. * wife. * “s 


die Einfälle der Nubier in Kegupke 
Nach einem folden ee der 
fuan im 5. 568, b. 1a f. ehr. 1 
san —M N Grube sa ee "Doulaß 
einem Heete gegen Ybrim, bas er 3 Xagen erob 
Auc die Feftung auf dem $ o 5* —— es ein, 
eine ſehr fHöne der Wlan — \ 
einem großen Dom und Rreug Der or 
werbeannt, ber Bifchof in die Geluverel gı 
alle Einwohner ber Stadt und ber vg f 
ber und Kinder. Die Üüberteeibenden Innifge 
erichterſtatter fagen Mebenmalhunberttaufend,. Im Si 
wurde ein Kurdenfürft Ibrahim zum T 
fedt, der von bier am feine Weberfäle in ig g: 
aber nie lange geherrſcht zu haben fheim 5 
Beit lag Ibrim, das fon weit früher du: 
(ben Präfect P. Petronius ein Römifhes 1 
ten sm haben fheint, in Erhmmern: 
Die heutigen Herren von Jbrim find gang 
ja im Vergleich mit den Nubiern weiß zu nennen, MM 
mmen von den Bosnifhen Garnifonen ab_bie ein 
ultan Selym bahin gefwidt —— Au 
kuuft find fie. fol; und liegen in beftändii — 
den Nuba's Boch bemerdre Burdharbt der 
Gesheit im Nilthale; die Dhurrahaufen bleiben au 
ben Zeldern liegen und das Vieh weibet ohne 
Nilufer. Die Batteipflanjungen hatten fi zuBel; 
gt fon wieber erholt, weipten aber noch mict 
‚oifen vom Ufer ab. 
Im Norden der Stadt Ibrim, noch in 
t die Infel-Rette, zwifgen fenkrehten 
z5 gegen den Strom, in denen Belfeng: 
*243 jauen find, nad Burdhardrs We B 
je in oufa (im Peträifchen Arabien), un! et 
Crane im ' vom Nilufer befindet fh 
Sandſteinderge noch eins: dieſer in Nubien fo 
geäber. WBurdhardt *) beſuchte es, fand «8 7 Gahril 
5 breit, 64 bes; nebfl einer tiefen in ber Mü 
weben eine tleine Kammer wir zur, Auf * 
min. Die Seitenwände m mit guten —2 
dect wie bie Felsgräber der hchais, > Dbmoh! de 
sehalten. Zumal jeigten: fich dier Site em dem tn 
dpie gebracht. — einer Seite 6 ein an 
der eine Mumie eindalfamirt, und eine sieide Bis 
einer Baogı, vor diefer «in Ein. In bem A 



















©) Burekherde Tr. 5.98. 


ie —E 


- ———— * —— Dit, 5 —— 
———— Be, Die, is 
' — von Caito’ bis Hi 
a Be De er Bl 
Anpängli an ben Koran 





merte. 
1 bi te feläs 
| Ei — 
we Die) m fein Nach, ade & * J 
4 Ei Torten 


3 
iz 
3° 
=? 
8 


ie 
| fen; da iner Verminder 
a rs ba Se HB m I in Bomane 
—— —3 Haffan einen Ne 
— alt, Inc foge ihm im erh te, reicht ihm 


ter Bi 
— Beim, Hand und, die fie an Diae Gen 


Uebe — lieh Diefer — 
— meuen Heren unb ging mit 
nah bie biefe Wis 
auf den milden —2 —— hatte *— 


— 


b, Wohnung bes Derei, 
RN na 


652 Afrika, Waſſerſyſteme. IL. Abſchu.5. 


iafter an Werth. Auf der Stelle gab er Exlautı 
Ibrim vorwärts gu gehen, was vorher verweigert m 
Dferde und Cameele. . Auf ähnliche Weiſe erlangı 
zoni feinen Zwei nur darch das ſiberraſchende 
eines Spiegels, ber, nur ı2 Bol Boch und 10 30 
aber ber größte und wohl ber erfle diefer Art in 
war; baber feine Wirkung that. - 
Norden gut bier, wegen ber ärgerlicden Sti 
ten die ibn auch am Weiterreifen hinderten, nichts 
ten können. Th. Legh entbedte ein einziges Monu 
eine Felsgrotte mit 4 Säulen am Eingauge, und 
lerreiben in der Vorhalle zu je 3 auf beiden Seiter 
ins Gevierte. Diefe führten zum Sekos, dem zur 
Kammern, davon eine einen Sarkophag in Kels 
enthielt. Light, und vorzüglich ber Architect Ga 
von diefem Dentmale vortreffliche Zeichnungen.**), 
parde bat es beſchrieben und einen Grundriß dav 
en. Belgoni fand es ſehr gerflört, Hält es abe 
nen Öfiristempel. 
Nach Burckhardt liegt biefes Denkmal hin 
Dorfe am Felſenabhange und ift von fehr hohem 
lange vor den Tempeln gu Karnac und Bourne 
melche bob höchſt wahrfheinlich zu den älteften 
menten in Aegypten gehören. Der Anblick des grı 
hen Tempels Über die Grabflätte ven Derr Hi 
Baus Zeichnung, erfüllt mit geheimnißvollem & 
er ift ganz in Gandfleinfels ausgehauen mit Pr 
Sekos, &ella und Abpton. Durch den majel 
Morticus der zum Pronaos führt, tritt man ein 
Dunkeln Schatten bes Felſentempels. Die 6 Pfi 
Dronaos find 14 Fuß hoch, und vor ihnen figen 
wie zu Bourne und Theben, mit der hoben Mitta. 
Mfeiler zeigen noch die Kindheit der Architectur; vi 
relief8 umher find fo wie bie Statuen gemahlt. 
innern Wand ber Cella ift eine Thür mit dem ge 
Globus ober dem Welt: Ey. Diefe leiter in das € 
nerfte Deiligtbum bes Tempels ober Adyton, in wı 
ſidende Figuren ausgebauen find, ſo daß ihre Rüd 
mit bem Seifen sufammenbdängen, ein Borlommen 
mehrſten Nubifchen Felſentempel characterifit. 3 
Briten feinen Sepulera angebracht geweſen 
in denen Light einige chriſtliche Snfcriptionen « 
Dis Innere des gangen Tempels ift voll Basrelie 
einem berfelben zeige fich ein Heros im Wagen d 





*) Legh Narr. p. 81, **) Gay neuentdedite t 
— tab. 50, ® ete Dent 


Nilſtrom, Mittellauf, Unter-Nubien. 653 


zend, der ſich in ein 2 Sumyfland qurfi:iche 
ee FA fe obe S4 über bie 





mas 
ng un Ta - 
——— * 
ae 


—— A auch 
t, weil die dort‘ 
Die 


m) Norden Y. 7.1. plan Dan, de ER, — 
ee BR ee 


654 Afrila, Waſſerſyſteme. 1N1. Bra 5. * 


Nur wenige Stunden im N. von Sn) 
—8 bei Norden und 2). Busen | 
8 ehe 28 aa * Pr 
ur ardt en rum! Li 3 
bie —* unten — g ee ** 
en. Auf dem linken 
min vergraben, ‚t08 Witt bas er 
liepmeißen ee mit einfachen 
834 lnifſen angenchm für das Ange hervor, umb 
Pe VBorhalle und Gele, wie Gau bemerkt, 
edle Befimmung erraten; eine Kuppel im der Bitte, 
tet auf eine chriftliche Kicche, in melde eink ber — 
Tempel verwandelt wurde. Die vordere Seite des 
sets iſt dem Mil zugewandt; bie Uebersehte der 
fan mei, nach —* ſcher Art, 
ſtten —* (Propylom genannt) weile 
si —ã Donn folgt eine Halle (' — an 
Brit lan mie & Beben ——— ‚Heiler, deren 
en en bie ſchenw jugemauer! 
ehe je vor dem @ii la bat 4 den Doks 
fürn pe, runde Eiahen vi die jünger, eingefügt De 
ine Ehür mit ſtarkem Sturze in ber Mitte der 
Sellenwand, führt aus ber Vorhalle in ein finfleres 
bal, barin drei Eingänge zu brei verſchiedenen 
find. In bee mittlern und größten biefer Kamme: 
alle Hierogipphen zum Theil noch mit einem Bemi 
Erde bededt, Diefer aber wieber mit Briedifdpen Heil 
bildern farbig bemalt. Die Pfeiler in bem mıitelerm 
der Tempelhalle find mit Halberfobenen HPie RF 
dedeet, die beiden Nebengänge aber mit — in 
Min Et mar Such Arie ert. 3 
t nur dan ie eöffnung, bie mittlere 
der das Ganctuarium aber — — Licht von A 
— wei kleine in ber Dede ang jebrate Di 
wie die 4 Mebentammern auf Shnli ide Weife. 
Länge des antiken Gebäudes beträgt 75 Fuß 3 ah 
Die Deeite 29 Fuß; es gehört alfo nur zu ben Kleinen 
Bi älern. Medreres jüngeres Mauerwerk, — 
iegelfeinen,, if umpergedaut und bilder gei . 
Bea eimft die Wohnung chriftlicher Priefter, — 
Theil ee mit Sale — Ey har — 3— 
Terraſ, Inf, melde 
Anlage bei Sitten ken — en und Ae — iſchen Tem 
ee, und vielleicht * — lag 





®) Norden Voy. 1. fol. Laph Namur: 8. Bank 
— * Tr pin a en 


















m 
als 
j Ei der Ri elle ee To en erhcht.. Da 
ardts 


: ngbıe und 
2 ahure 1 HER ee wet er ei HB 

‚ba bon Siem, un um! n 
aby Seboua ober — Yin 5* 


Eibhoi b. Regh, Seboo d. ? Ay 
H Ei, unterhalb ber vorigen Orte beiden Geis 
n ® der Mitte einer ungemein Lands 
Bewohner nit nrubles, fenberh Kine Golanie 


Ira Ele sen ebjas find, 
da Berge Oinal Ibn. Or we aan inte 
rüber * jenen, ſprechen Fr J 
e find ſeht deistente, mn 
— wit dem tg ch Pr Arbara im 
bie 8 Kagereifen af dem 
{p) * on ‚en entfernt iſt tommn & 


ameele von Werber mit usa ——— an, 
{ mi Gelaven, Elfenbein, Gummi, © 
iele, die fie vom bier auf Erin tens 
Sie fhichen gem: A den armen eine 
R le dor, mit denen dieſe ihten 
den, und banıı den Gewinn mit ifuen — 
jeden Winter ſenden bie Handelsiente von 
ST, — 30 bis 40 belobenen Gamerlm, Ws n 
Rairı Vom Nil aus erblidt man hier 5* 
am den Drte gegenüber, bie auf der iX: romo 
ige Jiegen,. den nur eine fü je vom 
fe jet. Durch biefe führt vom eine Dope 


llegenden & 
—— era: et in 


HR der Nafe dis zum Shmanz 11 8uf Kr Legen 





9 Barckhirde Tr ‚Norden Woy. 1. fol. aı 
ERDE er De 


536. Mia Bafkffenn A A 






ahnt) ‚Am 


‚in Trümmern da 


Pr 

s en Thor ih 
der aber zu | ti Iitre San 
— — a 
ü Mi ne —* * ee | 


— ib 

en — 
Bi a Sun pl 

ax Band ehtenfphinge I Bar fe 
ee Benkide ut . 





— 
ut) a. a. D. . G.. ) Burekhardı Tr;P, 2468. 
BE wegen.” Mk * 


u 4 5 
FU. vr ben Salsa mi 


ar Vuetenuaf the) w 


wi 5 Baby el Ren 


Atts ‚von Seboıta bid %ı uan. san die Bands 
abgKempus, weil’ fie von dem Arabern Kenous 
nfy) ') bewohnt if, die ſich ans Medjeb her 
“ anfiebelten ale ber große ee 
en Magbreb verbreitete. Gie- 
ir rim bie Dijowabere und El Yen 
‚großer Eiferfumt: und Fehde umter_einander 
2 Bergen u — bald —* den —* 
mern (Werben s Gprage-| 
* —58— A won bieferh j6i Bir 
‚anterfceiden BD 
En wird überall —8 * 77 - 
—— Bo mann Mary inf am Dorfe von Aſ · 
| a viele ber Renom: 
) BR an beit haben. Die alla weine 
pet ie zeim Arabiſch beibehalten. 
en an Nuba’s Kun acht mei — ver 
die Dialeste"").der-Nubifchen, won bem Arabifagen 
fiednen Sprache, . welche nur norbwärte bis zu 
jegebenen. Brengen gelten; fonft „uabetonne iſt 
e LAeghpten nur das Arabiſche rede 
ja Herlommen diefer, Demohner des. —E Rus 
‚giebt Macrigi‘'"), den fie immer. bie- Kinder Konz 
iKenz) fonft guch Kenz⸗ — nennt, fol: 
en sam. ı Sie ſtanmten yon Aradifpen 
ie Rebioh (Habyah) her, die u fü aber fon uns 
Umeu teictigen Antheil an der Ersberung auptune 
it, wohnten, ſagt ex, ehedem in Yemamap, b. i. im 
Food und tamen unter Khali site 
b.: Deg. (854 n. Chr. 8.) nach Hegypten. Ein 
8 fi im. obern Said an, ale ve feindlichen 
a das Sftlipe Said, verwüreten.. BDiefe Araber 
bla en die Bebjab im Zaume und var ten ſich 
ip mit ihnen. . Sie nahmen mit Be sn 
im. G@ibel Alaty-(f. unten), ten 
— im Sande bie N ‚A: Remwane 4 
J it, wo. fie Brunnen gruhen. Naë ‚ vielen imnern Sch 
dm "br Gefpleipt der Kenzs eb Donlap unter - 
| I — bon dem ji ale den: Namen führen, 
“einft waren fie weit mächtiger und- bedeutender ale 
je. als fie um auch in Ponfgppten. ) 2% 


— 

























L} Barckhardt Tr. — — Yocabalsey of the Kensy 
78 Nuba en Becken Ay ...) Macriet 
I R.B4. ori . Burkhardt, 


— —X 


638 Ufrila, Waſſerſyſteme. II: Abſchu. Su: 


mädtig und die von Affuan waren, bas fr 1" | 


2588 (790 b. Heg.) erobert hatten. Aus bdiefem un 
u. fie 1419 & b. Deg.) ſchon wieder durch ben | 
au | 
phlngen und Geitdem liege Mies u 
rümmern, bie Bent Kenz haben 33 aber bereiten 
bebält in di 8 
—— — —— * 
ſteinb durch, ber im allgemeinen weit 
En a a Se —* ‚fie Sırem di 1. 
teigen der Nilwaſſer bebauen bie 
de Gebe mit mit Dhurra und 28 ofen, * 
F We — —— q 
n wie in en, beim 5*— 
einer iefe * 15 bis so Pet Waffer, die 
Mie faͤut im —8 ordentlicher Regen, «ls nur U 
vorübergehenden leichten Schauern; nur im una 
Getreide Nubiens iſt außer dem —*8 Pre ie 
Getreide Dokhen, welches von Gennaar und ** 
mehr gefäct wird. Es ſcheint alfo nur 7 
lande der Mittelfiufen anzugebören. 
wo überhaupe die erſte Ernte vorbei ik und bie zweite 
foat beginne, die im Juli reift. 
(eine Art Asclepias ?) find das allgemeine Be 
ai auf den fleinigten DBergfireden wägf *8 


Hamm ber melde viele 
Beit air gie Gataracten na Rubien 
cher 5* ung; KL GStromhbett fept Immer 
went er dur Sandbänke gehemmt. — wo Sr: 
der ng, bei niedrigem —84 ande, 
af, von „unldeigem Geſchmack und —* dd Im 
Iande findes eine kurze Regenzeit flatt. 
an algemrine Nahrung if, aber fchon in 
hier nur wenig gebaut und veift Ende Bin win unb 
Dumpeimen, Geisguintiba unter Dihen ie 
ennapfiange (Senna Mekke) deren officinelle 


nad Argupten ausgeführt werden, und Dattelpalmen 
deren Pr anzungen bei jeder Wohnun wieberteßren. 
Kühe, Schaafe, Ziegen, felten Büffel find das 
Bieh deu Nubier; Eſel haben nur die Feichen, 
finden fig als Zuchtthiere nur in Wady Gebun, —“ 
einzelnen wohlhabenden Araberſtämmen. Auf den 
Gebirgen lebt, nad Burckhardt des Schweizers 
sung, dee Steinbock der Alpen (Taital in Qber 
Areal in Shenby, Beden in Arabia Petzäa nad 











owara vertrieben , 
ſſnan gerörten. 












































be 








®) Barekhardı Tr. p.23, **) Burckbard: Tr, p. 28: 


‚22 Mllpnan; Mitelanf, UeteerPiubinn. Ss 
on Mi Ganionbeerten a ber —R 


— Be Se SEE 
Er Kenn. Fr Hr Bey 
4, 


‚heißen v fi —* den. 
—— — ET Reis 
ner, am Nilufer wie Sänfe, Gebr 
er (Ralgam), Kr ven in — de 
die Sperlinge, Ne, mit 
m. mehl ein Dril — wegl⸗e 
— — der — en ud 
ilbet wi 
Bee — men — 
el me 
—— "au um. * i 8 bie zwei 
i: ang —WB 


— Ar N 
—A ‚pam u m das Deuter”) dee Mia 
Fall beller angebaut iR als das Werufer, und wo es 
Boden bes 


dem 

if Auch Weftufer hat diefen, aber ex ii Immer 

Bm ame * Wire Aberſchattet, die Bier — 
5 geist, X diefer hier ihr die | Ind, 

Norbwerwinde, im 
vi, Men nr alles Land damit, umb mur wo Sr 
ba iR Gultur. Dos Ofufer iR heut 
ge weit ne ale das Wefufer; ‚aber alle bes 
IWendere Dentmale alter Tempel und Driſchaften 
om nur auf dem Wefufer. Gin allerdings recht 
Umfand, ber vielleicht nah Burdhardts 
merkung darin feinen Grund hatte, daß man durch dies 
ı Anbau dem zoerterben ber Wäte entgegen wirken 
Ite, eder XZypßeon, dem BR welchem im 
ser. —— der erhaltende, els der gabens 
Wa Mil entgegengefegt wird. 

Die fat —— [u e ber mertmärl Denk⸗ 
— ———— 
127 ung Unternubisns_ve 
Farm. die Ruinen von Tun Moharrata *"*), u 
Mithai wine befonders große @rweiterung gewinnt. 
wrheben ſich umher große Sqchutthü Fri san) aus 

a — weiche Beweis PA — 
e an in Oben 
nem ind bie Se vieler er beofgafırn aicht aus dichten 


pi 





Barehbardk Tr. p. a5, 99) @bemb. Barck- 
kardı Tr, p. 16. 2 ” un. 


645 Afeita,; Waſſerſyſteme. 'IRL, Abſcha. 3: 2, 


Bodfteinen, fondern zum Thell aus. Steinkeügen *) (mit 
au befannsli die Mauern des Circus maximus in Rom) 
erbaut, bie Übereinonder gelegt und mit chim verkättkt 
find; diefe Mauerwände find weit leihter als aus Vaditei 
nen, und es wurden vermushlich auch in diefem Waty den 
Teigen angelegt‘, daher bie großen Scherbenberge, Auf 
85 Legh*) beobachtete fle, und in ihrer Mitte die Rub 
nem einer qhriſtiſchen Kirche innerhalb ber Wille eines Io 
pptifchen Tempels der mit Hieroglyphen bedeckt im einem 
Fglechten Styl aufgeführt iR. Die Gapitale bearbeitete 
man hier ccf nachdem die rofen Gteinquadern gelegt war 
xen, was fid) daraus ergiebt; daß viele derſeiden nicht als 
endet find. Legh nenne diefe Trümmer Allagbi. 
Ganz in ipree Nähe, mur etwas füblicyer liegen.*") 
die Tempelruinen von Mobarraka, die Bucdharbtum 
ter dieſem Namen befcpreibt nebft Werzeihnung des 
riſſes, welche Light Uffebbuni (Ootfeddoonee) 
nennt._ Es ift ein no flehender Porticus aus 14 q 
figen Säulen, mit Capitalen verfhiedener Größe mh 
Serm im Atkgnptifigen Styl, welde eine Brauer umläuft 
bie durch die Bmifpenräume ber Säulen gehend doch.i 
fammenhänge. Der Tempel hat einen großen und 
tleinere Eingänge, und in der einen Ede ein Tiepp, 
tas anf die Höhe führt. Mirgends find Hircogluphen ! 
fh va fonft auf allen Accyptiſchen Tempeln finden, 
aber Bilder Briehifger Heiligen mit Sriedifgen Suferi 
nen; barauf der Name Johannes vorkommt; au 



































diefen noch andere Griechiſhhe die Light aber nicht em 
fern konnte, Au fand Burdharbe no andere 
ſchriften bier, melde er mit den alten Wegbitifchen 
rieteren auf den Pepyrusrollen vergleiche. Dinier 
Dortiens Meht auf einer Lerraffe von maffinen 
8 Fuß hoch gegen den Strom gerichtet, und hier if 
hohe Eingang, aber keine Stufen führen hinauf, 
Ti war er daher nur zur Zeit der Milfgwelle hei a 
Waſſerſtande zum Anlanden der Schiffe eingerichtet. 
erreicht gegenwärtig das Nilwaffer diefe Höhe bes 
nit. Gr if 15 Schritt lang, g breit; nichts brpeiigk' 
nen Aegnptifchen Urfprung als etwa die Palmblättern 
den Säulencapitalen. Doch 63 ee grandios und mahefiht 
U, nap Burkhard ts Dafüchalten, aus. ber ı 
@pode ber egppuifgen Architectur. in ber 
ſteht noch ein Dritter Tempei, gang verſchleden vor 

®) Burekbardt Tr. p. 103. **) Th, Legh Narrat. p.64 
DE N ordons Härte vom Aitkoem ab. ebur. . + Lig 


Tr. pı 8 


:- Bieten, MWitteltenf, Unter Nableu. "6F: 


n 8 Die Sculyturen 
Kon Lege in'erha ner Arbeit wie ju Ama 
Me · alfo Verfchieden won ben vertieften Arbeiten in 
> MWielleicht, meint Burdbarbt, ein Werk der 
, :weldge Handel und Saiffahrt — felbſ bis 
⸗ diaein beglinftigten, auch jenfeit ber.@renge ihres 
Bir vermuten, mit Eeake, daß Hier bie Stelle 
=9 alte Hierön ‚Sycaminon bes Itinerar. Antonini ifl. 
Dia unterhalb Waby Moparrata liegt die kleine 
el Decar, und ie gegen N.W. auf dem linken Nil: 
bemertt Burdparde bei Korti*) (Corte im Itin. 
ton.) bieRuine des Bleinfen Tempels unter allen bie 
Ein Nubien gefehen. Diefem Dre gegenüber, auf dem 
bes Nils, erheben fich die jüge von: Bibel 
aty, bie von bier an Yom Rilnfee fg nad Oſten 
bis zu den Küften bes rothen Meeres, und dur bie 
EIbbrrgmerke bei. ben Arabifgen Autoren berühme 
Dee Nil führte: hier in feinem Sylımm viel gelbe 
mmerblättchen, wie Burdbarde bemerkte, In 
Bergen, welde von Ababdes bemehne (ab: jatten 
Mameluden ein Afyl gefuge Am Fuß der Berge 
Flatp, im Nilthal, breitet fi eine vernadläffigte Culs 
Brebene aus, buch welche ein jegt derfauner Ganal geht 
Seinft yur Berväflerung berfelben diente. Dit daran 
bem Dftufer ‚liegen bei Kobban bie Trümmer einer 
em mit einer Mauer umzogenen Stadt geseteinlig 
Contra Pselcis), bie aus bloß an der Senne getrock 
ten Badfkeinerr beReht, ähnlich den Ruinen zu Edfu in 
— umd ‚etwas weiter unterhalb auf dem linken Ufer 







die Ruinen von Date. . 
Baby Datte‘) (Dede,, Dukkey b. Light und 
( Güsren dei Motben, wohl das alte Pselcis b. Vol. IV. 
unb im Itin, Anton.). Auch bie Ebene dieſes Wady 
Sruchtland, wie die Erdfſchicht beweifet, die aber 
3: Buß bocd.mit Gand Aberf@ättet if, der Aufenthalt 
Gazellenhrerben,. Denn Hier flöße jegt die Wüfe dicht 
bas Ufer, das mit .feltfamen, kleinen Erhöhungen bedeckt 
bie, nady Lead, if der Ferne wie Pyramiden ausfahen, 
ale, wären bie Pyramiden Unteräguptens Bier abge: 
ie, abgeftumpfte eine und bahin verfehte Berge. 
ae — — Si guedhat mit 
inften im al, und na € ind es die 
jaltenften'im; GSäden von Aſſuan. % der Fronte, 









Burckhardt Tr. p. ı «,_**) Burckhardt Tr. p. 163. 
Veh Narr. p. 6a 84 Liehe 2. p · 69. Nordet von 

p. 219.-%. tab. CLIV. Belsoni Voy. I. p. 21% B 
1.25 ©s 


642 Afrika, Waſſerſyſteme. ILL Abſchhu. 


die gegen den Strom gerichtet iſt, ſteht ein große 
Ion. er wei pyramidalen Maflen beſtehende 
Thore in der Mitte, ganz wie das zu Edfu, vo 
ein Sptinzfragment liege. Dieß Propylon If a 
bach (ra Legh), 75 Fuß (30 Schritt nad Bur 
lang, 40 bereit, na Light, uns in feinen beide 
führen Zieppen auf deſſen Dihe, a fo-mwie im 
za Philä. Im beiden Flügeln find unzählige 
mächer von unten nad oben, und an den Wän 
bas Thor eine Menge von Eculpturen und Bien 

Sechtzehn Schritt entfernt von biefem Pr 
weldges als bas hohe pyramidale Thor, ſowohl bi 
fen als auch faſt alle Nubiſche Tempel character 
findet ſich weft der Eingang in den Pronaos 
Säulen, die Halb in der Wand ſtehen, welche bie 
pitale haben wie die im faſt Griechiſch einfachen 
Tempels zu Philä (ſ. 5. Denon), welche man 
gends in Aeaypten fieht. Zwifchen den beiden & 
geflügelse Scarabaͤen und unter den Wandgeni 
ein Durfenfpieler. 

Der Pronads feld ift ein Iängliges Ne 
Schhritt lang und 7 breit, deflen Dach mit ungebe 
bern von 15 Fuß Länge bebet if. Zwifchen ® 
bem Adyton liegt em nur 4 Schritt breiten 
welches in ſeiner engen Geſtalt den Aegyptiſcher 
fehlt, aber mehrern Nubiſchen eigenchümlid 
leicht eine Art Cella, deren Zweck unbekamnt. 
führt eine reich verzierte Pforte in das Adyton 
einen Seite deſſelben iſt eine dunkle Kammer 
tiefen Todtengruft, über welcher an der Wand 
Löwe in Stein gehauen iſt. Auf der andern € 
eine Treppe nach oben. Hinter dem Adyton dig 
viertes größeres Gemach, das. busch eine kleine 
einem engen Bange communitist, der den gamı 
umläuft und dur «wine dide Quadermauer ge 
die den Tempel auf 3 Geiten einſchloß. Im I 
mach liegt ein großer Sranieblod, der m R 
geoße Seltenheit iſt. Länge dem Boden ber % 
Rotosblumen in Blüthe, das Symbol der Wiel 
verjüngten Lebens, bemen Opfer vorgefegt find. 
nern bes Tempels find Beine Hiftorifche Sculpt 
bas Aeußere it ganz damit überdeckt; fie flellen 
veligiöfe Geremonien vor und find ganz meiſt 
tet, wie die fhönften in Hermontis und P 
einer Are Terraſſe, die vom Tempel Binab zum 
fübrt, befinden ſich zwei lange Infchriften, bie ei 
roalpphen, die zweite unmittelbar darunter von 
Meipel, aber in einer Aegpptiſchen Euef 





B re 
-#M . ı 


FRißyen; Mittellauf, Unter-Nubien. 645 


X ian character b. Burckharbt) wie auf den. 
mauzellin, welche ſehe wahrſcheinlich eine Ueberſetzung 
Kern ſeyn mag. Aus den Briechifgen Auffariften, - 
N @ighHe Bier copizte, meinte er, bier ſey Merkur vers 
warden. Die ganze dufßere Seite des Tempels iſt aber 
MBurdbarde und Legh mit dergleigen bededt. Die 
Wichtigkeit biefes Monumentes ergiebt fi von ſelbſt 
Biefer kurzen Befreibung; Hoffentlich werden wir in 
ur durch Sau befier darüber belehrt werden. WBurd: 
Re plc Dafür, daß biefer Tempel von Datte nab dem 
= des Tempels in Phila, nur in kleinem Banks 
Eu -aber noch vollendeter und fchöner erbaut fey. Er ift 
erbalten, und ſteht wohl an ber Stelle des als 
s Na einer Bemerkung ’) Niebuhrs zu ur 
‚bie ib wohl auf eine Inſchrift gründen mag, die 
nicht kennen, ward diefer Tempel von Schif⸗ 
tolemäus Evergetes IL und Cleopatra 


erbaut. ’ 
Wehy © ıfde (Garbe Girshe 6. Norden, Guerfeh 
in db. Isegh, Tuteis im Itin. Anton). Im Noıben 
Dekke wendet fi der Nil etwas gegen N. D. und hat 
—— eine dee wenigen Furthen die Burckharde 
wurden; jenfeit erweitert fi das Thal mehr als 
mise bis Afiuan, nämli auf. eine kleine Halbe Grunde 
ülte, und im biefem erweiterten Thalboden liegt ber fpar: 
— Wady Gyrfſhe mir feinen Tempelruinen 
jden Beſchaner, ihrer Einfalt und Groͤße wegen, in 
Muunderung ſegen. Im geößten Contrafte ſtehen fie mit 
bdellendeten Bauten in Dakke, da fie aus ber Kinds 
Biber Architectur herſtammen, mo man durch das Goloffale 
F@randiofe zu erreigen ſuchte. Der Tempel, der bei 
onen Djorn Hoffeyn genanns wird, if zur 
je in den Fels gehauen; um vom Ril zu ibm zu ge: 
R mon, na Belzoni, dur die Schutthügel 
mmerten Stadt geben, die den Abhang der Höhe 
bebeden auf weicher der Tempel felbft fit. In 
Säure fand Bejzoni vier Lömenköpfe In Stein 
en, und manche andere merkwürdige Antiguität. 
Dem Tempel liege ein großer Portiko vor, in bes 
me mit 6 runden, aus mebrern Quadern beflehenden 
bien, und au beiden Geiten mit 5 quabratifegen Preis 
Die aber aus. dem Felfen gehauen find. or jedem 
Kiben ſteht ein Coloß, 18 Fuß Hoch, aus Sandſteinfels 














> 


4 

















) Niebuhr Inscript. Nubiens, p. 16. °*) Burckhardt Tr. 
. 21, 307. Norden Voy. p. 217. tab. CLJJ. u, CXLIK. 
h Narr. p. 62, 85. ight Tr. p. 69. Belsoni Voy. 
L p̃. a12.. 
©s a 


644 Afrika, Waſſerſyſteme. -IIL Abſchu. $: 25. 


ganz unverſehrt, mit der Geißel in der einen , Nee 
dere heradhängend; es find Priefterkatuen mit dem fs 
len Rinnbart und der Sphinxmitra, ihr Gewand war * 
gemahlt und vergoldet, ein prachtvoller Aublick. Auf 
den Seciten find offene Hallen oder Bänge in Fels gehaus 
Vier von jenen GColoffen enthalten Gruppen von u 
tuen, gleich den Iſis⸗ und Tfirisgeflalten. BE 
Ein großes Portal führt aus diefem Porktico ım ba 

Pronaos (6 Fuß lang, 35 breit, aa bo nah Kegf 
mit zwei Reihen ungebeurer Pfeiler, ohne Gapitale, 5 u 
7 Fuß ins GBevierte, je zu drei auf beiden Seiten. M 
jedem diefer Pfeiler ftcht ein Coloß über ao Fuß Bed, 
nen Sünsling vorjtelend, mir dem Kornmenf als 
fhmud, mir Nilfhlüffel und Beißel in ber 
Die Kindheit der Gculptue if in dieſen rohen Bealk 
nicht zu verfennen, aus denen nur ein Aetbiopi 
Ideal ſpricht; die Glieder find weniger correct ge 

als in Wady Gebua, die Schenkel befichen meiß nur u 
eunden Blöcken. Doch erſcheint alles in biefen Felchete 
gewaltig. Stillſchweigen gebierend, Gtaunen e 1J 
n den Indiſchen Grottentempeln auf Dekan, Burqð 
hardts und Th. Leghes Uertheil. 3 

n den Niſchen des Pronaos fanden 4 
männliche und weidliche, ähnlich ben yptiſchen; 
Statuen und Coloſſe waren mit dickem Stucko & 
und bemahlt gewefen. In ber zweiten Felskammer (Get 
oder Gella? 34 Fuß breit, 15 lang, nach Legh) Kehen ei 
gewaltige Pfeiler in der Mitte, und ihnen zur Seite 
zwei Selsgrüfte, wahrſcheinlich für die Todten; im ber We 
ten Selstammer (11 Fuß breit 15 lang), bem e 
Abyeon, mit zwei Beinen Gritentammern, if bie fin 
terfte Wand mit einer Felsbank verfehen, auf melde ww 
coloffale Figuren nebeneinander figenb aus dem Felfen — 
hauen find, fo daß ihre Rücken noch mit dieſem 
hängen. Sie ſehen einander nicht ſehr ungleich; Leah Hill 
fie für Iſis, Oſiris, Apis, Serapis; wahrfdei 
Bötter denen im innerſten Heiligthum bie Opfer 6 
wurden. Sin diefem außerordentliden Dentmale if 
aus dem feften Kelfen gehauen und unverrüde ſtehn 3 
ben; aber die Ornamente, Hieroglyphen u. f. w. m 
kenntlich geworben, vom Ruft und Rauch ber H | 
* Seutintage dient es Hirten unb Heerden gum 
aufenthalt. *: 
Wady Gharbi Dandounr“), d. i. das weſtlich⸗ 

Dandour (Dendonr 5. Norben, Garba Dandorr 


*) Burckhardt Tr. p. 10, 110. Norden Voy, 216. 
Narr, p.62, Light p: 68, Belzoni Yoy, T, au, _ * 











TE 















+ lflechn, Mittellauf, Unter-Mubien. 645 


b. Fehr sch tabul). Das Nilthal enge 
Hr von a: fehe er Alben gu at enge 
38 ns wieder einigen Culturbeden 

alten Bewohner Nubiens 
kann. ve ie * bie 60 Fuß tief in den Stroms 
„ beffen Gewalt zu brechen und das dahinter 
Ufer er om ügen. Bon diefen finden fi auch bier 
‚us beiden eiten bes Stroms, theils verfallen, 
** bis heute erhalten. Nur trockne Res 
55* Bier zu beiden Seiten ber oͤden Berge 
Ailihal hinad, und auf dem Vorſprung der Berge und 
bie fparfamen Düsen der Beutigen Nabier, 

no durch den Däuferbau bas wenige Aders 


‚ehe 
ee ne auf dem weftlichen Nilufer ein ein 
| ten sehen wohl erhaltner Kempel '), mit 
9 „sei singende | Corniſche auf zwei Sin: 
1 in Tentyra gleicht; ber 
hr, A von Dette äßnlich; über der Pforte 
en Elan oder das an :&ı, he e Drnomente 


mi Im 2 6 deden 24 nf ae 7 
Rohr edts large —A— r —* 
* * * Innere des Tempels if, nad 


















hie: 








} Kt nicht beendigt. Beſonders zu bemer: 
es. nach —— Ruidhenht yon —* In großer 
Quabermauern eingeſchlo Kaum, 36 Schritt lang, 
den (100 Fuß tung, 60 breit ". e), ber gegen den 
WE zu, eine große Cu at urdbarbe fonft 
mends bemerite. Bist IX biefen Ran Kaum als die Trüm⸗ 
des Portico an. 2 fen mag er wohl zur Wer: 
| ber ** &iffer be befim 








met gewefen | n, 

wohl Belzoni Leine bafinführenden Geufen me Ar 

u Touute. einer hinter dem Tempel liegenden Bei 

‚ bie eſcheinlich der Aufenthalt von Chriſten g 
Ur TH. Legh JInſchriften mit bem + N. 

alas LI et Gennentempel, (Man- 
Catch s Pr ine Beigmeng; be ei 

N) e b. t wo eine 85 

ein Grundriß Bei Gm, tab. 14 u. 26, ‚gie 
Talmis ir Co Talmis im Itin. Anto 






* 
> 
a3 





®&. Zeichnung b. Light tabul, d. 68. *%) Barckbardt 
* p. to, 10, Im. Neem ws 215 Leg .61, 88. 
Light p. 64 nebſt be Bello I. 118. iebuhr. In- 


t 
er. Nub. p. 10. Bau ueuentbedte Denkmäler Rubiens. 


646 Aſfrika, Waſſerſyſteme. LIE Abſchu. 6: 25. 


Der Wady Kalabſhe folge unmittelber auf De: 
dour, nachdem der Mil bei den Orten Meruvrau (M 
rosan, mo auch eine kleine Ruine, f. Norden. ©. sı6; « 
dritte Wiederholung des Namens Meroe!) und Abugh 
vorüber gefloffen, und fih im pittoresten Thale, we 
erfienmale wieder Granitfelfen zwiſchen bem Gaud 
gebirg hervortreten, majeftätifch Derameigt, und zwifden I 
vorfpringen Granitbergen auch Inſeln bilder bie mit Trä 
mern bededt find. Die dortigen unbebeusenbern Stro 
fhnellen nennt Light au einen Shellal, oder bie ( 
taracten von Kalabſhe, die na Budinghams 
obachtung gerade unter dem Wendekreis bes Krebſes J 
An den Gehängen der Granitfelſen beobachtete Light 
in diefem Thulkeſſel, abgelngerte Bänke peteificister Dfi 
citen, morıuf er die Vermuthung gründete, dieß Nil 
müffe einft mit dem rothen Meere communicies haben, a 
mit Meerwaſſer bededit geweſen feyn. 

Die ſchwarzen Grauitfelfen im erweiterten Malleh 
die dunkeln Zufeln im reinen klaren Steome, die ſchen gi 
nenbden lifer vom Mär bis Juni, machten auch auf Bat 
de rbe einen reizenden Eindrud. In den benadberi 

cacienwäldern der Bergfehluchten beobachtete Belzomi | 
Köhlereien der Ababdes, die von hier aus, Aegppten a 
Holzkohlen verfeben. Auf dem Weufer biefer Landſe 
liege das größte Dorf zwifigen Derr. und Afiuan, ad 
lid Ralabfhe, welches dem Wady den Namen. girl 
Schon Norden bemerkte, daß bier, etwas füplich von f 
labfhe, viele Hütten der Einwohner aus Gteinen ganz U 
Hieroglyphen bedeckt erbaut waren, und Yon einem lang 
Quai am Nilufer auf der Öftfeite bei Sherd Obohnt 
(Abughor?) fpricht er, der aus Quadern erbaut, diea 
prismatif® behauen und fo trefflich verbunden waren, J 
man noch Peinen Zmifchenraum in den Fugen feben kenn 

Die Umgegend des heutigen Dorfes Kalabfbe ik 
und breit mit Trümmern aller Art überbedit, welche Bupi 
bardt für die Weberrefle des alten Talmis und Copt 
Talmis anfpricgt, einer Stade, hie, an diefer Lecalität, ni 
Such Aderbau, fondern nur durch Handel und Shiffeh 
emporblühen tonnte, da das Stromthal oft kaum 80 | 
200 Fuß breit ift. Br 

‚In der Mitte des Dorfes Kalabſhe, vom Rüdl 
bis zu dem Fuße des Berges, liegen, nach Light, ei 
180 Fuß Über dem Gpiegel bes Nilſtroms echaben, bie 
nen eines großen Tempels, die mit denen von Dat 
nah Burdbardts Urtheil, die vortrefflih fen Des 
male des Nubifhen Alterthums find. Beine fi 
nad ift er zu vergleichen mit ben Tempeln won Xentt 
und Edfu; feine Säulen baben die Capitale von Phil 


“ui 


Dilſtrom, Mictellauf, Unter-Mubien: 647 


Maticen find auf das vollendetſte cenfruirt, fein ©:yI 
in Blake der —A ch 
"ber Yufenfeite des Tempels lanfın lange Mauern in, 
melden Belzeni noch Spuren alter Priekerwohnungen 
Efeben. glaubte. Ueber dem Rilufer liegt eine gepflaßterte 
erzaffe Urea, wie zum anlanden bei hoher Wafler: 
Mb. Bon bdiefee führt eine Treppenfluge hinauf zum 
emapel; umber liegen mehrere Krümmer von Gppinzen, 
ber Ligbt glaubte, daf hier eine GSphinzcolounade einft, 
22 ie Ban zum: Eingange bes Tempels führte. Ums 
E liegen mehrere Gepukta; and an ben Wänden ber 
erker Burkhardt mehrere Epbinzköpfe. Die äufern 
[ imände find mit — Aberiaben, und mit. Co⸗ 
wie zu Zenipea und Ebfu, bie aber weit roher gear: 

€ find als-bie Biguren im innern des Tempels 
Dieſer Zempel ift nit in Fels gehauen, fondern aus 
erbaut, aber fehr zerttümmen. Das noch fie 
Yropylon if won großer Schönheit und Einfalt, 
» pyramidalen Maflen ® beiden Seiten und bem gro: 
Cingeng in der Mitte der Fronte, von zıo Buß; von 
Gänlenpalle if nur eine der Göulen 
—Aã tehn geblieben; die andern 

ern uwher. 

Ironte des Peonass hat 4 ſeht fhöne Säulen und 
die gur Hälfte in der Dauer fichen, wie in_ben 
len zu Mebarrata, Dakte, Danbour, Kar 
2 Debot, eine Gonftuction die au den Tempeln 
il& und Tenthra angehört. Mur an der Front: 
Id Gculpturen, fo at der gweiläpfige Beia: 
vphon) unter der Bewalt des Siegers, beſchützt 
fire. Unter den einzelnen Theilen des gufammen: 
Amen des Tempels (f. Grundriß bei Burdhardt) 
fonders ganz kleine Gellen mertwärbig, bie für ei: 
m Menſchen 7 —2X8 mit einem Steine gemacht 
Ei * 


gli 


% 


U 


< 2 
— — 


w, wie zum eines GBefängniffes ober Rä| 

sehaltene Thiere. 

je geoße Gella und Adyton find im Innern be: 
mplt und ganz Frifch erhalten, weit volfommner als zu 
BuilE, weil der Bops mit dem fie früher überdedt waren 
⸗ gefcgägt mnd erſt fpät obgefallen ift. Die Gemälde fand 
jeljoat feifpfarbiger als alle andern in Aegypten; fie 
ügen voth, blau, grün und ſchwatz. Der Ofiris mit 
ma Gperbertopf iR hellgrün gemalt, fein Kleid fehe bunt: 
nbig. Ginige Weiber mit dem Lorus find ganz ſchwarj, 
[7 Ey: — oder blau, die Zwiſchenräume ihrer Fin» 
sv find toth u. f. w. 

Auf einer dee Säulen dieſes Tempels ſteht Silco’s 

 Wafllistos Juſchrift, von der wir oben gefgrochen, und 


648 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchn. S- os. 


die zweite welche fagt, daß Hier Manbulis der Games 
gott verehrt wird. ie Griechen Batten ben Tempel a 
eine Griechiſche Kirche verwandelt, wie noch jetzt bie Keil 
lichen Wandbilder beweifen, bie hie und da auf den 
übergug gemahlt find, mit weichem bie Chriften bie feitab 
ſchen Bilder zudeckten. Der Zempel it aus einem 
feinen Sandſteiln gebaut, den bie Zeit keineswmegs verwis ' 
tert, sernage oder zertrümmert bat; aber bie tſam 
Zertrümmerung von Menſchenhand iſt Gberall Aditm; 
wenn? durch wen? iſt unbekannt. Durch bie Perſer une | 
Kambyfes allerdings nicht, wenn es wahr wäre was Beh 
zoni vermutbet, daß Aegugter dieſen Tempel umter ka 
Leitung der riechen gleichzeitig mit denen gu Dhytä, 
Edfu, Tentyra erbaut, nicht im Altern giganti few 
dern im jünger vollendetern, edlen, einfachen, 9 
Aegyptiſchen Styl. 

Nur eine Viertelſtunde von dieſem großen Tempel liegn 
gegen N. W. die Ruinen eines weit kleinern, des Darsdı | 
Waly’) Um gu ihm gu gelangen geht man durch Me 
Trümmer der alten Stadt hindurch bie voll Quader, Bis 
ber von Coloſſen, vol Gcherbenhügel, «ine Leine belle 
Stunde weit fih ausdehnt. Unter: diefen fanden Eis 
die Einwohner eine mafliv goldne Lampe mit ber Kette ww | 
Griechiſcher Arbeit, die auf Griechiſchen Cultus beutet,- abet ; 
von den Türken eingefhmolsen warb. | 

Diefer Heine Tempel Darsel:Waly, der in Zelm! 
gehauen, iſt nicht ſowohl durch feine Acchitectur als duth 
die Sculpturen bes Innern ſehr merkwuüͤrdig. Burdharkt: 
ift der Einzige der ihn befchrieben bat. Durch die offen 
Selfenpalle tritt man in die Cella, 15 Schritt lang, bet‘ 

ede von polygonen Säulen getragen wird; auf dieſe fait, 
das Adytum. Die bierogigpbifchen Gculpturen im fun | 
find fo roh wie die in Derr. Die Bruppe bes Briatent 
ift wiederholt auf beiden Geiten des Eingangs. ÜDiekt| 
feindliche, viellöpfige Sigant bat in Nubiens Seulptunk.i 
überall das Haar gefchnitten wie bie heutigen Nudel, 
und Bewohner von Dahaß, denen auch Ohrringe un) ME; 
andere Schmud gleiht. Sollte, meint Burckhardt, bike 
fer Briareus aus einem ber Dberbäupter ber Wüfe mb 
landen feyn, den der Herrſcher am Nil-befiegte, ben W- 

tiefter zum vielkspfigen Ungeheuer machten, weil ein &iM- 

ber ihn noch Bein Sieg war, wie jegt gegen bie Bebuiank.. 
horden, von denen Heute noch das Sprichwort im Lim 
gebt: ſchneide Einem den Kopf ab und es fpringen Lafit 
fogleich Hundert Heraus! 


*) Burckhardt Tr. p. 116. Belzoni Vog. I. pa, 





is Run, Mittetlanf, Unter⸗Nubieun. 649 
Sene deſes Kemapels und feiner Vorhalle find 
| bebedt. u 









u si orifgen Bildern 

e der einen Wand il ein Schlachtſtuck; der Heros 
Se⸗ *) vom 4 Heugflen gezogen, wie in Kars 
—7*— 







die beſſegten Feinde in Haufen vor er; 
Nehen na einem au das Yihte PA 

„ breiteblärerige Bäume unb andere von mannichs 
"Gehalte, wie Fruchtteauben und Affen auf. ben 
‚(ep che Land, wie etwa bie Kolla gegen Abyffis 
nn un giefem en Date y. tedod auf Sau’s 
kpaun e Spur; fie nt. ein Fragment ;u fe 
— — bu die Doppellinie zur vechten Hand Han 
wer if). Hinter bes Heros Wagen folgen a andere, Te 
Euon a Pferden gegen; darin flieht ein Weib und ein 
uüeniente | 


r. 

"Ei einem andern Gemach fit Dſiris, in halbver⸗ 
HErter Arbeit aus dem Fels gehauen, auf feinem Throne “°) 
m vor ihm geht ein Bug der Gieger mit den erbeuteten 
| ‚vorüber. Nackte Männer tragen große Gcheite 


) 
at I koflbares Eb I; aus Aecthiopien, welches 
De Sn m Ben 
e der Thebais vorgeſtellt IR); einer führe eine 
ide Hsriege, ein zweiter einen Vogel Strauß, 


ein 
deter hält ein großes Echild (wahrſcheinlich aus Rhinoce⸗ 
chaut) und eine Gazelle, ein vierter bringe Affen, ein 
mfter trsgt wieder ein Stück koſtbates Holz (ob Aloeholz? 
lekam oder Kena? ſ. Macrisi b. Burckh. ©. 498. App. 
M Roten aa und 23), und treibt > große Düffel, 
Wetter wieder ein Stück Holz auf dem ein Affe reitet, 
am folge eine Siraffe mit dem Führer, zuletzt zwei 
üßrer mit Sefangenen, bie ein Kell um den nadten Leib 
mgen. In dem Zelde darüber folgt die Fortfegung dieſes 
nges, ein großer Löwe, eine Antelope mit geraden Hör: 
sen, Büffel find gu ſehen und vor dem Königsthrone lie: 
a eine Wienge von Köchern, Bogen, Elephantenzähnen, 
len, Häuten und ganze Reiben gefüllter Kalabaſhen ıc. 
An einer andern Wand gegenüber ift der König ſitzend, 
n:Satberhabner Arbeit"), wie bärtige Gefangene 
Bit gebunbuen Händen vor ihn geführt werden und darun⸗ 
tee ein Zug weiblicher Gefangenen, Gclavinnen in langen 
neten Kleidern mit einem hoben Kopfput. Gin anberes 
Wild +) zeige das Dpfer eines Gefaugenen, bie Belogerung 
mes churms, wo einer mit dev Art die Wand einhaut. 






























©. Bau Taf. 14. Nr. 3., balbvertiefte.Arbeit auf ber Fels: 
wand won Kalabſhe. **) &, Bau Taf. ı5. ***) Bau Taf. 
14. Rr.2. T) Bau. Taf. 14. Ar. 2. 





wärts von Meros vorgefellt, na Ze 
des Rhamfes au Zhebä, wie ihn Zacitus 
dert befchreibt als Zeichen großer Hertſchaft, ber 
Mömifge und Parthifhe gleich flellen kann. € 
jeinde find Wilde in Selle gekleidet; ihr Kopfp 
appe, fondern dicht abgefchnittenes Haar, wis 
fübligen Nubahs getzagen wird, Der Kpurm | 
umgeben möchte vielleicht bie Gaftelle der Ni 
Batn el Habjar bezeichnen, von denen aus Die 
wiß öfter Einfälle naı Aegypten madten. Di 
Rüde und Giegeszüge, welche man auf ben I 
Luzor und Karnak im heben abgebildee find 
auf minder entfernte Büge am das KÄroi 
Baby Tafa**) Teffa b.Rorben, Taee| 
Ganıs b. Dlympioder, 7464: _b. Pkol.), Zum ort 
telbar an den Ruinen von|Kalahfpe ſahe Burd 
‚&teindrüge, aus denen die Quadern em Zemy 
Stadt geholt waren; u. Belzoni befagte fü 
in ihnen eine große Benge —— In 
—2 von den Steinmetzen imter ben | 
ingehauen. 
der kleinen fel Darmut 
Turge Strecke bie PR am Ruhe 9 
Nähe von Tafa wieder weigen, und ben vor) 
Gandfteinbergen Plap machen, aber unmittelbaı 
den von Tafa treten biefe Belfen fo dicht und 
Strom, baß fein Fußpfad an diefem vorzeifüßt 
daß man erſt eine Stunde Wegs Über die Be 
muß, um wieder zum Stromufer bes Wady f 
on... 





“ Milſtrom „Mittellauf, Unter⸗Naubien. 631 


IEn Stunde Länge unb halb fo viel Vreite, ſind Ruinen 
onireitet, weiß And von Privatwohnungen, in: 
We mit Quadern, Pforten, Bogen, Gchaften bededt, 
denen die neueen Hätten fichen. it Eher 
alte Zaphis auf dem Wehufer, und die Zelimmer auf 
. Dfkufer Contra Taphis. Die Einwohner fagten 
Burdpardt, fie feyen früher Chriſten gewefen die bei 
Eroberung durch die elmänner den Jolam ange: 
uamimen bätten; mebrflen ihrer Brüder wären hinge⸗ 
üddtet ober entfioben; Re hießen daher Dulad elRufara 
agazeıth) b. achkommen der Ghriften. Gin Arabiſches 
pt der Pariſer Bibliothek Nr. 138. fol. 100, fagt, 
a hier ein fehe Schönes Kloſter fiche, das Anfun Heiße, 
mb von hohem Alter aber von außerordentlich fefler Bauari 
; bei Diefem Kloſter dem Berge gegenüber lägen 15 Doͤr⸗ 
von denen freilich jetzt nichts mehr zu feben iſt. In 
Bitte des Dorfes fahe Light die Trümmer eines Pro: 
6 bee im eine primitive criſtliche Kirche verwandelt 
| ‚, und in ben benachbarten Felſen deſuchte Burd: 
DE 9 Lleine Tempel bie no mit Griechiſchen Heiligen: 
übermahlt waren. 

.. Wady Kardaffo. (Hindau b, Norden, Sardah in 
Z1 Umbarakat b. Legh, Gartaas b. Light, wo s Zeid: 
zungen von dem Ifisiempel und den Steinbrüden), Im 
orden von Tafa bis Dehmyt heißt das NRılıbal Wady 
el Mebarakar (el Umbarakat b. Leah), deflen Einmoh: 
wer ein Stamm der Kenous find. Das Land iſt nur dünn 
beuältert, die Menſchen wohnen meiftentbeils in Höhlen. 
Arpöhen find überall mit Senna Melle dewachſen. 

ie enge Zhalebene wo Karbaffy 4 Stunden im Norden 
von Tafa liegt, ift über eine Stunde weit auf beiden Bei: 
sen mit Schutt und Trümmern bebedt, wohl ficher die 
Gtelle einer alten Stadt, deren Namen uns unbekannt ifl. 
Biele Ruinen find ſehr fonderbar, große wit Bauern 
| chloſſene Räume, in deren Mitte Trümmer liegen. 
Legh zählte deren allein an zwölf verfchiedene. Einen von 
Biefen befreibt Burdhardt, einen andern vermuthlich 
kight. Dice am Nilufer ſteht ein eingeſchloſſener Raum, 
130 Schritt lang, 100 Schritt breit, in defien Mitte ein 
HOaufen Gteinhäufer liegt. Der Eingang zu ihnen iſt eine 
Ä Bi Pforte wie an der Fronte bes Tempels zu Merovau. 
Mauern find 10 Zuß die, am jeder Aufenfeite mit ger 
hanenen Quadern bekleidet, deren Inneres aber nach ME: 
mer Art mie Mauerſteinen ausgeworfen if, Hieroglyphen 


























%) Burckhardt Tr. 5* 122, Norden Voy. p- 213, Legh 
Nas. pı 61, g2. Lighe p. 56. nebſt wei Safeln. 


652 Ufcfe, Waferfofteme, HI. —TX 


finden Mich ba nicht. Mar dieß viel Aunrümg: 
ber Römer ober Aegypter, unter Droimin 
die Ueberfälle der a ——e 
— maß Light aus; fie ha ke 
| eb: Geite ins Sevierte, und * 16-48 Di 

naänge an der Nord⸗ und Gübdfeitez..die = 
Senf bis 10 Sus im lichten, davor liegt 
Wachthaus. 

Anf einer Anhöhe liegt die Ruine eines *7 
pels, ber dem des Oſiris zu Philä ähnlich iſt; & 
Ta noch ein Stüd des Portito mit 6 Gäulen, 

ehr ur vollendete Gapitäle tragen. Zwei bavo 
She mie dem Kopfpus wie gu Teatyra, abı 
Ohrenſ ud. Das Gebälle das fle Kragen Hat 
von 16 Länge, und Über jebern Kopf. einen Mo 
tempel als Ornament. Die vier andern Säulı 
verf&iebene Gapitäle mit den Lotusornamenten, u 
zue Hälfte in ber Mauer. -Die Ornamente ber 
wechfeln nad den antgegennefeht m gan ab, bie 
der Gäulen gegen O DOrmamıent bi 
mit Weinlaub zum Relief unter der Voluta. 
Be —F it eine ine Pforte. Die Säulen ſt 
Bafen, 10 5 uf weit auseinander; ihr Du 
if beri u Die n elite Fronte bes Porticue 
Zuß bie ei: 36 33 Länge. Nur an einer der 
bemerkte Th. Legh Hieroglyphen. 

Benachbart diefen Ruinen find Steinbrüche 
nem Sandftein, aus welchen, nach Burckhar 
Ruinen zu Parembole und Philä erbaut gu fü 
pa Es find darin noch viele Sculpturen vorhau 

angene Berte. Lighe fahe einen Monolithenten 
0. ee Pole; Überdem eine große Menge von J 
nen wie in den Brüchen bei Zafa; aber weit went 
ptiſche Suferiptionen als Griechiſche von denen ei 
tee hunderten mehrere copiete, weiche insgeſamt d 
von Prieſtern — Eine Tagereiſe im O 
Kardaffy, erfuhr Burckhardt, ſoden die Rui 
Stadt Kamle in dem Gebirge liegen, die bis | 
unbelannt geblieben find. 

Debor**) (Deboude 5. Norden, Debobd 58 
bou bei Light, Parembole im Itin. Ant). Die 
liege (don im Granitgebiete bas nur bis 

reicht, wahrſcheinlich an ber Gtelle bes alten Pa 


















*) Light Tabula of Greek Inscriptions in the Q 
Gartaas, 3 Burckhardı Tr. p. iab. Norden 
212, Leeh- arr. p. 95. Light p. 57. u. 9% 





— * Gas: 
N ae: big: Krümmen, eines FTempels, 
ken Rubifgen Lande, das uns. 







mungen. von denen zu Phil, ſind ie 

Sm = find wohl erh aus —* ie. 
e und Sculptur ſchon in Berfal waren. 

. u Merowan int: a ‚mit dieſe 
er ausgearbeitet au ie 
in verf@iebenen Difkanzen ——— — lie. 
ie Saoabe des Tempels 60 Fuß dreit, ben ein. 
it 4 Säulen bildet, deren. beide mittlere, 
le haben, als die. beiden äußern. dem 
t eine Pforte im den Pronnos mit Seulvtu⸗ 
hem deu ganze. Tempel ſich der einge et ıo 
mehrere äder — ne, 
tulpiuren verſehen find. —— 8 — 
leine —— — —— ltig 
ans einem einzigen Grani aus 
ommen erhalten, bavon der e 12 
md 8 hoc if, mit einem gefiügelten Bio * 
in welcher man noch bie der Angeln 
‚fo wie in Phila, aber verfleden von ben 
ı Gaon (Antaeopolis) die wei nb. 
andbilder find, wie überhaupt Wr te Zeil 
ehr gerfiört. Länge dem Milufer be 
ı Kempel bin, einen fhönen Quai aus. 
on dem neuere Meifende nichts bemerken. 
blick auf die bisher betrachteten [9er 
geigt, daß unter ihnen fs Beifpiele aus 
i@lungsperioden und 
echitectur vorfinden, bern Geſchichte 
e inNubia felbfi ſtudiet werden kann, 
alle Weberbleibfel der Tempel Au 
Ime wenige etwa .audgenemmen, ſchon einer 


I@elten Blütheperiode biefer RK ihr 


ten. Das große und mühſame Unternehmen 
nannes 6 Gau aus Klin, der Hei: 
her Bau eunft, jene in ihren Monumensen 
mb in Maaß und Därfiellung befanne zu 
et daher zu den wihtigfen und erfechl ich ſten 
ie für bie Kunſt⸗ und Menſcheng chichte, zu 
atbeddungen in der Erdkunde dur uedharhe 
ochen hatten. Wenn Bau’s Prachtwerk voll: 
d, dann wird ſich ˖gründlicher die Alters: 
Dentmale überfehen laffen, welhe Burd:- 
il in folgender Stufenfolge chronologiſch an⸗ 
Edfamdal, Gorſhe, Derr, Oamne, 


eren bee Aegy⸗ 


+ 


Terra ‚Insognike war. Sie lie | 


654 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchu. 6. 25. 


Ballyane, Haſſaya, Sebona, Aamara und Re 
labſhe, Dekke und Mebarate, Kerdaffy, Mer 
wau, Debot, Korty, Tafa, von denen wie die beden⸗ 
tendften im Dbigen nad ihrer geographiſchen Aufeinondern 
folge dem Bbefentlichen nach fo vollſtändig characterifirt bes 
ben, ale die bisherigen Beobachtungen es erlaubten. Um 
terbalb Debot wich das Nilchal fo enge, daß kein beque⸗ 
mer Be füe Cameele Sindur führt, darum iſt Bier eine 
der 6 Fähren bie Burckhardt Überhaupt nur am RU 
Der gar keine Brlde zu Haben ſcheint) kennen lernte, me 
edboua, Dakke, ——— Kalabſhe, —I 
Debot. Birbé am linken Nilufer iſt der letzke des 
no unter der Gewalt der Nubifhen Kafbefs ehe, er if 
der Grenzort Nubiens, fo wie wit ber erfien ber Ins 
fein ber Nilcataracten von Affuan, nämlich mir Ppilk 
(Selwajoud ber Einwohner) die Grenze des Aegyptiſchen 
Landes beginnt feit den Zeiten Herodotus bis beute. 
Anmertung 1. Unter: Rubien im Mittelaltee 
oder Marys das Südbland, nah Ibn Gelymi We 
fhreibung {im roten Jahrhundert. 
3ur Erläuterung des heutigen Buftandes von Nubien und ber 
Geſchichte diefes in der neuern Geſchichte und Erdkunde ganz vr 
fholfen gewefenen Landes, fügen wir Ibn &elome m 
dige Nachricht darüber aus Macrizie EL Khetat 





sag 
Burckhardts Meuefter Ucberfegung, bei, bie fo wie alle übrigen | 


Berichte ber Arabiſchen Hiſtoriker uns nun ziemlich verkändlid 
fegn werben. 

Die erfle Stadt von Nuba, fagt Ibn Selym, ik Ei 
Kaszer *) zwei Stunden von Affuan, und eine halbe Grunde 
davon liegt die legte Beftung ber Moslemin. Bon Affuan bi 
Bela find mehrere Sataracten bekanntlich die Aegnptiiäe) 
welche zu Überfchiffen man Eundige Piloten haben muß. Bir E 
eine Befatung der Glaͤubigen an ber Pforte bes Bandes ber A 
ba, oder am Paß nah Nubien,, und von da zur erſten Gate 


racte ber Ruba, find ro Zagereifen — Die iſt wirklich gerade 


die Entfernung zwiſchen Affuan und Waby Halfa’s Gataradt, 
welche alfo die Araber bie erfie Nubifche nannten. El Kas 


yet ift aber bie Infel Philaͤ, welde diefen Namen von ihre ' 


rachtruinen führt, dba El Kaszer (Al Kasr) ein Gaftell, wm 


vorzugsweife ein ſchoͤnes Schloß bedeutet; daher aud heben! 


ben Namen Luror von EI Akszar **) oder El Kaszr 


den Xrabera erhalten hat. Belhak war eine Stadt bei ber Ja " 


fet Phila, wo jetzt aber nur noch Trümmer liegen. Dieb kanl 
ber ba, fährt Ibn Selym fort, wird häuflz von ben Bit 
lemin um bee Handels willen befudht, ben fie bis zu ben —* 
liegenden Ländern am Nil (bis Gennaar treiben, wo auch 
von ihnen anfäflig find, Dieß Bebiet ift fehr eng und vol Mergti 





*) Ibn Selym $. Burckh. App. p. 493; 6. Quatremirte Il. 
P. 7. **) Burckhardt Tr.'Nor 2519. e 


«BA; Wett) mi übten. wer 
viele Braten ber Wäße Ice VAL be Din 
——— — —— Ser) de dem Höhe Höpern rem! 
au. Mill die Ufer ıu dog Mad, äberfänwenmmt der * 


— Gere und 
MIR Hllken. Br weni bun Bf a a m 


Rand im üben X bort Merys (Mi: 
Bi kn een rm Me El 


Be aach Mafudi Def —E —2 an 

— "Aegppten (gmaue ve 

Er ne — cm gorurg Di, Me 
Ye Dia don 

MDR Noise Sehe mie dem Dafen ONoa (Adak- Eden fr} 


822 — 238* und Jonas (Dionl-Run Yadım 
5 feyn- aan und wo ein wunberuoller Birhe 
bs uatrenwöre) deht — bieß Abd oc Hält Burdhardt 
ms Wale Abbe (klar a ober alb des — Tem⸗ 
Erſamboi, ‘ber vermuthlich uni ieſem Birbe berſtanden 


NR —8 reſtdirt ber Statthalter, welcher dom 
eiageſeht, mb ber Herr vom — 
ir einer ber wichtigken, ba er ben Paß des 
en die Dufelmänner besagt. Diefer Statthalter Atem! 
feine WBaaren ab, „uahte im be mm dafür a 
ver nidt weiter vorräden, * —X 
t, darf bie Perſon des Könige von Ruder Fr Die 
Moslemin pflegen von I Kasır bis zur Gtabt Takoa 
bie an der erften Ruin Gataracte (b. i. Baby Hal« 
„.weiter Aromauf barf kein Moslem fahren ohne Grlaubs 
88 Deren vom Berge. Bon hier zum obern —— 
5 Zagereifen (bis Suttot find 4, alſo iſt «8 —XFR Mal 
n bauern ben ganzen Weg firomauf, and di 
den Ibn Gelym in Rubia gefehen. u {+ 
ner D· ie und Worgebirge, fo daß der Strom N 
Jeifen herabftürst; an manden Stellen ift er nit über. 50 
Weit von einem Ufer zum andern. Das Land voll hoher 
iger Paͤſſe ift nicht zum reiten. (Dieß iſt alfo uns 
een sels Habjar! Diefe Berge find die Beften der 
haben fie een "Haupifug ‚gegen bie Angriffe der 
Ye gilt fein Geld, Tein Denar, bieß Tennt man 
jalb. ber Gataracten (alfo ganz fo wie Belgoni neh 
ia Gbfambol fand!). Oberhalb weiß man nidte vom 
und vom Bezahlen; da ift nus Taufahandet mit Bid, 
nen, Gifen unk Getreide. J 
e Grlaubuiß, ober es ergeht über inte der ih. "zu 
Mufelmänner in Aegypten nichts don tem was In 
r) suträgt, und von daher geſchehen Öfter plöglihe ebeefähe 
welche Hy die Bebuinen auf Ihrer Hut ſeyn mäffen. 


Kur 


a 


Bir 


i 


in 


3 


— 





Jurckhardt Tr, App. p. 4 · J J 








une ver uwrgem Waeuue vun gwens me 
töf: herab. Dann folgt die Stadt Yofto (fomost 
als dieſe Stadt if uns unbefannt, vielleicht wäte ei 
meint Burdharbr), bie legte Stadt von Merys, mo i 
bes Landes Mofra ift. Won Dongola, nah Ibn Be 
wie oben ſchon das nöthige berichtet. . 


Erläuterung 5. Die heutigen Rubier, 1 
be's; die Blemyer der Griechen und. 
die Bedja der Araber. 


2. Die heutigen Nubier im Nilepi 


Die gegenwärtigen Bewol Nubiens 1 
ans der — t dr wir bei KH u 
im Wady el Kenous gegeben, ein Gemifd 
Ältern, Nubifcgen Völker, wie ſich ous den ©: 
der Rubas und Kenousfpraggen ergiebt, die voch 
warten, (davon noch puren in Tafa und Gerie) 
en mit jüngern Beduinenſtaͤmmen, vorzüglich 
wabeen (oder Diaafern) und EI Sbarsen 
fih vermifht, die als die Mufelmännifggen 
und nach jene chriſtlichen Nubier vertilgtem ober 
ginger zum Koran in ihre Bemeinfhaft aufnaha 
größere Theil dee chriſtlichen Nubier, deren Ri 
teite wir bis Dongola kennen lernten, entfloh « 
arfalagen, nur verhältnißmäßig wenige gingen wi 
am über. 
Die beiden mufelmännifgen Stämme der Dj 





Mapa. tete fanden 
Aa raberart, im def 

fo daß bie Könige von le diel 
tofle erlangten, ‚fie tribatpl be 
hevon ben Dijomabere san un: 17 


‚gäife im a ae One alten. Öe 
—* * "hilfe. —Se— —— Suubent 

senifhe Solbatın *) unter Be — 
4 der Kberal un Rjwalere bis D 


— * del ip jet nah vn cre 
perfgreitt. Statt der. Shardye erhielt 
Yan dem Namen dr Ds — 233 


ne ne ee atom Die Gebieter, 8 


den Seflegten_unb Fremden, . 
te, wurden anfäflig, aumal, um — nenne 

—X cTe⸗icliani S us 

Nubiern Dawenli [ei — * — und 

ieter gedoldet. afhefs ober 

won von Rubien —* bie * mmen ihrer nm 


5 immer bemerkte -Burd ardt on. ihnen die now 
q tebildung, die bellere Farbe; 8 seine 
jaben- fie dergeflen. - ‚Uga’s And 
bem fie nur unser. dem Sultan, en 9 — 
hig refpestiren; bie eindeimiſchen Rubifchen Könige 
ıts find — Rh auf Nein und.liee 
ändig im Streit wider fe. je — — lig dieſes 
Berh gltniß für den Kulturzu ſtaud yo exe ine 
giebt fih ‚von felbft. ‚Den. Heutige Bu 
Burdharht. vorfand,. AR; gen: eier m — Cds 
ik; ‚Matt ihres Waters find. jegt deſſen drei, 
die drei Kafhefs von — Heoffenn, 8 
Robammend. hr KZirel iR Kafpef, Melde 
Mikes Borfteher ‚der Diftricte 
20. Pfund Sterling Tribut nad —* w- Jah 
Pr Mic von Nubia, ten ber-Pafa. an bi . 
anliefern Hat. Burkhardt bemerkt, baß_ ihre 
nur aus 100 Mann, ons 200 Mann 
[1 17 wein Selaven, die von. ihren Wermandten 


weokbarde Tr, p. 134. 
B 2 





it jedes Sakie 6 fette Schafe und 6 Wurf‘! 
er Datteldaum s Fruchttrauben und außerdem 
Fi Basteln beladene Schiff feinen 20 rpı 
38 nam non fo wiel al Gain fo wi 
en, 
BE 7 ale ah eine 55 
Li nad Schafen und 
= dem Mind wnauf —* Die —— 
tpeannifp, dosmchig 
—— — 
en B 
ds Nils wien Kuspım, auch überfwdmmt 
Nubifche Land nie Hoch genug; wur an wenig 5 
im des ke * Me Fa! ae Rt 
d Bewäffern: canäle, 2.7. } 
Überel Sehpfeäve ‘ 


Ausfant iſt D ——g8— — —* — 
BWoflers. Die Ernte it im December und 
auf die zzur Bewafferung und 
lgt die 45 De) Km a 
oh äer en fi gegen 
we Ei oder — Steinen, immer am *8 
in 8ei getrennten u für ben Damm 


Hana Grke, Im Ba en Dem, ae am 
Leinen oder Slauem Baumwolenjruge; im Sn 
Derr, in Sukkot und Babel schen beide € 


“ans nat. Saum einen et um ben 








* u — ken 


— ift u 

ee — von *— 
BE, 5*— —— — 
en velches Beu oe t, * 
Ad Arch gang ‚allgemeine Getränke, bie im 
die mehrften ——— zue Vellerei 

mit feiner ung, ei in 
'e Kegyı — Bart am a 


der. Arbeit im — * x kaufen ihre 

den ——— bei den um 
‚von 19 ne Pa after, ei nen 
uslichkeit m pe alarm ine Sitte, Freuden⸗ 
die wer 5 Aaheral am Zaufenden, werben in 


jeduldet, außer zu Derr, en da find es 
— Die ’ära Frauen * robe, * am ra 
Ben a —— au 8 fäße; Teppiche 
id: Dieh find-bie Pe 
ae usland fender. 
Nubier haben viele vorzügliche Eigenfchaften;- fie 
unb durchaus nicht zur Dieberei eneigt, mie 
im insgefammt, zumal bie urdharbe 
Üleniegends etwas. Sie find. babe Gehe, —X aus⸗ 
bie Kenous und Einwohner in Sukkot. Sie 
janbelsfprculanten; daß die Aermern von ihnen 
Aegypten wandern, haben. wie oben gelben, 
ar ie fie für kühn, unternehmiend —* 
be fie — unbe andern Verfaftun 
tem ge jachbarn werden, 
Ian von Basar bis Affuan, we 
„Über 200 geogr, Meilen lang, und etwa eine 
Bälde, felten ganze Stunde Bee, ſchaͤtt Bura⸗ 
ein einmalhunderttaufend Seelen, 
heutigen wusitgen Benobnet außerhalb 
dem Nilthale: Ababde 


Ina dem Nilthale Nubiens und - tothen Meere, 
‚anbere Hircenflämme von denen wie im obern Rande 
Tat fan die Bifbareen. kennen lernten; berem 
m und Stommesderwandte in Unter: 

mh % jabde **) welche Diefelde Landesſtrecke zwi⸗ 


Vereklunit Tr. 26 19 Burskbarie Trav. p 10. 
. s J 


— — 


— — 


J — 


heimifgen 3 —— 
te vor 
* —R— ren Fr 
— von Daraou nach Berber kengen, — 
pain nigt die vortpeil [% 


jete Ababdes Haben 
* im Nilthal, am — von 
Kenne, angefiedelt; aber der 
der Offeite als Veduinen, [3 
Gennaararavanen, und führten eben fo reisen 
fenden von Kenne om Nil nah Re Wi {7 
fee ‚exe je durch die Araberfämmme, 
ey ve t wurden, bie dem Paſcha Kegyı 
“o a einen Pacht zahlen. Yaben' € 
— udpt zumal Dromedate, umb Meet ea 
u —ã von Acacienhetz gebrannt, die 
Benz und binnen. 7 
Kal re ‚Donptftänm ame bilen 81 € otare 
PB [2 a m, leitern 
N von Du ande 


dardt 38 Kae Bat PA 
nennamens, in Eid gilt ihnen 

ur Bra oh ——— erwerben. | 
Merafenfäberbehrurane Wüten. "Zie Bam ber 


3 Millrem; Nubier, Abebbee. 66 


Sur rg und Diän bie. treulofen 

| .: 3 en eigen U u retten 
„Folgenden *25* be effen, borzüg ch diejeni en 

06 ,- ee Dierägnpten bewohnen, ba biefe a 

‚in Unter⸗ Rubin nur ein und daſſelbe Welt a 

6 fügen wir fie an biefer Stelle bei, um ben Zu: 

jes mertwürbigen Volkes im Sanıem überfchauen 


Ubabbe’s werben . in * pten faãlſchlich mie 
rabern gerechnet, ob edninen-⸗Lebensart 
; beun fie find in Pen Hd Sprache, Fieibung, 
gang von allen Arabern verſchieden ). Sie leben 
Ackerbauer und Handelsieute in der Wüe 
ens bis gung votheu Meer bei Koffeh; von da 
nad Nubien hinein, 3 können böcflens an 
bis 2000 wehrhafte Bänner ſtelen **) ie find von 
GStamme mis ihren „(dligen —XE * Biſha⸗ 
Am Ril Haben fie zwiſchen Affuan und ghru an 
Drten ſich angefie ke, — al gu Daraon, a NN. 
17 Bord enüher wo gewöhnlich die 
ihres Shen —* End die Dauptnieberla e ie 















en, aus Acacien und Mimofen, ihres Gumm's, ib: 

‚Gennesblätter il. Banz Aegypten verfehen 

Körennmaterial bis Cairo; au Nubifhe Sclaven füh⸗ 

fie. na Xegupten. Außerdem lirfern ihre Berge und 

nen noch merkwürdige ‚Danbelomanren die fie 

‚weit umd breit verführen. ãmlich A laun, Natron, 

aus Zopffiein (Daram, eine Art Steatit, ber 7 

muben im DR von Afiuan gebrocden wird), Eifenglim: 

F- man über ben Gataracten findet und zu Augen: 

ft führen fie bis auf die Märkte von Kenneh. 

le (gumal bie kleinen Dromebdare, bie leichteſten 

Equines enannt) **") find ungemein gefch Säge n 

54 en und —ESE — und dienen den hab: 

Se welche die Caravanen immer zu escortiren pflegen. 

e Farbe ber Ababde’s iſt ſehr dunkel ins Schwarze 

md, aber der Körperbau ift nicht ngeandia, fondern 

K:dem Europäifgen Schlage weit näher r Baar „Me 

natũrlich gelodt, nicht wollig; fie tragen es mit 

3 albe wie die Nubier, in Herabhängenden alpfen 
) lt wie Rorksicher nn ’ obne weitere —XEXE 

ehe 


—* meiß bis gum Gürtel nad, falben ben Leib 


— — 


Duabois Aymé Mem. s. I’Rg. T. II. p. 280 . Descript. 
de VE Eey to Etat Mod, T. I, p. 196. **) Rozidre Desecr. 
de la so de Kosseyr in Men, e,l’Eg. T. IA, p. 267. 
*##) Dubois a, a. D. p. 282. 


662 Afrika, Waſſerſyſteme. M. Üble. S 


die Haare mit Hammelsfett ein und ſetzen | 
nenden Sonne aus. Nur um bie En 8 
nen Schurz. Ni: geben fie ohne ild, Lane 
krummes zweifchneidiges Mefler. Sie leben in bei 
nach Bebuinen : Art; oft ſehr ärmlich; wo es i 
gütten fehle, Tagern fie fih auf den Boben ı 
hatten der Sameelfättel, auf Lanzen und GSkan 
über die fie Schaaffelle hängen, ober in Berghöle 
bei Koffeir. Zu ihren Vergnägungen gehört ber Te 
der geile Aegyptiſche, fondern ein Kriegstang mit e 
Schwert, wo fie die Stöße mit dem Schilde « 
wen ber Stoß trifft bat verloren. Zumeilen & 
Tänzer gegen einen der Zufchouer und feht mit Ge 
Lanzenſpitze ihm auf die Bruft, rettet fig biefer | 
Ausruf Abbabbe’s, fo gebt der Tanz fort. Gier f 
Mandoline und lieben Sefang und Poefie; fie be 
Liebe und die Helden ihres Stammes. Sie rl 
ihrer Kriegsluft, geben fich ſelbſt den Ehrennamen 
d. i. Krieger. In der Befolgung der Geſetze bes 
fie nicht gewiſſenhaft. Ehedem beerbigten fie ihr 
indem ſie ſo lange Steine auf die Leichen warfen 
sugedbedt waren; noch fetzt iſt dieß ihre Beſtattun 
von Koſſeir, wo man ſolche S:einhaufen ale Gräk— 
Dier iſt es auch ſehr ſchwer eine Grube in den Fe 
au graben, dagegen alles mit Etemen überdeckt if 
Nah Roziere wohnen drei Dorben von ihl 
Beni:Waffel, Mahaze und Howatat, a 
viel weiter im Norden, bis genen Unterägypten; 
die erfien um Monfalut and Minieh, bie zweite 
Parallel von Fajoume*), Beni:GSouef und! 
im Dflen gegen das rothe Meer, und die brittem | 
ber Grenze gegen den Iſthmus von Snez. In N 
ten Ausdehnung kann es niet fehlen, daß fie in 
Fehden mit den Arabifchen Beduinen verwidelt wer 
fogenannten Atounis), die in diefen Bergen län 
then Meere Bin, im Oſten des Nil, weniger gaplı 
ale die Ababde's, aber beffer bewaffnet, riegeri| 
meiftentheils zu Pferde, fo daß bie Ababdes imme 
berzabl bedürfen, um ben Arabern Wibderftand gu 
Von den Wegen von Kenne nah Koffeye 
wie wir oben dur Burdbarbdt erfu ren, als 6ı 
führer durch die Araberffämme verdrängt werben; 
Gennaorftraße find fie es noch geblieben, un 
hatte Belzoni **) auf der Strafe von Edfu 





) Belzoni Voy. T. II, p.4s, %®) Belzoni Voy,. 
53, 42, 49, 68. Pa T 


—557 — 5 


een. bie dort if. dertheilt, fin 
— — han mn In Magen: 


e. ‚fh. in ‚den fAmerzugänglicen Ber, feneien 
unabı von ale Karte ersfpoft- ei Ara je 
en zumPil um ibe mothwendigftes Lebensbedürfniß, 
tea, einzubandeln. Gie Berheiratl en nie außerbal 
€ Be und feiern ihre Hochzeitfefte in dem 

U be 3 






A Ne wenigen Drunnenorten | alten. 
f ichden leben auch biefe mit den — 
— * ie t bie Reifenben angreifen He fe. sen 
t, ‚fo bilden ihre eighen 
—* taten, auf bie Gscorte ihrer Bandsleute 
x maßen, and ‚ohne Verluſt aus. ihren Behiet Rn 
‚if immer al an befondeses @lüd zu 
" Er rechen ihre eigne Sprache, om a 4 
he Ieaypkee unverftändlih, auch fi 13 
j 84 ſigkeit ihrer Dromel F oft a 
| 200 Stunden ‚in ‚4 Zagen zur. EUER — ae 
tomebar, das zugleich auf dem eatıel Be 
Ba Yes — trägt, ben einen es Ken 
m ool Mehl, ben beiten vol.Maffer. 
ber Grenze Nubiens und Aegnptens Ya 
bite diefer. beiden merkwürdigen Länder uns bier 
einer, Unterfuchung, über die Hiteren bisher gg 12 
rfannten und immer vermorzen befchriebenen 
‚er dieſes ——— auf, melde unter dem Namen 
ar den Griesen und Römern, und fpä: 
ebjab, ben Arabern, Über ein Zahrtaufend 
roh, nicht. nur. bekannt ſondern au furdtbar ‚waren, 
ümmer und Uebertefte bis in bie gegenwärtige Zeit, 
dunkle-Gefchichte in ber Borpeit, fo.wie ‚deren Ein: 
if auf bie Eulturftaaten im mittleren und untern Nilipale, 
nun fon. etwas näher beleuchten und barüber wenige 
v vn ben Annaliften uns verfländigen lecnen Rönnen. 


F Die Blemyer de Seisnen und. Räner, 
(Biipvus) . 


"au — em uns erſt feit dem Zeitalter 


isst 


Her, 











egrapbich befauneer, - da 
ionyfins ee vo —A als Anmohner der Nils 
meacten nennt, und mad ihm etwas genauer Strab o, 
mit den mai ben Biegabarl Gnitee): in den etaberai 


y Serahe KV 55 5 bin ad. Tasche 


a tn, Bft au. 


a Metininen, amme um Shendp, nah 8 

ige * noch fortzuleben) Nubasn 
HAI in den Aethigpifhen Wölkern rechnet, 

Gataracten von Asa als Nomaben — 

ae fan früher Eheoerie*) (ado v. 

als die Gebirgsnölker des obern *. 

In den Dionpfiacis unter ben Ptolemäeen 

ons en vierten Jahrhundert ung von N 
dewahrt IR, find fie als bie Beinde den D 
wat, und! tephan.-Byz. **) leitet ihren | 
"in dem fabelßaften Imriig- — 
Dias m san einem der — J 


foß. 
Semi Den hen MN am * 
ſpãtern Autoren 
Em, Ptolemäus IV. 8. nur — 
wenn dr nigt am odern Nik, wohl abe 
olk am fernen Atiasgebirge. Jade 
d des Werfalls des ſchen Reigen, 
nahen dr am ber Donan,.auch unter den | 
‚ber vor, melde bie, Bimike. Provinz Legyp 
(gl sen, und im he Drops des eis! 
Domit. gurelionun, des Wi Rellens 
6 Inıper. Rom., werden (875 m. 
m ni Aromiten —X on 
autgefühet fer Yrebus hatte indeR diefen 
Städte Piolemais (Dermi) und Koptos, be 
heben, erft wicher gu entreißen gefucht, m 
Acgyptiſchen — drang fritbem mie wi 
mermaßt vor. Ausdrädii nennt Vopiscue | 
Ei Ra ton ale der 
om bu € fe jes ner 
DR farchtbaren Ra 
andringenden Germanen und bin Par 
Pr — war es daß Kaifer Die 
vecapins die Bibpfgen Nobataı 
Dofen gu verla| fen und fd an den Jergeſ 
— dort, wie mir oben e.50 
en Sarabras 


ber th jeten, 
die Einfälle Biefer lemper zu ve 
obatae wuede bamals alles Gebiet des BRi 
u „4 Togerifen mele gegen Eikden bis zus 





. .9 Thai 14. VL. 216 
el. p. 206. 0. not. Niebuhr —— 


—— ——— 
—* er ehr 





Dodecaschoenus) 5 und für die 
ein jährliges jene gegeben, wie den 
3 irbaren einft am ben Donsugsehjen, Diefe 
€ mögen num vroirklich weft re, vielleipe 
2 R m andefiebelter "Mubifcher Stamm, ober ges 
He Nubier vom obern Mil gemefen, und von Proco: 
RE aus Srechum ?) in eine Dafe verfeht worden feyn, 
Y jolgen beider Wölkerftämme, ‚bie Grengbefagung und 
nben Bleimper aufammen, denn unter u 
— d. füng. und — — 
lemter vereint“ in die Thebais «| 
Mliffen durch- ein neues Bünbnig (Sacrum Isidis) 8 
* HH jährlich gefeiert, das erſt unter Kaiſer Fur 
ben ward, in Zaum gehalten werden. Is 
ien bie Blemper oberhalb ber Gataracten zw 
1, ‚wohin auch Digmpiodor von ihren Wahrfagern 
intern geführt ward (Olyimpiodor’ Hist, ap. 
od. 80. p. 112. ed..Hoesch; m. Niebuhrs —8 
bin mancher Etemit und Mench der Thebais 
ner geſchleppt warb und als Märtyrer blutete. 
fee Zeie wurde die Macht der Blemyer wie uns 
zu Kalabfhe gelehrt Hat, durch einen bins 
je, Mubifcps Aethiopifhen König und Krieger, 
np Sileso gebemhtbige; fpäterhin, als Kaifer Ju⸗ 
Kinlanus (565 n. Chr. Geb.) wird der Name ber Dies 
feriniche mehr erwähnt, und mis dem Einfall ber.Araber 
iſt er gang verfhwunden *°), und nur Nubier 
diefe bort vor. Die Koptifchen Chriften haben jedoch 
Raı Der Form Balnemmboui (Iißui-rumeov) 
Sicher waren bie Blemper damals mit ben Nubiern 
Keinem gemeinfamen Wolke zufammengewachfen, und bes 
no in ben heutigen Barabras und Berbern (f. 












fo 


Blemyer find. Schon Steph. Byz. nemut birfe 
er mis Recht ein Libyfhes Barbarn Molk 
I KOv0t Bupßagınöov Aidıms), um ſie dadurch von ben 
baren Aethiopen zu unterfeheiben. Daher konnte ach 
Finius fie bis zum Atlas hin onsbehnen. Sie gehörs 
a4, ben dunkelfarbigen, Innerafeitanifgen 
ben Melano: Baetuliern, bie in. fo weiter Verbreis 

in ungäptigen Stämmen no heute als biefelben, 
1 das ganze Aftikaniſche Flachland, das fandige und 





®) Hisbabr Inser. Nabiene. p:38. #*) Niebahr Inser. Nub, 
pe.19 °*9) Vita. Beri. Schenondi in Kopt. Ms. b. Qua 
ssembre IE, p, 297: +) Niebahr Inscr. Dub, pi 


hi, Biene Br 


ie 564) 'welde umftreitig bie Nachkommen +) ber - 


[4 


666 Afeifa, Wafferfufteme. III. Nbſchu. F. 25. 


oafenreithe, Ichen, vom Niger (oben ©. 479, 495) *3 
Atlas, nordwärts von Bornu, EI Bilme,. die 
ſchaft der Zibbe , die Berdoa und Warte (f. unten 
weite bei ben Arabern Tu arik heißen. Libheer hieße 
fie vorher, ein Name ber in Leo Afrieanus Levatm 
Lebetae feine Wivacität zeigt, wie ſich der deu Libyfge:n 
Blemyer auch noh im Namen bes bes bez 
nömlih in Bilma erbhilten zu haben feint, beffen Be 
wohner nad ber Arabiſchen Ausſprache) El: Bilemy 
Plur. El⸗Blemye beißen würden; denn daß au mul 
ihnen das Land benannt warb welches fie bemoßnten, be 
weifet der Name Blemenia (Birueria 1.0. regio 
den Epiphanius **") mit den Ländern Aesbiepia, Aun 
bitis (Arupßlıp i. ©. Nabia) Blemenia und Xrumili 
anführt. Daß die Berbern (in Wady Kenous) einen Die 
fect des Nubiſchen reden, haben wie oben (G. lie 
| 







daß diefe Berbernfprache aber auch wie wie ſchon 
gedeutet haben (oben &. 557), ſich burch ganz 
bis su dem Atlas, den canarifchen Infeln, bis 4u bem de 
pptifchen Dafen und bie zum Niger, als diefelbe 
prache verbreitet, bat neuerlich der Schwebe Lidman be 
Rätige, wobei Niebuhe*"") bemerkt, daß hieß alfo nal 
der Slavifhen und Arabifhen die am weiteflen über da 
Erdkreis verbreitete Sprache und alfo aller Aufmerkfami 
wohl wertb ſey (vergl. unten Berbern im Atlas). 

. Aus der Gefchichte und Lebensart ber Blemper gilt 
fich Leiche die Erklärung zu den verfchiebnen Angaben WS 
ihren Woßnfigen, bei ben werfchiedenen Autoren, und RB 
‚ ben Uebertreibungen und Fabeln die von ihnen erzäßlt win 

den, welche wir bier übergeben. Nur bemerken wir Yes 
copius Angabe, daß fie den Sonnencultus en, MR 
und Priap verehrten und ber Sonne Menfhenepht 

raten. 
Sie find auch die Vorfahren der Bifbareen und Abebbt 
wie fich aus dem folgenden ergeben wird. 


4. Die Bedjah der Araber. 


Der Name der Blemyer verfchwand zwar mais Im 
Einfälen der Araber in Aegypten, aber das Volk damen 
in Nubien fort und wird ba, feinen feftgefiebelten 
ms: theils mit unter den Nubiern begriffen, ober 
mehr Eriegerifchen Nomadenhorden nad, zu dem mä 
Volk der Bedjahs gerechnet, welche aber die & 










*) Malte Brun Nouv. Ann. V. p. 368. **) Epipheiu 
in Ancorato c.58. b. Luc. Holsten, Nor. et Castıig, in Ste 
phan, p. 68. ***) Niebuhr Inser, Nubiens. p, 16, 

















MAr me (fegetannte Fred Bi Lam 
16, Obesägyptens und mancher Gegend bes 
Mimertandee fegn iefe Bermuthung 
3J *3 ), et; Burckhardit s Beobach 


wer hie der vorigen lUnterfuchungen * bieß 
Ve aetum weil außer Zweifel geſett, wenn 
gende man 
Die Elteke Spur des * ber Bedtah finden 
de (des Ko⸗ 


Inſcription 








Ehr. 8 welche wir oben anges 
"(oben ©. 195), we bie rebelliſchen Bofja' and 
er na unferm MDafürbalten Leine andern find, als 
tr and EI Kata (oden ©. 531, 555 u, 0.D.m) 
usbarc. a Name it alfo, was bieder unbeadptet 
fh aisiaysitie mit dem der Blempyer, 
iönet damit König Aiganae den, ben Aethiopen 
i ſudſtlichen Zweig, indeß der Baſiliskos 
leᷣo den nötbligen Zweig defielden Stammes, gegen 
in, Blemyee nennt. 
ame zeamt auf perf@ichene Art geſchrieben bei 
Autoren und Ihren Ueberfekern vor: Bode, 
ae eb Ederifi (1150), Boin, Bujja bei 
ba Kr arbi as), Busipe — 88 8 
ajehubei eve ut al (950), Bedja bei Ibn 
m (965) und Macriti; Balui (1405) —* ibr 5 
bs: —*3 . ) fie pi ein Aethiopiſches Volk. a, 
‚ foge Ebu —* 1*) liege gwifchen Habeſch 
uud Aegypten am rothen Meere hin, bie zu den Bold: 
2 a llami. (vermuthlich Ollaki), fle leben nicht in 
tem no Dörfern, find dunkelforbig, und beten —* 
. Genauere Nachrichten giebt Yon Selym. Die 
Bedjas ſollen, ſagt er, von ben Berbern}) herſtam⸗ 
men; fie wohnen im Lande ) zwiſchen Ae ppien dem 
Meere bei Dahlak und Suatim bis Habeſch, an bas fie 
gen. Ihr Land ift rei an Metallen on Gilden, 
Sapfer, Eifen, Blei, Kieſen, Hamek, (? wird um 
gebraucht), und an Gold; aber nur uf diefes * 
Are wird von den Bedja —6 ge bauf. 
a Iy 7 Defien el Mafoubi’s +4) Zeit (330 ber fe, 
a 8. 45 0. Ehre. ©.) Hatten ie viele der -Re ia$ | 
—— die gu den PB pe . sehörten, wit ben 




















n Pie T. I. *”) Bakoui in Notic. at Extr. 
2, en ibn in hal Dr. G. p. 15. }) 
I. 5, Selysn db. Burckh. pp: 
p- Sc +5 Mich —ez U. p. 15% 





ANIEE IANEM ueven map vie erne⸗ 
blieb ihr Glaube immer no fe ſchwach. u — % 
zungen der Araber in Aegypten, wie vorher, mi 
immer Einfälle in Aegypten; aber Khalif Sans) 
us er Ei 8 ũ. 1 hr. —* * fi 


Mn F — 
ee em ——— — 
2 . gefürteten Bedja 
. Bufeiminnee bei den Solbminen ne 
biefe gewannen Goldſtaub in Menge, Seitdem en 
— Verkehr mit dieſen Goldbergwerken, bie a } 
— — am Berge giun in ber Räpe we 
nm —* e des alten vergl. dem ss 
enons am — oben — 571) 
ae mann, = 
*85 Griechen ober vielmehr —8 Dtole 
KR "de Dekanat br beasbeist, und ET 
Ba M ne Bainen feinen fie ——— 
BR} die Benaf telin ge 3 
bebaut gu haben; fekterfin — — 7 
am megen der Wenugung biefer Qoll 
ein — ae v —8 * 

iiaie Omarandminen..in benfelben Gebin 





Nilſtrom, Blemyer, Bedjars, 659 


Hußerbem, fogt Mafudi, wohnten auch bie Bedja's 
V den SIafeln Se —— wo fle einen eignen Kö⸗ 
’ kt en. —— find freilich die Städter von 
sa ein Gemiſch von Arabifden, Türkiſchen, Aegypti⸗ 
B BDanbelsieuten und Schiffen, aber, nach Burds 
>& „ haben alle Drte der dortigen Meerestüfle von 
2 a mm bis zur Bedja Bali *) nur Namen aus bee 
wwren Sprache, alfo ale Bedja Namen. Sin dem 
BE a2 Bekannten Hafen Bibel Olba, zwiſchen Suakim 
Po ffeir, haben die Bishareen einen eegeimäßigen Markt: 
=> eine Hauptanfledblung ; im Gebirge Dlba foln 
5 Len und Wohnungen feyn, das Werk der Kafern -b: 
ee Deiden (Troglodyten ber Küfle). Etwas weiter 
zes an der ebenfalls bieher unbelannten Bay Bas 
wo), die Burdbarde beſuchte, mohnen in ben 
SE Birgen Ababde's, die Köhlerei treiben; alfo ebens 
2 aahlommen der alten Bedja. Die wahre, heutige 
E ze +) ber fegt feintfelig getheilten Nachkommen ber 
BE- am diefer Stelle, nämlig der Bishareen im ©. 
Bew Ababde im N. fept Burckhardt, wie wir fon oben 
Esr Haben 8 Tagereiſen nordwärts vom Bibel Makouar. 
unn Axts von diefeer Bay lag der Dafen Aidab +}) dee 
mUgen Zeiten berühmt war als der Ueberfahrtsort auf 
aradanenwege von Kouft (Koptos) am Nil zum vos 
eer na Jidda und Mekka in Arabien. Deffen Eins 
er Sagt Macrizi, find Bedias, die Schifferei treis 
uw die Pilger nach Arabien überſchiffen, aber für des 
Beben nicht ſehr beforge find. Diefer Hafen liegt na 
aulal neh im Lante Bedjartr), nah Ebn Bas 
Land Edrifi hatte er zur Zeit, da er fo außerordent⸗ 
ax von Pilgern und Dandelsleuten beſucht ward, 
be Deöerhäupter. Die Bedjahs, welche ihn bewohnten, 
ER ihrem eignen Kinige EI Hadraby zwei Drittheile 
: Dem Aegyptiſchen Statthalter ein Drittheil der Abgas 
| z König der Bedjahs, fagt Ibn al Wardi ), 
DE aber dıe Obergewalt, denn er ſchütze die Handelsleute 
D Searbeiter der Bergwerke gegen die Einfälle der Ha⸗ 
Hs » der Sultan von Segppten mußte aber die Lebens⸗ 
gitel Berbeifchaffen. Die Bedjas waren alfo im ı4ten 
ih., dose unter diefem Namen noch fehr mächtig; fie 
Men fogar ale Edn Batuta dort reifete in einer Fehde 


—— 


9) Masoudi b. Quatrem?re IT. p. 54, 154. .*%) Burekhardt 
Tr. R 450 we) Shendaf. ©. 464. +) Ebenbaf. ©. 469. 
tt) Mac.isi b. Burckh. p. 521.; b. Quatremere II. 169. . 
4++) Ebn Haukal p- 28. Ebn Batuta b. Burckh. p. 5a 
+ttt) Ibn alWarli b, Salt Tr, in Abyss, App. p. LExV . 





golnsag (Hierla Dongolo), we Wurdparhs* 
daß ber a ———— en mei 

22 ſe il en le sonen 
Lin Grkimug wis! uemadt min. Die 2 


jelnen 
"fagt, fie hätten ae 4 
di Seßanden, —— * 
essuußfaden gufommengebunden gewefen, E 
Datteipeimpolz befefige und mut Fifpiärem | 
el waren ans Palmblättern gefischten, "wie 
Hardt dort mod jehe Matten flott 
n fen von Aidab, Du; j 


8 
B 
® 
z 





Nilſtrom, Blemyer, Bedja's. 671 


Cr gi’) erzäßlt, daß gu Sultan Saladino Zeit, Ei 
2 EI Er [1 Feines Henmale) im Sahı Luke 
r [4 Peafenm Kolzum und Aidab am rohen Meere in 
DIE Gar, und fo den Garavanenpandel von grrien nd 
— Mil unterbrach, durch welchen bie Sultane von 
—— damals: geoße Reiihlimer fammelten, als bie 
über Syrien durch bie Kreugfahrer und bie rif:. 
E a ‚oft in Paldflina gehemmt war. 
- * ie war nun wohl bie glänzendſte Periode der 
— — xcqaft, die ſonſt immer nur als Hirten uud 
'en auftreten, und Ihn al Warbi‘") (A. 1348), 
btitgenolfe, Eonnte fie daher wohl Handelsleute 
welche zwifcpen Habeſch, Nubien und Aeghpten dem 
She leiteten. Wr fagt von ihnen, fie feyen nadı, ſchwarz 
iendiener; ihr Land in viele kieine Diſtricte getheiltz 
fehr gefellig, gutmüshig, ſehr wohlmollend gegen 
te, Sie Hatten keine Städte, feine Adın Ihe 
Beine —A aber am ee A 
— en um fenden befugt; das Li a 
m bie Weramerte, hatte eime ſehr ſiarke Beviteruug von 
— ‚ten Einwohnern. 

5 diefes Thal gingen alfo damals unter dem 
ED S@me der gafligen Bedjah's, bie fon Überal nur 
= Ws Mäuber ober Barbaren erfoprinen, wie heutzutage ihre 
e Satel uud Urenkel, die Bifhneeen und Ababte's (Ababbia’s, - 
SZ Doadia’s, Bedjas), die Waaren der Kaufleute ano Indien, 
— Demen, Habefh und Aegypten, gingen und komen zum und 
_ = wow Nil. Damals herrſchte die größte Sicherheit ***) 
— tu diefen Wüfen; man fand auf den Eoravanenfraßen am 
Kz Wiege geobe Ladungen von Gewürzen, Zimmt, Pfeffer und 
'ız Waaren, und niemand der Worlberziehenden griff 

am_bis ber Eigenthümer fie holte. Go legen, fage 

nedbarbt, —8 jegs noch die Einwohner von Dar Fur 

wem fie ihre Cameele auf der Aegyptiſchen Straße werlies 

wen, ihre Ballen in ber Libyſchen Wuͤſte nieder, um ſicher 
ie wieder zu finden. 

Dee Hafen von Aidab, fage Macrigit), war das 
mals ber erfie Hafen ber Welt, die WüRe Aidab (Aisab) 
warb mehr bereifet als das reich ſte Fruchtland; Indien und 
Yersen fandte bahin feine Schäte und die Pilger firömten 
aus dem innern Afrika dahin zufammen zur üeberfahrt nach 
Fidda und Medium Was Aidab war, ward ſpäter Aden, 






— 
Fa 


ji ih 4 "j 4 





) Macrizi b. Burckl. p. S42. **) Append. b. Salt Trav. 
im Abysı. pag. LXXVI. **) Macrisi 8. Burckb. p. 519. 
b» Quatremöre Il. p. 162, +) Macrizi 6, Burokhacdt p. 
520. b. Qnatremöre I. p. 165. ji 





Da en 


r 


672 Aſfrika, Waflerfufteme. III. Abſchu. 5. ag. 


Hormuß, Soriflan und feit dem An des 15. 
(800 d. Des. 1417 n. Che. ©.) ward die Wäfte Aidab 
ber leer; der Dre war gu Macrizis Zeit nur nach die‘ 
Haufen armer Hütten aus Baumzweigen. Lange Beit wei 
uns dieſe Wäfte ber Bedjahs, ſamt dem Hafemort Ach 

alte Berenice) völlig Terra incognita geblieben, Ni8 
—X im J. 1816 dort zuerſt wieder die 6 | 
und Belzoni darauf die Hafenflellen und bag alte Ban. 
nice entdedte. Nur sin Bleiner Theil tere jape wurde 
Durch dieſe Localitäe in der damaligen Hanbelstwelt bekanmm. 
ger, ber größte Theil Areifte wohl, vor wie nad, ale um 
bändige Beduinen umber, von benen bie Arabifchen Auier 
zen eben fo viele feltfamen Yabeln erzäßlen als Ylipies. 
und die Mömer von ben Diempeen. ” 

Die Arabiſchen Autoren rühmen die Viehzucht ber Bch 
jahs, zumal ihre röthlichen Gamerle von guter Race 
oben Bichareen, ©. 550);-audp haben fe ſchoͤnes 
und Schafe, deren Milch fie trinken. Außer der Vichupt 
geeiben fie auch, wie wir oben gefeben, &diffebrt und: 
Bergbau, da fie die Goldminen und na I Diafetf 
auch die Smaragdgruben bearbeiten. 

Die Bedjas find von fehr vollkommnem Kärperben, 
- aber mager, und von gelblicher und dunkler Farde (beide 
Farben werden ihnen gegeben, Burckhardt ") giebt fu 
Die. der Dabeffinier, mis der die ihrige auch Üübereinkimmi) 
Wirklich nennt fie au Balui ein Geſchlecht der Jethie 
gen ). Sie find ſehr ſchnell im Lauf, was fie vor Anden 
auszeicgnet, wie auch ihre Cameele ‘’'). Dieſe find um 
Gefecht abgerichter, das die Bedja's mit ber 2 
(@idt führen, vor ber gefallenen Lanze knien 
nieder. Die Bedja’s find immer im Aufrußr; de 


fi Macrizi ausdrüdlich außerordentlich redlid Dr 























di Game 





» 
— u a a An Men RER Mn An. nn - m 


sei. Ihre Hauptwaffe iſt die Lanze (Sebaye) mit 
pige, diefe 3 Ellen, ber Schaft 4 Ellen fang, alfe 7 
her der Name, denn Seba heißt 7). Diefe Langen I 
e nie aus der Hand, fie werden von Weibern g 
ie keinen Umgang mit Männern haben, außer denen, weile 
Die Langen von ihnen holen. Die Töchter welche fie dans: 
gebähren treiben wieder der Mutter Geſchäft, bie 1 
up, 


— nn —— nn — — — — 


aber werben umgebracht, weil die Männer ihnen n 
Sn atn Ara); von Geitehen Deblae Cm. 
Der Infel Dalak). bre Bogen find vom Holge * | 


%) Burckh. Tr. App. p. 510. *°) Bakoui in Notices F 
Exer. II. p. an *+*) Ibn Selym b. Burckh. p. 505, b. 
“ Quatremere ll, p. 140 











%73 


2 iumb die Chwer y 
* wine et Fran ec es in bannen, 
ie ibre Pfeile find, — ad. been auf der 












8* Kriegeprophetem bie den Mi: 
teen die glüdligen ee —* 
acht aufsufen; diefe find 
R u: bBfen Geiftes etptben 3 Ege Im nat 
famı Iung bot ber Caſtration bei ben dh 
in: hen, der einen Bruß beiden Weis 
bel den —8* führt Macrigi an, u. m. a. 
LEN die. Bebjas, einen ‚gemeinfamen König ber 
a Bedia-(d. i,.zwifchen Yrbara, Wegten und 
Debjer iD, wohnte, und bie Erbfolge aus wie 
Berbern fi erwähnt ‚Haben ©. 558), 
—5 — über. mäctig Boname ber Volle: 
i ie nicht mehr in Nubien vor, aber noch 
£ Ei Taka Fr Theil iſt, woͤhl 5 a 
int; Pa beißt der 5 dee Yandıs 








uam Berber Kir Dongola, ‚und Web Ira 
‚lom,.. war ie map un 
Iberhaupts von Merys ubien im Eiern von 


ertung 1,:Die.Smäaragbgruben3aboura der 
'#, im Gebirge DlTafi in der Wüfte Aidab, auf 
en Strafe non Koptes nach Berenice. 

u Kous, bei Kouft (Nöptos), am Ril bis zum Hafen 
waren had) ‚den Wrabifhen Autoren‘? Tagerrifen (nad 
Satuta nut 15, nach andern mod weniger), queer durch dab 
ıd.v0m Dil zum rothen Meere, etivas nördlich des Mich 
(als von Affuam, und auch als bie’großen Handelscarar 
‚bier ein Ende nahmen "blieb in dieſer Direotion noch Lange 
— *#) ° In derſelben Richtung rechnet en die Alten 
en * und Berenice 12 Tagereiſen Rah Caiiteaud 
eljon errungen biefes Sransverfalchales, bleibt 
VAmeifel übrig, daß die Alte und berühmte Handeisfirage von 
os nad) Beremicert?*) unter ben Ptolemäcrn, wie fie 
ige b’nville aufsfeinen Karten vergelhnet hat, bier 
if; die im Mittelalter durch die Wuſte Aidad und das Land 
Bebja bon Mon s oder Mouwft nad Aibad führte ıf. in 
Anmerbumg und das’ fermere unten). - Pier bemerken 
„daß biefer "Straße die Smaragbminen ia⸗ J 

bearbeiteten/ oder don andern bearbeiten I 
tet Seht Diel- von ihnen geſprochen worden +), fo waren fe 
Innt geblieben; .. bis Gaileaubs fie Im I. 1816 wieder 
Ausgefhitt von Mohammed aumatse und auf 


— 


*) Burckhardt de Tr. 387, a65: ;b. Maerizi am, 1: a4. . 

'r. p- 5aa. App., **) Sabo Kir 

— 595 ed. Tasch. +) Memo; 

raudes b, Quasremäre U, p. 173— 180, 
1,29. un 
















674 Afrika, Waſſerſyſteme. IL. n. (. 05. 


ale Weife mächtig unterftügt, reifete der Franzoͤſtſche Bkineraisg‘ 
von Edfu am Nil ab, und entbedte fie, nachdem er 7 Zuge 
fen gegen Dften, auf einer antiken Straße, wo nod viele Anis 
von Ortſchaften, Brunnen, GSaravanferais, Stationen aus alt 
Zeit, wohl feit Ptolemäus Philadelphus, wie Etrabe I 
merkt, und aus neuerer Zeit fi vorfanben, gereifet war. 4 
Fuße des hohen Berges Zabourah liegen fie, im Ba 
ande ber Ababde's, auf ber Brenze von Oberägpnpten und R 
bien nur in etwa 5 geographifhen Meilen birecten Abſtande u 
der Meeresküſte »y. Ihre Rage fand Gallleaud 4 Zagerfl 
im Süden von Koffeir, woburd ihre Stelle auf der Landlaı 
siemlich ſich beftimmen Iäßt. 

Cailleaud entbedte fie in einem engen Thale begrenzt 
GSranitbergen, zwiſchen horizontalen Schichten von Glimmafh 
fergebiege, burdy welche die Gruben in das Innere dei 
führen. GSie ſenken fid) mit bem Streihen und Ballen ber 
merſchicht die oͤfter nur 3 bis 4 Buß mädtig if, und weiter fi 
die ausgearbeiteten Bänge dann auch nicht; wo bie Blimmerfal 
mädtiger ift, da wirb das Dad) durch Holzwerk geſtuͤgt. Rehe 
der GBruben fenten fid) 400 bis 500 Fuß in den Berg hinein 9 
innern bderfelben fand Cailleaud criftallinifhe Stuͤcke bes geſucht 
Steines vor, welche der Paſcha erhielt. Der Weg welder zum 
“elbar zum Eingang biefer Bruben fährte, dem jegt bie Ababl 
beherrihen war in Fels gehauen, ein mädtiges Werk, dert 
boura genannt, dit an den Gruben, deren gegen 60 find. | 
der Raͤhe find große Baffına in Granit gehauen sun Auffeng 
ber Regenwaffer, da bie nähfte Quelle über eine Meile ent 
liegt. In der Nähe der Gruben, am Buß des hohen Mergs 3 
boura, fliehen die Ruinen von Wohnungen, im Thale, bie Sei 
leaub für prähtige Trümmer ber alten Stadt MWerenice gehe 
ten hatte. Belzoni, der Hald barauf dieſelben befuchte, fe 
nur unbebeutendbere Refte geringer Hütten *ı die Galtet 
und wahrfcheinlidy ber Aufenthalt der alten Bergleute waren, 
dort im Lande Feine Spur eines großen Emporiums wie Ba 
nice war. Sechs Stunden von biefer Stelle der Bruben u 
Baboura, follte fi eine zweite finden, ebenfalls mit ei 
gewiffen Anzahl Gruben unb andern alten Mauerreften, bie Cai 
leaubd aber nicht zu fehen befam. Bielleicht find biefe biejenign 
welche näher am Meeresufer gelegen find, in gleichern Breitengrab 
genannt Zumrud bei den Arabern, von welchen Bruce fe 
gefabelt hat und bie er auf einer benachbarten Inſel im 
Siberget wiedergefunden baben will. Belzoni hielt bei 
Bereiſung jener Meereskuͤſte doch die jegt namenlofe Stelle, 
24 Gr. N. Br., wo Lepte extrema und b’Anvilles Merenke 
gelegen, für Bruce’s Sanbungsftelle auf feinem Wege zu 
ragdgruben. Dod hat Belzoni noch an drei +) andern 
* var Baboura ebenfalls Spuren alten MWergbaus 
un 


1 
Mr 





*%) Burckharde Trav. p. 588. *) Belzöoni V 
T. II. p. 66. ***) hekort Voy. II. ), 57 Atlas Mg: 
ar. 7% %) Belzoni Voy, T. U. p. 98. 


2 Milton; Smoragdgmben. 675 


Meib dieler Eatbeckuns, über welche wie asch Gails 

h be 8* gencuern Berißten ent A ir}: vom 
auf eine zweite Erpebition zur Auffuhung ber Bolbmis 
und zur der Gruben am oura, mit einem 
ab 200 Arbeitern ausgefhidt, die aber bald buch ihre 

m — den von Kr vi föten en den 

Kairv ukehren en. unger ur trans 

heiten erfÄnserten De die Bicheran ahme alten Bel 


8 
Ws Belzont im darauf folgenden Jahre dieſe enden 
, fand er 50 Arbeiter fer Gruben, bie felt 6 Monat 
Teinen Smaragd aufgefunden hattenz ihre Rada 
**8 ihnen vom Ril zugefuͤhrt werben, konnte aber ieicht 
ben Ababbe's abgefänitten werden. Die befihwerlichen Brus 
hatten fie mehrmals aufrährerifd gemacht. AHe alten 
r **) waren don obenher zugeſchuͤttet und man kounte 
wucch Eleine Deffnungen hineinfriehen. Mer Gingang gli 
Zobtengräften von Bourne bei Zhebea; bie Gruben folgten 
BRarmor: (?) und Blimmerfhichten. Die ausgewors 
Squtthalben zeigten ſchon bie außerordentliche Tiefe des 
. Aber ein regelmäßiger Plan fdien nad Belzoni das 
alt befolgt zu feyn. Die Arbeiter fagten, die zwei Mare 
mechänt: fen denen bie Slimmerfchichten 1äg en, liefen cons 
jegen einander, und im Maximum er Manäperung Täge 
‚geßein des Gmaragbes. Alle Marmor» und Blims 
;ten neigten ſich gegen das Innere des Berges. Erſt nad 
8 Dortjepn will man wieder Spuren des Smaragdes, aber 
jeringer Güte aufgefunden haben. 
Bei einer genauern Betragtung ber Heinen Truͤmmer von 
atier (Sekler) #r*), eine Meile von ben Gruben ,. ergab ſich 
fie wirklich wohl bie Stadt ber alten Bergleute geroefen. ie 
im enaen Thale das amphitheatralifg von Zelfen umgehen 
bie 800 Buß im Halbkreis hat. An bie Selten der Belfen 
einige 80 Häuschen angelehnt, die, alle, bis auf eins, Fieiner . 
als eine in Feld gehauene Sapelle die 30 Buß tief und 2o- 
if. Unter den feh6 Sriegiſchen Infsriptionen weiche Bel 
BER bier copirte wirb ‚auf einer aud bes Gmporiums Bes 
nice erwähnt, welches einige Tagereiſen entfernt von dieſer 
ie, bald baranf, am Geftade bes rothen Meeres, als mächtige 
ftabt, von Belzoni wieder entberft ward. 
 Diefe Minen find nun unftreitig die Gmaragbgruben 
arbah ober Kherbe im Gibbel DlIaky ber Arabifhen 
ben, von welchen Mefalek al Abfar +). nach Macrizi, 
en Kactor berfelben eine Racricht mittheilt. Sie wur⸗ 
Ben auf Soften des Aespptifhen Sultans bebaut, in ben Bergen, 
Berkh böchften Gipfel er Karkasfhenbah nannte, mitten in der 
Möte der Bebja. Die Bebirgsart in welcher die vielen Gruben 
id, befinden, die Irrgänge wie Labyrintpe darbieten und Leicht zu⸗ 


ei 





Belzoni Yoy. T. N. p. 21. **) Belzoni Yoy. T. If. p. 
KR N 
tremöre T, IL p. 17% * 
“s 





u ‚Riem, Sa Smaragdgrubei, , u. 879 . 


% um alt. Bes Aust erklären Fonnten, wo, er aber 

e Smaragbminen von Aafoura | Bun 
Kin ie 23 Altertum bebaut worden waren, IH 
rirte Sorte bes —— gefunden 
"ertium —— Aegyprüi scil, Smaragdi-hnbent,; qui 

Intur circa Copton oppidum Thiebaidis in collibus, ex 
Unfer Sat. * wie fan obigen ausgeſprochen eng 
‚bis. jeet, im Gegenſod des fo ehelfteinzeichen tropifchen 
Ameritas .nod feinen. Achten Chdeiftein aufzuwelfen 
deher durch dieſe neue Entdertung.nod niht ald wider: 
1345 obwohl die Zukunft ung nad; eines andern beieh- 
“ fo a doc) bis jent diefe Eigenheit als eine dararteris 
fir den Suban der rde zu beraten, 


. Biestes Kapitel. n 

atere Nillaut in Oberägpptem 
on Ba. 
eberſiqct. 


———— 
—ã nf als wilder. Bebirgefkzem,; 
[? fein und Belsengen, van des 
ApBild bis ihr re rg mb tobend 
Gataracten von Byene, 5 in sine .mene 
en ae —X ‚Dem es. mn 
al In ſeegnen — 

wäßer handert Meilen —* —— — 


eere fortgleitet. Mi fd Garavane, De. 

die Heiße, starken ‚ waflesirene Nubiſche 

die ſee Bi fo werden Di 
— X su —5— Rau; * 















HE: 


wie le J I vlnr 
8* a Eur te A .; . 
her bewachen. Schifft der Meifende aber auf der hl 
aus Nubien in Arappten ein, fo iſt ex ſchen var? die 


Bar. XVII. ed. Her d. 
De Browne mp 4 Dank In yılerad. „ 





ihren Trlimmern überdeden und in Hügel Sr 

Ein Ueberblid über die Gefamt: 

Ba Landes wird uns auf diefem Boden 
—2 








orientieen, bevor wir zur genauern Kennen 
em Teile und des Gteomlaufes felbft 
wir dire weg en ihrer — — 
uge fen haben. 
u bi 35 wo die 
bar il * Ipal —— — RR 
von —9 
sein u ame de PH vergleicht * Su 
weich, FA en — das 
en jene na 
—— ober Drei Wagereifen); ber 
von Libyen auf und zieht. wie cin — 
Damm, den Nil entlang — ale 
Affione und ber gehen Dat 
Diefer Wall von Aegnpten +) “che — 
das Rilthal gegen die Müflen bes wege 
welche man von ihm Binabzufteigen, ' 
Peae Bei ‚dem Gebel Rumli, wo le En * 
fee weſtliche Wall von oe Auch ai 


gm Bi Yung Ctalus) gegen Oft 


5 — —5 Yan ige — 
ise caupee A 


darum rA nt Yan Känge, ‚Gebel 






* Oberàgypten, Syenecatatacten. 679 


ubin Nagel Biecela 
—E un D. Ras —X Pa 
3* Communication vom Nil mit dem rot M Meere 
Darunter zumal das Thal zwiſchen Keft (Kop. 
18 Kofleyr °) und das Thal der Verirrung zwiſchen 
so umb Euez °°) wegen. ber indurgachenben Tatava⸗ 
ſeaßen am befamntefien find. er außer ihnen finden 
noch fee viele mehr und —* breite Schluchten 
ee). ober. Zabel, welde den Mokattam von Zeit zu 
ie und von ihm zumeilen in bes Nilthal 
flex an großen Moflen von Sand und 
— * führen * 
Auch der Libpfche * von Aegypten ſoll ähnli 
ee 8 die Dafen Haben; FR —8 k 
e eine in ——— das Thal von 
* wo ber Ri siefee), weiches ſich weflwärts im 
jepale .. Baper e en A — Pr 
uf o aſſer fostfogen 
eibofde Whfe Smeimihe H. ‚fe 


Die ſchrge Böllung der eisofden n Bergtette wirft 
—— IIDR in feinem genen E auf De 
de Geite bes — ſo daß he feinem rech⸗ 
Ufer bie ſteilen Felswände dicht emporſtehen; nue ſelt⸗ 
liegt feine Stromrinne in ber Mitte bes Thales. 
Diefes N aber immer von geringer Breite, am ſchmal⸗ 
in Ober gagppten (& 109 ber alten Thebais von Gyene 
Kenné (GShinnah) 
Es liegt Hier nn 1m eingi e Inſel von Bedentung im 
e, weile Bamban heißt. An einer ber breitefteu Stel: 
ji die Ruinen von Xheben, noch Beute, bas ganze 
breite Thal von D. na W. aus, und bebeden 
bis zum Weftwalle mis Ihrem Gänlengängen, 
X en, — und Obelisken 
In Mittelägypten (Woflani), wel es von ba an be: 
st, wo die legten Tempelruinen von Denderab (Tenty- . 
Die Ufer des Nils fhmüden, erweitert ſich bas Nilthal 
as von Siouth aus. Doch wirb es nicht über 
ieues-t+}}), .und an ber weiteflen Stelle bei Bajoume 
5 geogr. DE akdıen breit, Ader von Bier an giebt ſich bie 























) Rosidre description mineralogigue de la Vallde de Kos- 
seyr Mem. sur DE pie Ill. p. 227. **) Girard descr. 
sopogr. de la Vall&e Be l’egarement Mem. sur lEey ‚Byp%° 
al. . 30. ***) Reynier in den Mem. sur ’Egyp 
+) Andreossi Men:. sur la Vallde des a de Na. 
ron in ben Mem. sur I’ te. I. p. 225. +) Browneo 
er, P. 228, ++) Reynier Mem. sur l’Egypte. IV, p- $- 





Pieineren aber und Ife gan) Benadbait 
ee a en Ge 
Sr. 34 Min. 16 Sec » u v. * na dee 





Se nbesließen Saft b iY hie 
die —*8 —ä —— 
3 oataractis jacot) +), biefe ee 
wieder nen ebenen Zpalbeden gewinnt, a 
— mit berehiuim Saufe fa in die. tiefere 


. Die — vbita, vpitat, Anas el 


Kahn 
x 
123 


. FL Even abe aber m * 84 2* 
WE en 1258 ee 


an 2-.MMßwom; Oberägypten, Phila. 681 
up, der. Jaſel Elepfantine Weßeg w. Ir 
ud ie Beiten hinomf, und bie Pracht 

maumente fegt Beute noch in ihren in Feine am ine 

“ der —— en Wäße in n —— Die Iafel war 
legppteen ” fahrts- um! er große 

ıDeemgrt; dert alte ba @ b Ma Dfieis PR 

binue Priefter allin —8X An Im vozbeingen; 

ee und.fedszig (fo viel lee das alte ° 

—2 haben) * Dfkis da gr tet, welde 
Pe —— u Zehn von Er mit Mi 
(nenfung von beketen füllten. heute finden 

1“ Be ‚die Nuinen, eines großen en] deffen Bände 

Fallen Seiten mit Seuioturen übderdede find, bie auf 

I od. bes Dfieis bar MA, den. Die Boltsfage es 

te, Sfis habe ihrem be zu Ehren bort-einen grgs 

FfEempel erbaut, und ber ur „bei dem Dfiris 

Bam in begraben liegt,‘ war den Jegyptern 

aumverleblicher Eidfgwur (Ma Fr iv Gllus Dorgıs) ***). 

* en Yin orten —8 De denn 

t tPila im Koptiſchen, erne Brenz. 

Er —9 von.jeher, bie allerälteſten Zeiten der Diarase 

a1?) eine —— wen wpten weiter gegen den 

Ban wein —* war Der egpptens Scheide von 

er bein fie bei ben Arabern, weise die 

ppeife jen viel gettener beibebielten als bie 

een 8 die no Fi —X — © Art alle Namen ver: 
mamelten. und, nad ihrer —88 verbrehten, Bilaf; 

m, Öciedhen naunten fie Ppilä (du b. Gttabe, Vs 

 Wiutarg, Ole hei Steph. Byz. Filis in Notit. "Digni- 

R was man ictig von mil, bie Pforte, als den Ein: 
en Hat ableiten wollen. Die Tempelzuinen, 

want ie! en, haben ihr bei den Anmohneen guch den 
jegiret el Birbe, b. i. Snfelder Tempel 

— Denn im Thebaiſchen Dialeıt bes Ko, pri en heißt 

s Kempel, Perpe, Birbe tt) (vergl. oben &. 559.). 

* rinem wahrfpeinlip jünger rabifpen Mähren, 

ien es bie Luforte eines Könige Wodjoud gemefen feyn, 

"m wie dieſer ſich zu feinen Gehen erbaute, daher Burd: 








y Dioden, ‚Sie. 1. a2. Plutarch de Ind. er Osirid., Berabo 
a. Laneret Deser. p. 13. ***) De insula Phi- 
siridis sepulchro Comsecrata p. 165, Unb Sacra 
P. 182 in Fr. Crenzer.Commentationes Nero. 
. Lips, 3018. 8 Seal. Symbol 2. Kung. 29. 1, © 
268. 4) Chsmpollion lo Jeune I'Egypte sous les Pha- 
faons. Paris 1814. T. I. p. 354. Quatremöre Mom, 1. 7. 
+4) Erenzer Commentat, Hexodotere $. 14. p. 175. 

er lmpeilton ı- pP 158. 

















& "cine um bie Infel felfungsartig' eijabeh, Al 
ER der Nilwellen feit Ann tragen.‘ 
ee ift Hier, wie auf Elephantine, von fehr ı 
IBer arsen das Sunere ber Safe 
from, comder 

Sim, s id und ben Drud 

eine Bauart bie, fo viel uns 

vn ya Haben, 10 fc 5 Sehr 
jeachtung umferer Wi 


a gar Juſel iſt mit Tempels bebeilt, 
un Ren Kadme en die bie teich Re Beta 
lerhaltendfte 


— ungäpli Benabbarten Eure alle nie nie 


— nie Teimm mi en —8 —8 
ern liegen, 

Sitten — we —8 
e zweien Hau) ein a 

— ber Selonneben hen H FR 

inden, und aus andern hinzukonmenben 

gleigen Beiten, nach einander eı 55 
uf dee ſüdiichſten Feifenſpite ber Fufel Aber 

alle Monumente derſelben: rechte um 

— a Ann m — urn 

großer Tempel des Dit an befien Seiten nie 

sen dee Worabras angelehnt f find, ‚und, neben isn 


mann han 


Rt 


iin, Ohmigeen, Pinasis sen 


EHEN id we Weite Plätsene - ve 
5 an Bir dem grofm Dfisistempet‘) 


Siulenhallen hl} 
em 35 Oärien vn Be a nenn 
En den Kempel 7* find abs 
bie —— Er ei —— ‚mit dem 
Rotusblume (lotiforme)' oder ber Walkr onäÄ⸗ 
ae — 5* —— 
altgothiſcher Urt, ohne 
|- . Den Eingang gue ten Gäulenpalle Bil 
% maicfifciger Bau inet susbeetißen, poremielifg 
Li 


TS zu bei ö 
N 
BD die —— ee a 


au Äheer oben ginn De Ein für di 


te — — — et 
und ber 
at, Ueberfcpwem: geieie, Gtem md Bondes 
* — Ran. Die orfe $ —ãA— 
er Bei and. 61 
Bund nur 5a Buß do iR Jose der Hlihfe der 


fehenden Bauten, bie Meine Inı fammens 
Fans mejenän genug, ia ıjam erheben ae ee 
im Kleinen find, ten im Großen A 
berbolt. Dod tragen ER (hr Garacteriftifg ale Eigens 
em der Argoptifcgen —* dem abe enden Rrang 
obern Gebälfes,adie an den Eden bee Dolane Ieeblen 
len Rinnen, biefelhen Ornamente und lpturen. 
m Polone find figende Gottheiten — vor yam 
ende Prieer mit Opfergaben; jede Gcene 
(8 Bild und if’von.dem andern durch vertikale Ru 
„mit Legenden voll Dierelupben 1 gef! ee | mut 
el des Opfer eines 
iten ei it das von 30 Sqchl A —5 m Verwal 
meree Beftalt, das Kanczet befcpreibt u: PR 
Pylon umranfen Sotusomamente. Afe Mauerwi 
I von. oben bis unten am Staunen des 
a a Bol dben, und biefe einzige 
ite bes 2 Bolon bietet ven ale allein fe —E ie @ han 





) Laneret Deser. p. 8, **) Deser. T. I, ch, L p. 26. 4, 
eier 7. Ri 


Wär brbea bedede und kaum meer id DIR 


—— ‚aus Wertflüden erbaut, an deren inmern & 
vom oft verkehrt, ‚alyı 


und 
iebto@ Liege, - ein Eu: mit einer 
ante Pla en a, 
uns, iten —3 — — 
del des Me 
TE gel indem er * —— 
ſondern 
thio pien — "babe. 





W — Oberaͤghpten, Philã ·666 


egnende und Te 
» jo ge in eg — Glauben au tt 
en ek, m 

we Ben gegen ine fen, wie Bil 


ee ra — * 


N den Alten als noshmwendige leitung 8 
m ibſt u ei Bl ein das 
9 m) oder ein bie —— mungezeit bes 
— je word der Köine vom 
m ele die aA Ye Bufencigipums be 
nöen Co Gommerfifftluns. gap: 
li m ten ommen 
a Ki —3 ve Kun — 


* Pen eat ** — 
Almen je Im welchen ber der 9 * 
Bee Bone. gr anien alten von au 


Achyrtens (f. unten Teniota) h # 
m —3 (Ente Ze Ben —* 


ilã ü il 
Ki It ven ae vis ———— a — 












t am Hlmmel, wmrefen bie 0 —* 
I (halten und Cornifgpen) Tange Gatten 
Eher die Mauern — bis fie 
kunde, beim fentrechten, 1A ften Sonnent 
en {m bunkeln Schatten ne A, ig 
Eder Glut der — — 
agsrube in Todtenftille nerfin 
B.dom jenem großen dem eis — liegt 
er Eleiner, von ihm 'fehe verſchiedner — 
„äuf allen Seiten von Portiten oder Gäulenze 
die duch die eigenthlimliche Ordnung fig un ia 
jem und Mömifsen uns befähnten fehr unterfepei 
Be en baß die Bwif Henweiten (em 
s)'der Säufen bie Au Hi nem Drittheil 
erg find, wodurch vie in eine Yan 
IE werden, erlangt das —— dieſer Porti * 
Balsounfel und —— Kanon, welches bei 
ber Säulen weniger der en Eleganz und 
ver Sãulenarchitectur entfpricht, aber, „gleich. dem 


rot Derer. p. 58 Fonrler- Men, ” Kanosst De 
3 Pit * 


Fe) feription in welger die Priefter Et A 
I su atra megen ber Soldaten und 
i —8 Sinn Mr, Beechey nahm eine 
der Nähe fand Belyoni 10 Grei 
breit, welche 






eine Istempet*”) fh, wei 
mer — PR rl 
Rp wie ga aus d 
wurde er 


m 3 ae — 
Dede), theils Griehifk 
iR einee —— Bei) Sei engl 


Silo Sei: Eher * en SE Bruni 















lfizem,Dberägypten, Syenecataracten. 687 


; Mamen ber legten berte, auch die ber 
——  Römif —eS Ycc——— em. und 
ander ste nah der Weflegung bee 
‚ft in Stein gehauen findet, neben Nouets 
ee. Beflimmung der Breite und Länge ber Sins 
„die wir oben angegeben haben. 

. der Nähe. des Nordendes ber Infel, bas allein cul⸗ 
Bingen Grugtboten hat, den ber Nilſchlamm anfchwemmte, 
auch Befle von griechiſchem Mauerwerk mit Teigly⸗ 
ne umb ein unvollendeter, Romiſcher Triumphbogen, alfo 
| 5 aus allen —ã auf ben zn cite ges 
eu ein großes Ge e) übsig, das gleich beim ers 
= asus ber ee durch feine Seite und belle Farbe 
swsezleugtet, und bald durch bie Eleganz feiner Formen 
wießt, fü befonders in dem. (planten Bau ber Säu⸗ 
u zeigt, zum Zeichen, daß auch ber Aegpptiſche Styl dem 
nerfeprist ) nicht widerſtrebte. Indeß ifl diefes nur am 
Gtellen mit Gculpturen gejiert. ei näherer Bes 
sihEung zeigt es fich in feinen meiften Theilen erſt ange⸗ 
' noch unvollendet, und fo erwedt es bas Böchfle In⸗ 
fie an ihm, die Mechanik und Technik ber Aegyptiſchen 
| slunf zu Audieren, deren Werfahren Bier noch be: 
een zus beobachten if. 
ch an biefen Tempel find die Hütten ber WBarabras 
lehnt, wo vorher Hütten der Mufelmänner, vor ihnen 
liche Capellen, und, vor biefen, die Caſernen Mömifcher 
new fanden. Nicht leicht wird irgendwo ein fo klei⸗ 
w. Baum mehr Deta zum rorüberziehenden, biforifgen 
Iipattenfpiel an ben Wänden darbieten, berem erſter Auf: 
is, in biefer Fülle wie in einer Gapitale in Eeflaunen 
da ber Boden nur ein kleines Infelchen an ben äufers 
m ‚renzen bes Meiches, am Eingang der Wüfle von je 
= war und noch if. 


- Die Nilcataracten von Syene; die Sgellatl 
Ä ber Araber. 


: Unmittelbar anterhalb Philä fängt das romantifche*"") 
gebiet der ſchäumenden Nilcataracten an, ein übers 
des Öchaufpiel, nicht fowohl durch die Höhe ber Waſ⸗ 

fälle, denn es find nur Stromfehnellen, deren Bröße 

an früherhin außerordentlich Gbertrieben, und von benen 
an feit Herobot bis in die neuern Zeiten ſehr viel ges 

Weis Hat, als vielmehr durch bie Wildheit der Umgebungen. 































De Lech Namar, 5 8 “) Beleoni Voy. I, p. 316. 


ſchloß. An beiden Beiten deu Thals Feige die € 
birarkette in groteafen Kormen empor, fie füllt der 
nıt gibhllofen Klippen und Inſeln, dic bei hohen 
mehr und mehr mit Strudeln bevedt find, doch gü 
auch dann no einige so große Inſeln ) gwifche 
bin Häufige Strudel unb Steomfhnellen son M 
minderer Stärke ſich befinden. chon bei Phil 
man das Getümmel und Getöfe der Nilwaſſer gwif 
Klippen, bie vorzüglich am rechten Ufer aufflaeren, 
linfen noch eine lei@ptere Fahrer während des hob 
fer gewähren. Blei der erſte Stromſchuß bei 
Barabras bewohnen Inſel Schellal, unterhal 
bat denfelben Namen erhalten; er liegt im erften ; 
der Diſtanz von Philä bis Syene. Der Nil bat 
genau die breite bes Niagacafalles, nämlich eine 
ttunde, aber keineswegs deffen Höhe, denn tiefe HL 
bedeut nd zu nennen. Belzoni ber diefe Ge: 
Mai “), alfo bei niederm Waffer, aufwärts befr 
eine ber Dauptcataracten von 30 Fuß Länge und d 
ferfpiegel ſchoß unter einem Winkel von 15 Gral 
zısine Kähne konnten alfo au hei niederm Wal 
Stelle befahren. Bei hoͤchſtem Waſſerſtande fub: 
dem Rückwege die ganze Gataractenfirede, von ® 
Syene, in einer Stunde hinab, und gibt an, von db 
feite gefehen betrage das ganze Gefälle 300 Toife 
Fug?), und der Wofferfpiegel Habe eine Neigung 
bis 35 Grad im Felfenbette, was doch fon vor 


Wehontunn Fenn mid. und aenausss Raraınmıstorm 







ni: Oberbgupren, Epenecataracten. 689 


ge, Berabfalle, aur 7 bis 8 Fuß Hoch im vers 
ne elſen von einander getrennten Armen, mit 
Geteſe. Wei ganz hohem "Waflerflande ver: 
er der Fall gang, wo denn alles zum breiten 
rde, dem die Varken und die Nubiſchen Schiffer 
Heizfläßen obwohl nicht ohne Gefahr doch zu 
verſtehen 


eſer Strecke iſt daher natürlich jede Waſſerfahrt 
nicht ganz gehemmt, doch ſehr erſchwert. Ein 
licher Gebirgswall thürmt fig zu beiden Seiten 
Anbau der Landfehaft iſt Bier unterbrochen, und 
wenige der Inſeln find nur bier und ba vom eis 
en armen Fifcherfamilie bewohnt, bie noch zum 
er Barabras gehören. Aber auch Hier erinnern 
Suferiptionen und Hieroglyphen“) bie in bie wil⸗ 
(blöde eingehauen find an die Zeit des hohen Als 
wo ſelbſt diefe Einoͤden von frommen Pi'gern bes 
werden mochten, wie heute noch die Gangesca⸗ 
nd Bangesquellen in Indien. \ 


Juſel Elephantinez'Djeziret el Ehag. 


etzte, nordlichſte, große Inſel am Ende dieſer Gas 
ſt Elephantine welche man mit Recht den 
von Aegypten neunen Bann **); bei den Arabern 
mit gleichem Recht ben Nomen El Ehag (el 
h. der Blumengarten ober die Blüfhen⸗ 
0 Wirktich. bietet file mitten zwiſchen ben grauens 
ppen und Wüſten einen ungemein reizenden Ans 
nach dem Uribeile aller Reiſenden +., da fie mit 
Jalmgrappen, Gärten, Maulbeerbäumen,, Acacien, 
Dum, Dattelpalmen und Sykomorn bededit, ganz 
ft, unb dabei ihre Wohnhäuſer, Mühlen, Candle, 
d Zempelruinen bat. Gie if im Grunde ein 
t, um welchen als Kern, fich eine fruchtbare Ebene 
blamm angehäuft Bat; auf dem Altern Granitkern 
= wie auf’ einem Plateau die Trümmer der alten 
8 zu. welcher Vater Herodotos wie er ſelbſt be: 
wandert war. Es iſt alfo in der That der erfle 
nterhalb der Rilcararacten und des Klippengebietes. 


®, ‚ Köni tichos. Zeit TH), 
—** | Seenzbrfasung end, ihr a, 


omard Descr. p. ı6. **) E. Jomard Descr. de !’Ile 
phantine in Desct. de l’Eg. Antig. T. I. chap. Ill. 
*?*) Champollion T. 1, p. 150 +) Legb Narraı. 
‚ Belsoni Voy. I: p. 95. +}) z erodos U, 50. 
x 





jeDoren werven. wıne groge wu wu 
in Fels gehauen befinden ep sier, die einzigen 1 
ganz Aegypten; im Süden und im Norden ber Ji 
bie —X bon im e Ie De de 
‚bee mich und aus fpäterer pefger Bei 
PR vorzüglich der I en HA 
der if, aber auch manche fpätere Zufäge hat. , ZU 
liche Beſchreibung hat Jomarb ge; aus m 
nur befonders hervorheben, daß im feiner end 
Peripteros mit umlaufender einfager Gäulenre 
Vitruv) und Form +) der Urtypus ber älteflen, ei 
giſchen Tempel nicht zu verfennen, und daß feı 
innere wie feine äußere Seite mit ‚Biereatgpben I 
"Auf den äußern Wänden zeigen fi ein Jupiter 
und eine Jfis die ihre Hinte auf einen Fans 
der wahrſcheinlich den Horus (der ‘ Eohn, d. 
rates) vorflellt; daneben Opfergaben/weiche Yen 
bilde mit dem Wibberkopfe und der Ifis geb: 
Unter den innern Wandfculpturen bes Tempels 
gefamt bemaßle waren, befindet fi eins von 
licher Größe, nämlich zur linken des Eingangs 
welches zugleih wegen bes Reichthums und 
der Arbeit wie bes .Gegenflandes zu ben 
Überhaupt gehört. Denn es hat hier wie ein Afı 
großen Tempel zu Philä (f. oben und Grenzen ı 
var, auf iR 5 an A Dıraye — 
ppelte, imythologiſche und unfkreitig ai —8 
deuiung. Der —E in ie aroße 


.Ä 


HP 





gnftroi, Oberaghpten, Syenecataracten. 691 


„ ber gegen den Eingang bes Tempels blickt. Sie 
auf einem Altar ohne alle „Dieroglppben; in ihrer 
Bitte iſt ein kleiner Zempel, sum theil verfepleiert, ber 


3 Ni i lle in d befeflige 
Be bie Ik ange Knie f wie eine HH 


























überhaupt mehreren des Hier Abgebildeten an bas De: 
de Rituale erinnert) *) auf den Schultern getragen 
wurde. _ Dem Schiffe zur Seite fliehen sine Menge Opfers 
, 4 große Gigna mit der Lotos blume decorirt, A 
e dem Widderktopf, eins mit dem. Löwentopfwe. 
—* ,Ueber ber Arche ſchwebt ker geflügelte Globus. An 
m Hintertheil der Arche werden große Opfer gebracht, und 
eros mit Helm und Scepter, gleich ben Königsgeflals 
, im den Paläften von Theben weidet feinen Ecepter, fiber 
fpuct ber heilige Sperber. : An dem Vordertheile der 
ſt Daß en eine Prieftergeflalt mit den Kreuze ober 
Nilſchlüfſel (crux  ansata), mit ähnlichen Geremonien 
ige. vor dem GBötterbilde mit dem Widderkopf bas 
gemaßle if. 
Strabo fagt, daB auf diefer Inſel der Tempel des 
wpbis*') und ein Nilmefler fih befinden. Eufebius 
ee °°*), dort verehre man eine menfchliche Geſtalt mie 
Widderkopf und der runden Scheibe mit den Hörnern, 
Me Blau gemalt fey. Diefe VBefchreibungen entfprechen 
jenen Zempelbildern, und biefer Xempel ift wahe: 
li ber des Strabe; Cnuphis, Cneph, b. 5. ber gute " 
| „ begeichnet den Oſiris mie dem Widderkopf den bie 
en Jupiter Ammon nennen, unb blau war Bier 






Bis Zarbe des guten Gottes und ber Schlange, feines Sym⸗ 
Bels, wie in Indien am Ganges. Dier auf Elephantine, 
wis in heben, warb alfo DOfiris ber Sonnengott als Su: 
Er mmon verehrt; der Widderkopf und die Scheibe mit 
be rnern bezeichneten die Conjunction der Sonne 
| Mondes, wodurch das Herbfläguinoctium"f) 
eben war, unter welchem der höchſte Waſſerſtand des 
Rate finder, alfo die Zeit ber hoͤchſten Befruchtung 
yptens. 
"Die Bedentung dieſes Tempels dem guten Gotte, 
Eneph, dem Seegenſpender am Eingange Jegyptens ges 
t, wegen feiner geogeaphifchen Lage, gebt Hieraus beut: 
genug hervor. Daher war Elepbantine dem alten Aus 
toren auch recht wohl bekannt, wie dem Herobotus, von 
dem es jedoch immer auffallend bleibe, daß er dee Heiligen 





®) Laneret Descr. de Philae Ant. Vol. I. p. 26. **) Strabo 
1. XVII. p. 003. ***) Eusebius Praepar. Evang, Par, 
2638. 3, Ill. c. 2, P. 117. 7) — Deser. p,715, 
x a 





IM 1KILOFETG gEAFIgE warye, HOMI DEE TEIREmE:n 
einem einzigen Öranitblo@ (ölxnua wovrölsser) ** 
mit bdeffen Transport aooo Männer 3 Jahre Hi: 
dem Nil, von Elephantine bis Gais, beſchäftigt 
ter König Amafis Regie Außer dem Uchi 

pprifper Baumerke finden fi Hier au andere 
Kine erbaut zu ſeyn feinen, gt a 6 
eine ſehr große Dauer bie als k 
anzufehen if. Daß Überhaupt die um dem Gear 
gefönemmte Infel, feit älterer Zeit, zu ihrer 
mit Quafs verfehen if, die vom Zeit — reſta 
den find, fo daß deren Erbauungszeit nicht im 
anzugeben fegn mag, ergiebt 9 ans der Betrag 
Ufer. Aber auch fehe antite Mauertheile find um 
davon einer }}), von 45 bis 50 Zuß Höhe um 
Länge welcher na Art des oben bei emä 
convepe Confteucrion hat. An diefem Quai Yinat 
führen 80 Stufen mit einer Scala an der Wan 
ein zur Angabe bes Waflerftandes diente. Di 
Rilmeffer (Nadourgıor) +4) den fon Ser 
Tempel bes Cnuphio befcpreibt, gu einer Zeit ba 
ler Tpätigkeit war und zur öffentlichen An; [} 
und hohen Wafferftandes benugt wurde. ! 
war babei intereſſirt den —— Trlbut 
dern. Daher wurde die Angabe der Wafferhöhe 
jur Ueberſchwemmungszeit Übertrieden, und des 
Sum Nilmeffee war nur wenig Cingemeihten geöffn 
au den Prieflern des Gerapis gehörten, unter I 


- 





Mitſtrom, Oberägypten, Gyenecataracten. 695 


Rornmaaf (Mobius), ale Symtol ber Befruchtung, bas 
Biederum in —— a an u 
* enfalls en 8 
L Biefr Milometee *), 38 Bude 
ben. Die Natar des Stromes bringt r- . 
: Nilthal ſich immer mehr erhößet und alfo 
jäude begräbt, wodarch die Gakaracten immer nie⸗ 
fe werben, ba uud) bas Gttombette, wie fon Derober 
u gleicher Zeit- erfebt, Die Höhe bes Waffen: - 
es Tann alfo heutzutage um hie Befrugtung ber Lands 
bezeicpnen nie mehr am Nilmefler von GElephans 
Hefen werben; er iſt alfo gang unbecuqh bat und dar⸗ 
jeffer worden, bis die Europäer ihn wieder auffans 
e Mac Girards Berech nung kann ein Milmeffer übers 
nur etwa für ein halbes Jahrtauſend, der Natur— 
Tr a. e einen Höchftens, innerhalb folcher Periode _ 
f& bleibenden Wafferftand des Nilftromes, brauch: 
. Die Ruine des Nilometers auf Elcphantine ſou 
ee weiter unten, din Verbindung mis andern Nils 
zu ronolögifgen Vergleihungen der phoficaliſchen 
a gage in oi Ba ir Me — 4 
imfel ſelbſt nur ne . merfwürdige Antı 
betrachtet werben Tann. " ” " 


Affuan, Souan, Syene ber Sriesen. 


Säuge des Iehten Granitblode *") Bat fi die 

Elrphantin» im Pil, von Mubien her, allmälig ans 

unterhalb beginnt alfe Aegypten wo ber, Grauitbo⸗ 

aufhört, aber ihr zur Gelte am rechten oder äfllichen 

fer liegt die erfie Grenzſtadt Affauan, in einer Ent 

r von etwa aoo Stunden von Kairo, eine Diftang 

bie in 24 Wagen zurüdgelegt zu werben pflegt. 

Die Araber En in iprem Affouan (oder Os: &ouan) - 
 Koptifgen Namen Souan *"*) beibehalten, welder 
Uegoptifche ift, daraus bie Griechen Syene (Zum) 


2 Der Name Souan (im Koptiſchen aperiens, aperte) 
t bie Eröffnung Aegyptens; der Ausdrud vom 
Fafoti (nachher Alerandria der Hafen feit Alexander dem 









*) P. S. Girard Memoire sur le Nilomdtr# de VIle d’Ele- 
phantine, Deser. de ’Eg. Antig. Mem. I. p. 8. ” Gi- 
zard Observatious sur la Vellee d’Egypte et sur PEX- 

ire da Sol qui la recouvre; in den 

'Academie Rö les Sciences de.l’In- 
stitus_ de France, Annde 1817. T. II. Par, 2819. 4. P. 185. 
*@*) Champollion I. p. 161. 











Iiffipopn, Oberagypten, Syenecataracten. 6gs 


pe war Aſſonan ein Drt von großer: Bebeutung 
Kiwi Mittelalter *) während der reberherrfebaft, wo _ 
w Hauptgrenzort von Said (Oberägypten) im Gübden 
. Ibn GSelym fagt uns, feine Umgegent babe größs 
Meberfliuß gehabt an Kom, Weisen, Obſt, Schafen, 
nm, Comeelen und allen MWaaren die es durch den Hans 
mit den Nuba's erhielt. Won da wurden bie Kriegs: 
‚gegen die Nuba’s betrieben. Im Jahre 1189 
‚d. Heg.) brachte der Hafen von Aflouan an Zoll 95000 
sce ein, der jetzt nah Burckhardt, nur no ben 
en Zheil diefer Summe etwa einbringt. Affeuans 
ine lieferten damals jahrlich 30000 Erdeyb Datteln. 
bem bortigen großen Gerichtshofe flanten Bo große ges 
e Kadis, im Jahr 102933 (620 d. Heg.) zählte ber. Autor 
He —* m. a a 
u ellern auf, und an 100 Sheriffe wohnten das 
vom reinften Adel aus dem Geſchlechte ihres Prophe⸗ 
In Affouan flationiete immer eine ſtarke Beſatzung 
Iraber zur Khalifenzeit, bis unter den Fatimiten 
e Doften ſehr vernacpläflige ward. Bald Üüberfielen ihn 
Rubier, bald warfen fi innere garteien duch blutige 
—2 Fi Herrſchern auf (die Beni Kenz f. oben &. 637), 
de Stadt immer me! in Verfall gerieth und mit. bem 
1405 (806 d. Heg.) dur eine Au große Hungers⸗ 
und Peſt wie auch viele andere Städte Aegyptens fafl 
entvöllert wurde. In Affouan allein flarben Bamals 
Macrizi a21000 Menfchen, fie muß alfo ſehr bevoͤlkert 
ſeyn. Seitdem hatte Affouan keinen eignen Gou⸗ 
me mehr und ſank zu einem weit unbebeiutenbern Orte 
»**), blieb fogar eine Zeit lang wüſte liegen. In eis 
AIhnlichen Zuflante finden wir ihn heute obgleich «in 
unter bes Pafcha von Aegypten dort ben Tribut eintreibt. 
Daß Affouan noch feit den legten Jahrhunderten Zer: 
en erlitten bat, ergiebe ſich aus Leo Afrikanus 
9 von großen Tempelſtructuren, Pylonen (altissi- 
turres yuas Bayba vocitant) ***) die er bort gefeben, 
denen gegenwärtig keine Spur ſich eigt Als Burck⸗ 
Ft}) zpiese bier, bei ſehr niederm Waflerflande bes 
‚im April verweilte, und den Nilarm zwiſchen Affouan 
ber Inſel Elephantine faſt ausgetrodnet fand, bemerkte 
nen bisher noch weniger beachteten Nilometer an der 
nmasee angebracht, in einer quadratiſchen brunnenähns 








Sel el Assouany b. Burchh. Tr. App. ML p 51% 
Quatremöre T. 1. u 4.  **) Burckhardt Fr. a. a O. p. 
18. »»*) Leo African. )J. VIII, fol, 283, ed, Antverp. 
1555. a. %) Burckhardt Tr, p. 1351. 


696 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Rbſchn. 5.26. 


fiden Deffnung, in welche Stufen Sinchführen. Lim hich 
dieß bisher für eine Römervrüde; Burckhardt erllär 
für einen Garacenenbau unter RKhalif Maouya errigrer, a 
weldem man fehr bequem das Steigen und Fallen des Rik 
waflere abnehmen konnte, daher ihn die Ginwohne auf 
Mekyas (d. 5. Nilmeffer) nennen. 


5. Die Granitregion Aegyptens mit den Su 
nitbrüden um Syene. 


Außer den genannten Orten mit ber fo großen Mey 
von Merkmfirdigkeiten, welde von wichtigem Einfluß m 
die ganze Landesgeſchichte waren und no find, iſt die 
wenige Stunden breite Gediet der Nilcataracten noch beſen 
ders durch feine geologıfhen Eigenheiten, für die Cd 
turgeſchichte Aegyptens. febr bedeutend gemorden, denn bie 
zu Dei:en Seiten Yes Nilſtroms if die Urgebirgskette 
mit den un:£hligen Sternprücen, aus denen die alten Je 
gypter den größten Schnud ıhrer Tempel Heraus irdeitete 
und den Nil wie es fine auch ſtromauf nach Nubien, gt 
By aber ſtromab fhifften bis zum Delta und zur Med 

e. 

Schon vom Schiffe aus flieht man viele diefer Steh 
bruche liegen, aber insbefondere dicht beifammenuedrägf 
liegen ihrer fehe viele auf einer Strede von ı3 Stunde 
m W., &. und O. der Stadt Syene ). Ueberall zeige 

ch neh die Meiße'hiede und Spiltungslöcher der alır 

erkzeuge. Sie ziehen ſich auch tiefer landein; denn Bel 
zoni befuchte drittehalb Stunden im S D. der Gtut e 
nen ſolchen Bruch "*;, wo er noch a a:oße Baſſins in Eu 
nit rund um ausgehauen, doch noch feit im Felſen flchen 
fand, auch eine angefangene Römifche Branitfäule mit Jı 
f&riften aus der Zeit Antonins und Geverus. Gr übe 
zeugte fi davon, Daß die Alten mit ihren Meifeln gw 
Bol tiefe Rinnen in den Fels ringsum den Block au ham 
pflesten, um ihn dann vermittelſt gewiſſer Mafchinerien aı 
einmal und gewaltfam abzufprenden. In - einem amden 
näher am Ufer, beobachtete Rancret, an einem angefa 
genen Odelisken und dem roben Blo@ zu einem Golof, d 
54 Buß lang und 16 breit iſt, daß die Aegypter yuglei 
ſehr Zeſchickt die natürligen Ablöfungen und Gpaltungsfl 
chen Der Belsmaffen gu benupen verflanden, wodur.: narl 
lich ihre Arbeit fehe erleichtert wurde. Aber eine doppe 
groden Granitblock entdedte Jomard, etwa goo gi 
m S. O. von des Stade Spene, welcher ebenfalls zu eine 





*) Lancret Deser. p. 10, *) Belsoni Voy. I. p. 173. 





v 


..Nilſtrom, Oberägnpten, Syene. | 697 


Hop von 68 Buß Höde poor zugerichtet war und auf hal: 
Ms Eransporte liegen blieb. An ihm ließ filh ebenfalls 
eGSteinmetzkunſt der alten Aegypter in der Entwidlung 
pee Probucte beobachten "). | 

Eine genauste Unterfuchung des Nilthals hat gelehrr, 
9 in Dberägypten beeierlei verfhiedene Regio: 
ei”), in geologifcher Beiehung, zu unterfcheiden find, 
liche eben fo wichtig für den Styl der Monumente wie 
e Die Natur und Cultur der Landſchaft ſelbſt find. 

ı. Die füdlihfle, die Scanitregion, herrſtcht 
”, von DHilä durch das Cataractenland bie Syene, fo 
$ die Infel Elephantine ihr nördlicher Felsblock im Nile 
5 ihre Ausbreitung ift alfo fehr gering, dafür liefert fie 

einer ſehr pittoresken Landfchaft das fchönfte Material, 
n Sranit oder fogenannten Syenit, as welchem die größe 
ns Menolithe gehauen find, ſowohl Säulen und Statuen 
6 auch ganze Tempel, Goloffe und Obelisken. 

=. Die nörblichfte, die Kalkſteinregion nimmt 
w untere und mittlere Aegypten bis einige Tagereiſen im 
Üben von Theben ein, und bildet die einförmigfle Land: 
vaft mit den fleilen Uferwänden aus Kallgebirg, welches 
IH den Kern au den Pyramiden, und unflreitig gu einer 
tenge von Gebäuden das Material bergab, bie aber größ: 
neheils den Augen ber Nachrselt verfhmunden find, weil 
ı den nachfolgenden Barbaren bie auf die heutigen Araber 
den bequemften Kalkſteinbrüchen dienten, die nun feit 
sehr ale einem Sahrtaufend, nur aus bearbeiteten 
zerkſtücken den Kalk ***) gu ihren Mauern, Moſcheen 
nd Wohnhäuſern zu brennen pflegen. Dadurch wurden 
sfe Kunſtwerke aus den Kalkſteinquadern größtentheile ver: 

tet und nur der Schutt blieb von ihnen Übrig. 

3 Die dritte, bie Sanbdfleinregion, liege in der 
kitte zwiſchen beiden, in einer Breite von Syene, hinab 
gen Norden, bis gegen End, alfo etwa einen Breiten: 
ab (15 Meilen) weit, wo Ganbfleingekirge den Ueber 
Ing von den Granitgebirgen zu den Kallfleiiigebirgen bil: 
m. Diefes Gandfleingebirge hat die größte Maſſe von 
Luabern zu ben Zempelbauten Aeghptens dargeboten, die 
He wegen ihrer Unantaflbarkeit zu anderweitigem Bebrauche 
a gegenwärtig feit Jahrtauſenden fat unverändert er: 
liden, Diejenigen ausgenommen melde etwa zu den weni: 





) ©. Zeichnung Antig. 1. Vol, pl. 31. **) M. Roziere De- 
ser. de Gebel Selselch et des Carritres qui ont fourni 
les materiaux des principaux edifices de la Thebaile. 

A. 1. ch. IV. p. 15. _***) Roziere Descr. a. a, ©. 

p- 19. " ' 


698 Afrika, Waflerfyftente. III, Abſchn. $. a6. 


gen neueren Bauten verbraucht wurden. Bei ben Cata 
comben von Theben, die in Kat fleingebirge gehauen fint 
dei den Sandſteinbrüchen von Gebel Gılfelch were 
wir auf die VBefchreibung ihrer zugehörigen Megionen gu 
rũckkehren, für jetzt aber bleiben wir, nach dieſem Webe 
blide, bei der nähern Betrachtung dee merkwürdigen Bsı 
nitregion fteben. 
Die Steinbrüche in den Bergketten ber Granitgebigg 
waren überall fo leicht gugänglich ale möglich angelegt, wı 
Syene, Elephantine an den Gataracten hin bis Dil, i 
der benachbarten Wüſte und ſelbſt im Felſenbette bes Nilt 
ja man wählte oft ganz ifolicte Klippen oder pe (o0gı 
riffene Maffen aus. Hier Überall liegt alles überſäet mi 
Klippen des fehönften, roſenrothen, ober fogenannte 
orientalifihen Branits (Granito rosse der —** 
dem Plinius vom Fundorte den Namen Syenites.(Syı 
nites Plin., verfieden von Werners Syenit) giebt. € 
zeichnet fich durch feine ſchönen Farben, durch has geoft 
nig ceyffallinifche feiner Gemengiheile und durch Härte, li 
eine in Politur annimmt befonders aus; er iſt bar 
die Prahtfüde, welde auch an den Obelisten in Kom hi 
mwunbert werden, in ben Gabinetten der Antiquitäten I 
kannt genug. Der rofenrothe bis zum Incarnat und is 
Biegelcaiß bergebende Feldfpath, macht etwa 3 der Me 
aus, befien Zwiſchenräume ber metallglängende Blimma 
und ber glafige burchfihtige Quarz ausfällt; nur felten 4 
finder fiy auch Hornblende dazwiſchen. Da aus ibm and 
viere Monolitäe und Obelisten unter ben Ruinen wm 
Theben fich befinden, fo hat ihn Plinius"") aud Lapı 
Thebaicus und wegen feiner flammigen Zeichnung Pyro 
oecilon genannt, bie ganze Sranitregion befteht aus Wu 
Im ſchoͤnen Urgefleine, das oft in den ſchönſten Farbe 
wie mit frifhem Bruche ſchimmert, aber durch die Bermil 
terung eine dunkelbraune, ernfle Schattirung aunimmi 
zwiſchen denen die grünbewaldeten Thalſchluchten dem ei 
zigen froͤhlichen Anblick gewähren. 

Der Strich —A — — — eht Bier que 
durch den Nilficom, vom Ofen nad den"), abe 
eigentliche Schichtung und Schichtenſtellung iſt nicht wah 
zunehmen; auch nur zu nächſt zu beiden Seiten ber Gata 
racten finder ſich das Granitlager in der angezeigten Ad 
denn tiefer hinein in bie Wüſte, gegen Often, verliert e 


*) Roziere Descr. des Carrires qui ont fourni les Math 
ziaux des Monumens anciens etc. in Append, D. Eg. 4 
I. Nr.ı.p.2. **) Plin. H. N, XXXVI. 8. **% Bo 
zitre Descr, des Carr, p. 6. 





Mllfieem, Oberägppten, Eyene: - 699 


fülum Character. Dee Granito rosso hat alfe 
Kar din fehr beſchränktes, locales Vorkommen, ſcheint 
eine bloße Einlagerung zu ſeyhn, durch deren Mitte 
ber Nil die Pforte nach Aegypten brach, deren aufſtar⸗ 
e Selspylone iu beiden Seiten bie füdliche Vormauer 
Sen —* landes und Prieſterſtaates wurden. An 
Seengen biefee Einlagerung des roſenrothen Granits, 
nen auch viele andere, noch auf kleinere Räume bes 
nette, Barietäten deſſelben als Uebergänge zum Nachs 
e, dem gemeinen Sranite, vor, mit mancherlei zus 
ven Barben, Gemengtheilen, und bald von gröbermi bald 
feinerm Korne, aus welgen benn bie Aegyptiſche Bilb⸗ 
rkunſt mit feiner Auswahl eine- große Menge von Mei: 
Acken zu verfertigen verſtand, welche in fafl allen Mus " 
unter verfhiedenen Namen zu finden find. (Granitello, 
Senig; Syenite gris, mit grauem Felbfpatd; Granito 
» @ bianco, wegen bee weißen Feldſpathe und fchwarıen 
nmerfläggen; Basalte antico, ober d’Egitto; oder Ba- 
> orientale, wegen. der ſchwarzen, homogenen, kaum 
Wuppigen Maffe, die in großen Nierenftüden in den 
wothen Granit eingemwidelt liegt, und offenbar dem 
bersfhen ber Glimmer⸗ und Hornblendtheile über bie 
fpatbpartieen feinen Urſprung verdankt, ohne vulcanis 
s Urfprungs zu ſeyn. Zuweilen nimmt felbfl der Gras 
wenn er ſehr glimmerhaltig ift, eine dunkle Farbe an, 
an ben zwei Golofien zu heben bie Hinter den Obe⸗ 
m von Luxor liegen, und nicht immer hat ee das fchöne 
senat wie 3.8. an dem großen, ungemein fchönen Gra⸗ 
den, bas der Here Staatsminifier W. von Humbolbe 
Dem Tiber für die Spree erwarb (jetzt im Königlichen. 
feum in Berlin). Eine Aufzählung ") der Monumente: 
diefem roſenrothen Syenites oder Granito rosso ges 
m, meiftentbeils in colofinien Monolithen, von den Obes 
na die no auf Philänund in den Steinbrüchen von 
me liegen , binab über bie Zrümmerebene der Thebais 
geanitifcher Coloffe, Obelisten und Säulenwälder, hinab 
: das Delta bis zu den Granitobelisten bes Pharao zu 
jopolis ), zu dee granitiſchen Riefenfäule des Pompe⸗ 
vor Aleranbria (63 Fuß hoc), zu ben beiden Nadeln 
len) der Gleopatea (ein Dbelist 66 Fuß Hoc) ***), 
e Zandmarke der Schiffer auf dee Wahre nach Aes 
tern, ſetzt wirklich durch ihre geoße Menge in Erſtaunen, 
al da, gegen das Delta hin, wo bie Reſidenzen ber gros 



















ı Rozitre a. 9. D. p. 13 —ı18. *%). Abd Allatif Relation 
del’Egypte p. de Sacy. Paris 1810, 4. p. 226. *#*) Clarko 
Trav T, Ihr. p» 253 255. 


um die Copitalen u Rom (me allein 5 greße 
und unzählige Säulen aus diefem Granit aufgerkı 
Gonfantinopel, Antiodia, Alerandria 
und viele andere Städte und Paläfe in Syri 
Aften, Gräcie und Italien damit in fomüden 
darin noch in_ den fpätern Jahrhunderten | 
Hauptfädte Curopas , tenigfiens einige Runfı 
vn —WR aus den Granitgebirgen Sper 

fen daben 

Ein merkolrdiges Factum ſcheint es zw ſer 
Add Allatifs Vefcreibung (im I. 1) er 
dung der dritten Phramide von Diizeh ganz amı 
then Granit von Elepfantine befand, fo wie die 
mide des Mycerinus, welde feitbem ganz abhand 
men if, fe baß nur am Fuhe derſelben neh 
vorfinden, melde bie Wahrheit biefer fage ı 
berts Unterfuchung beflätigen. - . 

Nice bloß die Farbe auch die Politur und A 
fes Steins hat feine allgemeine Verbreitung und | 
bedingt; viele ber daraus verfertigten Denkmal: 
unberhhre geslieben, und haben heute noch np 
vor ein und zweitaufend SJahren- beibehalten. 
am Balken (trabes wie Plinius die Dkelisten n 
von fa 100 Buß Küng Haben keinen Spalt, und 
geflürzten Obelisten, Säulen und Goloffe zu Phi 
den, Gais, Alerandeia, find nicht zerfallen 
durh Sewalt gerfprengt +). Die Yolitar und ei 


Nilſtrom, Oberaͤgypten, Syene. 701 


nitſtatuen zeigen. (Sie iſt 61 Fuß Hoc, und 05 Fuß breit 

in. den Sarıım, Er Bee mitcoloflen, aus 
inte, welgen De a 
nah für das 









as Trocken bebaie 

tig fehr viel zur Erhaltung der. Politur bieſes 

Bteines bri,, denn tweiter abwärts. gegen die Men 

, wo bie größere Feuchtigkeit — das Gefüge 

inited eindringen und bie Maſſen gexfegen unb- az 

, haben fie auch allgemeiner eine dDi⸗⸗ 

immen, die zum Theil ſelbſt verwittert if, wie 

vorzüglich an den unzähligen Granitmonumenten 

bria zeigt, die befonders weit meht ais die Oben 

der feuchten, folgen, ‚mechfeinken Meerooluft 

J gewefen find. Die bei ltenften. Meikterüde 

im alfo immer aus dem obern Aegryten zu del feyn, 

f befondeer Sut dem Kunftmerd zu Theil 

, tie 3. D. dem liegmbden großen Dbelisten zu Ale 

mbeia, ber obem gegen bie Luftſeite gang verwittere 

', aber als ihn bie Englifgen Xeuppen, nach der Ver⸗ 

der Sranzofen, herammälsten °*), ‚auf ber unterm 

in ber Erbe, feine Hieroj Iopben auf das volfoms 

{ altın hatte, bie ⸗ tief eingegraden wa⸗ 

"Um beften haben ſid überall die ſeiakirniaen Maffın 

(Gtanitello), Aber auch in Obsrägypien hat dag 

Anfsblagen bes Flugfandes ***) aus ber Libyſchen 

an bie Zempelmände, hir Jehrtauſenden fortgefegt, 

i 8 BE ale: der ne —38 an 
trieben. un Li; er Berfegum teins bus 

| Bein ber Atmosphäre eine Balls bereitet, weicher ben 





d it inmal all lich iſt, 
ik ober al napafe ot ne vie De 


Erläuterung 5. Said, Hberägppten, von Soen⸗ 
bis zum erfien Transverſalthal, oder der Strafe 
Bon Edfu na bem alten Berenice. - 


Urberfi cht. 

Teiet man aus der Granitregion Bei Epyene 17 
— — fe zeigen fich ſogleich die Feilen Sandftein 

e beider Nilufer zur sechten und linken, in denen nun 

*) Iollois et Deyilliers Deser. generale de Thäbes in D. 

F  Eg.A. I ch.IX. p.9. Legh Narrıt. 2.4 „,Pelnoni 


Voy. TI. p. 79. a1, _ *®) Clache Traı 7. 
“) Bosän a, 2. D par ’ ” r h u 








- 


yon MWfeife, Waſſerſyſteme. TIL WÄRE. 


die-un en Steinbrüche folgen, aus wilden 
Baht u empel und Paläfe Yen . erbaut * 
einanber gegenüber ſtehenden Be laufen von | 
RR, im einem gegenfeitigen Abſtaude von Ya Bier 
wodurch in ber Tiefe des Thales immer uur ein 
fer es —V u. übrig * * 
es eſchränken nur auf wenige 

—2* die Inſel Byban bei Ombos iſt, 
rismöter) unterhalb Syene. Won da am ned 4 
| (a myriam.) tiefer hinab, nähern fid die belden &ı 
etten, in welge der Ril fig gleichſam wie einge 
zum haben ſcheint, fo fehr, baß fe wirklich wilden 
die Wafferbreite des Stromes übrig laflen. efe 
sap welcher ben oberfien, erſten txe elegt 

oden, ober das oberſte Stufenthal Diberägypt 
Norden, begrenzt, iſt der bekannte Djebei Sei 
oder das Gebirge ber Kette, an welchem bi 
Bequemlichkeit des Waflertransportes auch an bei 
wänden bie ungeheuerfien Steinbrüche aus zubret 
Veranlafſung Hab. Darin wurden die coleflalen 3 
für bie Kieſentempel und bie unzähligen Goleffalfaı 
De Pilaſter, Gtatuenalleen und Golennaben der 
ausgebauen **). Noch liegt ber Bloc eines colefjalen 
dort am Nilufer, bereit eingefchiffe zu werden, ſeit 
fenden. Die Länge diefes engen gelspaff es am 
Selſeleh beträgt nur 4 bee vorigen Breite, näml 
3600 Fuß (1200 mötres), Unterhalb dieſer Stron 
weitert fich das Nilthal wieder um weniges, aber 
erhält fih nun das rechte Ufer als verticale Steiln 
bed am linken die Anhöhen mit fanftern. Abhängen 
‚gen die Wüße siehen und meiftens erfleigli fin 

e zweiten Erweiterung liegen die Städte Edfu, a 
den (10 Myrism.) und @sne 30 Gtunden (15 N 
von Affouan entfernt. Nur 4 Stunden (os Myria 
serhalb der lehtern Stadt, ſchließen fig die beide 
Reinfetten zu einem zweiten Engpaß zuſammen 
Defile den Namen Gibeleyn ») db. 9. bie 
Berge trägt, und. fo unzugänglich ift, daß felbft © 
pfab vorüber führt, fondern der Reiſende einen g 
weg fiber die Berge nehmen muß, um jenfeit des 
in die dritte Erweiterung des Nilthals, aber 











») Girard Observations sur la Vallce d’Eg. in B 
PAoad. Roy. de Se. Par. 1819. 4. T. II. p. 186. 
Observat. p. 187. ***) Jollois et Devillien 
d’Esn6 et de ses Environs in D, Eg. A, Dex 
ob. VI, p, 1, . 





ie, Said sis Ef. 08 


X 
yon Erment und Byeben gu treten, welche 
urch feinen graben Lauf vom ©. nach R. faſt 
ften jerfehneibet. n biefen Gibeleyn endet 
eingebirge, und bie Kalkſteinreglon nimme 
ang; ge erit fangen die beiden Ufer des Nilthals,. 
im Paralletismus fortzogen, (nad Art allee 
ı Quaderfandflein, wegen ber kubiſchen Abſonde⸗ 
n, zu divergiren, und loflen fomit eine geds 
weite zwiſchen fi, in deren Dorigontalboden ſich 
tbare Ebene von etwa a Kieues (ı Niyriam.) Breite 
onnte. 
iR, ſeit dem Durchbruch dis Nils durch das Ca⸗ 
nd, bie erſte Stelle’), wo eine zahlreichere Bäls 
Ih anbauen und feflfiebeln konnte; ba bereitete 
ben Boden vor zu einer ber älteften, berühmteſten 
sürdigfen Städte der Melt, von Theben, derem. 
Igenmwärtig die ganze Thalbreite überbeden, SU 5 es 
40 Lieues (20 Myriam.) von den Gornecatarncten 
eben fo weit wie Memphis vom Meere ab liegt. 
kibyſche Berglette, an deren Fuß, an der 
: der Thebais, die Trümmer bes alten Remno: 
jegen, und in deren @ingeweiden bie Hypogäen 
r unterirdiſchen Todtenſtadt verborgen find, beſteht 
aus Kalkſteinbänken, eben fo wie bie gegen⸗ 
ade Arabifche Bergkette, welche biefe Monumente 
uweifen bat. Diefe Gebirgsart ‚begleitet num 
ochen zu beiden Seiten das Nilthal, und nur in 
Selfen, hie und ba, tritt noch einmal dee Ganbs 
ve, mehr jedoch na der Wüſte gu als: gegen das 
£ . 


ilt dee Nil nach 1a Licues (6 Myriam.) Lauf un⸗ 
heben m Denderab vorlver,. und wendet fi 
‚vom D. nah MW. bis Abybos, wo er wieder 
liche NRormaldirection gewinnt und eine fruchtbare 
sweiterung bewäflert, die Gulturebene mit reich⸗ 
etfchaften, in welder die Städte Girgeh unh 
iegen, die legtere 60 Kieues (30 Myriam.) unters 


en. 
Syout “) an, abwärts, entfernt ſich bie Libys 
immer mehr und mehr vom Ril und wendet fig 
Ben, das Nilthal wird breiter und geht allmäliger 
ufche Sandwüſte über, welche dagegen durch bie 
nden Welt: und Nordweſtwinde getrieben ihre 
n gegen das Nilchal weht, wo ihr gegen Weſten 
phocanal (Bahr Doufef) eine Grenze ſetzt. 


1 Observ, p. 188. %**) Girard Obsery, p- 189, 





704 Afrika, Waſſerſyſteme. IH. Abfchn. S. 26. 


Mit diefer Veränderung der Landſchaft endet auch Yan 
eigentliche Dberägppten, im engern Ginn, welhen 
die Araber allgemein Said (Ssaid) *), d. 5. das auffrik« 
gende Land zu nennen pflegen, mit welchem Appeleilpk 
gegenwärtig allgemein bezrianet wirb, was in bei altike 
Beiten zur Thebais gerechnet wurde. Nordwärts von Kia, 
beginnt der Maturbefchaffenheit nach Mittelägyptenm 
weiches im weitläu’tigemn Sinne auf wohl mit zu Diem 
ägupten gerechnet zu werben pflegt, und bis sur -Etremmm 
fpaltung der Nilarme reicht, wo Unteräggpten beginaten 

Zur Zeit der Pharaonen reichte bie eigentlige 
Thebais mit ideen 10 Diflticten oder Nomen (Dogam 
der Griechen °*) Prhosch ber Kopten oder Aegypter) 
von Syene, Philä oder vielleicht noch weiter vom Öko 
ber in urältefler Zeit bis gegen Abydos, unterhalb Deal 
rah, alfo etwa zum 28 Gr. N.Br; von ba folgten die 4 
Nomen Mittelägyptens +) bie Kerlafore, au der 
fpaltung wo nun die 10 nördliden Nomen Unterägypteng 
bis zum Deere lagen, daher war alfo ganz Aegypten unapz 
den Pbaraonen in 36 Nomen getheilt, eine Einrichtung, 24 
nah Diodor Sic. +7) König ARE —— 
(d. i. Seſoſtrie) getroffen Haben ſoll, ehe er auf feine 
berungszüge nad Afien ausging, um duch die Nomeramy 
die er jedem Nomos und feinen Toparchien (die Unter 
fecten hießen Toparchen) vorfehte das Reich deſto bei 
üderfehen zu können und Gerechtigkeit gu pflegen. i 
diefe Einrichtung ſehr alt, vermuthlich noch älter HHH)C-g 
Gefoftris, und von Widti..keit für den ganzen Grat = 
mußte, ergiebt fih aus Strabe’s Nachriche, der fügt, 2 
nach ihrer Zahl die vielen Hallen des Labyrinthes einge gm 
tet waren, bie vermathlid außer relisiöfen und aflrenszm« 
fen Zweden auch eigentlich zu religiöfen Gtaatsverfansst 
lungen nad ben Nomen errichtet gewefen feyn mögen — 
das Labyrinth grade in der Mitte zwiſchen 18 Nomen a 
Morden und ı8 Nomen im Süden lag (f. unten), WE 
jenem Mittelägypten welches im Norden an die K 
bais ſtößt unb von Strabo fo (H zerati) genannt wird,n w_' 
uns aus der Pharaonenzeit Bein eigner Name überlie — V 
worden; auch Herodot erwähnt diefer Abtheilung nie" 
auch werhfelt nit felten die Zahl und Eintheilung dee ® 
men. Aber fpäcerdin wird von Griechen und Römern 
felde Theil Mittelägyptens von Hermopolis magu 








) Champollion PEg. s. les Pharaons I. p. 144. ”., pZ/e 
rodot 11. 164, iodor Sic. I. 66. ***) Champollios 
V’Eg. Lr. 66. +) Sırabo J. XVII. ed. Tasch. P. 4 
tt) Diodor Sic, I. 55. ttt) Champollion I, p, 7i. 





& ulm, Said. bie Erf. 9085: 
BE up. der. Joeſephoeanal t) His Mewphis norbs 
a den —— fieben Provinzen bie 
«>mis, auf Heptapolis, genannt, fo daß biefe Ab⸗ 
1 2, gan naturgemäß unfeem pdnficalifgen 
> ldap entſpricht, auf den es ung Bier 
unlemmst, ba fiber die gelchrte Unterfachung des Des 
ey Unterabtbeilungen des alten Aegyptens ambere 
iz ahgufchen find (f. Champollion u. a.). 
u der obigen —8 es. Nillaufes. in Ober: 
@ u, tem Said der ber, welches eben fo wie. 
«f. oben) bei den Kopten auch den Namen Mas 
u. h. das Subland führt, ergiebe ſich die Eigen 
Lügkeit feiner phyſicaliſchen Raturbeſchaf⸗ 
E @ in Beziehung auf den Nilſtrom, die aber ſehr bes 
B und fol zu ſehr eingeengt feyn würde in su Arms 
arturfpranten, wenn nicht noch eine neue Gonfis 
U on des Terrains zum engen Stromthale hinju⸗ 
wWelche dieſem erſt zu einer Bedeutſamkeit der Welt: 
B> de Driente, verhilft, duech welche allein Thebä 
Weltſtade emporheben konnte. Wir meinen 
EU dung der Transverſalthäler (oben ©. 577), 
Bas —* des Nils in die Queere von Weſt 
IE, am verſchiednen Puncten, burdfegen, und bie 
Everbindung zwifhen dem Nilehal und dem ro⸗ 
eere herſtellen, alfo die Zugänglichkeit, auf bem - 
DER eaurjeſten und bequemflen Srge, für die Völker 
© dents von ber Ecefeite gu dem Sudan nach ber 
ben Lanbfeite, und dem Dccibente, gegen Norden 
BB Nilchal aufwärts bedingten, fo, daß die Thebais 
u Centrum dieſes nach außen fi ihm gemäß anges 
Wen Weltenverkehrs werben konnte und mußte in der 
Bluthezeit der Kropenländer, als die nordifchen 
ber Erde no im Dunkel lagen. 
DExfe Kransverfaltääler find wahre Gebirgsſchluch⸗ 
Georges transversales b. Girard) welche die Seitens 
! des Nilthals queer durchſchneiden; fie finden fich fos 
Bf dem Weſtufer *'") des Nil, wo fie nach den 
d Der Wähe führen, aber nur unbekannter find, als 
beffen Oftufer, wo fie zum Arabifchen Golf die eins 
bequemen Wege für die Caradanenzůge barboten, bie 
Mar faſt ganz verlafien find, aber im Altertbum von 
5 größerer —2* waren. Erſt ſeit kurzem find fie 
G die unermübeten Bemühungen der Reifenden in jenen 


rn 





















' tig. T. 1.  *®) Champellion I. p, 143 
> Gm Observer. 6.0. D. p. 188 - Dat 


) omard Descript, des Autiq. de l’Heptanomide ch. 
a pe TChampollion I o- 
9 - 


106 Afrika, -Waflerinfteme. ILL. Abſchn. 6.26. 


labyrinthi Jrergängen der Arabi VBergketten 
(Sen — — dom Golr wieher —— worden; ei 


nnen ihrer vorzüglich drei weldde vom zothen Deere zu 
im Norden da 


Thebais führten, ſowohl im Süden als im 
Stadt Theben. 
1. Die Strafe von Edfu na dem alten Berenite, 


gegen Of. 
2. Die Straße von Esne zum alten Hafen von Rof 


feir gegen N.D., die Girard nennt, von welder uns 


aber noch Beine nähern Nachrichten bekannt geworben find. 
3. Die Straße von Kopt oder Kenne nah Koflır 
gegen Of, von welcher wir fo wie von ber erflern weile 
uunten bie befondern Nachrichten mittbeilen werben. 
iee nur fürs erſte im allgemeinen, daß diefe Aue 
ſchluchten vor den Übrigen 8oden Gebirgswäüflen den Ben 
theil haben wegen ber Winterregen bewohnbar 
feyn, weil durch jene fich darin einen heil bes Jahrs 
dur Vegetation erhalten kann und Brunnen Aberl 
in der Tiefe fi bilden, die hinreichend find, für bie Be 
duinen mit ihren Heerden wie für durchziehende 
An den Ausgängen (debouches) *) Biefer Queerſchlu⸗ 
ten, ſowohl gegen das rothe Meer wie gegen das Ri 
bemerkt man Haufen von Rollkieſeln, bald in Horigenmk 
ebenen ausgebreitet, bald in hohen Schichten aufgeſchwenct 
welche unfleeitig nue einfl im vorgefchichtlicher Zeit ein 










herer Wafferftand und Stromlauf auf diefe Weiſe ablagem, 


und aufſchwemmen konnte. Diefelben Rage von Heolkiefis 
und groben Kieſen finden ſich an ben Eingängen ber Shine 
sen der Libyſchen Kette; fie bilden an beiden frudehe 
zen Thalrändern der Nilufer bie eigentlide Fee Natun 
grenze wo die Wäſte landeinwärts, ber Bas 
nothwendig beginnt, welche aber firommärte buch bi 
Klugfand dee Wüſte oft überweht und fo das Gebiet 
Typhon oder des Boͤſen auf Koften von Iſis und DIB 








zis immer mehr und mehr erweitert wird. Dieſe mike: 


lere Strede des mit Sand überweheten Feuch 
in welcher wir Typhon und Öflris in beſtändigem 
erbliden, gleich den alten Prieſtern Aegyptens, if J 
Digen Wechfeln unterworfen und leidet ſelbſt tägliche Wen 
änderungen buch die Well: und Nordweſtwinde, Nie fe 
auch gebildet haben. 

Wir konnen nach biefer allgemeinen Ueberſicht au bi 






Hinabſchi des Niles von ſelbſt darbieten genauer ins 


#) Girard Observ. p. 189. w. Roziere Deser. mineralogigne 
A Valle de —8 in Mem. 2. S'Eg. T, III. va. 


en ©tellen und Drtfchaften, wie fie fih beim - 
en 


2 Filet, Geh bis Of; 


2.967 

Bee u een. 

mumenteh DIT: uno vergegenwärtigen auch feine 
u Entmikiungen wie bie ber mit 

7 ifeiaaſten unk Künfe immer zichtiger 


a. Dmbos, Roum Duden. 


Bon Alfonan abwärts führt bei hohem, Ei 
[73 — bie Eh w3 * Y en 
€ Gataracten nimms ber Mil einen wußigem. 
mf am, auf feinem Linkin Ufer ift Wüftenei, gar keine 
altur **), der Anblid dee Libhſchen Bergzüge iſt gelb von 
- Sanddünen bie fi da Über die Klippem hinbetten; bie 
7 auf dem Oſtufer fteigt ſeht hoch empor, 
mit wenig ‚gräner Belaubung. Das Flußbett 
eine enge Stromeinne, nur bei dem einzigen Dorfe Kous 
—J F t man Palmmgruppen; 9 Lieues (44 Myriam.) 
b Affouan liegt Ombos, Koum Ombou**)b. 
€ WE ber Araber, ein Det geäßtentheils mis 
'tmebht, von welchem kein +) altägyı er Rome 
une ik: in ber Notitia Dignitatum Imp. R. feißt es 
1. Die öde. Ebene um! IE a Eirues ; im Sep⸗ 
fanben ble Sranzöfifhen Soldaten (18. Geptb. 1800) 
im Sande dort ſo gtoß (54 Gr. Reaum. Therm.), 
je &ier barin fieben fonnten, Ein alter Gawal ber hier 
Spuren. von feinem ‚Durapaan dur die alte Stade 
laffen,. bat ſich feitdem in een Nilarm voswandels 
bie geoße Infel Byban oder Manfeutyep gebildet, 
dem Gere vorliegt; der Nil eif einen Theil der Gtadta 
mb Wempel mit fort. Nicht nur das MWaffer, auch 
Feuerbrand feint das alte Ombos das ganz in Krünme 
Hiegt vernichtet zu haben, - und nur 9 empel_fichen 
fa gun mit einer Umwallung von einer 54 Fuß (& 
) bien Baditeinmauer umgeben. Gie ift aus Badı. 
don ungeheurer Grdfe gemauert, ein Aegpptifches: 
bat einen Umfang von. 450 Fuß (150 mötres), und 
einft nicht fowopl die Stadt Ombos als nur bie 
mpel bie noch. ſtehen. Die Grenzen ber alten Stade 
fen. fi in ber Ueberfaßerung mit Sande jegt nicht mehr 
Die Angabe ber Entfernungen N) melde bie 


Belzoni Voy. I. p. 52. *%) Light Tr. p. de. Cha 
en emer] Beieripn. d'Oinber Bi des Bullen: 


in’. Eg. 4. 1, ch. IV. p.1. #) Champollion I, p. 167, 
FH Chebiel er Jomd 2. Dr Mon L r. 
a 


BD 


708 Afrika, Wafferfoftenie. kan 
Alten biefer diefer Hauptſtadt des Nomos Ombites: 
sonen m mit ber heutigen von.Koum' Den 
Der große Lemon au Dubee iſt aus fehnem ed 
r ee eine —8 i w 
ae; fle find von —— er | 
der Dauer wegen mit Bitumen überzogen. gemefen. 
ganze — iſt jedoch de serlört. Es umterfcpeidet 
von allen andern Argoptifchen Kempeln badurd, bag 
Seren neigt I, "und Dap Die Are Rakt Dura Du 
Dee GP forsen 16 schen, Die iäufen felk una ie 


Sn en durch nf techts und links amel 
. aan Bde von bin ten Pe, 11 
— in der gangen ine 1 Min 


jaher ihn wohl für einen Tempel von Col und 
" von Dfltis und Ei in der Gonjanction beiber 
im Derbfiäguinectium jur Beit_bder 
6 oben b. Elephantine ©. 603), 60 
IJ in RT peidender Grund vor T 
Du a 
t, echen und Römer en 
daß Diefes xdier hier abgöttifg —X 
@ufebius*) anzeigt, auf den ienft, ud 
tus in ihr, bdeflen Symbol das Grocobil war 
des trintbaren Waflers, weil es nie_tief 
fi findet, wo das Fiußwaſſer fehlt. er 
als Symbol der Bemegung, mit bem Grı 
wech sin fon dern bas Zeichen des firömenden Mi 
ildwerken bezeichnet. 
‘ "ne Xheile des großen tnempels ‚find ie cat 
und Gemälden überdedt. Eines der Dei 
ei nicht ganz beendigt, man flcht die mi 1 
sm zu ben Figuren, bie der I am 
im quadratifche, roth gezeichnete Beiber € 
alfo nach einem Beute nach genau 
zen, die einen Bieratifchen Typus Bet — 
der übereinftimmende Character aller Ir peisberligen m 
— — HR Ar — ———— pt Beine We 
als die menfegung 
ber — ber Berhältniffe — größerm 2 
nerm Maaßſtabe erlaubte, die ber Aegypter, als Erfinder 
Geometrie früh erlernt haben mußte. Giner ber 
des Tempels *°) ift noch ſehr gut erhalten, feine blaue 


—E Eusebius Praep. Evan, vg. Paris 168. LIL 0, 21. 


ii 318 


— 


ach eh 


4) 


44 


hi 


“*) Chabrol eto, B 7. 


ne RE, —— ‚m 
‚ber er fiber ift wie nen, 
Be Fu 


lügeln, dem Symbole des GBebetes „7 CH Sie: 

19, (hweben und allerlei Symbole in ben Klauen 

— v0. Sleroglyphen find, wie die —XRX mit den 

Uegpptifhen darden bemahlt, 

ar Ameite Eleinere Tempel” *) Hehe im NR.W. des vo⸗ 

mar bermuthlid, wie jener dem Ofitis, fo ie dee 
— — — faſt ode ‚Dinamunte Ba 

jerfbwergmung, und Horu 
mie ——— — et Sroge des hehen Bike 


5 Ombos, wo vor dem erſten Eaßpaß des 
er en Ich bie Boben Berge dicht zum Ni “ traten, 
‚einer berfelben Djebel a in et . 5. dee 
2: Gewitterflürme, weil an il dm * m bei: 
BE lauen Himmel, in der Glutpige ng pi 
sufammenzugiehen pflegen ‚(wie ae 8 
ebite der guten Hoffnung, mie an Dem 
von Sierea Leone), bie mit Donner und ‚Bi ke 
Pia in das Nilthal und bie Barken gegen bii 
ee anal: merfen. 2 851 r in 
ier haufen nur wenige einſame leubew ner 
inäben, denen auf ihren Klipprneden nur diefe Stürme 
und Gaben zuführen. Unserhalb ber ſchwarzen 
jeinklippen biefes Gewitterberges, der mit dun 
Ben @ifenfteingängen überall durihfegt iR, fol se 
Imbbänte, an bdiefen das Dorf Hammaän der Ababdes, 
D darauf die Sandfteinfelfen des Eugpaffes von Gelfeich, 


Diebel Selfeis, eignet: die Sande 


„Dan wo RE. am zuoften auf uſammentreten und 
einen Raum von 3000 Zuf fi dem Bu — 
wird die Segend von ae nee edel 
d.h das Gebirge der Fette, am aller 
Ku nennt, weil man grfahit Kat, in 1 auf 
8 8438 den Nomen obers und unterhalh 
Kein eiferae ette von den Aegyptern gefpanne mer 
te, welge bie eaiftebtt —X oben und . sehemme 
©" Aber Beine Spur vom dlefer Angabe | at 
in bee Etymologie des Ramens, welche nur auf 
man Antlange mit dem Koptiſchen Namen der Gegen 





) Chabeol a. a. D. p. 10, m Chabrol & 8, D. p. ar. 


ro Afrika, Wafferſyſteme. * 


Stolsjel ) zu berwden ns 
a —4 ae und — 
vtifche Rome war, dem bie Araber 
Imp. R. heißt er Sit), ri 
änderung naih ihrer Eupbonie, 
Yenapbart Im Rorden biefes es liegen 
oder vielmehr nur der Schutt, einer Gtadt, 1 
mer, poliete Stein rother © 
vn nen — us en a. 
v en jetzt no an 
Ba, "was in bie Araber mit Al-Bou ei 
-J) ete "Überfeht haben (von Bab, Die —* 
De mit run, 
Gebirgo: umd * — te liegt 16 
riam,) unterhalb Aſſouan, umd gerade wo d 
maſſen am dichtelen über dem Ruß zuſamm 
fieft man an der Naturgrenze, bie von jef 
Thebais von dem obern Gataractenianbe fi 
bie Heute in allen Kriegen ımb- 
vn feat, bie — mg “is fien e 
A am ptenlan e für alle Hauptte 
Re arena 
ie außerordentliche e ber " 
Aa Engeweiden ber Ganbfteinbe 
er eine weit größere Ren 
en —— — hervorgingen, —X wir 35 
e 
a gech Gand Kein leicht nad niet 
Oeognofen +) m Da Raßerfteine von von KR 








n 















ebleau), E no Du 
Sandkein Molasse de Gen&ve); er if 
Oltmmerthetlen durchgogen und fdeint feinen 
kommen nach eher zur Duaderfandfleinform 
gern Slögbildungen zu gehören, bie in fo groß 
gen verbreitet ift, als etwa zum ältern bm 
ober. zu u * ältern Flbꝛlagern. Er iſt gewsl 
Yen seh en weiß ißlichen, gräulich en Fach 
sur bei einem Web von —Ae— 
oxiden an ben Tempelmänden ein dunkles 
Die A verkanden es befenbers S 

unter ben —— 

Dieſe beßehen aus ungemein homogenen 
astige Theile und * Yon und —2*8* 


re 
*) Champollioen IL p. ı7ı. *%) Champo 


“++, Rozitre Descr. de Gibel Selseleh et 
n Rositre Deser, p. 2 





— Send Edfa. gun 
un no Sie ds 
je Veoh Sehoteuf ausbauersen. 

fe r vr und leicht fr —E und wärbe 
gut in den Ärgitectuen der Zeit wis 

wenn nicht bie Dberfläge der mehren 
r⸗ 















| f 
E gGieinen nur öffent! Sehäube, aber % nds 
* aus —— Baus in saut. worben 4— ſeyn. 
mimmt keine Politur an, iſt aber ſehr bequem zur 
we der Hieroglyphen, daher er ungemein weit verla⸗ 
aede zum Bau ber Tempel bis über die Sandſtein⸗ 
abwärts bis sah und Abydos nach 


te —* Stein brüche ) liegen offen zu Tage, alle 
ſenkrechte ——— | bis 50 ee und an te 
28 ee Meiß en I im. —* 
and. Löcher der e man e 
— ber Steinbloͤcke. Aber viele * auch als 
eu und Sonterrains beitet, deren mehrere dann 
Der gerichtet ſind, ober gu Tobiengrüften 
ammiungsfälen unb 
id ar ieroglyphen und Malereien, unb —8 it —* 
enge. Zumal L dem linken Ufer find viele 
flaltet mit Sculpturen *") unter Dean 
·B. —— — und Frau ſieht, die fich um 
F —. Lotosblume halten, das Zeichen ber. ei: 
im Todesnachen in bas Land ber Schatten, und das 
bol der Unfterblichkeit ***). "Lug mit Mahlereien b 
8 dieſe Grottenwerle ausgef&mädt, zu besen 
ung eine ganze Voͤlkerſchaft von Bergleuten und Steins 
Fi yo! wendig war. Diefe Arbeiten nebfl den Hypo 
—F— von Theben Aue wirklich in Erſtaunen; 
den teinbrüdden muß man bie Anorbuung ber 
en Mafien, bie Beflimmtheit in ihrer Geftaltung, 
nigkeit in ihren Werhältnifien, wie fi dieß in den 
Sliebenen Bugen ſehr gut erkennen läßt bewunber 
die Größe der —— ln bie —X 
Gliederung, den Reichthum ihrer Ornamente, 
rordentliche Anſtrengung, Arbeit, Ausdauer, die 
ag BR und —— ber ital. je die 
eifterfchaft ber Aeguptifchen Kun bie au in 
Bebanit des — eben ſo reiche Gelegenheit 















Rosiöre p.a0, 9) Eiei, 6,23 209) —* nk. 
87. 


712 Aſfrika, Waſſerſyſteme. Hit. Sof. $ 


des Gtublums barbietet wie in ber Runfk bes Au 
Denn wo fänden wir in Irgenb einem Laube ein. 
Beifpiel wie Bier, baß durch bas Gprengen umb Wi 

leich zweierlei Arten von Acchitectuem Mb 5 
Wolkommenpeit entwidelt unb gewiffermaßen bie 
lien verdoppelt bargeftellt Hätten, wie Bier bie 
diſchen und die unterirdifhen, für den A 
im Leben und im Tode, welche lebtere wie no 
ſtromab genauer Eennen lernen werben. Und bi 
fiructionen reichen in unenblider Zahl, im immıer 
tiger Vollkommenheit nah einem umabänderlich in 
f&bloffenen barmonifchen Typus, in pas hochſte A 
Binauf deflen nur Menfchen gedacht“ haben; bie 
(Entftehens der ätherifchen aus ber terreſtriſchen A 
bee Aegypter bat jener im allgememen einen um 
zen tellurifchen Typus gegeben. 


5. Edfu, Apollinopolia magne, 


An dem fÜüdlihen Eingange ber zweiten Er 
bes Nilthales, so Lieues (10 myriam.) unter Aſſo 
eins der geößten Dörfer im Said, Edfu”), auf 
ten Nilufer unter a4 Gr. 58 Min. 43 Gec N 
30 Gr. 35 Min. 44 Sec. D. 2. v. Paris, etwa de 
Runden a? vom Mil entfernt, in eine 
nerſten Winkel der Thebats, ein früherhin faſt un 
Ore, der doch eins der erflen Wunderwerke ımte 

chitecturen der Ecde enthält, das durch feinen Pla 
Reichthum des Schmuds, Ausführung umd DR: 
Ganzen aus ezeidnet it, und im Laufe ber Jal 

von ber Zerft rung durch Zeit und Menſchen faſt 
„ berührt geblieben ifl. ' 

Edfu’s Umgegend wird von vielen Ababbe’e 
©. 669) bewohnt, ber Drt felbft von Mohamede 
chriſtlichen Kopten, bie größtentheils bas Köpfergef 
Jas) für ganz Aegypten verfertigen, wobei ihnen 
Tradition ber Kunft von ihren Vorfahren gu gut 
denn fomohl die Brennofen find bie alten Aegyp 
auch die Formen ihres Geſchirrs biefelben find, u 
fo Häufig auf den alten Monumenten abgebildet 

Edfu ift unterhalb dee Syenecataracten 
seite Dre von Bebentung, wo man wieder eine 

arte für Lebensmittel findet. Aus allen 6 





%) E. Jomard Descr. des Antiquites d’Edfou in 
. ch. X. p. 1. **) Antig. in Descr, de l’Eg, 
Vel. U. p. 92. III, pl, 15,65 u, @, " 






„ur Hätten. 
dem Ramen der alten Stadt Kebö im Kopti⸗ 


woraus —z Edfoü entſtanden, find nur 

— erkennbaren ücherteh 
Sitabo nennt fle zwar Azolluros ne 

mellino 


magna bei den fpätern ahnen daher 

x nipen von von ihr, und Herodot Kat fie nie 
annt. a zebot bat eben fo w 

E —* — Dm Tentyra und andere anges 

gekannt, die une E gegenwärtig fo fe e wis 

** yet arte daß La RL t ſchon in 


Bu je in Schutt und Xrämmer lagen. 











umsen Thebais nur ber auptfabt heben. Sr 


uugenmerf seht auf das u Mempbis. 
eg rnthalten alfo bie gwei er een Bücher feines Mei⸗ 
s von dem, was damals in Aegypten doch vorhans 
ax und wovon er vielleicht auch darum weniger fpres 
Dalite, weil vor ihm fon: buch HPekatäus) von 
e Geſchichte ber Thebais bekannter geworben fon 
Be Aus Diodor nenne Edfu nicht; wie fpät alfo 
doch eigenelie) erſt —D dem Auslande befaunt, 
He vieles feiner ältern Geſchichten warb gar nicht im 
sein ber Weltgefchichte eingetragen, d bie Pros 
jener Zeit uns als Wunderwerke entgegentrften. So 
Die zwei Tempel zu Edfa, welche zu den prachtvollen 
au des Alterthums gehören, obwohl fie über bie Hälfte 
ande begraben liegen. 
nei Tempel im cehten Winkel +) zu einander gerich⸗ 
ade beifammen, fliehen auf den Schutthügeln der Als 





I füßer. 

er ee Tempel. dominiet bie ganıe Bes Gegend, ba: 

KQala b. 5. die Gitadelle genannte wir roͤßten 

des neuern Dorfes haben die Fellahs A bie Ter⸗ 
Beffelben erbaut wie zu Pbilä, Dean a. D. 
eus Bebäube, umgeadter feine pradtvolle agade bis 
2em Drittheil mit Säurtpaufen bebeckt if, frappirt 
xXMßte Harmonie des Theile und die Vollendung der 
ihrung; es ift fat dem Styl⸗ nach bas arzhte Mei⸗ 


Emmi . 


Champollion I, p. ı %*) Sırabo XVII. ed. Tzich. 
ig Her) 8. Geier by 5 


mbolik und M — 3. Ausg. 


89. a1, 6,240 uf. +) E. Jo ser, p. 


* 







Cadet und des Quais, von welchem eine Treppenflugt ' 


% R " 


2104 Afrika, Wafferfyfteme, EL Abſcha. 6.26 




















EEE SER 
Se aa a 


gegenden orlentirt), aber 

Eich Tempel Überhaupt 
en tirt find, ſondern nur ſpeeie 
imsgemein ihte Vorderſeite zuwenden. Der 
pelt je long als breit, i 
ehen, ober 157 bis 138 

us 84 107 
:& im * 





bie 

—B * 
Dis 27. 8 Gebäudes seht fen aus biefen 

hervor; das Innere iſt — efcpättet, 









ob ‚ bie . 
3* Desiyi-fhıen Def fen * * 5* 
v Tenwe 
Yon en getragen, alten e Lie vu) Dee] 


im Plafond; da aber auf biefem 7 





. Hätten des Dorfes liegen, fo bemugen De Geiciug 
D Unrat$ less 
Een as Sauer —— damit ziemilg 


Des zeigt ſich noch immer bas 
"Beute, De auferorbentüg Reihe hits 
tray‘, in ben Gapitalen, in den Gäulen 
menten). Hier zeige fi im Tempel ſelbſt das 
. Uenpptifge Pelmentapitel in feimer- voR 
Schönheit; es ift die Krone des Palubaums * 
m (nen Korbe bes Gapitals gebogen find, mel 
dbentl I — ber Natur getreu nachgebil 
"De 3 7 bee Blätter, die Fruchtſtiele ber Dottein, 
. Schuppen des Anfages und Stammes ib beibehalten 
ber gange Schwung der Rronenblätter in deu 
| Bergegsben b * al in ber Perſpectioe Die ſcſte 
Fung Thun. e Flächen find volſlkommen gleich ech⸗ 
Der die — Linien vollkommen gerade 2 | 
" gleihlaufend wie wir es in ber Deutſchen — 
Ei eufgfähe, bewundern. Die Pylone ſiud im 
a ufaetäh rt 
nordnung des one Tempels IE fchr el 
e Aufeinan Aa He 


gell fonmreteifeh ; 
ſehr paflent. Es if, um es en zu fallen, in Sn 


.ı 














Jomard Deser, p, D . n 
"19 Jomerd Dise 7. & =") Jorgard oscz, 2.7 2 


7 Bir, Ef > gas 


eeben von Säulengängen mit = vorliegruben Tem: 
flem 1umd 9 Portiten Ober Bart allen; 3 — 
verun eine große Tempelmauer, an deren Ende 
Sarupepforte zwifchen den beiden ppramidalım Ppienen. 
! awoge Raum zwifcen biefen und dem 8 
MER if mit dem Perifty! und defien Säulen gefüßt. 
Bee, die Pylone mit dem Periigl zufommengenommen, 
J Die Proppläen *) diefes Tempels denen nur in ans 

P ändern nod diejenigen von Perfepolis" zu vergleishen 
Fr Die ebenfalls mit Hülfe Argnptifcper Meifler erbaut zw 


S Conſtruction und Dispoſition des großen Ganzen 
die Decoratiom, die dang Im Aegnptifgen Sivi 
Error untergeordnet if. In den 30 Shulencapiekten 
—— wie im den 30 fehr verfdjiebenartigen Gapitär 
FR 'w VPortikos, zeigt ſich als die allgemein worheres 
um bie zweite national Aegyptifipe bes Lor 
(lotiforme, lotoide) welche bier allein noch wit 
Imenform (dactyliforme) abmwechfelt. Diefes u 
förmige Lotoscapital, ganz verſchieden von 
Sormen, ift eben fo getren aus der einheimifhen 
genommen, wie dad Palmblatttapital. Es iR das . 
Id der Lorosfeudt (das Ciborium ber pbaca 
fewohl wie Nymphaca coerulea, oder Nelembiam 
iosum im Syſtem, nach Sprengel Hist. Rei Herb, I. 
"30, welche beide in Megypten au Haufe find und Formen 
ben Pflangenornamenten bergaben) , als umgekehrte 
(cloche renversee), Die mit jenem —æe 
Aegpptifper Säntentnänfe; jedoch mit ſehr vielen ſe⸗ 
abmeipenden Drnamenten **). Auch eine beitte 
iomale Form davon, eine Nachahmung des Lotoskel: 
(ereusee en gorge; baher crateroide, teriforme 
Be in den Gapirkien findet fi bier, fo wie überhaupt 
—— Lot o s blu me Nyiphees eoerulen aber 
mbium speciosum) ***) mit Senamenten in Stielen, 
‚ Anrepen, Blättern, Blürhe, Keichen und Früch⸗ 
, diefenmhßkempel gteichfum übermuchert hat, und überall 
ie bie editrerur und Sculptur die lieb lichſten 
jenen und Modelle, als auch für die Aftronomie, fie, 
oglopbenfihrift und Religion bie reichhaltigen Botive 
Symbolen barbot. Denn dur diefe Wafferglanze +) 
der Offeiempthos in das Meip der Wegetokiem ein; in 


— — 











” Jomud Deuer. ER Y “) Jomur a Devon pa ee 
wi Li +1. p. . s.1. Lo- 
‚Loks orBgypre tn Atan). d Mei, Welle, mas, Grauer 

+4, 6,282 u 1. 





Proclus, der Meuplatoniter, de Sacrific, et May 
cin. Tornaes p. 276 sq.), daß bie Rotespflange Ü 
iufammenfalte im Dunkel vor Sonnenaufgang, 
Kafyuna ih entfalte und gegen ben 
Hand immer mehr öffne, he bei 
wieder zuruickzog, worin man 20 . 
ein vegetatives, ipmbolifches Anbeten Pr 
Art dee Lip; enbermegung unk des Faltens der 
grenfaen Sa erben wodurdp deum 
608 zur heillgſten Pflanze der Negypter gemerbı 
in taufend Gombinationen auf allen Bildern und 
zen erfheint. Schon barum mußte fie den Aegpı 
feoheRe und dankbarſte Gemüthsftimmung verfe: 
das junge Sproffen bee Saat und die DbRHIE: 
Dervorſproffen aus dem neugetränkten Nifchiamm 
Das neue Leben, ben neuen Ecegen für bas 
yerküimbete, und fie fo felbR zum Symbole ber 
it warb. . 
Ale Wände des Tempels find decorirt mit € 
und Bildern in außerordentliher Menge, bad 
Descr. de PEg. allein 03 Kupfertafeln *) mit « 
lien Gujets und 10 mit allen Hieroginphenfdri 
füllt find, wo benn auch das weitere mebil ben &ı 
maczufehen if. Wie führen nur an, ba ei 
ment an diefem Tempel auch noch das Auge if, ı 
baß an der Weftmauer, nad Beljoni's Beobahı 
Einhorn (licorne) **) abgebildet if; daß alle deri 


dung fand. Uederdem hatten Die Aiten 27 


en Miliſtron Cu. -- 217 
en der — in ben ü 5 der Tebeis 
en —— über —— wigtie 
m diefem Tempel die ** * ae it ber 
hichen Fabel ganz 5 
hen Monumenten 14 wlan, aus — nen 
ergiebt, daß fie wein qroenologiſe und 8 
* EAN (das je vom 2461 
Win cin Suviiner FR, Bean, en 
dergthure her neuen Erden, 5* 
Mi Milhtige Mefultate übe das Are Mies Das 

und die Erbauung der Zempel ber — — 
Hirt *) des Landes feldft ergeben, die —X oma 

Fourier ins Licht zu fegen füchten._ Einer großen, 
L sl jen Epoche, mal der Erneuerung eines 
of isperiobe (bon 1462 Jahren) umb der — vo 
indenen großen Heier in ann verdankte Diefer-g 

firistempel, nad Somarde fi und 
Unterfacung darüber fein Dafepn: 

Ganz in feiner Nähe fleht ber re, nie — 
der von ganz verfipiedmer Anlage * 
1, aber völlig I reinkiramend m mit 35* & 
pein au Pie Denderoß a. a. D. iR, die man im 

mfah von jenen, Tpphoniem*") nennen kaum: "Denn 
ya mieberholt fich das Bild biefes_bämonifchen Bots 
Mr des Böfen ***), mit feinen 79 Geſellen, der als der 
kann, als ber Feind bes Dfitis und alles Guten, als ber 

Be ——— als die Wüfte, als die därte Beit, 

beife Sluthwind, Gamum, ber die Herrſchaft ® 
et, befonne if. Dieſe Bleinen Typhenien mit fehe 
imlipem Styl, Relisfs, Ornamenten, find insgefamt 
— alfo gleihfam wiberfinnig, gerichtet un die 
Zempel der — Götter Carus 16, — ‚fo 










Imbos, Philä, Karnak, De beral 
Fals das Uebel, das Gute. fa Edfu ift der — 
% beiber Yrem machen, glei 90 EN De —E 1 


en &., der bes Thphon gegen DR. allen S 
aufn Befindet ſich bier das Wild des carkcaturartigen 
Dbon, und in feine Legenden find die Begebenpeiten auch 
‚guten Götter verflodten,  fowoßl in der Gculptur wie 

= — +); und in feinem Gefolge ei en fi ier 
Beobile, ffel, Hippopotamen und aı ihm gew 
here von denen das zuleht genannte in den ehten 


— 


Jomard D: d’EAf. 30. ji 
Yan Cr “) Tomızä De vo⸗er. a. see 
* Kr Cymbolit- I. I. ©, 359. 269. 

Gpmb, I. ©. 259, 











718 Afrika, Waflerfofteme. M. Abſchu. 5. 26. 


underten aus Aegypten wenigſtens derſchwunden 
—* Tempel beweifen buch —ã ihrer —— 
daß ſie —— zur Feier von Iſts und Dfleis, der Seu 
in ihrer hochſten Kraft und Stärke, bes Gommerfelfitium 
un eier ihm —— aan *5* 
ils beftimmet waren, wodut ei ie Wie 
sung des Landes, bie Wiedertipe und der Gieg —58 
über das Boͤſe, die Verſüngung der Natur und bes 
Cyclus, die Auferſtehung Dfleis aus dem Grabe u 
flerbligkeit mit gefeiert wurden. In einiger Gntferam 
dieſer beiden Zempel bat Belzoni *) einen dritten bich 
unbetannten entdedt, zu welchem eine Sphinxallee Füße 
Von den Hauptdimenfionen bes großen Tempels 
Edfu, nach Länge, Breite, Höhe, im Ganzen und allen 
zeinen Theilen, bat Jomard in den Zahlen der 
won: Tempel felbfi genommen find, eine Ueberfiche **) 
ben, aus welcher erhellet, daß die Aegypter im all 
in den einfachſten Verhältniffen am bäufigfken i 
ten conſtruirten, was ihnen bei den außerorbentlidgen 
fen doch die fchöne, aroße Harmonie und Einfalt giebt, 
dem veligiöfen Zwecke bee Tempel und ber em 
fidern, ſtrengdurchdachten matbematifchen Priefterwi 
ihrer Erbauer vollkommen entfpricht. 


4 EI Räb, Elethyia,. | 


Das Dorf EI Kab ***) liege nur o Stunden m 
halb Edfu auf dem rechten Nilufer, gang ridptig ba, wei 
D’Anville die Stade der Lucina, Latopolie, Bin TR 
won ber uns die Alten nichts berichtet Gaben. Sa 8 
Ebene zeige ſich eine Art Ummallung, innerhalb wi 
Gäulencapitale aus der Erbe hervortreten, und bie 
barten Berge find wie ein Sieb durchlöchert mit Oi; 
brücdhen und Selsgrotten. Die Ummallung }) if 3 Bu 
Hoch, Über 34 Fuß did, aus Badfteinen, bie an ber 

ebaden worden, erbaut, und umläuft einen vierekist 

aum von 1990 Fuß Länge, oder 2110 KrS +r) nad DW; 
zoni’s Angabe. Bei einer fo ungebeuern Waffe F 
fi erſtaunt, woher den Thon zu ben Backſteinen nı | 
und wie viele faufend Arme waren zw ihrer Bearbeit 
in Thätigkeit? Im heißen GSandboden, deſſen Pike R 
noch im September oft bis 50 Br. Reaum. Therm. Faß 
































*) Belzoni Voy. I. p. 90. **) Rapport des prineipale & 
mensions du grand Temple in Deser. p. 56. ** Bunt 
. Genis Descript. des Rnines d’El-Kib in D. Be. 4 L 
ch. VI. p. ı. +) Antiq. Vol. I, pl. 66, & 2. fi) Ber 
ai Voy. I, p. 353. 





\ 













t worden.. ine zweite 


eue der w in Umfang 7680 


hr der 


a nun bei jedem Tempel, Palaſt, ja b 
A Aeghptens wieder it. Heute h 
fer großen Ummallung die Hätten bes Dorfes EL 
umgieht einen Raum in we 

men, eine Stadt für 10000 
m gefunden Haben wärhe. 








neben e nander, nach Art eines Dfisiums und. 
en no «ein ober zwei andern kleinern 
: 


wit, 
"die ü d let ſtreit 
te Melnalta ), aud mer VrOtadı wohl 16. 
dieß — die außerordentliche Menge von Ga⸗ 
ale he ne Val ehe 
3 —2*8* waren. Denn die Hänfer der Lebens. 


m Städten ſahen bie Aeghpter nur ale Ba 


jiebender Pilger an, und hielten es nicht dee - 


td fie befonders zu verherrlichen, auf bie Woh⸗ 


: Kodten aber, in den Eingeweiden ber Berge, 
brem Blauben für die Seelen ber Aufenthalt. 


lange noch Reſte des Körpers vorhanden waren, 
n fie alle Mühe, Arbeit und Kunſt, fo daß bie 


sale unter ber Erde in Aeghpten — — 
und Kun 


n Zahl, Reichthum der Ornamente 


noch übertreffen mögen, wovon beſonders bie 


ber Thebais ein merkwürdiges Beiſpiel geben. 

n GSteinbrüchen und Felsgrotten gu EI Nab fin 
ußer vielen Mumienreſten (nur von Landleuten 
id nah Belzoni's UrtHeil), und andern Merk⸗ 


n, insbefondere gwei Tobtengrüfte, bie fi 


n Überrafgenden Reigtbum der aflen 


en bei Theben gm vergleiden, auszeichnen, welche 


flich erhalten Haben, und nicht, wie in den Pas 
Kempeln, Gegenflänhe bes prieſterlichen und Pries 
tbens der Aegypter barftellen, fondern eine unbes 


ü Voy. L. p. 353 


ee Kab. 7490. 

ie | mit den Ruinen — - 

? bes Heilige Bet, ber Temenes, um | 

ı gu ſeyr A beu-jept in Gandhägeln wi indeß 

tadt det haben mag, we den \ 

——ã— —— und ber Erahtı 
emmungen des Mil dienten, wie biefelbe 


gem, . nach unleren 
555 


Fülle von Scenen aus dem bürgerlichen Leben” 


790 Afrika, Waſſerſyſteme. TIL Ubfhn;$:s6; 


felben, wodurch fie ergängen was bie alten Hiftoritir 
—8 dem Te Run der Rilanwohner 
Haben. s find nur a Bleine Grotten *), nice 
24 Fuß lang und halb fo breit, in Fels gehaum 
eößter Liebe für den Berſtorbenen mit allen Wi 
es bäuslichen Lebens in faubern Bildern, vielleidt von 
nee Mahlerfamilie, gefpmüdt find. Man ficht 
Details des Aderbaues des Pflügens, ens, der 
Eente, des Ausdreſchens, des Einfammelns ber 
Derjeichnung der Summen in Regifter Calfo Scrilt 
Renung); abgebildet find der Kifhfang, das Einfal 
d, bie Aufoemäpeung, des Wildpretts, die 
ufbewahrung in den Weinkellern, das Abkühlen ber 
sränte, das Hirtenleben, die Rückehr und Pflege der 
den, die Schiffahrt, das Gergeln und ubern, bie 
dung der Warken. Berner fiedt man viele Handepie 
mie das Mäften und Schlagen, alle Aeten ber 
Ber und Gewerbe, endlich auch bie Mufit, bas Zanım 
bas Einbalfanicen der Dumien. Alle Figuren find in 














En 


nit geſchleben nad neuer Gitte des Orients von 
ange mit den Männern im bürgerlichen Leben; jedem 
fte ſteht ein Vorſteher wor, bee A durch Stand 
jürde auszeichnet, alles iſt durch Hiero glyphen erlü 
und in dem frifheften Farben gemaßlt, bie Yahrtauf 
um Trot jeht noch unter der Erde in Bilderm 
jaben zum Studium *") für die Nachwelt, . mas die Wh 
fichte überging und die Verwüſtung vernichtete. 

Bei EI Rab beobachtete Belzoni*") noch einmgt 
sen Pafenort, zum Einfiffen von Waaren bequem gelogt 
und Ueberreſte einer Landſtraße, bie von Hier ofkmärte zu 
sothen Meere führt. 


5 Das KEransverfalthal von Ebfu mit ber alte 
Caravanenfirafe nach Berenice Nah Geik 
leaud und Belyoni. 


Dei EI Rab und Edfu eröffnet en DR W 
Nil aus zum rothen FAR et ah d 
Zeansverfalthal, weldes heutzutage gi bem twiet 
aufgefundenen Ruinen bes berühmten poriums Wet 
nice führe, das unter den Ptolemäcen für Kegppten — — 





), Saint Genis Deier. p. 7. u. planches 6— 71. € 
star Memoire sur los Grottes d’Elechyia in Deca 
Egypu ***) Belsoni Voy. I, Mu L 2.35% 





Nilſtrom, Edfu. 7421 


se duch den Gechandel mit Indien erwarb; 
iſcheinlich iſt aber derſelben Werbindung des Mil: 
dieſem und Ähnlichen Wegen, mie ven Völkern 
6, fhon weit früber, vor ben zerſtörenden Ues 
ab Unterjodungen bee Perfer, die hohe Blüthe, 
»Herrlichkeit dieſer antik: gppeifen Städte zue 
geit zugufcheeiben, aus weiches die beſchriebenen 
en herſtammen, auf und an welde unter den 
ıd ausländifegen Namen, von Elethyia und Apol- 
magne, El Kab und Edfou, fich die jüngere 
nafdem jene viele Jahrhunderte ſchon in Staub 
gelegen, angefiebelt Hat. Schon die hohe Bevoͤl⸗ 
obern Niithals, bie ſich aus den ©teinbrüchen, 
mern und Ruinenreflen ergiebt, machte ihre Er: 
ber Thätigkeie über die Schranken des Miltbales 
thivendig, wenn wir auch bloß ben analogen Völ⸗ 
iffen folgen und nie Müdficht nehmen wollen 
wbinbungen, welche dee Deros Seſoſtris, buch 
eszüge nach Indien, mit dem Auslande Enlipfte, 
od aus den Monumenten ber Thebais unbegweis 
hatſachen ergeben (f. unten). 
eit ein paar Jahren wurde bie alte Handelss 
8 dem Thale von Edfu nach den Smaragdgeuben 
deckt von Cailleaud, und dann ihre Fortſetzung 
enice von Belzoni, beren Berichte wir kürz— 
tistheilen wollen. Genauere Nachrichten wird bie 
3 anderer Meifenben in ber Zukunft wohl geben; 
eine Karte diefe Straße nach Berenice bezeichnet. 
leaubd *) ging (1816) vom kleinen Dorfe Rebe: 
babde’s, im S. O. von Edfu ab, und kam am 
end zu einem Brunnen; auf der weiten Tag: 
ve gegen Öften hin, fpaltete fih ber eine Wen in 
von einer gegen N. O. nad Koffeir führen follte. 
ein antiker Tempel aus Sandflein gehauen glei 
den Monumenten, von 4 Pfeilern im Innern 
getragen und von zweien am Eingange; an bei: 
n des Hanptfaales mit Lleinern Gemächern, und 
ı Adpron mit drei coloffalen Figuren auf ber Din: 
ı Sels, genau, nach Burckhardts Urtheil, wie 
l gu Dere, au mit Hieroglyphen und fdhönfar: 
aälden bededit, wie in den Königsgräbern zu The: 
mit Griechiſchen Inſchriften. Bon bier an fan: 
mn in Entfernungen von je 8 bis 9 Stunden, 
rothen Meere zu, immer quadratiſche, maſſive 
die an einem Wege mit Meberreften antifer Con; 


:aud Voy. in Burok# ırdı Tr. zer p: 638. 
8 
















7es Afrika, Waflerfufteme. IL. Abfchn. $. 26. 


firuction lagen, und einft fider zu alten Wtationen inf ie 
g:oßen Handelsſtraße nach dem Meereshaſen dienten, 
aber lagen keine Brunnen mehr in ihrer Rähe. 
des genannten Tempels fanden fi auch Iänss de 
GStraͤße an mehren Geiten des Gebirge Tafeln in Geis 
fels ausgehauen mit Hieroginphen und Gculpturen. Dei 
Tagereifen vom Nil entfernt traf Cailleaub uf mm 
große, alte Straße die von N. nach &. giebt, fehr berit ul 
ein großartiges Werk ift; die Araber fagten, an | 
lien Ente lägen große Ruinen. Wohin fie führte, Rum 
noch unbekannt. Gailleaud überkreugte fie gegs 
und Tom am ten Tage gu den Gmaragbgruben, von WE 
wir oben geſprochen haben. 
Belſoni, der bald nachher benfelben Weg zurklk 
fand «ebenfalls diefelben S sationen zwifchen dem Ril ww 
dem Meere, und urtheilt von diefer jegt in Wäfrad I 
enden Gegend , daß fie alle Merkmale einfligen grep 
—** trage). Die Stelle wo er bei einer Go 
flation einen Beinen Xempel fand, nennt ee Bualıl 
Minah, und hält diefen für eine Arbeit im Styl Iafie 
lemäer erbaut. Nach der vierten Tagereife von Ede I 
er ebenfalls zu einem Thale, das fi von R. ng B. 
und das die Araber Bizak nannten; an beffen Re 
bezeichneten fie als einen magifchen Fels eine Granit 
mit Hieroglyphen bedeckt; Belzoni Hält dieß für ei 
Poſten der Straße welche d'Andilles Karte von Kopti— 
nah Bereniceangiebt. Dieß wäre denn nach Strabti) 
Angabe die Runftfiraße, welde Prolemäus Philed 
phus eröffnete, mit Brunnen und Garavanferais 
auf welcher bis auf Strabo's Zeit ein fehr Lebhafter Kram 
port Indifcher Waaren und wichtiger Handel nach Aryl 
betrieben wurde. 
Von biefer Stelle kam Belzoni mit feinem U 
gefährten Mr. Beechey, gegen S. D., in ein ſandizes AU 
zu beiden Geiten mit ſenkrechten Felswänden begrrast, 
von Marmoradern durdfept waren. Nah einigen Grm 
Weges zeigten fi die Mauerreſte einer alten Gtarien, 
Samount”‘*) genannt bei den Ababde’s, welde die ai 
jigen, fparfamıen Nomaden dieſer Wüſteneien find. 
gegen Oſt folgten reizende Acacienwaldungen. Nach 3 Cl 
den zeigten ſich auf einem Plareau wie zahlreiche Trümmt 
einer großen Stade mit Zelfen umgeben. Aber \ 
fehen war es eine Sandebene, aus welcher Granitklippe 
wie Infelgruppen bervorragten; bie Stelle des Se 



























*) Belzoni Voy. T. II. p.36. **) Sırabo II. ed. Tıxc 
p. 595 ”**) Beizoni’a, a. O. } 39. zVIL © 





Nilſtrom, EI Kab. \ n23 


nur der Sand ein, fonft glich das Rocale aan 
Althalsſchlucht im Lande der Sataracten von Phil 
ie, und brachte Belzoni auf den Gedanken, daß 
der Nil feinen Ausfliuß zum Meere nebmen mochte 
n Geitenarm , wovon mande unbeflimmie Gage 
und neuen Zeiten im ‚Munde des Volkes gebt. 
itklippen wurden bier bald dur Porphyrklippen 
geologifches Phänomen das jener Hypotheſe nicht 
fi, indem fie als jüngeres Gebirge durch eine De: 
unten bervorgedrungen den Nilarm gegen Welt 
fein jebiges Bette zurkddämmen können (f. Ver: 
es Porphyrs). Nah a Tagereiſen von hier über 
a Guerf und Dwell, erblidte Belzoni in ber 
rothe Meer *), und erreichte dann gegen S. W., 
z etwas rückwärts gehend, die Smaragdminen 
 (f. oben ©. 675). 
Often diefer Bergkette folgte Belzoni einen 
I ®imel genannt, der gegen &.D. endlich aus 
itunden lang engen Schlucht, zwiſchen Ma:mor 
ı Granitfelfen, zu einem felfigen Engpoffe, Charm 
Ld i. der Cameelsſpalt führte, der ein durch 
and in Fels gehauenes Kunftwerk ift **). en: 
ben erweitert fih das Thal, deſſen aufgefpfilte 
a Die Annfherung sum Meere verfünden. Bon 
ihrte eine kurze Morgenreife zum Spiegel des ros 
ces, deſſen erhabner Anblid um fo überrafchenber 
dem Austritt aus den Wuſtenlabyrinthen und ben 
ten. Der ganze Käſtenſtrich, dem Inſelchen 
vorliegend, beftand aus einer Maffe petrificirter 
tler Subſtanzen die Al, wie Fels, aus Meer: 
irzeln, Madreporiten, Coralliten und Mufchelreften, 
a mit Sanddünen überdedt, als Klippen weit in 
reichten, und durch ihren Anwachs jeder Schiff: 
Landung vermehrten. Nur Fifcher auf ar.sgeböhl: 
amen der Dowmpalme umbherfegelnd barpunirten 
hren Langen ſich Fiſche zur Nahrung. Unier die: 
ete ſich ***) ganz beſonders der 14 Fuß lange Fiſch 
ı blau und filbeen die Floſſen, roch am Kopf und 
der dem Benne des Nils jo ähnlich lebe, und 
Alten ſehr befannt war, da er in den Wandge— 
B. au ber Königsgrüber in Theben fo häufig 
Batüirliden Farben gemahlt if. Erſt in einiger 
19, ſüdwärts von dieſer Gegend, an dem Schwe⸗ 
rl Kabrite und ber Inſel Suarif vorüber, ge: 


oni a. a. O. p.4B. *%) Belzoni Voy. II. p. Cı. 
3elzoni a. a, ©. p. 72. vergl. Anıiq. Vol, J, pl. 87. 
332 


724. Afrika, Waſſerſyſteme. mi. ubſq. Gr, 


langte Belgoni nad drei Tagen zu ben Buinem‘) da 
alten Stadt, deren Häufer zum heil unter Ga we 
hüttet find. Diefe können wohl Leine andern als W 
rümmer des alten Berenice feyn. Merkwürdig iff et 
nur allein ber Tempel aus Sanbfleinguadern t, 
aber durch Verwitterung ſehr viel gelitten haben; Wie ki 
gen Wohnhauſer aber find aus der Petrefactenmufk iu 


Gftenftrandes erbaut, die dem Travertind ber altitali 
Ruinen, z. 8. von Fakum, gleich fehen. Dieſe alte 
war einſt offen gegen das Meer; an ber Dftfeite dahin 
erhoben ſich die Berge amphitheatraliſch, und nu u 
M. W. breitete fich eine weite Ebene aus. Bor ber 
dehnte fid das Gap El Galahen aus, und gab 
gegen die N.W.: Stürme, fo daß ein febe fGöne 
efhünt dahinter lag den jetzt eine Gorallenbont 

er Eingang bes Hafens war ficher, ſehr gut für bie 
Scäcchiffe der Alten, obgleich jegt mit einer Ganbbarı m 
zennt. Belzoni maß die Länge ber jetzt gany uk 
benen Stadt, von N. nah S. auf 1600 Fuß, bie 
von W. nah Oſt auf nooo Fuß. 


Der Tempel in Aegyptiſchen Styl erbaut dat 100 
Länge 45 Breite und 4 Säle Eine kleine ar ber u 
demfelben geigte bald ſehr gute Aegyptiſche Gculpturm I 
Bautzelief und Hieroglyphen, weiter fortgefegt würde 
ntdedung bier zu maden geweſen fenn. Bisher 
man noch keinen Tempel im Aegyptiſchen Style am cefl 
Meere; die Ebene umher fcheint eine gute Culture 
ſeyn, doch ift die Serluft dem Wachſsthum wohl fi 
ünftig, auch fehlt füßes Waſſer fegt wenigſtens in g 
Dräbe. Die Däufer find nur ſehr klein ohne Nebe 
bie größten nicht über 40 Fuß lang und mo breit, ihre di 
beträgt vielleicht an sooo, fo daß mit den umhberliegenie 
Landhäufern die ganze Population vielleige «ink bi a 
10000 Bewohner ſtieg. Auch liegen einige — 
der Nähe. Noch iſt Bein directer Beweis dafür da, N 
dieſe Ruinen an ber Stelle bes alten Berenice * 
aber viel Wahrſcheinlichkeit; die Brände daflr hat De 
z0ni**) fihon beigebracht. Die Lage ſtimmt gut mit BE 
villes Zeichnung auf feiner Karte vom alten Aegypt 
überein, etwa unter dem nördlichen Wendekreis, . weld 
Angabe Reichard auf feiner trefflicden Karte A 
et Arabia Petraea 1818 auch mit Recht gefolge iſt. 
wird künftig noch manche Entdedung in diefer feit mand 














*) Belroni Voy. T. II. p. 76, %) Belzoni Voy. T. U. 
78. Nota. 


..., Rilſtrom, Gaib, Thebais. _ yas 
Maren Vergefien gewefenen alten Danbelofttafe 


dutesung 3. aid, Dberägupten Bortfes 
ung: die Theba 


L Eon, Saa, Latopolis. 
sn&*) auf dem linken Nilufer, die Hauptftabt bes 
Aeguptens, liegt na Nowet’s efimmung unter 
un a ı Ger. D. v. Paris unb unter 05 Gr 
58 Gere, r\ Br. Dier ermeitert ns 2. * 


Nilthal gu einer Breite von 24000 Fuß; fanft 
Ebene gu den begren — Kalkbe 55 





Fl3e 


ie 








sabifhen Y: * wi fi eine 
e die gegen 
mob von en Elropder angen —* * 
Boden der Ebene von Esne iſt * u erhaben, 
Nil bewäflert gu werden, o sl be er bradhe * 
en ©. des Ortes iſt er feuchtbarer und 
t. ben da acgen fi bie Reſte eines alten 
beifen Bernach ng auch bie ganze Ebene 
wurde, aus der Hifi heute die wenigen dort 
abenen Ginwohner befländig auswandern. o& bat 
no immer einen thätigen Hafenplag mit Nilbar⸗ 
6, die Stadt liegt er einem Schutthügel 30 gut 
en Geiten ber eeißende Nilſtrom ofe je hi 
‚at manche Fabriken, zumal vom Shawis (Melsye * 
haumwollwebereien, viel Toͤpfereien; er iſt ein Ma 
ie die geflochtnen Matten und Köche der Barabras, 
Stapelplap für die Büter der Gennaarcaravane, bie 
von ben Ababde’s und Daraou escortiet wird. 
war Esn& für die in Unterägypten unterbräds 
Iarteyen ein Afyi, fo für bie flüchtigen Bey's in dem 
ı Beiten, bie durch bie große Entfernung won Gaire in 
ı il ihren n han weniger gefährlih find. Geo 


tie 








R ur. 





len 


* zur Zeit der Franz far a Mur Bey 
erden, aber nad Een 
‚„ mit ihren nen zurückgezogen. 
Mameluckenreſte wurden von den Franzoſen gang vers 
Pre — un —X a alters Sons auf 
auffplugen, wo en er 
sfchaften su Gute kamen 


atten fich na, Dsman 





olleis et Deren Deser. d’Ems6 er de ses Environs 
> ag Ali ch VII. ##) Jollois a, q O. u. Girard 


n26 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchn. das. 


Der Marktplatz oder Okel zu Esns ik, ak 
‚nem Schutte und ten elenden Hütten und Buben, 
der?! swifhen antike Manern bineingebaut Find, fi 
ſtaunenswüedigſten Zempel *) Aegyptens fo weh 
e8 sur Zrit unmöglich iſt einen Weberblid von fen 
Zug.in Geſtalt zu gewinnen, bafür fee aber fein Jana 
beim Eintritt noch immer in Erflaunen. Ein Portions we 
gerzalen don 24 Säulen die Über 33 Fuß Höhe, ı6 
in det Deripberie haben und in 4 Reihen ſtehen. Dit 
theilung des Tempels gleicht ber des Eleinen Temps 4 
Philã. Dieles Innere iſt an allen Theilen, ringsum, 
d „mien, am Architrav, an den Säulen und Haupt 
ten mit Sculpturen verziert, und Überall mit Hieroglapl 
fiberde tt, die in horizontalen und fenkrechten Banden 
gan.e, ungeheure Zempelgebäube durchlaufen, und, fe! 
fich jenen läßt, fand daffelbe au auf der Außenfeit } 
nur mit dem Unterfgiede, daß bier, wie zu Kalahfhk 
oben), alles vertieft, dagegen im Junern alles erhaben 
in Streit ausgearbeitet iſt. Die Hauptfigur unter 
MWanppidein wie unter allen Ornamenten, ift das Gi 
Bild mie Dem Widderkopf, der Jupiter Ammon ber | 
hen, dem unſtreitig diefer Tempel geweiht war. An 
frinen Trüämmern fegt er in Erflaunen, benn alles ik 
Riefenguanten grandios erbaut, die ohne allen Möıd 
einander gelegt auf das vollkommenſte gefügt und bau 
find. D-bei iſt die Oberfläche des Rieſenbaues fo dich 
drängte mir Hiecoglyphen, diß wirklid eine außerorden 
Zeit una Menge von Hinden dazu gehörte, fie nur u 
den zu Sönnen, Denn nad einem genauen Uederſchlet 
trägt. die Tempeleberfläche nicht weniger, ale 5000 D. 
trex o er 45000 Quadrotfuß. Konnte ein Steinme 
ein Zehntel Qurdratmeter in einem Tage mit fol 
rog.ıpben dedecken, fo waren doch 50000 Zage zur 
. gung der gan:en Decoration nothwendig. Zum 
—* icus maren allein über 027000 Gubicfuß (3500 ( 
metre:) Quaderſandſtein norbwendig, wonach man fid 
Voritellung von den Selemaffen machen kann, die d 
naa barten Bergen entriſſen werden mußten, und w 
großen Anl.ge des Grundbaues auf einem tünfl 
Esutthügel im angeſchwemmten Schlammboden, un 
fenkrechten Mauermaffen zu tragen, von benen bis 
ein Härchen aus dem Senklothe gewichen il. Bin 
diefen Tempel haben fih indesß Schuttberge fo weit 
bäuft, doß er mit diefen bald gang zugedeckt ſeyn wi 





*) Jollois etc. Deser. p.5. **) Antig. Tom. L 
*+#) Jullois etc, Descr, p. 30, pl. 80 B4 £. 83. 


: Müfem, Seip, Thekais. 727 


mon zu befueien, würde ein gunee Biertel der 
tabt: Gone demelict werden müflen °). 
Siertelkunden im Norden bdiefes großen Tempels, 
uf vom Nil ab, liegt ein zweiter, weit kleinerer 
r pel, der weit mehr zerteümmert il. Er 
erbaut zu ron war vielleicht nur ein Drafel: 
Berhalb der Stabt, iſt aber buch viele feltfame 
a und aflrongmifhge Zeichen merkwürdig. Es—⸗ 
Tempel liefen zu den aſtronomiſchen Bildern 
en "") die von Wichtigkeit und durch bie weib⸗ 
aufgezeichnet find, die fie wie ein Rahmen (als 
ter) umfe@ließt. 

nf dem Dftufee des Nils, Eone gegenüber, liegt 
Tempel auf einer Anhöhe in Tümmern; fein 
5 läßt vermuthen, daß er dur Feuer gerflöct 
wovon mehrere Epuren fich in den Aegyptiſcen 
en zeigen, bie an bie Zerſtärungswuth bes Der: 
ambufes gegen bie Aegyptiſche Prieſterkaſte und 
n Zempeldäufer erinnern. 

e Südfeite der Stadt Eone liegt ein Koptiſches 
‚, das durch bie Gebeine des chriſtlichen Marty: 
ee unter Kaiſer Diocketians Mordbefehlen fielen 
er. Beb.), bis. heute ein wichtiger Wallfahrtsort 
and einft von weit größerm Umfange war als es 
Babrfcheinlich kam es wohl durch die Schule des 
bomius in Aufnahme; dieſer Held der Kopti: 
e wanderte wenigfiens mit feinen Mönchen und 
in der Mitte des Atem Jahrhunderts (340) bis 
iasor) oder Sna, welches der Koptifehe Rıme diefes 
en Koptifhen Legendarien it). Der neuflingende 
ne oder Asna der Araber, ift daher der alte Ae: 
ınd ein neuer Beweis der Vivacität einheimifcher 
rſchiedene Hahrtaufende und verfipiedene Völker: 
ndurch, indeß die fremden aufgebrungenen,, wie 
Briechifehe Latopolis, Beineswegs haften. Sa 
npollion vom Koptifchen Worte ab welches einen 
yeutet; der eine Tempel auf dem Oſtufer bem 
polis gegenäber war woßl Contra Latopolis ber 





eit ber Erbauung von Esne if unbekannt, ber 
nad zu urtbeilen gebört es zu hen. älteflen 
berägyptens. Won Nubien herkommend iſt bei 


s Deser. p. 14. **) Jollois etc. Descr. des Monu- 
Astronomiques döcouvertes en Eg. in 1). Eg. A. 1. 
J. p. 1. u. Plauch. 79, 87. Vol. IIT ***) Jullois etc. 
p- 21. Quatremöre Mem. s. l’Eg. T. ı. p. 272. 
sremere a. 8.0. Champollion T. I. p. 189. 


728 Afrika, Waſſerſyſteme. UII. Abſchn. $. 26. 
Gene bie erſte bedeutendere Erweiterung bes rei 





einer größeren Gelonifation ; aud find wohl bie auf 
Erhetung des Schutthügels der Stade über dem 
des Nilfpiegels und die tiefe Verſchüttung bes Nempce, 
Beichen ihres ſehr hohen Alters. 

Der Styl des Tempels ſteht dem telluriſchen Lrfgrung 
weit näher als viele antere, er iR viel einfacher, names 
und ift dem Grottenbaue verwandter in feinen Formen; a 
ift gebrüdter, bat in der Ausführung ber Ornamente we 
niger Graciöfes und Weiches, auch bei groke: I) 
Fleiß weniger Reichthum im Beſondern als die Tewpel is 
Denderah und andern Orten; Überhaupt zeigt fick übmel 
in der Ausführung ungeheure Kraft mit größerer Rehhel 
dee Kunſt. Auch der Zodiacus von Esne zeigt nach 
Erläuterung der Franzöfiſchen Antiquare und Afkrommmm 
die ältere Epoche eines frühern Gyclus an, ale der I 
kreis in Denderah, und die aſtronomiſchen Wasreliche is 
Thesen. Daher möchte dieſer Tempel zu Esnoͤ ouch ul 
noch Älter feyn als jene Gebäude. Alle Städte Argppteit 
find auf Schuttbafen erbaut; diejenigen, welche vom Rik 
waffer zunächſt erreicht werden können, find auch wohl WM; 
älteften Trte, weil fi da die Bodenebene am hochſten wi; 
geſetzt Hat, weil feit längerer fi die Schutt: und M 
ſchlamm-Maſſen bedeutender erheben konnten. Ge sieh; 
es ſich bei dem Eleinen Tempel von Esne in melden NW: 
felben Zeichen und Bilder des Zodiacus fich befinden wie iR 
großen Tempel daſelbſt. 








9. Erment, Hermonthis. 


An der Stelle des alten Hermonthis, unterhalb be 
zweiten Engpafles den Gebeleyn (f. oben &. 02), in 
ber dritten Grweiterung bes Nilthals oder dem Whale wm 
Theben, liegt 1800 Fuß entfernt vom Nilftrom bas Dei 
Erment*) oder Armont der Araber. In beffen Räh 
in ber Mitte gewaltiger Schutthaufen eben bie Ueberreß 
eines Tempels der weniger durch feine Größe, als durch U 
eigenthümliche Dispofition und bie große Eleganz der Si 
len und Eculpturen ausgezeichnet ih umgeben von ein 
Umwallung, welcher an ber Sübfeite ein großes Baflin ve 
iegt das mit Quadern ausgepflaflert war. Be 
ängerung der Axe bes Baflins liegen die Reſte einer 
en Straße, von jeber Seite begrenzte durch Schutt 
am Ende mit der Ruine eines alten Thores, bas wohl eh 








*) 2. Jomard Descript. d’Erment ou Hermonthis ia 
Eg. I. Antig. T. I, ch. VIII. pP» l, 





* 


Milſtrom, Said, Thebais. 709 


oüte Hermenthis beſchloß. Dreihundert Schritt Fübli 
da age a 8 d ne — ae 
mich einer erſten Chriftenkicche. 
Heemonthie war die Hauptſtadt bes Hermonthiti⸗ 
n Memios, ganz nahe bei heben, einft der Gig eines 
Biden Biſchofs, und noch jetzt hat es Chriſten zu Ein: 
mern, bei denen das Grab Mary: Girg&s oder Sanct 
vorgs in großer Verehrung iſt. 
Haft alle Tempel der Thebais liegen in Nieberungen; 
ww, vwerfchieben von allen andern im Gegentheil ganz ifos 
‚mb Fr ihn Fe töfere My bominitt; feine 
anken en geichnen ang frei gegen den 
ı Umgeben von steuern 8. bern und den msi 
ı fe en erbaut, if ber Tempel gegen WB. gekehrt, 
parallel mit dem Nil, 245 Fuß lang, 655 breit, feine 
Gänlen Aa Fuß Hoc mit etwas mehe als 5 Fuß 
Durchmeſſer. Gr ift aus Gandflein errichtet, aber an 
‚MBorderfeite fieht man, daß die Quadern ſchon einmal 
herhin zu Altern Gebäuden gedient, denn auf ihnen fin⸗ 
"ip zerſchnittene Hieroglyphen wie gu Ppilä und ans 
an den Geitenflächen, welche in ein weit böbenes 
eu der Aegyptiſchen Baukunſt zurückweiſen. Der Tempel 
eboch einer ber älteſten Aegyptens, nad Jomard's Urs 
„ obwohl er ſelbſt zertrümmert if, und zwar gewalt⸗ 
Is denn neben dieſen zerſchmetterten Theilen, wie z. B. 
umgeworfne Colonnabe, iſt er an andern wieder trefflich 
alten, wie z.B. im Innern ber Tempelhallen faſt un: 


Im Bau gleiche der Tempel den Thyphonien; babei 
tee viel Eignes in ber Eintheilung feiner 3 Hauptfäle 
hin ben breierlei verſchiebdnen Säulenorbnungen bie fly 
e wie in keinem ber landern Aegyptiſchen Tempel vorfins 
u Geine Sculpturen gleichen (eh: denen am Typhonium 






6 Eigenheiten unter diefen haben wir oben ſchon ber 
* * * sine onbere iſt F * olung der mit 
und ber en Armen a men um ein 
Jes Geld Berumfaließenden weiblichen Schale *), in wel: 
m mehrere Wilder bes Thierkreiſes vorgeſtellt find, ganz 
ı bie um dem Bobiacus zu Esné. 
Eben dahin, auf aftrologifhe Dinge zielende Wanbbil: 
: finden ſich im Sanctuarium bes Zempels, wo Ifis 
burt des Horns ben Aufgang ber Planeten aus dem 
ıbefeuchteten Erdſchooß vorfielit, zur Zeit des Winterfol: 





) Jomard Deser, &,0,0, p.9% Antiq. Vol. I. pl. 91-96. 
um, 


730 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Ubſchn. $. 26. 


flitiums, wo bie Sonne am ſchwächſten und niedriefim u 
dem Horizonte ſteht (mas Horus als Kind bezeichnet, weh 
Plut, de Isid.), mo aber auch gugleich die junge Gaat u 
dem Schooße der Erde keimt und aus ibm hersorfprefi 
Auf diefes Bild, mo Sfis als Symbol bes Winterſelß 
tiums und des Sruchtkeimes gilt, folgen andere wie Hei 
gefiugt wird und eine ganze Meibe, bis wieder bes 
des Sommerfolftitiums in dem Taurus und nndere befan 
Geftalten auftreten, fo daß fib bier im Tempel a Hi 
montbis gleihfam eine ganıe Scala oder Reihe Calente 
fcher Tempelbilder, die zugleid von höherer Bedeu:ung Ma 
vorfinder, welche die Symboliſirung ber 4 Hauptepeq 
des aftronomifchen Jahres darftelen *), daher Steabo fa 
bier werde Apollo und Jupiter verehrt, Las ik Dfir 
und DHorus der Iſis Sohn. 

An der Südfeite dieſes Tempels bat ber Durham 
des dortigen Baflins deffeg mittlere Länge; es Hält fa i 
Gevierte 80 Fuß, bat auf den 4 Eden Treppenſtuſen u 
der Tiefe und ift von Aegyptiſcher Conftruction ); eb 
aber als Nilmeſſer einft diente wie neuere Reiſende a 
ben ift nit ausgemacht. Moch dringt allerdings im 
Mitte der Vertiefung das Nilwafler dur Filtrarien d 
und dient den Weibern zur Wäſche, dem Vieh sum Tl 
keplaz. Wenigſtens 23 Zuß Hoch ift jegt noch biefes B 
fin mit Schutt gefülle; da es fo fehr weit vom Mil abliq 
fo ift es wahrfcheinlich, daß einft der Nilarmı näher an 
monthis vorüberfloß und ein Canal zu diefem Waſſerbes 
führte. Das hohe Nilwaſſer fleigt heute jedoch nur ei 
7 bis 8 Kuß unter den Rand des Baſſins, rechnet m 
dazu die künſtliche Tempelterraſſe die noch um 3 Fuß PU 
liegt, als dies Baffin, fo ergiebt fich, wie forgfam bie ai 
Aegyptiſchen Baumeifter waren, tie Tempel über das 9 
veaun des höchſten Nilftandes zu erheben, 

Dieſem Sebäude zur Seite liegt eine chriſtliche Kirche“ 
aus den Trümmern von Hermonthis erbaut, mit Gerind 
(hen Säulen und auch fonft im Griechiſchen Sy; di 
zugehauen aus Quadern mit Reſten älterer Hierogl 
und Ornamente deren Figuren Hd an dem Gebäude in“ 
len Richtungen durchkreusen. Noch ſtehen und liegen 8 
ber an funfjig Granitfäulen, bie nad Jomards 
sen nicht aus den Granitbrüden Syenes herik mm 
fondern irgend einem Grieifchen Tempel entriffen fi 
müffen, wie die Sandfteinguadern ben Aegyptiſchen. DI 
aus Trümmern erbaute Kirche liege aber noch mehr | 





) Jomard Descr. 4.0 9. p. 12. **) Jomard a a. D. r 
Pl. 97..ig.g. **®) Jomard Deser. P. 35, pl. 97. 5. 3. 


Nilſtrom, Oberägypten, Theben. 751 


Wrimmert ba, als die ältern Aegyptiſchen Zempel, die ihre 
hbauer f ‚om zertrümmerten! 

J ser der alten Aegyptiſchen Dentmale iſt be: 
ebig, fie hängt nicht blos vom Zufalle der Bes 
ober dem Gchidfale ab, das über fie von Zeit 

erging; fie tropten der Vernich durch die 

Ihftändigteit und Einfalt ihres Charakters, durch die Aus 

fofigkeit des Mareriales, durch das Gewicht der Mafs 
und durch die Meiſterſchaft der Gon ion. Dies 
vorzüglich die Erhaltung der Monumens 

'beb&, welge das fpähende Auge von ber Höhe bes 
Ibaches auf Hermonthis herab, gegen ben Morben hin, 
Gerne erblidt. ” 


heben, @üßas (bei Strabo) Onfn (bei Steph. 
B93.); Tap& (der Kopten) die hundertthorige 
- N Königsfladt. 


a. Ueberſicht der Landſchaft. 


4 N. von Erment breitet fi die Ebene von Kher 
), ober die Thebais im engern Sinne, im Dften und 

m des Nil aus, bis zu dem ferneren Berghöhen. Die 
Ihe Bergkette ift von hier aus nur an wenigen Gtels 
ingli, faſt Überall zeigt fie Steilwände, die Ara: 
iegen eine Menge von Anhöhen auf fanfterem Ge: 

ge. Der Mil macht hier eine gr Wendung, fon 
jalb Ermene ein Knie gegen Ofen, das weiter im 
den, unterhalb Denderah, fich wieder gegen ben Weſten 
der, dadurch Kat der Strom der alten Stadt ayen 
Lauf von S. W. gegen N. O. Die Libyſche Kette, 
e im Süden von Ehen iemlich fern vom Nilufer 
eht ſich im Norden der Er dicht an fein Weſt⸗ 
Gournah, und drängt den Strom — 





DR berüber; eben da, enden bie Ruinen bes alten The— 
find. Die Hradifge Kette FRößt dagegen im ©. von The 
in am dus Dflufer des Nil,  verläß: dies erſt wieder bei 

Dorfe EL Naharyep, zieht fih mehr nad Oſt und 

fo der Thalebene voll weitausgebreiseter, antiker Herr: 

leiten, einen freien Raum, fie fi im großen Bos 

im Morben ber alten Stadt, bei dem Dorf Med: 
mod, bem Nil nähert, wo ebenfalls wieder die nörds 

fen Mefte der alten Stadt ihr Ende zeigen. 

Beide Bergketten bilden alfo gegen den Strom weiß 

Bogen, deren Eingänge in die Thalebene faſt von gleicher 


| — 
) Joillois et Dövilli 


Deseript. generale de Thöbes, 
Deser: de V’Eg. antig, 


T. 1, ch, IX. 





- - 
u. 
eu, In 7] CD 0 da 


- 
co... m. 


zZ > wm 
” 


u. .ır 


nach allen Richtungen, bie und da find Adı 

Zuderrohrpflangungen, Gruppen von Dörfchen 

Hütten und viele Raramanferais zur gaftlichen 
der Meifenden errichtet, mit Palmbaumgrupper 
Die nebft den majeftätifhen Ruinen ben einzige 
eben gegen den brennenden fentrechten Sonnen 

Bi ben Sandboden bis zur Gluthhitze von 54 C 
eigen macht. 

Mehrere Dörfer ) liegen in bee Ebene, 
mon fennen muß, um fih in den Ruinen & 
Zheben felbft orientiren zu lernen. Zuerſt au 
feite **) soo Schritt vom Nil liegen 1. EI 
wo ein Caſtell des Landesgouverneurs; weiter 
Libyſche Wüſte abwärts, liegt a. Naga Abou 
mit Erdhäufern in Palmgruppen; dann 3. Kour 
zät, fchon auf den Trümmern des alten Theber 
am Libyſchen Gebirge das Dorf 4. Mebyner: 
ter 30 Gr. 17 Min. 32 Sec. D. 8. von Paris ı 
49 Min. 58 Sec N. Br. auf den Trümmern 
heben, daneben ein neues, aber wieder verdd 
Am Nordende der Ebene liegt 5. das Dorf € 
noch Beute von Troglodyten bewohnt, bie fich i 
zeichen Zobtentammern zurlidziehbn, wenn der M 
werben fol, wo fie dann durch die hintern Au 
Durch die Vorberge gebrochenen Catacomben in d 
Wüſte Leiche entflichen. 

Auf der Dftfeite dicht am Ufer des Nils 
am 6. Zuror, aus niedern Hütten erbaut. vol 


Milſtrom, Oberaͤgypten, Theben. | 785 


An biefen Det flößt gegen N. 7. Kafe, 8. Karnak, 
be gwifchen Palmgruppen, nur wenige Hütten, aber von 
ee Ruinenmaffen umgeben. Noch weiter gegen N., 





m Fuß ber arabifchen Bergkette zu, liegt das Dorf 
Medsa:moub. , 
So zeigt ſich heute biefelbe Ebene, bie einft von einer 
€ ungeheuern Stadt bededit ward, welder an 
mumenten feine andre ber Erde girich kommt. Zwi⸗ 
ra den Dörfern 3 bie 5 liege‘ noch alles vol Trümmer; 
To 4 und 5 liegen zwar feine Araberhlitten, aber die 
? Meberlieferung nenne diefe Begend base Memnonium. 
f-dem Dftufer des Nil zwiſchen 6 bis 8 liegt alles voll 
mheruinen, und bis 9 ſtehen noch einzelne Golons 
vbie nördlihften Vorpoften der Prachtflabt. Das alte 
da reichte vom Nilufer, gu beiden Seiten, bucch die 
ge Breite bes Thals bis zu den Bergketten; die ganze 
ufche Felswand am biefer Mochweilfeite iſt voll Hypo: 
n oder Höhlen, vielleicht bie Behauſung der älteſten 
gloduten, wie ber jiingftien Bewohner der Thebais. Dier 
ıd Homers Hekatompylos, die Hundertthorige, Hier vie 
atue des Dfymandyas, bes größten Koloſſes, den Aegyp⸗ 
je fabe nah Hecatäus; A war der große aſtrono⸗ 
che Kreis von Geld, eine Elle hoch und 365 Ellen in 
fang, baran der Auf: und Untergang ber Tag: und 
hht⸗Geſtirne zu fehen war. Hier lag No Ammon der 
wäer, die Diospolis der Griechen, bie Stabt voll 
altiger Tempel, voll Prachtpaläfte der weifen, Aypptis 
w Könige; bier fland die Statue des Memnon, bir, mit 
s Auffleigen der Aurora, fo viele Männer des Alters 
me, }- B. Strabo*) mit Aelius Gallus hatten tönen HB: 
Aber bas Voll, das für die Ewigkeit baute, ift per: 
sunden, ja nirgends zeigen fich die alten Mauern der 
m Stadt, welche Belzoni **) nicht einen Aufenthalt 
Menfchen, fondern die Stätte der Riefen nennen mochs 
:wohl aber liege ide Inneres vol Maflen, Trümmer, 
npel, Golonnaden, Obelisten, Pplone, Coloſſe, Catacom⸗ 
‚ Mauern, Scuipturen, Gemählde, vol Ornamente und 
mbder aller Art, chaotiſch und wild burcheinandergeftärzt, 
emajeſtätiſch bucch eignes Gewicht auf alter Bafis cur 
dB, und wieder als Grundlage dienend für ein ganzes 
geres Jahrtauſend, daß es eines längern Aufenthaltes 
ef, um dort nur einigermaßen eimbeimif werden und 
in diefer Trümmerwelt orientiren zu lernen. 
Dur die Arbeiten der beiden legten Jahrzehende find 
Trümmer von Theben, bie vorber fehr wenig bekannt 









ızabo XVII. ed, Tzsch. p. 599. *%*) Belseni Voy. L 


— — er 7er — —— 


— — 


agyptiſchen Tanded UMD Boires, ſo WIE DIE WEIS 
der Menſchheit überhaupt immer klarer daraus 


b. Ueberſicht der Monumente über be 


Bei einer allgemeinen Ueberſicht b 
von Theben zerfallen diejenigen des Weſtufers, 
in 7, die der Dftfeite, in 5 größere Ruinen 
über der Erde, und außer diefen find no | 
gäen oder die Monumente unter der Erde in 
geringerer Anzahl als diejenigen über derfelben au 

1. Der Hippodrom. Bon El Agaltef 
fi zunächſt eine weite Unmmallung von mehr alt 
(2000 metres) Länge und 3000 Fuß (1000 meı 
te ***), welche den Hippodromus der Aegypter ei 
welchem Wettrennen zu Fuß, su Pferde und au 
balten wurden; er zeigt heute noch eine große 
Deren, und war ringsum von Palatien umgebe 
mwärtig iſt er Aderland geworden, gleich dem Ci 
mus in Rom, durch einen Canal, der bimdurd 
und das Nilwaffer bei hohem Stande dahin f 
Südende diefer Ummwallung liegt’ ein Pleiner 8 
eine große Porta in Zrümmern, die vielleich 
Süntbor von Thebä war. Der Weltrand bie 
Iung flöße an die Vorberge ber Libyſchen Kalkſte 

9. Medynet:Abou +). An dus Morden! 
podromus reihen fich die Ruinen von Medyn 





Nilſtrom, Oberägypten, Theben. 755 


«ee. Stadt Abu an, die, umgeben von einer Umwal⸗ 
Laune Quadern und rothen DBadfleinmauern , majefläs 
auf einer Schuitterroffe zußen, an deren Fuß ein Eleis 
Zempel liegt. Sie kündigen fid groß und prachtvoll 
De Reſidenz von Königen an, die einzige diefer Art in 
Aegypten; Belzoni hält dafür, daß diefe ganze fo: 
ante Stadt zwei bis dreimal nach einander wieber aufs 
nt ift, und zwar immer wieder aus den Ruinen älte⸗ 
jertrümmerungen. Die Ueberrefte des Pallaſtes fliehen 
sei Stockwerken übereinander, deſſen obe:ftes gleich eis 
Nauerkrone mit Ausfchnitten verfehen if. Nabe dar⸗ 
jegen Norden, fliehen im ernften Style des höchſten 
tbums Proppläen vor einem Tempel, deren Alters 
liches umwiderftehlich an fich zieht. Am gewaltigften 
ı bier die Gebäude auf der Weſtſeite gegen die Liby⸗ 
Rette hervor. Ein Riefen Pylon, von bekannter Py⸗ 
yalform, führt in einen vieredigen Säulenbof, an defs 
Rod: und Eütfeite große Koloffe vor den Pfeilern 
Säulen fichen, eine Art Caryatiden, voll Majeſtät, die 
m Gebieter des Schweigens und ber Ruhe in dem 
ufte des alten Volkslebens. Ein zweiter Pylon endet 
s Säulenhof und führt zu einem zweiten, einem prunßs 
3 Periftyle, deffen Seitengallerien aus doppelten Gos 
den mit Caryatidenpfeilern befteben. In diefem Rau: 
inden ſich Bauwerke aus allen Jahrhunderten beifams 
‚ auch eine chriſtliche Kirche aus Altern Monolithen⸗ 
u von Granit, beren Wände mit Heiligenbildern über 
lyphenwaände bemahlt find, melche aber felbft wieder 
ne DMofchee verwandelt ift, «in Bebäude, das bei aller 
ye und Größe doch durch die Überfirablende Einfalt und 
be des Ägpptifiben Gäulenb iues gen niedergedbrüdt 
Eine Mauer von ungebeurer Größe, zwiſchen den 
Bligen Trümmern verfhwundener Tempel und Pals 
‚ IfE ein mahnender Weberreft von dem, was einft da 
. Ueber alle diefem grauen Schutt und Graus erheben 
m ätherblauen Himmel, die hellen Felswände ber is 
en Kette mit den dunkeln Pforten und Deffnungen des 
ıgäen, dor deren dunklem Hintergrunde fehr mahlerifch 
ellgelben Monumente ſich erheben. Denon, Hamils 
und die Gelehrten der Franzoͤſiſchen Expedition haben 
Werke genauer befchrieden und abgebilder. 
5. Die Koloffen: Trümmer Bon Mebynet:Abou 
dem Wege, der nordwärts längs der Grenzlinie der 
e binläuft, liegen zu beiden Seiten eine außerordent: 
Menge Trümmer von Statuen, Säulen u. f. w. links 
vieredige Ummallung von Badlteinmauern, nur mit 
ımern von Koloffen und fehr fchönen Dierogiyphen: 
turen Angefülle. Alles ift bier bis auf den Grund zer 








n36 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchu. 6. :6. 


ſtoͤrt und gerfchlagen. Denn das Materiale wer Kaltkee, 
der zu Kalk verbrannt worden If. 
4. Das Memnonium Strabo's (Strab, 1. XVH, 
. 599. ed. Tzsch ). Rechts ab von diefem Wege breit 
Fo ein lieblicher Acacienbain hier aus ( Acac, nilotiza), 
deffen Grün mit der Wüfle des Bodens im veiymk 
Gontrafte ſteht, nad der Erndtezeit, wo Bier wie 
das Erdreich vor Hitze zerborſten if. Bei jedem Scqhutt 
im Acacienwalde ſtoͤßt man auf antike Fragmente von Eis 
tuen, Arme, Schenkel, Torfo’s, insgefammt won Kelle, 
und Monolithe aus Sandflein, Marmor uud Granito rom 
in fo ungeheurer Menge, daß fie allein hingereicht ätten, 
alle Pläge einer großen Kapitale damit prachtvel m 
ſchmücken. Auch einige Säulenreſte chen von einem PR 
gefcehütteten Tempel nur um meniges hervor. Dieß IB ie 
Memnonium bei Strabo ). Am äuperßen Dirt 
diefes Wäldchens erheben fich die beiben emnRosth 
Loffe, die figenden Statuen, TZama und Chama ")i 
den Urabern genannt, bie man ſchon aus ber erst, + 
Stunden weit, glei ifolisten Felstlippen in der Mih 
bee Ebene fi erheben ſieht (61 Fuß Hoch, ober ao mitt 
die bei Sonnenaufyang, wenn auch heute nicht mehr I 
nen, boch zum Erfiaunen des Schauenden weithin HE 
Miefenfchatten werfen auf die Lybiſche Bergwand. Wie ie: 
men diefe aus einem einzigen Granitfels bei Syene ) 4 
Bauenen Monolithe bieher? welche Bafls wurde KM 
Blöcden untergelegt, deren jeber mehrere Millionen Pia 
wiegt, und fehwerer war als die Pompejusfäule bei AP 
andria If. Niedriger als jenes Memnonium liegen M 
Vorhallen feines Tempels, bis gu welchen jegt nur die W 
überſchwemmung reiht. Doch kann dies einfl JF > 
















lage gewefen feyn, baber alfo Hier der Boden bes | 
te8 offenbar erhößet if. Hier war es, wo Belzoni 
das Bruchſtück eines Koloffen aus Granit, nämlih IM 
Kopf eines jungen Memnon von außerordentlicher HER 
heit auffand, dort Caphaney genannt, und ibm mit geefkt | 
Kunft und Arbeit, ein Gewide von gwölf Tonnen, a 
Mil bringen ließ, und ihn bei hohem Nilſtande zum Cie 
nen der Araber glücklich firomab entführte, bie er ai 
Hülfe Salts und Burkhardts zum Gefchent an I) 
brittifge Mufeum nach England gelangte. Eben Fir 
e8 zwifhen dem Memnonium unb Medynet⸗Abon, m 
Salt in ben letztern Jahren einen großen Tempel 


2) Strabo XVII. ed. Tzsch. p. 599. **) JoHois a, a D- 
P. 9. *"*) Belzoni Voy. I. p. 61. +) Belzoni Vor. k 
p- 59 79, 211. 





Nilſtrom, Oberägnpten, Theben. 737 


den Bat *), In welchem noch 30 Säulen landen. Dier 
ug Belzoni feine Wünfchelrutfe. ein, und fand gleich 
zweiten Tage eine der fchönften ägyptiſchen, koloſſalen 
stuen, einen fisenden Memnon voll a rogipphenfepeift 
‚ geauem Granit mit goldfarbigen Slimmerblättchen; 
Kommen erbalten bis auf das abgefchlagne Kinn mit 
s Barte, Alles umher war voll Koloffragmente; bie 
4 figenden Kolofie hält Belzoni nur für die Wächter 

Eingange zu einem Vorhof, in welchen a andre colofe 
ı Demnonsflatuen faßen, deren Fragmente nur noch in 
‚Binie der erften Koloffe zu fehen find; die ganze Direc: 
8 Diefee Monumente läuft gegen die Bafen jener 30 
nien los, bie * ſtehen als die Baſen der Koloſſe, 
von welchen elzoni glaubt, daß fie gu dem eis 
nelihen Memnonium der Alten gehörten: 

5. Das Brab des Oſymandyas. Norbiwärts von 
em Acacienwalbe voll Koloffenfeagmente liegen bie langen 
immerbaufen, welche ebenfalls noch bas Memnonium 
tannt werden; es find Pylone von außerordentlicher Hös 
halb zerträmmert, Miefenfäulen, Riefenpfeiler mit Res 
en von Börterbildern als Wandflatuen, Pforten von 
warzem Granit, in den Bemächern ganze Dedenbilder 
t Sternen befäet, golden auf Azurgrund, Statuen von 
enrothem Granit, alles zerſtört, mie MWüftenfand über: 
krter. An den Wandbildern finden fich Kriegesfcenen, 
Slachten, Stromübergänge, Jagden u. a. m. Das ift 
j Grabmal bes Oſymandyas, des Sonnendelden, des 
mgebers Memnon. Ismandes (Usmandi, Voruurdung, 
surdns) °°), des großen Eroberers, der mit dirfem Bau 
e Prachtbauten der Erbe Überbieten wollte. Noch find 
wall die Ueberbleibfel antiker außerordentlichder Werke zu 
en. Gin ungeheurer Granitfels auf die Erde binge: 
Be °*"), zeigt erſt aus weiter Kerne, daß er das kolofjale 
Hd bes Oſymandyas ift, zum Trotz der flolzen Sn: 
rift biete Pharao auf feinem Maufoleum. 

6. ee Sfistempel, bee GSyring und die 
phinzallee +). In NW. von da, in einer vorberm 
ergfehlucht der Libyſchen Kette, ſteht ein Eleineres Ge: 
ude, ifolirt, wohl einſt der Iſis geweiht in der Mitte ei« 
zT ſehr wohl erhaltenen Ummallung von Badfleinmauern. 
jer zeigt fich in kleinerm Maaßflabe ein ſehr liebliches 
jert, im Gegenfag jener Koloffe der Architektur, Leiche 
Id angenehm zu Überfrhauen, mit veichen Frieſen, zierlis 


%) Belzoni Voy. II. p. 15. **) Diod, Sionl. I. 47; Cham- 
ollion 1. p. 250; Greuzer Symbol. I. &. 281. ***) Light 
rav. tabul. p. 323, +) Jollois etc. Descr. p, ı0. 

I. Th. Aaa 


nördlichen Abhange führt von &.D. neh N. W. 
Meihe Eleiner Trümmerſtellen, in denen man ball 
einer doppelten Spbinrallee erkennt, zu einem 
dicht am Fels der Libyſchen Kette, aus dem | 
daß die Kunſt des Wölbens den: Keayptifchen 
ſtern nur noch in ihren Anfängen bekannt war. 


7. Pallaſt und Felsgallerien von G 
Weiter im N. jenfeit der Trümmer zweier St 
ſchwarzen Granit, zeigt fih bei Gournah ein a 
laft, deſſen Porticus eine Säulenreihe ähnlich d 
ſchen bat, die aber unvollendet geblieben zu fe 
Die Höhe und Weite der Säle, das oben einfall: 
alles weicht mehr ab von den Übrigen ägyptiſch 
menten. Meben diefem Königshaufe erheben fi 
die dem Schutte nah zu urtheilen, einft Wohnt 
en. Gegen Oſten derſelben if ein Palmmall 

rümmerflätte bineingewadhfen, ber bie Thebaif 
die gegen Nord lieblich begränzt, unb oflwärte 

ilufer reicht. Doch, noch ein wichtiges Monun 
nordwäris von biefer Stelle zur Beſichtigung üb 
2400 Fuß (400 Zoif.) unterhalb Gournah, fire 
Fuße der Libyſchen Bergwand, wo ein quabearii 
hof in den Berg durch die Kunſt ausgebauen ifl, 
fen Wände eine große Menge ron Pforten als 
su Felskammern in den Berg Bineingeben. Da: 
fi toppelte und dreifade Gänge, Stollen und 
die zu Mumiengräbern führen, und jebt das Aſyl 






2 .: Mlfivom, ‚Oberägepten, Theben. 739 


U Buzor ). Reich und Kppi bie Land⸗ 
* ſ bier am Mr die un und bebaut 
besiten Strome, ben ‚bäufig fergelnbe Barken dur 
neiden, bie Fellahs mit ihren Neben bucchfpäen. n 
a Ufern ſteigen die erhabenen Bauwerke im edelſten Sthl 
koloſſale Maſſen in den hellſten Lichtern und 
teiß chatten, am Mittag, hervor, an fie lehnen fich 
arabiſchen Hütten au, mahleriſch umgeben von 
Gruppen ber Palmbäume, hinter deren beweglichen 
un Die Gonteure der Arabiſchen Bergkeite ſich am 
 Darizonte abzeichnen. Nur durch bie engen verbaus 
1 hen des Dorfes Luxor, gelangt man bucch Die 
fen Hätten zu den Monumenten. Zwei peachtnolke 
Belisten, jeder aus Einem Granitblock gehauen, von 
3 75 Buß e, Reigen als Symbole des Gonuens 
und der Fenerflamme in bie Luft auf, dahinter figen 
samitkolofie, jeder bis 44 Fuß bob; dann folgen .hie 
Maltigen Yplone, So auf hoch und dann erſt bucch lange 
menfipie die großen Trümmer bes Tempelpallaſtes. Alle 
ef kelsfialen Waffen find in nihtparallelen und ums 
metrifchen Linien neben und nacheinander geheilt; 
t der einzelnen wärde für fich betrachtet, ſchon in Wer: 
kmberung feben, alle deifammen verwirren gleichfam den 
des Betradters, Die Obelisken find wit Hierogly⸗ 
bedeckt und fein ausgemeißelt gleich Bemmen; ihre 
„ edle Form gebietet feierlichen Ernſt. Die Pplonen⸗ 
de find mie Kriegesfcenen bededt, mit Gtreirwagen, 
Blachten, Gtromübergängen und Einnohmen von —28 — 
m, im denen immer derſelbe Heres (Seſoſtris) ſiegreich 
merci. Das Innere der Monumente wächſt immer 
bie in der Anſchauung, je näher man Binzutzitt; fo z. B. 
a fi im Periſtyl in einziger Anblid, von mehr ale 
0 Sulen, von den verfchiedenflen Modeln, bavan bie 
kürften noch aufrecht fichen, beren eoloffalfte bie 10 Fuß 
mötre) im Durihmefler Haben. Alle diefe Bauten find 
iM Zrümmern umgeben, die ſich weic über das gemeinfas 
b Niveau der Ebene erheben. Noch liegt im ©, D. von 
etwa eine halbe Stunde fern, In gleicher Breite mit 
Dorf EI Dayadyeh, eine große Ummallung, ſehr 
mlep der des Hippodromos auf der Weſtſeite des Nils, 
9. Kafe Karnalı, das Dorf, die Sphinzallee. 
dus Austritt bes Dorfes Luxor duch bie Strafe vom 
kapteingange nerbwärts, gelangt man bald au das Ende 
e künſtlichen Schuttterraſſe, auf welcher dieſes ganze 



















») Joillais etc, Doter. p. 11. 
) Joillais etc. Doter. p Xu 


740 Afrika, Waſſerſyſteme. TEIL. Abſchn. 5. 26, 


Quartier bes alten Thebä liegt. Dieſer Weg sw 
Norden iſt fehe breit und zu beiden Geiten mit 
reſten und Sodeln von Sphinxkoloſſen Überdedt. Jr m 
man ſich nerbwärts, gen Karnak nähert: deſto mehr 
men diefe Fragmente u. Im Dorf Karnak liegen 
Zorfo’s von Löwen mit Wibberköpfen, fe daß in einer 
Dehnung ven 6156 Fuß (1096 Toiſen) Länge, cine & 
son mehr als 600 Sphinrkoloflen von Tempel zu 
pallaſt fand, zu beren beiden Geiten die Beifes:l 
Schutthügel zeigen, daß fie einf als Gebäude bie bel 
ernen vereinten. Sie führen zu einer fehr p 
artie voll Hügel, Gruppen von Bäumen, — 
ten, bie mit jedem Schritt new und immer übt 
wechſeln. Diefe Eine Sphinxallee fpaltet ſich 
gwei, deren linker Arm eine eben folche Golonnab 
gender Widder bildete auf gewaltigen Sodeln, Be 
aem Triumphthore von der eleganteften Form enden, 4 
w einem Tempel führt, der in antiker Simplicität | 
KiteRen Dentmälern *) der Thebais gehört, und u 
der aus Trümmern älterer Monumente erbaut if. 
diofe Lineamente, ein offner Portitus, Leine fchlanten, ( 
&ifchen, fondern maffige, ungeheure ägpptifche Günlen I 
Ernf im äußern und dunkel im Innern bes Baus: 
ſchwarzen Sandſteinwände bei dem Mangel alles 
einfallenden Lichtes. Diefer Tempel flieht, dem Gi m 
im größten Contrafte mit jenem eleganten Sfis ] 
Weſtufers; fie bilden gleichfam die beiden Pole 4 
tiſchen Styls. Doch ſehen die Quadern dieſes 
in Kaft Karnak wie neu, eben aus ber Werkſtatt komm 
aus; die Wandfculpturen flammen aus der Kinbfeit DM 
Kunft Her, indeß die bes Afistempels die voll 
Kunftwerke barbieten. Dur so Arbeiter, die Belze 
zu Nachgrabungen °*) in biefen Trümmern augefleht, | 
warn er in kurzem ı8 Gtatuen, 6 Gpfinze, einmf 
ſchönen Altar mit 6 Bötterbildern und vielen andern Au 
werten, bie jegt im Brittifhen Muſeum zu fehen Mal: 
10. Der Pallaf von Karnak. Der * 
















jener geſpaltenen Sphinxcolonnade führt zu einem Zu 
merhaufen, deſſen Avenue ſchon vorläufig bie 
Sphinxſtatuen aller Ruinen zeigt, hinweiſend auf ver & 
an welchen einft alle Magnificenz verſchwendet war. 
Propyläen beftehen hier nicht, wie fonft wohl, aus S 
Ien, fondern aus einer Reihe kolofjaler Pylonen, wen 
hen Kolofialftatuen ſtehen, indeß andere fipen; 
zeigen fi bie ungeheuerflien Dimenfionen in den Zum 


*) Jullois etc. p, 12, **) Belsoni Voy. I. p. 186. 


3: Mitrom, Oberdgnptem, Theben; : 744 


8 bie größte Mannichfaltigkeit und t des Ma⸗ 
‚> unverkennbar s Liefeliger farbiger Sandfein, dich: 
more, fehöne roſenroihe und mir Granite aus 
eme om ben Kolefien. Geibft die Pforte des erflen Py⸗ 
5 if ganz mit demfelben fine Granit bebedt, * 
pturen, -bie in gleicher Vollendung ſonſt nur an den 

en vorkommen. Alle Pylone find mach verſchiedenen 

en orientirt, von verſchiedner Dide; fie haben großer 
Heungswuth dennoch wiberflanden, noch immer machen 
u gewaltigſten Eindrud; fie fefleln unmiber hei die 
ae unb bannen. bie gefpanntefle Aufmerkſamkeit auf 
jel Hin, zu dem fie nur Bahn machen. Dies iſt nun 
von Karnak *), ber nach ber Seitenanſicht 

Den Blick in eine gertrummerte Welt barbietet, deren 
sung niche mehr gu erlennen if. Eine ungeheure Zers 
smerung überall von Mauern, zerbrochenen Gäulen, 
Ammelten Kolofien, umgeworfuen Dbelisten und ats 

; Diefee Drnamente, die noch auf ihren Grundlagen fl 
ben; bazmwifchen unermeßliche Gäle, beren weite ⸗ 
lächen von einem Säulenwald getragen werben, baver 
ten und Pylone, die an Höhe alle Gonftructionen bies 
Irt übertreffen. Die Verwirrung wirkt verwireenb, bie 
‚am Morbweflende der Muinengruppe einen Weberblid 
das Ganze gewinnen kann. Der Eintritt in den Pals 
von ber Weffeite ber iſt außerordentlich, ein nicht 
digter Pylon bildet den Eingang, bann folgen lange 
enteihen, Pfortenreihen, Pylone, Ballen, alle in der⸗ 
% Age, fo daß die Perfpective bes einen Baues ganz 
Kleine ſich Iufammenengt. Alles zeigt Eönigliche Pracht. 
ber Dkitte fieht man eine Avenue von Säulen, bie 70 
Höhe (a3 metres) Haben, alles Monolithen, aber alle 
umgeflärzt bis auf Eine. Der zweite Pylon führe 
inem Saale, der 318 Fuß (103 metr.) lang und 159 
(5ı metr.) bereit iſt. Die Dedenquabern ruhen auf 
Ken, die von 134 flebenden Säulen getragen werben, 
bie dickſten 70 Fuß Hohe und 11 Fuß (34 mötr,) im 
Mineflee Haben, die Kapitäle 64 Fuß Car metr.) im 
ang, fo daß auf ber Platte einer jeden einhunbert Men⸗ 
ı bequem beifammen flehen Eönnten. Durch den drits 
Dylon tritt man in einen Hofraum, in welchem zwei 
listen, 69 Fuß Hoch {as mötres), baden nur einer nor. 
t flieht, und der vierte Pylon führt erſt gu eine 

v zertrümmerten Saale, ber Golonnaden von Ca⸗ 
iden hatte, in deren Mitte ber größte Obelisk aus eis 
Granitblod ſtand, der exiſtirte, gı Fuß (30 mötr,) Hoch. 


















Jollois Derex. p. 14. 


NADEN, Doeiltsren, Dautenreſte, Ja rerne wege 
bais Bat fo viele Granitmonumente wie biefe co 
aber alle hat die Hand der Barbarei zerfchlag: 
Die Felfenmauern haben ihr mwiderfianden. Dies 
fammtüberblil der Acditecturen der Thebais 
Erde, ihnen entfprechen in Umfang, Bröfe, 3 
nigen unter ber Erde. 


.  Anmerlung ı.. Die Banbienipturen 
netsAbou; Sefoftris Sroberungssz g* 
Bon einem befonders geographiſch-hiſtoriſchen 
die Wandfculpturen und Bemählbe im Innern und 
Dallaftes von Medynet:Abou. Im Güden d 
fiebt man im Grunde der Eäulenwand auf dem b 
in der Biegespompa von Aegyptiſchen Kriegern 4 R 
ſchiedenartiger gefeffelter Gefangenen geführt, baven 
en Bärten, 3 glei ben vorigen, aber mit lang 
anteln, und noch 3 andre; daneben viele den Erſ 
Behauene Bände, bie von andern gezählt unb auf e 
rolle verzeichnet werben. Ale biefe Gefangenen fi 
gemahlt, und verfchiebne Bewänder tragen fie, inde 
tifhen Krieger in weißen Kleidern mit rothen Gtre 
ben. Der Deros zicht auf einen Gtreitwagen vo: 
Metall vorüber. Aehnliche Sculpturen bebeden bie 
des Pallaftes gegen &., wo ein’ koloſſaler Herose 
bilde breierlei Gruppen von Gefangenen barbringt, 
dem Federſchmuck und ber Tracht gu urtheilen, Im 
Erpthräifhen Meere find. Der Heros fährt dan 
Tpanntem Bogen auf einem Wagen von Gllaven, | 
mit Eotosftengeln umgeben, hinter ihm iſt Schlach— 
dem er überall mwieber fihtbar ift. und an ben fhlär 


Nilſtrom, Oberägppten, Theben. 743 


L, unter den Gefallenen find aud Löwen von Gpießen 
* Die feindlichen Krieger find ſehr characteriſtiſch durch 
dene Trachten und Waffenarten unterſchieden, und bie hi⸗ 
en Banbgemälbe find uͤberall von einander durch Hierogly⸗ 
degenden geſchieden, bie vielleicht die Erklaͤrung enthalten. 
uf dieſes folgen wieder hiſtoriſche Bilder anderer Art; der 
M vom Streitwagen abgeſtiegen, über ihm ſchwebt ber 
Hierax, Wegen fchreitet er einher im Aegyptiſchen Style 
Hd wie ein Apollo, der den Python eriegt hat, vollkom⸗ 
ıb fhön in Zeichnung und Sculptur. Alles umher iſt bes 
veller Thaͤtigkeit, vol Empfindung ; Waffentnappen unb 
‚ ae Eene, ſelbſt die Federbuͤſche der Streitroſſe, mit dem 
at. 


) 
eiterhin zeigt fih eine Seeſchlacht *), die Stellung einer 
iſchen Flotte gegen eine feindlihe. Die Aegyptiſchen Schiffe 
em Eanbheere unterftügt, find mit Löwen am Borbertheil 
dt, ihre Mafte enden in Rotosblumen, und die Mannſchaft 
ſtet, ganz übereinfiimmend mit Zenophons Schilderung ber 
er in der Kpropädie. In der gefdlagenen, feindlichen Flotte 
te Berwirrung , bie Feinde haben doppelte Tracht, Helme 
erbäfchen unter bem Kinn zugebunden, bie Andern Eiſen⸗ 
laugemahlt, dem Kopf angepaßt, mit Eleinen Hörnern vers 
Die feindlihen Schiffe Haben ganz ben Bau Inbdiſcher 
fe, und ihre Mannſchaft fcheint aus zweierlei Kaften ober 
zu beſtehen. Das Waſſer als falziges Meer ift ganz au⸗ 
weichnet ala das fäße geheiligte Wafler ber Kö, au 
gyptiſchen Geefchiffe find ganz verfhieben gehaut von 
fhiffen die auf dem vorigen Bilde vorlamen, wo bie Ae⸗ 
m Nilbarken, wie fie auch zu Glethyia gezeichnet find, zu 
ab (f. oben u. pl. 68). Auf diefen Sieg zur See gegen 
andere Dipferfcenen. Doch dieß reicht ſchon Hin für das 
su ziehende Refultat **), daß Diobors Hiflorien von 
zis Giegeszügen in den Orient bier auf ben Wänden 
ſte von Mebynet : Abou bargeftellt waren, dieſes Heros 
ten durch foldyee onzeiu zu verherrlihen. Daher ftellen 
Iber feinen erften Eroberungszug als Sünyling nad) Aras 
32, wo er auch ber Loͤwenjagd oblag; nad bem Tode des 
und der Thronbefteigung aber feinen Siegeszug nad Ae⸗ 
en, unb von da auf bem rothen Meere mit einer Blotte 
Gergeln bie Kahrt nah Indien, die Landung, und bie 
ng Indiens bis zu ben Sie jenfeit des großen Stromes, 
nges nad Diobor. n berfelben Ordnung in welder 
utor bie Ihaten des Seſoſtris erzählt hat, finden fie fi 
den Wänden bes Palaſtes wieber unb enden mit ber fieg« 
Rüdtehr in fein Reid, und zu den Göttern feines Landes, 
' den Tribut feiner Groberungen barbringt N). Was 





ois ete. Deser. p. 55. Ans. Vol. II. pl. ı0. **) Jol- 
etc. 6. VI. Comparsison des Actions guerritres at- 
n&es par Diodere et Herodote a Sesostris avec les 
nes mulitaires etc, a Medynet- Abou et Notions qui 
esaltentete, p.59. *"*) Jollois eco, Compar. etc, p. 65 


744 Afrika, Waſſerſyſteme. TEL Abſqu. (x 


Herodot und Diodorus nah Hetatäns und ber Kiii 
berichten von Gefoftris erzählen, ſcheint bemnad, hard Ne Gub 
pturen beftätigt zu ſeyn, und bie biöher für Fabel geheime Us 
oberungszüge Jegyptiſcher Heroen, find bemmadı in ben euhiub 
ſchen Annalen der Scuiptur bie keine Phantaſien fega Unze, is 
Rötigt, als Hiftoriihe Zacta, denen au Gtrrabo zit wie 
fpricht, obgleich er nur Herkules, Bachus und Alerendk di 
oberer von Indien gelten Laffen will. Der Palaß vn Rıiiy 
not» Abou mag daher wohl mit den Schägen Jodien ala 
ſeyn, und bier empfing ber Xegpptifche König ben Trüͤrt 4 
beſiegten Nationen. ber zur Zeit ſchweigen hierüber wi 
Annalen ber gleichzeitigen Voͤlker. Die Untexrſuch 
wird noch umfaffender aufzugreifen und tiefer gu —— 













©. Die Catacomben, oder bie Hypogäen herkia 
baig. Die Königsgräber in Bebanel Raleul. 


Die Libyſche Bergkette erhebt fich bei Theben feil ml 
vorfpringenten Anhoͤhen Soo bis 400 Fuß hoch. 
ner, mittelbarter, fehe homogener Kalkflein *), treffliqh 
&culptur und zum Ausbau zu benugen, bildet hie 1 
Berg, und nur felten legen Verſteinerungen wie 
en und Ammonshörner der Sculptur Gchwierigkeiten 
Den Weg. In diefem — J— zunfchſt von A 
Abou längs dem Memnonium bie Gournah, eine 
von 3 Stunden Länge, bis zur Höhe von 300 Fuh, 
Diefer ganıe Raum von Strede gu Gtrede überall md 
allen Höhen burch lange Stofen, Gange, Gallerien bad 
ſchnitten mit Kammern zu beiden Geiten oder Gälm, U 
Bweigen und Mebengängen, bie am taufenden voran 
fig labyrinthiſch dersweigen, den ganzen Berg dur 
oder in fich felbft wieder zurũcklaufen *’) Gteile | 
ſchwerliche Fußpfade führen zu ihren Eingängen bin, | 
ale Hohe und tiefe Pforten, Portale, Bogen, Arcaben '! 
gebe pelt in vorfpeingenden Felswänden fich zeigen, und 

ie Bergkette von N. nah ©. reicht, meiRensheils ı 
Oſt ber in den Fels führen. Die geöfern Eingänge 
Vorhoͤfe in Fels gehauen unter freiem Himmel, be 
Wände dann polirt aber fonft nicht decorirt find. Anl 

hren unmittelbar in den Berg hinein. Die einf 
iefee Todtengrüfte liegen auf der Höhe, bie prachtee 


q — en 


E. Jomard Derer. des Hypogées de la Ville de Tht 
Descr. Antiq. T. I. Sect. X, p. 313. und barnad ©. N 
die Satacamben von Theben in Br. Buchholz N. 1 
hr. für Deutſchiand 1831. Juni ©. 186-233. v 
** ron “ ch —— Caverns all 
nb, « Jaurn, Vol, UI, p. 0. *°) Jos 
Derer. dab. Pı zoß- 2 ii 










Nilſtrom, Oberägupten, Theben. 745 


ıfe bes Berges, und fo verſchieden if der Abſtand 
fte der Armen von denen der Reichen, wie der un: 
» Wobnpäufern der verfcpiebenen Stände. Denn bieß 
te Todtenſtätten ber alten Bewohner ber Thebais, 
mf der Weflfrite bes Nils, Fein einziges Grab *) 
ten deflelben. Deutzutage wohnen da bie Fellahs von 
ab, früher ſuchten die Anachoreten der Thebais, hier 
elt zu entfliehen, doch fanden diefe erfl noch das pro: 
Bögenihum bee Aegypter zu überwinden. Mit Gyps 
; fle die unbeiligen Bilder der Alten gu und mablten 
eiligen Darüber. Eben da, wo einft bie Aegyptifche 
ıpompa, da feierten dieſe Cönobiten feit der Mitte 
en Jahrhunderts ihre Kirchenfefle. Auf die Todten 
eiefter folgten alfo Gönobiten und auf diefe die heu⸗ 
Troglodyten von Gournah. 
iefe, ehedem an 3000, jetzt "*) nur noch etwa 300, 
saber ohne Mofchee, fie wohnen felbft in den Ein: 
; biefer Satacomben und haben barin bie Ställe für 
eerden, Büffel, Ziegen, Schaafe u. ſ. w. Sehr eifer- 
‚, geben fie nur felten den Fremden den Zutritt, und 
auß fhon fehr genau mit ihren Ränken und Schli⸗ 
ertraut ſeyn, um in das Innere der Grottenwerke zu 
en, durch deren Befit fie das Monopol des dortigen 
itätenhand:ls haben, daher fie unvernünftig im ihren 
ungen für Reſte des Alterthums find, zumal für bie 
usroden die ſich dort vorfinden. WBelzoni erhandelte 
wei prachtvolle Brongevafen, 18 Zoll ° vol Diere: 
n, alte Opfergefäße von Korintbifchem Erz, die ein: 
biefer Art; der größte Theil Bleiner Zeonptifcher An. 
em iſt durch ihre Hände gegangen. Gewöhnlich woß: 
e in dem Zwifchenraum von dem Eingang ber erſten 
ıgeuft; im hintern Ausgang, den fie mit Erde ver: 
t, IE gewöhnlich nur ein Loch zum Durchkriechen für 
e und Ziegen in den intern Stall. An den Eingang 
fie gewöhnlich alte Aegyptiſche Bilder vom Fuchs, 
Symbol der Wachſamkeit. Line ſchwache Lampe mit 
ffett genährt im Winkel, erleuchtet den büftern Wohn: 
n dem fich jeden Abend die wilde Familie ber Fellahs 
melt, wo bie am age gemachte Beute und der Fund 
s Schutt bee Brüfte gezeigt wird. Diefe halb nad: 
chlauen — erzählen a da idre Sata, 
st auf die Schädel und Mumienreſte aus den Zeiten 
baraonen und Ptolemäer; ihr Huhn braten fie am 
aus den KZodtengebeinen und Mumienfärgen, und 
ı auf neuen Fang für den folgenden Tag. Belzo⸗ 


elaoni Voy. T. I. p. abo. **) Rolaoni Voy. 1. p. 250, 288. 


DDer EDchachten unterorochen u. J. w., GUT GUTE Wer 
verſchüttet, zugefallen, ſchon chaotiſch durchwühlt in 
Jahrhunderten, die Gänge öfter nur Hoch genug gun 
triechen auf dem Bauche, dabei eine weit hoͤhere 1 
tur **) ale in freier Luft, oft große Hite, gemäß 
sa Gr. Reaum. Th., größte Trockenheit, baber | 
Luftraum erfülle mit den widrigen Ausbänflumge 
saufende von ausgetrodneten Reichen, erfüllt mit bem 
lichen Staube der ſchwarzen Mumien, die zu viel 
derten und taufenden in allen Winkeln und an all 
den aufgefchichtet liegen, und famt vielen Ormame 
fie umgeben, wie Mehl zerfallen bei ſtarker Berüh 
daß der Fuß der auf fie tritt leicht durch mehrere $ 
leiber hindurchfinkt, und oft ik kein Schritt gu thı 
eine Mumie in ben Staub zu treten “). Zu af 
noch das dampfende Licht ber Kadeln, welches üb 
den Winkeln die Schaaren der Fledermäufe aufſchr 
bier in ber unterirbifhen Wärme, in dem Duntel 
Xodtenflille gu unzählbaren Schwärmen fich vermei 
Einft herrfchte freilich in diefen Behaufungen 

ten eine andere Ordnung, das beweifet ihre Ein 
Schon die Häufige Stellung der Eingänge zu je gw 
mehrern dicht neben einander unb in gleicher DS 
an der fäußern Felswand eine gewiſſe Sorgfalt bei 
an, und etwa ein Dugend folcher gleichgroßer benachbar 
ungen, von fern geſehen, wirklich ben Löchern der Pi 
nlih, erhiele auch den Namen bes Syrinx bei 
ten +), wabrſcheinlich nicht ohne emen realen Grm 


“ E07 Oberdguptein, Theben. Hr 


eine Wit Heer nackeifen Garmanle 


Kan ent Kine wege Bon pätih Im 
A m 
Hypogäi —E en Ken 
ud waßefä: 


0 
113 einige Aehnlichkeit, keine v 
in : e J 
Arie alte 
aller Künfe unl 8 
6 der A 5, die Bonnmente bes 
© unter ber Erde, wie er 
ie, _bie-des Gtaates wu! en 
Zodtengräften und nicht in ben Bur⸗ 


m, war ba * ei 

Ieditete ut Br das —ã 

ven Aufenthalt angenehm — — 
Wk was das länfepensn I und ben 
u des Tod feiner ach⸗ 


Jömiard Descr. a. a. O. FR «) Jollois ete. Dose. 
34. *) Dieder, Sic: Bet, DL. pᷣ· 60.04, 1746 


Königsgreäber bei. j Eu 
Das Thal DBeban:el: Malout im © 
Goutnah ift eine Felsſchlucht der Libyſchen Keı 
die berühmten Könignsgräber") ber Zhebaii 
das Felsthal wendet ſich erfl gegen W. dann gege 
dann gegen S., wo es fi in zwei Schluchie 
davon die eine eine Stunde nah W. g, d 
aber mehr gegen ©. fidy nach allen Richtungen wi 
in ihren Zelswänden die Cingänge zu ben peu 
KRönigsgräbern enthält, die ale mit großen aber er 
sen tief in den Fels gehauen find, gleich jenen bei 
Hier ift alles wie dort nur im größern Maafflab: 
niglich. Einige, etwa 9 ber vornehmſten, liegen 
geöffnet da, andere etwa 5 ober 6 find verſchütiet, 
leide einige ſcheinen noch unbekannt unb verborgen 
Doh meine Belgoni, viel mehr fegen ihrer ni 
18 bis ao welche Strabo anflihrt, und wenn grö 
angegeben werden bei den Alten, fo müſſe man ı 
Sournah mit hinzuzählen. Diefe legten 
ältern, die, im Thale der Pforten ber Kbı 
ber (dos heißt Beban el Maloub)*"") aber die j 
auch finden fich Hier noch einige erſt angefangene. 
insgefamt in einerlei Styl gearbeitet, lange Gall 
Hallen die fih allmälig in immer größere Kiel 
sbeils durch allmälige ober plögliche Abfälle, oder | 
abfleigende Treppenfluchten, durch unzählige Thu 
mächer, Säle, Corridors u. ſ. w. unterbrochen, in 











üfren, Dberägypten, Leben, n49 


J „Statuen ; m inden. Dis 
sgräber fanden bie söffchen Gelehe⸗ 
$ (112 mötres) weit in ben Berg hineingenrbeis 
Be Geile derſelben find mit den künſtlichſten 
und Gemälden überbedr, in denen man vor⸗ 
Bläthenperiohe ber Aegyptiſchen Maplerei 
nerei erkennen m 
Enb fie alle au en vieles zerſtͤrt, und 
den älteſten Zeiten ſchon oftmals der 5 Plände 
ven En Mur dadurch, daß Belgoni 
bießer 0 eräffnetes (oder vielleicht nur 
efter Zeit leertes) —— rat: eut⸗ 
uns der —23 Inhalt dieſer alten Katacaiks 
se geworben, und wir brauchen nur weniges von 
xn anzufüßren, um bamit auch bie Ab: au 
a, wie fie einſt waren, und bie Aufm —22 — 
te bes muthigen Entdeckers ſelbſt leiten. 
ielen Anftrengungen entbedte Belzoni, untes 
e eines Regeribaches, in Biefem Klnigerhale ben 
pn 9 Fuß breit und 36 Euß lang zu einem 
je welches nur für Dasfenige * akt 9 am Ä 








muthis) oder feines Vater 

ben kann, nach Dr. —2— larungen ver 
kten Snfeeiften +), Ein en tool grmaßlter 

und eine 25 Fuß lange Treppe führte in ei 
ridor, und an lief über eine tiefe Gruft * 
en Halle von 4 Pfeileen getragen, deren Wände 
Stucco überzogen find. Darıı fanden fi das 
nes Apisfliers, einbalfamirt 4 Asphalt, eine 
se von mumienäßnlichen Deljfigune: mit As: 
ogen; viele Thonbilder waren da, glafirte, blau⸗ 
enißt u. a. m. In der Mitte ber Halle Hand 
tüd, ein Sarkophag aus dem ſchoͤnſten orientäs 
afler, nur zwei Zoll did ausgearbeitet, alfo garig 
nd Binter dem Lampenlichte, 9 Fuß 5 Zoll lang, 
. breit; aber ohne Dedel, deſſen Fragmente 
en, ein Zeichen, daß das Grab ſchon ein⸗ 
—* vor einem —— plũndert war. 






die Mumie, aber der Ala u. war an ber 
äußern Wand mit Seul ee & erdedt, nf 
ere hundert kleine, = 30 abene 
idenpompa mit allen ——— bolen 


vargeRelit find, unflreitig eins ber koſtbarſten 


rundriß f. b. Ibeler a. ”) Belsoni Voy. 
md. +) Bexgl. 84 Review Dec, Bw 





750 Afrika, Waſſerſyſteme. ILL bin 6.6. 


Gtüde aus bem Alterthum. Dieſer —— ſtu 
einer Treppe, die zu einem Souterrain führte, 28 
lang, hinten von Schutt und Miſt von Flebermünſen n 
—*8 war, und ven da wohl noch 100 GSqritt weile, 
aus dem Kalkflein in das Schiefergebirge 33438 
Aus den zweimaligen Vermauerudgen der R | 
fih, daß wohl feüber fhon von Eingeweibeten felbl, 
ſcheinlich, einf die Schäge diefes Sepulccums entweik 
enn mochten. In Delzonis genauer Beſch w 
odellirung aller Gemäßlde, DBasreliefs, Statuen, De 
mente u. f. w. dieſes einzig, wie gang friſch erhaltuen? 
numentes aus bem Altertbum, u man bas Befall 
darüber nachfehen. u 
Belzeni zählte bei der Mobellirung biefes Muuug 
tes in Wachs allein 180 Figuren, die darin”) in 
Größe vorlommen, mehr als 800 Figuren von 3 Bi 4 
öbe, an aooo hieroglyphiſche Figuren von ı bis 6 
dhe, woraus fich ſchon eine MWorftelung bes *7 
gibt. Dr. Wicci MT. der diefes Königsgeab mit ala fi 
nen Figuren und Hieroglyphen gezeichnet Bat, b 
Monate dazu, und fanb im erften Gange allein saooo 
roglyphiſche geilen. Ueber dem Eingange ber Pfr 
zwei ovalen Vertiefungen find die Namen von Rebe 
Dfammis, Bater und Sohn gefchrieben, nad einer 
rung, bie Dr. Doung vorgenommen Bat. Auf em 
andgemäßlbe ***) befinber fich ein feierlicher Zug, im mm 
chem aufer rotbfarbigen Aegyptern noch breieslei 
fehaften als Gefangne aufgeführs werden, 4 bättigt 
den, 4 Derfer oder Chaldäer und 4 Aechiepi 
Meger, denen wiederum nadte Völker folgen, Außer 
fem finden fich viele andere Infchriften, welche zu dem 
sigften Theile der uns von ben Aegyptern lübriggebliches 
Litteratur gehören; Dr. Young hat fie zu emtgiffeen u 
zu erklären verfuche }), woraus ſich eben ganz | 
mend mit Herobot und dem alten Teflamente ergibt, | 
Bier die Thaten von Water oder Sohn —— 
Denn nad a, Chronik 55. Kap. so ®. führte 
cho wirklich, nachdem er König Joſias gef za 
die Juden ale Gefangene nach de ypten, us K ur 
as nach Rap. 56.5; und nah Herodot führte Rei 
riege fiegreih in Syria und Aflen, wahrſcheinlich alfo « 
in Acıhiopien, wie das Bild angibe. Unter Amaf 
Apries und Mecho flieg aber die Blüthe bes Aezn 



















*) Belzeni Voy. II. p. 18. **) Ideler in R. Wkonett 
F; 209. —) Belzoni Yoy. 1. p. 590, ı. Die 
ein au Belzonis Atlas, +) Quarierty Roviow ıdge, 
P- . 





. 
“ 


R Miſtrom, Oberagypten, Theben. 75% 
und ber KReichthum ber Könige auf ben Hi: 


Die * ken Grgenflände welche man außerdem noch 
een Gatarombrn fowoßl in Beban el Malouk, als 
surnaß gefanden Bat, find unftreitig die Mumien 
‚nad bie Pappyrusrollen. Die Mumien (vom 
Kurs Moumya) finden ſich, nach genauerer Beobach⸗ 
„Aberall, nit nur nad den drei verfchiebenen Glafs 
so * rens vor, deren Studium ſchon merk⸗ 
ſt, ſondern auch geordnet nach ben verſchie⸗ 
— unb Koften ber Aegypter, vom Bauer 
55 Bel hot fand file theils in Gärgen 
33 teils ob ne biefe, theils in Gypslagern, 
25 —— ermumien immer mit 
ber die elegten Armen, bie der mocnche 
gi Snige,der ———ã— Klaffen ohne Kiften, we 
Here zu jenen ber Vornehmen der Zahl nac etwa "9 
sen wie 10 gu ı uf. w. Er vervollkändigte f 
wi diefes Gegenfantes, auf welchen zuerfi die 
en Belchrten *"*) viel Aufmerkſamkeit Aemenbet Hatten, 
e Bamen alle Diumien nach Europa aus den Gatas 
a von Mempfis in Unterägnpten, wo fie aber ohne 
eich weit fchlechter aufbewahrt und zubereitet find, als 
teren in Ober gppten und bei Theben, von wo alles 
ums bes alten Aegyptens erfl ausgehen follte. Bei 
Epebaifchen Mumien ift die Phyflognomie auf eine 
aft merkwürdige Art erhalten, und flimme mit benem 
Bandbilder und Statuen in Theben auf bas überra: 
fe ganz überein, fe geigt felbf die größte Berwandt⸗ 
mit dee Befihtsbilbung +) der heutigen Araber in 
gppten, weiße von der Syenecataracte bis Theben 
#. Die Breglot lodyten von Gournah Haben ganz bie 
unomie der enkspfe die fie herbeiſchleppen; breite 
‚ rg —* ‚ breite Sechläfen, vorſpringende 
ochen, große ugen, großer gutgebildeter Mund, 
—— — gleiche Zähne, wenig dicke Lippen, feine 
‚ ber Geſichtswinkel von 76 bis 80 Br. ganz wie bei 
seopäern, anben Memnonskolofſſen und andern Statuen 
w den Köpfen der Arabifhen heile. Die Stirms 
die bei den Bewohnern des noͤrdl en Europas mehr 





Jllois eto. Dissertation sur la position ge 45 phique 
e. de Thebes, in Antiq. Desc. p. 455. **) Belzoni Voy. 
p- 263. *"*) E. Jomard aur les Momies des Hy spogdes 
Thibes. D. Eg. A. I. p. 37 - +) Jomar 

‚ p- 342. und anches. — ol. u A 51 aebſt 
sscr. don Delille und Savign 











752 Afrika, Waſſerſyſteme. III, Abſchu. 6. 26. 
vorteetend iſt, bei den Griechen aber gerabe 


und fall. 
ſteht, ift bei. den Mumienköpfen nebf ber Rafenlinie real 
zurüdgeneigt, was den Hauptcharacter berfelben ausm 
en Peint⸗ der auch auf allen Seulpturen nit zu wem 
nen ifl. * 
Die Papyrusrollen?) insbeſondere find ſeit kun 
wichtige Documente für die aleägyptiſche Litteratat 
den, ſeitdem man fie in der Thebais häufiger a 
und ihren Inhalt kennen gelernt hat. Belzoni behahl 
tete *°), daß die Mumien in Särgen Leine folde 
haben, wahrfgeinlich mol, weil ihre Inhalte auf deu 
gemahlt warb, der fehr oft ganz Eberdede if mit Hi 
phen und Infchriften. Dagegen twurben fie gemöhnlih WE 
umien ohne Särge beigegeben, und unter das Reit ga 
Red, zwiſchen bie Schenkel oder unter bie Achfel gel 
Schon finden fih viele diefer Papyıusrollen in den Ems 
päifhen Mufeen zerſtreut, aber in den Sammlungen u 
Gairo, bei Drovetti find ihrer 170, bei H. Galt gem 
100, beifammen im Befitz des Generals Meun [ 





Minutoli find 50 u. f.w. *"). Diefe Paphrusrellen 
ben aufgewidelt öfter eine ſehr bedeutende Größe, wie } 
die von 28 Fuß 4 Zoll Länge in der Franzöſtfchen 

lung +), und bilden daher nicht unbedeutende Beiträge d 
altägnpsifcgen Bibliotheken, bei denen bie Gelcheren 
dem Lefenlernen erſt wieder von vorn an beginnen 

Dr. Young bat zum Lefen fon ein fehr brauchbares 
zoginphenlezicon ausgearbeitet, das Profeffor &cholz in Cab 
bei Salt gefehen Bat. Schon als Manufcripte an ib I 
fie nah dem Evangelienbud auf Papyrus, NT 






sten Saec. der Marcusbibliothet in Venedig, und nah 
Ausuflins Epifleln die älteften bie wie befigen, die v 
ten Manuferiptrollen aus Herculaneum ausgenommen, DE 
aber außer Hie roglyphen und Argyptifher Bu 
benfriftaudmituner @riebife Surfiofärifta 
halten, foift durch dieſe höchſt wichtige Entbedung und En 
zung der Gelehrten, ihr Werth noch erhöht worden 
umal durch diejenige von ben Deutſchen Pfilologen Bö 
—* und Buttmann ſo ſcharfſinnig und glück 
entzifferte und erklärte, die 1995 Jahr ale iſt und 104 
vor Chrifli Geburt niedergefchrieben warb, als Urkunde 
ben Verkauf eines Grundſtückes das ein gewifler Nechnt 
[ 





*) Jomard des Manuserits sor Papyrus is D. Fg. A.L 
357 — 376. **) Belzoni Voy. I. p. 270. ***) Ideler a 
ee ” Jomerl Deser. p. 560. ++) %. Bi 
einer Aegyptiſchen Urkunde au rus in 
ſcher Curſtvſchrift. erl. 1821. 4. t vapp 


Nilſtrom, Oberaͤgypten, Theben. 753 


Bauft hatte, bei deſſen Mumie hoͤchſt wahrſcheinlich bie: 
Deument. gelegen haben mag. Es iſt gewiß, daß Bier: 
der Runde ber Aegpptiſchen Litteratur aus den Gräbern 
bais eine Hanz neue wichtige Quelle entſprudelt ift, 
be noch ein weiten litterarifches Feld zur Befruchtung 
Rt, wenn man auch nur an das große Fachwerk der 4a 
enf&aften dee Aeghpter denkt, von benen die Prieſtee 
6, welche bie Philoſophie enthielten, auswendig lernen 
ten, nah ber wichtigen Stelle des Clemens von Ales 
rien *), und bas eben angezeigte Factum, daß fir Urs 
den enthalten, deren eine einzige durch ben bewun: 
Imürbigen Scharfſinn bes Erklärers für bas noch fo 
elhafte Bolt ſchon fo wichtige Aufliärungen darbos. 


NMäcblick auf die Hundertchorige Konige— 
— boris 





Auf der Si: über den Gatacomben gewinnt bag Auge 
‚eRaunten Beobachters einen beherrſchenden auferor: 
gen Ueberblid, über die ganze Trümmerwelt der ein: 
u bunderttborigen Thebä, über das Gentrum urältefter 
böafler Civilifarion des Alterthums, Über die Stade 
Baliften und Zempeln, vol Schäge Über und untere 
Erde, von einem zahlreichen Wolke, von dem tüchtigfien 
Bergefchledhte, und von mächtigen Herrſchern erbaut, 
wben durch unendlien Fleiß, theils aus dem Schooße 
Erde, gewonnen theils durch einen blühenden Dandel 
Verkehr vom innerften Lande der Neger und Herpiopen 
' Arabia und den Erythräiſchen Drean bis sum Andus 
Ganges, dazız noch dewahrt, veredelt, verherelicht durch 
M und Wiſſenſchaft, welche als bie Lehrerinnen der VI: 
aller Zonen und aller folgenden Johrhunderte in der 
8 bier in ibren einfältigen Elementen und Einheiten 
echt und Rübrung ermeden, burch bie Ahndung ihrer 
Ichergewalt auf das Beifterreih oUer Zonen allee Jahr⸗ 
herte Auch in den feiniten Verbältniffen zeigt fich bier 
Darmonte der Entwicklungen, welche jedoch ofı erſt die 
R der Betrachtung oder ofe nur allein bie Anſchauung 
Haufıufaffen vermag. Go z. B. kann keine Befchreis 
y und Zeichnung, Sein Grundriß und Aufriß den eigens 
slihen äſthetiſchen Character der Aegyptiſchen 
itectue wie ibn der Ueberblid von Theben Bier darbietet 
ergeben. Auf jenen erfcheint dem nordiſchen Auge öfs 
ils fchwerfällig, ja plump, xob und feltfam, was an 
und Stelle felbft dem Auge ganz paffend, leicht und 





Greugse Symb- I. &, 246. 
2 u 


% 


m. _ 


[} .. 
[H “u — 


a un 
Pi, 4 


NG .. 
Pe EV "N 
” .. av % . 


LE 


= 


a. Yan un nu. 






unter dem Aegyptiſchen Himmel aufgeführt, | 
ger als in ihrer Heimath befriedigen, und geg 
die Würde und die Monotonie dere Aegyptiſche 
&berali bei der größten Eleganz und Vollendun 
iſſen Düere, Gchattenlofigkeit, Unbebeusem 
rechlichkeit nicht entbehren. Daßer if, wie e 
den des Aegkıfchen und Joniſchen Reeres bie @ 
fo au bier bie Aeg hptiſche Km im Mi 
mifh und zu höchſter Vollendung empergefii 
nen, auf eine Y eigenthümliche Bife, wi die 
sit nur aus ihr felbf über fie commentiren 
kann. Nirgends aber Gas die Kunſt fi wohl 
fo glüdlihd an das Wefen der Landesnatur ange 
ift aus ide, als ein Lönigliches Gewächs, alı 
Dflanze emporgefoflen, wie hier im Aegyptif 
Mur der räumliden Ausbednung ı 

ein genauer Vergleich mit den Monumenten 
des anftellen **); aber da treten 4. B. alle Br 
bäude weit url ‚ ſelbſt bie geöiten. bas 9 
Kemyel u Dikum, des Zeus su Olympia 
gegen ben einzigen großen Hofraum des Palat 
nat, der allein alle Monumente der SIufel | 
faffen könnte. Mur die Ruinen von Palmyra 
in Syrien leiden fon einigen Bergleich, eb fi 
weit zurũckſtehn, da fie nur Ifolirte, obgleid 
Styl vollendete Kunſtwerke zeigen, babingege 
von Karnak wiederum von einer ganzen Stadt 










[4 


Nilſtrom, Oberägupten, Theben. 765 


Umfang gegen 45000 Fuß (14 bis 15000 möätres) be: 
* Do verdanken beide Städte ihren —ãA 
Meande, daß fie Reſidenzen und Emporien zwiſchen dem 
diſchen Orient und dem Dccident waren. ur die Eu⸗ 
Kite Roma, bie prunkvollſte Stade der Erbe, erinnert 
ſer neuem Gtädten °), durch ihre ſpätern coloſſalen 
meen wie das Pantheon, Colofeum, Theater, bie Bäder 
Dioecletian (darin ein Baal 180 Fuß lang 74 breit) eis 
wrmoßen an jene ber Thebais, doch find alle Alten Mb: 
zbauten darin, insgefamt, etwa nur zu vergleichen mit 
w Wempel im Güben von Karnal. Die Peterslicche gu 
we (Asa Fuß body). faft fo hoch und breit wie die Pyra⸗ 
beu von Memphis, und mit dee Golonmade 1491 Fuß 
Wauer 497 mätr,) lang: it doch noch um 1 Buß (37 
* kürzer als die Diſtanz zwiſchen den Sphinxen vor 
r WBelipforte des Palaſtes von Karnak von denen vor 
ı Dfpforte. Under ben neuern Gebauden reiben fich die 
lsſſer von Gaferta, Escurial, Verſailles, Loupres und bie 
Wersburger wohl zunächſt an ben Palaft von Karnak an. 
Die genauere aſtronomiſche Beflimmung der geograppis 
em Rage biefer Monumente verbanten wie erfl ben Frans 
Gelehrten. Rab Nouet liege 
*), unter 30° 19' 34'D.8. u. 259 4a! 57 N. Br. 
zer, unter 30% 19' 38 — — 559 41 57" — 
hmanbpas Grab, 30° 18 6 — — 959 43’ 97 — 
edynat Abon, unt. 30° 17° 32” — — 25° 4a’ 58 — 
Das alte Theben lag alfo nach den Kranzöfifhen Mef: 
ngen mit Desobots Angaben übereinflimmend 18000 met. 
800 Stadien) entfernt von Elephantine, und wenn man 
n Biegungen des Nilfitoms über Deliopolis und die Pe: 
Hide Mündung folgt, 68000 mötres (6800 Stadien) vom 
gere. Das alte Theben Hat, nach den Sransdfifchen Mef: 
ngen, ohne den Dippobrom und Med» amond, einen Um: 
Bg von 14 bis 15000 metres und nach den Prieflerangaben 
| Diodor Sic. 140 Stadien, was wiederum fehr gut 
egeinflinnmte und der Umfang war dem des alten Diem; 
is und Alexandria juet ähnlich, aber boch noch Überlegen. 
eine Quadratoberſlaͤche beträgt 1008 Quadratheetaren (doch 
Bewen die Ruinen einen etwas größeren Raum ein), der 
B febigen Kairo beträgt deren 7795, von Paris 3414. Alſo 
Abheben etwa einen doppelt fo großen Flächenraum 
s als Das heutige Kairo, einen etwa Bald fo großen als 
sis, doch nur na ben großen Denkmalen au urtheilen, 




























®) Jollois etc. p. 297- %%) Jollois eto, Dissertation sur la 
sition geographique et l’etondue do Thebes ote. in D. 
5 A L. pP: 417 - 4:9. 
Bbb 2 





tend wit Urbs fl, oder von Teybah d. 9. ars, 
die Aeghpter fegten, Sonne und Re ißre € 
feyen auf Warten nach Aegypten gelommen, mw 
Sie aftronomifhen Gculpturen darftelen. W 
iR ir Bam: dus die — 8 Auslaı 
und allgemein geworben, tote burı [ni 
men bie herrſchenden wurden (f. oben ©. 4 
- für gmr der Name von Thebä durch die 
on nannten bie Propheten in Joraei 
eröhnlid No:ammoun db. i. Ammonsftabi 
832 inta mit Megldu Anpar, Beſizihum des 
mon, Überfent hat; nach Champollion heiße 
f$en Thbaki-anti-pi-amoun, d. f. die 
mons, ober des Erhabenen (amoun im Koptifd 
ria, sublimis, celsitudo). Die Briegen über 
in ihr Diospolis, Aber fon zu Gtrabos 3: 
alte Theben in mehrere Städte gerfallen, und ı 
berrefte auf der Oflfeite des Ril wurden Dioapol 
genannt, die auf der Weſtſeite aber Memnoni 
dem fpätern Werfoll_zertheilten ſich au biefe n 
nere Bleden und rfer, wie wie fie heutzu 
Der hat Luror, eigentlih EI Akſae, bi 
Namen vom Caftell (f. oden ©. 654) erhalten 
dynat Abou d. 6. Etadt Abou (wide wie Bi 
fogifitte Medinat-tabon, nämlid bie Seabr 
Thebö) , Heißt eigenlih Medynatı Habon 
Stadt bes Waters, oder bes Helligen Bı 
na. Kabon. im Itiner. Antonin. ein Sanctus 


Miſtrom, Dberägupten, Koptos. 757 





weten Zuſammenhange ſteht. Der Name ber hun⸗ 
rigen Thebä (Ixarouzulas) *), den Homer, fo 
I. begeichnend, der damaligen Welthauptſtadt 
Jer alle folgenden Jahrhunderte hindurch von allen 
a Wölkern der Erde ſtaunend wiederholt wurde, iſt 
re Zahl nad weniger wie man gu thun pflegt **) 
Thore bee Stadtmauer gu berichen, bie uns ganz 
ne geblieben, ale auf die große Zahl ber boden 
m der Tempel und Paläfte, bie noch heute 
(one), als bie eigenthümlichſten Werke über alle an⸗ 
e alten Thebä emporragen, deren Grabſtätten 
gt noch ben Namen der Pforten ber Könige 
el Malouk) tragen, welches allgemein im Lande 
ne bee Königsgräber bie Beute geblieben. 


t, Koft, Coptos; Kous, Appollinopolis 
a; bie Transverſalſchlucht, oder das. 
Querthal von Koffeye. 


s bee Norbgrenze der Ruinen Thebens zieht fich 
m Oſtufer des Nils, mehrere Stunden weit bis 
eu Wellmendung diefes Stroms, die fandige Ufer: 
n, in welcher nad einander auf dem rechten Ufer 
e Keft, Kous, Kene liegen, den Ruinen von 
b gegenüber. . 

t, das berühmte Coptos*’"), Hat biefen alten 
ben Namen auch noch bei dem heutigen Arabern 
en. Es liegt zwifchen dem Nilufer und bem Fuß 
iſchen Kette, von wo ein Thalweg die Garavanen: 
dp Kofſſeyr zeige. Erſt feit den Zeiten der Pro: 
a Könige gelangte biefer Drt, als das große Em: 
ı der Indifchen und Arabifchen Waaren (in höchſter 
ma Strabo's Zeit F)) zu allgemeinerm Ruhme, aber, 
u früber, zur Zeit dee Pharaonen, wenn uns 
bekannt, doch von großer Wichtigkeit war, beweifen 
inen. Bon ihnen ſchweigt zwar die Geſchichte, ihre 
npel nebſt der Ummwallung zeigen aber ſelbſt ihr fehr 
ter an +}). 

ı zweite Ummallung aus Badfleinen, welche fi 
e, enthaält die Trümmer einer jüngern Stadt, die 
pen, Römern und Baracenen (vergl. oben ©. 670) 


ı EX. v. 381. **) Strabo, Biodor, Juvenal, P. Mela 
f. Jollois a. a. DO. p. 4350. **-) Champollion l’Er. 
Ies Pharaons T. 1. 223. +) Stırabo 1. XVII. p. 
ed. Tzsch. +t) Jollois et Dewilliers Notice sur 
Ruines de Keft et de Qous in. D. Eg, A. U, ch. X. 
I dä, pP» 3. 





755 Afrika, Waſſerſyſteme. m. uiſcha 


in die alten Aegyptiſchen Teümmer Yineingebeut 
fo leer ift wie jene; fo, daß Bier die KRunfibent: 
vier verfchiebenen Blüthenepochen beifaumen 
jege nur einem elenden Araberborfe zur Unteriag 
Die Trlimmer der zwei Tempel find beuen gu 
oben) fehr ähnlich. Won den fpätern Werken if 
chriſtliche Kirche Übrig, aus alten Aegyptiſchen X 
dern aufgeführt; fie wurde bei der Chriftenuerfel 
fee Dioclerians zerflört. Auch in der Um 

ten Stadt find die Spuren ihres alten Beil 
handen, 3. B. in dem Dorfe Kymaͤn flede der Ue 
nes alten Tempels. 

An der S. S. O.: Seite des —— 
noch eine ſchöne Kunftfiraße *), welche bie tie 
Stadt gerade burchfchneider, und an deu Fuß der : 
Kette anftößt; ficher diente fie einft zur Ucberfchw 
zeit, um bie Garavanen, die von Berenice 
Merreshafen famen, trocknen Fußes zur Gtabe | 
führen, auch ale Damm zugleich das Ueberfhm 
waſſer flilftehen zu machen. In diefer Straße fl 
3 Brücken; bie eine aus 7 Bogen mit alten Qu: 
Hieroglyphenfragmente errichtet , daher wohl au: 
Zeit von Römern oder Soracenen gu Stande gebrad 
fiebt man noch 1500 Fuß von den Ruinen ber ©ı 
einem großen Wafferdaffin, an welchem die Kunfl 
in zwei Arme theilt, die Reſte großer Gebäude 
Anfchein nach die großen Waarenhäufer bes Emp 
om Milbafen gewefen feyn mögen. Gtrabe**) 
daß zu feiner Zeit die Stadt Koptos ſchon gem 
lich von Kegpptern und Arabern bewohnt worden f 
Araber in Aegypten angefiedelt vor den Grobers 
Muhamebdaner. 

Kous, Rös:Dicbie *), Apollinopoli 
Im Norden des vorigen liegt diefer von Chriften 
Ort, der jetzt ebenfalls im Verfall noch feine al 
beurfundet, in einer Entfernung von 4000 Zuf | 
. ufer. Die biefigen Schutthügel beweifen, baß 
eine Danbelsflation von Wichtigkeit lag, und 
feda’s Zeit war Kous bie wichtigſte Danbelski 
ptens, nach Foftat (Kairo). In der Mitte ber Se 

eht noch eine große Porta F), ganz ifolirt, ähmil 
enderad, einft der Eingang eines großen nun gaı 
sen Tempels. Die noch fichtbaren Baureſte w 





*) Jollois ete, Notic, 2.65. *0) Strabo XVI 
>), Champollion T.l.p.219 1) Jollois ei 
p- 66. 


Pu 





Milſtrom, Oberaͤgypten, Koptos. 769 


XR denen von Denderah ähnlich. Dieß iſt Beweis 
2 R ifre einige Wichtigkeit, bie ber Ort wohl dem 
Die Sreiemäifgen Könige belebten Handel Oberägy: 
verbanfte. ns der Gegend von Kous, 3300 Fuß 
ben entfernt, in ber Breite des Dorfes ober Kafe Dar 
49 iR eine Khalfhludt, ‚welche wie die von Kop⸗ 
8, queer buch den Mokattam oder bie Arabifche Kette, 
f vi see Caravanenſtraße nah Koffeyr und Bere: 
e füßr 
iee befindee fich wirklich jenes zweite bebeutende ges 
bin in mehrere Seitenarme zerfpaltene Trans 
shal, bas den Nil mit dem rothen Meere verbin⸗ 
7 Stunden im Norden von dem alten heben er: 
n alten Aegyptern aus feinen Steinbrüchen wich⸗ 
Baumoterialien lieferte, und gleich dem Wege won Edfe 
oben) einer Daupspanbelefteae der Thebais 
dem „rient diente. Diefe Transverſalſchlucht iſt unter 
Kamen des Thales von Koffeye *) genauer be: 
8 geworben, welches von Kenne bis Kofleye eine Weg: 
von 42 bis 45 Gtunben beträgt. 


Das Querthal von Koſſeyr. 


' Raum eine halbe Stunde im Oſt bes Nil fängt fon 
e Wäſte an, welche die erfien g Stunden weit ganz wafe 
Bios if, bis Guitta (Leguitta, Legheta). Der Cingang 
wm NMil Ger, von ben Orten Rene, Kous oder Koptos 
eine enge Schlucht, deren Vorfprünge aus Trüͤmmern 
E Raltberge des Mokattam beftehen, die allem Anuſchein 
9. Bier Einf ununterbrochen fortfiricden, wie bie weſtliche 
Ge Nilkette, als das Thal Dberägyptens noch ein En 








N 
se 


+ | 


* 
” 
* 


— di 


Offener Seebobden war. Je tiefer in die Schlucht b 
De erweitert fie fich zu einem breiten Thale, Über beflen 
remzende Vorböben gegen &. die Höhere Arabifche Be: 
Be, weiß, fteil und Boch hervorragt. Das Querthal 
ter eine weite, trodne Ebene ohne alle Wegetation mit 
MB und Kiefeln überdeckt, aus weichem Sandſtein, aus 
RB auch die Bergzüge zur Geite beſtehn, bie fih bei 
Kitta wieder der Garadanenfirafe nähern. u beiden 
ſtürzen die troknen Betten der Hegenbäche herab, 
I Bier im Winter reichliche Regenfhauer fallen, wenn au 
wNilchal ſelbſt ohne Regen bleibt. 
Bu Guitta finden fi 3 gemauerte Brunnen mit gu: 
WM Regenmaffer, und umher ſtehen mehrere Ruinen alter 
häude, auferdem keine. Inbeß fpaltet fi das Quer 





) Rozidre Descript. mineralogique de la Vallde de Kor. 
seyr in Mem. s. l’Eg. T. III. p. 237. 


ss 


Bo” 


⁊ - n . » „» —h. a. _ mu .— 
ır raus — Par a. 


—2 


uure u VL ν En EEE — 
von Wegweiſern. In dieſer Loealität iſt alf 
Handelsſtraße“), deren Strabo gedenkt 
dar; fie führte ſüdwärts, wie wir oben ſahen 
zenice, oſtwärts, nach dem Hafen Nyos Ho 
ches das fpätere Koſſeyr des Mittelalters if. 
Eine Stunde im Oſt von Buita**) 
beide Gebirgsketten fo ſehr, daß das Thal ſth 
Fuß zuengt. Die Bergwände werden weit 
San ſtein nimmt eine roſtſchwarze Farbe an 
Bruce +) für vulcaniſchen Baſalt, ale er bie € 
Karnak ſahe, die aus ihm gehauen ſcheinen).“ 
6 Stunden in Often, werden dieſe Sanbfleis 
Broccien und Puddingſteinmaſſen verbr 
Gefüge immer grober wird, die Schichten imme 
die graue Karbe geht in das Violette und GBrü: 
Ber von Reiſenden öfter votber und grüner-: 
nannt), Marmor und Porphyr Anden fi bie 
aber weiterhin folgen feinkörnige Sraniemaffen, 
eien von der fhänen grünen Farbe (Verde d 
antico der Antiquare), darin Mollliefel von 
Porphyr eingewidelt liegen. Der Granit hat 
gen Slimmer und roſenrothen Feldfparh, wie der 
aber viel Lleinkörniger ; unter den Porphyrki 
jene Breccienmaſſe eingebaden find, finden fie 
5 verfchiedene Varietäten, sum heil in gro 
umd von fo außerordentlicher Schönheit, daß 
aus biefen ihre edelſten Kunſtwerke arbeiteten, 


er 


—“ 
m. - 








wu. Bu b+ 
. » .. ® nm „ 
L 228298 


1:75 
— 





Miiſtrom, Oberagypten „Koptos. 761 


Mänitt der Arabiſchen Bergkette Mind, folgt, wohl ı0 
s weit, zum beiden Seiten bes Thales Schiefergebirge, 
Hrer für ben Weg nur enge Schluchten übrig läßt, fo 
ber fchlängelnde Felsweg oft nur für a bie 3 beladene 
sele breit genug iſt. Die Bergmände fleigen Reil em: 
nd nade, ohne Gewächs, wild durchriffen, von weißen 
tggängen durchſetzt, welche die Trümmer nebartig durchs 
fen und su Maſſen verbinden, inde die Gipfel feltfam 
iftet und zugefpist find. Der Thalboden mit dies 
krümmern Überfchlitter, ift überall ohne jähes Auf: und 
igen, fa in gleichem Niveau und fo bequem wie bie 
Europaiſche Kunſtſtraße. Die Franzoſen fanden zwi⸗ 
dem Mil und Koſſeyr nur eine einzige Stelle, näms. 
im Iflichen Ausgange gegen bas Meerufer, die für 
Artillerie befchwerlich zu pafficen war. In den Mes 
Hiuchten und Thalwinkeln ſtehen wenige Acacien und 
wuinten, in der Mäbe der Brunnen, welche El⸗ 
eb *) heißen, und 253 Stunden Wegbiftang von Ken: 
gegen Oſt und von Koffeye ı7 Stunden ge Welten 
1, alfe [gen näher gegen das Arabifche Meer zu, als 
ı den Nil, Diefe Brunnen haben fih in etwa einem 
mb natürlicher Selsfpalten gefammelt. Bon Eis 
&5 folgen nun immerfort, bis 3 Lieues diffeie Koſſeyr, 
Schiefergebirge von der mannichfalticften Abwechslun 
ald Horizontal liegen, bald geneigt gegen üben fals 
An der Auſſenſeite dieſer Schiefergebirge, gegen das’ 
e gu, dehnen ſich Gyps: und Kalkgebirge an, melde 
se, befonders aus angehäuften verfiinerten Auſtermu⸗ 
s (Ostrea diluviana nach Rozièere) beſtehen. Je eins 
iger Übrigens die Maſſe der Kalk: und Sandberge ges 
Bas Nilthal fich zeigte, deſto mannichfacher wird fie das 
sin den plößuch wechfelnden Bebirgsarten und Webers 
en des Thales gegen bie Meeresfeite. Drittebalb Stun: - 
in W. von Kolfeyr, gu Lambageh °*), mo bie nörb: 
Strafe, welche Bachelu nahm, wieder in bie heutige 
wanenflrage eintriffe, liegen die Quellen eines klaren 
ſes, dee jedoch nur zur Megenzeit bis Kofleye zum 
se fliege, fonft aber ſich bald wieder im Bande vers 
»). Hier zeigt fig, nad lange vorhergegangener 
re, die erfte (hine Vegetation wieder, doch nur eine 
pe von ı9 bie ı5 Dattelpalmen Bier fon eine große 
enheit, Mimofen, umd ein Bleiner mit Pflanzen und 
räuch bebedter Raum, mo fich die erfien Vögel wieder 
n, wohin Gazellenheerden aus den äden Berghöhen 





Rozitre 4. 0 D. “.) Rosziöre a. a. D. Nr. IV. 
'#*) Dubois a. 8. ©). p. 27% 


"62 Afrika, Waſſerſyſteme. IIL, Abſchu. 6. 26. 


inabfleigen, ihren Durft zw loͤſchen. nm 2.3. vu 
ier liegen hohe Sranitgebirge, deren Waffe has Grund 
lager jener Granitkieſel gu ſeyn feine, die weiter im 

als Trümmer in die Breccien eingewidelt liegen, und ale 
auf eine Revolution Binmweifen, bie burch Dieeresbew 
entflanden zu feyn ſcheint. Auch zeigen n. Bier eine 
ge berabgeflürzter Granittrümmer unb bie Felsmaſſen fe 
find in regelmäßige, natürliche prismatiſche Theile gli 
get. (Diefe hiele Bruce für angefangene Obelisten, de 
ber er, und mit ibm Browne, Bier von Greinbrüden der 
Aegvopter fprechen. Dieß ift Irrthum. Die obigen Rade 
sichten zeinen, daß die alten Aegypter bie Maſſen, bie fe 
in der Näbe en nicht weit herbolten, bier dagegen, im 
Thal von Ko 

Steine, den Alabafter, Porphyr, Steatit, fogenannten Be 
fat, Breccia d’Egitto, Verde antico u. a. m., jun I 
kleinern Meifterftüden der Sculptur *). 


eur, brachen fie nur die fhönern, Eleiners 


Im Df der Brunnen von Cambagéh kommt ie. 


unwegſame Stelle, die einzige befehwerliche in dem 


30 Meilen langen Querthale, und gleich jenfeit be 


erblide man zwiſchen Kalt: und Gppsbergen bin has ca 
the Meer, und bald darauf das Fort von Koſſehr, ab 
dem Drte in einem weiten Golf voll Korallenklippen. 


Einen andern Weg als diefen genannten, den Bed ' 
res bereifet bat, nämlich einen etwas mehr nördlichen 


nohm der Engländer Bromne**); und Bruce ging dar 
das Thal Terfaoued. Hier find keine Spuren eines 66 
nale, auch keiner alten Kunſtſtraße, doch Hält WBromne den 
Weg felbft durch die Felſen für gefprengt. Karamanen ne 
men beute no von Kenneh, Benout oder Kons bi 
Koptos diefen Weg nach Koffeye, und legen ihn in v 
Stunden zurüd, wozu fie 4 Zuge Bin und 3 zum Bi 
wege gebrauchen. 

Die Gegend um Koffeie***) ifE gang wäfle, ber Be 
den ift Sand, das einzige Grün find einige Koloquintens 
bäume; einen Brunnen haben die Sranzofen erfk gegr 
3000 Fuß vom Fort und 600 vom Meere; jeden —* 
er für 600 Menſchen Waſſer, das aber ſchlecht iſt. 
erſte Quelle iſt eine Tagreiſe fern, und die erſte gute ih; 
kein Haus des unbedeutenden Hafenortes bat eine Tiſtewe. 
Hier war ehedem der Hafen von Myos Dormos +). DU 
nahe Lage dieſes Hafens am Nil, alſo feine Weltkelumg 


a) Rozitre Deser. p. 261. *) Browne Trav. p. 145 | 


er) Dubois Ayme Notice sur Kosseir et ses environ 
in Mem. sur I’Eg. T. III. p. 273. und Descr. de l'’Eg 
Etat mod, I, p. 195. +) Goffelin 6. Brebow p- 190: 


! 
| 








Nilſtrom, Oberägupten, Denderah. 7653: 


ns zu feiner Wläthe verholfen, denn auf ihm fand ber 

ee Verkehr zwiſchen Indien, mit Oberes wie mit 

2 Jegypten flatt. Daher ift diefe Wüſte wohl von jes 
K belebt geweien; feitbem aber am Weflausgange der Gas 
B umb die Strafe von Koptos verfielen und der mehrſte 
Andel ſich in das Nildelta zog, wendete auch die Karawa⸗ 
nftraße ſich weiter nördlich nach Kennéh. 


Kennéh, Ghinneh; Denderah, Tentyra, Ni- 
Tenthöri. 


 KRennef °), ein guter Dandelsort auf dem Oſtufer 
Ri, we biefer feine große Werbung gegen Weſt nach 
Bittelägypten beginnt, iß ein Hauptfig ber Gouvernements 
k Dberägnpten, berühmt durch fein Köpfergefchirr, das zum 
Ahlen dee Waſſer trefflich dient. Der Ort ift noch im 
we eine Waarenniederlage °*) für Koffer, Baumwolle, 
Achmirzeuge, indifhe Waaren; über Kenneh ſchickt ber 
von Aegypten jetzt noch Koen nach Arabien für ſei⸗ 
Demanlis, und Hier iſt eine beſuchte Station für die 
nach Welle. Won Bier aus unternahm: General 
ed feine Expedition gegen Koffeye, der wir bie obigen 
Iaprichten verdanken, und bie Franzoͤſiſchen Gelehrten ent: 
Miten von Bier aus die Ruinen am Weſtufer gegenüber, 
is gise, bie gu ben größten Meifterflüden gehören welche 
ie Aeghptiſche Baukunſt hervorgebracht Bat. 
Denderah, das Dorf, liegt umgeben von einer Men: 
e von Dattelpalmen und Doumpalmen, bie nicht viel weis 
ve gegen Norden gefunden werben, eine Viertelſtunde vom 
MM, ud 9000 Fuß weiter gegen W. die Ruinen bes 
lien Tentyris (Terrupa) **"*) unter 30 Or. so Min. 4a 
dek. D. 2. von Paris und 26 Gr. 8 Min. 36 See. RN. 
je. nach Nouet (26 Br. 10 Min. na Ptolem.), wo gu 
* abrians Zeiten noch ein Tempel von Bedeutung 
. Der alte Name bes Ortes if in ber toptifeben Bes 
mnung Ni- Tentbori +) aufbewahrt. Die Ruinen vom 
Imtpra nehmen einen Raum von 5100 Fuß (17700 matres 
n, in ihrer größten Länge, von 2400 Fuß (800 metres 
eeite, und 192000 Fuß (4000 metr.) Umfang FF). In G. 
dm WB. werden fie von der Libyſchen Kette begrenzt; ges 
w Norden find cultivirte Schutthägel, in denen viele 


















) Jollois et Devilliers Descr. des Antiguites de Dende- 
sah in Descr, de PEg. Antig. T. II, ch. X. p. 2. 
®*) Belzoni Voy. I. p. 58. ***) Strabo XVII. p. 593. 
#4) Mingarelli Aeg. codie. relig. hei Champollion L 
p: 234. +4) Jollois etc, p. 3. 





Bleinerer ‚Lempel, das Ayphontum, und eime Zune 
Porta mit Ummall:ngen und andern Mauerrefte 
fcheinlich befinden fig binter biefen Ruinen in 
ſchen Keite die Catacomben. 
Der nöcdlichft gelegene Tempel gleicht feine 
tion nı® dem örtliden Tempel gu Philä ); bie 
orta ſteht allein, ifolirt, ohne Polone aus Se 
aut, in einer Schönheit ber Verhältniſſe umb 9 
der Arbeit, die alles übertrifft, was Oberägypten 
bietet, und mit dem reichſten Teppich von O 
Aberdeckt iſt. Eine Hauptrolle in diefen fpielen 
masquen und alles was auf Ifis und Öflris S 
Das Typhonium ift ein Peripteros, ähnlich dem 
das Aeußere bat keine Ornamente, das Innere 
ders wichtig dur die Wandfculpturen, Die ben 
treffen, und bie ganze Geburt und Ersiefungsgefe 
Ha pofrates und Horus darftellen **) Die € 
diefes Typhonium haben die mehrfle Analogie | 
gu Dermontbis. 
Den ıiefften Eindruck macht ber Portikus ***) 
naos des großen Tempels, befien Facade im Kup 
urirt worden ift: er ift von der größten Ein 
ürbe, Strenge und böchfler Vollendung. Die 
find berühmte, fie befichen aus vier Iſismasken 
4 Seien, über jedem Kapital ſteht ein Würfel | 
eines Zempeldene. Das Ganze wie das Einzelr 
verbient das genauefle Studium. Wie das Aeu 
auch das innere mit einer Pracht und Schoͤnbe 


Nilſtrom, Oberägnpten, Denberof. 765 


entionen Haben, blau gemahlt mit goldnen Sternen unb 
wch die aſtronomiſchen Wandgemählde *) fo berühmt ger 
seden find. Hier ift nämlich su beiden Geiten des Pla: 
abs der Zobiaktus, deſſen Erklärung in neueren Zeiten 
-wielfältig verſucht worden iſt. Die große weibliche Figur 
Minbes fich bier wieder, die ohne alle Verhältniſſe gezeich: 
rt, ale Rahmen fi um bie ———— ausbebn:; das 
elige Zidrod, Symbol des Waflers **), mit Lotosblumen 
Idee ide Bewand, eine Kugel mir © perberflügeln ficht vor 
wem Munde und bie Spange des Gewandes ift der Beis 
ge Scarabäus, ale Symbol der Generation; fie felbft iſt 
afreitig meh! Iſis als Mutter des Weltalls. Daneben 
ws die Warten mit ben Börterbildern und darauf beginnt 
eu Thierkreis ) mis dem Sternbilde des Lönen. 


In bem Innern bes reich ausgefhmüdten Tewmpels 
fh, iſt ein Gemach befonders merkwürdig burch die Him: 
wisfphäre, welche an der Dede vorgeflellt ift, wo alle er: 
— Conſtellationen abgebildet ſind; auf der einen 
Llte die des nördlichen Himmels, auf ber andern bie des 
Bdliden +). Ein ganzes Gemach ift ganz mit aſtronomi⸗ 
* Wandfeulpturen angefällt, fo daß Bier vielleiche bie 

ung eines Dberpriefters feyn mochte, ber mit dem 
eiligen Studium und Gultus ber Aſtronomie beauftragt 
we, ober ob vielleicht hier eins der vielen Gräber des Di: 
6 zu ſuchen ift, die in vielen Tempeln Aegyptens nertbeilt 
wen. Won den äußern Zempelbilbern find viele zerſtoöͤrt. 


Das Frifche bes Baues und der Farbengebung, bie 
Jellendung des Meißels in der Gculptur, das Correcte dee 
eichnung unb bas Graciöfe derfelben, macht es wohl fehe 
ahrſcheinlich, daß diefe Gebäude erft in der jüngern und 
IaRen Blütezeit der Aegyptiſchen Kunft aufgeführt wor 
m And TI). Ein geologifcher Grund fcheint dies zu befläs 
an. In ber Thebaiß liegen die Terraſſen der Tempel, 

cehedem unſtreitig üder bem Spiegel des Nilwaſſers 
wen, ibm jest gleich; dagegen liegt die WBafls des gros 
m Tempels von Denderah noch 4,57 mätres, alfo ges 
m 24 Fuß Über der umberliegenden Bodenfläche erhaben, 

wurde er wohl erſt in weit jüngerer Zeit als jene ber 
bais aufgebaut. Jedoch keineswegs darum, wie Wiss 
met und nach ihm Welzoni TI}) angenommen haben, er 
m Griechen ober Romern. Unſtreitig, behauptet Joi⸗ 





®) Atl. Ant. Vol. IV. tab. 18. *%*) Borhalle Curop. Vol⸗ 
kergeſch. ©. 161 u. f. ***) Jollois 23—32. +) Jollois 
a. a. D. p. 52—44. ++) Jollois eic, Descz, p. 55, $.X, 
ttr) Belsoni Voy. I, p. 38, 





Bapın, inneryaus 2 SOTEITEM| * 
AR Andere er plögtich an 9 Meilen weit feine 
gen W., bis er in der Höhe von Abybos**), 
den unterhalb Hoü, mieder in feine Normal 
tritt und feinen Lauf gegen NN. fortfege. 
An biefer merkwürdigen Gtelle liegt 36 
Gtrabo***) ein die gmeite Stadt an 
aber zu feiner Zeit ſchon zu einem elenden A 
funten; doch war hier ein Pallafl des alten A 
non (oder Jsmandes, d. i. Ofymandyas, ſ. 
ben 737.) und manche andre Mestwärbdigkeit, 
no aufführt. Unftreitig derdankt ber Det 
thümlihen Loge im Mpalbogen, ber dortige 
itroms und des Thales feine hohe Bedeutun 
Stadt, welche jept fo ganz verſchwunden if, i 
Zrümmer EI Birba }) bei ben Arabern gı 
Stelle bezeichnen, deren altägpptifer Name ı 
mal übrig geblieben ift, lag nicht wis bie aı 
am Nilufer, fondern im Binnenlande, an be 
Gulturlandes an der Libyſchen Grenzkette, fo, 
wohuer im ber Gefahr vom Sande ber Lib: 
Überfepittet zu werden, ihm auch deſto meh 
leiften mußten. Abydos wurde von einem 
mäffees, ber jege nicht mehr lebendig iſt, d 
Wette aber von bier auf der WWeffeite des 
vorfindet, von hier bie um Marestis:ı cr 
mehrern Gandlen zur Grundlage dient, die ver 
men tragen. Er beainnt fchon in ber ebern | 









MNilſtrom, Oberägnpten, Abydos. 767 


r - 
de veranlaßte fpäterin Diospolis parva, b. i. Klein; 
zu ne eben da wo — dee Ort Dow 


Weide ältere Drte, Diospolis parva und Abydos, 
sihten, erſt als bie Ptolemäer biefer Gegend einen neuen 
5* gaben, der jüngern Stadt Ptolemais Platz, 
trabo mit Memphis vergleicht. 
Im Mittelalter der Araber iR die Stadt Girgeh 
Heiweit von Preolemäis, jegt Menehyeh, 4 Stunden 
n Norbden, und von Abydoe, 4 Stunden im Güben vom 
V, welche auf die Trümmer einer gegen Stadt ers 
‚ und vom Ganct Beorgenktlofler den Nas 
erhielt, nicht weis im Norden von Abydos, die Kapi⸗ 
s von Baid geworden, und bis Heute geblieben. Dafe 
Lokale, einige Stunden auf und ab, ift alfe immer ber 
der Kapitalen geblieben, bei allen politifgen Wech⸗ 
in, ein Beweis des Einflufles der Configuration bes Ter⸗ 
auf die politifchen Verbältniffe. 
Mirgends wie bier am Mil iſt diefe geograpbifche Lage 
5— für Stäbteanlagen geweſen, weil der Strom 







ſein Ufer das ganze Land ausmachen, Felſen und Saud⸗ 
fonft unüberwindliche Hinderniſſe find, und alle Wege 
Straßen fi nach dem Flußlaufe rihten. Dende⸗ 
an und Abydos Erbauung *°) find durch gbeiche phy⸗ 
galifche Verhältniſſe bedingte worden. Abydos bat noch 
m Borzug, unter gleicher Breite mit ber großen Dafe 
Wa), alfo im kärzeſten Abſtande vom ihr zu liegen. 
durch bie Franzoͤfiſche Erpebition ift die Lage von Aby⸗ 
os zu El Birbe wieder entbedt worden. An ihrer Stelle 
Ingen nur elende Hütten ber Dörfer El Kherbeh und 
araba, nur einige Palmbaumgruppen fchüßen fie wor 
andung, und aller Vorſorge ungeachtet iſt bas alte 
ine ——n— Weit an dieſer Stelle 6 
ine Thalſchlucht gegen We an diefee Stelle bat ger 
bem Bande vom WeR ber von jeher freien Spielrasm 


ben, aber die alten Aegypter verflanden es, an folchen 
- fih_gegen ben böfen Feind, diefen Typhon durch 








gen, Mauern und Kanäle zu fihern. Gebr Häns 
Soben bie Aegypter gegen bas Borrüden des Wüſten⸗ 
| Backſteinwaͤnde **) aufgeführte, an den Mündungen 
ke @eitentbäler. Daher zeinen fih an fo vielen Stellen, 
m Gingange der Libyſchen Wäſten, große Mauerwänbe, die 
NbR tief in die Wüſte Hineinfiehen, wie z. B. in der gan⸗ 
m Deptanomis, wo fie den allgemeinen Namen Hays 








2) gomurd Descr. a, a. D. p. 2. **) Jomard Dosor, a a, 


p- 4 





zum 2)0r7 Yarade hin uegen; va 
ten, Refle nes Granitkoloß, Refte Fine — 
Reſte eines Kloſters, genannt Deyr Mafäı 
Der Umfang aller dieſer Ruinen der alten Refi 
nicht weniger ale 21000 Fuß (1000 metres), & 
NW. nah ©.D. B400 Fuß (2800 mätr.) 
Fuß (900 metr.) Breite. 

Am Güdende liegt ber Pallaſt, bee bafb ı 
det feyn wird; er ft feltfam genug halb au 
Halb aus Sanbftein erbaut **). te Außenfeite 
jugebedlt, das Innere dagegen iſt fa volltom 
Kader erhalten in Scuipturen nad Bandyemäl 
fonders merkwürdig iſt er Durch eigenthümliche 
nen, 1. B. gemölbartige, die man nur hier unl 
beobachtet hat. Diefer Memnonspallat zu | 
ungeheuern Gälen und Dekerarionen, ann feh 
den Prachtbauten Thebens beflehen, umd zeige 
die Eöniglide Memnonaftabt, Diospelis patva, 
faß jener zu Theben. Jomard vermut| Kg) 
Abydos fey erbaut von einer Aethiopifben 
in Aegypten einft herrſchend war, und daß fü 
Emporium der Sklavenkarawanen gedient e 
ben wir von ſolchen feine Gpur im Alterthun 
wie heutzutage das benachbarte Syout. J 





®) Jomard Doret. p. 8. Plan des Ruines Au 
— 122 J0mird Dar. gi: Ang 









Nillauf, Mittelägypten. J 769 


Fuͤnftes Kapitel. | 
er untere Nillauf in Mittelägppten, 


$, 27% 
Veberfige 


Tach der großen Weftwenbung bes Nillaufes von 
derah bis Abydos, in welcher wir bie Fortfegung 
ransverſalthales von Koſſeyr weiter gegen Weften bin 
Innen glauben, nach der im obigen angebeuteten Bes 
snfignration dieſer Länderregion (ſ. oben S. 678.), 
der Nil, im Norden von Abydos, nun allgemad wies. 
iner NRormalbirection gegen Norden bin, zwiſchen 
eiben begleitenden Seitenketten der Libyfchen und Ara⸗ 
u, bis er in das flache Land des Nilbelta eintritt, we 
uch dieſe Bergzüge gänzlich verlaffen. Diefen gangen 
ich fehen wie als die natürliche, mittlere Abtheis 
des Nillaufes in Mittelägypten an, und nebs 
biefen Begriff Im weit ern phyſikaliſchen Sinn, bem 
cheinlich ein auch bie älteſte Aegyptiſche Eintheilun 
andes entſprach, obgleich nach der ſpätern gemöbnli 
ber obere Theil diefes Kandflrichs mit zu Dberägyps 
erechnet ward (zur Thebais), der untere Theil defs 
von dem Beginn bes Joſephskanals an, aber, na 
Igiechifeden Benennung der Hleptanomis bekannt, als 
gu Mittelägypten gerechnet ward, eine politifche Eins 
ng, die Überhaupt jegt ihren Werth mehr verloren 
und für unſte allgemeinern Betrachtungen, bie das 
ate der Ericheinungen zu umfaffen fuden und nicht 
sen Zeitmoment, ohne diefen gerade unberüdfichtigt zu 
‚ nice bindend ſeyn kann. Doc ift auch heute no 
ie Landfchaft von Syout bis Kairo hinab, wie ein 
tncopolis bis Babylon, der Name Mittelägypten 
ben, denn das bedeutet der dort gebräudliche Arabi⸗ 
Name El Boftani (Land der Mitte) *). 
Bon dem Wiedereintritt in die Normaldirection bebäle 
dilthal nun, nordiwirss, feine ganz gleichföürmige Cons - 
tion bei, nur daß die beiden Seitenwände weiter vom 
om abſtehen, und bäufigere Seitenfchluchten zeigen, 
welche das Anrücken der beweglichen Sandwüſten dem 
ale immer gefährliger wirb, und eines immer erifles 
lampfes dagegen bedarf. In der Höhe bes Ortes Das 
:selsSheryf wird das Nilthal fo breit, daB auf 





ſomard Descr. des Antiq. de I’Heptanomide, p. 8. 
ch Gcc 


gegen R.D. 
* al. Aber im innern Ei dieler 
——T El Lahoun genannt, nordmeitwi 


38 ae mit dem Niithal; 
—* ab, bie num eim ak 
— —V Baſſtu 
den lt 7 833 —3 oder bag. 
vum Baffin, gleicd einem alten,. 
sten jeeboden, wird im Nerden 
die wm een der Libpfchen —— 
die Be einem —— qm Ben, ge f 
16 gegen den Süden fo fo gen in 
Be an ein watt bob er 6 EN 
tengen, ar bode 
(m Bablen von 3 bis 4 Stunden [4 Fr a 
ze) and allen Weltgegenden faft 
de itte bildet eine flache Landh 38 
Ing zu einem langen, flachen Thale Fr 
et, welches ber Mache See Kerum (Birket ı 
öeis, Molgidos Aug bei Gtrabe) gr ganı im 
zur weRlichen Ehpfaen Bergeette. 
foume im concaven Wogen, in Nord A 
en Gteilmände, bie im Cüden und 
fi fanft bis zu ihren Gipfel, ber 30 bis 
(15 bis 16 Myriamd:r.) vom Kulturboden emtfı 
Ienfeit der —— Ei a⸗un d. 5 


Be nd ———— —8 





Niiſtrom, Mittelaͤgypten. m 


⸗ es cheidet. Die erften Pyrami⸗ 
ftromab aus Said kommend, erblidt fichen 
raude diefes Plateau’, anfangs nur wenige, 
e, bald mehrere, zumal bei Sakkärah, def 
alte Memphis dominieren; erblich folgen 
n, bie großen Piramiten von Aboufir, die 
legte nordlich ſte Vorgebirge der Libyſchen Kette 
von Kairo kronen durch ihren Wunderbau. 
jscanal zieht auch hier noch dicht an der Bir 
Bin, aber der Raum zwiſchen ibm und dem 
ı bis ı$ Stunden eingeengtz doch iſt diefee 
noch immer breiter als auf der öftligen, Aras 
wo der Iboden ſehr ſchmal if. 
difge Bergkette hat hier mehrere Querſchluch⸗ 
ro Meere führen, aber unbefuche bleiben, 
ijegt ein Koptiſches Klofer an ihren Eingängen, 
und Mittel gynten nd fi alfo noch dam 
ß es enge Thaler find, durch deren Mitte das 
t, von ber Inſei Phila His zu den großen 
vom 24 bis 50 Brad N. Br., oder (jeden Brad 
15 geographiſchen Meilen gerechnet), ein bis 
ind von grade 6 Breitengraden, oder 28 geogr, 
deß nah den Biegungen bes Stromlaufes bie 
wicklung zwifcgen beiden Puncten, eine Länge 
ues °) (86 Myriem.) oder 105 geographiſchen 
ige, fo daB die Krümmungen ein Viertheil des 
5 ausmachen, Jenſeit bes Borgebirgs ber gros 
en, wender ſich nun die Libyſche Bergkette ges 
dagegen die Arabifche oder der Mokattam nad 
m Winkel, leich jenfeit des Thals der Vere 
na noͤrdlichſten ber Transverſalthäler bie zum 


e führen. 
Bebirgetetten von dieſem ihren Wendepunete 
t, bilden einen nordwärts gehenden, ſtumpfen 
beiläufig 140 Graden, der eine ſehr große Bucht 
in deren Mitte fſich bie zum Mittellaͤndiſchen 
Delta Aegyptens hinlagert. den Hier im 
a pipe diefes flumpfen Winkels if es, we 
6 Lieues (a5 Kilometr.) unterhalb Kaire, 
auptarme fpaltet, wo denn bie Lanbfchaft von 
‚ten beginnt. 
wichtigen Beitrag dur Kenntniß der phyfitali⸗ 
ltniſſe und ber Bildung dieſes Thalbebens lin 
Mittelägupten, von welcher bie ganze? Landes⸗ 
e der gegenwärtige Zuſtand Aegyptens völlig 


n. . O. 
Cee a 


um verechnet [ImD; [IE SOTIER Typ rg 
en, “ 
an Querfection des Rilfluffes * 
lout ). Das Slußbers if bier — 







fee if Wie gt in der d 
PR ber Ober| Fre des 
in Sceunde, 


einer 
Fanindi teit glei 0,60 metre. Die: 
Kun (tafıs) im Verhälmiß.wie a zu 2, elß; 
—8 des niedrigſten bi6_Aum Fe 
Waflerhandee, ettbei t dem ah 
beten. Geine Breite wat im ICH 
Wofferdurgfnitt (Section vive) 
metres, bie mit er ae fe windigt ie Yen os 
einer Gecunde, -multiplicirt, ein 558 
bus: mötres Nilwaſſer geben, welche be 
Kegenube bei Monfalout fortwält, im — 
ſerſtande. 

1. Querfection bes Nilthale gu € 
Die totale Breite des ER Ein 
Fr die des Nilbettes etwa ber gwälfte 

nãmlich 800 mötres, welches 3000 ale u von H 
and 6000 mötres von ber Arabifchen 
den Geiten liegen Ganäle, ber en 
©oouäqueh, 160 met, breit, —* Bub ie 
Kette Bingiebt, in welcher bie Gatecomben von d 
Auf dem Sk fer, 600 met. gb vom! a & 
nai (150 met, breit), bann 500 met. ab, 


Nilſtrom, Mittelägnpten. - 778 


w Seite die Waſſer bes Canals El:Gaoudägqueß 
; er erhebt fi 1,20 möt. über den Horizont ber 
ınd ragt auch zur Zeit. der hoͤchſten Nilüberſchwem⸗ 
Hy teoden hervor. Am Dafenore von Syout gab 
mg eine mittlere Geſchwinbigkeit der Strö: 
on 1,91 M., das Waflerbolumen welches in einer 
fortgewälge wird, beträgt (den 28. März 1799) 
ifhe met., eine merkwürdige Uebereinflimmung 
Reſultat bei Monfalome zur Zeit des niedrig: 
ſſerſtandes. 
3 anders verhält ſich dieß aber bei hohem Nil⸗ 
wo das Waſſer gewaltig zunimmt, die Geſchwin—⸗ 
bis zu 1,97 met, in einer Secunde wächſt, und 
ffeevolumen welches jede Secunde vom Strome 
ze wird 10,247 cubifche met. im Herbfläguinog 
gegen die geringere Summe im Frählingsägquinoe 
inen Unterfchied wie ı zu 15 giebt. Und bech bat 
Mil oberhalb, im der Thebais, zwiſchen Syout 
ene, ſchon fo viele Wafler an die Canäle abgeges 
ß man fein Wafferwolumen im Mäarimum 
wenigfiens um ao mal größer annehmen muß 
Rinimum feines Standes *). Es befindet fi 
Aeghptenland, in den genannten Zeiten, in der 
ganz entgegengefehten Naturverbältniffen, verſchie⸗ 
den andern Ländern ber Erbe. 
Nivellements der Ebene von Syhout zeigen, 
faft vollkommner Horizontalboben ift, der etwa 27 
net.) erhaben liegt über dem tieffien Nilkande, 
Beitencanälen die sur Zeit der Nilfhwelle ſich fül⸗ 
n daher das Waſſer für das gange Jahr hindurch 
ere Zeit auffpeihern als im Nilbette felbfl, wo bas 
bnelleen Ablauf a als in den Candlen. So liegt 
I EI Saouaqueh der Ganalhorigont, im Monat 
: 5 metr,. niedriger als der Horizont des umliegen: 
bodens; ber Nilborigont dagegen zu gleicher Zeit 
iebelger. Die geologifhe Befchaffenheit des Thal⸗ 
nd feine Entfleburg kennen gu lernen, wurden von 
zu Bergkette, in der ganzen Breite des Thals 
er.) Bohrungen nach Brunnen angeftellt, an 13 
en Drten**), welche folgendes Refultat gaben. 
liegt im Nilchale eine mächtige Schicht fehwar: 
Ifchlammes oben auf, die leichtefle, ange» 
e Materie, welche biluirt das Nilwafler rörhlich 
Diefer Nilfhlamm if auf Schichten von grauem 





rd Observ, pı 211. **) Girard observ. pag. 213. 
tab. hg. 5 Ä 








Wiunnen singen ya cu — 
ten Canalberte EI &aı am Fuß der 
iR wärts, gegen bie Mitte des in 
fen Regularität; dagegen infilteiren auch du 
Wienerum, vom Ufer aus, durch den Geitend 
ss ee gewifle Diſtenz (wie fh aus den Be 
. 8 ergiebt 4 Deo Mieten befe el 
näher am ande 
ſat des Nilf$lamms; das Brunnenwaffer dead | 
dem Quarzfande herwor, der aber, wie ber 
Nilberres felbft. kein urfprünglicher fondern ei 
Adfag ift. Die Schicht diefes Auarsfandes 
Bohrverſuchen bie in eine Xiefe von 53 
Binab, und dis dahin findet fich nirgends 9 
dieß iſt alfo die geringfte Höhe des jüngeren M 
das natlirlih weiter gegen bie Linpiche Kette hu 
wo ber Kaltflein der Gatocomben von 7 
ner Tiefe des Bohrers von 65 möt. fer 
Schich ten diefes Lidpfen Kalkſte ins verläi 
immer größere Tiefe gegen ben Nilfttom; 4 
gu einer Zeit als die jehige Dronung ber Dinge 
im Rilthale Behand hatte, zugededt mit den | 
Schattmaſſen, melde die reißende Gerömum 
Grande war weiter ſtromab zu wälzen, 

5. Querfection bes Nilthals gu 
Die Meflung und Brunnengrabung gab hier di 
fultate wie hei Gyour**"), 

4 Querfec:ion des Nilthale gu € 








Nilſtrom, Mittelägypten. yng 


Lgiebt Ri ") aus Diefen Beobachtungen, daß ber 
« —A welcher Prag den fruch 
vptens bebedit, überall gleich if, und auf glei: 
er rubte auf dem ſchwerern Stremablag 
sam; derfelbe, gleichartige Gand if, von der Süd: 
@gyptens bis au ber dung an der Meerestühe 
Iferte und Damiette. Die Nilſchlammſchicht 
fo mächtiger, je näher fie den Bergketten oder je 
: an den Rändern bes Thals liegt; fo, daß man zus 
kerirdiſchen Waſſerboden (nappe souterraine d’ean) 
r Brunnen dort eher ſtoͤßt, bevor man woch bie 
Hepe erreicht, dagegen nahe am Nil bie MWaflerbruns 
Rerſt zeigen, fo wie man die Sandſchicht anbohet. 
mterirdiſche Waſſerboden wird jedes Jahr, da Bier 
e Regen gelen, nur allein ernährt durch bie Ganäle, - 
der Ri efgmemmmung und durch bie Geiteninfils 
und den Geitendrud bis auf eine gewifle Diſtanz 
come. Daher oscillirt der Btand biefes unterirdi⸗ 
aflerbodens nach ben Jahreszeiten, und nach dem 
inde bes Fluſſes. Weberall, in der Mitte bes Nils 
simme der aufgefdwemmte Boden eine Döhe 
bie 36 Fuß (10 bis 19 mit.) ein, an dem äußern 
anbe bes Gulturbodens aber, finden fich die fefs 
enden KalkfWichten ber Bafle, ſchon bei einer 
m ı9 bis 15 Fuß (4,19 möt.) unter ber Ebene, und 
Iefhichten find da unmittelbar dedeckt mit Schichten 
lükieſeln, Kieß und Mergel, welhe durchaus 
e Ab fay find, und Tein Probuct ber gegenwärtigen 
baung des Nilabfages, weil dieſen Schichten alle 
? fehle mis dem feinen Sande und Schlamme den 
värtig der Nil mit feinen Wellen fortwälgt. 
Ihe Folgen aus biefen Beobachtungen in Ober⸗ 
n für die Bildung Unterägnpptens herſfließen, 
Ge die ganze Stromgeſchichte, wird fich weiter uns 
ben, wenn wir zuvor die einzelnen Hauptorte 
werden kennen gelernt haben. 


erung 1. Der ſüdliche Theil von Mittel 
ägypten. 


myn, Shmin, Chemmis, Panopolis; bie 
tabs deu Steinhauer und Leinweder, 

ı Denderab aus, nerbwärts, verlieren fick all 
jene großen gewaltigen Denkmale Aegyptifcher Ars 
für das Auge; nicht, weil fie nicht vorhanden ge 


ard ebend. p. 227. 





fhöne Mofeseen, die freilig aus den Hulned gl 
pel aufgebaut wurden. > 
In der Nähe zeigen fi die Ruinen zwei 
aber gang gertrümmert. . , 
‚Aus dem Kopsifpen Namen Schmin, Cha 
ben. bie Araber durch Worfegung ihres m& 
Athmpn gebildet, darin man bie 
Xepnıs bei Gtrabo und Diodor ***) nicht werke 
(vermur i$ von der Wurzel Khmom, i. e. pei 
virile in der Siwah : Spracpe), der Aegupi 
ber Stadt des Pan, die baher won den Grieche 
lis genannt ward. Chemmis war ein Begleiter 
nk jerodot ſtand Bier eine Statue des Perf 
fand das eine Kriegercorps des Seſoſtris, die 
ter im Quartiere, und nad Strabo war bir 
trefflich bebaut, die Stadt bewohnt von den S 
en und ben Arbeitern in Rein; Beweis di 
ıete Weodlterung und ihre hohes Alter. 
dwebereien macht man jekt dort nur 
VBaumwollenzeuge; Hanbelund Aderbau find ab 
mer im Blor. Zu Abulfebas Zeit ſcheint bi 
von dem großen Tempel geflanden zu haben, 
gut von Hamat nennt ihn, einen großen Wer 
st no ein anfehnliges KioRer der Propa 
und «8 leden hier an 2000 Koptiſche Katholiteı 
eher Hier durch bie Emyın & ügt waren +), | 
mir Chriftenfelauinnen vermäplsen, und, ihnen | 








Nilſtrom, Mittelägypten. 777 


Baber fs dieſe Anfiedler Hier immer gegen bie Chris 
Beit duldfamer als andermärts gezeigt, meil fie eıner 
ID bedurften gegen bie Zürkifche Obermacht. Dieſe 
etw find Nachkommen der Dauritanier die von den 
Ben vertrieben ng in Oberägypten anfietelten, ihr No⸗ 
Eu Leben aufgaben, @erbauer, Handwerker wurden, Dör⸗ 

Ba ganze Städte bewohnen und von ihren eign.n oft 
Ban ähtigen Emyrn beherrſcht werden. Die Kopten find 

Dürr ſehr zahlreich. in Klofter der Märtyrer liegt 
um antiken Canale der fo alt wie die Staat und ein 
es Denkmal des Altertbums ift, das noch jetzt dem 
ern Akhmyn feinen (hwagen Glanz erhalten bar. 
ganze Arabifche Gebirgskette bei dieſer Stade ift voll 
ter Grotten, die Afple der Ehriften zur Zeit von Dios 
lang biutiger Verfolgung. Gegen das Koptenklofter 
8 Boud bin vermehrt fich ihre Zahl, und diefes beftche 
K nur aus einer Reibe von Ezcavationen, bie ehedem 
Ike Grabſtätten waren, bann zu Eremitagen und Gellen 
ı der Welt abgeflorbenen Mönche dienten, und heute noch 
Sarhibarer GSteile Über den Abgründen ſchweben. Sie 
26 den Umfang und die ſtarke, einſtige Population 
u Chemmis deutlich genug. 


"Räon, Tkôou, Antaeopolis; Kampf bes 
Sruchtlandes mit der Sandwäſte des Hex 
tules mit Antäus oder Typhon. 


- Weiter firomab liegen die Ruinen bes Dorfes Käou 
däon) ) zwifchen Gruppen von Palmbäumen, ein Porti: 
Fund Säulen, deren architectonifcher Typus, die Pals 
mform, augenblidlich bervorfpringt, fo wie man fie nue 
m Nil aus erblide bat. Sie find flromauf, aus dem 
lea kommend, die erften Ruinen von Bedeutung welche 
3 Auge erblidt. 

Das Dorf heißt Qäou, Gaw el Kebir bei Legh **), 
El Kharab, und El Charqyeh, d. i. ber Öftore 
il es auf dem Dftufer liege. Der jegige Arabifihe Name 
02 iſt offenbar der alte eindemifche Koptifche, Tloou***) 
bei das der Koptifche Artikel if. Nah Prolemüus 
bie Stadt nicht am Nil, beute aber wird fie vom Nil 
—— denn ſein Strombett hat ſich hier wie faſt überall 
NMiithale gegen Oſten gezogen. 
So befpülte der Nil einſt weiter unterhalb, die Mauern 
a Meyläouy, dem Kornhafen für Mekka, von weldem 


) E. Jomard Descr. des Antiqnites d’Antaeopolis ou Qäou 
in D. Eg. II. Ant. Deser. p, 2. "*) Legh Narrat. p. 4%. 
”*) Champollion I. p. 271. 


778 Afrika, Waſſerſyſteme. IL. Abſchu. 


gegenwärtig der Nil faft 7000 Fuß (3300 mätr.) g 
abgewihen ift, und weiter firomab ifl feine 
gegen den Oſten noch bedeutender. Die Reigı 
ganzen Gefälles ift allgemein vorherrfchend 1. 
feite; die Auen feines Weftufers und feiner 

mit der Libyſchen Geite zum Gontinent sufammm 
öftliche Uferland dagegen wird immer mehr gergli 
infelt, fo, daß 3. B. gegenwärtig die Juſel Kaoı 
Barä, offenbar ein abgeriffenes Stück des Oftufe 
die Zempelruinen, melde einſt fehr entferne vor 
Ingen, find jebt der Gefahr ausgeſegt, von ihm 
w werden. Gegenwärtig if Kaou nur ein Dorf 
Beinhtufern erbaut, von faulen Fellahs bewohnt. 
gegend verödet. 

Der jegige Quai am Nilufer ſcheint aus Du 
titeg Monumente erbaut gu ſeyn; bie Öypogäen 
Sem Umfange liegen in einer tiefen Felsſchluchte 
fchen Kette. Einer der dortigen Steinbrüche if ı 
ordentlicher Größe, 600 Fuß lang, 400 breit, bas 
digſte darin find Inſcriptionen in Hieroglyphen w 
racteren der Qurficfchrift ber Papyrusrollen, bie ; 
beachten wären. Die Zelstammern find in mehr 
werten Über und untereinander in ben feinften, 
Kalkſflein ausgearbeitet, aus welchem auch ber g 
pel *) erbaut war, von welchem jedoch nur 
Mauren faſt unkenntlich umherliegen. Die Pe 
gen ) jedoch die * Aehnlichkeit von denen 
derah, können alſo nicht unbedeutend geweſen 
zeigen dahinter ſich die Reſte von drei Säuleneei 

+ 6 Saͤulen, die 8 Fuß im Durchmeſſer haben 
Kur boch find. Der befterhaltenfte Theil ber € 
ein Menolithentempel, gleich andern Tabernakeln 
Kou, Bouos, Ss u. a. D., aber in ſehr eigu 
ein rech:ediger Felsblock mit ungleichen Seiten ı 
ner vierfei:igen Pyramidenfpige zulaufend, etw 
bot, uarz das Mobell eines Dbelisten (a 
Kaltflein na Jomard, aus Branitnag R 
Auch die Eonftruction des Tempels felbfi hat vi 
beiten; darauf befinden fich griecifche und fatel 
ſchriften. Ueber dem Portilus flieht ) Arsam, 
taenpolis der Griechen, melde Typhon ben _G 
Mörder feines Bruders Dfiris +) mit dem Na 
niyen Riefen, Antäus, belegten, ben Herkule 








) Jomard Deser. p. 3. **) Antig. Planch. 
vss; Jomard Descr. p:- 19. 7) Diod. Sicul, 
I. p. 24. ed. Wess. 





NNilſtrom, Mittelaͤghpten. 779 


ma bieſer Stelle ſoll, nad Diodors Erzäßlung, ale 
um Worb ihres Gemohls zu rächen ausgegangen war, 
m der Böfe mie feinem Anhange gefchlagen worden 
weander alfo ber Tempel als ein Siegesdenkmal ers 
In dieſer Sage mag die gbofitalifee Geſqh icht⸗ 
wine aufbewahrt {egn in dere Symbolik der Aegypti⸗ 
»EAeſterlehre und ber Landeskultur: da, Dfiris, als 
E— und Iſis als die fruchtbare Landſchaft, in bes 
"zur Rampfe mit Zypbon der Arabifchen oder 
SE» en Wäüſte und ihrem Flugſande flchen, der an ven 
en Lanbesfkellen die Bewohner allerdings zu den 
An ngen und Arbeiten aufforderte, dem Ein-· 
—— wr Re ſich entgegenzuſtellen. Den Flugſand, wel⸗ 
ke Weſtwinde unaufhörlio in das iledal wehen, 
BE jedes Jahr das Nilwaſſer mit feinem fruchtbaren 
Uaumme *°) von neuem. Um aber diefen Prozeß zu 
Eeuen und dem Uebel zuvorinfommen, baute man eis 
kKenuzal, fehte dadarch dem jetesmaligen Worräden des 
Bnfandes feine beffimmre Grenze, leitete obenein 
Las füge, trinkdare Wafler (deffen Eymbol das Kıokas 
die zu dem beflummten Drre bin, legte da die Stade 
deren — den Kampf gegen Zypbon rertführten, 
mg ansten, und den Unbolb zu beſchwi 
R das Heine Typhonium erbauten, des —* Fri 
um Gnade su erfichen aver das Dflrium, den gres 
M Ermpel, in voller Pracht und Herrlichkeit errichteten, 
Ye befhligende Gottheit der Aegypter (oder um im Indi⸗ 
Gen Styl zu ſprechen, die Incarnation, ber Avatar des 
Weis) *°), welche dem Canalbau vorſtand als eine Sproffe 
s Offris und der Iſis, überſetzten die Griechen in ihren 
malien, der auch berühmt war durch feine herk liſchen 
beiten zum Beſten unb zur Gultur ber Menfchengef Us 
ft, und ließen ihn Bier im Kampf gegen Antäus aufs 
nen, um bem Aegyptiſchen Myrhos, ben Diodor bier 
Deutet, zu entfprechen. 
In —2* rzaͤhlung ſtellt ſich uns in der That das 
ber Aegyptiſchen Landes: und Culturgeſchichte bar, 
il überall biefelben Erſcheinungen ſich ganz gleichartig 
ederholten. irklich liegt KRaou ), gang dieſer Ans 
»e entſprechend, in einer langen, tiefen Schlucht des Mos 
kam ober der Arabifehen Bergkette, woher bie fürwrers 
ben Drkane und Gandwirbel (die fogenannten Typhone) 
umen, welche bier zu beiden Geiten des Milchais bes 























2) Bergl. Borhalle Europ. Bölkergefh. ©. 166 u. f. Vor⸗ 
halle Europ. Voͤlkergeſch. © 48 u. f. *%*) Jamard Deser. 
p- 21. 





EESUIr LUD Dyuggus vre 
Eanaldaumei tee), der Diener von uns 3 
Mord — * m Grgner Bd wie e 
Antäopolis. —8 dee Sanbbänı 
:} Seltene, we war ben Aegypten 
er, nl je Biden zei. 

lrfen Feind g ft werten. 
a. war hier ein ſolche 
36 hai ae WOHER 
am ng.von Fayoume) erbaut 
Nil Ehen N” vom Rofetteaem, ber Ren 
baher au von dee Mündungsftadt Heradlı 
eleotife hieß, und no ein Geitenzweig von si 
rakleskanal (jest Canal —— 
Mareotis, den er vor dem Libyſe = 
auf der Gyrifchen Geite an ber En * 
der dortige Ganal bei Heracleopolis 
Culturland vor dem Arabifhen BWÄI 
bewahren folte. Wenn auf der einen 8 
wie 5. B. heute *) auf ber Weſtſeite des Jı 
nal gelbe brennende Sandwüfe, auf der andeı 
lichen, die lachenden grünen Wicfen. und die 
fich ausbreiteten: fo erhält der Cultus im Tyoph 
Dfleium der alten Gulturflädte Argyptens, bie | 

m gleiten Siege des Herkules A Über Anckus 
vn und gu reichen Mittelpunkten ber Giwilifatiı 
dadurch von felbft feine Erläuterung, und es blı 
bedauern, daß der ee avptiſche 
grãciſirten altaͤgyptiſchen Hi nirgends aus 
dhume, ‚ame überliefert —2 


ine Mlenchaun umsnchalh Bann Wabsah 


terli 
Kraft 











Nilſtrom, Mittelaͤgypten. 781 


loſſen in Kalkſteinfels gehauen, eine fitzende Figur, gleich 
Beet von Kanal. Tiefer Binab zeigen bie Be a 
in und Schutthügel, die Trümmer einer alten Stadt, bes 
en Name uns unbelannt ift; vielleicht Pesla. Ueber alle 
fen, auf dem boben Berge Gebel Sheytb el Has 
»by,.auf einem Vorfprunge, liegt das Grab eines Arabis 
Sen Deiligen und Wunderthäters, das von Pilgern ſehr 
BasE beſuche wird, und eine heilige Schlange verwabten foll. 


3. Affyouth, eyous Epeopolis, Stadt und 
efte. 


0: uf fgoutp ber Araber, oder & ayout bee Kopten *), 
: Wie Hauptſtadt ber heutigen en able [de ie 
gyptens, welche leutere 40000 Familien zählt, jede zw 

b- udividuen gerechnet, eine Einwohnerzahl von 200000 
Beelen, mehr Männer als Krauen, deren Abgaben zur Frans 
zeit jährlicd 370000 Franken in. Silber und etwa- eine 
on Franken in Korn einbrachte. Die Natur bes Tha⸗ 
s8 Baben wir bei diefer Hauptfiadt ſchon im obigen bei den 
Weflungen kennen gelernt. Die Stadt eu liegt, nach 
denet, unter 07 Grab 10 Din. 14 Sec. N. Br. und 08 
Bead 55 Min. no Sec. D. 2. von Paris *"). Sie ift eine 
bie größten Städte in Sberägypten, hat eine fehr pittos 
woße Lage zwifchen dem Nil, ihm in Welt und dem Bes 
Wege; nur zur Ueberfchwemmungszeit reicht bas Wafler bis 
- Gtredt, fonft if das Dorf Cl Hamrap als der Ha 
ort anzufchen. Sie bat fchöne Däufer, einen Bafas 
ws alten Baumaterialien aufgeführt. ie iſt der Haupt⸗ 
markt "*") für die Karawanen von Darfur und Gennaar, 
mb treibt einen wichtigen Zwifcgenbandel mit Kairo. Gie 
zugleich der Sitz des Statthalters von Oberägpten, jebt 
aim Paſcha, welcher den Vorlauf bei der Ankunft dee 
janen bat, und die Preife nach Belieben feſtſetzt. In 
einem Bureau dienen die Kopten als Rechnungsfüßrer, 
Wer zitternd und in Angft unter der Zucht eines Zefter: 
we, da die Türken felbft fih mit dee Gchreiberei niche 


m. 

Der Haupthandel betrifft außer ben eingebrachten Waa⸗ 
zen aus Sennaar und Darfur veegien⸗ kein, Natron, 
Dytum, Zöpfergefaicr, Oehl. Der Aderbau umher ift aus: 
But net, Gerſte, Weiten, Durrah, Kein, Bohnen, Opium, 
% te, Dalmen, Citronen, Orangen, Feigen, Grana⸗ 


























) Champollion 1. p. 280. **) Jollois Descr. de Syeut 
etc. in Descr. de l’Eg. T. II, Antiq. ch. XIII. p. a. 

: @*) Light Trav. p. 435. Legh. Narr. p, 55. Belzoni 
Voy. I. p. 48. 


dem Mil — Incn "Seitenimeig in 
Die Hypoaaen find ſehr zerſtort durch den Uecherm 
—— sine fehr große — wol &xı 
[Qeint ein Tempel gemefen wi 1 allen 
683 die Rifaen für Ben 
golden Ketıe — — man 

feuptbare Nile n Morgen: 
m auern und —* Yen auf vr 
bleibfel einen Coſtells feyn. 
Lycobolio ***) eine alfa ſche De 
Kara vonenftroßen in die Wüfe und na 
Grabe lag alfo im Xhal, die_$ei 
ide, and ’in den Katacomben finden le 
mienreſten auch —— viele von rd 
daher wohl die griechifche Benennung Lpcapelld, du 
Kadt, kommen mag. 

Node unterhalb Syout, bei Monfalout, 
ns oe —X 9» — en *8 

omab, bei Kart e erpf, begimut 

Bahr Doufef, der Sefepbscanst, 


4 Achmouneyn, Chmoun Chommis, P; 


polis magna, dem Thorh gewei 
Antinos die teömifee Raife PR 


Die Lage d ti % 
mn Be Se Kr Zur Kamen 


wannlia maorıa 44) fhsreine auch asien Mh = 





| Nilſtrom, Mittelaͤghpten. 983 


d Hömifcher Bauwerke, in deren Bitte aus einer 
ein Aegyptiſcher Portikus von Eoloffaleer Größe 
@gt. Achmouneyn ift daher wirklich auf den Ruis 
2 


Hl] 


t 
Hermopolis erbaut, aber, obgleich einſt eine 
von Bedeutung, iſt es jetzt zum Dorf geworden, und 

Stelle als alte Hauptſtadt der Provinz fin» jün⸗ 
ädte getreten. 
opolis magna *) war nämlich eine ber älteflen 
anptens, die bis auf Kaiſer Trajan und in die 
riſtlichen Sahrhundsrte von Bedeutung blieb, mit 

hofsfige und umgeben von vielen Klöhern. Ihre 

in ber Mitte des fruchtbaren Thales, zwie 

l und dem Babe Jouſef, in einer ber größten 
des Deptanomis, die Bier beginnt, und der Thebais, 
achte FA jeher zu einer ſtarkbewohnten Dauptrefideny 
B. Yelferten. Uber die allmählige Waſſerabnahme im 
Be Joufef, mußte die Abnahme ber Volksmenge von 

olis magna nothwendig zur Folge haben; fle rebus 
te fh auf das Dorf Achmouneyn, früßer Medinat Ach« 
an "°) genannt, von Chmoun, Chemmis (Xeuuıs bee 
f. oben b. Athmyn ©. 776) bie Stadt des Chen 
» (dan). Gtats ihrer concenteirte fi bie Population 
s Stunden weiter fübwärts, in die Stabt Meylaouy, 
im Mittelalter der Hauptfig der Präfectur war, des 
s ern noch im Jahr 1720 vom Nil befpüle wurden. 
ww der Steom verlieh fie feit einem Jahrhundert und fo 
mderte der Sitz der Präfectur mit, und Minyeh wurde 
 Mefidenz in dee Provinz, welche immer noch, wenn ſchon 
E Drt verfhwand, den alten, Aegyptiſchen Namen Achs 
uneyn beibehalten bat, wieder ein Beweis der merfwürs 
ven Bivacitäc der antiten Namen durch die Wechſel fo 
Her Jahrhunderte. 

Die Ebene um Achmouneyn iſt trefflich bebaut, überall 
w Gandlen durchſchnitten, die mir Hülfe der Deiche das 
unge Jahr hindurch die Ueberſchwemmung beibehalten. Die 
swobner des Dorfes find zahlreich und reich. Ein großer 
amm lehnt ſich Bier an den nördlichen Joſephscanal an. 

Der Hügelfchutt der alten Stade ***) ift ſehr groß, dun⸗ 
Marbig, ja fchwarz; alle Blöcke voll Griechiſcher und Rö⸗ 
Hiper Sculpturen; fehr Häufig findet man Scherben, Am⸗ 
joren, Urnen, ſehr viele Römifhe Münsen, Antic’glien 
ler Art, Granitfäulen, Mauern u. f. w., und dazwiſchen 
e Trümmer eines Lleinen und eines großen Tempels. 


E 






4 


ben 








%) E. Jomard Descr. des Ruines d’Achmouneyn ou Her- 
mopolis mapna in Descr, etc, T. 1I. ch. XIV. p. 35. 
) Jomard Deser. $. VI. p. 16. ***) Jomard Desc. p.5 





784. Afrika, Waſſerſyſteme. LIE Abſchu. 


Der jetzige Umfang der Schutthügel beträgt 
Moeum von 19380 Eu (6500 met.) *). Der I 
Ueberreſt ift der Porticus, mit doppelter Colonna 
pofantem Eindrud, da die ı2 maffiven Gäulen 
als die su Denderab, und Überhaupt bie geöf 
gupten, die coloff -Iften in Theben ausgenomm 
ganze Gebäu hat den grandiofen Character ber 
nen von Dendersh, und erfcheint doppelt majef 
der Wanderer vom Norden der aus ber Römerf 
noe kommt. DBelzoni‘') hält diefen Temp 
als die Gebäude in heben. Anch Somard de 
Biefer Porticus viel Eigenthümliches in ber B 
Das Innere war einft ganz gemahlt wie bie Bet 
ägpp:ens, zumal in roth, blau unb. gelb. Der? 
aus dem Kalkſtein der Libyſchen Kette erbaut, ba 
fo ſehr zertrümmert ift. Er war (wie ber Ken 
anorer analog Flingender Orte) einfl dem Aegypt 
Zur, Chemmo oder Thoth zu Ehren erbauf, de 
der Künfte, Woffenfch sften und Gewerbe, nad ı 
ne die 4a Miffenfchaften der Priefler (f. oben 
erle des Dermes genannt wurden. ach 9 
Bericht (de Isid. er Osir.) wurde Iſis, nach 
die Tochter des Merkur als Erfinder der Gram 
Mufit genannt, nach Andern die Tochter des 3 
ols Quell der Weisheit und Klugheit. Daher r 
fagt Plutarch, zu Hermopolis, die erſte der 8 
Sfis und Themis. Diefe & die Weisheit 
den heiligen Wiffenfchaften die Hierophoren und 
beiebre. Iſis und Dficis waren allgemein burd 
ppten verehrt, aber Chemmo oder Herme 
arte feinen Particulareultus bier in Hermoz 
wo der Cynocephalus und ber Ibis ibm 
Thiere waren. Dieſer letztere Vogel war felbft 
bol des Hermes, des Erfinders dee Aftconomie, : 
Mathematik, Geometrie und des Aegyptiſchen MR 
wodurch er unfterblich mwurde, wie Plato den © 
Phädrus fagen läßt, Symbol war der bis, wei 
wohlthätige Vogel, felbft ein natürlider Geom 
feinem flerchartigen, pathetiſchen, gleichförmigen | 
mir jungen Rilichlamm überdediten Boden durdhf 
jedes Jahr gleihfom von neuem abmaß, immer € 
Schriet in gleichen Intervallen, wie Ael 
einen Qubitus burchfchreitend, Auch Clemens 
sandrien fagt es, daß der Idis den Aegypter 





*) Jomard a, a. ©. p.7. **) Belsoni Voy. I.-p, 
Narrat, p. 35. **%*) Jomard Descr. p: Te P 





Nilſtrom, Mittelaͤgypten. 785 


u von dem Maaß und der Zahl gegeben, daher er dem 
Rp als Erfinder von beiden geweihet f'v. Daher Hers 
F Abbild in der Menfhengeflalt mit dem Ibiskopfe 
keus Iincdpe im Hymnus). Der Ibis, der gegenwärtig 
t gang verfchwunden iſt, muß einft wohl bier im 
ge gelebt Haben. äufig kommt ter Idieſchrite und 
"Bußtapfe diefes Bogels auf den Hieroglyphen vor, und 
„nah ZJomards auf den Ruinen angrilelten Meſſun⸗ 

immer 0,251 mötr, oder die Hälfte von 48a millimdt, 
Simandergeiteilt, die Hälfte von Arlians Angabe. Dee 
E su Dermopolis war alfo einft dem Thoeh geweiht, 









er der Arithmetik, der Geometrie, bee Maasſy⸗ 
der Aftronomie, der Muſik, der. Schrift, der Gram⸗ 
welchen Standpunet mag alfo einſt diefe Stadt in 
—— — dee Menſchheit eingenommen baben, 
F wie vieles verdanten auch wir biefer Localität des Nils 


Pionier von Achmouneyn liegt, etwas gegen Norden 
h, Zaba el Amoudenn (d. h. Zaha ber Gäu 
’ an ‚der Stelle des alten —*8 ober ber Ibis⸗ 


| ——8 blieb eine ſehr bevolkerte Hauptſtadt Mit⸗ 
tens, bis Kaiſer Hadrian, ihr gegenüber, auf das 
Nilufer die große Stadt Antincs **) erbaute; feits 
verfiel die alte Aeanptife Gtabt und die neue MRömis 
Biäßte auf. Gehe überraſchend ift es allerdings Bier 
| fauter einheimiſchen, plöglih ganı fremde Stru⸗ 
zu feben, die unıer einem fremden Himmel entflans 
gleich ausländifgen Stauden hieher an den Nil vers 
& wurden. Nicht Koloffe, nicht reihe Geulpturen auf 
Pforten finden fich bier, aber lange Roͤmiſche Stra— 
wit Golonnaden, Triumphbogen, Thermen, Amphithea⸗ 
ei äßnliche in Aegypten fonfl fremde Werke, in bies 
"eguptifhen Roma am Nilufer, wo berfelbe Gharac:er 
ansſpricht unter dem verfchiedenften Himmel, wie in 
Krierifhen Roma am Urer der Moſella. Kaifer 
Deian bereifete Aeaypten, bewunberte Thebä, warb er: 
von ihren Miefendauten und führte feitdem äbnliche 
iR Europäifgen Provinzen auf; Bier am Nil aber, 
fein Bünflling Antinous ertrank, erbaute er eine Mös 
g Gtadt ihm zum Andenken Antinod, Antinoopolis, a 
Me Erlimmern Heute das Dorf Sheikh Abande *"* 
we bei Enfene. Man brauchte damals einen Mitte 






















=) Jomard Descr. p. ı1. **) Jomard 3.0. D. unb ebenb. 
Descer, d’Antinoß, in Desse, de l’Eg. T. ll, ch. AV. pP» 8, 


r. Pr, Legh Narrat. p. 34. Dip 


= Dippedrom 





—X und — er 


weinen und edeln claffifchen, und Pr 


war die Saophe valmbst Met * 


—— a an ver —— wi 
— —— 
un Ipuncı 
Mlmern, und blieb es au unter dem 
ward Bilgofem und blieb Metropolis ber’ 
die Berörung dur die Araber. Ahulfede 
erizi rühmen au im Mittelalter nacp--ihre € 
Über nad Edeifi ließ Sultan — 8 
ner Zeit, die Pforten von Antinos D. 
damit die Pforte oder Bab Zoueyle _ —V— 
nad Macrisi —8 ſogar dur die Su 
—— eriſſen und die der neuem Capi 
aufgebant. find die — von Autinos 
Scho 


von ihr 7 5 


Ketten m ſehr weicläufge 
FA —— us m Tate Bun: 
rinthe auf viertel und —X — long aus, 





Nilſtrom, Mittelaͤgypten, Heptanomis. 787 


Imterung 2. Der nördlige Theil von Mit: 

Bypten: Ducflony, Woſtany, ober bie Deptas 

wi). Das Bewäfſerungsſyſtem von ben 
und Mittelägypten. 


Mer nördliche Theil von Unterägnpten iſt es, welchen 
Mlten von dem großen Längencanal, Bahr Joufef, an, 
Dez Griechen und Römer Zeiten den Namen ber Depta: 
Big, oder der 7 Nomen gaben, aus welden Mittels 
IDten beftand. ap andern Angaben bei &trabo **) 
26; daher, weil Oberägypten 10, und Unterägypten 
omen Batten, Die verfehiedene Eintheilung nad vers 

f Zeiten bald in a7 Nomen ober in 36, von benen 
B die Siebe war) ““). Noch bis ‚heute ifk diefelbe Dres 
atheilung feit den Araberzeiten geblieben, und jenen 
men: a. Hermopolites, 8, Cynopolites, 3. Oxy- 
Fachites, 4. Heracleopolites, 5. Crocodilopolites , 
Aphroditopolites und 7. Memphites, entſorechen bie 
ven Achmouneyn, Behneſeh, Fayoum, 

Sa und Gyzeh, nur daß zu Achmouneyn die Nomen 
ud a, zu Behneſeh aber 3 und 4 geſchlagen wurden. 
B Grenzen find im librigen biefelben ber alten Zeiten ge: 


Yen. 
5 diefem Gebiete finden wis weit weniger merfwürs 
E Monumente des Alterthums als in Oberägppten, nicht 
hl weil fie in alter Zeit gefehle hätten, fonbern weil 
Der Wuth der Zerflörung mehr ausgefegt waren, und 
er früßer zertrümmert und verſchwunden find. Denn 
mtlich iſt das ganze Land voll Trümmerreſte 7) die nur 
us und unfennbar geworden find, daß wir fie hier 
unferm Gange ber Darftellung nicht meiter beachten 
um; aber an vielen Stellen geigen bie Hopogäen und 
ttenwerte die große Bedeutung ber verfhmwundenen 
Bdte der Deptanomis an. Ueberall find Hypogäͤen und 
tinbrüche die untrüglichen Fingerzeige, daß in der Nähe 
Dte erbaut waren. 
GStatt aller übrigen führen wir hier nur bie merkwür⸗ 
Ben von ganz Mittelägypten an, die Hypogäen von Beni 
an, Speos Artemidos ber Alten, weldhe 18800 metr. 
.W. von Antinoe liegen, unb von einem großen jet 
falls verlaffenen Dorfe ++) ihren Namen haben. as 
ef liegt auf Schutthügeln welche die Hefte der alten 











y E. Jomard Desor. des Antig, de l’Meptanomide in D. 
Eg. Antiq. Descr, T.II. oh. L p2.1ı—e. 20) Sırabo 
zu. ed. Tzsch. p. 478. ++) Jomard ga. a. D. p. 2. 
+) Jomard a.a.©. p. 12 - 24. Tt+) Jomard l’Heptanom, 
p: 24. Legh Narrat. p. 54. Kun von Aecgyptiaca. 

a 





UND da muthwiuig OUT, Drameıng n 
seffantefte von allen ift die —A 
jier wie zu Theben und Lycopolis öfter mit Him 


emahlt, die Pfeiler darin find wie zufammengebi 
Be de PA Ra ee ii E 
a 
e ulen 7 ei J 
alſo wohl hier ihre analogen, — o 
wie die Dorifaen und Corinthifhren Sep 
Polmtısme ähnlien. Die mehrftien Bilder 
wie nlich in den Hppogten, Aiuslihe S& 
u Elethyia ; unter den Drmamenten find viele i 
Style, was allerdings bemerkenswerth if, 
“und andere fehr lieblice Zeichnungen. ii 
Hypogäen hat einen Selfenfaal von 60 | 
Fuß Höhe, an deſſen Güdfeite 17 Eleinere 
liegen. Bon den 10 Säulen bie deſſen Dede I 
4 eingeflürgt m. f. w. 
ehnefeh **) liege weiter ſtromab auf 1 
Nilufer an dem Sofephscanal, am ber Gtelle 
Oxyrhynchos (vergl. oben ©. 605). Dieſe dii 
ganz mit Sande bededt, eben fo eine zweite jünı 
und gegenwärtig ſelbſt wieder bie Aufer bes fa 
fes Sehnen Immer rüde dee nähe w 
gm Maafe find diefe Gegenden mehr umd mehr 
berfällen ber Beduinen ausgefept; denn fo weit 
zeigt auch bie Domaine der nomabificenden Arab 
aame Benend der Deptanomis bar fehr viel m 


Nilſtrom, Mietellauf, Heptanomie. 789 


Fifche Oxyr nchus, mit der fpigen Schnautze erhals 
re fehe häufig auf Aegyptiſchen Wanbdbildern und auf 
us abgebilder ift; ficherlich kam er bort nur als das 
ol des füßen Nilwaflers vor. _ Da er nur mit dem 
terhaltenen Wofler bes Ssofephcanals dahin kommen 
„ fo forderte ex immer zu deffen guter Unterhaltung 
Ans Mißverfiand machten die Griechen wohl, wie fo 
‚ die Kabel daraus, dort werde biefer Fiſch göttlich 
» Der Aegyptiſche Name des Ortes foll das Kopti: 
msje geweſen feyn, daraus die Araber Behneſe 
306 nafa machten *). Im Anfınge des fünften 
ınderts war dieſer Ort durch feine vielen Monaflerien 
tiralel berühmte. Nah Palladius (A. D. 407) und 
2 D. 410) **) tonten dort alle Mauern wieder 
hefange der Mönche, die Tempel, das Gapitol, alles 
we vol Moͤnche, innerhalb flanden 1s Kirchen, um 
ıze Stadt viele Monafterien; in derfelben follen 5000 
e gewefen feun, und außerhalb eben fo viele. Das 
mfpenden des dortigen Bifchofs zog 10000 Mönche 
ıppelt fo viele Nonnen dahin. Dieß war zu einer 
8 man in Aegypeen mehr Mönche fahe als bie zahl. 
n Deere der Könige ausmachten, als die Thebais 
mit fo vielen Monafterien umgeben war wie Feſtun⸗ 
nd das Mirakelwefen dort im höchſten Schwunge war, 
b nebft dem Mönchthum befanntlich, feit dem dritten 
ierten STabrhundert auch Über Europa verbreitrte. 
ben die Nubier den Griechen gu Behneſeh zu Hülfe 
als die Araber zum erftenmale einfielen haben wie 
efeben. Bald aber änderte die Uebermacht der Mus 
ner alles ab, und fiatt der ſehr volkreichen Stade 
nchus blieb nur ein elendes Dorf an feiner Stätte 





Bnas***), bas alte Heracleopolis magna liegt noch 
nordwärts in ber Heptanomis, am Eingange Fayou⸗ 
einft eine ſehr große Stadt, von ber gegenwärtig gar 
Ruinen mehr vorsufinden, in der That die größte 
ürdigkeit if. Als Etade am größten Eanale von Ae⸗ 
erbaut, eben dba mo er zunächſt an die Libyfche Wüſte 
»o alfo ein Typhon aus dem Felde gefeplagen war, 
d natürlich der Vorſtand des Sanlbaues, der Agyptis 
erkules verehrt. Mur allein der große Canal konnte 
tadt und der Provinz ihre Blüthe bringen. Als 


bampollion I. p. 304. *) Aegypstior. Monachor, Hi- 
ria siv, Paradısus in Ecclesiae Grasc. Monuments, 
ıtet, Paris. 1636. p.’175. und in Cod. Theodes. T. V. 
523. Lips. 17356. *"*) Jomard l’Heptanomide p. 60. 


Bitden Berglette Dinflcht und Hu auf DEM AU 
Thaidoden orig läßt, welder durch bie Bemälferun 
uchtbarften und breiteflen Kornboben *”*) Ar, 
Da gerade hier, Nee wichtige Land. 
zung durch mehrere locale Werhältnilfe 
wird es an biefer Stelle ade fen einen 
bli@ auf bas gefammte Bemäfl 
gyptens u werfen. a” 
Die Eanäle biefes Landes find wohl bort u 
die allerälteken Monumente; durch fie wurd 
Kand zum, Brucdtboben, an ihnen erbaute man di 
Yen und großen Städte; ohne fie hätte Aegppter 
— — N — en! 
aber auı on für bie e ber Urgeit 
Intereffe, von befondrer Bedeutung für bie erfln 
aiffe der Gegenwart. 4 
Bu beiden Geiten liege dit am Nilufer ein 
Zandfirede, welde etwa a Kilometer breit, umd | 
er ift, als die Höfe Rilfepwelle; es ifk der vom 
jelök immer höher und böher aufgehänfte Mil 
iefe Landſtrecke wird bei jedem Dorfe von einem 
ober particulären Ganale bewälfert, aud bu 
und Schöpfwert. Aber verfieben vom Liefer | 
breitet fi von ihr eine andere aus, bie zum Fu 
baren Bergreihe, welche eine boppelte Senkun) 
eine naı Se jegen die Werglette + 
nordwärts melde gleich dem allgemeinen @ 






5. Nilſtrom, Mietellauf, Heptanomis. 791 


e Beben dert wenigſtens 6 Fuß (a möotr.) tiefer liegt, als 
5 Hohe Riveau bes Nilwaſſers, daher diefes zur Webers 
zeit jene Senkung gleich einem See oder Meere 
5* pflegt. Die Urſache dieſer Senkung liegt eben 
daß die Landfirede zunächſt am Nilufer, nebſt dem 
| ſelbſt, Ah immer Höher aufgeſchüttet hat, jene 
dieß aber nicht in gleigem Maaße su thun vermochte. 
: Diefe Dispofltion ber Geitengefälle und des Nordge⸗ 
Mes Sat zweierlei Arten von Canaͤlen *) in Oberägnpten 
endig gemacht; die großen führen die Wafler vom 
M map ber Weflfeite bis zum Fuß der Libyfchen Berge, 
‚größte Ferne kann baber dort noch die fruchtbarſte Lands 
ſeyn, wenn diefe Ganäle gut verwahrt werben. Die 
nen bilden tie Zweige ber großen. 
. Dieß natürliche, doppelte Geſenke des Nilthals, made 
x die Wafler überall, nad allen Seiten, von felbft 
u 



















reiten, und es kommt nur darauf an ſie eine ge⸗ 
e Zeit hindurch feſtzuſtellen. Zu dieſem Zwecke 
b alle Bewäſſerungscanäle von Diſtanz zu Diſtanz mit 
werdämmen (digues transversales) verrennt, welche 
ge häler fchief durcho ſchneiden, und fich gegen den Nilſtrom 
Die Waffer welche nun ber Canal gegen einen 
nen Damm führt, ſtauen ſich da bis zum Niveau bes 
Afteomes auf woher fie kamen, fo, daß zwiſchen bem 
mm und bem Mil ng ein See bildet von größerer oder 
ringerer Breite “). ſt dieſer Raum hinlanglich bewäfs 
R, fo öffnet man ben Damm gegen ben die Waſſermafſe 
bh Küste, und diefe ergießt fih nun erft in bie Bortfegung 
B Ganals unterhalb des Damms. Aber in einer gewillen 
Bang wird fie durch einen zweiten Damm gehemmt wie 
ach deu erfien; fo bewäfleen fie nun ben zweiten Raum 
» fo allmählich weiter bie Landſchaft bis zur größten 
zue vom Nilfirome. Diefe Querdämme welche fo von 
Kkanz zu Diſtanz aufeinander nilab folgen, gehn von eis 
Dore zum andern, fo, daß felbft zur Zeit des Hohen 
erlandes alle diefe Dörfer durch ſolche Dämme mit 
sander in Verbindung ſtehn. Zu gleither Zeit bietet das 
me Nilthal Oberägyptens, zur Zeit bes Ueberſchwemmung, 
Behuf der Bewäflerung den Anblid einer Beide von 
idee ober Eleinen Geen dar, bie flufenartig (par Cche- 
ns) Bintereinander, aufwärts, aneinanbergereihet liegen, 
sabe in entgegengefegter Orbnung wie biejenige, welche 
‚ einer Entwällerung dienen würde. 





") Martin Deser, hydrogr. p. 199. *9) Girard Observa- 
I jons s. 1, Vallee —*5* es ur Vexhaussement seculaire 
ete. Sect. I. p.202., 


"92 Aſfrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchu. S. :7. 


Weiter abwärts, wo das Nilthal breiter wird, wie auf 
dem linken Ufer Mitteligyptenis ven Gnome bis Eins 
gange von Kayoum, ändert fih bicfes Ganalfokem in 
fofern ab, daß dort mehrere große oder Hauptcandlie 
iegen, die pnrallel mie dem Laufe des Nils gezogen 
um bie Landſtrecken zwiſchen ihnen unmittelbar auch 
niederen Nilſchwellen defto leich er zu bedecken, ohne weiten 
große Queerdämmungen. Dann gleichen dieſe Garäle meh 
Nilarmen, weiche ihre Waſſermaſſen zwiſchen bie fecunbär, 
tleineen Dämme und Duge ausſchũtten. 

Die größten unter diefen Parallelcanälen ſtad be 
kannt unter dem Samen Bahr Joufef und Bahr Bes 
then *); fie ziehen vom ©. nah N. und haben dafer@h 
bert, d'Anville und die frübern Geog: aphen, beuen EI 
Sayoum weniger befannı wat, verlercee, ihr Mordende fr 
den Möcısiee det Alten zu halten. Der Babe Jorſeß 
auf den neuern Karten als ein geradlinigter Canal ven 
36 Stunden Ringe verzeichnet, von Meylaouy bis zum 
Eintritt nah Fayoum, ift nichts anders, als em alle‘ 
Nilarm, mit eben folchen Serpentinen wie der Nil fehl, 
von gleicher mittler Breite 300 Fuß (100 metr.) am 
teften bei dem Dorf El Haze. Wie der jegige Nil Im 
Fuß der Arabifchen Kette, fo beipült biefer fein ältere 
Bette, vor feinee Wanderung genen Dfien, ben Buß ders 
bufchen, und ergießt fich nordweſtwärts nah El Fayoım. 
Ueberall ift fein Bette niedriger als die Ebene, deren Heü 
zont niedriger ift ale das Niveau des hoben Nilwoflk 
Bur Zeit der Ueberſchwemmung communicist biefer Je 
fepbscanal mit den andern Parallelcanälen, und bebeait 
mit ihnen die Länder zwifchen ber Libyſchen Wüſte un 

em Nil. 

Der Bahr Bathen Hat diefen Namen nur uneigeab 
li erhalten, denn alle mit dem Nil parallelen Ganäle, «lt 
mittlere, zwifchen dem Nil und dın Libyſchen Berg 
werden Bathen, d. i. im Arabifchen Die Mitte, der Bar, 
genannt. ein eizentlichee Name ift Fyad, um ibn ve 


den kleineren Bathen **) zu unterfcheiden, die insgefamt nut 


wenige Stunden lang find, aber in großer Menge ju 

in der Prorinı Genyfeuef ausgehen, zwifchen denen nah 
ihrer verſchiedenen Größe und Entfernung eben fo die fand 
fhaft von vielen großen, mittelgroßen und kleinen Diss 
men durcbſetzt wird, deren durchziehen allein 11 große if 
der Provinz Brnifouef die ganze Zhalbreite, indes umjl 

lige tleinere dtefe großen Absheilungen im lauter klein 





#) Martin Descr. hydrogr. p. 200. **) Ihre Befdraitun 


bei Martih ©. a0ı — 203. 


— — 


j— 





Nilſtrom, Mittellauf, EI Sayoum. 795 


seien gerfchneiden, und von dem Nilufer aus jebess 
i6- unse Anhohen Binlaufen auf denen alle Dorfs 
a ſtehen. 

Bie nun biefe Canäle und Zwifchenfelder fi mie 
en füllen wenn der Nil ſteigt, eben fo müſſen diefe 
uch wieder aus denfelben zurückziehen, um die Kelder 
Anbau zu erhalten. Diefe Entwälferung*) ge 
t dadurch, daß bdiefelben Dämme welche ‚die Waflers 
ins Frühling flufenweife aufitaueten nun, im Herift, 
ih durchbrochen werden, um ben Abzug der Gewäſſer 
bem Delta zu bewrken, von wo fie denn eben fo ges 
tie Sümpfe und Maremmen der Meeresküfte geleitet 
w. Auf diefe Weiſe ift alles Land Ober und Mits 
Iptens, der Nil mag nun febr bos fleigen oder au 
n mittlere Höhe bleiben, unter Waffer zu feßen und 
feuchten, aber freilich iſt dabei die aufmerffamfte Er⸗ 
ng ber guten Ordnung bdiefer Canalſyſtems no bwen⸗ 
und die DBernachläffigungen im @in:elnen sieben nas 
b die größten Nachtheile für das &anıe berbei, indem 
mdungen und Verfhlämmungen vorn liegender Ganäle 
eitläuftigen dahinter liegenden Srufenländer auf das 
ne feben , Berftopfungen dagegen aber röhrenartige. 
burüche in der Tiefe und große MWafferfälle, Durchs 
in bee Höhe und E tsracten bewirken, deren Zerflös 
a in michtigen Progreffionen weiter ſchreiten. Bei 
woßen Sorglofigkeit der gegenwärtigen Negirtung ges 
biefes Irrigationsſyſtem, iſt es daher kein Wunder, 
: und Mi.tel: Aegypren, fo reiche Korntammern fie 
hie und da no darbieten megen, doch gegen die alte 
der böchften Blüthe und Population in einem Zus 
} ber Berwilderung, Atmuth und DMenfchenieere zu 
en. 


Kuterung 3. El Fayoume, ber Babe Jouſeph 
sb der Birket el Keroun; der alte Nomos 
Arsinoites mit dem Labyrinth und 
dem Moͤrisſee. 


Eine ganz für fich infelartig von dem übrigen Nilthale 
teläguptens abgefchloffene, weite, faft Preisrunde Thal⸗ 
ıng bildet das Gebiet von El Kayoume, das die Als 
den Nomos Arsinoites nannten, ber bei ihnen fo 
hmt war, wie er durch alle Jahrhunderte des Mittelals 
und der neuern Zeit hindurch foft gänzlich vergeſſen 
ven iſt, bis er ducch die Franzöflfchen Gelshrten zu Ans 





Girard Observat. p. 204. _ 


Bekimmung der Se des — tſines, - dee‘; 


fen nis sier vorzügtig, pät ehätig Strass, rei 


won Fayoume ten ff Zomard***), vw die & 
und Antiquitäten 274 nt, befonders siä 
de der Alten ‚amd 





der Ruinen bes fo beräßmten Labprinthes 
* zugzleich die Herten Bertre und 88 
eigen Unterfuhung ber Alterthlimer zur 
en na bem Giege are lebers bei 4 
Über die Osmanen, nad ber Wiel Derbefehung 
(April 1800), als größere Side it in mie, 
Tehrt_ war, und das Fefunt zu aieo 
ber Chorographie und ben Antiquitäten 
fgärkisen anfing, erhielten bie Hydrotecten 
Waſſerſyſtem = Nils gu unterſuchen, zn —* 
nieue 9. D. Martin bie Bereifung und X 
Provinzen Benlſouef und Kar 
teifete zuerſt den ame, Mörisfer, und 
ten zu ben beridtigten Karten. biefer 
Ins wegen eine der Beit feinem & 
% H —X von mehrere 
innen... Ep ie in feten mehrere aufmerkfem 
acpter diefe dor Eurzem moch_als terra ii 


Randfepaft, zulept gab au Welzoni barkbes fek 


*)_Herbelot Bibl. Orient; p. 550. '%) Gireıd M 





Nilſtrom, EI Fayoum, Mörisfe. 995 


t fo, daß wir auch hier wie überhaupt im größten 
RR Aegyptenlandes A Stande fied, "das geld der 
Hienfhaftlichen allgemeinen Erdkunde um ein Bedeuten⸗ 
9 gegen frühere Verſuche zu erweitern. 

Ungeachtet EI Fayoume gleich allen heilen Aegyp⸗ 
n6 turch den Einbruch bes Sandes fehr verloren bat, fo 
Res doch noch immer eins der fruchtbaren Länder ber 
Zelt »). Reich if es on Weiten, Weis, Gemäfe aller 
ee; große Dattelbaine befchatten es, Dlivenwaldungen, 
efenplantagen find bier, aus denen Roſeneſſenzen für den 
fiten Drient bereitet werden. Außerdem wird Bier in gros 
© Menge Flachs gebaut, Indigo, Denneh, Saflor, Baum: 
se, Toback, Zuckerrohr. Auch Weinberge, welche ſonſt 
E gänzli in Aegypten fehlen, finden fich hier; eben fo 
rigen, Gactus, Dfirfich, Aprikoſen, Pfeumen und alle Ars 
n von Obftwälder. Dennoch if EI Fayoum oft in 
BIßter Roth und Verarmung, weil es den Ueberfällen dee 
ebuinen aus den Libyſchen Wüflen mebr ausgefebt ift, ale 
le andern Provinzen Aegyptens. Tritt eine ſehr bobe 
Nifchwelle ein, welche bie Landſchaft befruchtet, fo wird 
wu zugleich ihre Communikation mit dem übrigen Aegyhp⸗ 
w auf a bis 3 Monat unterbrochen. Dieſe völlige Iſoli⸗ 
mg wird dann für bie benachbarten Beduinenſtämme bas 
Kanal zur Ausplünderung von El Fayoum'*’). ur 
e Erbauung einer immer trodnen erhabnen Landſtraße 
mw Mil, bei Beniſouef bis zu ben Dörfern Haouarap 
ad EI Lihboun, am Eingange von Fayoum, wie Mar: 
in fie vorfchlug, würde diefem Uebel abhelfen, um immer 
dife in Bereitſchaft zu Haben und bie Provinz gegen fol: 
e Ueberfälle ficher fellen gu können. ' 

Mur eine einzige Thalſchlucht bildet ben Eingang aus 
me Thalboben bes Nils in das Baſſin von EI Fayoum, 
Kmlich diejenige, durch welche ber Joſephscanal dahin ein: 
Be, an deflen Eingange, innerhalb der Thalſchlucht auf 
ma ſüdweſtlichen Ufer des Canals der große Fleden Da ou: 
rad el Kebyr liege, auf dem norböflichen das Dorf EI 
aboun, melde beibe Dörfer eine Steinbrüde aus brei 
jogen in Verbindung feht, bei welcher mehrere Reſervoirs 
u vorfinden, um die Waflerfülle zu regwlarificen, welche 
ach Ci Fayeum eindringt. Wir werden dieſe Localität 
e Eingangsfhluht EI Laboun}) nennen; fie liege 
k Stunde in W. S. W. von Benifouef, an der Grenze 
re ifolieten Provinz EI Fayoume. Tritt man burch 





















®) Belzoni Voy. U. p. 142 —ı62. **) Jomard Deser, a. 
h 
a. D. p. 2. ***) Martin Descr. Hy F- p- 204, 
+) Jomard Deser, du Nom, Ansin. p. 5, 





füdliche Abdıchung beherrſcht, HE nun ein Cem 
legt, der von jener Brüde an der Eingangaſchlucht 
2.-houn gegen Welt bis zum Gentrum der Provi 
Hauptſtabt Medynat:el Fayoum (kürzer au 
dina genannt, b. i. bie Stadt) führt, Er behält 
Bin ven Nımen Bahr Joufeph bei, —8 
Stadt, und theilt ſich an ihrem Weſtende in 
einer Gandle, vorzäglig in 9, welche nun nad all 
tungen fteohlenmäßig ausgehen, und das MWafleı 
Ländereien der verſchiedenen Dörfer verthrilen, m 
die Ebene fowohl der Abdachung gegen Güten a 
Norden bebedr iſt. Dieſer Haupteaual Liegt alfe 
ner als der übrige Boden der Provinz Baponme, ı 
fehe merkwürdig ift, er liegt ganz im Felsberte u 
fieht ganz deutlich bei niederm Waflerflande, daß 
die Kunft fo aurgehauen iſt. Alfo das Nilwaſſer 
iu biefens Zandrüden von Fayoum ein Gefälle habı 
Ginhauen des Ganals kann nicht ohne vorherg 
Nivelemmt zu Stande gebracht feyn *). Diefi 
müſſen demnadp die alten Xegypter gut verflande 
da tiefer Canal unzweifelhaft ein Werk des hohe 
thums if. Denn gu beiden Geiten liegen Mon 
die dieſes wohl bzweifen. 

Bei dem Derfe EI Lapoun liegt an dem Ei 
fblucht eine Pyramide *‘*), aus Kalkflein erbaut, we 
Backſteinen üderded: if. Ihre Wafls non 60 metr 
ge auf jeder Seite, ſteht auf einer Squtttertaſſt. 





Nilſtrom, EI Fayoum, Mörisfe. 797 


weit. Auf fie fepeint allerdings bie Inſchrift an paſſen, bie 
Derodoe von des Könige Afochis Pyramide anführt: 
‚mich Haben fie erbaut aus Badfteinen aus dem Schlam⸗ 
ne des Seegrundes.“ Im Nordoſt diefer Pyramide ſteigt 
je öftliche Wand der Libyſchen Bergkette zu einem ſehr 
weiten Plateau auf, welches das weltliche Baſſin von El 
ſahoum von dem öſtlichen Baſſin bes Nilihales ſcheidet. 
Yas Dorf El Lahoun bat eine wichtige Poſition an ei« 
era großen Kunfldamme, welcher die Nilwafler aufflauet. 
Nie Lage feheint diefelbe des alten Ptolemais Portus, oder 
es Ptolemaidon Arsinoitum ber Tabul. Theodoe, *) zu 
mn, welches 6 Milliarien von Heracleopolis (jege Abıräs) 
ntfernt lag. Auf die Erbauung bes dortigen Dammes deu⸗ 
se Jomard die Griechifche Inſchrift der Papyrusrolle, 
fe man im Jahr 1778 zu Gyzeh fand. Sie wird im Mu- 
eum Borgienum verwahrt und enrhält die Lille und Na: 
sen vieler Arbeiter an einem Damme und an zwei: Kunfl« 
enden, (fossa Phogemeos und Argalidias), bie vielleicht 
tee zu ſuchen find. EI Lahoun gegenüber, auf der Süd⸗ 
wftfeite des verlängerten Bahr Jouſef, liegt das Dorf 
Jaouarah el Kebyr mit der genannten Brüde Etwa 
000 metres davon, gegen NW., liegt auf temfelben rech⸗ 
rm Ganalufer das Dorf Haouarab el Kebyr mit ber 
mannten Brüde. Etwa Bodo metres davon, gegen NW., 
egt auf bemfelben vechten Ganalufer das Dorf Daouss 
ab el Soghayr. | | 
Bei diefem befindet fih eine Brüde von 10 Bo: 
ma °*), welche parallel mit dem Bahr Jouſeph läuft: bei 
lederm Waſſerſtande vertritt fie die Stelle eines Dam: 
es, weil dann das Nilwaſſer niedriger im Bahr Jouſeph 
e als ihre Srundgemäuer liegt. Bei hohem Nilwaſſer 
men aber bie Waffer quer durch bie Brüdenbogen, und 
Men jenfeit derfelben mehrere metres (7 mètr., Oder 21 
uß nach Martin) hinab. Dieſe Loealität iſt die erhabenſte 
ber der ganzen Provinz in Weſten; ſie liegt nur um ein 
Ge Geringes niedriger als EI Lahoun In Oſten, wo ber 
e Jouſeph in die Thalſchlucht eintritt. An diefer Stelle 
mp man wahrfcheinlich die Pforten (Schleufen?) fuchen, 
sec welche, nach den alten Autoren, der Eingang wie ber 
usgang des Nilwaflers in den Mörisſee regulirt ward. 
n ber Nähe diefer für das dortige alte Canalſyſtem 
Ge wichtigen Localität, flieht man im Morden des Dorfes 
ſaonarah el Soghayr, eine zweite Pyramide‘**)und 
eit umher find gewaltige Trümmer zerſtreut, welche man 


#) Jomard Deser. p. 11. 4, 25. **) Jomard Descr. p. ı0. 
“"e) Jomard Descr. p, 11. 


5 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchn. n- va 6 


x bie Ueberrefte des alten Labyriuthes erfaune hat. X ru 

Poramide IR weit beffer erhalten als bie erkı; am i. SEanEn, 
Zpıge iſt etwas zerflört, Cie wurde von den Imagsınaz, 
‚ie Doramibde des Labyeinthes genannt, umfer ar r 
alen andern zu unterfeiden, ein Name, ben wir kiRazn.g ! 
ten wollen. Sie feht 8116 mötr. von der erſtn 2 
mide ab *). Gie if bierecig, jede Seite an der Bafıt arymz,,! 
metr. lang, und 60 mötr. ſtuktecht hob. Die iin men * 
aus Quadern gebaut, das Übrige aus Vadfeinen, dr wäcg 7 
der Sonne gebrannt find, deren Form bie Bägug my. di, 
Prramide felbß zeigt. Cie Mind aus Them mit Ueli gun.) 
Strap bereitet, und mit einem Ralkmörtel gerränkt Be 
lus drang dur) einen unterirbifhen Gang in das ner > Me 
der Pyramide ein, wo er eine Galzquelle und einen & 
tophag fand. ie ehr auf dem Vorfprunge des Rally y mm, & 
piateaus (nad Beloni dod nur 30 Fuß erhaben übern Si, 
Niveau des Ganale) **) der Siorgen Kette gms — 
ende der Eingangsfhlugt. Der Weg von Veniſe 
Medina, der Hauptfladt von Fayeume, führt an 
füdlicgen Zufe vorüber. Die Lage dieſer Pyramide 
Plateau bietet eine bemundernswürdige Ausficht bar 
das gange Baſſin von EI Fayoum, das von fehr viel 
nälen durchzogen, mit Dörfern und Detfchaften befin ar 
die zwiſchen den teigenden, grünen Seldfluren, ben 
and Palmenhainen jerſtreut liegen; ber größte Gontrayf, 
dem dürren Libyen umher, der Impofantefte Eindrud, 
man bedenkt, daß die menſchliche Kunft diefen Paı 
ten durch das Ganalfpfiem ber Wüfle entikeigen 
Im Norden und Weſten biefer Pyramide entdedten Di 
tre und Jomard im I. 1799 bie großen Trümm 

fen, welche feitdem als die üederreſte des Rabyrintl 
ee Alten, 100 Stadien entfernt von Arfince nah 
bo) *) anerkannt find}). Sie nehmen einen Raum von 
300 metr. Länge und die Hälfte in der Breite ein; 
ũberſchaut fie als ein großes Parallelogranım, mit zwi 
gen Geiten, denen im Norden eine Ummallung 
die aber gegen Gübden offen flieht. Der größere Thel 
unter Sand und Schutt begraben, Überall ragen Ref 
Gäulenfäften und Quaderſtücken aus Granit, Eyenit 
andern Eofbarern Gteinarten herdor, weldpe an biefer 
Beweife des fo merkwürdigen antiten Baues find. € 
































*) Martin Descr. Hydrogr. p. 207: Jomard p.25 *) . 
zoni Voy. II. — 5) Strabo xvi. 580. dl. 
Tasch. f) Jomard Deser. des Ruines avec les Det. 
du Labyrinthe Sec, P. p. 9%. Martin Deser, Hyd 


graph. pı 224, 


driiſtrom, El Fayoum, Moͤrisſee. 799 


E06 jetzt unmöglich geweſen, den Grundriß bes alten 
mebanes nach ben noch vorhandenen Denkmalen an 
W Stelle aufzunehmen. Wir müſſen uns baber auch 
we mit der Dinweifung auf Jomards umfändlich 
Hrte Beweife von der Identität der Lage die 
men mit denen bes Labyrintbes der Alten im Als 
> begnügen, wie Herodot, Diobor, Strabo 
» fpätern Autoren fie angeben, fo wie mit der Erins 
an bie berichtigte Eonftruction bdiefes alten Wun⸗ 
=, wie ibn Letronne aus den Blaffifden Stellen 
gu enzeugen meiſterhaft entwidelt hat "). 
EHt nur in antiquarifdger 1 Hua ſondern au in 
‚&fcher und geographifch : bifkorifcher ifk die Lage bes 
byrinthes und der Pyramide wichtia; denn in ihrer 
refinden fich die Mefle ber größten Ganalbauten bes 
azıns. Denn durch bie Brüde von 10 Bogen, bei 
Krab el Soghanyr, ergießt fi, wie wir oben bes 
u ber Ueberfluß des hoben Nilmaflers aus dem heu⸗ 
Sofepbscanal in einen gewöhnli gegenwärtig trods 
'isscanal, dee durch die Kunſt gearbeitet und eins dee 
Pen Werke der alten Aegypter iſt. Er nird Babe 
Ba, d. i. der Fluß ohne Waffer genannt. Im 
Durchſchnitt, fo weit er bis jegt noch fichebar ift, 
nan, daß er gegenwärtig häufig bis 7 metr. hoch mie 
mm zugefchlitter if. Er war alfo ehebem fepr tief, 
gegenwärtig noch in grader Richtung von bier ges 
orden 35000 metres lang: denn der Waſſerüboerfluß 
Eda in ihm, während der Ueberſchwemmungszeit ges 
nordwärts, bis zum Dorfe Tamyeh, das an ber 
ite des großen Sees von Fayoume liegt, unb von bies 
Dorfe fließt es etwa a Stuͤnden weiter in den See 
L Diefer Bahr bela ma bildet alfo gegenwärtig bie 
he Communication zwifchen dem Joſephskanal und 
eoßen Gere, dem Birket el Karoun *). as 
j etwa 2 Stunden vom Oſtende diefes Sees, iſt dee 
ichſte Dre In Fayoume überhaupt, und 151 Lieue im 
m Abflande von Kairo, das erſte Dorf, welches man 
m Wege von diefer Daupeftabt buch die Wüſte im 
me betritt. An der Weffeite bes Dorfs zeigen ſich 
m eines alten Seebodens, fo daß chedem der Möriss 
ohl ficherlich bis dahin reichte, und unmittelbar am 









Boetronne Essai sur le Plan et la disposition gen6-. 
le du Labyrintlie der. d’äpres Herodote, Diodore de 
cile et Sırabon in Malte- Brun nouv. Annal. des Voy. 
‚VI. p. 1833= 154 **) Jomard Deser. p. m. Mar. 


1 p- 208. 





lich diefem Bahr bela ma, DM" 
die Woehrheit diefer Angabe des alten 7 
Dagegen würde es immer unglaublich geblieh 
man diefe Ausgrabung des Sees, wie J 
danıe Baſſin des Möriefers pi be; 1 
too Hätten dann die 330 Milliarden 
hingebradpt werden follen, bie beffen 
geben Baden wärnen ***); —* 
Mac dieſer Berichtigung älterer Vorſteln 
genauere Deffungen, Kor * und — 
tungen dardieten, und nach dieſer HRS 
zobotus, beffen Angaben mur von dem en 
punkte aus aufgefißt feyn wollen, um & 
wahrhaft zu berrähren, gehen wir zu der Lara 
fee Haouärah el Soghahr, als dem & 
alten Ganalfpftems von Fayoume zuräd. 
Nice weit in Weſt von diefem Dorfe 1 
ange zum Bahr bela ma, liegt das Def 
fi welcdem ein zweiter Selscanal }),.de 
ſchenhand gegeaben ift, beginnt der in noch gı 
onen, wie. jener obengenannre gen Weſten 
ner Mordferte liege in der Richtung ber 2 
neue und Gedmoueh ein coloffaler Stein 
mödtres (8500 nab Martin) +}) Img, der | 
mädtig, oft reſtaurirt ifl, aus Duabern um 
mit großem Zleiße erbaut ift. zuiegt wohl di 
mitifhen Suitane, aber figer urfpränglich ‚am 


Miccchums horlamme [br Anton nie Mai 





gulſtrom, CI Jayoum, Mörisfer. son 


egi des Nordcanals, bes von ihm im rechten 
ee, Norden ab, nah Tamheh gebt. Diefer 
ze el Wady ift 60000 mötres lang, In tiefen Kals: 
ebauen, bei El Aryn 16 bis 17 metres tief und 2oo 
“), oft bis 6 mötres mit Schlamm gefüllt, ein Bes 
feines hoben Alters. Er fließt 6 Stunden grade mefls 
bis zum Dorfe Abou Gondir (Abukandyl), wen; 
dann plöglich nordwärts, mo er bei dem Dorfe 
\eb 400 mötres (über 18000 Fuß) breit, und 10 bis 
deros tief if. Won da fließen feine Waller zum Shb: 
des größen Sees oder Birket el Keroun ab. Diefe 
en gewaltigen Arme gegen N. und W., welche bie 
ı bucch den Kalkfeleboden trieben, führten alfo vor 
taufenden die hohen Nilmaffer hinab zum Mörisfee. 
Berfonbungen und Verſchlemmungen bes Miles und 
leghptiſchen Canale, auch Ihre Waſſerabnahme brach⸗ 
wit der Zeit bier Aenderungen hervor. Der weflliche 
mf ward unbebeutender unb verwandelte fich in den 
eu Babe Joufef, dieſer führte nun bie Nilwaſſer 
en ſpätern Jahrhunderten in das Libyſche Baſſin ein; 
den jenen beiden Armen, gegen N. und W., ent: 
ı feitdem innerhalb der Provinz Fayoume, ein mitt: 
2, weit Beinerer Canal, bie oben fon angeführte 
ige Fortfegung des heutigen Bahr Jouſeph, weis 
ebenfalls von EI Hasb * ausgeht in der Die onale, 
kn enen beiden, wie gefage buch die Stadt edi⸗ 
durchſetzt, und fich dann in die vielen kleinern Ca⸗ 
weriheilt, von denen oben die Rede war. Den Ueber: 
von diefen fammelt, 14000 mötres im N. W. von der 
babe. bei dem Dörfhen Abou Kefch **), ein künſt⸗ 
s Baffin aus Badfleinen, zur Araberzeit erbaut, das 
Me Umgegend eine ähnliche Beſtimmung im Kleinen 
als Reſervoir für die trodene Jahrszeit zu dienen, 
bee Mörisfee zur alten Zeit im Broßen war. 
Durch diefe Geſammtüberſicht dieſer fo fehr merkwür⸗ 
r Randfchaft, wie fie fih uns aus ben einzelnen dur 







ten WBerichten der verfchiedenen trefflichen Beobachter 
6, iſt auch bie Natur des Bodens und feine ganze Cul⸗ 
melärt, in befien Mitte die neuere Hauptſtadt liegt. 

Medinatel Zayoum, d. h. bie Stadt von EI 
sum; Crocodilopolis, Arsinoö. Sie liege uns 
8 Brad 4ı Min. 9 Ser. vr von Dar. und 29 Ge. 
Hin. 48 Sec. NR. Br. nah Martin *"*), in der gefeg: 


[U] 


Martin Descr. Hydrgr. p. 317, .**) Jomard Descr, p, Q. 
—— Deco! Hyakke, 1'206 7 rn, 


E&ıe 






1 Befae und und für bie für die Socatıl 

Sabpeintdes angefprochen **), weil er ba ſehr 

merrefte fand. Er nennt den Dre Zebmin el. 
., Det der Kirhen. Ein kleiner Canal au 
oufepp‘ theilt ihn in ⸗ Npeile, Danen ber ei 

det andre von Boritarn 

sid, die in aller Ruhe beifonumen 

find ſehr arm; fle find nur a rn * 

fetiptes von einem Theile der Bibel, bes Fr 
aufbewahren. Nach einer Tradition “ 

Behnuuten uufbanten." dien he) fühete 

mu 
die Mat weiter begründete Bermuthung, bie d 
nen möchten Ueberrefte des alten Labyı 1 
ii di di der 

u Sefnwafir in aaa, m ih 

Bine Bam af un tete jedem Vers ! 

zen damit bem 

deutende Samımm ein)" HA nen 

verneurs. 


Die heutige Stadt iſt zum Theil in die I 
alten Grorepitopolis —— welches erf 
mãus Philadelphus feiner Schweſter we Ehren 
Arfinoe erhielt 1). Won bem alten Crocodil 
fagen Herodor ur und andre febe, wenig; Died 








RUE , El Beyonm, Morieſee. 805 


* Name, ba im Kopt , „Biom 
Br Werd Phiom. bei — viel 
Biſche Bahar, nämlich jede große Waſſerſamm⸗ 
eignet, alfo Meer, See, breiter Strom, was 
erdings den Character ber Provinz bezeichnet. Die 
wugegemb der Stadt ift vol Schütthaufen; Kefons 
te gegen M. find bie bebeutenbfien Buinen von Axs 
d- a liege alles voll. Backſtein⸗Quadern, Säulen 
Ipturen, verflümmelte Statuen, Branitblöde, und 
= und in ben Trümmern bes Labyrinthes Branits 
die einzigen in Unterägypten. Belzoni fand häu⸗ 
hmolzenes Blas, und hält dafür, die alte Stade 
p Zeuer und Schwerdt jerſtoͤrt, und die Stadt eine 
eutenbfien von ganz Aeghpten geweſen. Noch fiehe 
Hiele Theile der Moſcheen aus ben altın Quabern 
pet. ie Schutthaufen nefmen von ©. nach R. 
e von 3 bis 4000 unb von W. nah D.-von a . 
)o mötres ein; Sie dehnte filp wahrfipeinlich bie 
uinen von Bayhamon **") aus, mo nom gegens 
a coloffale Zußgeſtelle won großen Kalkſteinguadern 
8 mötres lang, 10 he), die unfreitig den Thebai⸗ 
liege Eoloffe trugen. Sie flefen 100 mätres meit 
mber Nach Derodbot, Diobor und Plinius 
von mehreren Königen um den. DR örisfee die Ste: 
zrigeet worden. Diefe beiden Wlöde nennen bie 
n Bewohner rigl Faräoun, d. i. bie Füße Pharao’s, 
tig machte ber Obelist von Begyg 7), der nur 
Hiertelftunde im Gübden von Medine umgeſtürzt be 
einen Theil der Prachtwerke des alten Arfinot aus. 
jegt in a Theile zerbrochen, aus dem ſchoͤnen, rothen 
ſehr Eunflzeich bearbeitee und geichnet fig dadurch 
aß er a ſehr ſchmale und a boppelt fo breite Seiten 
fe bat. Die fihmalen ſind ohne alle Sculptur, bie 
‚ gang mit Hieroglyphen bedeckt. Auch zeichner fich 
DHbelist vor allen andern dadurch ans, baß er fich 
a eine Beine Pyramide wie die Übrigen endet, ſon⸗ 
weinen Gylinder, deſſen Baſis auf einer parabolis 
Reümmung ſteht. Es fcheint das einzige gut erhals 
danſtwerk aus bem alten Arfinos zu feyn, das ſehr 
entbümliches darbietet. ' | 
ieler:eleKeroun, ber Mörisfee. Es bleibe 
bh ber große Ger, welcher ben tiefflen Raum ber 






bampollion I. p.-524. Qustremöre T. I. p. 591-416. 

) Jomard Descr, p. 7. Belzoni Voy. II p. 162. 

') Jomard Descr, p. 8 T) Jomard Deses, p,8. u, 45. 
Be "on Eee Ze 





wırv. wir wuyeyenv ap pup 
jegt aber mit Sand überbedr. y 

nen bier die Dorfbewohner von Nazleh aus 

nen bei bem genannten See zu ziehen, weld 

und an der Sonne verbampfen laſſen, m 

‚en ” 


Bender man fi) von Medynat eig 
jen gen Norden, fo zeige fi eim ; 
dinge rien fi 19 


in der Mitte * 
wunderung Ken muß. 

- Die eindeimifhe Sage — 
vor Jofe Jakobs Sohn, I 
Defence "ein Wale som SH erhie 
be einen Damm im Nilıhal bauen Taffen, 
fer von feinem Einftrömen in diefe Provil 
Seitdem fey das Wafler aus Fayoume (P| 
Meer abgefloffen, wodurd fehr ſchnell das gr 

Fayoume troden gelegt und in einen 
verwandelt fey. Der surüdbleidende 
mele fi nun norbmwärts im yutigen 8 
toun, fühmärts zum Birket:Garap, bie 
welche nun allmählig abnahmen und Meiner ı 
das fichende Wafler aus ihnen durch die So 
ward. Diefe merkwürdige Sage, welde Ma 
Möris erzählen hörte, hält er für Beine mı 
— — erentligen übertakten ne 
ee im fen: er ‚ eo 
enthalten, auch die Erklärung zu geben von | 





Müßrem, EI Jayoum, Maͤrisſee. 805 





Fx See Kere un nimmt —— den Norben 
von EI Fayoum ein, in der Richtung von W. 
a einer Ränge von 11 Lieues. Zunähft an feinem 
r liegt das Dorf Zamyeh, bei weichem der Bahr 
* und gegen eſtende an dem Güdufer liege 
J 


7 
8 


esoun, eine alte ptiſche Ruine. . Weide bes 
bie beiden . Hörner des Sees an feinen Enden. 
Übliches Ufer fireicht heutzutage fa parallel mit dem 
en, denn es. ift nirgends fehr breit; fein Mmfang 
Deutzutage an 95 Lieues "). Seitdem ber Joſephs⸗ 
hs nur ſehr wenig Waller zufenbet, Hat er gegen 
Belt, wie fi aus der Matur feiner —— 
he asgenommen. Ehedem ging ee —2 Stunden weis. 
en Süden, wo er nom A. 1675 im bie Nähe bes 
——ã— ee Ai Die oben bie 
auf ihm iffte. Der Woben bies 
Bes, fo wie ber Drte u ‚Abos HL ib 
y el Roumman, weide s bee SGüdfelte auf 
Exrdräden (or&te tranchante) **) in graber Bis 
D.N.D. gegen W. S. W. liegen, zeigen bie Linie 
a und troden gelegten Seebobens au. Dieſer ſenkt 
den genannten Orten nordwärts gegen den jehigen 
ab, iſt meiſt ſandbedeckt, mie Lagunen, Salzkruſten 
m, ohne Wohnung, gang unculturbar, nur mit 
— Gefräug und Tamaristen hie und da befegt. 
‚ weit der See fih nun an feiner Güdfeite einges 
6, fo wenig iſt dies an der Nordſeite gefcheben, an 
fein Stand durch bie Fleile Bergkette mehr feflges 
ar. Auch an der Wellfeite, bei der Ruine Eaffe- 
w, die eine halbe Stunde von ihm entferne liegt, 
se ber gefchloffenen Natur bes bortigen Ufers na 
eiter ſich erſtreckt haben. Gegen DOften aber iſt es 
ſahrſcheinlich, daß er in ber Ebene bis zum Derf 
reichte. Mach diefen beflimmten Daten von dem 
und ältern Umfange des Sees, ergibt fich nach ber 
genommenen Karte **"), daß berfelbe See vor Zeis 
we geößten Breite nach 4 Lieues, ber Länge na 
dem Umfange nach 40 Lieues hatte. Dieß möchte 
don cher wohl ber geofe Umfang des Gees ſeyn, 
teabe ihn bemumbernb befreibt: denn er deine 


fe Aache etwa ber —— Sa ä e bee 
} ees. Heutiut t der sisfee 
durch ein gewi . 304 ber Kürten dr 






nard Desor. p. 5 **) Martin Deser. H drogr. p 
###) Grande Carte topograph, de l’Eg. in Etat 
L Vol. I. pl. 6. | 


* — wu. 


8 und v6 währen Mafferzufluffes dı 
Zeufepd, fein en des Umfange 

— e, it die Geſchichte zurücbenkt. 
Aufmerkfamkeit rihtete Martin *) 
PR: des Sees. An ihm fegt bie une 

—— 

eigte ier Beine 
ve Bergterte, keins jortfehung eines feäi — Ham 
‚angenommenen Bahr: bela: ma, mie nn 
ner Karte A s antiqua und mi Ai Under 
Kae Fan cus Auvius bejeichnet Haben. Et 
Xpalöffnun; n fegte bie Bergkette fo weit di 
Pond yayıı S. W. fort, und 
2 kai, Biegen 1“ befinte | 
— 


nirgends 
lche dee alı fein al 
* — —V ke * 
pt an bie Wergwand an, daß die g un fe 
6 — mit ei ten —5 
Bee —— vie ge ar — 
a 


Tamyeb, von deſſen Kocalität wir im — 4 
Bicptigfte angegeben haben. Hier if nun im Gi 
das Thal der Libyſchen Be: te Keinesmegeg 
fen, vielmehr ift das Kalkeinplateau, weiches 
von Unterägppten ſcheidet, durch ein großes Ki 
welges Martin *°) guerft embet t, —— — 
Gem nah Sheith Aiy's Ve sfaeeng, 
nah gr am Nil und nad Alegandria —X % 
ges ber Bahr belä ma weiter fortfegen fol, der ı 
deeoffy’s *"*) ganz mit biefen Rachrichten übereh 
dem Memoire, auch bei den Natronſeen wieder | 
ſchein kommt. Ob bieß der Weg iſt 33 Eh 
"angiebt, von Gnzeh kommend, über Rama PX} 
zn, von Metanyeh vorüber, gegen 

konnen wir u Beit 2 nicht beurtheila 


5** a Aber vie —— = 
y eben würde; Jomard felbk war 


bekannt, als 
—— ——— 





) Martin Deser, Hydro, 215. **) Martin” 1 
drogr. p. 312. 9 Fab Mem, sur la‘ 
" Lacs de Natroum et celle du sans can 
E. M. I. 9.286. +) Jomard Deser, p. 5, 





.:: Neem, El Baydnm, Moͤrieſee. 807 
i anf bee Wehfeite an der Stelle don b’Anville‘ 
be 2 den — —— fondern dee j 


a ımmer anfleigt ſo liegt bier, nah Marks 


eg 

Datum, der Ausfiuß des alten geoßen Möris⸗ 
Buach Unterägypten wohl klar vor Augen; benn 
tinfin des Nilwaflers in den Mörisfee befand: un⸗ 
Br An Engſchlucht von ElLahoun im Fels⸗ 
€ Jonſeph, wenn biefer auch, nach feiner 
BR, weſtlichen Zortfegung, erſt von füingerm 
w if. diefelbe konnte unmöglich- auch z u⸗ 
2 wicht zum Auslaf ber Nilmafler dienen; au 
Strabe blume une ehe ee 

—XXX en ſpricht die e 
8 die wie oben angeführt haben, beun das Nilwafler 
Sinab unter den Brüdenbogen. von Ha o us 
eh Kebyr; das Canalbett welches es auffänge, liege 
ndten Fels, feine Höhe Hat fich alfo nicht -geäns 
: Auch bei der. großen Ausdehnung bes Möris zu 
1b 0’5 Zeit, deſſen Perimeter man daher nit mit dem 
ven Umfange vergleichen: barf, lag bas Rivean biefes 
offenbar unter dem Boden des flachen. Landrädens 
Bebynatsel Fahoum. Der Joſephscanal bominirt aber 
wärtig bie ganze Landſchaft, da er die culminirende 
des flachen Plateaus Hält (f. oben &. 796), bie Waſ⸗ 
6 Sees konnten alfo unmöglich burch ihn oder auch 
feine ältern Arme nach dem Nilthäle, burch die Eng⸗ 
be-von El Laheun wieder zurüdfliefen. Dahin⸗ 
Is konnte nur etwa ein freies Spiel ber Waſſer hin 
her Rattfinden, als noch bas ganze EI Fayonm, nad 
hen guacfübeten Tradition (vor Joſeph) einem Golf 

affer glich. 

Die offer melde Ober: und Mittel: Kegypten burdp 
Aagſqqlucht von El Lahoun einſtrsmten, mußten 
‚einen andern Weg wenn der hohe Waflerfiand der 
dwemmung faul, wieder ausgefeömt werben; 
tonnte, nach Obigem, nur durch die Fortfehung 
Bahr bela ma in ber Thalſchlucht von Tas 
7) gegen Unterägypten geſchehen, weil bies tiefer 
als wittelägypten, und als El Zayoum. Go wurbe 
Vie Kunſtarbeit ber Felscanäle, alfo durch Menfchens 
. allerdings ber Nomos Arfinoites zu einem Waſſer⸗ 
‚ ermeitert, in welches Oberägypten bei hohem Rils 
feinen. Ueberfluß fenbete, ber Unterägypten verderblich 
den. feyn wärde durch das Uebermaaß; im Nomos zus 


krabe XVII. Pe . ed, Tasch, #%) ‚Martin Deser, 
ydrögt, pı 225. - re 













Fryen_ Antoren 10 gUT vie —e 
Wenige Bemerkungen bleiben uns weg -& 
bes heutigen Birket el Keroun und feine® 
An feinem Sudrande, tn runden, er Fr 
mipefe zumal em em 
* in einer Brappe von Yalmbäunen P) 
einzeln. —X Dre Ian Die aut Da 
An jelne erh 
Ich Seiten auf einer Warte dr *8 
immerwerk war, länge ber Sädküſte 
daffelde Per eine fo große Menge 
Babe Joufeph in den See gefendet, deß w 
3. äpnlihen Phänomenes erinnerten; 
jaffer jdhilich ſehr viel [1:3 Fra 
— —E daher auch 83 L A 
weniger deffen Boden und fferfkan [X 
nad ben bort beobachteten Erdſh 


** bafkı 
jetige Dorf Sennoutes auf eine alte 
erbaut ift, und daß ebenfalls a 
Mähe wohl die Iufeln bes Sees 


88 mit den Phramiden ang! Ai ae 

AG auch am Morbufer des Sees. WBelzoni“ 
im Ger jedoch auch eine Infel EI Hear, u 
ganz öde liegt; ofmärts baven wil zum Fax 
im See bemerkt Haben. Das Ballen 
hei und Par, brakiſch, air a 55 
gute Fiſche und vieles S t. 

Bein tommen bie Fr er aus * 
ihre X auszumerfen. 
Am Dftufer des Gere kennen wie ae sn 


nam Wammık mise Moe 2 mau. 





s 


> Erben, CI Bayenm, Macieſce. wog ' 
sen ‚ eibpfche Kette Im Norden 
—3 5 I Beben war mit .. 
en Kreide —5 r-weldhe bie Araber zum Farden 


bie Ruinen eines Babes 
eh Baman nennt. Gr fanb be — 


ben etwa 40 über dem jegigen Nivean bes Ge 
berdeckt mit Diufgelschen , ** —2 
ſandes in der H 

eiter —— no das Ile Gebirge © mem Gee⸗ 
It, * Der Dibe bes Die 
ı einer 





Stadt.” bie bedeutend 
es Palatium 3 Die —* aben in 
©. eff e Kofhäraf, —5 Zaff ara 


se 







imroub, bie Gtad 
Ba 0 bei 


dexen ber etwa 20 centii 

nd 7 bi war, alfo volkommen age 3 

die Hälfte der Dimenfionen ber a 

von EI Lahoun Hatten. Auch 6 je 

wen. Die Gtelle biefer Kir A & it auf der 

Kichen Karte angegeben. 

refhieden von biefer, aber weiter 43* Auch, ob» 

In ganz ähnlicher Localität am 

I bie zweite veröbete Stadt auf dem m Dietes des 

ers, welche Belzoni entbedte, die ihm von den 

—** +) genannt ward. Mr hält fie für das 
as des Ptolemäus. Bielleicht iR biefe wohl De 

5 bes Prolemäus, welche mit Dienyfias unter v 

ner wit, aber unter —— —— (60 


ı Ger. daßer Joma mit Deslemin 

abt am — gragfee nämlich — en 

: Dionyflas dält. WBelzoni’fahe dert eine m 

nee Däufer und hohe Mauern umher, als Geabtwall 

ackſteinen. Die Hänfer fanden nur 5 bis 4 —* 

——— De riesen ——— srofen 

w er We ste u 
ni Ermpele ' nu cs ——— 

d ſich die innere Einrichtung ber 
ner sis: von Backſteinen, eines Then⸗ — **— 


* P. aı2, Belsoni Voy. m. . 256. ya . 
'#9%) Jomard Dieser, p. 1 olem. IV. 0.6 
j » Belzoni Voy. IL p. 8* nebſt Tafel. 








x 





500. Norden Der Wiebe zegE 8 
ealtivict war, EN aber mit Sand Re 
Welten biefer Stodt am Greufer find 


Be a ea 


exoum gegenlber, 9 am dam 
Aredneter Frankie ‚ IR — 
Rage jegen, und gegen. das | 
» ehe no ber ſchmale mit 
Straud kommt, ſtehen am. See hin LT 

den Weg verfperzt aber Zeichen des 
und bdefien Cultusfäpigkeit anzeigt. 
Der merkwärbigfte Punct am Ehdufer | 
Reeoum, eine Stunde im Oſten von feinem 
Kaffe Keromn (Qasr-Qeroun) **), mit fein 
Tewpeltuinen, welde Be yoni Kaffa 
wennt. Gie liegen 6 Lieues W. N. W. vom Di 
in ber Witte einer alten zerſtoͤrten Stadt, von 
mmber eine halbe Stunde im Umkreis, vol i 

gun Sãaulenteſten, Gteinblöden u. a. m. 
‚Heil ift mit Sande bededt. An ber Dffeite 
ber bie Gegend Beled Keroun nennen, fi 
Pforte als Drtogon, und daneben eine Terraſ 
Beinen. el, ber dem quadratiſchen zu Phil 
Belgoni hält ihn für einen Briechifggen. Au 
It viele der dortigen num jerfidcten Bauten 
ionftructionen, oder für folde die doch reitau 
Belzeni bemerkte darin Krümmer von Warn 


8 


E 





.. "Mifteem, El Fayoum, Moͤrisſee. 811 


nam gelegenen, längs dem See, welche bie Araber Kaffe 
enät (Kafle Kophou und Kobal bei Pocode) nannten, 
E füngerer Art, weil umber keine Exrbbede fich befinder. - 
Die Haupteuine, Kaffe Keroun liege auf einer Blei: 
m Anhöhe, an welcher ebenfalls Spuren älteren, hößeren 
Rertesftanbdes fich finden, fo daß ber Fuß ber Ruine wohl 
nf beſpült werden mochte. ie ift nicht durch die Zeit, 
mbern durch Menfchengewalt abfichtlich — bob nicht 
Inzeihend, sum nicht den Character bes Gebäubes noch ers 
muen zu koͤnnen. Seine Façade *) liege gegen S. O.; 
u ſteht auch der Meft des Dorticus aa Zu tief mit 0 
weßen Pilaſtern von 5 Buß Dreite welche wohl ein fpätes 
ke Zufaß find. Kein Aegyptiſches Bebäube Bat bergleihen, 
ſteht eine Griechiſche — barauf, mit dem Pas 
ermuthis, welches bie Heilige Schlange bebeutet. 
Bau des Tempels zu welchem der Porticus führe, ift 
8 Fuß lang, 58 breit und 29 Fuß beach, fo daß das Ber: 
Aliniß der drei Dimenflonen, nach Höhe, Wreite, Tiefe 
ie ı, a und 3 ift, das einfachfle das fi denken läßt. 
e ganze Höhe der Mauer ift aus 4a Quaberfchichten 
bereinander gehäuft, welche insgefamt alle aus Quadern 
va völlig gleichen Dimenflonen beſtehen, einen einzigen 
ein ausgenommen ber weit größer ift, in ber Wand des 
ramctuariume ſteht, von dem bie Araber glauben, daß in 
zus das Gold verborgen fey. Alle DMauerwänbe geben py: 
mibaliſch zu, haben eine Böfhung im ächt Aegyptiſchen 
bepi; alles im Aeußern und Innern geigt fih fommetrifch 
magerichtet, über dem Eingang fehwebt bie Weltkugel mit 
) 5 ſonſt iſt das Aeußere ohne Ornament, ohne 
| 


phe. 

Ss Innere iſt ganz zertrümmert, doch erkennt man 
ch5 Hallen, davon die legte das Sanctuarium iſt. Die: 
w enthäle Wandfeulpturen die meifterhaft gearbeitet find. 
darin a Bloben von Schlangen getragen, das Fries ganz 
We der Form der Lotosfrucht (Ubaeus) gefchmädt. Unter 
u Wandbildern zeigt ſich der Apis. nter diefem Ge: 
Bauch befindee fich eine verborgene, fehr Hohe ganz dunkle 
md ſehr fonore Kammer, gu welcher nur ein enger Schlupfs 

für einen Menſchen führt, der wit einem Stein 
gchloflen werden Tann. Dieb warb von Jomard für eis 
Bu Deakelort erkannt, aus dem bie verſtärkto Prieſterſtimme 
wech Refonanz in den ganzen Tempelraum verbreitet warb. 

Wo bie Zerfiöcung nicht bingefommen, da hat fich bie 
Setrefflihfie Sculptur wie new erhalten; Pie ſchwerſten 
uadern von a4 Fuß Länge, welche bie platten Plafonbs 











®) Descript, de P’Eg, Antiq. Planches Vol. IV. pl. 69, 70, 


Sıa Afrika, Waſſerſyſteme. HI, Abſchu. F. 07. 


ber Hallen bilden, find durchaus nicht aus ihren Fugen ges 
wien. Noch finden fih in dieſem feltfamen Gebäude 
Seite ber Hauptfäle, 5 andere fchmale Zimmer mit bie 
einfaden Mauerwänden, die jetzt voll Schutt liegen, ben 
die Araber ganz nad Bold durchwühlt Haben. omard 
vermuthet, daß biefe wohl einſt die Behälter ber Grecabile 
gewefen ſevyn mögen, die im Nomes GSrocodilopulis fo ver 
ehrt waren, daß fle von den Prieſtern gezähmt muchen wie 
Strabo es felb bemerkte. 

Im Innern des Gebäudes führen Treppen zu ein 
gweiten Etage mit Zimmern, In weldden bie einzigen menfhs 
lihen Geftalten im ganzen Bebäube ausgebauen find, eis 
Eee sit er mern bem ein Priefler Opfer bringt, 

es ſehr zerſtört. 

Der Hanse Tempel ift aus feſtem Kalkſtein aufgefüßt 
der den Boden von Nazleh bis zum Gere conflituirt, um 
eine Art Politur annimmt. Er iſt ein Aegdptiſcher Bez, 
dem Wefen nah wie die in Oberägypten gu Philä un 
Theben; aber ihm fehlen die reihen Gculpruren und His 
roglyphen, daher Hat man ihn für ein jüngeres Werk ange 
proben; doch auch zu Theben fichen Tempelrninen 2 

bnlicden Werhältnifien, deren Hieroglyphen nicht beeadig 
find. Die Zeit der Erbautıng, fagt daher Jomarb, wi 
ſehr fchwer zu beflimmen feyn. e allein durch bie erſe 
—* dringt Licht in den Tempel ein, deſſen mpfifge 
unkel gegen ben Hintergrund immer mehr und mehr ze 
nimmt. ie tönende Sprachkammer, der Ofiris Ammms 
unb die Lage von Kaffe Keroun am Eingange zu den Def 
des Jupiter Ammon, machen es ſehr wahrfeheinlich, We} 
Bier ein Orakelort war. Es wäre möglih, meint Is 
mard, daß ber Tempel feinen Namen Kaffe Keroun 
(Palais Cornn) von den vier Hörnern oder Wüften ie 
obern Keamigefimfes erhalten Hätte, welche greih Ammens 
hörnern im Bogen an den vier Eden des Tempels in ie 
elle Luft vorfpringen und ibn fehr auszeichnen, da dieß bes 
ame ift, welchen bie Araber den architectoniſchen Sqhach 
ten an den Corinthiſchen Capitälen zu geben pflegen (Abo 
ueroun) *). Darnach hatte denn der Eee ebenfalls hs 
Krabifhen amen Birket el Keroun vom Daup 
Kaffe Keroum erhalten. Aus diefem neuen Mamen, It 
alte ift uns unbekannt geblieben, haben die neuern Eiyme 
logen ein Schloß und einen See des Charon gemadb 
indem fie dem Aegyptiſchen Fährmann ber Numien übe 
den Strom den Namen der Griechifchen Zabel beilegten 
und in dem Birket el Keroun unb dem Möris, einem mp 

























#) Jomard Deser, p. a3. 





NMilſtrom, Et Fayum, Morioſee. 818 


eribſen See bes Aegyptiſchen Habes zu finden glaubten, 
srauf bie Pyramideninſeln und die Grabſtätten ber zwölf 
dauſoleen im Labyrinthe hinzuweiſen ſchienen. Neuern 
zederholten Reiſen und Beobachtungen in dieſer ſehr merk⸗ 
Sedigen Seitenprodinz EI Fayoum dee ——— Nik 
bes, fliehen gewiß noch mande wichtige Entdedungen 
wor Über die Natur, Befchichte und Antiquität biefes Gas 


sllandes. 

Die geöften Hinberniffe der gemauern Erforſchung fept 
ler bie Unfiperbeir ber Landfchaft entgegen. In der Haupts 
abe und der nächftlen Um ebung wohnen friebliche, fleißige 
anbbauer; in den mehriten Dörfern haben fih Araber 

fiebelt aus ber Horde ber Sammalu,"), dee einzigen, 
ia: fefte Woßnfige in EI Fayoum gewonnen dat & 
axd *") läßt fie aus gweierlei Zweigen beflehen bie er 
Iergban und Semelnhous nennt. Diefe haben fih zu vers 
edenen Zeiten aus ben weſtlichen Staaten der Barbarei 

ergegogen. Die einen baben ihr Leben im Zelten mit 
eu Romadenfitten beibehalten, bie anbern haben fih in bie 
Dösfer vertheilt und die Lebensart ber Belabe ober Aegy» 
Fiſchen Bauern angenommen. Die Zahl ber verfchiebenens 
Beämme dieſer Dorden beläuft fih auf 8, bie in 17 Däks 
em wohnen, 505 Dann Reiter, gıo Mann Fußvolk ftellen, 
mb 1085 Kameele, 7050 Schaafe im Befitz Haben oder hats 
5 ale Martin *"*) ihe Land beseifete. Außer ibnen bes 












nen noch 5 andere nomabifche Stämme biefelbe Provinz, 
weiche 1500 Mann Meiterei und 1055 Fußvolk Haben, in 
en ne 3500 Kameele und 13600 Schafe zu jener Zeit 

efanben. 
In der Nahbarfchaft von Fayoum wohnen mehrere 
Keaberfiimme, welche nach ihrer Art gegen einander in bes 
wdigen Fehben liegen, und fich vielleicht unter einander 
ft ſchon aufgerieben Haben würben, wenn nicht die Ern⸗ 
and Heerden der Randleute des wohlhabenden EI Fa⸗ 
houm, ihnen eine noch fichrere jährlidh immer wiederkeh⸗ 
sende ea len van ihr and nl zoll e 
Krab mme fallen er mit ihren Sncurflonen alljährli 
bom Dften und Welten den Einwohnern von EI u 
ſichr deſchwerlich. 

Dieß find vorzüglich die Dafe:Araber von Benys 
onef, welche, wenn die Nilwafler ihre Wohnfitze bei den 
m Menfaſt und Ubneyt erreigen, im zahlreichen 









%) Martin Descr. Hydrogr. N; 210. 7 Girard sur les ha- 
bitans du Fayoume in Niem. sur 26, T. HI. ago. 
®*°) Martin Tahleau des Arabes de la Province da Fa- 
youm in Descr, Hydrogr, ote. p, 226. 


814 Afrika, Waſſerſyſteme. LIT. Abſchu. 6.08. 


Erpebitionen diefe verlaffen, und über Kampep nah Ei 
Zayoum bereinubregen pflegen, um bas Land auszuplän 
dern. Eben fo machen es au bie Bergen: Araber 
welche die Wüften von Aleranbria und Bahhreh 

die dagegen von der Weflfelte, bei Kaffe Keronn, in da 
gu ttbal in großen Schwärmen bereinbreigen, und bi 

Scfer der Sammalu (Semenlhous an beranben 9 
So iR der heutige Zuftand bes im Altertum fo 
ten und gefeiesten Nomos Arsinoites befdpaffen. 


Sechbtes Kapitel, 


Der untere Nillauf. in Unterägppten, bai 
Nildbelta. 


6. 28. 
ueberſicht. 


Aus Mittelägypten tritt der Nil am Vorſprunzg ie 
Libufchen Kette, welchen bie Pyramiden Erönen, no 
in Unterägppten ein, und burchfitäme *) von ba 
unabfebbare 28 aus Sand und Fruchtſchlamm aufge 
ſchüttet, ohne Berg, ohne Hügel, obne Feldſtein. Das 
eben von da wendet fih bie Libyſche Bergkette von. 
Meormalbirection gegen N. ganı ab, und sicht gen R.U; 
die galt Arabifche aber, der Mokattam genannt (d.i. da 
gl nittne Berg), wenbet ſogleich jenfeits des Thals ir 
erirrung (das nörblichfie aller Zransverfalthäler, bie zum 
zothen Deere führen, (f. oben S. 577.) im rechten Wi 
egen Ofen; fo, daß die platte Släche von bem fluw 
In Winkel von 140 Brad an nordwärts, in immer weiß 
enber Breite ſich Binlagert in Delta’sgeffalt. 

Der reiche Aulturboben dieſer Fläche erreicht im 
Morden aber fo wenig unmittelbar bas Meer, als bes 
Fuß diefer genannten Bergketten, welche einft die primb 

"tiven Ufer biefer großen Bay bildeten. Gr iſt davon ge 
fieden im Sübdweſt durch einen fchmalen Wüſtenſtrich aus 

ugfande, der aus der Libyſchen Wüſte herbeigeführt werk 
und in S. D. durch einen ähnlichen Wüſtenſtrich, ber au 
der Sandſtrecke ber Landenge Guez bis bahin reicht. 

Eben an der Südfpige diefes Delta’s theilt ih be 
Nil 95 Kilometer, d. i. 5 Stunden in N. von Kairo, ki 
dem alten Kerkeſura, bei ber Stelle Batn⸗el⸗Bake 





®) Girard Observ. sur la Vall. ete. in Mem. de l’Acad, d | 
8c;, Paris 1819, T. UI. p. 198. 


w 





DS Wildelle, Hobrogeographie · s des 


—D m such (Vextre de la Vache) in zwei 
e eine gegen X. W., fich sen 
17,53 u erchalb Be ete (Bafpib) Im das Meer 
Der andre gegen Norden giehend, iR noch N 
> A ‚teil ilt Unterägypten ee in zwei gleiche Hälfs 
ee unterhalb Damiette PER im 
eer. eme erhalten heute die Namen von den 
* an ibm Münbungen, ein gielen fie, der bei Kos 
e der Bolbitiniſche, der bei Damiette ber Buko⸗ 
ſche Nilarm (Macmetiſche bei Strabo). Zu beiden Gets 
liegen, in Wefl des Nils, das flache Land Ba N wo 
ganbdeia, vor beffen Thoren aber ſchon die Libyſche 
innt, und in Dften dqas flache Sharkie 8* 
chtbarer, wo jedoch auch hen in Off von Del ey⸗ die 
mdwäfte von Suez an ne: 

Herodot nennt 5 nätütliche unb rabene Mäns 
gen ) (die Boͤlbitiniſche und Butolififhe): —* füßre fe 
n Ramen nad, aber nicht in ihrer — *2— iſchen Folge 
3 einander auf, baber einige Unbeſtimmiheit Km 88* 

6 ganze Alterthum aber nennt bie Be 
Pen Ganopif: ade eſt de "Font 
lufiſchen IR Oft a ee *) —* 
ı Flachland des Deita, ob ne die gerin 
‚ nur bie und dba mit einigen Eünftigen —RX 
* ie Dünen und Moräften am Meere, im Innern von 
nälen rain. Nach den genauen Mefjungen ber 
ſiſchen Aſtronomen und Ingenieurs bar das Delta, 
E feinee Sübfpige bis zu den Mändungen bei Roſette 
ED amierte faſt 30 Stunden (i6 ııyriam.) directe - 
nung; bie beiden Rilarme haben aber mir allen Gers 
or eine Stromentwidlung (developpement) von 46 
Stunden (93 und 24 myriam.); die Bafis des 
Mes mit allen Krümmungen der Küfte beträgt etwa ag 
buben (145 myriam.). In directer, gerader Linie chen 
Pe die beiden MR lindungen. bes Roſette⸗ und Damieite⸗ 
ws um 13700 metres von einander ab. on 
Wir wollen zuvorderſt dem Laufe ber fieömenden W af⸗ 
Fand ihren Vertheilungen folgen, weil dieſe das einzige 
— angeben, ſich im Delta, ſowohl der altem’ als der 
Seit orientiten zu lernen. u 














— II. c. 17. **) Du Bois —** et Jollois Vo- 
yage dans l’interieur du Deltz, contenant des Recher- 
che s sogr hiques u —8 ues Villes anciennes oto. 

N Descn de | E. M. Livrais.. IU. p. qu. nebſt 
br Cams hydraulique * Del nn den 1 gend | neuen de 
meffungen. .. 





n6 Afriko, Waſſerſyſteie. AIE: Ahſchu. 6. = 


arm ı. Die beiden Hau 
Riis son Ko : ette und Ye 
gebieten. ybrographifeg » Logegrappifie 
berſicht antet —8W nad den neuen wi 
Ä alten Armen und Ganälen 


2. Der Refettsarm mit ‚(einem Tinten a0 


biete"). Diefer A re: 


® Lib Bü 8 * 
von yſchen * anf feinem Sera 
Fi endet 


bis Terraͤneh, wo er 

bare Landf liegen: 

aörblihfte Ende des —— welcher hier El 

rah oder Gaual ber Pptamiden genannt wich, 

an um anfang: —ã—— 
reh, nden myrıam m wiberfegt 

2 Nil felb dem en bee Sandm 


















auf. Der Kanal Bahyreh, 
bis sum Gere Darpyout 
allein beſtimmt gu feyn egppten gegen 
gu fdäten, indeh ber Bofettearm e (iR ar, 

e Ebene giebt, bie er durch 
Ableitern befruchtet. Die bebeutenbfen Ren won Diefen | 
Kanäle ı) von Damanhour, 2) von Rahm 
und >. Deyrout. Der erſte von biefen if 8 
(4 myriam.) lang, und endet bei ber gleichnamigen & 
Unterhalb diefes s befpält ber Roſettearm am wi 
Ufer die Ruinen ber ehemaligen Hauptſtadt Gais, & 
Kopten, jest SA el Hagar, mo bie meitläu & 
Bügeln noch die ale söße bezeichnen °° 

KRahmänyeh bewäflert ben the arften 

innern Delta, und dient ugleid — die „Stan 
Alexandria mie Nilwaſſer zu verfehen 
manyeh ) theile fi nömlig der — 
Hauptarme, und bildet eine Reihe von Juſeln » 
15000 bis 18000 mötres Länge. Der Oflarm iſt 
fie, und bleibe immer fchiffbar,; ber Weſtarm, d 
ebenfalls immer ſchiffbar war, hatte er gan ge 
fand breiniertel Theile bes Jedıee gan; 
Ufer liegt-eigentlich der Det Rahma nach ort ( 
Arme, ı900 mötres unterhalb des Ortes, ng ber 








®) Girard Observ. p . 195: “) Dobo Dubois Aymı 

R: 116. und Ania. ser. ch, XXV. ”) 

habzol Mem. sur le Canal d’Alexandrie 
V’Eg. Et. mod, Livr. III. p. 185. 


J Nildelta, Hydrogeographie. 317 


andg an, vdn welchem weiter unten das Nähere folgen 
». Der beitte Kanal Deyrout ergießt ſich in den Set 


öu. . 
. Adgopten tritt zwiſchen der Libyfchen Wuͤſte und dem 
fettearıı niche unmittelbar ah das Meer, fondern iſt 
en aethieden buch 3 Küftenfeen ode Lagunen, 
den W. nach O. in folgender Reihe liegen! 1. der See 
areotis, 9. det See Madyeh oder von Abukir und 
See Sdku. Der erſte und zweite find von eins 
her dutch eine ſehr ſchmale Landıunge gefigieden, au 
e ber untere Lauf des Kanals von Rabmänye 
von Alerandeien aͤngebracht if. Diele beiden Geert 
d vom Meere geſchieden durch einen Strich von Kalkfel: 
w.welche die Zortfehung det Küftenkerte von &. W. ges 
RD, find. Der norböftlihfte Ausläufee derfelben bils 
den Hafen Alexandrias, Die Klippe ber alten In⸗ 
haros und frat 4 Stunden (2 myriam.) jenfeit bis ®@ 
Bee von Abukie fort, vor welchem bie legte Inſel⸗ 
be bieſes Küfterisuges gegen N. D. liegt. Das Aegyp: 
@ Geflade von Abukir nad D. Hin *), hat durchaus 
en feflanfiedenden Boden, welcher dem Wogenandrang 
erſtand leiſten könnte: dort it nut Sandſtrand, der ſich 
w über den Meerhorizont erhebt, und hinter welchem 
Tiefſte während der Hohen Nilfchwelle unter Waſſer 
BE wird, von Mahmänyeh bis Roſette. Diefe Lagune 
BE nun den oberi genannten See EdEu. 
4. Der Damiette:Arm mit dem Ufetgebdiere 
iſchen ihm und dem Rofette:Arm*) Das eü 
ige Delta oder Zwiſchenland der Biflueng der Nilar: 
Mirb mäannigfaltig von Kanälen durchſchnitten, welche 
Mebrfien Wafler aus dem Damietteſtrom erhalten. Dee 
Uche ift i1. der Kanal von Menouf, der d Stun 
r miyriam.) unterhalb ber Stromſpaltung beim Ruß: 
(Bat: el: Bakarah) begihnt, und fib unterhalb 
Kräneb Int den Roſettearm einmündet. Er fihneider bie 
des Delta's fhief durch, da et 10 Stunden (5 my: 
K) Burchläufe, indes der Roſettearm bis gu derſelben 
nung sum Kanal bei Terräned am Dörfhen Naptr, 
den (6 myr.) gebraucht. Durch diefen kützern Lauf, 
in dies flärkere Gefälle werden die Waſſer had und 
in den Kanal von Menduf gezögen, der bald der ein: 
€ Strom werden würde, dem fie folgten, wenn nicht deu 
m von Faraoundgeb, der am Urfprunge jenes Ka⸗— 
9 zur Regulirung der Waſſer erbaut iſt, ſehr forgfül.ig 
















Girard Observ, p. 195. *%#) Girard Observ. p. 196: 
2. Sr 


S 


818 Afrika, Waſſerſyſteme. M. Abſchn. 8. at 


erhalten würde. Das Totalgefälle dieſes Kanals von 
nouf beträgt auf eine Stromentwicklung von 37250 mi 
nach einem genauen Rivellement, 3,9 mötres *) Di 
wie alle Nivellemenis des Delta’s beweifen eine Be 
mung bes Waſſerſtroms von Damiette, eine allgem 
Tendenz aller Waller nah Weſt zum Hofettearm 
daß es (ehr wahrſcheinlich ifl, daß die ganze Delte 
e — eine Neigung von O. nach WB. 
uüherhin war der Zuſtrom in dem Kanal Menen7 
veißender, fo, daß ber Nil bei Damiette ſchon einmal 
verarmt wars Deswegen wurde vom Gouvdernement üz 
ro diefer Kanal gefchloffen, bis ihn die große Ni 
im Jahre 1800 wieder gu Öffnen gebot. Seitden 
gleich einem großen Nilarme fchiffbar geblieben, dem 
vorher nurt für Nilbarten und auf ein paar Monat im 
ewefen war. Beide Geiten des Kanals umgibt di 
Kulturland, das weich mit Dorffchaften befest ik. B 
Nilwaſſer flagnirt hier in ber Spitze des Delta el 
gere Zeit; daher if die Luft bier heitſamer, die en 
ger gefährlich als seen die Baſis des Delta's hin, im 
en *). Die Uferländer des Kanals Haben zeige Kl 
an Weisen, Gerfte, Reis, Durtah, Indigo, Blade, SA 
Klee, Hülfenfrüchten, Bampyeh (Hibiscus esculentel 
Meloutbyeh (Carchorus elitorius), Argon Colscafl 
Gurken, Melonen, Hanf, der hier als Toback gerandt d 
als Opium zum Beraufchen gebraucht wird. Dieß gi 
Bild der Adercultur bes fearberen Deltabodens, wi 
Fleiß ihn zu benugen verflcht. Die Grade Meneuf 
ale Hauptort der Provinz in der gefundeften Lage, vi 
bes ſchnellen Woflerabflufles, ift Heute doch nur em in 
tiger Drt aus Backſteinhäuſern, mit etwa 4000 
nern, meift Weber. Deffen Lage hält Dü Bois Amt! 
die bes alten Nicii im Nomos Prosopites des Itin, Aub 
Weiter, den Damiettearm firomab, 6 Kilometer w 
halb des Kanals Menouf, folgt 2) ein zweiter Ab} 
ter gegen N.W. zum Innern des Delta’s und der U 
Chybyn:el:Koum +), von welder er den Naum 
hält, fonft auh Kanal Kargneyn genannt vom & 
enden gleichnamigen Dorfe. Er erfcheint zwar jeht 
anal, war aber, wie auch der Stadtname Chybin fi 
anzeigt, ehedem ber Sebennytiſche Nilarm des 6 
bo; er has immer Waſſerreichthum, rafchen Lauf, 450 


%) Du Bois Ayme& et Jollois Voy. p. 95. **) Du! 
Ayme et Jollois etc. p. 96. * "Du Bois Ayme ' 
D. P: 4. +) Girand Observ. p. 195; Du Bois 4 
et Jollois etc. p. 100. 





Nildelta, Hydrogeographie. 319 


a8 (150 bie soo metres) Breite, bildet mehrere In⸗ . 
send bewäflert links und zechts in vielen Armen das 
In der Nähe der Stade Chybyn⸗el⸗Koum lies 
ch utthũgel, ficher die Reſte der alten Atarbechis *), 
zes bei Hetod., Arappınıs bei Steph. Bys. Atarbakı; 
yeiße im Koptifchen die Stadt) »). In Norden von 
Stelle fpaltet ge dee Canalarm in einen Zweig ges 
WB), der nad 18 Stunden (9 myrıam,) Bonf 4 
arestäk (oberhalb dem berühmten Sais) in den Ro: 
ma ergießt, dee andre Sftlihe Zweig, Kanal Melyg 
nt, fpaltet fi ven jenem ab bei den GSchutthägeln 
ilten Biblos, °**) und firöme direkt gegen Nord 
Mepallet el Kebyr (Cynopolis), der wichtigften 
kſtadt im heutigen Delta, und vereint fi von da 5 
(25 Kilometer) entfernt wit dem großen Kanal 
—R Mehallet el Kebyr, db. d. die große 
&, ift die Hauptſtadt von Gharbyeh, und ſehr groß, 
ber mehrere verödete Quartiere. Ihr Handel iſt fehr 
I, die dortigen GSeibenmwebereien """") find die einzigen 
tens; in ber Nähe liegen Schutttrümmer. . 
Diefer Kanal El: Xabäanyeh +) if der dritte weft 
: Ableiter des Damiettefiroms. he dieſer Da: 
earm noch von jenem zweiten Kanal zw biefem 
ten gelangt, durchſtrömt er ein gt bevölkertes und 
tes Fruchtland, wo nur wenige Bäume flehen, aber 
an Ader liegt. An Athrid(Athribis). und Bouſyr 
Ne Schutthügel von Boufir Tr) liegen, fließt er 
I, Igue Stadt Semennoud (Sjemnouti der Kopten, 
ınytus der Alten, von Sjom im Koptifigen Deus, Om- 
ens) Ft). Diefe Stade ift die bedeutendfle am Nilufer 
ven Kaico und Damiette, aber boch nur mit 4 big 
Einwohnern +++) ; im fruchtbarflen Lande, umgeben von 
Menge Ganäle weldhe den Transport ungemein ers 
men, verfammeln fi in ihr die volkreichiten Märkte. 
links zur Geite liegt Strabo's Inſel Chois, und 
bald der Stade bei.dem Dorfe Bahbeyt, nur einen 
enſchuß davon entfernt, liegen die Schutthügel des al: 
üdıs Oppidum (wahrſcheinlich Naisi der Kopten) Tttt}). 
entbedte Du Bois Ayme die Ueberrefle der alten 
ettttrt). Esizeigte ſich eine große Umwallung im Viereck, 





Herodot II. 41. _ **) Champollion II. p. 171. ***)Du 
Jois Aym& et Jollois p. 102. ****) Girard Observ. a. 
.D. +) Du Bois Ayme et Jollois Voy. p. 108. +f) He- 
odot 11. 59. ++f) Champollion 1 fl. pag. 191. 
ttt) Du Bois Ayme et Jollois Voy.p. 105. +4 HH) Cham- 
ollion 1}. p. 105. tt!++}) Du Bois Ayme et Joligis 
oy- P. 10%, . 
| örfe 


Beo Afrika, Wapferfofteme, TIL, Wipke. 
569 mötres lang, a4ı breit, deffen Bauen 9 M 
Di und an mehrern Stellen noch bis no mine 


der Bit de ©4u 
Dr a baren Dramäit, Bam 


cäle mi es . 
Gore Bei ha ie bieder Ari en * 


* he \ foßberen —— — 
Ruinen doch nur Aus Frage rg 
Fb, - Wahrfepeinlig baute man im Delta m 
Pracht und um der verwitternben Dbesceslufe 

eöfere Dauer entgegen gu fehen. 

rämmer entbeddte man mehrere 5* side 
fernen; und einen u aus BSaſalt 

er zu den vortrefflichſten Sculpturen Aeghpten 
fol, 3* durch General Biere Bemühen in 

efinde 

Von der Stadt Semenndud gegen. Weſt 
datt el Kebyr, find nur o} Stunde 
Ä eine Tagreiſe gegen S. W. ganz in ber DRi 
"merkwürdigen Irrigationsfoftens, liegt, Faß im gie 
fernung von Kairo, Damiette und Born, als ı 
Gentralft :de des Delta der neue Dre Kante 
Equriit ein einer alten Stadt, die bei den Rep 

o *) heiße, deren ale Aegyptiſcher Rame uns u 
geblieben iſt. 

Zanta”) von Schutthöhen zum Shus ı 
Ucberfhwemmung umgeben, iſt heutzutage bie “ 
Stadt & Unterägypten, hat_aber boch nur 10000 
ner. Sie bar ein heiliges Grab bes Achmed ei | 
ber su Fez geboren bier im J. 1199 (596 ter dep 
und iſt ale Wallfahrtsort, im Srühlingsäguinor un 
merſolſtitium, alfo ganı nad alt Dr Ban, 
buch eine große Menge Pilger 3. der ran 
und Abyffinien —8 Tu 
pet entflanden iſt. Zahl ber Pier — 
Moſchee des PL zuſammenſtt 
250000 Sremde, und den Gewinn rin das Land 

tigen Umfag davon trägt, fehlägt man auf 10000 
erth au. Die Umgegenb iſt ungemein fruchtbar ' 
näle und Dämme, bie Überall mit Dörfern befe 
Die Adercultur ift bier die alte, einfache Art in h 
fhlamm * ſaͤen. Culturgewächſe ber Umgegend 
comorn, attelpalwen, ananen, Tamarinden, 











5 Champollion II,.pı 2 *%*) Du Bois A 
My F p- 112, 11% — in Mem, sur P 


Nildolta, Hydrogeographie. Bei 
zangen, Gitronen, Geanaten, Baum⸗ 





Boben nur Im erften Jahre gedeihen fonft aber fett 
3u3 Saamen bringen. Ohne Nilſchwelle würde 
dden völlige Einode ſeyn; keine freiwillig mac: 
fangen fm finden ſich hier vor; durchaus nur von Men: 
efürtes, ſo daß Dee die Da tuenenetann gan 

Alice Begetätion verdrängt bat. Daher Ameus 
oberer von Kegupten Befareibung feiner neuen Pros 
ie den Khalife mat; „aergppten’ift erſt ein 
heures Staubfeld, bann IE füßes aA en 
und dann ein Blumenbeet. “ Bur tro 

eit if fer Boden Kb ſchwer zu bereifen, we 3 
ofen Erbfpalten im welche die Oberfläche zerberſtet, 
berfhwemmmungszeit aber gar nicht, wegen ber Hem⸗ 
aller Strafen und Wege pa der one * 
wemmten Waſſerflächen. Nur bei hehem 

die Einwohner ſuͤßes Nilwaſſer trinken, ſonſt 

8 —8 Brunnen nur brakiſches wohl in * 


er . te weRli e Ableiter des Damiettearms 
Ganal Tabänyeh, Hat wie wir oben fahen feinen 
ıg zwiſchen den St dten Gemennoub und Dans 
ni und werliert ſich 22 Stunden (6 myriam.) von 
Urfpiunge im See Burlos. 
iefee See Burlos (Butos der Alten) *) une 
nad O. mehr ala die halbe Bafıs des Delta's 
gt dem weRlichen Nilarm hei Roſette näher ale 
lichen. ine bloße Landenge trennt ihn dom Meere 
Ihem ex durch eine -einzige Deffnung, ber — 
uͤndung der Alten, in Verbindung ſteht. An ſei⸗ 
eu umher liegen mancherlei Trümmerhaufen. 
ge außer dem angezeigten Caualwaſſer au alle die⸗ 
andern im innen Delta befindlicgen Waffer, welche 
telbar aus dem Nil ſelbſt; ober mittelbar aus 
woßen Ganälen, von Menouf, Ghobyn el 
i —* und El⸗ Tabänpeh fi aus reiten. und 
h Bew Herung confumirt werden, „uihe verdunften 
ven Abzug ı Nehmen. Die größte Linge diefes 
elos, vom Dorf Berembaär, bei Rofette PR 
D. ). um Dorf Beltym an der nördtigften @ ge 
ns, beträgt 12 Stunden (6 myriam.); feine größte 
B Ötunden; feine. Oberfläche iſt mit "ıiner enge 
bedeckt, das Aſyl der Fiſcher. Die Landzunge welche 


a et Jollois Voy. p. 119. bund Obier- 
pr 3 


Se eig if. es, + Europätfche —88— in 








Y ang Argppteniand. Wegen © 
fiü nun dieſe —X — wieder gu ı 
gandehune —X vom ° Stunden Br ae 
jrenge wird, ge 
aan) 5* —X sum Altar von 
Grm sie Breaie —R ey 
Minden; ven ati einfuhr, Ian in 
Ratona: 8. Buto, liegen, mit dem 
ber Amme bes Horus genannt 
Buts bei Plutarh), den fis in biefen Een 
ber (dmimmenden Infel GC PR — 
8 des Typhon verbarg. erde 
—— ng ben ex vn 
sehnet. Die Trümmer von Buto ne % 
"Süpdufer des Sees, noch immer zwifhen Sim 
vum, in benen au Pfammetich Ya fein Ei 
3 Dee Damiettearm mit feine 
ufergeblsen Die beiden erfien Gandle Hab 
ng noch sperbalß be des Kuhbauchs, oberhalb 
—* des Nil 
Der er ſte Wauende Canal von 
we —8 von Cairo, geht ***) 
Hiepotis die er bemäffert, 7 sam Birke 
oder dem Pilgerfee, ber dieſen Aamen tr 
erſte Station der WB — ei 
den Dften nach dem Hafen vom Gue; 
die Ruinen ber alten deliopolis von a 3 


trägt, nur 6 Stunden im R. bes alten Mei 
mar Biete Bannenflaht. melde im ale 


; Bat 


Nidelta, Hydrogeograpfi :.. 23 


E bendlkerten Delta’s. Sie war berühmt husch ihre 
{ a und die Prieflercollegien in denen bie vhhern 
nfhaften gelehrt wurden, mo man’ aud, ale fchen 
T te Priefterhersfchaft verſchwunden war und die Stadt 
3 immer lag, zu Strabo's Zeit noch ‚die len zeigte, 
a Eudorus und Plato einft fiudirt Hatten‘). Gtrabo 
Tr. it biee umftänblicg den fehr antiken Wempel mie 
em Sphinralleen, die Dbelisten, und ſogt don ben dortigen 
Jandfculpturen, daß fie den ältefen Ertusciipen und Brit: 
chen Berken ſeht ähnlich ſahen. Wirklich finden fi 
DM Heut zu Nage bie Scqutthügel bes alten Heligpolis 
ei Dre Matbariah, welder von einem bartigen 
Zell, der vermuthlich die Veranlaffung zur erflen Erban⸗ 
! j, auch ben Namen Yin el Shams führt, dk. 
onnenbeunnen. Nach ter Koptifcden e fen 
an diefem unter einer Sykomore bie heilfge Fawilie 
ber Blücht nach Aegopten verweilt haben. get 
550 "") und Pocode if biefe Gegend von vielen Weis 
den befoprieben worden, auch fand man je dort noch 
je des Sonnentempels vor. Abb; Altatif (Anno 
60) ***) fand noch viele coloffale Sphinge die theils Ran: 
[8 umher lagen; ee ſahe noch die Pforte des Tem: 
mit Snferiptionen bededt, er befcpreibt mi 2 ſehr 
Be Dbelisken, deren Gipfel mit gewaltigen Kupfermaſſen 
00 Gentnee ſchwer nad Macrizi) bededt um we 
um Eleinere, nur halb oder rin Drittfeil fo bed 
', in fo großer Menge fanden, daß man — leicht 
erzählen konnte. Doch waren bie mei von ihnen 
umgemworfen. Der eine ber beideg großen Dhelisten 
je fon zu Macrizi’s und Abb» Allatife Zeiten (feit 1260) 
jeflürgt, bee andere ſteht noch heute, Euch audern 
gelchen einft Kaifer Auguft auf den Campus Martius na 
Rom bringen ließ, Hält Zoöga (de Orig. et Usu Obelisc, 
1,602) ebenfalls für eines dee bier — Seſoſtris errich⸗ 
een Kunfiwerte. Wirklich fehmilicdten Augufus feine 
fidbenz Rom, und Gonftantin die feinige, Gonfanti: 
opel, mit den Kunftwerken von Helfopelis aus. Des 
fe zu Tage dort zu Mathariah noch ſtehende Obelisk +), 
‚60 bis 70 Fuß dag, aus einem Blod rothen Granites 
ib enthält Hierogipphen, ‘die an Strabe's fogenannten 
eirnschigen Styl erinnern. Die Form des Kreuzes (Crux 
ı) weldpe darauf vorkommt, hat insbefondere die Auf: 





















"®) Sırabo 1, XVIT. ed, Tasch, E 
a 
Tate "ad, Lond, Teil. 


553, 559.9) 26, e 
1818, A. p. 
re . 






824 Afrika, Wafferfufteme, III Abſchu. 6. as. 


merkſamkeit ber chriſtlichen Antiqugre erregt. Dieſer Obe 
list iſt das einzige noch ſtebende große Monument in jenem 
S:mpfboden des Landes Goſen; bei hohem Niimaffer frei 
er gegenwärtig in einem See und die ganze Grundlage bes 
alten Sonnentempels wird durch den Canal von Delispeli 
mit Waſſer überdeckt. Don bier ergießt fich diefer erh 
Kanal der reden NMilfeite, nad 7 Stunden (3] myriam,) 
Lauf gegen N. in den Ganal Abu: Meneggp. 

b. Kanal Abu-Meneggy, db. i. der Pelufifche Ri; 
nem. Der zweite “dleiser zur Rechten des Damiettearm 
it der Kanal Abu:Meneygy *), Er füäng: erfi 2 Grum 
den (10 Kilgmeter) unte: hald Kairo an, gehe 4 Gtunde 
(3 myriam.) nach N.; dann bei Belbeyr vorüber an % 
Grenze der Wülle bin bie zum Xransverfalrh I des Bar 
Zumilat (f, Erdk. II. ©. 028), welches bie Refe 
alren Canals der Pharaonen enthält, der ein vom 
durch das Baſſin der Galzmoräfte (Lucus amarus) 
duch zum rothen Meerbuſen bei Susz führte, und (m; 
ganzen Iſthmus von Sieg ducchfchnitt. Die wahre 
fiht und Entwicklung der dortigen Nerrainverhälmfle= z 
echt aus der Gefamtconfiguratian Aegyptens, des r 
Meerbufens und Arabiens hervorgehen, baber wir F 
nauere Nachweiſung der für die allgemeine Phyſik ee 
ehr merkwürdigen Werhältniffe jenes Ganalfofteme u 

andenge Suez, melche auf der Grenze zwifchen Aisa 

fien liegen, der fpätern Unterfuchung am Shlus 3 
Erdkende Arabiens Überlaffen haben, und hier nur — 
felbar das Gebiet des Deltalandes weiter verfolgen, 
aus der großen Mannichfaltigkeit ber dortigen Verb z 
ein klares Bild der weſentlichſten berfelben bervorte ae = 
laffen. Unftreitig ernäbrte einfk aus dem Nile diem & « 
nal Abu Menegay bei Belbeys, jenen Canalꝰ 
rothen Meere, den berühmteſten des XÄlterthums. 
waͤrtig ſelbſt führe er nach bei den -Höch ſten außer — 
lichen Nilſchwellen die Waſſer, von Belbeys au — 
wärts in den Wady Tumilät hinein, und dadurz ı 
eben im J. 1800 das alte Ganalbaffin der bittern E 
(Lacus amari) wieder entdedt. In gewöhnligen NRe Ze 
Ien fleigt das Nilwaſſer dur den Abu: Dienegy xy, 
bis 9 Stunden nordoftwärte von Belbey's durch das ag 
biete Thal bes Wady Tumilat his zu einem dortigen Day; 









t) Girard Obserw. p, 197. **) Roziere de ls Geogr. m 

Ex. et de l’ancien Etat de la Mer rouge Deser, ätt. 

4, RB. 138. Le Pera Memoire sur la communtkatıa 

de Ja Mer des Indes avec la Mediterransg etc, in Dew. 
E, Et, Mad. T. J. p- 59: 





Nildelta, Hydrogeographie. 625 


I800 aber, als das Waſſer noch a Ellen Höher 
im Jahr 1799, durchbrach das Nilmwofler diefen 
nd drang viel weiter oſtwärts vor, fo, baß es nur ' 
Stunden von Suez entfernt ſtand. Diefes Factum ' 
ten die Franzoſen, bie Wiederentdeckung bes alten 
re Dhgraonen war fo wie bas meiftsrhafte Nivel: 
wiſchen den dortigen Waſſerflächen eine Folge die: 
hung. Bei gewöhnlichen Weſſerſtande bringe 
Wilmoffee des Sanals Abu: Meneggy nicht fo 
. fondern wird durch ihn nordwärts abgeleitet 
I Duftaf, b. i. das alte Bubaflos, und jem 
nt man in feinem Zuge kaum noch Me Spuren 
iſchen Nilarıms, bis zu den Pelufifhen Süm 
Da: verliert er ſich nach einer Stromentwicklung 
Stunden (16 myriam) ganz in dem oͤft lich ſten 
‚ den bie Zeit fa ganz verwiſcht bat. . 
Ruinen des alten Bubaſtos *) hat Malus wie 
Pt; Araber bewohnen fie. Ungebeure Geanitmaf: 
ieroglyphen, mehr oder weniger detſtümmelt, find 
derbar aufgebäufr, fo daß es faft eben fo unbe: 
ift mie fie zertrümmert werden konnten. Viele 
euen Baufteinen behauen aber wegen der Schwie⸗ 
s Fransportes liegen geblieben, Gewaltige Bad: 
Ten machen die Baſis diefee Stadt aus, wie bie 
unterägpptifchen Städte. Die Badfteine find 
von einem Fuß Länge, diefe fird es welche die He: 
3 Then arbeiten mußten in ihrer Gefangenſchaft 
of. 1, 15), Der Umfang biefer künſtlich erhbhe⸗ 
s von Bubaſte ift 10 bie 1400 metr. nach jeder 
Seiten hir ausgedehnt, Im deren Mitte befinden 
ıem fehr großen Baffin die Monumente der Stadt, 
Herodort‘’) der Diana geweiht war. Hier faße 
leinen großen Quader ganz mit Sternen bededt, 
e Plafonds andrer Tempel zu Baben pflegen., Uns» 
efer Ruinen zwifchen zwei Armen befleiben Canals 
Inſel Mycephoris, welche in alten Reiten von Las 
n oder einem Theile der Kriegerkaſte bewohnt 
Heute iſt fig eine gut cultivirte Ebene voll großer 
dee und reicher Dörfer, unter denen auch das Dorf 
‚ von welchem der —128 Arm des Canals auch 
en bat, Ueberhaupt ift die Landfihaft bier beines⸗ 
; das Canalwaſſer fpendet noch immer Seegen 


d'un Memoire sur l’&tat ancien et moderne des 


nees arientales de la Busse -Egypte par. feu M. Ma- 
8 Eg: E. M. live. IH. p. 305.7 00) Herod. II. 59 
150, 


8:6 Afrika, Waſſerſyſteme. 14. Aeſcha. 


amber. So liegt am Canal 3 Stunden unter VF 
die kleine neuere Stadt Hehyeh *) vom’ 
dern umgeben, bie ben neuern Geographen fen 
befanne IR ‚ in beren Näße aber rechter 
Ageicultur iſt, fo daß die Landſchaft einem ECu 
Garten gleicht. Die Stadt bat gute Mertheidigu 
die Einwohner fand Malus fehe gaflfeei und ı 
ale ihre Nachbarn. Zur Ver eibigung gegen 
Haben fie an beiden Seiten dieſes Canales ne ı 
zahl von Thürmen erbaut oßne Pforten und Ze 
außen, aber oben mit Schießfcharten nerfeßen, 

Weiter unterhalb, gegen das DReer zu, ift heut 
das Land an dem Ausgange bes Ganals gegen bas 
lufſum gu, eine Sandwüfle oder Sumpflaud. Zu 
Der bes Großen Zeit war diefer Rilarm nei pi 
eine Flotte fegelte von Ghaza Her darin ben 
Sept It er ausgefüllt und auch die Meeresküſte vo 

wit Schlamm gefüllt. Einen wichtigen Autheil $ 
die Küſtenſtrömung, welche regelmäßig an ber Ay 
Küſte vom W. nad) O. gegen Ghaza ſtreicht, ws 
bei Weſtwinden verſtärkt gewaltige Anhäufungen 
ſchlamm an der Pelufſiſchen Mündung verurfagt, 
Babinwärts immer mehr und mehr bie Küfle ermeit 
Heutzutage ift das Ende bes alten Pelufifpen 
fo nur ein Shlammcanel*') zu nennen, | 
die dortige Einöbe zum Meere get An deflen U 
wahrſcheinlich aus den Zeiten Öultan, Selyms, be 
Tyneh, defien Name im Arabifgen ebenfalls fo 
Schlamm bezeichnet, was zulus der Griechen hieß 
Felusium. Der Aegyptiſche Name war wohl unfı 
Koptifhe Name Peremoun (vom Koptifchen Fere 
Schlamm) +), daher auch die Araber gur Zeit Ir 
ung biefen Schlüffelort Aegpptens Faramah ober 
mah nannten. Auch hinch ober Tyneh bezeichnet 
biſchen daffelbe, daher der Dre beim Eyechiel Sin } 
die Veſte Aegyptens. 

Jenſeit der Sand- und Schlammbarte, am ] 
ber Pelufifhen Mündung, iſt bebeutendere Waſſert 
Binzeichend zur Stationirung von kleinern Kauffei 
fen. die Hier Contrebande mit Syrien treiben. Di 
im Oſten von Pelufum breiten fid weiter aus. 








*) Malus a. a. O. P: 308. **) Andröossy Mem, a 
Menzaleh in D. Eg. E. M. I. p. 268. ***) And 
« ©. p- 276, Malus a. a. D. p, 506. +) Cha 
T. U. p. 8a. H) Giehlel 30, 8.15. +44) And 
0. O. Pı 277. 


. > { 





” ..Milbeleo, Hybrogeographie > 807 


uuägpäets von ber Pelufifchen Küfte aus werben bie 
Demirfe im —— — immer felner, aber die 
EEE che bedestt fig mit einer Galzrinde und zeigt, baß 
E> ams Meetwofler während einer Zeit im Jahre Stand 
WE een pflege, nämlich aur Zeit des Sommerſolſtitiums. 
— WE zu .diefer ebenen Begenb beobachtete General Andreofin 
Be Siinomen der Buftfpiegelung (mirage) ſehr ſlark und 
Be zumal eine "Halbe Stunde no Sonnenaufgang. 
Bteaso’s Angabe hatte das alte Pelufium ao 
E en im Umfang und lag in derfelben Diffang vom Meere. 
Beh, faogen Anbreoffy und Malus bat gegenwärtig 
EX zmmauerung des alten Peluflums Giao Fuß (1020 
> Das iſt noch fo viel Stadien im Umfang aber das 
= legt viermal weiter von Peluſium entfernt als zu 
"wm 60'8 Zeiten, 4000 Keifen. _ Do if heut zu Tage 
= Gpur von Vegetation auf biefem Woben in der ganz 
WD elufifhen Ebene. Nur eine einzige iſolirte Bleine Ans 
* er! fi dort mit einigem Gebüfh und eben an die: 
Seele fanden fig einige Säulenfchafte im Sande liegen. 
- ©, Canal Moneys, d.i. der Tanitiſche Rilarım. 
ER dritte öftliche Ableiter weicher aber der erſte unter: 
d des Stremſpaltung am Kuhbauch iſt, nämlich der 
mittelbar aus dem Damiettearm hervortritt, if ber 
nal von Mouens*‘) (Mo-6z bei Andreofig), ber 
Be unterhalb der Trümmerhaufen von Atrib beginnt, 
N.D. fließt, die Provinzen Sharkyeh im DA und 
ſeurah im Weften fcheidet, und nach einem Laufe von 
h Stunden (13 myriam.) im Gere Menzaleh endet, vors 
‚aber erſt no an ben Ruinen von Zanis (15 kılomötr. 
(6 der Münbımg) vorüberzieht. Diefen Canal erfan: 
Malus und Anbreoffy als einen Reſt des alten 
Anitiſchen Nilarmes, beffen Mündung ans dem Gere 
zaleh man in dem heutigen Ausfluffe beffelben, bei 
m⸗Fareg, wieder erkennt. Ä 
"Den Geogtaphen der neuern Zeit war. bit Lage biefes 
ms ganz unbekannt geblieben, bis bie. Sranzöfifchen 
lehrten, welche überall Rivellemenis zur Neconfiruction 
alten Ganalfyfems, zur Schiffahrt und Wewäflerung 
Delta begannen, und zugleich militairifche Routen nach 
en: Seiten, fo wie telegraphifche Linien von Cairo zu den 
enflationen anzulegen verfachten °*), amch biefe Zecali: 
she wieder entdedten. Malus zuerſt verbanten wir bie 
wichtige Entdedung biefes früherhin völlig unbekannte ge: 
Blichenen Nilarme, durch welche alle frühern Kartenzeich⸗ 



































4 Girard Observ. p. ı Du Bois Aymö et Jollois 
ey. p. 9. Malbs Bo, 4. Km. p · I06,. 


828 Afrika, Waſſerſoſteme. 117. Ni 


nungen vom Delta berichtigt werben find, and 
Sillet je, derkes hier Überall an Richtigkeit fehlt, 
alte ale neue Zeiten, fo wie allen ihr nachgeahm 
Unterägyptens. ' 
‚Das Dorf Atrib wo dieſer Ganal von M 
Ende der Provinz Kelyoub beginne, if das alte 
eine ber Dauptfläbte bes alten Unterägyptens, ze 
au ein Nemos benannt war *). den 
fie Athrebi, oder Athbröpe"), nach Zosga 
die Stade Athor's. Nah Nounets Beobacht un 
ihre Ruinen unter 28 Gr, 55 Min. D. 2. v. Par 
re. 28Min. 50 See. N. Dr.; fie haben 4800 Buß ( 
Ausdehnung nach der einen Geite, und 4500 
tois.) *°*) noch ber andern, find aber nur Geputtl 
sen Kalkfleinguadern größtentheils zu Kalt verbr 
wie bie vielen Kalköfen zeigen tie auf h 
Eine Stunde unterhalb biefer Ruinen liege das D: 
ens, fo wie der Anfang ‚des Ganals von weid 
einen Ramen bat. Als Malus, Mitte Decem 
ort befand, 3 Monat noch ber hohen Nilſchwele 
Domiettearm Bier Sco mötr. breit, ber Ganal Me 
rade halb fo breit. Aber ein Theil des Rilwaflı 
hiee mit fo großer Schnelle und ſtarkem Gefälle b 
. nalmeg na S. O., daß Walus auf den erfien | 
nicht ale einen künſtlichen Graben fondern als ba 
Tanitifchen Nilarm, mit flahem Ufer ganz i 
der Ebene, erlennen mußte. Die Einwohner fa 
verliere fih in geringer Ferne in der Erbe; aber 
den weiter hinab zeigte fi Überall ſehr fetten | 
von Gandlen burchfegnitten, das überall das treffli 
kerrohr, Betreide, Mais, Baumwolle u. f. w. träg: 
dem Drte Denyeh verzweigt fi ber Hauptarm 
zere Mebenarme die mit dem Peluflfchen Nilsugeige 
nicieen, im Marimum ber Annäherung von beiden 
weiter, unterhalb, echeben fich in einer Sumpfte 
biefem alten Nilarm die Schutthügel einer alten 
welche die dortigen Araber Qourb, Drb, nenn 
Dorf daneben aber das fie bewohnen Horbeyt. J 
Trümmern welche nur den vierten Theil des Umfa 
alten Stadt Wubafte Haben, aber voll Säulenſche 
Granit und Koloßfragmente find, erkannte man | 
bis dahin unbekannte Lage des alten Pharbaethus 
Däasbait +) der Kopten, welchen Namen die Arab 
e Aopiration ‚beibehalten haben. Eine Stunde ma 


®) Herodot II. 166, **) Champollion T. IT; p.48. ” 
lus Exır, p. 306.- +) -Champollion T. IL, p. 3. 


- Nildelta, Hydrogeographie. - 8:29 


Ruinen liegt ein ſehr reiches Dorf Kafs Fonrny- 
e65 *). Diefes fieht man im Lande als die Grenze bes 
nieivirten Deita’s an. Nie baten die Barken bes obern 
delta «8 gewagt, tiefer hinab zu feiffen, nie umgekehrt die 
srtigen es gewagt firomauf zu führen. Diefe Naturgrenze 
Et beſtimmt, daß ſelbſt der Canal Moueys da feinen 

en verliert, und nun den Namen Canal von Ban 
amimmt. Die Dörfer jenfeit find weniger reich, das Land 
deniger bebaut, aber gang mit Thürmen befegt in ſehr gro⸗ 
ge Menge, ſelbſt ale Wohnungen find mit feſten Mauern 
wugogen. Jedes Dorf bat nur noch eine Pforte, die Ein: 
Bohner geben immec nur gemwaffnet, felbft bei der Feldarbeit. 
Ban glaubt im Lande der alten Kalafirier zu feyn, welche 
Nee bie alten Pforten Aegyptens gegen den Eindrang Afiens 
a bewaden Haben. Von dem genannten Dorfe Fournygeh 
wWirb der Canal fchmaler, behält nur noch 180 Fuß (6o 
nöder.) Breite; die Tiefe bleibt aber diefelbe bis zum Men: 
Bfee; wo der Canal ſich auslabet, beträgt fine Ziefe 
8 Ametr, Don dem alten Pharbaetäus, dem Dorfe 
orbeyt an ift das Land coupire, auf beiden Geiten von 
Menge kleinerer Sanäle, Teiche, Moräfte, fo, daß jede 
unication bier ſehr erfchwert if. In diefen Lagunen 
bie Wafler 6 bis 8 Monat. Auf bem linken Ufee 
 Ganals zieht fi vom Dorf El Lebaydy ein ſehr 
ee Eee bin, der durch mehrere Arme bes Canals 8 Mo: . 
at im Jahr fein Wafler erhält, während welcher Zeit er 
a ſchiffbar iſt. Er ift vom Menzalehſee nur durch eine 
le Landzunge gefhiten, communicirt nicht mit ibm 
dehnt ji bis Abu: Daoud aus, Bevor fih diefer Ca: 
von San in den Menzalebfee ergießt, —* er zwei 
nden zuvor an den Muinen von San, dem alten Ta⸗ 
Bis € vorüber, das bem Arme den Namen gab. 
- Gän ber Araber ift das Tanis der Griechen, das 


R:: deu Debräer, deſſen Erbauung Mofes*"*) 7 Zahıe | 
jäter als Debron fegt, 



























das man für die Mefldenz einer 
tifhen Pharaonen: Dynaftie hält, fo wie diefer Zanis 
e Nilarm in ber Zrabdition als derjenige gilt, auf wels 
Moſes als Kind der Wellen preis gesehen warb }). 
ee iſt biefee Ort im Alterchum berühmt durch feine 
, dur die Monumente der Könige, durch die Wun⸗ 
ber, bie Mofes vor Pharao that; die Propheten drohen ihe 
mmerung. Noch jest TF) fieht man unter den bor« 
Ti 

Malus Extr. p. z08. **+) Malus Extr. «. Cordier 
en de Sänt At. D. ch. XXIII. Nr Mofe Kp. 
13, B. 23. Ezechiel Kap. 30, ®. 14. +) Champollion T 
ll. B, or tr) Malus a. aq. D. p. 509, Andrdossy Mem. 

pP: 3 





weiter HIMAD unrerya DER FR WORTT 

nal, ber nah Gälchyep rüber, "aber wur. 
dinburch ſchiffbar if. Die Ebene *) im Merk 
bie zum Menzalehfee und gegen Mendes hin, 
FAHUR) nad Girard, wird von eimer 
Kanäle ducchfepnitten, die fi nach allen | i 
treu! und fie 8 Monat unter- 
PR ene bite her vun vr — ein, 

tunden weit mitten m hindurch 
mer feinen Strom und fein Gtrombett, 2 
Waffer id mit denen des Sees mifhen, da % 
Tiefe von etwa 3 Fuß (1 mätre) hat Le 
gürer man leicht das Bette des Kanales, dei 

infange bis zum Ende, alfo in feiner gamge: 
nung fchiffbar if; für Leite en das 
für größere (Germes) nur 8 Monat. BWähen 
ten des Jahıs läuft das Nilwaffer durch biefen 
zum Menzalebfee hinab, die 5 Übrigen Monat 

en das falzige Woſſer des Sees in das Inner 
dien, Um dem zu begegnen, baut man jedı 
dem Dorf Kafı Moueys einen Damm, ber für 
nate bauern fol; bennoc fließt das falyige 1 
8 Stunden weit landein; daher iſt das Bafı 
nals doch bis in die Höhe vom Dorf Ei 8ı 
falyig In Bi welche der Höcften Niiſchwelle 

iengefei R 

ss Unvertennbar ift alfo der alte Xanitifde 
diefem Kanalſyſtem wieber aufgefunden, und $ 
bis heute feinen Beſtand; Malus *) flug 
ſchiffung zur nähern und bequemen Kommuı 





Nilbelta, Hydrogeographie. g31 


werubt und für jeden Fremden faſt um sugängtih ges 
Noch ift zu bemerken, daß biefer Kanal Moneys 
‚Wften Theil der Landfchaften auf feinem linken Ufer 
» xt, wegen der allgemeinen Neigung des Deltas von 
nc& D., und daß der Damiettearm baher weiter kei⸗ 
‚Wleitenden Kanıl vom Dorf Moueys 2o Stunden 
szılam.) abwärts Hat bis zur Stadt Manſourah. 
Kanal Ahmoun. Bei diefer Stade Manſourah 
: fi oflwärts der Kanal Ahmoun ") ab vom Das 
surm, ſetzt durch eine Enge kulturbaren Landes, die 
Euren eingefchloffen ift, durch die Moräfte Dagußs 
im Norden vom Menzalehſee, in welchen ex ſich nach 
Burgen Laufe von ı2 Gtunden (6 myriam.) ergiefr, 
2- —*28 Orte Menzaleh, ber nur 2000. 
»Hner hat und 6 Stunden von Damiette entfetnt ift. 
Bortfegung °") feines Laufes dur biefen Ger er: 
"@ General Andreoffi durch Häufiges Sundiren, und 
Bee dadurh in diefem tiefern, fubmarinen Flußbette 
eBerreſte des alten en Nilarms, def: 
Yeffnung sum Meere bei Dybeh liegt. Der Damiets 
un des Nils fließe von Manfourch nur no 14 Gtun: 
7 myriam.) bis zu feiner Mündung, die etwa 3 Stun: 
25 Kilometres) unterhalb der Stadt Damiette liegt. 
Delta zwiſchen biefem Nilarm und ber Pelufifchen 
Bung iſt gegen bie Meeresküſte buch den großen 
ausgefüllt, der feinen desioen Namen von der Gtabt 
rzaleh führt. Diefer See ift voll Inſeln, die zahl: 
und einzig kultivitte Gruppe bderfelben find die von 
taryeh bei ber Stadt Menzalch, auf benen etwa 1100 
ner mit 500 bis 6co Barken wohnen, die von Fifches 
md Wogelfang leben. Der See ift von R. W. gegen 
I, von Damiette bis Pelufium, am längiten 
jſedehnt 11 Stunden (5% myrianmı,) lang, aber viel we⸗ 
E breit. Nah Andreoſſh's genauer Angabe von N. 
nah S. D. 43000 Toifen lang, und bie Pleinere Di: 
flin querdue in die Breite vom S. nach N. 8722 
en. Beine Waſſer ergießen fih in zweierlei Deff: 
gen durch den Dünendamm hindurch, der ibn vom 
ere ſcheidet. Diefe Deffnungen find von W. nah D. 
Anet, von der alten Peiufifchen Mündung bei Tyneh, 
von Omm⸗Fareg ober die alte Tanitiſche, und 
Dybeh, welde dem Kanal von Achmoun und bem 
u Mendefifchen Arme korreſpondirt. Die Fortſetzung 
Wofferlaufes der zuführenden Kanäle dur den See 









Girard Observ. p. 108. **) Andr&ossy Mem. sur le 
ac de Menzaleh in Deser. de l’Eg. Et. M, T.I, p. 261. 





dze Afrika, Waflerfyiteme, IIL Abſchu. 6. eg 


hindurch, erkennt man bei Ueberſchwenmungszeit leibR 
fügen Wafler in ihrem Kanale, indeß bag andre II 
im See weit falgiger if. Dennoch ifl biefer See kein 
ritimes Waſſer, wie eiwa die Lagunen von Larguetef, 
Rouſſillon; denn fein Boden if Nilſchlamm und era 
and nur aus dem geflörten Gleichgewichte der Wales 
eere und derjenigen im Tanitiſchen und Mendekige 
Nilarme. In der Mitte des Sees liegen ne einig J 
fein, bie vor alten Zeiten bemoßnt waren, und wrün f 
rer Anhöhen Berge gertannt werden, fo Gibbel Zraayi 
Tounach, Samnah u. a., die aber Städte auf ikta 
Schutiterraffen *; waren, welche zu dem jept verſcalen 
Tontinente gehörten. Die flachen Infeln bes Seet fa 
dagegen mit Geepflangen überwuchert. 
Die Waſſet des Sees find nicht fo bitter ald Mu 
Meerwaſſer, felbft trinkbar während ber Nilüberfäuen 
mung, boch brakiſch und phosphorescirend. Die akt 
fehe gefund und die Inſulaner von Mataryeh haben 
mebr ald 30 Jahren Beine Peſt gehabt. Der Ge EM 
flach, meiſt nur 3 Fuß tief, nur in ben Duschgieheie 
Slußarmen 6 bis 15 Fuß tief (a bis 5 metres). Der Ü 
den des Sees ift Thon mit Sand an den Dänen 
ftwarzer Schlamm zunisft den Kanälen Dybeh und 
Sarea; im Übrigen der Boden Muſchelſchlamm und on m 
len Drren mit Eergewähfen bededt. Der See if 
fifchreich, feine Merresmündungen werben von Meerſ 
nen (Delphinus phocaena) befucht. Seine baden M 
dungen bei Dybeh ( Mend sius) und Om-Farey (T 
cus), find noch immer ſchiffdar. Zwiſchen beiden bike 
fih noch a andre, die mit Pfählen und Dämmen wer 
melt und niche ſchiffbar find, die falfchen Mündungen (Fa 
—QX bei Strabo) der Alten. Die Zanbzunge M 
Nehrung, melde den Ger vom Meere fcheidet, hat di 
nur 4 Durchbrüche auf eine Länge von 92000 metres, 
ſchen Damiette und Dobeh ift fie ziemlich breit; wii 
Om: Fareg und Pelufium nur ſehr ſchmal, fehr wien 
ohne allen Anbau, nut mit Srepflangen Übertwagfei. D 
Küſte bietet bier überhaupt wenig ausgezeichnetes bir, ' 
bat keine Molikitfel, Peine Steine Überhaupt, nur Me 
en werden au iht aufgehäuft, auch an Muſcheu 
e nicht reich, nur zweifchalige Mufkeln und Erurmb 
ben (Buccinum) fahe Audreoſſy dort an das Land u 
fen. Während des Sommerſoiſtitium bei berrfchendeh 
W.: Winden’) wird Das Meer an den bortigen si 
2) 


#) Andrceossy Meın, sur le Lac de Menzaleh p. 
+) Ebendaſelbſt p. 267. eanaleh pad 








= Nilbelta, Hydrogeographie. : 855 


tens auf längere Zeit aufgeflauet, und macht: ben 
alchfee Giberfließen über feine Inſeln und Küflen; denn 
richer Zeit erhält der See die hohen Nilfchwellen durch 
andie zugeführt. Diefer hohe Waſſerſtand läßt nach, 
die ME .: Winde weichen, und der Seeſtrand wird 
‚ weil auch bie Nilfchwelle finde, wieder trocken in ei⸗ 
Imfreifung von etwa 200 metres; an den beiden Mün⸗ 
en gu Dybeh und Om-Fareg bilden fich aber Ein: 
en zum Meere, die eine Geſchwindigkeit von 3000 
es in einer Stunde erlangen, wodurch denn die See: 
g.nodp weit fchneller zum Sinken kommen. Das Dels 
Boyptens befindet ſich alfo in gweierlei entgegen 
sten Zuffänden; wenn die Wafler die Oberflächen 
ten und wenn fie ganz abgelaufen find. Zu gleiher 
wenn diefe Verſchiedenheit dee Niveaus auf biefe 
e wechfele und fidh contrebalancirt, da fand Andreofs 
na Gpiegel des Nilarmes im Damiettearm noch um 
es über dem bes Menzalehfees erhöhet (am ten De⸗ 
betrug dieß 35 Centimetres) *), woraus fich das eis 
Bümliche Irrigationsſyſtem um Damiette erklärt, 
li$ eine doppelte Art von Kanälen dazu notbwen: 


B. . 
Da der Nilarm von Damiette (ber Bukolikiſche 
Phanitiſche), wie fchon aus Herodot fi ergibt, von 
ſchenhand alfo Lünftlich gegraben ward, fo konnte er 
nfang an lange nicht fo bedeutend feyn als er es 
if. ahrſcheinlich Hat fih fein Volumen fehr vers 
ze auf Koften der Pelufifchen, Tanitiſchen, Mendeſi⸗ 
Arme, fo fehr, daß diefe zulezt ganz verarmen mußs 
und das WBleichgewicht mit ben Meeresarmen nicht 
zw halten im Stande waren. Geitdem mußte alfo 
Meereswoffer eindringen und aus dem fruchtbaren Del: 
de der Sumpf von Menzaleh fi bilden »). Dieß 
@ bei ben Aufflauungen des Meeres durch bie conflan: 
R.W.: Stürme um fo leichter gefcheben, und auf glei: 
[ee it wohl auch der Burlosfee im Weſten von Da: 
'e entflanden; an verwandte Bildungen vom Jahr 
‚an ber Maaß in den Niederlanden, hat Andreoffy 
wert. Auch die Verwahrloſung ber Kanäle an ber Ka; 
, Mendefifchen, Delufifchen Nilfeite Hat hiezu un: 
ſehr viel beigetragen, fo wie die Neigung bes gan⸗ 
es des Delta von Oſt nach Well. Dennoch, fagt 
weoffy, Haben die Nilwaller die Tendenz beibehal: - 
Ich in ihre primitiven, öfllicden Arme zu ergießen, fo 











Andröossy Mem, «, a, ©. p. 268. *%) Andröossy Mem. 
ts 0. D. P. 270. 
— Gss 


354 Afrika, Waſſerſoſteme. M SIEGE, 


daß es nicht unmöglich ſeyn wärbe, Ne is :volla 
derherzuſtellen, und wären diefe u wiebe 
fo wärbe dann das Projeit den Menzalchſee 
und in einen fruchtbaren Kornboden zu Yerman 
auszuführen 5 
Die Berfumpfungen unb B 
les von Unterägypten gingen 
Syriſchen Landſchaften, aus den Gäu ud 
Eroberer und Feinde vom Oſten Ger: Agsver, 
die Zerſtörung des Landes bezeiguete, welcher E 
folgte, woraus denn nad und nad bie 
Kanäle una Gtromarme eine nothwendige Folge 
gegenwärtig bemeifen die dortigen Stuinen der € 
wie zum Theil ſchon angeführt Haben, bie 
sion zue alten Zeit; felbft innerhalb des Gel: 
alabfees die Ruinen der a Städte Thennys 
de liegen in bee Bitte der Waſſer auf ei 
Schuttmoſſen; ber wenige Boden um fie Ger 
Dhanse, fondern if mit einer Salzkruſte bebrdi 
den Büßen kracht wie Schnee. 
bennys, Thennesus ber Alten, viellei 
nach Ehampollion*), die Stade der Sfis, ; 
wärtig ſehr bedeutende Ruinen **) von Wäbern, 
Backſſeinmauern, Vaſengeſchirre, Blas, Porzella 
mit welchen bie mehrſten Moſcheen und anbı 
der Umpgegend ausgesiert find; 4. B. die Schw⸗ 
ferne in Damiette, die aus dem Fragment sine 
von daher befteßt, u. del. m. Tounah, w 
Thöni ber Kopten, auf einer benachbarten Fr 
ift. von geringerm Umfange gewefen, doch fan 
auch Hier intereffante Kunſtwerke auf. Die | 
der Bewohner, die um ben Menialehſee herum 
Drtfchaften °”"), bie an deſſen Strande gelegen 
nen, fhäste Andreoffy etwa auf 32000 bis 33 

Die Nilmündung bei Damiette hat das 
nete, daß fie wie bie von Moferte auf einem | 
Iande ſich befindet, welddes gegen Norden in ba 
läuft, an deſſen äußerſten Epite fie erſt ihre 
den Meereswellen vermiſcht. 

Unterägypten zeigt fi nach Diefer 
phiſch-topographiſchen Ueberficht «is 
trianguläre Fläche, von ©. gegen N. von dem 

ſtroͤmt, mit einer Stromſpaltüng an der Spil 
















Hi 


) Champollion T. UI. p. 142. **) Andr6oss 
©. p. 975. *"*) Andreossy Mei. % .D. 





. —*** Kaffee . BB 


—*24 atken Richtungen if es am 

un, die 1. am Er Fi ee 
®@ - e 

** * —e ige — — an 








ii 


won && 
Die —2 * "ih im einer großem Kuw, 
—— bis * elufium an 60 Stunden (30 
7) Kũſtenentwicklung weis tat: eoenvex gegen 
R. ment wie Spitze von Abukir umd. bie swei 
bie Außerflen Worlande bilden, Ges 
u: der —— — beiden liege Kap Bun 
Die —— Aegyptens, im Meridian 
Sue, 50 enden (18 myriam,) weis 
Mocben. Dos a Aegyptens alfo, zwiſchen * 
d9 Min. and 31 Grad 55 Min. 30 Ger. N. 
son) Aeghpten von ben Epenecatoracten bis Kap 
He ervallum von 7 Grad 30 Min. einnimmt, 


3 von 2,100000 taren tulturbaren 
per allein dem Ri ee feine Fruchtbarkeit 




















nteruag .. Das Aufwellen ber Rilwaß 
Das Auffhwemmen- ber Erdfhichten in 
es, Mittel: und Unterägypten, bie Erbaws 
Ag. der Städte nach geologiſchen Daten; 
* das Nilwaſſer. 


hpten und insbeſondere das Delta iR nur bedurg 
dewohnbar, weil es ale Bett für die hohen Nilwaß 
mi; ben cberfgwernmungen haben diefes Land e 
emacht 
Die Ueberſchwemmung entſteht, wie Herodot ſchon 
de, durch die tropiſchen Regen, die in den Habeſſini⸗ 
Yipengebirgen und bey une unbefannten Aetbiopt; 
Binnenlande fallen. Sie fegen dort (ſ. oben) „Die 
des weitläuftigen Hochlandes untere Wafler, 
fließen in das Nilbaſſin ab, als in ihr letztes Reg 
daß das einzige Nilbett mir der gewaltigſten Waf: 
e eines fehe weiten Landfleiches ns des ganzen 
les des Öflliden Hochafrika, auf 15 Längengrabe, 
280 Meilen, beladen, den ganzen Tribut zum 
e durch Aeghtenland führe. Die geße e Hitze Aegyp: 
Nubiens und Aethiopiens, während der legten en Bei. 
nate, wo bie Senne ſenkrecht Über jenem Gegenden 








y Gisard Obsezv, p. 209, 
9 05V, p. 200. Sn 





ward wängert, vor nehöm Befuihiit ti 
her ee Diele mie dem Anfang *9 
feinem Grabe und die Beier ging durch das 
der Ril flieg num regelmäßig, daher Hatte: bei 
Namen Nails, d. 5. im Kopiifhen van gemt 
er: wm — die Lotosranien, bie Botschla 
jene GBazelk aber floh aus dem Mpat in-Uie 
langenarten, die Krokodile ber gem 
Sommerfolfitium (Horus). und Herbfläquine 
und fiel nun mit ben Himmelsgefliinen fe rı 
Zanbesflrom, als wenn er ihr Trabant auf Er 
daß man ihn den iedifhden Mimus*) naun 
temmber am der Höchfte Waſſerſtand und ber I 
Dämme durchbrohen, die Schleufen geöffnet ı 
verbreitete fih wie heute noch ber Jubel dur 
Land. &o lange die Kanäle und Gteöme © 
fo lange dauerten bie Panägyriſchen Feſte oder 
fahrten **),:die Herobot fo umflandlich auffüh 
Sinken des Nilwaffers begann num die ander 
Jahres. Naqh unfern heutigen genauen 
en ergibt fich daß man gegen das Gommerf 
Infang des Milfeigens unter der KRataracte 
sueeft ***) bemerkt. J 
Der Bahar el Abiad führte ben größten 
der jedoch auch durch bie Eroprnzepen rraelmäl 
wie dee Mil in Aegypten +), obgleig er fig nm 
dert wie der Bahar el Auet #. er Kacayı 


on Meanine Pape 


Nilſchwelle, Aufſchwemmung. 857. 


EBerſchwemmung in Oberägupten finden wir zu Sa⸗ 
nesterhalb Edfu. Auf der Inſel Elepbantine befchreibe 
@ ben älteftlen Nilmeſſer. Im April fleigen ſchon 
Nüffe des Habeſſiniſchen Hochlandes an; aber erſt im 
‚Find alle vollufrig *), fepgwellen um bie ganze Som⸗ 

% gu den gewaltigften Gebirgswaſſern an. Drei Jahrs⸗ 
B treten demnach in Aegypten nad dem Stande des 
affers ein; vom December bis März, niebrigfter Stand; 
Upril bio Juli Anfchwellen oder mittler, vom Auguft 
Ronemiber Böchfker Waſſerſtand, und dann beginne der 





E man in ben erflen Tagen bes Julins; beobachtet 
e von ben Sranzöfifchen Hydrotecten ) deſſen Gang 
ilmieffer, der dort auf bem Südende der Inſel ou: 
eht. Die erſten 6 bis 8 Tage wählt ber Nil faſt 
etbar, bald täglich weise flärker und immer fchneller. 
ü den ı5ten Augufl erreiche er gewöhnlich die Hälfte 
"ganzen größten Höhe, und biefe legtere erreicht er 
mlih den often bis 3often September. In biefer 
erhält er fi in einem gewiſſen Gleichgewicht w 
MTagen. Dann fängt er an abzunehmen, aber weit 
ımer als er zugenommen bat. Den ıoten November 
. gereöhnlich wieder auf bie Hälfte feines hoͤchſten 
bes gefallen, und fo ſinkt er num allmäßlig bis zum 
Mai des folgenden Jahres. Dann hören die Wech⸗ 
e Waſſer auf, bis wieder zum Gommerfolftitium. 
ber Mil in Aegypten bei hohem Wafler ein, fo iſt er 

vol Sand und Schlamm, und zötblich von Farbe. 

lt die gange Zeit der Ueberſchwemmung an und 
6 ficb erſt wieder mit dem Rückzuge ber ſſer in 
ette, wo fie denn ganz klar werden. 


Yie Geſetze des Steigens und Fallens ber Nilwaf: 
a ben en 1799, 1800 und 1801, nach ben ge: 
Ren Melfungen, die damals zum erflenmale ans 
worden find, bat-Birarb in eine Zeichnung ger 
‚, und dur eine Kurve **") bargeftelle, die nach den 
edenen Jahren verfchieden ausfallen muß. Das Jahr 
var die Nilſchwelle nur gering, erreichte den azſten 
mber bie größte Höhe, nämlich 6 metre,857 über 
iebern Waflerftande. Das Jahr 1800 hatte fehr bo: 
Jafferfland, erreichte den Aten October bie größte Ho⸗ 


Das erſte fen der Nilwalfee gu Kairo be⸗ 





ruce Tr. V. p. 333. **) Girard Observat, p. 200. 
) Girard Observat, Tabula Sg. ı. 


jeiopt une ms Kiere itt 
I ingaben herborgi I ur melde | 
—2 — das Volk beide. 
Serobotus °*) bis auf Fr 
Anm —5 3 De 16 
Aegupifhe Ellen, IL} 
gutes Getreibejaßt zu sm. * 
Krk Die gefehliche 55* muß de — 
en e F at — Dale 5 
dun⸗ J s heute 
der Et 8 lan Gubitus am dem RI 
as, ber das Minimum ber Rilgöße für 
gigae „das Waffer des Sultansl 
—XX vi Ni etwa bie pe 
Dann wird ber Damm bes Kanal 
bald der Scheikd des Megyäs die Wrocan 
at daß ber Nil die XVIte Elle ige 
u gefeiert; der Mil fleigt dann Le 
und XXIV. —X im * 
ten bes Aufenthalts der Frauzoſen 
mitte man am Megyas den 
tus und a Zoll, und denn u. er wird 
Über 18 Gubitus hoch +) von der unterfien 
Eolonne des Nilmeflers anzufangen. Dee | 
in Unterägupten trifft nach einem wmittlen 
von 30 gen My nie er 83 ale d 
smeite Woche des September. . 
dann wünfpt man fi gegenfeitig Sie; 
wird in Kairo mit großer Beierligpkeit durch 
beginne die allgemeine Benutzung bes Rilm 





— 


Nilſchwelle, Aufſchwemmung. 889 


vr als Infeln hervorragen. Wit dem Oktober ver: 
mer allmählig das Waſſer wieber aus dem Argyptis 
Bande; es if befruchtet, die Ausfaat "beginnt ohne 
nes und der Landmann iſt feiner Erndte gewiß *). 
Es befand alfo feit längerer Zeit eine Werfhiebens 
t —* ber Länge des Cubitus auf dem Wegyas und 
EAnge des Maaßes der öffentlichen Proclemation am 
3 sil.von Kairo. Alle europäifchen frühern Reifenden, 
muur die täglichen Prodamationen und deren Angaben 
era, ignoristen völlig die wahre Höhe am Mes 
©; fie Batten alfo Beine richtigen Data, und alle ihre 
wigate mußten irrig ſeyn, aus dem Grundirrthume 
Der Nil ehedem auf 16 Cubitus gefliegen ſey, ind 
Beute bis 23 und 924 fleige. Der Sgarffinn bes ber 
unten Meifenden 8. Niebuhr entdedte im J. 1768 
ER, daß die täglichen Angaben des Nilfteigens nicht, 
Summe nah, mit dem wirtlichen Steigen über: 
—— und audre Reiſende nach ihm, wie 
, faben nun daſſelbe. Aber richtigere Data konnten 
ir erhalten. Alle frühern Berechnungen und Hypo: 
Pan über den Wachsſsthum Arguptens, bie auf dieſe fals 
Bin Seundangaben berußen, müflen wis baber gänzlich 


en. 
Sa, auch ‚bei der täglichen Angabe am Morgen und 
end des diurnen Gteigens der Nilfluth nah Zellen, iſt 
Jegyptiſche Politik, ofter einige Zoll zu verſchweigen, 
> dann plöglich zu ändern, zu addiren, um fo eine übers 
hend große Summe anzugeben, und in gewiflen Mes 
uaten die Hoffnung einer guten Ernte unter dem Wolle 
Hauptſtadt defto lebhafter gu eraltiren; denn bie Wirs 
ag zeigt fich fogleih. Die ganze Aufmerkfamkeit aller 
E: iſt nun auf den Nil gerichtet, und er verbreitet 

















und Freude, denn von feinen Waffern hängt das 
eines ganzen Jahres ab. Daher flieht der vereidete 
ee am Moqyas immer unter dem Einfluß der Polizei 
Kairo °*). Diefelben Motive der Politil, die im Alters 
za nur den Prieſtern die Wache bei den Nilometern ans 
traute und das Volk davon abhielt, fchließen auch Beute 
38 Eingang des Moqyas auf der Inſel Roudah dem 
DIE der Aeghpter zu. Der wahre Wafferfiand wird 
uch falſche Angaben verborgen gehalten, weil der Fis⸗ 
s die volle Erhebung ber gangen Abgabe jes 
s Jahr, bei jedem Nilſtande gu erlangen firedte *"*). 





ı) Herod. II. c. 14. **) Browne Trav, p. 72. °°*) Gi- 
zard Observat. p. 258. 





1. Die Erhöhung des Kilbetetes.t 
ten. Dee Nil erhäle in feinen mittlerm ı 
Laufe keinen einzigen Zufltom, der fein natürli— 
mobificiete oder Die Form feines Betites. Gr $ 
großes, aber ganz ifolirtes. Strombette, *7 
unb Wecgfel daher leichter gu ſtudiren 
fie minder compliciete Phänomene barbi | 
ner anderer Gteöme findiren deren Geſchichte wie 
Aeghpter, denen er bie einzige Quelle IJ 
war, harten ſehr frühe ſchon an feinen Ufern O 
rien erbaut, und durch deren Hülfe Regiſter 
hen Wechſel gehalten. Die Grundmauern 
[etatotien wurden, wenn jene auch längft ſcho— 

sümmern lagen, für die Nachwelt nun felb| 
Scala der Nilerhöhung nad, den verſchiedenen 
ten. Wie Aegypten ein claffifher Boden, fo w 
sin claffifher Strom, und an ihm wurde | 
und Studium Jahrtauſende hindurch verwirklich 
ſten der Dpont der Ströme überhaupt, in Be 
die Dberflächenbildung unfers Planeten wie | 
ber Hydraulik und Hydrotechnik. Die Nilmeſſe 
wahre geographiſche Obfervatorien, von denen 
tage nur noch einer im Gange if, - nämliip 
Infel Roubah au Kairo. Außer diefem iſt n 
zweiter, der auf Elephantine wieber aufge 
den, wie ihn Strabo beſchreibt. Es beſtande 
andre, wie z. DB. zur Ptolemäer Zeit gu He 
Elethyia (oben &. 718), deren Monument: 
nachzuweiſen find, ohne befimmte Maaße bat 









MNiilſchwelle, Aufſchwemmung. 841 
mwärtis Pr befimmte Data für die Erhöhung bes Nilbets 


Birard entdedte den Nilometer auf Elephan⸗ 
ime am ber Mauer des Küftenquaies, wie ifn Strabo 
jqreibt (f. oben S. 690). Der legte Cubitus hatte dort 
SGriechiſchen Ziffern die Zahl a4 *),-unb bezeichnete uns 
zeitig yptiſche Cubitus, Deren Gebraus als alt Ae⸗ 
pti aaß fich unter den Ptolemäern erhielt. Dicht 
nter der legten Nilcataracte zur Zeit der Erbauung dieſes 
Hlometer fliegen alfo die Milwafler dort nicht über dieſen 
erminus hinaus. Girard entdedte aber am 95. Juli 1799 

en Nilometer nur, weil der Waſſerſtand noch ſehr nies 
Fig war; einen Monat fpäter würbe der ganze Nilome⸗ 
w ſchon unter Wafler geflanden gaben, und alfo unfichtbae 
mwefen feyn. Die heutigen böchften Nilfchwellen fichen 
Wtlich um mehr ale.7 Fuß (a metr.,aı3) hößer, als bie 
u GSubitus der Briechifchen Inſcription ). Alfo iſt ber 
Bilboden dort um biefe Höhe gewachfen, feit der Errich⸗ 
ung des Nilometers bis heute; denn es ift in ber That 
rine Urfache vorhanden um anzunehmen, baß ber Bang 
se Weltorbnung fidy geändert und Las Regenquantum in 
uuffinien, und wie es von da bervorftrömt, abgenommen 

‚ umb ein anderes fey wie ebedem. Eine Inſcription 
8 Kaifer Septimius Severus Zeit (195 bis a11 nach Chr. 
Beb.) die fich an ſener Scala des Nilometers befinber, giebe- 
mw, daß unter diefem Kaifer die Fluthenhöhe um mehrere 
halmıen über jene 24 Cubitus gefliegen ſey. Alſo damals 
Men Überfliegen fie den alten Terminus. Gicher war dieß, 
m. 3. Jahrhunbert nach Chriſto, fon ein gewöhnlidges 

nomen geworden, das nur ber unwiſſenden Mömergars 

in Syene als außerordentlich erfchien. Diele Waller: 
über die 94 Cubitus betrug o metr.,31. Seit &e: 
mus Geverus, ober feit 1600 Jahren, erhöhte ſich bas 

e des Nils nach biefem Datum um 2 metr.,ı2, alfe 
ede hundert Jahr beträgt in Oberägypten bie Bloden: 

HöBung bes Nilbettes gleich o Min. 130. Ä 
Ä Unterägypten fiebt der gweite NRilmeffer, wel: 
Ber uns nur beflimmte Data geben Tann zu Kairo, auf 
eu Südende der Inſel Roudah ““). Es iſt eine weiße 
Mermorfäule in der Mitte eines vieredigen Reſervoirs, das 
ep eine Waflerleitung mit dem Nil communiciet. Diefe 
Bäule, Megyas genannt, ift in einen Maaßſtab getheilt, 













*) Girard Mem. s. 1, Nilomötre de !’Iloe d’Elephantine, 

D. Eg. A. I. p. ı0. Girard Observations p. 261. **) ©. 

bie Tafel bei Cirard ig. 8, **') Girerd Observat, p.:265, 
& 9 . . . 





reihen Sabre 1800 aber auf ı8 Guß. 5 Bell. 
Differenz der Nilhöhen in guten Jahre 
Epoche der Erbauung des Megyas bis heute, be 
»Gub. 3300 d. i. gleich M., 249. Alſo gwif 
Epochen bes ältern und neuen Waſſerſtandes zu 
das Rilbett Hiernach um ı M., 149 oder nm 

5 Fuß echöhet. Der Megyas ward aber zum 
zeconfiruirt unter Khalif Motawackel ), ta 
n. Chr. Geb. (0235 der Heg.); alfo in ber M 
Jahrhunderts. Alfo beträgt die Säcularerhö 
Nilbettes welche bei Elepbantine o M. ı 
Bier bei Kairo nur o M. ı20; alfo eime gering 
awifchen heiden Drten im obern und ‚untere 9 
Die Urfache diefer Verſchiedenheit liegt natürlich 
des Stroms, in den Verbhältniffen der Duerfer 
der Geſchwindigkeit des Waſſerlaufes, die fo « 
und gegenfeitig auf einanber einwirken, und bı 
Kändigen Dscillationen zwifchen dem Maximum 
nimum ihrer Wirkungen die Effecte ausgleie 
mittlere Erhöhung des Nilbestes & 5 
gen Nilthal beträgt alfo gwifchen Elepbantine 
Durchſchnitt die Summe beider halbiert, nänalid 

a. Die Erhöhung des Nilthales im 
nen von Theben, Syout, Heltiopolis, 
DOber:, Mittel: und Unters Aegypten. 
einzelnen Localitäten Aegyptens zeigt ſich gewäh 
die Erhöhung bes Nilthales in emem verſe 
Berhältniß von der des Rilbettes flieht, ber 
uunftreitig die mittlere Erhöhung des einen 


mouinsn aueh his ho anhorn bonn .meil ie ME: 






ae. miſchoeie, —E  : us 


* re 


=. Bu Theben ‘)- Die Bofın Bafen en Sörmimcnt u 
find zum Theil wit lfm bebedt, a 

ee a ee de Kr 

Br erbauten die alten abe übte Derter und Dos 


iente fo, daß Yo yo dr — — 
ea ——5 BE 
je te des Jal a Im es 








fand, bas 50 Sch ng Epr. Geb. ne undebrdt 
Demnad läßt a sten wurhhung feit 1600 
a beflimmt, im M., 904 berechnen, und 
Säeularerhöhung da Mo, oder in den 
Sahrhunderten nur auf o M., 100, da biefelbe im 
je Unteräggptens doch RD em Mittel OM., 126 
berrug, worin eine fehr gute Deoenfeitige VBeRätigung liegt. 
5 Forum des Memnoniums lag aber umflteitig auf eis 
tünfligenSguttterzaffe gieich allen aubern 
pptifhen Dörfern und Gtädten, deren Boden aus gang 
terogenen, Tufommengefteppsen Beefen fehr bekiimmt 
unterfcheiden ift von dem ri aufge 
memmten Boden bes Nilthals, der ans homogenen 
fen in Horigontalfgichten Beide, die. san) — 
Be fHwarzer Nilfplamm fin 
Aus ben Sphinzksloflen zu Be —5 
5 unter Aderland begraden *) li Kr 
ehultat hervor, woraus Mar ind 
Theben zu beiden Geiten ber A, an — —X 
een, in gleichem Niveau lag. Die —— 11.73 
terrafle des alten Stadttheiles y welgem bie Sl 


y * durch neuere Naı en an 181 

Dt gefunden, wo fie denn auf berkionee: 
Bin ilf en an anfgefeut iſt RR unbekimms 
bare Tiefe hinabreicht. alfo ber antike. upars 
jont des Nilthales 2 die Stadt Theben *8 
baut war. Geit der erſten Suntantage der I 
Epeden «uf diefer Rünflichen Terraffe, Hat fig das Nil. 





®) Girard Obeers. 9,68, *).Girard Obsermas. 2275 


0 





844 Afrika, Wafferfofteme. III, Abfchn. 6. 28. 


sbal alfo um 6 mötres erhoben. Auch am Palaſt 
Zuzor zeigt: der Unterbau der Duabern und des Grund 
wo der Nil fie freigefphle bat, daß die Differenz | 
beutigen Niveau’s der Thalfläche Theben’s von dem al 
Niveau etwa 18 Fuß (6 mötr.) beträgt *). Xeider f 
die Geſchichte nichts von der Blüthezeit Thebens, no 
niger von feiner Erbauung oder von der Zeit ber Aufh 
fung der künſtlichen Schuttterraſſen voe Erbauung 
Stadt. Die Vorarbeit der Hufdämmung bes Bodens g 
uinflreitig dee Blüthezeit voran, und ift wohl als «eins 
surälteften Dentmale menſchlichen Fleißes zw betrat 
weicht in die ältefte Culturzeit Oberägyptens hinauf. 
Über diefe aber die eigentliden chrondlogifchen Data feß 
fo läge fi auch aus ber Differenz bes alten und ne 
Thalniveaus die Säcularerhöhung des Nilthales nie 
rechnen, wohl aber durch Analo gie einiges (Alt 
Wenn nämlihd das Mittel ber GSäcularerböhung wis, 
- aus dem Obigen ergiebt im Niltbale gleich iſt M. 
ß geht die Aufſchüttung von 18 Fuß (16 metr.) auf, 
ahre Bor unfere Zeitrechnung gurüd, d. i. 2960 C 
vor Chr. Geb., ober 418 Jahr nach der Sundfluth. 
mals alfo fiedelten fih die Menfchen wieber am Ar» 
an und fierten ihre Wohnungen durch Schuttt 
gegen die Nilüberfchwenmmungen. 

Mit diefem für die Menſchen⸗ und Eultur: 6: 
hoͤchſt intereflanten Refultate, welches ein reines? 
niß fehr eracter, geognoflifcher, bydraulifeger und am 

ifchee combinirter Beobachtungen iſt flimme auch USE 
ung des DObelisten zu Luxor **) überein, der m 
metr. im Schuttboden des Dorfes Luror flieht, d = 
wiederum feiner künſtlichen Schuttterraffe nad, bie 
Unterlage dient, fall 4 M., 60 ũber der jegigen PR ⸗ 
Baben liegt. Diefe Döhe von 4 M., bo ift aber be 
ganıe Nilchal etwa die normale aller tünfs— 
Eminenzen, auf welde ale alten Städte und 77 
— erbaut find. Hatten die alten Ortſchece 
ilihal dieſelbe Höhe über den Aderfeldern, fo 
Zeit der Erbauung von Luxor, nach den bortigen Nilſc 
fchichten gu urtheilen, die Plaine von Thebäã fig (HB 
8 mötr. erhoben feit der Zeit der allererfien ur 
Schuttterraſſe. Dazu war etwa eine Zeit von 18 4 
Qunberten notbwendig, und Luxor ift biernach est Mm 
. 1400 vor Che. Geb. erbaut. In den Schuttſteinen ie 
Mauerwerke von Luror bat man jedoch auch mir 
Sragmente mit Hyeroglyphenſculpturen gefunden, fo Wii 





*) Girard Observ, fig. 12. **) Girard Obsexv. Sg. If 





: Miele, Moffhmumnung: MB. 
ker Base dag soß ans Kekamern Alte Biene 


—— Seit ber erfien 


Einrich 
In Ganäle Dberägyptens iſt keine Eueidiung be Bew 
im WBewäflerungsfüfleme Aegyptens. vorgegangen 
dort feinen feſten fihern Bang und Stand ge e 
Grgentheile Hätten bie einen Acerbeftger wer 
m gewinnen mäflen, und es hätten Fehden, innere 
Revolutionen erfolgen müſſen, vom denen wie krine 
ur Bei wert * ne ale —* bist, 
ur Zeit. der -Urberfchwe a 
ir en.ber au ben GBeiten mie Bil — Ar, 
unneügrabung durch biefen Da 
It erſt be 3 M.89 unter 
ſchlamm. So hoch iſt alfe, bie —X una wi fett 
mung des Dammes von Syeut, wozu 
ihr aufwärts gehören, d. t. 2200 Jah us. (Ge. 
enn die Säculacerhöhung die ch 
6. War alfo bie — des alten —* oder 
von Lykopolis gleichzeitig : mit bem Damme, ' fo 
fe Stadt nicht älter .ale 1200 v. Chr. Geb. ſehn, 
t jünger ale Theben. Eben dieß ie ber Mei⸗ 
/ Alterihums und umferer überall im Ob iger nach⸗ 
en Anficht gemäß, daß Dberägypten weit fehjer. be⸗ 
Bu Heliopolis.. Der Obeliet hu H —XRX 
u Heliopolis. r u Heli 
ı von Kairo P entfernt, liegt belist 1m Bel ber aler 
oben fahen den Leberfebinem mungen susgre Er 
auf einem Sandſteinquaber ber g 
6. das jegige Niveau der. Rilebene lie 32 
der oder die Baſis des Obelisken er t. faft: im Ni⸗ 
‘ dem alten Pflafter ber Stadt (der Abfag bes: Rils 
6 beträgt. ı M.,752). Die 
m Boden, ber Ebene von Deliopauin um 1 2: 
su heben um ı M.,924), - 36 md: 
tiopolis noch bewoßnt als late 
Erhöhung, ſollte man haben 8 unbe, mh ee art 
feyn in Deliopolis ale zu T 
Rilwaflermafle feige su Hel —X 1 ker — 
über die allgemeine Fläche Höher empor als vu app 
e.die Waſſermarken es au angeben. Die Di Dice 
ilabfoges an Schlamm correſpondirt aber 
er Ueberſchwemmung. Daher Kr re bie 
n ber Gchlammabfäge ober .bie::Gäruinrer 
a des Bebens aach ben Blue in Buben, in 


ard Observat, p. 290 u. fr 















846 Afrika, Waſſerſyſteme. III. Abſchn. $. 28. 


denen in Heliopolis, wie 1 M. gu ı M., 50, fe baf die 
Gäcularerbößung bei der Memnonsflasue in heben, 
gieich o M., ı0, bei dem Dbelist gu Delinpolis, gie 
oM., ı5 feyn würde. Zu ber Anhäufung ber Riliplomm 
fit von ı M., 739 Dide anf ber Bafs bes Obelicke 
waren etwa 1200 Jahre notwendig Aber bie geößet: 
Hemmung *) und das längere Aufflauen ber Waſſer in üs 
terägupten, weiche duch die ſtuſenweiſe Verkettung im 
Waflerbeden Hinter ben Rilbämmen bewirkt wird, muß ia 
der has au eine ärkere Sfäcularerheshung in 
Wobenfläde von etwa oM., 126 im Delta Jeghptene ie 
wirken, wobucch bie —W Berfirllung von km 
jungen Alter des Delta’s beflätigt wird. 
Masten wie in dieſer vergleichenden Ueberficht Ka 
das Anfhwellen der Rilmaffer und. über das Auf 
ſchyvemmen der Erdſchichten nicht wie bisher mm 
Ay — Ann ud fonbern w ui ligen 
atfachen ausgegangen ‚ die mathema 
gemeflen und durch die Keitit bewäßrt find, au® 2 
nah Sirards Angaben bie wahrfcheinlichen chronologi 
Daten der GStädteerbauung und Kultivirung des Ni 
in den Dauptpuncten abgeleitet haben, fo bleiben uns neh 
die übrigen mitwirkenden Naturkräfte zur geogeappk 
fen Entwidlung der Bildungen im Rilthale und des Dik 
talandes zur Betrachtung übrig, um an der archäologiſha 
Geſchichte des claffifhen Nilſtroms ein Maſter aufınfeim 
gur Bergleihung mit allen verwandten Localitäten des Erk 
seifes. 
Nine bloß der Schlammabfag und die Waſſer änberin 
die Oberflächen Aegyptens ab, fondern, auch die Winde 
trugen unabläffig durch Derbeimehung ber Sandmaſſen j 
ihren Umgeflaltungen bei. Die vegetationsleeren, erhigten 
Lipyfchen Wüſten (bis 56 Sr. Reaum. Therm. fleigt bee 
die Dike im Bande) und der — an Regen über ie 
großen Landſtrecke zwwiſchen Atlas, Rigerſtrom und Nil, fe 
ext die Hite und Verdünnung der dortigen Atım h 
he, daß zur Herflellung des Gleichgewichtes faft aufım B-: 
auf der Nordküfte Afrikas ein Nordwind weht, ber ba FE: 
die Rage des Atlasgebirges und anberer Umfände wege 
in Aegypten herrſchender W. und N. W. if, zur Zeit ii 
Sommerfolfitiums aber geradezu Rorbwind, weil DM 
die Lühlere Norbluft in den erhigten Aethiopiſchen Kim 
mit befto gedlerer Gewalt einfegt. ' 
... De B. md R.W- nun unabläffig bes uw 
Elugfand der Libpfepen Wäfle vor firh Her, und wärk 





















*) Girard Obsery, p, 28g. 





Nilſchwelle, alufſchwemmung. 847 


ten wohl längft damit überſchüttet und zugebeckt Gaben, 
ne bie en im Weften beflelben ie fih überall 
| wo auch nur einzelne, kleine Dornenbüſche oder ans 
ze niedere Gewächſe, die einzigen geringen Hemmungen 
bieten. Diefe wachfen in der Mäbe der Kanalufer, ba: 
we bieten diefe dadurch ſchon den Wuͤſten natürlide Bar: 
seen dar. Ganz befonders wurben aber au biefem Zwecke, 
uch obigen, der Joſephskanal in Mittelägnpten, der Bas 
yeehkanal in Unterägypten als Kunfldämme angelegt, dem 
oetfehreiten der Wüſte Grenzen zu ſezen. Wo aber foldhe 
anäle fehlen if die Wüſte über das Kulturland hereinge⸗ 
ochen, und bat fo das Nilthal verändert, vielleicht felbfk 
burch in Dbers und Mittel: Aegypten durch das befläns 
ge Anhäufen dee Sandmaflen im Wehen, das Strombette 
Ss Mils felbft gegen den Oſten zus Arabifchen Bergkette 
mübergedrängt.e. 
- Außer diefem Wüfenfande trug auch ber Flußſandb 


a der Nil von Oberäghpten berabfehlemmt zur Umgeflals 


mg des Nilthales bei; denn bei jeder Brunnengrabuug 
igte fi, daß die Nilſchlammſchicht auf einer Duarıfands 
Hiche zußet. Diefer Duarzfand, verſchieden vom Li⸗ 
hen Flugſand, ift mie Glimmertheilden und magnetis 
ben ifentheilchen gemengt, den der Mil unflreitig ber 
andfleinregion Oberägpptens entführt und den Nubifchen 
romufern. 

Der Thonſchlamm *) welchen der Nil mit fort 
hlemmt kommt wohl noch höher Berab; denn unmittelbar 
‚nter der Epyenecararacte finder ſich Fein folcher Thon: 
sden vor. Mur bei ſtarkem, reißendem Strome kann ber 
Band mit fortgetengen werden, wo er rubiger wird fällt er 
deder als Sandbank, das Waſſer fließt noch ruhiger darü⸗ 
we bin und fegt auch Nilfhlamm ab, bilder nun Kultur⸗ 
and. Auf diefe Art ſetzt der Nil in dee ganzen Breite 
ns Nilthales einen Boden ab, den die Waſſer leicht durch: 
Mechen können, wie ibm denn dieß auch mehrmals bes 
nanet ift, doch fo daß der Nil im allgemeinen gegen die 
Irabifhe Kette im Dften hinüber gedrängt ward. Der 
Bil reißt daher eben fo leicht feine Ufer wieder ein, wie er 
ndere aufbaut. „Der fchmere Kies tällt guer und plögs 
nieder und bildet fleile Böfchungen, die leichtern Sands 
taffen ſetzen fi oben auf in geneigtere, mehr convexe 
urden. Da der Abfag in vorfprikgenden Kaps nad dem 
tanern dis Fluffes zu gefchicht, fo wirkt der Stromlauf im 
tgceffiven Ricocheiten auf feine Ufer, und verfegt immer: 
we die Maſſen von Stelle zu Gselle, bis er fie hinab zum 





®) Girard Observ. p. 289. 





843 Afrika, Waſſerſyſteme. IN. Abſchu. 6. 26. 


Meere führt. So modificirt er ſelbſt fein es Bet vn 
Strecke zu Strecke, und bat allmählig auf diefe Art di 
t. 


ganze Breite des Aegyhptiſchen Thales durchfurch 


Dieß giebt die Erklärung, warum in allen Brumen 
(giaren der ganzen Querfection bes Nilthales, überall ein 
ch lammſchicht auf einer Gandbfchigr derfelben An 
lag wie im Nilbette. Aber merkwürdig iſt es, baß dk 
Nilſchlammſchicht immerdeſto Höher ſteht je näher 
das Thal der Wüſte rüdt. Immer da wo ber fnelife 
Lauf der Wafler, alfe zunächft dere Stromrinne in ie 
Mitte war, da ließen diefe auch die ſchwerſten Sanbmefs 
allen, bagegen ef am Rande gegen die Wüfle we I 
affer mehr und länger ſtagnirten auch bie feinern, leich 
tern Waffen, den Nilfhlamm. Seitdem nun ber gegen 
wärtige jüngere Zufland der Dinge zur neuen ger 










Nilthales geworden, wird nur noch der mittlere 
des Nilthals vom Strome durchſchnitten und bur 
.. aber ber entferntere an beiden Thalrändern bleibe in 
und befleht daher aus Horizontalſchichten. 


Anfänglic erhöht der Nil freilich mehr die Wide 
Ufer weil er fie auch früber und längere Zeit bededie, AM 
mit der Zeit änderte fih das Verhältniß um, ba bie ab 
ferntern Ländereien, nach ben Xhalrändern zu, tiefe‘). 
liegen, und dort das zugeführte Kanalwaſſer alfo au lie 
ger ſtehn bleibt als auf den Höher gelegenen dicht am Otte, 
bie wirklich in der Mitte des Thals einen Lonvezen Be 
en bilden, auf deſſen größter Höhe im ber Witte ie 
teom läuft. Da aber biefer Lonvere Bogen aus | 
Term Sande aufgebaut ift, fo bringt das Nilmwaflee uf 
feitwärts ein, fiſtrirt hindurch durch den Geitendend, u 
bildet da gleichfam einen unterirdifchen Gecboben ( 
‚souterraine d’eau) "*) den man in einer beflimmten A 
dafelbft au unter ber trodenften Oberfläche findet, e 
aber zu beiden Seiten gegen die Tiefen nad den begi® 
zenden Bergketten zu, hindurchſeigert. Hicburch wird PP 
nächft dem Nilſtrome ein trodner, den Ueberfchwenmung 
gar nicht ober doch fehr wenig ausgefegter, und dabei WR 
unten her beroäfferter Boden gebildet, welcher nur zus 
tur bes Zukkerrohrs, des Indi o und der Bau 
wolle befonders geeignet iſt »5). Im überfhwemmiß 
Boden follen diefe nicht gedeihen können, und ihre Lalts 
daher erft in neueren Zeiten möglich geworben feyn; A 
war dieſe den alten Aegyptern unbelannt. 20 


#) Reynier in Mem. s. PEg. T.IV. p.ı3. *®*) Girard Nas 
s. VEg. T, I. p, 16. ***) Reynior Men. p. l’Eg, IV. p% 





- - Milfchweile, Aufſchwemmung. 849 


Der Überfhwemmte Boden. bagegem if das gefeg: 
: Aderland und hat von jeher ben Reichthum Aegypıens 
gemacht *). Wenn bas Nilmaffer die eine Hälfte bes 
zres darüber geftanden, fo ift ex für die andere Hälfte 

Ernährungskraft durchdrungen, "auch obne baf ein 

wfen Thau oder Regen vom Himmel fällt, wie bieß 

a ben größten Theil von Aegupten der Fall iſt. 

.. Die. Quantität des Waflers"*) während der Nilfepwelle 

‚na einem Mittel neunmal größer als während ber 

wen esreit in dem Strombetie; in biefer ſtrömen 

rehser Sekunde 789 Cubikmetres, in jener 6524 Kubil: 

Mes zum Deere. Aber bei dem börhften Waflerftande 

Met fi nach den Meflungen bei Syout, bie wie oben 

haben, ein MWaffervolumen im Nil das ao mal 

e iſt als dasjenige bei nieberm Stande. 

k-®ei ungetrübtem Strome bat der Sluß das reinſte 

Bier; es dient in ganz Aegypten ale Getraͤnk, kann zur 

reitung der Speiſen und in Fabrikanſtalten die Stelle 
deftillicten ober des Megenwaflers vertreten °**), bie 

ie nur mit Mühe oder gar nicht bier zu haben find. 
wu iſt es volllommen klar, und die Alren ſchon find un: 

Böpflip in befien Lobpreifungen (nullı fluminum dul- 

” gustus est; Seneca — Mulierum partus insigniter 

mwat; Galenus u. a. m.). Auch beute iſt es in, der 

Me das Symbol des Sanften, Lieblichen, Süßen, wo: 

-_ Ep ſelbſt die freiern Kadankas in Fezzan +) in ihren 

gen gu entſchuldigen pflegen, went fie den Weberre: 
men der Liebhaber nachgeben. 

Wenn der Mil zu ſchwellen beginnt, Hat er noch das 
nfte Bebirgswafler ; dann wird es grün, wie man glaubt 
F- Mlanzentheilen aus ben flagnirenden Eümpfen der 
ugalla; zulegt wird es roͤthlich ++) von den erdigen 
Bälen, die ee mit forstreißt aus bee Gennaarterraffe. 
WB dann noch iſt fein Woſſer zum Trinken nicht ſchädlich. 

Dann iſt es vorzüglich befruchtend für das Rand; ber 

Lamm, den es in großen Duantitäten aufgelöfer enthält, 
Tet fig in Horisontalen Schichten wie eine Dede über 

b ganze Land aus, und hält vorzüglich düngende Thon: 

@ (slumine) und fohlenfausen Kalt und Magnefia (Cars 

Mate de Magnesie) 147. Gchon Pr. Alpin fagt, die 

Über würden dadurch fo fett, daß fie gar keines Düngers 

übten. Nach Regnault’s Analufe enthalten 100 Theile 

————— — 

"3 2.98. Moſ. 41. *8) Girard Mem. 's. PEg. I. p. 16. 
*29) Regnault analyse de l’eau du Nil in ben Mem. sur 
#Egypte. II. p. 41. +) Hornemann Voy. ed. Langles. 
3. p. 131. #) Sotira Mem. sur l’Egypte IV, p. 185. 

L 1 Mem, sur l’Egypte, I p. 851. 











Datte, zumal fo lange dewuuder WERUETTEN 
Urſache davon nicht deutlich m. tennte. 
Salzig wird der Nil zu ofette 4 
— 5 teodnen Een gun Y 
genug find, Hu 
— — au erhal tm‘ 
fee an diefem Orte — —XRS — 
Barken kaum ben Arm von [2] 
*. Untiefen. Dann tritt das Meerwailn 
jerein. 
Über zur Zeit der Nilfepwellen iſt es 
Bat-er and tiefes Wafler, und das if die 
iffe et, ben Nilſtrom aufwärts mit den 
bis nach Dberägppten. Won Kairo gelan 
immer ſchon den adten Tag bis nad ‘ 
Anmert.ı. Meinung von den Kit 
Dieſe Rilwaſſer führen offenbar bie Maffen von — 
und Schlamm von den Sebirgen Habefjiniens 
guptens hinab in das tiefere Land, wie der — 
den Departements des zertruͤmmerten m Branpfic a 
in bie Rieberlande und Holland. Mi el 
tik, daß fon im alten Zeiten bie Aerl —ãñ * 
Argument bin, ihre Anfprüche auf ei Kribut 
geindeten, wie .dieß die Tethiopiſchen —e 
— I — in Delhi +) verſicherten, ual 
zem no: gleichen Grund auch ein anderer De 
Tprüde auf: olland geltend zu machen fire. as 
den Anhängern des Islam befept wurde, 1b die 
überal! verfolgten, fol ein Habeffinifher Kalle (& 





Miſchwelle, Aufſchwemmung. 851 
als einem ttum, Sultan Muſtan⸗· 
—* —— * en gefiit yabeı mit gro⸗ 
jenten, damit ber König ben Damm zernihte, worauf 
folgenden Jahre die Ueberſchwemmung wieber eingetres 


o 
eBorſtellung, wenn aus nur Bloße Gage, ſcheint feit 
F im Lande fehr herefhend ewefen zu feyn (anıiqua et 
fama ost) *), und überhaupt baß der Nil nit mit 
ınzen Gtrome nach Aegypten hinabrinne, ober body durch 
geleitet werben Tönne. Daher ſchon jene oben angezeigte 
von einer Gommunication mit dem Niger, daß nämlich 
: Arm in das Land der Schwarzen, ber rechte nach Aes 
ie. Daflelbe verfierte auch Abba Bregoriuß, daß uns 
n Arm bes Nils, durch Is Wah ober bie Das 
— Sote pfiehe, welches jebod durch Browne 
er worden iſt 
ug Meinungen ren berefchenb über die Wögtiötee 
nad bem rothen Deere binabzuleiten "**), ‚ 
ſchen dem Ril und dem dafen Koffeir keine Spur eines 
m Kanals ober Pluffes, wie man früher glaubte, ob⸗ 
m völlig ebenen Moben » bis zum Meere, doch nicht 
ar vom Nilſpiegel aus, der tiefer liegt, als ber Wa er 
Strafe. Etwas ähnliches beutete Belzoni auf fe 
ri das Thal von Werenice an (f. oben ©. 723). 
) Unterfuhungen an Ort und Btele, glaubte ber Ber: 
‚ ber Histoire du Canal du Midi ſich beredhtigt ans 
I, daß einft, wenn nit der ganze Nil, doch ein. Arm 
. feinen Lauf weſtwaͤrts buch" bie Libyſche Wuͤſte genoms 
m müfle, unb zwar durch das hal von Jajoumé und 
*. a ne Bahar «el Farygh, d. i. leerer Fluß), 
affer 
u bewog ihn Herodots Bericht won ber Aegyptifchen 
gi der — fe älteften 3eiten feinen Lau f dırs ee 
Wöüfte genommen habe; aus „gretesi he Thatſachen bes 
ihn, und bie Wahrſcheinlichkeit, daB eben ber heutige 
Nils duch den Schleuſenbau am Wörisfee, und durch 
‚ge des Jouſefkanals, erſt auf bie rechte ober äfbliche 
rüber geleitet worben fey. Seitdem erft babe bas Ri: 
chen und das kuͤnſtliche Kanalfyftem, famt den 7 re 
Mündungen bes Nils fi bilden, feitbem erſt ber 
wägyptene beginnen können. 
gewaltigften Dämme durch weldye dergleichen nur geſche⸗ 
te wurden dem König Menes ++++) zugefchrieben, wohl 
n Seoräfentanten ber alten kraftvollen Zeitz fie erregen 
Heute noch Bewunderung (f.. oben Bayoume) tim. 


dolf Hist. Aeth. L. I, c.8, Bermudez in Parchas 

I. £ol. m **) Langles in. Hormemann Voy. 

aan Tr. III. p. 710. en) Browne Tr. p. 148. 

Andreossy Mem. sar l’Egypte. IL $: ‚225. +4} 'Hor- 

ann Voy. Ed. Lange, I. Fr 20. u. Ronnell ebd. p. 197. 

) Herodot II. 99. ttti g s. 1, irrigations, Pa- 
2 


\ 


850 Afrifa, Wafferfoftente, TEE: t 


. Die Berſuche aus bem Delta i ben: SE mit dem 
Meerbufen in Berbindung zu ſehen, werben erfk m 


von ber Lanbange Sue; als Brengianb seeifiden 
gapien und ai Sandıweg von « en un Aſcit⸗ die 









| 5. a8. 
Erläuterung 5 — * be 


bdi b welqchen 
a a a LE 5* 


ganzen Erbe überbe berel ers Ken 
wir ats Zu us elprug fee * 
——— * —— ein Gef Bi L 

s wert en Stromes ( 
wie koͤnnen nun gm * —55 
Deiteos ein! e —— 

Einſt 6 ee Bee in "das Dei! 
niet vorhanden. ar flatt deffen ein negatives Di 
eine weite Strommändung (f. oben foßteme 
fin vorfand. Die Naturbeobachter welche Acgppta 

anterfuchten, Eonnten fi nicht des Bedantıns a 
daß einft bas gange Nilthal eine — (sie: 
bif@e Golf noch Beute), und bie bes Seutigi 
p fden — und Pelufum der Breite — 

tiefem Golf (söiros Salucems) *°) =: 


und den Fri hen VBorhägeln bildete. 
| een en bes en m 12 —8 
orizontalen |Riffen um ungen 
Tungen vr Fluthen zur Zeit diefi vs Übenonhe * 
widerſprechlich (weit ——8WB 
des eaux +) auf ber e des Pre bei vu. 
Baben, au viele © anbere ne preden nis 
der Waſſerſtand au 
miden, 70 bis 80 af Fe als der * 4 
fpülte, fo muß eine geraume Zeit von ba am IH 
verfloſſen ſeyn, in welcher das Delta fich bilden kei 
Aber die find Zeiten bie weit Über alle Befhihtt 
— und deren erſte Erwähnung iſt auch mut 
ung 













iculture er le commerce de Fayoume ia Men 


1. 
9 —* U. De su zı. *®) Herodet IL e. 10: _' 
nier Mem. s. l’Eg. T. IV. Saussure Vi 
les Alpes ed, Neufchar, ı7 «L ch. VIL 


: +) HB. Brost: Bredow. P+ 698 Tut. HH Bend 


. Bllbungsgefchichte bes Nildelta's. 853 


Bom Eintritt dis Nils bei Elephantine in Aegypten 
zum Kap der Pyramiden füllte der Nilſtrom guerft in 
Urgeis das Aegyptiſche Thal und auch den vorliegen: 
Meerbuſen des Delta’s aue. In Dberägypten mußte 
durch die Enge des Nilthales verftärkte Stromesgewalt 
Schuttmaſſen mit fortreißen; ader bei der Erweites 
ig des Bettes *) mußten dieſelben Maſſen mehr zu Bes 
Pen, und fi als Schutt anfegen, den der Strom 
t weiter zu wälgen vermochte. Da diefe in der Mitte 
Giromes vor allem nieder ſank ale primaire Sands 
k und als Deltaland, fo wurben bie Waflermaflen bas 
b alsbald in zwei Ströme links und rechts getheilt, 
bas Product von dieſen mußte nach und na bie 
zomfpaltung ber zwei Nilarme werben. 
In der Mitte jedes biefer getheilten Waflerfiräme bils 
fih bald eine fecunbanire neue Schuttbank, die jeben 
an Umfang gewann und enbli mit der erfien zuſam⸗ 
wachfen mußte. So bildete fih als Stützpunkt bes 
Ba’s deſſen Sübſpitze, nach voran wurde biefes immer 
Ber durch die Divergeng ber Arme. Außer dieſen zwei 





Strömen bilbeten fi zugleich au intermebiaire, bie 


nach jenen richtend doch anfangs immer fuborbinirte 
. mußten, jebod mit ben mannichfaltigften Wechſeln, 
mun wieder Arme, Lagunen, Tiefen bilden unb füllen 
ten. Indeß die Wechfel von biefen ber Nachhälfe oder 
Widerftandes, alfo der Kunſt bee Menfchen unflreitig 
er mehr bedurften und auch burch fie bedingt werben 
uten;, blieb dagegen die Ausbildung dee 9 primitiven 
se mehr der Natur Überlafien, weil bie Kunf die größere 
dalt ihrer Waſſermaſſen nicht gu zähmen vermochte. 
Brei urfpeünglichen Hauptarme find unflreis 

äußeren bes Deltas, ber Kanopifche im Wes 
und der Peluſiſche im Ofen gewefen ’) Weil fie 
gs foß das ganze fläffige Volumen bes Nils zum 
we wälsten, fo mußte als fle im Bange waren 9 an 
n Mimbungen faſt allein der Stromſchutt des Deltas 
gen, unb swar ausſchließlich. Beider Ufer zogen nam 
zwiſchen zwei Sandſtrecken bin, bie ihr eignes Bert 
m, ihre Mündungen rückten aber aus dem Meerbuſen 
6, immer weiter in das Meer gegen den Morben vor 
bie übrige Kauſte. Ihre Otromentwidelung wurbe das 
immer geößer, ihre Gefälle aber in gleicher Proposs 


eringer. 
Bi if als die dritte Periode der Deltabildung angus 
s, denn nun mußten die Rilwafler in bie intermebiären 


IXCXXXX 


Girard Observations p. 295, **J Girard Observ, p, 294. 


tommen Ind: Aumahrig 
mung an ben Außenfeiten bie n 
des inneen Deltag, die Rofette: und Dami 


haben num im ihrer Reihe, in ihrer Peris 
ihre Pi hungeländer —E 

eflofen ; fo, daß fie gegenmäi 
Spfteme Arayptens in einem gleiche 
amd gleiche Function haben, wie 
Pelufifpen Arme als ihre Waffer zu t 
fich nad dem Innern des Delta be 
fle weit ſchneller das Nildelta gegen den Mor 
als Heutiutage. Denn einft wurden im 10 
die Städte Rofette und Damiette an bie D 
—— angelegt von denen fie heute faſt 

ent liegen. 

Vergleicht man bie Stromentwidlung d 

figen a bis zum — 
ſdeau mit dem Mittellänbifhen 

heutigen Arm bon Damiette, fo ift beider 2A 
mie 17 zu 18. Wenn * heut jutage bie ] 
wiſchen Kairo und der Stromſpoltung am 
hemmt würden, fo müßte ber pet eK 
feine alten Functienn eines Heuptarmes eh 

Wirkiich baden die Nilmaffer des Dam 
Tendenz fid in den Kanal Menouf 
deffen Stromentwidelung geringer iſt | 
fpaltung und der Mündung als die mi 
Rofettearms iwiſchen benfelben Bu 








Wildaugegeſchichte des Mildelta’s. 865 


u Wenn man die Dimme und D 
mn Wouneys Tania) pe a moun Yon 
sruachläffigte, bie fi beib e ergies 


Doun wärden ih bie — * * este in Lagus 
zswandeln gleich den Gern Menzaleh und WBourlos; 
Heß hindern enwärt "bie Kunftwerte ber Deiche 
a de A —* a der Ratur wird. 
aft dieſe Periode herbeiführen e su lan 
on Arme von Roſette und Damiette, N eren —2— 
der Sauttauffülung des Rilbettes um m mehr und 
er reden endlich doch wieder ihr Waſſer vers 
Im ſqnellern Gefälle‘ einen kürzern Weg sum 


v —* die —6 ceefſide in v 
men bas aufgef üttete Ita, osciHiren nun 
ı den Weg au eere auf derjenigen Limie pn | 
veiche jedesmal | das färkfie or Ge hat, und biefe 
(5 der firömenden Wafler modifitirt nothwendig im⸗ 
die FR Art Art A bes Delta’s, ohne darum feine 
merfbar a 
ef iſt das Befen der Bildun ichte bes Rilbelta’ 
ie feine äußere —— bie Me * 
N] —— Spiel der ddũnen bedarf bo 
eſtimmung get Bollendung dieſer * 
—— Darftellung. 
üftenfizede Aegyptens gegen Beh von der Liby⸗ 
Fer bis gegen den Ausfu des alten Kanepiſchen 
es bei Abaughbyr oder Abukir, oder die Alexan⸗ 
e Küfte Unterä gntens, welche außerhalb 
| Ita liegt, m. an, u gepeitfeht von ben Befs : 
Mord: und Nordweſt: Winden; ohne die Kalkfels⸗ 
„die in n Imehremn niedern Ketten dieſer Küſtenſtrecke 
*) berall vom Meer gernagt und gertrlims 
* ae von dorther en linterännpten | Gen längf Fe 
überfluthet feyn. 
; nicht bloß der —* — en, A 
9 der vorliegenden Garne der Alexandriniſchen 
ippen. Das Kaftell von Ab⸗oughye ift auf ber 
n —XT Selsfpige dieſer Kette baut, welche 
pt als die legte Grenze alles ſoliden Felsgrundes 
tanifchen Befllandes —* * Be ſt von 
'm und weben nun Wellen und ben Mee⸗ 
He auf, und bir Dünen ı —— pa —A— 
auf, RR e y ee 
eitee gegm S. O. gewo werfen. So entſtanben bie 


axd Observat, p. 297. 



























Male DEnDzuugEen vulmer —— 
Id Meere —8 "Binde © Een 
ben biefen Legiern ihre Form und Dieection; | 
wird ber flüchtige Sand meit nad bem Bon 
Burlos hinüber gemorfen, 
—* gun 4000 $ı Fufmeik. Der 
nd and Oberägupten herab 
Men „ber vom Gere Burlos komme, 
fen binabgeführt nad Damiettt, Ar 
po Ber Iußriegel und DBoghape 
Bent jung einen Rreislauf>) °y, ur 2a 
in Reit des dortigen. Dünenfandes 
— geworfen, der ſchon 
fen würde, wenn bie Denpenfden, ui 
en Nilarme ihn nicht gurli m: —* 
PR a He ham ar id 
jelufium geworfen, fo ai 4 
—— 
die Dünen bes Jahmus von GSuez confituiirk, 
Die Wüfen des Iſthmus im ‚bed 
werfhieben von denen im Weflen des Delta, 
Libyfge Sandwäfte bietet nur — — 
vom Winde dahin geweht wird. 
Sue °*) bage, en fi eine ebene A aus 
feln, deren Maffe dem Winde von W. und 
nichts zu —8 gibt. Seit 
Std ſchon rein gekehrt, und bie de 5 
allen Seanh und Finaſank fan Kinn nach hu 





Bildungsgefchichte des Nilbelta'ſs. E57 
eresfrsmungen dore noch arbeiteten und 3 begegne⸗ 


Der eine führte vom mittelländifchen Meere den 
met herbei, der andre aus bem rotben Meere; an ber 
Ue des heutigen ZAhmus fig treffend, festen fie fi 
Gleichgewicht und in Ruhe, wobei fie notbwendig bie 
nttmaflen fallen ließen, bie fie von den Küfenklippen 
weriffen, längs benen die Directionen ihrer Strömungen 


en. 
a dieſen Thatſachen liegen bie Urfohen vom gegens 
etigen Zuflande bes Aegyptiſchen Niltbales und fei: 
Deltalandes, das mechfelsweis von werfchiebenartigen 
ffer= und Schuttmaſſen überbedt, in immer neuer Pros 
sgeftalt gegen das Meer fi vorfchiebt, und balb als 
adififer Fructboden, bald ale Sumpfland oder Wüſte, 
. Kampf zwifhen Ofiris und Typhon beginnt nad nrals 
aber immer wieder ermeuerser Weife, nach welcher we⸗ 
dem einen noch dem andern mweber ber Gieg no ber 
upfplatz ausſchließlich ange bört. 

Nach Herodot war das Delta in älterer Zeit lange 
durch, außerbalb dee Thebaiſchen Landſchaft, ein“ großer 
ımpf (2205) *), aus welchem unterhalb des Möriefees 
s Land hervorragte. Diefer verwandelte fi in Marſch⸗ 
d, Menſchenhände zogen Bewäflerungstanäle, erböbeten 
Dämme und es begann die Kulturgefpichte des Delta’s 
t GSefoftris Zeiten, wo man balb anfing, bier bie Land⸗ 
ckeni bis auf Orgyen (Klaftern) auszumeſſen *). Die 
schtbarkeit des Deita’s machte bas Land zur Kornkam⸗ 
ep, erſt der Nachbarn und fpäterhin der Weltſtädte Mom 
dBhyjanz; oft ward es dadurch ein entfcheibendes Ber 

e in der Geſchichte der Weltmonarchien. Mit Ver⸗ 

(äfigung des Kanalbaues mußte ein Theil wieder in 
mpfe, ein anderer in Sandland verwandelt werben. Auf 
fem Puncte ſteht gegenwärtig das Delta, deſſen Rand 
R den fichenden Flachſeen ober Lagunen Dienzaleh, Burxs 
I (Berelous), Edku, Maadieh und Mariut umgeben if. 
9 bewällern immer viele Kanäle das Land: Tourte 
»6 zählte einige go im Delta. Ehedem gli es bem 
ideen Sarten voll Ortſchaften und Reichthum, no 
e des Franzöfiſchen Erpedition in ben erſten Jahren bes 
ten Jahrhunderts war es fo gut wie unbekannt ***) in 
nem Innern. Seine Bewohner waren in ewigen Seh: 
s begriffen; in gwei Partheien getheilt, bie ne ad und 
Jaram nennen, unb bis auf den Tod daffen, tämpften 
ber einander, obne den Grund ihrer Entzweiung zu wife 





») Herodot II, c. 4. **) Herodot Il, o. 6, 0. 102. **9) Gi- 
sard eur la Delta in Mem, e. l’Eg. T. IIL, p. 366. 


provinz werten. 


Zur Vervollftändigäng der wichtigften 
Berhältnifles —9— — 2 N ort 


ee 
ik iegen Oſten und Weſten die 
durchfegen, nämlich das The a 


zung gegen das tothe Meer und das I 
tronfeen gegen bie Libufhe Mülte bin, fo m 
Weſtſeite des Nildeltas die Befhreibung ber 
Mariut mit Alerandria, Marentis ber Altı 
9J Uebergang Unteraghpiens zur Sandwüſte b 
ilbet. 

1. Das Thal ber Berirung, Sal a 
Kairo oſtwarts durch den Mokattam zu den Ga 
im Süden von Suez. Es hat feinen Ramen wor 
dition bes Auszugs der Jeraeliten aus ——ã 
rothe Meer; — —e— — € Ra 
sard und Du® 
vefanistung, Sea, Be ehe 5 

ier völlig übe und unbebane gel 

— —AA — —— 

FRE ve verbot, von Kol ur u 1 
ah m am, vorhen Berge 

Ledr iee —e 

bebauen, oder Theile davon zu 55* u 

tern Berge brachten die erſten Mufelmänner in U 


AVnteragyptein· Alerabeia, Biateseit: 859 
sur zur Grab ſtätte ber —— — Seflimmt ſeyn. 
* if ie jegt eine Wäftenel gel 
Ib Kairo bei dem Desfe "Beretin 9) 
ng in diefes el Er Zieß 233 
—* zabern bemoßnt vird. 
nach bie zum on Bere, — CR} — 
J 2, amd zieht in faR unmerkligen Gefäße in gie ms 
w 


Du 
auch flatt fand, von Weh nay DR, fo Daß bei 
iger Erhebung des tothen Meetesfpiegels ein Meexess, 
Be En PS 
ht, al ten 

—— — — Vier einen 
darbietet. w D 2 
| amulegen, doch noch unäl inberniffe fins 
ba immer no eine gewifle on der Mitte 
je8 fiatt findet, wenn biefe [ en bem bloßen 
nicht merkbar iſt 
Am Eingange von Bezetin in der mit 
N NE 
J er im en 
fberge, die zu beiden Eeiten von ©. und von N. nähere 
jentreten, der Thalgrund iſt mit Mollkiefeln übers 
tet, nirgends angebaut, Senfets diefee Berengerung 
© biefes Defile’s,, nuE nog eine von 180 
Weite übrig läßt, fleige der Boden ein ne an Er m 
h 3 jmweimal wiedetholt fi eine ſolche Werengerum; 
Bien Defiles, alfo 5 En 
len, vom denen ber —— — 
id den Maffertheiler par —2 dem Ril und dem rothen 
‚bildet. Ar erfchent auch er noch immer 
Bläe, umd ift aarg init Rena 1; Hlien Überbedt, zu: 
nit er cieten doppelfchaali, en 
: fo daß man — faſt noihwendig ein eins 
E38 Durhfluthen eines Meeresarmeıs —V Quer⸗ 
—— muf. Don biefer end, deren Näße 
nen Guendelßp liegen, jt-man num wieder 
5 “llmählig hinab zur Ebene des ro Meeres, durch 
weites Eat, in /deffen Bitte ein Kegelberg von Gene 
Legt, F 450 uf (so m — —9 und 10 — 
res) in Umfang, rabern Graiboum 
z R — — Ken Eee ar a 
boden mar, in-bri X 
| man durch eine Int, Die nur 180 bi 
u era Teile den —E übrig läßt, aus der Ges 
1 


F Yet ua O. pr 

















860 Afrika, Wafferfofteme. III. Abſchn. 6; 29. 


birgskette biefes eigentpfmligen Mokattam hinaus; denn 
oftwärte von dieſem letzten oftlichen Defile breitet ſich die 
freie Horizontalfläche bie zum rothen Meere aus, die mit 
lofen Gips, Kalt und andern angefpwensmien Maffen über 
zogen if. Von ba führe der Strandweg norbwärts an bez 
Salzbrunnen El Tonareg vorüber nach bem bekannten 
Hafen von Sue}. 

a. Das Thal der Natronfeen unb bas Thal 
des Bahr:bela:ma. Alte, bei ben Hiſtorikern aufıe 
wahrte Gagen und bie allgemeine Tendenz der Rilmafler 
bes Delta’s gegen den Welten Bin (f. oben ©. 818.) 
es (che wahrſcheinlich, daß vor alten Zeiten der Au 
im Wehen durch bie Libyſchen Wüflen einen X 
bahnt hatte, ehe ex auf heutige Weiſe bas Delta bes 
mit Schutt und Schlamm füllte. Die Arabiſchen Ges 
geapben nennen bocthinwärts ein trodnes Thal Libgens, 
den Bahr bela ma, db. h. Fluß ohne Wafler, bie ei 
mifchen Araber aber den Bahr el Farigh, d. i. ben 
ven uf, Die Richtung diefes Thal⸗ 8 von &.D. meh 
N. W.; 38 wah rſcheinlich iſt es vom Süden der bie Furt 
etung des Möristhales von Tamieh, weiches au in Ei 

ayoum bdenfelben Namen führt (f. oben &. 800). 
Norden abwärts führt diefes leere Thal nah Marient 
(Mareotis), 4 Stunden in Ghbwellen von Alezes 
Dria *), wo 5 tiefe twafferreiche Brunnen an feinem 
liegen, die von Arabern bewohnt werben. Der fladde Be 
den der Provinz Mariout flößt Biere unmittelbar an M 
legten, nördlichen Vorläufer der Libyfchen : 
aufgeſchwemmter Boden wie der innerhalb bes De 
seichten alfo bie Nilfhwellen bis dahin, und es ſcheint 
wahrſcheiniicher, daß diefe Gepenb vor älteften Zeiten Kf 
des Rinnfaal des Bahr be ä e 














— — — 


a mä ihre 

bielt, als dur bie heutigen Arme — 

es dieſe Direction des Bahr beia ma, welche die 

nen der Mareotis zu verfolgen pflegen, bei ihren Eis 

fälen in El Fayoum. . 
Auf der Offfeite diefes Babe beiä ma Liege ifmbift Ihe 

an ein Paralleichal, mie ihm in völlig *5* Dies 

tion, das von den Balzfeen auf feinen Grunde das Thel I 

der Matronfeen genannt wird. Deflen Wieb 

Eung und genauese Unterfugung verdankt bie Erblunbe 8 

General Andreoſſy ) und feinen Wegleitern Wertheb 

let, Fon rier, Redoute, welde im Januar 2799 

eine Erpebition ins Werk ſetzten. 


KEN 





®) Andr&ossy Mem. p. 286. *%*) Andr&osssy Memoire ıu 
la Vällee des Lacs de Natreun et celle du feure sm 
eau, in Descr. de PEg. Eı, M. T. I. p. 27929. — 





Unterägupten, Alerandria, Moreotis. 861 


2: Das Thal der Natronfeen ift durch ein nmiedriges 
Baltfeinplatenu vom Nilthal gerade fo gefchieden wie 
E Sayoum; deſſen Breite beträgt in. gerader Linie von 
Berränch am Roſettearm bie zu ben Natronſeen in dem 
Male 14 Stunden. Es ift auf der Höhe Überall eben, fe: 
Kalkfels, mie Kieß, Agathen und Rollkieſeln mancherlei 

Art überdeckt, nirgends aber mit loſem leichten Sande; 
an dieſen haben die Weſtwinde längſt in das Nilthal ge: 
weht. Dben iſt Wüſtenei, Vegetationsleere, Bein hier 
£ da leben, nur wenige Pflanzen fand Andreofly Nitra‘ 
3a Schoberi Linn,; und Hyoscyamus datura (Forsk.) 
ge man nach 14 Stunden Weg gegen W. de Ber: 
Siefung binab, fo zeigen fich in derfelben von S. O. nach 
| 6 Eleine Seen, zwiſchen bepen in ber Mitte ber 5 
| liegen und 3 ſüdlichern ein altes, zerſtörtes Kaftell Heat: 
affr, mit 4 Eden und runden Thürmen aus Bruchſtük⸗ 
von Ratron aufgebaut. Diefem Kaflell gegenüber, an 
Suͤdweſtſeite bes Thals, liegen am bortigen Abhange 
Griechifches Klofter, El Baramoms, und ein Syri⸗ 
Klofer, Amba⸗Bichay (Ambabicoi). Die WBreite 
des Thals zwiſchen dem Kaffe und ben Klöflern beträgt 
Bach einer Triangulirung 7231 metres; fie ift mit Flug: 
überzogen, und darunter treten fefles Geſtein von Kalk, 

ps und Kreibefchichten bervor- Die Klöfter find armfes 
ge Ueberreſte aus jenen alten Zeiten, als Im vierten Jabes 
dert bie Libyſche Seite Unterägyptens von Mönchen 
Winmmelte, ſo daB Kaifer Balens im Fahr 376, zur Wer: 
idigung des Meiches, aus dem Nomos Mareotis umd 
ütriotis allein, an 5000 Mönche aufheben unb in Con: 
tinopel unter das Herr fieden eh. Sie gehören gu 
häufigen Kloferruinen, die ſich in biefen Libyſchen Wü: 
vorfinden. ' 
Die Direction des Thals macht mit dem Stand ber 
wetnadel einen Winkel von 44 Brad nach W., und bie 
Balsfeen liegen mit diefer in gleicher Richtung. Sie find 
kurze Sandftreden von einander gefchieden, unb lie: 
ern als Salzkruſte das Natron. An ihrer Ofifeite trifft 
mau beim Brunnengraben füßes Wafler; da ihre eigne 
Bberflähe bis Ende December: fi etwas zu erheben pflegt, 
Bann aber wieder abnimmt, und dieß in einen gewiffen Raps 
mit dee Nilfhwelle gu fleben ſcheint, fo bat man dis 
othefe aufgeftelle, ihre Füllung möchte eine Folge ber 
tenfiltration *) dee Nilwaſſer zur Ueberſchwemmungszeit 
Die Seen find keine 3 Fuß tief; einer der Seen 

© blutrothes Waſſer. Nur der vierte ber Sem von ©. 






















*) Andr&ossy Mem. p. 288. 


862 Afrika, Waſſerſyſteme. LIE. Abſchu. 5. 29. 


gegen N. gerechnet, wird zum Natron benupt. Man bricht 
die Salzkruſte, die fi auf feiner Oberfläche bilder, wit 
Brecbeifen entswei, und die dunkelfarbigen ter von 
Terräneb paden dieß auf dem weißen Galsfelde ihren Ra: 
meelen und Efeln auf, um es gm den Rorten ausufh)- 
zen und nad Alerandria und Bofette zu verhandeln. er 
Gewinn beſteht jährlich in 150 Kameelslaften und 5 -bis 
600 Efelsiaften. Die Fellahs von 6 Ortſchaften, die zum 
Diſtrikt Terraäneh gehören, find mit bieſer Acheit be 
fehäftige und bezahlen ihren Tribut in NRatzonfläden. Die 
er Natronhandel ift nicht unbebeutend "). Die Flora uw 
une biefes Thals iſt ſehr arm ). Nur Giilfmaltım 
gen von hochſtämmigen Arundo donax ſchmücken wit ib 
zen lebhaften Grün die Ufer biefer Seen in der 8 
Wüfte; Typha latifolia if in den Sümpfen das wugre 
fie Gewächs; im Waſſer leben Bleine Schnedenarten. Bea 
Palmbäumen zeigen fid im Thale nur wenige nicbeig 
Stämme, oder vielmehr nur bilde Büfche, die Beine Frust 
tragen. Waflerhühner, Enten und Geflügel mancherlei Art 
belebe die Seen, der Xhalboden wimmelt von großen Amer: 
fenarten; in ben Wüfen zeigen fi nur ellenheerden 
Im ganzen Thale bemerkte Andreoffy, außer einer ab 
‚sen, verloffenen Glashütte, in welcher man die Gobe be 
nugt batte, gar Feine Spur alter Kultur. 

Im Welten ift diefes Thal ber Natronfeen burd einen 
niedern Landrüden begrenzt, an deſſen Weftgebänge bes 
Thal des Bahr bela ma liege; von den Klöffern beauft 
man nur 15 Ötunden, um aus bem einen Thale in ds 
andere su gelangen ***). Diefes zweite ift mit Band über 
ſchüttet, und man braucht von bem Landrüden etwa ie 
Minuten, um in feinem Thalgrund Binabzufleigen. Die 
Thal des leeren Fluffes if ganz dde, ohne Quellen, abet 
es liege darin fehr viel verfeinertes Dolz, ja in gen 
zen Baumflämmen, bie bis 18 Schritt lang find, und de 
der von den ältern Meifenben für alte Maftbaunıe entiir 
luvianiſcher Schiffstrümmer angefeben wurden. 
©tüde von diefen finb in Agath verwandelt " Au far 
den die Franzoſiſchen Gelehrten bie petrificirten Rüden 
bei eines großen Fiſches dort vor, Außer dieſen Naſſe 
zeigten ſich überall Rollliefel, bie nur Kiefelarten uud Ur 
gebirgsmaflen Dberägnptens anpugehören fcheinen, und uw 
da herabgeführt feyn möchten. Eine Verbindung zwilde 
biefem trodnen Zlußbette und dem Nilchale habe ale Wafe 
ſcheinlichkeit für ig, und alle Beobachtungen führen der 


) Andreossy Mem. p. 284. **) Andreossy Men. p. 255 
*R*) Andröossy Mim. 5 IE. 8 286, ı ? 








Unterägypten, | Alerandıia, Marentis, 865 


ein große Nilſtroͤmun en bie lie 

Ente See Bere Sefanden haben, oder Nil wah he 
Up in dee Höhe des Moͤrisſees fiy in mehrere Arme theils - 
Se, die ih genen Libyen wenden. Anbzeoffy glaubt auch 
auf der Weffeite des Nilthals felbft von den Pyramiden 
Son Gyzeh nordweſtwärts am ande ber Libyſchen Kette *) 
iu folches altes Strombert nachweifen zu koͤnnen, welches 
3 der Direction des Bahr Joufef gesen Nordweſien 
ſortſetzt, und nur unter andern Namen (Ei:Leben, Elaſſe⸗ 
za) Die Bortfegung diefes alten Nilarmes ſelbſt, bis zum 
I Bahyreh ift, ber nad ber Provinz Mariut 
fiber. Ginft fioß der Strom bahinwärte, und Albuquers 
Hues Plan, Aegypten zu veröden, inbem er den Nil zum 
wuehen Meere abwenden wollte, wäre in ber Ausführung, 
€ Andreoffy, nicht fo unmöglich, wenn Man nur Das 
fiee, flate nach Often, nah Wehen, zur Libyſchen 
WBäfe lenken wollte, wohin es durch Geitenfiltration fchon 
nen ſelbſt vorbeinge und bie Nateonfeen fallen und fleigen 


Roc 5 ſtarke Tagereiſen weiter im Wellen des Babe 
selaä ma follen, nah Anbreoffy’s Erkundigungen **), 
woße Waflerfammlungen feyn, an denen große Schilfihl: 
mungen fichen, deren Ernte die Araber zum Verkauf bis 
ach Terraneh in großen Maflen bringen. Wo fich diefe 
kocalität vorfindet, Haben wir feltdem nod nicht genauer 
wfahren können. 

= Der Bahr bela ma if durch feinen Längenzug von 
3.D. nah N.W. fo gelegen, daß alle Weltwinbe den Sand 
ver Libyſchen Wüſie in ihm aufſpeichern; ba er au tief 
hegt, und der Sand aus ihm niche weiter gegen Oſten ge: 
mieben werden kann, fo bildet er eine Barriere für ben 8. 
when Sand, und fhüpt das Nilchal auf dieſe Weife vor 
vemmufelben. In diefes untere Nilthal können tie Weftwinde 
fe nur denjenigen Slugfand wehen, ber auf dem 14 Stun: 
vew breiten Kalkſteinplateau liegt; es ift alfo der Zeit nach 
une gewiſſe Grenze da, nach welcher Unterägypten mehr 
uud mehr befreit feyn wird von biefer Plage, vom Bande 
gshrlich Überfchürttet zu werden. Diefe Grenze hält Ans 
Desoffy für ganz nahe, da nur noch wenig Flugſand auf 
nous Plateau fich vorfinder, und überall fon die Rollkie— 
Red, der grobe Kies und der Kalkſtein auf defien Döhe nackt 
wwb blos gelegt find. | 

. 8 Die LT: ſte von Klerandria und Mariuth, 
Dder die alte Provinz Mareotis. Unter bem Aras 
bifchen Namen Bahyreh (Bahhry, b. 5. eigentlich bas 




















») Andröossy Mem, p. 287. *") Andr£ossy Mem, p. 289. 


864 Afrika, Wafferfuftense. II. Abſchu. $. a9. 


Mieberlanb am Meere) °), wirb 37 e bie n 
Landſchaft auf ber WWeflfeite des Ri eltas er 
son der Meerestüfle Alexandriens begrenzt wird, 
größten Theile nach aus dem alten Nomos Marn, 
des heutigen Mariuch befieht, und In 

Grenze zur Libyſchen Wüfe und dem Lande ber frei— 
berffämme gegen S. W. in bas Land ber benagamm 
Dofen übergeht. Daher Hieß diefer heil Un 
ſelbſt ſchon beiden Arapptern Niphaiat‘), einfm , 
die Griechen mit bem Worte Libyen begeichnetes, 
die Bewohner von Mareotis das Orakel bes & 
fragten, ob fie nicht zu ben Libyern gehörten ). 

Die Woaflerverbindung, in welcher diefer pi 
den Kanal Po A und den von Alerasttk eg 
dem Nil Rebe, Haben wir oben ſchon angeführt (Berg 
816). Der letztere verdient bier einer nähern 

Dee Kanal von Aleranbria begann vır fang 
Iegten Erweiterung duch Mobammeb Ali, ‚Yılsem 
Aeghpten, 1200 meötres unterhalb Rabmänyeh am 8 
fetteaım, ale ein ı5 bie 18 Fuß breiter Braben, be de 
dann breiter wird, und etwas abwärts noch Eyımmb I 
2er Gonftructionen von balblreisenundben Une 
bauten Bat f), bie in einer Breite von aso Frl 
in alten Zeiten gu Anterftellen ber Ranalfchiffe dienen meh 
sen, und einen großen Zufammenfluß von Barken ink 
fegte, gu einer Zeit, ba Aleranbria bas grefe um 
des indiſchen Handels war. An biefer Stelle liegt ie 
sige Damanhour, einft Hermopolis parva, (Timi-a- 
im Koptiſchen, b. i. die Stadt des Horus +}). Ya 
zeigt bie Umgegend überall Verfall, einige Meilen wrt 
der Kanal etwa 60 Fuß Breite, die Ebene ſenkt fd % 
Kanalbette dagegen liegt höher als dieſe Ebene, u ef 
eine halbe Gtunde vor Alerandeia liege beffm DM 
wieder tiefer als die Ebene. Dann gebt ber 
verſchiedenen Breiten bis in die Nähe von Abontit, w 
wendet ſich dann dicht am Bee bin, gegen Alepanitik 
wo er am Buß ber dortigen Trümmerhügel in bei 
ausgeht. Bein Nutzen für biefe Stadt mar bisher, 9 
ide feifches, füßes Teinkwaffer brachte, am ber «6 dr MR 
fehlte. Zu dem Ende wird dies dort in 308 Giferum | 
bem 360) aufbewahrt; waren dieſe erſt gefülle, je wert ® 
erlaube, die Dämme zu buripflecden, um auf on 

















*) Champolliou II, p.6, **) Champollion IT. 266. “Be 
rodot 18. — er C Jabrol Mem. sar I (> ’ 
nal d’Alexandrie in Descr. de I’Eg. Et, M, Lim DL |. 

. Pr 286. 14) Champollion L. P- 250 





Vnteragypten, Aleraudria, Mareotis. 865 


Waſſer zukommen gu lafſen. Da dieß ber ein 
ervorcarh Alesandrias ift, fo bleibt der Kanal im: 
 mächtiges Mittel zur Bäbmun dieſer Stade. So 
Miscletian bei Belogerung ber Grabe ihr die Aquä⸗ 
B und fie mußte fich übergeben, eben fo viele andre 
um. Über nur fehe hohe Nilſchwellen Roßen biefe 
im Kanale vor, bis Alesandria. Gewöhnlich *) 
w NRilfchwelle eiſt vom ıoten bis soflen Julius bei 
myeh metkbar, im Auguſt treten bie Waller ein in 
mal don Alerandria; wegen feiner vielen Krümmun: 
ızıchen fie einen Monat Brit, und gelangen erſt ben 
September zur Hafenſtadt: denn ber Kanal iſt an 
amden lang, nbgleich ber directe Abſtand Alexandtiens 
abmänpyeh nur 16 Stunden beträgt. Da bei die: 
teen Stadt die Abnahme der Nilſchwelle aber (dem 
em Detober beginnts fo folgt, baß bie Säifsarkeit 
Tanals nur etwa no bis 25 Tage baueım 
t einmal einen Monat lang im Jahre, 
or Anlage diefes Bafenortes dur Aleranher das 
ie feine Rage t von einem Nilkanal, der feine Waſ⸗ 
£. Mareoris geführt hätte; vermuthlich befand eine 
Beräflerung weiter ſüdwärts gegen bie Stadt Ma⸗ 
da bie Nachricht von dieſem Orte ſchon zu Hero: . 
Beiten darauf binweifet. Der Kanal don Alerandıia 
; wohl gleichzeitig mit ber Erbauung der Hafenſtadt 
a; &trabo ’*) gibt einige Ragripten barüber. Zu 
Beit erhielt der Mareotifche Gere mehrere Kante, 
er heutzutage nur in jenem Einen verwandelt fcheis 
daher diefer auch p große Ummege mat. Die tiok⸗ 
legte Landfchaft ift daher gegenwärtig Wüſtenei; noch 
Rittelalter gu Abulfeda’s Zeit waren Bier paradis 
Landſchaften. Ueber ben Kanal gingen zw feiner Zeie 
ı Nähe von Alerandeia allein 4 Wrüden, ein Zeigen 
arten Verkehrs. Zur Zeit, da der Kanal von Suez 
ange war, und bie Kanalbarken mit Indifchen Maas 
m Suez, duch ben alten Königsfandi in ben Nil 
us dieſem durch den Alexandriakanal in diefen Welt⸗ 
elaugten, mußte bie Landſchaft umher wohl ein au⸗ 
—*8 haben. Uber noch gegenwärtig bilbet bdleſer 
| lange Zeit hindurch die einige Verbindung ber Stadt 
em innen ÄAegypten, war aber feit langem fehe vet: 
iffige, und näherte fich feiner Vernichtung durch das 
ifen der Meerwaſſer. Denn erfl - nad Yonifede | 


to, -als 


‚Anctet:et Chabrol &, &, ©, d. 199: **) Berabo XV 
‚493. ed; Tuch. tn u ; 


gegen ause —X mu 
» hat 
Kent, Gemat; "as — 268 FE 
Sarfdarmanung fü 


— Ali met f- 


—A Mei — * 
je fel je Blacpbosı 
1) vr ee, indung ** —8 


ef ließ 
eine de 
— Rh Ellen N 
färdern, umd bald darauf auf des En; 

nes Bring Wi . 8 


R.D., in Liniı 
— —— 





oceilghpten Alerandria, Mareotis. 367 


| We Ele anbeia, das Karthag 
neden Kom an Größe a Barthegee „arte erſte 
€ des Altertfums war, daher auch ihre Katakomben, 
längs biefee Meerestäfte Hinliefen, don ber größten Aus: 
— ſeyn mußten, wie fich aus Strabs's Nachricht 
der fle die Necropolis nennt. Viele derſelben 
— felb —* älter zu ſeyn, als bie- e Gründung dee 
gen Stadt, und gu ber Reihe der älteſten Mo: 
neunte an den Meerestüften zu gehöten °), Ye von Kars 
und Spree dis nach Aegypten, und an ber 
Küfte nordwärts zur Gilicifchen Kleinaflens, 
bis Telmeſſus reichen. Die ganze Weſtküfte Alex⸗ 
aeigt folche Katakomben, deren DHaupteingänge ver: 
Die aber von dee zertrümmerten eeres ſeite 
Eindre eg et und augängli geworden find.‘ 
auf der eite von al Fe auf der ſchmalen, 
Land 8 die bis Abukit er t, und * 
ik, daß fie mit einemBlid überfehen Täge, la: 
Drei Geaͤdte nebeneinandee, Nitopolis, Klein: 
























se iste Ne Ganopus 30 ra »);  gegenwäts 

kaum mögli yn wegen enge! art 

Em; die eßenpente bar fi ek er febr 

wernb verändert, und bie gegenwär —34 

en. auch den Wellen niche lange Widet and leiften zu 

ER der Gtelle des heutigen A butie füge Me „Art 

geber bes Strabo (Strabo ed. Oxfo t. p. 

B. 11. 31. 1.) zu beweiſen, habe —8 — 

qtvollen Ruinen und Felskammern nach Denews 

ng (T. II. tab, 8. f. =.), werben für bie von Klein 
JUL und bie ausgebaueneh Zelsbeden, in we 

eeresizellen einfpülen, für Bäder gehalten. Biraed 

> Die Reſte von Nicopolis auf “). In einiger Entfer⸗ 

von da, it dem Meere, ſieht man die dem nte * 

lyturen und Architecturen, Reſte von —5*— 

Tempel ſtehen, die Colonel Squite und. dur ts 

=) an das Morgebitge Zephyriam erinnerten, 10 einfl 

nis Hand , nech Strabo. —3 aber auch, daß 

n zu den unter Saladin durch ben Gouver⸗ 

Agranie ing Dert geworfenen 400 Gänlen gehören, 

bie Meeresbrandung dezähmen und die Mauneru von 

Beanbrie "inf ſchuͤtzen mr auch ben feinoligen Suiffen 

9) Clarke Frar, v. Tom. it. di 1,308. “+, Strabo avıl 
Tzsıc ’ ä 

an T T. a “P: 305: —* Fon Aelan {N hir. de 
Me pin Jiis | 


[1 J beweißſet 
—AA daß eher Arne * 
iht durch die Wellen verſchlungen —X Auf 
iR es —X ſeht fanieeig ohne Vie gen 


e J J 
Eliten SE 
merkſam auf folde Werpäl: fi 
Fre und Phyſit der Erde in 


BE ie mit bem felfigen Käftenufer 
t eine. 
ee 
* m Beige ap ſtreicht, ni m! 
—8 ——— Diefer Klig 
N alten $ von Alerandria, auf be 
Stadt ein, und läßt nur 4 tiefe Zwiſchen 
te. Auf ber Dftfeite biefer ehemaligen 
melde Alezander durch einen Damm 
nente gu einer Halbinfel van e de: ! 
der Stadt, Am ganzen Morbufer bi L} 
Weflwärts bis zum Beigen Rap (Bag el Bu) 
ebenfalls gernagt, und die Ratatomben am 9 
Jnſel find vom Deere blos gelegt **).. 
In Fo a a ù*? bes 8 
Sandwaffen [6 fehr au 
anders, daß hier das eufaefghtiee 





x 


. Umterägppten, Alexaudria, Wiareotis. 869 


‚uiben, ber bie Heutige moderne Türken ſtadt 
et von der Jraberſtabt bes Mittelalters, welche 
* GStabde ——— ehe wor. Viefer Bei: 
en Alesanbria’s Baben eben wegen biefer 
en Dee st Wechſel keinen vr Untergrund, auch ift 
liche neue Hafen den Dfwinbden, der weRliche 
‚den Nocbweflwinden ausgefegt. Da Alesaube s 
Büften umgeben gleich einer Inſel liege, fo if diefe 
erheit der’ Hafın allerdings masehrilig. Dach treibt 
seömung von Weſten her die Schiffe dem Hafen zu, 
* Ko tiſche Ocean gegen England, das Saufge 
ndien, und die Stadt wird leicht immer d 
a Worräthe Gaben koͤnnen, wenn ſchon bas ummits 
e Einlaufen *) in die Häfen auch Beute noch eben fo 
verlich iſt, wie nach Joſephus es ſchon ehemals ber 
war. Auch von fern Ber kommenden Guiffen if bei 
get borherrfpenben Nordwefl:Stürmen das Landen an 
üfle gefahrvoll, weil ber ee weiße 
) ie Führe und Leine Landmarke ein fornes Gignel 
Is im Weſt etwa der Araberthurm, und gegen Alegs 
) | Srappra von Dattelpalmen und bie Yompriusfäule 
ofephus Verficderung warf einſt der Leuchtthurm 
haros fein Licht 300 Stadien weit von ber Küſte 
auf das Meer, und diente fo, an der gefahrnellen 
‚SB gen welche Winde und Strömung von N. W. ber 
N ffer herbeiführten, ſchon in großer Ferne zum weifer. 
la ben genauen —— wel die 
liſchen Naturforſcher Dr. Hemprich um hrens 
H au der Küfte bei Ale andeia im 53 1891 ans 
a, beftebe biefe aus Sandie in voll Muſchelfragmente, 
* r feſtem Korn bei den Katakomben, von gröbern und 
dern Korn am Feigenkap (Ras ei Zin). Bei. dies 
tern MWorgebirge gleicht ber vom Meere ausgewors 
Band, ganz den felfigen, erhärteten Maflen, bie 18 
8 am Ufer emporragen und Trümmer alter Paläfte 


fee Dügeltette an ber Küfte beſteht weiter im Br 
einen Sandflein, ber n fleil zum Ma: - 

e u W * rümmer bildet, und ſich etwa 
ber den Meeresſpiegel erhebt. Dieſelbe 

* * an gegen S. W., 9 bis 10 Stunden weit, 
m Arabert hurm. Doc tritt bei ber Inſel Me 





‚egh Narrative p, 5; Fl. „Josephus de Bello J adaico. 

. X, p. 1204. 9 Hudson. **) Rad einer pand- 
iftliden Mittheilung durch bie oerren Atademiter und 
rofefforen Lichtenftein und Lin, S. 38, 


" 


sunwInwur® vr yıyımı eurem 
zroving Mareoris- 16 nad der Sit Rack 
eh duch bie Fran fiſche Epeoirion wieder 
den iR. General Dekaing drang im 
Yane sin, ‚Gral Sion: —8 1801 zu 
Torre dei 
gast, Laneret und —A 
area entbedte, Lepdre‘) 8* —5c 
über biefe bisher ganz dergeſſenen Gegenden 
fon Gelehrten 5 em pri⸗ und Ehrer 
ðvorih⸗ — als ausgezeichnete Raturforfcher 
wu. Fine und Li 2 
über bie Bestosie, jegetation und ı 
2 heit dieſer Erdgı Art germadt, die 
Bemerkungen bes leiber fo früh verfochene 
Liman aus Berlin hier, gus handfcpriftiiggen 
mitgeteilt werden Bonnten. Diele Gelchtt« 
wit Unterflügung des König, ‚Praltarı 
Der Academie der Wiſſenſchaften den Herr 
yo Binutoli auf A; anaäolegifgen 
egypten, und wollten ft 1800, von 
maus bis Cyrene a ae warden 
dem fie vom ıoten bis saften Dxtober wefhwärt 
ber ** bis zum Brunnen 33. ea r-! 
fen KR! legt —8 En va here 8* Ar! | 
e oben € 
yeige mar, um OR Rüdwege 38 
sen, von wo fie nach Mariut 


hi 


























Ve | 61) 

BE Sape Demuliß Ime Mn lie ml un * 

a, ei — ju erwarten al mie 

TER 5 
“reo 

| und Stationen ‚, bie er — erh 


| renzorovinz Mariuth —— 
| * wüſte, nur von irrenden abetbieten 83 
9a Zeiten im Jahre dahin wandern. Naqh 

Be allea u zum Mareotifchen Nomos —2 —* 
fihen dem Thal der Natronſeen (Nomos Sitriotis), dem 
‚ dem Mareotisfee und den a Kanälen 


st mit Bun 
run Sopitalis Marsa dem Nomos und 
Die Ufer waren burch die Dlivens 
—*X berũhmt. — führte viel 
nn neh Kom aus. Die GStadt m de Ki bass 
**).909r Kambyſes Eroberun Se 
29 mern nad Cheifki — ware vn 
umtie omas fehr Karl von Chriſten bewohn 
Baer Berti ungen ber Donatiflen und Arianer a Pi is 
en von Maren, Libyen und Theben zurlidigogen. 
Mie großen Veränderungen, welde bie Beit hier ders 
wehrt Bat, Pe: en eo bis jegt nur 24 mögli eins 
E Gtellen biefer Wüflenei zu —— vwelche überall 
Artiamer gen Einden een mittlere Ein⸗ 
das Meerwaſſer mit dem Gere Mare stis 
beftand Hier ſeit alter Zeit immer ein 
af, ber aber feit 1802 außerordentlich 
wurde, als die Engländer bei der‘ Welnge 
wir, im April 1801, den bortigen Uferbamm 
von Abukir, auf welchem ber Kanal von 
"Sinläuft, durchſtachen, und fo bem Dem BMesıe 
Be se bas Land Suͤden er Das Meer: 
te gemalttam dus ben utisfee in bas 
* En + Mareotisfee's bineln, und brauchte 
een Monat, che es id ine © —— 
Durqh biefe Wafleranfällung wurden viele 2 * 
Ex * und an einhundert und funfjig € 
e oder größere Ortſchaften und Bieieerien serkört, os 


— — 


dre Mem. p. Stıraba XVII. „ed.T 
ee] Heroder IE ad. DB RILTLnET. * 











Ber 





| 





mus mit ber Küftentetre, I 
M.D. gegen SW. binsieht, am äußerfien 
bis eine halbe Stunde von Abufir (T: 
Thurm der Araber. Die Sandbügel die 
rennen, tragen an ihrem Abhange bie und 
wilden Dattelfträuder, bis zu 12 
Durchmeffer; auf ihrer Höhe nd N 
lichen Fuß gegen ben ausgetrodneren Mat 
areotifchen Eimmpfes wuchern viele fuhhe 
zumal Salicornien bie der Fläche einen ge 
tice'n und Salfelen welche ihr einen grü 
son geben; doch auch die nadteften Fels: un 
find Hier noch mir Flechten Übersogen, zu 
weißen Parmelia die den ganzen Boden 
den Anblick einer mahren Schneefläche Hiek 
Süpfelte zu, fo weit das Auge ven dem ni 
ben am Mareotis reicht, erblidt es nur una 
— Wüftenfläche, ohne bie geringſte Abw 
aum und Strauch, bis auf fparfam jerſt 
(Salsola tetra; oma) ”), 
Der Ehurm ber Araber, Torre dei 
Beduinen El-A’moud**), d. i. die Säulı 
ols Landmarke für die Schiffer und Karavas 
diefer Grenze Aeghptens gegen Libyen allgen 
—— ——— 
inem tigen Vorüberreiten, für 
a, jäle “pn für einen Küftenthurm, 


mnhaue Mama has Üihufium Mn ma & 


Unterägypten, Alerandria, Marestis. 875 


gegen ſich Grundmauern alter Gebäude, an denen man 
Deustlich gemauerte Stufen entdedt. Diefe Stelle heißt 
—X bern Kum⸗Abuſſhe, Buſie, md es if uns 
Bey "Faposiris bei Diedor, Strabo *) amd’ Drole . 
FB «dB. i. Grab bes Dficis, wie wir ſchen eins im Delta 
Bun gelernt; f. oben ©. 819), two noch im erſten Jahr⸗ 
ee nach Chriſto, wie Strabo meldet, ein Heiliger 
Elfabrtsort an der äußerſten Libyfchen Grenze war, 
au Philä an der Mubifden (f. oben 681). Benach⸗ 
@ Monumente mit Dorifhen Säulenreften find höchſt 
zfcheinlih aus Juflinians Zeit, da wir aus Procos 
8 Nachrichten erfahren, daß diefer chriſtliche Kaifer, ges 
Den Alexandria rebellirt hatte, die Stadt Taph⸗Ofi⸗ 
möüdte mit einer Curia und Bädern, \ 
Mie Breite der Hügelreihe, weiche den Mareotisfee 
Üefer Stelle vom Meere ſcheidet, beträgt nur 3000 bie 
SD uf, und iſt voll Grotten, offne Gifternen und Kata: 
Sen, welche zugleich die Steinbrüche ber Alten für Ales 
D wia waren. , 
Wie Bildung ber weitern Landſchaft gegen Weſten 
pr es fehr wahrfcheinlich, daß diefe ganje Gegend nach 
: nos som Deeie — en dem 6 enbar —* 
en eer hinlaufenden et, feine äußerften 
Erin waren. Denn, wie das Bett des Mareotis, lies 
e en W. no zwei ) Thäler, gang in derfels 
a Sichtung mit derfelben Bildung; bas letztere 
Elche derſelden fol, nach den Ausfagen der Bebuinen 
E Vortfegung des Thales der Natronfeen ſeyn. 
Nefe Thaler Erümmen fich gleichfärmig nach dem Meere gu. 
jebem berfelden fanden bie Preußifchen Naturforfcher; 
Fig Dindurchsiehen, große Lager freier, meif verwitterter 
Rermufcheln, ganz biefelben Formen, welche am Rande 
a liegen; do& Halten bie beiden weſtlichen 












ergegenwärtig Beine Waſſer. Die etwas erhabnere, felfige 
Renplatte ihnen zur Seite, enthält ganz benfelben Sands 
wie an ber Mareotis, undindendortigenröthlichen, kalki⸗ 

GSeſchieben befinden fisd eine Menge Mufcheireſte vom. 
iz eingewachſen, ganz den heutigen lebenden Helixarten 
eich, welche die Sträucher ber Wüſte zernagen. | 
Un dem Südufer des Mareotisfees, in gleicher Breite 
se Buſir (unter 31 Er. N. Br.), nur weiter gegen dem 
Men Sin, entdrckten bie Stangöflfegen Reiſenden, an ges 
wuerten Brunnen die Ruinen von 4 alten Gtädten 7), 





) Strabo XVII. p. 536. ed. Tzsch. **) Procopius de Ae- 
difhciis . Justiniant, Venss. 29. lib. VI. c. 1. p. 490. 
*5*) Ehrenberg und Hemprich Dfcpt, vergl, Lepere Mem. 
p: 14, +) Lepere Mom, p. 15, | 


Ki 


Woffer elafl füllte, die A jept erwa 6 DR 
ber trocknen falzigen Fläche des Seebodens er 
erkennt man die Mefle von Straßen und Poı 
ie’ ind mit Pracht aus Quadern erbaut, a 
und Granit ,: und find der alten Kapitale | 
würdig. Im der Mitte des Gechaffins, 3600 
im ©... vin Waren, liegt. no ein fehr 
Monument, das 150 bis 180 Buß lang umd 60 
if, und nichts anders gu ſeyn fepeint, als di 
Kr Ducis von Rası, gem Biden Fr \ 
boden zur Aufbewahren, iffe a 
Bon diefen Trümmern auf Der Ghhfrite Te 
dem, auf einem kleinen gepflaſterten Dammn 


"Araber hier wie häufig,aud an andern Laguı 


legt n, buch die feichte Marentis Hindu 
En Weg nordwärts gegen ie 
shdlehren; auch ragen ſeit dee Unterwaflerfegu 
1801 fehr viele Infeln aus ber Mareotis bern 
Schuttterrafſen der Überfhwemmten Städte 
And. Es iſt alfo vorauszufehen, daß auch biefı 
wieder zum verpe| umpfe werben -wisb 
Berkelung des sen Sanafpkeme He? Pant 
es al janalfpflem: 
Garten ber Mareoti 


paral 
wich. reiche Webuinenhorden haufen 
biefen —ã bene ra Landes —— 
Sranzofen von weitern Entbeckungen im Libye 





Nilſtrom, Ruͤckblick. 874 


Euterung 5. Rüdblid auf den Nilſtrom und 
nenEinflußaufdieefgichte des Menſchen. 


Seit dem boden Alterthume hat das Nilthal, durch bie 
akteriſtiſche Eigenthümlichkeit feiner Bewohner, durch 
ſonderbare Abgeſchiedenheit von allen Übrigen Völkern 
Dem größten Verkehr mit ihnen, und durch einen hoben, 
F aufgeſprochenen Grad ihrer volksthuͤmlichen und mif: 
baftliden Kultur, die Aufmerkfamkeit aller Beobachter 
fi gezogen. Ja das fo Höchfk eigenthümlich entwits: ° 
? der menfchlicden Natur und ber Öffentlichen und häus⸗ 
m Zhätigkeis unter ihnen, bat eben weil das Veik da: 
4 für Andersgebilbete unverftändlih und hieroglypdiſch 
b, auch fein Land lange Jahrhunderte hinburch gu dem 
be der Wunder gemacht. 

Gehen wir auf den Beitrag, welchen die pänfifche 
Uung des Nillandes zu tiefer &arakterififchen Entwid: 
> geben konnte: fo zeigt fib auch ſchon im Großen eine 
ſo lokalifirte Eigenshümlichkeit dieſes Waſſerſyſtems, 
De ganz dem daraus hervorgegangenen Geſchichtlichen 
autfprecden ſcheint. So einzig kaſtenartig geſtaltet wie 
w, eben fo eigenthumlich iſt auch die Weliſtellung wie 
Meftaltung des Nilſyſtems, das fidy auf der ganzen Erde 
@ wiederholt. Wenn auch wirklich nad der Unterfu: 
ag mancher der ausgezeichnetfien Geſchichtsforſcher, die 
ug Keime der Aegyptiſchen Kultur nicht einheimifch ſeyn, 
ren aus dem Driente übertragene feyn follten, fo bleibe 
Entwidlung derfelben doc wenigſtens für das Nilthal 
3 eigenthümlich, und auf biefe baden wir jegt einen Biick 
werfen. 

Der Nil iſt der einzige Strom ber Tropenzone vom 
em Mange, welcher mit den größten und regelmäßigfien 
hwellen, alfo mit ber überwiegendfien Bedingung zur 

sbarkeit, ringsum gu beiden Seiten von feinem obern 
fe an bis zur Mündung, mit der Kultur unfähigen 
iflen umgeben if. Nur mit dem Indus bat er hierin 
e entfernte Achnlichkeit. Er iſt zweisens der u} 






penfrom, welcher in ein Mittelmeer fich ergießt, d. 9. 
Ger ein nicht-oceaniſcher if. Ganges, Iubus, alle 
nefifden, Amerikaniſchen Hauptwaſſerſyſteme, find ocea⸗ 

e Ströme, ihre Anwohner find auf oceaniſche Welt⸗ 
ältniffe angewiefen, durch den Dcean zu einer ganz an: 
n Zhätigkeit berufen, Hinausgelodt ins unbeflimmate, 
te, unendliche bes oceanifhen Himmels, ber oceaniſchen 
segten Flächen, bie eigli aus der Kerne in Luft und 
affern, als Ebben und Fluthen auf hunderte von Meilen 
das feſte Land eindringen, und die Herrſchaft bes Dceans 
F in die Eontinente hinein erweitern (f, bie Waſſerſyſteme 


876 Afrika, Waſſerſyſteme. ui. Abſchu. 6. ag. 


2. B. des Ganges, Hoangho, Miſſtiſtppi uw. a.). Debe 
konnte dem Aegypter das Meer als unrein verboten fen, 
ohne feine Zhätigkeit zu hemmen. 

An den Mündungen des Nils iſt Feine Ebbe und Flut, 
die den Dlick des Aegypters vorwärts *8 und ſeinmn 
Ideenkreis dahinwärts erweiterte, aber eine Nilſchwele, hie 
aus dem Binnenlande ſtrömt und den Blick rückwärts gie 
ein.ig dahin, von woher alles Gegen des Landes ihm 
kommen ſcheint. &o iſt die ganıe Thätigkeit der Rilan 
ner fefigebannt an bie beengte Form; kein Naturtrieb rege 
fie an zur Ueberfdreitung der Grenzen bes gegebenen Ede» 
plages ihrer Thätigkeit. Die Flufſchiffahrt leitete fin 
nicht zur Meerfahrt, nicht zur Weltſchiffahrt Hin, fondem 
wurde nur ein Mittel engerer Verknüpfung der Banıfırk 
ten, ba die Hauptfiröme ber Erbe fonft Überall gerade Is 
Entgegengefegte bewirken, beide Stromhalben von einonıer 
mehr fdeiden als es Meerengen thun, und das Binnenln 
zum Weltverkehr treiben. Ä Ä 

Gerade der Impuls ber Naturgewalt, ber ben Weib 
Rrömen einen vermittelnden Charatter des befcpräntmies 
Koniinentalen mit bem erweiternden Deeanifchen giehh 
mußte alfo hier wegfallen. Aber eben barum entwideis 
fi bei ihrer Innern Kraft auf dem durch die Natur ale 
befehränktern Raume und in dem befcpränfteren Felde ba 

eentbätigkeit, ein deſto geößerer Reichthum bes irdifh 
ewaltigfien und WBollendeten. 

Nur die Wolga: und die Donauftröme faffen fich, g⸗ 
zer Stellung nach, mit dem Nil vergleichen, aber am i 
Ufern, tie im untern Laufe nicht fo charakterifirt find, und 
die kein sropifches Anfchwellen auszeichnet, bat Ah ah 
noch eine roltethämliche, hoͤhere Kultur entwickelt 
. - &o weit unfere Geſchichte guridreicht, kennen wie 
Beute noch ein, einem Hauptſtrom anwohnendes Kulm 
Volt, in deffen Geſchichtlichem die lokalificende Grönater h 
ſchacf ausgewirkt erfgiene, in welchem die Ratur Ir 
terlandes fo Überwiegend bebingenb in der Entwidiung Mi 
Aeußern und Innern bervorträte, in welcher bie 
Kpätigkeit der Individuen mehr gurüdgebrängt wire is # 
Iem, was im Monument aus jener Zeit darüber zu uiß 
prechen vermag. Wie das Acguptifche Bätterbi zur I 

egyptiſchen Porphyr ein wahrhaft vollendet 
ſches ift, 8 erſcheint auch das Aeghptiſche Voll zur 
aus ſeiner Nilthalnatur hervorgegangenes, an das 
land gr ebundenes Urvolk der Erde zu feyn. 
8 ift daher auch wohl in ber ganzen * 
nur ein einzigesmal bie Eigenthümlichkeit ber Au 
Entwicklungsgeſchichte Servorgetreten und biefe kinm MW 
wit der Bildung im Waflerfofieme des Milfireme MP I, ©: 
























Milſtrom, Rüdblid, - - | 87 


2, ” jebem andern auf ber weiten Erbe mußte fie 
ere ſeyn. 
der eigenthümlichen Alpennatur -am obern Laufe 
ie wenig; auf dem Zweiſtromlande (Meros und 
) des Mittellaufes, finden wir die erflen Spuren 
Rullur wie überall bei ähnlichen Bildungen paral: 
illingsſtröme. Die Stellung beflelben zum Guban 
oben mit der des Pandſchab zum Iran und 
deutet worden. Giniges mehr läßt fi in Bejie⸗ 
f den untern Lauf in Erinnerung dringen. 
' geigen Fi im mitsleen, mehr noch im unterm 
und in Oberägypten von der Grenze der Sgiffbar⸗ 
des Nils, den Srenzinfeln Philä und Elephantime 
derah und weiter Binab, eine faſt ununterbrodene 
a Denkmalen ber Architektur des Volles, welche 
bt ihrer Menge, ihrer iefengröße, der Vollendung 
ht ihrer Ausführung und ber ben Jahrtauſenden 
ı Selfenfefligkeit, den erſten Rang unter allen bes 
auf der Erde einnehmen. | 
: liegen bie Kempelgeuppen von Soleb, Ebfambal, 
Derr, Sebua, Dakke und andre, ferner die von 
Hepbantine, Ombos, Gilflis, Elithyia; bier der 
au von Edfu (Apollinopolis), auf defien Trümmer⸗ 
neue Arabiſche Dorf fich angeflebelt hat. Gos 
m fie über Esne, Hermontis bis zu ben Ruinen 
ı Königsftadt Theben zu beiden Geiten bes Mils. 
n Trümmern, die fi von der eitten Bergkette aus 
ieben, fleben heutzutage in weiter Gerne von 
He Arabiſche Dörfer, von Bergkette zu Bergkette, 
m noch unterirdifhe Bräfte und Katatomıben bei 
m Stadt diefe Dentmale in bie Ziefe der benach⸗ 
zerge fortfegen. ol 
e Reihe in ernfler Einfalt und erflaunenswärbiger 
ufgeführtee Prachtgebäude, bie um und um mit 
den geziert, wie gewaltige heilige Sehen aus ben 
Sandflreden in ben blauen, nie getrüdten Himmel 
en, endet gegen Norden bei Denderah ober Tenty⸗ 
dem Sfistempel, an beflen Dedenplotte ber bes 
Eplertreis eingehauen if. Dann folgen fa nur 
sümmerte — gewaltiger Tempelſtäbte de⸗ 
werke mit Sande der Libyſchen Wüſte zugedeckt 


find dieß Monumente «iner fo eigenthümlich bes 
nd entwidelten Kulturwelt, eines uns fa unbes 
Momentes in der Menfchengefchichte, in welcher 
yem Materiellen bedingte Darftellung ber Produk: 
nes ganzen Volkes fo qharakteriſtiſch hervortritt, 
ı der folgenden, auch nom fo univerfell entwickelte⸗ 








“ 


875 Afrika, Waſſerſyſteme. TIL. Abſchn. $. 09. 


von fie weber hat im ihrem Weſen gang begreifen, mod | 
weniger in feinen gefoffenen und faffenden Kunfitreis | 
- wieder mitaufnehmen und regeneriren Bönnen. 

Aber Drt und Etelle ſprechen es aus *), daß fie einf 
Mittelpunkt eines mädtigen, reichen, bodhgehildeten Stat 
16 und Volles waren, teffen Eoloffale Ginheit vom ie 
Grdoberfläche verſchwunden if, feitdem WBölferwerkehr di 
Kräfte vertheilte und die Nationen nicht mehr aus figtlit 
großen Bliedern, fondern aus adgelöfeten felbfkftänbig ns 
widelten Individuen beſtehen. 

Tiefer Hromadwärts verſchwindet diefe Art ber Monk 
mente als Refultat lokalifieter Entwicklung mehr md meh 
doch nie gang, doch folge num inshefondere bas Land IH 
Kanäle Sf deren fyftematiſcher Bau auch jegt noch in ik 
sen Ruinen gleiche Bewunderung erregt, und auf ihre dit 

ige hohe Wichtigkeit ſchließen Täßt. Zn Ausgange Unten 
igyptens ziehen fe hin _bis zu den Meerestüften (f. obm). 

In der Nähe der Stromſcheidung, bei dem alten Mat 

Bis, erheben ſich wieder andere Denkmale, die ber Zodtim 
D ſtehen zwifchen Ghiie und Kairo auf einer Gtrdk 
von 8 Meilen, die 400 und mehr Fuß hohen Ppramibit, 
Bald einzeln, bald gruppenmweife den Mil entlang. Da fir 
ben Me auf dem Tobtenfelbe, dem Felſenboden voll Grit, 
der weit dineinreicht in die Lidyſche Wüfte, und fehom find 
fie zum Theil mit ihrem Flugfande Überfchlittet, trog Ü 
toloffalen Gphinze aus Felfen gebildet, die bier am Et 

ang dee Wüſte den geheimnißvollen Boden  bemadet 
us die Pyramiden wie fie jedt flehen find ſeidſt der Buhl 
nad nur noch Mefte einer einft weit geößern Menge meld 
de Barbarei des Mittelalters gerflörte. 

Noc tiefer Hinab in dem Delta, das fein elanes DU 
feyn einer jüngern Zeit verdankt, find auch aur Werte Mi 

tenfhen aus jüngern Zei: en vorhanden, oder * 























Wandelbarkeit diefes Dodens auch ſchon wieder 5 
Denn wie bie künftlihe Anlage und Pflege bes 
daues Hier mächtige Staaten hervorrief, fo wurde aud 
Boden der Hauptflädte dei feiner Wernachläffigung 
in Moräfte verwandelt, zJ. B. die Gegend um 
felbft die zu Herodots Zeiten in der Blüche ftand als 
ben fon gefunten war, fpätechim aber zur Wüfte murk 
bie Araberflädte Foſt a t und Kairo aufdlüchen. Seldt 
nacläffigun en ajrehieren in Unesrägppten vielleigt 
Staͤdte als die Berheetungen feindlich eindrechendet 
So wie ber Rilfrom vom ©. nach N. flieht, fo 
in gleicher Folge au der Anbau des Landes und bie [3 


) OSeeren Ideen 3. Auflage ZH. II, S. 507. **) Bromat ih} 
P 122 u, 168, ' 





Rilſtrom, Rackblick. . 879 
es feiner Bewohner, immer weiter fr Nor⸗ 









vum D . 
' Die 4— — Peiefßeekolonje Weroe Gerabwärts 

Ote Elrphantine feyn, ber erſte große und mte 
* war die Thebais und MAN in in Dbesigppten. > 

. ext unter des glänzenden Periode ber‘ * en 


7* das Delta noch Marſchland war, von dfkeps 
begrenzt, jent mit Aderland und Dattelhainen Aberzo⸗ 
fi wird —— an der Stromſcheidung die Bitte des 
us en Staats, wo auch ber Bunte: des Fl , 

ammerich wird es erſt Gais, woburch 

* e Kultur durch den vollſtandis ſten Kanalban her⸗ 

25 ward. 

Fir nun der Königefig, und bie anite des Staats 
weiter nordwärts, an bie Brenje bes Eonden, an die 
dung bes Srummf ems wandert, zum fichern Dofen 

1 —— ee die enthũmlichkeit ee 

die Ptolem IE dee Handel Alerandrias wit In 

Balı tſchiffahrt, ibee Kunft und — 
egyptiſchen me F fe gehbeen von nun an 
Pad fine 2 eltv 

Nur das eingeſchloſſene —8 ach ein Sit feſter 
maten, zu beiden Seiten blieb das ganb, das nicht von 

nw Gteome befeushtet ward, ewig wäfle, und bis Beute 

b nomadiflsenden Hirtenvdikern bucchfhwärmt Nur im 
Ken Nilthal entwidelte ng die 8 gefelliger Kultus, 








ber Barbarei Ber le 
Seine Fruchtbarkeit füllte bas Thal mit Wilken und 
ernaͤhrte eine ——— Menge von 
and gab ihnen Ueberfiuß auch Für die Nachbarn. 
BE n im gentigen, herabgeſunkenen Zuſtande, 
entl ER ſehr ſtark beudltert und- wit et⸗ 
u befeßt. Von Kairo * s Aſſiont, innerhalb 8 Tagen 
efabet, t, 459 &hlt man am Dftufer 160, am Weſtufer a2B 
tädte, ohne die, welche man nie erbliden 
ne) Bl fie zu beiden Selten dem Auge verftedt lie: 
Im Nilihale iſt der Ertrag bes eldes immer 
die der Abfag an Einheimifche umd rende einen 


t, wie in Seinem andern Lande. Alle fer 
Fa: — dem Bewohner des Nilthals Herb 


Re nahe die Städte am Nilſtrome wurden Ir 
des 85 
Kun nie, 


—— weier Erdtheile und der ver⸗ 
—— 


egugter derließ feinem heiligen 
> Diodor I, 57, u, Browne TrCp. 17 9% Brewne Tr. 
pP 14. 

















Im Nomen Randen Sonne, Mond, » 
cher Verehrung. Ja, mer im Ril ertrinke 
dem einer —* Eu kit Babe 
er wu gepriefen *). So lange dasi 
Anfphlungen des Nil gebildet, no f 
gr ben Andrang der MReereswellen, fo 

fegpptifchen Randengtter mie’ dem 

em Meeresftuum) ©), —8 aber werde 
die Erfinder der Künfte und Wiffenfchaften 
bleiben im Kampfe mit bem Libpfepen Kyp| 
ſturm bie fie ihm unterliegen. 

Aus ber zegelmäßigen Wiederkehr des 9 
widelte die Beobagtun und das Bedürfnij 
Jahreszeit, von ber Jahreseintheilung, wem 
Lad yrinth hatte NR bie Einrichtung des 4 
der Aftrognofie und Afttonomie *"*). Die jä 
dedung bes Grundeigenthums, worauf ber 
des Shuemen berupete, Ichrte Hier Beomet: 
verwandten Wiflenfchaften erfinden, dal 
der ift, wenn mit dem ſchwierigſten Theile, 
kunſt; fih überhaupt die Baukunſt ik 
tommenpeit entwidelte, da zugleich ein & 
seiaikfen Leben besfetben den großen. Char 
dohe Wich tigkeit gab. 

Die ũei mwernmungszeit ſelbſt ſtarte 
Ruhe des Landes, erneuete den Boden; u 
gen Ruhe geweiht war, mußte außerhalb D 





NMilſtrom, Ruͤckblikce. 882 
bie Tobten in ihren Wohnungen ihr Leben nur im’ 
Frieden Fe mödten. — _ " ' 
egen kehrte ein Leben im zweifacher Geſtalt mie 
hre in dem Nilshale ein, dasjenige, welches auf 
new Lande ber Arbeit und dem » mme 

das_auf dem Wafler, in welches die Zeit ber Hoff:  . 
) der allgemeinen Bewegung l. 
trockne Zeit feſſelte jeden Aeghpter am fein Geund⸗ 
Yie Leichtigkeit der Waſſerder inbung made, daß 
edem noch heutzutage bedeutende Landſtraßen das 
entlang laufen. ine einzige Spur tunftvelles 
en aus bem Alterthum, Hat fi an ber Grenze 
8 neben dem Katarakten von Philä gefunden, wahr⸗ 
weil dieſe von keinem belafleten iffe befahren 
) Derodots Zeugnif *) fand en Bier eine f 
ir Flußſchiffahrt als binnenlänbifche Per 
itt, daß nus bie Aflatiſchen, China und Indiens 

etwas dem Aehnliches ——* haben. Die 
e bildeten ihre eigene Kaſte, zahlloſe Barken und 
bedeckten die Waſſer des Ril, auf denen man now 
is zum Meere 19 Tage lang zu fehiffen Hat. 
diefen Waflerwegen nur konnten bie flets großen 
, Kolofie, Obelisken unmittelbar aus ben —*28 
an alle Orte ihrer Beſtimmung gebracht werden. 
empel *’) aus einem Felſen in Oberägypten ges 
er Dinerventempel, ein ſolches ölxnya novsclsden, 
kllen lang, ı4 hoch, 8 breie), konnten fo von @les 
bis Gais gelangen, wenn gleich 2000 Schiffes 
abre Zeit dazu erfordert wurden. So ſchwammen 
Tempel den Strom abwärts, wie fie: in ben beilis 
effienen der Tempelhieroglyphen fo oft als bebems 
le, architektonifche Ornamente vorkommen. 

Zeit der Ueberſchwemmung, während ber. einen 
es Jahres, war Argypten ein meites, im Meere 
mbdes Land, wie Venedig eine folge Stadt if. 
ufte da bie Eigenthümlichkeit, und ſchärfer no 
llem ausfprechen. Dann ragten bie te aus 
Infeln im Aegäiſchen Meere über der Nilläche be . 
Wenn dann die Zeit bee feßlichen Wallfahrten 
fo gran die Züge der Schiffe mit Geſang und 
x Mufitbegleitung dur das ganze Land, von 
s Gtabt, in folcher Menge, dab ſich auf ihnen bis 
Dunberstaufend Argyptifhe Männer und Keauen 
nfanden. 


od. II. 0.96 8. 97. "*) Herod. II. c. 175, *#*) He- 
1], 0, 97. c. 60. get 


täder Über die @elder verbreitet. Doq wii 
Kairo auch jept noch, wenn der Rildamım | 
eine andre Geſtalt an, und die ernflen Anl 
überlaffen fig, wenn au nur einige 
dem Zaumel ber ausgelaflenften 
genwärtigen Weherrfcher Argyptens ein | 
mehr dem trodnen Boden ‚ören, und 
feuchten Elemente verwandt zeigen, fe 
om ou Über fie, auf feinem (Bebiete, | 
walt_ aus. Zur Zeit der Nilſchwelle if 
Rärtfien belebt. Dann wehen in ber fe 
die Lühlenden Nordwinde, mit zeigen a 
mit Sicherheit und Gchnelligkeit ma 
Dann fammelt ſich die Handeinde Welt von 
Aegypten um die dortige Hauptſtadt Affios 
mit den Karavanen nach dem Sudan gu zi 
oder Oſten. Ueberall ven ſich dann ein 
Jeh roreit minder einheimifches Leben. T 
die Barken mit Seubineilen befpattet, wı 
@efange ihrer feiernden Sgpiffer, währen! 
Seegel ſchwellt firomaufwärts; ber nügt 
der zweimal Biete Meife machte, geſteht, daß 
das treffendfle Wild bes lächelnden Bläde im 
genblide des Lebens fey. Der Mittelpmte 
hptens iſt Kairo, mit deſſen berühmte 
4 Pyramiden °*), wie mit feinen vielfach a 
Pätenffen ie Im Sem ngterm Saßrepenben fi 





B u, 
——. 4 = 





km 


gm 
[7 


Dritte Abehellung 
bie getrennten Gebirgsglieder in Afrika, 


1 





Atlas. Gebirgsland. 


$. 30. 


ARE im ber nörbliden Hälfte bes Erdtheils, von welchem 
B die Rede iſt, koͤnnen wir ein getrenntes Glied auffus 
m. weil das gefchlofiene Bebirgsgange, in dem Sinne, 
: wir e6 oben kennen gelernt — die gene fübligge 
IFte ſelbſt ausmacht. Und au in ber nördlichen zeige 
F ur ein einziges von fo bebeutendem Umfange, daß es 
R als eine darakterifi he Dauptform des Erdindividus 
MB betrachtet werden müßte. Diefes Glied ift das —8 
wb von Mauritanien oder der größte Theil der ſo⸗ 
munten Bärbärei, oder Berberei, welchen man ges 
lih das Atlasgebirge gu nennen pflegt, obgleich 
eine bloße Gebirgskette darunter verflanden wird, da 
och vielmehr ein ganzes mit Bebirgen erfülltes Land iſt. 
wre gleichbebeutende Benennungen, bie alle mehr hiſto⸗ 
und lofalen Urfprungs find, werden weiter unten 
jeführt werben. Ein zweites, kleineres getrennten Bes 
lied, jeneng analog nur im kleinern Maaßſtab und 
im Oſten liegend, ift das Plateau von Bart, 
wie feit kurzem erſt Eennen gelernt haben, das zwar 
eorbnetee Arc aber doch merkwürdig genug iſt um 
er unten noch befonders beachtet gu werden. Die flas 
Syrten „find die Grenzſcheiden zwiſchen beiben ganz 


Das Plateau der Barbarei, oder das 












Erfim Kapitel. | 
Umfang und Bergzüge bes Atlas, 


Den nordweſtlichen Vorſprung des Machen Nordafrika 
es im N. des Zoſten Grades Mornbreite ‚fi zwifchen 
8 





wäber über die gelder verbreitet. Mes nie 
Kairo auch jept noch, wenn der Nildanıma | 
eine andre Geſtalt an, und die ernflen Anı 
überlaffen fig, wenn auch nur e 
Srnwsetigen — 
jenwärtigen Deherrſcher Aegyp 
Site vn trodnen Boden angehören, umb 
feuchten Elemente verwandt 5: , fe 
m auch Über fie, auf feinem Gebiete, | 
Walt aus. Bur Beit ber Rilfgwelle- if 
irkſten belebt. Dann wehen in der he 
ie kühlenden Nordwinde, mit welden a 
mit Sicherheit und Gchnelligkeit ma 
Dann fammelt w die Handelnde Weit von 
Aesypten um bie bortige Hauptſtadt Affleı 
mit den Karavanın 24 dem Suban gu 
ober Dſten. Ueberall vege ſich dann 
Saprsgeit minder einheimifes Leben. Z 
die Barken mit Laubzweigen befcattet, zu 
@efange ihrer feiernden iffer, 
Berael — —ã— 8 a 
jweima! fe Reife machte, gel 

das Ketendfe di bes I: indem —X 
genblide des Lebens ſey. Der Mittelpumte 
N — 
en Poram I» wie mit feinen vielfach ı 
Hältniffen wir in ben legten Jahrzehenden faı 











Dritte Abtheilung. 
Bie getrennten Gebirgsglieder in Afrika, . 





Das Plateau der Barbarel, oder das | 
0 Atlas» Sebirgsland. 


$. 30. 


Per in ber nörbliden Hälfte des Erdtheils, von welchem 
w die Rede ift, koͤnnen wir ein getrenntes Glied auffus 
R, weil das gefchlofiene GBebirgsgange, in dem Sinne, 
°.wir es oben kennen gelernt haben, bie ganıe füdligge 
Üfte ſelbſt ausmacht. Und au in ber nördlichen zeige 
Fnur ein einziges von .fo bedeutendem Umfange, daß es 
R ‚ale eine charakteriftifhe Hauptform des Erbindividus 
& betrachtet werden müßte. Diefes Glied iſt das Hochs 
ab yon Mauritanien oder ber größte Theil der fos 
mnnten Bärbärei, ober Berberei, welchen man ges 
lich das Atlasgebirge zu nennen pflegt, obgleich 
eine bloße Gebirgskette darunter verfianden wird, da 
Soc vielmehr ein ganzes mit Gebirgen erfülltes Land iſt. 
dere gleichbedeutende Benennungen, die alle mehr hiſto⸗ 
ben und lokalen Urfpeungs find, werden weiter unten 
leführt werden. Ein zweites, kleineres getsenntes Bes 
glied, jeneng analog nur im kleinern Maaßſtab und 
im Oſten liegend, iſt bas Plateau von Barka, 
Mes wir feit kurzem erſt kennen gelernt haben, das zwar 
esrdneser Art aber do merkwürdig genug iſt um 
Ber unten noch befonbers beachtet gu werden. Die flas 
Syrten ab bie Grenzſcheiden zwiſchen beiden ganz 
en Maflen. 


Erſtas Kapitel, 
Umfang und Bergzüge bes Atlas, 


Den nordweſtlichen Vorſprunq des flachen Nordafrika 
Hiper im N. des Zoſten Grades Morabeeite , fich zwiſchen 
a 





"ind biefer großartigen Aufiht wollen 
wahrhaft aus der Natur des Landes 
bleiben; denn hier erhebt fich nicht eine eimj 
Atlas genannt, fondern in der That eim gı 
Ungs dem wittelländifgen Weere bis zum | 
Es beginne mit den tiefen Einbuchten b« 
kreinen Öyreen von deren fehr Madden € 
es fih ſehr almäßlig, weilwärte bie Um 
lägen, aber immer höher und höher; als 
niedrige Bergketten fällt es nordwaͤrts gegı 
meer ab, füdmärts aber gegen bie Überall ı 
0. Gegen W. in bas Marokkaniſche Lan 
ih, und felbft in ben atlantifhen Ocean f 
#0 in Dergfläden, Felsküſten und unzäpli 
Ynab die das —8 — Küſtenmeer von 
ſtraße von Bibraltar fülen z). Rur i 
bes Landes allein, jwiſchen den Gtäbten | 
zotto, erhebt es fi zu den hoöchſten Kege 
di range diefe hochſte Erhebung d 
entfpi ieſe fe ung 
Gebirgeinfel gang dem gegenfiber Hegenden 
En — " Andafaften und Granada, 
Plateau von Spanien fein Bauptae m 
egen W. zum atlantifchen Deean hat, bas | 
Abfällen zum Mittelmeere; dagegen bei 
der Berbern_bie weiten it en des Ha— 
gen DR zum Mittelmeere gerichtet ſcheinen 





Atlas, Paten. 885 


Es tritt daher biefes ganze Plateau ber Werberei eis 
'. ganı heraus aus dem Gharaßter ber Nordafrikani⸗ 
ı Raturbilbungen, ober vielmehr es iſt Beine ähnlich 
kblihen Afrika zu finden. Denken wir uns den C 
es Mittelländifhden Meeres sroden gelegt; fo ſchließt 
Nefee Bergland in der That gang natürlich durd feine 
E Bilbungsart an Europa am *). Daher es denn auch 
den Arabern % als der von weißen Menfchen bes 
se und ebelfte heil von Afrika befonders gerühmt und 
fen wird. Mir könftten es, wie bas Europa mehr ges 
te Plateau von Kleinafien, fo biefes mit gleis 
Hechte das Plateau von Kleinafrila nennen. 





Erläuterung u Grenggebirgstetten. 


Der größte Theil des Oſtabfalls diefes Berglandes *”*) 
BG von ben ſeichten Gurten nordwärts, bis Tunis 
das Cap Bon, in fandigen, reich mie Dlivenwäls 
bededten Ebenen, von W. nah D. in das Mittelläns 
"Meer Binab, und die Hauptſenkun deigt Bier das 
$ des Ziegfluffes an, unb ber See Lowdejah 
ah, Tritonis), welche vor älterer Zeit waßrfcheins 
w Zufammenhange mit dem Meere geſtander haben, 
ı auch der Golf von Kabes (die kleine Syrte) ches 
tiefer landeinwärts reichte +). | 
In der Norboflede biefee Küfle, dem Cap Bon (Mas 
), dem Promontorium Merourii bee Alten, weldes 
s benachbarte Karthago erinnert, reicht der Bi - 
iterm Dimmel bis hinüber zu ben Gebirgen des bes 
sten Giciliens (15 gedgr. Meilen oder so Leguas 


nt o 
die Wooſtgtenjen dieſes Dealanden (Meinen nach une 
etzigen Kenntniffen die Bergsüge von Ghuriand, 
er fchwarge Harudſch (richtiger Haruſch nach Jak⸗ 
»aroudje nach Zanyles, Mons ater der Alten) im 
2 von Tripoli und im Weften der großen Syrte (is 
der Golf von Kibbir, auch Kibli) bilden zu müſſen. 
zarawanen Überfeben diefe, wenn fie den Bergweg von 
an nach Tripoli, nicht den Küſtenweg Über Mefus 
aehmen It). Diefe Berge von Ghuriano (Guaria⸗ 





ennell Observat, im Appendiz p. LXXXII. **) eo 
ric. b. Lotsbach p. 2. u. 0. D. ***) Th. Shaw ırav, 
d Observat. relating to several parts of Barbary. 
ınd. 2 Ed. 1757. 4. p. 89. +) Shaw_a. a. D, und Ron- 
I Herod. Geogr. b. Bredow, p. 679. 7t) Shaw Tr. 
p- 89. ttt) Lucas in ben Proceedings of ıhe Ass, 
of Africa T, J. p. 59. u. ſ. w. 





Dem geurigen gejjan (mo ver DW 

©. und ©. @. nad Bavames (Cidamie, € 

sen) führen, und giiafam den Ereuerpah 

meere der Sahara und des afrikaniſchen 
nannt werden, 


Eeläuter. u. Bauptgebirgszäge bi 


Wir tennen gur Zeit nyr noch die & 
nur erſt noch einzelne Züge biefes ganzen 
haben uns neuere Quellen barüber nicht bei 
terfcheiden aber einfweilen Hier den groß 
nen, den hohen Atlas, bas Mittelli 
Seen gegen bie Sahara, bas Zeil 
gerid. 

ı. Großer Atlas. Grenzberge 
Barca. Bon dem Xrauerpaß.Harudfch we 
mannigfaltige Wergsüge, unter verſchieden 
uns feinen Aufſchiuß Über ihre Beſchaffe 
nach W. hin, bis zur Küfte des Atlantife 
den Landesbewohnern werben fle die groß 
duacal ***) genannt, und feit Ptolemäu 
allgemeinen Namen des Großen Atlas ( 
erhalten. Bon diefem Bergiüge gile es, d 
hang den weiten Ebenen des battelreichen 
dem Beledulgerid zufällt; aber Bier if 
an eine infammenbängende Bergtette 1u,d 





Atlas, Plateau | 887 


ei *) als unfre älteſte Quelle fagt: ber Atlas 
Lanita) nimmt feinen Anfang im äußerften We⸗ 
ı Dcean bei Sus (Sus alaksa, nomen ab extremo 
te totius Africae situ), und gebt fi von ba ges 
jen Oſten, bis er fi an die Berge von Nofufa 
d von Kaffe Gabb, am Golf von Kabes) anfcpließt, 
m Namen Nofufa annimmt, und ſich in die Berg 
ın Tripolis (Mokra bei Edrifl, jegt Phuriano) 
Bon hier fält er in die Ebenen gegen Dften a 
t fein Ende erreicht (dehino in planitiem vergit et 
omnino), 
ı Sus, der Marollanifhen Provinz Suſe, bilder 
ve Bergland des Atlas den weßlichſten Vorſprung 
n fleilen, faſt unzugänglichen Höhenzuge, welcher 
fentregt und furdtbar im Gap de Ber (Mons 
n Polybius Käßenfahre*"), Afernie der Araber, un: 
Brad 38 Min. Norbbreite) in den Atlantifden Ocean 
irzt °°*), und den Zugan de den füdligen Provins 
arokkaniſchen Reiches — uſe, Tarudant u w.) 
werlih made, daß deflen Bewohner, die Wedis 
adurch zu ziemlicher Unabhängigkeit gelangen. Auf 
en Bergebenen (plains) diefes äußerfien Weſtzuges 
eglandes, Haufen bie Priegerifhen Berbernkämme 
helluh genannt) Ebautenam ****). 
der Südfeite diefes fehr hoben Vorſprungs, wie ihn 
anno +) auf feiner Küftenfahre bezeichnet, den er 
6 Meer in gewaltigen Brandungen an ibm 
nit Mühe in a Tagen umfdiffte, beginnt mit ber 
on Sancta Eruz oder Agadir (Leo's Gargueſo 
em vdielbefirittenen Gerne jene Urkunde, die Natur 
ten und flachen fandigen Nordafrikas. Daher wird 
zolf und Hafen von Agadir au mit Recht bei 
abern Bab Sudan, bie Pforte zum Lande ber 
gen im Süden genannt tt). — . 
mer. Küftenlette gegen bie Sahara. Kon 
ammenbange dieſes Bergzuges des großen Wtlas, quer 
8 Gontinent, zwiſchen Guſe und Tripoli erfahren wie 
eiter, und wir lönnen biefer Angabe bes Edriſt, bes Leo 
armol-und aller Neuern nur nadfpreden. Nur möchten 
6 Hochland nicht nody weiter fortfegen, und den Namen 
8. gegen O., zu ben Grenzen Aegyptens ziehen, wie Abul⸗ 





risi Africa 8. IT, regio 8usalaksa p. 40. °*) Plin. 
N, V. c. 1. u. Gossellin b. Bredow. p. 65. **"*) J. G. 
kson Account p. 7. ****) Jackson Acc. p. 18, 
Gusselin Recherches b. Bredow. p. 51. ++) Abulle- 
Geogr, in Buͤſching Magazin IV. p. 176, . 


| 


nennt Hier find aber Feine Gebirgetekten, TARE1 
denreichen Bergebenen mehr zu finden, welche dad 
Berberei fo fehr charakteriſiren und zu einem Afrül 
Lande bilden. Durch Della Gella's Käftenreife um 
GSprten IR bie Unterbrechung zwifchen den Gehir 
und Ofen serfeien dur den Augenflein bei 
(1817) "tee. . 
[ find die mubammebanifhen Xeaser f) 
große Gebirge fogar bi6 Wefta, das Biel Ihrer 
serfhaft, als aufammenbäng:nd fortzugiehen; aber 
ne erfheint ihnen das Ganze nur ais Gegenfag 
zo, nämlid als Küftenkette von Bergen, Sinnen 
Höhen, Truͤmmern, gegen biefes unwirthbare 

tanbe fie dinziehen, weil fie da vor Zeit zu 34 

ümpfe, Quellen, ja Dafen und liebliche Statione 
in dieſem Sinne ftimmen fle ganz mit der Angabe d 
überein. Diefer fprict von einem Höhenzug, ben ı 
Ufer, einen Rand über der Wüfte nennt, an bei 
von Theben aus die Ammonier, bie Augiler, Gar 
vanten bis zu den Atlanten wohnen. 
»,, Aber eben fo wenig können wir mit. bem 
pille +++), der jenen Itrthum fon früh rägte, b 
dehnung bes Atlas durchaus mur auf einzel 
beihränten, welde bie Provinzen Fez ımd Mare 
mefla, Zofttet und Darad ſcheidet; denn bieß mwä 
nen ben Sprachgebrauch der Arabifchen: Geographı 
do@ faft einzig die Kenntniß biefer Länder derdaı 
terfcheiben conftant einen Elefnen und einen großen 
fie beide. nur fehr unvolllommeu bezeichnen. 

Den frühern Angaben der Griechen und MR 

aber weit weniger folgen, ba ihr Atlas zwar b 








deils ganz fabelhaft erfcheint, ober bei Plinius nur 
eine neue Groberung. gut ertlichuag ber römis 
ft auch über feine Hochpäffe die römijhen Adler hin⸗ 
u baben, vorkoͤmmt, ohne daß wir über bas wie 
verd belehrt würden. W 

tdaher rathſamer, um einer Gprachverwirrung vor: 
alten Gebrauch beizubehalten, und jenen Weſtzug 


be des großen (d. h. langen) und kleinen, den 


ı6 mit ber einheimifhen Namen Daran gu nennen. 
:inee Atlas. Die Küſtenkette gegen 
lländbifge Meer. Verſchieden von dem 
en wir dieſe Küſtenkette niche durch bie Bons 
raber kennen, welche hen. langen großen Atlas 
feite ber zuerſt erblickten unb überfliegen, ſon⸗ 
bie Küſtenfahrer. Weit fpäter erfi als jener 
rhielt fie als Begenfag, ben Ramen bes Elei: 


) weiß, daß er vom Worgebirge Kotes (am 
GStraße von Gibraltar, in ben Dcean, nach 
dur Maruflen bis gu ben Syeten laufe, 


wie Della Gella beobachtete, daß er wie kie . 


ihm gleichſtreichenden Gebirge bewohnt ſey, im 
arufiern, welter im Innern bes Landes 

ten Libyſchen Voͤlkerſchaft, den Bätulern, 

fich bie gu den Eyrten erſtrecke. 

ern I in ir aber verfichen unter dem klei⸗ 

**) nur dasjenige minder hohe, aber fleile, zer⸗ 

ngebirge, welches von bee Straße von Gibral: 


die ange Küfte der Berberei, durch bie Staa . 


rokto, Algier und Tunis zieht. Es ſchließt 
ın den hoben Atlas von Fez und Marokko an, 
ber, nachdem es bie durch Zittern s Provinz, im 
IIgier, mit dee Küſte ein gleichmäßiges, paralle: 
ı batte, biegt es fi vom Surfuragebirge 
.D. herum. Diefe Wendung gefhicht an den 
n MWannougab und Zaite, welchen weiterhin 
vieder mehr parallel mit der Seeküſte, die Berge 
m, Muſtewah, Aureß und Tipaſa, im Staat 
olgen, bis gegen den Golf von Kabes. 
jerfte, weſtlichſte Gronzſtock des Eleinen Atlas, 
fleingange dee Straße von Gibraltar die eine 
des Herkules (Hoaxlea ornla) der fiebentöpfige 
), unfer Gap von Ceuta, welche ben Alten 
des Dcsans (ab his ora interni maris) . und 


. XVII. u. Gossellin 6. Bredow p. 55. **%) Mar- 
ika I. p. 13. *"**) Shaw travels and Obssrvat.. 
) Plin, H. N, V. 0,2, Herodot IL, o. 32. 


[4 


un wusugguysy yayuı ve —— 
fein Daueifeher Jibbel arif iR wohl daffelde 

Von hier an weiter im Oſten längs dem 
Algier, vom Cap Melila bis gegen Tunis 
der kleine Atlas im allgemeinen, in gm de 
al auffleigenden ‚Hügelreihen, die Bawım 

.fentrechte Höhe haben, großentheils mais 

feuchebäumen bededt find, die nur hie und 
jelstwände am Gehänge der Berge und burı 
vorragenbe Klippen auf ihren. Gipfeln unt 
den +). Er hat durchaus keine betentende @ 
Höhe, und fo weit der trefflihe Shaw fie 
Iebte 12 Jahre lang im-Gebiet von Algier) 
taum ie der Höhe feiner vaterländifden Berg 
uf der vordberftien Hügeltette, bie ſich b 
jepet, im W. am Maluviafluffe if Klem: fa 
fan (Tremecen faͤlſchlich) erbaut, und geradı 
jebirge_ fi Iandeinwärts an die fleilfen At 
hohen Atlas Ichnen. An ihrem Abhange if 
und auf ihr find um biefe Küftenfkadt bie fe 
jungen aller Acten von Fruchtbäumen, von 
ih vw. a.m., Aderbau, zumal Gerftenfelder 
lihften Viehweiden f*7h. 

Im D. von Algier wird bie Küſtenkette 
felfigee und rauher, darum fle ſchon Abulfed⸗ 
bie Höhe genannt Hat ttRP. ier fpringen $ 
ufer als hobe Caps in was Meer vor, und b 
Golf von Bona, das Gap Roſſo (bei La Eule 





Atlas, Plateau. ⸗ 891 


Galita, und der Sübfpige von Sardinien gegenüber 
eſchaudervollſten Felspartien. Gin ſchwarzer, poröfer 
andſtein (grès A filtrer) von tauſendartigen Höhlen und 
rotten durchbohrt, voll ſcharfkantiger Rücken und Spitzen, 
ird hier unaufhörlich von den Wellen gepeitſcht, in Na⸗ 
In und Zinken zerſpalten. Die vom Meere ausgehölten 
eiten Grosten reichen wohl halbe Viertelftunden weit land: 
wärts; in ihre unterirdifchen Gebiete Kürmen die Mee: 
ae ein. Mur die eifenbaltigen Adern, welde ben 
an 
fammenzubalten. Hier fenten fi die Sandſteinbänke 
un ©. nach N., und ſtürzen oft fleil in das Meer. Ihr 
teeichen mag alfo wohl von W. nach D. geben. Noch 
iser nach D. dauern Über Tabarca, Gap Nero u. f.w. 
fe Klippen fort, die für den Schiffer um fo fürdterlichee 
d, meil buch ihre Trümmer unzählige Sandbänke an 
a Küften entflchen, die keinen wirthlichen Hafen bdarbies 
a, das Schiff in ber Gefahr aufzunehmen. Die war 
> wefllide Schuzmauer für Kartbago. 

Das Cap Blanco *) (das Promontor, candidum der 
ten, Ras el Abend der Araber) hat feinen Namen von 


ein nach allen Richtungen durchziehen, feinen ihn - 


ran, 


ns Vorfprung der weitleuchtenden, weißen Kalkfelfen an; 


ner Spiße erhalten. 

3. Der mittlere Atlas; das Plateau. Kiefer 
nbeinmwärts °*) zwifchen den beiden Darallellesten bes klei: 
a und großen Atlas, bie beide vom MW. na D. ziehen, 
reichen viele andere, mittlere Bergzüge, theils in gleicher 
ichtung mit ihnen, theils in mannigfaltiger Verbindung. 
ie bilden ein breites, hohes, von vielen Thälern, Ebenen, 
untern Flüſſen und friſchen Bergweiden burchzogenes 
ergland., Sm ©. von Gonftantine bis gegen die lange 
wenzeette Buzara der Sahara, if es nur bügelig, gegen 
3. zum hoben Atlas fleigt es terraffenweife immer höher 
ff. Durch feine erbabene Lage Über dem Meere und den 
lhewüſten, gewinnt es eine überaus milde ***) Tempe: 
wur, bie von ben Arabern fehr gerühmt wird. Edrifi +) 
laudt, daß keine Gegend biefem Berglande an Fruchtbar⸗ 
8, weiter Ausdehnung und reicher Bevölkerung ([requen- 
a domicıliorum) gleih komme. Ä 

Leo ++) fagt, daß fich die Berge und Hlgelketten bes 
einen Atlas von der Küfle aus, landeinwärts, an 100 
Reilen, bald mehr bald weniger erweiterten; und von ihnen 


*) Shaw tr. p. 74. **) Desfontaines Flora Atlantica Prae- 

far. Ip. 1 etc, Shaw ır. p.45. Marmol Afr, I. p. ı2. 
ar) Hoͤſt Nachr. von Marokos ©. 78. +) Edrisi ed. Hart. 
zuaan p. 140, +7) Leo Afr. von Lorsbadh, ©, 49. 





Be us quanhaltign Grbiegescen 
aber aus quarzhaltigen Gebirgsarten, 
im üben von Al, z und Dran mi 
emirı @anc, Da werfen fadıe 
Fine * EN „anbpeı.Gumel Eige 
—ã ber. ilex, "ooocifera sul 
er fü leander (nerium oleander) wi 
X den Höhen hinauf. 
5* wife iſt im der weſtlich ken Prod 
e der Jurſura (Mons forratus ĩ 
in Rlichften, der höchfle-biefer Bere ") 
te Behänge, aber fein Rüden wird durch 
5 jette nacter Felfenwände und Äbhg 
m Winter mit Schnee bededt, und bal 
Ei, HN vu " für — — 
wiſchen den Bewohnern ihrer beiderfe 
** —8* bie ſonſt immer in unverföhnlid 


Die noch fteiler abſtürzenden Werge von 
dieſen beiden, Bilden fa unzugänglid: 
pen, welche von ben Bewohnern als Zuflı 
Burgen, zumal als Speicher und Magazine | 
ihrer Kormvorräche benugt werben. 
ueberhaupt ſcheint biefe Stell! ve 
feße enge, ſenkrecht eingeriſſene 
gietig bis in bie Xiefe der Xhäler 


joralanko. unh Colhlt Kom —X Weine m 2 


Un 


Me, ber Fücchterlich ſteil (wahre Spalten), fo daß wer 
e Menſchen gangen Heeren hier. leicht den Eingang vers 
een würden. Daher werben fie von den Arabern Bes 
u (db. i. Pforten), von den Türken Demir Sapy 
ferne Thore, wie in Pain, am Kaukaſus, im der Tär⸗ 
im. fe mw.) genannt. ehrere diefer Päfle fanden fi 
WB. auf dem kurzen Wege von Algier nad Conſtan— 
ne em. | u 
4. Hober Atlas; Daran. Unter dem Hohen 
—8B wir nur allein von der ——— ee⸗ 
te hin meiſtens durch Europäiſche Reiſende kennen ges 
me haben, verſtehen mir die höchſten Erhebungen diefes 
ebieges, die in der Nachbarfchaft des Atlantifchen Oceans 
? fruchtbare Küfkenterraffe des Kaiſerthums Marokko 
ıDd ER von den füdlichen und öſtlichen Provingen & us 
„Tarudant und Sejelmeſſa fehriden. Sie follen 
“einem großen, zufammenbängenden Zuge mehrerer parals 
en Gebiegsketten, vom kleinen Atlas in Errif gegen ©. W. 
Yen, und zwifhen dem Drabafluß und dem Gap be 
er in die Fläche der Sahara abfallen. Ä 
us. 8 und nina ie ale nur mittels 
erge, in denen ber edelfte Menfchenfchlag wohnt, aus 
al g —* Ausnahme, von ber —R di 
nd. 
—*8 Marokko, der Reſibenz, aus, fleigen bie Ges 
ds: gegen Oſt fon in einer Entfernung von eines 








Tagereiſe **) auf zu ben Gipfeln, bie bei biefer 
Wade die Namen Ulftan, Orika, Emsfiva, Tagan«, 
raga, Suitana, Gedmeva, Rgagaia, bei Fez aber 
suVias, Itata, Zaimbdbi m. a. m. führen ' 
. Die höchſten Gipfel, weile man von Marokko aus, 
B gange Jahr mir Schnee bededit ner ziehen in einer 
Ahe nur 6 Deutfche Meilen (30 Engl. miles) in Of 
m biefer Stade vorüber, und von Mogadore, der Küftens 
bat, 28 Deutsche Meilen (140 Engl. miles) weit, fiehe 
au noch ihre Kegelgipfel an heiten Kagen*’”). Die ewie 
Schuechöhe fegt unter 34 Grad N. Wr. eine abfolute 
Be von 10800 Fuß über dem Meere voraus }); dach 
Binen nirgends weitläuftige Gchneefelber die Höhen zu 
a. nur einzelne Gipfel ragen in dieſe Schneeregion 

e tt). 





J ck A 0 68, ne b 0 0 vne pP 1% 
I N. v. on „ A. v. —8 —52— tm 
. after Banb. 1808, p. 111. Tr) Jackson Account p. 10, 

HÖR Racht. von Diarolles, pP, 7% 





ipfel' von WRarokto **) aus wı ee 
diefer Stadt gi ſeht a wird, 
auffallendes 17 letfcher finden fig nirgen 

Die Pälfe; Bebawan. jeit merke 
uns die aufesorbentlich gerin je Breite ber 
fepn, deren ſchmales joe, feitwärts 
finnreich Alezander v. Humbolbe**) bi 
Küftenfaprern wie eine einzeln flehende luftig 
Rüge (alora so oügeos) erfihen. Aus den 
Nordweſt; zu denen der Südof: Seite zu gelaı 
kein Reiſender felbf Leine’ auf fo befmerlü 
langſam giehende Karawane, mehr als brei 
Leo brachte brei Tagereifen zu, als er von di 
fetna von ber Morbfeite Über den Arlas nach 9 
ei ze a ei mi el — 5 

fe Hena (ob gleichbedeutend m [! 

Dee Paß Über den Hohen Atlas auf der 
Marotko nah Tarudant, das 4 deutſche 
Engl. miles) entfernt von feinem Güdabfall in 
nen, aber uncultivieten Ebene liegt, wird als ft 
lich befcprieben. Uber gegen die Europäifchen 
en iſt er unbedeutend. Lempeidre t) pıfl 

odember; vom Fuß an flieg er von 6 ühr DB 

wärte; drei und eine Wiertelftunde dauerte biel 
feinigen, fleilen Wegen; um ımei Uhe Dittag 
wieder bergab. Den zweiten Tag am Abend m 
hohe Atlaskette wölig Überfliegen. 





Atlas, Plateau,’ 896 


Morbfeite faft ſenkrecht auffleige, auf dee Südſeite in 
bar fleilen Marmorklippen (wie Dover:Eliff, nur zehn⸗ 

wöher) abfalle, an mebrern Stellen nur 15 Zoll breit 

5 daß Pferde zwar einzeln hindurch koͤnnen, aber ber 

= abfleigen muß. | 

Mit foichen gräßlicden Steillläften ift die gange Berg: 

ves Hohen Atlas, welde die Ebenen Marokkos 

>enen in S. D. trennt, überall buschriffen. Hierin 

Wich ein Charakter des Hochlandes der Berbern, den 

mich ſchon oben berührten. 

Venn man von Tafilet (Tafilelt nach Jackſon) na 
okko zu, Über die Bergkette giebt: fo führe der Weg 
flen fünf Zagereifen tiber volllommen vegetationsleere 

-n, auf benen es nie regnet. Dann Überfleigt man in 

Tagereiſen im hohen Atlas einen ſolchen Daß *), der 

Wie Ruinen von Pharoah, und dann nach Fe Ki 

gelse Däffe geleiten von Sejelmeffa eben dahin. 

Diejenigen Horden, welche im Beſitz diefer Pälfe find, 
we wohlhabend und reih, burch die Zollabgaben ber 
nloramanen, welche durch diefe Pforten hindurchzie⸗ 
rüffen in dos Küftengebiet. 

Ein folder Paß, ſchmal wie durch Felſen gehauen, 14 
3 Stunden lang, leicht durch wenige Mann zu vers 
gen, liegt in der Provinz Quenana, sunähfl an 
meſſa auf dem Due nach Fez, und Hat feinen Eins 
am Zisfluß; drei fehle Burgen vertheidigen ihn, Ta⸗ 
gcoft am Fluß, Gaſtir am Fuße ber Ebene, und 
Bel auf ber Höhe. Ein folder Daß iſt bei Agmet, 
welchen Numidiſche Horden alljährlich im Oktober mit 
ein und Kameelen auf bie Märkte von Marakko gies 
Aehnliche Päffe durchreifen die Karamanen, bie nord: 
B bis zum Pleinen Atlas und bis zum Gap Blanco ih⸗ 
Beg nıbmen. 

[nmerf. ı. Ramen Atlas und Daran. 1) Atlas, 
die Bedeutung des uralten Namens Atlas **), ben fchon 
x Eennt, mit dem ſchon Derobot den Außerfien Berg im weſt⸗ 
Libyen am Salzmeere (ülos) unverkennbar bezeichnet, ber 
® Gage der Atlanten wie in ber Roͤmiſchen Geſchichte eine fo 
Holle fpielt, koͤnnen wir uns jegt nicht in Unterfuhungen 
en. Die Marokkaniſchen Etymologen ***) wollen ihn balb 
vem tla, welches Auffteigen bedeutet, und vom Aufgang ber 
e gebraudt wirb, bald von Jibbel Artils, d. h. Schneeberge, 
ten u, dgl. m. Auf jeden Bol ift es uns merkwuͤrdig, daß 





Marmol Africa T. II. p- 23. 1 u. I. P. ig Jackson 
Ice, p. 21. *°) Homer Od. I, 52; Herod. IV. c. 184; 
lato; Plin H. H. V. c. 1. *r*) Höf Racht, p« 78 
sckson Acc, p. a- 





ahrt, - DEE AUCREN, UTTUNDE (SWIWER OO u 
8. "und nad Goffellin weit Yen) ‚ aber diefe 
der Rame Atlas nod gar nit vor. 

Epätere Erzählungen von ber untergegange 
des Plate im Zimäus; die Gntbedui vn 
Gerne und anderer; die erſte Radriht des Ge 
Juſeln der Geeligen (quas Fortunates purau 
Ganarifgen Infeln (fon biiniue nennt ein Bolt 
des Atlas, dab bie dortigen Wälder bewohnt: Eı 
ren einftiger Zufammenhang mit dem Atlas des 
eine Lieblingshppothefe. ***) bis auf bie heutigen 
Küften wurde; dieß alles dehnte bald den Ram 
(fabulosissimum atlantem), bis zu feiner Gäb; 
de Ger aus, Bon biefem if nun durch bie Arabift 
fein Gebiet que durch das Gontinent hindurd, 
Wüften hin bis gen Zripolis erweitert, und von 
bis Aegypten und Mekka hinauegezerrt werben. 

So ging es mit der Erweiterung biefes 1 
dem fo vieler andern in ber Geographie ber a 
Zeit, eben fo wie mit bem Namen der Pyrenden 
Berges Taurus in Gilicien, wie mit dem Xltai, 
dem Kaukafus in Hedafien, u. a. m. 

2) Daran. Ptolemäus nannte den hir 
Atlas Rüffasdirons nad Solinus, Guftathius 
art waren bie älteften Ramen bes Atlas: Dy 
Adiris, Abderim. 

Plinius +) fagt ausdroͤclich, daß Darts! 
des Gebirges am Wiorfluffe fey, in der Rähe vo 
Sals oder Sta unter 34 Sr. 5 Min. R.Wr.), u 
ver Wohnungen zwiſchen Weinbergen unb Datte 








„los, Pla. 897 


a), oder Taur (Taurus), oben wohl noch früher vom 
ir ober tiram-Berg, ab. 

‚bius lernte auf feiner Küftenfahrt nad der Zerſtoͤ⸗ 
Karthago den Darafluß, gegen das Bergland die Gae- 
, und die Aethiopiſchen Daratiten kennen, die Acıhio- 
irae; nämlih im ©. vom Cap de Ger, in Sufe, wo 
Fluß (Darah?), der aber heut zu Zage fih nicht 
m atlantifhen Ocean ergießt *y, fonbern fih im Sande 
elcher von hier. bis zu den Küften in hohen Dünen auf: 


Edriſi nennt den Atlas Daran, wie ihn noch heute 
ohner, die Berbern, nennen. 
find Benennungen, "bie mit dem Stammworte in ber 
iche **) verwandt find, wo heute nod, Jedrarn, ober 
und Astheaar, das Dra ober Dahra, Berg, und 
r im Pluralis, Gebirge heißen. Ja die ältefte Form 
irdig genug, noch in dem witen Namen bes Pik von Te⸗ 
ya:Dyrma aufbewahrt. 


3weites Kapitel. 


sfäumungen des Plateaws und beffen 
Bewohner, 


$. 31. | 
terung 1. Bilebulgerid, Zell, Sahara. 


* Namen find als Appellativa durchaus nur Lokal⸗ 
ngen, bie fish nach keinen genauen Grenzen be: 
laffen, aber doch beflimmten Gegenden tiefes ife: 
erglandes zutommen. Denn Zell ***) iſt hier wie 
ten alles bebauete Land, meift derjenige große Bo— 
[cher in einer Breite von mehrern Tagereifen bie 
ifte entlang, die Berberei einfäumt, der von Städte 
den Arabern und Mauren bewohnt, ganz eigent: 
ee der Derrfchafe Arabiſcher und Türkiſcher Sultan: 
ter ſteht, die tiefer landeinmärts als diefer bebaute 
um, nicht viel mehr bedeuten fol. Diefes Tel ift 
rn breiteen im Süd von Tunis, um Gonftantine, 
ven, und am Weſtabhange des boden Atlas, wo bie 
bes Kaifertbums von Fez und Marokko in ber 
on 20 bis 30, und in der Länge vem Cop Gpar: 
Gap de Ser, an 80 Meilen in Hinſicht der Frucht: - 


keon Acc. p.g. Ldeo Afrik. b. Lorsbad) S. 450. **) Ven- 
Vocabulaire Berber bei Langles. II, p. 442. X%. von 
ıboldt Anfichten der Rasur. I, p. 112. ***) Shaw tıa- 


. 2 
F ein 





898 Afrika, ILL Abtheilung, Gebirge, 5.51, 


barkeit und Cultur ben Lombardiſchen Ebenen *) mit Muh 

yergligen werben. Das Zell iſt Bier bie Küſtenterteſe Im 
ateaus. Ä 

, Dies iſt die erſte Ahtheilung bes Landes zu das 

bots **) Zeit, welche, ba noch Leine Aflatifchen Araber Ne 

fen süße eingenommen hatten, ihm guf 

mit dem bed Berglandes. 

Biledulgerib, bie Numibifchen Ebenen m Ep 
gen ber Alten, in welchen die Meuterodlter tamals, 
noch heut zu Tage die nomabifchen Araber umhe 
liegen wie jenes Zell, aber gröftenıheils ohne 
am Fuß des Südrandes des Dochlandes ber Bern. © 
ift Derodots zweite Zone Libyens, bie Wildniß, ers 
tbierreiche ***), welches an die Sandwüſie 
























feinen Weiden bie Aablreicpen Heerden von Vic, 
und Kameelen ernährt, obne welche bie Kom 
der Bewohner des Binnenlandes unmöglich wäre, 
der Aufenthalt mancher reifenden Thiere ſehn meh. 
Leo +) erklärte umfländlich, baß bie Araber mit MB 
Namen Bilebulgerid vorzugsmweife diefen Strich, 
die reichen Dattelländer bezeichnen wollten. Bil 
fänge in D. mit ber Stadt Elwagat (Ze) A 
und sicht fich gegen W. bis Sufe, und zum Gap Aut 
am Wells Dcean, flößt gegen N. an den Atlas, mm 
S. an die Wülfte, (f. Dattelpalme). Worgugsweie 
fo die weiten borlgontalen Zlächen in &. der kleint 
und um Sejin: Meffa und Tafilelt genannt, duch 
falzige Flüſſe den Wuſten zuſchleichen. 
Da indeß nur hie und da an Quellen, die 
pflanzungen, obwohl bie herrlichflen gedeihen, 
größte Theil dieſes fhdlichen Steppenſaumes des Plu— 
ber Berbern gegen das Sandmeer, beflo trockner | 
barer Natur bis auf den Flugſand, fehr verwandt ıu Mi 
fiheint: fo muß man geneigt ſeyn Shaws Meinung ib 
zupfliten, welcher es lieber durch WBlaid:el:Seri 
trodnes, bürres Land überſetzt ff) und verſichert, vaf 
Beutigen Araber biefen ganzen Strich, das eine Jerid 
dem Golf von Kabes ausgenommen, ebenfalls Gaharı mE: 
nen. Andere haben fälfchlich geglaubt, daß es 
kenland (von jeräad)heiße; Jadfonttt) ſqhreibt eo Bo 
el-jerröde und läßt feine Bedeutung, ob trodne WE 














um 





®) Leo Afric. B 99. Marmol I. p. ı2. **) Herodet Il 
c. 32. ***) Herod, Il. c. 32. u. iv. c. 181. +) Leo Abi 
oan b. £orsbad) p.3. u. Marmol Africa I, p.24. +HSbr 
De * - +}t) Jackson Account p. 5; Marmol Abit 

Pp. 26. 





' las, Bewohner. 890 


and, in Zweifel; bach biefem Sinne nt: 
‚das arabiſche Wort nıht. Das Bilebdulgerid iſt zu: 

egen W: in Segin: Meffa, Zafilele und. Öufe 
egenwärtig noch immer ausgezeichnet durch Dattel⸗ 


num. 2 
ie Steppenflüſſe Shir, Ziz, Kafilele *) und 
durchziehen dieſen Steppenſaum, deſſen ſanftes Be: 
gegen‘ ©. ae Sahara durch ihren Lauf bezeichnet 
‚in einer Breite von 10 bis 15 Tagreiſen su Pferde 
lat) oder bie 80 deutſche Meilm. Am ZToafileltfuffe, 
breit wie die Themſe bei Pueney iſt, beſteht die 
e aus weißem Zhonboben mit Salz geſchwängert, wel: 
efeuchser, feifig wird. Diefe Steppe ift von ber. Stadt 
I6 gegen den Atlas Fünf Tagereiſen weit, völlig ve 
meleerr. Der weflichfte beefelben wird. vom Draha⸗ 
ewäflert, ber zur Zeit bee Waſſerſchwelle, Laili ge 
(in Bilebulgerid regnet es nie), zeißender Strom ıfl, 
Waſſer aber wie dasjenige fa aller Flüſſe die bem 
entquellen und gegen Of ige Gefälle Haben, falsigen 
nad bat: Er verliere ſich heut zu Tage. (zu Poly: 
keit noch nicht), wie alle andern mit ihm, am Bande 
äfte im Sandmeere. 
inf wurde Biledulgerid**) in ber Blütezeit des Kha⸗ 
wegen feiner zableeichen Burgen und Schloͤſſer, we: 
x großen Städte, wegen ihres Reichthums, ihres 
19, ihrer Villen, ihrer lieblichen Gärten und Palmen: 
hoch gepriefen. Jest iſt diefe Herrlichkeit verſchwun⸗ 
noch digen fih viele Ruinen; aber fafl nur in KXafl: 
em Gammelplag der Sheriffe und dem Mittelpuntte 
aramanenbandels iſt nur noch einiger Wohlſtand, wo 
in den neueflen Zeiten bee Kaifer von Marokko 
auung eimes prachtvollen Pallaftes ben alten Glanz 
herzuſtellen verfuche bat. 
ebrigens irren in den baumlofen, unendlichen Flachen 
nigerids, die fi wie das Meer ohne Grenze bis zum 
met ausdehnen, heut zu Tage nur wenige Araberhor⸗ 
mber, die bald Bier bald da unter Pationaicen Zelten 
ger auffchlagen (f. unten Bauten). . 


0 Bewohner, bie Berbern, Baͤrbärn. 


Ye Völker arabifger Abkunft, bie erſt feit dem ten 
undert fih dort anſiedelten, find nicht bie eigenthüm⸗ 





achson Accotınt p. 22, 9. **) Edrisi Afrio. ed. Hart- 
ann. III. terra Barbara p. 145; Jackson Accouns p. 3. 


% z 
— Ella 





900 Afrika, III. Abr 


Tipen Bewohner biefes 
ber fruchtbaren Felder m 
gen gegen bie Meerestüftı 
ten und Staaten anſiedel 
mohner bes Landes, bie 
Kampfe befiegt hatten, ıı 
Lande behaupteten, 

Das Gebirgsland fe 
nur no von dem Werber 
oben ©. 554 u. folg.) ber 
auf daſſelde befehränkt fin! 
Meife, ihrer Sprachverwa 
nen, wenn auch nicht zu 
bo füdmärts in die Sahı 
öftlihe Aftita bis zu den 
Doc bilden diefe mehrere 
ten erſt die Rede ſeyn kan 
Rede war. Hier nehmen 

en Rüdficht, welche noch 
Hihen und Thälern bes X 
gewurzelt erfcheinen, und 
umberwandern. 

Bon den älteflen einhı 
bes, den Ribyern, kaunten 
die Gätulier und Garaman 
Römern durch Gornel Ba 
wurden. Aus ihrer Verm 
fern, follen (nach den alten 
dern und Armenien bie D 
doch geſchahe die ſe Vetwiſch 

Später liefen fid Pho 
balen, Araber, rings um 
und drangen mehr oder wen 
um bat man bier, von jeh 
fen Böltern wiederfinden wc 
ben Mannigfaltigkeit finder 
aur eine große Einförmi 
jegt nach den neueften gen 
einzige, oder höchitens, na 
verfshiedene Stamm ſprachen 

die der Berbern, welche al 
früher bekannt war, und di 
erſt fpäter kennen gelernt ba 

Dieß ift um fo auffallen 
Hoch landes und der Sahara 


*) C, Sallustii Bellum Jugu 


ee IR Bewohner. og 


‚Wirt ywifgen Iinnie und Tombuetn ofiwärts,. bis 
8 en 55 verfhicdene en Y, 
Ben werden follen; das Arabiſche, welches au von 
eſtküſte des Atlas burch das ganze Hochland bis zum 
w allgemein ift, Lönnen wir aber nicht gu ben einhei⸗ 
u Sprachen bes Plategus ber Werbern rechnen. Es 
: die Religions: und Schriftſprache, und darum find 
tefe des Kaifers von Marokko, nach den Verfigeruns 
s Bifhofs Giarde don Jerufalem in berfelben Spras 
ı abgefaßt, in welcher die Beduinen am Jordan zu 
n pflegen, obgleich in der Schreibart bes Oſt⸗ und 
Heobifchen mancher Unterfipieb flatt findet. "Das 
u der Stäbdtebewohner längs ben Küfen, ober ber 
anten Mauren (moors), wie in Marokko, 8 Ta⸗ 
y Algier u. ſ. w. iſt ein verderbtes Arab a s... 
der weniger; vorzlglicher iſt eu 5. B. in Zeipolie. 
te WBerbernfprache FT) vereint ih gegenwärtig ben 
ı Theil dieſer Voͤlkerreſte, und iſt eniweder felbf dar⸗ 
ſammengefloſſen, ober behauptet vielmehr eine Gelb⸗ 
Brit, eine eigne Priorität, vor allen biefen Fremden 
16 Meer Dergelommenen +4) und Bat nur hie ümb. 
szelnes von dem frembdartigen als_einen zufälligen 
btheil in fi aufgenommen. . 
je Berbern lernen wir ale [9% räftige, eigenthüm⸗ 
zebirgsvolker kennen, von denen aber, was immer 
irdig if, ſchon Strabo +rF) verfihert — alfo vor 
Inwanberung ber Araber — daß fie ben Arabern ſehr 

feyen. &o wie alfo, was wir fihon oben angeben: 
en, das ganze Plateau der Berbern nicht innerhalb 
gefchleffenen Form des Afrikanifhen Typus eat 
 menig find feine Bewohner unter dem rein Afri 
Charakter mit begriffen, fondern, fo wie au das 
mehr dem Orient und Dccident zugewendet. | 
o Africanus +tF}) unterfcheider fünf verſchiebene 
se ber Berbern (f. unten Tuaryks), von denen er 
f die Gebirge von Mauritanien’ fegt, die Masmus 
usmubä) und Gumeri (Gum era), die übrigen 
Tiefland. Ben jenen kann vorläufig Bier nur die 


yn. 
ich Leo wohnt der Stamm ber Gumera auf bdem 














tlas, der der Masmudä auf dem hohen. Sa den : 


ıkson Acc. of Marocko. 8 Ed. p. 371. **) Ebenb. 
. +) Ebend. p. 327. +) Water im Mithribates, 
ser Theil, erſte Abtheil. 33 tr) 2eo Afric. b. Lors- 
p. 23. +t+) Sirabo LXVIL p. 55. TITH) 8eo 
c. b, Lorshach p. 14. 


J 


nenjucht; find Rolı auf ihre 
Vom November bis Februar wohnen 
Stationen; lieber in Hölen und unwiı 


at Serben als daß fe fih din 


ip in die Thäler zögen, wo fie abl 
Nach Sadfon follen diejenigen 
Landbau treiben, Kabylen genannt me 
ture ***) aber Gabaglie, Bebalis go 
haily, Horde oder Stamm) und Dieb 
wohner). Die VBewohner der Ebenen 
VBerbern heißen (Er.caz heißt in der Berl 
Auch Dr. Shaw lernte unter dem Na 
im Gebiet von Algier und Tunis zuerfl 
Beinen Atlas Tenmen, mit vother Gefi 
tar und eigener Sproche. Cham biı 
jenflämme. Diefelden heißen auf bem 
von Algier, fo wie auch ihre Gprade, 
neueften Schriftſteller +4) über Algier n 
g fo au über fie weniger zu fagen 
*gezfon fat une, Sb mh 
adfon fagt uns, baß mehr a 
Stämme ber Barden, welche er fo vie 
nennt, den Atlas bewohnen; einige v 
At: Giewan, Ait: Amor, Zapan und | 
Die ausge zeichnete ſten. Diefe Kabylen 
den einen Theil der Heere der tane 


Atlas, Bewohner. _ | 905 


rue, wauben und. plündern, umb geben mit Beute bes 
ia "ihre Gebirgsthaler zurüd.. die verachtetſten ums 
zuen follen die Kit: Amor als bie treulofeften Bars 
feyn, deren Herkunft die dortige Sage von den Amos 
herſchreibt. Diefe wohnen in N.D. von Ber Ein 
> Stamm oder Kabyle, die Zimurgh Shellech, 
suen die Ebenen zwifchen Fez und Mequinej, und find 
8 ſchoͤner Menſchenſchlag in welchen Jackſon eine 
byſtognomie *) vorherrſchend fand. Dort lie en 
rfen am Buße des FR die Ruinen des Kaffe 
a (Dharao’s Schloß) “), aus denen ein Theil von 
dus Er Abtien aufgebaut iſt. Die Ueberteſte has 
ckſons Dafürbalten den maſſigen Aegypti⸗ 
an in idren Schutttruͤmmern finden f viele Aus 
äten. Die Kabylen des hohen ſchneeigen Atlas, ber 
eichartiger Hoͤhe ohne befonbers ifolinte Gipfel fort⸗ 
ye »), leben vom November bis M ME in pt en; 
ihnen gehen viele leltfame Sagen **** Zieflanbe 
w. Dben auf den Höhen, wie im Sen Aftatifchen 
aſus ſteht Kabyle gegen Kabyle, ober Stamm gegen 
um, ja Dorf gegen Dorf und Haus gegen 
ndigee Fehde. Die Blutrache 23.. a enlien 
macht diefe Volker gu ben vobelen Menfihen 
‚oft 9.2 en bie Beamten ſich burn und —— 
bern Kaifer fo aſt jäpelich gezwungen, von Rarokko aus 
ı die Atlashöhen zu Felde gu ziehen. 
adfon Hält diefe Bälter für die alten Mauritanier, 
Salluſt beſchreibt. Gie find ein raſtloſes, nie bes 
8 Volt, Haben zwar die Muhammedaniſchen Le sen 
wmmen f), trauen aber weber den Neger: noch 
w Teuppen ber Kaifer, wenn biefe ihre ractaten * 
auch auf den Koran beſchwoͤren. Berbern waren es, 
eren Hülfe ve Araber die —— eroberten +}). 
— En, ep 
ı bie Bergbewohner oulous oulouhhs, 
—2 Schilde ‚6 De) ‚ oder cd 
vie jene, nur mehr in feflen, mit ® AN ——* 
haften; fie find ein kraftvolles, nicht, wie bie benach⸗ 
s Mauren, entnervtes Volk; trefflide Jäger und 
* Dub auf “ ee fa roglod fie (As 
ze Nahrun ehr einfach; nur Gerfle 
ı unter —*2 men als Gruͤtze ober ger * 








Isckson Acc, + Tomb. * 120. ®) Siehe 
a a — 

en er 
Hdidte 2. 2. 74 ’e. 255 DE Acc, he 243, 
enture a. 0. O. I 06 priöre Tour p. 181. 





904 Afrika, Abtheilung, 


(Zimeta) und Honig iſt ihre Nahru 
denn Fleiſch ſpeifen haben fie nicht, 
Ihre Sprache it nah Jadfe 
dene Sprache *) von dem ber Ber 
ture und Vater *) nur ein Di 
ſelbſt. eo fagt, fie beige Aquel A 
bilis, wohl, ein Ehrenname des € 
fon fagt, daß man fie Amazire n 
felbe Wort feyn mag, das Marst 
Zadfon verfihert auf das beftimi 
der Berbern im Norden, und di 
las, füdmwärts von Marekko in J 
beſucht, und mit mehtern hundert 
be, daß beider Spragen von einan 
feyen, giebt auch eine Eurze Probe 
lub ſelbſt find nicht fo kräftigen 
bern, und weniger athletifch gebau 
verfpiedenes Volk; ihre Sprache 
det in ber Sprache der öflichen ; 
dem bortigen Berber viele Schell 
fübweftligen Atlas. Jackſon fu 
leisgung ber Sitten +) ber altı 
Sanarifeen Inſein, mit denen be 
1ud's darzuthun, daß dieſe, unt 
Stammpäter von jenen waren, N 
alfo, mas nach den fibrigen Auto 
von ber Verwandtſchaft der Bert 
gefagt wird, inabefondere auf bie € 
soohner des füdweitlichen Atlas anı 
iſt unſte Spracpkenntniß von den € 
fon no zu wenig gründlich berei 
fand in fein volles Licht zu fegen. 
genauere Unterfuchungen hierüber m 
Nah Venture's Unterfuhun 
berſprache auf bem Atlas, in Sufı 
gefprogen, in ben Bergebenen v 
auf ber Inſel Girbe am Golf ı 
Aber auch im Diledulgerid unter | 
noch weit hinein In die Sahara. 
Angaben reicht fie oflwärts bis Ob 
mutbet fie auch no unter vielen 
in Jinnie. 


) Jackson Acc. 2 Edit. **) Mitf 
©. i2. *"*) Jackson Acc. p. 3 
+) Ebend.-p. 378. ++) Ventw 
Berböre in Langlos Mem. sur 





. Atlas, Bewohner. 905 


Water ) Hält fie für einerlei mit dem Sunzah ober 
zuchday am Niger, in dem Lande, das Leo Guber nennt, 
o ein Dauptzwein der Bernbernfprache einheimifch war, 
Emlich die Sprache der Sanhaga. Und diefes Land Su: 
* if vielleicht das Vaterland des zu Leo Zeit im Atlas 
ubeimifhen Stammes Gumer. 

Diele Berbernſprache charakteriſirt recht fehr ein 
lergvolk des Kontinents, das feine Ausdrüde für aufges 
ngene Religion und Künfte, wie alle Abfiracta für bie 
jede, aus dem Arcabifchen aufgenommen Bat, oßne Con: | 
metidnen fpricht, Feine Namen für Stade (Mebdinar if 
eabifch, Beinen für Welle, für Meer (elmeubja, lebhar, 
nd arabifch) **) Bat, die fie nicht kennen; Leinen für Neiß 
rt Ans Dinge, die ihnen erſt durch die Araber zuge: 

nd. ' 
Über e8 zeigen fich viele verſchiedene Dialekte in ihr, 
nd dieſes iſt nothwendig bei einem Wolle, das in fo viel 
eden und Stämme vertheilt if, wie es Thäler und Berg: 
e des Dlateaus giebt; die eben fo ſcharf von einander 
Ichieden und ifolirt leben, wie es die Klippenketten, Fels⸗ 
e, Steiltdäler find; die, wo fie fich gegenfeitig berüßs 
w, immer nur in Fehde miteinander ſtehen. 

Aber. ganz befondee Aufmerkfamleit verdient ihre 
prachverwandtſchaft, in Beziehung auf Gegenflände aus 
e phyſikaliſchen Exrdbefchreibung, mit den älteften Bewoh⸗ 
en ber entfernteften Landflriche und Inſeln. 


Anmert. Antlänge ber Berberifhen Sprachge⸗ 
ſſenſchaft im fernen Often und Weflen Wir vers 
iſen bier über das, was wir von den Öftlihen Berbern fon 
en bei den Bewohnern von Nubien gefagt haben, unb fahren 
ne mit der Bemerkung fort, daß aud in allen ndrbliden Daſen 
e Sahara von ben anfäßigen Bewohnern die Berbernfpras 
e gefproden wird (f. unten Tuaryk, bei Sahara ***), 

An der Oftgrenze ihres gegenwärtigen Berglanbes liegt bas 
kannte Gebiet von Barsca; ob fie da einheimifh find, wiſſen 
e nit. Aber von da an lanbeinwärts Liegen die Striche bes 
9, in welde er bie Berbern fest. Da findet fi die erſte Syl⸗ 
Ä bicfer Rebuplication überall wieber, in Barsca, in Ber⸗doa, 

Bersgu, Bir⸗gu, Bur:gu, in Bor⸗nu, kurz in den bebeus 
nbften Landfhaften. Da wohnen bie Is ouarsit. Daß t ift _ 
mw Kerbernſprache eigenthämlih +), ale Vorſat ober Rachſat 
* Worte. Dieb wäre alfo ber B:ouar: (Hovarahs) Stamm 
6 Leo, oder bie T-war⸗ik, t:barsi. Das i, am (Ende des 





0) Water Mithridates III. iſte Abth. r 50. 9°) Venture 
ocabul. p. 438. ***) Marsden Letter b. Hornemann 
" Voy. ed. Mangles 1. p. 405. +) Venture a. 0. D, p. 
416; und Vater Mithribates III. erſte Abth. p- 51. 


906 Afrika, TII. Abtheilung, Gebirge. $. 31. 


Bolks, im Begenfag bes Landes ohne i am Ende. So anch den 
in Berber und Berberi. 

Der Berberrmame Daran (f. oben Atlas), d. h. Berg, Zarıı 
bant, der Bergſtadt in Maxrokko, Elingt auch in Oft am Gingang 
von Habefh im Tarantapaß wieder, den bie öſtlichen Berne 
fämme der Hazorta beberifhen. Er erſcheint fehr häufig wieber 
in bem bergigen Binnenlande Afritas in Deir und Zouggala, is 
Dar » Bungara (dem Bergland der Fungi), in Dar Mara, Dan 
Sur, in Dar Kulla, und reiht wieder bis nad Agabes (me ii 
Touarike wohnen), in der Landfhaft Daura. Im allen bieks 
Strichen finden fih aud Drtfhaften, die Tacrur, Zocrur, Ze 
vol u. dgl. heißen, von dem Lande ber Bareclaniten *) des Eicif 
wahrſcheinlich auch Bar⸗ke laniten) bis zu dem alten berahmtes 
Gen Zecrur bin am Mittellaufe des Nigerfiroms. « 

Wenden wir uns nun nad bem äußerfien ® hin, an ke | 
Dcean, wo das Gap be Ber liegt: fo ift es merfwürbig, baf en 
ihm, bem Surrentium Promontorium, ſchon Polybius **) af 

feiner Küftenfahrt den Namen Bar: ca kennen lernte. 

Die einheimifdien Namen bes hohen Atlas, Ay» Duccal uub 
Dyrin, finden ſich merfwürdig genug, beide in Guanchennamen bei 
Pik von Teneriffa wieder, der Ayas Dyrma heißt. 

ine Horde mit Namen Kanarier fand Suetonius Panlised 
unter ben Berbern, auf dem Gontinente im heutigen Gufe, ber 
Inſel Kanaria gegenüber. Zu Leos Zeiten lebte der Stamm Ge 
mera, in N. WB. des Fleinen Atlas; nod jest wohnen die Gomera 
auf der Afrikaniſchen Steilkuͤſte ***), die Malaga gegenüber liegt, 
Gomera ift aber bekanntlich auch eine der Kanarifchen Inſeln 

Hoara (Havar, Houar bei Edriſi) ) nannte Leo Afr. eines 
ipree Stämme, ber fi jegt nod Beni Hoarin ++) (mit Xrabers 

iſcht) nennt, und zwifchen Agabir und Tarudant wohnt. Abe 

eni Hoare nannten ſich auch die Eingebornen der Infel Palme. 

Telde tft noch eine alte Rurg im Oſt von Agadir, ımb eben 
fo heißt die Altefte Burg auf der Infel Kanariaz von einer fok 
Gen Bergfefte ward der Kegel von Teneriffa, Pik von Zee 
(fpäter in Teyde verwanbelt) genannt. 

Viele andre Wörter find der Berbern⸗ oder nad Zadfon ber 
Shelluhſprache +++), weiche er bie alte Libyſche nennt, unb be 
©pradhe ber verſchwundenen merkwürdigen Guancdhen gemein 9) 

Hier nur die Uebereinftimmung ber Übrigen zur phyſikalha 
en n8 gehörigen Segenfände, ber erſten wife ) 

ormen. j 













%) Edrisi Afr, ed. Hartmann p. 135. *0) Plin. H. M. V. 
e.ı. #**) Conde Xerif Aledris. p ı51. +) Edrisi Ak. 
ed. Hartm. p. 145. +}) Jackson acc, p. 232. +44) Jach 
son ace. p. 380. tft) Jackson acc. p. 232. Glush» 
story of Canary Islands 4. p.174. Bory Sı. Vincent kb» 
toire des Isles fortundes 4.; und Water Mithribates 3. 2 
1. Abth. ©. 59, 





. i Atlas, Bewohner. “ 907 


bei® ers ern 
ober bei Buanden: 
Spellup. Gen 
anan denum, auf Eanzerote. 
v amen abemon 
el tigot 1 |tigot 
⸗ Plur. — an dtitogan, auf Ganaria. 
m’turn acoran 
er. faquair faycayg 
el, talmogaren | almogaren 
r, tigamin tamogitin 
Haß, tagarer tagarer - ⸗ 
mann, kabira kabeheira 
aya aya 
—*— dyrma 
athraar thenar 
Thal, douwaman abeyhaman 
ꝛ, als Hauptnahs, tezezreat tezzezes 
bei beiden, tomzeen temaſen, auf Lanzerote. 
(iritieum triffa, auf Lanzerote. 
n, der Römer) teihen auf Teneriffa (0b 
| Triffa, bie Weizeninfelt) 
baum, taginaſt taginaſte 
von Binſen, carian' carianas, auf Canaria. 
Feigen, atermufe archormaſe 
etes Gerſtenmehl, ahoren ahoren (hordeum?) 


enmehl in Oehl,ajamittanajzomotan 
‚ bas Hauptthier 


eiden, ara * ESanaria, 
iharan, auf Canaria, 
f, — * (g-ana- do im &pas 
nifhen bie Heerde), 
ein, tamouren tamacen 
acho (lac b.|$ abo 
' Römer) ahemen, auf Gomera, 


Kndere Guanchenwoͤrter verfhiebener Infeln flimmen wieber 
ndern Dialekten der Berbern überein. 

Daß nun hier noch größere Mebereinflimmungen zwiſchen dem 
m und Often aufgefunden werden könnten, wenn man einmal 
en Berberftämmen felbft erft genauere Bekanntſchaft gemacht 
ı würde, läßt ſich wohl erwarten. 

Das merkwürdige Bolt des Mauritanifhen Hochlandes, iſt 
verſchieden von den Afrikaniſchen Aetbiopen in Bitbung 
Lebensweife, Tehr nahe verwandt bem Araber , ber fpäter 
u Im eingewanbert ift, und in feiner Rähe ſich angefies 
yat, 

Der phyſiſchen Stellung und ber Form bes. Plateaus nad 
w El: Magreb ganz bem Guropdißden Hesperien zugewens 
im Form, Vegetation, Thierwelt, Tlima der Gübditalifchen 
Spanifhen Natur weit näher verwandt, als der des Afris 
hen Hochlandes der Schwarz. Diefes merkwürdige Ber⸗ 
olk fheint, wie Mars den bieß zuerſt andeutete, der Ur⸗ 
n ber Wevdlkerung bes weiten nörbliden Afrika’s zu ſeyn, 


908 Afrika, II. Abtheilung, "Gebirge. J§. 3i. 


Fa den Groberungen auswärtiger Guropäifdger unb Aftatifer 
ce. 
Auf welde Weife aber jener große Wölkeraärtel ber 

bern, den eine Spracgenoffenfchaft zu —— * 
. von dem Arabiſchen Golf an rund um Rordafrika, über Rubin, 
bie Dafenzüge , die Atlasketten bis auf bie Ganarifde Inſa⸗ 
gruppe fi um das flahe Sandmeer ber Sahara anſchloß, Das 
bleibt andern Nadhforfhungen vorbehalten. 


Erläuterung 35. Die maritime Küfenunfie 
mung des Atlasplateau’s; Fragmente, 


Die Aufmerkfamkeit der Europäifhen Mächte auf hie 
bekannten Staaten diefer Küftenumfäumung, welche fe 
Jahrhunderten in ununterbrocdener Fehde *) mit den Chr: 
lichen Staaten des mittelländiſchen Meeres und allen Ei 
ropäiſchen Marinen ſtehen, hat eine nähere Kenntaif ii 
Nordgeſtade ſehr wünſchenswerth gemacht. 
wie geſtehen, daß wir bei manchen ſehr oft wi 
und neuerlich auch hie und ba bereicherten Nachrichten übe 
eine Menge Einzelnpeiten, doch noch über viele der wie 
tigſten geographifchen Verhältniſſe diefer Küfenumfäumung 
ganz unmiliend find. Das mehrfle was wir darüber zu für 
gen hätten, können nur Anfichten der Seefahrer und Das 
delsleute von ber Küftenfeite genannt werben, und einge 
fammelte Notizen der Gonfuls von ben Dandelsplägen aus, 
b: daß immer durch ein einfeitiges Intereſſe, nur 

egenflände zur Kenntniß gelommen find, indeß andre 
Üiberfehen wurden, und eigentlich feit Shaw 6 Unterfi 
gen kein wiſſenſchaftlicher Forſcher jene Landfchaften nähe 
beobachtet bat. 

Die allgemeinen hiſtoriſchen und politiſchen Raifonne 
ments, mit benen wir bei ber wahren Armuth geünd 
Thatfachen Über dieſe Gegenden deſto reichlicher verf 
find, laffen wie bier zur Seite liegen; aud die eigentli 
matitimen Verhältniffe welche nur allein aus einer ui 
fenderen Darftellung der hiſtoriſchen und phnfkalifchen Ge 
famtverhältniffe des mittelländifcgen Meeres herv 
können, wie wir fie in der Folge in Verbindung mit 
Geſtaden Gübeuropa’s geben werden, verfolgen wir fie 
nicht. Wir können Bier. nur Eingelnes neues Bemerken⸗ 
werthes hervorheben, fo weit es der Raum nodp erlaut, 
amd auf einige Quellen verweifen wo das Weitere gu fin: 


den if. . 



















% . 
%) $. Herrmann über bie Seeraͤuber im Mittelmeer und üR 
Vertilgung. Lübel 1855. 8. . 


Altlas, Küftenumfäumung. 909 


1. Provinz Sufa *). Bwifchen dee Wüſte nords 
lets bis Tarudant und Agadir, im Saden des Koifer- 
ums Marodo, ift Suſa eine merkwürdige, independente 
Äftenlandfehaft am Eingange der Sahara die teinsamene 
ehe zu jenem Reiche gebört, obgleich fie dazu gewbhnlich 
zähle wird, und auch früher ihm unterworfen war. Sie 
"dicht an ber Sahara und dennoch von ausgezeichneter 
nachtbarkeit, reich an Aderfeldern und allen Obfhainen. 
as Land iſt in ihr ganz vol befegt mit Meinen Städten, 
den, Caftellen, die alle ſtark befeftige jedes fein Dbers 
upt, feine patriarchalifche Herefchaft hat. Die Einwohs 
e, ſchoͤn von Geftalt, And alte unvermifpte Araber, mit 
ten Sitten, erinnern in allem an bie Nachbarn von Kas 
an; fie find ſehr fleißig, tapfer, ſtrenge Moslemin, und 
I auf ihre unabhängigen Pleinen Staaten. Bet ihnen 
AWohlſtand, fehr großer Heerdenreichtfum, alte Patriars 
mgeit. Dieß iſt die Provinz mit ber Stade Wedinum 
3000 Einwohner) welche Yadfon zur Anlage der neuen 
abantompagnie *”) vorſchlug. In bem benschbarten Ats 
igebirge bei Tarudant iſi Detotireigtäum. 3. Riley vers 
«e einige Zeit in dieſer Provinz Gufe als Gclave und 
ae als Augenzeuge mande merkwürdige Nachricht über 
mit. 

3. Deceanifhe Weſtküſte von Marokko. Dom 
iche Marokko haben nah Höft und Lempriere, Jadı 
m und Ali Bey lefenswerthe Nachrichten über den leb⸗ 
w neueften politifhen Zuſtand mitgetheil. Den hohen 
las fügt Ali Bey auf 13200 Zuß abfolute Höhe ). 
ich ihm ift der ganze flache Küſtenſtrand gegen den atlans 
Hen Dcean ein Werk der Meeresanfpülung, der oceanis 
en beftigen Brandung des Grundfandes und gufammens 
vadner Thonmoſſen, den er für ein Produkt fubmariner, 
itaniſchet Wirkungen (Zuffa?) Hält. Mergelfcpichten 
€ animalen Subſtanzen haben ſich darüber abgelagert }). 
efe nüfen Strandtüften findet er am ganzen Gübrande 
» Atlasplateau’s, gegen die Überall abfolut tief liegende 
is der Sahara, wieder bis gegen die Syrten hin, und 
Aärt diefe flache Strecke für einen vom Meere verlaffenen 
regrund; das Atlasplateau zwiſchen ihr und dem Mits 
meere felbft für die alte Inſel Atlantis des Plato, am 
ten Dflfeite die Syrten fih in die Tiefe gefenkt hätten, 
Al er da einen vullanifchen (7) Boden gefunden haben 





®) J. Riley Loss of the Brigg. Commeroe ↄte. Lond, 1817. 
4 P-4 53. Tuckton Abe. P- —& Jackson Aco. 
PB. 249. p- u. *") AliBey Trav, T.J, p. 157. 
— 





Bi 


gier (Tanja), ober von @urope 
braucht man nur vier oder weniger Stun 


ier im dieſer Exrbnäbe einen Unee ſchied di 

Bud at en Im Sollte, Bam a 8* 
finden Ucbergang geffufen der Wölker art; — 

die beiden Eytreme der Gieilifatiem. u 

tunden teeten die Differenzen von 
safpend hervor **). Die Sühe diefer 

eftehen, nad Ali Bey, aus Lagern eines 

nites * der geſchigtei if und mit nid 

felt. Die Granitſchichten riden, 

F en N. geneigt im Winkel von 50 bis 71 
anderthalb bis a Fuß mädtig. Sie erheben 
40 Buß Hoc, fireden fich aber bis in ben £ 

Zangier, und reichen ofwärts bis zu den cı 

hen bei Tetuan, wo jünge 8 —x — —— 

iefe fe Segegenb Häle Ali Bey für plögli 
auf die S maflen vom Horde Her gi 
in fich ae rad, und fo die Deffn 

fe entſta feyn. Die gu Ro sei 
wärts bis pa taat von Aısier läng läng: 

Ru Deere iſt uns ihren Natroerpälknif, 
annt geblieben wie fie es vorher gewefen 


4 Küfe von Algier. Won ben 
Ranbflaatıe haben wir zwar verfchiebene Bel 


fit hoa hofannten Bhama PlaMicken 





Atlas, Algier. 912 


» Die lebten Kriegserpebitionen *) haben bie Aufs 
kſamkeit wieder auf die Dauptflade und den Raubhafen 
er geführe, über deffen Verhältniſſe Pannanti **) um: 
dlich fpriht. Von ber Übrigen Küfle weiß er jedoch 
neues Faktum zu fagen, und der Schiffskapitain 
squiere, ber befle Keiner der Raubſtaatenküſten, ges 
e feld, es würde thöriche feyn bei unfeer großen Un: 
itniß im biefem Lande, dort auf eine genauere geogras 
We Beſchreibung eingehen au wollen »). in neuerer 
sco de Gamaſ) dat einige lefenswertbe allgemeine . 
rachtungen Üiber diefen Staat hie und da belannt wers 
lafien. Shaw bleibe die ältefle, erfte befannte Haupt⸗ 
le über diefen Küſtenſtrich, zwiſchen ben Flüſſen Mas 
a im We und Zaine im Oft, welde auch Pananti 
Die Grenzwaſſer des Algierifchen Staates angiebt. Die 
e Reihe von befländigen Raubzügen zu Lande in ber - 
neproving zwifchen Konflantina und ber alten Grenze 
Zunis, bat jedoch die dortige Landgrenze zwiſchen beis 
NRaubſtaaten in Wergeffenheit gebrachte, unb bie fonft 
bevoͤlkerte und fruchtbare Landfchaft ſehr verändert T}). 
ee dieſen oͤſtlichſten Küſtenſtrich heilt Blaquière bie 
ern Berichte einiger Augenzeugen mit. 
Gonftantina, die Haupftſtadt biefer oͤſtlichſten Pros 
I des Algierifehen Staates batte noch immer an 30000 
mohner und liege in einer fehr fruchtbaren Landfchaft, 
gegenwärtig ‚unter der Gewalt eines eignen Dey’s ſteht, 
ein Deer von 20000 Mann aufbringen kann, aber doch 
von Algier abhängig ift +t}). Die Statt liegt unge: 
u feft, bat viele alte Römerruinen, gaftfreie Einwohner, 
von da an, gegen das Innere des Landes, foll fichres 
'en feyn. Bon da nach der Serküfle gu, gegen ta Cala 
Zabarca, am Grenzfluß Zaine gegen Zunis, ift 
Idreihehum, bier eine große Seltenheit, die bops 
en Werth für den Schiffbau bat. Der Det La Eala, 
an La Francia, war nebft Gap Bona vorbem dee 
einer Sranzöfifch: Afritanifhen Handlungskompagnie in 
e ungemein feuchtreichen Küftengegend, und mit Fe: 
gsanlagen trefflich zus Schiffahrt gelegen FHH}). Die 





A. Salamé Narrative of the expedition to Algier. Lond. 
1819. 8. **) 8. Pananti Narrativo of a Residence in Al- 
giers eıc. ed. by Edw. Blaquiöre. Lond. 1818. 4. ***)Pa- 
nanti Nota p. 108. +) Vasco de Gama b, Jackson Acc. 
p- 453. +r) E. Blaquidre Letters from the Mediterra- 
nean. London 1813. 8. T.I. p. 199. tt) Blaquiöre 
Letters. T.I. p. 45. ttt}) Blaquiöre Letters, T. 1, 
p. 139- 


gıa, Afrika, III. Abtheilung, Gebirge. $. 51. 


Engländer verfuchten durch einen WWertrag mit dem Da 
von Algier im Jahr 1806, Für eine jährliche Zahlung ug; 
21000 Pf. Sterling diefen Were fi anzneigaen; um cam 
Militaicpoften in Ya Cala par Unterflügung ihrer Grehem 
ſchaft zu Maltha zu geminnen. Es gelang ihum dia 
nicht *); die Bombardemens von Algier find feitbem Ik 
kannt. Auf der Grenze des Algierifden und 
Staates an der Mündung des Zaineflufles liegt die 
Tabarca, bis 1798 von Genueſen befegt, die feitkem 
von den Barbaresken vertrieben wurden. An bieſen Buße 
iſt die wichtige Korallenfifcherei **), bie vorgägi “ 
Branpofen und Stalienern von Gagliari und rap u 
etrieben, oft durch die Korfaren gefört wich, den 
Bigen Zeiten über 500 Boote und an 9000 Menſchea ſ 
fehäftigen kann. | 
5. Küſte von Tunis gegen Morden. Di 
lichte Serküfle des Staates von Tunis behtant 
Blaquiere, mit dem Gap Rour (37 Er. R. 
9 Gr. 30 Min. D.2. v. Gr.), siehe gegen Oſten Ks 
Gap Bon, von da reicht defien ORkühe füdmärts iu 
fruchtbaren Inſel Jerbi (Meninz, b. Plin.).. Die EWR 
Küftenentwidlung von etwa hundert Meilen Länge, ir PL 
gen das Innere des Landes kaum no bis So Weil | 


i .... N üb di , . 
hekannt ift ***) ur über ie Dafenorte die Pr 7 

































=? 


beiden HDaupsflüffe des Wad el Quibie (Zeine 
des größern Mejerdah (Bagradap), erhalten wir 
neuere beflimmtere Nachrichten. Aber auch diefe Find I 
ſchränkt genug, und an eine nautiſch richtige Karte g 
Küften ift nicht gu denken, noch weniger an eine ven 
Innern bes Landes. Sowohl Shaw's Karte if hie 
lig incorrece, als auch die neuefle Italieniſche Gpreieltuf 
von Tunis, ift, nah Blaguietres Urtheil +), fo fü 
wie alle vorigen, - 
Der Wad el Quibir ober Grensfluß Zaine, e 
fpringe in ber Nachdarſchaft der Stade EI Kief und ®& 
gieße fih bei Tabarka indbas Meer. Die Stadt EI Lu 
liegt etwa ı2 Meilen landein im ©. von Tabarka, in 
Mitte der herrlichſten Walbungen, melde das trefl 
Schiffsbauholz geben. Die Stadt iſt fehr bedeutend ai 
faft unbelannt Tt). 4 
Bizerta (Hippo Zarytos) liegt 12 Meilen im M 
von Tabarka, ‚an einer tiefen Meeresbucht, die mit Ex 
londein liegenden großen Landſeen (Palus Sisara b. 





*) Blaquiöre Letters T. I. p. 149. **) Gbenb. I. G. 16 
—72 Send. I. ©. 136. }) Ebend. I. &, 157. +}) Ga 
v ® 2 1 





Atlas, Algier. - 918 


Windung ſteht, bie einer genaueren Wefchreibung bes 
n. Der erfle Bat 14 Meilen im Umfang und ift noch 
eefchiffe fahrbar, der gweite ober der dritte, wenn 
vie Meeresbucht mitzäble, bat noch 18 Meilen im 
9; beide find ſehr fiſchreich, von fruchtbarſten 
haften umgeben, aber faſt unbekannt, unbeſucht, und 
E WBigerta mit Sooo Einwohnern *°) ein fehe wichtiger 
Isort, ber allein im Sabre 1800, au 130000 Quarters 
w in verfchiebene Europäifche Häfen ausführte. 

ns Oſten von da ergießt fih dee Mejerdahſtrom 
Meer; es iſt der Bagradas ber Alten, zwiſchen 
m W. und Karthago im DR. Seine Quelle?) ik 
anefeen ganz unbefannt, er foll 40 bis so Meilen - 
erfommen, aus G. W. von ben Bergen: Mejerdah, 
me ungemein reiche Landſchaft burchfrömen, Die auf 
rrlichſte bebaut iſt mit Kom, Weipen, Dliven, vol 
Bienen u. ſ. w. unb die mebeften Ausfuhrartikel giebt. 
jewohner jener innern Landfehaften find ein ges, 
Idusftrieufes Voll, dunkelfarbig, von. ſchlanker, edler 
t, würdig im ihrem Benehmen, bei denen Fabriken 
(rt, Webereien in höchſtem Flor find. Dieß iſt die 
d des alten innern Afrikia’s, wo auch weiter im 
e Araberſtadt Kairoman ""*) erbaut warb, die jetzt 
Soooo Einwohner Haben foll, und Haupthandel mit 
ztädten Sfax und Suſa nach ber Oſtküſte treibt, aber 
ıft unbekannt gerworben if. 

a ber Offeite bes untern Mejerdah iſt die volkreichſte 
Hope Landſchaft, voll Städte, Dörfer, Araberflänme, 
roßer Reichehum an Kom, Weigen, Gerſte, Vieh, 
„Dehl; in den Bebirgen find reihe Gruben für Gil: 
Rupfer, Blei, die ganz unbenuge liegen; bei Porto 


na findet man in den Vorbergen Quedfllbererze 


biefem allen wußten bie Kartbages einft beffeen Ge: 
gu machen, als die heutigen. Zunefer. 
Ye Ruinen auf der Weſtſeite des Mejerdah, welche 
&r die des alten Utica +) anfpricht, werben ale Stein: 
benugt; vor kurzem geub man dort eine fehr große 
e der fehönflen Statuen aus, unter denen aud ein 
Ser Auges und Ziberius waren, die in die Samm: 
bes Engländers agan, Conſul in Palermo, gelom: 
Ind. Zunäschſt nördlid, an der. Mündung bes Meier: 
biegt Porto Farina +}) mit gooo Einwohnern in 


laquitre Letters I. p.ı56. **) 0.0.0. &.136. *"*) Ebn 
sukal Orient. Geogr. p. 19, 80, Marcel in Descr. de 
£g. Et. Mod. livr. Ill. p.85. +) Blaquiöre Letters 1. 
200, ++) Ebend. &, 158. 

. Ä Mmm 


\ 


912. Afeifa, III. Abtheilu 9%, 


Engländer verfügten buch kr 
von Algier im Jahr 1906, flre 
11000 Pf. Sterling diefen Bing € 
Militairpoften in ka —— 
fhaft zu Maltha zu gr—— 
nicht *); _die Bombardr 33% 
Tanne. Auf der Steme⸗ gz 
Staates an der Mind sus 
Xabarca, bis 1798 444 
von den Barbaresfer a8 
iR ve miäche — 
ſranjoſen ⸗ 
betrieben, oft 54 





N 


—R 


RN 


any 
B 






WEN 
won \RA 
AN 
N 
R 









⸗ 





4 
⸗eediffe iR it do 
„e (36 I — 
ee D.p. he) 
’ fa, bis zum 
vie Bugr (ir. ne Wie me m 
ng ‚ae, liegt La Goletta (36 8. 59. 
ii, 98. Or. 5 Min. 50 Ger. mag D.D.G) 
Aarte Sefte von Zunis mit dem erfien 
tabafen bes Reiches, der jede lanbein wm 
gr Hügel beherrfht wird. je IR dos que 
Zunefen; mit item Sqiffewerfte, zu wel 

‚der von Tabarka und bie Adriatifgpe "zihe das Aimu 
iiefern, das von Aeensönte en und ga L 
bauraeiftern dur Üpriftenfe w taubfepifien ven 
tet wird. Ban Goletta zu dem Mauern ber Hay 
Zunis beine fih ein flaher See *"") aus, wm 
6 Deilen im Umfang, mit der Fuſel des Lajaretho 
Bitte, ber beändig von Warten belebe iR, anf bım 
Zeansport ber Waaren und Menfpen vom Mer 
Moenı gei@ieht. „ Die geifte ice dirfen Zunsl] 
Sees if nit über 6 bis 7 Buß; er ik « 
Küfenlogune durch im Oft vorgelagerte 
sefchloffenen See nach und mad geworben, und Dies 
nur als Galine; feine Ufer werben wom Heerden vu 
mingo’s bewohnt. Wusgetrodnet wärde ber 
Sumpf zw einem teigenden Garten werben. Es 
genwärtig an feinem Gübende, die Refiden Iunis 
ungefundefte und ſchlechteſte Lage, bie durch einige: 









®) Blaquidre Letters T.I, p. 159, _**) v. Zach Ca 
Astron. 1819. T. Irz ***) Blagniere Lauem 
20 Chateaubrien, 6raire, Paris adıı, 8, 7 
p. 126. 


mie, Karthago. 915 


n Meu:Karthage, und auf ber 
erhob ſich ſeit dem 13. Jahrhun⸗ 
entige Reſidenj Tunis, die Lud⸗ 
ngriff, Earl V. 1535 eroberte, 
vals ber Zürkın und feirbem 
liegt auf weißen Kreidehür 
viele Kräfte verwendet 
* Stadt *) mit ihren 
r Shriften, und mit 
gtieben, Ihre Um: 
‚n der alten Karıhago, 
„et am Cap Gartagine 
„ufen) **) ift das Bajä der Zu: 
‚pften Getreibefluren, Dlivenwäls 
ine, Rofenweldungen und Weine 
andhäufern, Gärten aller Reichen, 
Zunis, welche die Ichönfle Jahre: 
friſchen Seraeftabe genießen, 
„das noch ben Namen ber alten 
Gartagine, liegen fehe viele 
Biederauffucden des alten Tyrir 
b aufgefordert haben; jedoch ohne 
a bier die vielen Refte Roͤmiſcher 
Inferiptlonen unverfennbar die 
Aartbagifhen Kolonie ber 
ehr großem Umfange find, fo hat 
ie Grundmauern ber alten Ep: 
er zu finden geglaubt, zumal, ba 
ten Karıhago mit den Quabdern 
ıw aufgefüßrs find. 
‚ine Anſicht aller bisherigen Rei: 
ıffifchen Boden berrasen und uns 
erdungen wmittbeilten, denen frei: 
ärfe der Kritik und die Wergleis 
t den hiftorifhen Quellen fehlte. 
ein feharffinniger Fotſcher, ber 
andnen Quellen über die Eopo 
x als alle feine Vorgänger ***) 


„161. **) Gbend. S. 165, 168 bis 
en 1.8. Leipj. 1765. ©. 73 u f. 
‚ Montoiche, Campomanes, Stan. 
Coronelli Ragguaglio del Viagg. 
Barberia Vol. hi Mediolani 180°. 
d Itineraire T. II. p. 286 — 195. 
. p. 168. Noah Trav. in Europa 
1819..8. Camill. Borgia Mscrpt. 





906 Afrika, TII. Abrheilung, Gebirge. $. 51. 


Bolks, im Begenfag bes Landes ohne i am Ende. So auf fürn 
in Berber und Berberi. 

Der Berbernname Daran (f. oben Atlas), d. h. Berg, Zars: 
bant, ber Bergſtadt in Marokko, Klingt auch in Oft am Gin ang 
von Habefh im Zarantapafß wieder, ben bie öſtlichen B 
ſtaͤmme der Hazorta beherrfhen. Er erſcheint fehr häufig wich 
in dem bergigen Binnenlande Afrikas in Deir und Zouggala, in 
Dar » Bungara (dem Bergland der Fungi), in Dar Mara, Den 
Sur, in Dar Kulla, und reiht wieder bis nad Agabes (me ih 
Zouarike wohnen), in der Landfhaft Daura. "Im allen bisfs 
Strichen finden ſich auch Ortſchaften, bie Tacrur, Zocrur, Zum 
vol u. dgl. heißen, von dem Lande der Wareclaniten *) des Cie 
(wahrſcheinlich auch Bar⸗k⸗laniten) bis zu dem alten berühmies 
fen Zecrur bin am Mittellaufe bes Rigerfiroms. 

Wenden wir uns nun nad dem aͤußerſten & bin, an m 
Dean, wo das Gap be Ber liegt: fo ift es merkwürdig, baf es 
„im, bem Surrentium Promontorium, ſchon Polybius **) af 

feiner Küftenfahrt den Namen Bar:ca Fennen lernte. 

Die einheimiſchen Namen des hohen Atlas, Ay: Duacal u 
Dprin, finden fi merkwürdig genug, beide in Guancennamen bed 

it von Teneriffa wieber, ber Ayas Dyrma heißt. 

Eine Horde mit Namen Kanarier fand Suetonius Yaullaad 
unter ben Berbern, auf dem Gontinente im heutigen Süſe, ve 
Inſel Kanaria gegenüber. Zu Leo® Zeiten Iebte der Stenm && 
mera, in NR. WB. des Eleinen Atlas; noch jest wohnen die Gomers 
auf der Afrikaniſchen Steilkuͤſte ***), die Malaga gegenüber lieg. 
Gomera ift aber befanntli auch eine der Kanarifchen ZYufeln. 

Hoara (Havar, Houar bei Edriſi) }) nannte Leo Afr. eiam 
ihrer Stämme, der fi) jegt noch Beni Hoarin ++) (mit Arabeın 

ifcht) nennt, und zwifchen Agabir und Zarudant wohnt. Abe 

eni Hoare nannten fi aud die Eingebornen ber Infel Palme. 

Telde iſt noch eine alte Rurg im Oſt von Agadir, und eher 
fo heißt die Altefte Burg auf ber Infel Kanaria; von einer fob 
Gen Bergfefte warb ber Kegel von Zeneriffa, Pik von Zee 
(fpäter in Teyde verwandelt) genannt. 

Viele andre Wörter find der Berbern⸗ ober nad Jackſon ber 
Shelluhſprache +++), welche er bie alte Libyſche nennt, und be 
Sprache ber verſchwundenen merfwürbigen Guanchen gemein HHf}). 

Hier nur die Uebereinftimmung ber übrigen zur phpfifaiiikges 
Erdbeſchreibung gehörigen Segenfänbe, der erſten Bu ub 
Grdformen. ’ 





*) Edrisi Afr. ed. Hartmann p. 155. **) Plin. H. N. V, 
ec. 1. #***) Conde Xerif Aledris. p 151. +) Edrisi Ak. 
ed. Hartm. p. ı45. ++) Jackson acc. p. 232. +44) Jach 
son sec. n. 380. TtYtf) Jackson acc. p. 232, Glas > 
story of anary Islands 4. p.ı74. Bory Sı. Vincent k» 
toire des Isles fortundes 4.; und Water Mithridates 3.2 


1. Abth. ©. 59. 


7 





Actlas, Bewohner. — 


907: 
vei® er ern 
oder bei Su : 
Spellup. anchen 
janan denum, auf Eanzerote. 
amen abemon 
( } tigot | | tigot 
⸗ Plur. —aniltitogan, auf Canaria. 
m’turn acoran 
e, fäguair faycayg 
l talmogaren | almogaren 
‚ tigamin tamogitin 
a8, tagarer tagarer ‚ 
nann, kabira kabeheira 
aya aya 
635 35 
athraar thenar 
Thal, bouwaman adeyhaman 
„ als Hauptnah⸗ tezezreat tezzejes 
bei beiden, tomzeen teneen * Eanzerote, 
... riffa, auf Lanzerote. 
1, ee Kömer) keihen auf Teneriffa (0b 
Triffa, die Weizeninfel?) 
aum, taginaft taginafte ' 
von Binfen, carian' carianas, auf Canaria. 
Feigen, atermufe archormaſe 
tes Gerſtenmehl, ahoren ahoren (hordeum?) 
amehl in Dehl, | agamittan | agomotan 
ben Haupfthier ara ara - 
tiharan, auf Canaria 
f, — jan (g-ana-do im Spa⸗ 
nifhen bie Heerbe), 
in, tamouren tamacen 


aclıo (lac d. Faho 


Römer) 


achemen, auf Gomera, 


ndere Buandenwörter verfhiebener Infeln flimmen wieber 

andern Dialekten der Berbern überein. 

Jaß nun hier noch größere Uebereinſtimmungen zwiſchen dem 

n und Often aufgefunden werden könnten, wenn man einmal 

en Berberſtaͤmmen felbft erft genauere Bekanntſchaft gemacht 
wuͤrde, laͤßt ſich wohl erwarten. 

)as merkwürdige Bolt des Mauritaniſchen Hochlandes, iſt 
verfhieden von ben Afritanifhen Aethiopen in Bitbung 

tehensweife, ſehr nahe verwandt dem Araber, der fpäter 

s hm eingewandert ift, unb in feiner Nähe fi angefies 


at. 

yer phyſiſchen Stellung und der Form des Plateaus nad 
e El: Magreb ganz dem Guropäifdhen Hesperien zugewen⸗ 
In Form, Vegetation, Thierwelt, Flima der Gübitalifchen 
Spanifhen Natur weit näher verwandt, ale der bes Aftis 
hen Hochlandes der Schwarze. Diefes merkwürbige Ber⸗ 
olk feine, wie Mars den bieß zuerſt anbeutete, der Urs 
ı ber Bevrdlkerung des weiten nörblihen Afrita’s zu ſeyn, 


908 Afrika, IH. Abrheilung, Sebirge. ‘51. 


en Eroberungen auswärtiger Guropäifdger und Aſiatiſqher 
er. 

Auf welche Weiſe aber jener große MWölkergärtel der Be 
bern, den eine Sprachgenoſſenſchaft zu einem Ganzen meqͥt 
von dem Arabiſchen Golf an rund um Nordafrika, über Nubie, 
bie Dafenzüge , bie Atlasfetten bis auf bie Ganarifche Yafks 
gruppe fi um das flahe Sanbmeer der Sahara anſchioß, de 
bleibt andern Nachforſchungen vorbehalten, 


Erläuterung 5. Die maritime Küflenumfis 
mung bes Atlasplateau’s; Fragmente. 


Die Aufmerkfamkeit der Europäifchen Mächte auf be 
bekannten Staaten biefer Küfenumfäumung, welche fat 
Jahrhunderten in ununterbrocddener Fehde ) mit den Ghrif: 
lichen Staaten des mittellänbifhen Meeres und allm Es 
eopäifchen Marinen flehen, dat eine nähere Kenntniß biefe 
Mordgeftade ſehr wünſchenswerth gemachte. Doc 
wir gefichen, daß wir bei manden fehr oft wiederholten 
und neuerlich auch bie unb da bereicherten Nachrichten über 
eine Menge Einzelnpeiten, doc noch über viele ber wiße 
tigſten geographiſchen Werhältniffe diefer Küflenumfäumung 
ganz unmiffend find. Das mehrſte was wir darüber gu far 
gen hätten, können nur Anfichten ber Seefahrer und Ham 
beisleute von der Küftenfeite genannt werben, und einge 
fammelte Notizen ber Sonfuls von den Dandelsplägen ans, 
b: daß immer durch ein einfeitiges Intereſſe, nue 

egenflände zur Kenntniß gefommen find, indeß andre gan 
überfehen wurden, und eigentlich feit Shaw s Unterfugun 
gen kein yoiffenfchaftlicher Forſcher jene Landfepaften nähe 
beobachtet bat. 

Die allgemeinen hiſtoriſchen und politifchen Raifonne 
ments, mit denen wir bei ber wahren Armuch gründlicher 
Thatfachen Über diefe Gegenden deſto reichlicher verf 
find, laffen wir hiee sur Geite liegen; auch die eigentli 
matitimen Verhältniſſe welche nur allein aus einer u 
fenderen Darftellung der hiſtoriſchen und phyfſkaliſchen Ges 
famtverhältniffe des mittelländifhen Meeres hervorgchen 
Zönnen, wie wir fie in der Folge in Verbindung mit ben 
GSeftaden Gübdeuropa’s geben werben, verfolgen wir fie 
nie. Wir können Bier. nur Einzelnes neues Bemerkens. 
werthes hervorheben, fo weit es der Raum noch erlaußt, 
und ge einige Quellen verweilen wo das Weitere gu fin 
en ® . 




















7 . 
*) %. Herrmann über bie Geeräuber im Mittelmeer und ijre 
Vertilgung. Lübel 1855. 8: . 


‚ Atlas, Küftenumfäumung. 909 


1. Provinz Sufa *). Zwiſchen der Wüſte nords 
ürts bis Tarudant und Agadir, im Güden des Koiſer— 
mıms Marodo, ifi Suſa eine merkwürdige, inbependente 
üftenlandfchaft am Cingange der Sahara die teineenene 
he zu jenem Meiche gehört, obgleich fie dazu gewöhnlich 
zähle wird, und auch früher ihm unterworfen war. Gie 
E dicht an der Gahara und dennoch von ausgezeichneter 
suchtbarkeit, reich an Aderfeldern und allen Obfhainen. 
Yas Land _ift in ihr ganz voll befegt mit Meinen Städten, 
jeden, Gaftellen, die alle ſtark befeflige jeden fein Dbers 
aupt, feine patziarchalifche Herrſchaft hat. Die Einwohs 
er, ſchoͤn von Geftalt, find alte unvermifcpte Araber, mit 
sen Sitten, erinnern in allem an bie Nachbarn von Kas 
Ban; fie find fehr fleißig, tapfer, ſtrenge Moslemin, und 
olz auf ihre unabhängigen Lleinen Staaten. Bet ihnen 
HlBopipand, fehe großer Heerdenteichthum, alte Patriars 
vemjeit. Dieß iſt die Provinz mit der Stadt Webinun 
50000 Einwohner) welche Jadfon zur Anlage der neuen 
5abantompagnie *") vorfchlug. In dem bensqchbarten Ats 
igebirge bei Tarudant iſi Detatlreichefum. 3. Riley vers 
bie einige Zeit in diefee Provinz Sufe als Sclave und 
heile als Augenzeuge manche merkwürdige Nachricht über 
e mit. 

s. Deeanifhe Weſtküäſte von Marokko. Dom 
deiche Marokko haben nah Höft und Lempriere, Jads 
oa und Ali Bey lefenswerthe Nachrichten über den legs 
m, neueften politifchen Zuſtand mitgetfeilt. Den open 
las fchägt Ali Bey auf 13200 Fuß abfolute Höhe ). 
bach ihm iſt der ganze flache Küſtenſtrand gegen den atlans 

gen Ocean ein Werk der Meeresanfpülung, ber oceani: 

beftigen Brandung des Grundfandes und gufammens 
tbadner Thonmaffen, den er für ein Produkt fubmariner, 
nllanifcper Wirkungen (Tuffa?) hält. Meigelſchichten 
lt animalen Gubftanyen haben ſich darüber abgelagert }). 
Niefe müflen Strandtüften findet er am ganzen Südrande 
ts Atlasplateau’s, gegen die Überall abfolut tief liegende 

je dee Sahara, wieder bis gegen bie Syrten hin, und 

jet diefe flache Strecke für einen vom Deere verlaffenen 
Seegrund; das Atlasplateau zwifhen ihr und dem Mits 
lmeere felbft für die alte Infel Atlantis des Plato, an 
nen DOflfeite die Syrten fi in die Tiefe gefenkt Hätten, 
ib er da einen vulkanifchen (?) Boden gefunden haben 











®) J. Riley Loss of the Brigg. Commeroe eto. Lond. 1817. 
—8 147._**) Jackson Aco. 
2% iBey Tray, T. I. p. 157. 





9:0 Afrika, III. Abtheilung, Gebirge. 551. — 


will. Früherhin deutete man bie vulkaniſhhen Canary, 
3 im Deean at; als —e nr da 
Der ſchwarze Daru . unten t dazu bei, biefe 
fit —* alı Ben geoßer Atlantis, die wir fr m?» 
fon ein ifolirtes Plateau genannt haben p 
machen. Ron ber Zertrümmerung ihres Dflendes 7 , 
tiefen Buchten ber Syrten, nimmt Al Dep bie 2 
Klippenbänte von Kerkena in der kleinen Gyrte oe 
legten Meberrefte ihrer verfuntenen Stellen an. ' 
potbefe verdient bei ihm nachgelefen und bie Local m 
nauer unterſucht zu werden. 


3. Tangier. Bon ber Europäifchen Küſte EU 
gier (Tanje), ober von Europa nach Afrika zu 
braudt man nur vier ober weniger Stunden, — 
bier in dieſer Exrbnähe einen Unterſchieb der Rem 2. 
kaum auf den zwei Erdhälften. Vom Often her, „.,. 
bien über Syrien, bie Türkei, Ungarn, Deutfchlaszs , a 
finden Uebergangsfiufen der Wölker ſtatt; aber hier 
fih die beiden Extreme ber Givilifation und in umge 
Stunden treten die Differenzen von SJahrtaufenden Fee 
raſchend hervor““,. Die Käften dieſer Morbfpige Akt 
beftehen, nach Ali Bey, aus Lagern eines fecundärn eꝛ 
nites ») der gefchichter iſt und mie Thonfchiefergebitg 
felt. Die Granitfchichten flreigen von W. nad D., 
gegen N. geneigt im Winkel von 50 bis 70 Braten, — 
anderthalb bis 2 Fuß mächtig. Sie erheben fih side Di 
40 Fuß hoch, fireden fich aber bis in den Ocean hin 
Tangier, und reichen oſtwärts bis zu dem erhabneren ZUR 
böhen bei Tetuan, wo jüngere Bebirgsarten fih a 
Diefe Erdgegend Hält Ali Bey für plöglich gefunten, WW 
auf die Bebirgsmaflen vom Norden Her gegen den 
in ſich überſchüttet, und fo die Deffnung der Gibt 

raße entflanden ſeyn. Die ganze Mocrdküfle von hiet, 
wärts bis zum Staat von Algier längs dem mittel 
fden Meere ift uns ihren Naturverbältmiffen nad fe @ 
befannt geblieben wie fle es vorher gewefen +). 

4. Küfe von. Algier. Von den Ländern beit 
Raubflaates haben wir zwar verf@iebene Befchreibunn th 
aber feit des befannten Shaws Llaffifchen Reifen, fein 
Augenzeugen über das unzugänglicher gewordene Land P 














#) Bory de St. Vincent Essay sur les Isles Fortante. Pr 
ris An XI. 4. **) AliBey Tr. T.I. p. 3. *«*) Geh 
©. 36, BI: ss ben acc. F 19. Riley Narratire $ 

. a en u, Bemerkungen über Algier. Arab 
3%. 1798. 8. . ” ag 





Atlas, Algier 912 


Ne letzten Kriegserpebitionen ) Haben bie Aufs 
eit twieber auf die Hauptſtadt unb den Raubhafen 
führe, über deſſen Verhältniſſe Paunanti **) ums 
ſpricht. Von der Übrigen Küſte weiß er jedoch 
es Faktum su fagen, und der Schiffskapitain 
Sre, ber beſte Kenner der Raubſtaatenküſten, ges 
ſt, es würde thöricht ſeyn bei unſrer großen Une 
in biefem Lande, dort auf eine genauere geogras 
eſchreibung eingehen au wollen ***). in neuerer 
de Bamar) bat einige Iefenswerthe allgemeine . 
ingen Über diefen Staat bie und da befannt wer 
. Gham bleibe die ältefle, erfte befannte Haupt: 
er diefen Küſtenſtrich, amifhen ben Flüſſen Mas 
Wet und Zaine im Oft, welde auch Pananti 
Srenzmwafler des Algierifcgen Staates angiebt. Die 
ihe von befländigen Raubzügen zu Lande in der 
vinz zwifchen Konflantina und ber alten Grenze 
is, bat jedoch die dortige Landgrenze gwifchen beis 
bfaaten in Vergeſſenheit gebracht, und die fonfl 
Ikerte und fruchtbare Landſchaft fehe verändert TF). 
fen öſtlichſten Küſtenſtrich heilt Blaquiere die 
jerichte einiger Augenzeugen mit. 

‚ftantina, die Hauptſtadt dieſer öoſtlichſten Pros 
Algierifchen Staates hatte noch immer an 30000 
eg und liege in einer ſehr fruchtbaren Landfchaft, 
märtig unter der Gewalt eines eignen Dey’s ſteht, 
derer von 20000 Mann aufbringen kann, aber doch 
Algier abhängig ift +4). Die Statt liegt unge: 
‚ bat viele alte Roͤmerruinen, gaſtfreie Einwohner, 
da an, gegen das Innere des Landes, fol fichres 
yn. Bon da nach der Serküfte gu, gegen fa Cala 
ſarca, am Grensfluß Zaine gegen Tunis, if 
eichthum, bier eine große Seltenheit, die dops 
zerth für den Schiffbau hat. Der Ort La Gala, 
La Srancia, war nebfl Cap Bona vordem der 
e Seanzöfifch: Afritanifhen Handiungstompagnie in 
zemein fruchtreichen Küftengegend, und mit Fe: 
agen trefflich zur Schiffahrt gelegen T). e 


alamé Narrative of the expedition to Algier. Lond. 
8. **) 8. Pananti Narrative of a Residence in Al- 
eıc. ed. by Edw. Blaquiöre. Lond. 1818. 4. ***) Pa- 
Nota p. 108. +) Vasco de Gama b. Jackson Acc. 
I +t) E. Blaquidre Letters from the Mediterra- 

London 1813. 8. T.I. p. 15%. : tft) Blaquiöre 
rs, T.I. p. ı45 tttt) Blaquiöre Leiters, T. 1, 
) 





912, Afrika, III. Abcheiti 


Engländer verſuchten durch⸗ 
von Algier im Jahr 1806, fl 
11000 Pf. Sterling diefen Be) 
Militairpoften in Ka Cala = 
fehaft zu Maltha zu geminn 
nicht *); _die Bombordemene 
Eannt. Auf ber Grenze des 
Staates an der Mündung des 
Zabarca, bis 1798 vom Geni 
von ben WBarbaresten verttiebe 
iſt die wichtige Korallenfifche 

tanzofen und Stalienern vor 
etrieben, oft durch die Korfa 
Bigen Zeiten über 500 Boote 
fchaftigen kann. 

5. Kaſte von Zunisg 
Tichfte Seeküfte des Staates 
Blaquidre, mit dem Cap 
9 Gr. 30 Min. D.2, v. Gr.), 
Gap Bon, von ba reicht deſſ 
feutbaren Inſel Jerbi (Meni 
Küftenentmidlung von etwa hu 
gen das Innere des Bandes: E 
bekannt it ***). Nur über bie 
beiden Hauptflüffe des Wad 
des größern Mejerbah (Bag 
neuere beflimmtere Naripten 
ſchrãntt genug, und an. eine 
Küften ift nicht zu denken, no 
Innern bes Landes. Sowohl 
lig incorrect, als auch die new 
von Tunis, if, nah Blagui 
wie alle vorigen, “ 

Der Wad el Duibir ot 
foringt in der Nachbarſchaft de 
gießt fih beitabarta in bass 
liegt erwa ı2 Meilen lanbein i 
Mitte der herrlichſten Waldun 
Schiffsbauholz geben. Die S 
faſt unbelannt tt). 

Bizerta (Hippo Zaryto: 
von Zabarka, ‚an einer tiefen $ 
Iandein liegenden gtoßen Landfı 





u) Bi 53* Letters T. I. p. ı 
end. I, S. 136, G 
1. S. 155, ja 


Atlas, Algier. - 915 


bindung flcht, bie einer genauern Wefchreibung bes 
a. Der erfte Bat 14 Meilen im Umfang und iſt noch 
eefchiffe fahrbar, ber gweite ober der dritte, wenn 
vie Weeresbucht mitzäble, bat noch 12 Meilen im 
g; beide find ſehr fiſchreich, von ben fruchtbaren 
—15* umgeben, aber faſt unbekannt, unbeſucht, und 
Bizerta mit 8000 Einwohnern °) ein ſehr wichtiger 
‚sort, der allein im Jahre 1800, an 130000 Quarters 
m in verfihiedene Europäifche Häfen ausführte, 

m Oſten von da ergießt fi der Mejerdahſtrom 
Meer; es iſt der Bagrabas bee Alten, zwiſchen 
u W. und Kartbago im Of. Beine Quelle’) if 
anefern ganz unbefannt, er foll 40 bis 5o Meilen - 
erlommen, ans S. W. von den Bergen Mejerdah, 
me ungemein reiche Banbfepaft burdrämmn, bie auf 
erlichfte bebaut ift mit Kom, Weitzen, Dliven, vol 
Bienen u. f.w. und die mehrſten Ausfubrartitel giebt. 
‚ewohner jener innern Landfchaften find ein ruhiges, 
duſtrieuſes Volk, dunkelfarbig, von fchlanker, edler 
?, würdig in ihrem Benehmen, bei denen Fabriken 
(rt, Webereien in höochſtem Flor find. Die ift die 
d des alten innen Afrikia’e, wo auch weiter im 
e Araberſtadt Rairoman ***) erbaut ward, bie jetzt 
50000 Einwohner haben fol, und Haupthandel mit 
ztädten Sfax und Suſa nah ber Oſttäſte treibt, aber 
unbekannt geworben if. 

n der Oſtſeite des untern Rejerdah iſt bie volkreichfle 
iſche Landſchaft, vol Städte, Dörfer, Araberflämme, 
roßer Reichthum an Kom, Weitzen, Gerfir, Vieh, 
„Dehl; in den Gebirgen find reiche Gruben für Sil⸗ 
Rupfer, Blei, die gang unbenutzt liegen; bei Porto 
na findet man in. ben Vorbergen Quedfilbererze. 
biefem allen wußten die Karthager einft beſſern Ge. 
zu machen, als die heutigen: Tuneſer. 

Ye Ruinen auf ber Weftfeite des Mejerdah, welche 
Re die des alten Utica +) anſpricht, werben als Stein: 
benugt; vor kurzem geub man bort eine fehr große 
r der (hönften Statuen aus, unter denen auch ein 
lee Auguflus und Ziberius waren, die in bie Gamm: 
bes Engländers Fagan, Sonful in Palermo, gelom: 
Ind. Zunädfl n lie, an der Mündung des Mejer: 
liegt Porto Farina +p) mit gooo Einwohnern in 





laquitre Letters I. p.ı56. *0) 0.0.8. &.136. ***) Ebn 
ukal Orient. Geogr. p. 19, 20, Marcel in Descr. de 
g. Er. Mod. livr. Ill. p. 85. +) Blaquiöre Leiters I 
100, m Ebend. 2 158. 

. Mmm 





914 Afrika, 111. Abrheilm 


einer außerordentlich fruchtbaren 
erſte Seearfenal: der Tun fiſchen 
det, und nur von einer Garnifo 
Doc ift bier noch ein Schiffswe 
tung eines Sms fifgen Baumei 
6. von Eu 
Golfvon Zunis if einer de 
telländifgen Meere. Im Weſt 
linis Prom.) begrenzt, im Dftı 
oder Heımacum —— hat 
von 24 Meilen (120 miles), übe 
den vom Ufer den beiten Anterg 
Halbkreiseund geſchloſſenen Baſſi 
Größen au allen Jahrsjeiten de 
ven ?). Bür die großen Seeſchif 
vom Cap Eartagine (36 Or. 
Min. 50 Ser. D. 2, v. Ferroe n 
mwärts.bei EI Marfa, 
birge, das die Bucht fehließt. € 
Gartagine, liegt La Goletta 
.Br., 98 Gr. 5 Min. 30 Sec, 
die farte Feſte von Zunis mit 
Handelshafen bes Reiches, der 
nahen Hügel beherrſcht wird. 4 
der Zunefen, mit ihrem Schiffe 
der von Tabarka und die Abriasil 
liefern, das von Zeannäffgen ! 
baumeiftern durch Chriftenfelaven 
tet wird. Wan Goletta zu bei 
Zunis dehnt fih ein flacher ( 
6 Meilen im Umfang, mit ber | 
Mitte, der befländig von Barker 
Transport der Waaren und Men 
fidvenz gefgleht. Die größte Ti 
Sees ift nicht über 6 bis 7 Fuß 
Küftenlagune durch im Oft vorg 
gefploffenen See na und nad ı 
nur als Saline; feine Ufer werbi 
mingo’s bewohnt. , Ausgetrodne 
Sumpf zu einem reigenden Gart 
genmärtig an feinem Südende, 4 
ungefundefte und ſchlechteſte Lage, 














®) Blaquiöre Letters T. I. p. 159 
Asıron, 189. Tl, p.yg. *# 
160. Chareaubrisäd Ieaerai 
p- 186. 








- Atlas, Tunis, Karthago. 915 


tengt wird. Meben Ren: Karthago, und auf der 
des alten Tunes, erhob fig feit dem 13. Sabıhuns 
Araberſtadt und heutige Bendeng Zunis, die £ub- 
te Heilige 1870 angeiff, Carl V. 1535 eroberte, 
14 w in bie Gemals ber Türkın und feitdem 
ebaresten fiel. Tunis liegt auf weißen Kreibebfr 
auf ihre Befeſtigung find viele Kräfte nerwendes 
© fehr feſt zu machen. Die Stadt *) mit ihren 
Einwohnern, barunter 15000 Gpeiften, und mic 
Reitwürdigkeiten iſt vielfach befeprieben. I Um: 
gegen Norden, zu den Hügeln der alten Karthago, 
r seigenbe Landfhaften; bort am Gap Gartagine 
t EL Merfa (d. h. Hafen) °*) if das Bajä der Zu 
dort liegen die reichſten Getreidefluren, Dlivenwäl - 
Mhaine, Drangenpaine, Rofenweldungen und Weins 
befäet mis Villen, Landhäufern, Gärten aller Reichen, 
‚ und Gonfuln von Tunis, weiche die ſchoͤnſte Jahrs 
et an dem kühlen, friſchen Geegeftade genießen. 
ı diefem Worgebirge, das nı den Namen der alten 
idt trägt, apo Gartagine, liegen ſeht viele 
1er, welche zum Wiederaufſuchen bes alten Tyri 
Rarthagos vielfach aufgefordert haben; jedoch ohne 
genden 'efolg. Da Bier die vielen Reſte Römiiher 
uren mis ihren Inferiptionen unvertennbar bie 
dere Römifhen Karthagifipen Kolonie ber 
und an fich von fehe geoßem Umfange find, fo bat 
ier im ihnen auch die Grundmauern der alten Ep: 
m Karihago wieder gu finden geglaubt, zumal, da 
iche Werke der neuen Karthago mit den Quadern 
m Kartbago offenbar auf ee find. 
ieß war die algemeine Anſigt aller bisherigen Mei: 
welche biefen tlaffifchen Boden beraten und uns 
B ansiqnarife Bemerkungen mitiheilten, denen frei: 
9 Überall die Schärfe der Kritik umd die Verglei⸗ 
dee Monumente mit den hiſtoriſchen Quellen fehlte. 
PR ganz kürzlich hat ein feharffinniger Forfcher, ber 
ven Reifen bie vorhandnen Quellen über die Zope 
Karthagos genauer als alle feine Vorgänger ***) 


laquiere Letters I. p. 162._ *") Ebend. ©. 165, 168 bis 
% 


* Cha Reifen 1.3. Leipy. 1765. ©. 230 f. 


i 5, Stan- 








de Nangis, Montoiche, Campomaneı 

Jackson; Coronelli Ragguaglio 
un dilestante nella Barberia Vol, 1f. Medio) : 
& ihm Chateaubriand Itineraite T. I. p. 286 — 195. 
aquäere Letters T. I. p. 168. Noah Trav. in Europa 
1 Africa, Wow York 1819..8, Camill. Borgia Mscrpt. 
ni Esıtup, 





916 Afrika, II, Abtheilun 


flubirt Hat, uns durch feine gel 

shum gegen: und hoͤchſt wicht 

tlaffifchen Boden gegeben. Mit 

en fehr unbeflimmten Angaben, 

inmertung nur bie Refultate d 

dung, In foweit fie jut allgemein 

4 (am umd auf bie in Hinfipe d 
erhaupt fehe wichtige Bleine € 

verweiſen ). Ihr iſt auch ein 

pographie von Karthago beigegeb 


| Anmerkung, Diekageb 
tbago. ‘Die Ruinen des alten ZT 

| man bisher vergeblich gefucht; Teibf 
Ungewiffen, und weder. die Peutinger 

A älteften Karten ber St. Marcusbibl 
| fdäge noh neuere Gpecialaufnahm 
bie dandſchriftlichen Arbeiten des C 

[i ber biefe Libpfhen Küften bereifete, 
zu fHreiben, aber zu früh ftarb, f 

@ftzup bei Ausarbeitung feiner Ab 

Dos Tyriſche Karthago er 

) mifdje Zeldberr P. Cornel. Scipio 

F U. c.), und fprad) einen Fluch üben 
m aus. Mehrere Verſuche ein meues 
fhahen dennoch unter Cajus' Gracch 

Zrümmern bes alten Rarthago's. 

dort fehr fchnell eine neue Kolonie 

Fluch) des Gcipio zu meiden, an ein 

Auf ihren Münzen hatte fie bie Ach 

{ verus gab ihr bad Jus Italicumz 
biefes Neu: Karthago den hödfte 
Banbalenkönige und im I. 706 vom 
lifen Abdul Weist Ben Merwan zer 
madt. Aus den Muinen wurde dad 
ju Leo Afritanus Zeit (1500) ı 
Dorf EI.Marfa (d. b..Hafen) eine 
net, nur ned etwa 500. Hütten üb 
mit feinen Trümmern, als bie Stät 
i man fennen um von da bie Tprifde 
} Zu ben wahren Nuinen biefer $ 
gehören: 1. ein Aquäduck, der ve 

wan, Zeugitana) im Weft any 
gebt, wo feine Waſſer ſich noch heu 

vertheilen, die im Winter gewöhnlich 
riſche Karthago hatte eine folde Mai 








Estrup Linene Topc 

jecundum Auctores 
hica duxit ete, Hafui 
op. P- 24. 








Tine, qu 


Topogra 
Line 7 








Atlas, Tunis, Karthago. 917 


Bius, Diodor und Appian fagen Fein Wort baven, daß 
mer einen Aquäduct zerſtoͤrt hätten; wohl aber thaten dieß 
subalen unb bemäcdhtigten ſich dadurch der neuen Stadt, wie 
-ian einſt Alexandria's. Nach einer Münze ſcheint Kaifer 
Geverus ihn erbaut zu haben; fein Ende mit ben Pisci⸗ 
gt alfo bie Lage von Reu⸗ aber nit von Alt: Karthago 
- Gin fehr großes Baffın, die größte Gifterne 140 Juß 
50 breit, 30 hoch, weldhe am Gübenbe ber dortigen Halb⸗ 
egt, könnte vieleiht ein Puniſches Monument ſeyn, da 
ad Appian in bem alten Karthago, zumal im Theile Mies 
ie Dachwaſſer in Gifternen ſammelte. Doch bleibt dieß fehr 
Daft. 3. Am Gap Gartagine, jett Sidi Bufaid, von einem 
Den Heiligen genannt, Jiegen Mauertrümmer, bie aus ber 
Socletians zu ſeyn fcheinen. 4. Ein runder Tempel 60 Juß 
ehmefler ift Römifcher Bauart. Alle diefe Römifchen Gons 
men beweifen, daß bier die Römifhe Golonieſtabt 
‚fo eben darum nicht die Tyriſche Karthago Hier ges 
ı haben kann, ba Fein Römer fih dem Fluche ausfegen 
Dieſe ältere Stadt lag alfo außerhalb der neuern 
ich EftrupsBeweifen, unflreitig am Rordende ber gans 
albinfel (Chersonesus, Penineula). wie alle Autoren 
:alität nennen, und nit an ihrem Suͤbende gegen Z uni 
o man fie bisher geſucht bat*), Die Halbinfiel auf 
? die Tyriſche Karthago lag, und auf deren Gübende 
ie Römifhe Karthago erbaute, war durch einen ſchmalen 
nus mit dem Afrikaniſchen Feſtlande verbunden gleich einem 
„ und in &eftalt eines Hammers lag ber Sherfonefus felb 
alb ber beiden Hörner (Prom. Apollinis und Mercurii 
ofen Golfes, mit ihren Enden gegen R. (Say Samart) um 
ı Woletta) gerihtet, und gegen Gicilien im Oft mit bem 
m Gap Gartagine (Sidi Bufaib), wo ein heil bes Wors 
ed vom Deere eingeriffen iſt. 
deffeite, auf dem teten Ufer bes Yluffes Bagrabas, ift nur 
inzige Lage moͤglich; es fragt fid) nun, wie fich bie Zope» 
e der alten Tyriſchen Karthagd auf bem Norbs 
Liefer Eocalität nachweiſen läßt? 
trabo giebt ber ganzen Peninfula innerhalb der Stadtmauer 
umgab 360 Gtabien; der Iſthmus nahm bavon nur 60 
m ein. Gtrabd maß diefen, nad feiner eigenen Beſtim⸗ 
‚ wo er am breiteften war; Polybius maß ihn unter ber 
mauer wo Gcipio Africanus bei der Melagerung von Meer 
eer einen Graben von 25 Stadien hindurch zog und ſich ver» 
te. Die Meerfeite des Gherfonefus gegen Gicilien war 
ifer; daher die Yunier ihre Stadt dort nur mit einer eins 
Mauer befeftigten. Den Iſthmus aber befpälte, nad Ap⸗ 
auf ber zweiten Geite-ber Lacus Tunetanus (auf ber 
ite) und auf ber dritten das Stagnum, eine Lagune, bie 
Scipio’6 Flotte beſchifft warb, in welcher bie Taenia, eine 
2 Lanbzunge zu dem Gtabtwinkel führte, der am leichteften 
tärmen war. Dieſe Eocalität mit ber Taenis, dem Siagnum 


Esırup a. a. D. ©, 18. 


⸗ Era: Ca 
— 


gr 
[2 


uLyELsEı, zus Aumjuysusy IyLEO WULYUVERD, 

Einſt war das Stagnum weit größer als 
linen; der alte Strom Macra , wie ibn Polybi 
Bagrada der Römer (daraus jegt Mejerdah), 
nern Tommend, binberte bei feinem teißenden X 
Zeit dfter den Webergang aus ber Tyriſchen 
Gontinentz ja zu Leo Afrilanus Zeit (150 
fhwemmte er noch bei hohem Waſſer bie Werl 
von Zunis, alfo bis in fehr große Sntferanng 
woran jegt nicht mehr zu denken if. Daher f 
fe8 Stroms offenbar fein Deltalanb weit geg 
geſchoben, bie Küfte ift gewachſen, Bas Stagnur 
eigner Strom ift von Karthago weg, gegen 
dert. Diefes Utica lag einft auf Hügeln am 
Dafen; jest tieaen bert aber Leine dergleichen 
geſtade. Die nähften Hügel am Meere find 
ter, daher auh Shaw fchon die dortigen 9 
Stabt für die des altenUtica hielt, und mit 
Hügeln über Utica’8 Stadbtmauern nahm Scipi 
ift es, bei Bu:fhatter, wo Nahgrabungen 
Zageslicht gebradht haben (Noah Trav. p. 32: 
ter bat fi alfo das Delta des Bagraba feitb 
vorgefhoben, und Eftrups Hypotheſe **) iſt 
baß ber Bagrada einft, in fehr frühen Zeiten 
floß, und ein wuhres Delta bildete, nämlich re 
tigen Manubaz und Zunefifhen Seen, und I 
cenfifhen Meerbufen, fo, daß der Karthagiſch 
Karthagifd;e Peninfula mit dem Delta bes | 
immer in der Breite mit bem &chuttbeben v 
verfhwinden mußte. 

Mit biefen Daten laͤßt fih nun nach den 





Atlas, Tunis, Kartfage. - 919 


tus angiebt, bie Theile Byrſa und Cothone mit Mauern 
‚eben; fpäter erſt wurde vie breifahe Mauer angebaut und 
® un ber Diodonia Urbs in V., wo auch das Stagnum lag, 
. gegen bie Bandfeite bin. . 
srabo’s große Mauern von 360 Gtabien bezeichnen une 
Eäg diejenigen, weldye rund um bie ganze Peninfulg gezogen 
en, fit Mdioffen bie ganze ‚ bie fogenannte Magna Cartbago. 
ale drei Gtabttheile ein. Aber ber eine ihrer Theile, Me⸗ 
@, mar wegen bed Reihthums feiner Bärten beräbmt, unb 
war unftreitig ber fäblihe, der nit mit Stabtgebäuben 
Welten bebedt war, der alfo auch nicht zertrümmerte und in 
mmen aufging, über welchen auch Gcipio nit ben Fluch aus⸗ 
Sp, unb an befien Suͤbende fi daher die Roͤmiſche Kolonie: 
„ Nova Carthago anbaute, wo noch jeht bie Zrämmer von 
> ne unb von El Marſa in ben parabififhen Gaͤrten zer⸗ 
egen 
Die Wohnungen der 700000 Yunier, deren Stabt, wie Flo⸗ 
erzählt, nad zweijähriger Belagerung erſt buch 17 taͤgige 
webrunft in einen Afdyenbaufen verwandelt ward, biefe lagen 
E unftseitig in den älteften Stadttheilen, Byrſa und Gothon, 
Mordende der Peninfula, an welde, wie Diodor Sic. ere 
E, das Suburbium Megara erft durch Mauern befonders ans 
ofien ward. Rei ber eigentlichen Groberung ber Stabt wer: 
Bon Seiten ber Römer, nad ben Autoren, auch immer nue 
Theile Cothon und Byrfa als bie ſchwierigen genannt. Diefe 
> in Weft durch die dreifache Quabermauer mit doppelten 
sen und doppelten Gtodwerfen gegen ben Iſthmus vers 
erh darin die Ställe für bie 300 Glephanten, 8000 Pferbe 
Gafernen für 20000 Wann Fußvolk fi befanden. Zus 
erſtieg Laelius ben Stadttheil Cothon, und bann erft Byrſa. 
als ber Hafenort war ber berühmtefle Gtabttheil; biefer 
me bebeutet nad Feflus Avienus und Servins ad Virg. übers 
»t im Puniſchen einen kuͤnſtlichen Hafenort *) (GSchiffs⸗ 
>, Molo, Damm), baber auch Habrunet und anbere Orte den 
wen Cothon führen. Dort lagen zwei Häfen ber alten Tyri⸗ 
xKarthago, davon ber eine gegen Weft ber Innere, bem 
ze offen lag unb nur ginen 70 Fuß breiten Gingang hatte, 
mit eifernen Ketten gefhleffen warb, indeß der Keußere 
Kauffahrdeiſchiffe beſtimmt war, jener aber für bie Kriegs⸗ 
Diefer innere Kriegshafen lag in ſder Stadt verborgen 
hatte felbft in feiner Mitte eine rundliche Inſel, mit Arfes 
m verfeben, und im Umkreiſe um dieſe, Stationen für 220 
fe: ‚Die Schiffsſchnäbel hatten jeber ald Ornament 2 jonis 
äulen; fo baf alle zufammen in ber Peripherie nad außen 
it, um die Abmiralitätsinfel einen Portilus von 440 Saͤu⸗ 
Sildeten. Die Infel felbft war erhbaben, bee Abmiral konnte 
ihrer 3 das Ganze uͤberſehen; der Eingang zu dieſem 
en lief zwiſchen 2 Mauern bin, fo daß jebem —** der 
k dahin verſchloſſen war. Außer dieſem kleinen Kriegshafen 
ſtte bie große Karthagiſche Flotte auch noch wohl anderwaͤrts 





Estrup a. a. O. p. 35. 





ee Er Per Fin feyn 
alten y 
welchem fo viele neuere bie = 


id. 
je von der Gtelle bes alten 
Ta 34 en 
das haben ihe wol it — ba al 
— —— Häfen zer 
Shıfa ber we jang zu wehren. 
alte zu — efte Theil ber = 
iu 5 —* liche Wiege mit ber un Sad: 
er fü Sötter, mar ber dritte Gtabtı 
Kr —88— * .e — Er 
jete, und auch zulegt erobert warb, \ 
— en Süufer "über Deren Dächer bie 
fu, pi da a rm, Arena. Dort amt 
inter bem Gorhen gegen u a 
en fih heute med mehrere Hi 
als bie Hügel Moms, aber bod) — y 
gr Dun Zampel bed Apı 
ek ;pel dee Kate, Rn — 
8 vom Genate Xu 
getafen — Au —5— 
ten 50000 Karthager, als bie übrig: 
und mit ben 8oo en auf den Te 
fe — —— — —* 
amnmeh und Rüinen bie; 
Diefeb Wazbende ver Sarbinfet würbe be 


= 





Atlas, Tunie. 981 


vieber feit bet Araberherrichaft an bie jüngere Tunis abgks 
bat. Die Einie des Aauäbuctes ſcheint in der Mitte des ür⸗ 
‚lien Segmus, ber Länge nach gegen bie neue Kolonieſtadt 
ogen zu ſeyn. 
. Die Ofküſte von Tunis. Bom Gap Bon 
sad „Min. 45 Gel. N. Br., 28) Gr. 435 Din. 45 Get. 
v. Ferroe nah Capt. W. 9. me) ) fübwärts bis 
nfel Jerbi reiche das Gebiet von is, bis jenfeit des 
von Gabe s oder der kleinen Syrte, und überall zeigt 
in reichesRäftenland, das unten einer milden: Herrf 
Aßten Wohlſtande feyn Lönnte. Auch unter dem Top 
Yespoten liegen Hier viele} bedeutende Dertfchaften **). 
tpia zuerſt mit 4000 Einwohnern, dann Damamett 
000, ein reicher Hanbelsort, faſt unbebaut. Suſa mit 
. trefflichem Dafen und den reichſten Dlivenplantagen 
anzen Küfte in ber reizendſten Landſchaft. Sechs Meis 
avon in W. bei El Gemme fließt ein coloffales, faſt 
ımmen erhaltenes Amphitheater. Die Stabt Monas 
nur 4 Meilen weiter in &. D., bat 12000 Einwohs 
einen wichtigen Dafenort, Webereien, unb bebeutens 
Dandel. Sfax mit 6000 Einwohner, ſteht in ſtarkem 
ehe mie Malta und der Stadt Kairouan im ern 


andes. 
Bei den Doppelinſeln Kerkeni, die durch eine tiefe 
ſtraße von der Küfte getrennt find, beginnt der Golf 
Gabes, oder die Eleine Syrte (Leptis parva'), eis 
unbelannter und von den Schiffern schteter Meer 
1 *2). Eine große Bank, bie reich an allen Fiſchen 
ab durch eine ordentlich eingerichtete Fifcherei vom gro: 
Gewinn für Malta und Gicilien werben würde, ziehe 
von ihnen bis sogen die Inſel Lampedufea him. 
€ Bank bilder bei Sturmfluthen biche an den Inſeln 
ekeni ein gang ruhiges, eres Meer, und vettete 
Beys Se vor dem Scheitern }). Aber das Landen 
wer wegen ber Untiefen, bie Blachinfeln find in der 
ve nur burch ihre Palmbaumgruppen ertennbar. Etwa 
Fiſcher leben auf diefen Inſeln unter einem a. 
killee Abgefchiebenpeit, und zahlen ihren Tribut in Fi⸗ 
s an ibren Oberherrn. Die Iufel Jerbi liege an deu 
darenze des Golfs, ift aber yon B0000 Einwohnern, den 
ſigſten im ganzen Tuneſiſchen Reiche, in einen großen 
ten verwandelt: der Ankergrund iſt er gut; mit ihren 
ducten verfehen fie Malta und viele Oreſchaften, ihre 


Blsquiöre 


65 w) 
*.) Blaqg se Letters. 7. I. P⸗ 1864. 
Y⸗ J. Pe 228. 


. Zach Corresp. Astron. ı . 
Fer. T. Ip, ale. Ka 
p) Ali Bey No 


ge2 Afrika, III. Abeheilung, Gebirge. $. 31. 


feinen $abrilate aus Wolle, -Lein und ihre Ghawis sche 
durch die ganze Barbarei. 

Im innerfien der halbkreisförmigen Syrte liegt bie 
Stade Cabes) mit 30000 Einwohnern beren Handel mit 
Kairouan und Tunis ungemein wichtig if; Doch fürchten 
alle esifer diefes Meer ale verberblich. jefer Küſten 
Provinz fleht ein eigner Sheikh vor, der 20000 Mann Rei 
gerei aufftelen kann, befonders follen die Bewohner ber im 
W. benachbarten Gebirge kriegeriſche Möller ſeyn. Alk 
diefe Gegenden find 0 faſt terra ıncognita zu nennen. 

s Die Köfle von Kripoli. ie Zripolitanif 
Herrſchaft reicht längs ber Küſte von ber Inſel Jerbi, 
wärts, bis gm ap Rayatin und zum Dafen von 
Bomba (33 Br. ı n. R. Br. und 23 Br. ao Bin. D. 
2. v. Greenwich nach Blaquiore) **), eine Küftenentwi 
von 160 geogr. Meilen nah AliDey und Della Gells 
bis Aegypten ***). Landeinwärts ifl ihre Ausdehnung fee 
ungleich, weiter gegen DA Bin ſehr befchränte, im © vs 
Tripolis reicht fie bis zur Dafe Fezzan Hin. Hier nur ven 
ber Küffenſtrecke bie bis jenfeit des Cap Mefurate wi 
zum Meerbuſen von Sydra oder großen Spree, md 
ptis magna) fi ausdehnt, weit mit dieſer auch bie 
umfäumung des Atlasplateau’s zu Ende gebt, und im &h 
ben der Bucht von Gydra ein tiefliegendes Flachland ie 
ginnt, von dem naher die Rebe fegn wird. Auch bier F 
alles geozraphiſche Willen nur noch Stckwert, obglei iR 
Umgegend von Tripolis wohl unter allen der Werberntäßes 
am Zufigften von Europäern beſucht iſt. 

ennoch wiſſen wir durchaus gar nmichts von ber gm 
Ben Küfenftrede gu fagen, bie zwifchen dem Golf von 
bes an ber Weſtgrenze des Reis bis zur Hauptftadt Te 
polis liegt, und Blaquiere made auch Gier auf die Wis 
gel aller Seekarten ) zwiſchen Tripolis bis Alegandria ask 
merkfan. Die Franzoſen, Hält er dafür, ſeyen im 
ber mehrflen Beobachtungen an biefen Geſtaden. Die 
emeinen Nachrichten +F) wie wir fie Säufig finden, übers 
en wir hier, da fie unfre Erbkunde im ganzen fehe went 


edorn. 
Erſt ber wiſſenſchaftlichen Erpebition bes Tifgen 
Göiffstopitain W. 8u3 — ** Küfen, — 





®) Blaquièrs Letters’ T. I. p. 18. **) Blaquidre Letica 
T.I.p.2. ***) AliBey Voy. I. p. 245. +) Blagsien 
Letters T.I. p. 3ı. In laquiere T. L p. 35 — Ur 
Rich. Tully Narrativö of a ten Years Residence at Tri- 
poli Lond. 1817. 2 Edit, 4. Paul Lucas in Pror. 
of ıhe Association for promoting etc. Lond. 1810. V 
ll. p.47—85 Ali Bey Voy. L p. 235—244- 





— 


Atlas, Tripoli. gas 


e die genauere Ortsbeſtimmung von Tripoli (30 Gr. 
Bin. 13 Sec. N. Br., 30 Gr. So Min. 30 Ge. D.2. 
Fexroe)“), wonach die Lage der Küſte auf La Fie's 
zte mediterrance verbeſſert werden muß. ie Stade 
E nur 25000 Einwohner, liegt auf einer Landzunge im 
er auferordentlig fruchtbaren Gegend. Ihr Hafen iſt 
DE ſehr geräumig, aber für das ganze Jahr vollkommen 
ver und groß genug für jede bedeutende Kauffaßrteiflotte, 
für kleine Sregatten. Die Umgegend liefert, wo Fleiß 
‚ alles im Uecberfiuß was die Umgegend von Zunis giebt; 
er in geringer Entfernung der Stadt fangen bie Wüflen 
3 und von ihr gegen Weſten bis an die Tunefiſche Grenze 
zfen nur Bebuinenborden. Die Küſtenfahrt **) iſt Hier 
De fo gefährlich wie die Unwiſſenheit der Seefahrer fie 
Bgiebt doch sieht fich meiftens Vlachſtrand am Ufer Hin, 
B& die berrfchende Küfenfirömung gegen &.D., wie bie 
eheerſchenden N. und N. W. — im Herbſt, Win⸗ 
und Frühling, bringen die Schiffer häufig ins Verder⸗ 
u, da ihnen eine genaue Küſtenkenntniß fehlt. Dieſe Ge⸗ 
je nimmt gegen ben Dfien zum feichten Meerbuſen der 
Ben Syrte allerdings fehr bedeutend gu, unb hindert das 
ıfblähen dieſer Küftenfirede, bie von der Landfeite, auf 
ie für fie gleich nachtheilige Weife, nah dem Syſtem bes 
— despotiſch beherrſcht, d. h. immer von neues 
rt wird. 


Von Zripoli bis Cap Mefurasa ) find an 30 
'eilen längs: der Küfte bin, ber beſuchteſte Landftrich, ba 
ser Mefurata ein guter Hafen liegt, in deſſen Dorf und 
ıffell ein eigner angefehener Gouverneur feinen Gig hat, 
se Weg dohin führe über Lebida (Leoptis Magna), wo 
; ®ucas intereffante Ruinen +) fand, die na Bla—⸗ 
rädre 3 Engliſche Meilen lang und = breit feyn follen. 


Usher Meſurata ziehen die Caravanen von Tripolis 
bwärts nach Fezzan, 9 Tage entfernt; fie nehmen dieſen 
nweg um die Hochgebirge von Ghuriane zu umgehen, 
elche hier als das Äſtende ++) des Atlas Plateau's zum 
jefland ber Sahara abfallen (oben ©. 885). 





®) v. Zach Corresp. Astronom. 1819. T. I. p. 68. **) Bi= 
uitre Letters I. p. 28. ***) Blaquisre Letters I. p. 18. 
Lucas in Proceedings II. p. 66. +1) Blaguidre Lew 

tes I. p. 18. Della Cella. . | 





ae 2* en 
neue, ige Cut! h 

Le dern eh von keinem neuen 
re ausgenommen , ber ſchon 


air ta Ele 
je u u 
wife, ae 328 —W *5 


— Baer fo 3.* fri 
tgleipung fehlen, für K put allein 


nal bem | 
En a 


ek 


. „Die 1 Geliar der mit den Werhät 
taates im Dften genauer als 
vr —æ een Selegenpeit Hatte 
jollemenge felen nur auf 650000 
gittorole von Tripeli — — sum = 
eine Strecke, na il 235 geogr. 9 
de: 1 EA —* von * 
find, bis Wera u Dena 
Mlfehien welche fi um die große Syrte 





L 


Plateau von Barka. 985 


mdernber Webninen bei benen jedoch bie Sitte ber Gaft⸗ 
rundſchaft nicht mehr einheimifch if, wenigſtens vor Bes 
ubung und Ermordung nicht weiter ſchützt, als über bie 
senze des Weideplages hinaus. 

Kein Wunder, daß diefe Gegenden, feit einem vollen 
ihetauſend von Europäern unbeſucht blieben. Der Kriegs: 
Br welchen der Paſcha von Zripoli im Jahr 1819 gegen 
wen rebelliſchen, älteflen Sohn Mhamet KRaramalli 

unternehmen genöthigt war, führte ein Zripolitaner Heer 

w 120000 Bewaffneten in die alte Gyremaica, und bie 
ste Della GCella. Der widerfpenflige Gohn war we: 
u feiner Vergehen vom Water aus Tripolis verwiefen, in 
B Exil geſchickt, am die Oſtgrenze bes Reichs zum Bow 
gueur der Provinzen Bengafi und Derna ernannt”). 
were dort angelangt, 'flellte er ſich an die Spike des res 
Htrenden, ſehr ilicigen Beduinenflammes, ber Zoagi, 
: am bie große Gyrte wohnend, ben Tribut nach Tripo⸗ 
verweigerten. er zweite Bohn des Paſcha, Bey 
zImet, wurde daber zum Feldherrn gegen feinen Bruder 
sannt. Ein Befehl an alleWeduinengäupter (Sche- 
er, Plur. von Sheik) feines Staates gebot einer Anzahl 
w Beduinen, fih auf der Strafe einzufinden, welche der 
ig des Heeres von Zripoli gegen den Often nehmen würde; 
r Dberbäupter oder Scheer. mußten in Tripoli fig ein: 
Ben, um die Fahnen aus den Händen des Paſcha ſelbſt 
ı empfangen. Die Marabuten oder Heiligen bee Reſidenz 
nd der Wüſte, wurden überall um ihren Math befragt, 
nd ihre Wohnorte au auf dem Marfche beſucht. Der 
xiegs zug ging längs der Küfle bie zur Oſtgrenze des Reichs, 
rt rebelliſge Sohn wurde aus dem Reiche vertrieben, und 
rebelliſchen Horden, wo man fie vorfand, wurden niebess 
n oder erfpeengt. Dies find die Äufern umflände 

Denen hd ella Gella’s Unterfuchungen richten muß: 
I da er ale Arzt den Bey Ahmet begleitese. 


1. Küfte von Zripoli bie zur großen Syrte. 
F—üdem Wege von Tripoli bis gur großen Syrte erhals 
wir fon manchen Matrog zu den frübern fparfamen 
wmeaphifhen Nachrichten. ine gute Tagereiſe im S. 
Tripoli erheben 3 die Gebirge von uriane ” 
äw der abfoluten Höhe von etwa 1500 Fuß (500 mitr., 
= den Meeresfpiegel, und 8 in großer Gleichfsrmi 






: gegen Dften hin. Auf ibren Höhen liegen die Dörfer 
» ueiano und Tavarga (4 Stunden im &. von Arar, 
= Drir, wo bas Ciſterne des Prolemäus mit ui: 


nn 


d Della Cells Vieggio p. 20. **) Della Calls V, p. 29- 


yeurge LEUEUG Zu, in vir STTHIHpRE DE 
roße Menge von alten Brunnen bie in Se 
Lauen und mit ſchoͤnen Marmorplatten gebed 
viele Mauerrefle, zeigen die alte höhere B 
fer Gegend an. Die Ruinen von Lebebda(l 
ptis Magna) find gum heil mit Sande 
bie ne. jew chtbaren Trümmer +) a 
mit Gäulenreften_von rorhem Granit und Di 
Darifhem und Penthelifhem Marmor, fe 
aus den fpätern Römifchen Jahrhunderten ı 
u Kaiſer Sufinians Zeit war fo 
Theil +T) der alsen Römifgen unb wohl auı 
Stadt unter Sande begraben, und Juſtini 
vier Kirchen auf. In bdiefen Ruinen Hat ( 
Nachgrabungen kürzlich angeflellt, deren Mefa 
Begierde entgegen fehen. Bon Bier aus fud 
gen Güden eine fogenannte verfleinerte 
—X das Nas Gem, im S. von Bengafl; 
en ©. 139. 6. Abfehnitt, bis 246), fanb a 
elenden Ort Ghirraa (30 Br. 37 Min. 30 
3ı Gr. 48 Min. 30 Sec. O. 2. von Ferroe) } 
dernen Hütten; in einem Graben daſelbſt, 
Mefte von Gräbern und Architecturen, die 
©odel, die Basreliefs wie geraspelt; in 
Stadt Saratilia ohne Wafler, welche nur 
litairſtation gewefen zu ſeyn fcheint, um die ( 
mit Ehabante, nach dem Innern Libyen 





Plateau von Barka. 927 


Gegen S. O. von da, in einem ſchaͤnen Thale, 
ufentbhalte der Antelopens und Gtraußbeerben, fand 
bh einen plumpen DObelisten mie fünf Gräbern und 
w Sinferiptionen. Diefe Muinenbaufen liegen gang 
um Garavanenwege von Fezzan gegen Tripolis gu, 
wrben bader von den Garavanenreifenden die aus dem 
7 Afrita’s kommen, mit Verwunderung betrachtet 
belhaft Hefchrieben, woraus denn, wie Empytb fagt, 
= Geſchichte von Narboun (9) verbunden, bie Gage 
everfleinerten Stadt im S. von Lebeba ent; 
u ift, nach weicher ſogar Pilgerfahrten gemacht wer: 
md von welcher bie Abergläubigen, Gentengen copiren 
is Gebeten verfehen, um bafür bie Ruhe ber Seelen 
-fleinerten Moslemins gu erflehen. - 
rei Stunden im D. von Leheda ergießt Mich ber 
Fo oder Wadi Quaam, ein Gebirgsbach ber oft 

gelegt ift, durch fleiniges Felsbeit zum Meere bin, 
Lagunen und Gämpfe bildet. Es iſt am Morgebirge 
rata (Cap Cephala) der Kinyps (Kıry) des Des 
) (die Mündung unter 32 Gr. 35 Min. 05 Sec, N. 
»2 Er. 54 Min. zo Sec. D. 2. v. Ferroe nach Siyth). 
bo bemerkt, daß die Karshager Über diefe Gimp 
tromes Cinyphus (Xivvges) *") zur beffern Landkom⸗ 
tion mit dem Oſten lange Mauern und Wrüdenbes 
fführten; die Pfeiler von dieſen beobachtete dier noch 
2 Cella**”*) in derfelben Localität. Da der Strom, 
erodot, von den Bergen der Grazien (Xagisur) her⸗ 
‚ welche durch ihren ſchönen Waldreichthum ſich vor 
macbarten kahlen Libyen fehr vortheilbaft auszeich⸗ 
ſo haben wir hiermit auch einen’ wichtigen Anhalt: 
im Grbirge Ghuriano für die Wöllerkämme der Lis 
ei Herodot gewonnen. Aber biefe Berahäben liegen 
us nicht fo wie die Landkarten fie der Küſte gang bes 
ee angeben, nah Della Gella’s ausdrücklicher Be⸗ 
ag, fondern ganz richtig nach Herodots Angabe, 200 
m von der Küfle entfernt; fie find Beute noch wie 
rodots Zeit durch ihre Bewalbung ausgezeichnet. Die 
e auf der Dftfeite bes Cinifo iſt von außerorbent⸗ 
Seuchtbarkeis; drei große Dörfer liegen bort, welche 
amen Sliten +) führen, und ganz von Juden und 
uten bewohnt find, welche lehtere, bier, bur ben 
» ihrer Heiligßeit bie gebietenden Deren geworden 
on denen die Juden in einer Art Sclaverei gehalten 
» Die genannten brei Doͤrſer liegen nicht dicht am 





5. **) Strabo XVII. p. 683. ed. Tasch, 


erodot IV. ec. ı 
Vinggie P- 47. 7) hm, ©. =. ’ 


) Della Ceolla 


928 Afrika, III Abrheilung, Gebirge. 6. 52. 


Meere, weil ber Dünenfand die Küſte unbewohnbar 
daher waren fie bisher unbefannt. Die Ebene if nn 
dewäflere, war es aber unfceitig zu Herodots Zeit mh 
mehr. Berfiteute Mauerreſte beweilen noch heute ihee fi 
ere Cultur und große Bevölkerung; Deredot icht Di 
ruchtbarkeit diefer Landſchaft mit ber Wabnlonifgen, ud 
giebt der am Ginyps vor allen Libyſchen den Ber, Fi 

Zebe dreißundersfältige Feuchte’), Gr * i 

gen Sruchtboden ; auch Beute, ſagt Delle ‚ weils 

dort Palmen: und Dlivenbäume wild ohne aße wR 

faulen Einwohner. Die Fruchtbatkeit Hält 6 

weit gegen Meſurata bin an, wo das Dorf Zautmaztit 

no ı Stunde vom Cap Mefurata entferne, in einem mb 

den Haine aus Dliven und Palmen beftepend Liegt, u mb 
chem eine Menge Brunnen quellen. egen Ft # ! 
dieſe Fruchtſtrecke duch Ede Ganbdüänen vom Ment 
ſchieden. An diefera fanbigen Worlande am Gap 

(Kıpaln bei Strabo) liege bie Stade Mefurata““), m 

welcher auch das Gap eben fo genannt wird. 

fehle allen Karten bie ridptige Drientirung biefer 
und die ſehr —T genauen Angaben der claffifgen ib 

soren Über diefe Begenden, 3. B. bes Gırabo, find m 

unfern jegigen Karten noch unerllärbar. Die undeiniut I 

Stadt Mefurata, ift als Garavanenflation nach Feum Mt 

Länger befannt geworden; aber die Communication tan ® Ä 

ſehr oft unterbrochen dur bie Zprannei der Zei 

den Herrſchaft gegen die Bebuinenhorden biefer Gegrabe 
— Im Ofien von hier beginnt das Gebiet ter le 
en te. 

‚ 7 Die Geſtabde der großen Syrte (Syrum 
a). Das Gap Mefurata Bar won feinen 3 Gpiker, 
tolemäus ben Namen Trierorum Promontorium 

von welchem er diefe Syrtis Bar Sr »2) beginnt. 

üderf@aut man +) von diefem Gap, inm euflenmel, WM 

Weſt herkommend, den weiten großen —*ã* der Ol 

mit ihren einförmigen Wüfteneten umbsr; ein gra 

Anblid. Eine Uferkette von Klippen ſchneibet am Gap 

eine fichere Hafenflelle für Schiffer zum Cinloufm 

Stuͤrmen ab, für welche Kafe Hamed, bas Grab 

Morabuten, bier bie Landmarke abgieht. Weiter im 

aber lenkt jeder Schiffer von dem Meerbufen ber 

Brühe ab. Das völlig einfärmige, ade Ufer met 

fede Unterfcheidung in ben Entfernungen vom Dem 

unmöglid, und vermehrt Die Gefaht Der Fahrt übe 5 \ 


©) Herod, IV, ec. **) Della Cella Viaggio i 
aan) Pool, IV, 6. 2°) Delle Calle Vinggie *3 














Plateau von Barka. 929 
ıfen der Gyrte. Die alten Autoren wiſſen viel von 
n Gefaßren zu fagen, und gumal @utabo, Plinius 
Rela, von einer Ebbe und Flutb, die hier den Schifs 
Berderben' bringe (Tertius sinus dividitur in geminos 
um’ Syrtium, vadoso ao reciproco mari diros) *), 
: man auch den Namen der Syrte vom @insiehen 
ger, trahendo) **) abgeleitet bat. Aber von ſolchen, 
wittelländifpen Meere fonft fremben, Iunarifhen Bee: 
»wantungen von Ebbe und Zluth, fand Della Gella 

Spur; au die Sciffsfapitaine Smyth und Laus 
u *’*) erwähnen ihrer nicht. Der Mame Shrte ges 
aber nicht bloß dem Meerbufen an, fondern auch der 
Büden daranſtoßenden, müften Käftenlandfchaft, bie 
> noh Gert heißt, was Della Gella für das alte eine 
iſche Appellatio der MWüfte (desertum) hält, wie es 
dort im Arabifhen noch dieſe Bedeutung hat. Die 
» glutheiße Wüfte dee Sahara tritt hier am Südende 
Syrte zunähfl zum Meere heran; in bicfe tiefe Eins 
ıng bes Gontinentes ftürzen fich mit verftärkter Gewalt 
Bühlen, längs der ganıen Mordküfte Afrika's vorherr⸗ 
Ben Nordwinde, zumal die Winterflürme von Norbitas 
Ber, um fi mit der Durch die Hige rarificirten Atmos⸗ 
® über der Sahara, ins Stigenigt zu fegen. Diefe 
»winde, melde mehr oder weniger während drei Vier⸗ 
en des Jahres anhalten, treiben dis Meerwafler ſtark 
au den Güden, fchwellen es dort auf und maden, daß 
= viel weiter Über die eigentlichen flachen Südgrengen 
Syrte landeinwärts ergießt, und die anliegenden Güds 
de in Salzſümpfe und Salzmoräfte verwandelt, die 
Ben den dortigen Sanddünen die traurigfte Weltgegend 
m. Die Repercuffion diefer Meeresfitömungen, weiche 
dem öflich anliegenden Steilufer der Pentapelis oder 
Dlateaus von Barka gegen den Weften geſchieht, vers 
SE die Gefahr diefer feichten Untiefen, und hat wohl zu 
rzäßlungen vom regelmäßigen Fallen und Gteigen dee 
Bauf ben dortigen Sandbänten die Gelegenheit geges 

die vorzüglich bei Procopius }) merkwürdig beſchrie⸗ 
find. Am Wefteingange diefes Trauergeftades der Eyrte, 
© die Horde der Beduinen, Uled: Aly, durch ihre Räus 
len und Grauſamkeiten lange Zeit hindurch diefe Ges 


— 


Plin, H.N. V. 4 Ne} Chr Cellarins Noti 

“ Lips. . T. I. lib. IV. 3. p. 

her REN intorno alla ce Poce del Golfo 

della Gran Sidra del Capo Mes: ° 7'100 

Lat. Bor. bel Della Colla p. 214-219. +) Procopius de 

Acdificiis Justiniani, Venet, 1739. R VL e. 3. p. 471. 
nn 







Capt. Lau» 








woprtengemade vouig von den DOPER pur 
en iſt. 

a uns hier alle andern Geograpfen : 
sigen Karten verlaffen, fo können wir nur 
des Wanderers auf biefer bisherigen terra 


Nach 5 Stunden Wegs im &.D. von 
Arar, wo der Boden. aus einem Gonglom 
feinfels und Mufchelfragmenten befkeht, in 
nen eingehauen find. Uederall filteirt in bief 
ne Di Zen, nd 3. 
ritanien ſehr bäufig, was Plinius fon 
tamen haud die les binum ferme cubitc 
altitudine) **); und was au Delle Gell 
Beweis fubtercefier, ſtagnir⸗nder Waſſer ar 
dem brakifchen Geſchmacke der iefioen Br 
metheilen, nur etwa ein Wiertheil Meere 
üb: füßen Quellwaffer erhalten. Am | 
gen nur von den Meereswellen und ben ' 
mengemehete Sandhoͤhen, bie vol Mufepelfi 
vom Geſchlecht der Trochiten, und nur mit 
tien ud einer_quedenartigen Faſerwurzel 
deren fleifcgige Knollen den Beduinen zur F 
Ihr Geſchmack ift dem Cyperus lontu: 
Araber nennen fie Temeri‘'"). 

Jenſeit Melfa_ und. Uenat e. Machaba, 
Minesia, ift der Boden einige Kagreeifen 
tiefen &lmofen Äherinaen. voll finkenber fı 





Plateau von Barfa. 951 


denen die Hige im Schatten bis 03 Grad Reaum. flieg, 
die täufggendften Rimmungen (Mirage) öfıer die Wans 
s irre führten. Dazwiſchen, auf trodengelegten Serek. 
„ dreiteten fich wie weiße Schneefelder die Salgincens 
@ aus, auf denen die Schritte der Ramerle-und Pferde - 
ten und ihre geringe Dide von 3 bis 4 Zoll oft durch⸗ 
gen. Aller Sand zwifgen diefem Boden ift mit Mur 
Itrümmern erfült, eine eigentliche Sommunication biefer 
Imoräfte mit dem Meere bemerkte Della Cella nicht; 
wien fchneiden fie vom Deere ab; dennoch iſt es unfkreis 
das deranwogende Meer, welches vom Norden her in 
bs Nieberlond indeinge und es fo unwirthbar macht. 
d an Gewäcfen und Thieren iſt dieß Geſtade ſehr arm. 
einzige giftige Sqlangenart foll fich in dieſen Sum⸗ 
waufbalten; umher zeigten ſich Strauße, Gaiellen und 
kleine Art wilder Stiere (tauro selvatico?) *) mit 
darzem Schwanzbüfcgel, die, alle drei hoöchſt flüchtige Bes 
Der der Wüfte fi hieher wohl zu den Waffern verir⸗ 
u Im Sande wurden große Schaaren von Flöhen die 
Bprplage der Menſchen. 
“Das Heer machte Halt in der Gegend bie Lubey ges" 
—* wird, an einer Stelle wo die beſten Karten, wie die 
wille's von Afrika, einen Golf Zuca verzeichnen, der 
wnad Della Gella gar nicht vorhanden ift, au von 
ige, der jene Küfte bis 30 Br. 97 Min. N. Br. res 
itte, auf jener ganz einförmigen Küfe nicht gefehen 
Vielleicht, daß er zur Winterszeit bei flarten Nords 
en vorhanden und nachher nur als Lund der Lagunen 
t. Dieß iſt wahrſcheinlich biefelbe Gegend wo zu 
0’8 Zeiten **) in dem Buſen dee Syrte Infeln lagen. 
Stunden von dieſer Stelle, bei Matrau, zeigten 
eine Stunte vom Meere entfernt bie erflen grün bes 
men GErdftellen mir Ranunteln (Ranuncul. asigticus, 
MC 3) überzogen, balo auch wieder Brunnen gutem 
Is, und hier fanden fich die Weideſteppen von Zaf⸗ 
ben, auf weldgen wieder Beduinen mit ihren Heerben 
Bme wo das Zripolitanifcge Heer am Gten Tage: 








ern Eintritt in das Syrrenland, immer den Weg ges 
.D. gerichtet, Halt macte. 
ine Stunde Wegs im OR von Zaffran ſteht eine: 
ſich bohe vierfertige Eäule auf einem Sodel von Sands 
» deflen Inferiptionen auf allen 4 Seiten leider vers 
bere find. Mehen diefer Säule befindet ſich nicht weis: 
’® Diften bdje Ruine eines alten Thutms. Diefe Gtelle. 


Delle Cella V. p. 71. *) Strabo XVII. p. 687. cd. 


asch. 


ji 








50 Min. R. Dr., und gegen D. des mi | 
mit nıedern Boden, mas alfo eim bedems 
ein gegen D. wäre, als unfere bisherigı 
angiebt, . Bezeichnet das heutige Zaffe 
alıen Aspis 


fo it der alte Thurm kein 
uns bei GStrabe), als der 
£08 ('o Ergyürsas zögyos) "'), und wie 
Grenze gwifpen dem Gebiet der 
zenier wiedergefunden, wie fie nach &tr 
Beit ber Brolemärr no Behand hatte, 
tern der Üprenäis geworden waren, und 
ber diefe drei Grenzfäulen vorgerüdt hatt 
Drei Stunden von Eibenia traf Di 
nen emer Stadt ***) an, die er für bie 
Emporiums Eharar hält, wo nach Str 
Wein, Opium, Gilphium (Asa foetida?) 
jwifden Karthago und Cyrene getrieben ı 
Benaica aar, wie wie ſchon durch Herodot 
weinreides Rand, Drei Stunden in OR 
der alten Stadt liege Eneuma; weiterl 
GSümpfe, welche dur Dünen vom Mecı 
Dinter benen niedres grünes Hügelland, Ä 
hegt, von Bebuinen bewohnt, Diefen wu 
Kameele und Pferde abgenommen, dafür 
Bungerte Wied des Heeres ausgeiauſcht, 
mußten nod für die Gnade danken, daß I 
Ehre des Beſuches in ihrer WüRe anger 


Tine Mankhanen um Mohim hie Kosana 











Barka, Cyrenaica. 935 


freut liegen *), auch Gypslager von kerziairer Bil⸗ 
mit Steinſalz und Schwefeladern durch ogen, daher 
capitain Lauthier auf feiner Küſtenfahrt den Meer: 
nie Schwefelftaub bebedt fand, der wohl unftreitig 
er durch die Scirocco’ oder Eübwinde gegen dem 
gewebt wird. Der Weg winder fich Hier durch viele 
thiſche Bänge zwifchen den Sanddunen bin, und um 
zurecht zu finven, haben die Meccapilger von Stelle 
He Steine aufgeftellt, gu denen die folgenden Pilger 
neue Gteine Bimulegen; diefe Signale ‚ge en für 
folgenden die Wegweifer ab. Heuſarreckenſchwärme 
fich Bier und wie die alten Nafamonen fielen die 
sten, die’ Beduinen unb die Neger über biefe leckere 
ber. Der Sandboden dur bdiefes Dünenlabyrinth 
Zaufenden bee Maulwürfe und Gpringdafen (mus 
durchwühlt, und daher den Heeren zu Pferde und 
meelen ſehr gefährlih. Bei Judia, 8 Stunden vom. 
entfernt, liegen 10 Brunnen guten Waſſere; dann 
iniger Boden über Mahiriga, Allabanbafa bis 
„wo heute die Grenze swifchen den Provinzen von 
li und Bengafi iſt **). 
n diefer Stelle find 9 Stunden Weges na Mih es 
e mit einem ganz feinen, zöthlichen Flugſande fi 
Den beginnt; dieſer flieg je weiter no S. in ims 
yere Dünen auf, die bie Wege verfperren und das 
ſehr gefahrvoll machen. Sie bilden bier den nörds 
Vortrab der großen Sahara, bei Scirocco: ober 
id, meint Della Gella, hätte das ganze Tripolitani⸗ 
ee leicht Können lebendig begraben werden. Die 
be Sonnenhige flieg am ten März zu faſt uners 
7 Höhe. Nah 7 Stunden Wegs von Mbenal 
man nah Barga, wo ber äußerſte, innerfie Wins 
großen Bufens der Syrte erreicht ifE (30 Grad, 7 
»Sec. N. Br. auf Arcomfmith Karte). Bis hie⸗ 
Della Cellas Weg immer gegen &. gerichtet ge: 
:eft bier wendete ex fih nah D. und N. Hier fand 
: Bein weiter gegen den ©. vorbeingender Meerbu⸗ 
ch frühern Annahmen auch Fein Zritonfluß, wie 
Dlinius angiebe *'*), und fo weit das Auge gegen 
te, durchaus feine Spur +) von Gebirge, das 
5 Höhenzug das Plateau des Atlas durch die Bes 
huriano mit dem äfllichen Plateau von Barka im 


ung geſetzt hätte. 


a Cella p. 85. ++] Ebend. V. p. 88. Mt) Plinins 
NV. 0,4. 4) Delle Colla Viaggipı 92. 


954 ‚Afifa, III. Abtheilung, Schirge. 6. 
Gerade hier ſcheint alſo eine abfelat he t 
Erdſenkung, ein weites Tiefland in Das 
hara Sineinzuzichen, welches wohl das MDelalamb, 
emedten, alten Xritonfluffee, dee mum aber 
gem verftopfı wäre, ſeyn könnte... GBerabe bies- 
sinterlihen Norbwinde, Die bier por Geftig mb 
brochen gu weben pflegen, Dem röchligen Si 
der Sahara feine Gremien, welcher an der 
E gang wie tiefer in ber großen üße: 













nn Sinne er bier N er wen 
ten geſchwängert, und die 
eldzuge der Dfplien, bie im innerſten Winfel | 
mohnend, als ifre Wafleshehälter wertuadinet wen 
ben feindlicden Südwind (vorec) ”) zu Felbe 09 
von ihm Nnter dem Gande ben wurden, je 
wande ber Fabel eine genaue Bekanntſchaft wit & 
phifhen Rasur der ſyriſchen Landſchaft. MMermei 
men bie Pfyllen is ihrer verzweifelten 
sation in das Land. der Beramanten (de 
and war aber dor Herodots Zeit au der 
den Nafamonen eingenommen worden. An d8 
Bucht biefes „rtifoen Meerbufens atebt Streis 
des Caſtells Automala an, von weichem aber d 
keine Spur mehr vorfand; neben biefem ne 
Hltäre der Brüder Philini (Dinisor Bunci), nel 
nue Sandhägel (ad Philaenorum aras: ex m 
eao)*"), unter denen fi diefe Karthager lebendig 
ließen, um die Grenzen ihres Baterlandes zu em 
‚ Nur a Stunden in N. O. von Barga liegt - 
Sumpf, Haen⸗Agan, voll Schilfwaldung, am | 
Sondbügels, welcher ber legte, 58tlichſte in dieſen 
ven Sandregion if, von welchem 6 Stunden ge 
gelboden mit Blumen überdedt nad Murate 
Murase ik bie erwünfchtefle Station für 
wanentreifenden und Pilger dur das GBeftabde | 
Syrte: denn Bier findet ſich wieder bas erſte F 
in 8 bie 9 Brunnen in Kalkſteinbänke 
bier in mächtigen Schichten beginnen, und bie 
len bes Sflich anliegenden Kalkſteinplateans von 
feyn feinen. Don Murate rröffnen ip nun 
der eine führt längs der Küſte dis na 
dre dur das Winnenland, mehr fübwärts, w 
bis Land Barka nach dem. Sflihen Küſtenorte 
sum Meere, 








anf d 





. #) Werodot IV. c. 275. **) Plinige HL ] 
ne) Dolla Colla Visio p- 36 





Barka, Cprenaic 035. 


- 


Bon Murate führte der Weg in 5 Gtunben nad 
[re Aduhni °) mie Ruinen, wo ein rundes Kaſtell 
einem Sraben umzogen, ganz in Fels gehauen’ if, und 
n böhft merkwürdigen Eindrud machte. Reſte einer 
htvollen Pflaſterſtraße führen eine Anhöhe hinab, und 
n auf einem geſprengten Bogen mitten durch den Gra⸗ 

Am Eingange bes Caſtells ſahe Della Cella Fels⸗ 
pturen und Inſcriptionen mie ibm fremden, unb ea 
mten Charakteren; ber Mauerſtein iſt Muſchelſand⸗ 
derſelbe, welcher der alten Felsburg zur Grundlage 


Ben bier bis Berch ichamera zeigten fi) am Tage 
zoten März erſt nahe beim Wege no zwei andre fols 
uralten zertruͤmmerten $elsburgen, und bann längs 
B Strecke von 7 Stunden Wegs nimme die Zahl alter 
wen von Gebäuden faſt ununterbrochen, auf das Übers 
vendfle zu. Einige biefer zerſtörten Gebäude zeigen fich 
fo großem Umfange, daß man 400 Schritt braucht, um 
Mauern gu umgeben. Berhihamera *’) iſt ber 
ne des zufammengebäuften Ruinen einer fehe weitläufs 
z alten Stadt, in beren Mitte die Zelte bes Lagers 
efglagen wurden. Ueberall geigten fih die Reſte deg 
n Straßenpflafiers, ungeheure Quaberblöde lagen viels 
zerſtreut umher; überall zeigten fid Brunnen in Fels 
men und die Spuren einer ſtark bevälkerten Stadt. 
t lag fie ganz öde und wüfle, ohne Einwohner, obglei 

{ner grünenden ungemein fruchsbaren Ebene, bie fi 

: gegen N. und ©. erſtreckte, mit zahlreichen Heerden 
ben Zeltlägern der Beduinen bededit war. Gegen den 
m erhebt fi die Ebene allmählig in Bergland, das 

egen S. O. weiter fortfegt in unabfehbare Ferne. 

Sir beginnt, mit biefer neuen zeigenden. Landfepaft 
weidenzeihen Ebenen Ericab, gegen Dften bay 


s 


Hebare Plateau von Barka, das reiche und flarkber 


este Bergland, ber Eyrenais, vol Quellen und Weis 
„aus welchem nun die Dberhäupter der Stämme ſchon 
Murate und hieher dem Gebieter aus Tripolis entges 
'amen, der, wenn er zum erflenmale ale Paſcha von 
yoli dieſes Grenzland betritt, nach einem alten Herkom⸗ 
. das gu einer Korderung geworden, ben Tribut (Tribu- 
lel Bernusso) eintreibt, welcher im Zehenden bes Heer⸗ 
und Guüter jedes Stammes beſteht. 





Della Cella Visggio p. 97. **) Ebendaſ. p. 98: 





936 Afrika, III, Abtheilung, Gebirge 6. gr, 


5 Dos Plateau von Barka Keikabiar und fein 
Weſtküſte, von der innern großen Errte über 
Bengazi und Tolemeta bis Cap Ras Len. 


Mit den reiienden Wiefenfluren von *ricıb begin 
nun ein neues Bebiet, die berühmte Landſchaft Cyrenaitt, 
welche nad den alten Autoren in-arlamt, m Bf k 
zur großen Gorte reicht, gegen Oſt aber werfhiebrarig 
ausgedehnt :ırird, bald bis zur Chersonesns magna Inn Der 
nis nacb Ptolemäus, oder bis Catabathmof nod Yliniıs 
und Str:bo*). Eogleih beginnt eine ganz nu Een 
Im Dflen ter Ebene erheben fich die erfen Barhile, 
welde den Weſtrand eines Platezus (il cigzlio i 
una spianeta)) *°) ausmachen, des ir ciner mittlernls 
hebung von etwa 1500 F :B (500 me&tres) über Die 
des Meeresfpieg:Is emporfleigt und auf drei Seittn IM I, 
M. und D. von dem Meere umfpile ird, gleich einer lan 
geſtrekten Hribinfrl, die in Meilen AbRürgen und $ 
den gegen N. im Cap Ras Gem und gegen Di um 
Golf von Bomba, zum Niveau des Meeres hintbſek 

An diefem MWeltrande beginnt das Gebiet vun DIR 
gafi, weldes ven dem Ha’enorte den Namen tet 
an ter Weſtſeite des Sp Rıs Sem der heutiue Ei IM 
Gouvernements un des Haupthandels if. D hn 
auch auf den Ebenen von Ericab die erſten Hülftuche 
von Bengafli su dem Deere des Paſcha's. 

Bei Belleigung des erſten Vorhügels an der Th 
breitete fi eine entzückende Landſchaft vor den Aug 
und in den Seiten des Berges entdedte Della Cılı 
ein in Fels gebauenes Gebiude, und bald darauf, SM 
ganze Berg mit einer Menge gleichartiger Felsaragitertun 
befegt war, deren Styl ihm der Aegyptiſchen el 
feulptur ſehr nahe zu fliehen ſchien, ohne Hieroglyph 
F mit Infcriptionen ibm unbelannter Buchflaben' 
verſehen. 

Zwei Tagereiſen von hier, gegen Oſten, liegt ſchonn 
ten im Berglande der Ort Labiar F) in einer überaus 
zenden Landfhaft, die durch ihren Reichthum an Wa 
brunnen ausgezeichnet ift, die alle von uralter Conſtert 
in Fels gehauen find, einige davon über 100 Fuß tief. 
Dergböhen find mie einıe Art Thuja Ouniperus phoe 
Della Cella) bewachſen, die mit ihren dunkelgrünen 9 
dungen das ganze innere Bergland Cyrenaica's chatect 






ne iu are TEE WS 





*) Gallat Geogr. Antiq. T, II. 18 0.2 . ui “)D 
ella Viaggio p. 99, *"*) Della Ce jagg. P-: 
}) Gbend. ©, 202. ir 





Barfa, Cyrenaica. 987- | 


nah Delle Cella's Dafürhalten bes Plinius bal: 
Baum der Magierin Eirce ſeyn fol, . \ 
uft auf diefen ſchattigen Höhen von Labiar, zwi⸗ 
Sandwüſten Afrika’s mitten inne, ifl rein und 
as Hügelland if ſtark bevölkert von den Bedui⸗ 
ach patriarchalifcher Weife bier in großer Einſam⸗ 
(dgefchiedenheit von den übrigen Wölkern von ib: 
enreichtbume leben. Bier ließ ber Bey alle Be⸗ 
bäupter zu fich entbieten fein Gefolge zu bilben; 
igte ficd im größten Glanz und Putz, gab täglich 
echte, Jagden, Zurniere. 
Seduinen diefes Hochlandes um Labiar finb ſchlank 
iager, haben eine broncirte, ins Gelbe fallende 
Geſichtsfarbe, gegen welche ihre ſchneeweißen Zähne 
abfiehen. Die Weiber find Häßlich,, die Männer 
igen Blid; beide Geſchlechter Üüberdeden Kinn, 
Beine mit ſchwarzen Arabesken, die fie eintättos 
)ie Weiber färben fi die Nägel gelb (mit Law- 
tmis?), die untern Lippen ſchwarz mit Antimos 
den Armen und Füßen tragen fie filberne Ringe, 
hren öfter bis 4, und feldft die Knaben tragen 
afenringe mit Blasfchmelı. Die Männer bringen 
Nomaden ihre Zeit in Unthätigkeit zu; hingeſtreckt 
oder figend, kauen fie Tabak und Natron; aud 
sen fie wenig, nur Straußenjagd. Die Weiber 
‚be, wollene Zeuge (Baraccanı). Ihr Reichthum 
den Heerden; zum Einkauf von Rindvieh kom: 
Jieber die Englifcgen Sonfuls von Maltha, Ben: - 
den uniliegenden Küſten, um bie Englifchen $lots 
ı den Mittelmeeren flationiren bon Bier mit dem 
Hluchtfleifch zu verfeben "). | 
Labiar lernte Della Gella zwei Wege duch Gy: 
nnen; den einen längs der Küftenfirede gegen 
iber Bengafi und das Nordcap Cyrenaica's na 
ı, und den zweiten mitten duch das Berglan 
aus gegen N. O. nah Chrene hin; dieſen letztern 
ı Heer des Beys zuerſt, wir wollen aber um im 
jrapbifchen Ordnung fo viel als möglich zu bleiben, 
eſt verfolgen. 


iſtenweg von Labiar über Bengafi na 
ß dem Norbcap Ras Gem. an * 


en N. von Labiar erblidt man von deſſen größten 
as mitteländifge Meer’), und zw deffen Lieblicher 


la Colla Viaggio p. 114. **) Ghend. ©, 17% 





Iemäer erhielt, hieß der Ort Hesperides ı 
zifgen Gärten, ein uralter einheimifher Na 
bei Scylax; Auunv "Eonegiden bei Strabo; Br 
tis extimo carnu est, quondam vocata ] 
bei Plinius, wo ein heiliger Hain und bie C 
periden). Della Gella fand bie_ Werd 
Stylaz und Gallimahus von biefer Rü| 
Baterlande bes legtern, volllommen mit 
übereinflimmenb. 

Die ganze Küftenftrede bis Bengafi, 
auf unfern Landkarten verzeichnet finden, z« 
ven alter Bevölkerung **); überall Brunnen 
Bauen mit dem trefflichſten Wafler bis zu 
Fuß tief, auch größere alte Baffins, Refte v 
amd häufigen alten Strafen, die einft woh 
nern des Berglandes zu den wehlichen 
führten. Bon biefen legtern hat Gapt. Lau 
nige Lagen als Seemann genauer beflimmt 
vorher Einnten. Die fübliepfte ***) Stati 
an ber ORtäfte des Golfs der großen Syrte 

jeworden, liege unter 30 &r. 35 Min. st 
Err von ba liegt nach dem Innern b 
von Garcora ein ſehr tiefer Felsbrunnen, 
wafferarmen Weften bertommenden Küftenfd 
bekannt ift, daß man auf Treppen gu ihm Bi 
10 Stufen hinab finden fid Infcriptionen, ur 
bee brauchte Sapt. Lauthier ein Geil von 85 


Mentimmicchum Malen am aumeid 





Barfa, Cyrenaica. 959 


3 weißer Dünenfand, 15 Geemeilen weit bis zum Bafen 
Tajuni unter 31 Gr. 58 Min. N. Br, wo nach Lauthier 
auch für große Schiffe eine offene, fidere Rhede und guter 
Antergeund if. Endli folge 5 Seemeilen weiter gegen 
den Morden ter Hafen Bengafi, unter 31 @r. 15 Min. 
5 ec. N. Br. *,, am Steilabfall des weftlihen Plateaus 
zandes zum Meere, deffen Einfahrt wegen vorliegender Klip⸗ 
pen für größere Schiffe pr befehwerlich und ohne genauere 
Kenntniß nicht möglich ift, weswegen Piloten bier bie Schiffe 
-geleiten müſſen. Fär Meine Schiffe ift der Hafen eine 

dere Stätte. Vor hundert Jahren ſcheint er noch zugäng: 
licher gewefen zu feyn als heute ““). 

Der Meerbufen an welgem Bengafi liegt iſt gegen 

Den Norden geöffnet; neben ber Gtadt liegt ein Teich der 
durch einen engen Kanal mit bem Meere in Berbindung 
eht und für kleinere Barken zugänglich iſt; jetzt halten 
& dort Echaaren von Sumpfoögeln zumal die rothen Fla⸗ 
mingos auf. SE Bengafi, wie es bie alten Trümmer 
wohl bemeifen, auf welche die neue Stadt erbaut if, bas 
alte Berenice, fo würde diefer Waflerbehälter ber Tri: 
toniſche See +) bei Strabo feyn, in welchen bie Inſel ber 
Aphrodite lag. Aber von einem Fluß ber Latona der fich 
‚pie ein ergoß ift keine Spur mehr vorhanden; vermuth: 
‚li war es ein Wabi ber außer ber Jahrszeit troden liegt; 
denn von Bengafi bie zum Nordbcap Ras Gem (Phycus 
. Promont ) ift feine Spur von einem Bade zu finden. 

Die Etenen um Bengafl find größten:heils unbebaut; 
ie und da ſtehen Palmbäume und Berftenfelder; die Sand: 
ſinen am Ufer find ein &piel der Winde. Die ganze 

&sadt liege zwifchen den ſchoͤnſten Ruinen und bie ganze 
Umpgegend ift mit Quadern überdeckt, die von den heutigen 
Bewohnern immer mehr gerflört werden, um ihre elenden 
Hütten darauf zu erbauen, Die mebrflen (nad Lee Maire 
im Jahr 1706 etwa 1000) find aus Thbonmwänden aufgeführt, 
Die Dächer mit Aigen bedeckt, welche jede Regenzeit leicht 
von neuem berabwäfcht. Eben fo elend ift das Gaftell des 
Beys von Bengafi gebaut, das mit g Kanonen verfehen ifl, 
aber beim erſten Schuß eines Europäifchen Kriegsfepiffes in 
Truͤmmern zerfallen würde. 
Bengafi, jetzt der Sig eines Beys, hat etwa 5000 
Einwohner; diefe Bevolkerung iſt erſt ſeit kurzem eingezogen 





*) Lauthier a, a. ©. N": 219. **) LeMaire Memoire d’un 
Voyage dass les Montagues de Derne in Paul Lucas 
Voyage dans l’Asie mineure si er en Afräque. Amsterd. 
1714. T. Il. p. 95. **"*) Della Ce iaggiu p. 184, 
+) Sımbo XYU, p. 6g0. ed. Tzsch, ee 


x 


940 Afrika, III. Abtheilung, Gebirge. $. 38, 


als eine Beduinenhorde bie Stadt pläglich überfiel, Bet 
von den Häufern nahm, und die alten Bewohner austrieh, 
um die fich denn ber Bey auch nicht weiter bekümmertt, 
da die neuen Eindringlinge ihren Zribut fo gut re 
wie ihre Vosgänger, und derfelbe Tribut in einem 
weimal eingezogen werben konnte. Debräer, etwa bie 
älfte der Einwohnerzahl, find die Handwerker, dürfen 
keine eignet Häufer Haben, und leben im Drud und 
dee Muhamedaner, aber der gewinnreiche Handel feflele fe 
hier. Die jahlreichen Kraberflämme des Syrenaifihen Berg: 
andes bringen hieber ihren Ueberfluß an Vieh, Wolle, 
nig, Gtraußfebern und handeln dafür ihre Waffen, Feuer 
ewehe, Pulver und Zeuge ein. Die Straußfedern made 
iee einen ſehr wichtigen Handelszweig aus, ba fie aus In 
erfien Band von den Bebuinen erhandelt werben koͤnncn 
wofür die Hebräer, um im Beſitz bes Monopols zu bleiben, 
dem Paſcha jÜhrlich eine bedeutende Summe zahlen. 
Großen Wohlftand könnte die Stade gewinnen, wen 
überhaupt Handelsfreiheit und Sicherheit des Beſitzes Fett 
fände, wie einft im Mittelalter, als im 13. Sabrhundet 
Bier die Senuefen im Beſitze des Großhandels waren. 
Viele Antiquitäten der Stadt find ficher fehon in fi 
frühen Jahrhunderten na Benua unb andern Ha 
fädten Italiens geführe worten. Während Le Nlaire's ib 
tigen Aufenthalte (1705) °), ließ er Über 200 Selsgeäht 
öffnen, die mehr als eine Stunde im Umkreis um bie Stat 
liegen; in mehreren fand er die fhönften Todtenurnen, das 
unter eine zu a Fuß hoch und ı5 Fuß breit mie Mafle 
zeien, in der Nähe febr viele andere Afchenurnen mit Ge 
beinen und Kupferplatten zugededt, auch große Sarkopfag 
mit Basteliefs u. dgl. m. In den Gehölgen gunähf In 
Stadt, ſagt LeMarre, lägen die Ruinen von 5 bis a jew 
pirten Städten; im Drte ſelbſt fammelte er eine gu 
enge von metallnen und auch einigen goldnen unb fldes 
nen Münzen. Auch Della Sella*’’) bemerkt, baE MM 
bort viele intereffante Kunſtwerke vorfinden, ſeldſt im Ggat 
ber Stadt häufige Bold: und Silbermünzen, und vorzüglich 
viel Gemmen, in deren SBearbeitung die Enrenäer befonders 
berüßmt waren. Der Englifche Viceconſul Roffeni im 
Dengafl bat von biefen letztern Kofkbarkeiten bost eine fer 
auegenei@nete Sammlung zuſammengebracht, die, theil⸗ 
in Bengaft gefunden wurden, theils von verf@iebenen De 
duinen aus gang Gyrenaica hier zuſammengebracht fie 
Della Sella bemerkte, daß. unter ben vielen Köpfen auf biefa 





*) Le Maire Mem. d’un Voyige bei Paul Lacas II. p.% 
«) Dülla Colla-Vingg. 19% - . -. - - 


Barka, Cyrenaicie. 94 


emmmen und Münzen, durchaus keine Afrikaniſche ſondern 
ir @uropäifge PDiyfliognomieen fich zeigen. Durch bie 
agländer von Maltha aus ift neuerlich *) biefes Bengaft 
r häufig befuchter Hafen geworden, won tweldem n 
mer manche Schiffsladungen mit ben Landesproducten 
ich den Häfen von Malta, Zripoli, Venedig, Leghorn und 
karfeille gehen. Von Bengafl nordwärts längs der Küfte 
ıden ſich viele Ruinen alter Städte auf kurzem Raume 
ifammen, bis zum Nordcap Ras Sem. Nah 4 Stunden 
Jens von Bengaſt die Trümmer von Zeiang; dann na 
tunden die Stelle von Adriana, wo Kaifer Habeian eis 
w Ort nach feinem Namen erbaut haben fol. Jett if 
e Gegend ein ödes Jagdland, der Aufenthalt zahlreicher 
asellenheerden und ungeheurer Schwärme von Rebhühnern 
id wilden Tauben, bis zum brunnenteichen Orte Berges, 
Drei Stunden norbwärts von da liegt dere Ort os 
ira »), in deffen Namen die Vivacität des uralten 
euchira unvertennbar ifl, das unter der Ptolemäer Zeie 
a Namen Arfinos erbiels. Hier breites fih an dem 
Beftgehänge der Berge eine Gulturebene von drei Wiertels 
unden Umfang aus, bie mit einer großen quadratiſchen 
Bauer, mit runden Thürmen an den Eden, caſtellartig eins 
faße ift, die bei genauerer Anfiht die alte Stabemauer 
Iöft und mit der einen Flanke des Vierecks gegen das 
keer gerichtet iſt, ein grandiofer Anblid, Der ganze Hügel 
if welchem diefe Stade liege warb nabe an ihren Mauern 
s Gatacomben oder Felsgräbern auegehöhlt; ihr Inneres 
ver ift ein großer Trümmerhaufe. Aus deffen Mitte feige 
w quadratifges Monument aus coloffalen Quadern em 
ve; auf jedem diefer Quadern iſt eine Infeription in eis 
em Lorbeerkranze eingebauen, und daneben die Ruine eines 
bachustempels der mit architectonifhhen Ornamenten vor 
Beinlaub und Trauben fehe ſchoͤn becorirt if. Die Mauern 
ad mit Briechifchen Infcriptionen tapeziet, als wenn Bier 
e Annalen der Stadt Sffenslih zur Schau ausgeftelle 
ren. Leider ift hier das Material ein ſandiger Kalkiteim, 
mw ber Vermwitterung weis mehr unterworfen ift ale deries 
weiter im DOften. Die Gebäude in dem Beutigen X es 
tea find nebſt ihren Brabmälern gen wie bie in Cyrene 
baut, auch fagt Herodot, daß beide gleiche Gefege hassen, 
nb die Stade lag nahe bei Barca. 
Don Nogire find 6 Stunden Wegs gegen N., längs 
6 bergigen Geſtades bis Tolemeta *"") das alte Bess 
mais. Am äußerſten Oſtende ber Ebene bie dahin führt, 








@) Bilaquidre Lett. I. p, 9. Ali Bey Voy. I. p, 
en) Dells Cella Vase, Rn 198. *e0) Ghend. ee * 





942 Afrika, IL. Abtheilung, ( 


liegt ein quädratifcher Thurm von 

Stunden entfernt liegt. Diefer Di 
Ebene, tbeils am Beragehänge, das 
Bergen im Of fi zum Meere nach 
nen diefee Stadt find über die Sur 
Umfang: verbreitet, und haben nach 
unter allen in der Eprenais, die er 
Character. Der quabratifge Thurı 
Maufoleum, wahrfgeinlid eines Pri 
einem granbiofen, quadratifchen Bafa 
die Flanken des Berges eingehauen i 
der Thurm aus dem colofjalfien Qu 
Der Eingang ift dreiedig, und im Jı 
Gallerien zur Aufnahme der Verftorb 
der Bürger von Ptolemais find gang 
Gprener; fie liegen zwiſchen den heut 
gerflreut, und zwar in fo großer Mı 
ihrer Über 4000 zählte. In der M 
auf einem Mofaitboden noch mehrere 
aus Gplindergliedern beftehen; unter 
Soutereain mit 9 langen Gorridoren, 
getbeilt, die ihr Licht von oben ber « 
Gorenaica findet ſich in ber Architecu 
der auf Aegyptiſchen Bafen zu ruhen 
dem aiten Ptolemais zeigt fi, nad 
der. Aeghptifche Styl mehr im Ganyı 
vollenderfte, fonbern der ältere colo 
drüdenden Mauermaffen. 

Ehe Ptolemais diefen Namen er 
Ptolemäus Physcon (VII), be 
nais hatte, als fein Bruder Phil 
getan) bieß es, wie Steabo und 

arce; aber Prolemäus fagt, es 
Städte gewefen, was Scylar dadurd 
jüngere Srolemais als die Hafenfta 
nennt, die 100 Stadien von ihrem 
log: Das alte Barce, der Star 
Barcäer, war eine Golonie der Ey 
als. 554 vor Chr. Geb. unter König A 
aber nach. Herodot auch ſchon wieder 
Statthalter Aegyptens Aryandes erob 
es. im Befig Aeghptens gekommen w 
eit ſcheint bie Stadt noch geflanden 
deutiges Daſeyn muß man allerdir 





») Bed allgem: Weltgefh. L S. 684. 
©. 24 





Barka, Cyrenaica. 945 


ſeyn ), bis neuere Unterfuchungen weitere Auffchläffe geben. 
Della Cella glaubt indeg auch diefe, = Stunden gegen. ©. 
von der Hafenfindt, landein, auf den Bergen gefunden zu 
haben bei dem Drte Merge, wo Gräber und Mauerwerk 
* vorfinden auf einer ebenen Bergfläche, deren ſehr tiefe 

runnen das beſte Wafler geben. Die Lage dieſer Gegenb 
N ſehr einfam, wilder, gleicht der Landfchaft des Plateau's 
der Cprenaica; von diefer Gegend, feheint es, bat das gange 
yobe Bergland den neueren Namen Barkla erhalten. 
Tolemeta ift die legte der Städte bie Bier von ben 
Niten an bem Gteilabfall biefes Küftenufers erbaut iſt; 
weiter gegen N.D. verfehwinbet die Küftenebene gang, bie 
Räüfte ſteigt ſteilauf zum böhern Gebirge, und wird ganz 
wngugänglich vom Meere aus mit dem Morbcap des Die 
aus von Barca, dem Cap Ras Sein (Promontor. Phy- 
eus), an deſſen Oftfeite nun bie Nordküſte ſich hinzieht, 
in deren Nähe Cyrene liegt. 


1. Der Landweg von Labiar über das Plateau 
von Barka nach Grenne, Cyrene ber Alten. 


Von dem erſten Eintritt auf das Plateau von Barka 
er Labiar, führt ein zweiter Landweg, wie wir oben gefehen 
ücht an der Küfte fondern mitten über das Bergland n 
Irene; in ber Richtung mehr gegen N.D. dahin nahm 
RnB Zripolitanerheer gleih anfangs den Weg, um auf ber 
Regeften Route den Mebellen bis zur Oftgrenze des Reis 
des zu verfolgen. Auf diefem Wege trat ber ganıe Reiz 
pe erbabnen Gebirgslandfchaft des Barkäiſchen Plateaus 
ervor. Ueberall waren die Berghöhen mit den Thujawal⸗ 
ungen gelrönt, die mit der Majellät eines Hohen Alters 
eſch mückt waren. Von Labiar führen 4 Stunden bergab, 
ber Höhen und Shäler, zu ben Ruinen eines Caſtelles 
Ibenia*”), das quabratifch erbaut, 58 Schritt lang unb 
ge Inſeriptionen in fremden Gharacteren geziert if. 
meper Selsgräber, umd in der bufchigten Ebene Schaaren 
ws Waldtauben und Feldhühneen (Alchata) bie mit ihrem 
bewirtenden Fluge bie Einſamkeit diefee Wälder jeden Aus 
ab lick unterbrechen. Weberall zeigen fi$ mehrere Tages 
iſen weit, ganz — liebliche Thäler an Thäler, 
diſchen Hügeln voll Beduinen und Heerden, voll reicher 
datten, Weiden, Brunnen und Quellen, und faſt bei je⸗ 
zw Schritte Ruinen, welche die Macht und den Wohlſtand 
2 alten Cyrener bezeichnen, Kein Berggipfel ber: nicht 





J. P. Thrige Historia Cyrenes. Havniae 1819. 8, Comm, 
3: 159. san. **) Della Gella Viaggie. p. 106, 





die eine fehr große Arbeit vorausfegen. Mei 
am Anfang der Berge von Gprenaica, beftehi 
Schichten der Vorhöben nur aus weicher 
fandRein; aber weiter im Den hört bief 
der gange Kern des Plateau’s von Barka iſt ei 
dYiter Kaleſtein, dem feinkdrnigen Mara 
iR gsi, ein fecundaicer, oft Höhlenkalt m 
erhält wie diefer durch Oxydation an der Kuft 
vothe Färbung, umd enrhält Perrefacten. T 
ganz Eyrenaica das Material der Architecturen 

Die Umgegend biefer Höhen muß ungen 
volkert gewefen feyn, denn hier reiſete man mı 
den wie Über die Ruinen einer alten, große 
Stadt hin. Dlivenbäume in größter Ueppigkei 
wild und bededen in Wäldern weite Regionen 
den Beduinen benugt zu werden. Ein Aberg 
daß fie au Fremde hindern diefe Frucht zu p 
Bönnte allein bie Benugung, dieſer Dlivenmal! 
widgtigen Ertrag für Europäifche Speculanten 
Her wuchern auch gigantifde Zeigenbäume, Car 
sien, wilde Birnbäume, und alles zeige bie üpi 
barkeit. In der That iſt es auffallend, baß bi: 
Guropäern unbefegt, unbefucht blieb, ja felbft eı 
entdedt werben mußte, nachdem Phönicier, Kar 
Gen, Aegypter, Mömer dort ſchon einhein 
waren. 

Eine Europäifge Kolonie die ih auf bie 


mulichalen line Kunde Kia natIhelicden Mmmsa i. 





‘ 


Barka, Cyrenaica. 945 


Honig würden bei ihrer natürlichen Feſtigkeit leicht zu 
kBeibigen feyn. Dlivens, Dattels und Weincultur wie: 
. ben Haupterwerb abgeben, die Bebuinen ‚müßten freie 
'tenflämme bleiben wie in den alten Zeiten Herodot fie 
Idert; file würden bie erften Bebürfniffe an Vieh, Kleifch, 
ste, Milh, Wolle liefern und noch bie Producte der 
Id. Die alten Städte derPentapolis (Rerenice, Ar- 
©&, Ptolemais, Apollonia, Cyrene) würden mit neuem 
anze aufblüden. 

In der Gegend von Slanta liegt bas Grab eines bes 
bunten Marabuten Sidd Mohammed Emeri al Ghe⸗ 
em”), dem gu Ehren wurde vom Bey ein Ochſe ge: 

tet und bie Erde mit Blut befprengt.e Kon bier 
ein hoher Gebirgsweg immer gegen Oſt über das 
u, und ſteigt erſt bei Derna zum Meere hinab; aber 
Ber liegt eine Hauptſtraße gegen N. ab nah Cyrene. 
- Diefer Weg führt durch ungemein reisende Berghehen 
—V 33260 “"), mo wiederum alle Gipfel mit grandios 
r Bebäuden und Gräbern bededt find, in deren Nähe die 
Rlichſten Quellen ſprudeln, bier lebendig aus den Kelfen 
Faugend, die erſten die Della Cella in Afrika erblidte. Auf 
ergen wächſt manches unbelannte Kraut. Ploͤtzlich 
eDden bier viele Kameele krank und fielen um; dieſen 
>» holten fie ſich durch ein Futterkraut der Beraböhben, 
. bie Araber Koinon nennen. Della Gella *"*) hält 
es Doldengemähs für das berühmte Silphium der 
-enäer, das Andere für Aſa fötida Halten, Thrige jedoch 
27 

Won Spaghe führt der Weg nah Slughe, das noch 

tunden von der Stadt Cyrene entfernt liegt, aber ſchon 
>. gtoße Ruinen hat, die von hier nun an ber Strafe 
BD der alten Hauptftade nur zunehmen, überall gerftörte, 
> Gebäude, viele Gaftelle, Sarkophagen, Geabflätten, 
> außerordentlich große Menge dieſer Schlöffer liefen 
' Kia Cella daran zweifelh daß es, wie er früher dafür 
Enten, Wohnungen der Reichen waren, ſondern cher fefte 
wegm oder Afyle zur Landesvertheidigung. Der ganze 
"gu dahin ift mit lofen Madreporiten bedeckt, die auf dem 
[boden zerfireut liegen, und nur die Abfäge alter Mees 

bedungen obgleich in ſehr bedeutender Hähe feyn koͤnn⸗ 
» wie fie häufig bie und da auf dem Plateau von 
u za vorfommen. Nur eine Stunde ber alten Haupts 
BE Gprene im Süden, liegen im Umfang eines halben 


— — 
'> Della Colla Viaggio p. 119. **)&bend. &.126. 40) Ehb. 
G. ı27. Thrige Hisserio Erronen p. 238 —297, 

08 


.2. 





946 Afrika, III, Abehei 


Stunde fehr geanbiofe Rui 
Serge, deren Wände, durchgı 
"Soreophage, Der lieblige | 
nen, Nerium Oleander) in 
dete umber die Gebüfche üı 
Trümmer zerftreut liegen. 
ber, halb in Fels gehauen u 
weiten Linien fichtbar, gie 
Seine Mauern bilden bie fi 
reihen; jeder Quader träge 
aug einem, für Della Cı 
und die Buch ſtaben bildeten 
bängende Reihen bie ſich bei 
wiederholten. Diefe, fon 
bende Inferiptionen, follen ı 
Alphabete angehören. Soll 
Aliejten Bewohner biefer Laı 
gang ohne Widerſtand, wie 
neue Briechencolönie um das 
enommen zu haben ſcheinen 
den viele Kanäle und,Baffin 
diefem großen Aquäbucte ern 
Reben noch die underfehrten 
tifhen Zempels, beffen Eins 
lieten Säulen gegiert ift un 
Knaben abgebildet find, wie 
ber läuft eine äußere Maueı 
Zrümmerftadt ſcheint völlig 
Ueber dies Bergland ft 
Morbabhange nur ein weniger 
fo weit das Auge teicht, eine 
gar mit Trümmern einer weil 
vollen Stade ***) Überbedt iſt 
der raue Boden ift mit M 
fpidt, lange Refle von Stra) 
mit Grabmalen und Sarkopl 
wuchernde Gebüfd von Dlear 
preflen zwifhen den Trümme 
zwifchen ben Ruinen’ und Baı 
Belte eingelner Bebuinen mit 
Eintritt in diefe Region in ei 
Dieß find die Trümmer 
der Pentapelis (der Fünfſt 





#) Della Colla Vinge. p. 156. 
ne Ed S 


Barka, Cyrenaica. 4 


leitet von onen "Arollevog, der Quell Apollons) *) 
ste noch unter dem Namen La Greune bei den 
den, auf der Homfläche bes Küftenplateaus in 
Kocalität liegt, daß Strabo beim Worüberfgife 
verfelben recht qaracteriſtrend von ihr ſchreiben 
fie liege auf der Höhe eines Tafelberges 
ralns dv vganılouder nedly menden) 9). 

"öde Trümmerfadt ſcheint, einem verzauberten Orte 
ee fremden Welt anzugehören. Eine Straße, die 
ella befuchte, iR ganz in Felſen gehauen, zu beis 
n mit Brabmalen flankiert, die quadratifh bis 10 
alls äfter ganz aus dem Belfen gehauen find, äfe 
Hönen Quadern erbaut. Sie fheint eine Art 
vefen zu feyn, da an ihrer einen Gerte mit großen 
en Bucpftaben dee Name-Hippikos zu lefr if. 
ſter war tief ausgefuept von Wagengleifen, vet 
der berühmten Gprenenfifchen Wageneenner, die in 
Den befungen werden. - Alle Gtraßen der Stadt 
de Radfpuren, wie befanntlih guch einige des 
jegeabenen Dompeii, An beiden Seiten der Strafe 
Ach große Baſſins zur Aufnahme der zufammens 


n Regenmafler, und mehrere bie Straßen hinabe 


Aquäducte zeigen, wie forgfältig man bier alles 
ı fammeln bemüht war *‘*). An der Npedfeite 
s ſteigt eine kleine Anhöhe auf, deren hvangang 
srachtoollfien Ruinen bedede ift, vol langer Maus 
snnenzefte und Bafen, die fich weithin ausdehnen 
iten und Marmorarten, wahrſcheinlich die jüngern, 
a Arcitecturen, a 

‚er Weſtſeite der Stade zeigen fich fleilauffeigende 
ände, die im rechten inte behauen find, aus 
te ſprudelt mitten aus dem Felſen eine ber reiche 
ſchoͤnſten Quellen hervor, bie man nur fehen kann; 
iu jeder Jahreszeit ununterbrochen fort }). Ein 
ausgehauenes Gewölbe führe * ihr tief hinein im 
halle; umber ragt das chrwcbige Bemäuer wohl 
en Apsllotempels ‚hervor; an biefem berühmten 
gen Quell, wo nach dem Ausbeud ber’ Libyer +) 
’6 geöffnet war, wo bie Cytenäer ihr Drakel und 
nie gründeten, und die Stadt erbauten. Hier, am 
memel diefes Worns dichtete Kallimakyus feine 
an Apollo und Pallas. Gegen We, mo bes 






ige Historia Cyrenes $. 25. de Cyrenes Urbis no- 
76. et Worbaie ©, 18. 9°) Sirabo AVIl. 

ıd. Tasch. **) Della Cella Viagg. p. 248, HLa 

» p89 ti) Herodos I Fr 

on 









048 Afrika, ILL Abtheilun 


getoaltige Fels im tiefe Schlucht 
Seiten der Felswände in Felsgri 
gehauen, und au bier drechen 
falucpten zwei reihe Quellen be 
ausgebauenen Felsftcafe find Inf 
Die Nordfeite diefer Felsmafle i 
tet, das aber noch bis mehren 
An ihrem Fuße bin, fo weit £ 
Häuft von D. nah W. eine langı 
Fuß (400 metr,) abfolut hoch üb 
auf dem Plateau liegt, und durd 
fallende, hehlenteiche Felswändı 
nannte Nordfeite jener hochliege 
wohl an 600 Fuß (200 mätres) | 
fläe, und iſt in diefer gangen ı 
läuftigen Grabflätten ausgehöhlt, 
feile Felswand, von oben bis un 
2omben und Grottenwerk, deſſen 
Grabeingänge bilden, vor bene 
Gänge, Altane, eingehauene Por 
Drmamenten überdeckt binlaufen, 
und zu allen Etagen bie ganze 
Sinnen. Die Felfengräber find 
Deden von mehrern find bemab 
neu, in vollfommner Lebendigkel 
kophagen hatten mitunter fehr fchd 
‚alle Haben SInferiptionen die ofi 
ärtliche Sorge für die Todten, d 
h diefen Ruinen einen febr feier 
Die lange, bis 2200 Fuß 5 
flaͤche ſcheint zu den Blüthezeiter 
teichbewäflerter Luſtgarten gemefe 
fie pflanzenteich, obwohl unbenus 
zum Meere hin zeigen ſich mehre 
Seitenwände in Zelsgrotten 'auı 
Baumgruppen übeffpattet find, 
Felsſchiuchten quellen reichliche T 
en Plateau ernährt werden, bo1 
ibyer, die bier abgefshieden vc 
eſchützt vor den Ueberfällen der $ 
ichen Ziegenheerden leben. Ab 
Samilien find dieſe Grotten und 
von den heutigen Rotoseffern 
den Lotophagen Homers un 





) Della Cella Viagg. p, 144. *) 
ek) Herodot I Be 4 





Barka, Eyrenalca 949 


1a Cella mit dieſen für identiſch Hält *). Die Frucht 
Ahamnus lotos, der bier Üppig vegetirt, ift auch bie 
angenehme Speife dieſer Klippenbewohner. 
Dliven und Eypreffen find bier, wie gu Xheos 
Ms Zeiten, noch Bäume von größter Schönheit, es 
[he in ihrem Wuchs eine fonft nur felten anzuteeffende 
ge Fülle. Eben fo war einft die Rebe und der Wein 
ein Hauptproduct, no finden ſich überall in allen 
Ipturen die puren des alten Dienftes des Bachus. 
worte Beſchreibung der dreifachen Ernte der Gyrenäer 
ben verfihiedenen Stufen des Küſtenſtrichs, der 1200 
hoch erbabenen vorliegenden Bergplatte, und bes hohen. 
ide * durch die beſchriedene Localität die ge⸗ 
run ” . 
Die Botopda gen dieſer Klippenwände bewohnen dies 
u Küften die, Malen gegenüber, den Odyſſeus aufnebs 
mußten als ber Nordfiurm ihn nach Libyen warf. 
leben heutzutage faft unbekannt, nur ihre Namensbrüs 
an bem Golf ber großen Syrte find als Räuber bes 
ter, doch find beide verfchiedene Stammpgenofien. Diefe 
Zen Cyrenäer nähren fi vorzüglich vom Honig ber 
nen, bie in außerordentlicher Menge in ihren Selshößlen 
a; durch dieſes Hauptproduct Saufchen fie ſich ihre 
gen Bedärfniffe ein, 
Steigt man burd bie genannten Gelofpalten und 
lände von dem mittlern Plateau hinab zu dem Küſten⸗ 
ude, fo treten aus ihnen die abfließenden Wafler zur 
a tiefliegenden Ebene die ſich noch 3 Stunden "**) 
E gegen ben Meeresfirand hinzieht. Auf der Weftfeite 
ven die hoben Felfen auch dicht bis zur Küfte bin, und 
ben bis zum heben Ras Sem (Promont. Phycus) 
„ den Strand volllommen ungugänglig. Auf der Oſt—⸗ 
> siehe ſich auch nur ein ſchmaler Strand bin, der ganz 
elswänden flanfirt wird, welche die Baſis jenes Dias 
is ber Stadt Cyrene ausmachen und bes dahinter noch 
re auffleigenden Hochlandes. Der Fuß diefer Kelswände 
mit gewaltigen Maſſen herabgeſtuͤrzter Trümmer Übers 
ittet, die gegen Oſten jeden Fortſchritt hemmen. Au 
em Strande liegt an einem Meerbufen von hoben Klips 
umgeben, bie Bier in das Waſſer hinabſtürzen, der alte 
ten der Cyrenäer, Apollonia bas gift Emporium +). 
ppenreiben fegen vom Ufer in das Meer fort, und auf 
e berfelben flieht man noch bie Baſen bes alten Molo’s, 
von diefer Geite den Hafen vertheidigte. Am Ufer lies 





) Della Colla Viagg. p. 152. * Herod. IV. 109. *%*) Della 
Colla V. p, 1255. 7) Sırabo XVII, p. 692. 3 Tzıch, 


⸗ 


3 
948 afrita, U. abcheiu nung 


emaltige Fels im tiefe Shind ER. y 
eiten der Felswände in Ge” % 
gehauen, und aud hier P 


ſchiuchten zwei reihe Dr. Ya 
ausgehauenen Feloſtra⸗ BL; 9 m, 
Die Norbfeite biefer ” P‚ Dei; Zn 

tet, das aber ned zuft, 2 Yen ii 

An ihrem Sufe B’ machen, 4 Miele 

läuft von D. up  . GEharucierel ie den 4 Amtetı 

Fuß (uoomätr „genmärtig if DT un; Dere 5 

auf dem Pie’ ‚ur die Stämme ber (0 Bee 

fallende, F „giebt Dur Räuber aus MR Velf von Be 
nannte SP überfallen werben, mo Ve tarmtligen | 

wohl ar ‚Ar Kite von Barka find, Die Arad a 

ie. /yen heutzutage Darza: Gufa, d.\. Hafen! 

Er Ggsioten Ruinen und bie Mache nah Sur 

2 mac Strabo von Nauſtathenes 180 vım 
* Phyeus, und So Stabien von äürrene) 

. 5 at übrig, daß Hier der berühmte Hafı 
er an biefem Hafenorte aufgeworfne Sand 
sallenroche Barbe, und zeigt unter der 

Eertaärbigteit baß_in der Xhat Korallent 

ein Deittheil der Sandmaſſe aurmaden, und 

rafpendroshe Farbe geben. Es find Fragm 

Heinen, ſchönen Koralle (ob Isis nobilis, oder p 

in Dirfen großen Körnern, mit Poren, Winteln 

ern aller Art, Außer diefee rothen finden V 

Menge Fragmente von Eellularien, Eecara, 

Tubiporen oder Möprenkorallen in bieſem Sande 

sertrümmerte einſchalige und zweifchalige Mufg 

gan unverfebrte, ähnlich benen in dem Hügeln 

ie dort Soldani gefunden hat. Dieſer Sand v 

nia, in Säuren gethan, braufet mit gi Kaltg 

in faſt ganz auf und zeraeht; der Sand vom | 

Goifes der großen Gyrte genommen finkt aber de 

ändert zu Son Daher beide wohl, nad D 

Urrheil, von ganı verfiedenem Urfprunge find 

ein Product des Meeres, ber andre, legtere aber, 

feinem Herlommen nach aus dem feinen Flugſai 
nern Aftita herflammt, und erf in die Cprte eii 
am feyn feheint. 

Ale Gebirgsart, aus welcher das ganı 
Ploteau von Barka befleht, fo weit Della Cela 
lernte, iſt dichter Mufpeltaltfkein ‘"), m 





*) Dells Cells Vingg, p. 157. °*) Ebend. &, a6 





Barka, Cyrenaica. 951 


er bildet überall die uniforme Bafls 

nur auf den Höhen mehr oder wer 

Bruch, Härte u.f.w. Aber 

30 Fuß Höhe über den Mees 

Ko .refacten gefpidt (Cardien, 
von Älterer Art, als alle diejenis 

sen Dünenfande, ober in den jünz 
‚nglomeraten bie dort aufgelagert vors 


ꝓelkalkſtein des ifolirten Plateaus 
beine auch, nach einzelnen Exemplaren zu 
Della Cella von den Bergen im ©. zwis 
nd Tunis beobachten Konnte, identifch mie 
Bergzũge gu feyn, und überall längs bee 
? der Berberei von Algier über Tunis, bie 
ene und Katabathmos, gegen das Dfende, 
Betten bes Araberthurms, ſcheint Muſchel⸗ 
chend su ſeyn. ber die Bafis am noͤrb⸗ 
r süßen e ift ebenfalls, Überall, mit jes 
ve vo Körallen: und Bufchelseken ned 
onglomeraten überdbedt, 


es Plateaus von Barka überDerne 
s zum Bolfvon Bomba. 


: gegen Oſt führen über die Höhe bes Plas 
Swege nach der heutigen, modernen Haupt⸗ 
Die ganze erfle Zagereife, 8 Stunden ents 
a*), zeigen fih Ruinen von Gebäuden, 
en gehauen umd tief ausgefurtht durch Was 
ich ſeit langer Zeit Bier Teine Wagen mehr 
Reifenden nur gu Fuß gehen oder fi dee 
a. Bei Gobba iſt eine trefflide Quelle, 
einem Portikus umgeben, Kon bier bie 
Ih der Weg zmifchen hoben Felswänden, 
Kelsfihluchten und Gppreflenwäldern bin. 
us diefen Selspäflen fleigt man ſehr fleile, 
m binab, in das Bebiet von Derna, 
um fruchtbarer Ebene, am Strande eines 
‚ im M, begrenzt vom Gap Bon Andrea, 
ı Selsgebirge bas im Kreiſe den Meerbuſen 
diefem abgeichloffenen Küfenraume if ein 
sten voll Öliven „Weinreben, Beigen, Gis 
ngenbäume, wo Dede Cella au bie erften 
asa paradisiaca L.) an ber Libyſchen Küfle 





Viagg, p. 168. 





942 Afeifa, TIL. Abtheilung, € 


Liegt ein quäbratifcher Zhurm von | 
Stunden entfernt liegt. Diefer Dr 
Ebene, theils am VBerggebänge, das 
Bergen im Oft fi um Meere nach 
nen diefer Stadt find über die Sırı 
Umfang: verbreitet, und haben nach 
unter allen in ber Gyrenais, die er, 
Character. Der quadratifge Thurn 
Maufoleum, mwahrfgeinlich eines Pte 
einem granbiofen, quadeatifchen Bafar 
die Klanken des Berges eingehauen ij 
der Thurm aus den colofjalften Qu 
Der Eingang if dreiedig, und im In 
Galerien zur Aufnahme der Verflorbe 
der Bürger von Ptolemais find ganz 
Gprenerz fle liegen zwiſchen den beutii 
jerflreut, und zwar in fo-großer Me 
ihrer über 4000 zählte. Im der Mi 
auf einem Mofaitboden noch mehrere 
aus Gplindergliedern befleben; unter 
Souterrain mit 9 langen Gorriboren , 
getheilt, die ihr Licht vom oben ber ei 
Gorenaica findet ſich in der Architectur 
der auf Aegyptiſchen Bafen zu ruhen 
dem alten — zeigt ſich, noch 
der Aeghptifche Styl mehr im Ganıe 
vollenderfte, fondern der ältere colof) 
drüdenden Mauermaflen. 

Ehe Ptolemais diefen Namen erh 
Ptolemäus Physcon (VII), der 
nais hatte, als fein Bruder Phile 
gta hieß es, wie Strabo und 

avce; aber Prolemäus fagt, es 
GStäbte-gewefen, was Scylar dadurch 
jüngere Ptolemais als die Hafenftab 
nennt, die 100 Stadien von ihrem 
Tag, Das alte Barce, der Stam 
Barcäer, war eine Golonie der Cyt 
als 554 vor Chr. Geb. unter König Aı 
aber nach. Herodot. auch ſchon wieder 
Statthalter Aegyptens Aryandes erobı 
fes- im Befig Aeayptens gekommen mc 
Zeit fpeint die Stadt noch geflanden 
Heutiges Daſeyn muß man allerdin 


*) Bed allgem: Weltgeih. L S. 684. 
@. 24 





Barka, Cyrenaica. 943 


ey”), bis neuere Unterſuchungen weitere Auffchlüffe geben. 
Deila Cello glaubt indeß auch diefe, a Stunden gegen. ©. 
vom ber Hafenſtadt, landein, auf den Bergen gefunden zu 
yaben bei dem Drte Merge, wo Gräber und Mauerwerk 
ich vorfinden auf einer ebenen Bergfläche, deren ſehr tiefe 
Brunnen das befle Woafler geben. Die Lage diefer Gegend 
®& ſehr einfam, wilder, gleicht der Landfchaft des Plateau's 
vew Gprenaica; von diefer Gegend, ſcheint es, Hat das ganze 
zohe Bergland den neuern Namen Barka erhalten. 

Zolemeta iſt die leute ber Städte bie Hier von dem 
Kiten an dem Gteilabfali biefes Küfenufers erbaut iſt; 
weiter gegen N.D. verfchwindet die Küftenebene ganz, bie 
Rüfte Reigt fteilauf * höhern Gebirge, und wird ganz 
in zugaͤnglich vom Meere aus mit dem Nordcap des Pla⸗ 
eaus von Barca, dem Cap Ras Bein (Promontor. Phy- 
as), an defien OÖftfeite nun die Nordküſte fich hinzieht, 
w deren Rähe Cyrene liegt. 


» Der Landweg von Labiar Über das Plateax 
von Barka nach Grenne, Eprene der Alten. 


Von dem erflen Eintritt auf das Plateau von Barka 
bei Rabiar, führt ein gmweiter Landweg, wie wir oben geſehen 
nicht an der Küfte fondern mitten über das Bergland na 
Byrene; in der Richtung mehr gegen N. O. dahin nahm 
das Tripolitanerheer gleich anfangs den Weg, um auf ber 
Bürzeften Route den Rebellen bis zur Oſtgrenze bes Weis 
Mes zu verfolgen. Auf diefem Wege trat der ganıe Meig 
ber erbabnen Gebirgslandſchaft des Barkäiſchen Plateaus 
or. Ueberall waren die Berghöhen mit den Thujamals 
gen gekrönt, die mit ber Majeftät eines hoben Alters 
Kemis waren. Bon Labiar führen 4 Stunden bergab, 

Höhen und Zhäler, zu den Ruinen eines Caſtelles 
Bibenia*"), das qguabratifch erbaut, 58 Gchritt lang und 
mit SInferiptionen in fremden Characteren geziert if, 
Wenher Felsgräber, und in der bufchigten Ebene Schaaren 
son Waldtauben und Feldhühnern (Alchata) die mit ihrem 
ſchwirrenden Fluge die Einfamkeit diefee Wälder jeden Aus 
genblid unterbrechen. Weberall zeigen fig mehrere Tages 
reifen weit, ganz gleiartig lieblide Thäler an Xhäler, 

ifchen Hügeln voll Beduinen und Heerden, voll reicher 
Betten, Weiden, Brunnen und Quellen, und faſt bei jes 
dem Schritte Ruinen, welche die Macht und den Wohlſtand 
bee alten Cyrener bezeichnen. Kein Kerggipfel ber: nicht 


















J. P. Thrige Historia Cyrenes. Havniae 1819. 8. Comzmt, 
7 Fre æn) Della Gella Visggie.p. 16, 





944 Afeifa, III. Abtheilur 


önt wäre durch Ruinen, b 
sfchloß, und keins bas nicht 
derbaren Felsarchitecturen im E 
ben märe. Und je mebr man fi 
beito mehr nimmt der Sry id 
Character an, 

In Zardey *), 7 Stunde 
uf bie maffigen Selspfeller, 
als Eräger weiter Selsgemächer fl 
a1 Stunden von Zardıy, ſeht bi 
Erftaunen welde in eine Felsm 
einen ganzen Berg füllt, Nu 
Slanta zählte Della Gella ao 
die eine fehr große Arbeit voraı 
am Anfang der Berge von Eyri 
Schichten der Vorhoͤhen nur 
fandftein; aber weiter im £ 
der gange Kern des Plateau’s u 
dichter Kalkflein, dem feint 
iR — ein ſecundaiter, of 
erhält wie diefer durch Drvdatis 
zothe Färbung, und euthaͤlt P 
ganz Corenaica das Material di 

Die Umgegend biefer Höh 
»ölkert geweſen ſeyn, denn bier 
den wie Über die Ruinen eineı 
Stadt hin. Dlivenbäume im gı 
wild und bedecken in Wäldern 
den Beduinen benugt zu werde 
daß fie aub Fremde hindern bi 
2önnte allein die Benugung bi 
wichtigen Ertrag für Europäifc 
ber wuchern auch gigantifhe Fer 
sien, wilde Birnbäume, und allı 
barkeit. In der That ift es am 
@uropäern unbefegt, unbefucht b 
entdedt werben mußte, nachdem 
Ken, Aegypter, Mömer dort 
waren. 

Eine Europäifhe Kolonie I 
anfiedelte, würde durch die gefä 
die Steilküfte im N. und die 9 
jeden Feind gefiert feyn, " un! 
die Wüfte Sarka jeden. Feind 
Die wenigen zugängligen Ha 








®) Della Cella Viaggio p. 117. 





Barka, Cyrenaica. 945 


Monia würben bei ihrer natürlichen Fefligkelt Teiche zu 
theidigen feyn. Dliven:, Dattels und Weincultur wür: 

den Haupterwerb abgeben, bie Beduinen ‚müßten freie 
tenflämme bleiben wie in ben alten Zeiten Herodot fie 
Idert; fie würden die erſten Bebürfniffe an Vieh, Kleifch, 
ter, Milch, Wolle liefern und noch die Producte der 
3%. Die alten Städte derPentapolis (Berenice, Ar- 
De, Ptolemais, Apollonia, Cyrene) mwürben mit neuem 
anze aufblühen. 


Sn der Gegend von Slanta liegt das Grab eines bes 
mten Marabuten Sidd Mofammeb Emeri al Ghe: 
m”), dem zu Ehren wurde vom Bey ein Dchfe ge: 
achtet und die Erde mit Blue befprengt. Von hier 
vet ein hoher Gebirgsweg immer gegen Oſt über das 
ateau, und fleigt erft bei Derna sum Meere binab; aber 
Der liegt eine Hauptſtraße gegen N. ab nah Cyrene. 
Dieſer Weg führt durch ungemein teisende Berghoͤhen 
W pasde “), mo wiederum alle Gipfel mit grandios 
R Bebäuden und Gräbern bedeckt find, in beren Näbe bie 
sslihften Quellen fprubeln, bier lebendig aus den Felſen 
mgend, die erften die Della Cella in Afrika erblidte. Auf 
Bergen wählt manches unbelannte Kraut. Ploͤtzlich 
eden bier viele Kameele Trank und fielen um; dieſen 
> Bolten fie fih durch ein Zutterfraut der Berahöhen, 
. die Araber Koinon nennen. Della Gella *"*) hält 
es Doldengemähs für das berühmte Silphium der 
'ender, bas Antere für Aſa fötida Halten, Thrige jedoch 
’®. Ä 


Bon Spaghe führt der Weg nah Shughe, das noch 
Stunden von der Stadt Cyrene entfernt liegt, aber ſchon 
. gtoße Ruinen hat, die von bier nun an ber Straße 
D der alten Hauptſtadt nur zunehmen, überall gerflärte, 

Gebäude, viele Caſtelle, Sarkophagen, Grabfiätten. 

außerordentlich große Menge dieſer Schloͤſſer ließen 

Ya Cella daran zweifeln daß es, wie er früher dafür 
milten, Wohnungen der Reichen waren, fondern eher fefte 
wegen ober Afyle zur Landesvertheidigung. Der ganze 
A dahin ift mit lofen Madreporiten bededt, die auf dem 
boden zerfireut liegen, und nur bie Abfäge alter Mees 
Bededungen obgleich in fehr bedeutender Hide feyn könn⸗ 
» wie fie bäufig bie und da auf dem Plateau von 
u zta vorfommen. Nur eine Stunde ber alten Haupts 
BE Ghrene im Süden, liegen im Umfang einer halben 


———————————— 


> Della Cella Viaggio p. 119. **)@bend. &.126. *10) Ebb. 
©. 127. Thrige Historie Eyrones p. 235 — 257. } 
ep. Oo o 






946 Afrika, III. Abrheilung 


Stunde fehr grandiofe Ruinen 
Serge, deren Wände, durchgraben 
Sırcophage. Der lieblige Diea 
nen, Nerium Oleander) in voll 
dete umber die Gebliſche in bei 
Zreümmer zerftreut liegen. Ein 
her, halb In Fels gehauen und 5 
weiten Pinien fichtbar, giebt do 
Seine Mauern bilden die ſchönſt 
teiben; jeder Quader träge mad 
aus einem, für Della Gella, 
und bie Buchftaben bildeten uni 
bängende Reihen bie fich bei jedı 
wiederholten. Diefe, fo wie vi 
dende Snferiptionen, follen einem 
Alpdadete angehören. Sollte es 
älteften Bewohner diefer Landſch 
ganz ohne MWiderfland, wie bie 
neue Griechencolbdnie um das Jal 
enommen ju baben fcheinen **) 3 
ga viele Kandle und,Baffins hiı 
diefem großen Aguäburte ernährt 
ftehen noch die unverfeßrten Mau 
tifchen Tempels, teffen Eingang 
lieten Säulen geziert it und m 
Knaben abgebildet find, wie fie T 
ber läuft eine äußere Maxerwani 
Zrümmerftadt ſcheint völig unbe 
Ueber dies Bergland ſteigt 
Morbabhange nur ein mweniges hin 
fo weit das Auge reicht, eine weil 
gar mit Trümmern einer weitläufi 
vollen Stadt *"") überdeckt ift, bie 
der raube Boden ift mit Mauer 
fpidt, lange Reſte von Er 1 
mit Grabmalen und Sarkophagen 
touchernde Gebüfch von Dleandern 
preffen zwiſchen den Trümmern vı 
zwoifcgen den Ruinen und Baumgr 
Belte einzelner Bebuinen mit ihre 
Eintritt in dieſe Region in eine fı 
Dieß find die Trümmer ber 
der Pentapelis (der Fünffädte, 








*) Della Cella Viagg. p. ı36. *", 
a ie Ya 





Barka, Eyrenica  - 97 


abgeleitet von xonn"Anollaros, der Duell! Apollons) *) | 


ye heute no unter dem Namen La Greune bei den 
eimifhen, auf der Homfläche bes Küftenplateaus im 
lben Localitär liegt, daß Strabo beim Vorüberſchif⸗ 
vor derfelben recht characteriſirend von ihr ſchreiben 
te, fie liege auf der Höhe eines Tafelderges 
we meyalns dv voanıloessder nedle nusudung) **). 

Diefe öde Trümmerſtadt fcheint, einem vergauberten Orte 
» einer fremden Welt anzugebören. Eine Straße, die 
la Gelila befuchte, IR ganz in Felſen gehauen, zu beis 
Beiten mit Grabmalen flankiert, die quabratifch bis 10 
ebenfalls äfter ganz aus dem Felſen gehauen find, fe 
ws Schönen Quadern erbaut. ie fcheint eine Art 
D gewefen zu feyn, ba an ihrer einen Seite mit großen 
Hilhen Buchſtaben dee Name Hippikos zu Iefen if. 
Dfiafter war tief ausgefurcht von Wagengleifen, ver⸗ 
lich der berühmten Cyrenenſtiſchen Wagenrenner, die in 
ars Oben befungen werben. - Alle Strafen der Stade 
u ſolche Radſpuren, wie bekanntlich auch einige des 
esaufgegrabenen Pompeli. An beiden Seiten der Straße 
ben ie große Baffins zur Aufnahme ber sufammens 


senden Regenwaſſer, umd mehrere die Straßen hinabe 


ben Aquäbucte zeigen, wie forofältig man bier alles 
fee su fammeln bemüht war *"*). An der Nordfeite 
enes fteigt eine kleine Anhöhe auf, deren Sübdabhang 
den pracptoollfien Ruinen bedede ift, vol langer Maus 
Golonnenrefte und Bafen, die fich weithin ausdehnen 
Sraniten und Marmorarten, wahrfcheinlid die jüngern, 
sifehen Architecturen. 
An der Weſtſeite der Stade aiiaen fich ſteilaufſteigende 
felswände, die im rechten Winkel behauen ſind, aus 
s Sufe ſprudelt mitten aus dem Felſen eine der reich⸗ 
und fchönften Quellen hervor, die man nur feben kann; 
Jeßt au jeder Jahreszeit ununterbrochen fort 7). Ein 
soll ausgehauenes Gewölbe führe F ihr tief hinein in 
Beifenhalle; umher ragt das ehrmürdige Gemäuer wohl 
älteften Apollotempels hervor; an dieſem berühmten 
Beiligen Quell, wo nach dem Ausbrud ber Libyer tt) 
Uranos geöffnet war, wo die Cyrenäer ihr Orakel und 
Kolonie gründeten, und die Stade erbauten. Hier, am 
Gemurmel diefes Dorns dichtete Kallimadgus feine 
men an Apollo und Pallas. Wegen We, wo des 





Thrige Historia Cyrenes $, 25. de Cyrenes Urbis no- 
mine p, 76, cf. Borhalle ©. 118: **) Strabo XVII. p. 
2. ed. Tzsch. ***) Della Cella Viagg. p. 140. +) r 
aire p:89. +) Horodos IV. zus 
vo. 





— — er 
wohl an 600 Fuß (200 mötres) Teaterde 1 
päse, und ift in diefer ganyen Höhe faR 
äuftigen Grabſtätten ausgehöhlt. Go bi 
teile Felswand, von oben bis unten, ein u 
mben und Grottenwerk, beflen Fenfer 
Grabeingänge bilden, vor denen 
Gänge, Altane, eingehauene Portiten, Gru 
Drnamenten überbedt hinlaufen, um nad 
und zu allen Etagen die ganze Ausbdehu 
Zönnen. Die Selfengräbee find_alle zerſtö 
Deden von mehren find bemahlt mit Fa 
neu, in volltommner Lebendigkeit. Die | 
kophagen Hatten mitunter fehr jchöne Basreli 
alle haben SInferiptionen die oft vermitte 
ärtliche Sorge für die Todten, die fich übe 
diefen Ruinen einen fehr feierlichen Ein 
je lange, bis 1000 Buß Ho erhabe 
fläde ſcheint zu den Blüthezeiten der altcı 
teichbewäfleeter Luſtgarten gemefen zu en, 
fie pflangenreich, obwohl unbenugt. in ih 
gm Meere Hin zeigen ſich mehrete, tiefe @ 
jeitenwände in &glsgeotten "ausgehauen : 
Baumgruppen Üübelfpattet find, In diefen 
eloſc —X quellen reichliche Waſſer, bi 
een Plateau ernährt werben, dort wohnen 
ibyer, die hier abgefsgieden von ber übr 
gefchügt vor ben Ueberfällen der Beduinen, 


. Barka, Cyrenaica. 940 


1a Gella mit dieſen für identiſch Hält *). Die Frucht 
Rhamnus lotos, ber bier fippig vegetiet, ift auch bie 
angenehme Gpeife diefer Klippenbewohner. 
Dliven und eltern find hier, wie zu Theo⸗ 
Rs Zeiten, noch Bäume von größter Schönheit, es 
pe in ihrem Wuchs eine fonft nur felten anguteefenbe 
ge Füle. Eben fo war einft die Rebe und der Wein 
ein Hauptprobuct, no finden fih überall in allen 
Ipturen die Spuren des alten Dienſtes des Bachus. 
wets VBefchreibung der dreifachen Ernte ber Gyrender 
ben verſchiedenen Stufen bes Küſtenſtrichs, der 1000 
Hoc erhabenen vorliegenden Bergplatte, und des hohen. 
— wi durch die befchriebene Rocalität die ges 
rung **). 
Bir Lotophagen dieſer Klippenwände bewohnen dies 
n Küften die, Malen gegenüber, ben Odyſſeus aufnehs 
mußten als der Nordftuem ihn nach Libyen warf. 
leben Drasgutage foft unbelannt, nur ihre Namensbrü⸗ 
an dem If der großen Syrte find als Räuber bes 
ter, doch find beide verfchiedene Stammgenoſſen. Diefe 
tem Corender näßren ih uiälin vom eig, bee 
aen, die in außerordentlicher Menge in ihren Gelshöhlen 
mn; durch diefes Hauptprobuce Laufchen fie ſich ihre 
gen Beduͤrfniſſe ein. 
Steige man durch bie genannten Selsfpalten und 
lände vom dem mittlern Plateau hinab gu dem Küftene 
we, fo treten aus ihnen die abfließenden Waſſer aue 
m tiefliegenden Ebene die ſich noch 3 Gtunden *"*) 
t gegen ben Meeresſtrand Bin; — Auf der Weſtſeite 
sem die hohen Felſen auch 8 is zur Züſte hin, und 
hen bis zum hohen Nas Sem (Promont. Phycus) 
‚ den Gtrand vollkommen unzugänglid. Auf der Ofls 
? giebt ſich auch nur ein ſchmaler Strand Hin, der gang 
jelswänden flanfirt wird, welche die Baſis jenes Si 
18 der Stadt Cyrene ausmachen und bes dahinter noch 
re auffleigenden EX londes. Der Zuß biefer Kelswände 
mit gewaltigen Maſſen herabgeſtuͤrgtee Trümmer übers 
ittet, die gegen DOften jeben Bortfcheitt hemmen. An 
em Bteande liegt an einem Meerbufen von hohen Klips 
umgeben, bie hier in das Wofler hinabſtürzen, der alte 
ien dee Cyrenãer, Apollonia das ger Emporium }). 
ppenreihen fegen vom Ufer in das Meer fort, und auf 
x berfelben fieht man noch bie Baſen des alten Molo’s, 
von diefer Geite den Hafen vertheidigte. Am Ufer lies 





) Della Cella Viagg. p. 151. *M) Herod. IV. ) Della 
Cella V. x. a he Alp DR Tuch i 





950 Afrika, III Abtheil 


gen mafeätifche Ruinen zerfl 
auffteigenden Stufenbaue. 
umgemworfner aber fonft unbe; 
sbelifhem Marmor, große 
fleden nod Gewölbe. Bon bdı 
zur Hofenfladt, Ueberall be 
feriptionen die Römerberefibaf 
und wäre leicht finder zu mad 

tionen mit fremben Chara 

uinen. Noch gegenwärtig 
ein fichres Afil für die Stämn 
dieß öfter gefchiebt durch Räut 
un etmuthet überfallen werde 
nefter dieſer Klifte von Barke 
biefen Dafen heutzutage Mar; 
Die grandiofen Ruinen und t 
Stadien nach Strabo von Ra 
torium Pbocus, und 80 Sta 
Leinen Zweifel übrig, daß hi 
zene's liegt *). 

Der an biefem Hafenortı 
Torallenrotbhe Farbe, un 
Merkwürbigkeit, daß im ber 
ein Drittbeil dee Sandmaſ 
Überrafgendrothe Farbe geben 
leinen, ſchönen Koralle (ob ] 
in Hirfen großen Körnern, m 
nern aller Art, Außer diefer 
Menge Bragmente von Gellu 
Zubiporen oder Roͤhrenkoralle 
jertrümmerte einfchalige und 
ganz unverfehrte, ähnlich bei 
die dort Soldani gefunden ba 
nia, in Säuren getban, braufi 
in faft ganz auf und jergeht 
Golfes der großen Syrte geno 
ändert zu Boden, Daher bı 
Urtheil, von gang verſchieder 
ein Product bes Meeres, der 
feinem Herlommen nach aus 
nern Afrika herſtammt, und « 
am ſeyn ſcheint. 

Alle Gebirgsart, au 
Ploteau von Barka befteht, 
lernte, ift dichter Mufchel 


*) Della Cella Viagg. p: 157. 





Barka, Cyrenaica. 951 


etitengrotten; er bildet überall die uniforme Bafls 
anzen, und zeigt nur auf den Hoͤhen mehr oder we 
Differenzen in Farbe, Bruch, Dörte u.f.w. Aber 

auch bis 1500 und 1600 Fuß Höhe Über den Mees 
gel, if er mit Petrefacten gefpide (Cardien, 
sten, Ammoniten), von älterer Art, als alle diejenis 
B Littorales im lofen Dünenfande, ober in dem jünz 
Jand und Thonconglomeraten bie dort aufgelagert vors 


n. 
ieſer Muſchelkalkſtein des iſolirten Plateaus 
arka, ſcheint auch, nach einzelnen Exemplaren zu 
en, bie Della Cella von den Bergen im &. zwie 
Tripolis und Tunis beobachten konnte, identiſch mit 
er bortigen —AI zu ſeyn, und überall längs ber 
ı Morblüfte der Berberei von Algier über Zunis, bie 
w bis Cyrene und Katabathmos, gegen das Dfenbe, 
ben Kalkketten des Arabertburms, fcheint Muſchel⸗ 
In vorberefchend zu feyn. bes bie Baſis am noͤrb⸗ 
dufe biefer süßen e ift ebenfalls, überall , mit je⸗ 

eeresfande voll Khrallen: und Biufchelcefien nebſt 
jüngern Conglomeraten überdeckt. 


ſtſeite des Plateaus von Barka über Derna 
. bis gum Bolf von Bomba. 


ton Cyrene gegen Dft führen über die Höhe des Plas 
die Gebirgswege nach der heutigen, modernen Haupt⸗ 
Derna. Die ganze erfle Zagereife, 8 Stunden ents 
is Bobba*), zeigen fi inen von Bebäuben, 
m in Felfen gehauen umd tief ausgefurcht dur Was 
eiſe, obgleich feit langer Zeit hier Teine Wagen mehr 
‚ md alle Meifenden nur zu Buß geben ober fich bee 
le bedienen. Bei Gobba iſt eine Erefflide Duelle, 
zefaßt mie einem Portilus umgeben, Bon Bier bie 
windet_fich der Weg zmwifchen hohen Belswänben, 
‚ fleilen Felsſchluchten und Gopreflenwäldern bin. 
Austritt aus diefen Selspäflen fleige man ſehr fleile, 
Felsklippen hinab, in das Gebiet von Derna, 
ft ein Saum fruchtbarer Ebene, am Gtrande eines 
ufens hin, im W. begrenzt vom Gap Bon Andrea, 
E dur ein Kelsgebirge das im Kreiſe ben Meerbuſen 
et. In diefem abgefploffenen Küftenraume iſt ein 
eſiſcher Barten voll Dliven, Weinteben, Feigen, Gis 
und Drangenbäume, wo Della Cella auch die erſten 
äume (Musa paradisiaca L.) an ber Libyſchen Küſte 


Ycila Cella Visgg, p. 168. 





952 Afrika, III, Abthe 


mit aftatifdper Ueppigkeit m 
zeichen Gruppen von Frucht 
von Derna, über alles al 
Palmenhaine mit ihren rei 
Die Strafen *) des Dr 
aber niedrig, Elein, ärmlich, 
Caftell des Bey’s von Derm 
die von Andalufifhen Maurı 
nien verlaffen mußten **). 
Wafferbrunnen aus den Fel⸗ 
einem Aquädust gefammelt, 
wäfert bie Ebene; die zweite 
befruchtet eine Vierteiſtund⸗ 
Bemenfura. Sie heiße 
Bemenfura, b. h. das 2 
Bewäfferung und das gefchlil 
von Derna einen über alle $ 
Character. Derna, Dar 
Ueberfluß an Lebensmitteln; 
Araberhirten dom benahbar 
reiche Aderfrüichte, die Gärter 
Die Felsklüfte find mit unfä 
bie einen großen Reichthum 
wohner von Derna find mi 
überfälen, bie oft bewaffnet 
leicht weniger drüdend find, 
Häufig wird mit. den Sremdı 
gebracht; fo daß die Benö 
von 7000 auf 500 Einwohm 
Die Nordamerikanifchen 
Jahren ben Plan gehabt, bie 
dem Paſcha die. Stabt mit C 
ließen fie ben Ort wieber; | 
7 Kanonen ſtehen geblieben 
Mangel eines guten Hafens 
ber Mächte, denen es fonft 
einen feſten Punkte in der D 
ces finden zu koͤnnen. Dern 
Mhede, da diefe mit Klippen 
gerfchneiden, und ber Hafen 
defege iſt. Doc veranlafte 
Sabre 1799 den General Gi 
dung zu verfuchen, bie abeı 
von Zripoli vereitelte. MWahı 





*) Della Colla Viagg. p. 164 
*"") Blaquiere Lac, PB 





| Barka, Eyrenaica 955 


son ba einen Landweg nach Alesandria ſuchen. Während 
bee Expedition des Lords Keith in Aegypten ließ biefer feine 
wu en Quellen von Derna mit dem beflen feifchen - 
affee verfehen. Ä 
Aber gegen bas Ende des Cap Bon Andrea bildet das 
Meer einen weiten Bufen, in welchem felb gang große 
Schiffe ficher ſtehen würden vor allen Stürmen. Die Lage 
Reſes Dafens fcheint keine andere als die des alten Nau- 
sathmos zu ſeyn. 
Eine antike Baflion welche noch heute bie Stadt Dema - 
don der Meerfeite umgiebt, bezeugt ihre hohes Alterthum 
uud die Identität ber "Lage ber alten und neuen Gtabt. 
e bisher rebellifch gewefenen Bebuinen von Derna unters 
fen fih bei Ankunft bes Tripolitanerheeres fogleich dem 
fcha, und es blieb nur noch übrig dem Feinde auch noch 
iter oftwärts bie zum Golf von Bomba nadautüden. 
Bon da flohe der rebellifche Prinz ebenfalls zurück gegen 
es Dften nach Aegypten, wo 2. Burdbarbe *) feine nähere 
deEanntſchaft gemacht bat. 
Der Weg von Derna nah Bomba *’) mußte ſehr 
Lig urüdigelegt werben, und gab daher wenig Gelegenheit 
t —————— das Land iſt überall dorthin undebaut, 
er Laſſen, wüſte, ſonſt aber bat es gen die Nature und Fülle 
es weftlich)en Cyrenaica. Es iſt Alpenlandfchaft, mit fehös. 
era grünen Cypreſſen, Thuja, Carroben, Funiperusarten, 
Roſſalen Lorbeer: und Myrthenbäunien ; bo mehr in 
Bruppen zwifchen Felſen und Schluchten ſehr mahlerifch 
Ertheilt, als in anhaltenden Waldungen. Der Boden ift 
derall coupirt, Be voll Weidelond und Jagdrevier, 
Bas immer Bewohner herbeilodt. Die erhabnere Waldres 
ion diefer Öftfirede Hat noch gleichen Reichthum an fri⸗ 
Sen, reinen Waſſern und Quellen, wie der weſtliche Theil 
yrenais. 
Nach 8 Tagereiſen von Derna, in Eilmärſchen, gegen 
Sof gelangte Della Cella zum großen Golf von Boms 
»a *'"),. der von hohen Bergen umzogen iſt bie das Gap 
RMezat (Ras a tin) bilden, und gegen Oſt in fanfte Hügel 
abfallen , die in der Kerne das Anfehn einer weiten Fläche 
gewähren. Bei dem genannten Gap fleigen aus dem Meere 
3 große Klippen hervor, bie wie Inſeln fib im D, bes 
Wolfs zeigen. Della Gella bält ihn für den Menelai Por- 
tus der Alten, wo aber keine Ruinen. fichtbar find. Die 
Beduinen fagen, tiefer landein foll ein See liegen, mit eis 
ner Inſel auf deren Mitte fehe große Ruinen fichen, 
























#) Burckhardt Trav. Lond. 1819. 4. p. VII, **) Delle 
Colla Visgg. p. 175. ***) Gbenb. &. 176. 


954 Afrika, III. Abtheilung, Gebirge. 6. 58. ıc, 


Diefen Bolf Hält Burdharbt für bie erſte Anflebelung der 
Griechen mit der Infel Plateia *),, Er gilt ſehr mndes 

immet als bie politifche Brenze zwifchen Aegypten und 

ripoli, und ift daher das Afyi der Ueberläufer und Räuber 
von beiden Zerritorien. Dieſes Raubgefindei hat bier fein 
Zelte aufgefchlagen, von da aus werben bie Raubexcurſie 
nen begonnen, wozu bie benachbarte Straße der Meccakars 
vanen, im Süben von Fezzau nach Augila umd Arguypten, | 
Bäufige Gelegenheit giebt. Beſonders fegen fie ben Gi 
ihen mit Goldſtaub nah, welche die Pilger aus dem In 
nern bes Sudan zu haben pflegen, um fich bei ihrer Reif 
durchzuhelfen. Bei der Ankunft bes. Eripolitanerheeres 

en diefe Raubbedninen ihre Zeltlager auf einige Wei 
In die Berggegenden gurüd und liefen die Truppen be 
Bey friedlich vorüberziehen, bis zur Grenze des Legypti 
ſchen Gebietes des Paſcha; dann kehrten fie im ihre alte 
©tellung surüd. 

Die Kenntniß bes Hafens von Bemba if neq 
unbelannt. Als Admiral Bantbeaumes Flotte im 
1808 von Gorfn der Aufmerkfamteit des Englifchen Amui 
Lord Gollingwood und feiner Kreuzfahrer entging, fand ſe 
ein fichres Afyi im Bolf von Boınba und lag de 
Beit der Aufmerkſamkeit ber Britten ganz Yerborgen. 
die Piloten von Maltha kennen bis jegt die Einfahrten m 
diefem Deerbufen. 

So weit gebt unfere jekige Keuntniß bes kleinen Pa 
el von Barla und biefer merkwürdigen Libyſchen de 
enküſte. 















» Hoerodot IV, © 151. Burckhardt Tray, pP» VII. 





en 


Bieree Abtheilung. 
s Tiefland -von Afrika. 


er 
Ueberbiid 


nigen Erdräume, welche außerhalb ber oben beichries 
Formen bes DHochlandes, der Gtufenlänber, - ber ges 
mn Gebirgsglieder, im meerumfchleffenen Köeper von 
liegen, müffen wie Yon ber geringern abfoluten Ex 
‚ und vom ber vorberrfchenb flachen Geſtaltung der 
de, das Tiefland oder das Flachland biefes Erdthei⸗ 
inen. 
ier wird es nun ſchon rathſam ſeyn, bevor wie im 
nzelne dieſer Form eingehen, einen allgemeinen Blick 
en Erbtheil als Individuum in Beziehung auf bie 
Verhältniſſe feiner Befamtform gu werfen, um nach⸗ 
erall das Befondere Im Allgemeinen uns vergegens 
m zu können. 
iefee Erdtheil, welder feinen Namen, fonberbar ges 
von einer Leinen Karthagiſchen Landſchaft Frigi, 
isa an feiner noͤrdlichſten Spige erhalten bat, ill, 
wie ihn im Ganzen überſchauen, feiner Geflale nad, 
großen Körper oder Stamme ohne Glieder zu ver⸗ 
n, unb unter benen bee FSſtlichen wie ber weftlichen 
fle in der That der einförmigfle aller Eontinente gu 
I, wenn das feines Innern nad uns noch fo gu 
ıbefannte Veſtland Auftealiens, ihm darin nicht einſt 
ielleiht den erften Rang flreitig machen follte. 
jeine Küftenperipherie, die fi$ unter allen am mehr⸗ 
r kreisrunden nähere, ift im Wergleich zum Flächen⸗ 
einer Länder weit geringer an Ausdehnung, als bie 
en, Amerita und Europa. Die Berührungen bie; 
adveſte mit den befpflenden Meeren und durchſchnei⸗ 
ı Strömen, find unter denen aller ähnlichen Erbin, 
m, am Eirglihfen ausgefallen "für die Entwidiung 






956 Afrika, IV. Abtheilung, Tiefland. $. 35. 


Der größtmöglichften Mannigfaltigkeit im ber horizontalen 
Theilung. — andern Erdtheile erſcheinen überall von ties 
-fen Buchten, Merrbufeen, Meerſtraßen eingefnitten, in 
vielartig geftaltete Serraturen, Worfprünge, Landzungen, 
Halbinfeln zerfpalten, was dei Afrita’s Geſtaden gan 
fälle; ja in ihrer Nähe liegt zugleich die geringfte all 
von Nachbarinfeln, die felbft nicge einmal, nur Diadagas: 
kar an der Oftfeite ausgenommen, in einem beflimmter nad« 
zuweiſenden Verhältniſſe zur Rüftenbilbung fliehen, wie bed | 
ganze Inſelketten und Infelgruppen aller andern Keflä» 
der, felbft von meit geringerm Umfange. Dier hingegen 
And ſelbſt die wenigen, einzeln in den Afrikaniſchen Küfes 
meeren eingefprengten (fporadifen) Infeln, auefeplieflig 
nur Produkte unterirdifcher, chklopiſcher Gewalten (fir 
unten vultanifche VBildungen), und in einer, DMadagasız 
ausgenommen, ein etwa don dem Gontinente abgefprengts 
Glied zu erkennen. 

Der fefte Körper. des Erdtheils Bat nur zwei übermis 
gend große Hauptformen, die ibm feinen genzen Grundge 
zacter geben, und in bie er feiner ganzen Erſtreckung nf 
faft gleicymäfig getheilt ifl. 

Das Hochland im Süden bes Aequators, mit überaus 
gleichartig nach drei Winden abfallenden Rändern gum Drum. 

uch gegen Norden ſenkt es fih in den beiden Geitenfb 
gein von Dabefch und Mandingo, eben fo gleichmäßig mi 
ort berab, jedoch nicht zum Dcean, fondern gur weile 
Hauptform, dem Tieflande, das in wunderbarer Ginfirwig 
Teie und Weite, die größere Morbhälfte ven Afrika em 
nimmt und fi wie ein breiter Zuß mit den untern Ri 
flufen und dem niedern Plateau der Berbern gegen Kfm 
und Europa vorfchiebt. 

In jenem Hoch: wie im Tieflande find immer nur h 
zwei vorherrfchende, ziemlich ebenmäßig vertheilte Haupb 
formen, die in einem unverlennbaren Parallelismus, nah 
einem Hüben und Drüben, vertheilt find. Dort an dem DB 
und Weftrande Afrikas; die Mittel: und Küften : Kerreffen 
von Morden nah Süden fireicdend, queer durchbrochen WR 
den kurzen Küftenfirömen ; bier die waflerarmen Wüſten 
und Gteppenflähen von Oſten nach Welten ziehend. 

Aus den Combinationen biefer wenigen, gleichartig WE 
breiteten Hauptformen in ihren Stellungen zum Bl Des 
Meere und der Luftfchichten, wie zum Sonnenlaufe felbf, gi 
die gange Mannigfaltigkeit der Afrikanifchen Natur berust, 

Im Leblofen wie im Lebendigen, tritt baber hier Ib 
Bleichartige des Bemeinfamen mehr hervor, als bas in 
gleigpartige bes Befonderten. Die ſcharfe Gonberung sad 

eſtimmt charaeterifiete Individualität bes gan 2 
macht, daß bie Eigenthümlichkeit feiner ie mb ale 


= Meberblih, Wuͤſte, Eingänge. 957 


ſſen, was er hervorbringt und deſſen Träger er iſt, mehr 
tüdgedrängt erſcheint. Eeldft alles Belebte iſt hier mehe 
lieb des Aftikanifepen Erdkoͤrpers, als ſelbſtſtändig entwil: 
Ites Individaum. Die Species verſchwindet hier mehr 
gen das Genus, und das Individuum gegen die Species, 
3b das Ganze uͤmſchlingt alles Einzelne mit dem vorfe- 
enden Character der Familienaͤhnlichkeit im unentwidel: 
a Zuftonde ihrer Glieder. 

Diefer Familienzug wiederholt fi in dem Berg, ber 
Yäche, im Strom, Pflanze, Thier, Menſch, Familie, Volt, 
d iſt um fo weniger ju vertennen, je mehr das Beſon⸗ 
we in der Helmath fegemuraelt, unb kaum von ber Maſſe 
gelöfet, zum individuellen Leben gelangt ift. 

Bon jener angebeuteten großen Einförmigkeit bes Erb: 
eiles, finden unter den großen, räumlichen Kormen, nad 
aferer biehrrigen Kenntniß nur drei Ausnahmen in feinen 
Bi, Mords und Wefteden flatt; nämlich das Gebilde des 
atern Nilthales, das Vergland der Berbern nebſt Barca 
nd das untere Senegal: Gambialand. j 

Durch den culturreigen Xhalboden, im engen, untern 
aufe, dur die Plateaubildung ber niedrigen Kt (im 
1 Magreb wie in Spanien), und dur die Binnenſchiff⸗ 
Sie mehrerer natürlich zufammenhängender, durch die oces 
uiſche Ebbe und Fluth gefleigerter Flußgebiete (der inland 
avigation der Engländer), entfernen N diefe am meht⸗ 
en von der Afrikaniſchen Grundform, und fcpließen fig 
mt dem durch fie Bedingten, bem Aflatifcpen und Euros 
Bifchen Character näher an. 

voch iſt auch in ihrem verjüngten Maaßſtabe Über 
mmpt, fo wie insbefondere im engern Niltfal, bas nur 
gen ein mittelländifches Meer fich Effnet, im niedern Pla= 
au und den wenigen, Saum ſchneehohen Atlargipfeln, im 
rafferärmern Gambialande, das noch immer einem Benga⸗ 

en und Ginefifchen Sunderbunde zu vergleichen 'R 

t gu verkennen, daß fie dennoch ber einförmigern, mwafs 
wärmern, gefehloffenern, alles minder indiwidualificenden, 
ſrikaniſchen Veſte angehften. 

Und erleuchtet, erwärmt nicht felbft die Gonne in ih⸗ 
mm Gpirallaufe, bie Mord: wie die Güdfpige dieſes Erds 

ie, wie in feinem ber übrigen, auf die gleichförmigfte 

fe, in dem ſonſt überall wechfelnden Kreife des Jahres, 
fie von ber breiten Mitte biefes Erdtheiles nie ſich 


et. 

Betrachten wir nun bie Form bes Plattlanden im 
dorden won Afcita, fo fehen wir, daß fie don bem beibew 
beunbformen bie überwiegende in ihrem Einfluffe auf bie 
ms bis jegt bekannte Afritanifcpe Natur und dort ei 
fepe Geſchichtsentwicklung if. 





958 Afrika, W. Abrheilung, 9 


Nie nur darum ift dieß etwa 
am nädften Hegt,. und felt ben d 
wurde, ſondern auch, weil fie tro 
am zugänglichften gezeigt hat. für di 
ter den Einbeimifhen wie mit dem | 

Das flache Land verdient daher 
dere Aufmerkfamteit, 

Der natürliden Befhaffenheit ı 
dei Oberflägen an; bie ber pflanzen! 
Müften, und bie ber weitgedehnten 
und Strauchbededung. 

Inn diefe, die Steppen, und zwi 
liche, welde der große Nigerftrom & 
nerfeits vom Süden herwärts, dem 
das Hochland Herab, in großer zum 
ter Weite, bis gegen den ı5tem ı 
beeite; ambrerfeits in die nördlicher 
ledulgerids, das Bergland vom groß 
geringerer Erfiredung gegen den Sü 

Bwifcgen bdiefen beiden grünend 
ausgebogenen Uferrändern, die ſich 
durch die ganze Breite bes Eontine 
waflerarme und vegetationsleere Obe 
Sandocean ber Erde. 

Au feinen Küſten umber be 
nadte Rlippenreiben, fein furdptbare 
nur alkin mit dem Echiffe der Wi 
Bonn, aber auch nur darum, weil e 
in Reiben, Grnppen und fporadifh 
und gränender Infeln, Dafen mit P 
quellen, im Gandmeere zu neuen M 
—8T und der WVölkerthätigkeit 

tenfchen und Thiere doppelter Spar 
und gefahrvollen Irtfahrten find. 

Rund um dieſen Sandocean I 
minder breiter Saum von frudtbar 
wieder bas Meer umtreifet, und au 
Rultue Ihren Boden finden kann, 
Duncten völlig verfagt ſcheint. 

In wiefern fi aber bie gegen 
Plattlandes immer dichter zufammen 
in den mehr bergigen Landſchaften B 
an bas sbere Nilftufenland, oder an 
— een mag, bas u 
ern auf diefem fo ſchwer zugänglid 
fand ber Forſchung, über den wir & 
ben Binnen, 


Ueherbli, große Wüfe, Eingänge 59 


Ueberſchauen wir num das Ganze in feinem Zuſammen- 
umge, fo ergiebt fidh uns, wie von der, bie ganze Aftitanis 
de Ratur aracterifitenden Ginffemiktet, Biete nun 
if alles übergeht, was mit ihre im Merbindung fleht, um! 
te fie ſich als Familienäpnlichkeit au in dein einzelnen 
Benfchen, in dem Volk, den Völkern, Gtaaten, und im 
= Gefihte des ganzen Erdtheils fpiegelt, melde ein 
sechgebender Familienzug zu einem großen, Icbendig fig 
ıewidelnden Ganzen .verfnüpft, das durch die Erbnatur 
ze am eigenthämlichien gebunden, durch ben Erdathem 
W eigenthümlicgfien belebt erfpeint. 

Doq bevor wir zu biefen allgemeinen Mefultaten Über 
Yen, Haben wir erſt das Einzelne des Tieflandes in feinen 
erfwärdigften Differenzen ſeibſt näher Eennen zu lernen. 
md diefes genau zu verfolgen, find wir um deſto mehr aufs 
fordert, weil wir damit zugleich ben Typus aller vermands 
w Gebilde der Grboberfiäihe mit betrachten, wodurch die 
wffcpläffe über alle diefen analoge Erſcheinungen und Eins 
irkungen gegeben find. 


Erſter Abſqanitt. 
Sahara, die große Wuͤſte; oͤſtliche Halbe. 


5 34. 

Die im Vorigen allgewein ange bene Lage, der, vom 
eife fogenannten, großen ® {ir vonMorbafrita, 

je in der That die größte und furdptbarfte der Erde if, 
ril ſie unter dem lothtechten Stiahle der Sonne liegt, 
an in ihren äußerflen Breiten, zwiſchen bem ı5ten bie 
Grad im Norden bes Aequators beflimme werben. 
nimmt hie und da mit Benigen Unterbrechungen, wohl 
me wirkliche Breite von 200 und mehr geogr. Meilen ein, 
WvonDd. nach W., wohl;bie und ba, noch größere Längen. 
och ift ide Inhalt noch zu wenig erforfcht, um überall in 
mauere Berechnungen dieſer Art nach Zahlen einzugehen. 
we fo viel müffen wir nach unfern jegigen Erfahrungen 
von zugeben, baß bie kleinere, äftliche Hälfte derfelben, weit 
imfiger von infelartigen, waflerhaltigen, fruchtbaren, ſelbſt 
m Steppen unterbrochen ift, als die weftliche größere 

je, welde ein wahres Flugfand: Meer bildet, und den 
wbatifhen Namen „Sahara bela ma‘'*), d. 5. bie Wäße 
we Wafler, vollkommen verdient, den bie Araber ihr geben, 





Lucas in d. Proceedings ‚of the Associat. for pramei 
a Allen Dad ae aan Fremeilag 


rn 





960 Afrika, Tiefland. 


wenn bie Seele von dem Grau 
es ein Wunder, wenn bie Erd 
legte Kenntniß von dem Afril 
Sudan, zu dem bie Wäften bi 
wöhnlichen, neugierigen oder 
dankt, fondern dem großen U 
biefem Bwede eingerichteten Bei 
fane Kräfte ſcheinen nur alleiı 
Wordtingen in einer Region de 
deu zu geben, in welcher das 
verſchwindet, wo ber Menfch fe 
divibuum weniger Derefhaft ül 
die Völker mehr den Character 
tifchen Natur tragen, und wo f 
Europäer, der fi allen Ränder 
nicht im Stande feyn würde, 
als Einzelner vorzudringen. | 
und neueften (feit 1788) Zeiteı 
in das Binnenland vorımdringe 
Anmerkung ı. Wüfenn 
Der ältefte Name für beiderlei 
Afrika, it, da den Alten, fowoßl 
‚Herobotus bas ganze Land im 
das müttelländifhe Libyen *) (neue 
hin. Er befcreibt es fehr beftimn 
arm, ohne Regen und als ein Lan 
nennt er den nädften Theil, der a 
bie Sandregton, Ihredtih, waffer! 
Durch die Römer **) wircde 
Migerfteppe, Nigritia, unterſchi 
Afrita von Aethiopien trennte, un 
ropäer. B 
Bon ben Arabern wurde ber ı 
don ber Rilfeite, wie von bem & 
feinen Küften Bennen Ternten, das u 
niät die Wüfte Sahara) genannt, 
er, jegt allgemein angenommmener 
ri; "Araba in Eehaama berfkam 
blieb doch biefer für das. Afiatifd 
zeichnend/ fo wie ber Xusbrud Be 
bee verbrehte Name ihrer Bewohn⸗ 
nen, Söhne ber Müfte, 
ben fo wurden aus dem für 
(Bahara, Ssahhra, Sarra, Sahaı 
Sahparacin (Saracınen) +}) 8 





*) Herodot IV. c, 185. II. c.32. 
"**) Edrisii Africa ed, Harım 
Mittel-Xfien, I.%h. p. 327. Cı 
car. prof, p-XXIY, 41) Langl 


Große Wüfte, Namen, 961 


gen eben biefelben Heut zu Tage auch Maggrebin (Muggres 
a) bie wandernden Gtämme des Weflandes heißen. Kaugles 
i£et aracen (Charäqyn) aud von chargy (orientalis) ab, fo 
5 es ein Appellativ Heinen wuͤrde wie Kaghrebi. Sahara 
tfasma, bie wafferlofe Wuͤſte Sahara-ul:asti, bie voll 
mwimene Wüfe, wurden nur Gteigerungen des Begriffs, indeß 
azelne Diftricte ihre beſondere Bezeichnungen erhielten. 


Der Griechifhe Name Liby& (Anden) iſt im Arabiſchen in 
ebeta, Lewata *) im Often von Hugila bis zum Rilthal ger 
uchlich geblieben; Vie weftlichfie Wüfte gegen ben Atlantifhen 
Sean nennt fon Edriſi mit einem eigenen Ramen Lamtuna 
ssertun? ; Leo und bie fpätern nennen fie wie die Portugiefen 
m Wenegal, naͤmlich Sanhaga (Zanhaga, vermutblid nad) ih: 
m Bewohnern) **). Jedt ift für ſie Sa hel (Sabeel) d.h. weite 
de, der fehr allgemein bejeichnende Audtrut. So heißt fie da, 
r ber mrordarene “") im &.D. ber Marollanifhen Provinz 
mfe, fo in der Mitte, wo Walat (Bualat, Ei Waladia) liegt; 
da wo bie Gummimälder bes Genegal, und an der @üdgrenze 
2 die NRigerfteppe, wo biefer Ausbrud von M. Park darum, 
Jackſon zeige, fälfhlih für die Wezeihnung des Rordlandes 
halten wurde, ba er überhaupt nur fo viel als weite Gandflähe 
Heiner. 
Rach ber Art des Bodens, find ebenfalls bie Benennun« 
PA Müften verfcpieben, wie ſich bieß wegen ber Sigtigkeit 
fee Eigenfchaft für den Ginmwohner und den Fremden leicht bes 
fen läßt. Gtreden, bie mit groben Kies, Kiefeln und Ge— 
en (pedregulhe m-ndo em modo de grosa arca) **) 
Wedt find, werden im engern Sinne Sahar}) genannt; bie 
#8 eintörnigem, vblig vegetationsleeren (area menda bei De 
karro8) Lofen, tiefen Blugfande bebecktten, heißen im engern Sinne 
apdel oder Sehel; diejenigen, welche noch trodne Graͤſer und 
Auter tragen, Az s ar (azagar bei De Barros); die völlig trod: 
= und unfruhtdaren Xyaoab; bie wo gemäßigtere Luft herrfcht, 
® ie +}). Jeſfr, Sazr, fol ein eigner Name ber Wüfte, 
"22 wahrfheinliher eine Aplürzung von Gezira, Infel, Dafe, 
Ke, feyn. Die nadten, klippigen, felfigen, zeiriffenen Hügel: 
‚Men, nannte man auf den Garavanenftraßen, bie Hornemann 
Thgog, Harutfd, (richtiger Harudſch, Harudie, nah Langles, 
weufde +++) nad Jadfon, weil bie Araber bas harte tſch nicht 
izaen). Jagſon verfihert, bad damit, überhaupt genommen, 
@_Hippigen Bläden Afritas bezeichnet werden +++), welche mit 
“faltgeftein bebedt find, «is fo viel Werkzeihen früherer Cube. 


— 


=) Leo Afric. 6. Lorsbad) p- 472. ) Edrisii Africa. ed. 
Hartmann. Sect. Il. p. 8 und De Barros Asia Dec. I. 
L. *) Jackson Acconnt_of Marocco. 
'*) De Barzos Asia Dec. ILL. 3. 
Marmol Africa 6ol- 














Langles. p. 81. Beaufoy in ben Pro- 
eeedings ch, 6. +ttt) Jackson Account, p. 46 u. ı51. 
us Lil] 





962 Afrika, Tiefland. J. A 


zenolutionen, beren Spuren niht nur 
au in andern Theilen Norbafrilas an 


Anmert. 2. Der Name Sup 
ber Wüften- ift feit Bafui*) und Abı 
nicht), unter allen Afritanern and Ori 
bad Land der Schwarzen, ganz dem N 
hend, im Gebraude. Die Bewohner 
heut zu Tage fo, wie bie Aegppter u 
zotfo. Die Dftafritaner, zumal die 3 
zorjügtid) diejenigen Schwarzen und d 
am nädhften liegt ; in Dar: Zur wird « 
zur Bezeichnung bes Weftens. 


Abulfeba gebraucht et beſtimmt zur 
im Süden ber großen Wüfte. Er nenn 
Sand Suban, und ihm ift es gleichbebı 
engern Ginne wird nad Ass Cherif 
auch ber Sultan des Binnenlandes Kaſch 
&ultan von Suban genannt, babingeı 
felbft das ganze Land, weldes bem Si 
gritien der Römer entfpriht, Aafnu 
nod auf Bas Bübufer bes Niger bi 
Asna "**), wie in der Englifhen, nid 
fhen Ahtgabe don Hornemann ftehrs | 
DM. Park einem einzelnen ber Maurenft 
beilegt, Iafnoo, wohl eine weitere Bel 


Aber nicht bloß ein fo weites kand 
haracteriftifhen Worte, weldes für Afı 
ans Europäer ben Occibent und Orient, 
Dtt von Aegypten (Monfalouth), bei 
vane in das Land fritt, wir das The 
dan, Ber-es-Sudan genannt; fo? 
Dar: Zur, ben biefe Garanane betritt, 
den Ort Zuilap (zu feiner Zeit-bie S 
Dezzan: ben Eingang von Sudan. 


Jacuti nennt es Zavila al Sudan, 
wird der Marokkanifche Hafen Agabir 
än weldem alle Waaren und Gefhäfte, 
WBinmenland liefert, und der fo redt am 
tavanenftraßen nah befjen Innern lieg 
Diefer gemeinfame Name an allen Gren 
ehr als taufend Meilen muß doch wol 
bes Ganzen beruhen, und kann nit bl« 





*) Edrisi Afr, ed, Hirtmann pet 
pref. XXIV.  *#) Rennell Apf 
trav. p. XC. Proceedings T.I, p 
Voy. ed. Langlos, T. I. p. 471. 
+) Harımann nota ad Edrisian, 
+ Jackson Account, 





Große Wuͤſte, Eingänge, 963 


Erſtes Kapitel. 
O ſtkuͤſte des Sandoceans. 


Rahdem mir fo im allgemeinen uns mit dem Umfang, 
jebräuchligen Benennungen, und ben Pforten oder 
ingen zu bdiefem mittelländifchen Libyen, befannter ges 
t haben, wollen wir nun, we mir belehrende Wegwei⸗ 
inden, eeft am Monde der Wüſten umberwandern, dann 
vielgereifeten Arabern in ihren WBerichten, durch die 
ten ber Wüften folgen. So werden wir uns vom ber 
ir dieſer gewaltigen Flächen, im Umfange von wenig: 
bald Europa, von mehr denn 50000 Quadratmeilen 
alt, die man in ihrem Zufammenhange füglich ben San d⸗ 
ın, ihren Xheilen nah Gandmeere nennen könnte, 
immer mehr und mehr richtige Anſicht erwerben, um 
von biefer Form zu begreifen, auf melde Stelle in 
Beihe der Wildungen Überhaupt, fie in Beziehung anf 
Exdenrund und deſſen Bewohner geflellt ward. 


Euterung 1. Die Eingänge von Aegypten gu 
N großen —RB — 


LT. Bon Kairo zum Thal der Natronſeen. 
nordoſtlichſte Winkel der Libyſchen Sandwüſte beginnt 
halb zroeier Tagereiſen *) von Kairo, bas befanntli 
ver Spite des Delta oder an der Siromſcheidung des 
v erbaut ift. Won dem Nilthal weſtwärts bis zum Thal 
Natronfeen, liegt ein 6 geogr. Meilen (30 milen) breis 
niedriges Plateau **), das wir ſchon oben näher ken⸗ 
gelernt; bei den flachen Matronfeen felbft befindet man 
an dem Gingange ber Libyſchen Wüfe. 
Gegen Weft *** feine diefer, lang und ſchmal zwis 
r Kalkklippen fich hinziehende Kelsgrund, mit dem ſchil⸗ 
1.Xhal von — drei Tagereiſen im Weſt vom 
in Verbindung zu ſtehen, welches weiter nah Weſt in 
Belegrund Mogarrah bei Biljoradek einftößt, und zu der 
ormemann bereifeten Nordküſte des Santoceans gehör: 
jegen Süd ıft auch das Thal von Fayoume, durch ei 
des Plateau vom Nilthal getrennt; am Weſtende diefes 
5 befindet man ſich am Eingange in bie Libyſche Wäßet), 
on oben bie Rede war. 





Hornemann Voy. ed. Langles. I. P.7. _**) Andreossy 
Mem. sur la Vallöe dos Lacs do Natron in den Mem, sur 
T’Egypte. I, p.224. ***) Rennell z.Hornemann Voy. ed, 
Lasdles L p. 305, 206 1) ir Lucas U. 306. 
va 





964 Afrifa, Tiefland, 


Gegen Norden fegt dieſen 
bis zum mittelländifchen Meen 
Welt von Alerandrien über be 
Strede lang felfig ift, bis mc 
Baraton (Paraetgnium) I 
ber Wüſte trifft, der bier am 
grün bewachfen ift, doch muır 
sen, und durch einige Thitre 
Shilbkröten und Springhafer 
und Strauße belebt if. 

9 Bon Dberägpptei 
Dafe. Bon Affint **), dem 
bes Sudans von Oberäghpte 
Mordbreite) muß man den 
Egypt), ber fi als fenes fla 
Dberfläche, bis hierher berabji 
vom Nilthal die erfie Stunde 

in Heinen Märfhen auf 
Stürmen bewegten Fläche, 4 
vierten Zag, beim Jibel Ru 
Llippigen Bergwand von Kalkı 
Binab. Der Weg ift rauf un 
bar wie durch Kunft zugänglic 
Kameele oft in Gefahr zu flü 
geladen werden. Die Caravan 
um biefen fo befchmerlichen Pa 
Höhe muß alfo fehr gering fei 
gang aue Libyſchen üne a 

jesert) am Zuße der wöllig nc 
fi ausbreitet. So meit baı 
nichts als Felsklippen und S 
Ferne einzelne Gruppen von T 
tionen weit auseinander liegen 
mit Waflervorrarh, liegt 44 S 
Paſſes, und heißt Aine Dize 
nördligen Grenze der großen £ 


Erläuterung 2. Länger 
" Dafenfeite am Oftra 
Norden naı 


Eine Tagereife weftwärts ı 
Die erfte Waflerquele, und in 
fi weiter nah N. wie nah € 
eine Reihe ifolirter Waflerorte 





*) Browne trav, p. 15. **) Bro 
***) Poncer Relation in den L 


Große und Heine Dafe. 0.968 


ſtreichenden Klippenzügen, welche wis mit Ideler zum 
biede ber “andern die Aegyptiſche Dafenkette 
wollen. , 
iefe rund um ihr Centrum, das fie belebt, bebauten 
rölterten Stellen, bilden die merkwürdige, ben Kos 
tfeen ähnliche Reihe von Korallenoafen *) an 
küſte der Wüfle bin, welche man in bie nördliche 
liche, oder in die kleine und große fich getheile 
Abwohl fie in der Natur nur einen und benfelben 
1g, parallel mit dem Nilfteom gegen bas Mittelmeer 
nd bilden. - 


se nörblide und füblide Dofe, EI Wag 
vnd El Kibli 


e füdliche ober große Dafe, EI Kiblki oder 
eh, liegt überall 19 bis zo geogr. Meilen von Gaib 
e nördliche oder kleine, unter dem Namen EI 
ekannt (EI Wahat im Plur.) liegt ı9 im W. vom 
08 oder Behnefe, ober drei (nad andern fünf) 
fen von Fayoumé °*). 
e Breite diefee Dafen iſt fo gering, daß keiner ber 
and neuern Berichterflatter, es für werth gehalten 
anzugeben. Ihre Längenerſtreckung geht vom adſten 
en Grad Nordbreite oder vom Parallel von u 
‚, bis gu dem von Thebä, nah den Alten ). 
en Meuern aber wohl noch weiter norbwärts bis 
fien, ſüdwärts bis gegen den sSflen Grab Nerd« 
ılfo an 45 geogr. Meilen von Norden nach Süden. 
e DBefchaffenheit der nördlichen Dafe war: früherhin 
etannt, weil Leine regelmäßige Garavanenflraße bins 
jt. Ihre nördlide Richtung geht zum Mörisfee 
a Thal von Bahr bela ma; ihre füblichfie bewohnte 
deren geogr. Breite uns indeß noch unbelannt ges 
ift, Fol 8 geogr. Meilen (40 miles) von dem Morbs 
er füdliden Dafe entfernt ſeyn 7). Diefe Dafe iſt 
durch Belzoni befucht worden. - u 
de find in dieſer Strecke durch eine Wüſte von eins 
trennt, 
fiheint, daß dieſe Dofe, nach Browne's Längenan« 
ı 35 Meilen, ungeachtet fie die kleine Oasıs parva 
doch wirklich von S. nah N. länger ausgeſtreckt 


ıwne trav. ed. Rennell Herod, G. b. Bredow p. 632. 
Rennell bei Hornemann ed. Langles 1. p. 213. 
Langles Memoire sur les Oases p. 355. Ideler, über 
Dafen ber Libyſchen Wüſte, in Zundgruben des Orients, 
IV. G. 393 bi6 432, +) Browne travels p. 158, 








966 Afrika, Tiefland. LU 


„U als die füblichere, welche gemäh 
magna, genannt wird; wahrſcheinii 
den Nachbarn dur die Garavanenft 
ibee ganze Länge lang hindurch fühn 
wird die nördliche aber wohl darum 
fie nur wenig Quellen hat. 

Die Arabifpen Geographen € 
machen keinen Unterfhied zwifchen 
ober zwifchen ber fogenannten klei 
der auch nicht in der Wirklichkeit ft 
auf dem etwas größern Verhältnig 
zaumes *"*) berubet, Diefer iſt 14! 
ler rt) mit Pocock und Diympiodor 
ſche Meilen, da bie größte Entfer 
innerhalb der füdliden Dafe, nur 7 

Die füdlihe Dafe +}) EL $ 
©. as geogr. Meilen lang; diefe U 
fünf Heimen Zagereifen zurüd, ind 
zu Station-geht, deren jede don d 
unterbrochen if. So reifete Bron 
savane in ihrer ‚ganzen Länge bene 
Dige, 8 Stunden lang burh Mü 
ElCHarje unter a6 Gr. 25 Min. 
von da durch 6 Stunden Wüſte bis 
ben dritten und vierten, von da ame 
den dur Wüſte bis Beiris, und 
Stunden durd Wüfte bis Mugbe 
und MWafferort der Dafe unter ai 
Eine minder ungünſtige Nachricht 
ber fie 1698 befuchte, Aus dem 9 
fuhr Seegen +7), daß bei ELCH 
tertblimer und einer Stadt liegen fı 
Mord ein Kafe oder palaftähnliches 
Ellen hoch, aus ungeheuer großen | 
Kammern, Figuren und Sufcheifi 
Auch befinden fid andere ſoſche Get 

Don der nördliben Dafe El W 
El: Duäh bei Martin), erhalten w 
hunderte, feit Ebn Haukal und & 
Martins +rtr), Erkundigungen in 
nis dortigen Beſuch folgende neu 





*) Rennell f. Hornemann ed. Lang 
ed. Harım. p. 18. _***) Renn 
) Beler d.a. D. ©. 416. 
"F}) Monatl, Gorcefp, Bd. XIX. | 
tin Deser, de l'Eg. Et. Mod, Li 





Große und Pleine Dafe. | 967 


tin liegt fie 34 Zagereifen im S. W. von Mebine ber 
ptſtadt am Mörisfee, bat mehrere warme und kalte 
Um und 4 Ortſchaften jede mit 150 bis 200 Einwoh⸗ 
‚ die von Dattelpflanzungen leben, auch Reif, Durs 
Geigen, Bananen, Orangen bauen. Durch die Araber 
y aus Bahireh, transporsirem fie ihre Probucte und 
den dafür Zeuge, Eifen, Korn ein. Das Clima iſt dort 
fund, ihnen fehlen größere DHeerden. Der Weg dahin 
von Medine aus dem Kayoume an dem ©aräßfee vor⸗ 
‚ und dann an den zwei Brummen Rayan el Kabyr 
el Sogheyr Hin an welchen ein ähnlicher Tempel 
wie bei Kasr Kerun am Mörisfee; von ba find noch 
2 S. W. 04 Tagereiſen durch vegetations: und waflere 
Wüften zurückzulegen. 
Belzgoni*) war fo glücklich die Dafe El Wah fſelbſt 
nterfuhen. Er brauchte von Benyfouef 64 Tage⸗ 
a um fle gu erreichen, auf einem uns bisher unbelanns 
Wege, der ihn im Süden von Fayoum, gleich am ers 
Rage, über Raweje:XToton, die Ruinen einer ſehr 
ı Aegpptifchen Stade führte, wo die Kalkſteinquadern 
Aegyptiſche Figuren und Bierogipphen fi zeigten ;nur 
Stunde von ba liegt ber Drt Talet-el-Hagar, 
her aus jenen Trimmern aufgebaut erfcheint, mit Säu⸗ 
und Granitrefien. Am Abend wurde in einem Det, 
Rharrak, Halt gemacht, wo Quellen waren und Korn, 
rah und Klee gebaut wurde. Diefer bisher unbefannte 
ang in die Wüfte gegen W. iſt vom Eopsum ganz ges 
ven, aber noch von einem Arme bes Bahr Youfef bes 
xt. 
Die zweite Tagereife führte in bie Wüſte, an eine hohe 
er, die gleich einer Stabtmauer mit Mauerreften in 
Mitte unter Sand begraben lag, und außen herum 
teodne Baumſtämme und Meben fliehen Bitte, die 
Keim Berühren wie in Aſche zerfielen (Y). Das Dorf 
ren Kelsklippen hieß dort auch Kharral,. Auf dee 
m Zagereife führte der Weg zwiſchen hohen Felſen am 
> nach Rejen-el-Caſſar““), wo einſtige Ackerfelder 
Reine Stunde ins Gevierte mit Sande Überdedt find. 
? Machgraben finden fid Quellen in Menge; aber das 
er ift beatifh, Datteln und Mimoſen wachſen bort in 
ge; auch liegen die Trümmer eines Aegyptiſchen Tem⸗ 
dort. Bier traf alfo Belzoni in die von Martin an⸗ 
te Straße nah EI Wah ein. 
Die vierte Zagereife führte aus dieſer kleinen Dafens 
von El Caſſar über eine große und hohe Sandbank, 





Belzoni Voy. Tom. II. p. 164# **) Ebend. ©. 173. 





968 Afrika, Flachlaud. 1.9 


in eine weite mit Kiefeln überfireut 
niedere Anhöhen gerheilt eine Men; 
parallelogramme Erhöhungen zeigte, 
haufen gebildet und mit Erde, wi 
waren, Es waren ihrer an 30 und 
um au hundert Todie gu beherberge 
ns Angabe hier gewiß am 3000 $ 
Nah der Ausfage der Bebuinen f 
Entfernung noch eine große Menge 
ten fi ihren Reifenden dabinzuführ 
nicht die Erzählungen non Kambyſe 
zeten Kriegsbeere bis auf die neuer 
Goravanenzfige ein. Kembyſes fehid 
Theben aus (50006 Mann), um db 
Ammon zu zerflöcen 5 nah 7 Zaı 
Stadt Dafisi(mohl keine andere 
Ben Dafe, welches fo ziemlich in bei 
nad. der Ammoniſchen Dafe liegt), 
fogt Herobot, war von Gamiern < 
Stamme bewohnt, und die Gegen 
feln ber Glüdfeligen (Mexigu 
follen fie_ auf haldem Wege zur «An 
einen Südwind mit Sande begrabe 
ſtimmt der Rage nach höchſt mertwü 
Reichenfelbern. 

Die fünfte Zagereife führte Br 
zontale, mit dunfelfarbigen Kiefeln 
bis am Abend fib ein trednes 5 
mn) ) zeigte, deffen Grund gang c 
und Steine lag, und dazwiſchen Sp 
and manderlei Reſte von einem ei 
Wofferftandes, wie 3. B., daß aller 
fes Niveau’s, weit hellfarbiger ſch 
meinen ſich zeigte, fo. daß diefem 
auch die Infelechebung entſprach 
Bahr : bela: ma Ift vom ©. nah N. 
Verlängerung wirklich bis gu ben N 
bie Araber verficherten, doch 2 bis 
des Mörisfees zu liegen fommen. 
neten Flußbette fand Belzoni verſte 
felfteine mit häufig eingefchloffenen 

Die fiebente Zagereife führte fı 
und Sanbbänten vorüber, Mittagı 
von biefem fahe man den Felfen der | 


*) Herodot II. 26. vergl, Sheler a. 
zoni Voy. II, p. 477% 





Große und Pleine Dafe. 969 


en Reiſenden zwei Krähen wie Boten entgegengezogen, 
He mon dort als die Anzeichen bes Quellwaſſers betrachtet 
Corvi waren es, bie Aleranber zur Daſe des Jupiter Am: , 
won führten, complures corvi agmini occurrunt *), unb 
sorvi nannten die Araber die Aftikaner; vergl. Schultens 
Mästor, Joctanidar. P 128; Salt Trav. p, 4595 Vincent 
Viser. Not: p. 7. T.I, in Peripl. Ex. Götting. Bibl.).. 
Mittags war die Dafe EL Wah, auh El Caſſar genannt, 
wreicht, die offenbar als ein Theil zur kleinen Dafts 
Bir. Sie ift ein Thal von Felſen eingefchloflen, etwas . 
ber 6 Stunden lang und 14 Stunden breit, deſſen Wek: 
eite jedoch nur cultivirt iſt und ſchattige Palmenhaine 
ſeigt, obgleich es einſt Überall wohl angebaut geweſen zu 
eyn ſcheint. Thonboden, Anhöhen mir Gebüfch, Quellen, 
Dattelmald mwechfelten ab, bis am Abend das Dorf Zabu 
wseicht ward, an einem Bach wo Reisfelder, Pflanzungen 
son Dattelpalmen, Aprikofen, Feigen, Mandeln, Pflaumen 
and Meben fiehen. Die Einwohner des Drts waren zwei⸗ 
felßaft, ob fie den Fremden aufnehmen follten; aber Bel: 
ni delidte ihnen die Hände nach ihrer Begräßungeweife, 
gagte nach den Sheikhs, breitete fchöne Teppiche vor ihnen 
zus, machte den freigebigen Wirth, ſchenkte Kaffee Gerum, 
ber Bier ſeltne Delicatefle it, theilte Tabak aus und ges 
waun die Meinung ber Zweifelnden für fih. Das ganie 
Dorf, im Halbkreis umher verfammelt, fagte zwar, bei ibs 
nen ſey gar nichte Merkwürdiges zu ſehen, wohl aber in der 
andern Dnfe, welche 4 Tagereifen gegen S. W. liege (uns 
zeitig Siwa, welches fie ebenfalls mit dem Geſamtnamen 
doc) nannten). 

m folgenden Tage °*) fahe fi$ Beltoni bei ihnen 
nm; den mißtrauifchen Bewohnern, welche meinten er fuche 
wach Bold, verfprach er dieß abzuliefern, wenn er es finde. 
Dur einen Dattelwalb trat er in eine offene Kläche mit 
einer Salztrufte wie mit Schnee überzogen. Dazwiſchen 
Rofien füße Mafferbähe; bier lag einft eine alte Stadt, 
und in der Nähe waren Felshöhlen den Aegyptiſchen Catas 
comben ähnli. Sollte dieß die Stade Behneſe ſeyn, von 
welcher Ebrifi und Abulfeda ***) fagten, daß fie eine Stadt 
in El Wahat fey? Weiterhin flanden Ruinen eines alten 
Bebäudes aus getrodneten Backſteinen, und bie benachbar⸗ 
gen, A Grottenwerle nannte man die Wohnung 
Des Teufels. Belzoni fand darin einige Sarcophage von 
Thon mit Dedeln, darauf Menfchengefichter von Weibern 





*) Q. Curtius Ruf. Hist. Alex. M. 1. IV, VII. €. ı 
2) Belzoni Voy. II. p.ı90. ***) Abulf. Aegypmus p. t 
Edris, p. 106. nnoch 5* a. a. O. ©. 415. 





970 Afrifa, Tiefland, 


und XThieren abgebildet waren 
Bei dem Dorf Babu liege ein 
in 04 Stunden ſchwarz fürbe, 
Dafe gekleidet geben, die. Shei 
weiße Tracht haben. 

Dattelpflanzungem find be 
Dofenbersodner, weiche dafür il 
Büffel, Kühe, Ziegen und Sc 
fehe untoiflende Mobammebaneı 

jepiancaravane bier durch. 

Einwohner des benachbarten Z 
Stunden entiernt auf ber A 
liegt. In einer geringen Entfi 
mitten im Sande die Ruine « 
rohen Badfleinen, auf denen G 
und feine halbe Stunde weit 
Ruinen einer andern Stadt; h 
Eultur. 

Belzoni überſtieg an eiı 
Felsrüden, von deſſen Höhe 
Ausfiht auf das Dorf El Eaf 
Dalmmwalde liegt, der von Eul 
Annäherung der Fremden mid 
Unglüd fürdtend; aber aneine 
Belzoni zur Mitte des Ma 
Zhor. Der Kaffe gewann alleı 
des Dorfs ſtehn die Ruinen 
wie es fiheint auf der Bafıs e 
Tempels errichtet. Der Vater 
nen Silberfhag an Dollars in 
darum wollte biefer niemand zu 
fid der alte Geizhals den Fren 
bert Schritt Hinzuführen. Der 
lang, dein: nur aus Trümme 
alten Gebäudes aufgeführt zu 
Ort eimahm. Die Beobachtu 
aus ber Ferne und kaum mit | 
aber bald auch als magiſches 
Um das Dorf El Eaffar lagı 
bis 4 unterirdifchen Kammern 
phagen aus Thon, mit Mumten 
fHlechter Arbeit, auch die Mu 
widelt und ohne Asphalt. 
Quelle *), die heiß und kalt fer 
in einem Palmhain liegt, 8 Zul 








*) Belzoni Voy. IL p. 217. 


Dar - Zur. . 971 


kleſe Hatte. Nach Gonnenuntergang fand Welsont diet 
Baffer warm, um Mitternacht ſchien es noch wärmer zu 
mn, ‚eben fo am Morgen vor Sonnenaufgang, Mittags 
ber tühler, fo, daß etwa folgendes nach er Schägung 
er Kemperaturmechfel wäre; Abends 60 Gr., Mitternachts 
00 Gr., Morgens 80 Gr., Mittags so Gt. Belzoni 
‚Slt:nun biefen irrig für den Gonnenbrumnen bes Herobor, 
iſo dieß @I Caſſar (nicht Siwah), für bie alte Ammonifche 
Dafe, auch pafle dieß fehr gut mit Aleramders 9 Tagereifen 
de er vom Tempel des Jupiter Ammon bis Alerandria ges 
zauchte, denn jede der beiden Dafen, fowohl Siwa als 
ieſes EI Caſſar lägen 9 Zagereifen von Alerandria entfernt. 
Bon bier nach dem mweillihen Siwa wollte kein Führer 
Belzoni geleiten; ex zog daher gegen ©. W. in eine kleinere 
daſe, El Hair‘), die unftreitig eine Forıfegung derfelben 
Jasis parva ift, aber diefem Namen nach unbetannt, zwei 
karte Tagereifen entfernt legt, aber menſchenleer zu feyn 
bien, obwohl dort fehr viel Datteln, Apfelwälder, Ruinen 
iner einen Stadt, ein Bad, Mömermauern u. f. w. die 
rühere Gultur bezeichneten. DBelzoni fand m. die gut 
shalsenen Ruinen einer Griedifhen Kirche im Kreug ges 
aut vor, mit den Stellen für 2 Alräre, mehrere Hallen 
imber, und in der Nähe die Ruinen eines Koptifchen 
Rlofters; der Name iſt unbefannt. Am näherer Unterfur 
hung Binderte ein Ueberfall_ von Bebuinenräubern, dem 
lzoni glüdlih nach El Caffar entfloh, und von da zum 
Ril zurhdeilte, 


Von der großen Dafe durch Dar: Zur bis Ril. 


Bon Mugheß oder Megges **), der Suͤdgrenze der gro: 
len Dafe, reifet man immer gegen Süd mit geringer weſt⸗ 
icher Abweihung bis zur nördlichfien Wafferflelle des Lan: 
ns Zur, welche Walde beißt. 

Die legten 15 Tage auf biefer Tour zieht bie Cara: 
ane von der Salzs und Natronquelle bei Bir el Malha 
wech eine ununterbrochene Wüſte ohne alle Waſſer. Den 
wößten XThell ***) diefer Strede, zur Seite der Straße, 
sehen eine oder mehrere niebrige Klippenreifen, vom N. 
ah ©. (a ridge of hills or rocks not memorable for 
ts ieh), melde ſüdwärts von Dar: Zur und Cobbe, 
po fie Tega und Wanna heißen, bis Ril}) unter den Pa: 
‚alleltreis von Gennaar reichen, mo fi an ihrer Seite no 
in nie verfiegender Zlachfee anfammelt, mı Wagereifen im 
Be vom Bahr el Abiad. 








" 2) Belzoni Voy. IE. Be. 20 Brown m po aan. 00) Eben · 
def. ©. 234. +) Browne tr. Appendix p. 45ı. ü. 





972 Afrifa, Tiefland: JI. A 


Diefer Klippenzug ift völlig nad 
(0 weit Browne ihn verfolgte, weni 
von 60 geogr. Meilen ein; er liegt 
dian wie bie Weflgrenje bes Nilmal 
Er hat überall diefelde Naturbefchafl 
tommen parallel mit ber Nordtich 
der Sennoarterraffe und ber im Mi 
in der Breite der Nubifhen Stufe 
her der Mil feinen Bogenlauf nad 
diefer Rlippentug weniger cdharacteri 
ſeden; vielleicht fogar zum Theil das 
ſeibſt au bilden, 

Diefer Klippenzug, welder au 
Ausdehnung von beinahe 17 Breiten, 
Meilen) gegen N. bin bis zum M 
weiter zur Meereeküfte bis Klein: 
werden kann, muß bier als die natü 
Sen Sandoceans angefehen werden 
mwahrfcheinlih aus mehren parallell 
beftehende, bie und.da durch Seiten 
mehr und weniger zerriffene, völlig g 
geſehte Uferküfte, bie im DON das Ge 
grenzt, im Weſt dureh die kärgliche | 
und Quellen, die an ihrem Fuße fid 
tion anlehnt, zugleich die bildende 1 
ift_(insulae terrestres in arenoso ı 
als der zugänglichfle und mafferreichi 
Bein die Straße der Garavanenzk 
ben iſt. 


3 Dafe: Fu 


Auch bas Lan Fur") (Dar 
Dafe, doch nicht in einem Korallengi 
rern beftehend, betrachtet werben, bie 
den Gruppe liegen. Im Oſt iſt fie ı 
und Wanna begrenzt, fonft ringeun 
fireden und Klippengügen. &ie ift 
aur eine Station der Garavanenjlg 
wandert von Dit zu Drt in ibr, ur 

Ange find gegen N.D. und M. geri 
itte; Sweini imMorben der Sar 
nach Aegnpten; Nilim S.D. der m 
bia drittehalb Tagereifen weit im M 





P Tudolf Commentar. Er ——— 
‚erod, Geogr, b. Bredow p. 632. 
235, 254, Pr a 





‚Große Wuͤſte, Libyſche Eingänge. 973 


Die Dafe Zur Hat keinen Fluß; nur Seen und Bäche 
Wadi), die ſich jedoch nur in ber naflen Jahrszeit (Has 
f genannt) erſt füllen. In ihrer Nähe finden fi die 
sen Brunnen, aber auch die entferntern braucht man 
Ihe tief aufzugeaben. Sie halten mei trübes Waſſer, 
nd alle —8 gegen das Ende der trocknen Jahrszeit ab. 


Yann ift Waſſersnoth ollgemein; bleibt dann auch der Re 
en aus, fo nehmen die Bewohner wohl ihre Zuflucht zu 
zaumzweigen, die fie in Dörfern gerkampfen und von be: 
m Brei fih zu nähren fuchen. 

Weiter gegen Süden können wir die Grenze bes are: 
en Sandoceans nicht verfolgen, denn 4-Wagereifen fübs 
Arte von Gobbe, sicht ber Weg zwar yoch durch fandigen, 
kan aber von Dar Marra an durch felfigen Boden, vier 
kage bin, bis zur erfien Terraſſe des Hochiandes der Fungi, 
ach Dar Rungare. Daß aber Dar» Zur noch nicht außer 
nid des großen Sanboceans liege, zeigt die Caravanenſtraße 
on Ril, weſtwärts gegen Wara *) in Bergu, wo man 9 
agereifen durch Sand unb Felsklippen sieben muß, bis 
Mebara, und dann noch 16 Tage auf gleiche Weile. 

Wir können alfo bie Dafengruppe der Furianer 
ber Dar: Eur ale an der füdäRlichften Küftenede des gros 
en Afrikaniſchen Sandoceans liegend, mit Recht betrachten. 


3weites Kapitel, 
Nordküſte des Sandoceank. 


$. 35 


Alle Kenntniß bes Binnenlandes gebt hier von dem 
aravanenıvege aus, der von den Grenzen Aegyhptens nach 
man führt; wir werden nur bie Hauptthatſachen angeben 
amen, weil uns der Raum zu ſehr beſchränkt, um bie 
epergegangenen Unterfuhungen des Gpeciellen mitzu⸗ 
eilen. 


eläuterung 1. Eingang vom Ofen Ger, ober. 
von den Natronfeen bis Siwah nah Hor— 
nemann. 


Dom engen Thal der Natronfeen und dem Bahr-⸗ bola⸗ 
ß sieht gerade vom D. nah W., 7 Tagereiſen weit bis 
mmeſoghir“) eine Bergkette von geringer Döße, eine 
'eile breit, ſteil abfallend gegen die ſüdliche Sandwäſte. 





) Browne tr, p. 465. **) Hornemann Voy, I. p. ı6, unb 
Rennell Appind, I. p. 301. nom! 





974 Afrika, Tefland. I, A 


Sie entlang, auf ihr: oder Fänge 
die Garavanen nach dem Weften, 
diefes Zuges "), dem Nilmall ãhnli⸗ 
welcher hier unfer Dauptwegwelfer | 
den Kuf aus Kaltſtein beftehenbd. 
platter Belsboden bis zur Küfte bes 
fort; ‚aus ihm tagen hie und ba Xal 
Südfaum diefes Klippeuzuges_wir 
Mogareah """), einer Urt Thal 
ftelen und Wafferorten, an benen 
no immer Waller gefunden werden 
wie für das damit zufammenhänger 
gie die große Mende verfteinerter | 
Iiberall vom dünnften Zweige -bis | 
und gangen Stämmen, mit beutl 
Rinde und Dolzfafer, von 30 bis a 
aerflceut, oder im’ ganzen Lagern bei 
vorfinden 7). 


Dem Wanderer ber Müfle erfd 
ein vom Meere verlaffener Sergrun 
Epneen der Zertrümmerung an ben 
pentüfte zurlidgeblieden, und die DE 
det in biefem die Reſte geſcheitertet 
ter Maſtbäume auf. 


Diefem Längenjuge ber Waffe: 
fehlen nur Palmenhaine und Bewol 
Korallenkette von Dafen zu machen 
liegenden analog. 


Er schließe fih gesen B., so t 
nadten, mehr durchtiſſenen Klippen, 
&imah, die berühmte Dafe des 
Die Caravanenftrage aber führt vor 
Siropum des Ptolemäus?), an il 
Grenjgebiete, erft noch dur eine 
Klippen +}). Wahrſcheinlich iſt dief 
nur der Tameele wegen nehmen mu 
aut eine Tatereiſe von Siwah abge 


*) Hadi Abdallah Ben mileitan in 
Hornemann I. p. 14, 2. **)Brı 
Mem. 6, Horiem. 11. p. 389. 
+) Horuemann Voy. I. p. 17. 4 
unk Proceedings I. p. 193. 





Große Wuͤſte, Libyfche Eingänge. 976 


Eingang vomMorben und Norboften der, von 
ee Oftgrenze Barka's, wie auch von ber Marcos 
8is bei Aleranbria, gegen Siwa. Nach den 

Berichten der Preugifchen Gelehrten. 


Rad ben vorläufig eingegangenen Berichten ber Preu⸗ 


r lehrten (f. oben 870) konnen wir hier zum 
veften der Erdkunde einige merkwürdige Thatſachen über zwei 
maerforfchte Wege zur Ammonifchen Dafe beifügen, deren eis 
er wohl bemjenigen nahe liegt, welchen Alexander“) ber 
roße von dee Marestis aus nahm, um auf die Bereiches 
ıngen binzumeifen, welche in kurzem hoffentlich umftänds 
Her und gründlicher als es jetzt bier noch möglich war, 
e Kunde biefer fo merkwürdigen Erdgegenden durch fens 
Yeusifchen Forfcher erhalten wird. 

Die Preußiſchen Gelehrten drangen von Aleranbria ges 
m Wet längs der Libyſchen Meerestüfte weiter als El 
iaraton bis wohin Bromne gelangte vor, bis auf einige 
unden von dem Teipolitaniſchen Gebiete der Dftgeenze 
m Dein, wo fie gegen viersehn Tage lang (etwa zwiſchen 
5 bis 44 Gr. O. L. von Ferroe ), in der Nähe einiger 
cunnen verweilten, um die Rückkehr der Boten von Derna 
ıuwaerten, welche Stadt für Caravanen noch 7 Kagereifen 
gen Welt entferne lag. She Lager zu Gaſſer Efchs 
bi am norböfllichen Eu bes Dſchibel Gebir, befand 
u wenige Stunten im S. vom Meere, mit guten Brun: 
en verfehen und einer Sarazenenvefle (Gaſſer ober Kaffe 
‚4. Caſftell) aus Quadern von Muſchelkalkſtein erbaut, 
elde noch auf keiner Karte verzeichnet iſt. Der Architect 
man, und Boldrini nahmen fie auf. Characteriftifch für 
e dortigen flachen, niedern Hügelriden "*) ift es, baß fie 
albkceife bilden, welche vom Meere ausgehen und fi cons 
nteifeh erweitern, als ob das einft höhere Meer, fi nach 
sb nach zurückgezogen hätte. Gegen W. bin, 4 Stunden 
m da entfernt, zeigte fich eine Bergkette, ober vielmehr 
e Abfalleiner Höheren Ebene, die fhon weiter ins 
ſt erblickte und bezeichnet war, als die Grenze zwifchen ber 
egupeifaen Herrfchaft und der Berberei. Sie liegt etwa 

tunden fübwärts vom Meere, und if, wie fih Dr. 
emprich durch eine Ercurfion dabin überzeugte, wirklich 
ir der Abfall der weſtlichen Hochebene, welche Bier 
pl Beine andere ale das oben befchriebene Plateau von 
arka feyn kann. Dieſe Brenzberge, fagt Liman, wurben 
ges el egoba genannt, vn dieſer Stelle liege bie 


) Curtius Rut, His, Alex. M, 1. IV. % 7. —* Liman 
Manuſcript. 











976 Afrika, Tiefland. 


Dafe Siwa fünf fehe fkarkı 
egen &.D. Die iſt alfo dei 
Ka cine Straße weitwärts vi 
von El Baraton (jegt Mate 
nahm. Mach Plinius war die 
Ammonium d.i. Simah 400 N 
Meilen. Aus der Ebene vo 
‚erfte niedrige Hügelreihe überfe 
D. verlauft *), dann eine zw 
om Abend des fehr flarken 
Ofſchibel Gebir exrfliegen, 
auf welcher nur kurze Nachtr 
dem Fuße des Bergs lag quen 
trefacten, auf der Höhe Schid 
man im Dunkel der Nacht ni 
Am gweiten Tage führte de 
das eiwa 300 Fuß erhabener 
rigen Tagemarfches ſich erhob, 
ame bie und da eine Lümmerli 
diefes Dfepibel Gebir zeigten fie 
bis ı2 Fuß hehe Spartien, ein 
gegen die bisherige Einförmigt 
Küftenrandes, Die ärmliche | 
machte fehon den Uebergang n 
viel Eigenthümliches; doch zei 
sogamen bie tiefer landein t 
vorfommen, und mit ihnen 
Kryptogamen fort, welche vor 
Alerandria fowohl als innerhi 
indeß die Individwenzapl 
bie vorherrfchende, was 
Flächen noch obenein einen D 
gab. Erſt an dem Felstande 
sin etwas veränderter Charact 
mit feinem Rande auf der Hö 
ten fi bie unb da fparfam ei 
Salicornia, und Nachmittags d 
welche au auf dem NRüdme 
fich einmal zeigte. Aber diefe 
nun au an bis Siwa. Mu 
waſt feheinende Wüfte doch pfl 
Erwartung. Zumal Parmelia 
ihre Menge ganzen Flächen e 
neue Urceolaria übergog alle, 
ſchichteten, rothbraunen Kiefi 





*) Ehrenberg und Hemprich Mi 


Große Wüfte, Eingänge - 977 


fig;_ ein Isidium (nov. Sp.) und Parmelia mi- 
m die häufigften Bewohner ber heißeſten Felſen, 
mag, —* Botaniker, ſelbſt die Libyſche Sahara 
fe war ). 
Dochebene des Dfchibel Gebir zeigte fih Häufig 
I bebedt, und auch ſchon am Morgen der zweiten 
‚egegneten die Meifenden zuweilen fpiegelglatten 
‚e in der Ferne taufend Buß breiten Wafferteichen 
abe gefehen aber aus glatter Thonerde wie ein 
Eftrich beftanden, in Millionen Riffen zu hera: 
itlicen gerfpalten, auf deren harter Obsıflähe ber 
t einen Eindrud machte. tiefe Stellen Liegen 
»as tiefer und feheinen zu Zeiten Waſſerſtellen zu 
: weiten Hochebenen waren fat ganz pflanzenlerr 
len durch Maffen von Hornfleingefchieben famarg, 
Karneolgefepieben weit und breit rothbraun ges 
— viele oft nur halb ausgebildete Verſteine⸗ 
zeigteu. 
n völligen Waſſermangels führten bie größten Eil⸗ 
uch die einfdrmigfte Wüftenei Über mehrere Uns 
a und einzelne tiefet liegende Ebenen, bis am 
Tage, erſt einige Stunden durch ebenes in un: 
id, das allmäplig abfteigend, längs einer, zwiſchen 
terraffenförmig abgeſchnittenen Bergen Binzichen: 
ucht, die in das Thal von Siwa führte. An die: 
ı Zage fahe man am Morgen erſt einzelne freiz 
Döben wie Koblenmeiler, oder bie horizontalen 
ikſteinſchichten übereinander gelegt und theils ver 
Pyramiden in abgeflumpfte einfeitige Kegel; von 
e Gegend an hügelig au werden. jegen Mittag 
d in dee Ferne Berge von felfamer Form bie ein 
‚belgefchrei ber Araber bemirkten, weil fie das Bei: 
nahen Dafe waren, In den Schluchten diefer 
be man viele Gräber der erſchlagenen Wanderer. 
'tag an 309 bie Caradane num immer abivärte, 
e und tiefe Schluchten zwiſchen natürlich terraf: 
‚gen hin, bie zum Abend nah Stwa. Beim Eine 
diefes Thal zeigten ſich ungeheuere Maflen fehr 
ılener Verfleinerungen **), Das ganze Gebirge 
iſt der füdliche Abfall wie ber des hohen Wuſten- 
gegen Norden gegen bie Meerestülle war, nur 
» gegen N. bei after Gfäräbie,, fanfter abfteige 
itterzer Äfb, diefee_gegen Siwa fehroff und man: 
:uppen bildend. Es ift ſchwer zu fagen, ob biefe 
jrmig auffleigenden, horizomtafgefigicpreten Maſſen, 


nberg und Hemprich Wferpt, **) Ebendaſelbſi. 
LTE 








975 Aſtika, Tiefland, 


Kaltſtein find ober Sandeı 
man Lagen die nur aus DM 
beftehen. Sicher entftandı 
wiederholten Ablagen eines 
gen von Siwa zeigen id. n 
fenförmig übereinander liege 
weiß, bie 3 mittlern gelblich 
liche haben oft ins dunkle f 
durch ihre Petrefacten unteı 
Die obern find weniger reid 
Geftein; in ben mittlerm 
große Peetiniten und Oſtra« 
dien und dieſen verwandte { 
erheben fich aber wohl nid, 
zesflähe, alfo bis zur Höb 
plateaus, das num so © 
wohl auch an der Sübdfei 
analoge Bildung correfpondi 
zeihen urtheilen kann, die fi 
fernungen yeigten. 

Der Aufenthalt in S 
Beſchrãnkung ber Reifenden 
bofes nicht fehr erfprießlich 
Dafe wird nachher das Bem 
aber lernen mir durch die R 
lehrten von Siwa nad Ale 
von der Mareotis ber kennı 
der Große etwa genommen ' 
bes Ammen vorbringen wol 
sian und Gurtius genaue B 

Am säften Movember $ 
und nur bis zum Brunnen 
Nach drei Tagemärfen, in 
kleinen bewohnten Dafe D 
und dann im abermals drei 3 
fer gefunden. Don bier nad 
Brunnen Birebuf,. ind 
gegen N.D. nach drei: Eager 
Bir Hamam an ber Grenz 
ganze Strecke alfo in ar Zaı 

Diefer Weg ift ungemein 
gebenen Befchreibung des Ei 
conform: Erſt am Abend di 

die Reifenden mit Sonnen 


*) Cartius Ruf. Hisr. Alex. | 
die Dafen a. a. D. ©, 400. 





Große Wuͤſte, Eingaͤnge. 979 


ſenthals ber Siwa, die dürre, Libyſche Wüſtenhöhe auf, 
u aber su Dyr aſa in ein zweites kleineres Daſenthal 
der hinab, das Liman Gara oder Siva ſegir nennt, 
fo von Menſchen verlaffen iſt, mit wenigen Dattel: 
Inden, Xamarinden (Tam. afric.), aber weitläuftigen 
hilfwälbern (Arundo hammonis und donax Ehrb.) und 
derm Beftrüpp von Salſolen Zygohyllum und Binfen 
ncus maritim.) bewachfen. In der Richtung bes Wegs 
Rirch zeigte es ſich gegen Oſt a4 Stunde lang, Hatte fal: 
u Boden, doch gute Waſſer. Von da weiter gegen D. 
Bst fich wieher das Libyſche wüſte niedere Kalkfleinpla: 
; diefe Anhhen nennt Liman bier Kelis. Auf diefem 
Fätenfortfag 3 Meilen im Oft von den leßtgenannten 
Werftelen, von weldden der Weg aufwärts genommen 
», weil in den Niederungen bie Straße durch den Salz: 
mr für beladne Gameele öft zu befchwerlich war, zeigten 
mwieder bie MWüflenlichenen; gegen Abend einige Mimos 

Aolba von den Arabern genannt, denen das reiche 
rsmi aus der Rinde fließt, und bie von Bier an, überall, 

id in den Einfentungen der Dafenthäler vorfanden. 

Zelt wurde an einer Stelle aufgefihlagen, wo bie felts 
> kugelförmige Pflanze, die Rofe von Jericho (Ana- 
aca hierochuntica) mit ihren trocknen, bolsigen Kugeln, 

erfienmale fich zeigte und gute Seuerung gab. . 

Am zweiten Tagemarſche von Dyr: afa ſenkte ſich ber 
z in die dritte tiefere Dafenftelle, zwiſchen grotesten 
selbildungen, der nur Waller fehlte um bemohnbar. u 
» Mit diefer unbewohnten Dafe zeigten fich wieder bie: 
en Gewächſe, wie in den frühern; Gier aber wilde bu: 
Re Palmen, bie jenen ſchlankern ganz veränderten Cha: 
er burd die Cultur erlangen wie man fie gembbnlich 
: in den Dattelpflangungen zu fehen gewohnt if (f. Dat: 
Yalme Verbreitung), da ihre wilde narürliche Geftalt bis 
e noch unbelannı geblieben ift und alle Zeichnungen bis 
tnur cultivirce Palmen darſtellen. In diefer Dafen: 
Feine Se anden die Preußifchen Gelehrten das erfie 








Heinerte Dolı, melde daher dem Thule des Wahr: brla: 
bei den Natronfeen nach Andreefly und dem Mogarrah 
b Hoenemann (oden ©. 974) fehr analoge Verhäitniffe 
ſt, und fiher mit ibnen in Verbindung ſteht. Nach 
u und Vorkommen hatte biefe Verfeinerung bie nächſte 
Peandtfchaft mit Tamarıx africena die Überall in den 
fenftellen ber Nachbarſchaft wählt, und bei Bir Daja 
ben fiy darin Quarzkriftalle.e An diefen Brunnen von 
je geigten fich wieder wilde Palmwäldchen, in der Thal: 
täefung, bie drittehalb Tagertiſen über ſcholligen Galybo: 
ohne Vegetation gegen Oſt bis Bir Lebuk fortſetzt. 
5 von hier zieht dieft Ginfentung, wohl dieſelbe, deren 
9412 


950  Aftika, Tiefland. 


auch Hornemann erwähnt, 
Terraneh am Mil, Mößt ı 
ma (oben S. 863) wirklich z 
folgten dieſen Strich gegen | 
ten fi, von Bir Lebut, ı 
zeotis, Beim Ueberfteigen 
schen, die aber dennoch nie 
melde Siwa begrenzten, 3 
jroteste Felsmaflen, buntfar 
Dartien der Saͤchſiſchen fog 
Bu Wegweifern waren hier | 
hohe verfteinerte Palm 
tet ba flanden, und feomarye 
aber auch bicotylebonifche 
darunter. Die Dattelpaime 
gen; immer waren es bei bi 
des Palmhölzes ohne bie Bi 
den Palmftamm bilden, 3 
mit Aeften und Rinde, weld 
hen dem Anfehn nach ber $ 
tigen Gondhilienrefte welche 
der Wüſte abgelagert waren 
nen gu gehören, ſondern d 
ſelbſt identifch, zu ſeyn, w 
reotis liegen und noch heut: 
mittelländifchen Meeres au 
find = Tagereifen zum Küfte 


% Siwah; 


Simwah (Syouab) untı 
6 Gr. 18 Min. Oftlänge voı 
in getaber Richtung von Aleı 
nach Ripaud) *); von Kain 
Stunden Zeit **) (wahrfchein 
Meilen Wegdiftang), melde 
zurüdlegte, eben fo viele wir 
phis nach dem Ammonsten 
Meeresküfte ab nach &., wı 
der Richtung, brauchte Bro 
Beit bis Simah, nah Ste 
Ammonium 1500 Stadien ı 
ging bei AlBaraton (Pars 


®) Ripaud Mem. 6. Lingler 
**) Rennell 5. Homemamı 
Fr) Sdeler Über die Dafe a 








Oaſen, Team - 981 


n Sand und Kelsboben, nach 3 Tagereiſen über Um⸗ 
ie, und dann a bis Siwah. 
ah Hadi Abdallah braucht man von Kairo bie 
14 Zage; von Waddy !’Httron *), mahrfcheinlich 
riftlichen Klofter des Heiligen Macariew im W. der 
ıfeen) 9 Zage; nach Herodot 10 Tagereiſen ab vom 
eer (Aoc zevgsu), zum Ammpnifchen Tempel welden 
ich mit dem heutigen Siwah ift, wie alle.jene 
ven, ’ 
on N. der auf Brownes Wege zeigt fih zuerſt etwas 
bei Karet am el Sogheir, und fogleich fliehen Palm: 
und ein Dörfchen daran. Dann folgt wieder «ine 
ede mit Sand und Salz bebedt, bis zur kleinen grü⸗ 
ıfel von Siwa (smal fertile spot), ringsum vom 
umzingelt °*). Nach Browne dehnt fie fich nur a4 
e (6 miles Engl.) in bie Länge, und zwei Stunden 
ı 5 miles Engl.) in die Breite aus. ' 
on D. her feige man, ao Stunden weſtlich von Um⸗ 
ir, von ben dden Klippenzügen hinab in das grüne, 
are, ebene Thal von Siwah *'**), in defien Mitte 
uptort (unter 99 Br. 19 Min. N. Br. nach Browne) 
s Namens, im Abſtande von Wiertel: und halbes 
en umber fünf Dörfer liegen, deren Gebiet bis auf 
Umkreis von 10 Deutfihen Meilen (50 miles Engl.) 
iredt, und fo weit rings um von fleilen, nadten Gele: 
‚ eingefchloffen wird. | ' 
ie reichbepflanzte, dattelreiche Stelle um ben Haupts 
eine wohl nur Browne, wenn er fie fo klein nennt, 
DHornemann feine Schilderung auf das weitere Thal 
yet. Diefes ift mit fandigem Thone bededit, hie und 
ht, fumpfig (hier iſt Keisbau) auch voll Salzflächen ; 
agegen ift trefflich bewäſſert, mit Getreidefeldern, 
1, Dliven:, DOrangenbäumen und fhattigen Palmhai⸗ 
bedt, unter benen die Pfade zur bewohnten und bes 
Mitte führen. , 
ier ift ein einziger Bach mit trefflichem Wafler, dem 
underbare Eigenfchaften zuſchreibt. Macriſi T) fagt, 
fe babe 40 fpringende Brunnen mit füßem Wafler, 
ele Eiflernen. Browne fand falzige und füße Waſſer 
nd diefe meift lau, auch fand er eine, bie abwechſelnd 
ad warm war. | 
n ber Mitte der Dafe liegt auf einer Felsmaſſe ers 
burgmäßig und dicht auf einander gedrängt ber Haupt⸗ 
Iadi Ahdallah n. Beaufoy in Proceedings 1. p. und 
ırodot IV. **) Browne trav, p. 17, 25. **) Hor- 
mann Voy. ed. Langles I. p. 27. u. Remnell IL p. 211. 
| Langlos Dem, sur los Qases, p. 390. 








992 Afrifa, Tiefland, I. 


ort. Bei ber Ankunft eines Ga 
Bewegung, von Menſchen wie ein 
und durfummt, und voller Gerö| 
ein umeubiges, flreitfüchtiges Wolf 
«s feine Wohnungen erbaute, iſt 
sähligen uralten Gatacomben butı 
refte; die Bauſteine feiner Häufer 
des thebaifchen Gottes, bes ammo 
on denen noch jeht die merkwü 
Yegoptifgen Bau verkünden *), 
bung umd Zeichnung in ber Reife 
zu erwarten ſteht. Hier nur die 
rige Unterfuchungen darüber am | 
nad Idelers Eritifcher Abhandlung 
bufchen Müfte **). 

Eine halde Stunde von bem 
fernt, zwifcpen dem Dorf Shark 
henden Berge, liegt bie Ruine ı 
beda, und im ihrer Nähe eine 
€s find, nah Bromne's und I 
Ueberrefte einer flarken Umfaflung! 
dert Schritten im Umfang, die m 
einen Bezirk einfließen, im deffi 
Fuß Erhabenheit liegt. Auf biel 
Gebäude, das von innen gemeflen 
und ı8 hoch aus Mufelkaltftein 
matwern 6 Fuß did aus geoßem | 
mit kleinen Steinen und Kalt nı 
Der Haupteingang ift von Nord; 
von W. und von O. Die Dede i 
platten gebildet, bie 5 Fuß breit 
das Gebäude breit find. Die 1 
nrüner Farbe Übermahlt, bas Fi 
Mitte an, ganz mit Hieroglyphen 
Styl alfo unverkennbar Aeghptiſch 
Sfis und Anubis anzeigen, bie fü 
nemann fade dieß Gebäude ala 
Supiter Ammon an, ber nad He 
Beus mit dem Widderkopf.war, I 
ros und Theben hier das Heiligtf 
zeigte die Identitaͤt diefes Siwah 





*) Herodot IT. ı81, Strabo LXV 
Browne tr. @. a. ©. Hornema 
46. und W. Young remarques 
296—3io, **) Zorler in Find; 
©. 399— 412... ***) Herod, IL 





Hafen, Fezzan. 985 


$, bie Alsrander der Große befuchte, um bas Orakel gm 
agen, und Heeren bewies, daß fie auf der alten Gare: 
enftraße nach dem weftlichen innern Afrtka liege, und 
erfte Hanbelsflation von ber Thebais aus fey, welche 
odot (wahrfcheinlich über bie große Dafe bin) in feiner 
avanenroute nahmhaft machte. Herodots König ber 
monier, ben er nennt, war wobl nur der Oberprieſter 
Drakelortes der bei den Alten immer Ammon, oder 
DProlemäus Ammonıaca heißt und erſt bei den News 
Ammonium, bei ben Arabern (Ebrifl, Abulfeda, Ebn 
Bardi und Jakuti) auch Santria oder Santariah 
it, bdeflen neuerer Name Siwah zuerſt bei dem Euros 
den Meifenben MWansled*), im Jahr 1664 vorkommt, 
) einem Erfrifchungsorte der Caravanen warb wohl bies 
Ammon zu einem Tempel, Dralelort und Haupthan⸗ 
fiße des Binnenhandels, fo, daß ſelbſt Eyrene mit ihm 
säbere Verbindung trat, und «ebenfalls den Kopf des 
moniſchen Jupiter auf feine Hondelsmünzen präagte. 
würdig if die Nachricht welche Gapt. Lyon in Fez⸗ 
mitsheilt, baß heute noch im Süden von Siwah, ges 
Bergu, im Lande Wajungs, ein Stamm der Tibbo’s 
Baar als Kopfpuß, ganz wie zwei Widderhörner 
* in Geftale und Größe‘). . 
Zu Uleranders Zeit ftand, nos Diodors**) und 
rtius Berichten, die beide gang Übereinflimmend, wahes 
Imlich aus einer geineinſamen Quelle, ber Schrift eines 
jenzeugen, etwa bes Calliſthenes T) den Strabe ans 
et, geſchoͤpft haben mögen, die Burg des Ammonifchen 
Men in der Mitte, und in ihrer Nähe der Tempel mit 
ı Dratßel. ya biefes in Mauern —— * 
igen Bezirkes, ſtand, nach Diodor, in geringer Ferne 
bein anderer, zweiter Tempel des Ammon, von vielen 
m Bäumen dichte umfehattet, und in deſſen reizender 
Me die Sonnenquelle, von der auch Herodot fpricht, von 
er die nachfolgenden Autoren aber Gbertriebene Wun⸗ 
erichten. Browne hörte von der genannten Quelle 
Ummebeba, daß fie abwechfelnd warm und kalt fey, eine 
enfchaft welche mehrere der Dafenquellen mit ihr gemein: 
ftlich zu haben feinen; nach Hornemann erzählten bie 
vaher, daß fie officinelle Kräfte Habe. Nach Diobor und 
tins Angabe flanb in der Mitte bes Heiligthums bie 





ı- Paulus Sammlung von Reifen in ben Drient. Th. III. G. 
51. 46. **) Capt. Lyon Narrative of Travels. Lond. 
1821. 4. r 252. ***) Dioder 1. XVII. 0.49, 50. Arrian 
de Exped. Alex. IIL, 3,4 Curtius}, c, 7)Sırabo XVII, 


p. 589. ed, Tzsch. 


⸗ 





984 Afrika, Tiefland: 


Burg (üngomaks, ⸗rx) mit € 
(regt Bokog, munitio), Die 
Wohnung bes Fürften, die 4 
ge Gemahlin, Kinder, Anve 
es Baues und ben eigenthli 
Ammen mit einer beiligen Q 
ten wohnten die Keabanten, 
Diefe Ummauerungen Eonnten 
Tempel allein welcher in der 
lungen, einen Wortempel un 
Bortemipel mußte geräumig fi 
fion, darin das goldne- Schiff 
80 Priefter gehörten, in Alı 
noch viele Jungfrauen bei ber 
Nah diefen beftimmten Angal 
der berühmte Antiquar Hirt 
Monument der große Ammon 
er hält ihm nur für den klein 
Schloffe lag im Walde beim 
pelburg, hält Hirt dafür, hab 
die Stade Siwah auf, aus u 
dem Architecten Liman liegt 
Gebäude tings herum an ih 
Kegel. Die zweite Mauer zog 
umber, wo jest die Gärten li 
Heutzutage bat Siwah 
der feit dem Zuge bes Paſch 
pten bort zur Einteeibung 
Auf diefem Zuge Fam Gail 
dort 3 Tempel gefunden und 
ten ihn bie Einwohner ab, do 
AIufel; Arafchie, zu behuch 
Drodetti, ber die Reife ı 
fol, fand indeß Eeine alten 9 
jesigen Einwohner der Siwah 
aus dem weftlihen Sufa ein 
die Shellubfprashe ber. dortige 


Erläuterung 2. Bon € 
auge von Gerbobah n 
Gebirge 

Bis vier Tagereiſen weftn 

mo Flachſeen, bis zur fruch 





*) Biman Mfcrpt, ) Belso 
son Aceoupt of Timb, Lo 





» 2. Dafen, Fezzan. 985 . 


b die Fortfegung jenes nackten Klippenzuges von SMos 
rrah *). Bis dahin bivibs er gleich felfig, ohne alle Erde 
ee Sandbedeckung, fleil abfallend zur füdwärts daran 
ngiebenden Wüfte, mit einer zwifchen inne liegenden 
nr mehr oder weniger waſſerhaltiger Stellen. Ihre 
kaſſen find Kalkftein, gefüllt mit den zahlreichen Ueberrei 
m einer Vorwelt, Petrefacten-Kalkſtein, voll &eethiere 
id Muſcheln; er ift durchaus in horizontalen Schichten 
gelagert. Die Kalkklippen find durch Engpäfle Cdefiles), 
annichfach gerriffen, in deren Eluger Benutzung bei feinds 
ben Angriffen und Scharmügeln, hauptſächlich die Kriegs: 
mfl der Horden bee Wülte befiehe, ' 


Auch zeigen fi$ hie und da pyramibifch geflaltete Fels 
nbügel, infelartig aus der tieferen Felsfläche auffkarrend, 
eiche, wo fie fandleer if, aus Kalkſtein ohne Verſteine⸗ 
ingen beſteht. Diefe Hügel fehen durch die gefärbten 
Iuftabfonderungen der Kaltfieinfchicgten, ſelbſt in der Gons 
ruction oft täufchend ben Pyramiden gleich. Bon dem 
Zafferort Zorfaue "*) an ging Hornemanns Caravanenı 
rabe durch eine von unzähligen Sandhügeln unterbrochne 
Büfte His Augila. j Ä 


Ein andree Weg (wahrfeheinlich für Pferde gangbarer), 
ihrt nörblid von biefem fleilen Südabhange, erſt über 
safhie nah dem engen fandigen Thal Gegabib ***), wg 
Zafjerflellen, ein Salzfee mit einer Inſel, keine Wohnun⸗ 
a, aber Palmen fliehen, deren Früchte zur Zeit ber Dat: 
lerndte von meeranwohnenden Arabern von Derna (das 
Bistelmeer ift 8 Tagereiſen von Bier entfernt) eingefam: 
elt-werden.. Bon bier an feige der Weg auf ben breiten 
öhenzug t) von Gerdobah, Über welches traurige Hoch: 
nd (moruful highland) der Weg fünf Tage lang führt, 
s man in einem Wage Über Guizara in das Thal nad 
ugila hinabſteigt. 


Auf diefem Wege braucht man von Siwah nah Aus 
la, 13 Zagereifen. Herodotus fagt, man brauche 1a Zu: 
reifen, Dormemann, der den Weg durch die Ebene in Eil: 
feſchen nahm, brauchte nur 9; innerhalb welcher er in 
74 Stunde Zeit, 36 Deutfhe Meilen (180 miles Engl.) 
Begdiftan; zurücklegte. j 





*) Hornemann Voy. J. P. 55.  **) Hornemann Voy. ed, 

- Langles. I. p. 58. _ ***) Browne tr. p.24. Rennell b, 
Hornemann Voy. I. p. 217. 1) Hadı Abdallah Benmir 
Jeitan in den Proceedings, Lpıge, ° 


. 





986. Afrika, Tiefland. I. A 


2» Die Dafe 7 


Diefe Dafe liegt 13 Tagereiſen 
(Berenice) von der Meeresfüfle, g 
len (170 miles Engl.) Wegdiftang 
Barka (nad Ebrifl) entfernt, Sie 
ebene, die dba, me fie bewäflert mw 
aber wenig angebaut, meil ihre 2 
Teute find. Sie hat vonD. nah 2 
von einer Tagereife *), und If rin 
Breifet. In ide liegen vier Drte; J 
Waſſerort (ob Saragma bes Piole 
nennt Hornemann Städte, davon bi 
dann Meledilah und Augila. 
Kalt ſtein der benachbarten Hügel ſch 
anfehnlich, aber ihre Palmhaine n 
Datteln, feit den älteflen Zeiten bis 
die Nafamonen **) pflegten fie zu J 
len, von eben baher von mo jegt I 
mit Augila in Verbindung flehen. 

Augila iſt eine wichtige Station 
fie ſteht heutzutage unter dem Paſt 
Burdbarde’s Reifenadprichten ***) 

jandelsleute diefer Dafe nach zwei w 

jerfuchen (1811 und 1815), endlich 
find, auch directe Reifen durch di 
und Borgu zu machen, um bort 
au geben, fo, daß fie diefe Waare nı 
jan aus beziehen, ſondern unmitteldi 
auf die Märkte von Cairo bringen, n 
Gewinn für alle Befopwerben ihrer 1 
ſchãdigt werden, 


3. Bergzug Marai od 


Weftwärts von ber Dafe Augila, 
Zogereifen durch die Wülte, immerf 
fels beſtehend, mie bisher überall, 1 
bald höher mit lofem Sande bededt 
ſtarten wieber infelartig flehende HI 
empor, und unterbrechen bie einförmi 
hügel,_ wie es feine, durch, Winde 
oft weit binauf diefe Erhöhungen, 
der Anfang einer Gebirgskette Ma 





*) Beaufoy in b. Proceedings. **) He 
Abdallah in d. Proceedings. I. p. 195 
äinNubia, App. p,4g0. 1) Homem, 





Dafen, Fesjan. 987 


elche eine von ben vorigen völlig veränderte Richtung 
mmet, nämlich) aus mancherlei Reiben von Norden her 
fammengebrängt gegen S. S. O., weit in bie Wüſte fort 
ftreichen ſcheint. 

Bei dieſer Bergkette endet der bisher von O. nach W. 

einerlei Direction an 100 geogr. Meilen (530 miles 
agl., d. i. von Kairo bie Marai) weit, in völliger Gleich⸗ 
emigkeit fih ausbehnende Küflenrand des Ganboceans 
gen Norden, welcher dem öſtlichen Küftenranbe deſſelben, 

leiher Ausdehnung, längs den dem Nilſtrom parallel 
wfenden Dafen, fehr analog gebildet erſcheint. 


Diefe Bergkette Marai, welche von N. nah S. fi 
eht, begrenzt alfo bier oflwärts ‚bin einen Golf ber gros 
w Libyſchen Wüſte. Db fie weit gegen &. zieht, viels 
ht bis zu den Tibbo Febabo, 10 Tagereiſen gegen &., 
ad bis Borgu, von wo aus ein ähnlicher langer Bergzug, 
leder von D. nach IB. mit jenem obigen parallel, die fübs 
de große. Sandwüſte von Werboa und Bilma begrenzt, 
id fih im W. an die Bergzüge von Fezian anſchließt; 
dieß fih fo verhalte ober nicht, bleibe Tünftigen For⸗ 
ungen überlaffen. 


Diefer Bergzug Morai *), Über welchen in feiner 
zeite vier Tage lang, gerade na W. bin der Weg führe 
Ifo gerabe die Breite wie das Nilwall : Plateau im Oft 
e Wüflengrenze), belebt aus wunderbar gerriffenem Kalks 
Isgebirge, voll enger, befhwerlicher, fleit abfallender Berg⸗ 
fe (Med hyg oder Neddik), bizarrer Felsſchlünde, ifos 
ser Kelsblöde, welche dem Wanderer als abgeſetzte Maſ⸗ 
a eines Slindfluth erfcheinen folen. Er endet nah W. 
‚ mit nadten Belsflächen, mit Waſſerſammlungen. Ins 
halb der Labyrinthe dieſer nackten Kalkfelsklippen zeig: 
n ſich wieder ſehr viele Verfleinerungen von Meerthieren, 
id Fragmente von petrificirten Holskämmen, & Fuß lang, 


Die wefllich davon auslaufende nadte Ebene aus Kalk⸗ 
IS, nennt Dornemann Sultin, und Hadi Abhallaf 
ne die ganze befchwerlide Paflage bes Bergzuges, 
n rc Berg Ziltan, vielleicht dieſelbe Benen⸗ 
ang 

Von Hier aus zeige fſich in ber Grenze bes Bands 
ceans eine große veränderte Naturbildung, wenigſtens 
F große Unterbrechung jener einfoͤrmigen Geſetzmä⸗ 
gkeit. | 


‚Hormemann Voy. I p. 78. Hadi Abdallah nad Beaufoy 
Kr den Proceedings L, pP» 190, ur 





958 Afrika, Tiefland, 


Erläuterung 3 Der 
Sen 
Weftwärts beginnt ein La 
einander gereiheter Bergzüge; 
Humpfter Kegelberg. Zwiſchen 
fur&tbare Särinde, bald fol 
fofe liegende Felsblöde, dann 
Taufende, enge Schluchten. 
quemften Weg, doch Ift diefer 
dend. Hier und da öffnen fid 
ftellen, berrlihem Weidelande 
zeinen flüchtigen Gnzellen. B 
ununterbeochen burd) diefen fd 
Seine Maffe ift Bafaltge 
nur hier, fondern überall im ı 
mit Bafaltmaffen bebedt, H 
mann, ber einpige Reifende, 
ten Über dieſe Bafaltfirede C 
ihn) mittheilt, fagt, daß fie v 
fey, dab es Überall wach mand 
von Hügeln find, die fih nur 
Niveau des dazwiſchen liegendi 
ten aus dem vollkommen plat 
ſtaxtend, ganze fleile Seiten 
toahre VBafaltgänge, mie} ! 
unð daß die Araber dieſe befo 
leicht Eſthe oder Eſthur, d. 
nach Langles) nennen, Ihn 
ner goßen vulcanifhen Revo 
faltgänge); er glaubte vulcani 
Auch auf dem Wege von 
Weg über fie bin, fo wie aus 
von Fenen nah Mefyrata u 
nad XZeipoli twird durch fie 
weiche Nachricht newerlih bu 
beftätigt wird, Nicht mur bie 
biefe ſchwarze Harufge 7 Tag 
dern auch im N. W. von Fey 
damus) zeigt fie fig unter bei 
5. fpwanz, her Mona Ater di 








*) Hornemann Voy, I. p.81. 
a Edit. p.46 u, ı * 
Rennell im Appendix ibie 
Lyon Narrative of Trav, 
1821, 4. p. 23, 33, 80, 560. 
Beaufay Proceedings 1, pı 








Ä | Dofen, Fezzan. 984 


Die ganze Ausdehnung bes Haruſch vonD. nach W. 
tſpricht volllommen den Oft: und Weſtgrenzen ber beis 
3 flachen Syrten am Mittelmeere, eine vielleicht nicht 
mertwürbige — 

Im Welt an dieſe Baſaltſtrecke lehnt fich drei Tage⸗ 
fen breit, wieder eine Strecke von niedrigen, nackten, 
ißen Kalkllippen an, weiße Harufch *) genannt. Die 
teinmaflen erfcheinen wie gefirnißt (ob durch Hitze ver: 
dert ?), fie flarren ſenkrecht aus der Ebene auf, befteben 
s zerreiblidem Kalt, und find mit Petrificationen aller 
t erfüllt; Conchilien, Seethiere und Fiſchkoͤpfe von der 
röße, daß einer eine Mannslaft abgäbe, liegen in Menge 
in. Sie finden fih im zerreiblichen Kalkgeſtein, zerſprin⸗ 
a aber fpröbe wie Glas. Sie erfüllen die Hügel und bie 
efe, die im Welt an bie legte Bergreihe anftößt (ob XRa⸗ 
ba bei Beaufoy?), von welcher man in die Ebene von 
jaan nah Temiſſa (Tameſt bei Edrifi) binabfeigt. 

Anmerk. Lage von Keszan. Temiſſa, ‚der öftlichfte 
enzort in ber großen Dafe geahanı, liegt 16 Zagereifen im 8. 
a Augila; Hornemann braudte 195 Stunden Seit zu 
gr. Meilen (395 miles) Wegdiftang. Der ganze weftlihe Abs 
nd von Kairo bis hierher, welder 405 Stunden Zeit auf 166 
‚gr. Meilen Megdiftand beträgt, wurde von ihm zu brei vers 
iedenen Stationen bis Siwah, Augila und Temiſſa wahrs 
tinli (denn die Zahl der Zage ift nicht ganz genau angegeben) 
50 Tagereiſen zurücdgelegt »x)y. Hadi Abdallah giebt bie Ent⸗ 
nung zu 45 Tagereiſen bis Temiſſa, oder za bis Fezzan (db... 
urzuk, deſſen Hauptſtadt, an; Herodot aber rechnet Station zu 
sation, nad) einer runden Zahl zu 10 Tagereiſen jede. 

Zu bemerken ift hierbei, wie Jahrszeit, politiſche Urſachen, bie 
t zu reifen, Wegkenntniß u. a. m. fo verſchiedene Bebingungen 
' Vollendung der Garavanenreifen durch die Wäften find. 

Fezzan, worunter aud öfter der Hauptort verftanden wirb, 
st nach Altern Angaben ***) von der Meereskäfte bei Mefurata 
Zagereifen landeinwärts , ober faft 58 geogr. Meilen (289 
les, davon 16! auf eine Zagereife gerechnet) gegen &. 8. 
an hat feine Lage berechnet auf 27 Gr. 22 Min. 2 Ger. R. Br. 
a Tripoli Über bie Bergzüge von Ghuriano ind Sockna nad 
jzan, find 23 Zagereifen. 


eläuterung 4 1) Fezzan, die Dafe der Gar 
manten; Phazania bei Plinius; Fäſan, Fizen 
ber Araber. 
a. Nach ältern Berichten. 
Bon Temiſſa (Tameſt bei Edrifi) nach W. führt eine 
geteiſe durch fruchtbare Ebenen nach Zuilah (Eylaf 





) Hornematın Voy. I, p. 93. “*) Procaedings L ı 
Merod. IV. co. 185. Rennell kei Hornemann I. p. 186. 
“"*") Proceedings I, p. 85, Ä 





988 Afrika, Tief 


Erläuterung 3 G 


7 

Weſtwärts beginnt det 
einander gereiheter Bergzi 4 
Rumpfter Kegelderg, 4 ⸗ 
furgtbare Schrinde, ri 2 
Iofe liegende Gelsblä@ /7 7 

laufende, enge Mn 
quemften Weg, dar, „FF h 









dend. ‚Hier „Su 
felen, herclihr / au Fünf 
jeinen aber, durch d 


ununteeb „arts foll gegen ! 

a) em. Dieß N) nich 
nur N Stelemäus, das im 
mit Ball,z Zheil des kleinen Arlı 
Mann Gediet von Fenan zäl 
gem —* Baban +4), Diatis dei 
im) Aa Shaw, das weya dxgor, 

‚fe [4 ihm 60 geogr. Meilen (30: 
y Ling ©. und do geogr: Mr 
"a Welt. 

Dr vn — — kr 

en umgebene Infel; un 
Au von dufen gefigert. N 
Vege unterbrodden; da feine 1 
die Sanbfläde zu ftoßen. 

&s ik eine große tiefliegend 
leichtem Sandboden bededt, ber 
‚gar einen, einſt tiefen und reißer 
ben fol. Im MW. von der Hau 
Sahara zu, iſt ber Boden wüſte 
Mendeah, 12 geogr. Meilen entf 
und mit einem Salze (fossil alk 
det, fonft aber reich an Brunnen 
delnden, nie verfiegenden Quellen 

Es regnet nie in Feryan tr 

es iſt im ganzen Reiche kein Flu 





*) Ebn Haukal b. W, Ouseley. 
Beaufoy in Proceedings I. p: 19 
ed, Langles c.IIl. p.ızo. Reı 
ceedings I. p. 16. ++) 2. 
Innern von Afrita, in Guhns 
++i) Sherif Imhammeb nach Eu 
— „HD Proceedings 1, p 
1. p. 457. I, p aut. 





Dafen, Fezzan. 991 


send halten könnte. Doch rühmt der Eher 
das Flüßchen, bas an Murzuk vorüber 

3 waſſerreichen Begenden, in denen 
riefe, immer Brunnen finde, deren 

ım Bewäflern dienen, wodurch 

nenigen Gegenden von ganz 

ar die Zahl ber Oriſchaften 
® „ach Hornemann 203 Städte 


.mab (Bırama, ber Hauptort der 
.con, Temiſſa, find Städte, unb 
‚cma und dann Zuila, die Haupiorte, ges 
rzuk das Haupt der Dafe geworden, deren 
me vom Handel leben. Hier ift das erfle 
mporium für Nordafrika; bier der Werbin: 
ben dem Welt und Oft, zwiſchen Marokko 
‚hen dem Sudan und den Küften des Mits 
fer, Korn, Mais, Datteln und Deerden, 
te des Landes, reichen bin die durchziehen⸗ 
vanen mit den erfien Bedürfniſſen binreis 
n. 


) Sabames, Cydamus, 


de unfere heutige Kenntniß des Daſenzuges, 
‚er verfolge Haben, die weſt lich ſte Grenze; 
noch eine, aber .iemlich unbekannte Dafe 
br, Sadames **) (Cydamus bei Plinius) 
ı Südrande bes Atlas im Bilebulgerid, fig 
b der Berbern anſchließt, und erſt, ſeitdem 
n Haupte bes Binnenhandels erhoben Bat, 
U. Bon ihr aus beginnt im W. die dat⸗ 
rede, jenes flache, lange, und bis Bo geogr. 
Steppenland , Biledulgerid, mit Wabis oder 
'f. Plateau der VBerbern, ©. 897.). . 
onrinuirlicher Brenn swifchen dem Hoch: 
en und dem großen Gandocean. Won bies 
one kann man in der That die bisher ges 
gleichfam ale den nah Oft Hin immer Elek 
Vortrab anfehen. Beiderlei Formen ent: 
ee Art nach ganz und gar, unb find nue 
ach verfchieden. 

im DBilebulgerid bie weite, hohe, durch⸗ 
» Kette bes großen Atlas, das find bei dem 


1.88, 98: *®) o, Einfiebel in Cuhns Samm⸗ 
FrT Ve 


982 Afrika, Tiefland. I. Abfchn. $. 35. 


ort. Bei dee Ankunft eines Garavane war er in wir 
Bewegung, von Menſchen wie ein Bienenſteck umfhnit 
und durchſummt, und voller Betöfe. eine Bewohne fe 
ein unruhiges, flreitfüchtiges Volk. Der Boden, auf us 
es feine Wohnungen erbaute, if weit unb breit mit ws 
gähligen uralten Gatacomben duechgraben, voll Runin 
reſte; die Baufteine feiner Häufer find den Zemplhies 
des thebaifchen Gottes, des ammoniſchen Jupiter entifm, 
yon denen noch jest die merkwürdigen Ruinen den aim 
eguptifhen Bau verkünden *), deſſen gemanere 
bung und Zeichnung in der Reiſe bes General vn 9 
zu erwarten ſteht. Hier nur die Thatſachen weige bich⸗ 
rige Unterfuchungen barüber an die Band gaben, 
nn — kritiſcher Abhandlung über die Dafm da ds 
ufchen e**). 

Eine halde Stunde von dem Hauptorte Gin) ab 
fernt, gwifchen dem Dorf Sharkie und einem ringe Pi 
benden Berge, liegt die Ruine eines Tempels, Nunh 
beda, und in ihrer Nahe eine waflerreiche fühle 
Es find, na Bromne’s und Hornemann's Anpiik 
Ueberrefte einer flarken Umfaffungsmauer von einigen jew 
dert Schritten im Umfang, die meift abgebrochen find, wi 
einen Bezirk einfchließen, in defien Mitte ein Fels wi 
Fuß Ethabenheit liege. Auf dieſem ſteht, ganz frei, ie 
Gebäude, das von innen gemeſſen 35 Fuß lang, 15 eh 
und 18 hoch aus Muſchelkalkſtein erbaut iſt. Die Gr 
mauern 6 Fuß did aus geofen Quabern beſtehend, 
mit Pleinen Steinen und Kalt nach Römerbauart $ 
Der Daupteinging ift von Nord; 9 Nebeneingänge tem 
von W. und vond. Die Dede ift aus ſehr großen Gte 
platten gebildet, die 5 Fuß breit, 3 di und fo lang | 
das Gebäude breit find. Die Außenfeite war einf ı 
nrüner Farbe übermahlt, das Innere if, etwa vor 
Mitte an, ganz mit Hieroglyphen Übergogen, und der gi 
Styl alfo unverkennbar Aegyptiſch, wie auch bie 
Iſis und. Anubis anzeigen, die fi bier vorfinden. 
nemann fahe dieß Gebäude als ben Tempel bes d 
Jupiter Ammon an, dee nach Herobot ***) der Chebei 
Zeus mit dem Widderfopf war, bem bie Colonie von ] 
ros und Theben Bier das Heiligtum erbaute; Nenn 
zeigte die Identität diefes Siwah mit ber alten Ammı 








2) Herodot II. 181, Strabe LXVII. Plin. H.N. V.e 
Browne tr. a. a. DO. Hornemann Voy. ed. Langlel 
45. und W. Young remarques ibid, Il. im Appendix. 
296—3i0. **) Ihrler in Bundgruben bes Orients IY.! 

‘ 39 - 411. ) Herod, u. 33 42. IV. 181, 





Dafen, Fezzan. | 985 


eAlexander der Große befuchte, um bas Orakel zu 
und Heeren bewies, daß fie auf der alten Gare: 
fe nach dem weftlichen innern Afrika liege, unb 
Handelsſtation von ber Thebais aus fey, welche 
(wahrfcheinlich über die große Dafe bin) in feiner 
mroute nahmbaft machte. Herodots König ber 
er, den er nennt, war wohl nur der Dberpriefler 
yelortes der bei den Alten immer Ammon, oder 
emäus Ammoniaca heißt und erfi bei den News 
nonium, bei den Arabern (Ebrifl, Abulfeda, Ebn 
i und Jakuti) auch Santria oder Santariah 
effen neuerer Name Siwah zuerſt bei bem Eures. 
Reifenden Wansleb*), im Jahr 1664 vorkommt. 
m Erfrifchungsorte der Caravanen warb wohl bies 
non zu einem Tempel, Drakelort und Haupthan⸗ 
des Binnenhandels, fo, daß ſelbſt Cyrene mit ihm 
e Berbindung trat, und ebenfalls ben Kopf des 
hen Jupiter auf feine Handelsmünzen prägte. 
dig iſt die Nachricht weiche Capt. Lyon in Fez⸗ 
beilt, daß Heute noch im Süden von Siwah, ges 
zu, im Lande Wafunga, ein Stamm ber Tibbo’s 
: als Kopfpus, ganz wie zwei Widderhörner 
Geftalt und Größe **). . 

Alexanders Zeit fland, no Dioders**) und 
8 Berichten, die beide ganz Übereinflimmend, wahrs 
aus einer gemeinfamen Quelle, der Schrift eines 
igen, etwa des Calliſthenes }) den Strabo anz 
fhöpft Haben mögen, die Burg bes Ammonifchen 
n ber Mitte, und in ihrer Nähe der Tempel mie 
tel. Far diefes in Mauern —— —* 
Bezirkes, fand, nach Diodor, in geringer Ferne 
anderer, zweiter Tempel des Ammon, von vielen 
äumen dicht umfchattet, und in deſſen reizender 
e Sonnenquelle, von der auch Herodot fpricht, von 
ie nachfolgenden Autoren aber Übertriebene Wun: 
ten. Browne hörte von ber genannten Quelle 
ebeda, daß fie abwechfelnd warm und Ealt fey, eine 
‚ft welche mehrere ber Dafenquellen mit ihr ge eins 
zu baben feheinen; nach Dornemann erzählten die 
‚ daß fie officinelle Kräfte Habe. Nah Diobor und 
Angabe fland in ber Mitte bes Heiligtfums die 


Ius Sammlung von Reifen in ben Orient. Th. III. G. 
6.  **) Capt. Lyon Narrative of Travels. Lond. 
4: r 252. ***) Dioder 1. XVII. o. 49, 50. Arrian 
xped. Alex. III, 3,4 Curtius ]l, c, +)Sırabo XVII. 
9. ed, Tasch. | 


⸗ 


984 Afrika, Tiefland- 


Burg (üngomoks, arz) mit € 
(zegf Boos, munitio), Die 
Wohnung des Fürften, die | 
iner Gemahlin, Kinder, Anvı 
8 Baues und den eigentbü 
Anmen mit einer beiligen Qu 
ten wohnten die Reabanten, 
Diefe Ummauerungen konnten 
Tempel allein welcher in der 
lungen‘, einen Bortempel un 
Bortempel mußte geräumig fı 
fon, darin das goidne Schifl 
80 Priefter gehörten, in Alı 
noch viele Jungftauen bei bei 
Nach diefen beftimmten Angal 
der berühmte Antiguar Hirt 
Monument der große Ammon 
ee hält ihm nur für den kleir 
Schloffe lag im Walde beim 
pelburg, hält Hirt dafür, hab 
die Stadt Siwab auf, aus ı 
dem Acchiteeten Liman liegt 
Gebäude tings cherum an ih 
Kegel, Die zweite Mauer 505 
umber, wo jegt die Gärten u 
Heutzutage bat Siwah 
ber feit bem Zuge bes Paſch 
pten bort zur Eintreibung 
Auf diefem Zuge kam Gail 
dort 3 Tempel gefunden und 
ten ihn die Einwohner ab, do 
Jaſel, Arafchie, zu behuh 
Drodvetti, ber bie Reife 
fol, fand indeß keine alten 9 
jesigen Einwohner der Siwah 
aus bem meftlichen Sufa ein 
die Shellubfprache ber. dortige 


Erläuterung 0». Bon € 
zuge von Gerbobah n 
Gebirge 

Bis vier Kagereifen weftn 

wo Blachfeen, bis zur fruch 





*) eiman Mferpt. *) Belso 
son Aceourt of Timb, Lc 








Dafen, Fezzan. 985 


5 die Fortfegung jenes narten Klippenzuges von Mo⸗ 
weab *). Bis dahin dhibt er gleich felfig, ohne alle Erbe 
er Sanbbededung, fleil abfaflend zur fübwärts daran 
nziehenden Wüſte, mit einer gwifchen inne liegenden 
eibe, mehr ober weniger waflerhaltiger Stellen. Ihre 
taffen find Kalkflein, gefüllt mie den zahlreichen Ueberrei 
m einer Vorwelt, Petrefacten: Kalkflein,. voll Seethiere 
ad Muſcheln; cr ift durchaus in horizontalen Ecichten 
gelagert. Die Kalkklippen find bush Engpäfle (defilés), 
annichfoeh zerriffen, in deren Eluger Benutzung bei feind; 
chen Angriffen und Scharmäseln, hauptſächlich die Kriegs: 
nft dee Horden de Wüſte beſteht. | 


Auch zeigen ih bie und da pyramibifch geftaltete Fels 
nhügel, infelartig aus der tiefen Felsfläche aufſtarrend, 
elche, wo fie fandleer it, aus Kalkftein ohne Verſteine⸗ 
ıngen beſteht. Diefe Hügel ſehen durch die gefärbten 
Inftabfonderungen der Kaltfleinfchichten, ſelbſt in der Gons 
euction oft täufchend ben Ppramiden gleich. Bon dem 
Baflerort Zorfaue **) an ging Hornemanns Garavanıns 
raße durch eine von unzähligen Sandhügeln unterbrachne 
Büfte bis Augila. | 


Ein andrer Weg (wahrfegeinlich für Pferde gangbarer), 
ihrt nördlich von biefem fleilen &Südabhange, erſt über 
rafhie nad dem engen fandigen Thal Gegabib °**), wg 
Bafjerftellen, ein Salzſee mit einer Inſel, keine Wohnun⸗ 
en, aber Palmen ſtehen, deren Krüchte zur Zeit ber Dat: 
ferndte von meeranwohnenden Arabern von Derna (bas 
Rittelmeer iſt 8 Tagereiſen von. hier entfernt) eingefam: 
elt werden... Bon bier an fleige der Weg auf den breiten 
Yöhenzug t) von Gerdobah, über welches traurige Hoch: 
ınd (muruful highland) der Weg fünf Tage lang führt, 
is man in einem Tage Über Buizara in das Thal nad 
hugila hinabſteigt. 


Auf dieſem Wege braucht man von Siwah nach Au⸗ 
ila, 13 Tagereiſen. Herodotus ſagt, man brauche 10 Ta⸗ 
ereiſen, Hornemann, der den Weg durch bie Ebene in Eil: 
aärfhen nahm, brauchte nur 9; innerhalb welcher er in 
74 Stunde Zeit, 36 Deutfhe Meilen (180 miles Engl.) 
Begdiflanz zurücklegte. | 





) Hornemann Voy. J. P: 55.  **) Hornemann Voy. cd, 

-  Langles. I. p. 58. _ ***) Browne tr. p. 24. Rennell b, 
Hornemann Voy. I. p. 217. 7) Hadı Abdallah Benmi+ 
Jeitan in ben Proceedings, Lp.ıge, 





986. Afrika, Tiefland. I. A 
=. Die Dafe 7 


Diefe Dofe liegt 15 Xagereifen 
(Berenice) don der Meerestüfte, g 
len (170 miles Engl.) Wegbiftany ı 
Barka (na Ebrifl) entfernt, Sie I 
ebene, die da, me fie bewäflert wi 
aber wenig angebaut, weil ihre & 
leute find. Sie hat vonD. nah W 
von einer Tagereife *), und If rim 
treifet. In ihe liegen vier Drte; ® 
Waflerort (0b Saragma des Ptoler 
nennt Hornemann Städte, davon bi 
dann Meledilah und Augila. ; 
Kalkitein der benachbarten Hügel fd] 
anfehnlich, aber ihte Palmhaine mw 
Datteln, feit den älteften Zeiten bis | 
bie Nafamonen **) pflegten fie au $ 
len, von eben daher von mo jetzt b 
mit Augila in Verbindung fliehen. 

Augila ift eine wichtige Station 
fie ficht heurzutage unter dem Pafd 
Burdharde's Reifenacrichten *"*) 

jandelsleute diefer Dafe nach zwei ut 

erfuchen (1811 und 1815), endlich 
find, auch directe Reifen durch bie 
und Borgu zu maden, um bort t 
au geben, fo, daß fie dieſe Waare nu 
jan aus beziehen, fondern unmittelba 
auf die Märkte von Cairo bringen, w 
Gewinn für alle Beſchwerden ihrer € 
fhädigt werden. 


3. Bergzug Marai od 


Weftwärts von der Dafe Augila, 
Zagereifen durch die Wüſte, immerfi 
fels beftchend, ‘wie bisher überall, db 
bald höher mit lofem Sande bebedt | 
ſtarten wieder infelartig ſtehende Hi 
empor, und unterbrechen bie einförmi, 
bügel,_wie es ſcheint, durch, Winde 
oft weit binauf diefe Erhöhungen. 
der Anfang einer Gebirgskette Mai 


®) Beaufoy in d. Proceedings. **) Heı 
Abdallah in d, Proceedings. I. p. 198 
in Nubia. App. p, 490. +) Hormem, 





Oaſen, Feszan. 987 


ide eine von den vorigen völlig veränderte Nichtung 
mmt, nämlich aus mancherlei Reiben von Norden ber 
fommengedrängt gegen S. S. O., weit in bie Wüſte forts 
ſtreichen ſcheint. oo. 

Bei diefer Bergkette endet ber bisher von D. na W. 

einerlei Direction an 100 geogr. Meilen (530 miles 
ngl.,.b. i. von Kairo bie Marai) weit, in völliger Gleich⸗ 
emigkeit ſich ausdehnende Küftenrand des Sandoceans 
gen Norden, welcher dem öſtlichen Küſtentande beffelben, 

leiher Ausdehnung, längs ben dem Nilfirom parallel 
ufenben Dafen, ſehr analog gebildet erfcheint. 


Diefe Bergkette Marai, welche von R. na S. fich 
eht, begrenzt alfo Bier oflwärts Hin einen Golf der gros 
a Libyſchen Wüſte. Ob fie weit gegen G. zieht, viels 
icht bis zu den Tibbo Febabo, 10 Tagereiſen gegen S., 
ad bis Borgu, von wo aus ein ähnlicher langer Bergzug, 
leder von O. nah WB. mit jenem obigen parallel, bie fübs 
de große. Sandwäfle von Berdoa und Bilma begrenzt, 
id fi im MW. an die Bergzüge von Fezian anſchließt; 
dieß fih fo verdalte ober nicht, bleibe künftigen For⸗ 
Jungen überlafien. 


Diefer Bergzug Moral °), Üben welchen in feiner 
weite vier Tage Long, gerade nah W. bin der Meg führe 
fe gerabe die Breite wie das Milwall: Plateau im Dft 
z Wüftengrenge), belebt aus wunderbar gerriffenem Kalk⸗ 
I6gebirge, voll enger, beſchwerlicher, ſteil abfallender Berg⸗ 
iſſe (Med hyg oder Neddik), bizarrer Felsſchlünde, ifos 
eter Felsbloͤke, welche dem Wanderer als abgeſetzte Maſ⸗ 
n einer Sündfluth erſcheinen ſollen. Er endet na W. 
mit nackten Felsflächen, mit Waſſerſammlungen. In⸗ 
erhalb der Labyrinthe dieſer nackten Kalkfelsklippen zeig: 
n ſich wieber ſehr viele Verſteinerungen von Meerthieren, 
ad Fragmente von petrificirten Holzſtämmen, aͤ Fuß lang, 

Die weſtlich davon auslaufende nackte Ebene aus Kalk⸗ 
Io, nenne Hornemann Sultin, und Hadi Abdallah 
ennt die ganze beſchwerliche Paſſage bes Bergzuges, 
m -geoßen Berg Ziltan, vielleicht dieſelbe Benen⸗ 
ang (?). | 

Von bier aus zeigt fich in ber Grenze bes Bands 
eeans eine große veränderte Naturbildung, wenigſtens 
ne „gro Unterbrechung jener einförmigen Geſetzmaͤ⸗ 
gie | 


‚Hormnemann Voy. L p. 78. Hadi Abäsllah nad Beaufoy 
2 den Proceedings ir 190. = 





98 Afrika, Tiefland, 


Erläuterung 5 Der | 
Gen 
Weftwärts beginnt ein Lal 
einander gereiheter Bergzüge; 
Humpfter Kegelberg. Zwifgen 
furptbare Säriinde, bald fol 
Hofe liegende Selsblöde, dann 
Taufende, enge Schluthten. 
quemften Weg, doch Ifk diefer | 
dend. Hier und da Äffnen fi 
fellen, berrlihem MWeidelande 
zelnen. flüchtigen Gazellen. B 
ununterbrochen burd) diefen fd 
Seine Maſſe ift Bafaltge 
nur hier, fondern Überall im ı 
mit Bafaltmafien bebedt, H 
mann, ber eingige Reifende, 
ten Über diefe Bafaltfirede Cı 
ihn) mittheilt, fagt, daß fien 
fen, daß es Überall nah mand 
von Hügeln find, die fich nur 
Niveau des dazwiſchen liegende 
ten aus dem volfommen plat 
flartend, ganze fleile Seiren 
wahre Bafaltgänge, mie 2 3 
und daß die Araber diefe hefoı 
leichte Eſthe oder Eflbur, d. 
nach Langles) nennen, Ihn 
ner großen vulcaniſchen Revo 
faltgänge); er glaubte vulcani 
Auch auf dem Wege von 
Meg fiber fle hin, fo wie aud 
von Feuan nah Mefurata w 
nah XZeipoli wird durch fie 
welche Nachricht neuerlich bu 
beftätige wird, Nicht nur bie 
biefe ſchwarze Haruſche 7 Zag 
dern auch im N. W. von Fezı 
damus) zeigt fie fig unter der 
5. fchwarz, der Mona Ater de 





*) Hornemann Voy, L p.8ı. 
2 Edit. p.46 u, 12, 7% 
Rennell im Appendix ibid 
Lyon Narrative of Tray. 
821, 4. p. 25, H; 80, 560. 
Beaufay Proceedings I, pı 





Er Dafen, Fezzan. 989 


*Die ganze Ausdehnung bes Haruſch von O. nach W. 
wutfpricht vollkommen den Oft: und Weſtgrenzen ber bei⸗ 
den flachen Syrten am Mittelmeere, eine vielleicht nicht 
anmertwürbige Erſcheinung. - 

Im Wet an diefe ef altirede Ichnt fi drei Tage⸗ 
zeifen breit, wieder eine Strecke von niedrigen, nadten, 





weißen Kalkklippen an, weiße Harufch *) genannt. Die 
Steinmaſſen erfcheinen wie gefirnißt (ob burch Hitze ver: 
ändert ?), fie ſtarren ſenkrecht aus der Ebene auf, beſtehen 
aus zerreiblidem Kalt, und find mit Petrificationen aller 
Urt erfalle; Conchilien, Seethiere und Fiſchkopfe von der 
Größe, daß einer eine Mannslaft abgäbe, liegen in Menge 
darin. Sie finder fih im gerreiblicen Kalkgeſtein, zerſprin⸗ 
en aber fpröbe wie Glas. Gie erfüllen die Hügel und bie 
iefe, die im Welt an die legte Bergreihe anftöße (ob Xa⸗ 
mibba bei Beaufoy7), von welcher man in die Ebene von 
Begzan nah Temiſſa (Tameſt bei Edrifi) binabfleint. 
TAnmerk. Lage von Fejzan. Jemiſſa, der dftlihfte 
Srenzort in ber großen Dafe Fezzan, liegt 16 Ageereiſen im B. 
von Augilaz Hornemann brauchte 195 Stunden Zeit zu 
hier. Meilen (395 miles) Wegdiftang. Der ganze weftliche Abs 
and von Kairo biß hierher, weicher 405 Stunden Zeit auf 166 
geogr. Meilen Wegdiſtanz beträgt, wurde von ihm zu brei vers 
ſchiedenen Stationen bis Siwah, Augila und Zemiffa wahr 
ſcheinlich (denn die Zahl dee Zage iſt nicht gang genau angegeben) 
in so Tagereiſen zurücgelegt **. Hadi Abdallah giebt die Ents 
fernung zu 45 Zagereifen bis Temiſſa, oder 32 bis Fezzan (db. 1. - 
Murzuk, defien Hauptftabt, anz Herodot aber rechnet Station zu 
©tation, nad) einer runden Zahl zu 10 Tagereiſen jede. 
Zu bemerken ift hierbei, wie Jahrszeit, politiſche Urſachen, bie 
Art zu reifen, Wegkenntniß u. a. m. fo verfhiebene Bedingungen 
bei Vollendung ber Garavanenreifen durch die Wäften find. 
Fezzan, worunter auch öfter der Hauptort verftanden wird, 
Het nad, Altern Angaben ***) von der Meerestäfte bei Mefurata 
27 Zagereifen Iandeinwärts , ober faft 58 geogr. Meilen (289 
miles, davon 161 nuf eine Zagereife geredhnet) gegen &. 8. 
Man hat feine Lage berechnet auf 27 Gr. 22 Min. 2 Ger. R. Br. 
Bon Tripoli über die Bergzüge von Bhuriano und Sockna nad 
Jezzan, And 23 Zagereifen. 


Erläuterung 4. 1) Fezzan, die Dafe der Bar 
manten; Phazania bei Plinius; Fäſan, Fizen 
der Araber. 

a. Nah ältern Berichten. 


Bon Temiſſa (Tameſt bei Ebrifl) nach W. führt eine 
Tageteiſe durch fruchtbare Ebenen nach Zuilah (Gylaf 





%) Hornematın Voy. I. p. 93. 2) Proceedings L ı 
Merod. IV. c. 183. Rennell kei Hornemann I. p. 186. 
“"") Proceedings I, p. 85, 





990 Afrika, Tiefland, 19 


eder Sila, das Cillala bei Plinius 

autal *) und Edrifi Zeit die Ha 
ein. Mon bier 7 Stunden mı 
jenen weiten Ebene nah Hemar 
er Dflgeenge bei Temiffa 7 (kurze 
W., durch eine fruchtbare Laudſcha 
jenmwärtig die Hauptſtadt von Feyjan, 
Sragricheen über diefes merkwürdig: 

Das Gebiet von Beyzan ***) ifl 
sif Imbammed, oval nah Hormen 
von er Morbgeenze, dem Suda 
Bafaltfirede (M. Ater) an fünf 
Murzut. Won da aber, durch das 
Zagereifen ſüdwärts foll gegen Ka| 
Eyrer) liegen. Dieß ift miche € 
Audon des Ptolemäus, das im N, 
und einen Theil des Eleinen Atlas ı 

Bum Gebiet von Fenan zähle 
uf, Wadan +}), Hiatts, Houn ı 
nein bei Shaw, das sera ürgwengioı 

iebt ihm 60 geogr. Meilen (500 m 
53 nah S. und Ko geogr. Meilen 
nah Welt. 

Das Gebiet bildet einen: Ereisr 
Birgen +++) umgebene Infel; und di 
Einfälle von außen gefigert. Nur 
dirge unterbrochen; ba ſcheint das 
die Sandfläde zu floßen. 

&s ift eine große tiefliegende € 
keihtem Sandboden bededt, ber ges 
gar einen, einft tiefen und reißenben 
ben fol. Im W. von der Hauptfl 
Sahara zu, ift der Boden mwülte umb 
Mendrah, 12 geogr. Meilen entfernt 
und mit einem Salze (fossil alkali) 
bed, fonft aber teih an Brunnen u 
bdeinden, nie verfiegenden Quellen, 

Es regnet nie in Fenan +t+), 
es ift im ganzen Reiche kein Flug st 


*) Ebn Haukal 6. W. Ouseley. p. 3 
Beaufoy in Proceedings I. p; 190. 15 
ed, Langles c.ll, p-ızo. 
ecedings I. p. 162. ++) .G 
Innern von Afrita, in Cuhns Saı 
++r) Sherif Imhammed nach Lucas 
&, %. ttt}) Proceedings Ep. y5 
I P. 457. A, p, aut. E 









Dafen, Fezzan. 991 


wopher für bedeutend Halten kͤnnte. Doch rühme der Eher 
zif Imbammeb *), das Flühchen; das an Murzut vorüber 
Wießr, die benachbarten waſſerreichen Begenden, in denen 
man, bei 8 bis 10 Fuß Tiefe, immer Brunnen finde, deren 
"mehrere in jedem Barten zum Bewäſſern dienen, wodurch 
ier eine Wegetation wie in wenigen Gegenden von ganz 
I Magreb ſich zeige. Er fagt, die Zahl der Driſchaften 
fol an Hundert feyn, mach Hornemann 201 Städte 
un! er. 

Buila (Sila), Bermah (Garama, der Hauptort der 
Goramanten), Kattron, Zemiffa, find Gtädte, und 
nachdem zuerft Berma und dann Zuila, die Hauptorte, ges 

} gi ik Murzut das Haupt der Dafe geworden, derem 

jersohner foft nur vom Handel leben. Hier iſt das erſte 
amd wichtigſte Emporium für Mordafritaz bier der Werbin: 
Bungspunct zwifben dem Weſt und Of, zwiſchen Marokko. 
und Kairo, swifhen dem Sudan und den Küften des Mits 
telmeeres. Waſſer, Korn, Mais, Datteln und Heerden, 
Die Hauptproducte des Landes, reichen hin bie durchziehen: 
® den Handelscaravanen mit den erflen Webürfniffen hinreis 
= gend gu verfeßen. 


“ 


—8 


2) Gadames, Cydamus, 


Fezan iſt für unfere heutige Kenntniß des Daſenzuges, 
den wir bis hieher verfolgt haben, die weſt li ch ſt e Grenze; 
war wird uns noch eine, aber .iemlich unbekannte Dafe 
in N.W. von ihr, Badames **) (Cydamus bei Plinius) 
genannt, die am Südrande bes Atlıs im Wilebulgerid, fig 
am das Hochland der Berbern anfchließe, und erſt, feitbem 
fh Munuk zum Haupte des Binnenhandels erhoben Hat, 
gefunten feyn fol. Won ihr aus beginnt im W. bie bat: 
selreiche Landfirede, jenes flache, lange, und bis 80 geogr. 
Meilen breite Steppenland, WBiledulyerid, mit Wadis oder 
Greppenftälten (f. Plateau der Verben, & 897.). 
iſt ein conrinuirlicher Brenius swifchen dem Hochs 
» ande der Berbern und dem großen Saͤndocean. Won bies 
fer gränenden Zone Eann man in der Zhat die bisher ges 
annten Daſen, gleichfam als den nah Df Hin immer Elets 
: zer werdenden Vorttab anfehen. WBeiderlei Formen ents 
Bahn fih, der Art nach ganz und gar, und find nur 
Umfange nad verfieden. 


I „wien 


“Raul. hll. 


- > Denn. was im Biledulgerid die weite, Hohe, durch⸗ 
Brocqhne, Elippige Kette des großen Atlas, das find bei dem 





„  rosgsdiue Fi PB, 98: 90) v. Ginfehel in Cuhns Cam 








992 Afrika, Tiefland. 19 


Daſen zug bie niedrigen -Rlippenklft 
erjheinen, wie der Atlas; was dort 
dis und die Tlachſeen ihrer Mündu 
feipten, ärmlishen wit der trockne 
denden, falyigen Teiche und feucht 
gelte Brunnen; fie. laufen beibe par 
Dergtetten von. D, und MW, und 
wie die Steppen diefer Flachfeen , 
und 30 Gr. N. Breite unter dirfell 
Noch mehr, was. bert die mehr zu 
surfäbigen, grasceichen, falythenige 
bier die nur zu fehr vereingelten gt 
zu zäblenden Dafen. Aber auch d 
mon nicht einmal mit einer Schnw 
am Oſtrande vergleichen, fo fparfaı 
gerüdt find fie, 

Und fo hat bie Matureintheilu 
welcher bie Araber folgten, indem 
Kal *) zeigt, Nordafrika oder ihr 1 
lies und in ein öftliches. theilten. 
beiden in der Mitte ift Feſjan. 
von Argppten (Misr) längs di 
(Builah); die. Weſt halbe won 3ı 
alzatfi, d. i. Grenjprovinz Sufe) ı 
oder bis zum Weſtocean. 


b Nach ben neueften Beri 
Lyon. 


In Begleltung des Engliſchen 
Capitain Lyon, im März 1819, v 
uf, um von ba tiefer in ben 4 
ringen. Die befchwerlichen und eı 
beide im Meiche Fezzan, während di 
tigen Aufenthaltes, unterworfen to 
feines Begleiters, hielt Eyon von 
der Reife zum innen Afcika’s ab, 
während Jahr und Zag im Gebiet: 
Bereifung diefes Landes hat der Er 
nauen Kenntniß deſſelben verholfen 
ländlicher. Befpreibung **) nachaul 





*) Ebn Häukal b. W. Osssley. 
Lyon Narrative of the Traye! 
the Years 1818, ıgu. 1820. Acc 
eal Notices. of Soudan, and) of 
with a Chart of ihe-routes Aud 


Dafen, Fezzan. 995 


aſtronomiſche Beob jem gegründete Karte bie: 
— Beh i — bier ur auf die 
tpuntte dieſer cherung ber Erdkunde hinweiſen, 
r vorzüglich die Ausdehnung bes Laudſtriches von Nor: 
ap dem &üden betrifft, welchen Lyon in feiner gans 
usdehnung bereifet hat, dagegen ihm bie Landfchaft 
Beften gegen den Dfien Gin weniger bekannt geworden 
Is Hornemann, deſſen frühere Nachrichten daher immer 
eigenthümlichen Werth beibehalten. ” 
Die nördliche Grenze bes Reiches Fenan iſt zu Bons 
(30 &r. 35 Min. 50 Gec. N. Br.) *) bie fudlichſte jw 
teeHy (924 Or. 4 Min. N. Br.), melger Dit ſchön 
Btämmen bee Tidbo’s aus ben benampbarten Bergen 
me iſt. Die Dftgrenzge mad das Ha sungebizge 
ut oben) „ bie weftligfte bezeichnet der Ort Dus 
. urzuß (MRorzeut bei Lyon) bie flade, liege 
we Mitte untee 05 Or. 54 Min. N. und 15 Gr. 
tin. D. 2. v. Greenwic. 
Bon Tripoli über das Gebirge Ghuriano (deſſen Ber 
bung f. bei Lyon Kap.ı. ©. 21 — 37) bis Benio⸗ 
(Beni Wulid), find $ Zogereifen und von da wies 
a5, alfo in allem 10 Xagreifen fädwärts von Tripoli 
cp dem Brunnen Bonjem zu kommen an welchem 
Beenzcaftell **) des Melches Zezzam gegen Norden liegt. 
7] * die Ruine eines alten Mömerbaues mit g;oßen 
dern, in der Witte der Sandwäfle, aus ber Zeit Kai—⸗ 
eptim. Severus, wie bie Snfcription fiber dem Thore 
gi. Von diefem führen 4 ſtarke Zagereifen ſüdwätts, 
ı wüfle Flaͤchen und einzelne klippige Engpaͤſſe (Hor⸗ 
genannt), zur nörblihflen Stadt im Gebiete von Keys 
nag Sockna (a9 Gr. 5Min. 36 Sec. N. Br.) *"*). 
? Stadt in bee Mitte fwerzugängliger Wüfen und 
päffe zwiſchen den Hauptfläbten won Tripoli umd Murs 
ik oh ein Aſyl der Flüchtlinge und Verfolgten aus 
m, weil hier eine feeiere Eriftens als unmitteltar unter 
Torannei der Gultane an beiben Orten möglich ifl. 
Einwohner, etwa 2000, fprechen bie Taarikfprache und 
: von ihren Dattelpflanzungen; fie zahlen von 260000 
aen Tridut, und von eben fo vielen geben fie keine Abs 

Ein paar Bleinere Ortſchaften liegen in der Nähe; 
IfE erheben fich die mäßigen Berge von Wadan, wo 
eiche Straußenheerden und Ba (Wadan), von des 
fle den Namen haben. Begen Süben von Sockna zie⸗ 
die fieilern und ſehr beſchwerlichen Gebirge Soudah, 





Lyon Narrat, eh. VI. p. *) ben, @.'66, ub 
we) ©. uva —J > Ent, 8.66, mb, 
2. —X 





94 Afrika, Tiefland. J. 


ober die fhmargen Berge 
Auge reicht, die bis zu einer Di 
gen, und jwiſchen a8 Gr. 40 
N. Br. von N. nah Süd, in 
geogr, Meilen fi ausdehnen. 
beftehen iſt ſchwatz, ſtark mit 
druugen, und zerfällt in kugelige 
völlig öde, ganz zereiffen, Reigt üı 
und Kegelbergen auf, und bie 
bäufig mit kleinen Trümmern ein 
faltmafle Überfireut, die glänzend 
Auch meiter —— ſich 
Verbreitung, unter 39 Gr. N. Br 
riano in ber Nähe von XZripoli 
emporftarten. 
ki Im Süden biefer unwirthbe 
beren Mitte ſich Eyon wie in I 
verfegt glaubte, breiten fih unn 
bald mit Bafaltfragmenten bald 
denen kein Waffer keine Vegetatic 
ählige Gebeine und Scelette vor 
enfhen an den Caravanenwegen 
ſchwerden und Gefohren biefer 9 
haft vor die Serle bringen. Se 
unterbrochen bis zum einem groß 
Mitte das Dorf Belgdban (7 & 
und 4 Tagereifen weiter bis jur 
3 Min. 8 Sec. N. Br.) +), bie 
einem fhönen Palmmalde umgeb 
baut und baburch merkwürdig If, 
obachtung der Farbenwerhfel 
wohnern im Norden burg das D 
au dem Schwarz berBewohner v 
nimmt. Von bier führen über ga 
nen, 4 kurze Tagereifen nach ber 
wohin man von Zripoli aus, mach 
des Caravanenfchrittes 39 Zagereif 
durch Trauerwülte: mit geringen U 
Murzuf +r}) if eine umm 
feftangefiedelten Einwohnern, bie i 
aber außer dieſen fammeln fi wis 
Stabtmälle find 15 Fuß ho, & 
Thore, dieſe fo wie alle engen € 








*) Lyon Narrat, p. 80, 561. ** 
#"*) Ebend. ©, 83. +). Ebend. © 
tt) Gbend. &, 97. . 





Dafen, Fezzan. 28 


‚aut, bie Weftand haben weil Degen hier uns 

Das Gaftell ift von fehr großem Umfange 80 

hoch, zeigt ſich von außen the maseialifg, 
‚50 bis 


ern Mauern find & unmäfig 

erben erſt in dee.Höhe 4 bie & 5 did, daß 
me wenig Raum für bie Zimmer übrig bleibt, 
Theil zum Harem ber erfien Frauen Kibere) 
— das von Eunuchen bewadpt wird. Die 
a almgärten umgeben deren Dattelernte eine 
9 der Bewohner abgiebt, 

von Murzut 3 Togereifen entfernt liegt der 
ın (95 Gr, 55 Men. N. Br) *), bee wegen 
v und Waffer berühme ift. Aber es find nue 
te von 30 bis 40 Fuß Durchmeffer, welche bort 
ſſehn erregen, daß man im ganzen Lande vom 
m fprigt, umder ſtehn dichiſchattige Pals 
ien von Vogelſchaaren belebt, die in dieſen Ges 
u den Seltenheiten gehören. Einf mar diefe 
ender, jegt hat fie nur 5oe bis 6oo Einwohs 
ell, 4 — Nur zwei Tagereiſen weiter 
immer gleihe &benen hin liegt die Stadt 
Zuila, Silo f. oben) unter 96 Gr. 11 Min. 48 

Deren Einwohner find Nachkomme: eines 

tammes die fih Scheriffe, d. i. vom Geſchlechte 
ten nennen. Sie find ae hellfarbig, zeichnen 
dtlichkeit, Ruhe und Gaftfreuͤndſchaft fehr vors 
ihren Nachbarn aus, ine Viettelſtunde im 
Stade liegen die Ruinen einer fehe alten Mo⸗ 
ollendeterer Bauart, 135 Fuß lang, go breit, 
ten Backtteinen mit Kaltmörtel, Von diefee 
unde im D. liegen 5 vieredige, gleichartige 
m 20 Fuß im Durgmeffer, 30 Guß Höhe mie 
ichern und Eenfteen, die in der Mitte Afrika's 
e merfwürbige Monumente find. Bis zur hal⸗ 
d fie mit roihen Steinplatten überzogen, und 
onen verfehen, die aber größtentheils verwits 
apit. Lyon hält dieſe für Ärabiſche Infchriften 
daß es Grabmale der älteſten Gcheriffe find, 
bis 600 Jahren ſich dort angefiedelt Haben. 
fen beiden Sftliden Städten des Berzanifcpen 
i den ®udan folgen 5 Tagereifen weit, bie jur 
one, Sttecken von Bafalıklippen, wie fie auch 
u im Haruſch beobachtete, und dann wieder 
Ebenen mit Kießftreden Überfhüttet. Mur bei 
: iR ein Brunnen gutes Waſſer, und Ga: 


arrat, p. 206, **) Eben. ©. 219. 
? 2 Ra J 





995 Aftifa, Tiefland, 1. 


teone, nur um weniges meiter 
47 Min. 57 Sec. N. Br.) ) it m 
per gelegen, von niedern Sa 
jemohner dieſer Stadt, größtentl 
war noch Fenaner, aber fle fpre 
Born. und die dort angeflebdeltei 
rabuten, halten ſich abgefondert v 
Von Gattrone liegt gegen Si 
Weiter der füdlichfte Dre des Fe, 
Meg führt dahin, erft duch Sand| 
die nur. mit wenigen  Wäldchen 
AGurda) und Seigenbäumen abm 
von Hyänen und Schatals dur 
Hauptfutier für Gameele ift bier 
Füdlichfte Brengort des Feyanira 
ereH *"*) mit «inem Gaflell, 
Murat erbaut (a4 Gr. 4 Min. 9 
war bdiefer Drt wegen Raub und 
fen Bewohner an den Reifenden 
fteht er unter der rengerm Zucht 
Hier wachſen zwar noch treffliche 
dier fol die Shdgrenge der C 
men +) feyn, bagegen findet ſich 
lihfe Gruppe der Doompa 
gegen Süden als die Stellvertreti 
nen, in einem Ähnlichen Berhältt 
Jeghptiſchen und Nubiſchen Nilı 
feinem Drte angeflihrt i, mo 
(Cucifera thebaica) erft im Güb 
ger wird, nördlicger nit, Bon 
ben, unntittelbar vor ben Mauer: 
roße Sandwüſte, durch weiche 5 
—* und Gclavenfang aus; 
jeger, welche im Ferjan wie in & 
wärts zu den jährlich regelmäßig 
nen gehören. Die in Kersan | 
Ghraszie bekannt. Gapt. Lyı 
eines folden Raubzuges erlchte, 
werben f . Außer den Palmen 
ten von Tegerrey nur no Rüt 
andre Gartenfrlichte im Monat & 
war in ben erfien Tagen bes Janu 





) Lyon Narrat. p. a5. ®) @& 
©. 239. +) Ebend. ©. 241, 23 
de l’Eg. Anuig. Vel, UI, ch, X. 
wat. pı 2494 





Dafen, Fezzan. 997 


Murzuk; die Kälte war in der Nacht ſehr empfind 
k Sonunenuufgang am zweiten Januar ı Grab 40 er 
raum. Thermometer; am ı4ten Januar etwas nörblidper, 
Wudakaire bei Batrone, Rand das Thermometer a Br. 
Bin. unter dem Gefrietpunct, das Eis war einen hab⸗ 
a Boll di gefeoren und die Hälfe der Wafſſerſchläuche 
ften erft auftbauen; am age aber ging biefe Kälte 
eber ſanen in Dige Über. Diefe Rachtealte in für bie 
fgerfclaven bie aus dem Gudan kommen und ihr Nachts 
onter freiem Himmel im Sande haben, fehr verberbs 
4 die flarken Wechfel von ber Kälte gu: ige, welche 
täglich wiederkehren, wurden für die Europäer faſt töbs 
id, und machten fie während ihres ganzen dortigen Aufk 
thaltes zu Fieberpatienten. 

Der Boden *) von gang Fezzan iſt eigentlich öde mb, 
Me; ein feiner zöthlich: gelber Sand und eine Art Kies 
vet den größten Theil des Landes. Im Süden ber 
mebahberge von a9 Br. bis a4 Gr. N. Br. iſt keine Spus 
dror Gefleinsarten als die jüngere, tertinite Kormation 
drothen Gandfleines mit einzelnen Gyps⸗, Gteinfalge 
d Mergellagern, die fih zu beiden Seiten Im Norden 
d GSüden der bafaktifgen Soudahberge anlegt und bie 
ne geologifche Mannichfaltigkeit dieſer Ebenen Nordafri⸗ 
8 zu conflituiren fcheint, mit darunterliegenden Dius 
elfal@fleinfchichten. Das Land iſt überall fehr troden, denn 
T drei eigentliche Quellen lernte Lyon in dem ungeheuern 
Name kennen. Aber an fehr vielen Orten findet ſich Waſ⸗ 
wenn man nur 20 bis ao Fuß tief gräbt, in Thon: unb 
[glagern. Diefem Boden fehlt die Vegetation eigentlich 
Bl, bie kleinen Wadi's oder Vertiefungen ansgenoms 

in denen bie und da Meines Bufchwerl ſteht, wie 
> ut, Thamaran, Deefa(?) und nur wenige Bäume, 
E 56 (Mimosa); denn Palmen, Eruchtbäume, Korn und 
müfe werden nur in bes Rähe der Stäbdte cultivirt. 

Vorſtellung als fey das ganze Zegsaner Land, oder die 
we, ein Band der Kruchtbarkeit fagt Lyon iſt ganz eig. 
am die Landſchaft von ganz Fezzan unterfcheiber fi im 
Ficht des Bodens keineswegs von der Sandwüſte, und 
& rt felbſt im eigentlichfien Sinne zur Sahara. Bei 
uf zeige fich nur ein weißer Thonboden der mit Gande 
üſcht doch noch ziemlich ergiebig iſt. Über die Acheit 
zorhwendigen Bewäflerung biefes Bodens If} fo beſchwer⸗ 
» daß im ganzen Reiche kein GBartenftü Über einen 
er (scre) groß ift, und keine Wiefenfelle*""), weiche 
en dichten Raſenteppich nur von dem Umfange einet 





) Lyon Narrat, p, 271, 368. *%) Ebend. ©. 371, 344 





998 Afrika, Tiefland, J. 


Zifcpplatte bildete, Bmifchen b 
Kripolt dis Murguf und Zegerrn 
willig Gras, zwifigen Felsklipp 
Diadi's ausgenommen, Auch di 
mit ber größten Anflrengung erdı 
übrigen Saiten in diefer Dafe bei 
Fuß ims Bevierte. Alle Bemäfle 
fainenwert das durch Efel getrie 

Dee Boben liefert als Ha 
Soda *) (Trona genannt; Natı 
(Shub), Gyps, Salpeter und € 
Mafen breitet ſis eine Ebenen 
len (30 miles) weit aus, Die 9 
und liefert außer den oben ſcho 
nur no etwas Undifches Korn ( 
Arten. Diurra, Weigen, Gerfe, 
Granatäpfel, felten zeife Aprikofen 
Aepfel,. tleine aber gute Feigen 
und Gorna, eine kleine apfelcı 
als eine Nuß, mit 5 Kernen un 
ſchmad und Geruch; der Baum 
warb von Mitchie für den Lotuı 
tus) **) gehalten, Die Korn: 
Detober und November, bie Er 
die weit wichtigere Dattelernte a 
ber wenn bie Datteln no weich 
Detober ***) wenn fle gebleicht ı 
Die Fauna }) von Fenan ſchein 
feyn; KZigerfagen, Hpänen, Si 
henden Zhiere; breierlei_ Arten 
ala dort einheimifh, eine Ante 
Stachelfgwein, mehrere Matten: 
find unter den Rafithieren die zal 
läufer (Maherry), Pferde, Efel 
und Hunde bleiben immer febhr f 
Fenan. Un Bögeln ift Fein Ueb 
und Raben find fehr gemein in d 
linge in den Städten, unb bie w 
mäldern;; fonft find Adler felten, 
ner, no weit feltner bie Sum 
w.f.w. Denn das Waffer iſt ü 
Blumen fehlen, fo fehlen auch d 
tennet man in Feuan nicht FF); 
fen giebt es in Menge, 


*) Lyon Narrat. p. 271. #*) @ 
163. Ebend. ©, 972. +)! 





‚2. Dafen, Fezzau. :999 


Alles Waſſer im Lande ift brakiſch ober fal lüſſe 
n ganz, eben ſo alles Wald: —— L alte 
er 


haben nur die Reigen, und ber Werth. Bütee 
2 ſich nach der Zahl der Brunnen und der Palmbäume, 
e nebft Camrelfleifeg die Hauptnabrung geben. Gärten 
m nur mis ber Hacke bearbeiter, eben fo bas wenige 
feld, von den wenigen Dienern und Gclaven, fo bag 
tlich auch der Ackerbau fehle und die Fezzaner nur auf 
Handel angewiefen find, und wom Krieg und Raub ges 
ſhre Nachbarn leben. u 
Noch find im Wer außerhalb bes Territoriums von 
m zwei Orte bekannt geworden, bie in keiner Abhäns 
ie von Fezzan gu ſtehen feinen, aber doch nur durch 
mer befanns geworben find, Ghraat, ber früherhin 
‚ unbelannt war und Gadames, von weldem fchon 
e die Rede war. Ghraat *) iſt eine ummauerte 
t wie Murzuk, ao Tagereiſen von Zuat, 5 vom Dats 
Id Garat, 10 Tagereifen im W. von Purzut und 7 
reifen im S. W. von Sebha. Nur eine Meile davon 
‘eine zweite gemauerte Stadt El⸗Berkaat, berühme 
die Schönheit der dortigen Trauben. Die Stade 
at liege in einer Ebene mit Kies bebedt, von bürren 
en umgeben. - me dortige Sheikh nennt ©ultan, 
t aber nur von den bort angefledelten, Bewohnern eine 
be; von den Tuarick's aber nicht, welche feine abs und 
ndernden Bewohner ausmachen. Unter ihnen find viele 
rn Mecca waren und als Marabuten verehrt werden. 
Staat feheint eine Republik gu fegn, denn ein dortiger 
ı ber Alten bat noch größere Gewalt, als dee Sultan 
‚, der vorzüglich nur Handelsmann ifl. Die angefles 
r Bewohner nennen fich Ghratia, und geflatten den 
den gegen bie Sitte der Mubamebaner ben Umgang 
ihren Frauen und Zöchtern, bie ſehe fchön feon pin 
feloft find durch den Handel mit dem Sudan auch fehe 
. Sm Frühling if in Ghraat ein großer Marlttag, 
ie Danbelsleute von Ghadames befugden mie Waffen, 
er, Blei, Eifen; die aus dem Guban mit Eclaven, 
und Gurunüfien, und bie Fezzaner mit ihren Waaren 
Zripoli und Aegypten. Gclaven, Sameele und Datteln 
en jedoch immer den Haupthandel. 
Ghadames **) von dem auch oben fon bie Mebe 
liege nach Gapt. Lyon's eingezogenen Nachrichten, 15 
teifen im S. W. von Tripoli und 90 Tagereiſen im 
3. von Ghraat. Dort fammeln fie alle Handelsleute 
ſach Tombuctu oder Tuat geben wollen, und bereiten 





Lyon Narrat, p. 113. **) Ebend. 6, 161, 11% 





1000 Afrika, Tiefland. 1.9 


fie auf ihre langen Wültenreifen vı 
äft der Ort an Keipoli teibutpflicptig 
nem Sohne des Paſcha beſeßt. Di 
anunterbrochnem Handel mit Tombu 
die Sprache von Zombuctu und ber 
big fit es, daß in ber Stadt Gha 
fämme dicht neben einander wohn 
Verkehr mit einander zu ſtehen. 
Mauer umgiebt fie beide, eine bri 
mefler buch ben Kreis der Stadt g 
zwei Hälfien, bie nur ein commu 
bas aber bei der geringften Unruhe 
wird. Sonft und au jegt no ft 
ber Städte in beftändigen Kriegen t 
bald der Stadt liegen Gärten und | 
aber eine reihe Quelle die buch 5 
gen und Bäder bemäflert. Die Wi 
dur einen Auffeher für beide € 
Bat ihren Sheitb und Mofer; ! 
eine Hälfte der Bäwohner, Benem 
gun ift beiderfeitiger Hauptermer 
n ber Südhälfte der Dattelgärten 
Stamm der Araber, die Dulad: belo 
Die Herefchaft *) von Feuan 
ben Händen einer ſchwarzen Dynaft! 
Sohrraufend von diefem Lande Beſitz 
Sheriffen von Tafilet nach Lucas 
Zeit hat ein Ufurpator, Mudni, 
‚Derefcherfomilie aun dem Wege ger 
erhoben und durch Tridut den Sch 
Er führt ein tyrannifhes Megime 
dadurch auf dem Thron, daß man ı 
von Zripoli als ein noch größeres 
Kabi in Murzub, deſſen Würde feit 
worden, führt im Reiche, unabhä 
Geſetz und die Kirche na dem Ko 
Familien beißen dort Mameluden, 
ande, arm aber ftolg auf ihre Hert 
ſtammen und ihre Vorfahren dem | 
ten, der fie ala Gefchente an die € 
dete. Auch Shrriffe bilden noch d 
bi’s der Städte, Sheith's der Dil 
verneurs, Habjchi’s bie in Mecca 
oder die frommen Heuchler find dü 
uchmen, Der zehnte Einwohner 





#) Lyon Narrat, p. 278, 





nu. wu mm - 0700 


m. ı8 
un y% 


y. I) 7 
wur ne DE * 


be 


Dofen, Fezzan. 2001 


ter zwiſchen ben Hausſclaven und bem ferien Molke iſt 

au nnd duntelfarbig, die Feauen häßlich, bie | 
e Fezzan 19, die ger ⸗ 

Männer —* keine ſchoͤne Gehalt, find keineswegs ar, 


Ihre — ſtehen ſehr herdor, ihr Geficht iſt platt, 
Die Augen find klein, der Mund iſt weit, das Haar wollig 
Doc nicht negerartig raus und die Naſe ift gewölbter wie 
bei den Negern. Tanz, Maſik, Vielweiberei ift allgemeinere 
Genus, Glaube an Zauberei lund böfe Dämonen (Iblis) 
Herrfchend, ihre Sprache ift das Weftarabifche mit der bafl: 
en Schrift (Magbrebi), aber auch die Bornu:, Tibbo⸗, 
arit: und Sudanſprachen werben bort wegen bes bäufi: 
1m Verkehrs mit dem Süden gefprochen, und es mag keine 
ſſere Schule gur Vorbereitung auf die Reiſe in den Eu: 
Dan geben als diefes Land. 
ie Fezzaner haben Leine Geſchichte ihres Landes, nur 
febeißafte Traditionen, doch find fie alle im Schreiben und 
efen des Arabifchen bewanbert; fie find ohne kriegeriſchen 
Math, ohne Tapferkeit, und durch Turannei zum Sclaven⸗ 
nn berabgewürdigt. Die Einkünfte *) des Sultans beſte⸗ 
en in dem Zoll von Gclaven, Datteln und Waaren. Kür 
eden Sclaven beim Gintrite in das Meich werden a Spas 
niſche Dollar gezahlt, manches Jahr kommen 4000 Gclaven 
ins Land; jede Samerlladung mit Dehl und Butter zahle 
Dollar, mit Zeugen 3, mit Datteln ı Dollar u. f. w. 
attelpaimen zahlen alle aoo Stück ı Dollar Abgabe, alle 
Heerden ein Zünfiheil. Beim Verkauf jebes Sclaven wer: 
den 13 Dollar an den Sultan Abgabe gezahlt. Das Eis 
thum an Palmbäumen bringe dem Sultan jährlich 6000 


Gameellavungen Datteln ein, jede zu 400 Pfund an Ges 


wie, nad geringfier Schägung 18000 Dollar an Werth. 
Jebder Garten zahlt ein Zehntheil ſeines Ertrags, außerdem 
noch jede Stadt einen Bleinen Tribut, und jedes Jahr fängt 
Die Ghrazzie, oder die Maubparthei gegen das Megerland, 
2000 bis 1500 Sclaven ein, von welden ein Viertheil je⸗ 
Desmal Eigenthum des Sultans ift. Dferbebandel iſt Mo⸗ 
sopol des Bultans. Dagegen made fein Tribut an den 
Paſcha von Zripoli bisher Jährlich 15000 Dollar aus, ber 
aber feitdem gefleigert ifE**). Diefe Tributpflicht führt den 
&ultan jedes Jahr einmal nab Tripoli, indeß ein Gohn 
Bas Commando im Reiche fortführt. Die Kriegsmacht im 
Fetzan beläuft fih böchflens auf 5000 Bewaffnete, meiftens 
Araberflämme, die obnedas vom Raub leben. 

Dieß find Dauptzüge aus dem gegenwärtigen Zuflande 
des Landes von Fezzan, dem jedoch eine politifche Weräns 








*) Lyon Narrat. p. 188. **) Gbenb. ©. 263, 





zcog Afrika, Tiefland. 1% 


derung leicht eine para ambere Rich 
die mitunter srefflichen geiftigen Anl 
nur unter dem Druck der Thrannei 
nur noch bloß im Grofhandel ſich e 
gen, wie ſich aus bem Bolgenden er 


Drittes Kapı 


Die Dafenzüge als Natuı 
geſchichtlichen Entwidlu 


% 56. 


Erläuterung 1. Weltefte 
Dafenzuge 


Schon Herobotus Üiberfahe keine 
Hang biefes überaus merkwürdigen 9 
pentüfte und Thalboden mit Waffer| 
Bogen (öggim yaznıns) *) als Gürtel 
Libyen von der großen MWüfte fie 
ten darauf Üenferflen der Men 
(dogaroı myös an). 

Wenn feine-Angaben der Statio 
Dafe anfangend, nah einem Maaf 
als runde Summe zu gleichförmig bi 
fie in bee Zahl ber Tagerejſen doch n 
nur ein Geringes von ber Wahrbei 
Benennungen betrifft, fo geltem diefi 
Tag. Ja fie find uns der Hauptweg 
badnten Straße gewefen, ohne bie 
nicht gefunden haben tücden, 

Nur die äußerften Puncte bebürl 
gen. Die Station von ben Garam 
jan) zu den Ataranten (Bewohner di 
las, $.30. Seite 896.) mag mo 
Dafe Badames am Fuße des großen A 
and iſt in fofern den Tagereiſen nach 
U:Xarante bezeichnet die Bewohner | 
gwar insbefondere Bemöhner eines 8 
(f. Zaranta in Habeſch). 

Bon ben Ataranten zu den Atlaı 
Kagereifen. Dieß kann nur von eine 
des öftlicgen, nicht des weftlichen ſchn 
den werden. Vielleicht gilt es von.ei 











*) Herodot IV. 18% 





.UAL. AU 


" 


Dafen, Bewohner, Cultur. 1003 


Karthagiſchen Atlas, bee gwar nicht himmelhoch, aber tod 
auch eine Wetterſcheide, ein Wollenfammler *) ift, und von 
Dem alfo gefagt werben kann, daß er bis in den Himmel 
reiche, und eine feiner flügenden Säulen fey Kon ibm, 


der von den Atlanten bewohnt wird, theilt weiter nah W. 


Bin, Herodot Beine Nachrige mehr mit. Am Meere hin 
Beunt er nur noch die Säulen des Herkules, aber nicht ihre 
Entfernung und nicht die Menfchen, die bis dahin wohnen. 
Auf dem Kandwege von Theben an bis gu ifnen, giebt er 
Die genauefle Erzählung famt ben Ramen, und wenn auch 
nach feiner eigenthlmligen Vorfkellung anders gerikter. 
Won Theben zur großen Dafls, zur Pleinen, zu den Ammos 
niern, mo ber thebaifche Gott vershre wurde, und von ba 
fiver Augila gu den Garamanten, Ataranten, Atlanten, ging 
wahrfcheinlih die Caravanenſtraße der Nafamonen nach Kar: 
thago, wie bis heute, nad Tripoli. Und follten nicht bier 
wie fo oft den Göttern und den Menſchen, mit Priefter: 
eolonien und Handelszügen, auch die Natur: und Kunſt⸗ 

zoducte nachgefolgt fun? In allen Dafen won der mit 
—* unter gleichem Parallelkreiſe liegenden an gerechnet, 
nordwärts rings um die Wüſte, iſt hohe Cultur der Dat—⸗ 
telpalme, Reichthum an Drangen: und Dlivenhainen. 
Nicht fo ſſidwärts in dem den Alten völlig unbetannten 
Dar: Zur’), wo bie Palme nur felten ift und ihre Dat: 
gel nicht recht gedeiht. Ruinen alter Gebäude kennt man 
zwar ſetzt nicht mehr in der großen Dafis im Weſt von 
heben, obwohl bie Erzählungen ***) der Araber es höchſt 
swahrfcheinlich machen, baß fie einft ausgezeichnet bevölkert . 
war und fhöne Monumente der Vankunſt enthlelt. In 
der Leinen Dafe finden fig no alte Ruinen, in Ammo: 
nium ungäblige Catacomben unter einem großen heile dev 
Gegend umper, weiche ihre Ältefte Bevölkerung bezeichnen +), 


und die Ruinen ber Tempelgebäude mehrere huündert Ru: 


sben im Umfange, obwohl der größte Theil verſchwunden 
it, ba bie 6 bis 7000 Einwohner der Stadt Siwa, größten: 
sheils ihre Wohnungen aus architectonifgen Fragmenten 
erbaut baden. Auch im Gebiet von Fe jen tr) wie bei 
Zuils find Ruinen, bei Germah male tiſche Ueberreſte 
fremder Baukunſt, noch Heute ‘anzutreffen. 


Anmerl. Ramen; Dafe, EL Wah, Gazer, Siwa, 
Augila, Fezzan. Die biftorifhe Wichtigkeit biefes Dofenzugs 





*) Desfontaines Flora Aslantica. T, I. praefat. **) Browne 
tr. p. 265 ee) Edrisi ed. Harım. p. ı8. und 489. Ma- 
crizi b. Laugles. Mem, sur les Oasis P 365. +) Browne 
und Hornemann Voy. J. p. 46. Rennell p. 209. T) She- 
rif Imhammed $, Lucas Procesdiugs. I. p. 8, 





1004 Afrifa, Tiefland. LA 


mat &6 nothivendig, uns Über ihre verſe 
verftändigen. % 

Die Aegypter nannten bie bewohnten 
von großen Wüften wie Infeln vom Meer 
fem *) (Oasis, Auasis, Hyasis) #*)5 um 
fen die Alten insgefamt, jene brei sunäd 
aber auf verſchiedene Art. 

‚erobot nennt nur biejehige, 7 Zagı 
Ken, aoıs *®), melde nah ihm von 
ber Seeligen heißen, Muxigur vjoo: W 
der ganze Dafenzug der füblihen unb nör 
erft fpäter don Ptolemäus in zwei Theile 
porva getheilt erfheint. Bu Plinius u 
aud) das Land ber Ammonier, eine Dafe < 
biefem Begriff zugleich den ber politifhe 
anpten, bann unter ber Oberherrſchaft dei 
Daher kam es, daß fie bie ferner liegend 
gleihmäßig befchreiben, doch niht Dafen n 

Die Kraber erweiterten nun biefen ® 
fol „Wahe” eine Wohnung beißen; fi 
El Baphat im Plur., überhaupt biefe 
Bi ‚Hieraus wurden von den Schr 





ten ) bei Leo Afr., Marmol u. a. 
det, Eleohet, Eloacath gemaht. 

Aus einem andern Arabifhen Worte, 
Die Worte Al Djazair, Algazair, Agazar 
B. in Agadez), immer biefelben Bezeichnu 
bolf nad) Strabo Eurz wiedergiebt: insuli 
mai, 

‚Herobot nannte nur eine biefer Inf 
Btolemäusfhon zwei; -Strabo und u 
Wromne nahnte drei folder Stellen O 
wir ihre Zahl nicht mehr angeben (nad) ( 
20 bewohnt find); benn in ber Arabifd 
wir berechtigt gemwefen, auch alle aͤhnlid 
Sandoceans, Dajen zu nennen, felbft Da 
Abuifeda ſchon thut. Und in diefer freie 
Strabo +) vorangegangen, welcher ben ga 
darin gerftreuten Dafen unter einem © 
En. Pifo, febr finnreich mit einem gefledt 

Die Araber ++) pflegen ven Dafenzu 
ber parallct mit dem Mil läuft, die inne 
Dakhelat, daqegen bie Ammonifce bie Au 
el kharedjat, zu nennen. 

‚Andere }f}) nennen bie kleine Dafe 

is parva, nur allein bie innerez bageg 








*) Strabo 1. XVIT. p. 791. 9) Id 
©. 397. *) Merod, II. c.26. u. 
Oasis.) Iudolf Comment. ad 
PSeabo 1. I, u, XV, 

s wa. f. Langles Mem. 

Schultens Index Geogr, in Yilam 





Dofen, Bewohner, Euftur. 1005 


dem Parallel von Theben, die fübliche, El⸗Wab⸗el Lebiych, 
wder wie auch die Meine nah Browne, die wefllihe EI Bharr 
bishz bie Ammonifche mit bem Gonnenbrunnen aber, die ferne 
Dofe, EI Woh el loffouy. 

Die Ammonifhe Dafe wirb auch wohl große Dafis genanntz 
bei den Arabern *) des Mittelalters heißt & Santaryah, heut 
gu Tage allgemein Siwah (Siwa) **). 

Die Dafe Augila hat von Herodot bis heute benfelben Nas 
wen behalten, und Abulfeda ſcheiat ber erfte zu feyn, der fie zu 
den Dafen zäplt ***). 

Die Dafe Fez an wurde zuerft don Rennel +), als Heros 
‚Bots Land der Baramanten anerkannt. Die Römer nannten 
«6 Phazania, bie Araber des Mittelalters, Zuila. Bon Zuila 
und Garama (Serma) find nod bie gleichnamigen Hauptfläbte 

Aber Murzuk iſt gegenwärtig ber MWittelpunct bes Vers 
Behrs; vieleicht erft feitbem die Dynaftie ber Gcherife von Zafis 
Iet +4) vor 500 Jahren zur DOberherefhaft Aber biefen Handeis ⸗ 
aat gelangte. 

deren hat fid dieſer ber Arabiſchen Oberherrſchaft entjos 

en; in neuerer Zeit hat er nur wenige Zahre eimen Tribut an 

ripoli bezahlt, unb auch biefer war in ein freimilliges Geſchenk 
amgerwandelt bid er wieder zum Pflichtgebot geworben ifl. Auch 
die Araber +++) nannteg, wie aud bie Römer, das Land Pha-an, 
Basan, Marmol nennt es Bizen, neuerlich wird es Bäfan, 
ber Ferzan gefhriehen. 


Erläuterung 0. Die Dafenbewoßner und der 
Garavanenvertche 


Beide Dafenzüge, der am Df: und am Nordronde der 
lüfte, oder der Öflihe mie der noͤrdliche, nehmen ihre 
htung aus dem SWBinnenlande nach ber ordoft: Ede 

Aftita’e. Sie floßen bort bei Memphis oder Kairo (Ras 
Diea), bei den Arabern Misrot „die Mutter der Welt‘ 'ges 
annt, in Unterägypten und bei Theben in Dberägupten, 
als zwei Schenkel eines fat rechten Winkels zufımmen. 

Sie find merkwürdige Hiflorifcpe Linien, gieichſem bie 

won der Narur gejogenen und vorgezeihmeten Binnfale und 
Wohnen, des Afrikaniſchen Wölkerverkehrs der alten wie der 
neuen Zeit. Denn auch gegenwärtig iſt Kahira der Sams 
wmelplag der Afrikaner des ganzen nördlichen Plattlandes, 
vom Nil bis zum atlansifcgen Drean, und von dem mits 
Selländifhen Meere bis zum Gmegal, Gülbi, Habef und 
Bangebar, wie dieß auf eine fehr merkwärdige Weiſe des 
Werdienfivollen Seejen gefammelse Sprachproben des Afri⸗ 





©) Jakuti. Edrisi, Abulfeda, **) Browne, Horoemenn, 

Pe Abulfeda Ar. ed. geiohhern, L » — 73. 
eotzr. b. Bredew. p. . 9). Lusas —RX 

1. prrog 4) Bari od Harizm, pı 16 en 





1006: Wfrifa, Tiefland, 1.9 


tanet beweiſen ). Dar: Eur ift 
den Sudan, .mwie es Geyzan | 
Au in ber alten Zeit war Bezga 
benachbart, wie heut zu Tagẽe bie| 
Glieder zertheilten, Hanbelsverkeh 
und Zripoli._Sübwärts aber 
fiherften, Pürzgeften,. mindeft waflı 
mit dem Sudan in Werbindiumg. 
Diefe Lage hat das Schidfal 
fhieden. Ihre Dafen find fo viele 
Garovanen des Sandoreans; fie 
Wirthe ber Ankommenden, oder di 
oder die Eigentblümer und Be 
auf biefem Wege im Umtrieb gelang 
So find fie-alle insgefamt ar 
bes Catadanenverkehrs gebunden, w 
andern Erdtheil characterifiet. Am 
ganze Geſchichte ihres Äußeren und 


Bewohner des öftligen 


1. Magrebi ber kleinen 
Die Bewohner der Heinen Dafe geb 
ber Magrebi **), welcher am 30000 
len kann, und in ihr vielleicht feine 
dat. Denn fie Ind Wanberforden 
deren erfies Bebürfnig mit einem 1 
jeden Mann, und mit einer ledern 
den Tag befriedigt if. Sie treibe 
aucht, liefern die Laſtihiere der Sara 
iheen Zribut von ber Dafe in Datt 
find die geflirchteten Räuber der Wi 
gangsfpige beider Dafeniüige, Ihre } 

u Enge keine Earavanenfitaße führt 

‚äuslige Nieberlaffung, als vielmehr 
zufehn. Keine Lage Eonnte für ein 
günftiger eyn. 

Die Bewohner der großen Dafı 
ober Muggrebi ***) feyn. Zu Herode 
Eolonie dee Samier, vom Aiscri 
Strabo nennt fie fehr wohlhabend un 
ten Jahrhundert wurden durch Ari 
katholiſchen Partei, und im 





*) Vater Sprachproben 1316. p. IX. u 
tr. p. **%) Browne tr. p. 16, 
Langles Mom. sur les Onsis. pı 3, 








* 


Dafen, Bewohner, Cultur. 1007 


of Nefkorius von Gonflantinopel zu ihnen in das Erif 
dit. In Oasin relegare *) wurde fogar ein Sprichwort 
ben Panbecıen, und feitbem hoͤrten bie Dafen, wie Ide⸗ 
ler mit Recht fügt, wohl auf, bie Infeln der Glückſeligen 
gu beißen, wie Herodot fie no nannte. Die Bewohner 
Wurden bald darauf durch die Ucberfälle der Blemmyer 
ober Mazices ausgerottet. Am fechsten Jahrh. war in die: 
& Daſe der Sig eines Bifhofs; im Jahr 945 nach Chriſti 
burt (353 der Hedſchra), kam fie unter die Herrſchaft 
der Araber. Abbulmelik Ben Merwan von dem Gefchleche 
vr Lewata, und der Gecte Merwan, wurde auf wenige 
abre ihr Beherrſcher, denn fihon 950 (339 d. Heg.) wurde 
die Dafis wieder von Beherrſchern Nubiens erobert, und 
Ihre Bewohner zum großen Theil ausgerottet, und als &cla: 
ben weggeführt. Zu Edrifi Zeit (11800 nach Ebriſti Ger 
burxt) war fie ohne Einwohner *"); Leo (1515) nennt ihre 
Bewohner ale dunkelfarbige, niedrig: Babfüchtige Menfchen, 
die fih Reichthümer erwarben. Bei Poncet (1700) zeigt 
es fi, daß fie die damals Häufig hindurchziehenden du 
samen mit Lebensmitteln verforgtn. Brownes Nachrich⸗ 
ter fagen wenig von ihnen, nennen fle aber ebenfalls Mug⸗ 
jrebin °**), richtiger Maghreby, welche bier gleicher Art 
wie denen ber kleinen Oaſe find, *D 
= Da fie die Sprache ber Bewohner von Siwah ſprechen, 
© iſt ihre Identität }) mit bern Beutigen Ammoniern, welde 
ie Tuarik- oder Berbernfprache haben, fehr wahrfcheinlich. 






s. Bewohner non Dar: Fur. 


Die Bewohner der Dafe (Dar) Fur, find urfprängs 
ich ein ſchwarzes, ächtes Negervolt, und mit ihnen beginne. 
rer gegen N.D., fo wie im Lande der Tibbos von 
Bilma und in Sebha, im M, die Negergrenge tr) 
ns weiten Sandocean. Aber diejenigen eingetvandesten Be: 
wohner, welche diefes Land erſt zu einer Dandelsonfe erho⸗ 
vet, und bafelbit zu Herrſchern bes Landes wurden, ſtam⸗ 
nen aus ber mittlern Nilftufe ber, und fprechen die Baras 
ra, d. i. Berbernſprache. 

Bor. wenigen Jahrhunderten, vom Araberſtamme ber 
Bhaikie in ihren frühern Sitzen am Nil beunruhigt, wans 
erten fie nach We Bin aus, und wurden bie Herren bes 





*%) Pandeot. L. X. L. VIII. tit. 92. 1. 7. de interdict. et re. 
legatis. **) Edrisi ed, Hartm. p. 18 u. 489. *'*) Browne 
srav. p. 16. +) Rennell in Hornem, Voy. ed. Langles, 
n p- 279. tt) Browas tray, p. 166. Hornemann Vor, 


.ı 2147» 





1008 Afrika, Ttefland. 1.2 


Megerlandes Fut. Ihnen folgten bi 
Machzügler aus Kordofan, Sennaa 
Urgypten, aus der Klaffe ber Gem 
‚Handelsiente. Go, fheint e8, wa 
ber bandeltreibenden Vollsmaſſe aı 
wellmärts, und mit ihnen rüdte bie 
Pencıts Zeit, fo blühende Caravan 
nern bes Aftikaniſchen Docplandes, ı 
gara, über Kordofan, Sennaar, Che 
and durch Nubien ebenfalls nach dei 
Nilthal in diefen Dafenzug hinüber, 
wieder gegen den Oſten berüber gemi 
Seitdem *) erſt bildete ſich im d 
und die Handelsverbindung mit Kair 
150 Jahren). gewann ber Islam. fef 
feitbemn erſt bildete ſich hier die Su 
jiele ſo auf einem neuen Wege da: 
des Gontinents. Und nur durch bief 
Hang, ward es möglich, daß ein Gr 
tif: Atabiſchen, eher wohl aus ei 
Zripoli abhängigen Stamme, Dageı 
Megerlandes Zur gelangte, Mit dem 
Bier neben der Berbernfprache die Arı 
In den Städten bes Landes bal 
Eingewanderten niebergelaffen; in bei 
mit etwa 6000 Einwohnern, ift Bein 
Furianern bewohnt, fondern alle in 
leuten und Fremden, melde nicht 
sur Ehe nehmen. 
Die Dafe Fur iſt unter dem 'ga 
wir bisher betrachtet haben, bie jün 
Ueber die regelmäßige Verbindung 
Sudan, haben wir no feine genaue 
mie, daß der Sammelplap ber bal 
beittehalb Zagereifen weit, im S. W 
cabia ifl. Bon hier aus werden t 
unter ber Anfühtung des Sultans, 
Sagbpartien***) auf den Sclaven 
Fe an Ghrazyie heißt) nach Donga, 
weißen Nilftroms, gemacht, an weie 
leuie von Bornu Theil nehmen. € 
ber Haupt: Handelswaare nad Kairo 
Nachbarländern leicht mit dem übrig: 
Austaufg. Sweini ift das Empt 











*) Browne tr, p,277. **) Browne ar. 
trav. Pı.475, U. Proceedings II. p. 





Dofen, Bewohner, Cultur. : 2009 


ane ”);, deren Abgang nach Kairo für das ganze Laub 
üfte Wegebenheit im Jahre if, und felbft zur Ghro: 
e des Surionifchen Kalenders dient. Gclavenhänbier 
be nach Browne, Ghellabis na Frank), baden bier 
Dauptnieberlage. Der Sultan felbſt, obwohl er nicht 
er Garavane zieht (doch ſteht mei ein naher Vers 
tee von ihm am ihrer Spike), wandert Doch wenig: 
mit feiner Reſidenz von Ort gu Ort, und ift der erfte 
elsmann **) im Lande. 
Einige Donate Zeit bebarf es pur Berfammiung bee 
Kameele, ber 1000 Sclaven, ber 3 bis 400 Kameels 
gen, Elephantenzähne, ber 2000 Rhinecerosgäener, 
000 Kantae Gummi, der 1000 Kantar Zamarinben, 
tatrons, bee Straußfebern u. f. w. in Sweini (Goues 
**), bevor ber Sultan das Signal zum Aufbruch giebt. 
umellen, in fihern Zeiten, bilben fich auch zahlrei⸗ 
aravatten, zwei im Fahre von 5 bis 6Gooo Kameelen 
ben fo vielen Sclaven. Auch kommt nach mehrjähri⸗ 
Interbrechung auch wohl eine fogenannte große Gas 
e gu Stande, die mie ein bebeutenbes Heer zieht, 
mmweilen aus 72000 Sclaven mit 15000 belabenen Kas 
n beſtehen fol +). Nach 45 Tagen Marſch über Ges: 
Sheb und die große Dafe, gelangt fie nah Siouth 
til, unb dann nach Kairo. Won ba kehren nur bie 
en hundert Führer und Eigenthümer, mis felten mehr 
er Hälfte ber Kamerle, aber mit Waaren des Drients 
Deeidents beladen, zum Gudan zurück. 
Den Character des banbeltzeibenden Wolke ber Subans 
me, und ber Derrfches in Dar: Sur, ſchildert Browne 
neuhig, verwegen, habſüchtig, Bart, ſchnell zu Empb⸗ 
n geneigt. Gie, welche von dem friedlichen unters 
en Megervolt auch Seiara genannt twerben, treiben 
zroße Gefäß des Berkehrs zwifchen Aegppten und 
m mie bedeutendem Gewinne, _ 


länterung > Bewohner des asebligen 
Dafenzguge. 


o Bewohner von m Beh Ammonier. er 





—ãa Bolten — * —E 44 





Browne tr. p. 246. L. Frank Mem, sur le Commerse 
es Negres au Caire in ben Mem. sur L’Eeypte. T. IV. p. 
26. **) Browne ır. p. 301. Mem. sur la Carawane de 
Yarfur in d. Mem. —8 pto. T. III. p. g0z. °**) Lapa- 
ouse in den Mem. sur l’Bgypte IV. p. 77. +) Memeires 
3 l’Bgypte. T. IV. 2-96. +1) ru IV. e7. . 

. y 





soo MWfrifa, ‚Tiefland. I. ! 


ihre Tempelgebäube, durch ben. pı 

darch bie. dichten, fehattigen Palmı 

der, Die im der Mitte der Blühen 

Sonne den Eingang verwehrten. 

fie geböben dutch den Befuch Alera 
feine Adoption, und. durch die Begt 
lerandria in ihrer, Mühe, 

Ahre Größe ſchwand, und die 
ein Scattenbilb. ihrer vorigen Hei 
ihrer Erearchen iſt verfchwunden , 
den Siwaern Birbe. genannt, viel 
befeftigten Garavanfrrais am Ammı 
Gatocomben, in denen fie nach Gold 
niß der —— buch die Wü 
nern geblieben. u die frühe wm 
wächfe zeigt fich bier noch, im gr 
hichften Brüchte aller- Art, mie fie 
aufgumeifen hat. Datteln, Grana 
diesfeigen, Dliven, Feigen, Aprito| 
vortrefflich und. die Gärtnerei & 

Das Gebiet,der Ammonie 
von Dberägypren bis Barka und ı 
Wüfte Lityens; zu Macrifi Bei 
Arabern ſchon diefen Namen (um 
führte, nur 600 Berbern zu Bewol 
Heiner Staat von zoco. (nah Rip 
Einwohnern (nad Rennes Shägu 
waffenfähige Männer zählt, ber die 
tans oder des Kaifırs der Dttoman 
ohne Tribut zw zahlen. Siwah ift 
manns Zeit, eine ol igarch iſche 
in innern Revolutionen begriffen if 
tab +). Zeit, wurde fie don einem 
bis 8 Häuptern, regiert; daun flie 
u Hornemanns Zeit auf a6 Ed 
dann Stammoberhaupt). Auch Br 
ner von Siwah aufrührerifp und g 
Kampf der Parcheien. Cie ſprechen 
waſptache FH), ‘ i. bie bee Tuar 
Zudfon der Spelluß), und find, ı 











A. von Humboldt Anfihten ber Na 
tr, p. 19, Hornemann Voy, p.# 
ogr. b. Bredom p. 633. Langles 
592. ‚ ***) Hornemann Voy. 1. f 
1. p.195. tt) Hormemana Voy 
P- 495. 


Oafen, Bewohner, Cultut. 2012 


andelsiente, ale Wirthe der Garananen, bie in ihrer Sta⸗ 
ma immer wochenlang taſten. 

9 Bewohner von Augila. Augile, bie Mittels 
tion gegen Fenan, if ein ähnlicher bem Be von Tri· 
li *) qugewandter, aber dennoch ziemli auabhängiger 
ambelsitaat, berühmte wegen bes Aroma's feiner Darıeln. 
ieine Bewohner machen die Handelsgefchäfte der Ferzaner 

Kairo; daher fie das wahre Wanderleben führen **). 
on frühefler Jugend, dem Breigepnten ‚und vierzehnten 
ahre an, geben Me gu Fuß mit den Garanonengägen und 
wöhnen fi am bie großen Beſwerden der Wüfte, 
ſeiterhin if ihe Leben getheilt, zwiſchen Fezzan, Augila 
id Kairo, wohin fle mit jeder Garavane ihr Geſchäft ruf 
aßer bereiten die mehren dieſer Handelsieute, fich in jes 
m diefer drei Dete ihre häusliche Niederlaſſung. Wiele 
en an jedem ihre Wirthſchoft, ihre Frau, oder verbins 
a fi zu einem periodif gen Eheftand, fo lange die Raſt⸗ 
ie ber Goranone dauert, Go entwidelt fi ein Character 
3 biefem Wolke, bei dem alles nur auf den Gewinn ber 
net if, und fo if es bei der Kerumfchweifenden Lebens⸗ 
t fein Wunder, wenn Egoismus, Neigung gu Lift und. 
etrug, und eine Degrabarion des ganzen Denforn bei 
men, als herifgende Züge dem Beifenden fich aufbrangen, 

Ein Hl der Augilaer widmet ſich mehr ber Landwieth⸗ 
bat nee —— — von — v Ale 
J net gewandt, ), bis zum Uebertriebenet 
ad ren — ber allgemeinen Archifgen die Bere 


3. Bewohner von Fezzan. Die Feuaner find, 
man ung nigt triegerifch wie aus dem vorigen fich ergab, 
4 die kühnften und anternehmendfien Handelsleute 
© nördlichen Afrika's; aber au Peine andere Handelscos 
nie wird fo von der Natur bazı geflempelt, wie biefe. 
enn fie iR das vermittelnde Gentrum zwifden dem 
LMaghreb, dem Afritanifgen Werken und dem Mife 
id Kairo, oder dem Afrikanifchen Often, fo wie zwifchen 
m Sudan und dem Afıttanifhen Norden, d. i. den 
iarbarestifchen Handelsfaaten. 

Nur mit den erſten Bebürfniffen des Lebens verſehen, 
3b ohne alle eigene Landesproducte, welche im Welthandel 
ſucht würden, ohne Producte der Landesnatue und ohne 
abritate, fpedirt dieſe Dafe nur fremde Waaren, und 
e Bewohner der Nachbarsafen find ihre ihnen untergeonds 








@) Hadi Abdallah in ben Proceedings I. Pe. **) Hor- 
zaemann Voy. J. p.7% **") Rennell Herod. Geogr. b. 
Bredow p. 657. B Su 

LIE? 





soın. Afrika, Tiefland. I 


weten Befdäftsträger, Die bon 
Bilma für Bornu, in Aoaden 
Badames und Mefurata für 
mit dem fie jedoch, mie es fein 
Verbindung fliehen. Dort find B 
606), bier mehr Araber (von Be 
Bewifhenhändler. 

Goldftaub Tibbar), Selaseı 
Elfenbein, Senne und Gurunäff 
‚Hauptprodutte des reihen, tinför 

‚hören no Erz und Kupfer aus 
laue Baummollenzeuge aus Kaſch 
Fũt diefe werden von dem Morder 
mwaaren des Orients und die eifern 
ducte des Decidents eingetaufcht. 

Das ganye Jahr Hindur wer 
Dee”), mie überhaupt dieß i 
mi. ift, in Dar: Fur wie in Ha 
im Kamalia im Lande der Manbin, 
Jaht verledte, in Städten, in DE 
bewohnten Stellen, regelmäßige 2 

Mit ber mildern Jahreszeit, vi 
beginut in Murzuk die große Mefl 
Berfommlung ber zahlreigen Ci 
Bengafp, Keipolt, Gabames 
Die Bleinern der benachbarten Berl 
Zuarit und ber Tibbos mit Kern, 
gehen ab und zu. Dann drängt 
dann ift auch die einzige Zeit, üı 
von bier nach dem Süden wieber 
mit der geringften Beſchwerde ihr 
au erreichen, 

Die Caravan nah Borna tt 
das Grenzgebiet won Bornu; dan 
von Fibelly; 17 zum Salyfee von 
15, oder insgefamt 57 Tagemärfh 
Könige von Bornu, melder Böll 
Bungen zu feinen Untertanen zähl 

Die Caravanen nah Kafnı 
19 Tage bis fie die Eyregebirge übı 








®) Lucas Proceedings I. p.-282, 

Lyon Narrat. ch. IV. p. 152. ' 
Browne trav. p./240. 8 
+) Marmol Africa Il, p. 64. 
Pp.116. +4) Lucas nad Sheri 
gendings, 1. p. 129. +++) Luc 
in ben Proceedings I. p, ı62. 








-Dafen, Bewohuer, Cultur. 1013 
Mage bis zum lieblichen, reichen Agadez, two bie meheſten 





Fenaner bleiben, und ihren Befchäftstzägern die weitere 
eife von ao Tagemärſchen bis Kaſchna (in allem 66 Tage 
zeifen ohne die Raſten), ſamt ihren Geſchäften Gberlaflen. 
- Kommen biefe nun auf gleichen Wegen in bem folgen: 
Dem Jahre zur großen Meſſe nach Fezzan mit ihrem Rei: 
um aus Suban glüdlich zurück, und treffen andere eben: 
falle glücklich Angelangte aus dem Oſt und Wellen; fo 
wird $esyon mit einem Ueberfluß an Waaren erfüllt, beffew 
ammenſtromen für bie Bewohner des Landes nicht ohne 
uf feyn kann. Der Sultan von Fetzan Bat feine 
upteintünfte von bem Zoll, ber an ben brei Thoren von 
euut erhoben wich. 
Bei der Armuth des Landes an feinen Efwaaren und 
ausgefuchteren Gpeifen, bie auch nicht herbeigeführt werben 
Bönnen, herrſcht unter ihnen im Eſſen die größte Benäg: 
Gamteit *), Datteln und Mehlbrei, faſt ohne alle Fleiſch⸗ 
fen, geröflete Heuſchrecken und Dattelfaft, Lugibi, find 
ve größten Leckereien. Bei ber leichten Zufuhr aller Bas 
urikate, if alle Induſtrie auf ber niebrigften Stufe; bie 
Wohnungen find elende Hütten; nur Schuſter für das 
ßzwerk ber Menſchen, und Schmiede für die wandernden 
ere, find erſtes Beduͤrfniß, und der Schmid, ber bas 
des Sultans mit dem Hufeifen befchlägt, if auch 
Der rohe Künftler, ber allenfalls bie goldnen Ohrringe zum 
Behmuck der Sultanin verfertigt. 
Die Wollarbeiter im Lande kennen das Weberſchiffchen 
noch nicht, ihre Zeuge find plump und grob, auch kleidet 
der Fezzaner in Zeuge aus Tripoli und Kairo, und 
ängt barüiber ein weites, leichtes Gewand, bas in Guben 
g . 


vr Mit dem fremden Luxus ziehen auch bie fremden Gi: 
tem nnd Genüflfe in Fezzan ein; die Luft zu Tanz und Lufls 
barkeiten, wie zum Putz bei ben Weibern iſt ausgelaflen, 
and mit den Megerfclaven wandern für die Männer auch 
Me Kadankas des Gudans ein, bie Bier gewanbe und geübt 
in Tanz, Mufit und Gubanliedern find, wie bie Almeh 
(femmos savantes) in Kairo. Kein Dre foll gefüllser ſeyn 
mie Courtifanen wie Fezzan, ber wahre große Sechafen für 
se Befahrer des Sandoceans. 

Die Bewohner von Fezzan *") bei ihrer urſprünglich 
mohlgeffalteten Bildung, find nicht ſtark, und wurden als 
ne Energie iin Gefichtsbildung und Bewegung, inbelent 
ne Geift und Körper, doch unternehmend, we es auf Bes 



















-@) Hornemann Voy. I. p. 155, 104. *%*) Lucas in den Pro- 
esedings I, p. 97. Horaemann Voy, J. p, 124. 





104 Afrika, Tieflanb. "I. 


winn anfommt, von Hornemaun 
föhildert, womit auch die obem n 
1 Lyon's uͤbeteiuſtimmen. 


Erläuterung «4. Die) 


Wie nicht nur der Blick jede 
Morgen beim Gebet. nach dem Son 
fonbern auch bas ganye Leben auf 
ten in Metca geftellt bleibt, zuma 
Zannt genug. Daher der erlie Ar 
Molfahrtem, die mebe den Charaı 
benpeiten angenommen haben, als 
Willen des -Eingelnen. abhängen 
Soffnung eines bimmlifhen Gemiı 
Zaufende auf vorgefriebenen Me 
Sahrszeiien nach dem Orient; die 
als die beflorganiflete, regelmäßig 
Sie bringt. überall Freude, Wolke 
erweckt and übt bei denen, bie iht 
nehmen bie, Pflichten bes Jelam, 
feeundfehaft, der Demusb, bei pP 
f. w. und regt auf. eine höhere We 
tur der Völker auf, deren Schilderun 
Intereffe fi vergegenwärtigen kanı 

Ueberfehauen wir nun noch eiı 
ber öfllichen Sahara, fo zeigt fid 
zafhende Uebrreinftimmung und € 
Naturformen, fondern auch bes dur 
beider Dafengüge. 

Aus der Mitte beider Haupt 
Zieflandes, wenn wie es im Hifen 
beengten marfemotifh und räuml 
betrachten, dom Sudan und Mag 
verbinden ſich in Misr, det dem & 
niſchen Gulturede, 

Diefe Bahnen des Handelsve 
Epige in Unterägypten nach ihren 
Fe an, in ganz gleicher Progeeffi 
ter, und ihrem Inhalt nad Kiel 
Diefe Gleifärmigkeit verbreitet 
Weiten; über zwei Linien, ſede ve 
die nach Tagereiſen berechnet won 








*) Browne tr. p. 246,253. 1] 
*") Browne'ır. p. ı& Herma 
Pı 27, 65 96, 107, 





vwwaw ir 


ra 
Bo; 


. 
8: 
2 


TEN RR 


Dafen, Bewohner, Cultur. 1015 


Mar:Fur, nur innerhalb eines halben Jahres beſucht wer⸗ 
Den Fönnten. 

"Wo auf ber weiten Erbe, Lönnen wie wit Recht fra⸗ 
gen, wieberbolt fih ein ſolches Zufammenfallen ber Ginfär: 
— in den Entwicklungen der Natur und der Ge⸗ 





qhte des Menſchen, wie in biefem. 
Unb gerade ber feflgefielite "Kreislauf bes Wölkervers 
Where, in diefen durch bie Urgefchichte ber Erbe vorgezeich: 
Weten Bahnen, mit feinen noch anderweitigen Verzweigun⸗ 
an. diefer muB im Körper der Wölkergemeinfchaft für das 
dliche Afrika, der der Blutcirculation im phyfiſchen ver: 
gleichbar, als bie wefentlichfie Bebingung besjenigen An: 
Sheils yon Thatigkeit betrachtet werden, welchen der Sudan 
ü feiner hiſtoriſchen Webentung bis jet am Weltichen zu 
nehmen berufen war. 





Sweiter Abfenite. 
Weſtliche Halbe des Sandoceans; Sahara 


‚ | - und Sahel. 


$. 37. 


Von dem beichten Schauplage bes Sflichen und noͤrb⸗ 
Shen Randes bes großen Sandeceans, wenden wir uns 
au I den tranrigften Eindden und Wüſten, welcde, un: 
ser allın auf 'der weiten Erde, die verlaffenften von man: 
sigfaltigen Producten der unorganifden Natur, wie unter 

en am leerſten an Pflanzen, Thieren und Denfchen find, 
Deren furchtbares, undelebtes Dofeyn nicht einmal mehr 
von grünenben Dafengruppen unterbrogen wird, und kaum 
a0 ‚nr feflen Geſtaltung der Erdrinde zu ehören ſcheint. 
Bon einer Linie, welche bie Caravanenſtraße von Fey 
zan fühwärts nach Kaſchna zum Nigerſtrome befchreibt, ober 
vom Meridian von Fezjan an, beine fid die große We: 
Galbe der Eahara gegen We zwiſchen den Steppen Nigri⸗ 
Gens und DBilebulgerids bis zum atlantifchen Dcean aus. 
"Uber auch an den mehrflen Puncten ber Küſte, fcheint 
Je noch weithin unter der Waflerfläche ale weitverbreitete 


.. Bendbank innerhalb bes Dceangebietes fortzufepen; ja eben 


0 dehnt fie auch auf dem Gontinente, ihre Gebiet noch bie 

ber die Südufer des untern Genegal an ihrer Südweſt⸗ 
Bde aus, wie fie an ihrer Mochwefl : Ede den Drah⸗ 
Strom, feit Polybius‘Beit (146 vor Chr. Geb.) ſchon, 
gugebedt und ihre Herrſchaft um ein Bedentendes erweitert 
am Haben ſcheint. 





1016 Afrika, Tiefland. IE A 


Bu feften beftimmten Grenzen 
ihee eigenen Sondhügelmellen zum E 
Berd emporgetblürmt, und zmoifch 
Blanco en eben fo .niedriges Dünı 

Als Vorläufer sigen das Meer 
Dünendügel (Mammelles ber Schiff 
nungsjeiden für den Küftenfahrer a 
ihnen hindurch, in ben unbewachte 

hara feit Yahrtaufenden fort am 
Grenze längft Üüberfepritten. 


Grftes Kapiti 


Umfang und Inhalt bes 
. Drean®. 


Erläuterung 1. Aus 


1. An der Mordfeite wird bie 
Bilebulgerid begrenzt, -bas, . wir 
nit mehr fo ganz mit Mecht den 8 
tellandes trägt. Denn geofe Stra 
Heinen Jerrid, der Eleinen Syrte 
gela bis gegen Zafilelt hin, me 
den Arabern mit Recht nicht anders 

Die Waſſer der vom Atlas x 
ober Wadi’s), verlieren ſich in ihr⸗ 
famt am Sanbdrande, im bittee, fi 
Sommer unzählige Wurmbrut **) ıeı 
fen und Vieh ungugänglicd werden 
ibnen, bee Drab, jeht ein Wadi, m 
fließend, mie die-andern ſoich in den 
hatte ſeht wahrfeinlich ***) ehedem 
und ergoß ſich als Darodus: in den 
lid der Darat fey, ben Polybius 
Zennen lernte, ob.es ber Bambotu 
Jeihiopiſchen Daratiten am Eap Ni 
dem Götterwogen des Hannon (Kher 
der Sübdgrenze feiner und Polybiu⸗ 
wird immer fchwer I aa fey 
Akaffa ein Eleiner Küftenfluß bei 
Perften Südgrenze Marokkanijcer Hei 


*) Shaw tn and Obseryat. 2 Ed 
**) Marmol Afr. I, p. 26. *#*) Ju 
ad. ı8ır..p. 9, +) Gossellin! 
940 D, 


Sabra, Safe. ° . 1017 


e bie Locallenntniß nach Jackſons Beobachtungen wahr⸗ 
einli macht, ben alten Lauf bes De “ 

Ueberhaupt uf es Bier an den Grenzen ber Wüſten 
ne ſeltne Erfepeinung, daß Stroͤme durch den fand 
jwungen werden gu wanbern, ihren Lauf zu ändern, ja 
m Siillſtand gebracht werben, was auqh der nun güges 
Ste, ehedem teifende Strom im Gebiete von Zenañ bei 
ſſowa bezeugt *), und mander andere mehr. & kaun 
am anders geſchehen, als baf hier das Gebiet des Flug⸗ 
1bes gegen N. W. und W., obwohl ſehr allmäplig, doch 
2fo Mderer immer weiter um fich greift. 

2 Un ber Weffeite ſtoͤßt bie Et unmittelbar in 
a atlantifdden Dcean hinein. 

Die Küfte vom Soßen bis soflen Brad _Mordbreite 
bon bei Mogobore fängt fie an), alfo eine Gtrede von 
‚nigftens 150 geogr. Meilen füdwärte bis Gap Blanco, 
hier zugleich & Renrand **) mit außerordentlich. gtos 
a Dünen (immense bills) lofen $lugfandes bededt, die 
» dem innern Lande in verfchiedenen Formen. von dem 
inden viele Meilen weit feewärts getrieben werden, und 
6 Meer wie die Atmosphäre mit ibtpeilen erfüllen. . 

Der Meeresgrund ift hier Sandbant, bie weit 
ben Dean Bineinreitt. Bom trodnen Strande geht ber 
aber halbe Stunden weit in bas Meer hinein, nach ges 
andeten Schiffsgütern, ohne daß ihm das Meer bie über 
? Knie reicht. Diele Sandbank erfirede fich in einer bis 
ni Stunden Breite, oceanwärts, bie Küfle gatlang faſt 
Riveau bes Meeres von Webi Nun oder dem Küften- 
ıffe vom Gap Nun bis Gap Bojador. Wie fie ſüdlicher 
pt, werben wie weiter unten fehen. 

Dieß iſt die furdetare Seekliſte), auf. welcher jährs 
4 duch bie kreifende Strömung des atlantifcgen Dceans, 
1 buch den Wogenfchlag gegen bie Küfe geidm fo 
ele Scäiffe ſcheitern, denen feibft die mit Gandtheilgen 
fälte Luft, die weit hinaus in ben Ocean wie ein weißer 
ebel (hazy weather der Geefahrer) reiht, bie Annähes 
8 der — su ſtranden, derbirgt (ſiehe Stezmung im 


Gr Blancz’fibß iR Erin Sofee ® feabe 
ne ade in as r —— — Eee, weige 
m Piloten, da fie ohne alles Grin, ohne Bäume, ohne 





Proceedings I. p. *#) Jackten Account. p. 46, ↄ 
” a. er so OA Low. of ıhe Ameficın 33 
—— ecke ie Wertern Cast gi Mein 
nd. 1811. 27 Seott Acconant el e > 
Yıry smong the Windering Arabı of che Grenz Afrlcan 
Desert. im Phil, Jousm, 1801, Nr, V. p. 38. 








jors Afrika, Tiefland, EN, 


'onftige Landmarken if, ein ſchwer 
—** Punct ber Küfte bleibt. 
wie im Norden deffelben, haben m 
bänte vorgelagert *), davon die gro 
im weiten Bogen fübwärts bis zur 
febe feichte Paſſe ols Einfahrten 
übrig läßt, der mit GSandbanfgrup 
wie beffen Küften mit weiten, bü 
füllt find. 

So zieht fih die Sendküſte g 
es in der Schifferfprade beißt, du 
der durch ihre Sandbarren fo gef 
untern, flahrn, fandigen Senegall 
Werde, Dieß iſt dur feine bei 
Mammelles) **), vielleipt bie hoch 
zeicänet, die zu 600 Buß Höhe aufl 
toloffale Sandbmwogen das große He 
dümen überfhauen, und meit‘hin 
Söhiffer warnende Landmarken fin! 
zu nähern. Bis hierher müffen wi 
der Sıhara ſetzen, welche der unte 
einer ihrer Äußerfien Eden durcht 
Ährer bürren Sandfläche ***) feßt, : 
negal, Über feinen Untern Lauf noı 
Dival und Cayor, unter dem Beh 
das Land ber wilden Sereres (bis 
breite, Dieß ift das Voſt der € 
eultivirteren Joloffen im culrivirbar 

35. Gegen "Süden dehnt bie 
eine Jiemlich gleichförmige Weife 6 
ten des mittleren Senegal und m 
mit denen fie in einem parallelen 7 
gen Tagereiſen nördlig, faſt unter 
jwifden 16 bis 18 Or. Norbbreite 
unbefannten Dften des Sudans jie 

Und ſo umſchließen biefe Gr 
raum, ben man mit halb Europa, 
pelten_ des mittelländifchen Meeres 
en hat, Das Areal der Müfte ı 
jiebt man auf 72000 geogr. Quadt 

railieines), mit Abzug derfelben, 
dratmeilen an; ihre Länge auf 45 
und ähnliche Beftimmungen mehr, 1 


©)_Th. Adey New Genersl Coll 
T, II. p, 4. und Darand Voy. ] 
Voy« an-Senegel I. 'pı 61, ##R) 





Sahara, Sahel. 1019 


ıd ihrer Natur nad immer nur höchſt unbeſtimmt bleis 
n können, unb wie olle arithmetifhen Angaben, wo «6 
ıf das Leben ber. Natur ankommt, fowohl für die Erſchö⸗ 
ung des Gegenfkandes, als für feine Seftalsung und Auf: 
Gate — alien, meiftens fo unfreuchtbar tie 


släuterung 5. Der Inhalt der Wüſtez Sanb—⸗ 
boden. 


‚Der weſentliche Character der Wüſten liege in bee dop⸗ 
ten Art der Einförmigkeit ihrer Form und ihrer 
eſtandtheile. - 

Einmal der horizontalen Lage ober ber phyfiſchen Di: 
enfion nach, find fie völlig horizontale Flächen, mit relas 
v unbedeutenden Erhebungen und Wertiefungen; fo baß 
bon dadurch einmal kein bedeutender Zufammenfluß ats 
sphärifcher Wafler an einzelnen Stellen erſcheinen kann, 
—X dba auch keine Mannigfaltigkeit von Berg und 

ildete. 

Dann Einfsrmigkeit der Beſtandtheile; nämlich Kies 
lmaſſen oder Salzmaſfſen, die auf ber Oberfläche abgela⸗ 
rt find, und wo dieſe fehlen, kein zerfenter Boden, kein 
wmus, ſondern nadter Fels, meift Kalkfels. 

Diefer ſoll um Fezzan und am ſchwarzen Harudſch 
on ber Suraformation feyn ). Zuweilen zeigt ih Grund⸗ 
ebirge, wie grauer Granit") in Dar: Zur, oder Talkge⸗ 
ein, auch Baſalt (f. oben Harufch). 

Ueber den Fels if Kieltinehein, Rollkieſel, Flugſanb 
ie in Meereswellen, im Dünenform ausgegoſſen, die der 
Bind bewegt und als feinen Nebel weit. durch die Lüfte 
ührt »). Hier if überall lofe Oberfläche; kaum Aggre⸗ 
atzuftand, die erſte Bedingung alles vegetabilifchen Ledens. 
Yer Band der Libyſchen üe beſteht aus burchfichtigen, 
bgeriebenen Quarzkoͤrnern }), im Durchſchnitt won } ki: 
ie, obne alle Vermengung mit anbern Be thrilen, mo⸗ 
elt feine Oberfläche nach ber Unterlage wie eine Gehnees 
ede, der die Mondfcheinlandfchaft in dee Wüſte gleichen 
„U. Hinter jebem Hinterhalt, fey es Dornſtrauch, Klippe, 
Iameelgeripp ober Hügel, wachſen die Ganbplgel auf der 
kuheſeite an, indeß bie Eturmfeite fie umßerwirbelt. Bei 
en vorherrfgenden Nords und Nordpeſt⸗Winden ber 
ibyſchen Wüfte (während 9 Monaten) fchreiten daher dort 






©) Alerander von Humboldt Anfihten ber Natur. I. p. 66. 
*) Browne ır. p. 268 und 16. ***) Jackson Account, 
.p. 270... M. Park ir. p. ıgı. T) Costas sur les dıs 
Desirı in den .Mem, sux l’Egyptie, IL. p- 266 





020 Afrika, Tiefland. . IE 


die Sanbhägel jährlich 1a bis 165 
welche das Zudeden der Quellen ı 
Slugfand zieht weiter, der grobkö 
geroeheten Molltiefel bleiben lieg 
diefe Art forewandernde Wüſte mn 
in, alles mit Flugſand Überfhüi 

jeimath deffelben, nur ein Feld 
iefel bliebe. Es würde na d 
Bin, aus einer Sahel eine Sahar 
Sabara $.2. Anm. o. Namen); 
gleihfam den Wortrab jeber madı 
müffen. 


Erläuterung. Das Fortrü 


Diefes iſt wirklich in Libye 
Grengwüflen, wo ſeit mehreren X 
fes Korträden noth wendig hätte ü 
müffen, doch nicht im Allgemeiner 
der Fall; fehr wahrfeinlih, mw 
des Mittelmeeres, jenes kels, 
delta vorliber bie Syrien, wie aı 
Bourdeaur, Gap Sable in Nordam 
bänke und Dinentüften) täglih n 
Brandung und dem Wellenfchlag ı 
gi bier im fehe großer Menge 

Ande ergeiffen und Iandeinmäris 
man an den dortigen Palmbäumer 
den ganzen Strand entlang, allı 
dieß gleihfam nachmeffen kann (ve 

Daher benn bei immer nachti 
feldft die Libyfge Wüfte fih gegen 
geinen Stellen erweitert, wo bit 
weltlichen Nilwall **) im bas Thal | 
turfähige Land *"*) einengen, das 
(man Striche längs dem Mil | 
‚efonders ausgezeichnet }) beim De 
vinz @ireh, am Mordende bes Py 
nachweiſen Tann, daß die Sanbmaflı 
befonders begünfligtem Locale, eine 
zum Nil vergedrungen find, Un 
mag dieß immerhin weniger hiſtori 






*) Andreossy Memoiren sur DEgy 
Valentia tray. II. p. 408. **) . 
la Val) de Natron in ben’Mem 
224. ”"*) Girard Mem. sur l'Eg 
nier Memoires sur l’Egypte, IV 








Sahara, Sahel. 1021 


Bönuen, weil 9. B. die Tiefe des langen Thales Bahr: belas- 
ma, gegen W. Hin gleichfam ein fehligender Graben für 
Uegypien ift, ber allen nach Oſt gegen Aegypten zu gewe⸗ 
ten Sand ber Libyſchen Wüſte auffängt *), Daher ex: 
et es fih, daß die Aegyptiſchen Natronſeen am Bahr⸗ 

Bela: ma **) zu Strabos Zeit noch nicht wie heut gu Tage 

in feche Behälter folder Flachſeen getrennt waren, baß bie 

Alten gu Derodots Zeit, wie es ſcheint (freilih werben 
: Se auch von Edriſt und Abulfeba nicht unterſchieden) noch 

en Unterfchieb zwiſchen ber großen und kleinen Dafe 
ı machten, wie 450 Jahre ſpäter zuerſt von Strabo gefchieht. 

Es ift merkwürdig, baß die fo fehe gerühmte Fruchtbars 

Beit ***) der größern Dafe (uaxagar ‚naoe) % fo vermins 
& bert hat, da große Sandfireden gegenwärtig die Korallens 

nur ibeer 4 bis 5 Gulturftellen unterbrechen, daß auch 
% die Bleine Daſe, welche von Strabo bie am Moͤrisſee ges 
I Kanne wird, gegenwärtig von dieſem fehr entfernt liegt; 
# daB aber au der Mörisfee +) an feiner Weſt- und Süd⸗ 
# weh: Geite durch die vorrüdende Gandwüſte eine bedeus 
u gende Strecke eingebüßt bat, fo daß der Karonſee, wie ihn 
E gegenwärtig die Bewohner von Fayouma nennen, weit uns 
u Bedentender it als ber Mörisfee, ale das Labyrinth noch 
J in voller Pracht an feinen Ufern fland. Biele Ruinen im 
s Milchal find zum Theil mie Sand befchüttet, wie wir oben. 
t gefehen, und felbft noch die Tempel von Thebä find zo Fuß 

mie Sande bededt. Ja au die weit jüngern Cul⸗ 
surhreden auf dem Wege von Kairo nach Syrien hin, 
werden doch nur im Süden immer mehr mit Sande auges 
deckt, und aus ben nadten Sandhügeln längs diefer Cara⸗ 
vanenſtraße, fieht man nur die Kuppeln ber nun verddeten 
Wohnungen berporragen +). 

Auch In ber Vollsmeinung bee Araber, bie mit dem 
Bänomenen der Wüſte nicht unbekannt find, iſt diefe Ans 
dt allgemein, und ein großer Theil ihrer wunderbaren 

en +}}) von glädlichen, palmenreichen Thaͤlern, prächs 
tigen Grädten des Pharaun, von Marmorfäulen, Luft: 
(Hlöffern,, verwünfchten Burgen, die bald verſchwinden, 
ober zugeweht werben, vor benen man beim Eingange dem 
Weg verliert u. f.w., beruhen auf diefee Thatſache, die 
von ihnen doch nicht immer ohne allen hiſtoriſchen Grund 
auf ein beſtimmtes Lorale angewendet feyn mögen. uch 











®) Memoires sur MEFgypto I. p. 248. *o) Alexander v. Hums. 
boldta Anſicht. I. ©. 67. +9) Heerens Ideen, 2te Auflage 
41.-6. 496. 1) Girard Mem. sur les irrigations, Pag 
eulture etc. de Fayoume in ben Mem. sur l’Egypte III. 
p: 350. ++) Mem, sur l’Egypte. I. p.44. +tf) Al Ma 
erizi nad Langles Mem, sur les Oasis. p. 565. 





sone Afrifa, Tiefland, U 


erfcheint ihnen der nun ſchen hal 
Sphinzeoloß, deſſen ſchwatzes B 
Mumtenfeld emporragt, von ihne 
des Scpredens ) genannt, als be 
undurdringlide Sandbmeer gege 
fhwört, nicht weiter gegen bem A 
gen. Erſt ganz neuerlih bat Eaı 
ten Sandmaflen an dee Sphinzb 
dortigen Merkwürdigkeiten welche 
aufgededt. ben fo ſtehen von di 
zum Propplon des Tempels bei 
95 Gr. RN. Br. am Nil nur no ı 
indef die andern alle mit Sandh 
wie liberhaupt der größte Teil b 
Bon dem Kampfe des Libyſchen 
war oben an vielen Stellen die R 


Erläuterung4. Bilbung be 


Betrachten wir aber das Phä 
ber Wüften mit voreilender Gabe! 
jara im Großen, ja wenden wir 

läce des großen Sandoceans an 
ein fehr wahrfheinlicher Auffhlug 
Wanbdermeeres }) zu liegen, 
Suſe nennen, wenn es vom Stur 
fege if, Dann pflegen fie ee, 
zu ſchelten. Würtlich ift es im | 
auffallend, daß feine gange DAE 
feine Wefthälfte erfcpeint, daß | 
außerordentlich zahlreichen, und w 
nadten, fandleeren, niedrigen | 
mit den mehrften Dafen überſtreu 
Eigenrbümlie, daß fie gegen bei 
gen das Neid Botnu mit den me 
zogen find, bie aber alle von ſeht 
feyn müffen, weil felbft auf den h 
birgen +1), die man auf dem 
Bornu befleige, noch die befte ‘Ki 
(f. Kameel). Hierzu fommt, daß 
nirgends etwas von hohen Gebir 
ir Hocdlande, erkundet wurde. 

jafen find fehr viele Stellen (wie 





")AbdulRachyd el Bakui Geogr. 
MH. . **)_Belzoni Voy.1 
Narrat, Lond. 1816. 4. p. 65. 
285. ff) Proceedings I p. 11a 





ESahara, Eafel. -. : 2093 
w ihrer Oſtſeite (nicht nur ber äftliche Dafenyug, ſondern 


uch jede einzelne des nörbligen; nämlig Siwa, Augila, 
fegjan, Badames) faſt insgefame geſchütt; dagegen dehnen 
ich eben diefelben auf der Weſtſeite mehr unmittelbar in 
eite Sandflächen aus (f. eben ihre Wefchreibungen). 

Die ganze weſtliche Halbe der großen Würfe iſt dage⸗ 

en fafl edle vafenleer, und die vorbandnen find von ſehr 
eringem Umfonge. Aus ihr vorzäglig haben wir von 
kterer Zeit Her diejenigen Sagen von verfchütteten Flüſt 
m, von zugededten Waſſerſtellen, verſchwundnen und vers 
urſteten Caravanen, fo wie von Sandflürmen, die mon 
fter für Märchen *) bat halten wollen, weil man fie an 
en Grenzen von Aegypten weniger gefeben, da_fie doch 
tee ſelbſt in der neueften Zeit von ben glaubwürbigften, 
Mfahrungsseichen Männern **) an Det und Stelle als That: 
ıchen beflätigt worden find, wie au die Bräber welche 
delzoni in der Aegyptiſchen Dafe gefunden bar bemeifen. 
_ Mrs fi von dem G@influß_der Ganpkürme in Nerbs 
frita auf die Oberfläche des Bodens gu Übergergen, {che 
sam alle die Schilderungen ***) nad, welche hierüber merk 
ürdige Auffchlüffe geben, und von der Verſchüttung deu 
jambnfes Heer bis zum Untergang ber sooo Mann flirten 
aravane von 1805 reichen. am bedenke, daß jährlich 
Ihrend der Hequinociien bie fun barfien Sandflücme 
äthen, und daß alle vorberrfhende Winde in dieſem tropis 
hen Flachlande von DR nach Welt, als Landpaflat sieben, 
bee wie Rennell will, ale Morde : Menfoon während ber 
sonen Jahreszeit im — des Südweſt Monfoon 
fhrend ber weit kürzern (vom Auguſt bie November) Res 
enjeit +) 6 Winde). 

Dieſe Wirkungen in ihrem großen Zuſammenhange ges 
st, mußten die Oſthälfte des Gandocrans immer mehr 
adt und bloß legen; daher bort ohne nachrlüdende Flug⸗ 
indmaſſen, das mehrſte großblädige Kiefelgerdll, die mehr⸗ 
en Belsplatten und fandfreiern Dafın, der tieffandige We⸗ 
en (Sahel) rückte in die Sanddänke des Oceans vor, die 
iee durch den großen zurückſchlagenden Kreielanf des atlans 
ſchen Dceans (f. Deeresfrömungen) nur neh mehr auf: 
eſtauet werden mußten. Im Of von Afrika kann kein 


2) Reynier Mem. sur l’Egypte. IV. p.5. **) 3. 8. Jads 
fon und M. Park. ***) De Barıos Asia. Dec. I. L.3. 0, 
8. fol. 33. Bruce tr. a Ed. VI. p.458. M, Park ır. p. 
131, 135, 162. Browne tr. p. 248. ornemann Voy. 1: 
p ne, 2 Jackson Acc. p. 284. Herod. iu. c. 26 II. 
m. . Park ır, p. 179, 258. Reune . L 
Lebat Nouv. Relaz. F. l. 5. Boı. IF. P: all. PE E 
VL App. p. 87. 


zuce Tr. 





1094 Afrika, Tiefland. "E 


neuer Meeresfand in bie Sahara 
an den Aegypliſchen, Schmwebifgen, 
eitanifchen, Bourdeanz« und Sen 
Dünenbildung). 

Hiermit flimmt das Phänomi 
Brunnen *) in der Wüfte auf da 
Das Sandftratum iſt in der Oſthẽ 
Doerfläbe bis zum feften Boden, 

jerer Mäöcptigkeit, feichter als im | 
Maffer der Ofibälfte ift der Obe 
Weltdilfte, da es in jener wie im 
bervorfpringt ale Quellen, oder 
Brunnen grgraben wirb; im ber ! 
gends fpringende Quellen fich zeige 
mit vieler Mühe, im bie größte 

den müffen, wonon in der Ofbäl 
Spur jugelommen if. Auch hat 
Wadis von Bedeutung, welche 

‚gänzlich fehlen. 

Gehen wir vom Nilbette im 
bei Gelegenheit der Nilſchwellen 
wie aus feinee Gtromrinne & 
Seiten durch den lodern, convı 
filteirt, bis zu den bemacbarteı 
diefe ohne Abfluß von oben her ü 
Bin jenen merkwürdigen, unteriel 
souterraine- ro verbreitet 
Frugtbarteit des Mithals if. © 
verbindung ſcheint fehr weit fortzu 
fallen die 6 Natronfeen , zwei 2 
Mil in ihrem Wafferftande, der £ 
wie der Nil, ohne doch mit ihm 
dufammensubängen ***), 

Doffelte Yänomen Elärt bie 
fer in den lofen Sandwälten. im | 

In Dar: Fur }) bilden ſich 
Stellen Regendäche, Wadis, di 
Sahrszeit, verfepwinden; bann fi 
noch Überall in der Dofe, wo mar 

jeringer Tiefe bei m bis 3 Fuß W 
ens trübe und nur je näher am 





*) Rennell Observat. im Appendix | 
*') Girard Mem. sur l’Agricalı 
ypte. I, p. 16.. ***) Andreoss 
acs. de Natron in ben Mes 

#) Browae ır. p. 235. 





Sahara, Sahel. 1025 


I 
m bie Brunnen. Gegen das Ende der trocknen Jafısjeit 
k den & oft ganz auf und dann zeigt fi die höchſte 
jaflernoth. ' 
8 In der großen und kleinen Dafis *) find gute Quels 
ın Sen und Brunnen, eben fo auf dem Garavanenmege nach 
m Gima, ins Zhal Mogarrad , wo man, ſelbſt wenn auf der 
* Dberfläche alles Waſſer verfchwunden war, beim Nachgra⸗ 
ua Den 3 bis 6 Fuß in die Ziefe immer füßes Wafler fand **). 
5 Siwa, der Dafe, in welcher Macriji 40 fpringende 
Fri unnen gäble, fanden Hornemann und Browne einen 
er Badi und faljige und füße Quellen ***); aber die füßen 
“ garen meiftens lau, alfo entquollen fie wohl nicht fern von 
ne der eıpieten Sankoberfäce, 
* ud auf dem Wege bis Augila und Feszan iſt auf 
4 den nadten Felspiatten nicht großer Waſſermangel, ſondern 
"au eben mehr die Ungenießdarkeit des ſalzigen Waſſers 
= ausgezeichnet. Fersan, obwohl eine Gandfläde, und obs 
mw gjeich feld bei Keflowa (das auf Reymans Karte von Eus 
⸗ Dopa angegeben if) ein fonft bedeutender Wabi zugedede 
wurde, bat noch einen Bach und wenigſtens einige immer 
w fpradelnde Quellen. Gräbt man nad Brunnen, fo findet 
man immer in einer Tiefe von 8 bis 10 Fuß das gehörige 
WBaffer zur VBewäflerung der Dattelgärten }). Schon Plis 
ains weiß diefen Vorzug vom Lande ber Baramanten anzus 
Eye; gegenwärtig ſcheint er aber nah Gapt. Lyon +}) 
ep mehr abgenommen zu haben. 

Im Innern der öfllihen Hälfte kennen wir bis ſeht 
aur gwei Wadis von Bedeutung, den welcher von Tadu 
am, die geoße Dafe von Agades wällert, und öſtlicher im 
Beige. Bornu, dem Kuku (nah Edrifi) und Wabi el Ghas 

oder Gajellenſtrom, der ebenfalls wie jener von. nach 

. O. gegen die Hauptfenfung des Binnenlandes (ıha ge- 
neoral 48 1) Niet. Die Übrigen find nur unbedeutend, 
ſelbſt da mo zwei ſich vereinigen, wie an den brei Wadan 
von Wed; der Zufammenfluß zweier heißt Wadan), zwis 
open Mefurata nach Beyian, zwilhen Augila und Fejjan 
und zaifaen Feyjan und Bernu +11). 
jußer diefen Wadis, Quellen und Brunnen zeigen 
Ra, wie wir oben fahen, am Rande der Klippenzüge, ihr 
vend eines Theils vom Jahre wenigfiens, auch da wo 1. 


—XI 





) Browne tr. p. i63. **) Hornemann Voy. ed. Lengles I. 
P-22. ***) Browne tr. p. 23. und Hornem. Voy. ed. L. 
P. 389. +) Sherif Imhammed in ben Proceedings I. p- 
ss. Biin. His, mat, V. 0.5. +#) Lyon Narrar. p. 547. 
Th Reumeil, Appendiz in M. Bırk ır. p. LAK. 
At) Sanglıs Rote zu Hermann Ver. 1.-p. 191, 








1026 Afrifa, Tiefland, 1 


8. wie in Feyyan gar fein Meg 
Moräfte, Waflerorte und Fladhfee 
die ebenfalls gegen ben. hohen Si 
nur zu oft falzig und bitter won 
find die füßen Brunnen der Dafe 
eifrigen Arabern fo teuer, daß fi 
als der Natur verdanten möcht 
benshelden Kaleb Ion el Waalid 
tung des Islams duch die Wäfl 
des Wüſtenſtrauches Elvah (vo: 
Stab gemefen jeyn foll, mie db 
Tlug), die bittern Brunnen ver 
die Ungliubigen vertrieb. 

Do find noch viele unſchm 
diefem fegt der wandernde Handel 
aus Sudan, die nur im Süden t 
deren bitteres Aroma ihre Waller 

Aber fat alle diefe Worgligı 
großen Sandoceans verfhwinden 
nit gerade der Mangel an Kenı 
fie auf unfern Karten leer erfcheiı 
ten ‚andern Puncten dirfes Erdeh 
gerade die Verbindungsftraßen }) 
nut möglich fepeinen, find uns fa 
der öftlihen; aber bier fehlen wir 
ken, die Dafen, die Brunnen und 
tur, Hier ift nichts als trodnes 
(Sahel) zu feben, und bei mühfa: 
aus vereinzelten Stellen find bie 
größter Tiefe zw treffen. 

Wenn auf in der Sahara 
nenmafler erſt in ungebeurer Tiefi 
fam aus bem unterm Grdraum, | 
Meer unter dem Grunde +) nen 
wenn zu M. Parks +tt) Verwur 
Kurfurani, ber Hauptitabt von 
Zieflandes am untern Senegal, 
Waffer geben, fo gehören dieſe | 


*) Herod, IV. 0.185. Sherif Ir 
i MHornemann V« 





Edit. II. p. 489.  ***) Proce 
+) Die neueften Nachrichten über 
naer Rocherches Geographique 
frique septeutrionale av. Carıe 

larrat. p. 152. ++) ‚Sha 
nell Appendix p. LXXXIV. + 








un 0 


vmaum_ qgenıua 
— ww w 


[Li 


Sahara, Sahel. | 1027 


jetzigen Sandoreans im Norden und Süben liegend, nur 
als benachbarte Stellen, nit unmittelbor hierher. Auch 
if es nicht gu verwundern, wenn die Brunnen auf den 
Bolirgenden und nadten Steppen von Tafilelt am Auße 

es Atlas noch überall in einer Ziefe von etwa 4 Kuf (a 
Gubitus, jeder zu 2ı 300) reichliches, wiermobl brakiſches 
Waſſer geben ), melches ber ganzen Fläche des oben Bis 
Sedulgerid eigen feyn foll, denn bier findet, durch die vom 
Atlas berabrinnenden Ströme überall durch die obern we⸗ 


nig mächtigen Sandfegichten weit und breit bin, die Waſ⸗ 


[eafltzasion flatt, welche eben darum bei befferer Bemübung 
ee Bewohner allgemeinere Culture dieſes Gteppengäctels 
möglich macht, wie fle denn einft es auch wirklich war. 

Aber innerhalb der Wäſte felbft, fo felten auch bie 
Wrunnen oder Waflerfiellen da genannt werben, immer 
wird ihre große Tiefe beklagt, weil fie dann für Caravanen, 
Die zu mebrern taufend burfligen Kameelen und bürftenden 
Menſchen bei ihnen ihr Lager aufzufchlagen pflegen, fo 

wer zugänglich find, und leichte wieder von ben Sandwe⸗ 
verſchuͤttet werden. 

Die Brunnen, bie man in biefer Wüſte **) gegraben 
t, manert man mit Kameellnochen aus, da man keine 
seine bat (alfo auch in bebeutender Tiefe lofer Sand der 
Gahel!), und bededt fie mit Kameelhäuten, aus Furcht, 
Der Dftwind möchte fie wieder zumeben; was denn auch oft 
Lanzenhoch geſchieht. Doc find die Kameelführer ſehr ers 

sen, fie wieber aufzufinden. 

Im Welt von Agabes in Hayr (wohl Haher der Kars 
tm) “““), wo etwas Weide, find auch einige Brunnen, aber 
won ſehr großer Ziefe. Eben fo muß man alles Waſſer 
auf ber Garavanenfirafe von Segelmeſſa nach Tombuctu, 
wenn man 70 Stunden lang wohl keinen Tropfen gefuns 
Den bat, erft aus ſehr tiefen Brunnen beraufziehen, wie 5. 
B. zu Azaoat (Aswad) und Arasan *"**), die zwiſchen ſich 
Beine andern Waflerfielen Haben. Obwohl bie mehrſten dies 
6 Nachrichten von Les Africanus und ſeinem Nichſchreiber 

armol herrühren, von denen erſterer in Hinſicht ſeiner 
Wahrhaftigkeit in neuern Zeiten von Seezen und Mens 
gel H mit Unrecht verdächtig gemacht worten tt), fo 
wird dagegen fein reichhaltiges Krt, das fon Gcaliger 
wohl übertreibend opus eximium nannte, durch das Zeug: 











®) Jackson Account. p. 23.  **) Marmol Alrica I. p. 28. 
*+) Leo African. b. ortbach p. 472. Marmol Africa III. 
.50. *"**%) Marmoi Africa III. p.45. +) Yunbgruben 
des Drients, III. B. H.a. $: 95, Rennell in M. Park ır., 
ri p- LXXII. tt) Bater Mithridates, 3 Ah. ı Abth. 

. 38, 


1028 Afrika, Tiefland. "IL. Abſchn. $. 37. 


nit bes wahrheitsliebenden, viel erfahrenen Jackſſon in Bei 
ziebung auf biefen Kheil Afrikas ausdrücklich fehe in Ehren 
erholen, „indem biefer ihm Hier die Kenntniß des Tandıs 
ugefteb* 
vs Anmerl. Muthmaßung über bieummwanblung ber 
Nachbarſträͤme durch das Borrücken der Eapel. Get: 
die außerordentlihe Anhäufung dieſes Sandes gegen bie weRlide 
Meereskuͤſte, welche bie Kuͤſtenfahrt gerade bier, für bie unglud 
lichen Schiffbruͤchigen ſo furchtbar made, nicht Bas Phänomen der 
frömenden Wafler an ihrem Rord⸗ und Gübrande mit auflläre 
koͤnnen, weldes auf fo einförmige Weiſe im Norden darin beück, 
baß bier die größten Yiäffe wie ber Ghir (Suir), Ziz, Zaftes 
ug Filelly und Drah fi in big falzigen GSteppenfeen am Rask 
er Eanbmwüfte nah ihrem Laufe won R. nah ©. verlieren. 

Sollte dieß von jeder fo geweſen feyn? ober in Beziehen 
der drei erfteren, follten da nur frähere Jahrtaufende, den gegen 
das Meer gerichteten untern Lauf, eher zugebedt und ü ing 

aben, als bei dem legteru des Draba, ber bem Dcean zuniäfl 
ag, und bei welchem biefes Phänomen vielleicht nod ia ber 66 
ſchichte eine Spur zeigt **) 

Verfolgt man gleihmäßig mit Aufmerkſamkeit das was un 
die fehr häufigen Nachrichten Über den untern Lauf bes Genczel 
erzäblen, ber noch jegt immer mit bem Anbrange ber Gandmafe 
in täglihem Kampfe fteht, woburd feine Beſchiffung äußerk ber 
(hwerlih wird, fo kann man fih kaum ber Vermuthung enthal 
ten, daß der Senegal, wie ja fo mandjes andere Eleinere Fluͤßen 
in kleinern Sandſtrecken von jeher unter bem bedeutenden äinfloſe 
diefes Sanboceans geftanden und verändert werben. 

Die Hauptridtung feines Gefälles ift gegen R. und RE. 
parallel mit dem Wüflenrande Sollte biefer Parallelismus in 
fällig ſeyn? follce es eben fo zufällig feyn, daß ber Etrom ven 
den Bummiwäldern (Sahel, Alfalak, Labiar) aus, bie entgegn⸗ 
gefegte Wendung nad) S. W. nimmt? Dder ift es nit hiäk 
wahrſcheinlich, daß der Senegal nad) einer Reihe von Zahrtaufts 
den, von feinem nördlichen Kaufe geswungen wurde, mit feinem 
ganzen Bette nad) Welten hinüber zu wandern, ein bei faſt ala 
im Sande rinnenden Flüffen befanntes Phänomen, und zumal ki 
den Strömen. 

Sollte diefe Sanbwäften: Edle, welche die Mauren bie Errfe 
ober Pforte ber Wüſte (Escale du desert) ***) nennen, nift 
Ihrer fonderbaren Natur nad, den Zuftand einer Altern Regre— 
zung bezeichnen? und aud die Seen von Gayor bei Pober 
Refe alter Lagunen feyn, bie gegenwärtig nur tiefer landeinpoͤrts 
gerüdt find. Das Wehen des Flugſandes und bie jährliden Se⸗ 
negalfhwellen treffen gerade in biefem Winkel zufammen, um be 
vereint eine Wirkung in der Wilbung bes neuen Landes hervorjt⸗ 
bringen, bie deſto rafcher vorwärts fchreiten mußte, weil nod der 


(Ri 


*) Jackson Account of Maroeco. a Rd. pref. p. VI._*)Jıc» 
z33 47 —X wer) P. Labartho ot La Jaille Voy. p. i5 


| 





Sahara, Sahel. 1029 


Einfluß ber Meeresfirömung hinzutritt, die aus dem Dcean an 
Diefen Küften die, Sanbwogen zufammenführt. 


Wo zeigt fi auf ber Erde ein Ähnliches Zufammentreffen fo 
vieler Wirkungen, um neues Land anzufegen, als hier? Nur im 
gegenüber liegenden Mexicaniſchen Mittelmeere wirken die Strös 
mungen bes Meeres unb die Anſchwemmungen ber Wafferfufteme 
bes Miffifippi, Orinoko und anderer auf ähnliche Weifes aber da 
fehlt das Gandwegen der Wüfte um den Elippigen, tiefausgawühls 
ten, aber mit unzähligen Untiefen beſaͤeten Golf fo bald zu füllen, 
wenn nicht bie Erhebung bes Seebodens durch die unterirbifche 
Gewalt cyclopifher Mächte, die in bem Antillenmeere nie zu ru⸗ 
ben fcheinen, eine ſolche Bildung befchleunigen follte. 


Nehmen wir bie Möglichkeit einer ſolchen frühern Bildung 
an, und fehen wir zuruͤck auf den Afrifanifhen Sandocean mit 
einen ng ‚Klippeninfeln, Salzniederlagen, petrificitten 

aumflämmen, 6 und Mufchelreften mit feinen vielleiht aus 
Der Tiefe emporgebobenen bafaltifhen Strecken *) (f. unten vul⸗ 
caniſche Bildungen), fo zeigt ſich aud innerhalb ber Grenze menſch⸗ 
licher Erfahrung, ein Kinyerzeig zur Verfolgung der Geſchichte ber 
Entſtehung dieſer Wuͤſte Dann würbe felbft das Phänomen des 
Nigerſtroms aufgeklärt, der feinen Lauf wie der Senegal ebenfalls 
nordwärts zum damals noch beſtehenden inner s afriltanifchen Mite 
telmeere genommen haben muß, ber aber nad und nad, durch 
das Vorruͤcken der Ganbftreden, gegen den Süpdoften abgelenkt 
wurbe, wo er nun feinen Ausgang fand, fondern fid, einen Süße 
Waſſer⸗See erft bildete. Es erflärte ſich auch hieraus bie eigne 
Erſcheinung, daß im Norden bes Benegals und Nigerſtroms im 
Sande ber Sahara fi nirgends Goldſand findet, der nur ein Ei⸗ 
genhum des Hochlandes zu feyn fcheint, unb von biefem in bie 

iefe gefahrt wird, (S. Mineralogie, Verbreitung des Zihbar.) 
Dierzu kommt, daß in dem ganzen Lauf des mittlern Nigers und 
von feinem Norbufer kein Bericht üher cine wirkliche Thalbildung 
zugelommen if. Alle die oben genannten Zuftröme zum Fittres 
und Wangaras Gere, von S. O. nah NR W. hätten bann ihre na⸗ 
tärlihe urfprüngliche Direction zum Afrikaniſchen Mittelmeere beis 
behalten, und bie Sonderbarkeit, weldye in ber Entgegengefegtheit 
‚igrer Richtung mit ber Strömung bes Nigers fände, wäre das 
burch geboben. Aber alles biefes würde nur der Kal feyn koͤn⸗ 
nen, wenn ber Niger ſich nod keinen Durchbruch durd das Hoch⸗ 
land des Sudans gebahnt Bat, fondern erft in biefer Arbeit bes 
griffen iſt. Doc wir verlaffen bier das Feld der Hpeotheſen **) 
um zu andern wichtigen Thatſachen uͤberzugehen. 


——— — — 


*) Alex. von Humboldt Reiſe in die Aequinoctialgegenden des 
neuen Gontinents. 3. Th. ©. 246. **) Für den Durchbruch 
des Nigerfiromg fpricht von, neuem James M’Ocen a geo- 
graphical and commercial View of Northern Central 

frıca containing a’ particular Account of the course 
and terminztion of the Great River Niger in ıho Aulan- 
io Ocean, Edinb, 1821, 8. 





1030 Aſtika, Tiefland. IB 


3mweites Ka 
Die Bewohner bes 


$. 58 
Erläuterung 1. Pflan; 


Aus dem Hauptdhatacter ber f 
fließen auch alle übrigen merbwlird 
Erdform. 

Sie iſt unſichter als das Me 
mi agens siccis fluctibus) *), 
man eben fo wenig entfliehen, ı 
flreden; es bleibt keine Rettung i 
bes Gambyfes Heer hatten bie Am 
wie oben näher erläutert zu hal 
Sandatmosphäre haben wir oben 4 
fäulen, die ſich furdptbar drohend ı 
ſchildern Poncet, Bruce, Park“ 

romne will fie micht fohredend gef 
Ihmwinden der Quellen, was für be 
wird, find die Schriften der Arabı 
Ab lung von fonft Übrigens unbe: 
verburfteten Gatavanen aufbewahrt 
bieß durch die neuefie furchtbate ZI 
send feines Aufenthaltes am der Gi 
1805 zutrug. Auf dem Wege von 
nämlid fam auf Ähnliche Art ei 
2000 Menſchen und 1800 Kameelı 
Dafen, die fonft eine Station d 
Waffer mehr hatte. 

Aber auch Entbehrungen aufe 
ten bier den Reifenden. Die bo 
made bier die gefüllten und befteı 
den, !trodnet fie faſt ganz aus. 
fi noh glüdlih für 10 bis 5t 
Waffers zu ertaufen +}. Auch t 
felten }+}) auf ben weiten Zügen 
tung. Ihre, und anderer Laftthier 
Gen häufig umherzerſtreueten Knoch 
Jeigten im den hülflofeften Einöd 





*y Pomp. Mela I, e.8. #*)Haroı 

ed, rec, IV. 95. ‚Bruce ır. 
) Leo Alr. 

Fi Suchen a u D. HD Bro 





Wuͤſtenbewohner. 1031 


Bruce, Homemann, Park’) Lyon und andern, im Norden, 
Iſten und Süden des Sandoceans, das Verzweiflungs volle 
er Lage, in welche fie fich begeben Batten. . 

Gelbſt die Vögel, welche fih nur bis auf beflimmte 
fernen von bewohnten Plägen in der Wüſte feben laſſen, 
md darum bem Mahommedaner wie Boten des Propbes: 
en **) erfcheinen, ihnen Muth in ber Trübſal einzufpres 
ben, felbft diefe werden von den Sındfläcmen in biefe 
Finöden verfchlagen und Ihre tedten Körper Über den Bes 
en verfireuet *’") Aus der Wüfe bleiben dba, wo Wafı 
seRellen finv, Lie Elephanten und Eber, und ſelbſt auch 
»o diefe fehlen an ihrem Rande, die reißenden Beſtien, 
iwen und Panther }) zurück. Mur die fchnellfüßigftien 
Ber wandernden Thiere, die dem Blitze gleich erfchrinen 
nd verfhwinden, Strauße und Antelopen, leben innerhalb 
er Wüſte, und nur ihnen allein begegnet da in ber Tod⸗ 
enflile das Saufen des Windes und der Caravanenzug, 
enn felbfi bie Vegetation bleide faſt ganz zurück. 

ur einzelne Gewächſe find dazu von ber Matur ors 
anifirt, den Gluthwinden zu widerſtehen, die fonft alles 
erfengen, und den Menfchen, ja ten Mauren ++) ſelbſt 
de feinen Gefährten, das Kameel in Todesangſt su Bo⸗ 
m fireden. Einige Diftelnarten,, in deren Blattwinkeln 
ch die wenige Keuchtigkeit fammeln fann, die Mannaſtaude 
lgul +}}); eine Art duftender Thymian, das She trt 
ve Araber auf lofem, und der befläubte Talhſtrauch (Talh, 
Jimosa gummifera'Forsk.) trt}}) auf feſtem nadten Bo 
m, das find die am meiften verbreiteten Gewächfe, und 
8 einzige knappe Kutter dee Kameele und Efel, das fie 
€ Monate lang erhalten muß. In einzelnen Gegenden 
ächſt, wo auch kein Wafler ift, niedriges Krüppelſtrauch⸗ 
er? (low stunted shrobs) FI}fF}), welche den Garavas 
a zu Wegmarken bienen; aber ihre fafılofen Blätter ers 
iſchen die ſchmachtende Zunge nicht. Hie und ba fichen 
I gefhügteren Stellen dornige Mimofen oder Aca⸗ 
a jttrrtt), die Bummi lieferm. | 

Sonſt erblide man überall nue Sand und Himmel, 
id die Vegetationsſtellen erfcheinen dem Araber darin nur 





*) Leo Afr. p. 55. Poncet V. p. 9. Bruce tr. a. m. D. 
Hornemann Voy. p. $ı. Park ır. p. 157. **) Labat N. 
Relat. I. p.500. ° ***) M. Park tr, p. 157.” +) Marmol 

Afr. 1. p. 31. unb M. Park e. 0.0. +4) M. Park ır. p. 

236. 5 Marmol Afr. Ill. p. 50. Ytttt) Lucas Bro 

eoedings 1. p. 121. Tt4tt) Abdallarif b. de Sacy p. 122. 

6 M- Park p. 157, 161. ++++tt+) Marmol Afr. 

Il: p. 43, Hornemann V. mb Lebarthe u. 4a. 


S 





1052 Afrika, Tiefland. - II 


als Inſeln *), bie er zumal dann 
nen pflegt, wenn Dattelhaine fie 

Müfte nicht auch hier im al 
WVoben bededen können, wie faft | 
wenn er nicht felbft von Jahr zı 
Tag, feine Stelle verrüdie, € 
Befzamung felbft mit fortgeführt 
firhuch ſich angefiedelt hat, da hä 
defto leichter ein Sandberg anz 
heile des Jahres ’*) durch befoi 
tation haftete, ba muß fie zur 8 
mit in den allgemeinen Wander ju 


Erläuterung. 4 


Nur der Menfh hat ih dı 
freundet, und fie trennt die Li 
der Mitte des Sudans weniger, 
das mittelländifhe Meer von E 
find. ""r), 

Selbft: mit bem loſen Saud 
denn fo wie ein kühler Wind weh 
fogleid in den von ber Sonne 
and weiß fih an ihm zu wärmen 
ſpräch mit dem neben ihm ſtehent 
die Sandfläe vor fih, um bariı 
dem Ausfpruch, bei jeber Gent 
Figuren zu pnterflügen. Wird 
werben fogleih die Rechnungen 
führt +). : Ja felbft der fanatif 
Fakirn und Mullahs unter ihnen 
men müſſen, dem trodnen Sande 
das Wafler im Jelam hat, einzu 
religiöfen Ablutionen ++) au gebre 
deſſen Fußballen, beffen Magen ı 
haraboden fo ganz entfprechen, dir 
Natur völlig zu entreifen und 
feinem Sclaven zu machen gemu| 

Auf ihm, dem Schiffe ber 9 
den Sandocean, und feine Hal 





*) Mem. sur l'Egypte. I. pP. 47: 
2") Memoi Affen, 
ceonnt of Zaharah in Loss 4 

p. 5391. Capt, Lyom Narrat. 
©cedings I. p. 122, }) Lucas ı 


son Account, p. 56, +it) Brı 





Wuͤſtenbewohner. 1035 


Kenntniß bee Jahrszeit, der Hafenpläge, unb in ber Kunfl 
nach diefen zu fleuern. \ 
Darum heißen bier bie Wegweiſer bie Verſtändigen, 
Die Weifen im Lande, Hybeer und Chabie (vom Arabiſchen 
Chabar, wiſſen *)., Gie richten ſich, weil Bier keine Wäl⸗ 
Der, Flüſſe, Berge, Dfade find, fondern nur wandelnde 
Dügel und nadte gleichförmige Flaͤchen, nach dem Kluge 
Der. Vögel, der Raben und Geyer, die nur bewohnte -Srels 
In, oder wo Reifende gezogen, das gefallene Aas umflie: 
gen °*). Dber nach der Direction berrfchender Winde, wie 
Die Lootſen ***), und ba fie öfter des Nachts als am Tage 
weifen, befigen fie einige Kenntnis +) von den GBeftienen 
und ihren Bildern ; wenigflens koͤnnen fie ben Polar: 
ftern 77) finden und nah ihm fi richten. Doch weiter 
Scheint wenigftene bei der Zombuctu: und bee Dar : Zurs 
GCaravane ihre Kenntniß noch nicht zu geben. Auch den 
Gompaß Eennen fie bei bisfen nit, wenn auch Arabiſche 
Hiſtotiker verfichern, daß fie fich des Kibla name (Compaß) 
auf ihren Reifen durch die Wüſten bedienten 4}. Wie 
auf den eifigen, gleichförmigen @letfchern die Alpenführer 
im Norden, um nicht in den Labyrinthen der Eishügel und 
@isfpalten fih zu verwirren, eben fo pflegen bier die Hys 
beers 4 bis 5 große Steindlöde als Merkzeigen für die 
Nückwege übereinander zu häufen. Aber wo biefe „nicht 
find, da müſſen fie die Directionslinien nad charaeteriſti⸗ 
ſchen Kelfeneden fih merken +I}}). Doch auch biefe wer⸗ 
ben zugeweht, und fo zeigen fich überall die größten Din: 
derniffe gegen alles permanente in biefem Sandocean. 
Daher bei aller Erfahrung diefer Chabirs, mußte felbft 
der gleihmürbige Browne T4Ft}) es auf dem Zuge nad 
Dar: Fur mehrmals erfahren, daß bie biften unter ihnen, 
bie denfelben Weg ſchon zwölf mal gemacht hatten, nice 
im Stande waren, ſich zurecht zu finden in den unabſehba⸗ 
sen Slächen; fo daß fie ihre Kunbdfchafter ausſchicken muß: 
sen, ehe die große Dazxı Fur: Garavane weiter ziehen konnte. 
Und darum find diefe Wegweifer in ber That die Weis 
en des Landes, weil diefes das Land bes Wanderns ber 
atur, und fo auch des Menfchen und der Völker, ja der 
Dynaſtien und Religionen geworden iſt. Welche andere 
Begend der Erde hätte biefen durch alles hindurchgehenden 


®) Bruce trav. VI, p. 442. und Tychſen Anm. zur Deutſchen 

- Ausg. Ih.5. &.459. **) Marmol Afr. III. p. 44. ***) Sees 

en monatl. Gorresponbenz. +) Sidi Hamer Voy. in Ri» 

—* Loss p. 346. +4) Jackson Acc. p. 284. Browne 

tr. p. 248. +tt) Descripcion de Espanna de Xerif Ale- 

dris de D.J.Conde. Madrid 1799. p. 209. +t}+}) Browne 
trav. pı 24% +tttt) Browne ts. p. 187, 


1034 Afrika, Tiefland. IL. Abſchn. $- 38. 


Character in folder Schärfe und in eimem fo aufererdenk 
lichen Umfange aufju:reifen ? 

&o fragmentarifch auch unfere Kenutnifie von den Sa 
harabemohnern find, fo find fie doch merfwürbig genm, 
weil aus ihnen die ganze Mache bes Locals auf die Im 
vidualität der Völker im erellen hervorgeht, durch weis 
chen vorwaltenden Einfluß eben die freiere und felbfifäns: 
gere Entwicklung des Indi iduums mehr zurückgebräng 
esfcheint, Auch bier beengt uns leiber der Raum; we 
wählen daher nur einzelne Refultate aus, und überlaflen 
es der Zukunft, eb hier Mittheilung ber volftändigern in 
Lerfuchungen gerünft werben wied, zu -melden die jüng 

n Berichte von — Ritchie und Lyon bie wichtigſte 
"Bufäge geliefere haben *). 
, Anzre⸗— Tuariks, Mauren heißen die Bewchean 
er e. 

1. Tibbos wohnen an ber Südſeite bes nörblide 
Dafenzugs im fechs verfohiedenen Dorden, barumter Tregle 
dyten (die wie vurregides, Fledermäufe fchreiew follen neh 
Herodot **). Nach Gapt. Lyon Haben fie wegen ihres in 
ſtaͤndigen Umpergiebens und ihrer Beweglichkeit den Beh 
namen „der Vögel‘ (Lyon Narrat. p. 297... Gie mas 
dern, berauben die Garavanen und finb bie Garavanemfühır 
und Geſchäftsträger zwifchen Bornu und Fezzan. Nah 
den mitgeteilten Sprachproben reden fie einen Dialect der 
Berbernfprade ; bie Tibbos von Bilma wohnen in dr 
Mitte zwiſchen Negern, welche hier die nördblichfien Schmen 
gen in Nordafrika find *'*). 

. Die Tuariks, viel zahlreicher, mächtiger als bie 
vorigen, machen einen Dauptbeflandibeil ter Dofenbeweh 
ner aus und wehnen im ©.D. von Fezzan bis Woran, im 
©. bis Sudan und Tombuctu, im WB. bis Fer und Wo 
wolle. Sie ſchließen fid an das Voll und Land der Beau 
bern im W. an; Golonien von ihnen wohnen in Feyas 

Sofna), in Augila und Siwah; ihre Sprache If die 
erbernfprache, bie einzige des Handels und Wandels im 
weiten Nordafrika F). Auf dem merkwürdigen Daſen zuge 
unter dem Meridian von Fezzan, von dieſem Orte bit 








”) Riley Loss a. a. D. p. 397, 385. Ritchie in Quarterly 
Reviev ı820. May. p. 230, Lyon Narrat. p. 225, ı22— 
152, 229 über Zisbore 251 — 166, 254 — 267, 314. ) He 
zod. IV, e. 185. Hornemann Voyages. I, 171, 14%, Rem 
nell im Append, p. 267. af, 279. Plin. H. N. V.e$& 
#*") Hornemann Voy 1. p. 157. Langles ebend. II. p. 2%. 
und Vater Mithribates, 3. I. p.45. +) Hornemanal, 
P. 250. und Marsden Lietire 1800. p. 405. Gin neues Ve 
cab fe & Lyon Narrat. p. 514. - J 





Würtenbewohner. | 1055 


daſchna im Suban (Über -Zabu, Ghanat, Tagazy, Gazer 
d. i. Inſel) Aghades, Tegama) leben überall Tuariks, auf 
er Haupthandelsſtraße, welche die Verbindung des leben: 
igern Mittelpunctes von Afrika mit deſſen Norden iſt. 
Ind der Breite nad weicht ihr Einfluß von ber Libyſchen 
Büfte nah W. Hin bis zum boden Atlas, von der Gar: 


haar und Römer Zeit bis heute. SEie find alle bem 
anderleben ergeben, find Mäkler, Caravanenführer, Hans 
elsleute *). Gie find in Farbe, Sitte, Lebensart zu Mi: 
Hlingen ‚geworden im D. mit den Zibbos, im W. mit 
Zerbernflämmen, im N. mit Acabern. 

Diefes Volk mit der Berbernſprache iſt im Wells aller 
Yandelscolonieen in Norbafrita, von: Agbabes und Gada⸗ 
es on oſtwärts über Fezzan, Augila, Siwah. Auch bie 
Magbrebis find wahre Berbern, wie die Herrſcher von Dar: 
fıe (Barabra {ift ihre Mutterfprache) und alles Stamms 
ol der obern Nilftufe, dem alten Barabralande zur han⸗ 
elsceihen Küfte Aden, wo Berbera, die wichtige Hanbels⸗ 

6, liegt. 

Die mödte denn wohl eins ber außerordentlichſten 
md über fo weite Streden gleichartigfien Phänomene in 
er Völkergefchichte feyn, welches ein Erbtheil wie Afrika 
me allein aufzeigen kann. Uber wie bilbete fich dieſer 
sanbderbare Sürtel **), ſporadiſch im großen Bogen zers 
kreuter Danbdelscolonien, der auf fo viel Grundpfeilern zu 
uben ſcheint, als ardipelartig vertheilte Dafen im weiten 
Bandocean liegen. 

3. Die Mauren (von Mauritanien, Moros), von 
enen hier ale Wüftenbewohnern die Rede if, find wohl 
on den Städtebewohnern ***) gleiches Namens zu unter: 
Heiden, Sie find Wanderhorden; verſchieden von den 
Beduinens oder Araberflämmen, und müflen hoöchſt wahr: 
cheinlich zu den Berbern gezählt werben, die nur darch 
Bermifhung mit den Machbarn und durch die Annahme 
es Islam, wie durch das Glutclima, in dem fie mitten 
n den menfchendbeflen Wüſten und an deren Srensen hau: 
en, je der Ausartung gelangten, welche gegenwärtig bas 
Rifplingsvolt der Mauren characteriſirt 1). 


®) Plin. H. N. V. c.g De Barros Asia Dee. 1. L. 3. c. 8. 
fol. 53, b. und L.2. c.2 fol. 22,a. Hornemann I]. p. 
152. Rennell im App. II. p. 266, 279. Proceedings I, 
263, **) Heeren Ideen, dritte Auflage. II. p. 320. Mars- 
den Letire p. 320, u. Mithribates a. a. D. p- 27. ***) De 
Raıros Asia Dec. I. L. IV. o. 4. fol. &d, a. Ludolf 
Comment. in Bist Aeth. fol. 54. Matmol Afr. III. ». 
66. Düurand Voy. I]. $ 84. Jackson Ace, p- 140. ii. 
thridates 1. p. 3860. 7) Lea Afr. b. Lortbach & 85. Edrisi 
ed. Hasım. I, p. 127, Bater in Mithrid. IH. p. a8. 


1036 Afrika, Tiefland. IT. Abfchn. S. 38. 


In unzählige Stämme ae 600 fügt Warme) ver 
gheilt, brechen fie nach allen Weltgegenden von Zeit zu Zeit 
wie bie —* Glutwinde aus ihren Wäſten berver in tie 
Rachbarſtaaten; die Gaharamans nach Marokko und Fez) 
die Azenagha ehedem und Beute unter andern Namen ge 
en 8 zum Dceen, die Stämme ber Gedumah, Saufen, 
udamar: Biru gegen S. zum Senegal und Miger bu 
Kombuctu. Hier brechen fie ergelmäßig, wie es die Jahr 
zeit fordert, und felbft die mehrſten Thiere es thun, in ba 
reichern Steppenboben der Zlußländer ein und droßen m 
ser dem gefürchteten Namen der Mauren immer mehr un 
mebe die Herrſcher der fanften Negerdölker zu werden‘). 
Sie find die Herten am Nordufer des Senegal und Nigt 
oftwärts bis Houßa und Kaſchna, wo die Wüſte dicht zum 
Miger rückt und eben darum bore die Maurenherrfgeft 
noch mehr unterflügt als im Well. Dort Haten ſich ik 
Mauren (don auf dem Gübdufer des Niger fefigefest; Mı 
find die Herren des mittlern Niger wie bes mittlern Be 
negallaufes, Haben aber im D. mehr feſte Wohnfige gruem 
nen als im W., an ber Sahara mehr als an ber Sehe 
Die Wohnfige der Mauren, als Berbernflämme, bilden us 
der Südgrenze der Sahara gegen die Nigerſteppe eine Zom, 
weiche vom Welt nach DIE ganz parallel mit dem Gik 
zande derfelben, von der Meeresküfle landeinwärts in einem 
ſchmalen Gürtel (zwiſchen 16 bis ao Gr. Nordbreite) gegen 
taufend geogr. Meilen weit bis zum Habeffinifchen Terraf 
fenlande, oder bis Nubien reicht *""). Das Glurclima, bis 
fie bewohnen, und ihr Wanderleben regt ihre Gefühle ja 
größten Leidenfchafrlichkeit, ihre Phantafie gu den größten 
Mißgeburten auf, macht fie roh und unbändig; als Grear 
völker zwifchen Arabern und Negern, als wahre Mulatten, 
aben fie von beiden bie Laſter in fi aufgenemmen, chat 
ihre Tugenden zu bifigen +). Wiley will unter ihnen Ries 
ner und Weiber in einem ſehr hoben Alter gefunden haben, 
welche faſt zu lebendigen Mumien ausgetrodnet ware; 
diefe landen bei allen Süngetn in hohen Ehren; unter ik 
nen follen viele 200 Fahr alt feyn und ſelbſt manden de 
Greife wird ein Alter von 300 Jahren (8 Zille der Ars 
ber) F}) beigelegt, eine Angabe die wohl niche zu genis 
genommen werden barf, 





*) Jackson Ace. n7 5 140. 282, 287. Golberry F 
.90— 134. . Park tr. p. 149. und Rennell App. 
F ille und Durand Voy. au Senegal I. p- 84, Wong 
in den Proceedings Tl. p. 336, Jackson pP. 295. *") 
Park ır. p. 112. unb Golberry p- 95. +) M. Park ır. 15%. 
Reunell App. p. XCI. Browne tr. pref, p. XIV. Jack 
son Ace, p. 56, +7) Riley Loss p. 413. 





— — — —— 





Wüftenbewopner. 2087 


Anmertt.ı. Salz, Tibbar, Kowries. Eine vergleis 
ende Ueberfiht der Handelsſtraßen durch Nordafrika würbe bier 
ı ihrer Stelle feyn, wenn es der Kaum geftattete, fie, wenn 
sh nur bei den 6 widtigften Bauptdirectionen nachzuweiſen. De 
doch fhon in andern Werken *) vieles barüber mitgerbeilt ift 
nd da wir ganz Eürziid, ein eignes, gehaltreiches Pririfhes Werk 
räber von Waldenaer **) erhalten haben, fo laffen wir hier 
nr ein paar Worte über das Mittel des Tauſches folgen, ober 
ber basjenige Kequivalent, welches. durch ganz Norbafrifa ale 
ield für die Waare im Gebrauch if. Dieß erfcheint naͤmlich hier 
tzuͤglich in dreierlei Korm, als erſtes Beduͤrfniß, das Salz; 
s im Ausland geltende Münze, Gold ſt aub, und als’im Wins 
mland geltende, bie Mufcheln oder Kowries. Ron Gclaven 
iben wir fon oben gefproden ($. 18 Erl. 2.). 

Gteinfalz ift, fo weit wir jegt es überfehen Tönnen, dem 
fritanifhen Hochlande allgemein, unb ſelbſt großen &treden bes 
lachlandes verſagt. Dagegen füllt es in gewiffem Abftande bie 
fefen der ſchwerzugaͤnglichen Wöften rund um ben Rorbabfall 
6 Terraffenlandes von Hochafrika. Allen Bocländern ober als 
n Negeroö.Eern, 3. B. denen von Buinea °**), ber Fulahter⸗ 
ffe *"**), den Mandingo +) und allen Bewohnern bed Guban, 
Salz ein Hauptbebürfniß und ein Artikel des Luxus geworben, 
n je tiefer nad dem Innern. nur der Wohlhabende und Reiche 
feiedigen Eann.- | 

Die Neger halten es für ihre Geſundheit, fo gut wie wir, 
entbehrlich; bie Araber wiederholten hundertmal bie Gage, daß 
e Negervölker mit dem Salz ihre Lippen reiben mäffen, weil fie 
aſt Leicht anfausen würden ++). U 

Wahrſcheinlich kennen wir nur ſehr wenige Steinſalzbruͤche 
r Wuͤſten, und wie viele Steinſalzbaͤnke mögen nicht unter ben 
andjdichten begraten feyn. Am befannteften find die in Weſt⸗ 
dr Oft: Tegaaffa oder Zagaza tr}. Vielleicht ift dieß aud 
ffelbe, was bei Mungo Park Tifheet genannt wirb +++). Die. 
Mm Aroan im Norden von Walet und Biru, ‚ferner ber Galsfee 
ambu (Domboo) und andere ın Rornu und Bilma F+t+F)3 
6 Steinfalg von Dar: Zur +t+4+}), bas in den Harazabergen 





*) M. Park tr, 140. Rennell im App. II. 355. Jackson 
Acc. p. 287, 285, 56, 308, 282, 308, 298. Lempritre 
tour fr. Gibraltar to Morocco. 2 Ed. Lond. 1795. 8. 
p- 355. 6. Stuart Befandtfchaftsreife 1725. p. 114. Pro- 
ceedings II. p. 8 63, I. 162. und Hornemanm Voy. ed. 
Langles 1. ı92. Il. p. 266. 284, 267. **) C. A. Walcke- 
naer Recherches G&ographigues sur l’interieur de l’Afri- 
que septentrionale etc. Paris 1821. nebft Karte von Rorbs 
afrika. *ex) Römer R. pP 276. .**’*) Winterbosttom 

Sierra Leona Acc, I.p.8. +) M, Park tr. p. 305 unb 
270. a Stewart Gef. R. p. 114 IICIh) Jackson ace. p. 
2380. 


eo Afr. b, £orsba . » + M. Park X pP. 
140. und Rennell App, —E Ath Sherif Imhark- 
med in: Proceed, I, —8 u. Beaufoy. ++rtrt) Browne 


tr, p. 208. 


1058 Afrika, Tiefland. ZI. Abſchn. $. 58. 


von Korbofan *), die Steinfalgbräde ber Seunaarkufe**), um 
Die der Käftenterraffe von Baylur °**) am rorhen Mer (f. ka 
Habeſch 5. 10. Erl. 3). 

Alles dieſes find Hauptſtelen ‚für bie Raturs und Gultınge 

chichte des Afrikaniſchen Winnenlandes (f. unten MMineralssit; 
erbreitung ber Galzfteinlager) 5 für den Berkehr find es Be: 

fammiungspuncte ber Garavanenzäge, welche von da aus ira 
lattlande dem Sudan, mit bem erflen MWebärfniffe belaben, je 
enern. Dieſe Gteinfalzbrähe verfehen alle muhammebanilda 

Garavanen wit einem Hauptproduct, um Bold und Sclaven te 

gegen einzutaufgen. Sie liegen fämtli in großen Bogen m 
8 Bodland, am Rande von Rigritien; im Süden des Rigm 

Broms {ft fein Balz **"*), was au ſchon Berobot zu win 
eint Frre-\, 

An vielen Stellen bes Suban iſt ber Salzumtauf von gi ' 
ter Wichtigkeit, und Salztafeln gelten wie Goldbarren. In Res 
bingo fand M. Park ***r**) den currenten Preis einer Galjtafl 
3 üß lang, ı Fuß 2 Zoll breit und 2 Zoll did, zu ı bit 2 MM. 

terling. In Dars Kulla }) find 12 Pfund Salz ber Preii & 
nes maͤnnlichen Gclaven von 14 Jahren. Bon dem Galzwerthe 
in Habeſch war oben die Rede. 

Unter ben Metallen , welche in ber ganzen Welt als von ba 
Natur dazu beftimmt zu feyn feinen, dem Menſchen als irbiſce 
Maaß feiner irdifchen Zhätigkeit zu gelten, ift in Afrika ziht 
das Bold bas einzige, aber doch bas am allergemeinften geltende 
denn aud das Gifen curfirt auf dem Aethiopiſchen Bodiande a 


Münze. 

Bold ift aber befanntlih als Soldſtaub, welches ben allge 

meinen Handelsnamen Zibbar erhalten bat, ein dem Guben es 
entbämliches Product, doch wird ed nur im Suoͤden +}) va 
iger. und Genegalftrom gefunden. Da gebt aber aud je 
handelnde Neger mit feiner Tili-kiſſi ++) ober GBoldwage mm 
ber, weil das Metall hier noh Waare ift, weil feine Yrafı fin 
ctuiren, je nachdem bie Umflände, der Zufluß der Waaren und be 
Sremden iſt (©. unten Wetallverbreitung). 

Die befannten Seemufdeln, Gclangentöpfäen oder Km 
ries genannt, machen die dritte im Innern, aber auch nur de 
allgemein geltende Münze aus. Im Suban ift fie bas wehrt 
Geld, der Maaßſtab im Handel, wie bei uns base Bold, 

und fo ift im Aus» und GEintaufh des Inlandes und Ark 
landes auch das Gleichgewicht der Täufhung hergeſtellt. Dras 
wenn das Product des Gontinentes das Bolb bes Sudan im Anh 
Lande den eingebildeten Werth erhalten hat, unb bie Menſchen de 
thoͤrt oder fonft gefefiett hält; fo Hat dagegen in der Mitte dei 





#*) Browne tr. A pendiz . **) Bruce tr. 3 Bd. VI. 
p. 267. *) Ä varez Kies e Eıhiop. p. 54. und Bruce 
tr. III. p. 112. *#8%) Rennell App. in M. Park ır. 
LXXXV, #ere0) Herod. IV. c. 181. **+eır) M. F 
tr. p. 3og +) Browne ır. F ** ++) M. Park tr. p. 
299. Rennell Append. p. L V. Jackson acc, p. 97 
u . +tH M. Park ır. P» go. 





Wuͤſtenbewohner. 1039 


Gontinentes, nun das Product des Dceans den gleichen eingebil⸗ 
beten Werth erhalten, nämlid eben biefe an fi fo unfchulbigen 
Muſchelſchaalen, weiche aus den. verrätheriſchen Tiefen des maldis 
viſchen Zaufend = Infelmeeres gefifht werben mäffen. 
Kowrie find Handelsartikel in Guinea, wo fie von der Käfte 
aus in das Binnenland ale Geld gehen; auf der Zulapterraffe -) 
And fie Landesmünze, To wie am Niger vom Reihe Nanbarra 
an oftwärts nach Kaſchna. 
Als M. Park verlaffen vor ben Thoren von Sego faß, um 
den Rigerſtrom überzufgiffen, was 10 Kowries Faͤhrgeld Loftere, 
erhielt er don dem Könige 5000 Kowries zum @efchent "*), Huns 
- Bert biefer Mufcheln waren hinreihend, um täglid für ihn und 
"fein Pferd die Nahrung zu verſchaffen; 250 Stuͤck, glaubt er, 
: mochten hier den Werth eines Schillings haben. Auch auf dem 

Markt N Sanſanding waren fie bie Bleine Muͤnze wie in Guis 
z nee LLX . 
> Die Kowries werden weiter im Bflen in Kaſchna ****) von 
= ben Arabiſchen ober Berberiſchen 1?) Dandelsieuten, Huedbah, 
=. son ben Negern Sardie genannt, und gelten nur vom Niger an 
5 Sübwärts im Binnenlande.e Schon Macrifl führt fie **r*e) im 
: @ubdan an. 

In Kaſchna haben 230 Städ den Werth von ı Shilling +) 
$ wie in Sego. Am wohlfeilften find fie in Zombuctu, dem Mits 
E Gelpunct des Korrielandes. In Mandingo find fie wieber:cheus 
: ger; norbeftwärts gelten fie nur nod bie BVornu, we Kupfer als 
= Münze dient. Die Girculation der Kowries ſcheint alfo eine fehr 
3 beflimmte Begrenzung nur innerhalb bes eigentlihen Sudan zu 


n. 
2 Aber hoͤchſt merkwuͤrdig bleibt es immer, auf welchem Wege 
.ı Die geohe Menge bdiefer oceanifhen Münze in dat Binnenlanb von 
Afrika eingeführt ift. , 

* Wahrfcheinlich von ber Guineakuͤſte uͤber das Hochland durch 
Aſſlanthe, Degomba nach Tombuctu, und von ba in den Oſten 
. ımb Meften von Sudan; ober, ob auch von ber Moſambikkuͤſte 
„) auf einem noch kuͤrzern Wege? Auch in Fez follen fie in Menge 
— zu haben feyn. So nur läßt es fidy begreifen, wie zugleid in 
„ Pindoftan und in Sudan biefelbe willtührlihe Münze geltend ges 
„ worden, Als die Europäer Gomorin ++) auf Dekan in DOftindien 
kennen lernten, taufdten deffen Ganbelsleute don damals von 
_, ben Bewohnern der Maldiven die Komries ein. Schon Marco 
3 Polo lernte ſie (porcellane) als Scheidemuͤnzen im goldreichen 
Fännan414) in Ehina kennen (vor 1300 nach Ghrifti Geburt). 
"> Zur Zeit der Mongolendynaſtie utf), als bie Aſiatiſche Gonti⸗ 


0) Winterbottom aec. I. p.8. ») M. Park trav. p. 201. 
“"*) M.Park Journ. of a Mission. 1815. p. XIF. Addend. 
and Meredith Goldcoast p. 183. ****) Proceedings I. p. 
1 *+e#) Macrizi in Burckliardt Sr. p. 502. +) Beau- 
foy b. Reonell Append. p. LXXXV. tt) Sprengel See 
ber geogr Entde ungen, ate Aufl. S. 176 u, 316. ++ 
Polo b. Ramusio. T. Il. fol. 35, b. t+tt) Ayeen Akbery 
or the Institutes of the Eınperor Akber; translated from 
the Persian by Fr, Gladwin. Lond, zguo. 4. IL p. 1a. 





x. 


1030 Afrika, Tiefland. 11. Abſchn. 6. 39. 


nentalmacht in Indien das Rebergewicht hatte, wurden tie Markt: 
preife 3. B. in Driffa nah Komwries beredhnet. Roh gegenwär: 
tig curfiren fie in Hochtibet *) und Kandahar. In Bengalen grls 
ten 2400 Kowries einen Shilling, bennocd kann man dort für ei. 
nen Kowrie, die allerkieinfte bentbare Münze, nod immer eteat 
einhandeln. Aber im Sudan haben fie zehnfachen Werth erlangt. 
Jaͤhrlich **) führen bie Engländer aus Bengalen an hundert Tex 
nen Kowries über Guinea durch fremde Handelslente in den Gu 
dan ein,” indeß dafür die andern Völker bem Sudan von oda 
Beiten feinen Goldſtaubs entloden. 

So find bie leblofen Probucte ber Tiefen bes Dccans m) 
des Kontinentes , die Zreiber ber WBölkermaflen der Hebel mi 
Nerv des Berlehrs auf den Oberflächen ber Erdkugel geworte. 


Räcklick auf Afelfa und Einf. 


6. 39. 


Vergegenwärtigen wir uns nun noch eimmal alles das 
jenige, was im Vorhergehenden als die characterificenien 
TFigenthümlichkeiten des ganzen Erdtheiles aufgefunia 
wurde, fo findet fi, daß wie uns dieſe in folgenden Hauyb 
puncten kurz wiederholen können. 

In der nad geologifhen Gründen fo gut wie infelıe: 
singen Abgefchnittenbeit des Erdinbividuums von dem übrigen 
Theilen der alten Welt. 

In der zugerundeten Begrenzung durch Meeresküfen 
und in der Einartigkeit ihrer Geflade ohne größere Ein 
fchnitte, nur mit im Verhältnig zum Ganzen wenig tif 
eingehenden Gerraturen. 

In der Einfachheit ber Gegenfäge von Hochland m 
Ziefland im Süden und Norden, und von ihrer Berährus 
in einer einzigen, geraden Linie, von DfE nach We dark 
den Sudan hindurch, etwa in ber Direction tes Niger. 

An der gleichartigen Vertheilung der Gegenfäpe nah 
dem Areal, im Verhältniß zum ganzen Erbtheil. 

In dem Parallelismus der Vertheilung ber Gliede 
und Unterabtdeilungen beider Hauptformen, nad einm 
Hüben und Drüben, einer Of: und Wef:, einer Ei 
und Nordſeite. 

In der daraus gleichartig entwidelten, im allen fix 
nern Fornen fich feldft parallelifirenden Natur der leblofes 
Gegenſtände, wodurch eine auffallend ſymmetriſche Bilden 
des Erdtheils hervortritt, welche ſonſt auf dem übrigen Kit: 
boden weniger oder doch nur in einzelnen Gliedern, nik! 
in ganzen großen Erbindividuen auf der Oberfläche 


*) Raper in ben Asiat. Res. T. XI. p. 530. unb Eiphbinston 
Cabul, B: 394. #) Rennell Äpp- p. PEXXY. " 





Nücdblid auf den Erdtheil. 1041 


ı der aus alle biefem in der unorganifhen Natur 
iteten a zu einer vorberrfchenden Familienähn⸗ 
0 


ber feſten Formen und in bem alle Glieder biefer 
ı Bindurhlaufenden, ausgezeichneten Samilienzuge, 
feitanifchen Typus, welcher den Character des Sr. 
‚mehr zurüdigedrängt Bat. 
ı des geringeren Anzahl, geringern Ausdehnung, grös 
eengung und in dem geringen Waflerreichthum der 
den Flußſyſteme, welche feit dem Anbegian die Um⸗ 
e des Steiäffrimigen in bie Mannigfaltig eit von Berg 
hal, von Berg:, Hügel: und welliges Land waren. 
ı der geringen Breite der Küftenterraffen zunächſt an 
i Waſſerſeiten des. Hochlandes. 
ı der überwiegenden Form des teodengelegten BRrers 
ens im nördlichen Klachlande der Sahara, deren 
de noch zu feiner Sirirung gelangte, fo daß ein 
Ber Flächenraum im Herzen bes Erdreichs noch im 
nge von dem Oceane zur Landveſte begriffen, für 
Entwidlung. nieht geeignet, en. 
ı der Richtung eines..der. größten Waſſerſyſteme im 
le zu einem Rittelmeere, daher der ganze Erdtheil 
ie dorm eines oceaniſchen Weltfiromes geblichen ift. 
ı der unvoßlendeteren Entwidlung des größten Stroms 
, das im Binnenlande ben Verkehr der Völker frü⸗ 
egte und förderte,. als Die, durch höhere, fittlicde Mo⸗ 
yingte Cultur bervortreten konnte, wie bieß doch in 
twidelteren Waſſerſoſtemen der Übrigen Xheile dee 
Belt, 3. B. am Euphrat, Ganges, Indus und ans 
r Fall war, da Hingegen. kaum ein ähnliches Weis 
ie das im Sudan ſich zeigt. j 
ı der großen Annäherung des Webirglandes ber Ber⸗ 
ı den zugänglickern, meerumfloffenen Octident von 
‚ und bdeffen Abfonderung von dem Binnenlande 
ie Wüſte; wodurch dieſes Bebirgsglied, von mins 
influffe, weniger auf das Wange surudmirken konnte, 
ı der völligen Abwenbung dee Güdfeite bes Hochlan⸗ 
ı allem Gontinent der alten und neuen Welt, und 
em Dinausflarcen as den Einäden des Südpols. 
ı der Stellung zum Gonnenlauf, wodurch der Erbe 
ı feinen großen climatifchen NWerbältniffen wiederum 
mei fich einander faſt gleide Hälften ſymmetriſch 
: wir 


ı der durch alles biefes, wie au durch die Indivi⸗ 
t des Befondern, minder geflörten , und minder uns 
tig geſpaltnen Eigenthümlichkeit des Geſamten; oder 
geringern Gegenfägen innerhald der allgemeinen 
tniſſe, und ber deſto geößern Gleichartigkelt und Ein⸗ 
eit des Geſamten. u 

N j u . un 


1042 Afrika, Tieflandb. IE. Abfchn. $. 59. 


Wenn diefes fi nun fo derhält, und in ber unoıge 
niſchen wie in ber organifpen Natur das deher fi ent: 
widelnde Leben, mit den immer neu fich erzgeugenden Ge: 
genfägen aleihen Schritt bält, und im flarerm ußtfege 
de fortfegreitenden Gegenfüge, ber Menſch felb erſt zur 
freiem geiftigen Thätigkeit gelangt , fo wird es mit den 
Ganzen Übereinfiimmen, wenn aud bier bei einem minder 

dafify manniyfaltig entwideleen Erdindivivuum, weni 
Maturantriebe zur Enewidlung des Bewußtſeyns ber 

8er in ihrem Geſamtleben fi darboten, und die Geſqhichte 
des Menſchengeſchlechts, das an biefes gebunden war, mim 
der vorangefhritten und von der Erdnatur winder entfek 
{elt, minter frei, minder feltftfländig erſcheint. 

Wie fhon die Hautfarbe des Afritaners minder inbik 
ferenzire if als die aller andern Menfchen, nicht we, 
fondern noch dem dunkel färbenden Princip unterwerfen, 
fo auch iſt feine ganze Natur wie die feines Erdtheils den 
pꝓhyſiſchen Mächten der Tropenwelt mehr ergeben. 

Wie feine Phyſidgnomie überall in allen Theilen glei‘ 
6rtiger aufgtworfen und hHervorgetrieben erfcheint, und mis 
der jenen ſchöͤnen Wechſel des Ebenmaßes in der Ungleie 
artigkeit der einzelnen Gefichtstheile offenbart, durch melde 
der Kaukafier am weiteſten von jeder Thierform ebſteht, 
der uns 5. B. in der Gteilheit der Seirn umd überhaupt 
in der eigenthümlich ausgearbeiteten Bildung aller Gefichte 
heile fo wohlthätig anfpriche, eben fo iſt auch bie Phyhfie⸗ 
gnomie des großen Erdkoͤrpers, dem er angehört, minder 
eigenshümlich verfihiedenartig geflaltet in feinen Dauptfes 
men und heilen. 

Eben fo wie der ganze Erdtheil, bei feiner Maturfühe 
ei feinem überfhwenglihen Reihtfum, bei der Blur ww 
roductionstraft in den Gattungen, Doch zu minderer Ent 

widlung in ben Gefchlechtern feirier Gewächſe amd Thiere 
(f. unten Vegetation und Thierwelt), gelangt m from 
fdeint; eben fo wenig mannigfaltig, obgleich fpecied ſehe 
Waracteriftifch, Hat fich die Befchichte des Menfchen im feb 
nen Individuen, Familien, Horden, Boͤlkern, Gtaaten, Re 
ligionen gezeigt. Und wie der ganze Erdebeil noch mehr ge 
ſchloſſen in den Banden ber flarren Continentalform liegk 
eben fo Bat fi frin Bewohner, die Afrikaniſche Meufhes 
raſſe, als Die größte Perfänlichkeit in ber Menfepengattum 
betrachtet, die Selbfittändigkeit feines Daſeyns rauben u 
in die Knechtſchaft führen laflen, weil ihm, bei dem Mm 
gel der individualifirten Entwidlung, auch die Kräfte wicht 
au Gebote flanden, feine Freiheit gegen bie ſelbſtſtänbigen 
und entwidelsern, hellfarbigern Barbaren zu befanpie. 
Die Zeit wird es einft Ichten, ob dieſer Zuftand der Kardb 
ſchaft wie fchon äfter. in der Geſchichte, ein Princip dr 





KRüͤckblick auf den Erdtheil. 1045 


Bild ſamleit und ber Ermedung zum fittlichen Bewrteſeyn 
werden follte, das zur Lrbebung ber ganzen Maſſe fhnels 
ler führte, als der Bang ber Natur es vermurber ireß j 
aber ob das ganze. Geflecht mie minderet Kraft aurges 
züßlet, diefem erliegen fol, wie ein anderes in bet. Neuen 
Welt ſchon auf gleiche Art umntergegangen und felbft an 
dem Güdcap des theils ein Wölterflamm ſchon größtens 
le verfhwunden. Die gegenwärtige Zeit fein die era 
lipften Ausfchten für das Begentheil gu eröffnen, mas 
bei der Übermii Inden aturtaft nd en bes Bine 
nenlandes ar tert aller Art auch ei u erwarten 
wär. Die Fa keit der Wölker am Gübende des 
theils hat in der That ſchon ihre liebevollen Lehrer und 
fer gefunden; vielleicht, daß fon ähnlihe Bemüs 
en auf der Hochterraffe von Fulahdu fruchtbar ge virke 
en., Was dort gefchehen könnte, läßt ſich top alles 
jorhergefagten auf keine Weiſe berechnen, weil es Dinge 
bt, die außer dem Gebiete der PhyNk liegen. 
-  Bum Schluß einige eingelne Bemertungen, bie 
mar als Andeutungen bes vorigen in Beziehung auf die Bes 
9 (digpte bes Exdtbeils gelten follen, da fle hier nicht weitet 
tert werden lönnen. 
* Afrika, wie fon Hertodotus ſagte, und die neuere Zeit 
.F es fa für den ganzen Erdtheil wahrſcheinlich machte, hat 
"eur zweierlei Grammpdiker, denen alle andern ale @inges 
SS wanderıe und Mifchlinge fich zugeſelit zu haben ſcheinen; 
38 Die des Hoclandes und bes Tiefiandes fhwarz und br-um, 
=9 Zerhiopier, Libher ber Alten, Neger und Berbern ber Mei 
mu6 rm; ober bon ihnen mehr oder minder näher flehende, (päs 
ter eingewanbderte ober fonft nach und nach verwandter ges 
6 gordene Völker, welche fi) ale Uebergänge zus andern. nit 
9 Meilanifhen *) detragın laflen, j 
— Die Neget, ale Bewohner des Hoclandes, ſo weit mie 
es ennen, und feiner Gehänge, bis in die mittlern Sttom— 
[4 ie ober felbft bis sm ben Meerenküften, find meres 
8 buch Dämme von bedeutenden Staatskräften, die fi au 
$ dem (dmalen Küftenfäummen nicht fo leicht otganiffren förtts 
= ten, mod dutch anderweitige Kräfte ihrer Glteuznachbarn 
= imbert tworben zum Weg bee fruchtboten Gelände am 
me ihres Hochlandes und ihrer Bergkräme zu elaugen. 
Ueberall wo fie Defig nahmen, da haben fit auch als ein 
——— 
ehauptet, gi nel jeter 1173 
dextdeilt, una fo viele verfepisdennstige Eptärhrn fig erwäts 


ESamlikasazennomeno- 


“ur 


ZUEEUR 





) Nersi 98. Sind die lewait kb bad Äfkee i 
* —* PA iss; 129 ee eilaun 





1044 Afrika, Tieflaud, IE. Abſchu. 5. 50. 


ben, daß wir bis fegt nocy nicht im Stande find, ide Spraqh: 
gebiet zu überfehen. 

Saft überall erfahren wir aber, daß fie von dem Hoch 
Lande nah den Kiefen herabgezogen find, dem bemwußtiofen 
Laufe der Bebirgswafler gleich. Da Haben fie fig rum 
um das Hochland in der That in Schichten Über einander 
abgelagert, Haben bie frühern weiter gefchoben oder vernich 
get, extrümmert und ausgeflofen, wie zumal an ben Bub 
neatüften oder unter fich aufgenommen, wie dieß übers 
bei den Mandingo’s der Fall zu feyn ſcheint. Keine Eput 
von Kıunftdentmalen als Urkunden er einfligen höher 
Boͤlkerthätigkeit, iR in biefen übereinander und burdpeinan 
der gewachfenen Wölterlämmen aufbewahrt. Nur bie viel: 
fach verfchiedenen Spuren der GSprachſtämme Leiten hie und 
da auf ihre Sacceſſion, und nur in ben jün fe herabgejege⸗ 
nen Wölkerwanderungen, iſt die Art und = chtigkeit ihrer 
Züge, während der drei legtern Jahrhunderte, am einigen 
Stellen der Küftenländer noch zu verfolgen. 

Die Bewohner bes Plattlandes dagegen, beren Haupt: 

mm tie gu den Berbern gäßlen müflen, baben be, m 
der Wüſte angehören, au BL Ad baracter mit 
nommen, der in der Idee des Wanderns umter allen 
ſichtspuncten ſich wieder darſtellt. Seit Jahrtauſenden 
ward dort die Oberfläche bes Landes von Hügel zu 
etrieben, die Oftfeite bloß gelegt, die Wefkfeite überfchätte. 
uch einzelne Wölkerflämme, fepeint es, mußten fo wie bie 
Wafferftellen, Quellen, Wadis, Küften, Dafen und $ele 
lacten fi umänderten, geswungen werden, Den Wander 
Bob ju ergreifen. Der allgemeinen Naturgewalt widerſtand 
e einzelne Menf nit, und von ber Zeit der Herebati 
hen Naſamonen bis auf ben heutigen Tag, find viele Bil 
erflämme und chclifche Garavanenzüge Hier unabänkeriig 
in Bewegung. Gie haben nur nach dem Wechſel der Zeit, 
ber Völker, des Verkehrs, der Religionen, ein anderes Ge 
wand angetdan indeß ihre ſtehende Form durch das gan 
Gebiet der Geſchichte reicht. 

Daher Bier der Character des Wanberns auf eine ge 
nerelle Weife bei allen Völkern, in der hagern GBeftalt, in 
der Höchften Genũgſamkeit, im Gebrauch allee Rafrungs 
und Erquidungsmittel, in dem Mangel allee Geimifcen 

duſtrie, in ber leichten Aneignung alles Fremden, in dem 

angel des Interefſes für ein Baterland, in dem Werhfel 
ber Ehen und Hanshaltungen nach Stationen, und in dem 
ganzen Wechſel ihres Hordenlebens, ihrer bürgerlichen Bro 
eine, ja in der Frechheit und Werfarilitäe ihres eigenen 
Gharacters, bei ber größten gefelligen Berwanbtheit, und ei 
ner Birtuoſttät in den Befchäften bes Handels und Bır 
kehrs fi zeige, | oo. oo 








m wien 


Bugang am ſchwierigſten. Doc wiflen wir Fr bi 


Ruͤckblick auf den Erdtheil. "1045 


. So if das Phänomen bes Hinz und Herwanderns 
auch für den Entwidlungsgang des ganzen Erdibeils von 
WBedeutung geworden. Denn in deflen kleinern periodifchen 
‚Beiträumen, iſt das Syſtem dieſer Wanderungen, weil es 
ih nur nam der einförmigen Landesnatur geftalten konnte, 
zu einer flehenden Naturorbnung geworden, Die wie die 
„Ebbe und Flush bes Meeres, oder wie das Schwellen und 
Sinken des Nilſtroms, die befimmte Mondenzeit und den 
Jahreslauf unabänderlich gewonnen hat. In feinen großen 

oriſchen Perioben betrachtet, Hat es auf dem Erdraume 


‚Die beiden dem Auslande nach dem Drient zugekehrten Guls 


zurlinien der Dafenzüge gefchaffen, die ganz gleiharrig vom 
Mel nach Oſt at Hl nad —E die beei 
Handelscolonien begeichnet werben, 
Diefe leiten die Betrachtung von felb auf den Ein⸗ 
Fuß u, den bas Ausland Über Afrikas einfsemige Rate 
ei iR die Urfache, daß Bier in biefer gewaltigen Auss 
Dehnung die Einwanderungen fremder Völker fo gleichfärs 
feyn mochten, wie fie, ba wie ibreZeitgefchichte freili 
aid kennen, bem gegenwärtigen Wohnſitze derfelben na 
au fließen, uns verleiten möchten. | 
Denn die Weltfielung zum benachbarten Afien if zus 
—— die einfachſte durch den ſchmalen, müften Volkerſteig 
er Landenge Euez, wie durch ben engen, aber klippigen 
Casperum sulcatu nach Edrif) Arabiſchen Golf. Alſo räume: 
Ki am befchränttefien,, in den Formen am einfachfien k im 
o 
ur von einer Ginwanberung älterer VWölterkämme aus 
sabien nach Afrika, etwa ber Berbern oder der Kaffern, 





| all beide, im Hinſicht bes Rörperbaues jene, im Pins 


t der Sprache diefe, eine große Stammperwandefchaft 


- wit ben Trabern au haben feheinen. Wir wiſſen nicht eins 


mal, ob bieß vor eines Bildung bes Arabifchen Bolfe ges 


gaehen ſeyn mag, oder naher, oder ob nicht vielleicht Die 
ca 


ee einft noch eher Afrikaner gu nennen wären, ale 
Aflaten, mit denen fie in frühern Zeiten faß in weniger 
Berwandtſchaft geflanden zu haben ſcheinen, als mit A 
Zanern, beren Erdtheil (deſſen Natur mit der Arabifehen 
nahe verwandt ift, wie es feine Bewohner find), fie 
ſeit dem Islam gleidfam von neuem affimilist haben. 
efegt aber, daß bie Kaffern von daher einwanderten, ſo 








‚ feheint es, mußten fie, wenn fie einmal fübwärts zogen, fo 


ie 


den ganzen Küflenfrich bis zum Südende einnehmen, 
Landesnatur gemäß, wie bie Berbern, ober wielmehe 


‚ti ber fpätern Zeit die Araber, in weiten und breiten Zü⸗ 


en burch das flache Continent bald bis sum Weſtocean 
rangen. 


3046 Afrika, Tiefland. | 11. Abſchn. 6. 39. 


Am Außerfien Norden von Afrita, am der Küfte der 
Berberei, deutete früberhin die alte Welt in der Gründung 
der beiden Herkulesſäulen bier einen Uebergang von Libyen 
nach Hesperien an, Deffen mehr mit Europa (f. Rüflım 
kand des mittelländifchen DReeres) Übereinfiimmenbe Rataz, 
ertinnten nach den turıen NRo'beinfällen der Botben uw 
Dandalen die Araber, und fucdten vom Süden aus bie fe 
nahe verwandte, ſchoͤne Spaniſche Halbinfel, mit ihrem 
Reiche gu vereinen. Aber es follte durch die Völker im 
Streit und Krieg, ein Zwieſpalt und Gegenfag, wenigſtent 
für gewiffe Perioden, in die Natur kommen, den die Sagen 
und Anficdsen eben derfelben Voltker immer wieder aufge 
Hrben ſtreben, weil das Gemeinſame durch bie Ratur wen 
bunden, zw laut fie sur Bereinigung aufsufordern ſcheint. 
So bieten fi wenigftens noch bie en der geaenäben 
liegenden Algarve in Desperien und EI Barb im Hase 
die Hand, und die Sage ging zw Edrifi Zeit unter I 
Arabeen, daß des alten Haders zwifchen Afrikaner um 
Undalufieen müde, Herkules Damals, als bier noch fen 
Deean die Völker trennte, erſt dur die Meeresfirafe dat 
Mittelmeer mit dem Dream verbunden, zu beiden Seiten 
bie Wäue aufgerhürme und fo die Trennung bewirkt ba. 
Aber die Meere felbft Härten wieder einen Theil diefer Wi 
miedergeriffen. Und fo geht noch Beute dort daffelbe KRähe 
en unter dem Volke, darum babe Eraf: el» (Barb, das ie 
zühmte Xrafalgar, feinen Namen, weil es nur ein Theil 
von Ei Garb fey, Gebel Xarif, d. i. Gibraltar, den feinen, 
weil es nur ein Brig von jenem Theil (Zraf oder Xarif), 
der ein Stück von Äfrika ſiy (nach Andern Gebel el Tatil, 
Fels des Tarik, bes Ueberganges). Go greifen alte um 
neue Sage, und felbfk die jüngere etymolegifirende Zend 
. ber Völker in einander ein, weil fie daſſelde fühlen und gem 

Bewußifeyn bringen wollen, wohin auch bie Wifſſenſchenu 
fuhr, wie 3 DB. hier, um es auszuſprechen, baß die Ber 
erei in ihrem ganzen Naturtypus nicht zum Afrikaniſchen 
Grundcharacter gehört, fonbern zum &uropäifchen, sd 
vielmeße mit dem bes Küftenlandes am mittelländifem 
Meere einen eigenthümlichen bildet. 


chen wie nun auf bie Küftenformen überhaupt: 

geigt fih wie die Entdedung ber Afritanifchen Mee 
Ren, einmal unternommen, fo raſch nur von zwei Volks 
beendigt werben Eonnte, eben wegen ber Einflrmigteir m 
des relativ für das continentale Areal kürzeſten Küftenfes 
mes; naämlich durch Karthager von DE na We Kit 
durch tie Seulen des Herkules und nach Gerne; und durd 
Vie Portugiefen von da aus, wieder in fo kurzer Zeit vun 
um bis zur Landenge Sueqz. 


’ 


| 


t 
' 


‚wegelmäßig organificten 


Ruͤckblick auf den Erdtheil. 4047 


Diefelbe Gleichförmigkeit der Flächen im airbligen 
Aftiba, duch melde, wo es auch fep, entweder der größte 

imgel ober ber größte Weberfluß im Winnenlande erzeugt, 
alfo au Gefahren wie Gewinn gleichmäßig geſteigert wers 
den, eben biefe zeigte ihren Einen im — und in 
Religion, den beiden mächtigſten Momenten ber Wölkerbils 
dung. ‚Beide erſcheinen hier wie ſonſt nirgends auf: ber 
Erde, in Berfenigen characteriſtiſchen Hauptform, welche bie 
MRotur des Landes bedingt, namlich in Wöltermaffen auf 





ölkerzügen. 
Durch diefen regelmäßigen Wechſel getrieben, ſtroͤmt 


alle Thãtigteit der gewerbetreibenden, Afrikaniſchen Welt, 
- mund zus dieſer gehört des König wie ber Priefler, weil auch 


ier Die Stände wie nirgends fonft gemifcht, mur bie eine 
famtform des Landes annehmen müffen, aljährlich rings: 
am von allen Küften, die überall bie Pforten zum Sudan 
ns werden, diefem wunderbaren Mittelguncte des 
jontinentes gu. Er, diefer Sudan, auf melden bie Aufs 
mertfamteit aller einheimifchen Wöller fich richtet, iM in 


- Mfrita was in Aflen der Orient, nur daß der einfärmigen 


dieſer Sudan, mw 


Natur des Gontinents gemäß, deſſen durch den Werkihe Ies 
dendige Mitte, eben biefe, mit feiner geographifhen in eir 
sem und demfelben Raume gufammenfält. ben da liegt 
Platt: und Hochland fig berüßren; 
gm Eingetweiden wird das glänzende Gold und feinem 

usterfchooße werben feine dunkelfarbigen Kinder entriffen, 
mit deren Staube und Fluche beladen hun der Wugergeiß 
B den Küflen zurüdeilt, und feine Beute den Winden und 

em Dean des gewerbetreibenden Lebens vertraut. 

Aber auch tiefer wie in biefem Sudan bringt nicht 
leicht ein Eindeimiſcher in das Continent ein, denn im 
Rande ber Neger und Mauten ſelbſt iſt es allgemeine Gage, 
wie ein an feinen Wergebirgen non plus ultra (Gap Bo⸗ 
Jador) auf dem Meere, daß man füdwärts von Tombuetu 
Mit weiter in diefe Länder veifen Lönne; wer einmal da: 

ingegangen, der fey nicht wieder gefommen und man wifle 

e nichts von ihnen. 

No weniger konnte je ein Weißer biefem Mittelpuncte 
nahen, der nur als eine geheimnißvoll, immerfort fließende, 





. lebendige Menfchenquelle erfpeint. Alle Fremden wurden, bis 
edt wen: 


ten®, abgewendet oder verſchwanden ganı, wenn 

an der Schwelle diefes Landes fanden, in deſſen Mitte das 

fe Princip von der Nord: bis zus Süd» und zur Welt: 
de fein Spiel treibt, wo Magie und Zauberei, Fetiſch und 
Grisgris ihren ‚bluttsiefenden Thron aufgefplagen haben, 
amd dr ihre glänzenden Waaren von dem reinften Golde 
(die berühmten und durch ganz Afrika geſuchten Zauberan 
beiten Eis Herreg vom Jinnie⸗ Dartte) noch gegenwärtig 








| 
1048 Afrika, Tiefland. ZI. Abſchn. 6. 50. | 


die Abtrünnigen, jum Jelam Übergegangenen, durd den 
ganzen Rorden bes Erdtbeils, auch im ** Kerne, ft | 
unb fort in geifliger Abhängigkeit und Bangigkeit zu ha 
sen wiflen. Doch almählig rüdt die Forſchung der lehten 

abrjebende obmopl lanıfam und nicht chne Opfer, vb 

Kar vorwärts gegen bie buntie Binnenlant. | 
GSelbſt die religiöse, gleidmätige Entwidlung, und ie | 
Merbreitung des Islam insbeſondre, durch das gefrmte 
Plattland im Norden dieſes Erdtheils, wurde dur frise 
phiyfiſche Beſchaffenheit vorbereitet, eben fo wie bas gleid 
artige Borwärteſchreiten des Islam, unb fein Auffeigen 
zu den Dochländern von Dabei und Manbinge. 

Die eigenrhbämlihe Natur diefes Plattlandes if mie 
in Teinem andern Exrdrbeile durch folge allgemein gehriut 
He Benennungen wie Libyen mie feiner breifaden Eis 
theilung, wie bie Berberei, Numibieir, DBilebulgerid, Se 
hara, Nigritien, Sudan, Aethiopien, fo characteriſtiſh ie 

eichnet, daß fich dieſe, unabhängig von bem Hiflerifkız, 
beffen Boden fie waren, durch alle SHattirungen ber Geie 
Gen, Römer, Araber, Europäer unb Ur: Einwohner, als 
ſelbſtſtaändig in ihrer Bereichnung erhalten Gaben. 

„perodot und feine Zeitgenofien, die das Lebendige it 
bee Anfchauung mehr aufnehmen konnten, batten nidt fo 
gang Unrecht, daß fie Aeuypten nicht gu Afrika gählten; 
denn im höhern Sinne betrachtet, löſet fich dieſe eigenthum ' 
lich gewordene Culturecke, ziemlich beſtimmt als felbffäx: 
diges Glied von dem ganzen Übrigen Erdkörper ab. 

Das gegenüberſtehende im Wefpot der MWreitenaze it 
Gontinents, Iıegende Senegal: Gombialand, welches nift 
den Vortheil Hatte, dem Drient zugewendet gu ſeyn, if ba: 
gesen, obwohl burch feine Eigenthänslichkeit dazu berafm, 

och keinesweges noch zu irgenb einer bößern Gulturkl: 
gelangt. Gerade biefes, in bem l bau dem Afrikaner wat 





allen fremdefte Element, das Waſſer, die vermittelnde Haupt: 
sole ſpielt, ſcheint es, ſollte erfk von außen ber durd ein 
mehr ins Univerfelle wirkende Thätigkeit des Brittiſchen 
Volkes, für Staats: und Weltgefchichte fruchtbar gemadt 
werden. Bunähfl am Eingange bes Docs wie des Platt: 
Landes, zunähfl an Europa und Amerika, bem handeinden 
Decident der Erde, ift es glei gusängli im Innern durh 

lüſſe wie von außen durch oceanifche iffährt, und de 
ei in der What bie kürzeſte Drüde zur Eutde md 
Antnüpfung neuer Weltverhältniffe mit dem “Innern bieſes | 


gi u —— — 


Gontinentes. Die Gründung eines erſten Megerfreifastes 
(Sierra: Leona), die Verbreitung bes eh im be 
Landesfpradpe (in ber Gufufprade), die Anfänge gu em 
heimiſchen Gefchichte ( Wadströms, Beavers Akrican Me- 
moranda u, 0. m.), alles bisfes ſcheint anzudeuten, deß 


Ruͤckblick auf den Erdtheil. 1049 


dort die Wolle bee Befpichte Mid exit entmideln fell, die 


‚den nt; ten Ed eine. 
Kua Dortamerite srinbet gegenwärtig Dart um bis Cop 
MRefarado einen neuen Golonieftaat, nachdem es im Norden 
aan nen FH Errheile, ” Bu und an es Safe: 

mehrere vergel erſuche gemocht atte. 

Denn au am noͤrdlichen Ende Der aräfern oder Län: 


- gemage bes Afrikaniſchen Exblörpers, mo das berühmte Kar: 


thago jund Kairwan ber Araber in ihren Trümmern nice 
fehr fern von’ einander liegen , ſcheint fie, in dem Erdſtrich 
mit der Europäifchen Grundform, welcher dem Gulturges 


- biete des mitteBändifchen Küftenmerres Jugewendet if, mis 


dem Beitalter der Gprenäer, der Sarthagiihen Warkas und 
des verſchwundenen Kaliphats, ſchon zweimal abgelaufen 


- gu fegn. 


- Das Gübende ‘diefer Pängenare, das gang und gar 


- vom Orient, vom Sudan und vom bem Dccident abgewen- 


det liegt, Bat, obwohl feit Jahrhunderten im Befit der 
G@uropäer, für die Seſchichte der Menfhheit no wenig 
Wlüthen und teine Früchte getragen. Diefer Güdpol bes 
Gentinents, has als vöRig ifolirter Punkt noch keine Bes 
beutung für ihn, auf dem er liegt, gewonnen. Er würde 
der —— angehören, wenn er zum großen Caravan ⸗ 
ferai für die Welsfchiffer, zum Emporium für ben Drient, 
ben Drcident und die neme Welt, zu einer Weltwarte er: 
Heben würde, um von da aus bie oceanifchen Wölkernerhält: 
aiffe auf der Halbkugel unfrer Antipoden gu Überfhanen 


- and ihnen immer gleich gegenwärtig zu feyn, ein Werhält: 


- Braft 


if, melden das Capland feit es im Befit der Written iſt 


- ip immer mehr und mehr un ſcheint. 
® 


Und follte wohl je die Zeit Aftiia kommen; wie 


Der Anfang zum ihr für Europa ſchon erfchienen if, in wel⸗ 


Ser die Wirkfomteit der änf Glieder zu einer gemein: 
formen Thätigkeit des ganzen Sndisiduums famt feinen 
lieben ip orgamificen wird, fo daß im ihr eine aue, ih⸗ 
zem eigenen Mittelpunct fich entfaltende riſche feit, 
und Schönheit entwi@eln und felb Heigern 
Bunte? IR es ben inländifgen Gulturländern Habeſch 
und Bandingo, Fullah, auf dem äfliden und mefllichen 
lägel des Abfalis du —— — ten zu die 
drechen, u: t en inne liegen: 

Im Chdın in allg. ern Wertehr ten; Ober poll 
vorher noch von diefem Hochterraſſen felb ein eigenthüms 
ſes, hößeres, bilbendes Prineip, ein wiflenfepaftlipges, pos 
Aue oder eeligidfes wie Pr überall ausgehen? Döer 
te vom außen Her die Wildung biefen Bewohnern bes 
uban nur Übertragen, eingeimpft werden, weil bei ihnen 
mehr das Empfangen, bei andern mche has Beben im her 





1050 Afrika, Tiefland. II. Abfchn.:$. 39. 


onzen Hiftveifchen Entwidiung Berborgetreten wär? Din 
elite vom entgegengefehten Ende, vom Süden ber, das 

heiftenthum fchneller auf dem Hochlande fich gegen Ren 
den Qusbreiten ‚ als wie es bis jegt gu ermarsen berepiigt 

Wenn wie nun fo bis zu einer gemiflen Grenze im 

Einfluß der Naturverältniffe nach ihrer räumlihen As 
ordnung im Gange menfhliger Eniwicklung berührt habe, 

dürfen wie nicht Überfeben ,„ DaB es an diefer Etele au 

e diefes Erdindividuum geſchehen if. Denn fo wie mit 
ein Verfchiebenes der Menfchenraflen annehmen, fin es als 
ein uefprünylich gegebnes oder erſt ein angebildetes Dife 
zentes, fo müllen wir als Bedingung zu beiden Fäden, 
eine vorangebende Differenz der Erbindividbwalität voraus 
fegen, aus oder auf welcher jene bervorgegangen, in der fr 
als Autochthonen ober als Eingewanderte nun einmel ein 
heimiſch find, Wie ließe fig auch Die höchſte Individual: 
gät unter allen Naturkörpern, bie wir kennen, die dee Pia 
neten, ohne jene Höhere, organifche Einheit und individueke 
Mannigfaltigleit feiner Glieder und Sunctionen, nur al 
ein Überall und in allen Theilen mechaniſch und nur em 
artig Wirkendes, und fo nur als ein offenbar Zodtes ge: 
deuten, in dem nicht einmal die Verſchiedenartigkeit der 
chemiſchen Raturthätigkeit in ihren Geſamtverhältniſſen zur 
Entwidlung gelommen wäre? 

Es Hat jedes Glied des kleinſten Thieres feine rigen 
ümlihe Zunetion und jeder Erdtheil feine eigenthkmir 
en Thiere und Gewächſe, und dee Menfch, bdeſſen Ge: 

blechescharacter es ift, daB ein jeder Einzelne auch en 

genthümlicher ift, der phyſiſchen wie der intellectuelm 
Geite nach, der alfo noch immer unser dem Einfuf Kr 
Naturthätigkeit ſteht, dieſer follte in feinen großen räum: 
lich getrennten Stämmen und Zweigen, in feinen Raflıa 


verfhiebenheiten, ganz unabhängig von der SSndividmulint 


des Dianeten, feiner Naturfeite nah überall und an jede 
Gtelle, als nur ein und berfelbe Ausdruck, der auch in als 
len ihren Aeußerungen unendlich mannigfaltigen Naturthä— 
tigkeit hervorgetreten feyn ? 
Dof nun in diefem weiten Afrikaniſchen Ländergebiete 
die Natur des ſtarren Dafenns im Irdiſchen mehr vorherrſcht, 
daB auch in der Geſchichte des Menfchengefchlechtes Hier, 
wie im Vergleich mie andern Erdtbeilen, die Maturfeite, 
mehr als eine Überwiegend beflimmende erfcheint, eben bie 
fee iſt der Individuelle Character dieſes Erdtheils, durch den 
er von andern unterfdhieden bleibt, wie es 5. B. der Chr 
eacter ber unentwidelten Kindheit iſt, daß in ihr die Ber 
aunftrhätigkeie niche mit Bemwufifeyn, obwohl mit dem 


- 


— 


Glanz ber Schoͤnheit und von Gefühlen durchdrungen dee 


Ruͤckblick auf den Erdtheil. 1051 


vortritt, ohne daß dieſer Zuftand darum ein micbrigerer 
wäre, aber ein anderer, als der des entwidelten Menſchen. 
Weil jene Durchgangsperiode, die Kindheit, famt ihrer 
Ausbildung, innerhalb ber Grenze unferer Ueberfpaulichkeit 
liegt, und wir als Ausgewachfene auf dem rechten Stand⸗ 
Yuncte ihrer Betrachtung flehen, fo erfüllt fie uns mit den 
Fhönften Ahnungen ber Zukunft, und erfcheint uns als 
ein reigendes Bild. Wei dem Menſchengeſchlechte, bei den 
einzelnen Völkern, deren Entwidlungsgeit weit über die 
Grenzen unferer geifligen Umfpannungstcaft liegt, wird uns 
Bingegen, die wie felbft noch im Anfang ber Ausbildung 
ftehen, mit dem unaustilgbaren MWahne ihre Eulmination 
erreicht zu ‚haben, muß uns felbft, fo lange dem. Wolke, defs 
fen Sinn nur nach der Erde und den finnligen, endlichen 

jewalten geftelit iR, no durch kein Licht der Offenbarung 
ein Tag der Wichergeburt geworben, der auch von ben 
Banden ber Erde befreien kann und über den Planeten hin· 
weg zugleich in die geifige Welt einführt, biefer En d 
norhwendig als eine Stufe der Rohbeit und ber Riledrig⸗ 
weit entgegentreten. ” 


Wir gehen nun in den folgenden Büchern zu ben Erd⸗ 
heilen über, in welgen eine größere Umabpängigkeit won 
biefen Naturbebingungen, eine größere Mannigfaltigkeit von 
Segenfägen in den Eefgeinungen dervorrief, der dur fie 
Vedingt ward. 








Reg 


ifter. . 


über das Exfte Dach, Seife, 





X. 


Hemoke —— ß pm 
amara, elruinen daſ. 615. 
Le Bebuinenflemm 542, 
MWohnfige, Beſ 
in u. Gewerbe, Stämme, 
8 ‚ Shoracter, Abſtam⸗ 
mung 1. 659 659 en 
Abd s els Suria, Infel 164. 
Abiad, Bahar el, (weft. Rils 
arm) ſ. unter Nil. 
Abomeo „Reſidenz des Könige 
. son Dabomey 


Aboona (oberft. a. Priefter) 


unter dem Patriarchen von 
Alerandrien 195, 219. 
Abou » deger, Diebel (Berg ber 
Gewitterftürme) 709 
Abou, Medynet, en. Bands 
feulpturen u. GBemäplde baf., 
des Seſoſtris Eroberungszäge 
° barftellend 742 f. f. au un: 
ter Theben. 

Abrah, danpſſtadt der Fantee⸗ 
veger3 2 f. 

Abukir In, Antiquitaͤten da⸗ 
ſelbſt 868. 

Abukir, Kaſtell von, 855. 

Abukir, See von, f. Madyeh. 

Abutua, ſ. Butua. 

Abybos, Stadt, einſtige Groͤße, 
vorzüglich durch die Lage bes 
wirkt 766 f. Schugmauern ges 
ger den Wüftenfand, Ruinen 

er Stabt u. eines DRremnen: 
pallaſts; Jomards Bermus 
Kung über Abydos Erbauung 


7 
Abyffinia, ſ. Habeſch. 
Acaba, Bergkette 527 f. 


Aca eciĩaæ Gireflse, k Gef 


haum 

Krcoda, oHänb. B 

—* Se⸗ a 
De Barros Nachrichten 258. 

Achmoun, Banal 831. 

Achmouneyn, Dort 782 f: 

Adams, Blatrofe, Beide 4%| 

Abda, Fort 310 

Anbebeb, Gissel ( Golbberg 
171 f. 

Addina ſ. Elmina. 

Adirri, Fluß (Rio Volta) 331. 

Adowa, Reſidenz des Ras 183 

Abuchni, Kafr 935. 

Abule, Gtabt; Ruinen wie: 
gefunden 238 f. 

Acbefius, Apoftel d. Habefl 195 

Aegypten, Leberblit über b.ı 
Be famtronfiguration Aegapt. 
678 f. Alte Romeneintpeilung 
704 f. Bewäfferungsfuften » 
Ober: u. Mittel: Arge f 


Ausbehnung von ©. neh N. 
Größe Ber culturbaren Ober: 
fläde 8 


Keappten 3 ‚Mittel: , Ueberfät, 
daffelbe im weiteren Ruhe 
liſchen u. politifd. Ginze 

Suͤdlicher Theil 775 f., 1 
licher Zeil, Deptanomis 787f. 

Aegypten, Ober⸗, f. Gail. 

en ut unters, 814f. ee 

entwidlung, noͤrd 


Kehren; Hochland ven, ah 
Zeraffe ı 169f. Rome, 
eit deſſelb. Sriepie 





Regiſter. 


wan 177. Aethiopiſche Litte⸗ 
ratur 21 

AJethiopier, raͤthſelhafte Boͤlker, 
aͤlteſte Nachrichten 221. Spaͤte 
Nachrichten der Griechen und 
Römer 221. 

Afrika, Familienähnlichkeit ſei⸗ 
ner. Voͤlker 367 f. Einwohner⸗ 

zahl 383. Einheimifdhe Sclas 

verei 383. Afrika ale Indivi- 
duum in Beziehung auf bie 
großen Berhäktniffe feiner Ge⸗ 
famtform 955, 1040 f. 

Afrika, Suͤd⸗ —8 Yıf. 

Agaazifpimme, Sprache 294 
221, 2 

Agadir, ucht von 827. 

Agoona, Kuͤſtenland 315. 

Agams, Provinz v. Tigré 215. 

Agoms, Hirtenvolk im Gamens 
Bebirge 203. Landſchaften bes 
wohnt von Agows .215. 

rd illas od. Agulhas, f. Ras 


Apanta, ant, Boden, Einwoh⸗ 


ner, Koͤnigl. Sewalt 305. Arts . 


focratifche Regierungsart 817. 
Ahnäas, Stadt 789, 
Aidab, Dafen, Ueberfabrtsort 
nad Arabien 669 f., beſett 
Renault 671. Safer der Bel 


f 

An el Shams T. Mathariap. 

Alzanas, König von Arum 195, 
105. Monument 193, 

Alofa, Fluß 1016. 

Akhmyn, Stadt, bas gentige 
776, feine Ruinen, Gebäude; 
Binwehner 776f. Ramen 776, 

einft Kriegscorps bes Seſo⸗ 
Kr dar, Buftand zu Stra: 
Beil, 2 Ai ber Shri« 


m Bot de Weemiſten) 315. 
Alta, Stadt, daſ. 3 Forts 309 f. 
aka, Bebiet, Colonie daf. 299 f. 
Algier, Küfte von, 910 f. 
Alesandria, Ganal von, 864 f. 
Alexandriniſche Küfte 8x5, 866. 
Gehalt des Bobens 809 f. 
Alerandria, Stadt, Lage, Bata: 
comben, Stellen alter Gräben, 
Ruinen, wären ı 866 ie 


1055 


Aloa, die große Infel, Selim ei. 
ee —— 3 
e acobiten Ehriften 
daf. 565. Königl. Macht, Pro⸗ 
ducte 565 f. Kerfa (Wolf), bes 
Tondere Art ihrer Aderwirths 
ſchaft, Spuren des Afiatifch. 
Magismus bei ihnen, Aber⸗ 
glaube f. , dreierlei Nele 
gionsfyfleme 567. 
Kdareı, "Reieberiße 206, 
Amanabea, Küfte 306. 
Ambe, haracteriftifhe Berge in 
Habeffinien rgo f. . 
Ambofer, Hochland der, 299. _ 
Amari Sonko, Groberer unter 
den Mandingos 363. 
Amasith, Sprade |. unt. Schel⸗ 


Ambara, Gebirge, die bewohn⸗ 
teften, ehemaliger Sitz des 
Abels w. alter Cultur 208. 

Ambara, Staat, Herrſchaft des 
Abyf nifhen Kaiſers daf. 188. 
Ratärlihe Grenze zwiſchen 
Zigre u. Amh. 214. Haupt⸗ 
flaat v. dabefjinienar6. Pro⸗ 
vinzen 216. 

Amharaſpuache 188. 

Ammonier, f. ımter Siwah. 

Amoni, Koͤn. v. ijApollonia Jız. 

Amphilabay, Weg v. derſ. nach 
Shelicut (Auffteigen von — 
zur Rigreterraffe) 198f. 
Idriehen mit ihren an: 


gen 235 f. 
Anvobra, 35 us 506. 
Angola, yaffagt zwifchen Sofala 

und Angola 142. 
Ankheyre, ———— Stadt 5349 f. 

Handel 552. 
Antober, Hptfidt. v. Efat. 216. 
Anttamabor, Feſtung 308. 
Annesleybay, noͤrdl. Breite 3 

Beſchreibung ber Bay m € 

ihren Umgebungen 238 f. 
Antaloin, Hptfibt. ber Provinz 

Enderta, Reſidenz des Ber 

Uran von Kigre 187, 215. 

alts-Beifen bahin, Meg von 

Diran dur Hochebenen und 

Bergpäffe 186 f. 
Antaeopolis, |, Kaou. — 


1054 


Antäus 778 f- 

Kntinoe Rdmiſche Kalferkabe 
ig zegnnten, Srhauung, Rui⸗ 
nen 7B 

Ansilo, Bote 262 f. 

Ninopolis magna, f. Edfu. 
Apollinopolis. parva, ſ. Kous. 
Apollonie, Fort . 
Apollenia, Hafenftadt ber (pres 

näer, Ueberrefte 


derf. f. 
Beſtandtheile des dar, 
Apollonia, Königreih 307, 318. 


abfolute Monardie 317. 
Aquapim, Borterraſſe 298 f., 
veränderte Begetation, Klima, 
Bewohner 209 
Araber, Thurm ber, 872. 
Trabiſche Gebirgskette 678 f. 
Arabifege Sprache, im nörblichen 
Afrika 901. 
Ardrah, Stadt, befonbere 
Eöriftart bafelbk 297. 
Arena, Yactorei 165. 
Areyga, Ort, Boden baf. 635. 
Argo, Infel 598., alterthuͤml. 
.Ueberrefte daſ. 611. 
Arguin, Jnſel, entdeckt, und zu 
andelsverbindungen mit den 
Negerſtaͤmmen des Gontinents 
benutzt 411 f. 


Arkeko, Stadt, Yauptftraße v. 


ba ins Innere „ Urſachen, 
warum an biefer &telle 181f. 
Xrpönga, Fluß, ſ. Gaboon. 
Arfinoe, Truͤmmer von, 8o2f, 
Arsinoites nomos, ſ. el Fa⸗ 


youmc. 

Aſachaͤ, Volk, aat. 

Abbeft, Berge von, 396. 

Afhantees, Volk, 312. Vertil⸗ 
aungslriege gegen bie Bantees 
313 f. Unterjodder der Akemi⸗ 


en 315. Reich ber Aſh. nach 


Bowdich 320 f Auswanderer 
nad) einer Tradition, Spra⸗ 


de, alte Eintbeilung in 12 


Stämme 325f. Regierung 306, 
Gage von der Bertheilung ber 
Pa unter Echwarzen A 
en; Borfte von 
Erde 326 f. De ie alte Ae⸗ 






thiopiſche Ausmandere, vers . 


Regifter. 


mitt mit Aegyptilhen Geis: 
niften. Hypotheſe d. Bowdiqh 
327 f. Phoaicijqhe Gebraͤuche 
v. Tarthagiſchen Colonien ab⸗ 
geleitet 329. ereinftim: 
mende Sitten und Gebräud: 
mit ben Abyffiniern 329. mit 
den Aegyptern 329. 
Xepis, Gtabt, ehemalige Lay, 
. Denkmäler auf Kegebeutetgg. 
Affauli, GBebirgspaß 234. 
Aſſema, f. Chama. 
Aſſouan, f. Syene. 
Afſuany, Ihn Selym el, Bak 
über Nuba u, f. w. 583. 
Affyout$, ſ. Syout. 
Itarbechis, Stadt, Ruinen v. 319. 
Atbera, ſ. Zacasze. ; 
Atbara, Araberflamm 527. 
Atboͤ, f. Edfu. 
Atdrivie, Stadt, Ruinen derſ. 


828. 

Atlantis, Infel bei Plato, Ai 
Beys Bypotbefe üb. diel. gogf. 

Atlasgebirge, Umfang ber Bng 
‚süge 883 f. Grenzgebirgekei⸗ 
ten 885f., Über ben Rımm 
805 f. Bewohner f. unter 
Plateau. 

Atlas, großer, Brenzberge geg. 
‚die Sahara 886 f. , falfche Aa: 
gaben von feiner Ausbebnung. 
Atlas der Sriechen u. Römer 


887 f. 
Atlas, hoher, 839, f. Bil 
894 f. Höhe nad An 909. 
Atlas, Eleiner, 389 f. 


. Atlas, mittlerer (Plateau) Sgıf. 


Augila, Dafe, 96. Gröffuuns 
eines Caravanenweges v. hie 
n. Borgu 504. Bewohner 1011. 

Avicennia lomentosa, ſ. 
baum 

Axim, Fort, Küftenland 506 

Arum, Ruinen von, 192f Art 
mitiide Macht, SGriecthiſche 
Steininfchrift 192 f., wahr: 
ſcheinliche Ausdehn bei 
Reihe 195. Arumit. % 
aus ber von Meros eraporge 

———— 

ätel, el, St 





Degiiter 


Iın:-. 


B. 


Baͤdu, Land und Stadt ee 
Bafing, Fluß, mittler Zuflug 
des Senegal 402, Bereinigung 


: mit dem Kofora 403. Bedeu⸗ 


tung bed Namens 402, 
Bagderme, Reich, Lage beffimmt 
 486.. Rachrichten über Land 
- und Ginwohner- 500 f. 
a7 es züßenneger, einge: 


raͤnkt 3 
rabas, f Me erda 
ae, ae d. Kuͤ⸗ 
ſte) 182f. Herrſchaft deſſ. 216.- 
Baharnagaſch, Vorterraſſe, erſte 
Stufe des Habeſſin. Aipenlan⸗ 
183. Umfang, Oberfläde 


f. 
—*8* belama, Ganat,, f, 
Thal deſſelben k60o, 862 f. 
were, Ganalgı6, eandfchaft 


3 

Bambarra, Land, Name erklärt, 
Bewohner 442. 

Bambuf, Land, WBewäfferung 
Producke, Gold: und Silben 
minen 359f. Plan ber Frans 
zoſen daffelde zu erobern 417. 
ancaor, Quellſtrom des Zaire 


258 f. 
Bance, Inſel 336, neue Nies 
berlaffung dafelbft 339. 
Bangaffi, Stadt, Cage deſtimmt, 
M. Parks Ankunft daf. 375- 
Banianen, Indiſche Handels⸗ 
leute 155, 165. 
Banianenbaum 278, 282. 
Barbar |. Berber. 
Barbela, Zuftrom bes Zaire 258. 


Barce, Stadt, verfchieden von 
Hioiemais, dur ihr heutige® 
Daſeyn 9 


Barka, —EXe von, 924, 935. 
baffelbe bei Labiar und feine: 
Weſtkuͤſte u.f.w. 936 f. Weg 


x». 8abiar üb. db. Plateauv. B. 


nach Cyrene, Gebirgsart des 
en Pla. —ãA Dſtſeite 


a bis 
um Sr v. Bomba 
Barolus kein — 
209, 


1055 


Barraconba, Factorei, 342. 
Barre, Solonie ber Mandingos 
Barreras rossas, Fluß 259. 
Barreto, Franz, Kriegszug 139. 
Barros, De, Nachrichten 138, 
140, 141, 415 f. 

—— Bekanntmachung 123, 


—*8 Kabr TOR.‘ 

Batta, f. unter Niger.‘ 

Batuta, Mohammed Ebn, Rei⸗ 
fen, Schriften 439f. Rage 
Dre vom Laufe bes Niger 


—* ‚ (Belut) Hafenſtadt, 
Weg von bier nad Fremona 
(Auffteigen v. B. zur Tigré⸗ 
terraſſe) ı97f. Name erklaͤrt 


199. 
Beban⸗ eis Malont (Pforten d. 
Königsgräber) 748 f. Beſchrei⸗ 
- bung bes. v. Belzoni entdede 
sen 749 f. 
Bebawan, Paß 894f. 
Bedjah, Volk, Nachkommen der 
Blemyer, Stammoäter vieler 
: Bebuinenftämme 666 f., Alte: 
file Spur bes Namens 667. 
Rame auf verſchiedene Art 
geſchrieben 667. Ebn Haukals, 
Ibn Selyms, Maſoudis Nach⸗ 
richten von ihnen 667f. Ver⸗ 
bindung mit d. Rebjahs, Sin⸗ 
ken ihrer Macht, Benntzung 
der Goldbergwerke am Ollaky 
668 Wohnſitze der Bedjah u. 
ihrer Nachkommen, Sqiffahrt 
und Perlenſiſcherei zu Aidab, 
Sruͤtze ber chriſtl Kreuzfah⸗ 
ter 670 f:, glaͤnzendſte Periode 
“ bur Handel 671 f. Schilder 
tung ber 8 ihrer Eebensart 
: mb Bitten 672 f., noch jett 
Spuren ibres Ramens 673. 
Bedian, Reſidenz 594. 
Beetjuanen, Borland der 95f. 
"Bolt son f. Ginwanderung aus 
Norden (allgem Vblkerwan⸗ 
derumg aus d. Hochlande) 383. 


Behneſeh, Dort 88f. 


Bello, Felletavberhaupt A7Y. 


Belzoni, & A 
| auge — Reifen, Eat 


1086 


Bengafi, Bebiet, Hafenort 
Lage, Umgegend, heutiger Zu⸗ 
Wand, Auinen u. bafelbft ges 
fammeite Antiquitäten 939 f+ 

Benin, Bucht von, Köfte, @ 
maͤliges Auffkeigen derſelben 


7. 
Bensmotapa f. Monomotapa. 
Beny Gouef, Stadt 790. 


Berenice, Emporium, Truͤmmer 


wieberentbedt 675, 724.. Bes 
ſchreibung berf. 724. Gtabt 


Berkaat, EI, Stadt 999. 

J., Patriarch von 
Lethiopien 225f. 

Berber, gemeinfamer Volkena⸗ 
me bei den Aegyptern 550 f. 
Darbar. WBehattptung, daß der 
Begriff urfprünglid von ber 
Gprade, nicht von einem 
Volle ausgegangen fey 564f. 

“als erfte f 


gewiffer Voͤlker 555., Bar: 
bara, in ben Älteften Indiſchen 
Werken, Name eines Sübdafiat. 
Bölterflamms 556. Wandge⸗ 
mälde u. Sculpturen, befiegte, 
ſuͤdl. wohnende, den Nubas 
(wahrfheinih Stammgenoſ⸗ 
fen der 8.) gleichende Voͤlker 
barftellend, auf ben Ruinen 
Aegypt. Tempel im Nubiſchen 
Nilthale 656. Barbar, zu de 
vobots Zeiten ald nom. ap- 

ell. gebräudl., Ruba unb 
—* —— 
ethnographiſch einſt verſchie⸗ 
den 557. Ausbreitung der heu⸗ 
tigen, durch Sprachverwandt⸗ 
*8* wahrſcheinl. zu einem 
Stamme gehörigen B. 657- 
Berb. im Oſtſudan bei Eba 
Batuta, gleichnamige Ginw. 
v. Barbara 557 f. Eigenthüms 
lichkeiten bes Erbſchaftsrechts 
bei einigen Afrik. B⸗Staͤm⸗ 
men, fo wie bei ben Malaba⸗ 
sen nad) Batııta, Gruͤnde bie 
Werdreitung der Aftat. Bars 


bara nad Afrifa anzunehmen 


ielle Bebeutung. 
wahrfceinli der Gigenname 


Regiſter. 
Bemoy, Abnig ber Jolbffen 418. 





rt 165 

Baber, Ausb 
—— > Gronucte sl 
Ginwohner ( Dreyrefiah) be 
fgrieben, Abſtammung, Gr 


mme nad fo 
gar f , nägere Rad: 
richten von ihnen und ide 
Staͤmmen g90R f. Werbretum 
ber Sprache, Arabiide Win 
ter für, durch die Arab. ein 
geführte Begriffe, Dialete 
904 f. Anllänge der Werberis 
fhen Gpradhgennfienfchaft im 
ernen DO. u. B., Uebereis 

mung ber Berb.: x. Su 
anhenfpr. gu6f. Stammoll 


immer fliehender 


Flu 

Berchichamera, Ruinen eine 
Stadt 935. 

Berracoe, Kort 

Beth,! Gebirge 143. 

—A 128. 

Biafars, Küftenterraffe der, 
Auffleigen von da nad kabey 
und Zeembo 343 f. 
ijuga Inſeln 409. 
ilebulgerid, Banbesftrid 08 f. 

Bilingo, Bibel 618. J 

Binnenſchiffahrt, Land ber, zw 
ſchen dem Gambia und Kie 
Grande 409. 

Birbe, Brenzort 682, 654 

Birket el Kereun ‚803 6, 
feine Ufer und befien Ruine 


Bitket ® araq 
Birnen, Stadt, — 
Biſen, 


Bergrivier, 


wu wuuen 


Regiſter. 


Biſan, Klofter 234, _ - 
Bishareen, Bolt, 527, 534 
. Wohnfige, Abftammung, 
Sprade, Lepensart Bat 
Biffagos Infeln f. Bijuga, 
Bisa, Klofter, f. Bifan, 
Biserta, Stadt 912 f. 
BBlemyer, Bolt bei ben Griechen 
u. Rbmern, Zeit ihres bifter. 
Belanntwerdens, Raqrichten 
verfhiedener Goriftfteller vd. 
ihnen , Beinde ber Römer 
: 663 f. Nobatä v. Diocletian 
als Grenzbefhüger gegen fie 
eingeladen, Werfhmelgen ber 
beiden Bölter u. Einfälle in 
die Befigungen ber Griech. 
Kaifer 664 f. 
des Namens der BI. 665., 
ir Berdaͤltniß als Wolke» 
„_#amm beftimmt 665 f. 
Wory, Bögendiener 484. 
Woeybha, Drt, Galz daf., als 
tertbüml. Ueberrefte im R. v. 
Boyd, 539 f. 
Bodmen, Grenzfluß bes Afhans 
teereichs, feinem Waffer zuges 
—8 Kraft 322. 
ja, Volk, 193, 225. 
Wotfeveld, Faltes, warmes 106. 
Doibitiniſcher Rilarım, ſ. Rofetr 
tearm 
Bomba, Golf >., und Weg ©. 
Derna bahin 953 f- 
Bone, Sap. 911. 
Wondu, Bergland 349, Gargs 
vanenzüge dur B. 365- 
Boofenipra, Fluß 304, 312. 
Dooſſooa, Hprftdt. von Ahanta 


30 

— Land 501 f. Reiſeroute 
von ba nad) Jezzan 485, 504- 
Lage, Ramen, Größe_501. 
König Abdel« Kerim, Grobes 
zer, Bebuinenftämme, Pros 
ducie 5o2 f. Ruſqhtſchrift. 

.  @clavenhandel 503 f. Behden 
Fr ‚sun Wege bapin u. 

"na urzuß 50) 

Bornu, Reh; über B. nad 
Radriäten von Augenzeugen, 
Uefprung des Namens 484. 

1 Fi eine 486. vrsl. 616, 
Br ı 73 


Verſchwinden 


1057 


nähere Rachrichten über das 
Land u. feine Bewohner 494 f. 

Bornu, Staͤdt, 484. Kae 
fiimmt 486. 

Bosjesmans 100,400, Hochland 

Boni nahen 614,690, 6 
osnier in Rubien 2 

Wotongas, Volk, vr ‚oo 

Boutrie, Fort 305. 

Bowdiqh, Kachrichten 294 f. Ger 
fandtidaftsreife 300, 320 fe 
Rach richten zu Gumaflie von 
Mulahe eingezogen 437- 

Brown, Kachrichten 168, ı7@. 

Bruce, Nadriäten 168, 178 f. 
Glaubwürdigkeit 179 f., fein 
Weg v. Sondar 204. Schrif⸗ 
ten, Reifen 584. . 

Brus, Director der Genegals 

compagnie, feine 2 Grpebitioe 

nen auf dem Senegal 414f. 
andere Reifen und Unternehs 
mungen EL 

Bubafos, Gtadt, Ruinen berf. 
wieberentdedt 825. 

WBubeler, Habji, SItinerarium 

x von Zuta Toro, queer durch 
den Bubdan nad) Suakim u. 
Melta 5314 f- 

Bulolitfger Rilarm, ſ. Dar 
miettearm. 

Buloma, Infel, Borſchlaͤge u. 

. Berfuge zu Anfieblungen daf. 
337 f. fühl. Borland der Rio 
Grandes Mündung 409. - 

VBullomneger , zuſamimenge⸗ 
drängt d. b. Zimmanees_334. 

Burs, Weg von da nad; Antür 
low, Auffteigen von B. zur 
Zigreterraffe 198. 

Buri, Band mit Sold 360. 

Burdhardt, Nachrichten EN 
522. Gntdedung 532. Scährife 
ten, Berdienfte, Reifen 585. 

Burlos, Gap, 822, 835- 

Burlos, See, Bar f. 

Bufcmänner (dfl. von Kongo, 
Giagas) 288. MWrodlferung 
ihres Landes, Anbau, Einwoh⸗ 
ner u. deren Gebräude 291 f. 

Bufchmänner, f. Wosjedmans. 


Suſtah, Zen, f. Wubaftot, 
j LITE 








Togs 


Duto, ulte Stabt mit einem 
Drafel, Monolithentempel 
inen 822. 


Yaf., Ruinen 
—*5 See, ſ. Burlos. 
WButterbaum, f. Schibaum. 
Butua, Kaffernkoͤn ei Ad 
Golbmiden 140. Ms 
Moe 140]. 
«. 
- Wäbenda, Fluß, 270. 
"Sabenda, Stadt, 27T. 
Tabes, Golf von, 928. 
Gapes, Stadt, 922. 
“Gacondy, getaht, Auffteigen v. 
da nach Labey u. Teembo 343. 
Tacongo, Vluß, f Tadenda. 
Salleaub, 8 Reifen und Berichte 


f 
Sala La, Ort, 11f. 
—— (Salan ee), Stadt 331. 
Famis, ſ Ehamiesberge. 
Sampsell ‚ Sleuten., Yuffötäffe 
za, 390. Grpebition 431. 
‚@andle in Aegypten gegen den 
Wältenfend 730. 
Gonopus, —8 einſtige Lage 


7. 

Gap Goaſt Caſtle, Feſtung 303. 
gorf Gtabt 30%. Beife von 

Ya nad) Goomaſſie Zar f. 

Bapcolonie szı f. Holänd. erfie 

ränder ıqı. Englaͤnder 
Beliger 122. Werth dr Br 
figung '22. Neue Erweiterung 
123, 130, 131. Ambehnung, 
Berdlterung, Difiricte, Wein, 
bau, Goloniften, Sulturdros 
ducte 124 f. Hottentotten 12%. 
— Aemter, Se⸗ 
meinden, Dörfer 127f. BVer⸗ 
Haͤltniß zu d. Kaffern, Kriege 
nt Keine Handels freiheit 
131 

Gap der guten Hoffnun Bet rııf. 

En Diftrict des Tolonielandes 


u on do 
a 


& * lbinſei 
Ger —— 


Sarcora, Meerbufen von, Fels: _ 


brunnen daf , Lage bes borti⸗ 


en Dofend au tautyie ie 


938. 

Safgtam ( ) in Zigrö 
295. —*1 bie Babe 
Temin 195 f. 

Gafpindeabar, Gerras, Kup 
wuinen 257. 

Gatacomıben in Aegypten, Cerp 
Telt in ber Aus 
berf. aus ber Aegypt Ratio 
nalbentare erklärt 719,77. 

Saubie Gee, Teine Gruptiens 


4 
Be ee ah * 
nalca, index umftäabe bei 

Geuta, Gap von, 2* 
——8 ** Vaſſe 114 
eo —— Fans 
Sick, 3 Reiben; des Beier: 
tn Ken 19% sı5 
em 
Shicone, bogebene 137. Ci 
ingel Bee —* 
——— Oberprieſter 208. 
se sel» Roum, Ganal u, 


Tinife, Stuß.g27. 
a En 
, fe von ber 

*. —X 

Tommenda, Militaicpoſten 304 

Sompaßberg 98, 133. 

Sonftantina, Stadt grı. 

Sormaflier ‚Deupikl. der ae det 


Sale dal zur}, "Rufmk 


Softle d 
84 ner Gera jwilbes 
nige dee Afh. u. dem 
Gouverneur von Tape 
Sorte 323 f. Gclawenpandel, 
anbelöverbiubungen mt Lk 
nnern f. HGandelsſtatio 
oom. auf ber Straße 
nach Houffe und Zombarts, 
9 Haupıfirafen 330 f. 





mar u-onnn 


Eee 
j [713 


6, Stadt, einſtige 

tigkeit 757. und 
ar (| BA Königs 
Cordia Dyeninica, fe Banıep. 
Goriffeno, [. Goranza. 
Gormantine, Fort, 30, 
wu (Baloste) Frl 

Gelb a3. (Kufgiten 
Fer Dr., Grpebition 25 


allgebirge, Lage vekimme 


ank, Landfaft 310. 
“ring In ve ihneinß 700 
Grocobilopolis, Zrämmer von, 


ante 1 tionen gt, 

allifatioı 

Guema, Buß, T Bambeze. 

@ubcabia, Gtabt 1008. 

Gobamus f. Gabames. 

Gunopolis ſ. Mehallet el Kebyr. 

@preme, Stadt, Ruinen einer 
Stadt dei G., Aquäbuct mit 
nbetannten @haracteren 945. 
Ruinen und Denkwärbigkeiten 
2 4 Amgegenb , Probucte 


ium mit eis 
mr Beet —X 


Zen rei⸗ Walt, 
ee Keslemıı, gut 


we En Er —* . Kempelsuis 
—88— Sanat vor, 816, 


Daner, at eherfaet, Burdı 
dardie Nahriäten von demf. 
—— 
ette 1 
Beiihen ihn un re 
tearm Bı7f., te es 
Yet 802 ? eiane ung 891, 3 





1059 


Danaktl, Hictendolker 239. 
Dandour Baby Gharbi 644f. 
Richal sufammengeengt , 

Bauten Tempelt uinen 


af. 646 f- 
—c Vaß von, veräm 
PH a Del 205 Etedi 
unter tadt. 
Daten! dee at, Äber den 
Ramen 896 
Darası, 
Berker d 


Kan von 


ahin 57 f 
Dar Runge Et. 
a aaa —— von da 
ferminenterraffe von 
rege Bo f. Dar» Fur Dafe 
9zı f. Bewohner 10n7f. Gas 
tavanenhandel 1008 f. 
Debot, Dorf, Zempelträmmer 


Fre u Dagwumba. 
eir, 
Delta, Nils Big. Kusbehn 
ad) neneren Achsen * 
0 ua von D. nah W., 
GElima, Sultur, Productegig- 
Bildungsgefhiäte des Delta 
852 f , weite Strommäntung, 
vr — be ut 
em jang das heutige D. 
2 Tuefällung 3. —538 
— in — Strom⸗ 


entoidt: 

653, — — 
— —S 
Verhaͤltaiß der 7 
gen HauptarmeBs4f. Segren⸗ 
jung 8. durch die Ale⸗ 
zandrin. te, Gandbünen 
FR fv Ps und neuerer 


Dembea, Provinz, bebauteſte u. 
volteeiäfte 209. 
\ De ed 
——— Pen 
Beit der Erbauung 763 f. 
a x& 
— —8 
Derr, en ia, 633. Monte 
mente deg Alteechiums si. 
ef. damıjar, Handel, 


Asa 








r+ » Dr rene 
necuere Bege⸗ 


4060- 
pre, Palmmwald bis Ko⸗ 
r 


oſto 
Deyrout, Tanal 816 f. 
Dibbie, See, 420, 432, 440, nach 
Al. Scotts Nachrichten 442 f. 
Dinlara, Landſchaft mit Bold 


5 % 
Diemaber, Bebuinenflamm 637, 


Dir: Sove, Fort 305. 
Doda, Chriftenfeinde 196. 
Donga, Bergland ı70 f. 
Dongola, Wady, Lage, Umfang, 
. Drtihhaften, Boden, Producte 


‚ 5981. @indringen Mufelmäns 


nifh. Romabdenftämme, Ober; 
herrſchaft der Scheyaya, Eins 
dringen und Herrſchaft der 
.. MWameluden 609. 
Wöngola, Refidenz, befchrieben 
von Abon⸗Selah; Zeit ihrer 
Wiäthe, zerſtoͤrt dur Mu⸗ 
‚Jamedaner „ wahrſcheinliche 
Zeit ihres Auflommens 500 f. 
von ben Arabern belagert, 
. zahlt Tribut v. Gclaven an 
. ben Kaliphen v. Aegypt 604. 
Ibn Selyms Miſſion nad D., 
den König zum Stlam zu be: 
ehren 605., D. erobert durch 
 Muhamebaner 600, 606., neue 
. Unterwerfung 607. 
Dopmpaffee, Stadt, Lage, Gr; 


gend 322. 0 
Dorchard, Ehirurg., Vorbringen 
. bis Yamina, Aberglaube der 
, Neger bei feiner Ankunft in 
Bammaku beflätigt 431. 
Drahafluß 899, 1016. 
Dramanet, Stadt 404, 415, 417. 
Duan, Gebirgskette von, 196. 
Dumboctoftämme 236, 240. . :- 
unkos, Neger, Art fi zu be: 
jeichnen -332. 
Dunſo, Fuß (Rio Grande) 409. 


E. 


Ebſambal, verſchuͤtteter Tempel 
. (bes Oſiris) dafı, entbedt u. 


ausgegraben 567 f. 62 i., Hos - - 


es Alterthum u. Zweck ber 2 
Lempel, ber Iſis u. des Oſi⸗ 
ris, baf, nad) des Weltftelung 


Regifter. 


ihres Drto md ihren Den! 
nölern - zu urthelien 621 
Beſchreibung des Yelfenten 
pels der Ins 623 f. Beſch 
des Felfentempels bis Oft 


. 623,634 f. 
Son Dautal, Geograph, 14 
1 ® ’ 


Mangel baras | 


Ebfu, Lage beffimm 
Bewohner ber Umgegend, K 
. men, Wange! an Radıridt 
bei den Alten von ihe a. d 
Thebais 712 f. Beidrabui 
des großen und kleinen Ter 
pels daſ. 7ı3f., ein meum 
bedter 718. . 
Chjow: Balla, Stamm ber: 
la 188. - 
Edku, See, 817. 
Edriſi, Moham. al, als Srif 
fteller beurtheilt 435. 
fat, Prov., von alla befe 
- 816. Abdachung 216. 
Gifen, in rinigen Zerraffntli 
dern von Gofala u. Mezar 
bit 147., als Münze 1038. 
Eifenberge, ſ. Magaaga. 
Eiberbir, ſ. Abydos. 
Elephantenfluß, f. Olifantts. 
Elephantine, Juſel, Begetatic 
Noden, Grenzbeſatzung do 
689 f. Ruinen daf., Beſchte 
bung bes Zempels des Gei 
ꝓhis 60o f Urfprung deu: 
. mens Eleph. unbel., -Gteii 
brüde, Monolithentempel ı 
Gais daher, Römilde Baı 
werte, Quais, Rilmeffer 692 
Elethya, f. ei Käb. . 
Eliſa Sartbago, ort 306. 
Eimina, Fort 303Ff., Gtabt A. 
Smbomma, Nefidenz, Umgegen! 
daſelbſt gemachte Beobadıtun 
gem 274 f. 
Enderta, Prov. von Zigre 2ı! 
Enzaddi, oberer Theil des Fair 
uffes 268. Moienzi Gajedb 
ame erklärt 271. 
Erment, Stabt, Zage, Rust 
ein Tempels, Baffınd, chrif! 
Kirche daf., Beſchreib. dıf. 723 


Regiſter. 


Eae⸗lo du Desert, dandesſtrich 
414. Summihandel daſ. 
Eane, Stabt, Lage, heutiger 
Zuſtand 725. Befchreibung d. 
NZuuinen eines großen u. zweier 
Beineren Zempel — —8 f. 
Ballfahrtsort daſ. 
— En den eiage Aaret 
Dalzel = 
re Bebirge 838, 990. 
®. 


® jemmiia, Mefibenz bes Ober⸗ 
auptes ‘von Konkadu, Lage 


PR ( du, eäeitegeeheng, 

Hi 4 J er 503, 
ſehn bi 

— Vereine Er 
..208, 212, 219, 228. 
falafhafpradie 222. 
jaleme, Fluß, MWafferfcheide 
Bar Ortomignrie gay 

ia, 7 

wert. Zuſtrom des PAR? 


—S 221, 172. Gap 112 
fantees Neger, Ausbehnung ih⸗ 
zer’ Herifaft , Aperdan t, 
Sprache 312 f., Sebraͤuche, 
Lebensart, Fetifhismus, Bers 

J ge mit den Afhanr 


Konten, —2 — gr 
jarine, Porto 813 
— nie Niederlaſ ⸗ 


419, 
ime, ei, Gebiet 7: f. 
Bea 9 und AR 











794. Wruchtbarkeit, Probucte 
795- en durch Ber 
duin Bewäffer 


5, 81 

rung duch — Ein 795f., dis 
genthuͤmliche Gonfiguration d. 
Fran ine 796. Martins Rach⸗ 
rFihten von ber &.8.,@er 
PH burg Iofeph, nach der 
jolküſage, aus einem Binnens 
meere in ein Jruchtland vers 
- "wandelt 804. Sinmehner 813. 
Bayoum, Medinat el, ka Mn 

‚ Baffervertheilung_burch 
näle im Lande, ainwohnr, 


1061 


Gebäude, Wohlſtand durch 
Yandelgoı f Ruinen daf. 80% 
Fazoglo, Boldterraffe von, Aufe 
fleigen von Gennaar bapin. 
253f. Bas. dem Könige vor 
* Gennaar tributpflihtig 253. 
Selleta,. Regerflamm, Religion, 
Kuebreitung, Reiterei, De 
„waffnung, Craberungen 4,6 
? wahrfheinlide Werwandt 
mit ben’ Zulah® 477., wahre. 
fheintih ar je zu begichende 
Sagen ber Mohammel aner 


47. 
EM Vorgebirge 164. 
jereng, Waby, Ruinen Brabs- 
ER Reappeifger Tempel, 


Bere, Ort as. 
Gernandez, Antonio, Bericht 
169. Reife nad Rarea 169. . 


173. 
Bertit, Kupferminenterraffe d., 
— von Dar» Fur zu 


in, Feine in Habeffinien. 


jetu, Land 

jejzan, Daſe; "Rage, nad aͤl⸗ 
tern Berichten 989 f., nad, 
Gapt. Eyons neueften Berich⸗ 
ten 992f., Ausdehnung 993. 
Boden 997 Probucte 2 

Herriaft, Einwohner, Gin: 

tünfte bes @ultans 1000 fı 
Ramen 1005. Bewohner, Hans 
dei 1orı fü 

Ficus veligionn, f. Bontanen« 
- baum. 

Bittze, ur 4%, 4 8. Anwoh⸗ 


— iter einer Colonle 300, 

Formundy, Ort, Baummollen- 
pflanzungen dafeloft 628. 
rfter, I R., Lyxrotheſe 113. 
journpgeb, Kafr, Brenzort bes 
sultivirten Deita’8 R29. Ddrs 
fe u. Bewohner jenfeits $. 

29. ua 


rancia, Ca, f. &a Gala. 
eetown, Stadt, Gruͤndung 
dieſes Regerfreiftants 333f., 





2062 


335 f., * m 8 tet 
neueſter Zuſtan 
Mn nn * 

lah, ER 
—* — alla (gung En zus t. 
Alpenland der J., Wohns 
29 347 f. derzfäaft — 
—— eingeſchraͤn 
g mit ben ren v.n 
Ba wahrſcheinl. eine Spur 
er großen Afeifan. Boͤlker⸗ 
wandrung 348. vergl. 
—A—ã A * * 
enthuͤm ten y 
6 — Be 
oder Poulen 478f. Bubel * 
Nachrichhten 515 
Vungi, Mabomebanifte Schan⸗ 
gale 247. Meifter v. Gen⸗ 
naar 250. Beflgnahme, Wohn⸗ 
Gtammperwandtfdaft 


5, mertwürbiges Zuſam⸗ 


wentreffen der Seit (u. Urs 

abe?) Afrikan. Boͤlkerwan⸗ 
erungen 255 f. 

Yuta, Land, Kriege der Barba⸗ 


Bir, —— —* 


Gabson, * 294 f. 
Gabames, Dafe 991, 999. 
Gaga⸗Horden 230. 
Gaika, Kafferntönig 129 — 131. 
Galam, ſ. Kadſchaaga. 
@alipia, Stadt 921. 
alla, Stämme ı40, 160. Wan⸗ 
derungen u. Kriegszüge 140 f. 
170, 175f ‚ den Reifenden 
Binderiid 160. Mohnfige, 
Krieg mit dem Ras von Ti⸗ 
r6 187 f.232f. Ghriften in 
ofila 215. Sitze in Ghoa u. 
sun een f. lmaͤßig 
ahorden 228 elm 
—RRE — 228. 
Bedeutung des Namens 228. 
Groberungen in Habeſſ., Ber: 
muthungen äber ihre Abftem: 
mung 229. , gleichzeitige Bes 
wegungen, größte Afrikan. 
Böllferwanderung 229 f. 348. 











We 






——— 

Eima Zte Abtheil. 
Körperbilbung, Lebensart, Ge⸗ 
bräude 231f., 20 verfäichee 
Stämme, Dberhäupter 
Edjow Bella 233. 

Gamda, Provinz 331. 


| V 
Ba Se ara 


art. Fi 


—* ed von, Bermuthung 
er ihn 525. 

Gange, Priefter 266. 
Garatilia, Btobt 926. 

Gau, Arditect 589. 

Geba, Fluß 365, 409. 
Geezſprache 185, 194, 221. 
Genata, Hptfidt. v. Agame 115 
Ser, Gap be, 887. 
Gerdobah, Bergiug von, 985 
Germah (Barama), Gtabt 91. 










Gerrit, Paß von, f. Acabe. 
Gharbye, el, Bebuincafeun 
637, 656 


Shazal, Bahr ei, Land, Riede⸗ 
var 49. Webuineuftännt 


f. 500 
Ghazel, Bahr el (Sharp), Lerf, 
Quelle, Zufläffe, WBerbindung 
mit dem Fittre, Ueberfäiwen- 
mungen 497 f. 
GHinneh, T. Keuneh. 
Ghiotel, Factorei 415 
Ghraat, Stabt f. 
Shuriane, Wergzägevon, B85f. 
g25f. Bewohner 886. 
Giagahorden, Raubzäge, wehn 
ſcheinlichſte Wohnfige, Zuiams 
nen mit andern Bölfen 


—* —— Geſchiſte 

d @influ dem Har⸗ 

eg ber re und Hab. 
22T. 


Kegifter; 


Sei, era —2 


* me von ba an 
I Dahn, 
Sea abe 767: 


Gejam — — ei Fed 
quellen 'eninsula 

"SR kam, Alan, Bas 
. in den Brrraffenländern von 

fala und wo Far —X 
d in Baı 


aachen 
A * 





lanbes. air 
Fa Tenläragen ee 
erniste, nad) neuen Werih- 
Bean ber verhältniße 

eig wenig: in Rachrichten 
rzäge als Eos 
ir Di: 
In; on D. . 
Klima 


2.91. 

bisberige 22 Ries 
Verloffungen, 302 f. Drtſqhat · 
ten der Küfte 308 f., verän. 
berter politife db und 
dadurqh bewirkter Hanbelsvers 
Dr 

18 fe, erige ern! 
iultur, Mittel zur Bes 


Ban g derfelb. 219., fräs 
er und jett nöthige Summe 


— Grhaltung ber Beitifäen 
bliffemen 1% 
Soibſtaub as 8 je 324, 379. 


1038. 

@oletta, la, Feſte v. Tunis 914. 
Gonbar, —& von Das 
beſch 186. Erbauung 209. 

werdon, Bekanntmachung 104, 

Berfuh vom Gap aus 

Wenomotapa vorzubrins 

mas. Borbringen vom Gap 

eis bis zum Drangeriv, 390, 
1, el, f. Taka. 
Sotto, Reich 428. 

Bozen: Bair ader EI Wabi⸗ Te⸗ 

a 1.07) —8 ta?) “ 


meue —E 


2065. 
en, Wahomeb, Köniz von 
Granit, Enge Syene neh 

—— 
Srant m in Oberaͤghpten 


Keira 
Sen (ern — 098 
anitgebirgeb , 
ex Arten unb Ueber; 
des Granits in demf. f 
Menge ber aus ihm ges 
jauenen Bonumente £ 
Dauer und Palitur des Sen, 
its Al 6 
Sranvile's Town, Eolonie 3367. 
Grey, Major, Berfuc ins innere 
Afrita zu bringen 431. 
Griqua, Berkoftamm 393. tund 


—J— 398 Gentraimife 


ehe 128 * 
— ER Eine 2 


Ph ea ‚een 
GSutnealäfte, Zeit des X: 
PA d ef Ramens 301. 
332 * Ein, — Serthte 


raſſe a am bekannte« 
u Kaqrigten ber 
ol 260 f. Bewohner 
der Küfen: u. Mittelterrai J 
unter einem — 
— abu ſ ohne be des 
— neu⸗eſte We: 
richte üb. d Käfe vom Xequat. 
bi8 zur Buicemknbnng 3 ia 
fe 324, 4531. 1 
Sure, Bebieter auf ber Weftfe 
des Zacazje — A 


An Kun Gtrom ob. Son 


‚ad 
el — 
Een as —2RX Bat 








Rediſter. 


1064 
.. 6. 
Habeſch (Alpenland) im engeren 
Sinne 207 f. Mangel an 
Nachrichten, Kampf mit bes 
nadbarten Völkern, natärlidhe 
Sefligleit 207 f. Ratur, Glis 
ma 209f. Boden, Probucte 


gıof. 
befh, Alpenland, Gebirge: 
züge und Abfälle; befannteres 
. and unbelanntes 167f. merk⸗ 
würdig 168. Hab.-Alpi. 2te 
Zerrafle ‚zer, Namen 7 f. 
. Quellen; über Bruceu, Salt 
ı78f. 1) Gruppe im O. des 
Nils ı80f. Alpenpaͤſſe nach H. 
ıBıf. Grenzgehirgskette 201 f. 
Abfall gegen die Meereskuͤſte 
und das Flachland von Rord⸗ 
afrika 233 f. 2) Gruppe im O. 
vom Nil 249f. analoge Ter⸗ 
raſſenbildung u. Producte 253. 
abeſch, Reich. Quellen zur 
Kenntniß deſſelben 213. ges 
. genwärtiger Zuſtand 213. ges 
theilt in 3 unathängige Staa⸗ 
ten 213f. Bedingungen zur 
Wiebererlangung - früherer 
Macht, vorgefhlagene Mittel 
die Seeherrſchaft den Arabern 
zu entreißen 217f. 


Babeffinia, Habiffinien, f. Ha: 
beſch. 


Dabeſſinier, Seſichtsbildung, 
Farbe, Schaͤdelbau; als Stam̃⸗ 
volk der Kopten 218. Lebens⸗ 
art, relig. Cultus 219. Ber⸗ 
ſuche zu einer Religionsver⸗ 
beſſerung, Revolution durch 
geiſtl. Uebermuth veranlaßt, 
Sruͤnde zur Annahme, daß d. 
Edeln von der vertriebenen 
Aegypt. Kriegerkaſte abſtam⸗ 
men, Quellen zur Auseinan⸗ 
berfegung ber widytigften bi: 
flor. Berhältniffe 220 f., Als 
tefte Nachrichten von ben Ae⸗ 
£biopiern von benen die Hab. 

n Theil find azı., fpätere 
Rachrichten aus Gried. und 
Möm. Auctoren, Hab. alt Aes 
thiopiſchen nicht neu Arabi⸗ 


* 


Dan Stammes, verwandte 
ge mit anderen Boͤlkern, 
Folgerung bieraus auf eine 
gemeinſchaftliche Abkanımune, 
Ausgehn der frühften Coloni⸗ 
- fation von bier in die unteren 
Riichäler und Zurückwnken 
ber dortigen Sulrur auf Hab. 
292. Grünbe gegen bie jän: 
ere Abflammung von tes 
rabern, Grunde fie für Ib; 
originer zu halten, Handeli: 
verbinbung mit Jegyyter, 
Abyff. Chronik 222. Her: 
fBaft ber Hab. in Arabien, 
urch b. Perfer zurüdgedrängt, 
Verluſt der Gecherrfkett, 
AusDreitungbes Islam, Rer: 
co Polo s Rachrichten, Rad: 
richten Arabiſcher Scdriftkel: 
ler 224 f. Verbindung mt 
G@uropa, Geſandte in Aleren, 
Portugiſen in H., Ambeſſa⸗ 
ben, eine Danbelsverbintung 
zu bewirten 225. Relisionss 
tampf mit ben Arabern, Ser: 
legung der Refidenz, Einmit: 
" tung ber Iefuiten, HBeberganz 
des Kaiſers zur kathol Kirche 
226. Vertreibung der Jeſuiten 
227., neuere Berigterftaiter 
228. 
Babendoa, Araber 530, 532. 


. Hadendoa, Stamm der Bitke: 


tin 530, 532, 552, 554. 
Hadjar, Batn el (Klippengebiet), 
616 f., Ruinen daſ. 617f. 
Böden, Cultur, Ginwehre 
618f., Inſeln 620. 
Halfa, Wady, Dorf, ig eine 
" Gouverneurs , Dandel 620. 
er Stadt ga2ı. 
amet, Hadji, Nachrichten von 
Ritchie aufgezeichnet 438. 
Hamet, Sibi, Berichte 436. 8 
ravanenreife von Timbuctu 


nach Waſſenah 480 f. 


Hammadab, Stamm ber Bi 
barin 552. , 
Hamyde, Waby, qhtbarkeit, 


Datteln, Grabhügel 614 
Banbel, Ginfluß auf die Ealtır 
ber Boͤlker; wie vermitteh 





Regiſter. 


defſſelben, buch Einwirkung 
des Abendlandes, fuͤr Afrika 
Gleiches erreicht werden koͤnne 
60 f. Jackſons Vorſchlaͤge, 
Errichtung einer neuen Su⸗ 
bancompagnie 462 f. Carava⸗ 
nenhandel im Sudan 464 f. 
Sransportkoften 464. Haupt⸗ 
gesenftände ber Einfuhr, der 
usfuhr 465 f. Gewinn durch 
creditirte Guͤter, Gewinn der 
Afrik. Kaufleute an der Aus⸗ 
fuhr nah Europa, wohlfeilere 
Weförberung durd eine Su⸗ 
dbancomp. 467. Marftpreife 
in einigen Städten Sudans, 
Berhaͤltniß des Bold zum Sil⸗ 
bermerthe im Sud. 468 f. Zus 
nahme bes Afrifan, zumal des 
Sudanhandels, mit Broßbris 
tannien ſeit Abſchaffung des 
Sclavenhandels 469 f. 
Handelsftraßen durch Hochafri⸗ 
ta 385 f. | 
Kan Berg 894. 
aouärah el Sogheyr, Dorf, 
" Brüde 797, 79. Eocalität 


800. 
Hardcaſtle, Ort 3093. 
Haruſch, ſchwarzer Bergaug 885. 
093f. Lauf, Maffe 988 f. 
Haruſch, weißer 089. 
Yaflan Beni, Hypogaͤen von 


·OH. 787 f. 
Haſſaya, „Dorf, Sempelruinen 
babei 634 f. 

Hawuſch St 216. “ 
Hayt els Agouz (alte Mauern) 
Schugmauern gegen ben Wuͤ⸗ 
ftenfand in Aegypten 767 f. 
Hazorta, Bolt 184, 240. 
Hehyeh, Stadt 826. 

Heikal Mafur Gibbel, (Berg db. 
gemahlten Zempels) 171. 
Heiiopolis, Etadt, Kanal dv. 9. 

822. 823. Ruinen 822. 
Heptanomis, ſ. unter Mitteläg. 
Heracleopolis magna 789 f. 

Ganalbau gegen die. Wülte, 


Gultus des Hercules u. -Iche 


neumone, Verfolgung ber 
Grocodile 789 f. - - .. 


‚12065 


Herkules, Kampf mit Antäus 
„oder Typhon (des Fruchtlan⸗ 
des mit der Sandwuͤſte) 773 f. 

: Hermonthis, f. Erment. 
Hermopolis magna, Bluͤthe⸗ 
zeit, Urſachen ihres Sinkens 
783, 785. Ruinen v. H., Cul⸗ 
tus des Hermes (Thoth) daf., 
- fein Zempel beſchrieben 783 f- 
Hermopolis parva f. Damans 
our 


Heſperiſche Gärten 938; 

Deffe, Bemerkungen 124. 
Herrivierstloof 106. 

Hezſch, el, Wallfahrtsort 443f. 
Hinza, Kafferntönig 130. 
Hirtenvöifer an: der Habeſſin. 


Küfte 239 f. 

Hochafrika, bas Bebirgsganze, 
Ueberfiht gı f. 1F 

Hochland, Afrikaniſches, eigen⸗ 
thuͤmliche Gebraͤuche auf demſ. 
Tatowiren, Gpipfeilen ber 
Zähne, Todten⸗ u. Kriegsge⸗ 
braͤuche, Zauber» u. Prieſter⸗ 
wefen, Fetiſchendienſt 265 f. 

. Menfhenmenge'auf ben Hochl. 
379 f., Angabe ber bemf. durch 
den Sclavenhanbel jähel. ents 
zogenen Menſchenmenge 3709 f. 

- Menfdenaufopferungen andes 
rer Art 382 f. Fruchtbarkeit 
feiner Bewohner 384 f. Be⸗ 

merkungen über ihren Einfluß 
auf bie individuelle Entwick⸗ 
lung 385. 

Hodterraffe des Dranjerivier 
o5f. Begrenzung g6 f. Ober: 
fläheogf belebte Oberfl. 100. 

De dar f. Zroglodyten. 

Hollandia, Fort 305. 

Hors Cacamot, Ebene, Ober: 
flädhe, Clima 205. 

Hottentotten, unterworfene, un: 
abhängige Stämme, ausge⸗ 

ſtorbene Stämme 1rof., ges 


. .. genwärtiger Zuſtand 126. 


Vottentottiſch⸗Hollandkloof 112. 


Maſſe 114. 
Houffa, datt, Beſchreibung 
derf. 474. Regierung, Kichter, 
—— Bermursung Spra⸗ 
de und, das Vorbringen ber 


dent 
—— — 


un 


—— · —— oo .. “u « . 


Imbammeb, Cherif, 246 
.Kalkſtein, Ausbreitung der &: 





1066 


Hömer nad ben Riger bee 
treffend 474 f. enſchaften 
der Einwohner, König, Ab» 
nigl. Ginkänfte und pad, 
adel 475. Tibbar bei $., 
Keinen, umfang d. Gebiets 


Ookakiibay, Rt. Breite 235. Bes 
ſchreibung der Bay mit ihren 
eſie v. Mut 
u 3 

⸗ lahs eingezogene Raechrichten 
437- 

2. 


Jabbee, Stadt, Auffteigen von 
da w f.w. nach Neola u. zum 
a we f. Garavanens 

am Riger 423. 

Sen. in ®., Bester und 
Gonful, ©äriften Bors 
fAläge zur Errichtung einer 
geuen Subancom 462. 

Salifunda, Stadt 371- 

Zallonladbu, Bergland 354. 
Wilbnif 359. Golb 368. 

Janſſens, General, Beriqht 98, 


133. 

Ibeum, Stadt 78 

Ibis, Bogel 6 Eymbold des 
Hermes, in Aegypten ver⸗ 
ſchwunden 784 f. 

Ibrim, Stadt nebft Gebiet 629. 
Fi ihrer 3erflörung, 

ne han 629 f. 
sch 


Sindala Senne Sinnie) Sufel 
432, 445- 

Haie, Land 445 f. 

Zinnie, Stabt 429, 432, 445 


Inhambene Sort 153. 
Inta, 


Johann, a Reich deſſel⸗ 


ben in Aethiopien 411, 412 f. 
Joliba, well Strom ob. ©tr. 
von & Timbuctu 483 , f. auch 


ve en, Urnegervolf 365, 404, 


4 
Sofeph, Bahr (Joſephacanal), 
7rof. 782, 793, 795 f. 800, 816. 





Regiſter. 


red Bert St., 403 — 465, 


ee Seife nad Aquapim 298 
Stifter einer Golonie a 
Iidie Oppidum, Zrömme 


m. 2 eliser Strom od. Gtr 
von Zimbuctu 436. 


- Suli, Hanbelsiun ar 428. 


Jum⸗Jums, Bolt, 
—— Aethiopen Her 

. be 

Zurjwragebizge Pas 892. 


Kaàb, el, Dorf * f. ummallus: 
en, & eiruinen daſ. 718. 
obtengruͤfte und GBemählk 


"Sa enort Zimbuckt 
N 72. 
—*8 —— ſ. us: 


—c Bergland 358, 403 
Kaffa, Theil des Aethiop. Hod: 
landes 169. Gäriftlide Gi: 
wohner 173. Kaffeebaum 175 
ofen ‚ Raubzüge und Kriege 
Friedensſchluß 1%. 
Etimme unb deren Gharertt: 
riſirung 135, 140. Menſchen⸗ 
freffende 139. 
— 133 fe Kuſtenter 


Kairouan, Stadt 813. 

Kalabſhe, Wady 645. 

Kalabſhie, —B 646. 
SInfcription des Kerapels daf. 
u. Bemerkungen äber dirfelbe 
602 f. Beſchreibung der bors 
tigen Zempelruinen 646f. 


Region in og 
Aegypten 697, 
Kalte Berge, , Breite 257%. 
Kamadku, FL. Atheh) 44. 
Kamalia, Bergpaß 3: 
Kanım, Stadt, Bass —ãE 


Sehentther Nilarm 853. 


Kaou, Dorf, Ruinen, jegige U. 
frühere Lage gegen ben Kil 
777f. Pypogden mit His 





Regiſter. 


v. den 


pogden u. 

Ruinen daf. 651 f. —8 
Karhala, Fluß Zrı. 

breierlei Haupttheiie 103 14 
an 

Ruinen 915, 916 ſ. 
Kaſchna, Reich Kirn Urfage ber 

ae et und unter« 


geben, Zemmpelruinen HH 
— 53 berf. 7z8f. % 
uinen weiter 
ut a eines Arab. Hei⸗ 
Sarbaf, Katy, —E 
zuinen und Gankl 
bei denfelben 652. 
Karnat, f. untı eben. 
aa a ee 103f. 
Beſtabfall Sobadfau 
ern t. —* 108. Dbers 
Tyriſqhes, feinetage 
—— a 
Karyneyn, Canal, f. Chybyn⸗ 
el» Koum. 
jegigen und: —õ⸗ mit 
biefen Megenben 470, 476, 
worfen vermuthlihe 
Schade we Verbindung ber 


Afhantis m. X. 477. vgl. 
Satan, —— ser 2, 
Befibenz des berhaup- 
— Kay bei Rar 


— Kioiſhe Dberhäupter 
sc, eh 2 368. 


Kante! Dar, Rahriäten Äber 
das Sand und bie Mebuinens 
fämme baf. 499 f. 

Kauka, Gtadt 
sure —— 25 


0) 
Keminun, hun, 
gem 4, — — 374 





2067 


Kibber, zi. (Beben) 174. 

Kibli, ‘ci, f. unter Dale 

Kief, I, Stadt 912. 

»Koton 338, 

Kichen, in Bels — 100f. 
195, 197. Hauptliche, Kire 
Sen zu Sremona 197. 

Klaarwater, f. Sriquaftadt. 

Kloof 104. 

Kobkan » „Ruinen einer Gtabt 


a , dRL ger des 
ale de dem a de einlomg 


Kolbe, Infel 615. 

Kalla (Sit) 233. Auffteigen 
aus bemf. u. f. w. zur Ebene 
von Bondar 2eo f. 

Ka one hit 
Probucte af... 

Sanggebirge 377 f. 

Kongo Banza, Befibenz des 
Eindy R’Gongo 287. 
zone, gs 1 (Beine), L 
Kaas Mani 16 — in 
ds Guinea 26) 
u zeih, Umfang ‚ Stans 
(Chensofgaften) unter 
Einen Souverain (pin 
N'Gongo) 287. ehemals 
des Rei, Vertpeilu f: 
@inwohner, koͤrperliche 
dung, Grab der Gultur, — 
— ⏑ ⏑—⏑— ———— 
— und feine Folgen 
Kae ben ans, 80 
ver mus, Ges 
Bräune 290 f. Sprade, Ber: 
wandiſchaft mit der Spr. ber 
Kaffern und anderer Stämme 


292 f. 
Konkobu, Land, Gebirge baf. 
. Bold in Quarzmafien 
I. 


Kooroman Il., f. Auruhman. 
Fan 
ent 
— Wegerkaat, >eten, 
Aufkelgen —— .w. 14 
251 f. 
—æ neuehe —* 


tem v. Kord. aas. 


ı068 


Korti, KRuine eines kleinen 
eg er en ' 
Koſſeyr, Hafenor . 
a, Berge, ſ. Mondge⸗ 


Pu Gtabt, einftige Größe, 
Kuinen, Straße nad Koſſeyr 


58 f. 

Raus, Stadt, Banbelsftraße v. 
da nad Aidab, diefelbe, wels 
che von Koptos nad) Berenice 
führte 673- 

Kowries, ald Wünze 149, 324, 
422, 494. Werth, Berbrei⸗ 
tung, Einfuhr 1038 f. 

Königsgräber, f. Bebän« el» Mas 
l 


ouf. 
Kubba s beefh, Araberflamm 527. 
Kulla, Bahar, Sumpfreyior 510. 
Kula, Dar (Tiefland) 509 f. 
Kupferberge 104. 
Kuranko, Gebirge 4er. 
Kurgos, Infel mit Ruinen 528. 
Lage beftimmt, Deutung der 
Ruinen und bes Namens ber 
Inſel 539. 
Kurubmanfluß, Urfprung 100. 
Auslauf 399. 
Kyriakus, Kdnigsgeſchlecht, 
Prieſteramt 605 fr K. Bes 
fhäser der Ghriften in Ae⸗ 
gypten 607 f. 


e. 


Zabey, Stadt, Aufſteigen von 
der Kuͤſtenterraſſe ber Biafars 
nach Labey 343 f. 

Labiar, Ort, Plateau v. Barka 
bei®., Beſchreibung ber ders 
tigen Beduinen 936f Kuͤſten⸗ 
weg von 8. nach Ras Sem 
937f. Landweg v E. u.f,w. 
nah Grenne (Eyiene) 943 f. 

Labyrinth, Weberrefte' deſſeiben 
797f..— 

Lagos Fluß Zır. 

Lahoun, Dorf 795, 797. Pyra⸗ 

mide baf 


eipoun, ei, Thalſchlucht 770, 
ea Fluz, ſ. Draha. 


Lafaftrom 331. 
Lamalmon, 191, 202 f.- 





Regiſter. 


Lanroule, Bibel 616. 

Langelloof 107. 

Laobes, Bollsflamm 479. 

Laflagebirge 137. 

Laſta, Gebirgsland in Zigr 
187f. 215. 

Latona, Fluß, ber niht meh 
vorbanben 939. 

Latopolis, f. Eine. 

Eatrobe, Auffhläffe 128. 

Lebida, Ruinen baf. 923, 926. 

kegh, Thom., Schriften, Rei 
fen, vorbereitende hiſtor. wnl 
politifde Begebenheiten is 

Aegypten u. Nubien zu ber: 
ſelben 584 f. 

Leo, Joh. Africanus 434. cell 
Schriftſteller beurtheilt 435 

Lidan, Imam, Oberhaupt ber 
Gala 233. 

£ibyer, ihre Hauptſtaͤnme rab 
Rahfommen coo. 

kibyſche Bergkette 678 f. 

kibyſche Wüſte, Namen 661. 

Eingänge von Aegypten zur 
großen 8. W. 963 f. ı) voꝛ 
Kairo zum Thale ber Ra: 
tronfeen, im Thale ven da⸗ 

oume 963f. 2) von Obder⸗ 

gypten 364. 

Light, Eapitain, Reifen, Edrif: 
ten 586 ff. 

Litenflein, Beſchreib. ber Bert: 

- juanen- Ior. 

Loanda, Flachland von Guinea 


259f. - 
Lobo, Jeſuit, Verſuch ins Ins 
" nere Afrika zu dringen ı6Öo. 
Reife vom Hafen Baylur nad 
Bremona 197 f. 
Lotophagen 948 f. 
Lotuspflanze als Ornament ia 
der Baukunſt, ſymboliſche Ber 
— ge 225 f. 
ouis, Kort St. 405, 41 
Lowdejah, See 835. +4 
£öwenberg 152. 
£öwentbal, f. Seboua. 
Luca, Goldland 252. 
Lucas, Engl. Viceconful, Rad 
richten 435. 
eu 142. Bedeutung beb 
amene , Grenzgebirgölettt 





Kegifter. ..2069 

143. wahrſcheinliche dortſet⸗ daniemut, Berichtsbarkeit, 
Jung 159. Palavers Berdienfte um 
£uror, f. unter Theben. die Gultur, Anfehn ber Mand. 


Lycopolis, Ruinen von, Oypo⸗ 
gäen und Mumien daf. 782. 


m. 


Madibas, Wolf 160, 
Macquini 102, 135. 
Meacrizi, Gefhihtihreiber, Rach⸗ 
richten von Rubien 58äf 
Mabyeh, See 8ı7. 
Mafoot, Titel (Königs s Kaufs 
ann) ass — 
agaagaberge 96, 
3 — von 299. 
Magreb, Et‘, weftlihes u. bſti. 
72. 


992. 

Magrebi, Bewohner der Eleinen 
und großen Dafe 1006f. 

Mahaß, Dar el, (Wady) Lage 
u. Umfang 612. Burdhardts 
Nayrihten 612f. 

mais, Sclavenhandel baf, 


umba, Land, Sclavenmarkt 
baf. 296. 

Matua, Reger, Sprache 158 f. 

Malemba, Stadt 271. 

Dameluden, Anfang ihrer Herr⸗ 
ſchaft in Aegypten 608. vers 

+ heerender Durchzug durch Uns 
ternubien 609. Herrfhaft in 
Döngola z Si. gefchlas 
gen ven Ali Pafda, legter 
LER RT ER 

Mandi: Manfa, König d Manı 
dinge, Krieg mit Zemala, 
König dv. Bulah 348. Portus 
gififhe Befandtfhaft an ihn 
3°, 412. 

Mandingo, Land, Scladenhan⸗ 
dei 296. 

Manbdingoterraffe —J— 

Wandingos, Bolt, 9 mit 
ben Bulahs 348. herrſchendes 
Voll am Rorbabhange von 

: Hohfuban 362. Grob 

;3. Dandelsleute, Eoloniften, 
jerbreiter bes Jelam 








3f. äußere Bildung, FB 


‚& ft a 
Beplungelemn  Buhanı: 


und ihrer Mullahs 365 f. 
Manica, Goldland 143, 145. 
Manica, Hauptmarkt ı51. 
Manu, Provinz mit Goldfand 


144. 
Marai, Bergzug 986 f. 
Marafatten, Bolt 160. 
Maravi See 137 f. 

Marea, .Kapitalid, wieberente 
dedt87of Ruinen derf., Ber 
wohner der Gegend 874. 

Mareotis, nomos 863f. fein 
Umfang bei den Alten 871. 

Mareotis See g17. Ausdehnung, 
‚Gultur der Ufer, neuefe Bers 
änderung , Umgegend 371 f. 

. Auinen von 4 Gtähten am 
Südufer 873. 

Marigot be Gapır, Land 404. 

870f. 

870 f. 


Moriuth, Provinz 863 f. 
meue ‚Entbeder baf 
Sildung ber Landſchaft gegen 
- 8. 873. , 
Marotfo, Rei, Quellen über 
feinen polit. Buftand, oceanis 
She Wefttäfte 909. 
Marfden, Bemerkungen über &; 
Gpraden Afrik. Stämmel2g2. 
Mary, ©t., Infel, füdl Bore 


land db. Gambiamändung 409. 
Marys (Güdland) f. Unternus 


bien. 

Dar Zarah, su nad Abi 
451. hierauf ein Syſtem vom 
sei verfhiedenen Rigerfirds 
men gebaut 452. R 

Mafudi, Rahrigten 149. 

Matamba, Gebirgsland, Glima, 

: Metalle, S Breite 257 f. 

Mataryeh, Infeln von, 831 f. 

Mathariah, Ort 833. 

Matuca 145. 

Mauren, Büftenbewohner 

Mazaga (Tiefland: 233.. Aufs 
fteigen aus demſ. u ſ. w. zur 
Eber Gondaı 
295. 


— Li 
ma; Probucte? 243 f. “ 
Mebaralat, Baby el, 65L. 
WMehallet el Kehys 819. 











2070 


Mehirbah, Bluß 912 f. 
WReyläoup, Gtabt 783. 
Derdums, von Gennaar aus 
nordwaͤrte am Nilufer. 549. 
WMellocaravane 1014. 
Melinde, Küfte von, 159. 
Mende;, A., Plan eine Hierars 
hie zu begründen 220 
Deenegay, Abu, Kanat f. 
Menouf, Sanal von, 8171, 
Menouf, Stadt 818. 
Menzalehſee 831 f. Zahl ber 
Anwohner 334. . 
Merawe, Stadt 598. wahre 
ſcheinlich Grenzort des alten 


Merebith dachrichten 300 f. 


6 ® 
PR Inſel, wahrſcheinal. Se⸗ 
kim el Affouanys Aloa 564, 


567 

Meroe, Prieſterſtaat 568 f. 

Meros, Stadt, Lage jegtt nicht 
mehr genau "zu beflimmen 
567 f. Name in Merame 
Hauptftabt der Scheygya ers 
halten 569 f. a. 646. Blüthe, 
Untergang, vermuthete Uebers 
refte 601. 

Mefurabofluß 338. 

Mefurata, Gap, 923, 928. 

Meſurata, Stabt 928. 

Midre Bahar (Küftenprovinz) 


182. 

Mijertayne Somauli, Rolls: 
ſtamm 163. 

Mifoto, Reich 262 f. 

Mimosa Camelopardalis f. Gi- 
raffenbaum. 

Miniana, Bergland 427. Sit⸗ 
ten feiner Bewohner 428. 
Miffelad, Bahar, Angabe von 
feiner nordweſtlichen Richtung 
—6 Unwahrſcheinlichkeit der⸗ 

e 









(ben 507f. wie er, wenn er 


"Werbindungsglieb des Nigers 


und Nils ift, Taufen müffe 509. 

Bahr Taiſha fein Ausfluß in 

den Abiab(?) 510. 
Moci⸗Gongi, Bolt 263. 


Mograt, Baby 504 f. v5 
Mogren, Zufluß des Sacajze 533. 


— 


Regiſter. | 


Mohammed, Hadji, Beriät 437. 
Mohammed, Schulmeiker, Rad: 
richten pon AÆitchie aufzezeich⸗ 


net 438. 

Mobarrate, Baby, alterthäm 
Ihe Denkmale def. 639 f. 
Mogenemugi (Riemiemaper), b. 

eblidhe, Hanbeinde Bolf ı6o, 
dfaranga s Sprache 143. 
Molfarangua 144. 
morattam ſ. Arabiſche Gebirgi⸗ 
ette. 
Mokra, Makorra, ſ. Rograt. 
n, G., Reife, Gatbedun: 
gen 356, 417, 418. Radrig: 
ten 478 


—* ®tabt 921. 

Mondgebirge 170. 

Monſia, Infel 162. 

Mongas, Bolk 143, 150. 

Monjou, Reger 157. 

Monomotapa 143 f. 

Mont fıeddi f. Palte Berge. 

Mobhnda Fluß Abflug aus dem 
großen Wole 295. 

Moren, Stämme der Emszaybi 
160. Ehronit ber Morentönig: 
von Quiloa 160. 

Stamm der Moren 160 

Morfil (Infel bes Gifenteist) 


414. 
—— pi tie 
onie 248 1. erfle Mefpachme, 
früherer Zuſtand, i⸗ 
tionen ber Portugiſen, arde⸗ 
res Syſtem zur Grhaitun 
148 f. Handelaplaͤtze, Berkthr 
m. benachbarten Wälkern 150. 
Berſuch zur Berbindung mit 
der W uͤſte, Ausbebnung, 
äbere u. jegige ı52f. Ber 
al, Urſachen beffelhen, Raids 
tdum an Probucten 153, 154. 
Regierung, Beamte, Einwoh⸗ 
mer 155. äußere Berhoͤltniſe, 
——ni „Gandel mi 
en 156 f. 
Mofambique, Stadt 154. Gm 
ralgouverneur 151, 152, 154 
Moͤueys, Canal 827 f. Ausfiah, 
a Es Bewäfrrusg 
8301. T. auch Tanitiſcher Aım 
und Gan. 





. Degifier, 


Moura, Paß von, 
Mourer, Stadt enge 


308. 
Moufa, Gidi, Berihte 438. 
Mozambit, Küfe —ã Ter⸗ 
raſſen, ſ. unter Mofambique. 
Mörisfee, Herodote Angaben 
von bemfelben erklärt und ger 
rechtfertigt Soo. über feinen 
Ein: und Xusfluß 806 f. 
Mullahs (Priefter) in Goomı 
je 325. Anfehn u. Berbien| 
erfeiben 366 f. 

Mumien in Bebins el« Malouk 
“und Gournah entbedt 751 f. 
Murate, Garavanenflation 934. 
Murb  ayimai, Doerjaupt von 

Sallavdlkern 216. 


dort 


Murzuf, Stadt Of. nach Eye 


ons Berichten 994. wahre 
wiarintiaes Gntftehen 1005. 
—— vabrſqheinlich ein 
ie 
BMyos Herman I * he. 


re 396. Yottentot: 


—& Stadt, Perronius Feld: 

sug gegen die Königin v. R. 

1% —ãA we md 
rehenben Fu 


8 37 bes a 
Em ver [haft von R. 
Beit ihrer Dauer unges 
IF 61T. Ciieo wahefäefn, 
Regent von ** 602. 
Rares, —TS Thell des 
Hetbiop. Podlandes 169 f. 
za —R norbwetider 
Bufammenhang mit dem @ 
bel el Kumr 170, 43 
Reife nad R., teibutpflihtig 
—3 — Baflı 
nl aſſer⸗ 
ee Probucte174f. 
—— er en 
tal 6, 
Katzonfeen' Kiel ber of. Kr 
Sem, R., Handel br . 


1072 
Characterii ti 
vun, — — — 


un —— Sordringen 


& 
Share — — 
u idjenn« erjchie⸗ 
FR eger 5 


fer von Bonbar: 208, 


216. 
Rail gt J— Mämbdun, 
"allge en Jabber — 


oma f. Dir» Gove. 
Ri —* Feſte von, 867." 
Riebuhr, Inscriptiones Nubi- 
onses 
NRiemiemayer (Mohenemugi) ©. 
friedliche Hanbelswolt ı68. 
Nieuwevelbsgebirge 97. 
er Biuh, Ball eide giwis 
[gen dem Gen: und R. 
375, Rame von Kahr, baraus 
snößandene Berne Ri m. 


dem Genegal 5f- 
Xtennung der 6 en Shane, 
71 —x Eu m 
igerlaufe 416. erfie Is 
‚Herodets don feinem 
Yaufes die Abrigen Radrid« 
ten zur Kenntniß befielden; 
Quelle und Mündung undes 
tonnt 490. Bebeutung feines 
Namens Joliba 420. vergl. 
472. oberer auf, urſprung 
Hr Parts —8 


Nig erquetle 
m. mlttibter eat 423 f. 


auf untghalb Sego u. Can 
— — ‚Beid- 
im gef. deufaäbtun, der 
neueren Quellen ber Augen⸗ 
jeugen über den mittleren u, 
unteren Lauf des Niger, feis 
nee Uferlän! und Reid, 
frügere aa über % fe 
au —2* ha s eh 
er! Dei 

— Berihten ber 


—eS ER, Ep 


N. von Kabra 
ost. Taf. Ki 





1072 Regiſter. 


buctu bis Waſſenah (Zadi), 
weitere Richtung nach dem 
Dcean zu 48ı f. Annahme eis 
ner Wafferverbinbung zwiſchen 
Dem N. und Aegypt. Ril 441, 
92, 506. Reife auf dieſen 
—* von Jinnie bis Cairo 
492. aͤlteſtes Zeugniß für die 
Spentität beiber Ströme 492. 
dftl. Berbindungsglieber zwi⸗ 
: hen dem MWafferfoftem des 
. Rigers und Rilſtroms 505 f. 
der N. (Batta) im ©.D. v. 
Saley nur burd eine terra 
incoguita bon unbeträdhtlis 
der Größe vom Bahr el Abiad 
etrennt, Urſache ber Unbes 
kanntſchaft mit diefen Gegens 
ben 506f. Nachricht von der 
Art der Verbindung zwiſchen 
dem N. und Nil, Rennelld 
Einwurf gegen die Möglid: 
deit berfelben, wie die Verei⸗ 
nigung, wenn ber Rahr Miſ⸗ 
felad Verbindungsglied ift, 
Tattfinden müfle, Bahr Tai⸗ 
ſha, Arm bes Abiad, bypos 
thetifher Ausflug des Niger 
509 f. hiſtoriſcher Ruͤckblick 
auf bie Nigergegend, ber N. 
ein unentwideltes Stromſy⸗ 
ftem sıı f. Bubekers Rad: 
richten vom unteren Laufe 
515f. fiehe auch Zfhabi. 
Nilbrunnen 209.» 
Ri el Abid, Mauriſche, Ati 
Beys Rachrichten v. ihm 487. 


‚Nitthal, Klima, Producte im 
Nubiſchen NR. 638 f. beſſere 
Cultur auf der Oftfeite, bie 
bedeutendern Denkmale auf db. 
Meftfeite 639. das Aegyptis 
fhe Nilth. vom W. nad O. 
durch Zransverfalthäler durch⸗ 
f&nitten 577,705. einftmalige 
Wichtigkeit derfeiben fit ben 
Weltverkehr, wieberentbedt 

. 705f. allgemeine Bemerkun⸗ 

- gen Über die Beſchaffenheit 
derfelben 706. Zransverfals 

thal von Edfu mig: ber alten 
Garavanenflraße nach Bere⸗ 


nice, nad Gaillcaud u. Bel 
soni 720 f. Qucertbal ma 
Koſſeyr, ven Kenne aus751. 
QDueerfection !des Rilth. ba 
Syout 772. bei Kennch a 
Eine 774 geologiſche Berker 
fenheit des Thalbodens ned 
ben Refultaten der Brusce: 
bobrungen 773 f. Erhoͤhre; 
defielben in den Ebenen wı 
Theben, Syout u. f. w. a 
a) zu Theben, Zeichen ber 

böhung ber ‚Pläne, Beck 
nung ber fuccefiiven Erbesuns, 
antiker Urhorizont des Rilth, 
Betrag feiner jegigen Erhe 
bung, Schluß aus ber Die 
ten; des alten unb rad 
Thalniveaus auf bie Zeit ii 
Anfiedlungen im Briith., Be 
rehnung bed Alters von &: 


ror duch aͤhnliche Gcmöins 


tionen 813 f. b) su Syert, 
Tiefe bes Damms unter be 
Plaine, Schluß auf fein Alter 
und die Zeit der Grbauuns 
von Lycopolis 845. c) zu He⸗ 
liopolie, nöthige Zeit zu die 
fer Erhöhung, Verhaͤltniß ber 
Säcularerhödungen zu Ihe 
ben und Heliopolis, ftärker 
in Unteräg , daher jüngere 
Alter des Delta 845f., bie 
übrigen mitwirkenden Natur: 
fräfte jur geograpbifhen Ent: 
widlung der Bildungen im 
Nilthale unb bes Deitalans 
bes, vocherrfhender Weft: 
und R.W.: Wind, Grfiärung 
feiner Entſtehung, badurd) 
berbeigeführter Wüftenfanb, 
Schugwehren gegen ihn, Ver: 
Anberungen im Nilth durd 
denſ. 846. durch den Hit bers 
beigeführter Flußſand, Art 
wie deffen Abfag gefchiebt, 
dftere Durchbrechungen und 
Mobdificirungen bes abgeiepien 
Landes durch den Nil, Abſat 
verfhieben nah an der Stroms 
tinne u. entfernter nah d. Bir 
e 3u847 f. Filtration durdb. 

eitendrud, Seeboden, * 

u 





Regiſter. 2073 


uf demfelben, Lbbet⸗ 
ter Boden 848 f. 


ER — r 
tasm 517 fı vergl. 
a) oͤſti. Alarm sı8f. 
fAungen über b Ril 
eröbots Ragrichten 
:hnde gegen feinen Bus 
bang mit dem Niger, 
: de6 Irethums Gaßf. 
Belt se: Die 
richten 524 f- ta 
26. erfte Stufe, Gen« 
'affe 527 f. wett. Bens 
ubien 530. 2 Gas 
ı 542. Namen 660. 
', gte Stufe, Rubien 
78. Lauf von Berber 
R.s Grenze bes Rubis 
tufenlandes; Bolge d. 
ten (Ian Abel, Schel⸗ 
:f Mittellauf, dritte 
on Dar el Kahaß bis 
al 619 f. Gataratten 
vet Hadjar s9f. 
der Rilfhiffahrt don 
n aus 620 Mittels 
e Stufe von Lblambal 
var 628 f. RI. Mens 
i Derr 633. @puren 
fi größeren Rilfhwelle 
auf in Waby Kenous 
an 638. &hellal von 
e 646. unterer Lauf 
rägupten, Weberficht 
irenıgebiet der Rilca⸗ 
‚ Infein 680, Gatar 
BSyene 687f. Sauf 
'b der Gataracten bIE 
707. bftlide Wendung 
Erment bie Dendes 
t. Breite bei Lurot 
eftliche Wendung von 
16 bie Abybos, aufge 
ır Ritarm bel Ahndes 
teren Biltauf in 
en, Meberfiht 769 f. 
etion des R. zu Mone 
bes Rilbettes gu ©or 
zeſchwindigkeit feines 
Waffervolum 772 fı 
ı feines Gefänse ge 


-Weftandtheile 949 f. 


jen bie Ofſelte 277 f. untes 
En Riltauf in —X 
neberſicht, eilung an der 
Gädfpige. des Delta'd, die 7 
Mündungen bes Alterthums 
814 f. Anfhweien der Nils 
waffer, urſachen ber WBaffers 
junahme und ihrer Begelmäs 
keit, Zeiten der Bus und 
Abnahme, Anfhwellen und 
Ucberihwenmungen des Riis 
umb feiner Badffe an dere 
füiebenen Orten, damit ders 
undene Bettichfeiten in Le⸗ 
gypten at Refultate Frans 
ler jeobahtungen über 
fein Gtelgen und Ginfen, nö» 
thige Höhe um ein gutes Bes 
treibejahr zu bewirken, nad 
iheten Angaben, und bafüe 
du entrihtende Abgabes Ber 
trug bei ber Öffentlichen Hds 
henproclamation und daraus 
entflandene falfhe Hefultate 


. früherer Beifenden 8371. re 


dhung bes Nilbettes in Aeg, 
ie alten Arg. Beobatiter Ihn 
zes Stroms, Rilmeffer-840 fr 
du Glepdantine entdedter; Bro 
um ber, Bobenerböhung des 
NRilb. dafı nad dem fucceffio 
jöhern Stande b. Rilftwellen 
net Bar. Nilmeffer zw 
Kairo, Erhoͤhung des Rilb. 
daf. berechnet, mittlere Erhd⸗ 
hung zwiſchen Elephantine a. 
Kaito Bgıf. Waflerquantität 
mäprend_ ber Rilf‘hivelle un 
dee trodnen Jahrögeit 849. 
Belhaffenbeit deb Ungeträus 
ten Ritwaffers, Berhaffendeit 
jur Beit der Schwelle, feine 
t, Ramen 
d. Riis, El Fayd, Pl Moba- 
seh, faliges Rilwaſſer gu 
EA 'einun, von den 
ttdelfungen Bao f. Magen 
von feiner ae wertti 
Ricrung durch die Libyſchen 
wüften [2 860, 863. Räds 
Sing our —— 
influß ai tt dee 
Menihen 875. 


—R 








1074 Regifter: 

Nimma, Ba, neuentbediter Zu⸗ Aegypten, ber wehriäeinlis 
uß bes Riger #7. WBeranlaflung zur jährliden 
o, Stadt 3 Sclaveneinfuhr burd die Sn: 






AN ei Ron), Gage 9. 


Kr ‚ Serie, Reifen und 


Schriften 58 

Rordrand 8 —E anf 
ber Dffeite 167 f. 

Rorkioping, philanthrop. Gr 

en ft aus Einitiktung Afri⸗ 
Ta’s daſelbſt 33 

Morris, Reife Ebenen 397. 

Mou, großer Suͤßwaſſerſee 484. 

Nouri, Ort, Ruinen daſ. 611. 

Rabe, emeinfamer Boͤlkername 

7. Wobnfige 13 

sur Wady 628 f. 

Rubier, die heutigen im Nils 

thale , Abſtammung 656 f. 

Yaertau, Wohnungen, Tracht, 
Madrung, kbrperliche Bildung 
Trauen, Sigenfhaften, Gin: 
wohnerzapl 65 

Rubien, ein breites gegen R. 
"in niedere Stufen abfallendes 
Steppenland graf. Rubiſche 
Buͤſte, Garavanenweg von 
Werber aus durch biefelbe 575. 

—— bes Geſamt⸗ 

a 










als bes Gtufenlands 578. 
Wicberentdedung feit bem 
Legten Jahrzehend 579 f. mans 
el —R Nachrichten der Grie⸗ 
Pe u.Rbm. —— 
heibewand zwiſchen R. 
Aegypten 580. benpte Ruck. 
len der Augenzeugen ‚382 f. 
Grenzen zur Zeit der Herr 
Schaft der Prolemäer u. Rö« 
mer 580f. Zeit der SGriech. 
Kaifer, Chriftenthum in N. 
581. Spifcopate 600. erobert 
von Ohaher Biber 582, 600 
Urfadhen des Wangeld an 
Rachrichten von Geiten ber 
riftlich » Byzantiniſchen und 
Itabifdhen riftſteller 582. 
Angabe ber neuern, benugten 
Quellen u. Xugenzeugen aͤber 
ubien ek —— von 


naarcaravane wird 604. Arie 


gt gegen bie Ungläubigen in 
605. Zeit ber groͤßten 
Siederia open 606 f. Aebertritt 
bes Bol 6 jum Islam 6oBt. 
eringe Anhaͤnglichkeit an der⸗ 
eiben 631. nörbl Grenset 
Ri. 654 Tuckblick auf die 


Nud. Denkmäler, ihre Alteri⸗ 
folge nad WBurdbardt 653'. 
Nubien, Unter, reich an Tem⸗ 
pelruinen 628, 6%. im Bit: 
telalter ned Ibn Gelsmi 
Beſchreibung 654 f. 


Nyffe, See von, ſ. Bahat Eu 


dan. 
D. 


Dafen, Tängenzug ber Xennpti 
fen Daſenkette göyf. rirdl. 
und füädl. Dafe (Ei Wat mi 
EI Kibli) 965 f. El Kibli, & 
BVah und Meg bahin rıd 
Bartin und Belzeni g66 f. 

eg v b. großen Dafe durqh 
Dar: Bur bis Bil 971 Daſe 
Sur f. unter Dar: Far, fo 
auch die Dafe Siwah, Aug 
la, Fezzan, Badames, vatıt 
ihren Ramen. Dafenjug vom 
Hodtande der Berbern F 

D. 991 f. die Daſenzuͤge sit 
Raturbebingungen jur ge 
ſchicht lichen Entwicklung de 
Wölker, aͤlteſte Kunde v. des⸗ 
ſelben nach Herodot, GSruren 
von, durch Caravanen einge 
fuͤhrter Cultur 1002 f. Re 
men für die Daſen, urfpräng: 
liche und erweiterte Beben: 
tung derſ. 1003f die Dulm: 
linien und Lafen für den Gas 
ravanenverftehr rooz f. Be 
wohner bes Öftl. Dafenzugt, 
Dechſel ber B. und Beben 
{her 10060f. Bewohner bei 
abdrbl. Dofenzuge 1009 f en 
fermigteit des durch fie be 

ngten Berkehrs 10141. 


Scladentrihut am —* ( Abeit), Stadt sa. 





Dellaky, Gibel 6 12 ’ 

Ogooawai Fluß, Zuſammenhang 
mit. dem großen Mole bem 
Gabeon unb Zaire 295 f. 

Okme, Inſel, bafelbft gefunde 
ned Mfcrpt. 617. 

Olaky, Waby 577 

Dlifantes, immer fließender SI. 


Ombite: Nomos 708. 

Dmbos f. Ombou. 

Ombou, Koum, Gtabt 707 ſ. 
Umgegend, Ruinen 707. gros 
fer und kleinerer Tempel baf. 
beſchrieben 708 f. 

Dpfidianftein 238. 

Drange, Fort 305. 

Dranje Rivier, Quellen 98. eis 

“ner ber drei großen Ströme 
Süd» Afr., Gemeinfames im 
Laufe berfelden 388 f. bekann⸗ 
ter in neuerer Zeit, benannt 
389 f. oberer Lauf, Urfprung, 
4 Quellfiröme, Gegend um 

Straßen zu dem 
Iluß, Breite deſſelben 390 4. 
mittier Lauf, Producte, Re⸗ 
wohner um ihn Far f. unterer 
Lauf, erfkee Abfa ber Hoch⸗ 
terraffe, Umgebungen d. Ufers 
pre. doppelte Nahridt von 

em -Auslaufe des Dranjeri⸗ 
vier vereinigt, unentwideltes 
Stromſyſtem 398 f. Anmohner 
des - Stromes Sog f. 

Drbay Langay, Paffage deffels 
ben von EI Taka oflwärts 
zum Hafenort Suakim 574f. 

Dfttand von Hochafrika i32f. 
unzuverläffige . Radrichten , 
Quellen 132 f. 

Oxyrhynchos, Stadt 7881. 

P. 

Macaltsberp 128. 

Paniefoula, See non, 404. 

Panopolis, f. Alymyn. 

Papyrusrollen bei Mumien, 


neuer Zweig der Aegypt. Lite -- 


teratur 752 f. 
ae Dur f. Debot. 


art, Mungo, Zweck feiner weis 
ten Beife 268. Mädveife aus - 


Regiſter. 
bdem ingeren Afrit 6f. 

- QAuffleigea am Ye — 
bee u ſ. w. nach Reola und 
zum Rerikofluß nah MR 


1075 


erfter Aeiſe 353. zweite Seife 
über bie miltlere Tetraſſe bes 
Gebirgslandes in Oſten von 
Bambuk 369 f. Notiz zur 
Beurtheilung ber Reiferouten. 
von Parks ater Grpebiticn 
: 377. feine Fahrt auf bem Ni⸗ 
ger, ate Reife, 4:12 f. erfte 
Keife, Ankunft in Zabbee u. 
Segs, Ruͤckkehr im Angefihr 
von Sillah 4:3 f. Nachrichten 
von ber zweiten Reife auf- 
dem Niger, Aufenthalt in 


Ganſanding da f. weitere 


Fahrt und Rachrichten von 
feiner Reife sa7f. ledte Nach⸗ 
rihten von P. 428 f. feine 
legten Schickſale nad) bes Dols 
metſchers Amadi Fatumas 
Er zaͤhlung 429. Racqhricht v. 
feiner: Borüberfaprt an Tim⸗ 
etu, Berichte anderer von 
BY. Tode 490 9’ Angabe 
der Marktpreife fu Marrabu 
und Ganfanbing 468 f. 
Yarerfon, Bekanntmachung 104. 
ayntree, Stadt, Lage 321. 
Ba As Harn * 
eluſiſcher Rilarm 824 f. 833. 
Peluſiſche Kuͤſte *8 * 
Peluſium, Stadt Ba6f. ' 
Pella, Golonie ber Ramacquas 


397. 
Pemba, Inſel 163 
Pharaonen, Ganal ber, 824. 
Pharbaetus, Stadt, Auinen der⸗ 


ſelhben 828. 
Philaͤ, Inſel, Lage beſtimmt, 


Größe, Höhe 680. alterthämt. 
Dentmale, Grab bes Ofiris 
daf., verihiedene Namen der 
Inſel erklaͤrt 681f. frei von’ 
Angaben 682. beſondere Bau⸗ 
art, Monumente u. ihre kage 
682: Beſchreibung des Dflris« 
tempels 683f. Beſchreibung 
bes Kafistempeis 635 f. großer 
Baal am Uferzande, Inſcri⸗ 
ptionen daf. u. am Gingenge 
99 9 





bes großen Tempels 686 1. 
Anderer Denkmale aus vers 
"gpiebenen Beitaltern 687. 

u als. Sempeißgur ‚ feine 


Pierre, it ; ie, Marltpleg 


40 - 
—ã 106. 
fletberge 113. 
iſania, Factorei 208. 
lavfair, Beſtaͤtigung der Hut⸗ 
tonſchen Hebungstheorie 117. 
Pistenn, Afrikaniſches, Lacepe⸗ 
ders Anfiht von demſ., durch 
die Gennaarterraffe und bie 
Iandeinwärts liegenden Läns 
Der wahrſcheinlich gebilbetes 
571. Ylat. der Barbarei, Ats 
las⸗ Gebirgsland 883 f. feine 
Bauptgebirgagtge 886 f. mitt⸗ 
lerer Atlas; Plateau, Umfäus 
mung 897 f. deffen Bewohner 
— phyſiſche Gtellung und 
orm 907.. maritime Küften: 
umfäumung, Sragmente 008 fs 
Hl. v. Barka f. unt. Barka. 
gender, Fet 
oncet, — Veg nach 
Gondar 205. ſeine Reiſe und 
Schriften 683. 

Portugifen, Anfang ihrer Ente 
dedungen längs ber Afrikan. 
Weſtkuͤſte sıof. Fortſetzung 
der Kriege gegen die Mauren 
an der Afrikan. Kuͤſte 411. 
Nachrichten aus dem innern 
Afrika eingezogen, weitere 
Entdeckungen im Saͤben 412f. 

Poulen (Felleta) 426, 429. (Bus 

lahs) Molliens Nachrichten 
über fie 478 f. f. auch Felletah. 

Drant: Pram, Fort 310. 

Premis ſ. Ibrim. 

Pselcis und contra Po., Rui⸗ 
nen von, 641 


AYſyllen, Bolt 934 


ol«mais Pertna ; 


-Piolemais, Stadt, ze ihres 


Auflommens 767, 786. Ruis 


Poramidale Form, biftor. u. ans 


tiquar. Andeutungen, daß ihr 
Urfprung Aethiopiſch fey 540. 


Pyramide bes Eabyeinthes * 
ramiben in Jegypten, ip 


er von Eäden zrı. 

D. 
Queertbäler Nitthal, 
—— de, 


fe, Hafen ı 
Quita, ort zı 510. * 
Auiteoe von Monomotape 14 


Duoka, Fius 796 f. 1. aud wm 
ter Bahar Kulle und Wale, 
R, 


Rackbaum 236 f. 
av a &o;, Kenife (Ruin) 


—* Ganal von, 816 
ad: Rahrichten von de 
a ablung ber Regerfclaye 


a 1 (Gtattpaite von Xige 
—* 2 Fejor, Karte vor 


te 377, 43% 
‚ Gupercarge, Rob 
a 





Rio Grande, Gataract 343. ur 


fprung, Lauf 
Rithie, Engl. 1 ont 4% 
Moggeveld » Gebirge 97. 
Roodezandkloof 106. 
Rofettearm 315 f. linkes Uferge 
biet und Ganäle 816f. 


©, 


Saabs f. En 90. 

Satrivier, Auslauf 

Sahara, Wüfte, A Halb 
959 f. Wuͤſtennamen 0 
weſtl. Halbe bes Ganboceans 
Sahara Sahel, Ausbehnung 
Bortfegungen 1015 f. Aus 
an der NR. Seite 1016f. as 
der W. Seite 1017 f. auf de 
©. Geite, Flaͤ halt 1018 
Inhalt ber Wüfte, Sandbe 


- den 1019 f. Bildung ber a 


bara und @ahel, der pen 
Aa — — 
3033; 1030 andre Viberv⸗ 


Regie. 


tigteiten 1030 f. Phänomen 
der - Wafferftellen in beiden 
zur 1024 f. Muthmaßung 

ber die Ummandlung ber 

Ragbarſtroͤme durch das Bors 
rüden der Gabel, BBerändes 
zung des Gencgals w. Rigers 
laufes durch d. Gahara 1028. 

Said, von Syene bis zum ers 
fen Mrangoerfalthal, ueber⸗ 
figt zorf, ©. im engern u. 
weitern Ginne, Rame ers 
Urt 

Gais, Sta t, Ruinen von, 816. 

Satundi, Stadt 304. 

gun Bar Baia. at 3 
Gala; an! 1. 

Salt, emeefungennae. Reifen, 
feine genaueren Srtabeſtim⸗ 
mungen 178. wel feiner 
Beife 181. zwei Reifen nad 
Antalow von Diran aus 186f« 
BVereiherung der Gedichte 
und Geographie von 4 


213. 
la, @al Salz · 
ei, Be met Be 
Bene und Werth beffelben 


1037 f- 
u, linker Zufluß des Bas 
lem, Rame erklärt 372, 
Game, Hochgebirge 203. bie 
Kae Berge im Hochlande 
ef 208, 215. 
&amen, Provinz in Zigrs 215 
Gamhara, Landesftrih Iänge 
der * gs RS ed 
% D € der ausgeze 
aken Fikempuntte nach 
Saite Gharte FE 
Gin, Seat, juinen 829 f. 
sun m 5 ©. (Daqads 
» 829% 


Ipeh, » 
06, Dob, Ri . 
Eier 





Ein; 
ee ie ve “e Bra 
BWarkas und; aud; der’ Marcos 
wet. 9. Sad nf. wm 


+ &clavenp. 


1077 


bie zum Geblege Moral 984 f. 
f. weiter unter Harudſch, Bes 
jan, Gabames; weftlihe Halbe 
1015. Borträden bes Blug- 
fandes 1020. Pflanzen und 
Thiere 1030. ber Wenſch. 
gesgmeiler in dem Gandeceam 


Candfein mit die ohne 2. 
213, ı 
In’geber6 1091, Sal ei: 
tegion in Oberägypten 
Ganfanding, @rabk — 
varie 


fentpalt 
sr. Bat da, 40 
Garım, Land 3; 
Say, Gebiet eh Infel 614. 
G©clavenhandel, Zahlenangabe 
der, aus dem Iantın andy 
Ken Gclaven nah der 
—2 ‚Bandel in b. 
ri und nörblien Sänders 
zusfabr on dm B.D. süße 
379 fammtbetrag ber, 
durd) ben Gclavenhanbel dem 





Binnenland entsogenen, Mens 
fpenmenge Ginfluß der 
—*— es Sciabeuhan⸗ 


dels 382. je und Seriwit ⸗ 
rungen ber polit. Berbältniffe 
als Folgen des Gclavenhand. 
2891. 38of. 383. erfte Ente 
widlung de# S— 
Sciavenh. 
aus dem dihni.n duch das 
obere Riltgal 545 f. Haupte 
ni aͤrkte für bi berfeuten, Zadl 
— — nad Aegypten 
rabien verkauften 
=. nähere Beichreibung be6 
lavenhandels und ber bas 
bei vorfommenden BWerhälts 
ai 546 f. verſchiebenes 2006 
der Berkauften, Gunucheng47. 
Menge berfelben in ben der⸗ 
[eiebenen posten fh» 
eagung sur Bernie 9 
wenh 549. 
— 
& 990 (Gal 
Jaggaer f. ei handen, 
Sara, Bolt, ae 
Webeutung d. Romane, 


1078 Aegiſter. 


— — 2 —— — —25* 


. SU 1 7 ⏑ — .0 


andere Namen, Eehensart, 
nachbarliche Werhältniffe 246 f. 
Gold im Bande ber ©. 249. 

Scheiboͤm, Golbterraffe von, 
Auffieigen von Kordofan ıc. 
gur Golbt. v. S. 252 f. Ein⸗ 
wohner, Art das Gold zu 
ſammeln 252. 

Scqhellal, Inſel 688. 

Sqhelluh, Bolt 9o3 f. Sprache 
(Amazirk), Bolkeverwandt⸗ 
ſchaft mit den alten Guan⸗ 


den 904 f. 

Bheygya, Land der, Lage unb 
Umfang beflimmt, Städte, 
Droducte 95 f Bolk 506 f. 

olitifhe WBerhältniffe 597. 

editaum 347, 371, 407. 

Schillook, Schangallaſche Kries 
Ay 247. Niederlaffung in 

hilleof 25%. 

Schlangen, Land der 171 f. 

G;hneebergegs. Bortfegung nad 
Rordoſt 133. 

Gclavenhänbler, Züge ins ins 
nere Afrika 160. 

Scott, Aler., Ausſagen 437 f. 


441. 
Seafeena, Ba 488. 
@ebennytus f. Semennoub. 
Sebha, Stadt 994. 

Geboua, Wady, Ginwohner 
(Aleykat), Handel 635. alters 
thämlidhe Denkmaͤler baf Urs 
fprung feines Ramens 635f. 
Sprade 635, 637. 

Gee, der größte Afrikas 138. 

Sego, Refidenz 423f. 

GSegued, Malec, ſ. Soeinos. 

@einna ſ. Ancobra. 

@eifeleh, Djebel, Engpaß, große 
Sandſteinbruͤche daf. 702, 710. 
Namen und Bedeutung ders 
felben, Ruinen von Toum 
(Pithom) daſ. 709 f. Art des 
Sandſteins; Kunft in ber Bes 
arbeitung ber Steinbrädye 710. 

Cemhriten, Ginwanderer aus 
Aegypten 221. 

Semennoub, Stadt 819. 


@ena, Provinz 145. Stadt 151. 
"Cena Strom, Zambeze 143, 146- 
‚@enaary, Boll 550. 


Senegal Fluß, Gataracten, Au: 

: Berfte Factoreien bei den Fe: 
Iucataracten 353. Waſſerſchei⸗ 
de zwiſchen dem Sen. u. Ri: 
ger 375. BWaſſerſoſtem goıf 
Richtung feines Laufs, Pa: 
rallelismus mit dem Gambia 
und Rio Grande. Oberer kauf. 
Duelle, DQuelfitöme, Que: 
Ienbezirt 401 f. Mittellenf, 
Wölfergrenze 403 f. unter 
auf, Delta gogf. Ramen 
des S., Berwechslung mit b. 
iger 406, gı5f. Trenurng 
der beiden Ströme 416. 

Senegambien, vorzuͤglichſte Be: 
reidherung der Kenatniß vom 
mittleren Afrika durch Gnt: 
bedungen von ©. aus gıof. 
erfter Berſuch der Portugiien 
su einer WNieberlaffung am 
Senegal 4ı2f. erfte Verſuch 
ber Sranzofen am Game. u. 
Gambia Handel zu treiben 
413. Franzdſiſche Eeneas:: 
compagnie, ihre NRacridtren 
von Genegambien, Ana: 
ber Quellen 414, gı7f. Kate: 
ten u. @rpebitionen ber frca: 
sofen auf bem Senegal gut 
erfie Verſuche der Englaͤnder 
am Genegal u. Sambia Han: 
bei zu treiben 413, 418. Nie 
derlaffungen ber Englaͤnder 
am Gambia; KHandels- ur) 
Entdeckungsreiſen auf beal. 
418 f. neue Periode für Gat: 
dedungen in ©. feit Bearün: 
dung der Afrik. Geiellihaft 
in Gnglandb 419. Zunabme 
der Franzoöͤſiſchen Plantatis 
nen am Genegal 471. Anfal: 
ten ber Fransdfifcen Colonit 
bie Landeskunde am Riger ja 
erweitern Sı6. 

Gennaar, Lage zwiſchen zwei 
Strömen 250, 521 f. Auffe: 
gen von ©. u.f wm zur@el 
terraffe von Fazoglo 252 
Bruce's NMachrichten von ©. 
534 f Grändung des Reiät, 
Hegenten, Bölkerſtaͤmme, ihtt 
Beſchoͤftigungen 535 f. Tri⸗ 


Regiſter. 


butäre Staaten, Wacht und 
Ausdehnung in neuer Zeiten 
536, 5387. Handel 536f. An« 
gaben von feiner abfoluten 
‚Höhe 671. Brände dafür 572. 
gennast, Refibenz Def 264. 
Senke, Grade Bade, — — 
€, Stadt, Lage, Aufſteigen 
F der Besen yon da 205. 
jerrerea, „Bo! I 479. 
Seſee, Det, — daf. Gar. 
Seſoſtris, Darftelung feiner 


yperinsuꝛs· in Tempela 


ei, Stadt 92 
ur * —A 
inde, feberis 
auf dem Pr v. Kira bis 


rel 7 
17 — 


ei, ‚Bauptemporium, Orb» 


be, tage Einwohner, 
dandel 540 
Shendy, eich, Mek (Seherr⸗ 


ſcher) deſſelb. 539. ndordl. Aus⸗ 
behnung 539, 540 Boden, 
Slimo 542.Ttaberſtaͤmme 
daſ. Sprache 542f. 
Sdigts, GSibel 576 f. 
Shdhiho, Voltsftamm 234- 
Shirs, Provinz v. Zigrs 215. 
Fr Klimay Begetation 


ei Provinz aı7. 
ers, Drt m Gold minen 


eu, Gtabt 363. 

Sierra Feona, Gap 333, 
BVorräden der Ber; — u. 
BWerdrängung g Ei Rennsger 
um ©.®. 334. Plan zu einer 
Golonifation für freie Neger 
auf &.8. und deſſen Beranı 

eieta Cu Gonpogatt_ 396. 
jierra Leone Go: 
Drte im Gebiete ' beufelden 


elite, feine 3 Sale 
eb Tempels v. &ı 
—* ſ. Sian⸗dah.· 


1079 


Cinghitt, Yricher 266. 

Giwah, Dafe, Lage beftimmt, 
Entfernungen dv. andern Dre 
tm 980 Kachrichten von d. 
Dafe unb den dovtigen Denke 
mälern 981 f. früperer Ganz, 
Ueberrefte 1000. Bewohner 
1010. 

Sliten, Dörfer 927 f. 

©marogbminen von Babourah 
668. von Gailleaud mwiebern 

. Pag 672, 23 {m ‚au Ber 

e fie zu itbeiten 
RA Stadt ber alten Dr 
Ieuge daf. ar 675. Smaragm. 

"9.8. bie bei Kharbah an 

vr "ver Arab. Geogr. 

675. &ber bie Arten —8 dort 
gefundenen Sm. 676 

@meatpman, Dr. — Stan uw 
«einer neuen Golonifation 335. 

Gocinos, Regus (Weherriher) 
von Habeffinien, katholiſche 
Geſandtſchaft 173. 

Sockna, Stadt 993. 

Socotora, Infel 162, 164. 

Sofala, Dorf 153. 

“eins, xäfte 136. erfte Zers 
raffe 137 f_ "zweite Tercaffe 
142f._Paffage zwiſchen Sof. 
und Angola 142 dritte oder" 
Käftenterraffe, Memwäfferung, 
Klima, Yrobucte 146f: 

Soliman, ie ‚ar. 

&oloeis, ‚Sep, 890, 

Somaulis, Bolt 161, Tögf. 

&ouan, f. Eyene 

Souba, Refidenz 564. 

Soudah, f. (hwarzer Haryfd. 

gparteh Surf, Sotoeis. . 
Spens Artemidos f. Beni Hafı 


fan. 
einst, seefelnente, Gage vor 
derf. 926f. 


Gtelendofe, Diſtrict 124. 
Sterculia acuminara f. unter 
Gorunäffe. 
Eurconden, Si —ãx 
uban, Jar » 
Größe 487. für An (+ . 
dem Ba Seafena gehalten 488. 
Annapıme, daß erein Steppen⸗ 
beden ». Wittelafe. ſey 8, 








1080 


GSudan, Hoch⸗, nordweſtl. Bor⸗ 
ſprung ron Hochafrika 340f. 
1) Weſtabfall f. nbrbliße 
Ker Baum ber Grenzgebirgs⸗ 
yette ıc. 346f. 2) Rordabfall 

f.w. gsaf. obere Terraſſe, 
*. Stufe ., mittlere 
Terraſſe, zweite Stufe 3657 f. 
Garavanenweg längs Dee. ⸗ 
Hanbes der aten Stufe 359. 

Cuban, mittleres und “tzg 
483 f. Land der Hypotheſen 


liches 
Einige GE atenlige Schwie⸗ 
keiten bei der Hydrogra⸗ 
abe Guban’E 498. Ramen 


er Iſthmus von, Gehalt fei> 

nes Mobens 856. 

—— Gebiet 614 f. menſchen⸗ 
udliche Einrichtung daſ. 


Guſ * er 334. Ram meh⸗ 
rerer Re 

Sufe, Brovinz * 

euf, ©tadt 92 
Guſis, Küßenserraffe ber, Aufe 
Reigen von ba u. f. w. ur 
Terraſſe von Teembo 

Suͤdafrikan. Kuͤſtenland, au 
"94 bdritteZerraffe 110. Baien 
und Vorgebirge rıı f. 

GSuͤdrand von Hodafıila gef. 
meuisangäe Bergterraflen 

geognofifher Ueberblick 

5 hydrograph. ueberblick 


Sweini, Emporium 1008 f. 
Syene, Stadt, Lage 
Namen und Erklaͤrung * 
erſter Grad nach dem Meri⸗ 
dian von S. berechnet 693f. 
Landweg von Philaͤ nad ©. 
Yurc) eine Dauer geſchuͤht 694. 


©. zur Blütpepeit un fein 


Berfall, baf. entdeckter Ri: 
meſſer 695 
Symbaos, Feſte 14 
er Fe N anders 
a 
— Eingänge ber Gatacoms 
ben in ber. Spebais 746f. 





Regifter. 


Gyrte, große, Geſtabe berf. 928 
Belimmung ber fürlidfte 
Station nad Lauthier 938. 

Gprte, Pleine, ſ. Golf v. Caber 


2. 
Kabänyeh, el, — 819. 
Tabarta, Inſel 912. 


Tacazze, Fluß, Name erklart 
Namen 20R, 528, 539. Faf: 
bett 203. ame Lauf 528 

Zaccorary, Sort 30 

Dorf 650f eſqeinli⸗ 
zn alte Zaphis, Ruinen v 
contra Taphis, ' Einwohner 
Kachrichten aus einem Drfcrpt 
diefe Begend betreffend 6st. 

Kaufe, Baby 650 f. 

Safelberg 112. Dafle 114. 

Tafilet, Fluß 899. 

Tafoo, Stadt 330f. 

Saba el Amoudeyn 735 

Taifha y nn L f- unter ige: 

Tajuni, — deſſen Lage nad 
Lauthier 9 

Taka, Bed el » Ebene 530f. 


144. und contra T., ui: 
nen von 645 f. 
Zalud, Dabjt, Rachriqhten 437. 
Tamarinde, Sewaͤchs, officinels 
ler dort 251. j 
ampe), Dort 799, 805. 
re ai säße von, 910. 
anis 
——ã Stilarım, wieber ent: 
beit 827. Vorſchlag ihn wit: 
der zu befchiffen fd 
‘ urb Sim. 
Tamouwah, Königreidh 378. 
Tanta, Gtabt, und Wallfahrte⸗ 
ort 820. Fruchtbarkeit, Pro: 
ducte.ber Umgegenb, Boden, 
Mangel des htbaren Saa⸗ 
mens bei Curop. Gewaͤchſen 


821. 
Zantırmquerry, Gtabt 
Sapofiris, Klein, Stadt, Kuiı 
nen und Felsfammern v. M. 
Kap. 867. 
—*8* Stadt, Ruixnen bei. 
. F | 





Regiſter. 


der Bauart, ber Ranbesnatur 


Zaranta, Berg 183. Paß, ver» 
änderte Wegetation 184. 

Tareck Regufpti, b. h. Chronik 
der Könige (von Habeff.) 223. 

Zarudanı, Stadt, Metallteihe 
tbum bei T. 909. . 

Ztembo, Hochland, Boden, Pros 
ducte, Bewohner 345 f. 

Zeembo, Stadt, Auffteigen von 
der Küftenterraffe ber Bias 
fars nah T. 343f. 

Zeembo, Zerrafle von, Auffteis 
gen von ber Küftenterraffe 
der a zur gen. vg 
344 f Band garf. 

Zeneiey, Drt 996. 

Zequlat, ebemalige Refibenz v. 
Habeſch 20%, 231. 

Zetebda, Handelftabt bei Ebn 
Batuta, Kupferminen baf, 


ZA eandesftrid 897f. 

Zemben, Provinz v. Zigre 218. 

Zentyra, f. Denderah. 

Zete, Fort 144, I5T. 

Zeudita, Ruinen von 941t. 

Zeufeisberg 112. 

Thebais, Umfang ihrer To Ros 

“men 70;,. Catacomben und 
‚Oppogden der T 744f. Tro⸗ 
globyten von GBournah daſ. 


745. 
heben, das hundertthorige, 
Keberſicht der kandſchaft von 
2. 731f. Ortfhaften in berf. 
get Ueberrefte des alten 
b., Ueberblid 733 überirs 
difhe Monumente 734f. 1) 
MWeftufer, ber Bippobrom, 
Ruinen von Medynet Abou, 
eines Tempels, von Baumers 
ten aus allen Jahrhunderten 
734 f _*ie_Koloffentrummer 
735f. das Wemnonium Stra⸗ 
bo’6 736 Gras des Dfymans 
dpas 737. ZIfistempel, Sy ⸗ 
ring, Spbinrallee 737f Pals 
Loft und Melsgallerien von 
Sournoh 738. 
Luror, Monumente baf, Karı 
nat, Truͤmmer, Tempelruinen 
daf. 739 f. Pallaſt 740 f. Rüde 
1 Er 763 fe Cigentpämlies 


2) Oftufer, - 


1081 


angemeffen 753 f._räumlide 
+ Ausdehnung ber Monumente 
hrs verglichen mit ähnlichen 
anderer Orte 754 f. Lage Th's 
und einiger feiner -Baupttheile 
beftimmt, Größe 755 f. Mans 
gel an gefhihtlihen Nach⸗ 
rihten, Ramen 756f. 
ag Ruinen von, 834. 
Sherbä, Tempelruinen daf. 6ır. 
Zibbos, Wüftenbewohner 1031. 
Ziefland von Afrika, Ueberblidt 


954 
Zieh, Wal, f. Thal der Verir⸗ 


zung. 

Fi Provinz von Zigre, 
Grenzen, Provinzen, lands 
fHaftliper Character 214 f. 

Zigrs, Etaat (Könfareid) nas 
tärlihe Grenzen zwifhen T. 
und Amhara, mährtgfter der 

drei Habeffin. Staaten, por 
Hei @renzen, Provinzen 
argf. 

Zigekgebirge 197. 

Zigreiprade 188, 194, 214. 

Zigreterraffe, Probucte, Obers 
flähe, Gebirgsarten 188f. 
als Gulturland 19: f. als 
Schauplag ber Kämpfe des 
Ehriſtenthums und des Je⸗ 
lams ı95f. 

Zimbo, f. Zermbo. 

Zimbuctu, Stadt bes Reiches 
Maly 441.. andere Ramen u. 
Ghreibarten 432, Möf. T. 
vielleicht verfhieben v Zuns 

wbutu ber Portugifen 445. 
-bauung, großes Emporium 
des Welthandels, Gelehrte, 

Wiffenfhaften 446f Höhr u. _ 
Sinken feiner Macht, Provins 
‚Kalftadt Bambarras, Maren 
in T., Maurifder Einfluß 
7. Manfonge Befigriahme, 
irtreibung der. Mauren, ges 
flörte Handelsverbind. durch 
Sidi Heshem 443 f. verfchies 
dene Ausſagen vermittelt des 
Dbigen erklärt, Freiheit ber 
Moslems in. Z._ befhräntt, 
x “ Regerſtaat, Erweites 

u 


1088 Regiiter. 


— — — — Lac —n " 


— vn ne — 275 


zung ber Handeltverbindung 
noch ©. zu, Pomp bes She⸗ 
gar v. 8. f. Beſchrei⸗ 
ung Tes, Lage, Umgebun⸗ 
gen, Ginwohnerzahl, Gtabts 
Mauer, Bauart, Plaͤte und 
Niederlagen zum Handel, Ab: 
tirbou, Probucte 451 f. Bolt 
von %. , Berbältnifie ber 
VFremden, Begierung 454 f. 
Militär, Befagung v. Houſſa 
deſoldet, Kriegsnacht. Ob er⸗ 
Haupt, Handelsprojecte deſ⸗ 
ſelben zu Hamets Zeit 455f. 
günftige Lage zu auswärtigen 
Verkindungen 456 f. Hans 
der sſraben, von Aſhanti, 
lie und weſtliche, vom 


Gambia und Genegal 457 f. 


von Webinun und Marokko 
1) weftliher Küftenweg nos 
madiſirender Mauren, 2) Weg 
der Marokkaniſchen Zimbuctu« 
<aravanın 458. von Tripoli 
und Fezzan, von Timbuctu 
nad Houffa, Bornu, Kaſchna, 
Waſſenah und Wangara 459. 
Wichtigkeit des Handels von 
5. 460, 464. Bebiet v. T. 
nad einer früheren Angabe 
72. 


4 
Zimmanees, Bergneger, jebt 


Herrn ber Küfte 334. 
Sinareh, Dorf, WBurdparkts 
Ankunft daf. 612. 

‚Litern, Berge von, 892. 
Tochira, Stadt ‘941. 
Todtengruͤfte ſ. Tatacomben. 
Tokruri, Negerpilgrimme, 

Bramne’d und Burckharbté 

Rachrichten von benf. 545. 
Tolemeta, Stabt gar 
Joſko, Drt, pyramdale Kelfen 

daf ,„ Sepulcrum in einem 

derſelben. 
Touggala, Hauptſt. des Königs 

von Tuclawi 252. 

Tounah, Ruinen 834. 


Traghan, Ort 


995. 183 f. 
ZTransverfaithäler f, unter Wie Tuckey, Gapitain, Rachrichtes 
—X PR “m —8 —X 


x 


Zuipoli, Kuͤſte von gezf. Dell 


Gella’s Angaben von db. Ber 
Hältniffen des Staats 924 | 
Küfte von J. bis zur große 
Syrte yasf. 

Zripoli, Stabt 922. 

Sritonfluß, nigt mehr vorban 
den 9331. 

Zritonifher Gere 930. 

Sroglodbpten in Tigré 190 
Schangalla 248: 

Aſhadi (Zfad) Hl. Strom ob 
St. von Bornu 484 f Ueber 
ſchwemmungen, verföhnt durd 
Dpfer 484 f. Gano un. Kafını 
an ihm ,„ Ausfluß aus dem 
See bei Ryffe (Bahar Su 
dan), feine Identität mit b 
Riger bei Zimbuctu ungewif 


zu einem Syſteme gehöre 
7. fol ein Meer bilden (Ri 
Abid) Sage, daS er». Kaihn: 
nad Wehen fliege, Gräud 
gegen diefe Annahme, mög 
lie Veranlaſſungen zu ihre 
Gntftefung 489. Annahm 
Einiger, daß jener weſtlich 
Bufluß (Bälbi) des Baha 
©udan der Nilus Nigıorun 
bes Ptolemäus fen, deridie 
den vom Niger ber Reuers 
—* Annahme, daß er ein 
trede unter ber Erde me 
ieße ; auffallendes Verſchwin 
en des Namens Joliba ie 
Vornu, Gründe für bie Iden 
tität des Jotiba und Ifhadi 
a füblide Zuftröme im D 
Zimbucttus, veränderter Ra: 
me 491. Gage daß ſer (Euch 
da) oſtlich vom Gaubie unter 
der Erde weg fließe, Identi⸗ 
tät mit dem Nil Xeg. 406f 
S. au Riger. 


485, 486f. Behauptung def 
e 
48 


Tſcherkin, Stadt, Gegend ml 


Producte unterhalb derf. 205- 


Tuariks, Bolt 1034. 
Tubbo, Granithoͤhen von, ver 


änderte Natur und Proback 


Regifter. \ 


Zummara, Gtabt ober Sant, 
Grelärum, I des Namens 
Zunis, Küfe von, gem 
a een von 8. ggf. 
te ga! 
zu — DM 
Toneh, Caſtel 82 
Spphon, 33 zız, ra8f. 
Rune, Umgebungen 209, 519» 
Groͤbe 519.- 
u 


Ulemmas, Lehrer 597. 

Unbefannte Küfte bis Gap Gm. 
ardafui, den Curop. ek um 
betannt, Urfadhen ber un⸗ 
tenntniß; Geftalt, Ausbehs 
nung, Boden, Klima, wahre 
Theinlige GBebirgsforkfegung, 
Bditer und WI —— 


gen 15gf. Käftenidif it. 


dem wMonfoon_162. 
land an ber Bay Zanı usbar 
163. Lage der Landfpigen, 
Worgebirge, Bayen, Gtäbte, 
beftimmt 163. 

Utica, Ruinen von 913, 918, 


B. 


Balentia, Lord, Bericht 165, 

166. 3wed feiner Reife 181. 
Bambre, Zufluß des Zaire 259. 
Verirrung, That der, 858. 
Volta, Rio Z10f. 


B. 


Vadai f. Borgu. 

Badar, Bi Ber je don 998. 

Bad el Quibie [. Beine. 
Waby, Babe el, (Weftcanal) 


gonf. 
zu tpatgehiete) 550. 
Wah, GL, f. unter —8 
WBaldubba, Provinz, 3ı 
ort Bertriebener 244. 
Waly, Darıel, Ruinen bes 
Tempels D. ®. 648. 
Wannafhrife, Ber; 
Mangara, Land, ie mehren 
ver Länder 459, 486, 
Lage bekimmt 486. — 
bung Wangara’s, bes Golde 
lamdes 493., 


2085 
Zamed, Baum 


Mara, Re e 
*— —E Sn 


1, Wegerreich 450, 46. 
= —8 Stadt, Sid Hamets 
——— bahin 480 f. 
— > Saſſ. 48ıf. 

nun, Stadt 909. 
Welleta Salaffi, Ras v. Tigrs 
werhlihte Warbabfatt ö 
ider Rosbabfal d. dog ⸗ 
afrika 352 f. Analogie ak 
dung im. u. D. des Hoqch⸗ 
— am Rorbrande 
Analogie der Bildung — 
ge WBalbregionen wahr: 
Setige —8 —* 


Pen don Fr fa 7 
mangelhafte Ktachrichten 256, 

Bhidad, Stadt Zu1. 

Wbite, Ragrinen 136. 

Bilberforce, Debatten gegen 
den Gclevenhandel 335. 

Winnebah, Stadt 309 

Sinterhoekaberg 106. 

Wobit, Buhsart 236f. 

Bole, "großer, Buß, Berkettun⸗ 
der Maflerfpfteme andere 
Säfte durq ihn 295. 

Wolierat, Lanbfaft in Zigrs 


worche, Band, Gebirge baf. 


ei Käfe 161. 
2. . 
von (Dagwumbe), Stadt 


Denke, Stadt 431. 
a (Kongocataracten) 


Eridut⸗ 
Mn 


3. 


Ban Klar Sim, “ou. 

von 

Batıe, 8 —A def. 
jataracten 260, 278 f. Er 
ungslend, neuefte De⸗ 





——— — 


⸗⸗ 


1084 


richte 267f. Bermuthung ei⸗ 
nes nordoͤſti. Zuſammenhanges 
mit dem Riger 268. Ausfluß, 
Begetation, Thierreich um 
denſelben 271f. Anbau, Ges 
‚gend, Ortſchaften bis zum 
‚mittieren Gtromlaufe (Gm: 
bomma) 273f. weitere Be: 
merlungen über. db. Fluß, feis 
nen Lauf und feine Umgebuns 
gen bis Soondy N’Sanga 
» 276. einer ber brei großen 
©trdme ©. » Afrikas, Gemein⸗ 
ya in feinem und bes 
‚_ Bambeze's Laufe 388 f. 
Bambeze, fein Quellland 137 f. 
"Lauf .ı42, 145f. einer der 3 
"großen Ströme ©.» Afrikas, 
emeinfames im Laufe mit 
dem Zaire 388 f. 
Bambre ober Zembere See 137. 


Regiſter. 


Zaine Fluß gııf. 
Zanguebar, Küfte 139. 
Janzebar (Zanguebar) Infel 162. 
Zebee Fluß 174. 
dembdbere Fluß f. Zambeze. 
deyla, Danbelsort 165. 
Zinghi, Bolk, große Fruchtbar⸗ 
keit deſſelben 384. 
3imba : Horben 230. 
Simbaoe, Reſidenz 143, 150. 
Biegfluf 835. 
Zuca, Golf, über das Dafena 
Aut 1: Stab 
uilah, Stabt 980 f. 995. 
Zulla auch 3eila geſchr. bietart 
entſtandener Irrthum der Je— 
fuiten 241. 
Jumbo, Marktplatz, Facterei 
152 


Bwartebergen 104, 107, 111. 
Zwellendam, Diftrict 124.